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Full text of "Sprechsaal."

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THE  UNIVERSITY 
OF  ILLINOIS 
LIBRÄRY 

666.05 
SP 
p5 


Digitized  by  the  Internet  Archive 

in  2015 


https://archive.org/details/sprechsaal5519unse 


Fünfundfünfzigster  Jahrgang 


Sprechsaal 

Zeitschrift  für  die  Keramischen,  Glas  und  verwandten  Industrien. 


Gegründet  von  Fr«  Jacob  Müller  im  Jahre  1868. 


Verlag  von  Müller  &  Schmidt  in  Coburg. 


Inhaltsverzeichnis 


zum  Sprechsaal,  Jahrgang  1922. 

I.  Halbjahr. 

Die  Ziffern  bedeuten,  falls  nichts  anderes  angegeben  ist,  die  Seitenzahlen. 


Uebersicht: 


Technische  Abhandlungen  nnd  Mitteilungen  . 

Keramik  

Glas  

Verschiedenes  

Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen  .  ."  .    •  •- 

Post-,  Telegraphen-  und  Fernsprechverkehr  .  . 

Eisenbahnen  und  Frachtverkehr   

Geld-  und  "Wechsel-,  Postscheck-  und  Ueberwei- 

sungsverkehr  .   .■  .    .    .    •  •  

Handelsnachrichten  

Firmenregister  •  • 

Lage  in  Industrie  und  Handel  .... 

Geschäftliche  Mitteilungen  : 

Generalversammlungen  

Soziale  Bewegung  

Versicherungen  : 

Gewerblicher  Rechtsschutz  

Patentbeschreibungen  (deutsche)   und  Anmel- 
dungen in  Oesterreich  • 


Seite 

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IV 

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Gesetzgebung,  Steuern  usw.  .   .  . 

Verschiedenes  

Ausstellungen  

Messen  

Berufsgenossenschaften  .    .    .    .  . 

Verbände  

Fachschulen,  Unterricht,  Forschung 

Industrielle  Neuheiten  

Wärmewirtschaft  

Kunstgewerbe  

Bücherschau   

Kataloge,  Preislisten  usw.     .    .  . 

Totenschau  

Fragekasten  

Keramik  ......... 

Glasindustrie  

Verschiedenes  ...... 


Seite 


VI 
VI 
VI 
VH 
VII 
VII 
VII 
VII 
VII 
VII 
VII 
VII 
VII 
VII 
.VII 
VIII 
VIII 


Technische  Abhandlungen  und 
Mitteilungen. 

Keramik. 

Aafschließuog  von  Tonsubstanz  durch  Kalk, 
Selch  1. 

Dinassteine,  volumenbeständige,  Bebuffat  253. 
Entwässerung  getrockneter  Tone,  Meilor,  Sinclair 

und  Devereux  264. 
Feintonverarbeitung  in  Bayern,  v.  Ebert  194,  207, 

220,  232  242. 

Flintstein,  Wirkung  des  vorherigen  Glühens  in 

Stein  gntmassen  70. 
Kapseln  mit  Karbornndnm  nnd  Quarz,  Moore  21. 
Keramische  Kleinwerkstätten,  Niedergang,  Motsch- 

mann  275. 

Porosität,  Festigkeit  nnd  Absorptionsvermögen 
gewisser  (iipsmörtel,  Taylor  u.  Irvine  275. 

Bote  Chrom-  Zinn-  Glasuren  für  Temperataren 
zwischen  SK  2  and  8,  Badcliffe  nnd  Walduck 
169. 

Tonwarenfabriken,  Bericht  Uber  einen  Besuch 
portugiesischer  nnd  spanischer,  Lindley  79,  Be- 
richtigung 93. 

TnmJöfen  in  der  Feinkeramik,  RoscLmann  13, 
Buresch  33,  93,  Sprenger  69 

Ueber  Selenrot,  Granger  181. 

Wasseraufnahmefähigkeit  oder  scheinbare  Poro- 
sität keramischer  Erzeugnisse,  Bestimmung, 
Kallauner,  Barta,  Sitpane  45,  57. 

Widerstand  feuerfester  Erzeugnisse  bei  Belastung 
bei  verschiedenen  Temperaturen,  Bodin  157. 

Glas. 

Abhitze  der  Glasschmelzöfen,  Nutzbarmachung 

Beiboldt  60. 
Abhitzekessel  in  Glashütten  158. 
Abstehen  des  Glases  in  Tafelglashutten  135. 
Brannkohlenstaubfeuerung    für    die  Beheizung 

großräumiger  Oefen,  Keppeler  80. 
Einiges  Uber  Schlieren,  Bimpen  und  Winden  im 

Glase  94. 

Elektrische  Eutstaubung  von  Generatorgas,  W.  B.  G 
145. 

Gaserzeuger  in  der  Glasindustrie  264. 
Hafendrehen  48 

Herstellung  von  optischem  Glas,  Peddle  195,  209, 

221,  233 

Oelfeuerung  in  den  Glashttttenbetrieben,  Muhlert  3. 
>-y rexglas,  Lecher  254,  285 
Ueber  das  Strecken  d»s  Tafelglases  und  die  Streck- 
fthler,  Schrenk  276 


Verschiedenes. 
Leuchtfarbendekore,  Verwendung  in  der  Glas- 

und  Keramindustrie,  Parkert  34. 
Photographische  Aufnahme -Verfahren,  FJeck  96, 

107,  122,  136. 
Schmelztiegel,  Beschaffenheit  in  der  Silikatanalyse, 

Washington  285 
Wiesenschaft  und  Technik,  Ganga  69. 

Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 
A.  H.  N  Feinkeramik  11,  50,  78,  92.  120,  133, 

144,  154,  161,  168,  191,  207,  217,  240  262. 
A.  H.  N.  Glas  6,  25,  36,  50,  62,  72,  85,  149. 

161,  174,  185,  211,  225,  236,  246,  257,  290,  298. 
A  H.  N  Grobkeramik  6,  85,  113,  126,  140,  161, 

174,  185,  199,  211,  225,  246,  256,  278,  290. 
Außenhandelsstatistik  140. 

Außenhandelsstellen  für  den  Exporthandel  17,  161. 
Ausfuhr  von  Glas  und  Porzellan  nach  der  Schweiz 
23. 

—  nach  Danzig  99,  174,  185,  198,  225,  298. 

—  nach  Estland,  Fakturierung  113. 

—  von  handelsüblichen  Mustern  und  Proben  140. 
 Glasinstrumenten,  Mindestpreise  199. 

—  nach  dem  Memelgebiet  246. 
Ansfuhrabgabe,  Fristen  17. 

— ,  gleitender  Tarif  25. 

— ,  Tarifänderung  51. 

— ,  neuer  Tarif  62. 

— ,  Nachzahlung  99,  290. 

— ,  Milderung  von  Härten  113,  140,  161. 

— ,  Gesetz  113,  211. 

— ,  Zahlung  269. 

— ,  Freiheit  für  Ausfuhren  nach  Danzig,  Memel 

und  Eupen-Malmedy  269;  Aufhebung  290. 
— ,  Verzinsung  278. 

Ausfuhramt  Ems ;  Ermäßigung  der  Gebühren  140. 
Ausfahranträge,  schnellere  Erledigung  269. 
Ausfuhrbestimmungen,  neue  6. 
Ausfahrbewilligungen,  Gültigkeitsdauer  236. 
— ,  Verzögerung  62. 
Ausfuhrgüter,  Vorabfertigung  269. 
Aasfahrmengen,  Ueberschreitung  51. 
Ansfahrmindestpreise  für  Erdfarben  140. 

—  für  Kobaltpräparate  149. 
— ,  Ausgleichung  185. 

— ,  fttr  Pottasche  246. 

Aas-  and  Einfahramt  Saarbrücken,  interalliiertes 

£36. 

Aast  ahrsendangen,  zollamtliche  Vorabfertigung  51. 

Ausfuhrsperre  von  Firmen  149. 

Aasfahrverbote  and  Aasfahrerleichterungen  113. 


Auskunftspflicht  and  Außenhandelsstellen  62. 
Auswärtiges  Amt  für  Außenhandel,  Zweigstelle 

L9ipzig  174. 
Darchf uhrzeugnisse   für  Warensendungen  nach 

Spanien  and  Frankreich  62. 
Einfuhr  aus  Polen,  zollfreie  25. 

—  ausländischer  Kohle  246. 
Eiafahrbestimmungen,  Aenderang  62. 
Einfahrfreiheit  fttr  Waren  aus  Danzig  62. 

Ein-  und  Ausfuhr,  Ueberleitung  der  Ueberwachung 

an  die  Zollverwaltang  174,  211. 
Ein-  and  Aasfuhrgesetzgebang,  Handbach  185. 
Emser  Ein-  und  Ausfuhramt  160. 
Freiliste  fttr  die  Aasfahr  nach  dem  Saargebiet  279. 
Qeachäftspapiere,    keine    Sicherstellung  durch 

Bevisoren  der  Außenhandelsstellen  126. 
Goldzollaufgeld  99,  161,  298. 
Lieferwerksbescheinigung  im  Bihmen  der  Außen- 
handelskontrolle 140. 
— ,  Vermeidung  mißbräuchlicher  Benutzung  149. 
— ,  269. 

Beichskommissar  für  Aus-  und  Einfuhrbewilligung 
in  München  290. 

Revisionen  bei  Aasfahrfirmen  durch  Geschäfts- 
führer wirtschaftlicher  Verbände  278 

Ettckerstattung  zuviel  gezahlter  Geb  ihren,  keine  99. 

Sanktionsabgabe,  tngliache,  Ettckerstattung  298. 

Ursprungszeugnisse  und  Konsulatsfakturen  17. 

—  für  den  Waren  Versand  nach  dem  Saargebiet  126. 
Warenversand  nach  dem  Saargehiet  51. 
Zollausschüsse  und  Freibezirke  72. 
Zollbehandlung  von  Gestellglaaröhren  113. 
Zolldeklarationen  nach  der  Schweiz  25. 

ZSlle,  Ersatz  der  im  Sanktionswege  erhobenen  225. 
Zollerhebungen,  Ermächtigung  225. 
— ,  Ermächtigung  278. 

Zollerleichterung «n,  Verlängerung  der  po'nisch- 

deutschen  36 
Zollfreiheit  für  Waren  aus  dem  Memelgebiet  6. 
Zollunion  z  wische  a  Danzig  und  Polen  113 
Besetztes  Gebiet: 

Aasfuhrabgaben,   Bückerstatt  an  g  doppelt  er- 
hobener 212. 

Ausfuhrbewilligungen,  Verlängerung  51. 

' — ,  Erteilungen  99. 

Aus-  und  Einfuhrverfahren,  Neuregelung  36. 

Einfuhrfreiliste  17. 
Aegypttn:  Einfuhrzollsätze  für  Lampengläser  257. 
Argentinien:  Zollsätze,  Neuregelung  72. 
Australien : 

Antidumping-Gesetz  6. 

Antidnmping  Zollgesetz  85. 

Einfuhr  aas  Deutschland  36. 


IV 


Einfuhr  österreichischer  Waren  85. 
Handel  mit  Deutschland,  Wiederaufnahme  299. 
Beigrien : 

Differential-Zolltarif  für  deutsche  Waren  185. 

Einfuhrzölle  aaf  deutsche  Waren  236. 

Schutzzollgesetz  246. 

Zolltarif,  Abänderungen  161. 
Brasilien : 

Einfuhr  von  Warenmustern  150. 

Konsulatsfakturen  62. 

Zolländerungen  126. 
Britisch-Indien : 

Einfuhr  von  Glas-  und  Glaswaren  72. 

Zollsätze  290. 
Bulgarien : 

Einfuhrzolltarifgesetz  174. 

Zollaufgeld  279. 

Zolltarif  246,  279. 
ChUe: 

Konsulatsfakturen  290. 

Zollaufschlag  174. 

Zolltarif  146. 
China  : 

Geschäftsbeziehungen,  Anbahnung  212. 
Zolltarif  72. 
Danzig: 
Einfuhr,  freie  161. 

Zollvergünstigung,  keine  Aufhebung  6. 
Dänemark : 

Luxuszollgesetz  236. 

Zollgesetz,  neues  150. 
Ecuador:  Geschäftswinke  212. 
Elsaß-Lothringen;  Einfuhr,  zollfreie  81. 
England: 

Einfuhrabgabe,  26%-ige  auf  deutsche  Waren  161. 

Einfuhrverbot  für  deutsche  Waren  185. 

IndustrieschutzgeBetz  17,  225. 

Sanktionsgutscheine,  Einlösungsfrist  290. 

Schutzzoll,  33%-iger  25. 

— ,  keiner  auf  deutsche  Spielwaren  174. 

Zollfreiheit  tschechoslowakischer  Glaswaren  6. 
Estland:  Zolltarif  36. 
Finnland: 

Absatzmöglichkeiten  17. 

Ursprungsbezeichnung,  Gesetz  269. 

Zoll  auf  Fayence-  und  Porzellanwaren  25. 

Zollermäßigungen  279. 

Zolltarif  36,  265. 

Zollsätze  für  Porzellan-  und  Glaswaren  150. 
Fiume:  Einfuhr  199. 
Frankreich : 

Zollbestimmungen  6. 

Zölle,  spezifische,  Umwandlung  in  Wertzölle  25. 

Zollsätze  auf  medizinische  Thermometer  290. 

Zollvorschriften  199. 
Griechenland:  Zollaufgeld  174. 
Haiti :  Einfuhr  von  Steingut  deutscher  Herkunft  257. 
Holland: 

Einfuhrverbote  185. 

Einfuhrzölle,  keine  Erhöhung  51. 

Zollbestimmungen  225. 

Honduras:  Einfuhrzölle  für  elektrische  Gltthlam- 
lampen  290. 

Italien:   Zollaufgeld  51,  85.  99,  126,  150,  174, 
199,  225,  246,  279,  299. 

Jugoslawien : 

Einfuhrverbot  für  Luxuswaren  127,  174. 

Einfuhrzölle,  Berechnung  und  Erhebung  85. 

Luxus  Wareneinfuhr  verbot  290. 

Meistbegünstigung  deutscher  Waren  127. 

Repressalienklausel,  Verzicht  85. 

Zollaufgeld  6. 
Kanada : 

Antidumping-Zoll  269. 

Einfuhrerleichtemngen  279. 

Einfuhrwaren,  Kennzeichnung  17. 

Ursprungsbezeicbnung  auf  Porzellan-  und  Stein- 
gutwaren 36. 

Valutazollzuschläge  auf  deutsche  Waren  290. 
Lettland:  Einfahrzolltarif,  Revision  299. 
Litauen:  Zölle,  Neufestsetzung  51. 
Luxemburg:    Zollwesen,  Ein-  und  Ausfuhr-Be- 
stimmungen, Neuregelung  236. 
Marokko:  Einfuhr,  deutsche  174,  270. 
Mittolamerika :    Einfahrwaren,  deutsche,  Preis- 

steüung  236. 
Nea-Seeland:  Einfuhrverbot  für  deutsche  Waren 

246. 

Nicaragua:  Zoll-Umrechnungskurse  99. 
Oesterreich : 

Einfahr  von  GlaBchristbaunwchmuck  290. 

Zollaafschlag  85,  140,  212,  270,  279. 

ZolltarifreviBion  199, 
Palästina:  Zolltarif,  Auszug  225. 
Paraguay:  Zolltarif  236. 


Peru: 

Konsulatsfakturen  199,  290. 

Zolltarif  25,  99. 
Philippinen:  EinfuhrbeBtimmungen  246. 
Polen: 

Zollbestimmungen  185. 

Zollzuschlag  6. 
Portugal : 

Einfahr  deutscher  Waren  270. 

Preisstellung  für  deutsche  Einfuhrwaren  225. 

Ursprungszeugnisse  140. 
Rumänien : 

Einfuhrvorschriften,  Neuregelung  18. 

Zolltarif,  künftiger  150. 

— ,  neuer  236. 
Rußland:  Handelsverkehr  mit  Deutschland  25. 
Saargebiet:  Zoll-  und  Versandvorschriften  212. 
Schweden : 

Antidumpingbewegung  175. 

Antidumpinggesetzentwurf,  Ablehnung  279. 

Zollerhöhnngen  225. 

Zolltarifänderungen  290. 

Zolltarifentscheidungen  175. 
Schweiz : 

Einfuhrbeschränkung  71,  85,  246. 

Einfuhrbewilligungen,  nicht  benutzte,  Rück- 
erstattung 185. 

Tarazuschläge,  Ermäßigung  99. 

Zollbestimmungen  36. 

Zolltarif,  neuer  236. 

Zolltarifentscheidungen  175. 
Spanien: 

Handelsabkommen  mit  Deutschland  26. 
Originalfakturen,  Beglaubigung  279. 
Valutazuschlag,  Fortfall  99. 
— ,  Wiederkehr  279. 

Wertfeststeilung  bei  Verzollung  ad  valorem  113, 

Zollaufgeld  26,  85,  127,  175,  225,  299. 

Zollrückzahlung,  keine  150 

Zolltarif  18,  85,  150,  255. 

Zollzusatzkoeffizienten ,  Durchschnittskurs  für 
die  Festsetzung  26. 
Südafrikanische  Union :  Zollberechnung  deutscher 

Einfuhrwaren  175. 
Tschechoslowakien : 

Ausfuhrerleichterung  127. 

Ausfuhrgebühr  für  Porzellanwaren  225. 

Ein-  und  AuBfuhrerleichterung  161. 

Einfuhrfreiliste  6,  225,  257. 

Einfuhr  gebühren  225. 

Fakturierung  deutscher  Einfuhrwaren  62,  140, 
212. 

Warenversendung  über  Hamburg  nach  Frank- 
reich 26. 

Zollkoeffizienten,  neue  Liste  36. 

Zollzuschläge,  Neuregelung  286. 
Ungarn : 

Außenhandelsverordnungen  257. 

Einfuhrbewilligungen,  Neureglung  26. 

Zollaufgeld,  Herabsetzung  36. 

—  113,212. 
Vereinigte  Staaten: 

Außenhandel  mit  Glas  und  Glaswaren  299. 

Einfuhr  von  dekorierten  Irden-,  Porzellan-  und 
Steinzeugwaren  162. 

Konsulatsfakturen  200, 

Zollpolitik  26. 

Zolltarif,  private  Verhandlungen  62. 
Zolltarifrevision  61,  185,  200,  212,  270. 

Post-,  Telegraphen-  u.  Fernsprechverkehr. 

Auslandspostverkehr,  Gegenwert  des  Goldfranken 
113,  161,  199. 

Briefe  und  Mustersendungen  nach  den  Ver- 
einigten Staaten  269. 

Briefsendungen,  Nachgebühr  25. 

Drucksachen  nach  Schweden,  Versendung  99. 

FlugpoBtverkehr  Berlin-Prag  86. 

Paketverkehr  mit  Dänemark  6. 

—  nach   Oesterreich,   Tschechoslowakien  und 

Ungarn  17. 

 den  Vereinigten  Staaten  86. 

 Aegypten  und  Britisch-Indien  99. 

 Belgien  226. 

— ,  direkter,  zwiscnen  Deutschland  u.  England  225. 

—  nach  Rumänien  246. 

—  mit  Luxusgegenständen  nach  Dänemark  289. 
Postanweisung  nach  Ungarn  17. 

 nach  Oesterreich,  Meistbetrag  174. 

—  und  Nachnahmen   nach  Tschechoslowakien, 
Meistbetrag  256. 

PoBtfrachtstücke'nach  Schweden  und  Finnland  86. 

 Aegypten,  Griechenland  und  Malta  62. 

 Spanien  62. 

 China,  Hongkong  und  Japan  126. 

 Kanada  140. 


— ,  dringende,  nach  der  Schweiz  140. 

—  nach  Dänemark  174. 
 Holland  199. 

 Uebersee,  Gebührenerhöhung  235. 

Postgebühren,  Erhöhung  149. 
— ,  Neuregelung  211. 
Postverkehr  mit  Polen  174. 
Telegrammabkürzungeu  „fob"  u.  „cif  zugelassen 
139. 

Eisenbahnen  und  Frachtverkehr. 

Dampferdienst  Hamburg — Glasgow  50. 
Eisenbahnexpreßgutverkehr  72. 
Eisenbahngtttersendung,  Wertersatz  bei  Verlust, 

Roeder  297. 
Eisenbahntarife,  Erhöhung  149. 
Frachtrückzahlungen  174. 

Gütertarif,  Erhöhung,  85,  113,  185,  211,  246,298. 
Güterverkehr  zwischen  Deutschland  und  Litauen 
durch  das  Memelgebiet  225. 

—  von  Deutachland  und  dem  Saargebiet  nach  und 
von  Oesterreich  225. 

Güter versand  nach  Finnland  113. 

Lieferfristen,  feste,  bei  der  Reichseisenbahn  161. 

Mangelhaft  verpackt,  Roeder  84. 

Personen-  und  Gütertarife,  Erhöhung  50. 

Privatgleisanschlüsse,  Neuregelung  der  Bedin- 
gungen 246. 

Rollgebühren,  bahnamtliche  113. 

Tarifierong  von  Porzellanwaren  nach  dem  deutschen 
Eisenbahn-Gütertarif  185. 

Geld-  und  Wechsel-,  Postscheck-  und 
Ueberweisungsverkehr. 

Ausfuhrdevisen,  Ablieferung  62,  235 
Auslandsdevisen,  Ablieferung  und  Erfassung  25. 
Banküberweisungsverkehr,  Vereinfachung  98. 
Devisen,  Schwierigkeiten  beim  Verkauf  25. 
Devisenbeschaffung  62. 

Eisenbahnerstreik  und  Devisenankaufsbedingungen 

der  Reichsbank  84. 
Exportdevisen,  Verwertung  161. 
Geldsätze,  steigende  298. 
Reparationsgutscheine,  Einlösung  36,  185. 
Valutazahlungen  im  Inlands  verkehr  85. 
Valuten,  Verwertung  nicht  in  Berlin  notierter 

126. 

Handelsnachriehten. 
Abnahmepflicht  trotz  „Freibleibend"  266.  . 
Berechnung  nach  dem  Ausland  mit  hochstehender 
Währung  5. 

Bezugsmöglichkeiten,  günstige,  in  Deutschland 

182. 

Deutsch-mexikanischer  Nachrichtendienst  224. 
Deutsch-spanische  Handelsbeziehungen  123,  137. 
Faktarierang  nach  Däniach-Nordsehleswig  85. 

—  in  Auslandswährung  99,  112. 

—  von  Spielwaren  usw.  aus  Glas  257. 
Firmenliste    beim    deutschen  Generalkonsulat 

Mailand  62. 

Handelsanfragen   an   die   amtlichen  deutschen 
Vertretungen  in  Mittel-  und  Südamerika  161. 
Handelsbeziehungen  mit  Nord-Amerika  6. 
 Indien  224. 

Handelskammer,  italienische,  in  Frankfurt  a.  M. 

185. 

— ,  niederländische  für  Deutschland  235. 
Handelsvertrag,     vorläufiger,     zwischen  dem 

deutschen  Reiche  und  Jugoslawien  223. 
Handelsvertragsverhandlungen,  deatsch-spaniBohe 

185. 

Konsularbeziehungen,  Eröffnung  der  deateeh- 
rassischen  256. 

Konsulatsfakturen,  Vorschriften  für  die  Aus- 
fertigung für  Sendungen  nach  den  Vereinigten 

%  Staaten  von  Amerika  172. 

Lettische  Konsulate,  Errichtung  6. 

LieferungBaussohreibung  von  Porzellanisolatoren 
256. 

Nachnahmesendungen  nach  dem  Aasland  60. 
Preisbildung  bei  Lieferung  nach  der  Schweiz  113. 
Preislisten,  fremdsprachige,  nach   der  deutsoh- 

spreohenien  Schweiz  298. 
RechnangBeinheit,  neue,  für  den  Außenhandel  17. 
Sendungen  nach  Fiume  62. 
Vertretung  deutscher  Arbeit  in  Moskau  174. 
Warenaustausch  zwischen  Deutschland  und  Ruß- 

laud  246. 

Wirtschaftsabkommen,  deutsch  finnisches  212. 
Wirtschaftsinstitut  für  Rußland  und  Randstaaten 
6,  149. 

WirtschaftBkammer,  deutsche,  für  Oesterreich  266. 
Wirtschaftsvertrag,  deutsch-lettischer  174, 
— ,  deutsch-russischer  235. 


V 


Zwangsf akturierung  in  Aualandswährung  112. 

Jugoslawien:  Teilmoratorinm  62. 

Lettland :  Geldreform  Entwarf  36 

Serbien  :  Geldforderungen,  Anmeldung  deutschere. 

Sowjetrafiland :      Konsulate,  Wiedereröffnung 

deutscher  62. 
— ,  Wechselordnung,  neue  224. 

Firmenregister. 
Deutschland:  In  fast  jeder  Nummer. 
Jugoslawien:  Nr.  3,  10,  11,  14,  19,  22,  24. 
Oesterreich:  Nr.  3,  7,  9,  10,  11,  14,  16,  19,  20, 
22,  24 

Tschechoslowakien:  Nr.  8,  7,  10,  11,  14,  16,  19, 
20,  22,  24. 

Lage  in  Industrie  und  Handel. 

Außenhandel,  deutscher  279. 
Ausländische  Eonkurrenz  gegen  deutsche  Glüh- 
lampen 212 

Elektrotechnische  Porzellanindustrie,  Lage  36. 
Feinkeramieche  Industrie,  Lage  26,  72,  140, 186, 

246,  279. 
Glasindustrie,  Lage  36. 

Keram-  und  Glasindustrie,  Lage  114,  162,  226, 
270,  299. 

Nachfolgestaaten,  wirtschaftliche  Lage  186. 
Porzellangeschirrindastrie,  deutsche  200. 
Porzellanindustrie,  nordbeyerische  62. 
— ,  bayerische  212. 
Spiegelglasindustrie,  bayerische  212. 
Spiegel-  und  Glasindustrie  Fürths,  Streik  und  Aas- 
sperrung 246. 
Warenaustausch,  internationaler  225. 
Abessinien:  Absatzmöglichkeiten  114. 
Australien:  Glasindustrie  246. 
Belgien : 

Glasindustrie,  günsige  Lage  114. 

— ,  Lage,  150. 
Chile :  Marktlage  für  Glas-  und  Emailwaren  162. 
Dänemark : 

Arbeitslöhne  in  der  Industrie  72. 

Preisherabsetzung  für  Glühlampen  279. 
England: 

Außenhandelsrückgang  63. 

Lohnherabsetzungen  6. 
Frankreich: 

Porzellan-  and  Glasindustrie,  Lage  200. 

Wettbewerb  gegen  deutsches  Porzellan  212. 
Griechenland:  Naxos-Schmirgel,  Erzeugung  150. 
Holland:  Glasindustrie,  Lohnsenkungen  63. 
Italien:  Wirtschaftliche  Lage  82. 
Lettland:  Glasindustrie,  Lage  72. 
Polen:  Glasindustrie,  Neugründungen  18. 
Rußland: 

Absatzmöglichkeiten  247 

Krise  in  der  Industrie  279. 

Wirtschaftspolitik,  Umstellung  99. 
Schweden:  FlaBchenglasindustrie  247. 
Schweiz:  Geschäftslage  295. 
Süd-  und  Mittelamerika:  Marktlage  für  deutsche 

keramische  Erzeugnisse  290. 
Südseeinseln:  Deutscher  Wettbewerb  gegen  japa- 
nisches Porzellan  279. 
TschechoBlowakien : 

Emailindustrie,  Ausscheiden  aus  dem  reichs- 
deutschen  Emailsyndikat  63. 

Glas-  und  chemiscoe  Industrie,  Einigung  85. 
Türkei:  Handel  mit  Glas  270. 

Geschäftliche  Mitteilungen. 
Porzellan,  Steingut,  Steinzeag. 

A.-G.  Norddeutsche  Steiagutfabrik,  Grohn  299. 
A.-G.  Porzellanfabrik  Weiden  Gebrüder  Bauscher, 
Waiden  186 

Deutsche  Steinzengwarenfabrik  für  Kanalisation 
und  chemische  Industrie,  Friedrichsfeld  (Baden) 
226. 

Deutsche  Ton-  und  Steinzeugwerke,  A.-G.,  Char- 
lottenburg 2S6. 

Duzer  Porzellan-Manufaktur,  A.-G.,  vorm.  Ed. 
Eichler,  Berlin  279. 

Fttrstenberger  Porzellanfabrik,  Fürstenberg  a.  W. 
175. 

Grohner  Wandplattenfabrik,  A.-G.,  Grohn -Vege- 
sack 200. 

Keramik,  A.-G.,  Berlin  270. 

Keramische  Werke  Off  stein  &  Worms,  A.-G., 
Worms  186. 

Meißener   Ofen-  und   Porzellanfabrik  (vormals 

0.  Teichert),  Meißen  226. 
Porzellanfabrik  Fraureuth,  A.-G.,Fraureuth 162,213. 

—  CM  Hutschenreuther,  A.-G.,  Hohenberg  a.  E. 
51,  127. 

—  Lorenz  Hutschenreuther,  A.-G.,  Selb  7. 


—  Kahla,  Kahla  200,  212. 

—  Kahla  H  Schombnrg  &  Söhne,  A.-G.,  Kahla  257. 

—  Limbach,  A.-G ,  Limbach  175. 

—  Bäuenstein,  vorm.  Fr.  Chr.  Greiner  &  Söhne, 
A.-G.,  Rauenstein  175. 

—  PL  Rosenthal  &  Co.,  A.-G.,  Berlin  218. 

—  Schönwald,  Scbönwald  200. 

—  C.  Tieisch  &  Co.,  A.-G.,  Altwasser  291. 

—  Tirschenreuth,  A.-G  ,  Tirschenreuth  226. 

—  Waldsassen,  Bareuther  &  Co,  A.-G.,  Wald- 
Bassen  175 

—  zu  Kloster  Veilsdorf,  Kloster  Veilsdorf  200. 

—  Zeh,  Scherzer  &  Co.,  A.-G.,  Behau  279. 
Max  Roesler,  Feinsteingutfabrik,  A.-G.,  Rodach 

213. 

Sächs.  Steinzeug-  und  Schamottewerk,  vorm. 
Hugo  Wießner,  A.-G.,  Beiersdorf  226. 

H.  Schombnrg  &  Söhne,  A.-G.,  Margarethen- 
hütte 26. 

Steatit-Magnesia,  A.-G.,  Nürnberg-Berlin  247. 
Steingutfabrik  Colditz,  A-G,,  Colditz  213. 
Triptis,  A.-G.,  Triptis  279. 
Vereinigte  Isolatoren  werke,  A.-G.,  Berlin-Pankow 

236. 

Vereinigte  Mosaik-  und  Wandplattenwerke,  A.-G., 
.    Sinzig  a.  Rh.  237. 

Feuerfeste  Waren  und  Tonwerke. 
Annawerk,    Schamotte-    and  Tonwarenfabrik, 

A:-G.,  vorm.  J.  R.  Geith,  Oeslau  186. 
Richard  Blamenfeld,  Veltener  Ofenfabrik,  A.-G, 

Charlottenburg  150. 
Dachziegel  werke   Ergoldsbach,   A.-G.,  Ergolds- 

bach  175. 

Dommitzscher  Tonwerke,  A.-G.,  Dommitzsch  a.  E. 
299. 

Düsseldorfer  Tonwarenfabrik,  A.-G ,  Reisholz  175. 
Erste  Darmstädter  Herdfabrik  und  Eisengießerei, 

Gebrüder  Roeder,  Darmstadt  162. 
Pfälzische  Chamotte-  und  Thonwerke  (Schiffer 

&  Kircher),  A.-G.,  Grttnstadt  291. 
Rheinische  Schamotte-  and  Dinas- Werke,  A.-G., 

Mehlem  200. 

Schamotte-  and  Dinaswerke  Büschel  &  Ritter, 

A-G.,  Erkrath  18. 
Siegersdorfer  Werke,   vorm.  Friedr.  Hoffmann, 

A.-G,  Siegersdorf  7. 
Somag,  Sächsische  Ofen-  und  Wandplatten- Werke, 

A-G,  Meißen  175. 
Tonwarenfabrik  Schwandorf,  Schwandorf  26. 

—  Wallner,  A.-G.,  Tirschenreuth,  247. 
Uiler8dorfer  Werke,  Nieder-UUersdorf  247. 
Uaion,  Veltener  Tonindastrie,  A-G.  Berlin  291. 
Wessels  Wandplattenfabrik,  A.-G.,  Bonn  26. 

Glasindustrie. 

A.-G.  der  Gerresheimer  Glashüttenwerke,  vorm. 
Ferd.  Heye,  Düsseldorf  26,  237. 

A.-G.  für  Glasfabrikation,  vorm.  Gebr.  Hoffmann, 
Bernsdorf,  O  L.  237. 

A-G.  für  Gltsindustrie  vorm.  Friedr.  Siemens, 
Dresden  291. 

Bayerische  Spiegel glasfabfiken  Beohmann-Kupfer, 
A.  G ,  Fürth  299. 

Bing  Werke,  vorm  Gebr.  Bing,  A.-G.  Nürnberg  299. 

Deutsche  Fensterglas-A.-G.,  Berlin  162. 

Glas-  und  Spiegel-Manufaktur,  A.-G.,  Gelsenkirchen- 
Schalke  175. 

Hallesche  Pfännerschaft,  A.-G.,  Halle  a.  S  280. 
W.  Hirsch,  A-G.  für  Tafelglasfabrikation,  Rade- 
berg 187. 

Oldenburgische  Glashütte,  A.-G.,  Oldenburg  i.  0. 
237. 

Sächsische  Glasfabrik,  Radeberg  175. 

Stralaner  Glashütte,  A.-G.,  Berlin- Stralau  237. 

Thüringische  Glas-Instrumenten-Fabrik  Alt,  Eber- 
hardt &  Jäger,  A.-G.,  Jimenau  237 

Vereinigte  Lausitzer  Glaswerke,  A.-G.,  Weißwasser 
18. 

Vereinigte  Spiegelfabriken,  A.-G.,  Fürth  18. 

—  Zwieseler  und  Pirnaer  Farbenglaswerke,  A.-G., 
München  7. 

August  Walther  &  Söhne,  A.-G.,  Moritzdorf  200. 
Wolfram  Lampen,  A.-G.,  Augsbarg  280. 

Verschiedenes. 
Chemische  Werke  Schuster  &  Wilhelmy,  A.-G., 

Reichenbach  201. 
Deutsche  Gold-  und  Silber-Seheideanstalt,  vorm. 

Rößler,  Frankfurt  a.  M.  27. 
Eisenhüttenwerk  Thale,  A.-G.,  Thale  a.  H.  247. 
Eisenwerke  Gaggenau,  A.-G.,  Gaggenau  26. 
Elektro-  Osmose,  A.-G.,  (Graf  Schwerin-Gesellschaft), 

Berlin  27. 
Th.  Goldschmidt,  A.-G.,  Essen  175. 
Graphitwerk  Kropfmühl,  A.-G.,  München  299. 


Alfred  Gutmann,  A.-G.  für  Maschinenbau,  Altona- 
Ottensen  247. 

IneenieurgesellBchaft  für  Wärmewirtschaft,  A.-G. 
Köln  175. 

Keramische  Elektro-Osmose,  A.-G.,  Berlin  237. 
Radebeuler  Guß-  und  Emaillierwerke,  vorm.  Gebr. 

Gebler,  Radebeul  51. 
Reinstrom  &  Pilz,  A.-G.,  Schwarzenberg  114. 
Sächsische  Emaillier-  und  Stanzwerke,  vorm.  Gebr. 

Gnttchtel.  A-G.,  Lauter  i.  Sa.  150. 
Stanz-  und  Emaillierwerke  vorm.  Carl  Thiel  &  Söhne, 

A  -G.,  Lübeck  175. 
Vereinigte    Metallwarenfabriken,    A.-G.,  vorm. 

Haller  &  Co.,  Altona-Ottensen  26 
Wiedemannsohe  Druckerei,  A.-G.,  Saalfeld  a.  S. 

162. 

Generalversammlungen. 
In  fast  jeder  Nummer. 

Soziale  Bewegung. 

Achtstundentag  49. 
Betriebsrätegesetz,  Verstoß  73. 
Betriebsratsmitglieder,  Absetzung  115. 
— ,  Entsendung  in  den  Aafsiehtsrat,  Seseteent- 
wurf  52. 

— ,  Fernbleiben  von  der  Arbeit  291. 
— ,  Wiederwählbarkeit  abgesetzter  37. 
Lohnskala,  gleitende  163. 
Lohnzahlung  bei  sportlichen  Unfall  27. 
Ueberstunden  115. 
—  für  gemeinnützige  Zwecke  201. 
Verbindlichkeitserklärung  in  Gesamtstreitigkeiten 
257. 

Washingtoner  Beschlüsse  gegen  die  Ratifizierung 
16. 

Werkswohnung,  Räumung  bei  Lösung  des  Arbeits- 
verhältnisses 7. 
Schweiz : 

62-Stunden- Woche  73. 

54-Standen- Woche  300. 

Arbeitszeit  248. 

Versicherungen. 
Angestelltenversicherung  7. 
Versicherungsgesetz  der  Angestellten,  Aenderang 

258. 

Zwangsversicherung  der  Betriebebeamten,  Grenze 
201. 

Gewerblicher  Rechtsschutz. 

Ein  merkwürdiges  Patent  111,  135. 

Nennung  des  Erfinders  in  der  Patentschrift  98. 

Patentgebührenerböhung  in  Polen,  Tachecho- 
slowakien  und  Türkei  174. 

PatentschutzfriBten,  Verlängerung  289. 

Warenzeichen  in  Amerika  35. 

England:  Handelsmarkengesetz,  Abänderung  112, 

Kuba:  Patent-  und  Warenzeichenschutz  246. 

Lateinamerika:  Patentanmeldungen  und  Ein- 
tragungen von  Warenzeichen  126. 

Oesterreich:  Patentgebühren  246. 

Patentliste. 
Deutschland. 
Anmeldungen :  Nrn.  1,  8,  11,  14,  17,  21,  26. 
Erteilungen:  Nrn.  1,  8,  14,  17,  21,  25. 
Versagungen:  Nrn.  8,  14,  17,  21, 
Zurücknahme  von  Anmeldungen :  Nr.  8,  14, 17,  21 . 

Oesterreich. 
Aufrechterhaltungen:  Nr.  16,  25. 
Erteilungen :  Nrn.  5,  7,  16,  25. 
Höchstdauerverlängerungen :  Nrn.  7,  16,  25. 
Löschungen:  Nr.  7. 
Versagungen:  Nr.  16. 

Gebrauchsmaster. 
Deutschland. 
Eintragungen:  Nrn.  1,  5,  11,  15,  17,  21,  26. 
Verlängerung  der  Schutzfrist:  Nrn.  1,  5,  11,  15, 
17,  26. 

Warenzeichen-Eintragungen. 
Nrn.  8,  10,  14,  22,  23  25,  26. 

Patentbeschreibungen  (deutsche)  und  An- 
meldungen in  Oesterreich.  (*) 
Keramik. 

Brennen  feuerfester  Steine,  Verfahren,  Koppers 
281. 

Brennen  im  Gaskanalofen,  Verfahren,  Meiser  88. 
Brennen  keramischer  Massen,  Verfahren,  AUgem. 
Elektrizitäts-Gesellschaft  282,  . 


I 


VI 

Brennen  von  keramischem  Gnt  mit  Thermit  als 
Wärmequelle,  Luckhard  281. 

Brennen  von  Porzellan  im  Gaskanalofen,  Ver- 
fahren, Meiser  88 

Brennofen  mit  mittelbarer  Beheiznng,  Boch- 
mann 88. 

Diaphragma  fttr  elektronische  Zellen,  Farben- 
fabriken vorm.  Friedr.  Bayer  &  Co.  88 

Doppelbanalofen  zum  Brennen  keramischer  Waren, 
Koppers  281. 

Elestrooamotische  Entwäaserung,  Verfahren, 
Elektro- Osmose- A.-G.  (Graf  Schwerin  Ges )  281. 

Feuerfeste  Gefäße.  Verfahren  zur  Herstellung, 
Dr.  0  KnBfler  &  Co.  188*. 

Formen  von  nicht  bildsamer  körniger  Masse,  Ver- 
fahren, Befractories  Machinery  Mannfactaring 
Company  203 

Formkörper,  Verfahren  zur  Herstellung,  Allen  166. 

Fttllkörper  für  Absorptionstttrme,  Prym  &  Co.  9. 

Gegenstände,  Verfahren  zum  Formen  geflochtener, 
durchbrochener,  Griesbach  128. 

— ,  dichte,  aus  Bauxit,  Verfahren  zur  Herstellung, 
Dynamidon-Werk  Engelhorn  &  Co.,  G.  m.  b.  H. 
203. 

Glüh-  und  Muffelofen,  Roschmann  88. 
Hängeisolator,  Elektrotechnische'  Fabrik  Thosfell 
272. 

Heizofen,  Schnppmann  188*. 

Hochfeuerfeste  msgnesiahaltige  Gegenstände, 
Verfahren  zur  Herstellung,  Fröhlich  281. 

Hochspannungsisolator,  Porzellanfabrik  Ph.  Bosen- 
thal &  Co.,  A.-G.,  282. 

Isolationakörper  ans  Molererde,  Internationalt 
Isolations-Kompani,  A.-S.-Ikas  301. 

Isolator,  Bergeon  203. 

— ,  Porzellanfabrik  Hennsdorf  282. 

Isolator  für  elektrische  Leitungen  203. 

Kammerbrennofen,  Norman  9. 

Kappenisolator,  Ph.  Bosenthal  &  Co.,  75. 

Keramische  Massen,  Verfahren  zum  Brennen, 
A.  E.  G  -Union,  Elektrizitätsgesellschaft  293*. 

KonstroktionBteile,  Befestigung  an  Porzellan- 
körpern usw.,  Voigt  &  Haeffner,  A.-G.,  203. 
.  Ofenanlage  zum  Brennen  feuerfester  Steine, 
Koppers  281. 

Presse  zur  Herstellung  von  Pendeleiern  ans 
Porzellan  usw ,  Jawansky  203. 

Banmheizkörper,  elektrische,  Siemens- Elektro- 
wärme-G.  m.  b.  H.,  10*. 

Büttelmaschine,  Price  203. 

Schlagstempelpresse  zur  Herstellung  von  Platten 
usw.,  AhrenB  203. 

Silikasteine  (Qaarztonziegel),  Verfahren  zur  Her- 
stellung 188. 

Sparkocher,  Duro-Schamottesparherd  •  Industrie, 
Seilert  &  Co.,  G.  m.  b.  H  10*. 

Spülversatzeinricbtung  zur  Schlämmung  und  Be- 
förderung von  Ton,  Gewerkschaft  Hansbach  II 
293*. 

Stützisolator,  zwei-  oder  mehrteilig,  Porzellan- 
fabrik Ph  Bosenthal  &  Co.,  A.-G.,  282. 

Tiegelschmelzofen,  Bauer  166. 

Verbinder  für  Seilscblanfen  von  Hängeisolatoren, 
Porzellanfabrik  HermBdorf-KloeterlauBnitz  204. 

Verbinder,  zweiteiliger,  für  die  Zusammensetzung 
von  Hängeisolatorenketten,  Porzellanfabrik 
Hermsdorf-KlosterlauBnitz  204. 

Verbindungsstück,  zweiteiliger.fürHängeiflolatoren- 
ketten,  Porzellanfabrik  Hermsdorf  9. 


Glasindustrie. 

BlaBeformen,  Vorrichtung  znm  Verriegeln,  Wolfs- 
MaBchinen-Bangesellschaft  m.  b.  H,  9. 

Dichtungsring  für  Konservengläser,  Hoheisel  & 
Orawetz  188*. 

Emmachegläser,  Vorrichtung  znm  Schleifen, 
Mittler  89 

Ezplosionspipette  für  Gasanalyse,  Allgemeine 
Vergasungegeaellachaft  m  b.  H.  203. 

Filter  für  künstliches  Licht,  Corning  Glass  Works 
9. 

Fiaache,  zerlegbare,  Lauer  293*. 

Flaschen,  Verfahren  zur  Herstellung,  The  Owens 
Bottie  Co  ,  293*. 

Form  zum  Pressen  von  Zündkerzen,  Gerband  282. 

Formschere  zur  Herstellung  von  Flaschenhä.sen, 
Bacbmann  H8. 

Glas,  Vorrichtung  zur  Entnahme  geschmolzenen 
Wolf  9*. 

Glasbiegeofen,  Haienbein  272. 

Glasbilder  und  -mosaiken,  Verfahren  zur  Her- 
stellung, Schudt  282.  . 

Glasblasemaechine,  The  WeBtlake  -  European 
Maschine  Co.  293*. 

Glaeflaschchen,  Beccari  188 

GlaBÜaschen,  Maschine  zur  Herstellung,  Steele  9*. 


—  aus  Glasröhren,  Maschine  znr  Herstellung, 
Bachmann  75. 

Glasgegenatände,  Haltevorrichtung  fttr  die  Be- 
arbeitung, Kutzscher  88 

Glashafeuofen,  Societe  Anonyme  Fonrs  &  Procelet 
Matby  75. 

Glasmacherpfeife,  Klysch  188. 

Glasplatten,  Vorrichtung  zum  Heben  und  Trans- 
portieren, Pilkington  B.others  Ltd.  293*. 

Glasumhüllung  fttr  Beleuchtungskörper,  Wetzache- 
wald &  Wilmes  9 

Glaszylinder,  Vorrichtung  zum  Ziehen,  Empire 
Machine  Co.  9*. 

Hafenofen,  Sociele"  Anonyme  Fours  &  Proceles  ' 
Mathy  281. 

Liohtfilter,  Corning  Glass  Works  9. 

Luftzuführungseinrichtung  beim  Ziehen  von  Tafel- 
glaswalzen  188. 

Maschine  znm  Schleifen,  Polieren  uaw.,  Cole  165, 

 ,  Dahlmann  88 

Medizinisch-chirurgische  Instrumente  aus  Glas, 
Meyenberg  203. 

Sänrepolierte  Glasgegeustände,  Einrichtung  zum 
Abspülen,  Peter  282. 

Scheideflaache  zum  Trennen  von  Flüssigkeiten, 
Bollmann  281. 

Schleifmaschine  fttr  kngelige  Linsen,  William  10*. 

Schleifwerkzeuge,  Verfahren  znr  Herstellung, 
Optische  Anstalt  C.  P.  Goerz,  A.-G.  89. 

Schmiermittel-  oder  Schleifmittelzufuhr,  Verfahren 

zur  selbsttätigen  Bsgelung,  Taylor  89. 

Stampf-,  Schleif-  und  Poliermaachine,  Haerting 
10*. 

Teelöffel  ans  Glas,  Lehmann  89. 

Vakuumröhre,  Loewe  188* 

Verschluß  fttr  Konservengläser,  Geering  188*. 

Vorformvorrichtnng  für  FlaschenblaBmaschinen, 
Wolfs  Maschinen-Banges,  m.  b.,  9. 

Vorrichtung,  mit  Bührwerk  arbeitende,  zum  Zu- 
führen des  Schleifmittels,  Engels  128. 

Vorrichtung  zum  Führen  der  Werkstücke,  fttr 
Glaakugler,  Blumtritt  272. 

Werkstttcfce,  Vorrichtung  zum  Festhalten  Pilking- 
ton Brothers,  Ltd.,  Glass- Works  10*. 

Ziehherd  an  Glasöfen,  Empire  Machine  Co.  9* 

293*. 

Verschiedene. 
Abschneider  fttr  Kohlen,  Ton,  Erze  und  dgl, 

Draper  293*. 
Alkalisilikate,  Verfahren  zur  Herstellung,  Degnide 

166. 

Baustoff  usw.,  Verfahren  znr  Herstellung,  Kaßner 

9. 

Brennofen  znm  Emaillieren,  Metcalfe  9. 

Cadminmgelb,  Verfahren  zur  Herstellung,  Farben- 
fabriken vorm.  Friedr.  Bayer  &  Co.,  9 

Deckschichten  ans  Email,  Verfahren  znr  Herstel- 
lung, M eurer  9. 

Emaillieren  nnd  Verglasen  von  metallischen 
Gegenständen,  Verfahren,  Meurer  281. 

Emaillierung  eines  Badeofenzylinders,  Verfahren, 
Gollnm  203. 

Erhitzen  fester  Stoff  e,  Verfahren,  Magnesit  Industrie, 
A-G.  10*. 

Facettierte  Steine,  Verfahren  znr  Herstellung, 
Göpfert  89.  , 

Gips,  Verfahren  znr  Herstellung  von  gebranntem 
Brothers  88. 

Glas-  oder  Emailreliefs,  Verfahren  zur  Erzeogung, 
Miller  9  * 

Manganviolett,  Verfahren  znr  Herstellung  9 
Masse,  fener-  und  wasserbeständig,  Electro-Chemi- 

cal  Supply  and  Engineering  Company  75. 
Quarz,  Verlahren  zum  Schmelzen,  Heloerger  203. 
Soda,  Verfahren  zur  Herstellung,  Wächter  88. 
Steinplatten  fttr  elektrische  Zwecke,  Verfahren 

zom  Imprägnieren,  Klein  166. 
Tonerde,  Gewinnung  reiner,  Bachner  188.* 
Ueberzttge,  Verfahren  zur  Herstellung,  Gebrüder 

Jacob  281. 

Vakuum,  Erzeugung  eines  sehr  hohen,  Han- 
noverache Glasinstrumentenfabrik  Dr.  North 
&  Loosli,  K  G.  166. 

Widerstandekörper,  Conradty  9. 

(xesetzgebung,  Steuern. 
Arbeitgeber  und  Betriebsrat,  gegenseitige  Zuge 

atäudnisse  256. 
Arbeitsgerichtsgeaetz  139. 
Arbeitsnachweiegesetz  256. 
Arbeitszeitgesetz  199. 

Beschäftigung  von  Arbeiterinnen  und  jugendlichen 

Arbeitern  in  Glashütten  nsw.  224. 
Betriebabilanz  und  Betriebsgewinn-  nnd  Verluat- 

rechnung,  wann  dem  Betriebsräte  vorzulegen 

184. 


Betriebsratsmitglieder,  Entsendung  in  den  Auf- 
sichtsrat 98. 
Demobilmachung  61. 
DemobilmachungsvArordnungen  112,  139. 
Einkommensteuer,  Zahlung  25. 

—  vom  Arbeitslohn  199, 

Entscheidungen  des  Beich  finanzbofes  199,  246. 

Fortbildungsschulzeit  der  Lehrlinge  199. 

Gesetz  über  den  Verkehr  mit  ausländischen 
Zahlungsmitteln  149. 

Gewerbe- !  und  Kaufmannsgerichtsgesetz,  Abän- 
derungen 61. 

Grunderwerbssteuer  112. 

Kapitalertragssteuer  17,  36. 

Kaufmannsgericht  112 

KörperBchaftasteuer,  Zuschlagsberechnnng  35. 

—  211. 

— ,  Gesetz  112. 

Kttndigungabeschränkung    zugunsten  Schwerbe- 
schädigter 211. 
Lohnabzug  und  Einkommensteuer-Novelle  5. 
 ,  Abrundung  des  einzubehaltenden  Betrages 25. 

— ,  245,  289. 

Lohn-  und  Gehaitapfändung,  Neuregelung  35. 
Luxussteuer,  Ausführungen  269. 
Steuerabzüge,  Entrichtung  25. 
Stenerkarte   ausgeschiedener   oder  verstorbener 

Arbeitnehmer  126. 
Umsatzsteuer,  Neugestaltung  6. 
— ,  Abänderungsentwurf   und  Beibehaltung  der 

LnxuBBteuer,  Stellungnahme  der  Glasindustrie 

15. 

— ,  Neuregelung  50.  , 
— ,  Mitvorort  50. 

— ,  Befreiung  der  Genossenschaften  62. , 
— ,  erhöhte  112 

— ,  Novelle  zum  Gesetz  173,  211,  224. 
— ,  Entrichtung  161. 

— ,  Gesetz  nnd  Befreiung  der  ersten  Umsätze  nach 

der  Einfahr  184. 
— ,  keine  Ermäßigung  224. 
— ,  neue  Uebergangsvorschriften  235. 

—  der  Handelsvertreter  112,  235. 

—  bei  der  Ein-  nnd  Auefuhr,  Neuregelung  245. 
— ,  keine  weitere  Erhöhung  298. 

Umsatz-  bezw.  Luxussteuer,  Vergütung  an  Aus- 
fuhrhändler  112. 

UmBatzateuer-Auefuhrkurse  298. 

Umsatzsteuerpflicht  eines  mit  Verlusten  ab- 
schließenden Betriebes  84 

Verpackungen  luxassteuerpflichtiger  Gegenstände 
289. 

Versichernngsstenergesetz  269. 
Zahlkarten  fttr  Stenerentrichtung  nnd  Kapital- 
ertragsteuer 149. 
Bumänien:  Umsatzsteuer  62. 

Verschiedenes. 

Arbeits]  abiläum:  35,  122,  139,  199,  256. 

Bodenplatten-Wettbewerb  126. 

Dienst] abilänm:  161,  235,  256. 

Fieberthermometer-Prüfungsgebühren  245. 

Geschäfts] abiläum:  17,  24,  50,  149,  161,  184,  235. 

Härtegradprüfverfahren  für  Schleifscheiben,  Preis- 
ausschreiben 61. 

Jubiläen:  5,  139. 

Kartellzwang,  Urteil  gegen  178. 

Kirchenglocken  aus  Porzellan  161. 

Kohlenpreiserhöhung,  neue  99,  114. 

Konkurse:  7,  18,  114,  187,  227,  247.  257,  300. 

Peraonalien:  5,  24,  35,  84,  149,  199,  224,  256,269. 

Bachtagültigkeit  der  Kostbarkeitsbestimmung,  vom 
ßeichsgericht  endgültig  ausgesprochen,  Boeder 
184. 

TorfgaB  84. 

Wirtschaftspolitik  der  industriellen  Fachverbände 

109.' 

Zeitschrift  „Die  russische  Kraft"  112. 

Ausstellungen. 

Ausstellung  für  chemisches  Apparatewesen  99. 

Ausstellung  wiBsenscbaftlicher  Apparate  und  In- 
strumente Padua  1922  163. 

Ausstellung  zur  Geschichte  und  Technik  von 
Glasmalerei  und  Mosaik  in  Bonn  14. 

AusstellungB-  nnd  Messeamt  18. 

BauauBStellung  Stockholm  1922  115. 

Deutsche  Gewerbeachaa  München,  E.öffaung  100, 
115,  201. 

Deutsche  Kunstgewerbe  -  Ausstellung  in  New- 
York  161. 

Deutsche  Masterausstellung  in  Biga  238. 
Elektrizitätsausstellung  in  Chrütiania  62. 
Export-  nnd  ImportansBtellnng  Baltimore  280. 
Jahreaaohau  Deutscher  Arbeit  Dresden  1922  27, 
73,  121,  176,  201,  213 


Vll 


Internationale   Musterauastellung    für  moderne 

Baukunst  in  Turin  86. 
Internationale  Auastellung  Rio  de  Janeiro  1922  151. 
4  London  Fair  and  Market  1922  163. 
Mitteldeutsche  Ausstellung  1922  Magdeburg  115, 
Pfälzische  Keramik-Ausstellung  300. 
Rigaer  Ausstellungsgut,  Eisenbahntarif  ermäßigung 

227. 

Schweden  und  die  Deutsche  Gewerbeschau 
München  1922  27. 

Ständige  deutsche  Musterausstellung  in  Riga  163. 

Ständige  MusterauBstellun«  in  Budapest  18. 

Sudwestdeutsche  Wärmewirtschafts-  und  Wärme- 
industrie-Ausstellung Ludwigshafen  a.  Rh.  1922 
150. 

Torfausstellung  100,  176. 
Torfindustrieausstellung  auf  der  „Miama"  280. 
Torfindustrietag  140,  176. 
Ueberseewoche  Hamburg  115. 
Wärmeausstellung  Essen  1922  238,  247. 

Messen. 
Breslauer  Messe  100,  141,  163,  247. 
Deutsche  O.tmesse,  Königsberg  51,  73,  150,  201 

Frankfurter  Messe. 
Frühjahrsmesse  1922,  T3,  100,  162. 
— ,  Beschickung  86. 

Kölner  Messe  150. 

Leipziger  Messe. 

Besucherzahl  163.  e  ,  , 

Fahrpreisermäßigung  auf  Schweizer  Bahnen  27U. 
Frühjahrsmesse  1922,  51,  100. 

 (  VerkaufBaussichten  für  die  keramischen 

Warengruppen  61. 

— ,  Einfuhrkontingente  86. 

Fünfundzwanzig  Messen  in  Specks-Hof  141. 

Meßbeitrag,  Neuregelung  63. 

Messeturm,  Errichtung  18. 

Valutafakturierung  139. 

Messewesen,  gegen  die  Zersplitterung  7. 

Niederrheinische  Messe,  Wesel  1922,  115. 

Nordische  MeBse,  Kiel  213.  247. 

-Wirtschaftsinstitut  ftlr  Rußland  und  die  Rand- 

staaten«  und  das  „Meßamt  Königsberg  i.  Pr. 

270. 

Italien:  Internationale  Mustermesse  Neapel  1922, 

Mailänder  3.  Internationale  Mustermesse  52. 
Jugoslawien:  Frühjahrsmesse  in  Agram  1922  52 
Oesterreich:  Wiener  Internationale  Messe  100. 

Wiener  Frühjahrsmesse  176. 
Rußland:  Messen  in  Nishnij-Nowgorod,  52,  247, 

Spanien:  Internationale  Mustermesse  in  Valencia 

86. 

Tschechoslowakien:    Reichenberger  Messe  115, 

163,  227,  270. 
Ungarn :  Budapester  XIII.  Warenmustermesse  291. 

Berufsgenossenschaften. 

Glas-BerufBgenossenschaft  7. 

Unter  welchen  Umständen  muß  der  BetriebBunter- 

nehmer  die  Kosten  der  Revision  seines  Betriebea 

tragen?  83. 

Verbände. 

Arbeitgeberbund  der  feuerfesten  Industrie  Deutsch- 
lands 176,  201. 

Ausschuß  zum  Kampf  gegen  die  Außenhandels- 
Btellen  176. 

Bund  der  Sand-  und  Kieswerke  Deutschlands  257. 
—  deutscher  Fabriken  feuerfester  Erzeugnisse  176, 
201. 

Deutsche  Keramische  Gesellschaft  231. 
Deutscher  Industrieachutzverband  238 

 Verein  für  FeuerungB-  und  Schornateinbau  257. 

Deutsch-russischer  Wirtschafts-Bund  238. 
Großeinkaufsverband  „Nürnberger  Bund"  7. 
Internationales  Syndikat  der  Glasfabriken  52 
Leipziger  MuBtermessen-Verband  177,  227. 
Mittel-  und  Ostdeutsche  Schamotte-Konvention 

-  213,  291. 
Mittel-,  west-  und  est  deutsche  Schamotte- Konven 

tion  280. 

Neue  Verkaufsvereinigung  der  mitteldeutschen 

GipBwerke  37. 
Osramgesellschaft  m.  b.  H.,  Komm.-Ges.  227. 

-  UBtdeutache  Silika-Konvention  213. 
Reichskohlenverband  213. 
Reichstagung  deutscher  Technik  271. 
Reichsverband  der  deutschen  Industrie  238. 
Tonhandelaverband  18,  141. 


Verband  der  Glasbläser  100. 

—  deutscher  elektrotechnischer  Porzellanfabriken, 

e.  V.,  63,  100,  141,  187,  213,  227,  230,  248, 
291. 

 Emaillierwerke  115,  201. 

 Exporteure,  213. 

 Flachenfabrikanten  27.  127. 

 Glasfabriken    für    Medizinglas,  chem.- 

pharmazeutischer  Gläser  und  Flakons,  e.  V.  163. 

—  deutscher  Herdfabrikanten  141,  187. 
 ■  Kachelofenfabrikante«  127,  248. 

 Porzellangeachirrfabriken,   G.  m.  b.  H., 

43,  100,  161,  301. 
 Tonwerenfabrikanten  und  Kunettöpfereien 

238.  . 
 Topf  warenf  abrikanten  undKunattöpfereien  18. 

—  mitteldeutscher  Glasmalereien  100. 

—  süddeutscher  Schamottewerke  115. 

Verein  der  rheinischen  und  westfälischen  Tafel- 
glashütten 151,  291. 

—  deutscher  Farben glaswerke  227. 
 Spiegelglasfabriken  127,  201,  248. 

—  sächsischer  Tafelglashütten  141,  227. 
Vereinigte  deutsche  Glühlampen-Fabriken  187 

—  Porzellan-Isolatoren-Werke,  G.  m.  b.  H.  37, 
86,  151,  201,  248. 

—  Stein^utfabriken  27,  37,  141,  238. 
Vereinigung  der  deutschen  Arbeitgeberverbäade  63. 

—  mitteldeutscher  Hoblglasfabriken  e  V.  163,  238 

—  Schlesiach-Lausitzer  Tafelglashütten  227. 
Verkauf sgesellschaft  deutscher  Steinzeugwerke  73. 
Verkaufsstelle  der  Drahtglasfabriken,  G.  m.  b.  H. 

176,  271. 

Westdeutsche  Schamotte-Konvention  213 

—  und    Mittel-    und    Ostdeutsche  Schamotte- 
Konvention  141. 

Zentralstelle    für  Interessenten    der  Leipziger 

Mustermessen  100. 
Zusammenschluß  der  deutschen  Steinzeug  werke  62. 

Fachschulen,  Unterricht,  Forschung. 
Akademisch-wissenschaftlicher     Fachverein  für 

Silikattechnik  e.  V.,  Cöthen-Anhalt  161,  184. 
Deutscher  Gewerbeachulverband  256. 
Deutsche  Keramische  Gesellschaft  50. 
Fachschule  für  Porzellan- Industrie,  Selb  173. 
Handelshochschule  Berlin  211. 
Hochschule  für  industrielle  Technik  und  Wiaaen- 

schaft  61. 
Keramische  Fachschule,  Zaaim  224. 
Staatliche   Keramische   Fachschule    Höhr  bei 
Koblenz  26 

Staatsfachschule  für  Glasindustrie  in  Haida  289. 
StaatsfachBchule    für   Keramik   usw ,  Teplitz 
Schönau  5. 

Industrielle  Neuheiten. 
Pneumatische  Glasmacherpfeife  177. 

Wärmewirtschaft. 
Ein  Jahr  W.  B.  G.  22. 

Reichakohlenrat    zur    Frage   der  industriellen 

Wärmewirtschaft  170. 
Stocher-Kurs  244, 277. 

Wärmetechnische  Beratungsstelle  der  deutschen 

Glasindustrie  248. 
Wärmewirtschaft  in  der  Glasindustrie  243. 

Kunstgewerbe. 

Keraphot-Porzellane  73. 

Stuttgarter  Landesgewerbemuseum  271. 

Biicherschau. 
Adreßbuch  der  Adreßbücher  der  ganzen  Welt 
271. 

Chemische  Technologie  der  Emailrohmaterialien 
für  den  Fabrikanten,  Emailchemiker,  Email- 
techniker usw.  Grünwald  202. 

Das  Fachbuch,  Wächter  271. 

Das  neue  Postbach  1922,  Belling  163. 

Der  Cicerone  258. 

Die  Glasindustrie  im  Saargebiet,  Lauer  271. 

F.  H.  Ehmke,  Wahrzeichen  —  Warenzeichen  7. 

Einkommensteuergesetz,  Nachtrag  zur  Handaus- 
gabe, Strutz  248. 

Geschichte  der  Porzellanfabrik  zu  Tettau,  Dees 
53. 

Handausgabe  des  Einkommensteuergesetzes,  Strutz 
18. 

Industrie  feuerfester  Steine  und  ihre  Aufgaben 
für  Gaswerke  und  Kokereien,  Straßmann  164 

Kachel-  und  Töpferkunst  115. 

Kalender  für  den  praktischen  Kachelofenbau, 
Fichtner  53. 


Kommentar  zum  Gesetz,  betr.  die  Gesellschaften 
mit  beschränkter  Haftung,  Liebmann  115. 

Kunst  und  Kunstgewerbe  271. 

Lohnabzug  vom  1.  Januar  1922  ab,  Koppe  141. 

Messung  großer  Gasmengen,  Litinsky  201. 

Porzellan-Isolatoren,  Benischke  73. 

Schuld  am  Kriege  248  , 

Sprechsaal-Kalender,  Koerner  63. 

Taschenbuch  für  Keramiker,  Keram.  Rundschau 
53. 

Technik  der  elektrischen  Meßgeräte,  Keinath  115. 
Tscheuschner-Springers    Glasindustrie  -  Kalender, 

Springer  248. 
Ueber  die  Zähigkeit  Keramischer  Massen,  Singer 

164. 

Ueberwachung  des  Feuerungsbetriebes   in  der 
Glas-,  Email-  und  Tonindustrie,  Springer  164. 
Werkstoffe,  Krais  151. 
Wie  spare  ich  Porto?  248. 

Kataloge,  Preislisten  usw. 

Porzellanpalais,  Leipzig  74. 
Zettlitzer  Kaolinwerke,  A.-G.,  Zattlitz  bei  Karls- 
bad 268. 


Totenschau. 

5,  24,  98,  126,  161,  173,  184,  269. 

Fragekasten. 
Keramik. 

» 

Allgemeines: 
52  Abhitze,  Verwertung  162 
18  Apparate  zur  Prüfung  von  Isolatoren  64. 

14  Bleischmelze,  Zusammensetzung  54. 

42  Braunkohle,  böhmische,  Ersatz  durch  deutsche 
Briketts  118. 

11  Brennofen,  schlechter  Gang  41. 
57  Buntdrucke,  Reißen  178. 

84  C  linarot  in  Muffel  282 

39  Drehmasse,  sohlechtes  Pressen  118. 

67  Drehmasse,  Verziehen  der  Gegenstände  204. 

83  Englische  Kohle,  Verwendung  282. 

21  Farbstoff  für  Kaolinschlämmereien  65. 

2  Feldspat,  milchig  und  glasig,  Einfluß  auf 

die  Glasur  29. 
1  Feuerführung  eines  Brennofens  28. 
6  Flaschenatöpsel,  Brennen  gestanzter  30. 
86  Fürbringermuffel,  Anheizen  294. 
5  Gasgeschwindigkeit  im   Kamin   eines  Por- 
zellan-Brennofens 30. 
51  Gießlöcher  142. 

15  Gießmasse,  Schwindung  55. 

49  Gießmasseabfall,  Verrechnung  der  schon  ein- 
geführten Soda  130. 
9  Gießschiicker,  Zubereitung  mit  Rührern  oder 
auf  der  Trommel  40. 

24  Gipsformen,  zu  starkes  Sangen,  Hängenbleiben 
am  Modell  66. 

12  Glasieren  elektrotechnischerMontage- Artikel  42. 
10  Glasur,  Abspringen  bei  Ecken  40. 

69  — ,  Abrollen  und  Abblättern  214 
63  Hartquarzit  für  Trommelfatter  190. 
89  Heizanlage  90. 

71  Iaolatoren  mit  roten  Streifen  216. 

73  Kacheln  und  Einmachetöpfe,  Reißen  229. 

56  Kaolinaufbereitung  178. 

22  Kaolinfilterpressen,  Undichtwerden  65. 

23  Kochgeschirr,  Herstellung  und  Feuerbeständig- 

keit 65. 

75  Langmuffelofen,  ungleichmäßiger  Gang  239. 
32  Muffelofen  für  Azetylengas-  und  Oelfeuerung 
102. 

59  Preisberechnung  bei  Maschinen  179.  - 
38  Rostfläche,  freie  und  gewöhnliche  117. 

70  Randöfen,    Temperaturdifferenzen  zwischen 

Ofensohle  und  -Scheitel  215. 
47  Salbenkruken,  Deformieren  beim  Trocknen  130. 
41  Schmelzfarben,  Präparieren  trockener  118. 

3  Schmelzware,  rötliche  Färbung  der  Glasur  30. 

61  Schwefelformen,  Springen  190. 

4  Silikasteine,  Versatz  30. 

60  Stanzmasse,  Mischen  mit  Oel  und  Wasser  189. 
58  Terrakottawaren,  Mattieren  glänzender  Stellen 

179.  | 

50  Trockenanlage  für  Ton  und  Kaolin  142. 

17  Tunnelofen  zum  Brennen  von  Schamotte- 
ofen-Kacheln 55. 

36  —  für  SK  9  Glattbrand,  direkte  oder  indirekte 
Feuerung  103. 

66  Tannelofensy stem ,  Erfahrung  bei  höheren 
Temperaturen  204. 

62  Viereckofen,  Bewährung  190. 

77  Wannenfritteof  en,  Zerstörung  der  Ofens  >ule  259. 
25  Windturbinenanlage  76. 


VIII 


81  Zerkleinern  und  Mahlen  von  Quarz,  Feldspat 

and  Flußspat  272. 
19  Zerschneiden  von  Isolatoren  64. 

Porzellan. 

79  Brandrisse,  Beseitigung  S60. 

35  Brennen  elektrotechnischen  Stanzporzellans 
bei  SK  9,  Brenndauer  und  Kohlenver- 
brauch 103. 

34  Brennofen,  Kohlenquantum  beim  Vor-  und 
Scharffeuer  101. 

45  Elektrotechnisches  Porzellan,  Verfahren  zum 

Gießen  129. 

82  Farbe,  abweichende  bei  Probezug  und  End- 
t  Produkt  282. 

76  Firmenstempel,  Anbringen  250. 

30  Gebranchsgeschirr,  Masse  und  Glasur  90. 

63  Gescbirrfehler,  verraucht  152. 

46  Geschirrporzellan.  Masse-  und  Glasurversätze 

129. 

85  Glasur,  matt-  und  eierschalig  283. 
8  Gutbrandofen  für  Porzellan-Knöpfe,  System  39. 
44  Hochspannungsisolatoren,  Masse  und  Glasur 
118. 

40  Kochgeschirr,  Masse-  und  Glasurversätze  118. 

55  Masse  und  Glasur  für  SK  12,  167. 

28  Schalen,  Verziehen  beim  Brande  89. 

65  Soda,  Einfloß  auf  die  Masse  beim  Garbrand  190. 

Steingnt  u.  dgl. 

78  Gießflecke  bei  Steingutgießmasse  260. 
27  Glasur,  borazhaltige,  mit  Bänderblau  76. 
72  — ,  dunkelblaue  229. 

64  Glasurrisse  166. 

13  Trockenanlage  für  Stein  gutmassen  42. 
26  Tunnelofen,  Eignung,  für  Hartsteingut  76. 
20  Ungertcher  Doppelofen,  Erfahrungen  in  der 
Stein  gutindustrie  64. 

31  Zinnglasur  für  Vasen  101. 


Steinzeug. 
7  Qualitätsgeschirr,  Herstellung  38. 
33  Rundofen    für    Feinsteinzeug,  Höhe 
Feuerungen  101. 


der 


Glasindustrie. 

Allgemeines. 

18  Abziehbilder  auf  Emailunterlage,  Verfahren  77, 

63  Anlaufen    und   Anrauchen    von  Glasgegen- 

ständen  272. 
14  Arsenikzusatz  zum  Glasgemenge  55. 

69  Aetzschrift,  undeutliche,  Entfernen  283. 
23  Aetzen  von  Tafelglas  103. 

26  Einbrennfarben  für  Glas  in  Zinntuben  104. 

64  Eisenrot  273. 

17  Entfärbungsmittel  für  Opal-  und  Hellglas  67. 

66  Flaschenblasmaschinen,  Bewährung  283. 

34  Fiaschehmundstücke,  Schmieren  (weißes  An- 
laufen) 143. 

44  Formenschmiere  für  dekorierte  Flaschen  205. 
62  Formsteine  261. 

49  Gebogene  Gläser,  Fabrikation  216. 

19  Glasblasmaschinen,  vorteilhaftestes  System  77. 
33  Glasblnmen,  Färben  143. 

67  Glasgalle,  Verwendung  251. 

65  Glasisolatoren,  Fabrikation  250. 
47  Glasstopfen,  Herst.  206. 

22  Glaswolle,  Verwendung  91. 

65  Gisszylinder,  Einkitten  in  Bekordspritzen  273. 

70  Hafenschalen,  ungeputzte,  Wiederverwendung 

13  Herdglasentbleiung,  Anlage  55. 

71  Holzformen  für  Hohlglas  294. 

54  Maschinenglas,  Beschaffenheit  für  Eng-  und 

und  Weithalsflaschen  239. 
43  Metallschraubringe,   Kitten   auf  angerauhte 

Glashälse  191. 
21  Pressen  der  Glasisolation  in  Edison-Normal- 

sockel  91. 

15  Eampiges  Glas  durch  die  Wannenzwischen- 
wand 66. 
53  Raliefgold,  Versätze  229. 
56  Bührapparate  251. 

59  Schäumen  braunen  Glases  beim  Schmelzen  260. 

52  Schirmglas,  rauhes  229. 

11  Schlacke,  Eignung  für  Flaschenglas  48. 

50  Thermosflaschen,  Herst.  216. 

68  Transport  der  Glasgegenstände   zum  Kühl- 
ofen 283  * 

61  Weißanlaufen,  Ursache  261. 


Glassätze. 
38  Bernsteingelb  167. 
42  Bleiglas  190. 
20  Bleisilikatglas  91. 

60  Eog-  und  WeithalsflaBchen  aus  Wanne  261. 

3  Glas  bei  niederer  Temperatur  schmelzend 

und  verarbeitbar  81. 
36  Granatrot  205. 
46  Haushaltglas  mit  Soda  153. 

9  Klangglas  für  Becher  und  Kelche  42. 
45  Kupferrotes  Glas  205. 
67  Neurot  283. 

25  Perlen,  orangegelb  und  kaiserrot  104. 

Häfen,  Wannen,  Oefen  und  Feuerung. 

5  Brenneranordnung  bei  kontinuierlicher  Wanne 

32. 

48  Dampf-  statt  elektrisches  Gebläse  215, 

12  Doppelkammerofen  zur  Linsenfabrikation  55. 

29  Gasentzündung  in  der  Wechseltrommel  120. 

2  Gaserzeuger  fttrBraunkohlengrieß  und -staub  31. 
51  Gasmenge  aus  1  kg  Kohle  229,  239  (Be- 
richtigung). 

1  Gaszufuhr,  Stockung  beim  Beschicken  der  Dreh- 
rostgeneratoren 30. 

6  Generatorenanzahl  für  Wannenöfen  32. 

24  Generator- Umbau,  Verringern  der  Schüttungen 

104. 

4  Glasofen,  Beheizung  mit  Leuchtgas  31. 

30  Häfen,  Bisse  nach  der  Feuerseite  131. 

01  Häfen  zur  Herateilung  von  Bleiglas,  Masse- 

versätze 132  I 
10  Kühlofen  mit  Blechtöpfen  oder  mit  Ktthl- 
bahn  42. 

37  Bollbraunkohle,  mangelhaftes  Schmelzen 
durch  zu  hohen  Wassergehalt  153. 

16  Sandsteine  (Magdeburger)  und  Schamotte- 
bankplatten, Bewährung  67. 

40  Trommeln,  fahrbare  179 

28  Vergasung  von  Rohbr«unkohle  119,  131. 

36  Wannen-Neubau  mit  geeigneter  Feuerung  148. 

Verschiedenes. 

3  Kobaltoxyd,  Ersatz  für  Biechdeckemail  2061 

2  Kunstemaillen,  Guß  168. 


Redakteur  für  den  technibch-wiHBtuBchufilicben  Teil-  Dr   I   Kii»i»       ch.  .  ,,     ,  ,   


Coburg,  den  5.  Januar  1921 


Nummer  1 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Lonis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bogra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Pr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


Bezugspreis 


:  Für  Deutschland  nnd  Deutsch-Oesterreich  durch  die  Post  vierteljährlich  Jt  14.-  unter  Streifband  M 
Anzelieli:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  L-  (Stellengesuche  30  4)- 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


40.—. 


Die  Aufschließung 
von  Tonsubstanz  durch  Kalk. 

Von  Dr.  Emerich  Sei  eh. 
rsuchsanstalt  für  Keramik,  Glaswaren  und  Email  an  der  Kunstgewerbe- 
schule  in  Wien.) 

(Nachdruck  verboten.) 

In  einer  früheren  Arbeit1)  wnrde  die  Einwirkung  von  Kalk 
keramische  Massen  untersucht  und  dabei  festgestellt,  daß 
,k  beim  Glühen  Ton  zerlegt  in  der  Weise,  daß  aus  dem 
Eiprodukte  Tonerde  durch  Salzsäure,  Kieselsäure  durch  Soda- 
□ng  herausgelöst  werden  kann.  Das  Ausmaß  dieser  auf- 
ließenden Wirkung  ist  einerseits  von  der  Menge  des  zuge- 
gen Kalkes,  anderseits  von  der  Höhe  der  Glühtemperatur 
längig.  Die  damals  gefundenen  Werte  an  löslich  gewordener 
lerde  und  Kieselsäure  sprachen  dafür,  daß  bei  einer  Glüh- 
lperatur  von  SK  04  a  zur  Zerlegung  von  einem  Molekül 
i  zwei  Moleküle  Kalk  erforderlich  sind,  während  bei  einer 
nperatur  von  SK  9  schon  1  Molekül  Kalk  die  gleiche 
rkung  hervorzubringen  vermag.  Ein  Zusatz  von  Kies  zu 
n  Kalk-Ton-Gemisch  äußert  keinen  Einfluß,  und  der  Kies 
bst  wird  in  diesem  Falle  durch  den  Kalk  nicht  in  lösliche 
sselsäure  übergeführt,  bleibt  also  bei  Gegenwart  von  einem 
mberschusse  unangegriffen;  dagegen  setzt  ein  Zusatz  von 
dspat  die  Zersetzlichkeit  des  Glühproduktes  etwas  herab, 
in  die  Brenntemperatur  über  den  Schmelzpunkt  des  Feld- 
tes  hinausgeht.  Der  Kalk  wird  aus  dem  geglühten  Kalk- 
l-Gemische,  ebenso  auch  aus  dem  Kalk-Ton-Kies- Gemische, 
\\l  völlig  durch  Salzsäure  herausgelöst,  bleibt  hingegen  bei 
em  Gehalte  der  Gemische  an  Feldspat,  besonders  bei  höherer 
inntemperatur,  zum  Teil  unlöslich. 

Zur  genaueren  Ueberprüfung  der  Wirkung  ven  Kalk  auf 
isubstanz  wurden  seither  eine  größere  Reihe  von  Versuchen 
:  er  teilweise  geänderten  Bedingungen  durchgeführt,  über 
en  Ergebnisse  im  nachstehenden  berichtet  werden  soll. 

Als  Ausgangssubstanz  diente,  um  störende  Verunreinigungen 
glichst  auszuschließen,  geschlämmter  Zettlitaer  Kaolin  mit 
em  Gehalte  von  97,6  °/0  Tonsubstanz,  0,9  °/0  Quarz  und  Feld- 
it  und  1,5  °/0  Feuchtigkeit.  Dieser  wurde  mit  kohlensaurem 
Ike  feinster  Mahlung  in  der  Weise  innig  gemengt,  daß  die 
den  Körper  in  der  Reibschale  verrieben,  nach  dem  Mischen  in 
sser  aufgeschlämmt  und  zweimal  nacheinander  durch  ein 
O-Maschen-Sieb  getrieben  wurden.    Der  »o  geschlämmte 

»)  Die  aufschließende  Wirkung  des  Kalkes  in  keramischen  Massen, 
[absaal  1916,  173  S. 


Brei  wurde  in  einer  Gipskappe  soweit  entwässert,  daß  ein 
formbarer  Teig  zurückblieb,  aus  welchem  Probeplatten  von  den 
Abmessungen  70X45X5  mm  hergestellt  wurden.  Diese  wurden 
dann  im  Seger-Heinecke-Ofen  gebrannt,  wobei  sie  ungefähr 
1  Stunde  lang  auf  der  Versuchstemperatur  gehalten  wurden. 

Die  Untersuchung  der  Reaktionsprodukte  erfolgte  in  der 
Weise,  daß  die  geglühten  Probeplatten  gepulvert  und  eine  ab- 
gewogene Menge  des  Pulvers  in  einer  Platinschale  mit  1:1  ver- 
dünnter Salzsäure  («pez.  Gew.  =  1,12  g)  eine  Stunde  lang  auf 
dem  Wasserbade  erhitzt  wurde.  Die  ganze  Masse  wurde  dann 
eingedampft  und  der  Abdampfrückstand  1—2  Stunden 
auf  110—140°  C.  erhitzt,  um  die  Kieaelsäore  abzuscheiden. 
Nach  dem  Aufnehmen  mit  Salzsäure  und  Wasser  wurde 
filtriert,  in  dem  Filtrate  Tonerde  und  Kalk  bestimmt,  der  Filter- 
rückstand  aber  nach  dem  üebertragen  in  die  Platinschale  zwei- 
mal nacheinander  mit  10°/0iger  SodalösuDg  auf  dem  Wasser- 
bade  llt  Stunde  lang  digeriert  und  so  die  lösliche  Kieselsaure 
herausgezogen.  In  den  so  erhaltenen,  filtrierten  Lösungen  der 
Kieselsäure  wurde  dann  deren  Menge  in  der  bekannten  Weise 
durch  Ansäuern  mit  Salzsäure,  Abdampfen,  Trocknen,  Filtrieren, 
Waschen  und  Glühen  bestimmt. 

Es  wurden  sechs  Versuchsmassen  verwendet,  die  nach 
äquivalenten  Mengen  zusammengesetzt  waren,  und  zwar: 


Masse 


Zusammensetzung 
nach  Aeq trivalenten 


Z  isammensetzuuK9;  in  °/# 


SiO, 

Als08 

51,4 

43,8 

4,8 

49,1 

41,8 

9,1 

46,9 

39,9 

13,1 

43  2 

36,7 

20,1 

39,2 

33,4 

27,4 

35,9 

30,6 

33,5 

I.  A],08 .  2  8iOa .  2  Ha0  +  0,2  CaCO, 

II.  A!aO. .  2  SiOa .  2  B20  +  0  4  CeCOe 

III.  Ala08  .  2  SiO, .  2  HjO  +  0,6  CaCO« 

IV.  AlaOa .  2  SiO, .  2  B,0  +  1,0  CaC03 

V.  AlüO, .  2  SiO,  .  2  B20  +  1,5  CaCO, 

VI.  A1,0, .  2  SiO, .  2  Ea0  +  2,0  CaC08 
Die  angewendeten  Glühtemperaturen  für  die  Probeplattea 

waren :  / 
SK  05a,  la,  6a  und  12. 
Da  auch  Tonsubstanz  allein  schon  beim  Glühen  eine  teil- 
weise Zerlegung  erfährt  und  dann  Tonerde  und  Kieselsäure 
an  Salzsäure,  bezw.  Sodalösung  abgibt,  so  wurden  zum  Ver- 
gleiche jedesmal  Piobeplatten  aus  Kaolin  ohne  Kallizusatz  mit- 
geb/annt  und  in  der  gleichen  Weise  wie  die  kalkhaltigen  Brenn- 
proben untersucht.  Sie  erscheinen  in  den  untenstehenden 
Tabellen  als  Masse  VII  angeführt. 

s)  Berechnet  für  die  geglühten  Massen  unter  Vernachlässigung  der 
geringen  Verunreinigungen  des  Kaolines 


Ä  —  Nr.  1 


VIII 
81 


SPRECHSAAL-COB 


V 


Die  durch  die  Analyse  der  gebrannten  Platten  ermittelten 
Mengen  an  m  Lösung  gegangener  Kieselsäure,  Tonerde  und 
Kalk  wurden  in  zweifacher  Beziehung  prozentual  umgerechnet : 

a)  „absolut",  d.  h.  bezogen  auf  die  Gesamtmasse  des 
analysierten  Reaktionsgemisches; 

b)  „relativ",  d.  h.  bezogen  auf  den  betreffenden  Massenbe- 
■tandteil  selbst  —  dessen  Menge  gleich  100  gesetzt, 
i  m  P1?,  80  gewonneDe°   Ergebnisse   sind  in   den  folgenden 
4  Tabellen  zusammengestellt: 

A.  Geglüht  bei  SK  05  a. 


Masse 


SiO, 
absol.  relat. 


AlaOs 
absol.  relat. 


7,7 
10,5 
12.2 
21,9 
22  8 
25,2 

3,8 


15,1 
21,4 
26,0 
50,9 
58,1 
70,1 
7,0 


7,2 
9,4 
11,2 
17,8 
19.0 
21,0 
3,3 


16,4 
22,4 
28,0 
48,3 
56,9 
68,7 
7,1 


CaO 
absol.  relat. 


4,6 
8,6 
12,1 
18,9 
25,8 
32,2 


95,0 
93,5 
91,9 
93  9 
94,2 
96,1 


Samme 
der  gelösten 
Bestandteile 
in  °/0  absolut 


19,5 
28,5 
35,5 
58,6 
67,6 
78,4 
7,1 


B.  Geglüht  bei  SK  la. 


Masse 

Si02 
absol.  |  relat. 

AI 
absol. 

2os 

relat. 

CaO 
absol.  J  relat. 

Samme 
der  gelösten 
Bestandteile 
in  %  absolut 

I. 

II. 

III. 

IV. 

V. 

VI. 

VII. 

7,3 
11,6 
160 
27.0 
29,0 
30,6 

3,0 

14,2 
23,6 
34  2 
62,5 
73,8 
85,1 
5,6 

C 

5,6 
9,1 
12,6 
21,5 
22  9 
25,'l 
2,3 

,  Gegl 

12,7 
21,7 
31,6 
58,7 

82,1 
5,1 

üht  bei 

4.1 
8,1 
11,9 
19,8 
27,0 
33,3 

SK  6  a 

85,8 
88,4 
90,4 
98.3 
985 
99,2 

17,0 
28,8 
40,6 
68,3 
78,9 
89  0 
5,3 

Masse 

Si02 
absol.  j  relat. 

A! 
absol. 

i'Ö, 
relat. 

CaO 
absol.  1  relat. 

Summe 
der  gelösten 
Bestandteile 
in  %  absolut 

I. 

ir. 
in. 

IV. 
V. 
VI. 
VII. 

9  1 
18,5 
26,3 
38,6 

2,4 

17,7 
37,7 
55.9 
89,5 

4,5 

D 

7,1 
14,3 
21,0 
31,1 

1,4 
.  Gegli 

16,2 
34,2 
52,5 
84,6 

iht  bei 

3,8 
8,2 

12,2 

20,1 

SK  12. 

79,3 
90,0 
9S,8 
99,7 

20,0 
41,0 
59,5 
89,7 

.  3,8 

Masse 

Si( 
absol. 

relat. 

AJ2 
absol 

0, 
relat 

Ca 
ab'ol. 

0 

relat. 

Summe 
der  gelösten 
Bestandteile 
in  °/0  absolut 

I. 

II 

III. 

IV. 

V. 

VI. 

VII. 

5,5 
17.3 
29,1 

nar 

10,6 
35,2 
62  1 
0,6%  l 

2,8 

4.3 
137 
23  8 
»lei&en 

0,9 

9,9 
32,9 
59,7 
nnjölith 

2,0 

2,1 

7,1 
13,0 
(anaul 

42,8 
77  3 
99,0 

^eBChlQHS 

11,9 
38,1 
65,9 
en)  zurück 

2,4 

Die  hier  verzeichneten  Ergebnisse  sind  mit  einigen  Fehler- 
quellen behaftet.  Die  wesentlichste  liegt  wohl  darin,  daß  in 
den  Versuchsmassen  die  Mischung  von  Kaolin  und  Kalk  keine 
völlig  innige  und  keine  «öllig  gleichmäßige  sein  kann.  Die 
Icn.gkeit  der  Mischung  wird  von  der  Komgiöße  der  Materialien 
abhängen  und  damit  auch  ihre  Reaktionsfähigkeit.  Mit  Kalk 
feinerer  Mahlung  werden  demnach  andere  Werte  sich  ergeben 
müssen  als  mit  minder  fein  zerteiltem.  Aber  auch  eine  voll- 
kommen gleichmäßige  Mischung  der  Bestandteile  ist  trotz  zwei- 
maligen Schlämmen«  nicht  zu  erzielen,  denn  beim  Eintrocknen 
des  Breies  in  den  Gipskappen  wird  doch  eine  teilweise  Ent- 
mischung eintreten,  die  auch  durch  noch  so  sorgfältiges  Durch- 
kneten der  Massenteige  nicht  gänzlich  behoben  weiden  kann 
LA  t  *orAeruD&  daß  ^  den  Reaktionsgemischen  jedes 
Molekül  Kalk  mit  der  gleichen  Zahl  von  Tonmolekülen  um- 
geben wäre,  ist  natürlich  nicht  zu  erreichen 

Eine  zweite  Fehlerquelle  ist  darin  zu  suchen,  daß  nicht 
an  allen  Punkten  der  Versuchsplatten  beim  Glühen  im  Seger- 
HHnecke-Oien  genau  die  gleiche  Temperatur  und  genau  die 
gleiche  Zeit  hindurch  herrschen  wird.  Geringe  Größe  und 
geringe  Dicke  der  Probeplatten  wirken  diesem  Fehler  entgegen 
ohne  ihn  doch  völlig  beheben  zu  können. 

Aus  beiden  Gründen  können  die  angeführten  Werte  keinen 
Anspruch  auf  absolute  Richtigkeit  erheben,  aber  da  die  Ver- 


  1922.  (flS.jfahfga 

Suchsbedingungen  bei  allen  Massen  und  bei  allen  Temperl« 
die  gleichen  waren,  so  gestatten  sie  doch  untereinande,  ^ 
gleiche  und  darauf  gegründete  Schlüsse.  iiw 
Ueberblickt  man  die  in  den  Tabellen  angeführten  Z  I 
werte,  so  kommt  man  zu  den  nachstehenden  Folgerunge; 

1,  Je  höher  der  Kalkgehalt  in  den  Gemischen  ist  \ 
höher  diese  geglüht  werden,  umsomehr  kann  aus  dem 
Produkte  an  Kieselsäure,  Tonerde  und  Kalk  heraus 
werden.  Eine  Mischung  von  1  Molekül  Tonsubstan 
2  Moleküle  Kalk  —  Masse  VI  —  ist  nach  dem  Glühe 
SK  la  fast  völlig  durch  Salzsäure  zersetzlich,  die  Mis 
von  1  Molekül  Tonsubstanz  auf  1  Molekül  Kalk  —  Masse 
wird  bei  SK  12  quantitativ  aufgeschlossen. 

2.  Der  Kalk  ist  in  dem  geglühten  Kalk-Ton- Gemische 
bei  Anwendung  der  höchsten  Versuchstemperatur  von  S 
in  einer  durch  Salzsäure  fast  völlig  zersetzlichen  Verbii 
vorhanden.   Denn  es  werden*  immer  über  90°/0  des  vornan 
Kalkes  herausgelöst.    Eine  Ausnahme  bilden  nur  die  lm 
kalkärmsten  Massen  I  und  II,  bei  welchen  eine  Steigeruni  | 
Glühtemperatur  eine  Minderung  der  Kalklöslichkeit  zur 
hat,  am  stärksten  bei  der  Masse  I  mit  einem  Verhältniss, 
1  Molekül  Tonsubstanz  auf  0,2  Molekül  Kalk,  wo  die  Lö; 
keit  des  vorhandenen  Kalkes  von  95,0  °/0  bei  SK  05  a  auf  4 


nu 
% 


bei  SK  12  sinkt.  Hier  scheint  also  der  Kalk  mit  steig 
Temperatur  immer  mehr  eine  gegen  Salzsäure  bestä 
Verbindung  zu  bilden.  * 

2.  Ein  Maß  für  die  aufschließende  Wirkung  des  K  £ 
au*  die  Tonsubstanz  erhält  man,  wenn  man  die  Mengei 
löslichen  Kieselsäure,  beziehungsweise  Tonerde  durch  die  \ 
des  löslichen  Kalkes  dividiert  und  so  das  Verhältnis  t 
Mengen  berechnet    Dabei  ist  jedoch  zu  berücksichtigen, 
die  Tonsubstanz  schon  durch  Erhitzen  allein,  ohne  Kali  - 
Wirkung,  eine  teilweise  Zersetzung  erfährt,  wodurch  Kiesel 
und  Tonerde  löslich  werden.    Man  kann  dies  in  der  Wei.  , 
Rechnung  ziehen,  daß  man  von  den  an  den  kalkhaltigen  Mi  81 
beobachteten  Zahlen  die  analogen  Werte,  welche  an  der  ii  SK 
VII  —  reiner  Kaolin  ohne  Kalkzusatz  —  gefunden  wurdet  - 
zieht,  den  verbleibenden  Rest  als  reine  Kalkwirkung  betra 
und  für  diesen  das  obige  Verhältnis  berechnet.    Tut  man 
so  erhält  man  für  das  Verhältais  Kieselsäure :  Kalk  für. 
sechs  Versuchsmassen  bei  einer  Glühtemperatur  von  SK 
Werte,  welche  von  0,7  bis  1,0  schwanken  und  im  Mitte 
ergeben;   für   die  Glühtemperatur  von  SK   la  liegen 
Werte  zwischen  0,8  und  1,2,  im  Mittel  1,1,  für  SK  6  a  zwie 
1,8  und  2,0,  im  Mittel  1,9,  für  SK  12  zwischen  1,9  und  21 
Mittel  2,1.   Die  Werte,  welche  sich  für  das  Verhältnis' 
erde:  Kalk  errechnen,  sind  etwas  niedriger,  zeigen  aber 
gleichen  Aufbau.    Es  betragen  nämlich  die  Mittelwerte  füw 
4  Glühtemperaturen  0,7,  0,8,   i,6,  1,8.    Daraus  folgt,  daßlj 
dieselbe  Gldhtemperatur  die  aufschließende  Wirkung  des  K«|fl 
für  alle  Massen  gleich  ist;  die  geringen  Schwankungen 
wohl  auf  die  obenerwähnten  Fehlerquellen  zurückzuführen. 
Steigerung  der  Glühtemperatur  steigert  sich  auch  die 
schließende  Wirkung  des  Kalkes.    Diese  Steigerung  ist 
bedeutend,  wenn  sich  die  Brenntemperatur  von  SK  05  a 
SK  la  erhöht,  ebenso  auch  bei  einer  Erhöhung  der 
temperatur  von  SK  6a  auf  SK  »2.  Die  aufschließende  Wir!  m 
des  Kalkes  erfährt  hingegen  eine  starke  Steigerung  bei  t 
Erhöhung  der  Glühtemperatur  von  SK  la  auf  SK  6a, 
Steigerung,  die  einer  Verdoppelung  dieser  Wirkung  gli 
kommt.     Berechnet  man   das  Ausmaß    der  aufschließe! 
Wirkung  des  Kalkes  nach  molekularen  Verhältnissen,  so< 
gibt  sich  annähernd,  daß  bei  Glühtemperaturen  von  SK 
bis  la  1  Molekül  Tonsubstanz  zur  Zerlegung  2  Moleküle  1 
erfordert,  während  bei  den  Glühtemperatnren  von  SK  6  a 
12  hierfür  schon  1  Molekül  Kalk  genügt.    Zwischen  SK  la 
6  a  hegt  also  eine  Temperatur,  wo  sich  die  Wirkung  des  Ka 
auf  die  Tonsubstanz  verdoppelt. 

In  der  oben  zitierten  ersten  Arbeit  über  dieses  Gebietwi 
auf  die  praktische  Bedeutung  dieser  Löslichkeitsverhältn 
für  die  Wage  der  Widerstandsfähigkeit  kalkhaltiger  1 
massen  gegenüber  chemischen  und  atmosphärischen  An«ri 
hingewiesen.  Mit  Rücksicht  daiauf,  daß  bei  den  bisher 
richteten  Untersuchungen  zur  Versetzung  der  gebrani 
Massen  ein  sehr  kräftiges  Agens  —  Salzsäure  vom  spez 
Wichte  1,12  —  benützt  wurde,  sind  die  gewonnenen  Ergebn 
nicht  ohne  weiteres  auf  die  wesentlich  schwächeren  Angr 
mittel  anwendbar,  denen  kalkhaltige  Tonwaren  beim  pre 
sehen  Gebrauche  ausgesetzt  sind,  insbesondere  auch  nicht 
die  atmosphärischen  Einwirkungen.  Um  eine  solche  Sch 
folgerung  berechtigt  erscheinen  zu  lassen,  muß  nachgewie 
werden,  daß  auch  wesentlich  mildere  Angriffsmittel  schon  « 
merkbare  Zersetzung  kalkhaltiger  Tonmassen  bewirken  körn 
Hierfür  erscheint  wohl  am  besten  eine  sehr  stark  verdüc 
Essigsäure  brauchbar. 


8i 


I 


1922.  (55.  jf&hegangj) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG, 


Nr.  1  —  3 


In  dieser  Erwägung  wurde  eine  Reihe  von  Versuchen  in 
hnlicher  Weise  wie  die  oben  beschriebenen,  mit  Salzsäure  ange- 
teilten Untersuchungen  durchgeführt.  Als  Angriff  «mittel  diente 
ine  nur  l°/0ige  Essigsäure,  die  ohne  Erwärmung,  nur  bei, 
Simmertemperatur  einwirken  gelassen  wurde.  Zu  diesem  Zwecke 
wurden  die  geglühten  Probemassen  in  gepulverter  Form  mit 
•/0iger  Essigsäure  Übergossen  und  während  24  Stunden  unter 
ifterem  Umschütteln  damit  in  Berührung  gelassen.  Dann 
ivurde  abfiltriert  und  in  der  Lösung  die  aufgenommene  Ton- 
irde  und  der  Kalk  bestimmt. 

Die  sehr  merkwürdigen  Ergebnisse  dieser  Untersuchungen 
eigen  die  nachstehenden  Tabellen,  deren  Zahlen  analoge  Be- 
leutung  haben  wie  die  oben  für  die  Einwirkung  von  Salzsäure 
ingegebenen. 


Masse  I 

A)2Og 

CuO 

Summe 

ttlnbtemperatnr 

absolut 

relativ 

ahsnlnt 

relativ 

absolut 

E  05  a    .    .    .  . 

M 

4,1 

3,0 

61,8 

4,8 

IIa  

1,4 

3,1 

1,8 

38,0 

3,2 

IK  6a  

0,9 

2,0 

0,6 

12,1 

1,5 

K  12  

0,5 

1,8 

0,3 

6,1 

0,8 

Masse  II 


Glnhtemperatnr 


A),0. 


»b-o'nt  rplativ 


CdO 


absolut, 


r«>l«tiv 


%  05  a 
K  la 
K  6a. 
K  12  . 


IK  05  a 
K  la  . 

Up  IK  6  a  . 

1  IK  12  . 


3,7 
1,8 
1,8 
1.2 


8,8 
4,2 
4,2 
2,9 


5,6 
3,0 
1,2 
0,7 


61,1 
32,4 
13,0 
7,1 


Summe 


absolut 


9,3 
4,8 
3,0 
1,9 


Masse  III 


Glfthtemp,'rat  lr 


AL0S 


ßheolnt 


3,2 
3,2 
1,9 
1,8 


reUiiv 


8,1 
8,1 
4,9 
4,6 


C»0 


absolut  relativ 


8,4 
5,5 
2,4 
1,0 


63,9 
41,7 
18,1 
7,6 


Summe 


»hsolut 


11,6 
8,7 
4,3 
2,8 


Masse  IV 


Glubteroperatur 


A),08 


absolut  relativ 


CO 


absolut  rtlativ 


K  05  a 
K  la 
K  6a  . 
K  12  . 


5,1 
4,5 
2,8 
2,3 


13,8 
12,1 
7,5 
6,4 


9,5 
7,0 
4,7 
2,7 


46,9 
34,8 
23,5 
13,4 


Summe 


absolut 


14,6 
11,5 
7,5 
5,0 


Masse  V 


Glühtemperatnr 


IK  05  a 
K  la 


A),0, 


absolut  relativ 


7,8 
6,7 


CaO 


absolut  relativ 


23,4 
20,2 


13,5 
12,9 


49,3 
47,0 


Summe 


ahunlnt 


21,3 
19,6 


Masse  VI 


ftmhtemperatur 


G  K  05a 

Wik  la 

ei 


A'sOs 


ahsnlnt 


relativ 


9,1 
7,1 


30,0 
23,4 


CO 


ah»o|nt 


17,8 
16,8 


relativ 


53,0 
50,2 


5  am  nie 


absolut 


27,0 
23,9 


Sieht  man  diese  Tabellen  durch,  so  fällt  sogleich  eine  Tat- 
ache  auf:  Die  Einwirkung  der  Glühtemperatur  auf  die  Zersetz- 
icbkeit  der  gebrannten  Kalk-Ton-Mischungen  ist  gegenüber  der 
et  wachen  Essigsäure  gerade  entgegengesetzt  jener  gegenüber 
[er  starken  Salzsäure.  Während  bei  dieser  die  Erhöhung  der 
Jlühtci^ijeratur  die  Angreifbarkeit  steigert,  wird  sie  bei  der 
chwachen  Essigsäure  dadurch  vermindert.  Je  höher  die  Massen 
ebrannt  werden,  umso  weniger  geben  sie  dann  an  die  Essig- 
äure  ab,  umso  beständiger  werden  sie  also  gegen  ihre  Ein- 
wirkung, eine  Gesetzmäßigkeit,  die  sich  an  allen  Massen  zeigt. 

Es  ist  vor  allem  der  Kalk  in  den  gebrannten  Massen,  der 
on  der  Essigsäure  angegriffen  und  herausgelöst  wird.  Nach 
em  Glühen  auf  SK  05  a  löst  sich  bei  allen  Massen  ungefähr 
ie  Hälfte  des  vorhandenen  Kalkes  in  dem  Essigwasser,  und 
teigert  man  die  Glühtemperatur  auf  SK  la,  so  bleibt  immer 
och  mehr  als  ein  Drittel  des  Kalkes  löslich ;  erst  ein  Glühen 
uf  SK  6  a  bringt  eine  stärkere  Herabminderung  der  löslichen 
[alkmenge. 

Gegenüber  der  Löslichkeit  des  Kalkes  tritt  die  Menge  der 
islichen  Tonerde  zurück.     Sie  erreicht  bei  der  niedrigsten 
pral  ngewendeten  Glühtemperatur  von  SK  05  a  in  den  kalkärmeren 


:ehl 


lassen  I,  II  und  III  nicht  10  */o  der  vorhandenen  Menge  und 
teigt  erst  in  den  drei  übrigen  kalkreicheren  Massen  auf  höhere 
riefVerte,  am  höchsten  in  der  kalkreichsten  Masse  VI  mit  30  °/0 
er  überhaupt  vorhandenen  Tonerde. 

Das  Verhältnis  der  löslichen  Tonerde  zum  löslichen  Kalke 
it  gegenüber  der  Essigsäure  ein  sehr  schwankendes,  sowohl 


bei  den  verschiedenen  Massen  bei  gleicher  Glühtemperatur, 
wie  auch  bei  der  gleichen  Masse  bei  verschiedenen  Glüh- 
temperaturen. Man  kann  ja  allerdings  annehmen,  daß  ein 
Teil  der  Tonerde,  welcher  sieh  anfänglich  in  der  Essigsäure 
gelöst  hat,  während  des  24  stündigen  Digerierens  durch  die 
große  Menge  Wasser  als  basisches  Salz  wieder  ausgeschieden 
wird  und  so  der  Bestimmung  entgeht. 

Gleichwohl  tritt  auch  an  der  Tonerde  die  für  Kalk  abge- 
leitete Regel  klar  hervor:  Steigerung  der  Glühtemperatur  mindert 
die  Menge  der  herauslösbaren  Tonerde  in  allen  Massen.  Deutlich 
zeigt  sich  bei  allen  Massen  und  bei  allen  Glühtemperaturen, 
daß  einem  höheren  Kalkgehalte  der  Massen  eine  größere  Menge 
der  löslichen  Tonerde  entspricht. 

Eine  chemische  Deutung  dieser  Ergebniese  ist  nicht  leicht. 
Man  muß  annehmen,  daß  beim  Glühen  kalkhaltiger  Tonmassen 
verschiedene  Verbindungen  des  Kalkes  mit  den  Komponenten 
der  Tonsubstanz  entstehen,  die  alle  durch  Salzsäure  «ersetzbar 
sind  —  denn  mit  der  oben  vermerkten  Ausnahme  gehen  immer 
über  90  °/0  des  vorhandenen  Kalkes  in  Lösung  — ,  von  denen 
aber  nur  ein  Teil  durch  die  schwache  Essigsäure  zersetzt  wird, 
denn  nur  etwas  über  die  Hälfte  des  vorhandenen  Kalkes  wird 
höchstens  gelöst  Die  Menge  dieser  schon  durch  das  Essig- 
wasser zersetzlichen  Kalkverbindungen  tritt  mit  der  Steigerung 
der  Brenntemperatur  immer  mehr  zurück,  ohne  aber  selbst  bei 
SK  12  völlig  zu  verschwinden. 

Es  mag  berufeneren  Köpfen  überlassen  bleiben,  diese  Er- 
gebnisse mineralogisch  zu  erklären  oder  ihren  Wert  für  den 
Zementprozeß  festzustellen.  Ihre  praktische  Bedeutung  für  die 
Keramik  ist  leicht  zu  überblicken.  Massen  von  der  Zusammen- 
setzung der  Versuchsmassen  I,  II  und  III  mit  einem  Gehalte  von  7, 
13  und  1 9  °/0  an  kohlensaurem  Knlke  in  den  Rohgemischen  kommen 
in  der  Tonwarenindustrie  mehrfach  zur  Anwendung,  und  die  Brenn- 
temperatur von  SK  05  a  wird  oft  nicht  einmal  erreicht.  Für 
alle  diese  Fälle  ist  die  leichte  Zersetzlichkeit  durch  so  schwache 
Essigsäure  eine  nicht  zu  übersehende  Warnung  bezüglich  ihrer 
geringen  Widerstandsfähigkeit  gegen  chemische  Angriffe  aller 
Art,  zu  denen  ja  auch  die  atmosphärischen  Einwirkungen  ge- 
rechnet werden  müssen. 

Anderseits  erklärt,  wie  schon  in  der  ersten  Arbeit  hierüber 
gesagt  wurde,  die  stark  aufschließende  Wirkung  des  Kalkes 
auf  die  Tonsubstanz  und  ihre  Abhängigkeit  von  der  Brenn- 
temperatur die  wichtige  Rolle,  welche  Kalkgehalt  und  Brenn- 
temperatur bezüglich  der  Fähigkeit  kalkhaltiger  Tonmassen 
Glasuren  zu  tragen  spielen,  sowie  auch  die  starke  Reaktions- 
fähigkeit zwischen  Kalk  und  Ton  das  eigenartige  Verhalten 
kalkhaltiger  Tone  beim  Brennen  auf  höhere  Temperaturen,  wie 
z.  B.  bei  der  Klinkelherstellung,  verstehen  läßt. 


Die  Oelfeuerung  in  den  Glashüttenbetrieben. 

Von  H.  Mahlert,  Iogenieur,  Hameln  a.  Weser. 

(Nachdruck  verboten.) 

Durch  den  KohlenmaDgel,  welcher  sich  in  den  letzten 
Jahren  sehr  geltend  machte  und  noch  macht,  hat  die  Oel- 
feuerungstechnik  auch  in  den  Glashüttenbetrieben  sehr  an 
Bedeutung  zugenommen.  Wie  überall  bei  Neuerungen,  mußten 
hier  unberechtigte  Vorurteile  erst  überwunden  werden,  um  die 
Oelfeuerung  für  Glasschmelzöfen  einzuführen.  Es  steht  heute 
absolut  einwandfrei  fest,  daß  die  Oelfeuerung  der  Generator- 
gasfeuerung nicht  nur  ebenbürtig,  sondern  sogar  teilweise  über- 
legen ist. 

Der  Heizwert  des  Oeles  ist  bedeutend  höher  als  derjenige 
von  festen  Brennmaterialien,  daher  auch  die  Wärmeausnutzuog 
viel  besser;  es  kann  somit  trotz  der  höheren  Brennstoff  kosten 
die  Oelfeuerung  günstiger  arbeiten  als  eine  Generatorgas- 
feuerung. Auf  die  Gewinnung,  Eigenschaften  und  Untersuchung 
der  Heizöle  soll  hier  nicht  näher  eingegangen  werden,  da  hier- 
über genügend  Literatur  vorhanden  ist.1) 

Das  Heizöl  kommt  in  Kesselwagen  oder  im  Oeltankschiff  zum 
Versand,  selten  in  eisernen  Fässern,  die  nur  für  sehr  kleine 
Betriebe  in  Frage  kommen.  Mittels  Zabnradpumpe  oder  Plunger- 
kolbenpumpe  wird  es  dann  in  Hauptölbehälter  gepumpt,  welche 
derart  zu  bemessen  sind,  daß  ihr  Vorrat  für  etwa  4  Wochen 
Betriebszeit  ausreicht.  Es  kommen  hierfür  eiserne  Bassins  in 
Frage,  für  größere  Werke  2 — 3  Stück,  damit  man  dann  während 
des  Betriebes  eine  Reinigung  der  Behäiter  vornehmen  kann. 
Es  sind  auch  wohl  Eisenbetonbehälter  verwendet  worden,  jedoch 
ist  davon  abzuraten,  da  sich  eine  Reparatur,  falls  der  Behälter 
rissig  geworden  sein  sollte,  nur  schlecht  oder  gar  nicht  aus- 
führen läßt.  Die  Eisenbehälter  sind  auf  dem  Erdboden,  oder 
teilweise  in  diesen  eingelassen,  aufzustellen.  Unter  dem  Stutzen 
der  Einpumprohrleitung  sind  leicht  auswechselbare  Filter  anzu- 
bringen.   Außerdem  sind  die  Oelbehälter  mit  Dampfschlangen 

Dr.  L.  Schmitz:  Die  flilBsi gen  Brennstoffe.   Dr.-Ing.  0.  A,  Easioh; 
Die  Oelfeuerungstechnik. 


4  —  Nr.  1 


SPRECHSAAL  —  COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


zu  versehen,  welche  etwa  10  cm  vom  Boden  zu  verlegen  sind. 
Die  Verlegung  der  Rohrschlange  so  tief  am  Boden  ist  folgender- 
maßen begründet.  Das  Oel  enthält  immer  mehr  oder  weniger 
schwerere  Stoffe,  welche  sich  am  Boden  ablagern;  durch  die 
heiße  Rohrschlange  werden  diese  Teilchen  immer  wieder  auf- 
gewirbelt und  intensiv  mit  dem  oberen  leichteren  Oel  durch- 
gemischt Läßt  man  diese  schwereren  Teile  sich  ruhig  am 
Boden  ablagern,  ohne  eine  öftere  Reinigung  der  Tanks  vorzu- 
nehmen, so  entsteht  um  den  Absaugstutzen  gewissermaßen  ein 
Trichter  oder  Krater;  ist  nun  der  Oelstand  im  Behälter  ziemlich 
tief  gesunken,  so  werden  schließlich  diese  schlammartigen  Oel- 
massen  mitgerissen,  und  die  Oelleitungen  sind  sofort  verstopft. 
Da  aber  diese  schlammigen  Oelmassen  sehr  viel  Kohlenstoff 
enthalten,  ist  es  auch  aus  wirtschaftlichen  Gründen  geboten,  sie 
im  verteilten  Zustand  mit  du  cb  die  Zerstäuber  gehen  zu  lassen. 
Auf  das  Verlegen  der  Heizschlange  ist  große  Sorgfalt  zu  ver- 
wenden, da  durch  undichte  Dampfleitung  viel  Kondenswasser 
in  das  Oel  gelangen  kann. 

Im  Hüttengebäude  ist  ein  Oelbehälter,  welcher  den  Tages- 
bedarf faßt,  4 — 6  m  hoch  über  Hüttenflur  aufzustellen.  Am 
vorteilhaftesten  ist  es,  für  Schmelzöfen  und  Nebenöfen  getrennte 
Behälter  vorzusehen,  da  man  dann  eine  bessere  Betriebskontrolle 
über  den  Oelverbrauch  ausüben  kann.  Auch  in  diese  Behälter 
ist  das  Oel  durch  Filter,  welche  leicht  ausgewechselt  werden 
können,  zu  pumpen  Es  ist  vorteilhafter,  die  Filter  hier  anzu- 
bringen, als  am  Saug-tutzen  in  dem  Haupttank,  da  sie  in 
ersterem  leichter  zugänglich  sind.  Eine  Schwimmer-  und 
Zeigereinrichtung  muß  es  ermöglichen,  den  jeweiligen  Oel- 
be«tand  abzulesen.  Auch  diese  Behälter  sind  mit  einer  Dampf- 
heizschlaoge  zu  versehen  Wenn  auch  im  allgemeinen  die 
Temperatur  im  Hüttengebäude  ausreicht,  das  Oel  genügend 
warm  zu  erhalten,  so  ist  es  für  die  kältere  Jahreszeit  und  auch 
für  dickere  Oele  geboten,  eine  Dampfschlange  einzubauen.  Das 
Oel  wird  von  dem  Hauptbehälter  in  diese  Arbeitsbehälter  mittels 
Handflügelpumpen  gepumpt,  oder  für  größere  Anlasen  kommen 
auch  hier  elektrisch  angetriebene  Zahnradpumpen  zur  Auf- 
stellung 

Für  die  Ausführung  der  Oelfeuerungen  hat  man  3  Lösungen: 
1.  die  Tropffeueruog,  2  die  Verdampferbrenner,  3.  die  Zer- 
stäuber. Die  beiden  ersten  Verfahren  haben  den  Vorteil,  daß 
kein  besonderes  Gebläse  erforderlich  ist,  und  daß  sie  daher  sehr 
einfach  ausgeführt  werden  können,  andererseits  haben  sie  so 
viele  Nacht»  ile,  daß  man  für  Glasschmelzöfen  stets  die  Zer- 
stäuber vorziehen  sollte.  Die  Gmudlagen  des  Zerstäubungsver- 
fahrens, sowie  eine  große  Anzahl  bewährter  Zerstäuber  findet 
man  in  „Dr  lng  Essich,  Die  Oelfeuerungstechnik".  Ich  möchte 
aber  dennoch  zwei  Zerstäuber  bringen,  welche  sich  bei  Glas 
Schmelzöfen  gut  bewährt  haben. 


1 
1 
1 

|    Öl  ... 

m 

1 
I 
1 
1 

Li 

Y!nIT!r\j 

E-i  ist  die«es  der  Zerstäuber  von  Körtins  Abb.  1,  der  sich 
besonders  für  Dampfzerstäubung  sehr  gut  eignet.  Der  große 
Vorteil  int  der,  daß  er  sich  sehr  rasch  ein-  und  ausbauen  läßt, 
worauf  Doch  weiter  unten  näher  eingegangen  werden  soll. 
Sodann  der  Zerstäuber  Abb.  2,  der  sich  für  Luft--,  und  Dampf- 


Abb.  2. 

Zerstäubung  gleich  gut  bewährt  hat.  Durch  den  Konus  wird 
hier  de'  Oel  strahl  noch  besser  erfaßt  und  intensiver  zerstreut. 
Ein  weiterer  Vorteil  dieser  beiden  Zerstäuber  i*t  der,  daß  die 
Mischung  erst  außerhalb  der  Düse  stattfindet.  Hierdurch  wird 
vermieden,  daß  sich  unverhrannter  Kohlenstoff  in  der  durch 
strahlende  Wärme  sehr  heiß  gewordenen  Düse  absetzt  und  mit 


der  Zeit  zur  Verstopfung  führt.  Es  genügt,  wenn  diese  Zer- 
stäuber alle  8  Tage  ausgewechselt  und  t  auber  gemacht  werden. 
In  einem  mir  bekannten  Falle  hat  ein  Zerstäuber  nach  Abb.  2 
drei  Wochen  ohne  Reinigung  den  Betrieb  durchgehalten.  Als 
Niederdruckbrenner  kommt  der  Schmidt-Brenner2)  in  Frage. 
Dieser  Brenner  ist  besonders  für  Kühlöfen  geeignet,  kann  aber 
auch  mit  Vorteil  für  kleinere  Schmelzofenanlagen  benutzt 
werden  und  arbeitet  schon  mit  einem  Luftdruck  von  360  mm  WS. 

Von  großem  Einfluß  ist  die  Sekundärluftzuführung  und  vor 
allem  die  Luftvorwärmung.  Gerade  in  diesem  letzten  Punkte 
trifft  man  manchmal  auf  die  unglaublichsten  Anschauungen. 
Von  welch  großem  Einfluß  diese  auf  die  Brennstoffersparnis 
ist,  hat  A.  Popoff  eingehend  besprochen  3).  Bei  Oefen,  welche 
auf  Oelfeuerung  umgebaut  sind,  findet  man  oft,  daß  die  Zer- 
stäuber neben  den  Heißluftschächten  eingebaut  sind.  Eine 
intensive  Mischung  von  Oel  und  Luft  findet  erst  weit  im  Ofen 
statt;  die  Folge  davon  ist,  daß  die  Verbrennung  bis  tief  in  die 
Abzugsschächte  vor  sich  geht,  während  der  Ofen  bei  der  Ein- 
mündung der  Brenner  zu  kalt  geht.  Da  naturgemäß  hier  die 
Abhitze  mit  einer  höheren  Temperatur  entweicht,  ist  auch  ein 
größerer  Brennölverbrauch  zu  verzeichnen.    In  Abb.  ü  ist  an- 


gedeutet, wie  der  Zerstäubereinbau  am  besten  zu  erfolgen  hat. 
Hierbei  kommt  der  Zerstäuber  einerseits  nicht  zu  weit  ab 
vom  Ofen,  andererseits  ist  eine  gute  Mischung  von  Luft  und 
Oel  vor  Eintritt  in  den  Schmelzraum  gewährleistet. 

Der    Rekuperativofen    dürfte    für    Oelfeuerung    am  ge- 
eignetsten sein.    Beim  Regenerativofen  ist  das  ständige  Aus- i 
S   wechseln  der  Zerstäuber  sehr  lästig,  da  man  sie  wegen  der 
strahlenden  Wärme  nicht  stehen  lassen  kann.    Hier  käme  der 
schnell  auswechselbare  Zerstäuber  von  Körting  in  Frage.  Nachi 
Lösung  der  Knebelschraube  legt  man  den  Bügel  herum  und  I 
zieht  so  den  Zerstäuber  nach  hinten  heraus;  die  Anschlüsse! 
für   Oel-    und    Luftleitungen    werden    hierbei    nicht    gelöst, , 
sondern  nur  die  Abschlaßorgane  geschlossen.     Die  Oeffnung; 
im  Ofen  kann  man  dann  mit  einem  Schamottestein  versetzen. 

Es  ist  angebracht,  die  Zerstäuber  nach  vorn  etwas  ge- 
neigt anzuordnen,  da  dann  die  Flamme  vollkommener  über  die 
Glasoberfläche  hinwegstreicht. 

Bei  kleinen    Schmelzöfen,  wo  man  mit  Niederdruckzer- 
stäubern   auskommt,  dürften    sich    die   Anlagekosten ;  gegen- 
über der  Generatorgasfeuerung  etwas  billiger  gestalten  dieses 
trifft  aber  nicht  mehr  zu  bei  größeren  Anlagen,  wo  die  Auf- 
stellung einer  Kompressorenanlage,  eines  Dampfkessels  und  einer 
größeren  Tankanlage  nicht  zu  umgehen  ist.    Da  aber  der  Oel- 
transport  sich  wesentlich  einfacher  gestaltet  als  der  Kohlen-  und  I 
Aschetransport,  außerdem  die  lästige  Stocharbeit  bei  den  Gene- 
I   ratoren   fortfällt,   so  spart   man   hier  bedeutend   an  Arbeits- 
kräften, was  auch  sehr  ins  Gewicht  fallen  dürfte.    Bei  Preß- 1 
luftzerstäubung  ist  bei  größeren  Anlagen  eine  bedeutende  Be-! 
triebskraft  in  den  Kauf  zu  nehmen.    Für  eine  Tagesproduktion  Iii 
von  10000  kg  Glas  werden  etwa  5000  kg  Oel  benötigt.  Der1 
Sekundärluftverbrauch  für  1   kg   Oel   beträgt   etwa   14  cbm| 
Luft;  hiervon  sind  ungefähr  10°/0  als  Preßluft  erforderlich,' 

also  1,4  cbm.  =  209  kg  Oel  werden  in  einer  Stunde  ver?  I 

braucht.  Mithin  sind  209  X  1,4  =  300  cbm  Luft  pro  Stande  von 
dem  Kompressor  zu  leisten. 

Die  Luftpressung  muß  2— =3  Atm.  betragen.  Dieser  Luftbe-  I 
darf  hängt  natürlich  auch  von  der  Wahl  der  Zerstäuber  ab.  i 
Auch  ist  für  genügende  Betriebsreserve  zu  sorgen.  Dieses  ge- 1 
i  schieht  am  vorteilhaftesten  so,  daß  ein  größerer  Dampfkessel 
aufgestellt  wird,  welcher  nicht  nur  den  Heizdampf  zu  liefern 
vermag,  sondern  außerdem  genügend  Dampf  für  die  Zerstäuber  I 
liefert.  Der  Kessel  wird  durch  die  Abgase  des  Schmelzofens  i 
geheizt  und  mit  einer  Zusatzölfeuerung  versehen.    Auf  diese 

a)  Estrich,  Oelfeuerungatechnik,  Seite  35,  Abb.  42—44. 
•')  Sprechaaal  1921,  Nr.  42. 


1922,  (55  yÄgara&S 


SPRECHSAAL- COBURG. 


Nr.  1 


Weise  knn  tn  vi  in.  kürzester  ZiH  die  D  lan^utwicklnag  so 
steigern,  daß  sämtliche  Brenne  auf  D^afzvstäabaäg  umge- 
schaltet werden  köaaea.  Di«  D  impfaerstiahaag  arbeitet  eben- 
so gut  wie  die  Laftaarstäabang.  voransgeSeUt,  da8  H^ißdampf 
mg  Anwemlang  kommt.    Der  Druck  m  iö  5-7  Atm.  betragen. 

Es  wäre  nun  noch  za  prüfen,  welches  dir  beiden  Ver- 
fahren ob  Dampf-  oder  Laftzerstäubung.  am  wirtschaftlichsten 
febeitet:  Hier  kann  gesagt  werden,  daß  D  impfzerstäubung 
IL  pt  Schlich  bei  dickm  Oelen  in  Betracht  Kommt.  Bs  ist 
aber  ferner  za  berücksichtigen,  daß  bei  der  Verwendung  von 
Di  npf,  ein  M  shrauf wand  an  Oel  erforderlich  ist,  welchem  ja 
allerdings  die  hohen  Betriebskosten  zur  ESrzeagnng  der  Preß- 
luft entgegenstehen.  Steht  Heißdatopf  also  billig  zur  Verfugung, 
so  kann  D impfzerstäubung  verwendet  werden  ;  im  allgemeinen 
sollte  man  aber  die  Laftzenstäabang  vorziehen. 


Berechnern^  n  %c!i  dem  Ausland  mit  höch- 
sten üitler  Währung. 

Voa  geschätzter  Seite  wird  uns  geschrieben  : 
Auch  der  hartnäckigste  Verfechter    der  Markberechnung 
nach   dam    Au-ltad   mit   hochstehender  Währung   wird  wohl 
durch  die  Brfahrangm  kiriert  sein,  die  bei  der  letztea  Mark- 
entwertun£>Mw4!e  gemacht  worden  sind. 

Bs  sollte  bei  der  Beurteilung  der  Frage  folgendes  unter- 
schieden werden :  „ 

1.  Beschaffung  voi  Dsvisen  für  unsere  die  Reparations- 
zahlungen leisteade  R  gierang  und 

2.  die  Berechnung  von  aagemessenen  Preisen  für  das  Aus- 
land, wobei  es  also  an  sich  durchaus  noch  nicht  genügt,  daß 
in  Auslandswährung  berechnet  oder  gezahlt  wird,  es  muß  auch 
ein  angemessener  Betrag  in  Auslandswährung  dabei  heraus- 
kommen. ,  ,  ,.  ...  , 

Die  letztere  Frage  ist  die  bei  weitem  wichtigere,  wahrend 
es  weniger  von  Bedeutung  ist,  ob  einmal  für  eine  Auslands - 
lieferuDg  anstatt  in  ausländischer  Währung  in  Mark  gezahlt 
wird.  Worauf  es  ankommt  ist.  daß  ein  den  Marktverhältnissen 
des  Absatzlandes  angepaßter  Betrag  in  Auslaadswährung  er- 
zielt wird. 

Will  man  die  Nachfrage  nach  ausländischen  Zahlungs- 
mitteln in  Deutschland  vermeiden,  so  könnte  bei  Lieferungen 
an  deutsche  Exporteure  unbedenklich  Mw*zahlang  zugelassen 
werden,  wenn  die  Berechnung  in  ausländischer  Wahrung  er- 
folgt und  dem  deutschen  Exporteur  überlassen  wird,  in  Mark 
zu  zahlen  unter  Zugrundelegung  des  Umrechnungskurses  am 
Sage  der  Lieferung.  Bs  könnte  vielleicht  näher  liegen,  den 
Umrechnungskurs  am  Tage  der  Zahlung  zugrunde  zu  legen, 
doch  kann  dann  der  Exporteur  leicht,  zu  Spekulationen  ver- 
leitet werden,  indem  er  den  Zahlungstag  auf  einen  ihm  mög- 
lichst günstig  erscheinenden  Zeitpunkt  zu  verlegen  sucht,  was 
leicht  zu  Zahluugsverzögerungen  Anlaß  geben  kann. 

Ausschlaggebend  ist,  daß  zunächst  in  Auslandswährung 
berechnet  wird  und  in  Fällen,  in  denen  MUrkiahlung  nicht  zu 
umgehen  ist,  dann  erst  eine  Umrechnung  in.  Mark  erfolgt.  Eine 


Außenhandelsstelle  hatte  in  unglaublicher  Verkennung  der 
Folgen  gutgeheißen,  daß  von  Mirkbereclnun?  bei  Auslands- 
iieferuo«en  ausgegangen  wurde  (unter  Zagrtfnde  egnng  eines 
ganz  ungenügenden  Aasfuhraufschlage*)  die  Zahlung  aber  m 
ausländischer  Währung  zu  erfolgen  hatte,  ijad  zyr  zum  Kur  8 
am  Vortage  des  Angebotes  !  Das  hatte  mv  kolg?,  daß  dem 
Ausländer  der  ganze  gnoSe  Kursgewinn  bei  eintütender ■Ent- 
wertung der  Marie-  zufiel.  Es  ergab  sich  auf  Grund  dieser 
Berechnung  z,  8  ,  .  daß  der  betr.  Ausländer  bei  der  starken 
Markentwsrtuag,  die-  vor  kurzem,  eingesetzt  haüe,  eine  Ware 
zu  Frs.  9—  «UbasCto,  deren  Vorkriegspreis  war' 
In  dem  betr.  Land  betrug  die  Teuerungszahi  etwa  ISO.  d,  h.  sie 
war  nicht  ganz  das  Doppelte  der  Vorkriegszeit.  Der  auslän- 
dische Käufer  hätte  also  etwa  Fr«.  32  50.  au  zahlen  gehabt, 
während  ihm  lera^eutsche  Tieferer  die  Ware  nru  l?rs  9.— 
abließ,  und  das  W  einer  Zeit,  wo  unser  .Wirtschafte,  und 
Finanzwesen  so  davniederliegt  wie  jetzt,  wo  wir  wahrlich  kernen 
Anlaß  habej.  Milliooenwerte  nach  dem  Ausland  zu  verschenken. 
Bs  war  in  diesen  Tagen  za  lesen,  daß  das  betr.  Au-dandsgebiet 
gewisse  deutsche  Waren  wegen  Preisschleuderei  überhaupt  zu 
sperren  im  Begriff  stehe,  während  die  Einfuhr  über  andere 
Länder,  z.B.  Frankreich  frei  blieb.  Das  Beispiel  lehrt,  daß  es 
mit  der  Zahlung  in  Aaslandswahrung  allein  keineswegs  getan 
ist;  der  Schwerpunkt  Hegt  in  der  Erzielang  abgemessener 
Preise  in  Auslandswährung. 

In  einer  neulich  bekannt  gewordenen  Verorientlichung  ist 
auch  der  schon  vielfach  ins  Treffen  geführte  Satz  enthalten,  daß 
es  immer  noch  viel  besser  sei,  ein  Exportgeschäft  m  deutscher 
Mark  abzuschließen  als  auf  ein  Geschäft  ganz  zu  verzichten. 
Das   ist  nur  richtig,   wenn   die  vorgemerkten'  Ausiahrungen 
Geltung  behalten.    Wenn  aber  der  Satz  so  aufzufassen  s wäre, 
daß  es  besser  sei,  ein  Geschäft  za  Preisen  zu  maeheü,  rüe  swh 
für  das  Ausland  als  Schleuderpreise  erweisen,   dann   ist  cue 
Schlußfolgerung  verfehlt.     Sollten  solche  Ausnahmen  ab- 
lassen werden,  so  werden  sie  bald  die  Regel  mlaea,.. denn  die 
ausländischen  Käufer  würden  ja  sehr  bald  .erfahren,  M 
nahmen  möglich  sind,  sie  wären  Toren  und  Stümper,  weun  ade 
es  dann  nicht  durchdrückten,  d  iß  auch  bei  Ihnen  die  Äajnaame 
angewendet  wird.    Das  würde  dann  nichts  auderes  heidaa  als 
daß  deutsche  Waren  nach  wieder  allgemein  nach  dem^va.-Uud 

\  Regieron  ?;«n 


verschleudert  werden  Das  müßte  aber  über  ian2 
zur  Folge  haben,  daß  die  betr 


iffen  lea  au  Harn 

die  BiufühV  von  deutschen  Waren  zu  Schleuderpreisen  über- 
haupt sperren  o  ler  sie  durch  hohe  SchatzzoUwätie  (AiV.-D.im- 
ping)  so  gut  wie  ganz  ausschließen.  Es  ist  außerdem  ganz  aus- 
sichtslos em-nd  derartig  he-abgewirts jhJtete  Prenmaoi.e  in 
absehbarer  Zeit  »wieder  iu  die  Höbe  zu  bringen. 

In  der  Üeb»rgang*zseit  muß  man  es  .darauf  ankommen  lassen, 
daß   auch   einmal    einige   Auslandsaufträge    verloren  gehen. 
Sehen   die   Ausland skäufer,   daß   es  der  deatschen,  Iadastnö 
Brast  damit  ist,  die  Auslanisprcsschleaderei  e  nui«t  mea  dann 
wird  auch  bald  wieder  Vertrauen  zu  unserer  Preispolitik  ein- 
treten, und  es  werden  uns  die  Preise  bewilligt  werden  die  als 
Grundlage  für  ehien  geordneten  iaternätio aalen  Ü  wohaUsvai- 
kehr  unerläßlich  sind. 


irisch  a  f  1 1  i'o  h  -  g  e  w  e  r  b  Ii  eher 


Korrespondenzen. 


Personalien.  Dr.  Otto  Schott  w.nle  anläßlich  seines  70.  Gebarts- 
tages von  der  j  aistischen  Fakultät  der  Universität  Jjna  zum  Doktor  e.  h. 
pi\nnviert\ 

Jubllädin.  Am  1.  1.  22  feierte  Herr  Direktor  Max  Walther 
die  25j.Vüfige  Wiederkehr  sein-s  Eintritts  in  die  Firma  Ar^ast  Walther  & 
Söhne,  A-G.,  Moritzdorf.  AU  langjähriger  Leiter  d;r  Abteilung  Glas 
hat  tr  denk  seiner  außerordentlichen  Fäaigkdten  das  Unternehmen  zu 
seiner  heutigen  Bedeutung  effiporgtfübrt. 

To1  er  schau.  Die  Firma  Joseph  Kober,  Breslau  Rerl  in,  beklagt  den 
um  31.10  21  erfolgten  Heimgang  ihres  Mitiahabars,  Herrn  Aron  Kober. 
Die  Firma  wird  in  unveränderter  Weise  fortgeführt". 


Fachschulen,  Unterricht,  Forschung. 

Stautsfachscfcule  für  Keramik  nnd  verwandte  Kunstgewerbe  in 
Teylitz  Schönau.  Lekrkar»  für  Hiatechusk  und  praktischen  Ofen- 
bau  für  Ilafut-r-  und  Ofeu8e1zerg<:hiltVn.  Dir  Kursus  hau  den  Zweck, 
den  Befeuern  im  W^e  einer  p!»numtSii>eu  Ausbildung  j  -ue  Kenntnisse  in 
der  Heiztechnik  .uud  im  praktischen  Ofensau  zu  vermjt&elq,  welche  zur 
erfolgreichen  Ausübung  ihre*  Berufes  eriorderiieh  hiud.  D  e  Dauer  des 
Lehrganges  betrag,  H  Wichen,  nam'ich  vjm  16  ).  bis  26.  2.  22.  Der 
Unterricht  wiid  täglich  von  8  bis  12  Uir  vorm.  uui  von^  1  bis  5  Uhr 
nachm.  erleid  Aufgenommen  wrrd^»  nur  Hafner-  und  Or'ensetzergahil- 
fen;  Lelirzeugnis  ist  vorzulegen.  Die  A.'fnuuine  von  Ausländern  unter- 
liegt der  GeoeLmignne  d  s  M  uüteriuins  ltir  Schulwesen  nnd  Volkskultur. 
An  Schulgebühreii  nini  Kc  10  zn  t-.rlegeu.  Der  Kursus  wird  nur  abge- 
halten, we&n  Bit  Ii  mindestem  ]0  Teilnehmer  melden.  Die  Einschrei- 
bungen fiuden  Vüm  1.  bii  16  1.22  statt.  Nähere  Auskünfte  erteilt  die 
Fachschuldirekliüü.  •   . 


.Gesetzgebung,  Stenern. 

Lohnabzug   und   Ekkommensteuer-Novelli.     Durch   du  im 
17  12  21  vom  fidchatag  angenommene  Abäadsrangsgesetz  rau. 
kommensteuerg^^t,  Ut  die  Einko^nmansgreaze,  bis  zu  ^  el"r  ^;l 
von  10o/0  als  endgültige  Tilgung  der  Steuerschuld  ohne  Va^gaag 
lediglich  d.reb  Abzug  v,m  Arb.eit8-o'an  erhooeu  vmd,  von       24000  auf 
j?  50000  erhöbis  Gleichzeitig  habe,  die  Ahzüge  rar  a,u  *  ^iliea- 

rtand  nnd  die  W^tfuagskoaten  eine  w  seuilicbe  H.raafsetzuag  e  ra h  e". 
Der  StenwbKr.g  Jon  10"-0  des  Arbeit^ü-t^-.  <lnr  aaen  *•*  »m  1.  U.W- 
KS^»  Vomh^iften  des  G.;,etzes  über  die  Einkotamanst^r 
vomArbeltelohu  vom  11.7.  21  nunmehr  vom  Brn.toverdi.nst  tp  .oyu 
Vorheriges"  Absetzen  gewisser  IM  *x  )  «  erahnen  u',  ermaö.gt  sieb 
S  dS  neuen  Bastimmaugen  fdr  deu  Steuerpäichtigen  uaa  .eiae  Frau 
m  je  Jt  20  bei  mon»t:i,her,  um  y.  M  4  80  bei  ^^^jjr^ 
ie  i  0  80  bei  tä«Hcbfr  Ziblung  d^  A".eitslome3.  Für  die  miaderjaa- 
%t  Kinder  i »d  J  i  M.  30.  bezw.  M  7,20,  M  1,20  in  Abzug  z,  brmgön. 
zTAbgeltunz  der  nach  §  .3  Aha  IN".  1  >is  7  zuasgur  Abzüge 
(WerbuSgskosteo)  sind  A  45  monatlhh,  M  10,8)  woebeatheh  uil  JL  i.80 
täglich  anzusetzpti. 

Beispiel:  Verheirateter  Ar^eitw  mit  2  Kindern  : 
Gesamtverdieu-t  iu  der  Woche  vom  2—7   i,  1W2 

M  445,30,  ddvou  10»  0     ..••••=  M  4*'öä 
Ermäliijiiuuireu 

für  ihn  und  Ehefrau  2X4,80  =  Ji  9,60 
für  die  btilen  Kind«  2X7,20  =  „  14,40 
für  Weibungskosten     .   .   .   =  „  10  80  rf*»» 

K^st  Jt  9,73 
Endgültig  einzubehaltender  Steuerbetrag  Ji  9,70. 
Mit  dieser  Neuregelung  werden  die  iu  den  jetzt  zur  Ausgabe  ge- 
langenden Steuerbüchern  enthaltenen  Angaben  überholt,    Wie  von  zu- 


>;;iri 


6  —  Nr.  1 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


ständiger  Seite  mitgeteilt  wird,  sind  die  Arbeitgeber  Tom  1.  1.  22  ab  ohne 
weiteres  berechtigt,  die  neuen  vom  Reichstag  beschlossenen  Abzüge  in 
Anrechnang  zn  bringen.  Eine  eigenmächtige  Abänderung  in  den  Steuer- 
büchern ist  nicht  zulässig. 

Für  die  über  Jt  50000  liegenden  Einkommen  (bei  denen  ein  Abzug 
für  den  Steuerpflichtigen  und  seine  Freu  nicht  mehr  und  .bei  denen  der 
Abzug  für  die  Kinder  nur  bis  zur  Grenze  von  Jt  200  000  gewährt  wird) 
ist  mit  Rücksicht  auf  die  Geldentwertung  eine  Steuererleichterung  durch 
eine  weitreichende  Verschiebung  der  Steuerstaffel  getroffen  worden.  Das 
Steuerjahr  1921  wird  nach  den  bisherigen  Sätzen  veranlagt,  jedoch  nur 
bis  zum  31.  12.  21  (8/±  Jahre)  erhoben.  Der  neue  ermäßigte  Steuertarif 
wird  bedauerlicherweise  nicht  mit  rückwirkender  Kraft  ausgestattet,  son- 
dern erst  vom  1.  1.  22  an  (unter  gleichzeitiger  Vereinigung  des  Steuer- 
jahreB  mit  dem  Kalenderjahr)  zur  Anwendung  gebracht.  Der  besonders 
im  letzten  Vierteljahr  1921  eingetretenen  starken  Geldentwertung  wird 
also  leider  gar  nicht  Rechnung  getragen. 

Die  Neugestaltung  der  Umsatzsteuer.  Dem  Reichstag  liegt  be- 
kanntlich die  Novelle  zum  Umsatzsteuergesetz  vor.  Die  Verhandlungen 
können  voraussichtlich  erst  im  Laufe  des  Januar  zum*  Abschluß  gebracht 
werden.  Der  11.  Ausschuß  des  Reichstags  hat  in  der  ersten  Lesung  dem 
Vorschlage  der  Regierung,  die  erhöhte  Umsatzsteuer  mit  Wirkung  vom 
1. 1.  22  in  Kraft  treten  zu  lassen,  zugestimmt.  Hinsichtlich  des  Steuer- 
satzes steht  noch  nicht  fest,  ob  der  Satz  auf  2  %,  wie  der  Ausschnß  des 
Reichstages  in  erster  Lesung  beschlossen  hat,  oder  2,5  BJ0,  wie  die  Reichs- 
regierung vorgeschlagen  hat,  erhöht  wird.  Sollte  das  Gesetz  vom  1.1,  22 
in  Kraft  treten,  so  wird  von  diesem  Zeitpunkt  ab  auch  die  Ausfahr  der 
Umsatzsteuer  unterworfen  sein,  gleichgültig,  ob  die  Gegenstände  unmittelbar 
in  das  Ausland  oder  an  einen  Ausfuhrhändler  geliefert  werden.  Nur  die- 
jenigen Lieferungen,  die  der  Ausfuhrhändler  seinerseits  ohne  vorherige 
ße-  und  Verarbeitung  ins  Ausland  vornimmt,  sind  unter  bestimmten  Form- 
vorschriften von  der  Umsatzsteuer  befreit.  Eine  Befreiung  von  der  Umsatz- 
steuerpflicht der  Ausfuhr  wird  bis  zu  einem  noch  zu  bestimmenden  Termin 
nur  gewährt,  wenn  der  Lieferer  nachweist,  daß  der  Vertrag  über  die 
Lieferung  ins  Ausland  vor  dem  1. 1.  22  mit  fester  Preisvereinbarung  ab- 
geschlossen ist.  Weiterhin  werden  dann  vom  1. 1.  22  ab  die  ersten  UmMtze 
nach  der  Einfuhr  grundsätzlich  steuerpflichtig. 


Handel  und  ¥erkehr. 

Die  Errichtung  lettischer  Konsulate  und  Vizekonsulate  ist  für 
die  nächste  Zeit  in  folgenden  deutschen  Städten  vorgesehen :  Königsberg, 
Stettin,  Breslau,  Hamburg,  Duisburg,  Düsseldorf,  Leipzig,  Augsburg  und 
Frankfurt  a.  M. 

Im  Pahetverfcebr  mit  Dänemark  empfiehlt  es  sich  nach  Einführnng 
eines  Wertzolles  den  Begleitpapieren  ein  Doppel  der  Rechnung  beizufügen, 
das  folgende  Angaben  enthalten  muß:  1.  Genaue  Einzelaufführung  der 
Waren;  2.  Angabe  des  Zeitpunktes  des  Ankaufes  der  Waren;  3.  Unter- 
schrift des  Verkäufers  mit  Orts-  und  Tagesangabe ;  4.  Zahlungs-  und  Ver- 
kaufsbedingungen. Pakete,  die  Lnxusgegen stände,  wie  z.  B.  geschliffene 
Glaswaren  (aufgenommen  Laboratoriumsartikel,  Glühlampen  und  optische 
Gläser)  enthalten,  sowie  alle  Pakete  mit  Zoll- Gebtihrenzetteln  müssen  von 
einem  solchen  Doppel  der  Rechnung  begleitet  sein. 

Engere  Handelsbeziehungen  zwischen  Nordamerika  und  Deutsch- 
land will  ein  in  New  Yurk  gegründeter  Konzern,  die  Interocean  Holding 
Co.,  herbeiführen.  In  Berlin  ist  zu  diesem  Zweck  e'ine  Tochtergesellschaft 
mit  M  1  Mill.  Kapital  errichtet  worden,  die  Interocean  Taube  &  Co., 
G.  m.  b.  H.,  welche  als  Bindeglied  sowohl  zwischen  der  in  New- York  ge- 
gründeten Gesellschaft  als  auch  der  in  Stockholm  gegründeten  Taube  &  Co., 
A.-G.,  dienen  soll. 

Ein  Wirtschaftsinsütut  für  Bußland  und  die  Bandstaaten  in 
Königsberg  wird  vom  dortigen  Meßumt  im  Einvernehmen  mit  amtlichen 
Stellen  gegründet  werden.  In  erjger  Arbeitsgemeinschaft  mit  den  an  der 
Universität  Königsberg  bereit!  bestehenden  Instituten,  dem  „Institut  für 
ostdeutsche  Wirtschaft"  und  dem  „Institut  für  Rußlandkunde",  soll  die 
Stadt  der  deutschen  Ostmesse  eine  Zentralstelle  für  die  kaufmännische 
Beratung  und  die  wissenschaftliche  Forschung  für  Rußland,  Finnland, 
Estland,  Lettland,  Litauen  und  Polen  werden,  ähnlich  wie  ein  derartiger 
Miuelpuikt  Vir  die  Kai  de  Südeuropas  bereits  im  „Osteuropa-Institut"  in 
Breslau  besteht.  Die  vorläufige  Finanzierung  des  „Wirtschaftsinstituts", 
das  seinen  Sitz  im  Hause  aer  Ostmesse  haben  wird,  erfolgt  bis  zum 
1.  4.  22  durch  das  Meßamt,  in  der  Folgezeit  durch  einen  gemeinnützigen 
Verein,  der  bis  dahin  iüs  Leben  gerufen  wird  und  dem  Kaufleute, 
Industrielle,  Industrie-  und  Handelsvereine  und  Verbände  als  Mitglieder 
angehören  werden. 

Serbien.  Anmeldungen  deutscher  fteldforderungen.  Im  „Reichs- 
anzeiger" ist  eine  Bekanntmach™  g  veröffentlicht  worden,  wonach  deutsche 
Reichsangehörige  aus  Anlall  der  Durchführung  des  §  10  Al  s.  2  und  des 
§  14  der  Anlage  zu  Art.  £98  des  Friedensvertregs  Geldforderungen  gegen 
im  Gebiet  des  ehemaligen  Königreichs  Serbien  in  den  Grenzen  vom  1.  8  14 
ansässigen  Personen  abzumelden  haben  Die  Anmeldung  hat  beim  Rtsichs- 
kommibsar  für  Auslandsscbäden,  B  rün  Zehlendorf  (Wannseebahn),  Am 
Urban,  zu  erfolgen,  und  zwar  auf  emtm  besonderen,  in  drei  Exemplaren 
aoszufttiJ  .iden  weißen  Vordruck,  welcher  bei  den  Handelskammern  er- 
hältlich idt. 


Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H,  N.  Grcbkeramik.  Die  Mindestpreise  für  die  Ausfnhr  von 
Ton  nach  Krankreich,  Belgien,  Luxemburg  und  Holland  haben  am  10.  12.  21 
eine  Aenderung  erfahren. 

Die  Autfnbrmindeatpreise  für  feuerfeste  Erzeugnisse  nach  Oesterreich 
sind  einer  Aenderung  unterzogen  worden. 

Die  Mindestpreise  für  die  Ausfuhr  von  Robkaolin  nach  Finnland 
und  TschechoHlowabien  sind  vom  16.  12  21  geändert  worden. 

Die  Ausfuhrmindestpreise  von  Formsand  haben  gleichfalls  eine 
Aenderung  erfahren. 


A.  H.  N.  Glas.  Der  Unterausschuß  für  Medizinglas,  chemisch- 
pharmazeutische  Gläser,  Fl'akons  und  Kleinglas  hat  in  seiner  letzten 
Sitzung  Berechnung  in  Auslandswährung  beschlossen,  nachdem  die  „Afex" 
für  die  Erzeugnisse  der  Glasindustrie  den  gleichen  Beschluß  gefaßt  hat. 
Der  Unterausschuß  für  Tafelglas  hat  beschlossen:  „Es  ist  sämtlichen 
Hütten  und  Exporteuren  mitzuteilen,  daß  vom  Zeitpunkt  des  Eingangs 
dieser  Mitteilung  an  Exportgeschäfte  nach  hochvalatarischen  Ländern 
künftig  nur  in  Auslandswährung  befürwortet  werden  dürfen,  und  zwar 
entweder  in  der  Währung  des  betreffenden  Landes  oder  in  einer  anderen 
ausländischen  Währung,  sofern  diese  in  dem  betreffenden  Lande  für  Export- 
geschäfte üblich  ist.  Fakturierung  in  Markwährung  ist  künftig  nur  aus- 
nahmsweise in  ganz  besonders  gearteten  Fällen  zulässig.  Die  im  gegen- 
wärtigen Zeitpunkt  bereits  fest  abgeschlossenen  Ausfuhrgeschäfte  in 
Markwähruug  können  noch  befürwortet  werden,  soforn  sie  dem  Preis- 
prüfer  sofort  gemeldet  werden  und  für  die  Fakturierung  in  Mark  Währung 
genügende  Begründung  vorliegt.  Alle  Exporteure  und  Hütten  Bollen  auf- 
gefordert werden,  dem  Preisprüfer  sofort  eine  genaue  Aufstellung  ihrer 
im  gegenwärtigen  Zeitpunkt  noch  bestehenden  Exportverpflichtungen  in 
Markwährung  zu  geben,  soweit  bierfür  die  Ausfuhrbewilligung  beantragt 
werden  soll.  In  Zukunft  sind  Exportaufträge  binnen  acht  Tagen  nach 
erfolgtem  Abschluß  den  Preisprttfern  zu  melden." 

Der  Mindestgebühren-Satz  für  jeden  Antrag  ist  mit  Wirkung  vom 
1.  1.  22  von  Jt  4  auf  Jt  10  erhöht  worden. 

Neue  Ausfuhrbestimmungen  sehen  zwei  dem  Reichsrat  zugegang- 
ene Gesetzentwürfe  vor.  Der  erste  macht  die  Bewilligung  zur  Ausfahr 
von  Waren  von  der  Bedingung  abhängig,  daß  der  Ausfuhrwert  in  Aus- 
landswährung dem  Reich  zur  Verfügung  gestellt  wird.  Der  Rnchskom- 
missar  für  Aus-  und  Einfuhrbewilligung  wird  durch  das  Gesetz  ermächtigt, 
Ausnahmen  von  der  angeführten  Bedingung  zuzulassen  nnd  die  notwen- 
digen Ausfübrungsbestimmungen  zu  erlassen.  Der  zweite  Gesetzentwurf 
enthält  die  Ermächtigung,  für  die  Reichsregierung  anzuordnen,  daß  zur 
Erfüllung  der  Deutschland  im  Zahlungsplan  auferlegten  Zahlungspflieht 
bei  der  Ausfuhr  von  Waren  nach  hochvalutarischen  Ländern  25%  des 
Werts  der  Ausfahr  als  Abgabe  gegen  Erstattung  des  Gegenwerts  unmit- 
telbar erhoben  werden.  Beide  Gesetze  haben  hiernach  im  wesentlichen 
formale  Bedeutung.  Das  erste  Gesetz  soll  an  dem  tatsächlichen  Hergang 
der  DeviBenerfassung,  wie  er  zurzeit  geregelt  ist,  nichts  ändern,  das 
zweite  Gesetz  lediglich  der  Reichsregierung  die  Möglichkeit  geben,  die 
im  Londoner  Ultimatum  vorgesehene  25%ige  Abgabe  im  Verordnunga- 
wege  durchzuführen,  falls  sich  die  Notwendigkeit  dazu  ergeben  sollte. 

Nicht  zu  verwechseln  mit  diesen  beiden  Gesetzentwürfen  ist  ein 
dritter,  der  gleichfalls  dem  Reichsrat  zugegangen  ist  nnd  .die  Erhebung 
der  sogenannten  sozialen  Ausfuhrabgabe  betrifft.  Dieser  Gesetzentwurf 
bezweckt  die  grundsätzliche  Regelung  dieser  Abgabe,  die  bis  zu  10  % 
beträgt,  und  soll  die  Möglichkeil  schaffen,  auch  bei  nicht  unter  Ausfuhr- 
kontrolle  stehenden  Waren  eine  Ausfahrabgabe  zu  erheben. 

Die  Zollfreiheit  für  Waren  aus  dem  Memelgebiet  wird  mit 
Wirkung  vom  1.  1.  22  ab  aufgehoben. 

Australien.  Das  Antidumpinggesetz  ist  von  beiden  Parlaments- 
häusern angenommen  worden,  womit  das  Einfuhrverbot  für  deutsche  Waren 
fallen  dürfte. 

Danzig.  Noch  keine  Aufhebung  der  Zollvergünstigungen.  Nach 
Mitteilung  der  Danziger  Handelskammer  ist  es  zurzeit  noch  zweifelhaft, 
ob  die  vorgesehene  danzig-polnische  Zollunion  bereits  am  1.  1.  22  in  Kraft 
tritt  (vergl.  Nr.  49,  S.  592).  Im  Zusammenhang  damit  sei  darauf  hinge- 
wiesen, daß  der  Fortbestand  des  deutsch- danziger  Wirtschaftsabkommens 
an  sich  durch  das  Inkrafttreten  der  Zollunion  mit  Polen  noch  nicht  be- 
rührt wird.  Nach  dem  Inkrafttreten  der  Zollunion  wird  lediglich  auch 
für  die  Waren,  die  aus  dem  deutschen  Reiche  kommen,  Zoll  erhoben,  die 
bisher  zollfrei  eingingen.  Erst  wenn  die  zwischen  Danzig  und  der  Re- 
publik Polen  bestehende  Ein-  und  Ausfuhrgrenze  fällt  und  somit  das 
Danziger  Ein-  und  Ausfnhrsystem  nicht  mehr  den  reichsdeutschen  Be- 
stimmungen entsprechend  gehandhabt  werden  kann,  werden  hinsichtlich 
der  Lieferungen  aus  dem  Deutschen  Reiche  anders  geartete  Regelungen 
eintreten. 

England.  Die  Zollfreiheit  tschechoslowakischer  Glaswaren 
a  11  ein  von  den  Importeuren  auszuarbeitendes  Memorandum  verlangen. 
Betriffen  sind  drei  Gattungen,  und  zwar  gläserne  Bestandteile,  Birming- 
hamer Waren,  Haushaltungs-  und  Lampenglaa. 

Jugoslawien.  Das  Zollaufgeld  ist  mit  Wirkung  vom  10. 12.  21 
von  400  auf  500  %  erhöht  worden  (vergl.  Nr.  49,  S.  592). 

Polen.  Der  Zollzuschlag  ist  von  39  900  auf  49  900  %  erhöht 
worden.  Der  Multiplikator,  der  bisher  400  betragen  hat,  ist  somit  auf  500 
festgesetzt  worden. 

Frankreich.  Zollbestimmungen.  Von  unterrichteter  Seite  wird 
mitgeteilt,  daß  die  französische  Zollbehörde  erfahrungsgemäß  alle  nicht  mit 
dem  vorgeschriebenen  grüuen  Zettel  versehenen  zollpflichtigen  Sendungen 
beschlagnahmt  und  erst  nach  Zahlung  einer  empfindlichen  Geldstrafe  frei- 
gibt Uukenutnis  der  Vorschrift  gilt  nicht  als  Entschuldigung.  Die  grünen 
Zettel  tragen  die  Aufschrift  „soumettre  ä  la  douane".  Auf  ihnen  muß 
Art  und  Nettogewicht  der  Waren  und  Gesamtwert  der  Sendung  angegeben 
werden. 

Tschechoslowakien.  Die  Einfuhrfrellisto  ist  mit  Wirkung  vom 
16. 11.  21  um  eine  Reihe  von  Waren  ergänzt  worden.  Darunter  befinden 
Bich  u.  a  :  Zolltarif  Klasse  XVII.  au«  Pos.  ISO:  Graphit,  Sintermagneaia 
und  kaustisch  gebrannter  Magnesit;  Klasse  XXXVI.  aus  Pos.  399:  Schamotte- 
mehl, Schamotte-  und  Dinasmörtel. 


Die  Lage  in  Industrie  und  Handel. 

England.  Lohnherabsetzungen  um  20  %  sind  in  der  Feinton- 
industrie zwischen  Arbeitgeber-  und-  Arbeitnehmerverbänden  vereinbart 
worden. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL -COBURG, 


Nr.  1 


Geschäftliche  Mitteilungen. 

Porzellanfabrik  Meschendorf,  A.G.,  Meschendorf.  Auszuar  ans 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12  20:  Reingewinn  M  146  <*4ö ; 
Verwendung  nicht  veröffentlicht;  Abschreibungen  M  15  600;  Zuweisung 
für  technische  Verbesserungen  M  270  000. 

Porzellanfabrik  Lorenz  Hutschenreuther,  A.-G.,  Selb,  iuin« 
au  dem  genehmigten  Abschluß  vom  30. 6.  21 :  Reingewinn  M  S«»^ 
fl  865  673) ;  Dividende  25»/»  (25),  Sondervergütung  M  150  (0);  Abscnrei- 
bangen  Ji  1  955458  (519  988);  neu  errichtete!  Werkerhaltungskonto 
M  8  WU  ;  Zuweisungen  für  Pensiens-,  Wohlfahrti-  und  Siedelungszwecke 
M  2,8  MM.;  an  Sonderreserve  Ji  300000  (100000);  Ruckstellung 
für  feuertechnisebe  Versuche  M  300000  (200000).  —  Dem  Vorstands- 
biriekt  zufolg«  trugen  zu  d«m  befriedigenden  Abschla«  vornehmlich  das 
flotte  Auslandsgeschäft  und  die  Fakturierung  in  Auslandswährung  bev 
Der  hieraus  erzielte  Erlös  gestattete  das  Niedrighalten  der  Preise  auf 
dtm  Inlandsmarkt,  dessen  starker  Bedarf  gleichfalls  eine  wesentliche 
Steigerung  der  UmRätze  herbeiführte.  Fttr  die  nächste  Zeit  ist  die  Ue- 
sellschaft  mit  Aufträgen  reichlich  versehen.  —  Die  o.  G.-V.  stimmte  der 
Kapitalserhöhung  um  M  1  Mill.  Stamm-  und  M  2  Mill.  6«/.,  Wt  doppeltem 
Stimmrecht  ausgestatteten  Vorzugsaktien  auf  M  8  Mill.  zu.  T)es  weiteren 
wurde  die  Umwandlung  der  bestehenden  Vorzugsaktien  in  Stammaktien 
genehmigt.  Diese  und  die  neuen  Stammaktien  erhalten  Dividenden- 
berechtigung ab  1.7.  21  und  werden  den  alten  Aktionären  im  Verhältnis 
1 : 1  zu  200 %  aum  Bezug  angeboten. 

Schamotte-  und  Silikawerke,  A.-G.,  Hönningen  a.  Rh.  Li  der 
a.  o.  G.-V.  wurde  die  Kapitalserhööung  um  M  2  5|Mill.  auf  M  6,5  Mill. 
genehmigt.  Die  neuen  Aktren  wurden  zum  Kurse  von  175%  von ^der 
Ftrma  M.  Lissauer  &  Cie.,  Cöln,  übernommen  und  sind  vom  1.  1.  22  ab 
dividendenberechtigt.  Das  Bezugsrecht  der  Aktionäre  wird  ausgeschlossen. 
Bankier  Lissauer  und  Justizrat  A.  Cahen  II  wurden  neu  in  den  Auf- 
sichtsrat gewählt. 

Siegersdorf  er  Werke,  vorm.  Priedr.  Hoffmann,  A.*G.,  Siegers- 
dorf. Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  10.  21 :  Rein- 
gewinn JI  1487  379  (869  S08);  Dividende  25°/n  (10°/»  und  Gratisaktien 
im  Verhältnis  10:1);  Abschreibungen  M  166  920  (131880);  Zuweisung 
an  Erneuerungsfonds  JH,  100  000  (0).  —  Der  Absatz  hob  sich  im  abge- 
laufenen Geschäftsjahr  auf  allen  Werken  ganz  erheblich.  Die  Kohlen- 
belieferung gestaltete  sich  dem  Vorjahr  gegenüber  etwas  besser.  Die 
wesentlich  gestiegenen  Fabrikationsansgaben  konnten  durch  entsprechende 
Preise  für  die  Erzeugnisse  ausgeglichen  werden.  Die  Wagen  gestellung 
war  zeitweise  derart  mangelhaft,  daß  die  rechtzeitige  Lieferung  fertiger 
Waren  unmöglich  gemacht  wurde. 

Altenbnrger  Glashütte,  A.-G.,  Altenbnrg.  Die  a.  o.  G.-V.  be- 
schloß die  Kapitalserhöhung  um  Ji  1  Mill.  auf  M  2,5  Mill.  Die  neuen, 
ab  1.  1.  21  dividendenberechtigten  Aktien  werden  den  Aktionären  im  Ver- 
hältnis 2:1  zu  einem  noch  festzusetzenden  Kurs  angeboten  Da  die  Ver- 
handlungen mit  der  Uebernahmestelle  noch  nicht  endgültig  abgeschlossen 
sind,  bleibt  die  Festsetzung  des  AusgabekurBes  dem  Aufsichtsrat  vorbe- 
halten, wobei  ein  Mindestkurs  von  110  °/0  als  Grundlage  gilt. 

Vereinigte  Zwieseler  and  Pirnaer  Farbenglaswerke,  A.-G,, 
München.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  30  9.  21 : 
Reingewinn  M  2  011  958  (1205  665);  Dividende  24%  (12%  und  10% 
Bonus);  Abschreibungen  M  181  179  (661582).  —  Die  Fabrikation  gestaltete 
sich  befriedigend,  wenngleich  Rohmaterial  und  Kohlen  in  genügenden  Mengen 
auch  im  abgelaufenen  Geschäftsjahr  nur  mit  Schwierigkeiten  heran- 
zubekommen waren.  Der  Absatz  kam  zunächst  in  den  Winter-  und 
Frübjahrsmonaten  in  Stockung,  verursacht  durch  die  allgemeine  Wirtschafts- 
depression und  durch  die  bekannten  Sanktionen,  wodurch  die  Ausfuhr 
ebenfalls  beeinträchtigt  wurde.  Später  gestaltete  sich  aber  der  Geschäfts- 
gang wieder  günstiger,  insbesondere  durch  die  Aufhebung  der  erwähnten 
Sanktionen.  Die  Fabrik  Zwiesel  mußte  jedoch  aus  obigen  Gründen  einige 
Monate  stilliegen,  ist  seit  Oktober  aber  wieder  in  Betrieb;  von  der  Fenster- 
glasfabrikation  in  Zwiesel  mußte  bisher  immer  noch  Abstand  genommen 
werden.  Die  Fabrik  Pirna  blieb  während  des  ganzen  Jahres  in  Betrieb. 
Zur  Verstärkung  der  Betriebsmittel  der  Tochtergesellschaft  in  Zuckmantel 
wurde  die  Beteiligung  erhöht.  Die  Gesellschaft  ist  in  das  neue  Geschäfts- 
jahr mit  einem  guten  Bestand  an  Aufträgen  eingetreten.  Die  Verwaltung 
legt  Wert  darauf,  festzustellen,  daß  sie  von  dem  Zusammenbruch  der 
Pfälzischen  Bank  in  keiner  Weise  berührt  wird.  —  Das  ausscheidende 
Aufsichteratsmitglied  Komm.-Rat  J.  Scheyer  wurde  wiedergewählt. 

Junker  &  Ruh- Werke,  A.-G.,  Karlsruhe  i.  B.  Das  Anfang  1921 
in  eine  A.-G.  umgewandelte  Unternehmen  weist  in  dem  Geschäftsabschluß 
für  die  Zeit  vom  1.  2  —30.  6.  21  einen  Reingewinn  von  Ji  717  161  aus. 
Ueber  die  Verwendung  wird  nichts  veröffentlicht.  Die  Abschreibungen 
betragen  X  104536. 

A.-G.  Lauchhammer,  Riesa.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Ab- 
schluß vom  30.6.21:  Reingewinn  M  8  201  475  <5 197  072);  Dividende 
20%  (20);  Abschreibungen  M  39  575  862  (12  647  459). 

Eisenhüttenwerk  Keula  bei  Muskau,  A.-G.,  Keula.  Auszug  aus 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  30.6.21:  Reingewinn  Ji  655  738; 
Dividende  10e/0;  Abschreibungen  M  356  006.  —  Dr.  G.  Hatzig  ist  aus 
dem  Auf sichtsrat.  ausgeschieden. 

Neue  Aktiengesellschaften.  Die  Firmen  Norddeutsche  Handels- 
gesellschaft, Allgemeine  Elektrizitäts-Baugesellschaft  m.  b.  H.,  Porzellan- 
fabrik Niedersachsen,  G.  m.  b.  H.,  sämtlich  in  Lamspringe,  Bind  in  eine 
Aktiengesellschaft  unter  der  Firma  „Niedersachsenwerke,  A.-G.,  Lamspringe" 
zusammengeschlossen  worden.  Die  Oberleitung  liegt  nach  wie  vor  in  den 
Händen  des  Generaldirektors  Senator  Mackenthun.  Die  Betriebe  sollen 
durch  Neuaufnahme  weiterer  Artikel  sowohl  in  der  elektrotechnischen 
Branche  als  auch  in  der  Perzella»fabrikation  noch  bedeutend  erweitert 
werden.  —  Die  Schamottefabrik  und  Dampfziegelei  Freymuth  &  Co., 
Könnern  bei  Halle,  ist  mit  M  1  Mill.  Grundkapital  in  eine  Aktiengesell- 
schaft umgewandelt  worden. 


Osram  -  Glühlampenfabrik*  Amsterdam.  Diese  neu  errichtete 
holländische  Aktiengesellschaft  wird  die  holländischen  Interessen  des 
deutschen  Gltthlampenkonzerns,  der  sich  aus  der  A  E.  G.,  der  Siemens 
&  Halske,  A.  G.,  und  der  Osramwerke  G.  m.  b.  H.  zusammensetzt,  wahr- 
nehmen. 

Das  Konkursverfahren  ist  über  das  Vermögen  der  „Essener 
Emaillierwerkstätten,  G.  m.  b.  H.,  Essen",  eröffnet  worden.  Konkurs- 
verwalter- Kaufmann  Fritz  Garbe.  Anmeldefrist:  26.  1.  22.  I.  Gläubiger- 
versammlung: 13.1.22,  11  Uhr  v.  Prüfungstermin:  3.2.22,  11  Uhr  v., 
Amtsgericht  Essen.  ' 

Gener  al  -Versammlungen. 

Marienberger  Mosaikplattenfabrik,  A.-G.,  Marienberg:  a.  o.  G.-V. 
19  1.  22,  3  Uhr  n.,  Hotel  Deutsches  Haus,  Braunachweig.  T.-O.:  Kapitals- 
eihöhung  um  M  1,8  Mill. 

Glasindustrie,  A.-G.,  Ludwigsburg:  a.  o.  G.-V.  17. 1.  22,  10  Ubr  v., 
Bankhaus  G.  H.  Keller's  Söhne,  Stuttgart.  T.-O  :  Kapitalserhöhung  um 
M  5  Mill.  auf  J6  10  Mill. 

E.  Wunderlich  &  Comp.,  A.-G.,  Altwasser:  o.  G.-V.  4.  2.  22,  12  Uhr  m., 
Alleemeine  Deutsche  Credit-Anstalt,  Dresden. 

Deutsche  Evaporator  AG,  Berlin:  a.  o.  G-V  14.1.22,  12  Uhr  m., 
Nationalbank  für  Deutschland,  Berlin  W.  8.  T.-O. :  Kapitalserhöhung  um 
Ji  15  Mill.   . 

Messen  und  Ausstellungen. 

Gegen  die  Zersplitterung  des  Meßwesens.  Im  Anschluß  an  die 
vom  Vorstand  des  Ausstellungs-  und  Messeamts  der  deutschen  Industrie 
im  Juni  vorigen  Jahres  gefaßte  Resolution,  als  allgemeine  Messe  die  Leip- 
ziger Masse  zu  fördern,  da  es  im  gesamten  deutschen  Interesse  liege,  daß 
ihre  Weltstellung  durch  neue  Inlandsmessen  nieht  gefährdet  werde,  hat 
nunmehr  eine  große  Anzahl  von  Industrie-  und  Handelsverbänden  sowie 
von  wirtschaftlichen  Körperschaften,  darunter  S2  Handelskammern,  eine 
Eingabe  an  das  Ausstellungs-  und  Messeamt  unterzeichnet,  mit  der  dieses 
aufgefordert  wird,  seinem  vorjährigen  Beschluß  Wirksamkeit  zu  verschaffen. 
Das  Wohl  der  deutschen  Volkswirtschaft  erfordere  es,  daß  es  in  Deutsch- 
land nur  eine  anerkannte  internationale  Messe  gebe,  nämlich  die  Leipziger 
Messe.  Mit  den  Messen  in  Frankfurt  und  Breslau  solle  vom  Ausstellungs- 
und Messeamt  in  der  Weise  Fühlung  genommen  werden,  daß  sie  sich 
regional  oder  fachlich  oder  in  beiden  Richtungen  beschränken.  Nur  für 
die  Messe  Königsberg,  die  durch  den  polnischen  Korridor  vom  übrigen 
Deutschland  abgeschlossen  ist,  werde  eine  Ausnahme  zugestanden.  Fach- 
messen  einzelner  Industriezweige  sollen  unbeanstandet  bleiben,  doch  werde 
eine  Prüfung  der  Frage  angeregt,  ob  derartige  Veranstaltungen  auch  m 
Zukunft  die  Bezeichnung  „Messe"  führen  sollen. 


Soziale  Bewegung. 

Muß  bei  Lösung  des  Arbeitsverhältnisses  die  Werkswohnung 
geräumt  werden?  Nach  der  überwiegenden  Zahl  der  ergangenen  Eat- 
scheidungen  ergibt  sich,  daß  in  allen  den  Fällen,  wo  es  sich  um  reine 
Werkswohnungen  handelt,  bei  Auflösung  des  Arbeitsvertrages  gleichzeitig 
die  Werkewohnung  geräumt  werden  muß,  ohne  daß  es  einer  besonderen 
Kündigung  der  Wohnung  oder  etwa  der  Zustimmung  des  Mieteinigungs- 
amtes bedarf.  Die  ganze  Frage  ist  in  Nr.  42  der  „Mitteilungen"  des 
Deutschen  Iadustrieschutz Verbandes  Dresden  unter  Heranziehung  einer 
großen  Zahl  ergangener  Entscheidungen  ausführlich  behandelt. 


Verbände. 

Großeinkaufsverband  „Nürnberger  Bund«.  Der  bisherige  Rj- 
klameleiter  und  Verwalter  des  Musterlagers  Herr  Richard  Beeri  ist  aus 
den  Diensten  des  Verbandes  ausgeschieden  und  wird  in  Zukunft  als  Reise- 
vertreter für  die  bekannten  Junker-  und  Rah- Werke,  A.-G  ,  Karlsruhe, 
tätig  sein.  Die  Leitung  des  Reklamewesens  und  die  Verwaltung  des  Aus- 
stellungsgebäudes ist  in  die  Hände  des  Herrn  Borchert  übergegangen. 


Berufsgenossenschaften. 

Glas-Berufsgenossenschaft.  Zu  den  Unfall- Verhütungs-Vorschriften 
ist  ein  erster  Nachtrag  erschienen,  in  dem  die  ab  1.  1.  22  gültigen  Neu- 
abfassungen einer  Reihe  von  Paragraphen  zusammengestellt  worden  sind. 


Versicherungen. 

Befreiung  von  der  Angestelltenversicherung.  Nach  dem  vom 
Reichstag  angenommenen  und  vom  Reichsrat  genehmigten  Gesetzantrag 
wird  den  durch  die  Ausdehnung  der  Angestellten  Versicherung  bis  za 
einem  Jahresarbeitsverdienst  von  Ji  30000  der  Versicherungspflicht  Unter- 
worfenen die  Möglichkeit  einer  Befreiung  von  der  eigenen  Beitragsleistung 
dann  gewährt,  wenn  bis  zum  10.  6.  21  eine  Privatversicherung  mit  aus- 
reichender Prämienköhe  beantragt  ist  oder  eine  bis  zum  10.  6.  21  bean- 
tragte Privatversicherung  durch  einen  bis  zum  31.  12.  21  zu  stellenden 
Nachversicherungsantrag  entsprechend  ergänzt  wird.  Der  Befreiungsan- 
trag selbst  ist  bis  zum  31.  1.  22  nur  bei  der  Ausgabestelle  der  Ange- 
stelltenversicherung zu  stellen.  Früher  an  die  Reichsversicherungsanstalt 
eingehende  Anträge  sind  zu  wiederholen. 


Büohersohau. 

F.  H.  Ehmeke,  Wahrzeichen  —  Warenzeichen.  Mit  867  Ab- 
bildungen. Berlin  und  München  1221.  Verlag  Herrn»»»  Rsekendorf. 
Preis  M  85. 


8  —  Nr.  1 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


Erst  in  der  neueren  Zeit  hat  man  dem  Warenzeichen  als  Wahr- 
zeichen mehr  Aufmerksamkeit  zugewandt  nud  die  Bedeutung  erkannt,  die 
ihm  gleichsam  als  ürknnde  Uber  Herknnft,  Qaalität  usw.  im -wohnt 
Schon  früher  spielten  gewisse  Zeichen  und  Marken  eine  große  Rille;  zum 
Teil  hatten  sie  eine  mystische  oder  religiöse  Bedeutung,  zum  Teil  sollten 
sie  nur  den  Besitzer  kennzeichnen  nnd  später  die  Zugehörigkeit  za  einem 
Stand,  einem  Gewerbe-  oder  einer  Innung.  Bs  ist  ginz  erklärlich,  daß 
ans  einem  Gewerbe-  oder  Innuneszeichen  durch  Hinzufügen  eines  Namens 
oder  von  Initialen  schon  ein  Warenzeichen  geschaffen  war,  das  eine  be- 
stimmte Herknnft,  einen  bestimmten  Erzenger  i  kennzeichnete,  nnd  der 
Schritt  zun  eigentlichen  Warenzeichen  unserer  Zeit  war  dann  nicht  groß 
nnd  ganz  naheliegend 

Einen  schönen  Ueberblick  über  die  Entwicklung  des  Warenzeichens 
in  'den  letzten  Jahrhunderten  gibt  der  bekannte  GrapMk >*■  in  Wort  und 
Bild  im  vorliegenden  Werk,  und  er  zeigt,  wie  es  znm  Wahrzeichen  ge- 
worden ist,  zum  Mittel  zur  Festignng  von  Euf  und  Vertraaen.  Den 
neueren  bekannten  künstlerischen  Zeichen  ist  ein  breiter  Raam  gewidmet, 
und  es  gewährt  einen  besonderen  Beiz,  die  znm  Teil  täglich  vor  nnseren 
Augen  befindlichen  charakteristischen  Warenzeichen  in  dieser  Zusammen- 
stellung zn  sehen.  (Merkwürdigerweise  fand  keine  der  künstlerischen 
Marken  aus  der  Keram-  nnd  Glasindustrie  Aufnahme )  Das  Werk  sei 
Fabrikanten,  Eaufleuten  und  Künstlern  zur  Anregung  und  B  lshrung 
bestens  empfohlen. 


Firmenregister. 

Deutschland. 

Porzellanfabrik  Bernhardshütte,  G.  m.  b.  H,  Sonneberg.  Der  Sitz 
der  Gesellschaft  ist  nach  Blechhammer,  Gemeinde  Hüttengrund,  verlegt. 
Gegenstand  des  Unternehmens  iBt  Fabrikation  von  Porzellan,  insbesondere 
von  elektrotechnischen  Artikeln,  sowie  Handel  damit.  Geschäftsführer  ist 
Kaufmann  Richard  Noack,  sein  Stellvertreter  Kaufmann  Fritz  Eisenwiener. 

Hessische  Zahnfabrik,  G.  m  b.  H.,  Friedberg.  An  Stelle  der  aus- 
geschiedenen 0  Ostermann  und  Ernst  Rosenbaum  wurden  Alexander 
Vigano,  Fabrikant  Christian  Gröninger  und  Kaufmann  Albert  Klessen  zu 
Geschäftsführern  bestellt.   Die  Prokura  des  Reinhold  Hecker  ist  erloschen. 

Rudolph  Heinz  &  Co.,  Neuhaus.   Die  Firma  ist  erloschen. 

Aelteste  Volkstedter  Porzellanfabrik,  A.-G.,  Zweigniederlassung  Neu- 
haus  a.  Rwg.,  vorm.  Rudolph  Heinz  &  Co.,  Neuhaus.  Unter  vorstehender 
Firma  wnrde  von  der  Aeltesten  Volkstedter  Perzellanfabrik,  A.-G ,  Volk- 
stedt, eine  Zweigniederlassung  in  Neuhaus  errichtet.  Vorstand  ist 
Kommerzienrat  Edmund  Tröster.  Kaufmann  Philipp  Heinz  hat  für  die 
Hauptniederlassung  Gesamtprokura,  für  dia  Zweigniederlassung  Einzel- 
prokura. Buchhalter  Jakob  Littermann,  Kaufmann  Rudolf  Heinz  und 
Keramiker  Robert  Heinz  haben  für  die  Zweigniederlassung  Neuhaus 
Gesamtprokura, 

Porzellanfabrik  Lorenz  Hutschenrenther,  A.-G.,  Selb.  Die  Um- 
wandlung der  bestehenden  M  2  Mill.  Vorzugs-  in  Stammaktien  und  die 
Kapitalserböhung  um  Ji  1  Mill.  Stamm-  und  Ji  2  Mill.  Vorzugsaktien 
auf  Ji  8  Mill.  sind  durchgeführt.    Ausgabekurs  200  °/0  bezw.  105  «/0 

Dampfziegelei  mit  Klinkerwerk  Neuschoo,  Peters  &  Co.,  Neuschoo. 
Die  Firma  ist  in  „Dampf Ziegelei  Neuschoo,  Gebr.  Schwarting,  Borgstede" 
geändert. 

Ziegel-  und  Klinkerwerke  Nordholz,  G.  m.  b.  H.,  Minden.  Zum 
weiteren  Geschäftsführer  wurde  Kaufmann  Hermann  Wiehe  bestellt. 

Berliner  Kunst  Keramik,  G.  m.  b.  H.,  Berlin.  Dipl.-Ingenieur  Paul 
Lewenz  wurde  zum  weiteren  Geschäftsführer  bestellt.  Die  Prokura  des 
Friedrich  Schnitze  ist  erloschen. 

Bunzlaner  Fenertonwerke,  G  m,  b.  H.,  Bunzlau.  An  Stelle  des  aus- 
geschiedenen Leon  NathanBon  wurde  Fabrikbesitzer  Kurt  Hoffmann  zum 
Geschäftsführer  bestellt.   Die  Prokura  des  Karl  Hindemit  ist  erloschen. 

Tonwarenfabrik  Germania,  G.  m.  b.  H,  Lugknitz.  Das  Stamm- 
kapital ist  von  Jt  35  000  auf  Jt  40  000  erhöht  worden. 

Schramberger  Majolikafabrik,  G.  m.  b.  H,  Schramberg.  Das  Stamm- 
ist  um  Jt  280  000  auf  Jt.  300.000  erhöht  worden. 

Gesellschaft  für  Ofenfabrikation  und  Tonexport  m.  b.  H.,  Fürsten- 
walde. Die  Vertretungsbefugnis  des  Liquidators  Bernhard  Noack  ist  be- 
endet, die  Firma  erloschen. 

Bonner  Schamotte-  und  Tonwarenfabrik,  A.-G ,  Hangelar.  An  Stelle 
des  ausgeschiedenen  Josef  Papencordt  wurde  Fabrikdirektor  a.  D.  Norbert 
Papencordt  zum  Vorstand  bestellt. 

Kaolin-  nnd  Tonwerke,  A.-G.,  Korbitz  bei  Meißen.  Der  Sitz  war 
bisher  in  Leipzig. 

Ton-  und  Schamottewerk  fffetro, '.GuBtav  Ruhland,  Wetro.  Die 
Firma  ist  erloschen. 

Mitteldeutsche  Schmirgelwerke,  A.-G.,  Butzbach.  Herstellung  von 
Schleifscheiben  nnd  Schleifmaschinen  jeglicher  Art  sowie  von  Schmirgel 
und  Korunden,  ferner  Vertrieb  dieser  Gegenstände  und  aller  einschläg'iKeu 
Rohmaterialien  nnd  Produkte  nnd  Betrieb  aller  verwandten  Geschäfte 
Grundkapital:  Jt  1  Mill.  Alleiniges  Vorstandsmitglied  ist  Georg  Krebs. 
Gründer  sind  die  Fabrikbesitzer  Georg  Krebs  und  Carl  Krebs  jr.,  General- 
direktor W.  Hof  und  die  Direktoren  Dr.  H.  Eisenach,  C.  F.  Becker  nnd 
H.  Werner.  Sie  haben  Bämtliche  Aktien  übernommen.  Der  AuNiehWat 
besteht  aus  Generaldirektor  W.  Hof,  Dr.  phil.  H.  Eisenacb,  Direktor 
C.  F.  Becker  und  Fabrikbesitzer  C.  Krebs  jr. 

Süddeutsche  Schmirgelwerke,  A.-G.,  Memmingen.  Das  Grundkapital 
ist  nm  Jt  1,5  Mill.  auf  Jt  4  5  Mill.  erhöht  worden. 

Westerwälder  Schleifmittel-  und  Tonwerke,  G.  m.  b.  H.,  Ransbach. 
Die  Firma  lautet  jetzt:  „Westowerke,  G.  m.  b.  H.,  Ransbach."  Kaufmann 
Otto  Kuntermann  ist  zum  weiteren  selbständig  vertretun^sBefugten 
Geschäftsführer  ernannt.    Das  Stammkapital  ist  auf  M  300000  erhöht. 

Glasfabrik  Alexanderhtttte,  vorm  J.  N.  Heinz  &  Sehn,  A.-G.,  Akxandsr- 


btitte.  Die  KapifcvUeraölang  um  Ji  1,6  Mill.  auf  Ji  3,2  Uli.  i.t  erfolgt. 
Aasgabekurs  1 15  % 

Säf.hsische  Glasfabrik,  G.  m.  b.  H,  Dohma.  Geschäftsführer  Gjorg 
Lippold  ist  ausgeschieden. 

Lausitzer  G'asbHr.t<inwarka  Kleiner  &  Co.,  Dubrank».  N.  Ii.  K'jmmia- 
ditgesellschaft  seit  1.7.21.    V  e-  Kommanditisten  pind  vorbau  ten. 

Deutsche  Gin-  nnd  Spiegelrnbrik-n,  A.-G  ,  Fürth.  Dia  K tpitals- 
erhöhmg  um  M  2  2  Mill.  auf  M  6,6  Mill.  ist  durchgeführt.  Auizahe- 
kurs  300  %. 

Bayerische  GUsbütteu-A  -G  K  >n»tei<  M  liehen  (Prinz^egeuteastf.'lö  l). 
Grundkapital:  Ji  2  Mill.  Vorstaad  "ist  Dipl.  I,ig.  Paul  Ernst  Radolf.  D'e 
Gründer,  welche  sämtliche  Aktien  ubiraotntneu  hibea,  sind  die  Kaafleate 
Otto  und  Heinz  Scnarff  Rechtsanwalt  A.  Mihla,  Dr.  j  ir.  M  Rid>lf  und. 
Dr.  jar.  A.  C.  Chiodera.  M  turlieder  des  ersten  Aifsichtsrats  sind 
Dr.  S.  Steinharter,  Direktor  F.  Kreß  und  Rechtsanwalt  G.  Kreß. 

T »fei fl-'asb «Uen werk  Sehmölln  (A  Bautzen)  Robert  Schicketanz, 
Schmölln.   D  e  Firma  ist  erloschen. 

A-G.  für  I<oüergefäSe,  ß;rliu  (Koloniestraße  5).  Herstellung  und 
Vertrieb  von  Isoliergefäßen  aller  Art,  insbesondere  aus  Gin  and  B.ech, 
sowii  Herstellung  und  Vertrieb  aoderer  Gegenstände  aus  GUs  uul  Blech. 
Grundkapital:  M  1,6  Mill.  Vorstand  ist  Direktor  Franz  Palme.  Die 
Gründer,  die  sämtliche  Aktien  übernommen  haben,  sind  Dr.  jur. E.  Johnke, 
die  Kanfleute  F.  Hammer,  0.  Giese,  W.  Eudera  und  Frl.  M.  Hartmann. 
Den  ersten  Aufi<-htsrat  bilden  Kaufmann  F.  Siegheim,  Bankier 
F.  Warschauer  und  Kaufmann  H.  Neumann. 

Carl  Hertzer,  Ilmenau.  Großhandel  und*  Fabrikation  von  Taermo- 
metem  und  Glasinstrumeaten.  Alleiniger  Inhaber  ist  Kiutnman  Cirl 
Hertz  er. 

ßernh.  Otto  Schneider  &  Co.,  G.  m.  b.  H ,  I  menaa  Herstellung 
und  Vertrieb  von  Thermometern  und  Giasinstrumenten.  Stammkapital : 
Ji  26  000.  Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer  sind  Fabrikant 
Bernhard  Otto  Schneider  und  Kiufmann  Felicien  Van  der  Avera. 

Karl  Brölel  &  Söhne,  Lichte,  Persönlich  haftende  Gaiellschifter 
sind  die  Glasbläser  Kurt  uud  Erich  B'ödel,  zu  deren  Vertretung  wäiread 
ihrer  Minderjährigkeit  Kaofmaim  K»rl  B:ödel  allein  ermächtigt  ist. 

Frankenwerk  Elektrotechnische  A.-G.,  Kalmbach  GegensUad  des 
Unternehmens  ist  nunmehr  ferner  der  Betrieb  eines  Preß-,  Staaz-  und 
Ziehwerkes  sowie  eines  Emailiierwerke3.  Die  Firma  lautet  jstzt: 
„Frankeuw  rk,  A.-G.,  Matall-  und  Email  ierwerk".  Major  a.  D.  Christian 
Herrmann  ist  als  weiteres  Vorstandsmitglied  bestellt.  Er  ist  in  Gemain- 
schaft  mit  einem  »nieren  Vurstandmitglied  oder  einem  Prokuristen  ver- 
tretungsbefugt.    Friedrich  J  teob  ist  selbständig  vertretangsberechtigt. 

A-G.  L'ichhaH.nur,  Riesa.  Die  Prokura  des  Betriebsdirektors 
Dr.  Friedrich  Wilhelm  Gaertner  ist  erlosehen. 

Keramische  Gesellschaft  m.  b.  H,  Cöln  (KamekeitraS  j  39).  Ver- 
trieb keramischer  Erzeneraissf,  sowie  von  Erzeugnissen  ähnlicher  Art. 
Stammkapital:  Ji  3C0  0i0.    Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Paul  Strauch. 

Wilhelm  K!nastnsnD,  Mannheim.  Da3  Gontardplatz  l  betriebene 
Detailgeschäft  für  Hms  und  Küchengeräte  ging  durch  K»if  an  Fräulein 
C  Bermann  über  uud  wird  von  demselben  unter  der  Firma:  „C  Barmana, 
vorm.  Wilhelm  Klassmanu"  iu  der  bisherigen  Weise  weiterg  fahrt. 

Heinrich  Steinb-ink,  Wildeshausen.  Eisen-,  Porsella-i-,  K  doubl- 
und  Farbwarengescbäft  luhaber  ist  Kaufmann  Heinrich  Wilhelm  S^ei  ibrink. 

Jakob  Gerner,  L:ipz;g.  Die  Prokura  des  Georg  Wunderlich  ist 
erloschen. 

Heraeus  Schmelz  färben  werk  Altwasser,  G.  m.  b.  H,  Altwasser. 
Dr.  phil.  Gustav  Meyer  hat  Prokura. 

Renatengrube,  G.  m.  b.  H.,  Godesberg.  Betrieb  von  Ton-  und 
Quarzitgruben,  Basaltbrüchen  uni  Bergwerken  aller  Art.  Stammkapital: 
M  20  000.    Geschäftsführer  ist  Bergrat  a.  D.  Werner  Schilling. 

Usinger  Qaarzwerke,  G  m  b.  H ,  Usingen.  An  Stelle  des  Direktors 
Max  Fröhlich  wurde  Kaufmann  Hubert  Müller  znm  Geschäftsführer 
bestellt. 


Patente. 

Deutsches  Reich« 
Anmeldungen. 

4  g,  44.  B.  87  750.  Mit  Druckluft  oder  mit  einem  anderen  «aner- 
stofireichen  Druckgas' betriebener  Schmelzbrenner,  bei  welchem  dasD  .'flcfc- 
mittel  durch  einen  Einsatz  mit  mehreren  Aastrittskanälen  zentral  in  den 
ringförmigen  Brenngasstrom  eingeführt  wird.  Paul  Bomkes  iel,  Fr o 'iu.au, 
Mark.  1.11.18. 

12  d,  6.  E.  24  485.  Vorrichtung  zum  Odffnen  von  Filterpressen. 
Elektro-Oamose-A.-G.  (Graf  Schwerin  Gesellschaft),  Berlin.    17.  10.  19. 

12  e,  1.  D.  37  562.  Mit  gleichzeitiger  Kühlung  arbeitende  A4- 
sorptionsturm.  Deutsche  Ton-  und  Steinzeugwerke,  A.-G.,  und  F.  Plinke, 
Charlottenbnrg,  Kint-.tr.  37     7.  5  20. 

21  c,  10  M..  68  871  D  ircuführung  für  hohe  Spannungen  ;  Zus  z. 
Pat.  333  909     D-  Paul  M  y;r,  A.-G.,  Berlin.  3.4.20. 

21  c,  13.  Sch  61  lab  Verfahren  zur  Befestigung  von  Kö-pern  in 
den  Hohlräumen  von  PuizellauKegeuständen,  insbesondere  z.;r  Herstellung 
zwei-  oder  mehrteiliger  l<ol*tureu  durch  Aufschrumpfen;  Z  is.  z.  Pat. 
295  467.  H.  Sih  mburg  &  Söüne,  A-G.,  Margarethenhütce,  Post  Groü- 
dubrau.  19.3.21. 

21  f,  49.  A  33  977.  Dreiteilige  Glühlampenfassung  aas  Isolier- 
material.   Allgemeine  E.ektriciiavi-Uesellschaft,  Bsrlin.    25  8,  90. 

24  e,  8.  St.  34 178,  Gasfeuerung  für  Oefen,  insbesondere  zur  Er- 
zeugung von  Gas  und  Koke.  Stettiner  Chamotte- Fabrik,  A  -G.,  voimils 
Didier.  Stettin.   23.  ü  2'. 

30  b,  14.  J  21639  Künstlicher  Porzellanzahn  mit  Rückenplatte, 
Paul  Aad-6  Juuvellier,  Paris    11  6.  21.    Frankreich  15.6.  20. 


1922.  (56.  Jahrgang.! 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  1  —  9 


30  b,  14.  R.  50  898.  Künstlicher  Zahn  für  Kieferprothesen.  Jean 
Loais  Philippe  RoumSguere,  Aneh,  Gers,  Frankreich.  3.8.20.  Frank- 
reich 6  9.  19.  .  ,  _   ,  , 

36  a  2  W.  54189  Luftheizungseinrichtung  an  mit  Brat-  oder 
Kochranm  ausgestatteten  Zimmeröfen.    A.  H.  Wessely,  Ofenfabrik,  Ham- 

bUrg  36  a,  13.  B.  94  044.  Hintermauerung  Ton  Kachelöfen.  Dr.  Karl 
Brabböa,  Charlottenburg,  Weimarer  Str.  50.  15.5.20 

53  b,  4.  L.  52  472.  Verschlußhalter  für  Konservengefäße.  Otto 
Latsch.  Oels  i.  Schi.   25.  2. 21.  ^  .  ,    T  .  . 

75  c,  22.  L.  51823.  Spritzapparat  für  Farben  u.  dgl.  Leipziger 
Tangier  Manier  Alexander  Grabe,  Leipzig-Plagwitz.   26. 11.  2!). 


Beschreibungen.  ^ 
J.  Brennofen  zum  Emaillieren  von  Gegenständen  mit  einem  fahr- 
baren  Warenträger  für  die  zu  emaillierenden  Waren.  Der  Warenträger 
verbleibt  dauernd  in  dem  Ofen  und  durch  seine  Verschiebung  werden  die 
Waren  von  einer  Einlaßöffnung  in  die  heißeste  Zone  des  Ofens  bezw.  um- 
gekehrt geführt.  „     „.,„„„  ,. 

2  Brennofen  nach  Anspruch  1.  Die  beiden  Einlaßöffnungen  liegen 
zn  beiden  Seiten  der  heißen  Temperaturzone,  und  der  hin  und  her  gehende 
Wagen  hat  eine  solche  Länge,  daß,  wenn  er  sich  in  einer  Lage  zur  Auf- 
nahme eines  Gegenstandes  vor  einer  der  beiden  Einlaßöffnungen  befindet, 
der  durch  die  andere  Oeffnnng  eingeführte  Gegenstand  in  der  heißen 
Temperaturzone  liegt.  48  c,  4.  Nr.  343  193.  5.  5.  20.  Robert  Clay 
Metcalfe,  Newark,  New  Jersey,  V.  St.  A. 

Glasumhüllung  für  Beleuchtungskörper.  Sie  ist  aus  wellen- 
förmigen Ringen  aus  Glas  in  kreisrunder  oder  anderer  Form  und  in  ver- 
schiedenen Farben  zusammengesetzt.  4  a,  18.  Nr.  343  448.  11.  1.  21. 
Wetzchewald  &  Wilmes,  G.  m  b.  H ,  Kom.-Ges„  Neheim,  Rahr. 

Elektrischer  Baumheizkörper,  bei  dem  eine  Flüssigkeit  als 
Heizwiderstand  dient.  Er  besteht  aus  einem  Nichtleiter  (Glas-,  Steingut 
oder  dgl.  und  ist  zweckmäßig  so  geformt,  daß  die  Stromdichte  in  der 
Flüssigkeit  nach  oben  zu  abnimmt.  21  h,  5.  Nr.  343  533.  4.  2.  20. 
Siemens  Elektrowärme-Gesellschaft  m.  b.  H,  Dresden. 

Vorrichtung  zum  Verriegeln  der  Blaseformen  bei  Glasblase- 
maschinen. Ein  an  dem  Rohr  des  Blasekopfes  angebrachter  Bügel  um- 
klammert mit  seinem  unteren  gabelförmigen  Eade  bei  der  Abwärtsbe- 
wegung des  Blasekopfes  Ansätze  der  beiden  Formhälften  und  verriegelt 
dadurch  die  Form.  Der  die  Klammern  tragende  Bügel  ist  auf  das  Rohr 
des  Blaaekopfes  lose  aufgeschoben  und  durch  f ine  ebenfalls  auf  das  Blase- 
rohr aufgeschobene  Feder  in  seiner  untersten  Stellung  gehalten,  wodurch 
sich  die  Klammern  auf  die  Formansätze  fest  aufschieben  können,  ehe  der 
Biasekopf  seine  A-ufwärtsbewegnng  beendet  hat.  32  a,  15.  Nr.  343  604. 
5.  12.  19.    Wolfs  Maschinenbau-Gesellschaft  m.  b.  H.,  Köln  a.  Rh. 

Vorformvorrichtung  für  Flaschenblasemaschinen.  Dar  Heb- 
nnd  senkbare  Vorformdeckel  ist  an  einem  seitlich  ausschwenkbaren  Arm 
angebracht,  der  durch  einen  auf  und  ab  bewegten,  in  einem  senkrechten 
Schlitz  der  feststehenden  Mascbinensäule  geführten  und  in  einen  schrägen 
Schlitz  der  den  ausschwenkbaren  Arm  mit  dem  Vorformdeckel  tragenden,  um 
die  Sänle  drehbaren  Büchse  eingreifenden  Anschlag  über  die  Vorform  ge- 
schwenkt wird.  Die  Büchse  ist  in  senkrechter  Richtung  verschiebbar  und 
in  ihrer  oberen  Stellung  nachgiebig  (z.  B.  durch  Gegengewichts-  oder 
Federdruck)  un+erstützt,  so  daß  sie  am  Ende  der  Schwenkbewegung  des 
Armes,  also  sobald  der  Vormformdeckel  senkrecht  über  der  Vorform  ange- 
kommen ist,  durch  den  nunmehr  am  unteren  Ende  des  schrägen  Schlitzes 
.anliegenden  Anschlag  abwärts  gezogen  wird  und  bei  der  entgegenge- 
setzten Bewegung  des  Anschlags  wieder  ansteigt  und,  in  der  oberen  Lage 
angekommen,  den  Arm  aasschwenkt.  32  a,  15.  Nr.  343  605.  30.9.  20. 
Wolfs  Maschinenbau-Gesellschaft  m.  h.  H.,  Köln  a.  Rh. 

Verfahren  zur  Herstellung  von  mittels  Aufspritzen*  auf  hitze- 
beständigen Werkstücken  entstandenen  Deckschichtsn  aus  Email,  Glas, 
Quarz,  Hartmetall  usw.  unter  Erhitzung  der  Werkstücke.  Man  erhitzt  die 
Stelle  des  Werkstückes,  auf  die  das  Spritzgut  auf  trifft,  während  des 
Spritzvorganges  und  dem  Fortschritt  des  letzteren  folgend  fortlaufend  so 
Btark  daß  eine  regelrechte  Verschweißung  der  auftreffenden  Gutteilchen 
mit  der  Unterlage  eintritt.  75  c,  29.  Nr.  343  664.  25.  11.  19.  Nikolaus 
Meurer,  Berlin-Tempelhof. 

Verfahren  zur  Herstellung  von  Baustoff,  Steinen,  Formlingen 
aus  Ton  bezw.  Lehm  und  Magnesia  nach  Patent  340  780.  Die  im  Haupt- 
patent benutzte  gebrannte  Magnesia  wird  ganz  oder  teilweise  durch 
Magnesiambydrat  enthaltende  Schlämme,  welche  aus  Chlormagnesium- 
langen  durch  Kalkmilch  oder  Kalziumsulfid  erhalten  werden,  ersetzt. 
80  o,  12.  Nr.  343  669.  25.  1.  21.  (Zusatz  zum  Patent  340  780.)  Dr. 
Georg  Kaßner,  Münster  i.  W. 

Lichtfilter  zur  Erzeugung  von  Tageslicht  mittels  künstlicher 
Lichtquellen.  Es  besteht  aus  einem  Kabglase,  das  Kupfer,  Kobalt  und 
Mangan  enthält.  4  b,  9.  Nr.  343  681.  22.5.20.  Corning  Glass  Works, 
Corning,  Newyork,  V.  St.  A. 

Filter  für  künstliches  Licht  zur  Erzeugung  von  Tageslicht. 
Es  besteht  aus  einem  Kaüborsilikatgiase,  dem  Kupfer  und  Nickel  beige- 
mischt sind  4  b,  9.  Nr.  343  682.  22.  5.  20.  Corning  Glass  Works, 
Corning,  Newyork,  V.  St.  A, 

Verfahren  zur  Herstellung  von  Cadmiumgelb  durch  Fällen  von 
Cadmiumsaizlöiungen  mit  Barlamsulfid.  Man  glüht  das  Fällungsprodukt 
und  kühlt  es  darauf,  zweckmäßig  dnrch  Einbringen  in  Wasser,  schneilab. 
22  f,  10.  Nr  343  953.  21.3.  19.  Farbenfabriken  vorm.  Friedr.  Bayer  * 
Co.,  Leverkusen  b.  Cöln  a.  Rh. 

Widerstandskörper  aus  Siliziumkarbid  zur  Verwendung  in  Oel. 
Der  Widerstandskörper  wird  unter  Stromdarchgang  mit  einer  Zel'onlösung 
geträokt.    21c,  1.    Nr.  344  049.    21.10.20.    C.  Conradty,  Nürnberg. 

Zweiteiliges  Verbindungsstück  für  die  Zusammensetzung  von 
Hängeisolatorenkettea.   Ej  sind  zwei  gleichartig  gestaltete,  halbkugelig 


endende  Schalen  angeordnet,  deren  Kugeln  an  einem  Ende  kleiner  sind 
als  am  anderen,  die  Schlitze  zur  Aufnahme  der  Seilenden  haben  und  — 
für  den  Fall  der  Anwendung  bei  gekreuzten  Seilen  —  seitlich  so  weit 
ausgeschnitten  sind,  daß  sie,  ineinandergelegt,  einen  Mittelachlitz  zur  Hin- 
darchführung  des  kreuzenden  Seiltrums*  bilden.  21  c,  13.  Nr.  344  050. 
7.  5.  20.  Porzellanfabrik  Kahla,  Filiale  Hermsdorf-Kloaterlausnitz,  Herms- 
dorf, S.-A. 

Kammerbrennofen.  In  die  Rauchabzugsöffnungen  im  Ztvischen- 
boden  des  Ofens  werden  nach  oben  vorstehende  Rohre  eingesetzt,  die  das 
Eindringen  von  Gutstücken,  Abfall  u.  dgl.  verhüten.  80  c,  3.  Nr.  344  128. 
11.  7.  20.    William  Arthur  Norman,  Wrexham,  North- Wales. 

Füllkörper  für  Absorptions-  und  Beaktionstürme  nach 
Patent  317  166.  Die  beiden  Baden  des  Ringes  sind  nach  innen  gebogen 
und  so  bemessen,  daß  sie  sich  gegen  die  innere  Ringwandung  stützen. 
12  e,  1.  Nr.  34t  139.  1.8.  20.  (Zusatz  zum  Patent  317  166.)  Prym  & 
Co.,' Büsbach  b.  Stolberg,  Rhld. 

Verfahren  zur  Herstellung  von  Manganviolett.  Man  verschmilzt 
ein  höheres  Manganoxyd,  wie  Mangandioxyd,  mit  Ammoniumphosphat  und 
Phosphorsäure.  22f,  10.  Nr  344 156.  11.  10.  19.  Farbenfabriken  vorm. 
Friedr.  Bayer  &  Co.,  Leverkusen  b.  Köln  a.  Rh. 


Erteilungen. 

348128.  75  b,  13.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Glasbildern  und 
-moBaiken;  Zus.  z.  Pat.  319  271.  Hermann  Schudt,  Berlin-Steglitz, 
Miquelstr.  32.    15.1.21.  „  ..   UK  . 

348140.  80  b,  21.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Pfeifenköpfen 
durch  Pressen  aus  plastischen  Massen.  Dr.  Bruno  Possanner  von  Ehren- 
thal, Cöthen,  Anh.    2. 12.  19.  ■  '      ■  .  " 

348  141.  80  c,  5  Verfahren  zum  Brennen  von  keramischen  Massen 
(Porzellan  usw.)  im  Kanalofen.  Allgemeine  Elektrizitäts-Gesellschaft, 
Berlin.    27. 3.  20.  _\ 

348  169.  26  a,  8.  Retorte  zur  Entgasung  von  Kohle.  Low 
Temperature  Carbonisation  Limited,  Low  Temperature  C Instruktion  Limited, 
Thomas  Malcolm  Davidson  und  Harold  Livers  Armstrong,  London.  12. 4.  21. 

348  215.  21c,  10.  Darchführungsisolator  nach  dem  Kondensator- 
prinzip. A.-G.  Brown,  Boverie  &  Cie.,  Baden,  Schweiz.  14.  6.  19. 
Schweiz  31.5.  19.  .  .,  „  t,  .  _ 

"  348  217.  21  c,  14.  Isolator.  Porzellanfabrik  Kahla,  Filiale  Herms- 
dorf-Klosterlausnitz, Hermsdarf,  S.-A.   25. 11.  19 

348  228.  32  b,  6.  Einrichtung  zum  Abspülen  säurepoherter  Glas- 
gegenstände.   Heinrich  Peter,  Hückers  i.  Schi.   21.  9.  20. 

348  274.  12  i,  37.  Verfahren  zur  Herstellung  nahezu  kieselsäure- 
freier  Natrium-Alnminium-Doppelflaoride.  Hamann  &  Teisler,  Chemische 
Fabrik,  Dohna  b.  Dresden.   21. 10.  20. 

348  292.    21  c,  13.    Hochspannungsisolator.    15. 4.  20. 
348  293.    21  c,   14.   Mehrteiliger  Sttttzisolator.    13. 4.  20. 
Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  &  Co.,  A.-G,  Selb,,  Bayern. 
348  296.   21  f,  57.   Befestigung  des  Rollenlagers  und  der  Seitenöse 
au    hohlen    Porzellangewichten   für  Zagpendellampen.     Emil  Schulte, 
Köln-Nippes,  Beuelsweg  17.    18. 12.  20. 

348  334.  12  a,  2.  Verfahren  zar  Entfernung  von  Wasser  aus  be- 
liebigem wasserhaltigen  Material  Franco  Merz,  Vercelli,  Italien.  24.  8.  19. 
Italien  18.2.  19. 

348  366.  80  a,  45.  Verfahren  zur  Herstellung  doppelwandiger, 
wärmeisolierender  Gefäße  aus  Porzellan  oder  anderer  keramischer  Masse 
mit  Schnaube.    Albert  Enger,  Caarlottenburg,  Hertzatr.  5.    14.  8.  18. 

348  494.  341,  9.  Doppelwandiges  Gefäß  nach  Dewar-"Weinholl. 
Christian  Hinkel,  Berlin,  Ritterstr.  77/78.   27. 8.  20. 


0  esterreich. 
Aufgebote. 

32  a.  Ziehherd  an  Glasöfen.  Der  Läuterkranz  taucht  mit  seinem 
unteren  Rand  an  der  der  Ofenmitte  zugekehrten  Seite  tiefer  in  die  Glas- 
schmelze ein,  als  an  der  der  Ofenmitte  abgekehrten.  Empire  Machine  Co., 
Pittsburg.   1.9.16.   A.  4137— 16. 

32  a.  Vorrichtung  zum  Ziehen  von  Glaszylindern.  Ein  den 
Luftanslaß  aus  dem  Blasrohr  regelndes  Ventil  wird  beim  Hebea  des 
Mundstückes  selbsttätig  verstellt.  Empire  Machine  Ca.,  Pittsburg. 
15.1.20.   A.  228—20. 

32  a.  Verfahren  zur  Erzeugung  von  Glas  oder  Emailreliefs, 
bei  welchem  zerkleinerte  Glas-  oder  Emailmasse  auf  einer  Metallunterlage 
geschmolzen  wird.  Die  aus  dünnem  Blech  hergestellte  Metallunterlage 
dient  als  Form  iür  das  Relief,  in  welcher  die  Glas-  oder  Emailmasse  ge- 
schmolzen and  abkühlen  gelassen  wird,  worauf  die  Blechform  in  an  sich 
bekannter  Weise  auf  chemischem  oder  galvanischem  Wege  weggeätzt 
wird.  Frederick  William  Miller,  Fabrikant,  Hazeldell  (Großbritannien). 
16. 2.  20.   A.  806—20.    Großbritannien  4.  6.  18. 

32  a.  Maschine  zur  Herstellung  von  Glasflaschen,  Topfgläsern 
u.  dgl.,  bei  welcher  ein  an  einer  Mittelsäule  drehbares  Tragorgan  mittels 
angelenkter  Formträgerarme  die  Fertigform  trägt  und  dieselbe  unterhalb 
der  Ring-  und  Halsform  einzurücken  gestattet.  Das  Gelenklager  für  die 
Verbindung  des  Formträgerarmes  besteht  aus  einem  an  der  Gelenklager- 
btichse  vertikal  hindurchgehenden  Gewindezapfen,  der  durch  Muttern  in 
der  Höhenrichtnng  verstellbar  ist.  James  Henderson  Steele,  Pendieton 
(Großbritannien).  8.4.16.  A.  1594— 16.  Großbritannien  9. 4. 15  und  27.9.15. 

32  a.  Vorrichtung  zur  Entnahme  geschmolzenen  Glases  aas 
dem  Ofen,  besonders  zwecks  selbsttätiger  Speisung  von  Glasmaschinen  mit 
am  Ofenauslauf  scherenden  Messern,  die  mittels  Drackluftkolben  geradlinig 
so  bewegt  werden,  daß  sie  den  Auslauf  abwechselnd  schließen  und  frei- 
geben und  beim  Schließen  die  Glasmasse  abschneiden.  Die  Messer  sind 
so  miteinander  und  mit  dem  Druckluftkolben  eines  durch  den  Druckluft- 
kolben eines  zweiten  Arbeitszylinders  verschiebbaren  Arbeitszylinders  ver- 
bunden, daß  beim  Kolbenhub  des  einen  Arbeitszyliuders  darch  Ueberffthrang 


10  —  Nr.  1 


8  FRECH  SAAL -COBURG- 


1922.  (55.  fahrgang.) 


der  Messer  in  Mittelstellung  der  Auslauf  freigegeben  und  beim  Kolbenhub 
des  anderen  Arbeitszylinders  durch  gleichgerichtete  Weiterbewegung  der 
Messer  in  die  zweite  Endstellung  wieder  geschlossen  wird,  worauf  das 
nächste  Oeffnen  und  Schließen  durch  entgesrengerichtete  Kolbenbewegungen 
erfolgt.  Jean  Wolf,  Glashutteningenieur,  Köln  a.  Ra.  9.  7.  20.  A.  3793—20. 
Deutsches  Reich  8. 5.  19. 

36  a.  Sparkocher.  Er  besteht  aus  einem  einzigen  Schamotte- 
körper, in  dem  eine  als  Wasserblase  oder  Bratrohr  dienende  Höhlung  vor- 
gesehen ist.  Duro-Chamottesparherd-Indnstrie  Seifert  &  Co.,  G.  m.  b.  H., 
Dresden.    17.2.21.   A.  925—21. 

67  a.  Vorrichtung  zum  Festhalten  von  Werkstücken  bei  Glas- 
plattenschleifmaschinen. Ein  zur  Plattenauflage  bestimmter  elastischer 
Dichtungsring  ist  auf  einem  Teile  einer  Zylinder-  und  Kolbenanordnang 
befestigt,  dessen  anderer  Teil  mit  dem  Scbleiftisch  verbunden  ist,  wobei 
die  wirksame  Fläche  innerhalb  des  Dichtungsringes  größer  ist,  als  die  der 
Zylinder-  und  Kolbenanordnung,  und  der  Raum  innerhalb  des  Dichtungs- 
ringes mit  der  Zylinder-  und  Kolben8nordnung  und  mit  einer  Luftabsaug- 
einrichtung kommuniziert.  Pilkington  Brothers,  Ltd.,  Glass- Works,  St.  Helens 
(Großbritannien).    14.  4.  20.   A.  1785—20.    Großbritannien  10. 10.  17. 

67  a.  Schleifmaschine  für  kugelförmige  Linsen,  hei  der  das 
auf  einer  Spindel  umlaufende  Werkstück  beim  Schleifen  um  eine  die 
Werkstückachse  schneidende  Achse  geschwenkt  wird.  Die  Werkzeug- 
spindel  wird  von  einer  der  Schwenkachse  koachsialen  Welle  mit  einer 
sich  selbsttätig  dem  Schleifwiderstand  nmgekehrt  proportional  verändernden 
Geschwindigkeit  gedreht.  Taylor  William,  Ingenieur,  Leicester.  22.  8.  17. 
A.  3954—17.    Großbritannien  7. 12.  16. 

80  a.  Stampf-,  Schleif-  nnd  Poliermaschine.  Sie  ist  nach 
Bedarf  durch  Einschalten  des  Stampfers  als  Stampf maschine,  oder  nach 
dessen  Wegnahme  und  Anbringung  der  Schleif-  und  Polierscheiben  unter 
Aus-  bezw.  Einschaltung  der  betreffenden  Betätigungswelle  als  Schleif- 
oder Poliermaschine  zu  benutzen.  Karl  Haerting,  Chemiker,  Berlin. 
14.12.20.   A.  6980— 20.   Deutsches  Reich  17.  6  19. 

80  c.  Verfahren  zum  Erhitzen  von  festen  Stoffen  in  Flamm- 
öfen. Das  von  der  Flamme  unmittelbar  bestrichene  Gut  wird  durch  eine 
beständig  oder  zeitweilig  nach  unten  sinkende  Schicht  des  noch  in  Hitze 
befindlichen,  fertigen  Gutes  unterstützt.  Magnesit-Industrie,  A.-G., 
Budapest.    14. 12.  18    A.  6730—18. 


Gebrauchsmuster. 

Deutsches  Beleb. 
Eintragungen. 

798  827.  34  f.  Wandteller  aus  Glas  mit  Doppelwand,  innen  dekoriert. 
Fred  Fliege),  Berlin,  AUxandrinenstr.  14.    18. 10.  21. 

798  357  u.  798  358.  21c.  Befestigung  des  Klöppels  in  Hänge- 
isolatoren. H.  Schomburg  &  Söhne,  A.-G.,  Margarethenhütte,  Post  Groß- 
dubrau.    26. 10.  21. 

798  407.  33  c.  Behälter  aus  Glas  oder  dergl.  zur  Aufnahme  ins- 
besondere von  Zahn-  und  Mundwasser.  Johann  Nirschl,  Eggenfelder, 
Niederbayern.   26. 10.  21. 

798  408.  63  b.  Einkochglasverschluß.  Patentverwertungs-G.  m.  b.  H., 
Berlin    26  10.  21. 

798  450.  37  c.  Eiserne,  wellblechartige,  emaillierte  Dachpfanne. 
Bruno  Siuga,  Breslau,  Frankfurter  Str.  114.   18. 10.  21. 

798  501.  67  c.  Künstlicher  Messerputzscbmirgelstein  zum  Abschaben. 
Schmirgelwerk  Oggersheim  Georg  Proß,  Oggersheim,  Pfalz    30  9.  21. 

798  543.  42  i.  Kontaktthermometer,  brauchbar  bis  180°  C.  Robert 
Kahl,  Sttttzerbach  i.  Tb.    19.  8.  21 

798  576.  21  h.  Zweiteilige  Tonkachel  für  transportable  elektrische 
Oefen  und  Wärmeplatten.  Fritz  Wilckens,  Großhesselohe  bei  München. 
27. 10.  21. 

798  591.  341.  Isolieiflaschenhülse.  Ludwig  Stadler,  Miesbach,  Ober- 
bayern.   21.  9.  21. 

798  601.  36  a.  Schamottestein  -  Kachelofen.  Hermann  Oechslin, 
Kenstanz..    21.  10.  21. 

798  604.  36  a.  Kachelheizkörper.  Karl  Kramer,  Hannover,  Mis- 
burger Damm  81.    22. 10.  21. 

798  611.  341.  Keramisches  Kochgefäß  mit  unmittelbarer  elektrischer 
Heizvorricbtnng.   Eduard  Rau  &  Co  ,  München.   27  10.  21. 

798  670.  30  b.  Künstlicher  Zahn  für  Zahnprothesen.  Max  Alm, 
Berlin,  Driesener  Str.  6.    27.  7.  21. 

798  733.  80  a.  Einrichtung  zum  Ausstanzen  vorgeformter  kerami- 
icher  Hohlgefäße.  Robert  Bosch,  A.-G.,  Stuttgart,  Adolf  Krauß,  Cannstadt, 
Bryestr.  8,  und  Karl  Krauß,  Stuttgart,  Rothebühlstr.  118.   4.6.  21. 

798  760.  21c.  Dreiteilige  Kappe  für  elektrische  Stützisolatoren. 
Meirowshy  &  Co.,  A.-G ,  Porz  a.  Rh.    25. 10.  21. 

798  776.  80  a.  Einrichtung  zum  Aufbereiten  von  Schlammgut,  ins- 
besondere Tonschlamm. 

798  777.  80  a.  Nach  unten  sich  verjüngende  und  in  verschiedenen 
Höben  mit  Ableitungseinrichtungen  versehene,  zum  Aufbereiten  von 
Schlammgut,  insbesondere  Tonschlamm  dienende  Einrichtung. 

Valentin  Busch,  8chnaittenbach  bei  Amberg,  Oberpfalz.    1. 11.  21. 

798  928.  36  a.  Kachel  für  transportable  Kachelöfen.  Max  Stenzel, 
Breslau,  Kaiser-Wilhelm-Str.  78.   31. 10.  21. 

799  003.  36  a.  Profilstein  zur  Bildung  von  Heizröhren  in  Kachel- 
öfen.   Oarl  Keachner  u.  Arthur  Keschner,  Berg.-Gladbach.    18.  10.  20. 

799  122.  80  a.  Umform  zur  Herstellung  von  Körpern  aus  Beton, 
Zement,  Gips,  Ton  oder  dergl.  Eilt  Ulrich  Janßen,  Elberfeld,  Lttrchen- 
■traße  51.    9.4.  20. 

799  240.  30  b.  Kunstzahn.  Carl  Ulrich  Fehr,  Berlin  -  Friedenau, 
Fregwtr.  5.    4.  11.  21. 

799  269.  53  b.  Verschluß  für  Konservengläser.  Bernhard  Fröhlich, 
Drtiden- Weißer  Hirsch,  Marienstr.  16.   81. 10.  81. 


799  277.  67  a.  Kopiervorrichtung  an  Schleifmaschinen  zum  Schleifen 
von  flachen  Facetten  an  Brillengläsern  oder  Linsen.  „Wamra"  Werkzeug- 
und  Maschinenfabrik,  Rathenow.   31. 10.  21. 

799  288  64  a.  Stehauffiasche  mit  Gegengewicht.  Dr.  Fritz  Radlauer, 
Berlin-Grunewald,  Jagowstr.  35.   3  11.  21. 

799  404.  36  a.  Kachelofen.  Ofen-  und  Herdbau-Gesellschaft,  Stutt- 
gart.  2  11  21.  r 

799  408.  80  c.  Hartporzellanbrennofenanlage,  die  aus  mehreren,  je 
einen  Glatt-  und  einen  Glühofen  enthaltenden,  Ofengruppen  besteht. 
Porzellan-Fabrik  Lorenz  Hutschenreuther,  A.-G,  Selb  i.  Bayern.   3. 11.  21. 

799  680.  64  a.  Flaschenverschluß  mit  Ausgießrohr.  J.  J.  Bönner, 
Recklinghausen,  Post  Sundern,  Kr.  Arnsberg.    1. 11  21 

799  637.  30  b.  Porzellanzahnfront  für  durch  Metallguß  herzustellen- 
den künstlichen  Zahnersatz.   Heinrich  Guenzig,  Hamburg,  von  Essen-Str.  24. 

I  II  21.  . 

799  655..  36  a.  Kachel  für  Oefen  und  Wandbekleidungen.  August 
Fricke,  Berlin- Scböueberg,  Hewaldstr.  5    7  11.  21. 

799  728.  30  k.  Ampulle.  Merz- Werke  Gebrüder  Merz,  Frankfurt 
a.  M.-Bödelheim.    6.8  20. 

799  773.  64  a  Kaffeeflasche  mit  Brotbehälter.  Wilhelm  Schreiber, 
Homburg,  Niederrh.   8.  11  21.  '  „.  liril 

799  788.  21g.  Braunsche  Röhre  mit  Gltthkathode.  Siemens  &  Halske, 
A.-G.,  Siemensstadt  bei  Berlin.   28.  5.  21 

799  812.   32  a.   Ktthltopf  zum  Kühlen  von  Isolierflaschen. 

799  813.  32  a.  Flaschenhalter  zur  Herstellung  von  doppelwandigen 
Isolierfla«chen.  . 

Wolfgang  Max  Fiek,  Schmiedefeld,  Kr.  Schleusingen.   8. 11.  21.  ' 

799  829.   341.   Isoliergefäß.    0.  Lundershausen,  Berlin.    19  7.21. 

799  845.  80  a.  Preßstempel  für  Stempelpressen  mit  einer  an  der 
Druckfläche  angebrachten  konischen  Erhöhung.  Hermann  Vahle,  Frank- 
furt a.  M .  Ostendstr.  78.    14. 10. 2fc  ■     .  . 

799  885.  21g.  Röntgenröhre.  Siemens  &  Halske,  Siemensstadt  bei 
Berlin.    15  5.20.  m        ,  a-  , 

799  929.  26  d.  Tauchtiefenregler  für  Teervorlagen.  Stettiner  üna- 
motte-Fabrik,  A.-G ,  vormals  Didier,  Stettin.    8. 11.  21. 

800113.  34  f.   Schüssel  bezw.  Schale  aus  Preßglas. 

800114.  34  f.   Teller  aus  Preßglas. 

800115.  34  f.   Butter- oder  dergl.  Glocke  aus  Preßglas. 
Gebr.  Malky,  Freital,  Deuben  bei  Dresden.   7. 11.  21. 

800 177.   3«  a.   Sparheizvorrichtung  für  Kachelöfen.  Georg  Hofmair, 

Füssen.   10. 10.  21.  _   .  1K. 

800  220.  36  a.  Abzugkonsole  für  Sparöfen  an  Kachelöfen  usw. 
Andreas  Kübler,  Würzburg,  Hattenstraße  37.   16. 11.  21. 

800  230.  33  b.  Vorrichtung  zum  luftdichten  Verschließen  von  Be- 
hältern, beispielsweise  Konservengläsern.  Anton  von  der  Felsen,  Sudweyhe 
bei  Bremen,  und  H.  Kehlenbeck,  Arbergen.   23  6.  21. 

800  310.  30  g.  Flasche  für  Mundwasser  und  dergl.  Pharmazeutisches 
Werk,  A.-G.,  Barmen.   3  11.  21.  _  . 

800  329.  421.  Dialysator.  Walter  Schieber,  Stuttgart,  Reinsburg- 
atraße  50.   10. 11. 21.  ,x  .        _  . 

800  373.  42  i.  Prismatisches  Thermometer  mit  am  oberen  Jinae 
angeordneter  Vorrichtung  zum  Zurttckdrttcken  der  Quecksilbersäule. 
Dr.  Mann  &  Co.,  G.  m.  b.  H,  Mainz.  8.11.21. 

800  399.  30  g.  Hygienische  Kindersaugflasche.  Franz  Tippmann, 
Ludwigshafen,  Frankenthaler  Str.  205.    16.  6.  21.  ,  . 

800  487.  21c.  Hochspannungsisolator.  Allgemeine  Elektrizitats- 
Gesellschaft.  Berlin.    18.1121.  t  . 

800  489.  21  c.  Tragklemme  für  Freileitungshängeketten.  Porzellan- 
fabrik  Kahla,  Filiale  Hermsdorf-Klosterlausnitz,  Hermsdorf,  S.-A    18.  IL  21. 

800  661.  30  g.  Schutzhülle  für  Säuglingsmilchflaschen.  Louis  Aßler, 
Kottbus,  Görl'itzer  Str.  9.   2. 11.  21.  - 

800  683.  30  k.  Als  Injektionsspritze  verwendbare  Masche.  „Astona  , 
Füllhalter-Werk,  G.  m.  b.  H  ,  Hamburg.    17.  11.  21.  - 

800  887.  64  a.  Likörflasche  für  Wodka.  Einil  Rosenwald,  Berlin- 
Wilmersdorf,  Aschaffenburger  Str.  27.   24.  10.  21. 

800  956.  53  c.  Konservenglas  ohne  Gummi.  Dr.  W.  Fornet,  Saar- 
brücken, Feldmannstraße  26.   8  8.  21.  .", 

801097.  30  b.  Zahn,  dessen  Schutzplatte  mittels  schalenförmigen 
Ansatzes  mit  der  Porzellanfacette  verbunden  ist.    15. 11.  21. 

801 134  77  f.  Puppenkörper  aus  Porzellan  oder  Papiermasse  für 
Teesitzpuppen.  Ottomar  Tersch,  Berlin-Wilmersdorf,  Nürnberger  Str.  29/30. 
19. 10.  21.  „  .  .. 

801  196.  44b.  Anzünder  mit  Porzellangehäuse.  Aerozon-üanriK 
G.  &  B.  Sternberg,  BerliH.   20.  7.  21.  _    '  .  - 

801  391.  4  b.  Lampe  aus  Glas  und  T«xtilge webenetz.  Heinrich 
Bauer,  Neustadt  a.  Haardt.   29.  8  21. 

801430.  64  f.  Perle.  Harnisch  &  Co ,  G.m.b.H.,  Neudorf,  Erz- 
gebirge.   24. 11.  21. 

801 615  u.  801 516.  36  a.  Kachel  als  Wärmeverteiler.  Dr.  Oskar 
Lobeck,  Leipzig,  Schletterstraße  22.   29.8.  21. 

801616.  21c.  Porzellandruckknopfschalter  für  elektrische  Lampen. 
Bernhard  Schneider,  Schloß  Reisewitz  i.  Schi.  28.11.21. 

801  656.  30  b.  Vorrichtung  zur  Herstellung  von  Matrizen  für  künst- 
liche Zähne,  insbesondere  für  Zahnkronen  und  Backenzähne.  Frankfurter 
Dentalwerke  Schulz,  Nicklas  &  Co  ,  Frankfurt  a.  M.   25. 11.  21. 


Verlängerung  der  Schutzfrist. 

673  884.   80  c.    Brennofen  usw.    Bruno  Scheunert,  Mahlis  i.  S. 

*6. 11  81.  „    .  , 

690  168.  32  a.  Anritzvorrichtung  für  Glas  usw.  Vereinigte  Born- 
kesselwerke m.  b.  H  ,  Berlin.    10.  9.  21. 

722  104.  36  a.  Transportabler  Ofen  usw.  Alwin  Jähne,  Zittau  i.  S. 
12.9.21. 

766  362.  21c.  Kabeleinführungsisolator.  Porzellanfabrik  Kahla, 
Filiale  Hermsdorf- Klosterlausnitz,  Hermsdorf,  S.-A.   18. 11.  21. 


im.  (58.  Jahrgärig.) 


§  P  R  E  CH  S  AAL -COBURG. 


Nr.  1  —  Ü 


Fragekasten  des  Sprechsaal 


Nene  Fragen. 
Keramik. 

1.  Ist  es  unbedingt  nötig,  daß  bei  einem  Ofen  mit  direkter  Feuerung 
(11  cbm  Inhalt,  5  Feuerungen)  während  der  ganzen  Zeit  des  V<rf«£> 
beide  Brenner  den  Ofen  bedienen  oder  ist  e«  angängig  wenn  die  ersten 
4-5  slulZn  nur  ein  Brenner  tätig  ist  und  nachher  beide  Brenner ju- 
\ammen  ^brennen? 

TaLnTel  Einfang  bis  Zn  Tde  mit  Zwickauer  Steinkohle  ge- 
bZnt  wVä?  Wie  slhüM  man  am  besten  die  Kapselstoße,  die  von  den 
auT  den  Feuerungen  herausschlagenden  Flammen  direkt  getroffen  werden? 

2  Welchen  Einfluß  übt  milchiger  norwegischer  (finnischer)  Feldspat 
auf  die  Glasur  aus  gegenüber  dem  glasigen  norwegischen? 

3  Woher  kommt  es,  daß  bei  weißer  Schmelzware  die  Glasur  bis- 
weilen eine  rötliche  Färbung  annimmt  trotz  normaler  Glasurstarke? 

4  Wir  bitten  um  Angabs  eines  Versatzes  für  Silikasteine  bei  aus- 
schtießlicher  Verwendung  nordböhmischer  Rohmaterialien. 

5  Wie  viel  mjsec  beträgt  wohl  die  Gasgeschwindigkeit  in  dem  Kamm 
eine»  Porxellanbrennofens,  wenn  SK  6  gefallen  ist? 

6  Wie  brennt  man  gestanzte,  auf  allen  Seiten  glasierte  Ilaschen- 
stöpsel  am  vorteilhaftesten?  Welche  Hilfsmittel  sind  anzuwenden,  um  das 
Anschmelzen  in  der  Kapsel  zu  vermeiden? 


Glas. 


1  Regelmäßig,  wenn  die  Drehrostgeneratoren  beschickt  werden,  tritt 
eine  momentane  Unterbrechung  in  der  Gaszuführung  ein,  d. 

bleibt  an  den  Brennstellen  aus.  Nun  entzündet  es  sich  wohl  sofort  wieder 
an  jenen  Stellen,  die  rotglühend  sind,  dagegen  muß  es  an  anderen  Stellen, 
z  B  an  den  Wechseln  der  Strecköfen,  immer  wieder  neu  angezündet  werden. 
Um' dieses  wiederholte  Anzünden  des  Gases  zu  ersparen,  legen  die  Arbeiter 
ein  Stück  Eolz  in  die  Oeffnung  des  Ofens,  bei  welcher  das  Gas  einströmt 
so  daß  sich  dieses  an  dem  glimmenden  betw.  brennenden  Solz  entzündet 
Dieser  Uebelstand  erfordert  natürlich  ziemlich  viel  Solz  und  ist  auch 
insofern  bedenklich,  als  das  zusammengebrannte  Eolz  aus  der  Oeffnung 
herausfallen  und  unter  Umständen  einen  Brand  verursachen  kann  Gibt 
es  eine,  vielleicht  elektrische  Vorrichtung,  an  welcher  sich  das  Gas  von  selbst 

entzünden  kann?  .  ,.   .    .    ,     .  » 

2  Gibt  es  Gaserzeuger  in  kleinerer  Ausfuhrung,  die  imstande  sind, 
binnen  '24  Stunden  4-5  t  Braunkohlengrieß  und  -staub  von  4000  W.-E. 

zu  vergasen.^  um' Angabe  eines  Gemengesatzes  für  ein  möglichst  bei 
niedriger  Temperatur  schmelzendes  und  verarbeitbares  Glas,  ohne  daß  die 
elektrische  Widerstandsfähigkeit  unter  diesen  Umständen  leidet.  Die  Xarbe 
des  Glases  spielt  keine  Rolle;  vorgezogen  wird  aber  eine  weiße  oder  mög- 
lichst dunkle  Färbung.   


4  Kann  ein  Glasofen  mit  14  Glashäfen  von  TOYJO  cm  Außenmaß 
oder  eine  Wanne,  die  2  cbm  Glas  täglich  liefert,  mit  Leuchtgas  betrieben 
werden  und  wieviel  cbm  Leuchtgas  würde  für  beide  Oefen  nötig  sein? 
Würde  Leuchtgas  andere  Einrichtungen  im  Ofen  nötig  machen  oder  genügt 
es,  dieses  Gas  durch  die  bisherigen  Kanäle  und  Kammern  in  den  Ofen 

5  '  Welches  Regenrativ- Ofensystem  ist  nach  den  heutigen  Erfahrungen 
vorzuziehen,  mit  seit-  oder  mit  rückwärts  liegenden  Brennern  mit  rück- 
kehrender U-Flamme?  Beabsichtigt  ist  eine  Tagesleistung  von  20000  kg 
Flaschenqlas.  Welche  Innenmaße  müßte  eine  Wanne  haben,  und  kann 
letztere  bei  Mangel  an  Kohlen  bei  geeigneten  Gaserzeugern  auch  mit  Holz 
betrieben  werden?  .„«^r  m  ■* 

6  Ich  baue  eine  Wanne  für  grüne  Flaschen  von  9,20X5,80  m  mit 
einem  Glasstand  von  1  m  und  einem  Inhalt  von  etwa  58—60  t  Glas. 
Wieviel  Gasgeneratoren  sind  dazu  nötig,  um  den  Wannen- Ofen  sowie  die 
Kühlöfen  mit  Gas  versorgen  zu  können?  Ich  habe  gute  Steinkohle  zur 
Verfügung;  wie  hoch  soll  der  Kamin  sein?  Ich  w$llte  ihn  25  m  hoch, 
unten  1,25  m  und  oben  1  m  im  lichten  weit  machen;  ist  das  richtig? 
Welches  Kammer- System  eignet  sich  für  diesen  Ofen  am  besten?  Sollen 
die  Kammern  der  Länge  nach  unter  dem  Ofen  oder  rückwärts  unten  am 
Ende  des  Ofens  der  Länge  nach  oder  quer  liegen?  Wie  lang,  breit  und 
hoch  sollen  die  Gas-  und  Luftkammern  sein? 

7.  Wer  liefert  Kühlöfen  für  elektrische  Beheizung? 

8.  Wer  liefert  Zerkleinerung«- Maschinen  für  weiße  und  farbige 
Si8kompositionen  für  die  Glasdekoration? 


Briefkasten  der  Redaktion. 

C.  M.  i.  B.  Lesen  Sie  die  Antworten  zn  den  Glas-Fragen  144,  90 
und  34  im  Sprechsaal  1921  und  zu  den  Fragen  77  und  1  in  1920;  da 
finden  Sie  das  gewünschte  Milcbglas  . 

W  H.  i  A.  Die  Herstellung  der  Thermosflaschen  läßt  sich  unmög- 
lich im'  Fragekasten  so  angeben,  daß  Sie  die  Fabrikation  aufnehmen 
können-  dazu  brauchen  Sie  vor  allem  Facharbeiter.  —  Der  Verwendung 
Ihres  Kalkbydrats  zu  Flaschenglas  steht  nichts  im  Wege ;  Sie  müssen  nur 
den  Wassergehalt  desselben  feststellen  nnd  danach  den  Zusatz  berechnen. 

Fr  G.  i.  M.  Porzellan-Trommelmühlen  liefern  u.  a.  dw  Porzellan- 
fabrik in  Freiherr,  Ernst  Teichert,  (i.  m  b.  H.  in  Meißen,  die  Staat!  Por- 
zellan-Manufaktur in  Berlin,  die  Porzellanfabrik  Ph  Risenthal  &  bo., 
A-G.  in  Selb,  W.  Haldenwanger  in  8pandau. 

Gew.  M.  Cta.  1.  E.  Es  gibt  in  Thüringen  viele  Vorkommen  von 
feldspathaltigen  Porzellansanden  (Pegmatite);  Sie  finden  eine  Reihe  von 
Analysen  im  Sprechsaal-Kalender  nebst  solchen  von  bayerischen  leidspat- 
Sftndcn 

G.  H.  i.  N.  a.  E.    Hütteningenieur  W.  Schnegluth  in  Schiedam 
(Holland)  liefert  für  Glasmalereien  den  gewünschten  Gasschmelzofen  mit 
j   automatischer  Gasreguliernng. 


Veröffentlichungen  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik. 


Bei  der  Ausfuhr  von  Wandplatten  ist  nach  den 
neuesten  Bestimmungen  wie  folgt  zu  verfahren: 

I.  P  r  e  i  s  e. 

A.  Nach  Ländern  mit  hoher  Valuta  muß  in  der  Währung 
des  Empfangslandes  fakturiert  werden,  und  zwar 

Gruppe  I.  1.  in  Shilling  für  die  gesamte  üebersee  außer  Nord- 
<  amerika, 

2.  in  Dollar  für  Nordamerika, 
Gruppe  II.   3.  in  Shilling  für  England,  Spanien  und  Portugal, 
4.  in  holländischen  Gulden  für  Holland, 
6.  in  schweizer  Francs  für  die  Schweiz, 

6.  in  schwedischen  oder  dänischen  oder  norwegischen 
Kronen  für  Schweden,  Dänemark  und  Norwegen, 

7.  in  Francs   oder  Lire   für  Frankreich,  Belgien, 
Luxemburg  und  Italien. 

B.  Nach  allen  vorstehend  nicht  genannten  europäischen 
Ländern,  die  solche  mit  minderer  oder  schlechterer  Valuta 
sind  (Gruppe  III),  kann  in  Markwährung  geliefert  werden,  und 
zwar  mindestens  zum  deutschen  Inlandspreis  für  die  unver- 
packte Ware  ab  Fabrik,  mit  den  jeweils  in  Kraft  befindlichen 
Schlägen,  Aenderungen  und  Nachträgen. 

Anschlußgebühren,  Anfuhr  zur  Bahn  und  Frachtbriefstempel 
Zugehen  zu  Lasten  der  Empfänger. 

C.  Um  den  Anfragern  die  Preise  richtig  nennen  zu  können, 
ist  es  notwendig,  daß  bei  den  Anfragen  angegeben  wird: 

a)  Empfangsland, 

b)  Art,  Wahl,  Größe  und  Farbe  der  Platten, 

c)  die  Fabrik,  von  der  die  Platten  stammen  (da  die  Be- 
zeichnungen von  Werk  zu  Werk  verschieden  sind). 

II.  Verpackungskosten. 
Diese  sind  extra  zu  berechnen,  und  zwar 


a)  für  seemäßige  Kistenpackung  einschließlich  Fracht  bis 
deutschem,  holländischem  oder  belgischem  Hafen 
mindestens  2  sh  resp.  0,4  Dollar  für  100  Stück  Vlatten 
normaler  Größe. 

b)  bei  Versand  lose  im  Waggon: 

2  °/0  des  Warenbetrages  für  Verladung  und  Stroh, 
1  °/0  des  Warenbetrages  für  Papier, 
1  °/0  des  Warenbetrages  für  Bündeln. 

c)  bei  Stückgutversand:  *  m 
ö°/0  des  Warenbetrages  für  Kisten,  Stroh  und  Papier, 
1  °/0  des  Warenbetrages  in  Bündeln. 

III.  Zahlungsbedingungen. 

Als  Zahlungsbedingungen  für  die  Länder  der  Gruppen  I 
und  II  ist  festgesetzt,  daß  die  Zahlung  in  bar  ohne  jeden  Abzug 
innerhalb  14  Tagen  ab  Fakturendatum  zu  erfolgen  hat,  und 
zwar  50°/0  des  Rechnungsbetrages  in  der  berechneten  Aus- 
landswährung (welche  Auslandsdevisen  an  die  Reichsbank  abzu- 
liefern sind)  und  50  °/0  in  deutscher  Reichswährung  umgerechnet 
zum  Kurse  des  Fälligkeitstages.  Für  die  Länder  der  Gruppe  III 
sind  Zahlungsfristen  bis  zu  einem  Monat  zulässig.  Vergütung 
irgend  welcher  Art,  Skonto  und  dergleichen  dürfen  nicht 
gewährt  werden. 

Anfragen  über  genaue  Preise  sind  von  Fall  zu  Fall  an  die 
Prüfungsstelle  Wandplatten,  Windsheim,  zu  richten. 


Yerkaufsbedingungen  für  die  Ausfuhr  von 
elektrotechnisch em  und  technischem  Porzellan. 

(Gültig  ab  1.  Januar  1922.) 

I.  Allgemeine  Bedingungen. 
1.  Die  Ausfuhr-Mindestpreise  verstehen  sich  fob.  deutschem 
Ausfuhrhafen    bezw.  frei  deutscher  Grenze,  und   zwar  aus- 
schließlich Verpackung. 


i2  -  Nr.  1 


sFRECHSÄÄL- COBURG, 


1922.  (65.  fahrgang.) 


■  2.  Bei  allen  Arten  von  Hochspannungsporzellan  sowie 
Niederspannungs  -  Freileitungs  -  Isolatoren  ist  für  Verpackung 
einschließlich  Kisten  ein  Mindestzuschlag  von  5°/0  zu  erheben. 
Bei  allen  übrigen  Arten  von  elektrotechnischem  und  sonstigem 
technischen  Porzellan,  sowie  bei  losen  Metallarmaturen  und 
beigepackten  losen  Armaturen  ist  für  Verpackung  einschließ- 
lich Kisten  ein  Aufschlag  von  mindestens  <J°/0  des  Rechnungs- 
wertes anzurechnen. 

3.  Den  Ausgangspunkt  für  die  Ausfuhrpreise  bilden  die 
Grundpreise  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik.  Die 
wichtigsten  Exportartikel  samt  ihren  Grundpreisen  sind  auf 
einem  besonders  erhältlichen  Preisblatt  zusammengestellt. 

4.  Gegenüber  den  Ländern  AI  —  A5,  B  und  C  wird  in  der 
Währung  des  Bestimmungslandes  fakturiert  (Ueberseeländer 
und  Ausnahmen  siehe  Fußnote*).  Gegenüber  den  Ländern 
Dl  —  D3  und  E  ist  in  Reichsmark  zu  berechnen. 

5.  Die  Errechnung  des  Ausfuhrmindestpreises  erfolgt,  indem 
der  Grundpreis  mit  der  Zahl  multipliziert  wird,  die  in  der 
nachstehenden  Tabelle  (II,  3)  für  das  in  Frage  kommende  Land 
unter  Berücksichtigung  der  Artikelgruppen  vorgesehen  ist.  Der 
sich  ergebende  Wert  ist  der  fertige  Ausfuhrmindestpreis  in 
der  für  das  betreffende  Land  vorgeschriebenen  Währung  für 
100  Stück,  ausschließlich  Verpackung. 

II.  Preisbestimmungen. 

1.  Ländergruppen: 

A 1)  Holland,  Schweiz,  China,  Japan,  Vereinigte  Staaten  von 
Nordamerika,  Mexiko  und  sonstige  mittelamerikanische 
Staaten. 

A  2)   Großbritannien,  seine  Dominions  und  seine  Kolonien,  so- 
wie Canada. 
A  3)   Spanien  und  Portugal. 
A  4)   Norwegen  und  Dänemark. 
A  5)  Schweden. 

B       Belgien,  Frankreich  und  Luxemburg. 

C 1)  Italien. 

C  2)  Tschecho-Slowakei. 

D  1)   Deutsch-Oesterreich  und  Ungarn. 

D  2)  Jugoslavien  und  Balkanländer. ' 

D  3)  Ehemaliges  Rußland,  einschließlich  Polen  und  Finnland. 
E       Südamerikanische  Staaten. 

*)  E8  wird  fakturiert: 

nach  in 

Portugal   Pfund  Sterling**) 

Britische  Dominions  und  Britische  Kolonien    .  Pfund  Sterling**) 

Canada   .  wahlweise  Pfand  Sterling 

oder  TT.  S.  A.-Dollar 

Holländische  Kolonien   .   .  - .  '   holländischen  Gulden 

China   U.  8.  A.-Dollar 

Japan   Jen 

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika  ....  Dollar 

Mexiko   mexikanischen  Goldpesos 

Sonstige  mittelamerikanische  Staaten  .   .   .   .  U.  8.  A.-Dollar 

**)  Die  nachstehend  verzeichneten  Multiplikatoren  für  diese  Länder 
sind  auf  Schillinge  bezogen. 


2.  Artikelgruppen. 

i.     Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren  einschließlich  der 

Reichspostmodelle. 
II.     Elektrotechnische  Stanzartikel  und   sonstige  technische 
Artikel. 

lila.  Freileitungs  -  Stützen  -  Isolatoren    bis    zur  Größe  entspr. 

Hermsdorf  I.  1387. 
III  b.  Freileitungs-Stützen-Isolatoren  größer  als  Hermsdorf  I. 

1387  bis  inkl.  Hermedorf  1391. 
III  c.   Freileitungs-Stützen-Isolatoren   größer  als  Hermsdorf  I. 

1391. 

IV.     Hänge-Isolatoren   und   leeres    Porzellan    zu  armierten 

Hänge-Isolatoren. 
V.     Durchführungen,  Stützer,  Griffe,  Rillen-Isolatoren. 

(III  bisV  alles  ohne  Armaturen.) 
VI.     Hänge-  und  Abspann-Isolatoren 'mit  Armaturen. 

3.  Multiplikatoren-Tabelle. 


U  X 

Land 

Artikel  - 

Gruppen 

I 

II 

lila 

III  b 

IIIc 

IV 

V 

1  vi 

A  1 

Holland 

0  094 

0  094 

A  AQQ 

0,040 

A  AKQ 

0,05o 

0,058 

vtv*fcO 

Sph  wpiz 

UlyAATV  CIA 

0^2 

0  2 

0,083 

0,086 

0.113 

0.124 

.Tanan 

0  077 

0  077 

0,032 

0,033 

0,043 

0,048 

Mexiko 

0*077 

0^077 

0,032 

0,033 

0,043 

0,048 

0,040 

0,039 

Vereinigte  Staa- 

ten von  Nord- 

Amerika  restl 

0,038 

0,038 

0,015 

0,016 

0,021 

0,023 

0,020 

0,019 

Mittelamerika, 

Canada  u  China 

A2 

England  und 

Kolonien 

0,156* 

0,156* 

0,065* 

0,067* 

0,088* 

0,097* 

0,082* 

0,08* 

Canada 

A3 

Spanien 

0  24 

0,24 

0,100 

0106 

0,120 

0,134 

0,112 

0112 

Portugal 

0,187* 

0,187* 

0,078* 

0,082* 

0,093* 

0,104* 

0,087* 

0,087* 

A4 

Norwegen  und 
Dänemark 

0,184 

0,184 

0,080 

0,094 

0,104 

0,113 

0,104 

0,100 

A5 

Schweden 

0,142 

0,142 

0,059 

0,061 

0,075 

0,088 

0,076 

0,073 

B 

Belgien 

Frankreich 

0,4 

0,4 

0,138 

0,145 

0,175 

0,210 

0,175 

0,175 

Luxemburg 

C  1 

Italien 

0,66 

0,6 

0,300 

0,333 

0,375 

0,416 

0,300 

0,376 

C  2 

Tschecho- 
slowakei 

1,6 

1,6 

1,0 

1,0 

1,0 

1,0 

1,0 

1,0 

D  ] 

Deatscu-Oaster- 
reich  u.UngarL 

2,56 

2,56 

1,12 

1,12 

1,12 

Um 

1,12 

1,12 

D2 

Jugoslavien 
Balkanländer 

3,2 

3,2 

1,40 

1,40 

1,40 

1,40 

1,40 

1,40 

D3 

Baßland 

Polen  und 

3,2 

3,2 

1,40 

1,52 

1,68 

1,68 

1,68 

1,68 

Finnland 

E 

Südamerika- 
nische Staaten 

3,52 

3,52 

1,60 

1,68 

1,68 

1,68 

1,68 

1,68 

P   *)  Obige  Multiplikatoren  sind  auf  Schillinge  bezogen. 


3XT  aohruf. 

Wir  erfüllen  hierdurch  die  traurige  Pflicht,  von  dem  Ableben  des  Fabrikbesitzers 

Herrn  Christian  Seitmann,  Weiden 

Kenntnis  zu  geben. 

Herr  Seitmann  war  Mitbegründer  unserer  Aktiengesellschaft  und  bis  zu  seinem  Tode  Aufsichtsrats- 
mitglied in  der  Eigenschaft  als  stellvertretender  Vorsitzender.  Er  bat  an  dem  Aufschwung  unseres  Unter- 
nehmens regen  Anteil  genommen  und  gerne  mit  Rat  und  Tat  beigestanden.  Wir  verlieren  in  ihm  einen 
fachmännischen  Ratgeber  von  besonderer  Fähigkeit,  dessen  Heimgang  wir  unter  Zusicherung  für  ein 
dauerndes  Angedenken  aufs  tiefste  bedauern. 

Der  Aufsichtsrat  und  Vorstand 
der  Porzellanfabrik  Schirnding,  Aktiengesellschaft, 

Schirnding. 

Schirnding,  den  27.  Dezember  1921. 


iCoburg,  den  12.  Janaar  1922. 


Nummer  2 


Zeitschrift  für  die  Keramischen,  Glas-  und  verwandten  Industrien. 


Prämiiert:  Brfissel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bngra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Pr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


FernsprechanschlaßNr.  59  /Telefjr.-Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto :  Cobarg-Gothaische  Bank  A.-G.,  Cobarg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  dorch  die  Post  vierteljährlich  Jt  14.—  anter  Streifband  Jt  40.— . 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  nnd  40  mm  Breite  für  das  Inland  Jt  1.—  (Stellengesuche  50  J.). 

Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt.  


Mitglied  von: 


Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten.  


Tunnelöfen  in  der  Feinkeramik. 

Von  C.  Boschmann,  Hennigsdorf. 

(Nachdruck  verboten.) 


Der  Brennstoffverbranch  einer  keramischen  Fabrik  ist  heute 
ausschlaggebend  für  die  Wirtschaftlichkeit  des  Betriebes.  Der 
Tannelofen  erfordert  nur  etwa  die  Hälfte  des  Brennstoffes, 
den  der  Randofen  benötigt,  und  ist  daher  berufen,  die  veralteten 
Oefen  mit  unterbrochenem  Betrieb  zu  verdrängen.  Trotzdem 
der  Tunnelofen  schon  sehr  lange  bekannt  ist,  konnte  er  sich 
in  der  Feinkeramik  nicht  einbürgern,  weil  die  Scheu  vor  Neuem 
und  die  unterschiedlichen  Ergebnisse  der  in  einzelnen  Fabriken 
im  Gang  befindlichen  Tunnelöfen  die  Fabrikanten  vor  dem  ent- 
scheidenden Schritt  zum  Tannelofen  zurückschreckten.  Aach 
war  es  vor  dem  Kriege  meistens  die  Geldfrage.  Heute  ist 
keine  andere  Wahl  mehr  möglich.  Die  hochwertigen  Stein- 
kohlen und  die  böhmischen  Braunkohlen,  zur  Erreichung  der 
in  der  Keramik,  vor  allem  beim  Brennen  von  Porzellan 
erforderlichen  hohen  Temperaturen,  werden  der  Industrie  aus 
bekannten  Gründen  in  absehbarer  Zeit  nicht  mehr  oder  sehr 
schwer  zur  Verfügung  stehen.  Es  muß  daher  auf  die  uns 
gebliebene  deutsche  Braunkohle  zurückgegriffen  und  deren 
Verwendung  für  hohe  Temperaturen  durch  Vergasung  ermög- 
licht werden. 

Die  verschiedenen  Ergebnisse  der  im  Betrieb  befindlichen 
Tunnelöfen  erklären  sich  aus  der  Un Vollkommenheit  der  an- 
gewandten Bauart.  Diese  Bauart,  das  sogenannte  System 
Faugeron,  kennzeichnet  sich  durch  eine  patentierte  Gewölbe- 
form und  damit  erstrebte  besondere  Flammenführung.  Diese 
Gewölbeform  bedeutet  jedoch  geradezu  einen  technischen  Fehler, 
der  die  Feuerführung  beeinträchtigt  und  erschwert.  Auch  die 
Anwendung  der  direkten  Befeuerung  des  Ofens  ist  ein  tech- 
nischer Fehler.  Für  den  Tunnelofen  kommt  nur  die  Gasfeuerung 
in  Frage.  Trotzdem  diese  Erkenntnisse  jedem  Fachmann  zu 
eigen  sind,  werden  die  Faugeron-Oefen  genau  noch  wie  vor 
15  Jahren  meistens  mit  direkter  Feuerung  gebaut.  Erst  nach 
den  weiter  unten  erwähnten  Erfolgen  der  Tunnelöfen  mit  Gas- 
feuerung für  Porzellanbrand  ist  man  dabei,  dem  Faugeron-Ofen 
ebenfalls  die  Gasfeuerung  anzupassen.  Die  Vertreter  des 
Faugeron-Ofens  behaupten  nun  in  ihren  Veröffentlichungen, 
daß  ihr  Ofen  der  beste  und  einzige  mit  jahrelangen  Erfahrungen 
und  mit  Erfolg  im  Betrieb  befindliche  sei.  Dem  kann  nicht 
unwidersprochen  bleiben.  Nachdem  heute  nur  noch  der  Gas- 
tunnelofen in  Betracht  kommt,  sind  es  also  keine  langjährigen 
Erfahrungen  mit  Gastunnelöfen  auf  Seiten  des  Faugeron-Ofens, 
ondern  diese  stehen  dem  Verfasser  und  seinen  Mitarbeitern 


zu,  wie  die  nachstehende  Entwickelungsgeschichte  des  Gastunnel- 
ofens für  Porzellanbrand  es  klar  darstellt. 

Da  sich  die  Erbauer  der  Faugeron-Oefen  seinerzeit  nicht 
an  die  Gasfeuerung  heranwagten,  mußte  diese  Tat  von  der 
Industrie  selbst  ausgeführt  werden.  Im  Jahre  191a  baute  der 
Verfasser  dieses  in  der  Porzellanfabrik  der  AEG.  Hennigsdorf 
zwei  nach  dem  Fangeron-System  erbaute  Tunnelöfen  auf  Gas- 
feuerung um.  Die  Anpassung  der  Gasfeuerung  an  die  Form 
des  Ofengewölbes  und  die  vorhandenen  Feuerstellen  ergaben 
allerdings  nicht  von  vornherein  die  einwandfreie  Lösung,  und 
nur  lange  Versuche  brachten  den  gewünschten  Erfolg.  Nach 
den  bei  diesen  Umbauten  gemachten  Erfahrungen  erbaute  Ver- 
fasser in  derselben  Fabrik  im  Jahre  1913  einen  dritten  Tunnel- 
ofen neu,  bei  dem  die  erwähnten  Fehler  .des  Faogeron-Systems 
vermieden  wurden.  Dieser  dritte  Ofen  war  während  des  Krieges 
dauernd  im  Betrieb  und  lieferte  regelmäßig  gutes  Porzellan 
I.  Wahl  mit  der  Ausschußzahl  eines  Randofens. 

Die  guten  Erfahrungen  mit  den  Gastannelöfen  veranlaßten 
die  AEG  im  Jahre  1920  einen  vierten  Ofen  zu  erbauen,  und 
dieser  Ofen  wurde  nach  den  gemeinsamen  Plänen  des  Ver- 
fassers und  der  Firma  Banzlauer  Werke  Lengersdorff  &  Comp, 
in  Bunzlau  erbaut.  Bei  demselben  kam  zum  erstenmal  nach 
den  Vorschlägen  der  Bunzlauer  Werke  Lengersdorff  &  Comp. 
Reingas  und  damit  zugleich  Druckgas  gewollt  zur  Anweadang, 
wodurch  es  möglich  ist,  daß  jeder  Brenner  seine  Speiseluft 
unmittelbar  aus  der  Kühlzone  ansaugt  und  Gas  und  Luft  in 
beliebigen  Mengen  geregelt  werden  können.  Die  Speiseluft 
gelangt  auf  800°  vorgewärmt  zu  den  Brennern,  und  außerdem 
wird  die  Sohle  der  Brennwagen  im  Vorfeuer  durch  eigenartige 
Feuerführung  stark  vorgewärmt.  Es  wird  dadurch  das  über- 
raschende Ergebnis  erzielt,  daß  auf  der  Sohle  der  Brennwagen 
sich  dieselbe  Temperatur  einstellt  wie  unter  dem  Ofengewölbe. 
Man  hat  es  sogar  durch  die  vorzügliche  Bauart  der  Brenner 
in  der  Hand,  auf  der  Sohle  der  Brennwagen  höhere  Tempera- 
turen zu  erreichen  als  unter  dem  Gewölbe.  Es  wird  mit  Leich- 
tigkeit SK  16  auf  der  Sohle  timgeschmolzen,  und  damit  ist 
noch  lange  nicht  die  obere  Grenze  erreicht. 

Um  die  Leistung  des  Ofens  zu  erhöhen,  wurde  der  Quer- 
schnitt vergrößert  und  durch  besondere  Bauweise  der  Wagen 
und  Gleise  ein  stoßfreies  Fahren  des  Porzellans  bewerkstelligt. 
Der  ▼orschubantrieb  und  alle  anderen  Vorkehrungen  am  Ofen 
sind  ganz  besonders  sorgfältig  ausgebildet  und  geben  dem 
Ofen  das  Gepräge  einer  vollendeten  Maschine. 

Die  Betriebsergebnisse  dieses  Ofens  fanden  ihren  Nieder- 
schlag in  der  neuen  verbesserten  Bauweise,  nach  der  bei  de- 
Firma Schomburg  &  Söhne  Aktiengesellschaft  in  Margarethenr 


14  —  Nr.  2 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1928.  (55.  Jahrgang.) 


hütte  von  der  Firma  Bunzlauer  Werke  Lengersdorff  &  Comp, 
in  Bunzlau  nnn  2  Oefen  erbaut  und  im  Betriebe  sind.  Das 
Ergebnis  dieser  Oefen  ist  so  ausgezeichnet,  daß  das  allgemeine 
Urteil  aller  Beteiligten  feststellt,  daß  kein  anderer  Ofen  ein 
so  gleichmäßiges  und  schönes  Porzellan  liefern  kann.  Ebenso 
ist  die  Leistung  bezüglich  der  Menge  hervorragend :  Es  liefert 
ein  Ofen  in  Margarethenhütte  täglich  15  t  Porzellan.  Der  Brenn- 
stoffverbrauch ist  durch  weitgehende  Ausnützung  aller  einge- 
brachten Wärmemengen  sowie  eine  vollkommene  Isolierung 
auf  das  geringste  beschränkt,  und  dadurch  ist  die  Wirtschaft- 
lichkeit des  Ofens  gesichert.  Diese  Leistungen  ergeben  die 
Berechtigung,  diesen  Ofen  als  den  vollkommensten  Brenn- 
apparat zu  bezeichnen,  und  es  ist  dadurch  bewiesen,  daß  der 
Tunnelofen  mit  Gasfeuerung  nunmehr  reif  ist,  in  der  Feinkeramik 
wie  auch  in  der  Schamotte-  und  Ziegelindustrie  ganz  allgemein 
eingeführt  zu  werden. 


Ausstellung  zur  Geschichte  und  Technik  von 
Glasmalerei  und  Mosaik  in  Bonn. 

Zum  Sonntag,  den  11.  Dezember  1921,  hatte  die  „Gesell- 
schaft für  Geschichte  der  Naturwissenschaften,  der  Medizin  und 
der  Technik  am  Niederrhein"  ihre  Mitglieder  und  Gäste  zur 
Besichtigung  dieser  Ausstellung  in  der  Aula  des  Collegium 
Leoninum  zu  Bonn  eingeladen  (32.  Sitzung).  Der  begleitende 
Vortrag  erfolgte  unter  dem  Gesichtspunkte  „Zusammenhang 
zwischen  Technik  und  künstlerischer  Vollendung  in  der  Ent- 
wicklung von  Glasmalerei  und  Mosaik"  und  wurde  von  dem 
Professor  für  Geschiche  der  christlichen  Kunst  an  der  Bonner 
Universität,  Herrn  Dr.  theol.  Wilhelm  JMeuß  gehalten,  welcher 
auch  die  Ausstellung  vermittelt  hat.  Dieselbe  soll  in  erster 
Linie  dazu  dienen,  die  künftigen  Geistlichen  in  das  Wesen  der 
Schönheit  von  Glasmalerei  und  Mosaik,  jener  beiden  so  ganz 
besonders  christlichen  Künste  einzuführen,  und  zwar  durch  die 
Verbindung  von  Technik  mit  einem  Ueberblick  über  die  kunst- 
geschichtlichen Formen  und  .  ihren  Zusammenhang  mit  der 
Technik.  Deshalb  umfaßt  sie  Modelle,  die  das  Werden  von 
Glasmalereien  und  Mosaiken  veranschaulichen,  Abbildungen 
und  besonders  eine  Reihe  von  Glasgemälden,  die  alle  zehn 
großen  Fenster  der  Aula  ausfüllen  und  den  Raum  sozusagen 
in  eine  Kirche  verwandeln,  indes  die  dem  Eingange  gegenüber- 
liegende große  Breitwand  mit  Mosaiken  und  Kartons  zu  solchen 
sowie  Abbildungen  hervorragender  alter  Mosaiken  bedeckt  ist. 

Die  Absicht,  in  den  Streit  der  modernen  Stilformen  ein- 
zugreifen, liegt  ganz  außerhalb  des  Rahmens  der  Ausstellung. 
Vielmehr  soll  sie  durch  die  Vielgestaltigkeit,  die  das  historische 
Material  zeigt,  nur  im  allgemeinen  zu  einer  weiten  und  freien 
Auffassung  gegenüber  allen  künstlerisch  und  technisch  tüchtigen 
Versuchen  der  Gegenwart  anleiten.  Herr  Neuß  beabsichtigte 
zunächst  nur,  das  bescheidene  Material  den  Studierenden»  zu- 
gänglich zu  machen,  über  das  die  Lehrsammlung  des  von  ihm 
geleiteten  Seminars  für  christliche  Kunstwissenschaft  und 
Archäologie  verfügt.  Vor  allem  durch  die  Mithilfe  zweier 
rheinischer  Kunstwerkstätten,  der  Glasmalerei  Dr.  H.  Oidtmann 
&  Co.  in  Linnich  (Kreis  Jülich)  und  der  Mosaikwerkstätte  von 
Bayer  &  Söhne  in  Köln-Bayenthal,  wurde  dann  aber  eine 
Ausstellung  von  einer  solchen  Vollständigkeit  und  Geschlossen- 
heit möglich,  wie  sie  für  diese  beiden  Kunstgebiete  selten  in 
einem  Räume  zusammen  gewesen  sein  dürfte. 

„Im  Jahre  1858",  so  schrieb  Dr.  Heinrich  Oidtmann  I.,  der 
Begründer  der  Linnicher  Werkstätten  für  Glasmalerei, 
„gründete  ich  als  Student  der  Chemie  und  cand.  med.  in  meiner 
Vaterstadt  Linnich  eine  Kunstanstalt  für  Glasmalerei  mit  einem 
chemischen  Laboratorium.  Dieselbe  entwickelte  sich  aus  kleinen 
Anfängen  rasch  zu  einem  Weltgeschäft."  Soweit  hierüber  für 
heute.  Wir  werden  vielleicht  Gelegenheit  haben,  auf  die 
chemische  und  medizinische  Tätigkeit  dieses  niederrheinischen 
Arztes  und  Glaschemikers  später  besonders  zurückzukommen. 

Die  Glasmalerei  Dr.  H.  Oidtmann  &  Co.  besitzt  nämlich 
von  ihren  Wiederherstellungsarbeiten  an  bedeutenden  mittel- 
alterlichen Kirchenienstern  her  eine  Anzahl  wundervoller,  von 
ihr  verfertigter  Kopien  in  der  Größe  und  vollkommenen  Eben- 
bildlichkeit der  Originale.  Die  zehn  hohen  Fenster  der  Aula 
boten  die  Möglichkeit,  sie  wie  in  einer  Kirche  einzubauen. 
Dazu  kommen  zur  Veranschaulichung  die  technischen  Modelle 
aus  dem  Besitz  der  genannten  Lehrsammlung,  ferner  ebendorther 
Photographien  der  Firma  Dr.  Oidtmann  &  Co.,  sowie  vor  allem 
Aufnahmen  der  wegen  Fliegergefahr  herausgenommenen  Kölner 
Fennter,  die  der  Provinzialkonservator  Prof.  Dr.  Renard  aus 
dem  Behtande  des  Provinzial-Denkmälerarchivs  gütigst  zur  Ver- 
fügung gestellt  hat.  So  konnte  die  Reihe  von  der  romanischen 
Zeit  bis  zum  Ende  des  18.  Jahrhundorts  in  allen  Entwicklungs- 
htufen  vorgeführt  werden.  In  Kopien  von  wunderbarer  Treue 
der  Ausführung  sehen  wir  die  berühmten  romanischen  Uer- 
lachas-Fenster  aus  Kappenberg  vom  Anfang  des  13.  Jahrhun- 
derts, ornamentale  romanische  Felder  aus  dem  Dome  zu  Wetzlar 


und  aus  Sterup  in  Schleswig,  ein  eigenartig  scharfes  frü 
gotisches  Fenster  aus  Lindena  in  der  Niederlausitz,  das  spä 
gotische  mittlere  Chorfenster  aus  Ehrenstein  (i476),  das  a 
zwei  Saalfenster  verteilt  werden  mußte,  das  köstliche,  gleic 
falls  spätgotische  Fenster  aus  Kapellen  bei  Koblenz  und  d 
farbenglühende  Renaissancefenster    der  Kirche   von  Botte 
broich  d.  J.  1533.    Auf  der  anderen  Seite  des  Saales  vera 
schaulichen  Kopien  von  Teilen  der  etwas  jüngeren  seitliche 
Chorfenster  von  Ehrenstein  (1486)   und  des  noch  jüngere 
Seitenschiffsfensters  dieser  Kirche  (1520)  mit  dem  ältesten  Bild 
des  Bonner  Münsters,  sowie  ein  interessantes  Originalfenste 
das  aus  St.  Goarshausen  stammt,  und  eine  Kopie  aus  Niede 
wert  den  Ausklang  der  musivischen  Glasmalerei  des  Mitte 
alters,  sodann  die  Felder  mit  dem  Herzog  Johann  III.  vo 
Jülich  und  seiner  Gemahlin  aus  St.  Marien  in  Düren  und  ein 
Anzahl  prächtiger  Schweizer  Scheiben  des  beginnenden  16.  Jah 
hundert».    Die  Glasmalerei  der  Renaissance,  die  farbenscheu 
Fensterkunst  des  Barock  führen  mehrere  Originale  aus-  Ol 
und  Saarbrücken  vor,  eine  Entwicklung,  deren  Abschluß  di 
hochinteressante  Aufnahme  der  Fenster  der  Franziskanerkirc 
zu  Erkelenz  vom  Ende  des  18.  Jahrhunderts  abschließt.  Ei 
Fenster  ist  dann  ganz  den  noch  ungeschickten  und  technisc 
verfehlten  Versuchen  aus  der  ersten  Zeit  der  Wiederbelebun 
der  Glasmalerei  im  19.  Jahrhundert  gewidmet.    Gerade  di 
Gegenüberstellung  der  glasechten  musivischen  alten  und  de 
verfehlten,  nur  malenden  Technik  dieser  neueren  Zeit  ist  übe 
aus  lehrreich. 

Das  letzte  Fenster  ist  dann  einigen  guten,  ganz  moderne 
Arbeiten  gewidmet,  die  in  glasechter  Technik  den  moderne 
Drang  nach  Monumentalität,  Stil  und  Farbenglut  vorführe 
Die  Farbskizzen  und  Kartons  der  vor  einigen  Wochen  einge 
setzten  Fenster  von  Menden  an  der  Sieg  bilden  auf  dies 
Seite  den  Abschluß. 

Die  Mosaikabteilung  geht  gleichfalls  aus  von  de 
Veranschaulichung  der  Technik.  Kopien  nach  Originalen  iL 
Ravenna  und  in  St.  Marco  in  Venedig  aus  dem  Besitz  der 
Firma'  Bayer  &  Söhne  zeigen,  wie  die  Alten  gearbeitet 
haben.  Eine  Anzahl  Blätter  aus  Wilperts  glänzender  Publi- 
kation über  die  altchristlichen  Mosaiken  und  photographische 
Aufnahmen  aus  St.  Marco  verrollständigen  dieses  Bild.  DeiJ 
Versuch  der  Neuzeit,  das  Mosaik  bei  uns  zu  erwecken,  stellen 
dann  Kartons  und  Originalproben  aus  jüngerer  und  jüngste* 
Zeit  dar:  einige  ältere  Mosaiken  in  der  glatten,  modernen 
römischen  Art,  an  die  man  sich  bei  uns  vor  etwa  40 — 50 
Jahren  anschloß,  dann  die  im  Technischen  an  St.  Marco  gef 
schulte  Art,  wie  sie  die  neueren  Mosaiken  von  St.  Aposteln  in 
Cöln  zeigen,  endlich  die  moderne,  zarte,  symbolistische  hol- 
ländische Kunst  von  Pitt  Gerrits  aus  dem  Thorop-Kreise  in 
Kartons  und  Originalmosaiken  für  die  Heilige  Land-Stiftung; 
bei  Nymwegen  und  die  stilistisch  strenge,  ein  wenig  expres- 
sionistisch gerichtete  moderne  deutsche:  Art  in  Kartons  und: 
ausgeführten  Mosaiken  nach  Entwürfen  des  Cölner  Malers 
Remmes,  dessen  Mathäus-Kopf  für  Bergeborbeck  eine  herr- 
liche Fernwirkung  hat. 

Die  Ausstellung  gibt  zugleich  ein  Bild  des  hohen  tech- 
nischen und  künstlerischen  Könnens  unserer  rheinischen  Glas- 
maler und  Mosaizisten.  Durch  das  Entgegenkommen  der  Kon- 
viktsleitung  ließ  es  sich  ermöglichen,  auch  allen  anderen 
Interessenten,  außer  den  Studierenden  der  Theologie,  die  Aus- 
stellung zugänglich  zu  machen.  Von  den  zahlreichen  Be- 
suchern hört  man  oft  den  Wunsch  äußern,  es  möge  zur  Er- 
gänzung recht  bald  eine  Glasmalerei-Ausstellung  der  ver- 
schiedenen modernen  Richtungen  folgen.  Sie  wird  nicht  ganz 
einfach  zu  machen  sein,  weil  nicht  gleichzeitig  an  verschiedenen:! 
Stellen  neue  Fenster  fertig  und  zu  Ausstellungszwecken  zu 
haben  sind.  Doch  besteht  derselbe  lebhafte  Wunsch  bei  den» 
Veranstalter,  und  er  hofft,  daß  die  Schwierigkeiten  sich  über- 
winden lassen.  Bestimmt  aber  sollen  in  den  nächsten  Jahren 
Ausstellungen  ähnlicher  Art  geboten  werden,  zunächst 
voraussichtlich  eine  zur  Geschichte  und  Technik 
der  Paramente.  Gerade  die  Verbindung  der  beiden  Ge- 
sichtspunkte wird  allgemein  begrüßt.  Denn  sie  ist  ebenso  be- 
lehrend, wie  sie  befreiend  wirkt,  befreiend  von  verkehrtem 
Archaismus  wie  von  haltlosem  Haschen  nach  neuen  Formen,  die 
nicht  aus  Verständnis  für  die  Gebote  der  Technik  und  den  Genius 
des  wahren  Künstlers  geboren  sind.  Ars  una  species  mille,  das  gilt 
von  der  Kunst  der  Vergangenheit  und  Gegenwart.  Es  kommt  einem 
so  recht  zum  Bewußtsein,  wenn  man  in  der  Aula  des  Collegium' 
Leoninum  alle  die  herrlichen  Arbeiten  nebeneinander  sieht, 
jede  nur  im  Wandel  und  Fortschritt  der  Zeiten,  aber  jede  arff 
ihre  Art  schön,  soweit  die  technischen  Grundlagen  nicht  ver-< 
lassen  worden  sind.  Die  Abschreckungsbeispiele,  die  von  hilf- 
losem Nachahmen  und  technischer  Unkenntnis  der  Mitte  des 
19.  Jahrhunderts  eine  Anschauung  darbieten,  lassen  die  Schön- 
heit der  anderen  Werke  umso  heller  erstrahlen.  Herr  Dipl.- 
iDg.  H.  Oidtmann-Linnich  gab  Auskunft  über  einige  teeh- 


1922.  (55. 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  2  —  15 


nische  Einzelheiten.  Der  Vorsitzende  Herr  Paul  Di  er  gart. - 
Bonn  erörterte  noch  einiges  zur  älteren  und  neueren  ülas- 
farben-Technik  und  anderes,  was  sich  aus  den  von  ihm  vorge- 
legen Schriften  und  Sonderdrucken  ergibt,  deren  Titel  usw. 
für  die,  welche  weiterarbeiten  wollen,  am  Schluß  dieses  Be- 
richtes angegeben  sind.  Im  Schluß-  und  Dankwort  faßte  er 
die  vielen  Eindrücke  künstlerischer,  christlich-religiöser  und 
technischer  Art  zusammen  und  gab  der  Hoffnung  Ausdruck, 
daß  die  geplanten  ähnlichen  Ausstellungen  auch  wieder  der 
„Gesellschaft"  mit  einem  so  lehrreichen  und  anregenden  Vor- 
trage zu  statten  kommen  möchten. 

Von  Herrn  Diergart  vorgelegt  und  verwiesen:  ,ama„ 
Anton  Kisa:  Die  Anfänge  der  rheinischen  Glasindustrie,  S  -k.  (Sonder- 
Abdrnck)  aus  der  Ztschr.  d.  Bayer.  Kunstgewerbe-Vereins,  Manchen  1896, 
9  S  Folio   Derselbe:  Die  antiken  Gläser  der  Frau  Maria  vom  Rath  zu  Köln, 
Bonn  1899,  169  S.  Folio  u.  33  Tafeln.  Eingehende  Kritik  seines  dreibändigen 
Werkes   Das  Glas,  im  Altertum",  Leipzig  1908,  m  den  „Mitt.  z.  Gesch.  d. 
Medizin"!  Hamburg  u.  Leipzig,  Bd.  8  (1909),  8.  303-317  von  Hans  L amer 
Leipzig.  Antonio  Neri,  Ars  vitraria,  1668  (latem.  Orig.- Ausgabe).  J.  Kunckel, 
Ars  vitraria  1689.  Frhr.  M.  V.  Minutoli:  Ueber  die  AnfertiguDg  und  Nutz- 
anwendung der  farbigen  Gläser  bei  den  Alten,  Berlin  1836    P.  Nelson: 
Die  Glasmalerei  in  der  Zeit  von  1150-1500  nach  Ohr   S.-A.  Sprechsaal  46 
Q913}  Nr  37.  8.  557.   Albert  Neuburger:  Die  Glasfenster  des  Münz- 
hauses zu  Konstanz,  ein  Beitrag  z.  Gesch.  der  Technik  des  17  Jahrhunderts 
S-A  aus  „ehern -Ztg.«  (Köthen)  1914,  S,  714  f.   Ueber  schon  blaue  und 
grünliche  Gläser  mit  bestimmtem  Alkaligehait  von  Alb.  Gr  an  g  er ,  s.  Lhem.- 
Zte  1914  S  48  u.  451:  Kolloidale  Färbungen  des  Glases  durch  elektrische 
Zerstäubung  im  18.  Jahrh.,  s.  Chem,-Ztg.,  Repertorium  1912,  S.  133  (durch 
Entladung  von  Leidener  Flaschen,  kolloidales  Gold).   E  Prisse  d' Avenues, 
La  verrerie  arabe,  Cosmos  1908,  Nr  1174.   E.  0  v.  Lippmann,  Chemi- 
sches und  Technologisches  aus  kunstgeschichthchen  Quellenschriften,  II.  Theo- 
philus  Presbyter,  B.  Glas-  und  Tonwaren,  S.-A.  Chem;Ztg.  1917,  8.  30  fl. 
Köster,  Atigust:  Zur  Technik  der  antiken  Glasindustrie,  mit  7  Abb., 
Sprechsaal  (Coburg),  1921,  Nr.  43,  S.-A.,  7  S.    Otsuki,  Ohm: .Ueber  die 
blutrote  chinesische  Glasur,  Zeitschr.  für  angew.  Chemie,  1905   8.  1054, 
nnd  Diergarts  Besprechung  in  den  „Mitt.  Gesch.  d.  Med  u  d.  Naturw  .,  V. 
(1906)   S  85    Hofmann,  K.  B.:  Ueber  die  Schmelzfarben  von  Teil 
el  Jenüdije,  Zeitschr.  f.  ägypt.  Sprache  und  Altertumskunde  1885,  Heft  2, 
S-A   6  Seiten  Quart.   Hervorgehoben  sei  noch  der  Abschnitt  über  „lilas- 
malereitechnik  von  H.  Oidtmann  mit  zahlreichen  anderen  Literatur- 
angaben in  der  2.  Auflage  von  Otto  Luegers  „Lex.  d.  ges.  Technik  und 
ihrer  Hilfswissenschaften«,  Bd.  4,  S.-A.  4  Seiten,  Stuttgart,  Deutsche  Verlags- 
Gesellschaft.  —  Zur  Geschichte  der  Mosaik:  Joannes  Ciampini:  Vetera 
monimtnta,  in  quibus  praecipue  musiva  opera  sacrarum  ...  .  lllustrantar, 
Pars  prima  Rom  1690,  *>.  78  1.,  Folio.   J.  Gurlitt:  Ueber  die  Mosa*, 
Maedebura  1798,  auch  in  dessen  archäolog.  Schriften,  herausg  von  Com. 
Mttller,  Altona,  1831,  8.  159-186,  8°.    Frhr.  M.  v.  Minutoli:  Ueber 
antike  Glasmosaik,  Berlin  1817.    Derselbe:  Ueber  die  Pigmente  und 
Malertechnik  der  Alten,  1830. 


Stellungnahme  der  Glasindustrie  zum 
Umsatzsteuerabänderungsentwurf  und  Bei- 
behaltung der  Luxussteuer. 

Liest  man  den  Entwurf  eines  Gesetzes,  betreffend  Abände- 
rung des  Umsatzsteuergesetzes,  durch,  der  jetzt  dem  Reichs- 
wirtschaftsrat  vorliegt,  so  sucht  man  vergeblich  nach  einer  wirk- 
lich begründeten  Stellungnahme  der  Reichsregierung  gegen- 
über der  bedeutenden  Propaganda  der  Industrie-  und  Handels- 
kreise die  für  die  Erzeugung  deutscher  Qualitätsware  eintreten, 
für  Aufhebung  der  Luxussteuer,  der  sogenannten  erhöhten  Um- 
satzsteuer. Die  Gefahr,  daß  durch  Erlfcbung  dieser  hohen 
Steuer  die  Qualitätsarbeit  Deutschlands  auf  dem  Weltmarkt 
ausgeschaltet  wird,  besteht.  Nicht  nur  Industrie  und  Handel 
weisen  auf  sie  hin,  sondern  auch  einsichtige  Fuhrer  der 
Arbeiterschaft.  ■  ■ 

In  der  Begründung  wird  über  die  angebliche  Notwendig- 
keit der  Beibehaltung  der  Luxussteuer  folgendes  ausgeführt; 
Das  Umsatzsteuergesetz  enthält  außer  der  allgemeinen  Um- 
satzsteuer  bekanntlich    eine    Reihe    von  Sondersteuerarten. 
Unter  diesen  spielt  die  Luxussteuer  (§  15  ff)  eine  besonders 
große  Rolle.    Seit  einigen  Monaten  ist  eine  umfangreiche  Pro- 
paganda zur  völligen  Beseitigung  der  Luxussteuer  eingeleitet 
worden,  und  es  ist  anzunehmen,  daß  bei  Gelegenheit  der  Be- 
ratung des  vorliegenden  Entwurfs  erneut  diese  Frage  zur  Er- 
örterung gestellt  werden  wird.    Bei  der  Prüfung  der  Frage 
werden  selbstverständlich  nur  fachliche  Gesichtspunkte  Beach- 
tung finden  können,  und  die  Uebertreibungen  der  organisierten 
Gegnerschaft  müssen  unbeachtet  bleiben.    Auf  der  anderen 
Seite  muß  zugegeben  werden,  daß  sich  bei  der  Durchführung 
der  Luxussteuer  in  nicht  geringem  Umfang  Schwierigkeiten 
ergeben  haben  und  daß  im  einzelnen  Unklarheiten  nnd  Härten 
nicht  ausgeblieben  sind.    Es  ist  aber  in  Betracht  zu  ziehen, 
daß  die  Durchführung  der  Lnxussteuer  unter  dem  späten  Zu- 
standekommen des  Umsatzsteuergesetzes,   das  erst  kurz  vor 
seinem  Inkrafttreten  verabschiedet  worden  ist,  stark  gelitten 
hat,    und   daß  infolgedessen  Uebergangsschwierigkeiten  erst» 
während  der  Geltung  des  Gesetzes  allmählich  überwunden  werden 
konnten  und  auch  jetzt  noch  zum  Teil  noch  nicht  voll  überwunden 


worden  sind.   Es  ist  bereits  gelegentlich  der  Beantwortung  der 
kleinei  Anfrage  Nr.  819  (Drucksache  Nr.  208  von  J^l)  in  der 
Sitzung  vom  14.  Juni  1921  (Stenographische  Berichte  S  3838) 
darauf  hingewiesen,  forden,    daß   die   Auswahl    der  Luxus 
gegenständ!  große  Schwierigkeiten  bereitete,  einmal  wegen 
defsubjektiven  Begriffs  des  Luxus  überhaupt  und  weiter  auch 
wegen  der  oft  stark  widersprechenden  und  von  Interessen  be- 
dingten Stellungnahme  der  einzelnen,  untereinander  keineswegs 
e  nigen  Industriezweige.    Die  Reichsfinanzverwaltung  ist  aber 
im  Vereine  mit  dem  Reichsrat  und  den  in  ihm  vertretenen 
Landesregierungen  fortdauernd  bemüht  gewesen,  schädliche 
Fofgen    die  sich  für  einen  einzelnen  Industriezweig  zeigten, 
Sm-?r.  Aenderungen  der  zunächst  erlassenen  Ausfuhrnngsbe- 
ÄTÄ.  Juni  1920  (Zentralblatt  für  das  Deutsche 
Reich  937)  zu  beseitigen.    Es  ist  das  insbesondere ,  durch  we 
umfängliche  Abänderungsverordnungen  vom  3.  Dezember  1920 
und  10.  März  1921  (Zentralblatt  für  das  Deutsche  Reich  1920 
S  1549  1921  S.  187)  und  außerdem  durch  zahlreiche  imKeichs- 
steuerblatte  veröffentlichte  Einzelerlasse  geschehen  Es i  kann 
nicht  bestritten  werden,  daß  auch  jetzt  noch  Klagen  bestehen, 
und  es  wird  weiterer  Bemühungen  bedürfen,  um  diesen  Klagen 
soweit  angängig,  abzuhelfen.    Die  Reichsregierung  ist  aber  der 
AuTfassunl  daß  man  sich  durch  die  vorhandenen  Schwierig- 
keten  nkht  dazu  bestimmen  lassen  dürfe    die  Luxuss  euer 
überhaupt  als  schädlich  abzulehnen  und  die  m  der  Durch- 
föhrunTbegriffenen  Vorschriften  und  Bestimmungen  wieder 
zu  beseitigen.    Der  Grund  der  Luxussteuer,  der  bei  ihrer  Em- 
fuhrang  1918  ™*  ^er  Ausgestaltung  1919  maßgebend  ge- 
wesen ist  spricht  auch  heute  noch  für  ihre  Beibehaltung.  Es 
l   ein  durchaus Sozial  gesunder  Gedanke,  daß  eine  yerbrauchs. 
belastung  von  dem  Umfang,  wie  es  die  a  Igemeine  Umsatz- 
Steuer  d!rstellt,  einen  gewissen  Ausgleich  finden  muß  durch 
Vorbelastung  desjenigen  Bedarfs,  der  im  wesentlichen  nur  für 
d°e bemittelteren  Kreise  oder  für  die  über  ihre  notwendigen 
Bedürfnisse  hinaus  zu  Ausgaben  geneigten  Personen  besteht 
Erhandelt  sich  dabei  um  einen  Gedanken,  der  m  der  Stimmung 
und  der  Auffassung  aller  Völker  nach  dem  Kriege  hervorge- 
treten  Li L    In  - fast  allen  Staaten,  die  Deutschland  umgeben, 
und  auch  in  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  hat  man 
dieser  berechtigten  Auffassung  durch  die  während  und  nach 
dem  Kriege  erfolgte  Einführung  der  Luxussteuern  Rechnung 
Sagen.    Nur  England,  wo  ein  Entwurf  nicht  verabschiedet 
wordfn  ist,   macht  davon  eine  Ausnahme.     In   allen  diesen 
Ländern  sind  wie  sich  aus  den  Parlamentsberichten  und  aus  der 
Tagesp'es  e  ergibt,  Schwierigkeiten  bei  der  Durchführung  auf- 
getreten,  die  im  wesentlichen  die  gleichen  sind  wie  mD«*f  dt. 
fand     Trotzdem  haben    alle    diese  Lander    den  ^Versuchen 
der  Interessenten,  die  Luxussteuer  zu  beseitigen,  Widerstand 
geleistet    Erst  jüngst  hat  das  franzosische  Parlament  bei  Ab- 
änderung einiger  Vorschriften  der  dort  geltenden  Umsatzsteuer 
"ch  ausdrücklich  für  die  Notwendigkeit,  ^e  Luxussteuer  bei- 
zubehalten,  ausgesprochen.    Der  gegenwartige  Zeitpunkt,  in 
dem  Deutschland  besonders  harte  Lasten  zu  ubernehmen  ge- 
nötigt worden  ist,  erscheint  denkbar  ungeeignet,  uu i  eine  vor- 
handene Luxussteuer  zu  beseitigen    Es  wurde  nicht  nur  im 
deutschen  Volke,  sondern  auch  in  dem  die  deutsche  Lebens- 
führung  aufmerksam  verfolgenden  Ausland  nicht  wohl  ver- 
standet werden,  wenn  gerade  Deutschland  den  Versuch,  den 
Bedarf  an  hochwertigen  hauswirtschafthchen  Gegenstanden  vor- 
zubelasten,  einstellen  würde.    Danach  wird  das  Problem  der 
Luxussteuer  auf  die  Frage  ^  beschränken  sein,  ^  geschehen 
könnte,  um  die  Fehler  und  Ungleichmaßigkeiten,  die  sich  bei 
der  jetzigen  Art  der  Durchführung  finden,  zu  mildern.  Dabei 
ist  davon  auszugehen,  daß  die  Konstruktion, ,  die  in  Deutsch- 
land der  Luxussteuer  gegeben  worden  ist  als  einer  Besteuerung 
der  Herstellerbetriebe,  sich  im  Gegensatze  zu  der  im  Aus  and 
vielfach   versuchten  Kleinhandel-Luxussteuer  außerordentlich 
bewährt  hat." 

•  Die  Ausführungen  können  nicht  als  stichhaltige  und  aus- 
reichende  Begründung  für  eine  Ablehnung  bezeichnet  werden. 
Mit  Schlagworten  sich  über  die  für  unsere  ganze  Volkswirt- 
schaft wichtigen  Frage  der  Erhaltung  deutscher  Qualitätsarbeit 
hinwegzusetzen,  bedeutet  frivolen  Leichtsinn  unserer  Regierungs- 
stellen, denen  man  nur  bestätigen  kann  daß  sie  durch  Sach- 
kenntnis nicht  getrübt  und  von  ihrer  Unfehlbarkeit  und  der 
von  ihnen  getroffenen  Maßnahmen  überzeugt  sind. 

Die  deutsche  Glasindustrie  kann  sich  wenigstens  nicht 
mit  der  freundlichen  Zusage  begnügen,  daß  Fehler  und  Un- 
gleichmäßigkeiten  gemildert  werden  sollen.  Dies  umso  weniger, 
als  bisher  ihre  Versuche,  diese  Milderung  zu  erreichen,  an  der 
Halsstarrigkeit  der  Regierungsstellen  gescheitert  sind,  die  augen- 
blicklich für  die  Beseitigung  der  Fehler  und  Ungleichmaßig- 
keiten, die  richtiger  als  Ungerechtigkeiten  bezeichnet  werden, 
keine  Zeit  haben  und  sich  nicht  scheuen,  sich  hinter  der 
Garantiekommission  zu  verstecken  mit  dem  Bemerken,  daß 
gegenwärtig  unsere  Steuereinnahmen  ohne  Genehmigung  der 


16  —  Nr.  S 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


l©23.  (58.  Jahrgang.) 


Entente  nicht  vermindert  werden  dürften,  was  dnrch  Aenderung 
der  Aasführungsanweisungen  naturgemäß  eintreten  würde. 

Bei  den  Verbandlangen,  die  im  Reichsfinanzministerium 
seitens  der  Glasindustrie  geführt  worden  bind,  ist  nun  von 
Seiten  der  Regierung  stets  bestritten  worden,  daß  für  die  er- 
höhte Umsatzsteuer  ein  Luxu«begriff  festgelegt  worden  wäre, 
vielmehr  sollte  dieser  unterschiedlich  nach  den  Verhältnissen 
der  einzeloen  Industrien  gefaßt  werden.  Demgegenüber  stellt 
die  Begründung  als  Lnxasbegnff  fest,  daß  es  sich  um  „hoch- 
wertige" hauswirtschaftliche  Gegenstände  handeln  muß,  deren 
„Bedarf  im  wesentlichen  nur  für  die  bemittelteren  Kreise  oder 
für  die  über  ihre  notwendigen  Bedürfnisse  hinaus  zu  Ausgaben 
geneigten  Personen  besteht". 

Die  Glasindustrie  hat  bei  allen  Verhandlungen  schon  vor 
dem  Erlaß  des  Gesetzes  auf  die  Notwendigkeit  der  Beschrän- 
kung der  erhöhten  Umsatzsteuer  auf  hochwertige  Glaswaren 
hingewiesen,  jedoch  ohne  Erfolg  zu  haben,  weil  —  wie  ihren 
Vei tretern  im  Reichsfinanzministerium  gesagt  worden  ist  — 
ihr  die  warmen  Fürsprecher  im  Parlament  gefehlt  haben.  Daß 
sich  die  Regierung  mit  dieser  Entschuldigung  ein  Armuts- 
zeugnis aufgestellt  hat,  ist  ihren  Vertretern  anscheinend  nicht 
klar  geworden. 

Ein  Vergleich  mit  der  feinkeramischen  Industrie,  der  nahe 
liegt,  wird  die  ungeheuren  Ungerechtigkeiten  der  steuerlichen 
Behandlung  der  Glasindustrie  beweisen.  Ein  leicht  geschliffener 
Glasteller  —  einfachster  Schliff,  Oliven-  oder  Sternschliff  — 
ist  erhöht  umsatzsteuerpflichtig,  ein  Porzellanteller  feinsten 
Materials  ohne  Dekor  nicht,  mit  Dekor  nur  dann,  wenn  die 
Dekorarbeit  eine  vierfache  Werterhöhung  bedingt;  eine  Mokka- 
tasse ist  nicht  erhöht  umsafrsteuerpflichtig,  dagegen  das  gewöhn- 
lichste Glas,  wenn  es  eine  Verzierung  mittels  Sandstrahlgebläses 
oder  auch  nur  einfachstei  Malerei  aufweist,  eine  Wertsteigerung 
von  höchstens  20°/n.  Lampenglocken  einfachster  Art  mit  sand- 
«itrablgeblasenen  Mustern  steilen  sich  dem.  Gesetzgeber  als 
hochwertige  hauswirtschaftliche  Gegenstände  dar,  obwohl  ihr 
Herstellungswert  nicht  höher  ist  als  der  der  glatten.  Auf 
diesen  Hinweis  erhielten  die  Glasindustriellen  die  lakonische 
Antwort,  jede  Verzierung  mache  einen  Gebrauchsgegenstand 
hochwertiger  und  gebe  ihm  damit  den  Charakter  eines  Luxus- 
gegenstandes.  , 

Wie  man  an  den  wenigen  Beispielen  sieht,  ist  man 
regieiungsseitig  höchst  inkonsequent  gewesen,  als  man  den  Er- 
zeugnissen der  Porzellanindustiie  den  Charakter  gewöhnlicher 
Gebrauchsgegenstände  beließ  und  diesen  ihnen  erst  bei 
künstlerischer  Ausführung  genommen  hat  Wozu  denn  und 
wai um?  Kann  Dicht  der  gewöhnliche  Sterbliche  aus  dem  Topf 
essen,  woau  braucht  er  denn  einen  Teller?  Denn  wenn  ein 
Wasnerbecher  mit  blauem  Rande  schon  ein  Luxusgegenstand 
ist,  wieviel  eher  ist  es  deDn  ein  Porzellanteller  und  gar  Por- 
zellane vice,  das  sich  heute  bemitteltere  Schichten  unserer 
BevölkeiuDg  kaum  roch  leisten  können.  Trinkt  der  Arbeiter 
seinen  Kaffee  aus  Mokkatassen  ?  Warum  soll  er  denn  nicht 
für  das  Wassertrinken  aus  einem  einfach  gezierten  Becher- 
gias  Luxussieuer  zahlen?  Oder  gehören  die  Arbeiter  heute 
schon  sämtlich  zu  den  bemittelteren  Volksschichten?  Wenn 
nicht,  dann  entspricht  es  wohl  dem  sozialen  Empfindem,  dem 
Aibeiter  und  nicht  so  bemittelten  Menschen  j-de  über  die 
Lebensnotweudigkeit  hinausgehende  Bedürfnisbefriedigung  schon 
al«  Luxus  zu  be-teuern?  Will  die  Reichsregierung  bei  der 
Fülle  weiterer  Beispiele,  die  ihr  .  noch  vorgetragen  werden 
können,  tatsächlich  an  dem  lächerlichen  Begriff  —  hoch- 
wertiger Gebrauchsgegenstand  —  festhalten,  der  ihr  gestattet, 
den  Begriff  kautschukartig  zu  verwendea,  und  sie  dem  nicht 
unberechtigten  Vorwmf  aussetzt,  daß  sie  sich  über  das  Parla- 
ment mit  seinen  unkontrollierbaren  Einflüssen  hin  zum  Vor- 
spann benutzen  läßt,  um  einzelnen  Industrien  Sondervorteile 
zu  verschi  ffen  ? 

Gerechtigkeit  mnß  das  erste  Gebot  der  Regierung  bleiben. 
Wird  dieses  untergraben,  dann  kann  sich  die  Regierung  nicht 
wundein,  weDn  die  Steuermoial  der  Untertanen,  denen  die 
Denkfreiheit  nicht  beschrankt  werden  kann,  sondern  höchstens 
dan  Recht  der  fieien  Red«,  so  Schaden  leidet,  daß  die  Steuer- 
geBeize  zu  umgehtn  nicht  mehr  eine  Schande  ist,  sondern  ein 
Gebot  der  Notwehr  und  Sf  Ibsterhaltung. 

Die  Glasindustiie  kann  «ich  daher  anläßlich  der  Ab- 
änderung des  Utn.atzsteuergesetzes  nicht  mit  der  in  der  Be- 
gründung anläßlich  der  Ablehnung  der  propagierten  Aufhebung 
der  ei  höhten  Umsatzsteuer  gegebenen  Zusage  der  Reichs- 
regierung zufriedengeben,  sondern  muß  Sicherheiten  dafür  ver- 
langen, daß  die  Regierung  ihren  Belangen  Rechnung  trägt  und 
die  Ungerechtigkeiten  anderen  Industrien  gegenüber  beseitigt, 
daß  vor  allen  Dingen  der  Begriff  „Luxus"  oder  „hochwertiger 
Gebrauchsgegenstand"  so  festgelegt  wird,  daß  er  die  Grund- 
lage für  eine  allen  Industrien  gegenüber  gerechte  Steuer 
bilden  kann  Geschieht  das  nicht,  dann  bleibt  der  Willkür 
lür  und  Tor  offen,  dann  kann  man  sich  nicht  des  Eindrucks 


erwehren,  daß  regierungsseitig  parlamentarischen  Einflüssen 
nicht  mit  der  Entschiedenheit  entgegengetreten  wird,  wie  man  es 

'  bisher  in  Deutschland  gewohnt  gewesen  ist.  Sollte  die  Glas- 
industrie sich  eines  besseren  belehren  lassen  müssen,  dann 
könnte  sie  die  Reichsregiernng  nur  bitten,  ihr  auch  gleich  die 
Mittel  zu  bezeichnen,  mit  denen  andere  Industrien  erreicht 
haben,  daß  man  ihre  Erzeugnisse  nicht  als  hochwertige  Ge- 

:  brauchsgegenstände  bezeichnet,  wenigstens  solange  nicht,  wie 
es  sich  um  das  Steuerzahlen  handelt.  Den  Glasindustrie* 
fach  verbänden  kann  man  aber  nur  lurnfen :  videant,  ne 
industria  detrimenti  capiat. 

Gegen  die  Ratifizierung*  der  Washingtoner 
Beschlüsse. 

(Nachdruck  yerbotro.) 

Während  bisher  nur  In  der  Rechtspresse  mehr  oder  weniger 
\  eindringliche  Warnungen  vor  einer' Ratifizierung  an  die  Re- 
gierung gerichtet  wurden,  ergibt  die  Beobachtung  der  allge- 
meinen Presse  nunmehr  die  Feststellung,  daß  auch  Teile  der 
sozialdemokratischen  Presse  in  der  Frage  des  Achtstundentages 
eine  von  ihrer  bisherigen  abweichende  Stellung  einnehmen. 
Während  die  radikalen  Blätter  sich  bitter  über  die  Vermehrung 
!  der  Angriffe  gegen  den  Achtstundentag  beklagen  und  die 
schleunige  Ratifizierung  der  Washingtoner  Beschlüsse  über  die 
Arbeitszeit  fordern,  nehmen  andere  socialdemokratische  Blätter 
einen  hiervon  stark  abweichenden  Standpunkt  ein.  Sie  warnen 
\  dringend  vor  Uebereilung  in  dieser  Frage  und  betonen  dabei, 
daß  bisher  „kein  für  uns  in  Betracht  kommender  Staat  die 
Ratifizierung  vorgenommen  hat."  Wenn  Blätter,  wie  die 
„Freie  Presse"  in  Elberfeld-Barmen,  „Rheinische  Zeitung"  in 
Köln,  „Königsberger  Volkszeitung"  usw.  lebhafte  Bedenken 
gegen  die  in  Washington  vorgesehene  Regelung  der  Arbeits- 
zeit äußern,  so  ist  ohne  weiteres  anzunehmen,  daß  hierdurch 
die  Abweichung  eines  Teils  der  sozialdemokratischen  Partei 
von  der  bisher  ängstlich  gehüteten  Errungenschaft  der  Revo- 
lution gekennzeichnet  ist.  Die  genannten  Zeitungen  begründen 
ihre  Bedenken  ganz  richtig  damit,  daß  die  Annahme  der  Wat- 
hingtoner Beschlüsse  unserer  wirtschaftlichen  Entwicklung  einen 
weiteren  Knebel  anlegen  würde. 

Zum  Beispiel  schreibt  die  Elberfeld-Barmener  .Freie  Presse" 
am  14  11.  1921: 

„Die  Ratifizierung  würde  uns  auf  11  Jahre  binden,  und, 
darüber,  ob  das  Uebereinkommen  wirklich  durchgeführt  ist, 
würde  ein  vom  Völkerbund  eingesetzter  internationaler  Ge- 
richtshof zu  befinden  haben.  Unsere  gesamten  Arbeitsver- 
hältnisse würden  demnach  unter  die  Kontrolle  des  Völker- 
bundes gestellt  werden,  und  zwar  auf  die  Dauer  von  11  Jahren. 
Zu  der  politischen  und  wirtschaftlichen  Kontrolle,  unter  der 
wir  nns  seit  dem  Versailler  Frieden  schon  befinden,  unter  der 
wir  stöhnend  das  harte  Los  der  Geschlagenen  tragen  müssen, 
käme  die  Kontrolle  unseres  ganzen  Wirtschaftslebens.  Was 
das  bedeutet,  kann  sich  jeder  an  den  fünf  Fingern  abzählen 
und  wer  noch  einen  Augenblick  an  die  Gerechtigkeit  und  Loya* 
lität  des  Völkerbundes  geglaubt  hat,  braucht  sich  nur  die  Eat- 
j  Scheidung  über  Oberschlesien  vor  Augen  zu  halten,  die  Hundert- 
tausende deutscher  Arbeiter  unter  das  polnische  Joch  zwingt. 
|  Nun  stelle  man  sich  vor,  daß  eine  kleine  Uebertretung  des 
Washingtoner  Uebereinknmmmens  —  dazu  gehört  auch  eine 
Abänderung  der  auf  Grund  der  Uebereiokunft  erlassenen  Ge- 
setze —  nach  Artikel  418,  419  der  Versailler  Bestimmungen 
Zwangsmaßnahmen  durch  den  Völkerbund  zur  Folge  hat!  Daß 
|  diese  Drohung  mit  Zwangsmaßnahmen  für  uns  nicht  nur  auf 
:  dem  Papier  steht,  sondern  daß  sie  auch  in  die  Tat  umgesetzt 
|  wird,  kann  nach  unseren  bisherigen  Erfahrungen  mit  den  Ver- 
tragsgegnern nicht  zweifelhaft  sein.  Wenn  wir  die  Beschlüsse 
von  Washington  noch  so  treu  und  ehrlich  durchführen  würden, 
eines  schönen  Tages  würden  doch  „Gründe"  gefunden  werden, 
die  die  Verhängung  von  Zwangsmaßnahmen  zu  „rechtfertigen" 
hätten.  Es  dürfte  also  doch  besser  sein,  wenn  wir  uns  nicht 
selbst  Fährlichkeiten  aussetzen,  die  wir  ohne  weiteres  dadureh 
vermeiden  können,  daß  wir  die  Washingtoner  Beschlüsse  ein- 
fach nicht  ratifizieren." 

Trotz  dieser  auffallenden  Stimmungswandlung  würde  es 
selbstverständlich  verfrüht  sein,  bereits  jetzt  von  einer  durch- 
gehenden Abwehr  aller  Kreise  unserer  Sozialdemokratie  von 
dem  revolutionären  Dogma  des  Achtstundentages  zu  sprechen. 
Immerhin  erscheint  die  Tatsache,  daß  überhaupt  diese  Frage 
auch  in  den  Blättern  der  gekennzeichneten  Richtung  in  dieser 
Weise  besprochen  wird,  durchaus  beachtenswert.  Mau  kann 
nur  hoffen,  daß  die  Klärung  der  Ansichten  recht  bald  weitere 
Fortschritte  macht  und  sich  auch  gegen  die  zu  erwartenden 
scharfen  Angriffe  aus  ihrem  eigenen  Lager  durchzusetzen  weiß. 
Sollte  diese  Hoffnung  sich  bewahrheiten,  so  würde  hierdurch 
i  die  Arbeitnehmerschaft  unserem  gesamten  Wirtschaftsleben  und 
damit  letzten  Endes  auch  sich  selbst  einen  wesentlichen  Dienst 
erweisen.  .  


1922.  (5ö.  Jahrgang.) 


SPRECHSÄÄL  —  COBURG, 


Nr.  2  —  17 


Wirtschaftlich-gewerblicher  Teil. 


Korrespondenzen. 

Das  60jährige  Geschaftsjubilaum  feierten  vor  kurzem  die 
Greppiner  Werke,  A.-G.,  Greppin. 

Gesetzgebung,  Stenern. 

Kapitalertragssteuer.  Der  Reichsfinanzminister  hat  gemäß  §  107 
der  R40.  biB  auf  weiteres  angeordnet,  von  der  Erhebung  der  Kapital- 
ertragssteuer  auf  Zinsen  für  vergütete  Steuerbeträge  abzusehen,  wenn  die 
Kapitalertragssteuer  voraussichtlich  nicht  mehr  als  M  50  betragen  wird. 

Handel  nnd  Verkehr. 

Eine  neue  Bechnungseinbeit  für  den  Außenhandel.  Im  Reichs- 
verband der  deutschen  Industrie  hielt  RegiernngBrat  Dr.  Dalberg  vom 
Reiehskommissariat  für  Aus-  und  Einfuhrbewilligung  einen  Vortrag,  der 
die  Entwicklung  zu  einer  neuen  stabilen  deutschen  Wahrung  zum  Gegen- 
stand hatte.  Der  Vortragende  legte  dar,  daß  die  Papiermark  heute  kein 
brauchbarer  Wertmaßstab  mehr  sei,  und  daß  sich  auf  den  verschiedensten 
Wirtschafts-  und  Rechtsgebieten  eine  Tendenz  zur  Abkehr  von  der 
Papiermark  zeige.  Das  Währungselend  erhalte  gegenwärtig  seine  be- 
stimmenden Antriebe  von  außen  her,  von  Valutabewegung  und  Zahlungs- 
bilanz, weniger  von  innen,  von  der  Notenpresse  und  dem  ungedeckten 
Reichsetat,  wenngleich  deren  endgültige  Bedeutung  für  die  Sanierung  der 
Währung  auf  die  Dauer  natürlich  nicht  geringer  sei.  —  Aub  der  Zwangs- 
lage der  Valutaschwankungen  einerseits  nnd  den  Devisenanforderungen 
der  Entente  andererseits  sei  heute  der  Außenhandel  auf  der  ganzen  Linie 
zur  Fakturierung  in  Auslandswährung  übergegangen;  aber  die  Fülle  der 
Einzelvorschriften  aller  kleinen  Industrieverbände  sei  auf  die  Dauer  kaum 
erträglich  und  erschwere  insbesondere  dem  großen  Exporthandel  das 
Leben  außerordentlich.  Dalberg  kam  zu  dem  Vorschlag  vereinheitlichter 
Preisstellong  in  einer  neuen  Rechnungseinheit,  der  Banko-Mark,  die  sach- 
lich den  Wert  des  englischen  Schilling  darstellen  würde  und  die  realiter 
gezahlt  werden  könne  durch  Schilling  oder  eine  andere  gangbare  Währung 
in  Parität  zum  Pfund.  Bemerkenswert  waren  die  Ausführungen,  warum 
der  Anschluß  an  die  englische  Währung  für  uns  vorteilhafter  sei  als  die 
Annahme  der  Goldmark,  die  Anschluß  an  den  Dollar  bedeute.  Notenaus- 
gabe komme  für  die  neue  Währung  nicht  in  Frage.  Der  durch  Repara- 
tionspflichten an  die  Notenpresse  vorläufig  gebundene  Staat  könne  also 
diese  neue  Werteinbeit  nicht  beeinträchtigen.  —  Aus  einer  schrittweisen, 
an  das  Bestehende  anknüpfenden  Entwicklung  würde  sehr  schnell  für  den 
Außenhandel  eine  gangbare  Währung  entstehen,  nämlich  diejenige 
Währung,  mit  der  bei  rein  buch-  und  wechselmäßiger  Verrechnung 
deutsche  Waren  im  großen  gekauft  werden  könnten  Der  argentinische 
Goldpeso  sei  ganz  ähnlich  interna  ionai  gangbares  Zahlungsmittel,  ohne 
daß  in  Argentinien  auf  Goldpeso  lautende  Noten  oder  Münzen  im  Zahlungs- 
verkehr umgingen.  —  Es  wurde  sich  danach  für  Deutschland  eine 
Doppelwährung  ergeben :  die  Papiermark  für  den  Innenverkehr,  die  Banko- 
mark  für  den  Außenverkehr,  wobei  für  die  an  den  Außenverkehr  un- 
mittelbar anschließenden  Geschäfte  bis  zu  gewissem  Grade  auch  die 
Bankomark  zuzulassen  wäre  Für  den  eigentlichen  Binnenverkehr  müsse 
es  grundsätzlich  bei  der  Papiermark  bleiben. 

Im  Paketverkehr  nach  Oesterreich,  Tschechoslowakien  nnd 
Ungarn  werden  ab  1.  1.  22  die  nachstehenden  Gebühren  erhoben:  Ge- 
wichtsgebühren :  Deutscher  Anteil  für  je  5  kg  30  c.  und  dazu  als  fremder 
Anteil  für  jedes  der  drei  genannten  Länder  ebenfalls  für  je  5  kg  30  c. 

Danach  betragen  die  Gewichtsgebühren  fnr  Pakete 

v  vj-  k  u~   uber  6  Wa  ttber  10  bis  über  15  bis 

nach  bis  6  kg      10  kg         lg  kg  2Q  kg 

Oesterreich    ....       60  o.        120  e.  180  c.  240  c. 

(unmittelbare  Leitung) 
Oesterreich    ....       80  c.         180  c.  270  c.  360  c. 

(ü  Tschechoslowakien) 
Tschechoslowakien  .   .       60  c.        120  c.         180  e.  240  c. 

Ungarn   90  c.         180  o.  .        270  c.  860  c. 

Sperrgutzuschlag :  50  %. 

VerBicherungsgebtthr :  50  c.  für  jede  Fr.  300  der  Wertangabe  für 
die  gesamte  Beförderungastrecke  und  außerdem  die  Behandlungsgebahr  für 
Wertpakete  von  M  2.   Eilbestellgebühr :  50  c. 

Der  Meistbetrag  einer  Postanweisung  nach  Ungarn  ist  auf 
Kr.  20000  erhöht  worden.  

Ein-  nnd  Ausfuhr,  Zollwesen. 

Fristen  für  die  Sicherung  der  alten  Ausfahrabgabe.  Im  Zu- 
sammenhang mit  dem  Inkrafttreten  des  neuen  Ansfnhrabgabentarifs 
werden  die  Exporteure  darauf  aufmerksam  gemacht,  daß  am  14.  1.  22 
zwei  Termine  ablaufen,  die  für  die  Sicherung  der  alten,  niedrigen  Aus- 
fuhrabgabe und  der  Abgabefreiheit  von  Bedeutung  Bind.  Soweit  Erzeug- 
nisse in  Betracht  kommen,  die  bis  zum  15.  12.  21  auf  der  Ausfuhrfreiliste 
gestanden  haben  und  die  vor  dem  9  12.  21  nach  europäischen  Ländern 
fest  verkauft  worden  sind,  kann  die  Abgabefreiheit  gesichert  werden, 
auch  wenn  der  Aalfuhrantrag  nach  dem  15.  1.  22  eingereicht  wird,  wenn 
das  Gesuch  auf  Abgabefreiheit  spätestens  am  14.  1.  22  an  die  zuständige 
Stelle  abgesandt  wird.  Soweit  im  letzteren  Falle  Verkaufsangebote  nach 
Uebersee  in  Betracht  kommen,  läuft  die  Frist  noch  bis  einschließlich 
38.  2.  22. 

Fakturierung  hei  der  Außenhandelsstelle  für  den  Export- 
handel. Der  Außenhandelsausschuß  der  „Afex"  hat  zur  Fakturierung  in 
Auslandswährung  folgende  Entschließung  angenommen :  1.  Die  von  den 
fachlichen  Außenhandelsstellen  für  hoch  valutarische  Länder  beschlossenen 
Währungsvorschriften  sind  auch  bei  denjenigen  Anträgen  maßgebend,  die 
hei  der  Außenhandelsstelle  für  den  Exporthandel  von  den  bei  ihr  zuge- 


lassenen Firmen  eingereicht  wurden.  2.  Die  Reichsbevollmächtigten  der 
Außenhandelsstelle  für  den  Exporthandel  erteilen  Genehmigungen  zu  Ab- 
weichungen von  der  vorgeschriebenen  Fakturierung  im  Ein  Verständnis 
mit  der  in  Frage  kommenden  fachlichen  Außenhandelsstelle.  Sie  sind 
befugt,  selbständig  Ausnahmen  von  den  Faktarierungsvorschriften  bis  zu 
etwa  10  %  des  Gesamtwertes  der  im  Vormonat  von  der  Afexstelle  erteilten 
Ausfuhrbewilligungen  nach  hochvalutarischen  Ländern  monatlich  zu- 
zulassen, soweit  die  Eigenart  des  Exporthandels  dies  notwendig  macht. 
3.  Die  Uebersee-  und  Sammelgeschäfte  bleiben  gemäß  des  Beschlusses  des 
Volkswirtschaftlichen  Ausschusses  des  Reichstages  und  der  Ermächtigung 
des  Reichskommissars  vom  8.  1.  21  von  den  Fakturier ungsvorsehriften  der 
fachlichen  Außenhandelsstellen  ausgenommen.  Ist  der  kaufende  Ausländer 
im  Inlande  anwesend,  so  soll  für  den  in  Deutschland  zu  tätigenden  Ab- 
schluß Umrechnung  in  Mark  zu  gestatten  sein.  Ueber  die  Regelung  der 
Devisenablieferung  sind  endgültige  Beschlüsse  noch  nicht  gefaßt  worden. 

Ursprungszeugnisse  und  Konsulatsfakturen.  Anschließend  an 
die  Veröffentlichung  in  Nr.  34/1921,  8.  400,  bringen  wir  nachstehend 
eine  neue  Uebersicht  über  die  Bestimmungen,  die  bezüglich  der  Beifügung 
obiger  Papiere  zu  Warensendungen,  die  von  Deutschland  ins  Ausland 
gehen,  in  den  verschiedenen  Ländern  gegenwärtig  gelten: 

Weder  Ursprungszeugnisse  noch  Konsulats- 
fakturen werden  verlangt  von:  Belgien,  Brasilien,  Bulgarien,  China, 
Dänemark,  Finnland,  Griechenland,  Holland,  Japan,  Lettland,  Deutsoh- 
Oesterreich,  Rumäuien,  Schweden,  Schweiz,  Tschechoslowakien,  Ungarn. 

Argentinien :  Ursprungszeugnisse  vorgeschrieben. 

England :  Keine  Ursprungszeugnisse,  dagegen  Vorlage  der  Fakturen 
in  dreifacher  Ausfertigung. 

Frankreich :  Keine  Ursprungszeugnisse ;  vorgeschrieben  ist  jedoch 
die  Beifügung  von  durch  eine  deutsche  Handelskammer  bescheinigten 
Rechnungen  in  Ur-  oder  Abschrift,  aus  denen  hervorgehen  muß,  daß  der 
Verkäufer  im  Ursprungsland  der  verkauften  Waren  ansässig  ist,  und  daß 
der  Verkauf  auch  dort  abgeschlossen  worden  ist.  Unter  dieser  Bedingung 
wird  der  französische  Importeur  von  der  Bezahlung  der  Umsatzsteuer  in 
Höhe  von  1,10  •/„  befreit. 

Haiti :  Ursprungszeugnisse  u.  a.  für  Steingut  und  Emailwaren. 

Italien:  Ursprungszeugnisse  für  die  auf  Grund  des  deutsch-italie- 
nischen Abkommens  vom  28  8.  21  eingeführten  oder  ausgeführten  Waren. 

Jugoslawien :  Ursprungszeugnisse  erst  nach  Ratifizierung  unseres 
Wirtschaftsabkommens  erforderlich.   Keine  Konsulatsfakturen. 

Kanada:  Vorläufig  noch  keine  Fakturenbeglaubigung  notwendig. 
Für  die  „Home  Consumptfon  Declaration"  ist  eine  besondere  Beglaubigung 
nicht  vorgeschrieben.  Da  diese  Erklärung  aber  auf  die  Faktura  zu  setzen 
ist,  wird  sie  von  den  Vorschriften  über  die  Fakturenbeglaubigung  mit 
betroffen. 

Litauen :  Keine  Ursprungszeugnisse.  Die  vorgeschriebenen  Fakturen 
sind  durch  einen  litauischen  Konsul,  sonst  durch  eine  deutsche  Handels- 
kammer zu  beglaubigen. 

Norwegen :  Ursprungszeugnisse  nur  für  eine  Reihe  von  Erzeugnissen, 
die  hier  nicht  in  Frage  kommen. 

Philippinen:  Für  jede  auf  einen  Verladeschein  verschiffte  Partie, 
deren  Wert  100  amerik.  Dollar  übersteigt,  bedarf  es  einer  amerikanischen 
Konsulatsfaktur. 

Portugal  und  Kolonien :  Konsulatsfakturen  (Ladungs-Deklarationen) 
in  portugiesischer  Sprache  erforderlich. 

Spanisch- amerikanische  Länder:  Keine  Ursprungszeugnisse;  doch 
verlangen  die  meisten  dieser  Staaten  Konsulatsfakturen. 

Südafrika:  Die  Fakturen  sind  mit  der  sogenannten  „Consumption 
Clause"  zu  versehen. 

Uruguay :  Ursprungszeugnisse  vorgeschrieben. 

Vereinigte  Staaten :  Ursprungszeugnisse  im  eigentlichen  Sinne 
werden  nicht  verlangt,  dagegen  Ursprungsvermerke  auf  jedem  einzelnen 
Erzeugnis  (made  in  Germany),  wo  dies  nicht  möglich,  auf  der  Verpackung. 
Konsulatsfakturen  sind  erforderlich,  wenn  der  Wert  der  Sendung 
|  100  überschreitet. 

Besetztes  Gebiet.  Einfuhrfreiliste.  Mit  Wirkung  vom  1. 1.  22 
ist  auch  im  besetzten  Gebiet  die  bisher  im  unbesetzten  Gebiet  gültige 
Einfuhrfreiliste  des  Reichsbeauftragten  für  die  Ueberwachung  der  Ein- 
und  Ausfuhr  nach  dem  Stande  vom  7.  4.  21  mit  Nachträgen  (Deck- 
blättern Nr.  1  bis  110)  in  Kraft  getreten.  Damit  ist  die  Emser  Einfuhr- 
freiliste vom  28.  6.  mit  sämtlichen  Nachträgen  ungültig  geworden.  Es 
unterliegt  also  die  Einfuhr  einer  Reihe  bisher  im  besetzten  Gebiet  ein- 
fuhrfreier Waren  dem  Einfuhrbewilligungsverfahren  des  Emser  Ein-  und 
Ausfahramtes. 

England.  Zum  Industrie -Schutzgesetz.  Wie  aus  zuverlässiger 
Quelle  zu  erfahren  ist,  sollen  für  die  vor  der  Lampe  geblasenen  Glas- 
waren für  die  nächste  Zeit  Erleichterungen  zu  erwarten  sein. 

Finnland.  Absatzmöglichkeiten.  Das  finnische  Konsulat  in 
München  macht  darauf  aufmerksam,  daß  im  Interesse  einer  Förderung  des 
wechselseitigen  Verkehrs  zwischen  Finnland  und  Bayern  am  Ausfuhrge- 
schäft beteiligte  Firmen  darauf  hingewiesen  werden,  daß  in  Finnland  zur- 
zeit für  eine  ganze  Reihe  von  Waren,  darunter  Glas-,  Porzellan-,  Stein- 
gutwaren und  Haushaltungsartikel,  Interesse  besteht. 

Kanada.  Kennzeichnung  von  Einfuhrwaren.  Durch  ein  am 
2.  6.  21  in  Kraft  getretenes  Gesetz  ist  die  Entwertung  des  fremden  Gel- 
des bei  der  Berechnung  des  Einfuhrzolles  bekanntlich  nur  noch  bis 
höchstens  50°/0  zu  berücksichtigen.  Infolge  dieser  Maßnahme  wird  der 
Zoll  auf  deutsche  Waren  je  nach  dem  Kursstande  um  ein  Vielfaches  er- 
höht, da  die  Mark,  anstatt  wie  bisher  zum  Tageskurs  nunmehr  mit  etwa 
12  Cents  bewertet  wird.  Es  sollen  jedoch  Waren  aus  Ländern  mit  stark 
entwerteter  Valuta  ab  Zollager  in  dritten  Ländern,  z.B.  Holland, 
auf  der  Grundlage  des  allgemeinen  in  diesen  dritten  Ländern  geltenden 
Markwertes  gekauft  werden  können,  wenn  dieser  Kauf  eine  „bona  fiie 
transaction",  ein  gutgläubiger  Geschäftsabschluß,  ist.   Es  mttssan  also  die. 


18  —  Nr.  2 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


Waren  bei  einer  z.  B.  in  Kolland  ansässigen  Firma  bestellt  werden ;  die 
znr  Vorlage  bei  der  Verzollung  erforderlichen  Rechnungen  müssen  in 
hollandischer  Währung  zn  'dem  in  Holland  geltenden  Marktpreis  von  der 
holländischen  Firma  ausgestellt  sein  und  die  Bezahlung  muß  anch  tat- 
sächlich an  diese  Firma  und  nicht  etwa  direht  an  den  deutschen  Liefe- 
ranten erfolgen.  Anch  in  diesem  Falle  müssen  die  Erzeugnisse  die 
Urepmngsbezeichnung  „Made  in  German y"  tragen. 

Ansführungsbestimmungen  zu  dem  am  31.  12  21  in  Kraft  getretenen 
kanadischen  Gesetz  über  die  Markierung  von  Waren,  die  nach  Kanada 
eingeführt  werden,  liegen  bei  der  Abteilung  V  des  .Auswärtigen  Amts, 
Berlin  W.  8,  Wilhelmst.  74,  für  Interessenten  zur  Einsicht  aus. 

Rumänien.  Ifenregelung  der  Einfuhrvorschriften.  In  Nr. 
51/1921,  S.  612,  ist  mitgeteilt  worden,  daß  die  bisher  einfuhrverbotenen 
Waren  größtenteils  nunmehr  ohne  besondere  Erlaubnis  zur  Einfuhr  zu- 
gelassen sind  gegen  Entrichtung  eines  Luxuszuschlages,  der  neben  dem 
Einfuhrzoll  erhoben  wird.  Von  den  Erzeugnissen  unserer  Industrien 
werden  die  nachstehend  aufgeführten  von  der  Neuordnung  betroffen: 

Luxus- 
Zollsatz  Zuschlag 
in  Lei        in  Lei 

Künstliche  Blumen  und  Teile  von  Blumen  ans  für  1  kg      für  1  kg 

Porzellan  oder  Glas  .   T.-Nr.  394        20  20 

Künstlerisch  geformtes  Glas,  Luxusgegenstände  aus 
Glas  wie  Kronleuchter,  Kandelaber,  Girandolen, 
Rahmen  für  Spiegel  und  Bilder,  Mosaik,  Berlocken, 

Perlen  aus  Glas,  Armbänder,  Halsschmuck  und  für  100  kg    für  100  kg 

Halsketten  T.  Nr.  547      1500  3000 

Armbänder,  Halsbänder,  Halsschmuck,  Perlen  aus  für  100  kg  für  100  kg 
Fayence  und  ans  Porzellan  ....    T.-Nr.  531       900  900 

Spanien.  Der  neue  allgemeine  Zolltarif  soll  nach  einer  Mel- 
dung aus  Madrid  am  19.  1.  22  veröffentlicht  und  am  folgenden  Tage  in 
Kraft  gesetzt  werden.  Im  Großen  und  Ganzen  werden  die  Zollsätze  für 
gewisse  Artikel  entsprechend  der  Vermehrung  ihres  Wertes  erhöht  werden. 
Der  Koeffizient  für  die  Entwertung  des  Geldes  ist  abgeändert  worden. 


Die  Lage  in  Industrie  und  Handel. 

Polen.  Neugründungen  in  der  Glasindustrie.  Gleich  den  übrigen 
Industrien  in  Polen  war  auch  die  Lage  der  Glasindustrie  bisher  sehr  mißlich. 
Wenn  jetzt  die  Inbetriebsetzung  einiger  Glashütten  gemeldet  wird,  so 
handelt  es  sich  hauptsächlich  um  solche  Hütten,  die  schon  seit  Jahren 
außer  Betiieb  sind  und  bei  denen  jetzt  eine  teilweise  Betriebsftthrung  in 
die  Wege  geleitet  werden  soll.  Dies  gilt  in  erster  Linie  für  die  Glas- 
hütte in  Kuznica  bei  Sosnowice,  die  im  Frühjahr  d.  J.  wieder  derart 
hergestellt  sein  soll,  daß  eine  Beschäftigung  eines  Teiles  der  früheren 
Arbeiterschaft  möglich  ist.  Auch  die  Glashütte  in  Ruda-Opalino  bei  Cnelm 
Boll  im  Laufe  der  nächsten  Zeit,  den  Betrieb  soweit  wieder  aufnehmen, 
daß  die  Herstellung  von  Fensterglas  und  ähnlichen  Glassorten  erfolgen 
kann.  Der  Plan,  eine  Glashütte  in  Jablonna  bei  Warschau  zur  Herstellung 
von  Flaschen  zu  erbauen,  wird  zu  seiner  Verwirklichung  noch  geraume 
Zeit  erfordern.  In  Krosno  (Galizien)  ist  gleichfalls  die  Errichtung  einer 
großen  Glashütte  ins  Auge  gefaßt.  Die  Neubauten  sollen  im  Lanfe  dieses 
Jahres  fertiggestellt  werden,  doch  wird  in  Fachkreisen  darauf  hingewiesen, 
daß  sich  eine  Vollendung  unmöglich  vor  Ablauf  einiger  Jahre  wiri  er- 
möglichen lassen.  Vor  allem  dürfte  es  anch  an  den  nötigen  Maschinen 
fehlen,  deren  Bau  sich  in  Polen  nicht  bewirken  läßt  und  die  erst  ans  dem 
Ausland  bezogen  werden  müssen. 


Geschäftliche  Mitteilungen. 

Porzell  an  fabrik  Rauenstein,  vorm.  Fr.  Chr.  Greiner  &  Söhne, 

A.  -G.,  Bauenstein.  Die  a.  o.  G -V.  beschloß  die  Umwandlung  der  be- 
stehenden Jt  750000  Vorzugsaktien  in  Stammaktien  mit  Dividenden- 
berechtigung ab  1.  1.  22.  Diese  neuen  Stammaktien  werden  von 
einem  Bankenkonsortium  unter  Führung  der  Bank  für  Thüringen,  vorm. 

B.  M.  Strnpp,  A.-G.,  übernommen  und  den  bisherigen  Aktionären  im  Ver- 
hältnis 2 : 1  zu  200  %  zum  Bezüge  angeboten.  Das  Bezugsrecht  ist  bis 
14.  1.  22  einschl.  auszuüben.  An  Stelle  des  verstorbenen  Kommerzienrats 
Dr.  H.  Henbach  wurde  Fabrikdirektor  M.  Heubach  in  den  Aufsichtsrat 
berufen.   Neugewählt  wurde  Bankdirektor  0.  Beseler. 

Porzellanfabrik  Bavaria,  A.-G.,  Ullersricht.  Die  a.  o.  G.-V. 
vom  30.  12.  21  beschloß  die  Kapitalserhöhung  um  Jt  4  Mill.  auf  Ji  7  Mill. 
Gegen  den  weiteren  Antrag  auf  Schaffung  von  M  0,5  Mill.  Vorzugsaktien 
mit  lOfachem  Stimmrecht  wurde  von  einem  Aktionär  Protest  eingelegt. 
Die  Neuwahl  des  Aufsicht sratB  hat  folgende  Zusammensetzung  ergeben: 
Geb.  Justizrat  Grimm,  Bankier  K.  Strauß,  Bankdirektor  Chr.  Höherer, 
Banbdirektor  Hirsch,  Kaufmann  J.  Bühler,  Rechtanwalt  Dr.  Sartorius, 
Kaufmann  J.  Frisch  und  ßaurat  0.  Frisch. 

Wittenberger  Steingutfabrik,  G.  m.  b.  H.,  Klelnwlttenberg-Elbe. 
Das  langjährige  Vorstandsmitglied  der  Annaburger  Steingutfabrik,  A.-G., 
Herr  Kail  Riess,  ist  auf  seinen  Wunsch  von  seinem  Posten  zurückgetreten 
und  hat  ab  1.  1.  22  die  Leitung  der  Wittenberger  Steingutfabrik,  G.  m. 
b.  H.,  übernommen. 

Scbamotte-  und  Dinaswerke  BIrschel  &  Ritter,  A.-G.,  Erkrath. 
Auszug  ans  dem  genehmigten  Abschluß  vom  30.  6.  21 :  Reingewinn 
Ji  109  799  (73786);  Dividende  10%  (6);  Abschreibungen  M  30436 
(36  789j.  —  Dem  Geschäftsbericht  zufolge  konnten  die  Werksanlagen  im 
verflossenen  Geschäftsjahr  infolge  anhaltender  Kohlenknappheit,  ständigem 
Wagenmangel  und  zeitweiser  Absatzstockung  in  den  einzelnen  Betriebs- 
zweigen nicht  in  vollem  Umfang  ausgenutzt  werden.  —  Dem  AufBichtsrat 
gehören  jetzt  an:  P,  0.  S.  Kleyn,  Fr.  Büschel,  Ph.  Karcher  und  W.  Kleyn. 

Vereinigte  LauHitzer  Glaswerke,  A.-G.,  Welßwasser.  Auszug 
aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  30  6.  21  :  Reingewinn  M  8  335  619 
1201  547;;  Dividende  15%;  Abschreibungen  M  231  210  (47  462);  Zu- 


weisungen an  Werkerhaltungskonto  Jt  2,6  Mill.,  an  Pensions-Zaschußkasse 
Jt  0,5  Mill.  —  Das  Unternehmen  hat  bekanntlich  im  abgelaufenen 
Geschäftsjahr  nach  dem  Erlöschen  der  früheren  Firma  Vereinigte  Lausitzer 
Glaswerke,  A.-G.,  seine  bisherige  Firma  Glashüttenwerke  Weißwasser, 
A.-G,  in  „Vereinigte  Lansitzer  Glaswerke,  A.-G,"  geändert.  Die  Fabrik- 
betriebe, bestehend  ans  vier  Glaswerken  zur  Herstellung  von  Hohlglas, 
Gebrauchsartikeln,  Kunst-  und  Lnxusglas  sowie  von  chemisch-pharma- 
zeutischen und  technischen  Gläsern  mit  ihren  ausgedehnten  Nebenbetrieben, 
wurden  erheblich  erweitert.  Außerdem  wurde  der  Alleinvertrieb  aller 
<aus  dem  Werk  der  bisherigen  Vereinigten  Lansitzer  Glaswerke,  A-G., 
stammenden  Erzeugnisse  (mit  Ausnahme  der  Glühlampenkolben)  über- 
nommen.   Das  Aktienkapital  beträgt  jetzt  Jt  30  Mill. 

Vereinigte  Spiegelfabriken,  A.-G.,  Fürth.   Der  Aufsichtsrat  hat 
beschlossen,  die  seit  1846  bestehenden  Spiegel-  und  Tafelglasfabriken 
Gebrüder  Bloch,  Waldsassen,  anzugliedern  und  einer  demnächst  statt-  j 
findenden  a.  o.  G.-V.  zu  diesem  Zwecke  eine  Erhöhung  des  Stammkapitals 
vorzuschlagen.   In  den  Vorstand  der  Gesellschaft  werden  die  Herren  Max  ] 
Weinberger  und  Felix  Bloch  eintreten. 

Dr.  L.  C.  Marquart,  A.-G.,  Beuel  a.  Rh.  Unter  vorstehender 
Firma  wurde  die  seit  1848  bestehende  Chemische  Fabrik  Dr.  L.  G. 
Marquart,  die  Ende  1918  in  den  Besitz  der  Firma  M.  Lissauer  &  Cie., 
Cöln,  übergegangen  ist,  in  eine  A.-G.  mit  einem  Kapital  von  Ji  12  Mill. 
umgewandelt.  Gründer  ist  die  Firma  M.  Lissauer  &  Cie.  Zu  Vorstands- 
mitgliedern wurden  die  bisherigen  Leiter  Alwin  Walter  und  Hanns 
Rothschili  bestellt.  Das  Unternehmen,  das  z.  Zt.  etwa  300  Arbeiter  und 
Beamte  beschäftigt,  befaßt  sich  vornehmlich  mit«  der  Herstellung  von 
Metallsalzen. 

Brandschaden.  In  der  Sylvesternacht  sind  Dachstuhl,  Trocken- 
räume und  Preßsaal  des  Ostbaues  der  Wandplattenfabrik  Georg  Bankel, 
L»uf  bei  Nürnberg,  eingeäschert  worden.  Da  fast  sämtliche  Rjh- 
materialien  dem  Fener  zum  Opfer  fielen,  ist  eine  vorübergehende  Störung 
in  der  Fabrikation  nnvermeidlich,  doch  wird  der  Betrieb  in  kürzester  Zeit  \ 
in  seinem  früheren  Umfang  wieder  hergestellt  werden.  Die  Brandursache 
ist  nnbekannt  geblieben. 

Das  Konkursverfahren  über  den  Nachlaß  des  Glasmalermeisters 
Alban  Bruno  Schubert,  Limbach,  ist  eingestellt  worden,  da  sämtliche  Gläubiger 
dem  hierauf  gestellten  Antrage  der  Erben  des  Gemeinschnldners  zuge- 
stimmt haben  und  innerhalb  der  gesetzlichen  Frist  ein  Widerspruch  hier- 
gegen nicht  erhoben  worden  ist. 


General  -  Versammlungen. 

Deutsche  Fensterglas-A  -G.,  Berlin :  a.  o.  G.-V.  27. 1.  22,  4  Uhr  n., 
Geschäftsräume,  Berlin.  T.-O. :  Kapitalserhöhung  um  M  7,6  Mill.  Inhaber- 
aktien ;  Satzungsänderungen. 

Rhenania,  Vereinigte  Emaillierwerke,  A.-G.,  Düsseldorf:  o.  G.-V. 
26.  1.  22,  5  Uhr  n.,  Berliner  Handelsgesellschaft,  Berlin. 

Th.  Goldschmidt,  A.-G.,  Essen:  a.  o.  G.-V.  26.  1.  22,  11  Uhr  v., 
Geschäftsgebäude,  Essen.  T.-O.:  Kapitalserhöhung  um  M  100  Mill.  auf 
Ji  150  Mill.  

Messen  und  Ausstellungen. 

Zur  Errichtung  des  geplanten  Leipziger  Messeturms  auf  dem 

Platz  am  Fleischerplatz  hat  der  Rat  seine.  Genehmigung  erteilt.  Die 
Unternehmer  hoffen  die  erforderlichen  Geldmittel  aufzubringen. 

Ausstellung»-  und  Messe-Amt.  In  der  am  20.  12.  21  stattgehabten 
,  VorstandßBitzung  wurde  unter  allseitiger  Zustimmung  beschlossen,  daß  das  I 
Ausstellungs-  nnd  Messe-Amt  demnächst  Vertreter  der  großen  deutschen 
Messen  zu  einer  vorläufig  unverbindlichen  Aussprache  zusammenberuft,  in ' 
der  die  bereits  seit  längerer  Zeit  zur  Debatte  stehende  Frage  der  Grün- 
düng  eines  „Messefachausschnsses"  erörtert  werden  soll,  der  —  ebensowohl 
als  Sachverständigen-Beirat  des  Ausstellungs-  nnd  Messe-Amtes  wie  als 
Selbstverwaltungsköiper  der  deutschen  Messen  gedacht  —  in  freier  Ver- 
einbarung eine  im  gesamtdeutschen  Interesse  gelegene  zukünftige  Ent- 
wicklung des  deutschen  Massewesens  planmäßig  anzubahnen  hätte. 

Sog.  „Ständige  Mnsterausstellurig"  in  Budapest.    Einer  Mit. 
teilung  des  Ausstellungs-  nnd  Messe-Amtes  der  Deutschen  Industrie  zn., 
folge  steht  das  in  Budapest  von  völlig  privater  nnd  lediglich  zu  persönj 
lieben  Geschäftszwecken  betriebene  Projekt  einer  „Ständigen  internationalen 
Musterausstellung  industrieller  Produkte,  A.-G."  in  keinerlei  Verbindung: 
mit  der  angesehenen  dortigen  Deutsch- Ungarischen  Handelskammer. 


Verbände. 

Der  Verband  Deutscher  Topf  Warenfabrikanten  nnd  Kunst- 
töpfereien trägt  seit  seiner  letzten  a.  o.  G.-V.  den  Namen  „Verband 
Deutscher  Tonwarenfabrikanten  und  Kunsttöpfereien".  Zu  der  bisherigen 
Gliederung  des  Verbandes  in  Unterverbände  kommen  weitere  Einteilungen 
in  Fach  verbände.  Der  Verband  hat  in  seiner  letzten  Sitzung  außerdem 
wegen  der  unausgesetzt  steigenden  Löhne  weitere  Erhöhungen  seiner 
Preise  Uber  die  letzte  Erhöhung  von  30%  hinaus  beschlossen. 

Tonhandelsverband.  Der  Sitz  des  Verbandes  ist  von  Cöln  nac" 
Bonn  verlegt  worden. 

Bücher  schau. 

Handausgabe  des  Einkommensteuergesetzes  vom  29.  3.  1920  in 
der  Fassung  vom  24.3.  1921  und  11.  7.  1921,  nebst  den  Ausführungsbe- 
Btimmungen  und  den  Vorschriften  über  die  Rücklagen  nach  §  59  a,  sowie; 
die  Einkommensteuer  vom  Arbeitslohn.  Von  Dr.  G.  Strutz,  Senatspräsi- 
denten am  Reichsflnanzhof.  Dritte,  gänzlich  neubearbeitete  und  vermehrte 
Auflage.    Berlin  1921.    Verlag  von  Otto  Liebmann.    Geb.  Ji  58. 

Gerade  zur  rechten  Zeit  für  die  Abfassung  der  Steuererklärungen 
für  1921  und  die  Nachprüfung  der  jetzt  erfolgenden  endgültigen  Veran- 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL -COBURO. 


Nr.  2  —  19 


lagungen  für  1920  erscheint  die  Handausgabe  zum  Einkommensteuergesetz 
aus  der  Feder  des  anerkannten  Meisters  des  Steuerrechts,  des  Senats- 
präsidtnten  am  höchsten  Steuergerichtshof  Dr.  Strutz.  Das  Buch  bietet 
erheblich  mehr  als  der  schlichte  Titel  „Handausgabe"  vermuten  läßt. 
Auf  nicht  weniger  ah  539  Seiten  gibt  Strutz  eine  eingehende  Erläuterung 
zu  aller  Bestimmungen  des  Gesetzes  in  der  neuesten  Fassung.  Die  Aus- 
führungsbestimmungen sind  mit  abgedruckt,  die  schwer  verständlichen 
Vorschriften  über  die  Rücklagen  nach  §  59  a  nebst  den  Verordnungen  des 
Reichefinanzministeriums  hierzu  eingehend  erläutert;  eine  klare  Kommen- 
tierung der  Bestimmungen  über  die  Einkommensteuer  vom  Arbeitslohn  und 
aller  ergänzenden  Verordnungen  vervollständigen  diesen  Ratgeber  für  das 
ganze  Gebiet  der  Einkommensteuer.  Die  neueste  Auflage,  die  das  ge- 
samte gesetzgeberische  Material  nach  dem  heutigen  Stande  unter  restloser 
Verwertung  der  Praxis  wiedergibt,  ist  für  jeden,  der  Einkommensteuern 
zu  zahlen  hat,  unentbehrlich  ;  in  leichtverständlicher  Sprache  abgefaßt  und 
mit  einem  eingehenden  Sachregister  versehen,  gibt  sie  schnell  erschöpfende 
Antwort  auf  jede  Frage,  so  daß  sie  nur  warm  empfohlen  werden  kann. 


Firmenregister. 

Deutschland. 

Porzellanfabrik  zu  Kloster- Veilsdorf,  Kloster  Veilsdorf.  Mai  Barten- 
stein wurde  unter  Ernennung  zum  Direktor  in  den  Vorstand  gewählt. 

A  Dümmler  &  Co,  Porzellanfabrik  und  Malerei,  G.  m.  b.  H, 
Schönwald.  Stammkapital:  M  100000.  Selbständig  vertretungsbefugte 
Geschäftsführer  sind  Betriebsleiter  Christian  Holierung  und  Kaufmann 
Morris  M.  Rosenbaum. 

Adam  Dümmler  Porzellanfabrik,  Schönwald.  Die  Firma  ist  erloschen. 

Kerama  Porzellan- Industrie  Kolk  &  Comp.,  Rehau.  Porzellanmalerei. 
Persönlich  haftender  Gesellschafter  ist  Porzellanmaler  Johann  August 
Kolk.   Eine  Kommanditistin  ist  beteiligt. 

Annaburger  Steingutfabrik,  A.-G,  Annaburg.  Die  Zweigniederlassung 
in  Kolmar  (Posen)  ist  aufgehoben.  Karl  Rieß  ist  auB  dem  Vorstande 
ausgeschieien. 

Alemannia  Vereinigte  Tonwerke,  A.-G.,  Berlin.  Herstellung  und 
Vertrieb  von  Tonwaren  jeder  Art.  Stammkapital :  Jt  15  Mill.  Vorstands- 
mitglieder sind  Ludwig  Thielicke  und  Baumeister  Richard  Schnelle.  Dem 
ersten  Aufsichtsrat  gehören  an  Hofkammerrat  a.  D.  Paschke,  Direktor 
J.  Sacrzewski,  Dr.  H.  Ulrich  und  Justizrat  W.  Soelmann. 

Oberschwäbische  KunBttöpferei  Traugott  Kaufmann,  Kirchberg  (Jller). 
Die  Firma  iBt  erloschen. 

Bergbaugesellschaft  Teicha  m.  b.  H.,  Rietschen  O.-L.  Prokurist 
Paul  Böttcher  wurde  zum  Geschäftsführer  ernannt.  Seine  Prokura  ist 
erloschen. 

Glashütte  Neuwerk,  A-G.,  Berlin.  Anfertigung  und  Vertrieb  von 
Glaswaren  aller  Art,  besonders  für  chemische,  pharmazeutische  und  tech- 
nische Zwecke,  insbesondere  Uebernahme,  Fortführung  und  Ausgestaltung 
der  unter  den  Firmen  Glasfabrik  Neuwerk,  Ludwig  Henn,  Berlin,  Ludwig 
Henn,  Hohlglas  engros,  Berlin,  und  E.  Geißler  &  Co.,  Glasinstrumenten- 
fabrik,  Berlin,  bisher  betriebenen  Geschäfte.  Grundkapital:  M  10  Mill. 
Alleiniger  Vorstand  ist  Kaufmann  Ludwig  Henn.  Die  Gründer,  die  sämt- 
liche'Aktien  übernommen  haben,  sind  Kaufmann  L.  Henn,  die  Allgemeine 
Handelsgesellschaft  m.  b.  H,  Berlin,  vertreten  durch  Kaufmann  F.  Semer 
als  Geschäftsführer,  Chemiker  Dr.  C.  Trenzen,  Direktor  Dr.  H.  Steffens- 
meier und  Kaufmann  R.  Seifert.  Den  ersten  Aufsichtsrat  bilden:  Kauf- 
mann F.  Semer,  Vors.,  Chemiker  Dr.  C.  Trenzen,  stellv.  Vors.,  und  Direktor 
Dr.  H.  Steffensmeier. 

Betriebsgesellschaft  der  Vopelius'schen  und  Wentzel'schen  Glashütten 
m.  b.  H,  Sulzbach-Saar.    Der  Sitz  ist  nach  Frankfurt  a.  M.  verlegt. 

Kreuznacher  Glashütte,  A.-G.,  Kreuznach.  Kommerzienrat  H.  Heye, 
H.  F.  Heye,  Niels  von  Bttlow  und  Rechtsanwalt  Schaefer  wurden  in  den 
Aufsichtsrat  neu  hinzugewählt. 

Vereinigte  Zwieseler  und  Pirnaer  Farbenglaswerke,  A.-G,  München. 
Die  Prokura  des  Ingenieurs  Oskar  Spörhase  ist  erloschen. 

Rietschener  Hohlglashüttenwerk  Berthold  Greiner,  Rietschen  O.-L. 
Die  Firma  ist  auf  die  Firma  „Rietschener  Hohlglashüttenwerk  Berthold 
Greiner,  G.  m.  b.  H.",  übertragen  worden. 

Rietschener  Hohlglashüttenwerk  Berhold  Greiner,  G.  m.  b.  H., 
Rietschen  O.-L.  Stammkapital:  M  1,2  Mill.  Geschäftsführer  ist  Kauf- 
mann Rudolf  Greiner.  Stellv.  Geschäftsführer  sind  die  Kaufleute  Berthold 
Greiner  jun.  und  Berthold  Greiner  sen.  Jeder  Geschäftsführer  ist  selb- 
ständig vertretungsbefugt,  die  Vertreter  ohne  Nachweis,  daß  ein  Ver- 
tretungsfall gegeben  ist. 

R.  Greiner  &  Co.,  Rietschen  O.-L.  Die  Firma  ist  auf  die  Firma 
„R.  Greiner  &  Co.,  G.  m.  b.  H,u  übertragen  worden. 

R.  Greiner  &  Co.,  G.  m.  b.  H.,  Rietschen  O.-L.  Stammkapital: 
M  850  000.  Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Berthold  Greiner  jun.  Stellv. 
bescnäftsführer  sind  Rudolf  Greiner  und  Berthold  Greiner  sen.  Jeder 
GeBcnältsführer  ist  selbständig  vertretungsbefugt,  die  Vertreter  ohne 
Nachweis,  daß  ein  VertretnngBfall  gegeben  ist. 

Vereinigte  Lausitzer  Glas^rke,  A.-G.,  Weißwasaer  O.-L.  Franz 
Mader  ist  aus  dem  Vorstande  ausgeschieden. 

A.-G.  für  pharmazeutische  Bedarfsartikel,  vormals  Georg  Wenderoth, 
Cassel.   Kaufmann  Friedrich  Bruns  hat  Gesamtprokura. 

Radeberger  Kristallglasschleiferei  Crienitz  &  Co.,  Radeberg.  Persön- 
lich haftende  Gesellschafter  sind  die  Kaufleute  Ernst  Otto  Wilhelm  Crienitz 
und  Erich  Otto  Edmund  Lange. 

Ernst  Keßler,  Glasinstrumentenfabrik,  Schmiedefeld,  Kr.  Schleusingen. 
Inhaber  ist  Fabrikant  Ernst  Keßler 

Otto  Kahl  genannt  Stab,  Stützerbacb.  Glasbläserei.  Inhaber  ist 
Fabrikant  Otto  Kahl  genannt  Stab. 


Annweiler  Email-  und  Metall- Werke  vorm.  Franz  Ullrich  Söhne, 
Annweiler.   Kaufmann  Emil  Kranz  hat  Gesamtprokura. 

Gebrüder  Gienanth-Eisenberg,  Eisenbersr.  Das  Handelsgeschäft  ist  mit 
Aktiven  und  Passiven  an  die  naehgenannte  G.  m.  b.  H.  übergegangen.  Die 
Firma  ist  erloschen. 

Gebrüder  Gienanth-Eisenberg,  G.  m.  b.  H„  Eisenberg.  Stammkapital: 
M  a  Mill.  Geschäftsführer  ist  Httttenherr  Karl  Freiherr  v.  Gienanth. 
Die  Kaufleute  Friedrich  Thomann,  Heinrich  Trum  und  Otto  Erdbrink 
haben  Gesamtprokura. 

Wilhelmshütte,  A.-G  für  Maschinenbau  und  Eisengießerei,  Ealan- 
Wilhelmshütte.  Die  Kapitalserhöhung  um4  5  Mill.  Stamm-  und  Ji  0,5 
Mill.  Vorzugsaktien  auf  Ji  13  Mill.  ist  erfolgt.  Ausgabekura  132  °/0  bezw. 
100  <>/o. 

Herzogliche  Eisen-  und  Emaillierwerke,  A.-G.,  Primkenau.  Die 
Kapitalserhöhung  um  M  4,8  Mill.  Stammaktien  auf  Ji  12  Mill.  ist  durch- 
geführt. 

Bein  &  Co.,  Bamberg  Handels-,  Vertretungs-  und  Agenturgeschäft 
Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  die  Kaufleute  Franz  Albert  Bein 
und  Mai  Ernat  Alfred  Süssenguth.  Sie  sind  nur  beide  gemeinsam  oder 
einzeln  in  Gemeinschaft  mit  dem  Prokuristen  Siegfried  Bachstein  ver- 
tretungsbefugt. 

Kamphausen  &  Liebig,  G.m.b.H.,  Breslau.  Geschäftsführer  Kom- 
merzienrat Hanns  Modler  ist  auch  bei  Bestellung  von  zwei  oder  mehreren 
Geschäftsfahrern  selbständig  vertretungsbefugt.  Frl.  Klara  Drabinski  hat 
Gesamtprokura. 

L.  G.  Guberan,  Göppingen.  Handel  mit  Haus-  und  Küchengeräten» 
Porzellan,  Steingut  und  Glas.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind 
Wilhelm  Guberan  sen,  und  Wilhelm  Gabaran  jr. 

Mai  Weiner,  Heidelberg.  Glas,  Porzellan,  Haus-  und  Küchengeräte. 
Inhaber  ist  Kaufmann  Mai  Weiner. 

Wilhelm  Klussmann,  Mannheim.  Die  Firma  wurde  durch  handels- 
gerichtlichen Eintrag  in  „Klussmann  &  Binder"  abgeändert.  Der  bis- 
herige Großhandel  in  Glas,  Porzellan,  8teingut  und  Steinzeug  wird  in 
den  neuen  vergrößerten  Geschäfts-  und  Lagerräumen  mit  Gleisanschluß, 
Meerfeldstr.  3—9,  hinter  dem  Hauptbahnhof,  weitergeführt. 

A.  Lebmann  &  Co.,  Meiningen.  Großverkauf  von  Tafelglas  und 
anderen  Glaawaren.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  die  Kaufleute 
Alwin  Lehmann  und  Carl  Trischler. 

Gg.  Leykauf,  Nürnberg.  Die  Prokura  der  Buchhalterin  Christine 
Michel  ist  erloschen. 

William  Kempe,  G.  m.  b.  H.,  Bautzen.  Handel  und  Vertrieb  sämt- 
licher Produkte  für  Berg-  und  Hüttenwesen  sowie  für  die  keramische, 
feuerfeste  und  chemische  Industrie.  Stammkapital :  Ji  25  000.  Geschäfts- 
führer ist  Tonwerksbesitzer  William  Kempe. 

Cöln-Frechener  Kristall-Sandwerke,  G.  m.  b.  H.,  Cöln-Bayenthal.  Die 
Gesellschaft  ist  aufgelöst.    Liquidator  ist  Kaufmann  August  Lindemann. 

Rheinischer  Glas-  und  Farbenvertrieb,  G.  m.  b.  H,  Cöln.  Kauf- 
mann Paul  von  Rahden  ist  zum  weiteren  Geachäftaftthrer  bestellt.  Käthe 
Kleinatreuer  hat  Gesamtprokura. 

Löthain-Meißner  Tonwerke  Heinrich  Rühle,  Meißen.  Dem  Mitarbeiter, 
Kaufmann  Hermann  Bragulla,  wnrde  Einzelprokura  erteilt. 

Kaschka-Mehrener  Tonwerke  J.  G.  Venus,  Meißen.  Dem  Mit- 
arbeiter, Kaufmann  Hermann  Bragulla,  wurde  Einzelprokura  erteilt. 

S.  Salomon,  Minden  i.  W.  Der  bisherige  Mitarbeiter  Arthur  Salomon 
und  der  langjährige  Prokurist  Max  Weinberg  sind  als  persönlich  haftende 
Gesellschafter  eingetreten.  Jeder  Gesellschafter  ist  selbständig  ver- 
tretungsbefugt. 

Farben-  und  Mineralmahlwerke  Pezoldt  &  Ulshöfer,  Neuenmarkt. 
Die  Firma  lautet  jetzt:  „Farben-  und  Mineralwerke  Pezoldt  &  Ulshöfer." 
Der  Sitz  ist  nach  Stadtsteinach  verlegt. 

Steiner  Kaolin-  nnd  Tonwerke,  G.  m.  b.  H.,  Steine.  Die  Firma  ist 
erloschen. 

E  Wunderlich  &  Comp.,  A-G.,  Altwasser.  Die  Kapitalserhöhung 
um  M  1,76  Mill.  Stamm-  und  M  0,6  Mill.  Vorzugsaktien  auf  Ji  4,1  Mill. 
ist  durchgeführt.   Ausgabekurs  145%  bezw.  100  °/0. 

$   

Fragekasten  des  Sprechsaal. 

Nene  Fragen. 
Keramik. 

7.  Wir  wollen  die  Herstellung  eines  Qualitätsgeschirres  aufnehmen, 
und  zwar  nicht  aus  Steingut,  sondern  aus  weißem  Steinzeug,  das  alle 
Dekorationsarten  wie  Porzellan  verträgt.  Einerseits  müßte  das  Geschirr 
sehr  widerstandsfähig  und  zum  Gebrauch  gut  geeignet  sein,  anderseits  soll 
die  Herstellung  nicht  so  schwer  wie  bei  Porzellan  sein.  Welche  Masse  käme 
in  Betracht,  wie  hoch  soll  der  Verglühbrand  und  wie  hoch  der  Glatt- 
brand sein? 

8.  '  Zum  Brennen  von  Porzellan-Knöpfen,  Broscheplatten  usw.  benötige, 
ich  einen  kleinen  Gutbrand- Ofen  für  eine  Brenntemperatur  von  12—1300°  C: 
Welches  Ofen-System  käme  für  mich  in  Frage? 

9.  Zur  Bereitung  von  Gießschiicker  verwenden  wir  die  Abfälle  der 
Dreherei  und  der  Gießerei.  Welche  Vorteile  bietet  nun  die  Zubereitung 
von  Gießschiicker  mit  Rührern  gegenüber  derjenigen  auf  Trommeln?  Wir 
fragen  deshalb,  weil  bei  Bühren  die  Massepatztn  mühselig  in  kleinen 
Stücken  eingebrockt  werden  müssen,  dagegen  bei  der  Aufgabe  auf  Trommeln 
der  ganze  Versatz  auf  einmal  aufgegeben  wird  und  nach  wenigen  Stunden 
Laufzeit  abgelassen  werden  kann.  Da  die  Eisentrommeln  größlentäls  mit 
Silexfuüer  ausgelegt  sind,  so  besteht  für  den  Eisenmantel  auch  keine  Gefahr 
durch  die  Soda  des  Schlickers. 

10.  Meine  Glasur  ist  im  allgemeinen  tadellos,  nur  springt  sie  bei 
Eiken  oder  bei  Figuren  mit  herverstehenden  Partien  ab.    So  habe  ich  z.  B 


10  —  Nr.  2 


SPRECH  SAAL  —  COBÜRO- 


igj*.  (65.  jfahrgan^ 


eine  Vase  mit  einer  modellierten  Eule;  darauf  gitzt  die  Glasur  ganz  gut, 
und  nur  von  der  Eule  springt  sie  ab.  Wie  könnte  ieh  den  Fehler  be- 
seitigen f 

11.  Wir  haben  einen  Ofen  von  4,20  m  0  und  2,20  m  bezw.  2,80  m 
innerer  Höhe  bis  zum  Widerlager  und  Mittelfuchs.  Von  den  Abzugs- 
füchsen im  Podium  hat  der  Mittelfuchs  19  cm  0  (früher  24),  die  erste 
Reihe  3  Füchse  von  10  cm  0,  die  zweite  Reihe  6  Füchse  von  11  cm  0 
(früher  12)  und  die  dritte  äußere  R4he  12  Füchse  von  10  cm  0.  Der 
Ofen  besitzt  6  Feuerungen  mit  je  8  Roststäben  von  je  48  cm  Breite  und 
100  cm  Länge,  also  1,48  qm  Heizfläche.  Das  Vorfeuer  wird  mit  böhmischer 
Braunkohle  geführt,  das  Scharffeuer  mit  sächsischer  Steinkehle.  Das  jeweilig 
verbrannte  Quantum  Kohle  ist  zusammen  mit  160 — 175  Ztr.  wohl  als  normal 
zu  betrachten.  Der  Ofen  hat  fast  durchschnittlich  von  der  Sohle  1/s  m  Ware 
mit  gelbem  Stich,  ein  iehler,  der  sich  schon  zeigte,  als  die  Abzugsfüchse  noch 
größer  waren,  und  auch  jetzt,  nach  dem  Ausschmieren  derselben  nicht  weg- 
zubringen ist.  Das  Vorwärmfeuer  wird  regelmäßig  10 — 12  Stunden  geführt, 
in  welcher  Zeit  auch  SK  09  umgeht.  Der  Ziegel  im  oberen  Ofen  wird 
niemals  früher  als  6  Stunden  nach  dem  Abbrennen  weggezogen.  Nachdem 
der  Ofen  vom  Gewölbe  angefangen  stets  reinweiß  durchgebrannt  ist  und 
sich  nach  unten  allmählich  abschwächt,  liegt  die  Vermutung  nahe,  daß  die 
Abzugsfüchse  noch  immer  zuviel  Feuer  wegreißen.  Haben  wir  damit  recht 
oder  kann  hier  noch  irgend  ein  anderer  Faktor  in  Frage  kommen? 

12.  Lohnt  es  sich,  elektrische  Montage-Artikel,  wie  Rosetten,  Schalter- 
büchsen usw.,  die  bei  SK  12 — 13  Biskuit  gebrannt  sind,  mit  einer 
weichen  Glasur  zu  überziehen?  Der  Glasurbrand  soll  in  einem  kon- 
tinuierlichen Ofen  bei  SK  010  erfolgen. 

13.  Wer  baut  als  Spezialität  Trockenanlagen  zum  Trocknen  von 
Steingutmassen  ? 


Glas. 

9.  Ich  bitte  um  Angabe  eines  Schmelzsatzes  zur  Herstellung  von 
Klangglas  für  Becher  und  Kelche. 

10.  Welche  Kühlöfen  sind  besser,  diejenigen  mit  Blechtöpfen  oder 
mit  Kühlbahn?  Es  kommen  für  die  Kühlung  in  Frage  Flaschen  und 
Flakons  von  1 — 500  gr  Inhalt.  Gibt  es  verschiedene  Arten  von  Kühl- 
bahntn  ?  Welche  Größe  muß  die  Kühlbahn  haben  für  12  Häfen  von  je 
300  kg  Glas,  und  welches  ist  der  ungefähre  Mehrverbrauch  an  Gas  gegen- 
über einer  Kühlanlage  mit  Blechtöpfen? 

11.  Kann  eine  glasige  Schlacke,  Rückstand  aus  der  Erzaufbereitung, 


mit  etwa: 

Kieselsäure   47  % 

Tonerde     .   18  °/, 

Kalkerde   18  <>/, 

Magnesia                                           .    .  9  % 

Eisen   4  •/, 

Kali   2,4°U 

Andere  metallische  Verbindung   2  % 


für  sich  allein  oder  als  Zusatt  zur  Herstellung  von  dunklem  Flatchenglat 
oder  für  ähnliche  Zwecke  dienen?   Schmelzpunkt  etwa  1200"  Ctltiut. 


Briefkasten  der  Redaktion. 

„H.«  i.  E.-H.  Sie  finden  im  Sprechsaal-Kalender  Wasserglas-Kitte 
aller  Art,  von  denen  einige  -wohl  Ihren  Ansprüchen  gerecht  werden 
durften. 

Soe.  Ind.  Pore.  i.  M.  Versätze  zu  einer  schwarzen  Porzellan- 
glasar  sind  angegeben  in  den  Antworten  zu  der  Frage  15  in  Nr.  8  und 
9  des  Sprechsaal  1919. 

J.  Ss  T.  i.  M.  Glühlampen-  nnd  optisches  Glas  sind  oft  so  ver- 
schieden zusammengesetzt,  daß  sich  die  „ungefähre"  Segerformel  nicht 
angeben  läßt.  Da  Sie  die  Scherben  offenbar  zur  Glasurherstellung  ver- 
wenden wollen,  wurden  Sie  bei  Annahme  einer  nngefähren  Zusammen- 
setzung Gefahr  laufen,  grobe  Fehler  zu  begehen  nnd  infolgedessen  üeber- 
raschnngen  aller  Art  za  erleben.  Sicherheit  bekommen  Sie  nur  durch 
die  chemische  Analyse  einer  Durchschnittsprobe  der  zerkleinerten  nnd 
gut  gemischten  Scherben. 

J.  H.  i.  H.  Ersatz  für  Norton-Alundumscheiben  liefern  das 
Gnilleaume-Werk  in  Beuel  bei  Bonn,  Max  Peschel  in  Biebersdorf,  Post 
Eeinerz  i.  Schles.,  L.  Niggl  in  Albendorf,  Grafsch.  Glatz,  Michael 
Ankenbrand  in  Eltmann  a.  M.,  Alfred  Porsche,  Schleifsteinschneidewerk 
in  Dürrhennersdorf  i.  S. 


Sprechsaal  -  Kalender 
1922 

Preis:  Gebunden  bei  freier  Zu- 

 1  sendung  für  Deutschland, 

Deutsch  -  Oesterreich  und  Ungarn 
M13.—,  TschechoslowakienM16.—, 
für  das  Ausland  mit  hochstehender 
Währung:  Frs  5.—,  Lire  5.—,  Sh  , 
Dollar  2.—,  Kroner  3.60. 

Geschäftsstelle  des  Sprechsaal 
Coburg. 


Zur  Tunnelofen  »Frage! 

Um  den  unwahren  Ausstreuungen  der  Konkurrenz  die  Spitze  abzubrechen,  sehen  wir  uns  veranlasst 
mitzuteilen,  dass  unser  Tunnelofen  Nr.  4  in  Hennigsdorf  trotz  der  scharfen  Bedingungen,  welche 
die  A.  M  0.  an  die  Uebernahme  gelcnüpß  hat,  vertrag smässig  abgenommen  worden  ist  und  mit  wesentlich 
erhöhter  Leistung  gegenüber  den  bisherigen  Tunnnelöfen  arbeitet. 

Aus  demselben  Grunde  veröffentlichen  wir  nachstehend  das  Abnahme-Telegramm  unseres  Tunnel- 
ofens I  in  Margarethenhütte  bei  Bautzen  in  Sachsen : 

\ 

 ~_ 

„Bunzlauerwerke  Bunzlau. 

Telegramm  aus  Gros sdubrau  28W.  den  14. /12.  um  11  Uhr  25  Min.  vorm. 
Aufgenommen  den  14,  12.  1921  um  2  Uhr  52  Min.  naohm. 

übernehmen  heute  tunnelofen  eins  ausführung  des 
ofens  und  beschaf f enhei t  des  Porzellans  bei  fünf- 
zehn tonnen  tagesleis tung  ist  hervorragend  tunnel- 
ofen zwei  wird  nach  Übergang  zum  glattfeuer  abge- 
nommen, schomburg" 

S  -r 

Bunzlauer  Werke  Lengersdorff  &  Comp. 

BUNZLAU  in  Schlesien. 


r  (55  Jahrgang-) 


ioburg,  den  19.  Januar  19SLS. 


Nummer  $ 


Zeitschrift  für  die  Keramischen,  Glas-  und  verwandten  Industrien 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Loois  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bngra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


Fernsprechanschluö>lr.  59./TeIegr.-Adresse  Sprecheasl 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1 509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto :  Coborg-Gothaische  Bank  Ä.-G.,  Coburg 


Bezugspreis:  Für  Deotschland  und  Deutsch-Oesterreich  dnrch  die  Post  vierteljährlich  JC  14.—  anter  Streifband  JC  40.—. 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  1  —  (Stellengesuche  30  4). 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 

Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Einige  Mitteilungen  über  Kapseln  mit 
Karborundum  und  Quarz. 

(Nachdruck  verboten.} 

In  den  englischen  Transactions  of  the  Ceramic  Society 
1920/21,  Vol.  XX,  P.  II,  S.  92— 104,  teilt  B.  J.  Moore  seine 
Erfahrungen  über  die  Verwendung  von  Karborundum  und  ge- 
schmolzener Kieselsäure  in  der  Kapselfabrikation  mit. 

Er  ging  bei  seinen  Versuchen  von  dem  Gedanken  aus,  daß 
es  ebenso  wichtig  sei,  den  richtigen  feuerfesten  Ton  zur 
Kapselbereitung  zu  benutzen,  wie  die  Schamotte  in  der 
bebten  Form  einzuführen.  Da  man  Kaolin  (china  clay)  als 
einen  typischen  feuerfesten  Ton  von  normaler  und  reiner  Be- 
schaffenheit ansehen  kann  und  fetten  Ton  (ball  clay)  als  einen 
solchen,  der  plastische  Eigenschaften  verleiht,  d.  h.  die  Kapsel- 
formung ermöglicht,  und  in  manchen  Fällen  das  Flußmittel  in 
der  Kapselmasse  bildet,  sodaß  die  Kapseln  in  gebranntem  Zu- 
stande ohne  Bruchgefahr  verwendet  werden  können,  so  benutzte 
Moore  anstatt  der  sonst  üblichen  feuerfesten  Tone  eben  ein 
Gemisch  von  ball  und  china  clay.  Wenn  also  mit  den  Quarz 
und  Karborundum  enthaltenden  Kapseln  bessere  Ergebnisse 
erzielt  wurden,  so  muß  dies  auch  mit  auf  die  Anwendung 
obigen  Tongemisches  zurückgeführt  werden.  Der  richtige  Ge- 
brauch eines  passenden  Tones  muß  geradezu  als  Vorbedingung 
für  die  erfolgreiche  Verwendung  von  Quarz  oder  Karborundum 
bei  der  Kapselhorstellung  angesehen  werden,  doch  kann  auch 
hier  nur  die  Praxis  den  Ausschlag  geben,  wobei  man  sich  ganz 
nach  der  Brenntemperatur  richten  muß. 

Vor  einiger  Zeit  hatte  eine  Karborundumfabrik  mehreren 
keramischen  Werken  mitgeteilt,  daß  das  Kapselproblem  seine 
Lösung  in  den  Karborundumkapseln  gefunden  habe,  die  zehn- 
bis  zwanzigmal  so  dauerhaft  seien  wie  gewöhnliche  Tonkapseln, 
eine  Brennstoffersparnis  ermöglichten,  große  Festigkeit,  Wider- 
standsfähigkeit gegen  Abnutzung  zeigten  usw.  Hierdurch  ver- 
anlaßt, nahm  Moore  ziemlich  ausgedehnte  Versuche  mit  solchen 
Kapseln  vor,  die  teils  von  der  erwähnten  Karborundumfirma 
bezogen  waren,  teils  —  unter  Fabrikationsbedingungen  —  von 
ihm  selbst  hergestellt  wurden. 

Zweifellos  bietet  Karborundum  ganz  entschiedene  Vorteile 
gegenüber  der  gewöhnlichen  Schamotte,  wenn  zusammen  mit 
einem  geeigneten  Kapseltone  verwendet,  und  zwar  hinsichtlich 
der  Haltbarkeit.  Die  Auswahl  dieses  passenden  Tones  ist  eine 
etwas  schwierige  Sache,  da  ja  diese  Tone  zeitweise  in  ihrer 
Beschaffenheit  sehr  wechseln.  Es  ist  daher  nötig,  zunächst 
mit  der  ganzen  Tonladung  entnommenen  Proben  Versuche  an- 
zustellen, ehe  man  über  ihre  Brauchbarkeit  entscheidet. 


Wahrscheinlich  übt  Karborundum  in  den  Kapseln  eine 
allmähliche  Reduktionswirkung  aus,  und  bei  Verwendung  von 
eisenkieshaltigen  Tonen  findet  starkes  Aufkochen  statt,  sodaß 
der  zum  Einsetren  der  Waren  benutzte  Sand  oder  Flint  mit 
Eisen  verunreinigt  wird.  Beim  Brennen  von  Porzellan  in 
solchen  karborundumbaltigen  Kapseln  macht  sich  dann  als  Kenn- 
zeichen jener  Reduktionswirkung  auch  eine  Verfärbung  des 
Porzellans  bemerkbar. 

Als  beste  Kapselton-Mischung  in  Verbindung  mit  Karborun- 
dum für  die  Brenntemperatur  von  SK  9  gibt  Moore  eine  solche 
von  3  Teilen  china  clay  und  1  Teil  Dorset  ball  clay  an.  Für 
niedrigere  Temperaturen  empfiehlt  es  sich,  den  Tongehalt  zu 
erhöhen  und  den  an  china  clay  entsprechend  zu  verringern, 
um  eine  Kapsel  von  genügender  Festigkeit  zu  erhalten,  die 
ihre  Handhabung  beim  Einsetzen  usw.  gut  verträgt. 

Ueber  die  Höhe  des  Karborundumzusatzes  läßt  sich  eine 
bestimmte  Vorschrift  schwer  geben.  Gute  Ergebnisse  erhielt 
Moore  mit  einer  Mischung  aus  60°/0  Karborundum  und  40°/, 
Ton  (aus  3  Teilen  china  clay  und  1  Teil  ball  clay).  Kapseln 
aus  dieser  Mischung  hielten  30 — 40  Brände  aus.  Der  bei 
ihnen  schließlich  entstehende  Ausfall  hatte  seine  Ursache 
a)  in  kleinen  Sprüngen,  die  im  ersten  Feuer  entstanden  und 
dann  größer  wurden,  b)  in  rücksichtsloser  Behandlung,  die  zum 
Bruche  führte.  Die  kleinen  Risse  entstanden  wahrscheinlich 
durch  ungleichmäßiges  Trocknen  oder  Erhitzen  im  Ofen,  wie 
solches  besonders  am  Gewölbe  eines  Ofens  mit  überschlagender 
Flamme  eintreten  kann. 

Es  war  eigentlich  Moore's  Absicht,  die  Vorteile  karborundum- 
haltiger  Kapseln  im  Großen  dadurch  festzustellen,  daß  er  in 
einem  Brennofen  ausschließlich  solche  Kapseln,  in  einem 
anderen  ausschließlich  gewöhnliche  Schamottekapseln  benutzte. 
Der  Preis  für  die  erforderliche  Karborundummenge  stellte  sich 
aber  so  hoch,  daß  es  ausgeschlossen  schien,  für  das  aufge- 
wandte Kapital  eine  angemessene  Verzinsung  zu  erhalten.  — 
Die  in  einer  keramischen  Fabrik  herrschenden  Verhältnisse 
rechtfertigen  also  die  Verwendung  von  Karborundum  zur  all- 
gemeinen Kapselbereitung  nicht,  und  zwar  aus  folgenden 
Gründen: 

1.  wegen  der  hohen  Kosten, 

2.  wegen  der  etwas  reduzierenden  Wirkung  beim  Gebrauch, 

3.  weil  sich  schwer  erklärliche  Schwierigkeiten  bei  der 
Herstellung  der  Kapseln  zeigten, 

4.  weil  schließlich  ebenso  gut,  wenn  nicht  bessere  Er- 
gebnisse bei  Anwendung  von  geschmolzenem  Quarz  anstatt 
Karborundum  erhalten  werden  können,  wobei  die  Kosten  des 
erstereu  nu$  etwa  ^  des  letzteren  auaoiachen,  der  Quarz  beina 


22  —  Nr.  8 


Brennen  keine  Reduktionswirkung  ausübt  und  mit  jeder  Ton- 
sorte verwendet  werden  kann. 

Immerhin  gibt  Moore  zu,  daß  Karborundum  für  andere 
feuerfeste  Erzeugnisse,  z  B.  für  gewisse  Steine,  als  wertvoller 
hochfeuerfester  Zusatz  sebr  wohl  von  Bedeutung  sein  kann, 
wenn  er  dem  Einflüsse  der  Rauchgase  zu  widerstehen  vermag, 
besonders  dann,  wenn  die  Steine  bei  hoher  Temperatur  eine 
ungewöhnlich  hohe  Belastung  aushalten  müssen. 

Deshalb  unternahm  Moore,  und  zwar  auf  Anregung  von 
Mellor,  weitere  Versuche  mit  Kapselmassen,  in  denen  das 
Karborundum  durch  Quarz  ersetzt  war.  Der  Zasatz  an  china 
clay  hängt  fast  lediglich  von  der  Höhe  der  Brenntemperatur  ab. 
Eine  Menge  von  50  bis  60  °/0  geschmolzenem  Quarz  macht  die 
Kapseln  ziemlich  unempfindlich  gegen  Zerplatzen,  wie  es  sonst 
bei  raschem  Abkühlen  oder  Eihitzen  eintritt,  d.  h.  wenn  der 
Quarz  mit  passenden  Tongemiscben  versetzt  wird. 

Je  besser  die  einzelnen  Rohstoffe  miteinander  vermischt 
sind,  umso  länger  werden  die  Kapseln  halten.  Es  ist  daher 
nötig,  Ton  und  Schamotte  in  irgend  einer  Mühle  zusammen- 
zumischen, während  es  nicht  genügt  beides  einfach  durch  einen 
Mischer  oder  Tonschneider  gehen  zu  lassen. 

Als  Beispiele  für  Kapselmasse  gibt  Moore  die  folgenden  an: 

A)  3  Teile  china  clay, 
1      „     ball  clay, 

ÖO°/0  Schamotte  wovon  35°/0  geschmolzener  Quarz  waren. 
Diese  Kap«elart  hielt  6—8  Brända  bei  SK  9  aus. 

B)  3  Teile  china  clay, 
1      „     ball  clay. 

60°/0  geschmolzener  Qaarz.  • 
Diese  Kapselart  hielt  über  20  Brände  bei  SK  9  aus. 

C)  3  Teile  china  clay, 
1      „    ball  clay. 

6ü°/0  Schamotte;  diese  Kapselmischung  wurde  dann  ab» 
geändert  in: 

1  china  clay, 
1  ball  clay, 
60°/0  Schamotte. 

D)  Diese  Kapselmasse  war  nicht  für  den  regelmäßigen 
praktischen  Gebrauch  bestimmt,  zeigte  aber  deutlich  die  Vor- 
teile eines  Quarzzusatzes  zum  Verhüten  des  Reißens  der  Kapseln. 
Die  Zusammensetzung  war: 

Ö0°'0  örtlich  vorkommender  Ton, 

b0  °/0  gewöhnliche  Schamotte, 

20  °/0  geschmolzener  Quarz. 
Die  Kappeln  bekamen  zwar  alle  sehr  bald  kleine  Sprünge,  die 
auch  mit  der  Zeit  etwas  größer  wurden,  doch  ging  keine 
einzige  Kapsel  wirklich  zu  Bruche,  obwohl  sie  mindestens 
30  Brände  unter  zum  Teil  recht  drastischen  Bedingungen 
durchmachten. 

E)  Als  neue  Kapselmasse,  die  vielleicht  noch  geringer  Ab- 
änderungen bedarf,  wurde  schließlich  die  folgende  für  den  Be- 
trieb im  Glattofen  angenommen: 

60°/0  ball  clay. 

2ö  °/0  im  Biskuitfeuer  gebrannter  Kaolin  (china  biscuit  grog)1), 
2o  °/0  geschmolzener  Quarz. 

Moore  teilt  weiter  mit,  daß  alle  quarzhaltigen  Kapseln  einen 
dumpfen  Klang  beim  Anschlagen  zeigen,  während  nur  tonhaltige 
veihältni-mäbig  hell  klingen.  Das  ist  für  die  Quarz  enthaltenden 
Kapseln  charakteristisch  und  scheint  für  die  Eigenschaft  des 
Nichtberstens  fast  wesentlich  zu  sein. 

In  dem  Meinungsaustausch,  welche  sich  an  Moore  s  Aus- 
führungen anschloß,  wies  Bailey  darauf  hin,  daß  er  vor  dem 
Kriege  gute  Ei  fahrungen  mit  Karborundumkapseln  gemacht 
habe,  daß  aber  dieses  Material  während  des  Krieges  nicht  mehr 
zu  haben  gewesen  sei  und  man  es  zwar  jetzt  wieder  haben 
könne,  aber  streng  zwischen  dem  aus  der  Schmelzzone  des  elek- 
trischen Ofens  stammenden  wiiklichen  Karborundum  und  dem 
aus  den  äußeren  Zonen  herrührenden  weniger  wertvollen  Er- 
zeugnisse, dem  sogenannten  Karborundumsand,  unterscheiden 
müsse.  Letzterer  habe  für  die  Kapselbereitung  keinen  beson- 
deren Voiteil.  Die  gemeinsamen  von  einer  größeren  Zahl 
englischer  Fabriken  in  ihren  Werken  mit  karborundumhaltigen 
Kapseln  unternommenen  Probeversuche  haben  sehr  verschieden- 
artige Ergebnisse  gezeitigt.  In  mehreren  Fabriken  erhielt  man 
Kapseln  von  sehr  langer  Lebensdauer,  in  anderen  solche,  die 
schon  nach  wenigen  Bränden  zu  Bruche  gingen.  Ein  großer 
Unterschied  zeigte  sich  im  Verhalten  der  Kapseln,  ja  nachdem 
sie  im  Oxydations-  oder  Heduktionsfeuer  benutzt  worden.  Die 
Mitteilungen  Moores  bezüglich  des  nachteiligen  Einflusses  der 
Keduklionsflamme  auf  die  Karborundumkapseln  werden  durch 
die  mit  letzteren  in  der  Publik  in  Longton  gemachten  schlechten 
Erfahrungen  bestätigt.  Tatsächlich  brennt  man  in  Longton 
mit  niederschlagender  Flamme  und  mehr  reduzierend,  während 
bei  Doulton  &  Co.,  Ltd.,  in  Bursltm,  wo  man  mit  aufsteigender 

')  oder  Porzellaoacherben  ?   Der  Bef. 


I 

1922.  (65.  Jahrgang.) 

Flamme    und    oxydierend  brennt,  gute  Ergebnisse  erhalten 
wurden.  Bailey  betont  weiter,  daß  geschmolzener  Quarz  in  den 
gewöhnlichen  keramischen  Industrieöfen  nicht  entstehe,  sondern 
zu  seiner  Erzeugung  eine  Erhitzung  auf  höhere  Temperatur 
nötig  sei  und  daß  er,  wenn  wirklich  vorhanden,  in  letzteren  I 
Oefen  wieder  in   die  Tridymitform  übergehe.     Nach  Mellor 
müsse  die  Umwandlung  nicht  erst  in  der  Kapsel  stattfinden,  i 
da  diese  sonst  leicht  bersten  könne,  sondern  vor  dem  Mahlen  i 
des  Quarzes  und  seiner  Einführung  in  die  Kapselmasse.  Er- 
fahrungsgemäß  besitzen   diese   Kapseln   einen    guten  Klang,  i 
halten  aber  trotzdem,  was  Moore's  Beobachtungen  widerspricht.  | 

Demgegenüber  bezweifelte  Moore,  daß  in  Fällen,  wo  Kapseln,  1 
die  geschmolzenen  Quarz  enthalten,  im  Feuer  springen,  dies  ' 
auf  den  Veränderungen  beruhe,   die   dieser  Quarz  erleide, 
sondern  daß  dann  die  unzweckmäßige  Tonmischung  die  Ursache 
sei :  Der  geschmolzene  Quarz,  in  Stücken  von  geeigneter  Korn-  ' 
große  der  Kapselmasse  zugesetzt,  gehe  vielmehr  mit  den  die 
Quarzstückchen  umgebenden  Tonteilchen  eine  innige,  zackig  i 
ineinander  greifende-  (dove  tailing)  Verbindung  ein,  die  diesen  1 
Kapseln  eine  den  gewöhnlichen  nicht  eigentümliche  Elastizität  I 
verleihen.  j , 

Darauf  stellte  Bailey  nochmals  fest,  daß  jede  Form  von  i 
Quarz,  möge  es  sich  nun  um  vorher  geschmolzenen  oder  um 
gewöhnlichen  und  nur  normal  gebrannten  Quarz  handeln,  beim  i  i 
Erhitzen  in  den  fraglichen  Industrieöfen  in  Tridymit  übergehe, 
wenn  auch  dahingestellt  bleibe,  innerhalb  welcher  Erhitzungs-  Ii 
dauer  die  Umwandlung  beendet  sei;  jedenfalls  stehe  fest,  daß 
solche  Kapseln  nach  etwa  3  bis  5  Bränden  mürbe  würden. 

Unter  nochmaliger  Betonung  seiner  tatsächlichen  praktischen 
Erfahrungen  wies  Moore  wiederholt  auf  die  erwähnte  Prüfung 
des  Klanges  der  Kapseln  beim  Anschlagen  hin,  mit  deren  Hilfe 
er  ihre  Haltbarkeit  sicher  zu  beurteilen  vermöge. 

In  der  weiteren  Aussprache  machte  Scott  ziffernmäßige 
Angaben  über  die  Volumenänderungen  des  Quarzes  beim 
Uebergang  von  einer  Modifikation  in  die  andere:  Das  spezi-  j 
fische  Gewicht  der  geschmolzenen  Kieselsäure  ist  angenähert 
2,21,  das  von  Tridymit  2,28  und  von  Kristobalit  2,33.  Bei  Um- 
wandlung in  Tridymit  beträgt  die  Raum-Veränderung  der  Kiesel- 
säure 1,4  °/0,  die  lineare  0.6  °/0.  Bei  Uebergang  in  Kristobalit 
sind  die  entsprechenden  Werte  2,1  °/0  und  0,7  °,/a.  In  beiden 
Fällen  tritt  eine  Schwindung  ein,  da  das  spezifische  Gewicht 
der  geschmolzenen  Kieselsäure  kleiner  ist  als  das  der  beiden 
anderen  Formen.  In  der  Praxis  ist  die  Zu«amm<*nziehung  aber 
wahrscheinlich  geringer  als  die  theoretischen  Werte ;  es  kann 
sogar  eine  geringe  Ausdehnung  stattfinden,  wenn  nämlich  das 
Porenvolumen  größer  wird.  Nach  Heraeus  gehe  Kieselsäure  im 
geschmolzenen  Zustande  beim  Erhitzen  im  keramischen  Industrie- 
ofen in  eine  Form  .vom  spezifischen  Gewicht  2,33  über,  was 
eher  auf  Kristobalit  als  auf  Tridymit  hindeute.  Es  ist  kaum 
anzunehmen,  daß  die  obengenannten  geringen  Volumenver- 
ringerungen ein  zu  Bruchegehen  der  Kapseln  bewirken  können. 

Auf  Grund  praktischer  Erfahrungen  bestätigte  endlich) 
Wood,  daß  ein  Zusatz  von  geschmolzenem  Quarz  die  Haltbar- 
keit der  Kapseln  bisher  nicht  erhöht,  sondern  diese  eher 
leichter  zerbrechlich  gemacht  habe.  Die  Ausdehnung  der 
Kapseln  sei  übrigens  größer  gewesen,  als  den  Angaben  von. 
Scott  entspreche.  Sicherlich  habe  aber  die  Einführung  von! 
geschmolzenem  Quarz  in  die  Kapselmasse  noch  eine  Zukunft, 
ebenso  die  von  Karborundum.  Außerdem  lasse  wohl  aber  die 
Kapselzubereitung  im  allgemeinen  in  der  Praxis  zu  wünschen 
übrig.  Man  lasse  die  Kapseln  nicht  sorgfältig  und  nicht  lang- 
sam genug  trocknen,  wodurch  die  von  Moore  erwähnten  feinen 
Risse  schon  vor  dem  Brennen  entständen. 

In  seinem  Schlußworte  betonte  Moore,  es  sei  bisher  noch 
nicht  bewiesen,  daß  die  Umwandlung  des  geschmolzenen  Quarzes 
in  Tridymit  oder  in  eine  andere  Form  nach  ein-  oder  zwei- 
maligem Brennen  im  Industrieofen  ein  zu  Bruchegehen  der 
Kappeln  veranlasse.  Doch  biete  die  Herstellung  der  rohen 
Kapseln  einige  Schwierigkeiten,  die  man  nur  durch  Auswahl 
der  richtigen  Tone  überwinden  könne.  In  geeignetem  Mengen- 
verhältnis und  zusammen  mit  der  passenden  Tonmischung  er- 
gebe geschmolzener  Quarz  eine  hocbfeuerfeste  Kapsel,  die  im- 
stande sei,  bedeutenden  Druck  bei  hohen  Temperaturen  auszu- 
halten, und  die  bei  ungleichmäßiger  Erhitzung  und  Abkühlung 
nicht  berste.  Im  allgemeinen  seien  aber  geschmolzenen  Quarz 
enthaltende  Kapseln  in  der  Handhabung  durch  die  Arbeiter 
nicht  so  widerstandsfähig  wie  gewöhnliche  Schamottekapseln, 


Ein  Jahr  W.  B.  Gv 

Am  22. 11.  21  fand  in  Dresden  die  2.  ordentliche  Mit- 
gliederversammlung der  Wärmetechnischen  Beratungsstelle  der 
deutschen  Glasindustrie  (W.  B.  G.)  mit  folgender  Tagesord- 
nung statt: 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


19S2.  (65.  isitofging.) 


SPRECHSAAL 


-  COBURG. 


Nr.  3  —  23 


I.  Bericht  der  Geschäftsführung, 

II.  Neuwahl  des  Ausschusses  für  ..Wärmewirtschaft, 

III.  Verschiedenes. 

I.  Der  Geschäftsführer,  Dipl.-Ing.  A.  Maurach.  erstattete  den 
Geschäftsbericht  über  das  1.  Geschäftsjahr  1920  21,  dem  das 
folgende  kurz  entnommen  sei,  da  der  Bericht  allen  Glashütten 
zuging. 

Die  W.  B.  G.  wurde  im  Sommer  1920  in  Aassicht  genom- 
men und. dann  vom  Verbände  der  Glasindustriellen  Deutschlands 
gegründet,  und  zwar  mit  36  Hütten  als  Mitglieder.  Am  Schluß 
des  Geschäftejahres  betrug  die  Zahl  der  Mitgliedshütten  61  mit 
82  Hafen-  und  94  Wannenöfen.  Der  von  diesen  Hütten  ver- 
feuerte Brennstoff  beträgt  616  356  t,  d.  i.  etwa  ein  Drittel  der 
von  der  gesamten  deutschen  Glasindustrie  innerhalb  eines  Jahres 
verbrauchten  Brennstoffmenge.  * 

Engere  Beziehungen  wurden  angestrebt  mit  der  „Haupt- 
stelle für  Wärmewirtscbaft"  in  Berlin  und  mit  dem  „Forschungs- 
heim für  Wärmeschutz"  in  München,  ebenso  mit  Wissenschaft- 
lern und  erfahrenen  Persönlichkeiten  der  Glasindustrie,  und 
zur  Verbindung  mit  den  Mitgliedshütten  ist  je  eine  Bezirks- 
stelle in  Hannover,  Düsseldorf  und  Dresden  geschaffen  worden. 
Die  Bezirksingenieure  konnten  am  1.  4.  21  ihre  Reis.etätigkeit 
aufnehmen,  und  ihre  Untersuchungen  erstreckten  sich  haupt- 
sächlich auf  die  chemische  Untersuchung  von  Frisch-  und  Ab- 
gasen und  auf  Temperatur-,  Druck-  und  Zugmessungen. 

Das  Arbeitsprogramm  der  W.  B.  G.  ergab  sich  im  Laufe  der 
Zeit  von  selbst.  Zunächst  war  es  das  technische  Meßwesen, 
dem  größere  Beachtung  geschenkt  wurde,  um  auf  Grund  der 
Messungen  eine  Ofen-  und  Wäimestatistik  zu  gewinnen.  Zu 
dem  Zweck  erhielten  die  Hütten  ein  „Schmelzofenbuch"  zur 
Ausfüllung,  um  an  Hand  der  gewonnenen  Aufzeichnungen  Ofen- 
bau- und  wärmeWirti«chaftliche  Fragen  klären  zu  können. 

Versuche  mit  der  Isolierung  des  MauerWeiks  von  Oefen 
i  gegen  Wärmestrahlungen  sind  in  die  Wege  geleitet,  und  die 
W  äimetecbnik  der  Kühlöfen  bildet  den  Gegenstand  besonderen 
Studiums.  Ebenso  wird  die  JNutzbarroachung  der  strahlenden 
und  leitenden  Wärme  bei  Wannen-  und  Hafenöfen  bearbeitet; 
für  die  Aufstellung  von  Wärmebilanzen  der  Schmelz-  und 
Kühlöfen  ist  die  Vorarbeit  so  weit  gediehen,  daß  praktische 
Versuche  angestellt  werden  können. 

Die  Durchführung  der  Vergasung  minderwertiger  Brenn- 
stoffe und  der  Bau  neuzeitlicher  Feuerungsanlagen  sind  weitere 
Aufgaben,  die  bearbeitet  werden,  ebenso  die  Herbeiführung 
einer  vermehrten  Verwendungsmöglichkeit  von  Torf,  die  sy>te- 
matische  Untersuchung  der  Feuerungsrückstände  und  die  Nutz- 
j  barmachung  der  Abwärme  durch  Aufstellung  sog.  Abhitzekessel. 

Für  die  Verbreitung  des  wärmewirtschaftlichen  Gedankens 
sorgte  die  W.  B  G  durch  den  Versand  von  Druckschriften, 
durch  die  Veiöffentlicbung  von  Abbandlungen  und  durch  die 
Abhaltung  von  Wärmekursen  in  Hannover,  Düsseldorf,  «Ilmenau 
nnd  Görlitz,  in  denen  Vorträge  über  die  Grundlagen  der 
Wärmelehre,  Brennstoffe  und  Verbrennung,  Gaserzeuger  für 
industrielle  Oefen  und  deren  Betrieb,  Temperatur-,  Druck-  und 
Zugmessungen,  DampferzeugUDg  und  Kraftversorgung,  Auf- 
bereitung von  Brennstofflückständen,  feuerfeste  Erzeugnisse 
und  ihre  Verwendung  in  der  Glasindustrie  gehalten  wurden, 
denen  sich  praktische  Uebungen  anschlössen. 

Zu  den  durch  das  Gesetz  über  die  Regelung  der  Kohlen- 
wirtsebaft  geschaffenen  behördlichen  Stellen  wurden  angenehme 
Beziehungen  unterhalten,  und  der  Technisch-wirtschaftliche 
Sachverständigen-Ausschuß  für  Brennstoifverwendung  beim 
Reichskohlenrat  berief  den  wissenschaftlichen  Leiter  der  W.  B.  G , 
Prof.  Dr.  Ing.  Quasebart,  in  den  neugegründeten  Unterausschuß 
für  industrielle  Wärmewirtschaft. 

Der  Berichterstatter  schloß  seine  Ausführungen  mit  den 
Worten: 

„Um  künftighin  im  internationalen  Wettbewerb  bestehen 
1|  zu  können,  müssen  auch  die  Hütten  der  Glasindustrie  auf  den 
1  höchsten  Stand  der  Wirtschaftlichkeit  gebracht  werden.  Dies 

■  kaim  nur  geschehen,  indem  sie  veraltete  Einrichtungen  fallen 
lassen  und  den  Fortschritten  der  Technik  bereitwilligst  folgen. 

■  Bei  unserer  traurigen  Wirtschaftslage  dürfen  nicht  jede  Hütte 
!  und  jede  Betriebsleitung  unbekümmert  um  die  anderen  ihre 
i  eigenen  Wege  verfolgen.  Wohl  soll  das  Moment  der  Kon- 
t  kurrenz  nicht  ausgeschaltet  werden,  denn  es  ist  wesentlich  für 
s  technische  Vervollkommnungen  und  qualitative  Verbesserungen. 

Notwendig  aber  ist  es,  die  Zurückhaltung  nach  außen  fallen  zu 
lassen,  die  gegenwärtig  noch  in  kleinlicher  Weise  den  inneren 
Ausbau  unserer  Industrie  behindert.    Eine  Durchdringung  der 
gesamten  Glasindustrie  durch  Erfahrungsaustausch  technischer 
|.  Art  soll  geschaffen  werden;  dieser  Erfahrungsaustausch  wird 
r  der  belebende  Teil  der  Gemeinschaftsarbeit  sein,  deren  Träger 
\,  die  W.  B.  G.  ist  und  sein  will. 

Die  Aufgaben,  welche  dabei  der  W.  B.  G.  zufallen,  werden 
nur  zu  lösen  sein,  wenn  die  Wärmestelle  das  Vertrauen  der 


gesamten  Industrie  genießt,  d.  h.  wenn  sich  die  Erweiterung 
der  Wärmestelle  durch  den  Anschluß  sämtlicher  Glashütten 
vollziehen  wird."  y 
In  der  sich  anschließenden  Aussprache  wurde  auf  die  Frage, 
ob  mit  dem  Abbau  der  Kohlenzwangswirtschaft  zu  rechnen  ist, 
geantwortet,  daß  das  Kohlen  wirtschaftsgesetz  vom23  3.  19,  in 
dem  die  Zwangssyndizierung  und  behördliche  Preisfestsetzung 
fest  geregelt  sind,  in  absehbarer  Zeit  kaum  geändert  werden 
dürfte,  dagegen  sei  mit  einem  Abbau  derjenigen  Stellen  zu 
rechnen,  welche  sich  mit  der  wärmetechnischen  Beratung  be- 
fassen, nämlich  der  wärmetechnischen  Abteilungen  bei  den 
Kohlenwirtschaftsstellen,  vielleicht  auch  der  letzteren  selbst.  Für 
diesen  Fall  müßten  die  fachlichen  Wärmestellen  gerüstet  sein, 
die  ganze  Ai  beit  zu  übernehmen,  und  die  W.  B.  G.  sei  daau 
bereit 

Erwähnt  wurde  dann  noch  in  der  Aussprache  die  Finan- 
zierung der  W.  B.  G,  die  Motwendigkeit  der  Erhöhung  der  staat- 
lichen Zuschüsse  an  die  W.  B  G.,  wenn  die  Kuhlenwirtschafts- 
stellen bestehen  bleiben,  die  Zuteilung  geeigneter  Brennstoff- 
sorten  an  die  Glashütten  durch  die  amtlichen  Verteilungs- 
stellen, und  die  Wichtigkeit,  durch  Versuche  die  jeweilige  Eig- 
nung von  Brennstoffen  für  die  Glashütten  festzustellen,  wobei 
betont  wurde,  daß  nur  mit  dem  Zuwachs  der  Mitglieder  der 
Aufgabenkreis  im  Interesse  der  Allgemeinheit  erweitert  und 
nur  durch  eine  Zusammenfassung  aller  Hütten  eine  ersprieß- 
liche Arbeit  geleistet  werden  kann. 

Dem  Ausschuß  und  der  Geschäftsführung  wurde  sodann 
die  Entlastung  erteilt. 

II.  Die  7  Mitglieder  des  bisherigen  Ausschusses  wurden 
durch  Zuruf  wieder  gewählt,  nämlich  die  Herren 

Glashüttenbesitzer  Dr.  M.  von  Vopelius,  Sulzbach  (Saar), 
Vorsitzender, 

Glashüttenbesitzer  Dipl.  ing.  H.  Blank,  Crengeldanz, 
Generaldirektor  Kommerzienrat  R  Liebig,  Dresden, 
Glashüttenbenitzer  A.  Pötzsch,  Flöha  (Sachsen), 
Hüttendirektor  F.  Reuter,  Nienburg  a  d.  Weser, 
Hüttendirektor  P.  Schiader,  Stolberg  iRhld), 
Glashütienbesitzer  L  Stoeß,  Penzig  (N.-Laus), 
die  durch  Zuwahl  noch  die  Herren 

Hüttendirektor  J.  Einfeldt,  Senftenberg  (Laug),  und 
Glashüttenbesitzer  Dipl.  ing.  Fr.  Friedrichs,  Stützerbach 
(Thüringen, 

aufnahmen. 

III.  Auf  die  Bemerkung  eines  Mitgliedes  hin,  daß  die 
Wärmekurse  nicht  nur  von  Vertretern  der  Mitgliedshütten, 
sondern  in  weit  stärkerem  Maße  von  außenstehenden  Glas- 
hütten besucht  wurden  und  daß  diese  nicht  ferngehalten  oder 
doch  nur  in  maßvoller  Form  ausgeschlossen  werden  sollten, 
wurde  zum  Ausdruck  gebracht,  daß  in  Zukunft  nur  solche  An- 
gehörige von  Glashütten  zugelassen  würden,  bei  denen  ein 
ernsthaftes  Interesse  an  den  Bestrebungen  der  W.  B.  G.  vor- 
liegt, das  einen  nachträglichen  Beitritt  der  betr.  Hütte  zur 
W.  B.  G.  erwarten  läßt.   

Die  W.  B  G.  hat  sich  während  ihres  einjährigen  Bestehens 
trefflich  eingeführt  und  eine  Unsumme  von  Arbeit  geleistet ; 
sie  verdient  daher  die  weitestgehende  Unterstützung  nicht  nur 
der  Behörde,  sondern  der  ganzen  Glasindustrie,  und  es  wäre 
nur  zu  wünschen,  daß  die  letztere  geschlossen  Wärmewirt- 
schaft triebe. 

Noch  steht  das  Glasgeschäft  scheinbar  in  Blüte,  aber  wie 
schnell  kann  das  Welken  kommen,  wenn  einmal  der  Geld- 
zustrom aus  dem  Ausland  aufhört  und  es  dann  darauf  ankommt, 
„rechnen"  zu  müssen  und  doch  „Qualität"  zu  liefern!  Nur  die 
Hütten,  die  gelernt  haben,  praktische  Wärmewirtschaft  zu 
treiben  und  auch  sonst  die  Ergebnisse  der  Forschung  sich 
nutzbar  zu  machen,  werden  dann  in  der  Lage  sein,  wirksam 
auf  dem  Weltmaikt  zu  konkurrieren  und  sich  zu  behaupten. 

Wir  beglückwünschen  die  W.  B.  G.  zu  ihren  Erfolgen  und 
wünschen  ihr  weiter  gedeihliche  Arbeit  zu  Nutz  und  Frommen 
der  gesamten  deutschen  Glasindustrie.    D.  Red. 


Ausfuhr  von  Glas  und  Porzellan 
naoh  der  Schweiz. 

(Nachdruck  verboten.) 

Dem  Jahrbuch  der  deutschen  Handelskammer  in  der 
Schweiz,  das  sich  mit  den  Wirtschaftsbeziehungen  zwischen 
Deutschland  und  der  Schweiz  im  Jahre  1920  beschäftigt,  ent- 
nehmen wir  die  nachstehenden  Ausführungen  über  Glas  und 
Porzellan. 

Im  Bericht  über  das  Jahr  1919  wurde  darauf  hingewiesen, 
daß  das  Weihnachtsgeschäft  bereits  einen  empfindlichen  Rück- 
gang im  Absatz  brachte,  der  damals  aber  in  der  Hauptsache 
auf  die  zahlreichen  direkten  Einkäufe  des  Publikums  in 
Deutschland  und  die  Konkurrena  der  „wilden  Händler"  zurück» 


24  —  Nr.  3 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.} 


geführt  werden  konnte.  Trotz  der  Ausfuhr- Verbote  und 
-Kontrolle  durch  die  Außenhandelsstellen  scheint  es  jedoch  in 
größerem  Maße  noch  gelangen  zu  sein,  namentlich  Porzellan- 
waren unter  dem  offiziellen  Auslandspreis  in  die  Schweiz  zu 
schaffen ;  denn  das  ganze  Jahr  hindurch  konnten  Verkaufg- 
angebote unter  diesem  Preis  festgestellt  werden,  und  leider 
waren  alle  Vorstellungen  und  Vorschläge  zu  gemeinsamem 
Vorgehen  seitens  des  Verbandes  Schweizerischer  Glas-,  Por- 
zellan- und  Luxuswarenhändler  bei  der  Außenhandelsneben- 
stelle  Feinkeramik  bis  Ende  des  Jahres  erfolglos.  Immerhin 
blieb  für  den  legalen  Händler  noch  ein  ordentlicher  Absatz. 
Die  Einfuhr  war  anch  infolge  der  zahlreichen  Machlieferungen 
alter  Bestellungen  (aber  zu  den  neuen  Preisen !)  in  der  ersten 
Hälfte  des  Jahres  noch  ziemlich  bedeutend,  und  die  Lager  der 
Händler  füllten  sich  wieder,  namentlich  weil  auch  die  so  lange 
vermißten  kuranten  Waren  wieder  geliefert  wurden.  In  der 
zweiten  Hälfte  des  Jahres  brachte  jedoch  die  immer  stärker 
werdende  wirtschaftliche  Krise  einmal  größte  Zurückhaltung 
der  Käufer,  die  durch  die  Hoffnung  auf  baldigen  erheblichen 
Preisabbau  noch  gesteigert  wurde,  nnd  als  weitere  Folge  die 
Liquidation  großer  Lagerbestände  aus  der  Kriegszeit,  welche 
nicht  mehr  gehalten  werden  konnten  und  mit  aller  Deutlich- 
keit zeigten,  wie  die  Schweiz  mit  Waren  vollgestopft  war. 
Der  Absatz  der  Händlerschaft  ging  deshalb  auf  ein  Minimum 
zurück,  und  neue  Aufträge  dürften  recht  spärlich  erteilt  worden 
sein,  umsomehr,  als  die  Fabrikanten,  welche  die  Preise 
während  der  Warenknappheit  stark  erhöht  hatten,  erst  im 
Spätherbst  meist  nur  kleine  Ermäßigungen  einräumten,  welche 
jedoch  durch  die  gesteigerten  Fracht-  und  Geschäftsspesen  für 
den  Weiterverkauf  an  das  Publikum  fast  ausgeglichen  wurden 
und  deshalb  den  Handel  nicht  beleben  konnten. 

Am  zähesten  hielt  der  Verband  Deutscher  Porzellan- 
fabriken an  seinen  Preisen  fest,  deren  Ermäßigung  der 
schweizerische  Händlerverband  in  außerordentlich  mühsamen 
Verhandlungen  seit  Januar  1920  vergeblich  zu  erreichen  suchte. 
Als  dann  die  im  Juli  einsetzende  Hausse  des  Dollarkurses  die 
Preise  noch  drückender  machte,  beschloß  der  schweizerische 
Händlerverband  Ende  November,  auf  allen  noch  nicht  er- 
ledigten Fakturen  einen  Valutaausgleichsrabatt  von  10°/0  ab- 
zuziehen. Der  deutsche  Fabrikantenverband  konnte  sich  der 
Berechtigung  dieser  Maßnahme  auch  nicht  verschließen, 
namentlich,  weil  die  Außenhandelsnebensteile  Feinkeramik  die 
gleiche  Ermäßigung  der  Auslandspreise  bewilligte. 

Die  ausländische  Konkurrenz  zeigte  sich  namentlich  von- 
seiten der  Tschechoslowakei  sehr  rührig;  ein  größerer  Erfolg 
blieb  ibr  wohl  nur  wegen  der  einsetzenden  Absatzkrise  versagt. 
Teilweise  scheinen  auch  die  Kontrollmaßnahmen  und  Preis- 
vorschriften der  Regierung  hemmend  zu  whken. 

Während  der  Absatz  in  Gebrauchsartikeln  naturgemäß  auch 
in  Krisenzeiten  nicht  ganz  stockt,  machte  sich  die  allgemeine 
Geschäftslage  für  die  Porzellan-Luxusfiguren-Industrie  umso 
fühlbarer,  welche  trotz  weiterer  Preisreduktion  keine  nennens- 
werten Aufträge  erhalten  konnte  und  teilweise  die  Betriebe 
einschränken  mußte. 

Die  Deutschen  Kristall-Hohlglas-Fabriken  versuchten  zu 
Anfang  des  Jahres  ihre  Preise  teilweise  zu  verdoppeln.  Als 
die  französischen  und  belgischen  Hütten  in  merkliche  Konkurrenz 
treten  konnten,  waren  die  deutschen  Fabriken  gezwungen,  ihre 
Preise  den  französischen  und  belgischen  Fabriken,  sowie  auch 
den  Lothringer  Hütten  einigermaßen  wieder  anzupassen. 

In  der  Ordinär-Hoblglas-  und  Beleuchtungs-Branche  war 
besonders  für  Konservengläser,  sowie  auch  Töpferwaren,  absolut 
keine  Nachfrage  vorhanden.  Die  Preise  für  diese  Artikel  sind 
deshalb  ganz  erheblich  gefallen.  Speziell  in  Hohlglaswaren 
wurde  die  Nachfrage  schnell  befriedigt,  und  es  herrschte  gegen 
Schluß  des  Jahres  ein  gewisses  Ueberangebot,  wodurch  sich 
auch  die  belgischen  und  Lothringer  Hütten  veranlaßt  sahen, 
ihre  Preise  neuerdings  zu  reduzieren. 

Aehnlich  ging  es  den  deutschen  Stein gutf ab riken,  deren 
Erzeugnisse,  besonders  Waschgarnituren  usw.,  zu  Anfang  des 
Jahres  noch  recht  begehrt  waren.  Nach  und  nach  konnten  die 
Fabiiken  ihre  Leistungsfähigkeit  erhöhen,  der  Bedarf  wurde 
besonders  in  kuraDten  Artikeln  nicht  nur  gedeckt,  sondern  ein 
Ueberangebot  führte  gegen  Ende  des  Jahres  ebenfalls  zu  einer 
weiteren  Preisreduktion. 


Die  Versuche  der  Terrakotta-  und  Majolika-Fabriken  um] 
verstärkte  Ausfuhr  ihrer  Erzeugnisse  konnten  bei  den  hohen  I 
Preisen  keinen  Erfolg  erzielen.    Schließlich  wurden  allerdings 
namhafte  Ermäßigungen  gewährt,  ohne  jedoch  die  Nachfrage* 
erheblich  steigern  zu  können,  da  es  sich  größtenteils  um  Luxus- 
waren  handelt. 

Ueber  die  Porzellanisolatorenindustrie  wird  folgender  ein-  1 
gehender  Bericht  gegeben. 

Während  vor  dem  Kriege  der  Bedarf  der  Schweiz  sowohl 
in  Niederspannungs-  als  auch  in  Hochspannungsporzellan  fast 
ausschließlich  in  Deutschland  und  Oesterreich  gedeckt  wurde,; 
ist  in  den  Kriegs-  und  Nachkriegsjahren  eine  bemerkenswerte 
Abschwenkung  zu  verzeichnen.    Der  Mangel  an  Kohlen  in  den] 
Zentralstaaten  und  die  dadurch  bedingte  Kontingentierung  haben  j 
es  möglich  gemacht,  Ländern  den  Schweizermarkt  zu  öffnen, 
die,  sei  es  infolge  der  Minderheit  des  Materials  oder  wegen  zu 
hoher  Preise,  niemals  mit  der  Schweiz  in  das  Geschäft  ge-  j 
kommen  wären.    So  z.  B.  ist  es  anerkannte  Tatsache,  daß  Hoch- 
spannungsporzellan amerikanischer  Provenienz  qualitativ  ganz 
erheblich  geringer  ist,  als  deutsche  und  österreichische  Erzeug- 
nisse.   Dagegen  haben  englische  und  dänische  Porzellane  einen 
Qualitäts- Vergleich  mit  den  deutschen  und  österreichischen  1 
besser  ausgehalten,  waren  aber  im  Preise  höher.    Nach  Be- 
endigung des  Krieges  setzte  dann  die  Nachfrage  nach  deutscher 
Ware  in  so  enormem  Umfange  ein,  daß  die  Porzellanfabriken  ! 
ihr  bei  weitem  nicht  gerecht  werden  konnten.    Dazu  kam  die  j 
von  dem  Porzellan-Syndikat  befolgte  Preispolitik,  die  von  den  ! 
schweizerischen  Abnehmern  allgemein  verurteilt  wird.  Diese 
zwei  Faktoren,  unzureichende  Belieferung  bei  unglücklich  fest- 
gesetzten Preisen,  haben  es  zuwege  gebracht,  daß  ein  treuer 
und  immerhin  bedeutender  Abnehmer,  wie  die  Schweiz,  den 
vorher  erwähnten  Ländern  direkt  zugetrieben  wurde.    Da  natur- 
gemäß die  Bedienungsweise  von  deutscher  Seite  (Oesterreich 
kommt  wegen  Ausfuhrverbote  für  Lieferungen  nach  dem  Kriege 
hier  nicht  in  Frage)  sehr  bald  bekannt  wurde,  haben  die  An- 
strengungen Amerikas,  Englands,  Dänemarks  und  neuerdings 
auch  Frankreichs,  Belgiens  und  Portugals  zugenommen,  um 
auch  noch  den  Best  der  den  deutschen  Fabriken  verbleibenden 
Kunden,  die  sich  bisher  die  Bedienung  gefallen  ließen,  zu  sich 
herüberzuziehen. 

Die  geschilderten  Zustände  haben  es  veranlaßt,  daß  auch 
die  einzige  größere  Porzellanfabrik  der  Schweiz  die  Fabrikation 
von  elektrotechnischem  Porzellan  aufnahm.  Ursprünglich  be- 
schränkte man  sich  auf  die  Herstellung  von  Preß-  und  Stanz- 
porzellan für  Niederspannungszwecke,  um  dann  auch  Hoch- 
spannungsporzellan, zu  fabrizieren.  Der  Vertrieb  wird  von 
einer  westschweizerischen  Firma  besorgt.  Selbstverständlich 
findet  diese  Porzellanfabrik  in  weitestem  Maße  die  Unterstützung 
der  schweizerischen  Verbraucher.  Allerdings  ist  zu  sagen,  daß 
zur  Fabrikation  von  Hochspannungs-lsolatoren  für  Freileitungen 
jahrelange  Erfahrungen  gehören  und  daß  die  schweizerische 
Industrie  für  diesen  Zweig  vorläufig  kaum  in  Frage  kommen 
dürfte,  dagegen  macht  sich  dieselbe  bereits  bei  Lieferungen 
von  Porzellan  für  Innenmontage  wie  z.  B.  Griffen  für  Oel- 
schalter,  Stütz-Isolatoren  für  Transformatoren  usw.  ziemlich 
bemerkbar. 

Alles  in  allem  darf  man  wohl  sagen,  daß  es  den  deutschen 
Fabriken  jetzt  noch  möglich  ist,  das  verlorene  Terrain  wieder 
zu  gewinnen,  da  deutsches  Porzellan  in  der  Schweiz  immer 
noch  einen  guten  Namen  hat,  jedoch  ist  hierfür  Bedingung, 
daß  die  Preispolitik  des  Syndikates  den  tatsächlichen  Verhält- 
nissen angepaßt  wird.  Geschieht  dies  nicht,  dann  ist  der 
Schweizer  Markt  für  elektrotechnisches  Porzellan  für  Deutschland 
unwiederbringlich  verloren.  Gerade  Porzellan  ist  ein  Artikel, 
für  den  man  nur  ungern  die  Bezugsquelle  wechselt,  weil  die 
verschiedenen  Verbraucher  ihre  eigenen  Modelle  haben,  wonach 
die  Konstruktionen  ihrer  Apparate,  die  sie  bauen,  festgelegt  sind. 
Machen  die  Verhältnisse  aber  einen  Wechsel  notwendig,  so 
kann  man  sicher  sein,  daß  der  dann  geschaffene  Zustand  nur 
eine  Aenderung  erfährt,  wenn  ganz  zwingende  Gründe  vor- 
liegen. 

Zum  Schluß  seien  die  Zahlen  der  Handelsstatistik  ge- 
nannt. Danach  führte  Deutschland  an  Isolatoren  in  die  Schweiz 
ein:  1920  =  23117  Doppelzentner  im  Werte  von  4,6  Millionen 
Franken  gegen  23 159  Doppelzentner  im  Werte  von  3,8  Millionen 
Franken  im  Jahre  1919  und  10361  Doppelzentner  im  Jahre  1913. 

(ng.) 


Wirtschaftlich-gewerblicher  Teil. 

Korrespondenzen. 


Dag  2o  jttlirlge  Gesobäffpjuulluum  feiert  am  1.  2.  22  Herr  Heinrich 
Jen  »eu,  uu«i;,i«.r  Inhaber  uud  Chünder  der  Firma  Heinr.  Ad.  Jensen, 
Hamburg  1.  Ali  Mitbegründer  einer  R-ihe  von  Verbänden  nnd  all  Ver- 
bot«? auf  vemhiedentn  Kongressen  dürfte  Herr  Jensen  weiteren  KreiBen 


bekannt  geworden  sein.  Für  das  Wohl  seiner  Vaterstadt  Hamburg  hat 
er  stets  seine  ganze  Persönlichkeit  eingesetzt. 

Personalien.  Der  Dozent  für  Technologie  keramischer  Baustoffe 
an  der  Technischen  HochBchale  Chariottenburg,  Dr.  Kurt  End  eil, 
wurde  zum  Professor  ernannt,  ebenso  der  Dozent  für  Keramik  am 
FriedrUhs-Polyteehnikum  in  Gothen,  Dipl.  lug.  Fritz  Kraze. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG, 


Nr.  3 


25 


Totenschau.  Am  12.  1.  22  verschied  in  Kahla  Direktor 
Heinrieh  Lange,  Vorstandsmitglied  der  Porzellanfabrik  Kahla. 


Dr. 


Fachschulen,  Unterricht,  Forschung. 

Die  Staatl.  Keramische  Fachschule  Höhr  bei  Koblenz  hatte 
im  Schuljahr  1920/21 :  73  Tages-  nnd  41  Abendschüler,  zusammen  also 
114,  im  Schuljahr  1921/22:  83  Tages-  und  54  Abendschuler,  zusammen  137. 
Weitaus  die  meisten  Fachschüler  belegten  ausschließlich  oder  hauptsächlich 
den  chemisch-technischen  Unterricht.  Das  Laboratorium  enthält  nunmehr 
32  voll  eingerichtete  Chemiker-  nnd  16  Keramikerplätze.  Die  Werkstatt 
ist  bereichert  durch  eine  kleine  Mosteranlage  für  maschinelle  Massen- 
aufbereitung: Kugelmühle,  Qairl,  Binne  mit  Magnet,  Bassin  mit  Schlag- 
sieb, Membranpumpe,  Filterpresse.  Eine  Stiftung  der  Außenhandelsneben- 
Btelle  Feinkeramik  sowie  weitgehendes  Entgegenkommen  der  Maschinen- 
fabrik vormals  Dorst,  A.-G.,  Oberlind,  machten  diese  Neueinrichtungen 
möglich.  Eine  fernere  Stiftung  der  Porzellanfabrik  Kahla  soll  zu  Ofen- 
Beparaturen  und  -Neubauten  Verwendung  finden.  —  Die  1913  erfolgte 
Beorganisation  des  Unterrichts,  der  bekanntlich  individuell  und  nach 
Wahlfreiheit  der  Fächer  eingestellt  ist,  hat  sich  sehr  gut  bewährt  und 
machte  es  möglich,  sowohl  die  Schüler  der  chemisch-technischen  wie  auch 
der  künstlerischen  Abteilung  mit  dem  bestmöglichen  Küstzeug  zu  ver- 
sehen. Die  Nachfragen,  besonders  nach  chemisch  (analytiseh  wie 
keramisch)  ausgebildeten  Kräften  sind  zur  Zeit  auffallend  zahlreich. 


Gesetzgebung,  Steuern. 

Zahlung  der  Einkommensteuer.  Gemäß  der  Verordnung  vom 
21.  12  21  ist  jeder  Arbeitnehmer  verpflichtet,  innerhalb  des  Monats 
Januar  1922  seine  Steuerkarte  und  die  losen  Markenblätter,  die  für  den 
in  der  Zeit  vom  1.  4.  bis  zum  31. 12.  21  bezogenen  Arbeitslohn  zum 
Einkleben  und  Entwerten  von  Steuermarken  verwendet  worden  sind,  der 
zuständigen  Steuerhebestelle  zuzustellen.  Die  Einlieferong  kann  auch  der 
Arbeitgeber  übernehmen.  Nach  §  202  der  BAO.  kann  die  Einlieferung 
erzwungen  werden.  Die  eingelieferten,  für  den  oben  erwähnten  Zeitraum 
verwendeten  Steuermarken  werden  auf  die  auf  das  Bechnungsjahr  1921 
zu  entrichtende  Einkommensteuer  umgerechnet.  Die  lür  die  Zeit  bis  zum 
31. 3  21  verwendeten  Steuermarken  können  auf  die  Einkommensteuer  für 
das  Bechnungtjahr  1920  gemäß  §  48  EStG.  auch  weiterhin  an  Zahlungs- 
statt hingegeben  werden. 

Lohnabzug  und  Abrundung  des  einzubehaltenden  Betrages. 
An  Stelle  der  bisher  geltenden  Bestimmung,  nach  der  der  einzubehaltende 
Betrag  auf  10  Pfennig  nach  unten  abzurunden  war,  ist  nach  dem  neuen 
Abänderungegesetz  eine  Vorschrift  getreten,  wonach  die  Bestimmungen 
über  die  Abrundung  der  Beichsfinanzminister  erläßt.  Auf  Grund  dieser 
Bestimmung  ist  in  dem  neuen  §  18  der  Durchführungsbestimmungen  die 
Abrundung  in  der  Weise  geregelt  worden,  daß  der  nach  Vornahme  der 
Ermäßigungen  nach  §  7  Abs.  1  biB  4  ein  zubehaltende  Betrag  im  Falle 
der  Zahlung  des  Arbeitslohnes  für  volle  Kalendermonate  oder  -wochen 
auf  volle  Mark,  im  Falle  der  Zahlung  des  Arbeitslohnes  für  volle  Arbeits- 
tage auf  volle  50  Pfennig  und  im  Falle  der  Zahlung  des  Arbeitslohnes 
für  kürzere  Zeiträume  und  im  Falle  des  §  13  (.Fall,  daß  der  Arbeitslohn 
nicht  für  eine  bestimmte  Arbeitszeit  gezahlt  wird)  auf  10  Pfennig  nach 
unten  abzurunden  ist. 

Entrichtung  der  Steuerabzüge.  Neben  dem  Markensystem  wird 
auch  künftighin  die  Abführung  der  Beträge  im  Listenverfahren  an  die 
Finanzkassea  bestehen  bleiben. 


Handel  und  Verkehr. 

Schwierigkeiten  beim  Verkauf  ablieferungspflichtiger  Devisen 
an  Privatbanken.  In  Ausfuhrkreisen  wird  darüber  Klage  geführt,  daß 
einzelne  Privatbanken  den  Verkäufern  von  ablieferungspflichtigen  Devisen 
Schwierigkeiten  machen.  Gleiche  Klagen  sind  auch  der  Beichsbank  zu- 
gegangen. Die  Beichsbank  besitzt  keine  unmittelbare  Handhabe,  die 
Banken  zum  Ankauf  derartiger  Devisen  zu  zwingen.  Es  ist  verständlich, 
daß  die  Banken  lieber  Devisen  ankaufen,  bei  deren  Verwendung  sie  freie 
Hand  haben,  als  solche,  die  sie  an  die  Beichsbank  weiterzugeben  ver- 
pflichtet Bind.  Eine  geschäftliche  Notwendigkeit  der  Ablehnung  des  An- 
kaufs ablieferungspflichtiger  Devisen  ist  für  die  Privatbanken  jedoch  um- 
so  weniger  vorhanden,  als  die  Beichsbank  den  Banken  diejenigen  Devisen, 
die  sie  mit  der  Verpflichtung  der  Weitergabe  an  die  BeichBbank  herein- 
genommen haben,  zu  besonders  günstigen  Bedingungen  abrechnet.  Die 
BeichBbank  hat  Veranlassung  genommen,  den  Privatbanken  möglichstes 
Entgegenkommen  beim  Devisenankauf  anzuempfehlen.  Sie  stellt  den 
Firmen  anheim,  die  Banken  namhaft  zu  machen,  welche  Schwierig- 
keiten bereiten,  damit  sie  in  der  Lage  ist,  solchen  Fällen  nachzugehen. 

Nachgebühr  für  unzureichend  freigemachte  Briefsendungen. 
Für  nicht  oder  unzureichend  freigemachte  Postkarten  und  Briefe  sowie 
für  unzureichend  freigemachte  Drucksachen,  Geschäftspapiere,  Warenproben 
und  Mischsendungen  wird  seit  dem  1.  1  22  gemäß  den  Bestimmungen 
des  Postgebührengesetzes  das  Doppelte  des  Fehlbetrages,  mindestens  aber 
ein  Betrag  von  50  Pf.  nacherhoben. 


Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

Die  A.  H.N.  „Glas"  weist  darauf  hin,  daß  Ausfuhranträge  nach 
Ländern  mit  höherer  Vatuta,  die  nach  dem  1.2.  22  eingereicht  werden, 
nicht  mehr  in  Markwährung  bewilligt  werden,  auch  wenn  es  sich  um 
Aufträge  handelt,  für  die  nach  den  Beschlüssen  des  Ausschusses  und  der 
Unterausschüsse  die  Berechnung  in  Markwährung  zugelassen  ist. 

Gleitender  Ausfuhrabgabentarif.  Der  vom  Wirtschaftspolitischen 
Ausschuß  des  Beichs wirtseh aftsrates  in  seiner  Sitzung  vom  4. 1.  einstimmig 


angenommene  Gesetzentwurf  über  die  Erhebung  einer  Abgabe  bei  der  Ausfuhr 
von  Waren,  der  die  Erhebung  einer  Ausfuhrabgabe  von  der  Außenhandels- 
kontrolle unabhängig  macht  und  eine  Abgabe  von  der  Ausfuhr  aller 
Waren  vorsieht,  bestimmt,  daß  seitens  der  Eeichsregierung  spätestens  bis 
zum  1  6.  22  ein  Gesetzentwurf  vorzulegen  ist,  der  den  Ausfuhrabgaben- 
tarif regelt.  Bis  zum  Inkrafttreten  dieseB  Gesetzes  setzt  die  Beichs- 
regierung den  Tarif  fest,  der  so  gestaltet  werden  soll,  daß  er  sich  mög- 
lichst den  Schwankungen  und  der  Marktlage  anpaßt  und  auch  Jen An  eil 
an  ausländischen  Eohstofien  berücksichtigt,  der  in  jeder  Ware  enthalten  ist. 

Die  Gesetzentwürfe  über  die  Ablieferung  und  Erfassung  von 
Auslandsdevisen  (vergl.  Nr.  1,  S.  6)  sind  vom  Wirtschaftspolitischen 
Ausschuß  des  Beichswirtschaftsrates  in  seiner  Sitzung  vom  4.1.  ange- 
nommen worden.  Der  erste  Gesetzentwurf,  betreffend .die  Ablief  er  ung 
hat  gegenüber  der  Eegierungsvorlage  eine  wesentliche  Aenderung  er- 
fahren. Die  im  Entwurf  vorgesehene  Zwangserfassung  wurde  in  eine  Er- 
mächtigung des  Eeichskommissars  für  Aus-  und  Einfuhrbewilligung  um- 
gewandelt, die  Ausfuhrbewilligung  von  der  Bedingung  abhängig  ™ 
machen,  daß  Zahlungsmittel  und  Forderungen,  welche  auf  die  in  der  Aus- 
fuhrbewilligung bezeichnete  Auslandswährung  lauten,  in  Höhe  des  in  der 
Bewilligung  genannten  Wertes  oder  eines  Teiles  dieses  Wertes  der  Beichs- 
bank oder  den  von  ihr  zu  bestimmenden  Stellen  anzubieten  sind.  Sicher- 
gestellt wird  das  Aufkommen  bis  insgesamt  25  «/0  des  Wertes  der  Aus- 
fuhr im  Sinne  des  Londoner  Ultimatums.  -  Der  zweite  Gesetzentwurf, 
betreffend  die  unmittelbare  Erfassung  von  Ausfuhrdeviaen  (unmittel- 
bare Erhebung  der  25  »/«-igen  Abgabe  vom  Wert  der  Gesamtausfuhr), 
wurde  angenommen,  nachdem  die  Kegierung  erklärt  hatte,  sie  hoffe  ohne 
diese  unmittelbare  Erhebung  sich  die  erforderlichen  Devisen  beschaffen 
zu  können,  so  daß  es  nicht  nötig  sei,  von  der  durch  dieses  Gesetz  er- 
teilten Ermächtigung  Gebrauch  zu  machen,  deren  Folge  eine  wirtsehatt- 
liche  Katastrophe  wäre. 

Für  die  zollfreie  Einfuhr  aus  Polen  für  das  3.  Kontingents- 
iahr  sind  für  unsere  Erzeugnisse  die  nachstehend  genannten  Tonnenmengen 
festgesetzt  worden:  Listen-Nr.  62.  Gips  aller  Art,  Gipsdielen,  Gipsplatten 
7300,  66.  Ziegelsteine  30  000,  67.  Dachziegel  20  000  68.  D™nren 
12  000,  69.  Steingutwaren  3000,  70.  Tonwaren  aller  Art,  unter  Nr.  bb 
bis  69  nicht  genannt  6000,  71.  Glasflaschen  3000,  80  Eisenguß  und 
Blechfabrikate  (Oefen,  Boste,  Kessel,  Baubeschläge  emaillierte  Kuchen- 
geschirre, Kanalabgüsse,  Sanitätsutensilien  nsw,)  8000  107^  Christbaom- 
lichthalter  und  -schmuck  40,  108.  Flaschenverschlüsse  250,  109  Porzellan- 
waren (mit  Ausnahme  von  Luxusporzellan)  1500,  127.  Beiseandenken  aus 
Glas,  Photographierahmen  aus  Glas  3,5. 

Zolldeklarationen  nach  der  Schweiz  bei  der  Einfuhr  aus  Deutsch- 
land sind  in  deutscher  Sprache  abzufassen. 

England.  Der  33l/30/0.ige  SchutzzoU  ist  für  Emailgeschirr  und 
glatte  und  emaillierte  Badewannen  von  den  beteiligten  Industrien  bean- 
tragt worden.  Wegen  der  Glaswaren  sind  die  Erörterungen  noch  nicht 
abgeschlossen. 

Finnland.  Zoll  auf  Fayence-  und  Porzellanwaren.  Nachdem 
der  finnische  Beichstag  der  Begierung  das  Becht  erteilt  hat,  die  Zollsätze 
für  gewisse  Waren,  darunter  auch  die  oben  genannten,  bis  auf  den  vier- 
fachen Betrag  zu  erhöhen,  hat  die  Arabia  Porslinsfabrik,  A.-B.,  Helsingfors, 
beantragt,  daß  die  Zollabgaben  für  Fayence-  und  Porzellanwaren  um  200 
bis  300  °/0  erhöht  werden. 

Frankreich.  Die  Umwandlung  spezifischer  Zölle  in  Wertzölle 
ist  nach  einer  Begierungsverordnung  vom  14.10.21  für  die  nachstehend 
bezeichneten  Waren  wie  folgt  vorgenommen  worden: 


v.  Werte 


358    Glasflüsse : 

Glasflüsse  und  Schmelz,  in  Stücken 
oder  in  Böhren,  nicht  beschnitten 
und  beschnitten,  doch  nicht  ge- 
kühlt   

Glasgespinst,  Kugeln  und  künst- 
liche Glaskorallen  

Glasperlen  nnd  andere  Glasflüsse 
in  Form  von  gelochten  oder 
geschnittenen  Perlen : 
weiß  oder  farbig;  bemalt,  ver- 
goldet oder  versilbert.    .   .  . 
Schmucksteine,  farbige  oder  farb- 
lose Berlocken  aus  Glas    .    .  . 
Blumen  und  Zierat  aus  Perlen  und 

Porzellan,  Mosaik  auf  Papier 
Kränze,  grob  vorgearbeitet  oder 
fertig,  und  andere  Gegenstände 
aus  Glasfluß  oder  Porzellan,  mit 
oder  ohne  Metallverzierung  .  . 
Diese  Bestimmungen  gelten  auch  für  Algier. 
Peru.    Der  neue  Zolltarif,  in  dem  besonders  für  Luxuswaren 
wesentliche  Zollerhöhungen  vorgesehen  sind,  ist  am  1. 1.  22  in  Kraft 
getreten. 

Bußland.  Der  Handelsverkehr  mit  Deutschland  hat  sich  seit 
Abschluß  des  deutsch-russischen  Handelsvertrages  vom  6.  5.  21  ständig  ge- 
hoben, und  es  steht  zu  erwarten,  daß  er  Bich  nach  Schwenkung  der  Sowjet- 
regierang in  der  Wirtschaftspolitik  noch  günstiger  als  bisher  entwickeln 
wird.  Voraussichtlich  wird  indessen  die  auf  russischer  Seite  bisher  be- 
stehende Zollfreiheit  aufgehoben  werden.  Vorbereitungen  für  einen  neuen 
Zolltarif  sind  bereits  im  Gange ;  sie  werden  aber,  da  der  alte  Tarif  kaum 
eine  brauchbare  Unterlage  für  die  von  der  Esgierung  neuerdings  be- 


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26  -  Nr.  5  SPRECHSAAL-COBURQ. 


trifbeoe  Zollpolitik  abgeben  dürfte,  geraume  Zeit  in  Ansprach  nehmen. 
Da  die  Zollfrage  in  dem  erwähnten  Handelsvertrage  noch  nicht  berührt 
wurde,  wird  das  zollpolitische  Verhältnis  Deutschlands  zu  Baßland  nach 
Aufstellung  des  rassischen  Zolltarifs  nea  za  regeln  sein.  Bei  dieser  Ge- 
legenheit müßte  für  deutsche  Waren  auch  die  Freiheit  des  Durchgangs- 
verkehrs nach  Persien  gesichert  werden,  die  vom  kaiserlichen  Baßland 
vertagt,  im  Brest  Litowsker  Friedensvertrage  zugestanden,  nach  dessen 
Annullierung  aber  wieder  hinfällig  geworden  war.  —  Die  Erledigang  von 
Geschäften  mit  dem  Aaslande  liegt  z.  Zt.  in  den  Händen  der  „Bassischen 
Aus-  und  Einfubrgesellschaft",  die  sich  aus  ehemals  führenden  Moskauer 
Eaufleuten  zusammensetzt  und  unmittelbar  unter  dem  Kommissariat  für 
den  Außenhandel  auf  Kommissionsgrandlage  arbeitet.  —  Zur  Verein- 
fachung des  staatlichen  Warenaustausches  und  der  Form,  in  der  sich  der 
deutsch-russische  Handelsverkehr  augenblicklich  vollzieht,  sind  an  den 
wichtigsten  WirtschaftEmittelpunkten  Baßlands  Genossenschaftsbörsen  ein- 
gerichtet worden. 

Spanien.  Das  Handeleabkommen  mit  Deutschland  vom  12. 2. 1899, 
das  ein  gegenseitiges  Meistbegüustigungsabkommen  war,  ist  von  der  spa- 
nischen Begierang  auf  den  20  12  22  gekündigt  worden.  Die  spanische 
B»gierung,  die  seit  einiger  Zeit  auch  anderen  Ländern  gegenüber  eine 
löoere  Schutzzollpolitik  verfolgt,  hat  Deutschland  gegenüber  die  Geneigt- 
heit zur  anderweitigen  Begelung  der  beiderseitigen  Handelsbeziehungen 
ausgesprochen. 

Spanien.  Das  Zollaufgeld  bei  Entrichtung  der  Zölle  in  anderer 
all  Goldwährung  ist  für  den  Monat  Januar  auf  33,52°/,  (40,95)  fest- 
gesetzt worden. 

Spanien.  Als  Dnrchschnittskurs  für  die  Festsetzung  der  Zoll- 
zusalzkoelfuienttn  im  Monat  Januar  gilt  für  die  deutsche  Mark 
3,405  (3,213). 

Tschechoslowahien.  Versendung  tschechischer  Waren  über 
Hamburg  nach  Frankreich  nnd  dessen  Kolonien.  Die  französische 
Zollbehörde  hatte  Ende  1921  verfügt,  daß,  solange  das  im  Art.  364  des 
Verseilter  Vertrages  und  im  Art.  12  des  französisch-tschechoslowakischen 
Handelsabkommens  vcm  4.11.  21  erwähnte  tschechoslowakische  Freihafen- 
gebiet im  Hamburger  Hafen  niett  besteht,  die  über  Hamburg  nach  Frank- 
reich gelangenden  tschechischen  Waren  den  Vertragsentwurf  genießen 
sollen,  wenn  die  Umladung  in  Hamburg  unter  Aufsicht  der  deutschen 
Zollbehörde  erfolgt  sei  und  diese  hierüber  eine  entsprechende  Bescheini- 
gung ausgestellt  habe,  die  zusammen  mit  den  im  fraglichen  Art  12  er- 
wähnten Konossementen  bei  der  Einfahr  vorgelegt  werden  müsse.  Die 
frantösiscbe  Zollverwaltung  hat  nunmehr,  da  die  Bescheinigung  der 
deutschen  Zollbörde  über  die  unter  ihrer  Aufsicht  aasgeführte  Umladung 
nicht  immer  beigebracht  werden  kann,  neuerdings  entschieden,  daß  un- 
gebrochener Transit  auch  dann  als  vorliegend  zu  erachten  und  somit  eine 
Warensendung  zu  dem  Tschechoslowakien  eingeräumten  Sondertarif  zuzu- 
lassen Bei,  wenn  statt  der  erwähnten  deutschen  Zollbescheinigung  eine 
TTmladebescheinigung  der  Hamburger  Freihafenverwaltung  vorgelegt  wird. 

Ungarn.  Neuregelung  der  Einfuhrbewilligungen.  Im  Anschluß 
an  die  erneute  Festsetzung  der  Zollzuschläge  ist  eine  neue  Freiliste  der 
Waren  aufgestellt  worden,  deren  Einfuhr  grundsätzlich  frei  ist.  Es  handelt 
sich  hier  um  eine  Erweiterung  der  bisher  bestehenden  Einfuhrfreiliste, 
und  zwar  werden  inabesondere  die  Waren  freigegeben,  für  die  dringender 
Bedarf  innerhalb  Ungarns  besteht.  Die  Erweiterung  erstreckt  sich  ins- 
besondere auch  auf  die  Erzeugnisse  unserer  Industrien.  Interessenten  er- 
fahren Näheres  durch  die  Ungarische  Abteilung  des  Deutsch-Oesterr.-Ung. 
Wirtschaftsveibandes,  Berlin  W.  35,  Am  Karlsbad  16. 

Vereinigte  Staaten.  Zollpolitik.  Die  Handelskammer  der  Ver- 
einigten Staaten  hat  ihren  Mitgliedern  mehrere  auf  die  Zollpolitik  bezüg- 
liche Fragen,  darunter  auch  über  die  Zweckmäßigkeit  des  „american 
valuation  plan"  vorgelegt.  Mit  einer  einzigen  Ausnahme  lauteten  die 
Antworten  zu  letzterem  Punkte  abfällig  Ed  war  zu  erwarten,  daß  der 
H.Ldei  sich  in  seiner  Mehrheit  gegen  die  amerikanische  Schätzung  wen- 
den würde.    Ihre  Anhänger  finden  sich  überwiegend  in  Herstellerkreisen. 


Die  Lage  in  Industrie  nnd  Handel. 

Die  Lage  der  feinkeramischen  Industrie  in  den  Monaten 
November  und  Dezember  und  zum  Jahresschluß  1921  war,  wenn  man 
sie  lediglich  unter  dem  Gesichtspunkte  der  Beschäftigungsmöglichkeit 
betrachtet,  im  allgemeinen  recht  befriedigend.  Das  Bild  ändert  sich  in- 
dessen sofort  bei  einer  sorgfältigen  Beobachtung;  der  wirtschaftlichen  Zu- 
sammenhänge. —  Durch  den  Katastrophalen  Sturz  der  deutschen  Mark 
warde  die  Spanne  zwischen  Inlands-  und  Aaslandspreisen  wieder  so  groß, 
daß  sich  im  Geschäftsverkehr  mit  dem  Auslände  erneut  das  übelste 
Scbiebertum  mit  Erfolg  betätigen  konnte.  Auf  diese  Weise  wurde  das 
Ausland  durch  den  illegalen  Handel  vielfach  mit  deutscher  Ware  über- 
schwemmt, deren  Verkaufspreise  dort  weit  unter  dem  regulären  Auslands- 
preis lagen.  Daß  solche  Verbältnisse  Gegenmaßnahmen  des  Auslandes 
hervorrufen  müssen,  ist  selbstverständlich.  So  hat  beispielsweise  das 
Exportgeschäft  nach  Belgien,  daß  für  einen  Teil  der  Loxusporzellan- 
indostrie  von  erheblicher  Bedeutung  ist,  durch  einen  neuen  Prohibitivzoll 
von  60%  «inen  schweren  Schlag  erlitten  Aehnlich  liegen  die  Dinge 
in  Spanien  und  in  Italien.  DieBe  Maßnahmen  trtfftn  die  feinkeramische 
Industrie  um  so  schwerer  als  sie  selbst  alles  Erdenkliche  getan  hat,  um 
•in  Dumping  zu  vermeiden.  Unsere  Industrie  muß  hier  mitottßen,  sowohl 
für  diejenigen  Industrien,  welche  kurzsichtig  genug  waren,  ihre  Produktion 
weit  unter  dem  Weltmarktpreis  im  Auslände  zu  verschleudern  als  auch 
für  die  M  mipalatn  utn  des  unrechtmäßigen  Händlertums.  Auch  die 
massenhaften  Verkäufe  des  Einzelhandels  während  der  Zeit  des  Valuta- 
narzes  haben  Verhältnisse  gezeitigt,  die  auf  die  D*uer  unhaltbar  sind, 
sowohl  für  die  deutsche  Produktion  wie  für  den  Teil  deB  Außenhandels, 
mit  dem  gute  nnd  dauerhafte  Beziehungen  zu  pflegen,  in  jeder  Be- 
liebung erwünscht  erscheint.  —  Noch  übereinstimmenden  M. Heilungen 
am  allen  Kreisen  der  keramischen  Industrie  gestaltete  sich  der  Bezug 
von  Kohlen  und  Bohttofitn  oft  außerordentlich  schwierig.    Diese  Er- 


1922.  (55.  Jahrgang.) 

sebeinung  ist  besonders  zurückzuführen  auf  die  unzureichende  Wagen- 
gestellung. Wenn  man  auch  zogeben  muß,  daß  die  Eisenbahnverwaltnng 
hier  sehr  großen  Schwierigkeiten  gegenübersteht,  so  ist  andererseits  fest- 
gestellt worden,  daß  es  in  vielen  Fällen  auch  an  der  notwendigen  Um- 
sicht und  Dispositionsfähigkeit  mancher  Stellen  fehlt.  Der  Bezug  von 
Bohstoffen  ist  ferner  erschwert  durch  die  Verteuerung  des  ausländischen 
Geldes,  und  es  läßt  sich  deshalb  in  keiner  Weise  sagen,  wie  sich  künftig- 
hin die  Bohstoffeinfuhr,  auf  die  die  keramische  Industrie  unbedingt  an- 
gewiesen ist,  gestalten  wird.  Störend  greift  in  die  industriellen  Verhält- 
nisse auch  die  fortgesetzte  Verteuerung  der  Frachten  ein,  wodurch  die 
Industrie  teilweise  gezwangen  ist,  alte  Absatzgebiete  aufzugeben  und 
neue  zu  suchen,  weil  der  Transport  die  Ware  dermaßen  verteuert,  daß 
der  Absatz  an  entfernte  Abnehmer  nicht  mehr  lohnend  bleibt.  —  Die  ge- 
schilderten Umstände,  insbesondere  die  Verteuerung  der  Frachten  im  In- 
lande  und  die  Prohibitivzölle  des  Auslandes  tragen  dazu  bei,  eine  Iu- 
und  Auslandskonkurrenz  zu  züchten,  die  über,  kurz  oder  lang  ebenfalls 
nachteilige  Folgen  für  die  deutsche  Industrie  zeitigen  dürfte.  Als 
dringend  wünschenswert  endlich  maß  es  bezeichnet  werden,  daß  das  Bau- 
gewerbe die  Möglichkeit  erhält,  seine  wirtschaftliche  Zweckbestimmung 
auszuüben,  denn  derjenige  Teil  unserer  Industrien  —  also  die  Industrien 
der  Kachelöfen,  Mosaik-  and  Wandplatten  und  zu  einem  Teil  auch  die 
elektrotechnische  Porzellan- Industrie,  —  der  wirtschaftlich  mit  dem  Bau- 
gewerbe verbunden  ist,  wird  erst  dann  eine  gewisse  Stetigkeit  der  Pro- 
duktion erzielen  können,  wenn  die  Bautätigkeit  eine  allgemein  rege  ge- 
worden ist. 


Geschäftliche  Mitteilungen. 

H.  Schomburg  &  Söhne,  A.-G.,  Margarethenhütte.  Auszog  aas 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  30.  9.  21:  Beingewinn  M  3  482  844 
(997  610);  Dividende  40  %  (20%  und  20%  Bonas);  Abschreibaugen 
Ji  66  000  (70  000);  Bücklage  för  feuertechnische  Versuche  Ji  1  MdL 
(0,4  Mill.).  —  Dem  Vorstandsbericht  zufolge  hat  die  Nachfrage  das  ganze 
Jahr  über  angehalten.  Der  Umsatz  konnte  durch  Umstellung  der  alten 
Fabrik  wesentlich  gesteigert  werden.  Die  umfangreichen  Neubauten  sind 
der  Hauptsache  nach  vollendet  und  die  aufgewendeten  Kosten  über  Debitoren 
verbucht  {M  28,59  Mill.  gegenüber  M  8,28  Mill.  i.  V.).  Für  das  laufende 
Jahr  ist  die  Gesellschaft  reichlich  mit  Aufträgen  versehen.  Die  beiden 
neuen  Tunnelöfen  liefern  nach  Mitteilung  der  Verwaltung  ein  über  Er- 
warten gutes  Por  seilen.  —  An  8 teile  des  ausgeschiedenen  Professor 
Dr.  H.  Goldschmidt  wurde  Arnold  Schweitzer  neu  in  den  Aufsichtsrat 
gewählt. 

Tonwarenfabrik  Schwandorf,  Schwandorf.  Auszug  aus  dem 
genehmigtem  Abschluß  vom  30  9.  21:  Beingewinn  Jt  1  222  984  (i.  V.  nach 
Tilgung  des  Verlastvortrages  ein  Beingewinn  von  M  535  226) ;  Dividende 
20%  (10%  und  7  o/o  Bonus);  Abschreibungen  Jt  1  092  235  (438  919); 
Zuweisung  aa  Beamten-  und  Arbeiter- Wohlfahrtsfonds  Ji  0,2  Mill.  (0,1  Mill.). 
—  Nach  dem  Geschäftsbericht  konnte  trotz  der  Prodaktionsbeschränkang 
infolge  Mangel  an  hochwertiger  Kohle  und  trotz  weiterschreitender 
Teuerung  der  Fabrikation  ein  befriedigendes  Betriebsergebnis  erzielt  werden, 
da  Absatzmöglichkeit  bei  entsprechenden  Verkaufspreisen  reichlich  vor- 
handen war.  Auch  im  laufenden  Jahr  haben  sich  die  Absatzverhältnisse 
nicht  geändert.  Die  vorhandenen  Einrichtungen  konnten  in  gesteigertem 
Umfang  in  Betrieb  genommen  werden  und  da  außerdem  die  neugebaute 
Porzellahabteilung  erstmalig  mitarbeitet,  wird,  unvorherzasehende  Einflüsse 
ausgenommen,  wieder  mit  einem  zufriedenstellenden  Abschloß  gerechnet 
werden  können.  —  Die  ausscheidenden  Aufsichtsratsmitglieder  Geh.  Komm  - 
Bat  Heilmann  und  Komm.-Bat  Kaula  wurden  wiedergewählt. 

Wessels  Wandplatten-Fabrik,  A.-G.*  Bonn.  In  eine  A.-G.  unter 
vorstehender  Firma  warde  das  bisher  von  der  Firma  „Wessei's  Wand- 
platten-Fabrik Louis  Wessel,  Bonn",  betriebene  Fabrikations-  und  Handels- 
geschäft umgewandelt.  Zum  selbständig  vertretungsbefugten  Vorstand 
wurde  Herr  Wilhelm  Wessel  bestellt.  Herr  Anton  Alef  und  Frl.  Maria 
Verbeck  haben  Gesamtprokura. 

A.-G.  der  Gerresheimer  Glashuttenwerke,  vorm.  Ferd.  Heye, 
Düsseldorf.  Gegen  die  von  der  a.  o.  G-V.  unterm  9.  12.  21  gefaßten  Be- 
schlüsse (vergl.  Nr.  51,  S.  613)  hat  der  holländische  Aktionär  W.  Steinhaus 
Anfechtungsklage  erhoben.  Erster  Verhandlungstermin  steht  an  beim 
Landgericht  Düsseldorf,  vierte  Kammer  für  Handelssachen,  am  6. 2.  22, 
10  Uhr  v.  —  Wie  wir  weiter  hören,  ist  nicht  nur  für  die  Ji  1  Mill.  alten 
und  M  10  Mill.  neuen  Vorzugsaktien  eine  Sperrverpflichtung  eingegangen, 
sondern  seit  längerer  Zeit  von  dem  gleichen  Konsortium  eine  Sperr- 
verpflichtung auf  30  Jahre  für  Jt  3  Mill.  Stammaktien. 

Hannoversche  Glashütte,  Hannover-Hainholz.  Auszug  aus  dem 
genehmigten  Abschloß  vom  30.9.21:  Beiugewiun  Ji  984  321  (563  786); 
Dividende  30%  (15);  Abschreibungen  M  37000  (22823).  —  Dem  Aaf- 
siohtsrat  gehören  jetzt  an  B.  C.  Heye,  J.  G.  Stisser  und  B  Scholz. 

Hirsch,  Janke  &  Co.,  A.-G.,  Weißwasser,  O.-L.  Auszag  ans  dem 
genehmigten  Abschluß  vom  28  2.21:  Beingewin  Jt  1  371  815  (781082); 
Vei wendung  nicht  veiöff entlicht  (i.V.  30%  Di?.);  AbschreiDungen  Ji  302  65* 
(378  722). 

Vereinigte  Metallwarenfabriken,  A.-G.,  vorm.  Haller  &  Co., 
Altona-Ottenceu.  Auszog  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  30  9  21: 
Bemgewiun  M  6279933  (2807  967);  Dividende  30%  (30);  Abschreibungen 
Ji  158  034  (M  5«  144  Sowie  Büokstellaug  für  Wiederherstellung  des 
Emaillierwerkes  ..#  447  175).  —  la  das  neue  Geschäftsjahr  wuide  ein 
bedeutender  Auftragsbestand  mithinübergenommen;  auch  ist  der  Eingang 
neuer  Aufträge  in  den  ersten  Monaten  recht  zufriedenstellend  gewesen.  — 
Das  ausscheidende  Aufsichtsratsmitglied  K.  Wiener  wurde  wiedergewählt. 

Eisenwerke  Gaggenau,  A.-G.,  ttaggenau.  Auszog  aas  dem  geneh- 
migten Abschluß  vom  30. 6  21:  Beingewi uu  JI  2  152  953  (587  625) ;  Dividende 
12%  (IS'J  Abschreibungen  Ji  784073  (669507);  Backlage  für  neu  zu 
errichtendes  Werkerneuerungskonto  M  0,5  Mill.  (0).  —  Im  Geschäftsbe- 
richt wird  u.  a.  ausgeführt,  daß  erst  Anfang  1921  eine  allerdings  rege 
Nachfrage  einsetzte,  die  andauernd  eine  Steigerang  erfahr.  Die  Aus- 
sichten für  das  neue  Geschäftsjahr  sind  nicht  ungünstig.   Ei  liegen  Auf- 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  3  —  27 


träge  in  sehr  erheblicher  Höhe  vor,  so  daß  die  Gesellschaft  in  nächster 
Zeit  sehr  gut  beschäftigt  sein  wird,  vorausgesetzt,  daß  nicht  unvorher- 
gesehene Ereignisse  eintreten. 

Bing -Werke,  vorm.  Gebrüder  Bing,  A-G-,  Nürnberg.  Der 
Aufsichtsrat  genehmigte,  den  Vorschlagen  des  Vorstands  entsprechend, 
die  Angliederung  des  Emaillierwerks  Hecker  &  Sohn,  A-G,  B«rnsbach 
i.  S ,  durch  Erwerb  sämtlicher  Aktien  (1.8  Hill.)  im  Umtausch  gegen 
Bing-Aktien,  um  der  Btetig  wachsenden  Nachfrage  nach  Emaillewai  en, 
der  das  eigene  im  vergangenen  Jahre  vergrößerte  Grunhainer  Werk  nicht 
mehr  genügen  konnte,  eine  höhere  Produktion  gegenüberzustellen.  Die 
Hecker  &  Sohn  A-G.  verteilte  1916—1919  Dividenden  von  10  14,  15 
und  15%,  für  1980  ergab  sich  ein  TJeberschuß  von  Jt  167  385,  dessen 
Verwendung  nicht  veröffentlicht  wurde. 

Alexanderwerk  A.  von  der  Nahmer,  A.-ft.,  Remscheid.  Die 
Gesellschaft  hat  mit  der  Firma  Aal- Werke  Heinr.  Rieger  &  Söhne,  Aalen 
(Wrttbg)  eine  Interessengemeinschaft  abgeschlossen.  Die  Aalener  Firma 
wird  unter  Beteiligung  des  Alexanderwerkes  in  eine  Aktiengesellschaft 
unter  der  Firma  .Biegerwerk,  A.-G."  umgewandelt  und  das  Alexander- 
werk übernimmt  den  Alleinverkauf  der  Fabrikate  des  Biegerwerkes. 

Deutsch- Oesterreichische  Kaolinwerke,  A.-G.,  Berlin.  Das 
Unternehmen  verzeichnet  für  das  am  31.8.  21  abgeschlossene  Geschäfts- 
jahr einen  Verlust  von  M  3603,  der  sich  um  den  Verlustvortrag  aus  1920 
auf  Ji  116006  erhöht.  —  Der  Aufsichtsrat  besteht  nunmehr  aus  Dr.  J. 
Mandl,  Frau  Geheimrat  0.  Fischer  und  Direktorstellvertreter  L.  Popper. 

Elektro-Osmöse,  A.-G.  (Graf-Schwerin-Gese'lschaft),  Berlin. 
Die  Gesellschaft  weist  in  ihrem  genehmigten  Geschäftsabschluß  vom 
30  6.  21  einen  Beingewinn  von  M  27  108  aus,  der  zusammen  mit  dem 
Gewinnvortrag  in  Gesamthöhe  von  Ji  58  760  auf  neue  Bechnung  vorge- 
tragen wird.  —  Die  Entwicklung  des  Unternehmens  ist  befriedigend. 
Es  sind  wichtige  Verhandlungen  zum  Abschloß  gelangt,  die  die  Begebung 
ausländischer  Patente  betreffen.  —  Die  Direktoren  H.  Frahm  und 
E.  Sadler  sowie  Bankier  C.  Hagen  sind  aus  dem  Ausfaicktsrat  ausge- 
schieden. 

Deutsche  Gold-  und  Silber-Scbeidfanstalt,  vor».  Bössler, 
Frankfurt  a.  M.  Die  *.  o.  G.-V.  vom  6.  1.  21  erteilte  die  Genehmigung 
zur  K»pitalserhöbung  nm  M  60  Mill.  Stammaktien  auf  Ji  160  Mill. 
Die  iangen,  ab  1.  1.  22  dividendenberechtigten  Aktien  werden  von  einem 
BanhenkonBortinm  unter  Führung  der  Bank  für  Handel  und  Industrie, 
Frankfurt  a  lt.,  zu  300%  mit  der  Bedingung  übernommen,  hiervon 
Ji  40  Mill.  den  alten  Aktionären  zum  gleichen  Kurs  im  Verhältnis  2 : 1 
anzubieten.  Das  Konsortium  erhält  als  Vergütung  2Vs%-  Die  rest- 
lichen M  20  Mill.  werden  demselben  Konsortium  zum  Nennbetrag  mit 
der  Maßgabe  überlassen,  sie  im  Einvernehmen  mit  Vorstand  und  Auf- 
gichtBrat  für  den  Interessenkreis  der  Gesellschaft  zu  verwenden. 

Das  Unternehmen  ist  in  eine  Interessengemeinschaft 
mit  der  „Metallgesellschaft8  und  der  „Metallbank  und  Metallurgischen 
Gesellschaft,  A-G,  Frankfurt  a.  M  getreten. 

Bayr.  Spiegel-  und  Spiegelglasfabriken,  A.-G.,  vorm.  W.  Beck- 
mann, vorm.  Ed.  Kopfer  &  höhne,  Fürth  i.  B,  In  einer  am  11.  1. 
Btattgehabten  AufnchtBratssitzung  wurde  beschlossen,  die  seit  dem  Jahre 
1887"  bestehende  Glas-,  Spiegel-,  Holz-  und  Metallwarenfabrik  Max  Offen- 
bacher, Fürth  i.  B.,  aufzunehmen.  In  der  auf  den  9.  2  einberufenen  a.  o. 
G-V.  wird  beantragt,  das  Aktienkapital  um  Ji  3,3  Mill.  Stamm-  und 
Ji  0*8  Mill.  Vorzugs-Aktien  auf  insgesamt  Ji  18  Mill.  Stamm-  und  M 
0  6  Mill.  Vorzugs- Aktien  zu  erhöhen.  Gleichzeitig  soll  die  Zawahl  des 
Herrn  Max  Off enb  acher  in  den  Aufsichtsrat  vorgeschlagen  werden.  Die 
VorBtandschaft  der  Bayrischen  Spiegel-  und  Spiegelglasfabriken,  A.-G., 
wird  durch  Eintritt  von  bisherigen  Teilhabern  der  Firma  Offenbacher  eine 
Erweiterung  erfahren.  Ein  Bezugsrecht  der  Aktionäre  kommt  nicht  in 
Frage.   

General  -  Versammlungen. 

Annawerk,  8chamotte-  und  Tonwarenfabrik,  A.-G.,  vorm.  J.  B.  Geith, 
Oeslau :  ».  o.  G.-V.  3.  8.  22,  3  Uhr  n.,  Gesellschaftsbaus,  Coburg.  T.-O.  - 
Kapitaiseiböhung  um  Ji  3,5  MdL'  Inhaberaktien  auf  Ji  6  5  Mill. 

Glashütte  Neuwerk,  A-G.,  Berlin:  a.  o.  G.-V.  28.  1.  22,  11  Uhr  v., 
Sitzung»Baal  des  Vereinßhauses  Deutscher  Ingenieure,  Berlin  NW.  7. 
T-O. :  Kapitalserhöhung  um  Ji  10  Mill.  Inhaberaktien  auf  Ji  20  Mill. 

Glasfabrik,  A.-G.,  Brockwitz:  a.  o.  G.-V.  4.  2.  22,  3l/2  Uhr  n., 
Gasthof  znm  Goldenen  Löwen,  Meißen.  T.-O.:  Kapitalserhöhung  auf 
M  7,5  Mil).;  Satzungsänderungen. 

Eeinstrom  &  Pilz,  A.-G  ,  Schwarzenberg :  o.  G.-V.  11.  2.  22.  11  Uhr 
v.,  Commerz-  und  Privat-Bank,  A.-G.,  Filiale  Leipzig.  T.-O. :  u.  a.  Kapitals- 
erhöaung  *m  Jt  2,5  Mill.  Inhaberaktien. 


Messen  und  Ausstellungen. 

Die  Jahressehau  Deutscher  Arbeit  Dresden  1922  hat  bekannt- 
lich vom  Sächsischen  Ministerium  des  Innern  die  Genehmigung  erhalten, 
während  ihrer  diesjährigen  Ausstellung  (1.  6.  bis  15.  9.)  eine  Geld- 
lotterie von  500  000  Losen  zu  je  Ji  3  zu  veranstalten.  Einem  Beschluß 
der  AnsstellungBleitung  zufolge  soll  die  Büekseite  der  Lose  für  Beklame- 
zwecke  verwandt  werden.  Interessenten  erfahren  näheres  bei  der 
Geschäftsstelle  der  Jahresschau  im  Verwaltungsgebäude  des  Städtischen 
AuBBtellungspalastes,  Dreeden-A.,  Lennestr.  3. 

Schweden  nnd  die  Deutsche  Gewerbescbau  München  1922.  In 
Schweden,  insbesondere  in  den  Kreisen  des  Handels  und  des  Gewerbes,  zeigt 
sich  ein  lebhaftes  Interesse  für  die  Deutsche  Gewerbeachau.  Zahlreiche 
Anfragen  an  die  Ausstellungsleitung  lassen  einen  regen  Besuch  aus  dem 
Norden  erwarten  Um  Handwerkern,  Werkmeistern  und  Arbeitern  den 
Besuch  der  Deutschen  Gewerbeschau  zu  ermöglichen,  werden  besondere 
Studienreisen  unter  sachkundiger  Führung  von  dem  Kgl.  S c h w e d i - 
sehen  Kommerzkollegium,  einer  dem  Finanzministerium  »n- 


gegliederten  amtliehen  Stelle  für  Handel  und  Gewerbe,  veranstaltet.  Zur 
Einführung  in  Wesen  und  Ziele  der  Deutschen  Gewerbeschau  wurden  von 
der  Ausstellungsleitung  eine  größere  Anzahl  von  Druckschriften  dem 
Kommerzkollegium  zur  Verteilung  an  die  Interessenten  übermittelt. 


Soziale  Bewegung. 


Lohnzahlung  bei  sportlichem  Unfall.  Eine  bedeutsame  Ent- 
scheidung fällte  der  Tarifansschuß  für  Arbeiterfragen  in  der  Eeichsschatz- 
verwaltung.  Ir  bestimmte,  daß  Arbeitern,  die  bei  sportlichen  Uebungen 
verunglücken,  der  Lohn  unter  Abzug  reichsgesetzlicher  Leistungen  weiter- 
zuzahlen ist,  da  der  Sport  nicht  eine  vorsätzliche  Selbstbeschädigung 
oder  ein  vertragswidriges  Verhalten  darstellt. 


Verbände. 

Die  Vereinigten  Steingutfabriken  haben  den  bestehenden  Auf- 
schlag auf  die  Grundpreise  abermals  um  33V3%  erhöht,  und  zwar  frei- 
bleibend. Sämtliche  Steingutfabriken  sind  so  stark  beschäftigt,  daß  neue 
Aufträge  nur  mit  Lief erungB vorbehält  angenommen  werden  können. 

Der  Verband  deutscher  Flaschenfabrikanten  erhöhte  die  Verkaufs- 
preise mit  Bückwirkung  auf  Dezember  durch  Hinaufsetzung  der  Teuerungs- 
aufschläge auf  die  Grundpreise  um  300  °/». 


Firmenregister. 

Deutschland. 

Werra  Porzellanfabrik,  A.-G.,  Bremen.  Betrieb  einer  Porzellanfabrik 
in  Meiningen,  Handel  mit  deren  Erzeugnissen  und  Beteiligung  an  ein- 
schlägigen Unternehmen.  Grundkapital:  Ji  3  Mill.  Vorstand  ist  Kauf- 
mann Leo  Freudenberg.  Die  Gründer,  welche  Bämtliche  Aktien  über- 
nommen haben,  sind  die  Bankiers  C.  Lehning  und  G.  H.  Bohlken,  die 
Kaufleute  L.  Freudenberg  und  C.  Grevecke  und  die  Firma  Friedr.  Schwab 
&  Co.,  Meiningen.   Den  Aufsichtsrat  bilden  die  Bankiers  C  Lehning  und 

G.  H.' Bohlken  und  die  Kaufleute  C.  Grevecke  und  K.  Warnecke. 
Porzellanfabrik    Königszelt,    Köoigszelt.      Die  Kapitalserhöhung 

um  M  1,5  Mill.  Vorzugs-  und  M  1,5  Mill.  Stammaktien  auf  Ji  7  Mill. 
ist  erfolgt.    Ausgabekurs  100  bezw.  150  %. 

Niedersachsenwerke,  A.-G.,  Lamspringe.  Fabrikation  und  Verwertung 
von  Porzellan  und  elektrischen  Bedarfsartikeln,  insbesondere  Fortbetrieb 
des  bisher  unter  der  Firma  Norddeutsche  Handelsgesellschaft  Mackenthun 
&  Co.,  Lamspringe,  betriebenen  Fabrikationsgeschäftes.  Grundkapital: 
Ji  3  Mill.  Vorstandsmitglieder  sind  Fabrikbesitzer  Heinz- Julius  Macken- 
thun mit  selbständiger  Vertretungsbefugnis,  Kaufmann  Cart  Zickert  und 
Oberingenieur  Max  Winzer,  die  nur  beide  gemeinschaftlich  oder  einzeln 
mit  einem  der  drei  Prokuristen,  Kaufmann  Adolf  Hildebrandt,  Ingenieur 
Eobert  Geese  und  Kaufmann  Karl  Baue,  vertretungsbefugt  Bind  Die 
Gründer,  die  sämtliche  Aktien  übernommen  haben,  sind  Fabrikbesitzer 

H.  J.  Mackenthun,  dessen  Frau  Emmy  geb.  Hildebrandt,  Fabrikant 
Fr.  Mackenthun,  dessen  Frau  Sophie  geb.  Hövermann  und  die  Ehefrau  des 
lug  A.  Mackenthun,  Johanna  geb.  Brune.  Den  Aufüichtsrat  bilden  Bsntner 
Fr.  Mackenthun,  Frau  S.  Mackenthun,  geb.  Hövermann,  und  Frau 
E.  Mackenthun,  geb.  Hildebrandt. 

Porzellanfabrik  Eauenstein,  vorm.  Fr.  Chr.  Greiner  und  Söhne,  A.-G., 
Bauenstein.  Die  Kapitalserhöhung  um  Ji  0,75  MdL  Vorzugsaktien  auf 
Ji  2,75  Mill.  ist  durchgeführt. 

Czuday  Werke,  G.  m.  b.  H.,  Bosdzin-Schoppinitz,  Schoppinitz.  Her- 
stellung und  Vertrieb  von  elektrischen  Gebrauchsgegenständen  und  Bs- 
darfsartikeln  aller  Art  und  gewerbliche  Verwertung  der  von  Josef  Czuday 
angemeldeten  und  bereits  erteilten  und  noch  zu  erteilenden  Gebrauchs- 
muster und  sonstigen  Schutzrechte.  Stammkapital:  Ji  150  000  Geschäfts- 
führer sind  Kaufmann  Bichard  Czudsy,  Techniker  Josef  Czuday,  Landwirt 
Georg  Fischer  und  Brauereibesitzer  Alexander  Plaschke.  Sie  sind  nur  ge- 
meinsam zu  je  zweien  vertretungsbefugt. 

Bosenthal  Porzellanfabrik  vorm.  Jacob  Zeidler  &  Co.,  Bahnhof  Selb. 
Die  Prokura  des  Gustav  Lentner  und  Otto  Pohlhaus  ist  erloschen.  Kauf- 
mann Max  Johne  hat  Prokura. 

Porzellanfabrik  Weidenberg,  G.  m.  b.  H,  Weidenberg.  An  Stelle 
des  ausgeschiedenen  Felix  Schuricht  wurde  als  Geschäftsführer  Keramiker 
Adolf  Anton  Schmidt  bestellt. 

Norddeutsche  Steinzeugwerke  Gebr.  Muhle,  Bremen.  Der  Sitz  der 
Firma  ist  von  Ummeln  nach  Bremen  verlegt.  Persönlich  haftende  Gesell- 
schafter sind  die  Kaufleute  Georg  Carpzow,  Ernst  Julius  Muhle  und 
August  Louis  Mahle. 

Ofen-,  Porzellan-  und  Tonwarenfabrik  Mügeln,  G.  m.  b.  H.,  Mügeln. 
Das  Stammkapital  ist  um  Ji  0,6  Mill.  auf  M  1,8  Mill.  erhöht  worden. 

Walther  Ortel,  Niederlößnitzer  Kunst-Töpferei,  Niederlößnitz.  Die 
Firma  ist  erloschen. 

Freymuth  &  Co.,  Dampfziegelei  und  Schamottewerke  Könnern,  G.  m. 
b.  H.,  Könnern.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst.  Liquidator  ist  Kauf- 
mann Albert  Vasel. 

Ziegel-  und  Schamotte-Werke,  A-G.,  Könnern.  Uebernahme  und 
Fortführung  der  unter  der  vorgenannten  Firma  betriebenen  Ziegelei  und 
Schamottefabrik,  Handel  mit  Waren  gleicher  oder  ähnlicher  Art  sowie  mit 
Bohstoffen  nnd  Beteiligung  an  Unternehmungen  verwandter  Art.  Grund- 
kapital: Ji  1  Mill.  Alleiniges  Vorstandsmitglied  ist  Maurermeister  Wilh. 
Freymuth.  Die  Gründer,  die  sämtliche  Aktien  übernommen  haben,  sind 
Maurermeister  W.  Freymuth,  Kaufmann  A.  Vasel,  Freymuth  &  Co., 
Dampfziegelei  und  Schamottewerk  Könnern,  G.  m.  b.  H  ,  Bankier  B.  Wagner, 
Bankdirektor  F.  Heinrich,  Dr.  phil.  M.  Oels,  Kaufmann  W.  Hausburg, 
Bankier  H.  Sachs,  Bankprokuriit  Dr.  jur.  W.  Brttgmann  und  Dr.  L.  Gutmann, 


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SPRECH  SAAL  —  COBURO- 


1922.  (65 Jahrgang.) 


Die  Mitglieder  des  Aufsiehtsrats  sind  Kaufmann  A.  Vasel,  Bankier 
R  Wagner,  Bankdirektor  F.  Heinrich  und  Dr.  phil.  M.  Oels 

Ludwig  Stecher,  Ton-  und  Zementwarenfabrik,  Heilbronn,  Neckar. 
Die  Firma  ist  infolge  Geschäftsaufgabe  erloschen. 

Rheinische  Schamotte-  und  Dinaswerke,  Ottweiler.  Die  Prokura  des 
Direktors  Hans  Brandt  ist  erloschen. 

Deutsch- Amerikanische  Schmirgelwerke,  A.G.,  Berlin  (Schulzen- 
dorfer Str.  19).  Herstellung  und  Vertrieb  aller  der  Schleif-  und  Mahl- 
industrie dienenden  Erzeugnisse,  Pacht,  Beteiligung,  Raufe  und  Verkäufe 
von  beziehungsweise  bei  gleichen  oder  ähnlichen  Unternehmungen;  Handel 
mit  deren  Produkten  sowie  Verarbeitung  derselben ;  Erwerb  und  Verwer- 
tung einschlägiger  Patente  und  Schutzrechte.  Grundkapital:  M  3,75  Mill. 
Vorstandsmitglieder  sind  die  Dipl.-Ing.  Ludwig  Lewissohn  und  Siegfried 
Croner  und  Betriebsdirektor  Paul  Schultke.  Die  Gründer,  die  sämtliche  Aktien 
übernommen  haben,  sind  die  Kaufleute  S.  Levy  und  C.  Herzog,  Prokurist 
H  Johnsen,  Dr.  jGr.  und  rer.  pol.  A.  Barbanel  und  Ing.  Fr.  Rädlich  Den 
ersten  Aufsichtsrat  bilden  Rechtsanwalt  Dr.  J.  Levy,  Vors.,  Bankier  L 
Michels,  stellv.  Vors.,  Ing.  R.  Maaß  und  Dipl.-Ing.  H.  J  Remak. 

C.  Wenck  &  Co.,  G.  m.  b.  H.,  Karlshafen.  An  Stelle  der  aus- 
geschiedenen Fabrikbesitzer  Theo  Warnecke  und  Carl  Wenck  d.  J.  wurde 
als  alleiniger  Geschäftsführer  Fabrikbesitzer  Carl  Krebs  bestellt. 

A.-G.  Champagnerflaschenfabrik,  vorm.  Georg  Boehringer  &  Cie., 
Achern.  Die  Kapitalserhöhung  um  Ji  2  Mill.  Stammaktien  auf  M  3  Mill. 
ist  durchgeführt.   Ausgabekars  100  °/0. 

F.  Seidensticker  &  Co.,  Bad  Driburg  i.  W.  Das  Glasfabrikations- 
geschäft wird  künftig  unter  der  Firma  „F.  Seidensticker  &  Cie ,  Kommandit- 
gesellschaft" weitergeführt.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  Carl 
und  Clemens  Münstermann,  die  beide  gemeinschaftlich  oder  einzeln  in 
Gemeinschaft  mit  einem  Prokuristen  vertretungsbefdgt  sind.  Als  Komman- 
ditistin ist  Witwe  Friedrich  Münstermann  eingetreten. 

Eichhorn  &  Weis,  G.  m.  b.  H.,  Mügeln,  jetzt  Heidenau.  Das 
Stammkapital  ist  auf  Jt  500  000  erhöht  worden.  . 

Emil  Menzel,  Riesaer  Tafelglashüttenwerke,  Riesa  a.  E.  Kaufmann 
Walther  Despang  hat  Prokura. 

Norddeutsche  Spiegelfabrik  Policardo  &  Burchert,  Berlin- Weißensee. 
Pertönlich  haftende  Gesellschafter  sind  die  Kaufleute  Ernst  Policardo 
und  Otto  Burchert.    Sie  sind  nur  gemeinschaftlich  vertretungsbefugt. 

RavenFberger  Glaswaren-  und  Spiegelfabrik  Reinermann  &  Co., 
Bielefeld  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst.  Der  bisherige  Gesellschafter 
August  Reinermann  ist  alleiniger  Inhaber. 

Rast  &  Co.,  G.  m.  b.  H.,  Darmstadt  Die  Prokura  des  Kaufmanns 
Adam  Hildenbeutel  ist  erloschen. 

Gebr.  Bech,  GlaBinstramentenfabrik,  Elgersburg.  Die  Niederlassung 
ist  nach  Ilmenau  verlegt.  • 

Lausitzer  Hartglaswerke  Richard  Herzig,  Görlitz.  Die  Firma  ist 
geändert  in  „Lausitzer  Hartglasindustrie  Richard  Herzig." 

Arno  Haak,  Glastechnische  Werkstätten,  Jena.  Die  Gesellschaft  ist 
aufgelöst.  Der  bisherige  Gesellschafter  Glastechniker  Arno  Haak  ist 
alleiniger  Inhaber. 

Max  Greiner  &  Co.,  G.  m  b.  H ,  Lichtenhain.  Metallwaren-  und 
Glaswarenfabrikation  mit  Handel.  Stammkapital:  M  20  000.  Geschäfts- 
führer sind  Glaswarenfabrikant  Max  Greiner  und  Fabrikant  Rudolf  Görwitz. 

Kgl.  Bayer.  HofglaEmalerei  F.  X  Zettler,  München.  Lothar  Hafner 
hat  Prokura. 

Fritz,  Haffner  &  Cie ,  Fraulautern.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst, 
die  Firma  erloschen. 

Herner  Herdfabrik,  G.  m.  b.  H.,  Herne.  An  Stelle  des  ausge- 
schiedenen Direktors  Heinrich  Jäger  wurde  Dipl.-Ing.  Maximilian  Evendt 
zum  Geschäftsführer  bestellt. 

Emaillerie  Rousselange  &  Troentlin,  Saarlouis  2.  Persönlich 
haftende  Gesellschafter  sind  die  Fabrikbesitzer  Johann  Rousselange  und 
Charles  Troentlin. 

Leipziger  Emaillier- Werk  Carl  Hoep,  G.  m.  b.  H,  Taucha.  Die 
Vertretungsbefugnis  des  Kaufmanns  Otto  Mende  ist  beendigt.  Nun- 
mehriger Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Paul  R-  Pelz. 

Warsteiner  Gruben-  und  Hüttenwerke  zu  Warstein,  Warstein.  Der 
Gesellschaftsvertrag  ist  abgeändert  und  neu  gefaßt  worden.  Nunmehriger 
Gegenstand  des  Unternehmens  ist  Herstellung  und  Vertrieb  von  Eisen- 
fabrikaten  jeder  Art  auf  den  der  Gesellschaft  gehörigen  Werken  Sankt 
Wilhelmshüite,  Eirenhammer,  Holzhausen  und  Augustfehn  in  Oldenburg. 
Veräußerung  der  übernommenen  Gruben  und  Realitäten,  Herstellung,  Er- 
werb und  Pachtung  anderer  Hüttenanlagen  sowie  Beteiligung  und  Ueber- 
nahme  ähnlicher  Unternehmungen.  Das  Grundkapital  ist  eingeteilt  in 
Jt  6  Mill.  Stamm-  und  M  4  Mill,  Vorzugsaktien.  Kaufmann  Emil  Fachs 
hat  GeBumtprokura. 

Deutsche  Fensterglas-A  -G  ,  Berlin.  Die  Prokura  des  Richard  Dingel- 
stedt  ist  erloschen. 

Glasmanufahtur  Beuel,  G.  m.  b.  H ,  Beuel  (Sttdstr.  4).  Handel  mit 
Glatwaren  aller  Art  und  Beteiligung  an  gleichartigen  Unternehmungen. 
Stammkapital :  Ji  20  000.  Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer 
sind  Kaufmann  F.itdrich  Kalthoff  und  dessen  Ehefrau  Erika,  geb.  Wiens. 

Erich  Mohr,  Flach-  und  Hohlglas-Großhandlung,  vorm.  Eduard  Kontny, 
Glas  Vertriebe!- Büro,  G.  m.  b.  H.,  Dresden  Die  Kaufleute  Friedrich  Moritz 
Bornack  und  Oskar  Erwin  Eger  haben  Gesamtprokura. 

Conservenglasgesellschaft  Bott  &  Co.  m  b  H.,  Frankfurt  a.  M.  Die 
Kaufleute  Carl  Jaeger,  Robert  Jaeger  und  Arthur  Schlochauer  haben 
Gesamtprokura  mit  der  Maßgabe,  dati  Carl  Jaeger  sowohl  gemeinschaft- 
lich mit  K/bert  .Jaeger  als  auch  mit  Aithur  Schlochauer  zeichnungs- 
berechtigt  ist. 

Rafflenbeul  &  Löwe,  G.  m.  b.  JI.,  Hannover.  Karl  Sievers  ist  nicht 
mehr  Geschäftsführer. 


Handelsgesellschaft  für  Isolierflaschen,  G.  m.  b.  H.,  Jlmenau.  Handel 
mit  Isolierflaschen  und  Glasinstrumenten.  Stammkapital :  Jt  20  000. 
Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Albin  Paul  Schnieke. 

Glasgesellschaft  m.  b  H ,  München.f|Als  weiterer  Geschäftsführer 
wurde  Kaufmann  Moritz  Meyer  bestellt. 

Flaschen-Verschlußfabrik  „Comet"  Gustav  Krämer,  Stettin.  Inhaber 
ist  Kaufmann  Gustav  Krämer. 

Jacobowitz  &  Co.,  G.  m.  b.  H.,  Hannover.  Kaufmann  Simon  Moses 
wurde  zum  Geschäftsführer  bestellt  [ Seine  Prokura  ist  erloschen.  Friedrich 
Battmer  hat  Einzelprokura, 

H  Bropfe  &  Co  m.  b.  H.,  Hamburg,  Das  Stammkapital  ist  um 
Jt  3  Mill.  auf  M  5  Mill.  erhöht  worden, 

Wilhelm  Rakel,  Weißwasser,  O.-L.   Die  Firma  ist  erloschen. 

Sächsische  Kaolin-Werke,  G.  m  b.  H,  Kemmlitz.  Die  Firma  lautet 
künftig:  „Sächsische  Elektro- Osmose  Kaolinwerke.  G  m.  b.  H ,  Kemmlitz". 
Das  Stammkapital  ist  um  Ji  1,9  Mill.  auf  Jt  3,8  Mill.  erhöht  worden. 


Oesterreich. 

Hans  Fötinger,  Original  Gmundner  Tonwaren  Industrie,  G.  m.  b.  H , 
Gschwandt  (Gmunden).  Stammkapital :  K  690  000.  Gemeinsam  vertretungs- 
befugte Geschäftsführer  sind  die  Kaufleute  Franz  Haas  und  Gustav  Rieger. 

Hoffmann  &  Co.,  Salzburg.  Erzeugung  und  Vertrieb  von  Ziegeln 
und  Tonwaren.  Persönlich  haftende  Geschäftsführer  Bind  Großindustrieller 
Arthur  Krupp  und  die  Fabrikdirektoren  Hermann  Gulden,  Oscar  Hebbel 
und  Richard  Hoffmann.  Jeder  Gesellschafter  ist  selbständig  vertretungs- 
befugt. 

Deutsche  Keramikgesellschaft  m  b.  H.,  Wien.  Josef  Wosmik  hat 
Gesamtprokura. 

Ullwer  &  Bednar,  Wien.  Fabriksmäßiger  Betrieb  des  Glasschleifer- 
gewerbes. Die  Prokura  des  Laurenz  Sommer  ist  erloschen.  Laurenz 
Sommer,  Katharina  Sommer  und  Otto  Sommer  sind  als  persönlich  haftende 
Gesellschafter  eingetreten.  Jeder  Gesellschafter  ist  selbständig  vertretungs- 
befugt. 

Vereinigte  Carborundum-  und  Elektrit- Werke,  A.-G.,  Wien.  Die 
Direktoren  Alois  Hecht,  Karl  Kreß,  Dr.  Friedrich  Kaufmann  und  Berthold 
Steiner  sind  in  den  Verwaltungsrat  eingetreten. 

„Vitrum",  Handelsgesellschaft  m.  b.  H.,  Wien.  Handel  mit  Waren 
aller  Art,  insbesondere  Apothekeneinrichtungen  und  Glaswaren.  Selbständig 
vertretungsbefugter  Geschäftsführer  ist  Josef  Lang. 


Tschechoslowakien. 

Ing.  Fritsch  &  Weidermann,  Porzellanfabrik,  Altrohlau.  Persönlich 
luftende  Gesellschafter  sind  lug.  Julius  Fritsch,  Albertine  Fritsch,  Aloisia 
Bendel  und  Karl  Weidermann. 

H.  Wehinger  &  Comp.,  A.-G.,  Horn  bei  Elbogen.  Erzeugung  von 
Porzellanwaren  jeder  Art.  Aktienkapital:  Kr.  1,3  Mill.  Verwaltungsrats- 
mitglieder sind  JUDr.  Oswald  Koehler,  Heinrich  Wehinger,  Emil  Fehres, 
JUDr.  Berthold  Knöpfelmacher  und  Bertha  Köhler.  Fritz  Wehinger  und 
Anton  Hahn  haben  Gesamtprokura. 

Epiag,  Erste  böhmische  Porzellanindustrie,  A.-G.,  Karlsbad.  An  Stelle 
der  ausgeschiedenen  Dr.  Karl  Belek  und  Dr.  Adolf  Müller  wurden  Johann 
Nowotny,  Franz  Hanns  und  Heinrich  Mastälka  in  den  Verwaltungsrat 
berufen.  Präsident:  Johann  Nowotny.  Vizepräsident:  Dr.  Karl  Batek. 
Vorsitzenderstellvertreter:  Dr.  Adolf  Müller  und  Alfred  Müller.  Direktor: 
Emil  Lettner. 

A.  Striel,  Gablonz  a.  N.  Glas-  und  Metallwarenfabrik.  Inhaber  ist 
Abraham  Striel. 

Bruno  Endler  &  Co.,  Lautschnei.  Glaswarenerzengung,  Glasschleiferei 
und  Export.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  Bruno  Endler  und 
Emil  Ernst  Posselt.    Franz  Krans  hat  Prokura,  i 

Feix  &  Co.,  Morchenstern.  Erzeugung  und  Export  Gablonzer  Er- 
zeugnisse.  Persönlich  haftende'Gesellschafter  sind  Rudolf  und  Otto  Feix. 

„Vitrea",  spolecnost  skelnych  huti,  Bpol  s.  r.  o.,  Prag.  („Vitrea", 
Gesellschaft  für  Glashütten,  G.  m.  b.  H,  Prag.)  Vaclav  Müller  und  Richard 
Wagner  haben  Gesamtprokura. 

Jugoslawien. 

Simo  i  Gojko  Pavlovic,  Duvno,  Bosnien.  Manufaktur-,  Glas-  und 
Eisenwaren. 

„Kristal"  druzba  z.  o.  z,,  Maribor.  Erzeugung  von  Spiegeln  und 
allen  ähnlichen  Gegenständen,  farbigem  und  geschliffenem  Glas,  Glas-  und 
Schmirgelpapier.    Als  Geschäftsführer  wurde  Karel  Robaus  besteilt. 


Fragekasten  des  Sprechsaal. 

Keramik. 

I,  Ist  es  unbedingt  nötig,  daß  bei  einem  Ofen  mit  direkter  Feuerung 
(11  cbm  Inhalt,  5  Feuerungen)  während  der  ganzen  Zeit  des  Vor f euer s 
beide  Brenner  den  Ofen  bedienen  oder  ist  es  angängig,  wenn  die  ersten 
4 — 5  Stunden  nw  ein  Brenner  tätig  ist  und  nachher  beide  Brenner  zu- 
sammen weiter  brennen?  Wir  fabrizieren  elektrotechnische  Stanzartikel 
und  brennen  bei  SK  14  ab;  wie  lange  sollte  das  Brennen  höchstens 
dauern,  wenn  vom  Anfang  bis  zum  Ende  mit  Zwickauer  Steinkohle  ge- 
brannt wird?  Wie  schützt  man  am  besten  die  Kapselstöße,  die  von  den 
aus  den  Feuerungen  herausschlagenden  Flammen  direkt  getroffen  werden? 

Erste  Antwort:  Wenn  Kohlen  bereit  liegen,  so  Kann  ein  Brenner 
das  Vorfener  bei  nur  fünf  Feuerungen  ohne  besondere  Anstrengung  allein 


1922.  (56.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  3 


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bedienen.  Sollten  Sie  für  den  zweiten  Brenner  während  dieser  4—5  Stunden 
keine  andere  ausreichende  Beschäftigung  haben,  so  lassen  Sie  die  beiden 
Brenner  das  Vorfeuer  bei  jedem  Brande  abwechselnd  bedienen,  denn  es 
handelt  sich  in  diesem  Falle  doch  sicher  darum,  daß  dem  einen  Brenner  die 
Stundenlöhne  nicht  verloren  gehen,  die  dem  anderen  zu  gute  kommen 
Früher  war  es  so,  daß  während  des  Vorfeuers  noch  andere  Arbeiten  mit 
verrichtet  wurden,  was  wohl  auch  heute  noch  geschehen  könnte.  Die 
Brenndauer  für  die  Erreichung  von  SK  14  dürfte  24—28  Stunden  nicht 
überschreiten;  ist  sie  länger,  so  ist  die  Bauart  des  Ofens  wahrscheinlich 
daran  schuld.  Die  noimale  Brenndauer  für  einen  fünfachürigen  Porzellan- 
ofen ist  22—24  Stunden.  Die  Kapselstöße  schützt  man  gegen  die  aus  den 
.Feuerungen  herausschlagenden  Flammen  am  besten  durch  Schamotteschirme, 
die  an  den  betreffenden  Stellen  vorgesetzt  werden.  Verwendet  mau  auch 
kleine  15er  oder  20er  Kapseln,  so  setzt  man  diese  an  die  Feuereintritts- 
stellen. Derartige  Kapseln  sind  viel  widerstandsfähiger  als  große,  und  es 
ist  daher  weniger  za  befürchten,  daß  an  den  betreffenden  Stellen  die 
Kapselstöße  sich  neigen  oder  zusammenfallen. 

Zweite  Antwort:  Jener  Chinese,  der  im  Reiche  der  Mitte  den 
ersten  Porzellanofen  ansteckte,  war  jedenfalls  ein  ebenso  schlauer,  als  auf 
seine  Bf  quemlichkeit  bedachter  Mann.  Er  stopfte,  als  die  Sache  los  ging, 
in  die  Feuerkästen  hinein,  was  irgend  möglich  war,  brannte  an  und  legte 
sich  an  einer  warmen  Stelle  zu  süßem  Schlummer  nieder.  Diese  Methode 
fand  begreiflicher  Weise  viele  Anhänger  umso  mehr,  als  mau  zu  jener 
Zeit  noch  keine  Ingenieur-Gesellschaft  für  Wärmewirtschaft  kannte  und 
demgemäß  die  nötige  Aufklärung  über  das  Fehlerhafte  solcher  Schürweise 
mangelte.  So  erbte  Bich  denn  dieser  Gebrauch  von  Geschlecht  zu  Geschlecht 
fort  und,  wenn  Sie  Ihre  Oefen  auch  nach  diesem  Rezept  brennen,  genügt  für 
die  erBten  5  Stunden  ein  Brenner.  Wenn  Sie  aber  die  Oefen  so  brennen,  wie 
es  sich  gehört,  d.  h.  die  Roste  von  Anfang  an  nicht  höher  als  12—15  cm 
mit  Kohle  bedecken  lassen  und  die  jeweilige  Neuaufgabe  von  Brenn- 
material dem  Fortscbreiten  des  Ofens  anpassen,  dann  haben  2  Leute  voll 
zu  tun.  Bei  Verwendung  von  Zwickauer  Steinkohle  darf  ein  Brand  bei 
der  angegebenen  Ofengröße  12—14  Stunden  dauern.  Um  die  Kapseln 
gegen  das  direkt  anprallende  Feuer  zu  Bchützen,  bestreichen  Sie  die  am 
Feuereintritt  befindlichen  Stellen  am  zweckmäßigsten  etwa  fingerdick  mit 
Kapselmasse,  oder  Sie  stellen  eine  entsprechend  geformte  Schamotteplatte 
vor  die  Kapselstöße. 

Dritte  Antwort.  Das  Vorfeuer  eines  kleinen  Ofens  verlangt  so 
wenig  Arbeit,  daß  die  ersten  5  Stunden  ein  Brenner  damit  fertig  wird. 
Die  Bi  enndauer  Ihres  Ofens  dürfte  bei  normalem  Gang  höchstens  20  Stun- 
den betragen;  ungünstige  Witterung,  z.  B.  niedriger  Barometerstand  mit 
Regen  und  Wind  können  den  Ofen  sehr  beeinträchtigen  und  die  Brenn- 
dauer um  einige  Stunden  verlängern.  Die  Lage  der  Fabrik  ist  dabei 
wesentlich.  Zwickauer  Kohlen  von  Anfang  an  zu  brennen,  halte  ich  für 
nicht  angebracht.  Das  Vorfeuer  darf  nicht  tibereilt  werden,  denn  dadurch 
entsteht  leicht  ein  ungleicher  Ofen,  d.  h.  die  Mitte  des  Ofens  könnte  in 
der  Temperatur  mit  den  äußeren  Kapselreihen  auch  nicht  annähernd  über- 
einstimmen, und  die  Folgen  davon  wären  ein  verschiedener  Scherben  und 
eine  verschiedene  Schwindung.  Kapseln,  die  dem  direkten  Feuer  ausge- 
setzt sind,  schützt  man  vorteilhaft  durch  sog.  Schutzringe,  d.  s.  gedrehte, 
etwa  20  cm  hohe,  4  cm  starke  Ringe  aus  erstklassigem  Kapselmaterial, 
die  dem  Durchmesser  der  Kapseln  angepaßt  sind.  Diese  Ringe  werden, 
wenn  Bie  etwas  hart  geworden  sind,  in  zwei  Halbkreise  zerschnitten,  die 
den  Kapseln  vorgesetzt  werden. 

Vierte  Antwort:  Bei  Ihrem  Ofen  kommen  auf  eine  Feuerung 
gerade  2*/j  cbm  Brennranm,  während  bei  den  üblichen  Rundöfen  auf  eine 
Feuerung  etwa  7  cbm  Brennraum  kommen.  Diese  echtschurigen  Randöfen 
erfordern  etwa  200  Ztr.  gemischte  Stein-  und  Braunkohle,  so  daß  auf  eine 
Feuerung  etwa  25  Ztr  Kohlen  während  eines  Brandes  aufgeschüttet  werden. 
Dazu  sind  tiberall  nur  zwei  Mann  zur  Bedienung  nötig,  bo  daß  Sie  sich 
hiernach  ausrechnen  können,  welches  Quantnm  Kohle  Ihre  Brenner  bei 
Ihrem  Ofen  bei  einem  bezw.  zwei  Mann  Bedienung  zu  bewältigen  haben. 
Ihre  Feuerungen  sind  offenbar  im  Verhältnis  zum  Inhalt  des  Ofens  ziemlich 
klein,  so  daß  nur  mit  kleinen  Aufwarfmengen  zu  rechnen  ist.  Daher 
dürfte  das  Auf  werfen  weniger  Arbeitskraft  erfordern,  und  ein  Mann  könnte 
dafür  genügen,  wenn  die  Kohlen  an  Ort  und  Stelle  lagern  und  nicht  erst 
weit  herangebracht  werden  müssen.  Richtig  ist,  daß  das  Aufwärmen  nur 
wenig  Bedienung  verlangt  und  ein  Mann  diese  Arbeit  bequem  leisten  kann, 
bis  das  Scharf  brenne*  beginnt;  man  nimmt  aber  gewöhnlich  zwei  Mann 
zum  Brennen  der  8-schtirigen  Oefen  während  der  Nacht,  um  dadurch  das 
Einschlafen  des  einzelnen  Mannes  zu  verhindern  und  die  Feuerführung 
sicherer  zu  gestalten.  Wie  lange  Sie  bei  Ihrem  Ofen  brennen  müssen, 
läßt  sieb,  ohne  den  letzteren  zu  kennen,  nicht  genau  beantworten.  Kleinere 
Randöfen  mit  direkter  Feuerung  dürften  nur  12—14  Stunden  Brennzeit 
erfordern,  wenn  sie  richtig  konstruiert  sind.  Die  Kapselstöße  an  den 
Feuerungen  schützt  man  gegen  den  Anprall  der  einströmenden  Flammen 
durch  sogenannte  Feuer  Wächter,  starke  gerundete  Platten,  die  vor  die 
Stöße  gestellt  werden.  Es  scheint,  daß  Ihre  Brenntechnik  noch  in  den 
Kinderschuhen  steckt,  da  jeder  tüchtige  Porzellanbrenner  sich  selbst  zu 
helfen  wüßte. 

Fünfte  Antwort:  Ihre  Ansicht,  daß  während  der  ganzen  Zeit 
des  Vorfeuers  nur  1  Brenner  nötig  ist,  ist  richtig,  vorausgesetzt,  daß  sich 
die  Kohle  in  nächster  Nähe  des  Ofens  befindet  Beobacnten  Sie  einmal 
Ihre  beiden  Brenner  von  Anfang  bis  zu  Ende  des  Brandes,  und  Sie 
werden  sehen,  daß  sie,  ausgenommen  während  des  Schlackens,  nicht  voll 
beschäftigt  sind.  Treffen  Sie  Vorsorge,  daß  die  Kohle  am  Ofen  liegt, 
und  1  Brenner  kann  den  kleinen  Ofen  allein  brennen.  Die  Brenndauer 
dieses  Ofens  kann  höchstens  15  Stunden  betragen,  da  Sie  sicherlich  keine 
großen  Stanzartikel  brennen.  Ihre  Kapseln  vor  den  aus  den  Feuerangen 
herausschlagenden  Flammen  zu  schützen,  gibt  es  kein  Mittel.  Bai  großen 
Oefen  schützt  man  große  Kapseln  dadurch,  daß  man  kleine  Kapseln  an 
die  Feuerungen  stellt,  doch  ist  dies  bei  Ihrem  Ofen  nicht  ratsam,  da 
dadurch  der  Ftillraum,  der  an  sich  schon  sehr  klein  ist,  nur  noch  mehr 
herabgemindert  würde.  .  .    .....  , 

Sechste  Antwort:  In  der  Industrie  ist  es  allgemein  üblich, 
daß  zwei  Brenner  den  Ofen  Bchtiren:  Einer  wirft  die  Kohle  in  die 
Feuerung,  der  andere  ebnet  Bie.   Muß  ein  Brenner  die  Kohle  aufwerfen, 


die  Schaufel  oder  den  Kasten  beiseite  stellen  und  dann  den  Rost  ebnen, 
so  ist  das  für  den  Mann  sehr  umständlich  und  unpraktisch  und  an  Am 
4—5  Stunden  wird  nicht  viel  erspart  Eia  11  cbm-Ofen  müßte  in  20 
Stunden  auf  SK  14  gebracht  sein.  Die  Dauer  hängt  davon  ab,  wie  ge- 
brannt wird;  lassen  Sie  alle  Vorschüren  flammenfrei  niederbrennen  bis 
SK  02  a  oder  3  a  und  brennen  Sie  auch  alle  Glattschüreu  flammenfrei 
nieder,  so  ist  der  Brand  normal  und  kann  nicht  verkürzt  werden.  Die 
Brenndauer  kann  man  nur  bei  einem  18  m  hohen  Schlot  verkürzen,  wenn 
man  von  der  8.  Sahtire  au  bis  zum  Vorfeuerende  durch  Aufgabe  von 
4X42  Pfand  Kohle  den  Brand  treibt;  um  6—8  Stunden  wird  er  dadurch 
verkürzt.  Die  Kapseln  schützt  man  dadurch  am  besten,  daß  man  nicht 
bei  SK  14  ausbrennt,  sondern  eine  Masse-  verwendet,  die  wesentlich 
niedriger  gebrannt  wird. 

Siebente  Antwort.  Den  Ofen  während  des  Vorfeuers  zu  be- 
dienen ist  bekanntlich  nicht  schwer,  und  es  wäre  daher  schon  möglieh, 
daß  ein  Brenner  einen  Ofen  mit  5  Feuerungen  bedienen  könnte.  Aller- 
dings müßte  dafür  ges  rgt  werien,  daß  vor  j ädern  Feuerloch  das  ent- 
sprechende Qiantam  Kohle  zur  Hand  wäre.  Sie  benötigen  doch  eigent- 
lich auch  nur  einen  Brenner  zum  Scharffeaer  und  höchstens  einen  Hilfs- 
brenner;  verantwortlich  ist  jedenfalls  bloß  der  Scharf  branner.  Zwickau** 
Steinkohlen  werden  meistenteils  zum  Seharffeaer  verwendet,  wo  sie  aller- 
dings ziemlich  rationell  wirken,  doch  kommt  es  dabei  aach  sehr  viel  auf  t 
die  Brandführung  au.  Immerhin  dürfte  der  Brand  bei  Ihrem  Ofan  zwischen 
18 — 24  Stunden  dauern.  U na  die  Kapselstöße  vor  den  herausschlagenden 
Flammen  zu  schützen,  empfiehlt  es  sich,  eins  Schutzwand  aus  Sehanvotte- 
masse  herzustellen,  indem  man  3  Sjchamotteplatten  so  zusammensetzt, 
daß  ßie  etwa  1U  m  über  die  Feuerungen  hinausstehen  uud  dadurch  die 
Fiammen  zwingen,  sich  zu  zerteilen. 

Achte  Antwort:  Die  Bedienung  eines  kleinen  Ofens  kann  ein 
Brenner  ganz  allein  besorgen,  vorausgesetzt,  daß  ihm  die  Kohle,  die  für 
einen  Brand  gebraucht  wird,  vorher  zwischen  je  zwei  Feuerungen  zugefahren 
wird.  Die  Brenndauer  kann  nicht  18—19  Stunden  übersteigen,  so  daß 
ein  Mann  das  Vorfeuer  (ungefähr  9—10  Stunden  lang)  durchfahrt  und  von 
da  ab  der  eigentliche  Brenner  den  Glattbrand  übernimmt.  Sollten  sich 
dazwischen  irgend  welche  Handgriffe  notwendig  machen,  wie  das  Ab- 
schlackeu  oder  Ziehen  der  Proben,  so  kann  hierza  ein  Mann  von  dem 
Brennhauspersonal  zeitweilig  beordert  werden. 

Neunte  Antwort:  Bei  Ihrem  kleinen  Ofen  genügt  es  voll- 
kommen, wenn  die  ersten  4—5  Standen  nur  ein  Brenner  tätig  ist;  denn 
es  handelt  sich  doch  zunächst  nur  um  das  Aastreiben  der  Feuchtigkeit 
bezw.  des  chemisch  gebundenen  Wassers,  was  durch  Aafrechterhaltang 
einer  nur  kleinen  Flamme  zu  erreichen  ist.  Nach  dem  Niederfallen  des 
SK  07  a  kann  etwas  flotter  gebrannt  werden  bis  zum  Schmelzpaukt  des 
SK  02  a  und  erst  von  jetzt  ab,  beim  Uebergang  zum  Vollfeuer,  ist  die  Hinzu- 
ziehung eines  zweiten  Brenners  empfehlenswert.  Die  Wirkungs?one  einer 
Feuerung  erstreckt  sich  bei  Porzellan  auf  etwa  6—8  cbm  Setzraam;  waram 
Sie  also  bei  einem  Brennranm  von  nur  11  cbm  Inhalt  5  Feuerungen  angebracht 
haben,  ist  unverständlich ;  nicht  nur  das  Mauerwerk  des  Ofens  wird  hier- 
durch in  ganz  unnötiger  Weiss  geschwächt,  Sie  jagen  auch  eine  gewaltige 
Menge  ungenützten  Brennstoff  zum  Sehlot  hinaus.  Ich  schlage  Ianen  vor, 
wenigstens  2  Feuerangen  zuzumauern.  Um  die  KapaelstöUe  vor  der 
direkten  Berührung  der  aus  den  Feuerungen  herausschlagenden  Fiammen 
zu  schützen;  umgibt  man  die  Feuerungen  mit  aus  feuerfesten  Steinen 
hergestellten  etwa  80  cm  hohen  und  1j2  Stein  starken  Feuerschirmen. 

2.  Welchen  Einfluß  übt  milchiger  norwegischer  (finnischer)  Ftldspat 
auf  die  Glasur  aus  gegenüber  dem  glasigen  norwegischen? 

Erste  Antwort.  Da  der  finnische  Feldspat  milchig  erscheint,  so 
ist  dies  ein  Beweis,  daß  er  Qaarz  enthält;  infolgedessen  ist  auch  die  An- 
nahme berechtigt,  daß  dieser  Feldspat  schwerflüssiger  ist  als  ein  glasiger 
und  daher  auch  die  Glasur  etwas  strengflüssiger  machen  wird.  Sie  müssen 
also  unter  Zahilfenahme  der  Analysen  ausrechnen,  wieviel  Feldspat  von 
der  milchigen  Sorte  mehr  zn  nehmen  ist  als  von  der  glasigen,  anderer- 
seits aber  auch,  wieviel  Qaarz  wegzulassen  ist,  nachdem  durch  den  milcaigen 
Feldspat  Qaarz  in  den  Versatz  eingeführt  wird.  Sie  hätten  vor  allem  die 
Analysen  der  in  Frage  stehenden  Feldspate  mitteilen  sollen. 

Zweite  Antwort:  Infolge  seines  milchigen  Aussehens  wird 
der  finnische  Spat  die  Glasur  trüben,  d.  h.  er  nimmt  iar  das  harte,  glasige 
Ansehen,  gibt  ihr  einen  weicheren,  wärmeren  Ton.  Da  die  Trübung  aber 
durch  Bestandteile,  die  sich  im  Feuer  nicht  lösen,  durch  Qaarz  oder  Ton- 
substanz hervorgerufen  wird,  so  muß  die  Flußwirkung  dieses  Spates 
etwas  geringer  sein  als  die  des  norwegischen,  weshalb  vor  Einführung 
des  Materials  auszuprobieren  ist,  ob  etwa  der  Zusatz  zur  Glasur  er- 
höht werden  muß. 

Dritte  Antwort:  Milchiger  norwegischer  Feldspat  erhöht 
die  Gartemperatur  und  verleiht  der  Glasur  einen  angenehmen,  warmen 
Ton.  Glasiger  Spat  dagegen  braucht  weniger  Feuer  und  eignet  sich  für 
Unterglasur-Malereien ;  das  Aussehen  der  Glasur  ist  aufdringlich  und  kalt. 
Vierte  Antwort:  Feldspat  mit  milchigem  Aussehen  ist  immer 
1  etwas  weichfldssiger  als  der  glasige  Feldspat  und  dementsprechend  wird 
auch  die  damit  hergestellte  Glasur  weichfldssiger.  Der  glasige  Feldspat 
erteilt  aber  der  Glasur  einen  höheren  Glanz  als  der  milchige,  so  daß 
Porzellan-Glasuren  damit  schöner  werden.  Man  nimmt  deshalb  den 
milchigen  Feldspat  gewöhnlich  lieber  zur  Masse  und  den  glasigen  zur 
Glasur. 

Fünfte  Antwort:  Wenn  Sie  vor  Aufgabe  Ihrer  Frage  Ver- 
suche gemacht  hätten,  so  würden  Sie  sich  selbst  die  Antwort  geoen  köanen. 
Sie  können  getrost  finnischen  Feldspat  in  Porzellauglasuren  anstelle  des 
norwegischen  verwenden,  wenn  Ihre  Glasur  nach  der  Analyse  der  Feld- 
spate umgerechnet  wurde.  Bei  Steingutglasnren,  die  Unterglasurfarben 
günstig  beeiuflassen  sollen,  kann  dieser  Faidspat  nur  in  geringen 
Mengen  Verwendung  fiaden.  Aber  warum  wollen  Sie  gerade  finnischen 
Feldspat  verwenden  ?  Norwegischer  Feldspat  ist  bei  dem  heutigen  Markt- 
preis schon  sehr  teuer,  uud  im  übrigen  gibf  es  in  Deutschland  auch  gute 
und  brauchbare  Feldspate  für  einen  weit  geringeren  Preis. 

Sechste  Antwort:  Der  Einfluß  eines  milchigen« Sp-ates  wird  in 
der  Glasur  kaum  zu  bemerken  sein,  es  sei- denn,  daß  Unterglasurfarben 
leicht  getrübt  werden.   Ia  der  dünnen  Lage  kommt  das  Milchige  lange 


SO  —  Nr.  3 


SPKECHSAAL -COBURG!. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


nicht  so  zur  Geltung,  wie  am  kompakten  Stttck.  Für  Weißware  ist  mir 
milchiger  Spat  lieber  als  glasiger,  weil  die  Glasur  den  Scherben  besser 
deckt,  der  immer  etwas  farbig  ist;  die  Ware  sieht  dann  weißer  aus. 

Siebente  Antwort:  Man  verwendet  norwegischen  Feldspat 
meistens  deshalb,  weil  er  von  allen  Feldspaten  wohl  der  reinste  ist  und 
am  allerbesten  die  Transparenz  fördert,  lei  Verwendung  von  milchigem 
finnischen  Feldspat  dürfte  wohl  kein  großer  Unterschied  sieh  ergeben; 
höchstens  ist  die  Transparenz  etwas  geringer,  und  die  Glasur  ähnelt 
mehr  einer  Kalkglasur. 

Achte  Antwort:  Die  Antwort  liegt  schon  in  der  Frage:  Die 
Glasur  wird  milchiger,  erscheint  getrübt  und  ist  unter  Umständen  schwerer 
schmelzbar,  weil  die  milchige  Erscheinung  zumeist  von  einem  Qaarzgehalt 
des  Feldspates  herrührt.  Es  müßte  demnach  nach  der  rationellen  Zusammen- 
setzung der  Quarzgehalt  in  die  Glasurformel  eingerechnet,  der  Feldspat- 
gehalt  dementsprechend  erhöht  werden.  Kurzerhand  kann  man  auch  den 
Kalkgehalt  der  Glasur  entsprechend  erhöhen,  um  dasselbe  Resultat  zu 
erreichen;   die  Ausgangsglasur  muß  aber  der  Segerformel  entsprechen. 

Neunte  Antwort:  Ein  wesentlicher  Unterschied  zwischen  der 
Wirkung  beider  Spate  besteht  nicht;  die  Trübung  dürfte  auf  das  Vor- 
handensein geringer  Mengen  Flußspats  zurückzuführen  sein,  der  zuweilen 
im  Feldspat  eingesprengt  ist. 

3.  Woher  kommt  es,  daß  bei  weißer  Schmelzware  die  Glasur  bis- 
weilen eine  rötliehe  Färbung  annimmt  trotz  normaler  Glusurstärke? 

Erste  Antwort:  Wenn  Sie  davon  überzeugt  sind,  daß  die  Glasur 
immer  in  der  gleichen  Konsistenz  zur  Verarbeitung  gelangt,  so  gibt  es 
noch  zwei  Fehlerquellen.  Langanhaltendes  reduzierendes  Feuer  macht 
die  Glasur  gelbrot.  (Sie  hätten  das  Ofensystem  angeben  sollen!)  Weiter 
ist  es  möglich,  daß  die  Zubereitung  der  Glasur  nicht  sorgfältig  genug 
geschieht,  der  Zinngehalt  verschieden  und  das  Material  nicht  ganz  rein 
ist.  Sie  tun  gut,  wenn  Sie  der  Glasur  ein  äußerst,  geringes  Quantum 
Kobaltoxyd  zugeben. 

Zweite  Antwort:  Weshalb  verheimlichen  Sie  die  Zusammen- 
setzung von  Masse  und  Glasur,  wenn  Sie  doch  einen  Fehler  abschaffen 
wollen  ?  Ohne  Kenntnis  zumindest  der  Glasur  kann  Ihnen  kein  Eat  ge- 
geben werden.  Auf  eines  seien  Sie  aufmerksam  gemacht,  nämlich  daß 
durch  unregelmäßiges  Feuern  eine  Rotfärbung  bei  Schmelzglasnren 
beobachtet  wurde.  Da  Sie  selbst  angeben,  daß  der  Fehler  nur  zuweilen 
auftritt,  so  achten  Sie  einmal  genauer  auf  das  Brennen.  Zu  starke  Rauch- 
entwicklung  schadet  auf  jeden  Fall  und  kann  die  Rotfärbung  begünstigen. 

Dritte  Antwort:  Es  ist  anzunehmen,  daß  die  Glasur  an  den 
Stellen,  wo  sie  etwas  überhitzt  wird,  Eisen  aus  dem  Scherben  aufnimmt, 
wodurch  sie  eine  rötliche  Farbe  zeigt.  Auch  ist  es  möglich,  daß  die 
Glasurmaterialien  sehr  eisenhaltig  Bind  und  im  oxydierenden  Feuer  das 
Eiset  rot  entwickeln.  Ich  habe  festgestellt,  daß  Qiarz  mit  Flußmitteln 
zusammen  geschmolzen  bei  einem  Verhältnis  von  1  RO :  4  Si02  das  Eisen 
nicht  mehr  aufnimmt  und  dieses  dann  rot  bleibt. 

Vierte  Antwort.  Ihre  Frsge  ist  ziemlich  ungenau,  und  man 
müßte  mindestens  die  Zusammensetzung  der  Glasur  kennen,  um  den  Fehler 
beurteilen  zu  können.  Gelb-violette  Töne  treten  oft  auf,  wenn  die  Glasur 
zu  hoeh  aufgetragen  wird  und  BchwerMsBig  ist. 

Fünfte  Antwort:  Die  Ursache  können  Sie  nur  im  Verfolgen 
Ihrer  Glasierarbeiten  finden.  Schleifen  Sie  Ihre  Kacheln  (ich  nehme  an, 
es  handelt  Bich  um  solche)  vorher  trocken  oder  naß  ab,  nachdem  sie  vor- 
her gescbrüht  sind  ?  Mit  einem  Worte,  glasieren  Sie  nicht  zu  nasse  Ware, 
welche  zu  wenig  Glasur  annimmt?  Tauchen  Sie  oder  begießen  Sie  Ihre 
Artikel  ?  Man  kann  bei  normaler  Glasurstärke  zu  dick  und  zu  dünn 
glasieren,  je  nachdem  diese  Arbeit  vorgenommen  wird.  Sie  glasieren 
wahrscheinlich  zu  dünn  und  brennen  scharf  aus,  wodurch  der  rötliche 
Ton  zum  Vorschein  kommt. 

Sechste  Antwort:  Die  Rosafärbung  der  weißen  Schmelzglasur 
ist  eine  Erscheinung,  die  zuweilen  ganz  plötzlich  auftritt  und  dann  ebenso 
schnell  wieder  verschwindet.  Ihre  Entstehungsweise  ist  noch  nicht  sicher 
ergründet,  doch  scheint,  eine  Bildung  von  Pink  in  Frage  zu  kommen,  die 
durch  kltine  Mengen  von  Eisen-,  Chrom-  und  ähnlichen  Oxyden  verursacht 
wird  Es  ist  darum  schwer,  Ihnen  zu  sagen,  wie  der  Fehler  zu  beseitigen 
ist ;  man  kann  nur  raten,  farbige  Kacheln  so  einzusetzen,  daß  sie  hinter 
die  weißen  zu  stehen  kommen,  damit  jeglicher  Anflug  durch  den  Zug  des 
Feuers  vermieden  wird.  Natürlich  sind  die  weißen  Kacheln  auch  ent- 
sprechend stark  zu  glasieren,  damit  keine  Einwirkung  des  Scherbens  auf 
die  Glasur  statt  finden  kann  Lag  vielleicht  beim  Glasieren  noch  Schleif- 
staub auf  den  Kacheln  f  In  diesem  Falle  wäre  der  Anlaß  zur  Pinkfärbung 
schon  gefunden. 

Siebente  Antwort:  Die  rötliche  Färbung  ist  auf  die  Bildung 
eines  pinhähnlichen  Körpers  im  oxydierenden  Brande  zurückzuführen,  der 
in  Gegenwart  von  Zinnsäore,  Kalk  und  Eisenoxyd  in  einer  Scbmelzglasur 
zuweilen  zu  entstehen  pflegt.  Aus  diesem  Grunde  sucht  man  überschüssige 
Luftzufuhr  zu  vermeiden  und  brennt  Schmelzglasnren  bei  neutraler  oder 
schwach  reduzierender  Ofenatmosphäre  auf.  > 

4.  Wir  bitten  um  Angabe  eines  Versatzes  für  S'iikasteine  bei  aus- 
schließlicher Verwendung  nordböhmischer  Rohmaterials  n. 

Antwort:  Es  ist  nicht  ohne  weiteres  möglich,  einen  Versatz  für 
Silikasteine  anzugeben,  denn  es  wäre  zunächst  festzustellen,  ob  Sie  in 
Nordböhmen  überhaupt  ein  geeignetes  Kieselsäurematerial  haben.  An 
einem  Ton  dürfte  es  zwar  nicht  fehlen,  aber  trotzdem  wäre  dessen 
zur  Bindnng  nötiger  Zusatz  erat  durch  Versuche  zu  ermitteln,  da  er  sich 
nach  dem  Verhalten  des  Kieselsäurematerials  richtet.  Je  weniger  Ton 
nötig  ist,  nmso  besser  die  Feuerfestigkeit. 

5.  Wie  viel  m\sec  beträgt  wohl  die  Gasgeschwindigkeit  in  dem  Kamin 
eines  Porzellanbrennofens,  wenn  SK  6  gefallen  ist? 

Antwort:  Die  Geschwindigkeit  der  Rauchgase  im  Kamin  ist 
abhätgig  von  der  Eigenttmperatur  der  letzteren,  von  der  Temperatur  der 
Außenluft,  von  der  Höhe  de«  Schornsteins  und  von  der  in  diesem  ent- 
stehenden Reibung.  Nach  Fischers  Taschenbuch  für  Feuerungstechniker 
errechnet  sie  sich  nach  der  Formel 


Einer  Glattbrenntemneratur  von  SK  6  =  1200°  entspricht  eine  Gltth- 
brandtemperatur  von  etwa  800°  C  und  die  mittlere  Temperatur  der  Rauch- 
gase in  der  Esse  möge  ungefähr  600°  C ,  betragen  Sei  noch  ferner  eine 
Außentemperatur  von  20°  C.  angenommen  und  die  Höhe  der  Esse  mit  12  m, 

so  ist 


-  V 


2  X  9.8X12  (6'  .0-20) 

273  +  20  ' =  9  m/8ec' 


6.  Wie  brennt  man  gestanzte,  auf  allen  Seiten  glasierte  Flaschen- 
stöpsel am  vorteilhaftesten?  Welche  Hilfsmittel  sind  anzuwenden,  um  das 
Anschmelzen  in  der  Kapsel  zu  vermeiden? 

Erste  Antwort:  Um  ein  möglichst  sauberes  Fabrikat  zu  erhalten, 
werden  Sie  am  zweckmäßigsten  aus  Masseabfällen  Reste  formen,  in  deren 
Spalten  Sie  die  Flaschenstöpsel  einhängen.  Da  die  Schwindunsr  von  Stöpsel 
und  Rost  gleich  groß  ist,  kann  der  Einsatz  Beine  Lage  nicht  ändern.  Die 
Kanten  und  Spalten  bestreichen  Sie  mit  Kaolinbrei,  um  ein  Anbacken  zu 
verhindern.  An  Stelle  dieser  Porzellanroste,  die  man  natürlich  auch  aus 
billigen  Materialien  herstellen  kann,  sind  auch  Roste  aus  Schamottemasse 
verwendbar,  die  dann  öfter  durchs  Feuer  gehen  können  Da  aber  in  diesem 
Falle  die  Stöpsel  beim  Schwinden  etwas  in  den  Spalt  hineinrutschen, 
ergeben  sich  Streifen  mit  verletzter  Glasurschicht. 

Zweite  Antwort:  Flaschenstöpsel  gewöhnlicher  Form  brennt 
man  am  besten  liegend,  und  zwar  so,  daß  nur  ein  kleiner  Punkt  der 
oberen  und  unteren  Kante  den  Kapselboden  berührt.  Die  beiden  Auflage- 
stellen werden  vor  dem  Einfüllen  von  der  Glasur  befreit.  Letzteres  ge- 
schieht in  der  Weise,  daß  man  mit  dem  Stöpsel  vorsichtig  über  ein 
glattes  Stück  Filz  streicht,  und  zwar  nur  mit  den  beiden  kleinen  Stellen, 
die  als  Auflageflächen  dienen  sollen.  Das  Einsieben  einer  ganz  dünnen 
Schicht  feinsten  Sandes  in  die  Kapseln  verhindert  ebenfalls  das  An- 
schmelzen der  Stöpsel.  Die  wenigen  kleinen  Sandkörnchen,  die  an  den 
Auflagestellen  der  Flascheistöpsel  hängen  bleiben,  kann  man  nach  dem 
Brennen  leicht  abreiben,  und  dieses  beeinflußt  das  Aussehen  der  Stöpsel 
nur  sehr  wenig.  Es  ist  besonders  darauf  zu  sehen,  daß  die  gefüllten 
Kapseln  vorsichtig  in  den  Ofen  gesetzt  werden,  damit  die  eingelegten 
Stöpsel  ihre  Lage  nicht  verändern  können,  wodurch  fehlerhafte  Ware 
entstehen  würde. 

Dritte  Antwort:  Glasierte  Flaschenstöpsel  brennt  man  am 
vorteilhaftesten  in  etwa  20  mm  starken  Schamottekapaeln  vou  etwa 
300  mm  0,  die  nur  so  hoch  sein  dürfen,  daß  über  den  eingelegten 
Flaschenverschlüssen  bis  zur  Unterseite  des  nächsten  Kapselbodens  ein  Spiel- 
raum von  5  mm  bleibt.  Wenn  auch  die' eine  oder  andere  Kapsel  sich  im 
Scharffeuer  durchbiegt,  so  genügt  dieser  Spielraum  mit  dem  durch  die 
Sehwindung  der  Flaschenstöpael  noch  entstehenden  vollständig,  um  beim 
Durchbiegen  der  Kapselböden  eine  Berührung  der  Flaschenstöpsel  mit  den 
Kapseln  zu  verhindern.  Um  das  Anbrennen  der  Stöpsel  in  den  Kapseln  zu 
vermeiden,  ist  ea  vorteilhaft,  die  Kapseln  mittels  eines  Pinsels  mit  ge- 
schlämmtem Kaolinbrei  etwa  1/i  mm  dick  auszustreichen.  Diese  dünne 
KaolinBChicht  brennt  im  Glattbrand  auf  der  Kapsel  mit  fest  und  bildet 
die  beste  Isolation  gegen  daa  Anbrennen  der  Flaschenstöpsel.  Mit  den 
billigen  Stöpseln  kann  man  verteuernde  Manipulationen  nicht  vornehmen, 
sondern  sie  werden  so  in  den  Kapseln  gebrannt,  daß  das  Darchgangsloch 
mit  einer  Oeffnung  nach  oben,  mit  der  anderen  Oefinung  nach  dem  Kapsel- 
boden zeigt,  und  zwar  in  konzentrischen  Kreisen  angeordnet,  den  spitzen 
Teil  nach  der  Kapselmitte  gerichtet,  aodaß  die  größtmögliche  Aug- 
nutzung gegeben  ist.  Die  Stöpsel  können  fast  auf  Fühlung  aneinander 
liegen;  natürlich  wird  der  Stöpsel,  wo  er  aufliegt,  eine  matte  Stelle  zeigen, 
die  aoer  kaum  zu  bemerken  ist,  wenn  zum  Ausschmieren  der  Kapseln 
ein  rein  weiß  brennender  Kaolin  verwandt  wurde. 

Vierte  Antwort:  Wenn  man  die  üblichen  Flaschenatöpsel  zur 
Hand  nimmt  und  aufmerksam  betrachtet,  so  wird  man  stets  eine,  meistens 
sogar  aber  zwei  Stellen  finden,  an  denen  keine  oder  nur  wenig  Glasur 
zu  sehen  ist,  dafür  mehr  oder  weniger  rauhe  Stellen.  Auf  diesen  ruhen 
die  Flaschenstfpsel  beim  Brennen  auf,  nachdem  sie  auf  einem  Filz  oder 
mit  etwas  Sandpapier  nach  dem  Glasieren  abgerieben  wurden,  um  die 
Glasur  zu  entfernen.  Es  ist  darauf  zu  achten,  daß  die  Glasur  dünn  liegt, 
damit  sie  an  den  betreffenden  Stellen  nicht  anbackend  wirkt  Das  Ein- 
streuen von  Sand  in  die  Kapseln  ist  dabei  unzulässig,  vielmehr  müssen 
die  letzteren  mit  einem  Gemisch  von  Kaolin  mit  etwas  feingemahlenem 
Qaarz  (kein  Porzellansand  oder  feldspathaltiges  Material)  ausgeschmiert 
Bein,  auf  deren  so  vorbereiteten  Boden  die  Flaschenstöpsel  aufgelegt 
werden.  Zum  Füllen  sind  geübte  Leute  nötig,  wie  auch  zum  Entfernen 
der  Glasur  an  den  Aufliegesteilen. 

Fünfte  Antwort:  Flaschenstöpsel  werden  am  vorteilhaftesten 
so  in  die  Kapsel  gelegt,  daß  sie  nur  an  zwei  Stellen  aufliegen,  die  nach 
dem  Brennen  poliert  werden,  was  jedenfalls  billiger  ist,  wie  das  Brennen 
auf  Pumsen.  Gut  ist,  die  Aufliegestellen  vor  dem  Füllen  von  Glasur 
zu  befreien  und  die  Kapseln  mit  reinem  Qaarzsand  einzustreuen. 

Sechste  Antwort:  Es  ist  docn  eine  bekannte  Sache,  daß  man 
ganz  glasierte  Waren  auf  Pinnenspitzchen  brennen  kann.  Stanzen  Sie 
sich  aus  Ton,  der  mit  Schamottemehl  gemagert  ist,  feinepitzige  Pinnen 
und  stellen  Sie  die  Stöpsel  darauf.  Die  HaftBtelle  ist  so  klein,  daß  kaum 
Anstoß  daran  genommen  wird;  wäre  dies  der  Fall,  so  müßten  Sie  sie  ab- 
schleifen, wenn  die  Mehrkosten  die  Ware  nicht  allzusehr  belasten.  Ein 
andrer  Weg  ist  nicht  denkbar,  ganz  glasierte  Waren  zu  brennen. 


Glas. 


1.  Regelmäßig,  wenn  die  Drehrostgeneratoren  beschickt  werden,  tritt 
eine  momentane  Unterbrechung  in  der  Gaszuführung  ein,  d.  h.  das  Gas 
bleibt  an  den  Brennstellen  aus.  Nun  entzündet  es  sich  wohl  sofort  wieder 
an  jenen  Stellen,  die  rotglühend  sind,  dagegen  muß  es  an  anderen  Stellen, 
z.  B.  an  den  Wechseln  der  Strecköfen,  immer  wieder  neu  angezündet  werden. 
Um  dieses  uriederholte  Anzünden  des  Gases  zu  ersparen,  legen  die  Arbeiter 
ein  Stück  Holz  in  die  Oeffnung  des  Ofens,  bei  welcher  das  Gas  einströmt, 
so  daß  sich  dieses  an  dem  glimmenden  bezw.  brennenden  Holz  entzündet. 
Dieser  Uebelstand  erfordert  natürlich  ziemlich  viel  Holz  und  ist  auch 
insofern  bedenltlioh,  alt  da»  msammengebrannU  Holz  au»  der  Oeffnung 


SPRECHSAAL-COBURÖ.  Ht.  *  -  »1 


1928.  (56.  Jahrgang.) 

herausfallen  und  unter  Umstanden  einen  Bramd  verursachen  kann.  Gibt 
es  eine,  vielleicht  elektrische  Vorrichtung,  an  welcher  sich  das  Gasten  selbst 
entstünden  kann? 

Erste  Antwort:  Wenn  die  Beschickung  Ihrer  Drehrostgeneratoren 
derart  erfolgt,  daß  die  GaBznfuhr  zum  Ofen  ganz  stockt,  so  liegt  hier 
ein  Fehler  beim  Füllen  vor.  Ihr  Scbürer  gibt  zn  viel  Kohle  auf  einmal 
auf,  wodarch  auch  noch  das  Gas  vorübergehend  minderwertig  wird,  da  es 
zn  viel  EntgasungBprodukte  auf  einmal  mitfuhrt,  welche  die  Entzündung 
der  Flamme  erschweren.  Ist  keine  automatische  Beschickungseinrichtung 
vorhanden,  so  muß  der  Schürer  nach  jedem  Füllen  etwas  warten,  damit 
der  DrehroBtgenerator  in  Beiner  Gasentwicklung  nicht  zu  sehr  gestört  wird. 
Vielleicht  wird  auch  der  Gaserzeuger  überhaupt  zu  spät  gefüllt,  so  daß  er 
zu  weit  heruntergebrannt  ist.  Zum  Wiederentzünden  des  einströmenden 
GaBes  braucht  das  dazu  benötigte  Holzstück  gar  nicht  groß  zu  sein ;  diese 
Art  der  Gasentzündnng  ist  die  einfachste.  Um  einen  Brand  zu  vermeiden, 
braucht  man  nnr  einen  blechernen  Kasten  an  der  richtigen  Stelle  anzuordnen, 
der  die  glühenden  oder  brennenden  Eolzteilchen  aufnimmt.  Eine  elektrische 
Zündnng  ist  aus  ökonomischen,  technischen  und  praktischen  Gründen  nicht 
zn  empfehlen.  Wird  die  Beschickung  richtig  geregelt,  so  daß  die  Gas- 
zufuhr nicht  Btockt  und  die  Zusammensetzung  brauchbar  bleibt,  so  brennt 
die  Flamme  fort,  und  der  Holzverbrauch  sowie  die  Brandgefahr  scheiden  aus. 

Zweite  Antwort:  Wenn  die  Gaszuführnng  regelmäßig  beim 
Beschicken  der  Generatoren  aussetzt,  sodaß  die  Flamme  an  den  Brenn- 
stellen verlöscht,  so  liegt  ein  Bau-  oder  Betriebsfehler  vor,  nnd  Sie  sollten 
deshalb  darauf  darauf  bedacht  Bein,  diesen  zu  beseitigen,  nicht  aber  eine 
Vorkehrung  zu  trtff  n,  wodurch  das  verlöschte  GaB  wieder  entzündet  wHl 
Die  leiztere  ließe  rieh  wohl  anbringen,  ist  aber  nirgends  üblich.  Da) 
einfachste  wäre'  z.  B ,  an  den  Brennstellen,  wo  sich  das  Gas  nicht  von 
selbst  entzünden  kann,  eine  mit  Leuchtgas  gespeiste  Daueiflamme  zu 
unterhalten  Bichtiger  ist  aber,  den  Konstruktionsfehler  zu  beseitigen, 
nm  eine  ununterbrochene  Gaszuführung  zu  bekommen.  Allem  Anschein 
nach  haben  Sie  gar  keinen  oder  einen  dem  Gasverbrauch  entsprechend  viel 
zu  kleinen  Gassammelkanal  Iat  dies  der  Fall,  so  tritt  bei  der  geringsten 
Unregelmäßigkeit  in  der  Bedienung  der  Generatoren  Gasstockung  ein; 
da  aber  hier  nicht  sofort  Abhilfe  geschaffen  werden  kann,  so  muß  einst- 
weilen der  B  diennng  der  Generatoren  größte  Aufmerksamkeit  gewidmet 
werden.  Baben  Sie  mehrere  Generatoren  in  Betrieb,  die  miteinander  ver- 
bünd- n  sind,  so  dürfen  sie  nicht  alle  zu  gleicher  Zeit  gefüllt  werden, 
auch  nicht  gleich  hintereinander,  sondern  nnr  in  größeren  gleichmäßigen 
Zwischenräumen.  Beim  Vorhandensein  von  nur  einem  Generator  darf 
nicht  zuviel  auf  einmal  nachgefüllt  werden,  sondern  nur  ein  geringes 
Qoantnm  in  bestimmten  Zeitabständen  Das  Füllquantnm  ist  so  groß  zu 
nehmen,  daß  eine  Unterbrechung  der  Gaserzeugung  nicht  stattfindet.  Die 
Füllkästen  müssen  natürlich  gut  schließen  nnd  so  beschaffen  sein,  daß 
beim  Füllen  kein  oder  nur  sehr  wenig  Gas  entweichen  kann.  Wird  auf 
diese  Weise  beim  Füllen  der  Generatoren  vorgegangen,  so  ist  eine  Unter- 
brechung der  Gaszufuhr  nicht  gut  möglich. 

Dritte  Antwort:  Bei  Drebrostgeneratoren  liegt  vermutlich 
ein  Konstruktionsfehler  vor,  sonst  dürfte  bei  regelmäßigem  Gang  der 
Generatoren  keine  Unterbrechung  in  der  Gaszuführung  eintreten.  Die 
Generatoren  werden  doch  nicht  alle  zu  gleicher  Zeit  mit  neuem  Brenn- 
material beschickt,  und  da  mnß  von  den  anderen  Generatoren  immer  noch 
so  viel  Druck  vorhanden  sein,  daß  die  Gaszuführung  nicht  ausbleibt.  Bei 
der  Anlage  ist  doch  wohl  ein  Gassammelkanal  oder  dgl.  eingebaut;  viel- 
leicht ist  dieser  zu  klein.  Oder  sollte  der  Verschluß  am  Generator  un- 
sachgemäß Bein,  so  daß  beim  Beschicken  mit  Brennstoff  zu  viel  Gas  ent- 
weil ht?  Die  Generatoren  sollen  nicht  zu  gleicher  Zeit  neu  gefüllt 
werden,  sondern  in  gewissen  Zeitiäumen  nacheinander,  damit  keine 
Unterbrechung  entsteht  Am  ehesten  würde  wohl  ein  Fachmann  an  Ort 
nnd  Stelle  die  unangenehme  Erscheinung  zu  beseitigen  wissen.  Das  An- 
zünden des  Gases,  auf  elektrischem  Wege  ließe  sich  wohl  ausführen,  würde 
aber  Unkosten  verursachen,  die  sich  vermeiden  lassen. 

2.  Gibt  es  Gaserzeuger  in  kleinerer  Ausführung,  die  imstande  sind, 
binnen  24  Stunden  4—5  t  Braunkohlengrieß  und  -staub  von  4000  W.-K 
su  vergasen?  * 

Erste  Antwort:  Um  täglich  80—100  Ztr.  Braunkohlengrieß  zu 
vergaBen,  bewähren  sich  am  besten  die  Gaserzeuger  mit  horizontal  gela- 
gertem Drehrost.  Bei  diesen  Generatoren  wird  die  Primärluft  direkt  in 
die  DeBtillationszone,  Glühzone,  gedrückt,  und  die  Austragung  der  kalten 
VerbrennungsrückBtände  erfolgt  periodisch  mit  der  Hand  oder  automatisch 
mittels  Antriebes.  Hieraus  geht  hervor,  daß  die  Tätigkeit  des  Generators 
weder  durch  Abschlacken  noch  durch  das  Putzen  der  Boste  gestört  wird. 

Zweite  Antwort:  Die  Vergasung  von  Brannkohlengrieß  und 
•staub  läßt  sich  äußer  in  Drehrostgeneratoren  auch  in  Gebläsegeneratoren 
von  nicht  zu  großen  Dimensionen  vornehmen,  und  zwar  sind  für  einen 
täglichen  DurchBatz  von  4—5 1  Braunkohlengrieß  4  Gebläsegeneratoren  mit 
je  einer  Rostfläche  von  0,86  qm  am  vorteilhaftesten.  Die  Bedienung  der 
Generatoren  ist  aber  von  ebenso  größer  Bedeutung  für  eine  einwandfreie 
Gaserzeugung  als  die  Generatoren  selbst. 

3.  Wir  bitten  um  Angabe  eines  Gemengesatzes  für  ein  möglichst  bei 
niedriger  Temperatur  schmelzendes  und  verarbeitbares  Glas,  ohne  daß  die 
elektrische  Widerstandsfähigkeit  unter  diesen  Umständen  leidet.  Die  Farbe 
des  Glases  spielt  keine  Bolle;  vorgezogen  wird  aber  eine  weiße  oder  mög- 
lichst dunkle  Färbung. 

Erste  Antwort:  Sie  wollen  anscheinend  elektrische  Isolierkörper 
in  irgend  einer  Form  herstellen,  sagen  aber  nicht,  welche  Ofenart  zur 
Anwendung  gelangen  soll.  Da  ein  heißer  Ofen  jedenfalls  nicht  zur  Ver- 
fügung steht,  so  ist  auch  die  Anwendung  vun  Glaubersalz  ausgeschlossen. 
Nachstehender  Satz  ergibt  bei  mittlerer  Ofentemperatur  das  gewünschte 
Glas  zum  Pressen: 

Sand  100  kg 

8oda   46  „ 

Witherit   20  „ 

Kalkspat  16  „ 

Arsenik   0,6  „ 

Scherben  -  26  „ 


Bei  einer  niedrigen  Ofentemperatur  lösen  sich  die  Metalloxyde  sehr  schwer 
oder  gar  nicht,  weshalb  von  einer  Donkelf ärbung  abzuraten  ist. 

Zweite  Antwort:  Glas,  das  recht  widerstandsfähig  gegen  eine 
elektrische  Einwirkung  sein  soll,  darf  kein  Natron,  sondern  nur  Kali,  und 
dieses  auch  nur  in  möglichst  geringer  Menge,  enthalten.   Nachstehend  ein 


Satz,  der  Ihren  Ansprüchen  genügen  wird: 

Sand   100  kg 

Pottasche   35  „ 

Kalk   18  „ 

Tonerde   2  „ 

Kalisalpeter   2  5  „ 

Scherben,  gleicher  Zusammensetzung  ...  90  „ 

Dritte  Antwort:  Ein  leicht  schmelzbares  Glas  ergibt  der 
folgende  Gemengesatz: 

8aud   100  kg 

Soda   38  „ 

Kalkspat   20  „ 

Salpeter   2  „ 


Dazu  Ys  Glaamehl  oder  Scherben  von  weißem  Glas.  Soll  das  Glas  dunkel 
ausfallen,  brauu  oder  blau,  ao  werden  für  Braun  dem  Gemenge  noch  4  kg 
Braunstein  und  2  kg  Eisenoxyd  beigemischt,  für  Blau  200 — 250  g 
Kobaltoxyd. 

4.  Kann  ein  Glasofen  mit  14  Glashäfen  von  70X.70  cm  Außenmaß, 
oder  eine  Wanne,  die  2  cbm  Glas  täglich  liefert,  mit  Leuchtgas  betrieben 
werden  und  wieviel  cbm  Leuchtgas  würden  für  beide  Oefen  nötig  sein? 
Würde  Leuchtgas  andere  Einrichtungen  im  Ofen  nötig  machen  oder  genügt 
es,  dieses  Gas  durch  die  bisherigen  Kanäle  und  Kammern  in  den  Ofen 
zu  leiten? 

Erste  Antwort:  Von  der  Beheizung  eines  Hifenofens  oder  einer 
Wanne  mit  Leuchtgas  ist  aus  den  verschiedensten  Gründen  abzuraten. 
Zunächst  käme  sie  bei  den  heutigen  Gaspreiaen  viel  zu  teuer.  Ange- 
nommen, es  stände  ein  vollwertiges  Leuchtgas  zur  Verfügung,  was  unter 
den  heutigen  Verhältnissen  kaum  möglich  sein  dürfte,  so  ist  doch  deaaen 
Znsammensetzung  für  industrielle  Feuerungsanlagen  nicht  vorteilhaft.  Die 
schweren  Kohlenwasserstoffe,  welche  im  Leuchtgas  sehr  wertvoll  sind, 
machen  sich  bei  der  Gasfeuerung  für  Industrieöfen  unliebsam  bemerkbar, 
da  sie  wärmekonsumierend  wirken.  Auch  die  Arbeit  an  einem  mit  Leucht- 
gas beheizten  Glasofen  dürfte  für  die  Gesundheit  der  Arbeiter  nachteilig 
sein.  Vom  technischen  Standpunkt  aus  müßten  neue  Brenner  konstruiert 
werden,  die  eine  innige  Mischung  des  leichten  Gases  mit  der  Sekundärluft 
ermöglichen.  Mit  Bücksicht  auf  die  große  Explosionsgefahr  kann  man 
das  Leuchtgas  nicht  in  der  üblichen  Weiae  verbrennen,  so  daß  der  Ofen 
umgebaut  werden  müßte.  Auch  wäre  die  Einschaltung  einer  Druckrega- 
lierungsanlage  Bedingung,,  da  der  Gasdruck  in  den  Leitungen  darch  die 
unregelmäßige  Gasentnahme  großen  Schwankungen  unterworfen  ist,  das 
Gas  aber  in  die  Glasöfen  immer  unter  einem  ganz  bestimmten  Druck 
treten  muß.  Der  Gasverbrauch  läßt  sich,  ohne  die  Zusammensetzung  des 
Gases  zu  kennen,  nicht  angeben,  jedenfalls  dürfte  er  ziemlich  hoch  sein. 
Wie  schon  ausgeführt,  müßte  das  Gas  in  besonderen  Leitungen  dem 
Brenner  zugeführt  werden. 

Zweite  Antwort:  Glasöfen  oder  Wannen  lassen  sich  wohl 
mit  Leuchtgas  betreiben ;  dies  ist  aber  für  so  große  Oefen  eine  recht 
kostspielige  Sache,  selbst  wenn  Leuchtgas  billig  zar  Verfügung  steht. 
Bei  einer  Wanne  der  angegebenen  Größe  müssen  Sie  schon  mit  einem 
Leuchtgasverbrauch  von  etwa  6000  cbm,  bei  einem  Hafenofen  mit  14 
Häfen  von  70X70  cm  mit  7000  cbm  in  24  Stunden  rechnen.  Leuchtgas 
braucht  nicht  vorgewärmt  zu  werden  und  wird  am  sichersten  in  guß- 
eisernen Böhren  direkt  zur  Verbrauchsatelle  geleitet.  Es  könnte  wohl 
auch  durch  die  bisherigen  Kanäle  und  Kammern  in  den  Ofen  geleitet 
werden,  aber  dies  ist  zu  gefährlich,  denn  einmal  iat  überhaupt  die 
Explosionsgefahr  bei  Lenchtgas  bedeutend  größer  als  bei  Generatorgas, 
sodann  iat  es  auch  gefährlich,  Leuchtgas  durch  gewöhnliche  Kanäle  zu 
leiten,  denn  sind  diese  nur  im  geringsten  an  einer  Steile  schadhaft  oder 
schließt  ein  Verschluß deckel  schlecht,  sodaß  etwas  Gas  entweichen  kann, 
so  besteht  auch  Vergiftungsgefahr  für  in  der  Nähe  befindliche  Personen. 

Dritte  Antwort:  Möglich  ist  es  wohl,  einen  Glasofen  oder  auch 
eine  Wanne  mit  Leuchtgas  zu  beheizen,  vorausgesetzt,  daß  immer  die 
nötige  Gasmenge  zur  Verfügung  steht.  Leuchtgas  besitzt  wohl  einen 
größeren  Heizwert  als  Generator-Gas;  immerhin  müßte  mit  einem  Verbrauch 
von  15—1800  cbm  in  24  Stunden  gerechnet  werden.  Es  kommen  jeden- 
falls auch  noch  Nebenöfen  in  Frage,  wie  Sandofen,  bei  Hafenbetrieb 
Temperofen,  Kühlofen  und  dergl.,  so  daß  unter  Umständen  der  Verbrauch 
noch  höher  sein  kann.  Eine  Wanne  würde  im  Vergleich  zum  Hafenofen 
etwas  weniger  Gas  brauchen,  je  nachdem  eine  Tageswanne  oder  eine  Wanne 
mit  kontinuierlichem  Betrieb  vorgesehen  ist  Soll  Leuchtgas  verwendet 
werden,  so  muß  in  der  Nähe  der  Ofenanlage  ein  Gasometer  aufgestellt 
werden,  von  dem  aus  das  Gas  erst  nach  den  Oefen  geleitet  wird.  Dieses 
ist  nötig,  um  eine  gleichmäßige  Zufuhr  zu  erzielen,  sonst  könnte  ea  vor- 
kommen, daß  Sie,  wenn  der  Verbrauch  in  dem  allgemeinen  Netz  etwas 
größer  ist,  an  Gasmangel  leiden,  was  zu  den  unangenehmsten  Folgen 
führen  würde.  Die  Kanäle  und  Kammern  des  Ofens  brauchten  nicht  ver- 
'  ändert  zu  werden,  wenn  die  Anlage  sonst  gut  funktionierte.  Leuchtgas 
benötigt  weniger  Luft  als  Generator-Gas,  und  diese  kann  durch  einen  ßegulier- 
schieber  oder  ein  Ventil  auf  das  richtige  Maß  eingestellt  werden.  Im  allge- 
meinen wird  eine  eigene  Gasanlage  für  den  Glashütten  betrieb  vorgezogen, 
denn  treten  unverhofft  Störungen  in  der  Gaslieferuug  ein,  so  iat  auch 
gleich  der  ganze  Betrieb  kalt  gestellt. 

Vierte  Antwort:  Mit  Leuchtgas  kann  man  Hafen-  und 
Wannenöfen  heizen.  Für  jeden  Ofen  werden  bei  etwa  4500  kg  Glas- 
produktion täglich  3200 — 4ä00  cbm  Gas  gebraucht,  je  nach  dem  Heiz- 
wert des  letzteren  und  der  Konstruktion  des  Ofens.  Leuchtgas  ist  be- 
deutend heizkräftiger  als  Generatorgas;  gewöhnliches  Generatorgas  hat 
gegen  1100  W.E.,  während  Leuchtgas  6—6000  W.E.  aufweist.  Deshalb 
wird  an  Leuchtgas  bedeutend  weniger  gebraucht  und  etwa  nur  1ji  des 


32  -  Nr.  8 


SPRECHSAAL  —  CO  BÜRO. 


im  (66.  fahrgäng.)!  9 


Gei  eratorgas-Volumens  durch  die  Kammer  geleitet,  wodurch  wieder  keine 
Pressung  im  Brenner  stattfindet  und  die  Verbrennungsflamme  nicht  ge- 
nügend lang  wird.  Um  diesem  Uebel  abzuhelfen,  sollen  die  Brenner  kleiner 
gemacht,  ev.  etwas  abgeändert  werden,  je  nach  der  Lange  der  Wanne. 
I«t  die  Wanne  Isvg  und  wird  eine  lange  Flamme  verlangt,  dann  müssen 
die  Luft-  nnd  Gasströme  möglichst  parallel  geleitet  werden,  während  sie 
bei  kurzer  Wanne  aufeinander  sloßen  Pollen.  Die  Heizurg  mit  Leucht- 
gas ist  jedenfalls  sehr  kostspielig  und  deshalb  sehr  unrentabel. 

5.  Welches  Rrgenrativ-  Ofensystem  ist  nach  den  heutigen  Erfahrungen 
vorzuziehen,  mit  seit-  oder  mit  rückwärts  liegenden  Brennern  mit  rück- 
kehrender U-Flamme?  Beabsichtigt  ist  eine  Tagesleistung  von  20000  kg 
Flaschenglas.  Welche  Innenmaße  müßte  eine  Wanne  haben,  und  kann 
letztere  bei  Mangel  an  Kohlen  bei  geeigneten  Gaserzeugern  auch  mit  Holz 
betrieben  werden? 

Erste  Antwort:  Für  kontinuierliche  Wannen  wählt  man  immer 
die  Anordnung  des  Brenners  an  der  Stirnseite  der  den  Arbeitsplätzen 
gegenüber  liegenden  Schmalseite.  Um  die  Flamme  möglichst  ausnutzen 
zu  tonnen,  auf  der  anderen  Seite  aber  an  den  Arbeitsplänen  die  richtige 
Temperatar  und  Glaskonsistens  zu  erzielen,  arbeitet  die  Wanne  mit  um- 
kehrender U-Flamme  Eine  Wanne  mit  Wechselfiamme  würde  zunächst 
in  Bezug  auf  die  Brennstoffausnützung  ungünstig  arbeiten,  und  die 
Schmelzung  eines  täglichen  Glasquantums  von  20  000  kg  stieße  auf 
Schwierigkeiten.  Wannen  mit  Wecbselfl&mmen  bildet  m«n  nur  als  Tages- 
wannen aus.  Es  sollen  nun  täglich  20  000  kg  Glas  zu  Flaschen  vorblase« 
werden;  nirrnit  man  das  Durchschnittsgewicht  der  Flasche  mit  750  g  ar, 
so  wären  täglich  rund  26  000  Flaschpn  zu  blasen  oder  jährlich,  das  Jahr 
zu  300  Arbeitstagen  gerechnet,  7  800000  Stück.  Diese  Leistung  ist  für  eise 
Wanne  sehr  reichlich.  Um  den  erforderlichen  Kaum  für  die  Arbeitsplätze 
zu  erhalten,  wäre  zu  empfehlen,  die  Seitenwände  der  Wanne  nach  den 
Arbeitsplätzen  zu  divergierend  verlaufen  zu  lassen.  Die  Wanne  müßte 
bei  einem  Glasstand  von  1  m  eine  Breite  von  etwa  7  m  bei  einer  Länge 
von  etwa  9  m  erhalten ;  sie  ließe  sich  vorteilhaft  mit  Holzgas  beheizen, 
nur  müssen  dann  entsprechende  Generatoren  vorhanden  sein,  und  das  Holz 
muß  geschnitten  werden. 

Zweite  Antwort:  Eine  Wanne  für  eine  tägliche  Produktion  von 
20  000  kg  Flaschenglas  benötigt  einen  Scbmelzranm  von  5  m  Breite  und 
14  m  Länge,  mit  einem  anschließenden  Arbeitsraum  von  5  m  Breite  und 
6  m  Länge  bei  einem  Glasstand  von  1,2  m  Tiefe.  Solche  große  Wannen 
siid  stets  mit  seitlich  liegenden  Brennern  zu  versehen,  und  zwar  wären 
bei  Ihrer  Wanne  an  jeder  Seite  4  Brenner  von  100X25  cm  anzubringen. 
Als  Generatoren  kommen  für  Ihren  Zweck  Schachtgeneratoren  von  min- 
destens 3,5  m  Höhe  in  Betracht,  in  denen  Sie  sowohl  Kohle  als  auch  Holz 
vergasen  köanen. 

Dritte  Antwort:  Wenn  die  neue  Wanne  von  einem  erfahrenen 
Fachmann  gebaut  wird  und  die  Brenner  richtig  konstruiert  und  angelegt 
B;nd,  so  arbeiten  beide  Systeme  gleich  gut;  jedoch  sind  für  eine  so  große 
Wanne,  die  täglich  20000  kg  geschmolzenes  Glas  liefern  soll,  seitlich 
angelegte  Brenner  vorzuziehen.  Der  Schmelzraum  ist  hier  zu  groß,  so 
deß  die  Flamme  von  rückwärts  nicht  so  intensiv  durch  den  langen 
Scbmelzracm  wirken  kann,  wie  bei  seitlich  liegenden  Brennern.  Die 
Wanne  müßte  mindestens  8— 8  50  m  lang,  3,50  m  breit  und  1  m  tief  sein. 
Neben  Kohle  kann  auch  Holz  vergast  werden;  trockenes  Holz  liefert  ein 
heizkräftigeres  Gas  als  Braunkohle.  Man  kann  auch  Holz  und  Kohle  ge- 
mischt vergasen,  oder  es  wird  ein  Generator  nur  für  die  Holzvergasang 
eingerichtet.  Allerdings  macht  die  Zerkleinerung  des  Holzes  etwas  viel 
Unkosten,  denn  die  LäDge  der  zu  vergasenden  Stücke  soll  höchstens  25  cm 
betragen.  Der  Generator  für  Holz  maß  höher  sein  als  bei  Kohle,  damit 
das  Hulz  nicht  durchbrennt;  letzteres  braucht  eine  geringere  Laftzufüh- 
rung,  was  zu  beachten  ist.  * 

Vierte  Antwort:  Wie  mir  bekannt  ist,  sind  die  besten 
Resultate  mit  länglichen  Wanneu  mit  rückkehrender  U-Fiamme  erzielt 
worden.  Eine  Flaschenwanne  von  20  000  kg  Leistung  an  fertigem  Glas 
in  24  Standen  soll  mindestens  8  m  breit  und  11  m  lang  sein.  Der  Glas- 
stand  beüägt  1,10  m,  Bodaß  die  Wanne  etwa  96  cbm  Glas  fassen  kann, 
Manchmal  wählt  mau  ein  noch  größeres  Verhältnis  zwischen  Länge  und 
Breite  der  Wanne,  was  teilweise  vom  Brennstoff  abhängt.  Je  gasreicher 
der  Brennstoff,  (>••»  desto  längere  Flamme  läßt  sich  erzielen  uud  umso 
länger  kai.n  die  Wanne  gebaut  werden.  D.jm  Brennstoff  sind  auch  die 
Breuner  anzupassen.  Holz  als  Bieunttoff  wird  in  der  Glasindustrie  oft 
gebrancbt,  uud  es  sind  damit  sehr  glinstige  Resultate  erzielt  worden. 
Es  gibt  ein  ziemlich  heizkräftiges  Gau,  um!  die  Verbrennung-temperatur 
des  Holzgases  liegt  höher  als  die  des  Kohlengases,  was  für  Glas  von 
hohem  Wert  ist.    Zum  Holzvergaeen  eignen  eich  die  Planrostgeneratoren, 

6.  Ich  baue  eine  Wanne  für  grüne  Flaschen  von  9,20X5,80  m  mit 
einem  Glasstand  von  1  m  und  einem  Inhalt  von  etwa  58 — 60  t  Glas. 
Wieviel.  Gasgeneratoren  bind  dazu,  nötig,  um  den  Wannen-Ofen  sowie  die 
Kühlofen  mit  Gas  versorgen  zu  können?    Ich  habe  gute  Steinkohle  zur 

Verfügung;  wie  hoch  soll  der  Kamin  sein?  Ich  wollte  ihn  25  m  hoch, 
unten  1,25  m  und  oben  1  m  im  lichten  weit  machen;  ist  das  richtig? 
Welches  Kammer- Syriern  eignet  sich  für  diesen  Ofen  am  besten?  Sollen 
die  Kammern  der  Länge  nach  unter  dem  Ofen  oder  rückwärts  unten  am 
Ende  des  Ofens  der  Länge  nach  oder  quer  liegen?  Wie  lang,  breit  und 
hoch  sollen  die  Gas-  und  Luftkammern  sein? 

Erste  Antwort:  Beim  Lesen  dieser  Frage  muß  einen  wunder- 
nehmen, daß  Sie  nicht  gleich  die  Lieferang  von  Bau-  und  DeteiizeichnuDgen 
verlangen.  Stellen  Sie  eiumal  das  Baukapital  für  die  Wannenanlage  dem 
Honorar  gegeLÜber,  das  ein  Sachverständiger  für  die  Lieferung  sach- 
gemäßer Baupläne  valangt,  so  müssen  Sie  zu  de.m  Ergebnis  kommen,  daß 
Sie  am  falschen  Ort  sparen  wollen  und  daher  verschwenden.  Um  die 
Anzahl  der  nötigen  Gaserzeuger  augeben  za  können,  genügt  die  allgemeine 
Angabe  „gute  SteinkoLlt"  nicht;  mau  müßte  auch  Heizwert,  Beschaffenheit 
und  Verhalten  der  Kohle  keuueu.  Ebenso  verhält  es  sich  mit  dem  Gag- 
verbrauch für  die  Kublöfen,  deren  Größe  und  Anzahl  bekannt  sein  mÜBsen. 
Letztere  werden  aber  wieder  bestimmt  durch  die  Art  der  erzeugten  Flaschen. 
Für  eise  derartige  Aulage  ist  ein  Schornstein  von  25  m  Höhe  zu  niedrig, 
ganz  abgesehen  davon;  daß  es  auch  auf  die  örtlichen  Verhältnisse  ankommt. 
Ein  ausjtkiiend  hoher  Schornstein   ist  aber  mit  Uruudbelinguug  für 


den  guten  Gang  einer  Wanne.  Welches  Kammer-System  zu  wählen  ist, 
hängt  ab  von  den  Grundwasserverhältnissen  und  der  Beschaffenheit  des 
Baugeländes.  Erlauben  es  die  Terrainverhältnisse,  so  wählt  man  stehende 
Kammern,  da  diese  leichter  zu  reinigen  sind.  Wie  die  Kammern  am 
vorteilhaftesten  anzulegen  sind,  hängt  gleichfalls  von  den  gegebene»  Ver- 
hältnissen ab,  ohne  deren  Kenntnis  sich  kein  praktischer  Vorschlag  machen 
läßt.  Grundsatz  ist,  daß  man  den  Unterofen  so  zum  Oberofen  anordaet, 
daß  die  Wärme  möglichst  gebunden  bleibt.  Wie  schon  ausgeführt,  richten 
sich  die  Dimensionen  der  Gaskammern  nach  der  Güte  des  Generatorgases 
und  nach  der  durch  die  Grnndverbältnisse  bedingten  konstruktiven  Durch- 
führung der  Kammern;  letzteres  gilt  auch  für  die  Lnftkammern. 

Zweite  Antwort:  Es  ist  stets  von  großem  Vorteil,  die  Genera- 
toranlage mit  drei  Generatoren  auszurüsten  und  die  Größe  der  einzelnen 
Gaserzeuger  so  zn  wählen,  daß  man  im  Notfalle  auch  ein  paar  Tage 
mit  nur  zwei  Geoera*o'en  durchkommen  kann.  Außerdem  ist  es  ratsam,  ein 
Generatorsystem  zu  wählen,  das  für  die  Vergasung  fast  aller  Brennstoffe 
geeignet  ist  —  Schachtgeneratoren,  genügend  hoch  erstellt,  bieten  diesen 
Vorteil  — ;  nur  auf  diese  Weise  ist  man  gegen  alle  Zufälle  geschützt. 
Für  Ihre  Wannenanlage  wären  demnach  3  Schachtgeneratoren  von  1,20  m 
Breite,  100  m  Tiefe  und  3  50  m  Höhe  im  Lichten  nötig.  Wie  hoeh  der 
Kamin  sein  muß,  häBgt  von  den  örtlichen  Luft-  bezw.  Zagverhältnissen 
ab  Bei  guten  Zugverhältnissen  ist  die  von  Ibnen  angegeben'  Kamiu- 
g  öße  genügend,  andernfalls  aber  wäre  der  Schornstein  zu  klein  und  zn 
niedrig  bemessen,  und  er  müßte  wenigstens  32—35  m  hoch  sein  bn  einer 
unteren  lichten  Weite  von  15  m.  Welches  Kammersystem  —  ob  liegende 
oder  stehende  Kammern  —  sich  für  Ihren  Ofen  am  besten  eignet,  hängt 
ebenfalls  von  den  örtlichen  Verhältnissen  ab;  in  Bezug  auf  den  Ofengang 
ist  bei  richtiger  Bauausführung  das  eine  so  gut  wie  das  andere,  und  das 
gleiche  gilt  auch  von  der  Stellung,  sowie  von  der  Länge,  Breite  und  Höhe 
der  Kammern.  Als  Anhaltspunkt  diene  Ihnen,  daß  Sie  Kammern  von  je 
8  cbm  Gitterwerk  benötigen. 

Dritte  Antwort:  Eine  so  große  Wanne  dürfte  4  Generatoren 
erfordern,  um  das  nötige  Gas  zum  Schmelzen  und  für  die  Kühlöfen  za 
erzeugen,  und  zwar  wären  sie  so  groß  anzulegen,  daß  3  im  Betrieb  sind 
und  einer  als  Reserve  bereit  steht.  Bei  Steinkohle,  die  zur  Schlacken- 
bildung  neigt,  gibt  es  oft  Reparaturen  am  Generator,  und  dadurch  wird 
ein  Reservegenera'or  nötig.  Bei  hohem  Gelände  und  freiem  Luftzug  würde 
eine  Höhe  von  25  m  für  den  Kamin  genügen,  eine  untere  Weite  von 
1,30  m  und  eine  obere  von  1  m  im  lichten  i«t  richtig.  Die  Anordnung 
der  Kammern  richtet  sich  nach  den  örtlichen  Verhältnissen  und  nach  der 
Stellung  der  Generatoren  zum  Ofen ;  dabei  spielt  es  keine  besondere  Rolle, 
ob  die  Kammern  seitlich  oder  rückwärts  liegen  Am  besten  bringt  man 
sie  dort  an,  wo  sie  am  wärmsten  gehalten  werden,  und  richtet  sich  dabei 
auch  nach  den  Zuströmungs-  und  Abzugskanälen.  Welches  System  am 
vorteilhaftesten  ist,  wird  der  ausführende  Fachmann  am  besten  an  Ort 
und  Stelle  beurteilen  köanen.  Die  Größe  der  Gaskammer  dürfte 
3  60X1,20X1,50  m  betragen,  die  der  Luftkammer  3,60X1,40X1,50  m 
Möglicherweise  können  die  Kammern  noch  etwas  größer  gemacht  werden. 

Vierte  Antwort:  Diese  Flaschenglaswanne  von  92  m  Länge, 
5.8  m  Breite  und  1  m  Glasrtand  kann  etwa  11500  kg  Glas  =  22  bis 
23  000  Flaschen  in  24  Stunden  leisten  und  verbraucht  bei  richtiger  Kon- 
struktion zum  Schmelzen  etwa  100  kg  Kohle  auf  100  kg  fertiges  Glas 
oder  mit  Nebenöfen  gerechnet  etwa  125 — 150  kg.    Es  müssen  daher 

täglich       ^|qq       —  *7  250  kg  Kohle  vergast  werden.    Wenn  8ie 

Planrostgeneratoren  wählen,  eo  können  Sie  auf  1  qm  Rostfläche  80  kg 
Koble  pro  Stunde  vergasen,  und  die  Generatoren  müssen  demnach  Roste  von 

17  250 

24X80 =  ^  ^m  ßaDen-    Wenden  Sie  aber  Druckluft  aB,  so  genügten 

7 — 7,6  qm  Rostfläche.  Nehmen  Sie  jeden  Generator  mit  1,5  qm  Rost  an, 
so  benötigen  Sie  6  Generatoren,  ev.  noch' einen  als  Reserve'  Die  Be- 
rechnung des  Schornsteines  ist  hier  nicht  am  Platze,  aber  jedenfalls 
dürfen  Sie  den  Schornstein  nicht  unter  35  m  hoch  bauen,  wenn  Sie  gnte 
Betriebsresultate  erzielen  und  den  Ofen  nach  Belieben  regulieren  wollen. 
Oben  soll  der  Sahornstein  mindestens  1,10«  m,  unten  1,40  m  im  Lichten 
haben,  und  er  muß  jedenfalls  auf  Winddraok  und  Kantenpressung  be- 
rechnet werden.  Beim  Ofenbau  ist  besonders  viel  Aufmerksamkeit  auf 
die  richtige  Konstruktion  der  Brenner,  auf  die  Kanalqaerschnitte  und  die 
Abmessungen  der  Luft-  und  Gaskammer  zu  verwenden,  ebenso  auf  die 
Lage  der  Generatoren.  Liegen  diese  nahe  am  Ofen,  so  daß  das  Generator- 
gas noch  ziemlich  heiß  in  die  Kammern  gelangt,  dann  muß  man  die 
Lnftkammern  etwa  um  '/b  größer  bauen  als  die  Gaskammern.  Auf  jeden 
Fall  soll  jede  Kammer  nicht  uuter  V»  des  Ofeninhaltes  ausmachen.  Höhe, 
Breite  und  Länge  der  Kammern  hängen  von  den  örtlichen  Verhältnissen 
ab.  Liegt  das  Grundwasser  sehr  tief,  so  daß  die  Generatoren  auch  tief 
debant  werden  köanen,  und  die  Wanne  ist  hoch  gelegt,  dann  können 
g  e  Regeueratorkammern  unter  der  Wanne  im  Kellergeschoß  untergebracht 
werden.  Steht  aber  das  Grundwasser  hoch,  so  soll  man  lieber  die 
Kammern  hinter  der  Wanne  aufstellen,  denn  es  ist  immer  ratsamer,  sie 
höher  als  länger  zu  machen.  Dies  alles  muß  reiflich  an  Ort  nnd  Stelle 
Uberlegt  werden.  Sie  würden  sich  sehr  viel  Aerger  und  Kapital  er- 
sparen, wenn  Sie  sich  an  eine  tüchtige  Ofenbaufirma  wendeten.  Eine 
derartige  Wanne  kostet  jetzt  über  1  Million  Mark  und  zum  Bau  muß 
man  viel  Erfahrung  hüben.  Vor  allem  muß  man  sich  hüten  vor  einem 
größeren  Kohleverbrauch,  als  er  in  gut  konstruierten  0«fen  zulässig  ist, 
dann  vor  zu  tiefgelegten  Kanälen,  die  vom  Grundwasser  immer  Feuchtig- 
keit aufnehmen,  und  schließlich  vor  zu  niedrigem  Schornstein,  da  sich 
der  Ofen  sonst  schlecht  regulieren  läßt. 

7.    Wer  liefert  Kühlöfen  für  elektrische  Beheizung? 
Antwort:    Elektrisch  beheizte  Kühlöfen  liefert  Hütteningenieur 
M.  von  Reiboldt  in  Coburg. 


Nene  Fragen. 
Keramik. 

Ii.  Welches  ist  die  Zusammensetzung  einer  Bleischmelze  oler  Blei  - 
fritle,  die  den  Bedingungen  der  Thorpe'achen  Rtgel  in  Bezug  auf  die  Lö»- 


1922.    (56.  |ategißlf)lg,)) 


SPRECH  SAAL  —  COBURQ. 


Nr.  3  —  33 


Uehkeit  von  Blei  genügt  und  dennoch  genügend  leichtflüssig  ist,  um  in  einem 

Schneizofen  geschmolzen  werden  zu  können? 

IS.    unsere  Gießmasse  (Schlicker)  für  Biskuit- Porzellan  aus: 

Dölauer  Kaolin  '•    '    .  27  G.-T. 

Mügelner  Kaolin   21  „' 

Martinrodaer  Sand  18  „ 

Boerstrand-Spat  18  „ 

Kalktuff   '3  „ 

Soda-Zusatz   V»  9r  auf  1  k9 

hat  eine  zu  starke  Schwindung,  etwa  22°l0-    Wir  bitten  um  Angabe  eines 

Versatzes,  möglichst  aus  den  gleichen  Materialien,  mit  einer  Schwindung 

von  lB—18'lo. 

16  Wie  stellt  man  Graphitstopfen  am  billigsten  her,  und  welche 
Mischung  kommt  dafür  in  Betracht? 

17.  Steht  einwandfrei  fest,  daß  der  Tunnelofen  unter  Berücksichti- 
gung aller  Eigenheiten  der  rationellste  Ofen  zum  Brennen  von  Schamotte- 
ofenkacheln ist,  oder  sind  Zweifel  möglich? 


Glas. 

12.  Wir  beabsichtigen  die  Fabrikation  von  Linsen,  Menisken^  und 
andern  Gläsern,  die  für  die  Optik  Verwendung  finden  sollen,  einzurichten 
und  benötigen  dazu  einen  Kammer-  oder  Doppelkammer  ofen,  dessen  Glüh- 
räume ca.  400X500  mm  groß  sein  müssen  und  der  mit  Od-  oder  elektri- 
scher Heizung  beirieben  werden  kann.    Wer  liefert  derartige  Anlagen? 

13.  Wer  liefert  eine  Anlage  zur  Entbleiung  von  stark  bleihaltigem 
Herdglas  ? 

14.  Wieviel  an  Gewicht  Arsenik  erfordert  äußerst  ein  offener  Hafen 
von  8  Ztr.  Glasinhalt  zum  Blankwerden  anstelle  des  Blasens  mit  Holz  oder 
dergleichen?  Sind  Glaubersalz  und  Salpeter  ein  Ersatz  für  Läuterungs- 
mittel ? 


+  Verschiedenes. 

1.  Seit  einiger  Zeit  werden  kalkhaltige  Gießmassen  hergestellt,  wo- 
raus unter  Zusatz  von  Sand  verschiedener  Körnungen  und  Arten,  je  nach 
dem  gewünschten  Produkt,  in  Gipsformen  Hohlgefäße  hergestellt  werden. 
Wie  ist  die  Zusammensetzung  derartiger  Massen,  und  welche  chemischen 
Vorgänge  kommen  beim  Erstarren  in  Frage?  Die  Massen  werden  auch 
stellenweise  durch  Beizen  dekoriert ;  womit  werden  z.  B.  die  braunen  Dekore 
erzielt  ? 


Zur  Beachtung1 


Die  geschätzten  Mitarbeiter  und  Antwortgeber  bitten 
wir  dringend,  das  Papier  bei  Manuskripten  (auch  Frage- 
beantwortungen!) nur  einseitig  und  nicht  so  eng  beschrei- 
ben zu  wollen,  um  den  Setzern  die  Setzarbeit  und  uns  die 
Durchsicht  der  Schriftstücke  zu  erleichtern. 


Sprechsaal  -  Kalender 
1922 

Preis  "   Gebunden  bei  freier  Zu- 

 '.  sendung  für  Deutschland, 

Deutsch  -  Oesterreich  M  13. — , 
Tschechoslowakien  und  Ungarn 
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stehender Währung:  Frs  5.—, 
Lire  5.—,  Sh  4.—,  Dollar  1.—, 
Kroner  3.B0,  Flh  2,50. 

Geschäftsstelle  des  Sprechsaal 
Coburg. 


Nach  kurzer  Krankheit  ist  das  Mitglied  unseres 


Aufsichtsrats 


i  Herr  Diedric 


Inhaber  der  Firma  D.  F.  Rabe  &  Co. 

am  11.  Januar  uns  durch  den  Tod  entrissen  worden. 

Wir  trauern  aufrichtig  um  diesen  lieben  Freund, 
der  uns  jederzeit  ein  bewährter  Berater  und  warmer 
Förderer  unseres  Unternehmens  gewesen  ist.  All- 
zufrüh haben  wir  ihn  verlieren  müssen ;  wir  werden 
seiner  immer  in  Treue  gedenken. 

Fürstenberg- Weser,  13.  Januar  1922. 

flufsiehtsrat  und  Vorstand 
der  Fürstenberger  PorzellanfabriK- 


Wir  erfüllen  hiermit  die  traurige  Pflicht,  Nachricht  zu  geben  von  dem  am 
12.  Januar  erfolgten  Hinacheiden  unseres  hochverehrten  Mitarbeiters,  des 

Herrn  Direktor  Dr.  Heinrich  Lange 

in  Kahla. 

Wir  betrauern  in  dem  Verstorbenen  ein  Vorbild  an  Pflichtgefühl  und  Fleiß,  dessen 
reiche  Erfahrungen  uns  große  Dienste  geleistet  haben. 

Seine  edle  Gesinnung  und  sein  vornehmer  Charakter  werden  ihm  ein  dauerndes 
Andenken  sichern. 

Kahla  i.  Thür.,  Hermsdorf  i.  Thür.,  Freiberg  i.  S.,  Zwickau  i.  S.,  den  13.  Januar  1922. 

Der  Vorstand  der  Porzellanfabrik  Kahla. 


XVllla  —  Nr.  ä 


St  - 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


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keramischen  Steindrucks  mit 
schönem  E  mailuntergrund 
wird  gegen  gute  Bezahlung 
zu  erwerben  gesucht.  Auf 
Wunsch  wird  der  Inhaber 
dieses  Verfahrens  in  Lebens- 
stellung aufgenommen.  An- 
gebote unter  E  3612  an  die 
Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 


beim  Mea-  u.  Umbau  v.  Fabriken. 
Schmelzöfen  und  Generatoren, 
Betriebsstörung  usw.  ert. 
M.  ¥■  Reiboldt,  Coburg*. 


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die  Fabrikation  von  Glanen  aufzuneiimen. 

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vorhanden.  DUIlu  iBlyUHIUy  gangbaren  Artikels  bezw. 
Einrichtung  der  Fabrik  gewährt.  Diskretion  zugesichert. 
Vorschläge  unter  ü  519  an  die  Geschäftsstelle  des  Sprech- 
saal erbeten. 


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der  Glasindustrie 
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Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 


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schäftsstelle des  Sprechsaal. 


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packung wird  wieeübtich  berechnet.  Zahlbar  gegen  Duplikatfracht- 
brief.    Anfragen  unter  E  3553  an  die  Geschäftsstelle  des  Sprechsaal 


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Verfügung.   Anfragen  unter  E  3563  an  die  Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 


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Henning  &  Wrede,  Ingenieure,  Dresden. 


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Einbrennen  auf  Porzellan,  sowie  alle] 
anderen  Drucksachen.  [439] 

Georg  Bätz, 

Druckerei, 
Kassel,  Frankfurterstraße  74. 


Tassen. 

konisch  nnd  Tee,  Goldband  und  Linie,  I 
für  Export  sofort  größere  Posten! 
lieferbar.  G  fl.  Anfragen  unter I 
E  3596  an  die  Geschäftsstelle  des) 
Sprechsaal  erbeten. 


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deckein,  können  vorteilhaft  geliefert1 
werden.    Anfragen  unter  „Kruken" 
an  die  Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 


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Stücken  prompt  lieferbar.  Anfragen 
unter  D  3527  an  die  Geschäftsstelle 
des  Sprechsaal. 


(65. 


•oburg,  den  So.  Januar  1*88. 


Kummer  4 


Zeitschrift  für  die  Keramischen,  Glas-  und  verwandten  Industrien. 


Prämiiert:  Brüssel  1 888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bugra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Pr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


Fernsprechanschluü  Nr.  59./  relegr.-Adresse  Spreeau  it 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto :  Cobarg-Gothaische  Bank  A.-G.,  Coborg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  durch  die  Post  vierteljährlich  Jl  14. —  unter  Streifband  M  40.—. 
Anzeigren:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  1.—  (Stellengesuche  30  *f.). 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  B.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Tunnelöfen  in  der  Feinkeramik. 

Von  P.  Buresch,  Obericgenienr, 
Prokarist  der  Keramischen  Tanndofenbaa-Gesellachaft  m.  b.  H ,  Saarau. 

Zu  i  dem  unter  obiger  Ueberschrift  in  verschiedenen  Fach- 
zeitschriften veröffentlichten  Aufsatz  des  Herrn  C.  Roschmann, 
der  sich  im  Gegensatz  zu  seiner,  gemeinsam  mit  der  Firma 
Banzlauer  Werke,  Lengersdörff  &  Co.  ausgeführten  Kon- 
struktion mit  unserem  iSystem  befaßt,  sehen  wir  uns  veran- 
laßt, das  nachstehende  zu  erwidern.  Wir  haben  dazu  umso- 
mehr  Veranlassung,  als  in  dem  zweiten  Absatz  des  genannten 
Artikels  auch  deutlich  ausgesprochen  ist.  daß  die  in  den  letzten 
Wochen  veröffentlichte  Anzeige  der  Bunzlauer  Werke  „Zar 
Tunnelofenfrage"  mit  ihrer  Einleitung:  „Um  den  unwahren  Aus- 
streuungen der  Konkurrenz  die  Spitze  abzubrechen  usw." 
speziell  auf  unsere  Firma  gemünzt  sein  soll.  Wir  sind  des- 
halb Herrn  Roschmann  dafür  dankbar,  daß  er  durch  seine  Ver- 
öffentlichung uns  Gelegenheit  bietet,  auch  gleichzeitig  zu  dieser 
Anzeige  Stellung  zu  nehmen. 

Zunächst  steht  fest,  daß  der  Fangeron-Ofen  der  einzige 
Kanalofen  ist,  welcher  seit  mehr  als  15  Jahren  sich  auch  in 
seiner  ursprünglichen  Ausführung  mit  direkter  Feuerung  in 
den  verschiedensten  keramischen  Industrien  aufs  beste  bewährt 
hat  und  daß  alle  Nachahmungen  und  unzähligen  Patente, 
welche  besonders  in  den  letzten  Jahren  angemeldet  worden 
sind,  sich  von  vornherein  auf  die  mit  unserem  System  erzielten 
Erfolge  und  auf  die  Erkenntnis  stützen,  daß  das  mit  dem 
Faugeron-System  eingeführte  Prinzip  das  einzig  richtige  ist. 
Dies  gilt  auch  von  der  Konstruktion  A.  E.  G.  -  Roschmann- 
Lengersdorff. 

Es  ist  uns  wohlbekannt,  daß  die  A.  E  G.  die  von  Herrn 
Roschmann  als  „technischen  Fehler  bezeichnete  Gewölbeform 
bei  dem  Bau  ihrer  späteren  Oefen  außer  Betracht  gelassen  hat. 
Herr  Roschmann  bleibt  aber  den  Beweis  für  seine  Behauptung, 
daß  durch  diese  besondere  Gewölbeform  die  Feuerführung  be- 
einträchtigt und  erschwert  würde,  schuldig.  Wir  selbst  haben 
uns  bei  den  zahlreichen,  von  uns  ausgeführten  Anlagen  noch 
nicht  davon  überzeugen  können,  im  Gegenteil  haben  wir  bei 
verschiedenen  gelegentlich  unserer  Besuche  feststellen  können, 
daß  die  gewollte  Feuerführung  tatsächlich  erreicht  wird  und 
damit  die  beabsichtigte  Wirkung  auf  das  gleichmäßige  Vor- 
wärmen des  Brenngates  bis  zum  Eintritt  in  die  eigentliche 
Brennzone,  als  Vorbedingung  für  ein  einwandfreies  Aasbrennen 
der  Ware,  gewährleistet  ist.  Wir  sehen  jedenfalls  im  Gegen- 
satz zu  Herrn  Roschmann  bisher  in  der  Weglassung  dieser  be- 
sonderen Gewölbeanordnung  bei  seiner  Konstruktion  keinen 
Vorteil,  denn  es  ist  ja  nicht  nur  uns  bekannt,  daß  die  umge- 


bauten Oefen  in  Hennigsdorf  und  auch  der  in  der  Veröffent- 
lichung besonders  hervorgehobene  Ofen  4,  trotz  jetzt  5/4 jähriger 
Betriebs/,eit,  abgesehen  von  den  vorhergegangenen  außerordent- 
lichen Betriebsschwierigkeiten,  auch  heute  noch  etwa  zur  Hälfte 
gelbes,  blasiges  und  pockiges  Porzellan  liefert.  Nachdem 
dieser  Uebelwtand,  welcher  einem  anderen  Werke,  das  auf  Ver- 
kauf seiner  Erzeugnisse  angewiesen  ist,  den  Absatz  unmöglich 
machen  würde,  nicht  erst  seit  einiger  Zeit  auftritt,  sondern  von 
Anbeginn  vorhanden  war,  können  wir  ihn  nicht  auf  einen  viel- 
leicht zufälligen  Massef^hler  oder  auf  das  Einsetzen  etwas 
feuchter  Ware  zurückführen,  sondern  müssen  dies  der  durch 
die  Konstruktion  des  Ofens  bedingten  Feuerführung  zur  Last 
legen. 

Wir  haben  in  verschiedenen  unserer  mit  dem  „technischen 
Fehler"  der  direkten  Befeuerung  behafteten  Oefen  seit  einer 
Reihe  von  Jahren  mehrfach  Brennversuche  auch  mit  elektro- 
technischem, weiß  und  bunt  glasiertem  Porzellan  gemacht  und 
dabei  stets  —  trotzdem  diese  Oefen  niemals  dem  speziellen 
Artikel  in  ihrer  Betriebsweise  angepaßt  werden  konnten  — 
gute  Resultate  erzielt.  Herr  Roschmann  hat  anscheinend  ver- 
gessen, daß  auch  wir  Proben  aus  unseren  ersten  Oefen  in 
Hennigsdorf  besitzen,  welche  einwandfrei  gebrannt  sind.  Es 
sind  uns  auch  niemals  seitens  der  A.  E.  G.  Klagen  darüber  ge- 
äußert worden,  daß  unsere  Oefen  damals  etwa  auch  ständig 
40— 50  °/0  gelbes  und  pockiges  Porzellan  geliefert  hätten,  was, 
wenn  es  der  Fall  gewesen  wäre,  sicher  —  worin  uns  jeder 
Leser  beipflichten  wird  —  geschehen  sein  würde,  zum  mindesten 
gelegentlich  der  öfteren  Besuche,  die  von  unserer  Seite  In 
jenen  Jahren  in  Hennigsdorf  ausgeführt  worden  sind. 

Die  Behauptung,  daß  die  Ausführung  mit  direkter  Be- 
feuerung ein  „technischer  Fehler"  war,  wird  also  Herr  Rosch- 
mann wohl  selbst  ernstlich  nicht  verteidigen  wollen.  Jedenfalls 
arbeiten  sämtliche  Anlagen,  welche  wir  vor  dem  Kiiege  in 
einer  Anzahl  von  einigen  2s0  Oefen  im  In-  und  Auslande 
errichtet  haben,  soweit  uns  einmal  Nachrichten  darüber  vorliegen 
(Polen  und  Rußland  z.  B.  ausgenommen)  und  soweit  wir  zum 
anderen  irgend  welchen  E.ofiuß  auf  die  Betriebsweise,  z.  B. 
bei  Wechsel  des  Brennstoffs  oder  der  zu  brennenden  Ware, 
gehabt  haben,  noch  heute  zur  vollen  Zufriedenheit  ihrer  Besitzer, 
wie  wir  dies  stets  durch  Zeugniste  belegen  können. 

Es  ist  uns,  wie  wahrscheinlich  auch  jedem  anderen  Fach- 
mann, nicht  verständlich,  wie  Herr  Roschmann  die  Durchführung 
der  direkten  Befeueruag  zu  einer  Zeit,  als  die  Gasfeuerung  im 
allgemeinen  noch  in  den  Kinderschuhen  steckte  und  im  be- 
sonderen für  keramische  Oefen  überhaupt  noch  nicht  eingeführt 
war,  als  „technischer  Fehler"  bezeichnen  kann.    Haben  wir 


34  —  Nr.  4 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


im  (68.  Jahrgang.) 


doch  selbst  bis  heute  noch  kaum  einen  Drehrostgenerator, 
welcher  z.  B.  unsere  deutschen  Rohbraunkohlen  mit  voller 
Gewährleistung  und  gleichmäßigem  wirtschaftlichen  Nutzeffekt 
vergast. 

Wir  dürfen  ferner  hoffen,  daß  die  gesamte  fachmännische 
Leserschaft  der  verschiedenen  Zeitungen,  in  welchen  unsere 
Anaeigen  erscheinen,  diese  mit  etwas  größerer  Aufmerksamkeit 
liest,  als  Herr  Roschmann  dies  zu  tun  scheint,  um  seine  Be- 
hauptung, daß  die  Faugeron-Oefen  heute  genau  noch  wie  vor 
15  Jahren  meistens  mit  direkter  Befeuerung  gebaut  werden, 
ohne  weiteres  als  widerlegt  zu  betrachten.  Bisher  inserierten 
die  Bunzlauer  Werke  bekanntlich:  „Ein  Ofen  im  Betrieb,  zwei 
im  Bau",  demnächst  wird  es  heißen:  „Drei  Oefen  im  Betrieb  , 
sobald  nämlich  der  zweite  Ofen  in  Margaretenhütte  abgenommen 
sein  wird.  Wir  inserierten:  „Bin  Ofen  für  Gasfeuerung  im 
Betrieb,  drei  G  aeöfen  im  Bau",  nnd  werden  neuerdings  inserieren: 
„Fünf  weitere  Oefen  für  Gasfeuerung  in  Auftrag",  welche  im 
Laufe  dieses  Jahres  zur"  Ausführung  kommen.  Damit  dürfte 
obige  Behauptung  wohl  erledigt  sein,  und  wir  können  hinzu- 
fügen, daß  wir  z.  Zt.  nicht  einen  einzigen  Ofen  für  direkte 
Rost-  oder  Halbgasfeuerung  unter  unseren  verschiedenen 
Projekten  in  Bearbeitung  haben.  Trotzdem  würden  wir  auch 
heute  noch  da,  wo  es  die  speziellen  Verhältnisse  aus  dem  oder 
jenem  Grunde  erheischen,  keinen  Anstand  nehmen,  noch  Oefen 
mit  Rost-  oder  Halbgasfeuerung  vorzuschlagen,  bei  denen  wir 
übrigens,  was  freilich  Herrn  R.  nicht  bekannt  sein  mag,  in  den 
letzten  Jahren  ebenfalls  verschiedene  Verbesserungen  durch- 
geführt haben. 

Nicht  wegen  der  Erfolge  der  A.  E.  G -Roschmann-Lengers- 
dorff'schen  Konstruktion  in  Bezug  auf  Gasfeuerung  der  Tunnel- 
öfen, sondern  trotzdem  diese  mit  offenbaren  Schwierigkeiten  zu 
kämpfen  hatten,  ist  Verfasser  dieses  im  Jahre  1918,  bald  nach- 
dem er  die  Bearbeitung  der  Geschäfte  der  T.  O.  B.  G.  übernommen 
hatte,  daran  gegangen,  eine  im  Interesse  des  Betriebes  und  der 
Bedienung  möglichst  einfache  und  sichere  Konstruktion  für 
Gasfeuerung  bei  den  Tunnelöfen  auszuarbeiten,  in  der  Ueber- 
zeugung,  daß  auch  in  der  keramischen  Industrie  sich  die 
Forderung  nach  einer  modernen  Umgestaltung  des  ganzen 
Brennbetriebes  durchsetzen  müßte,  obwohl  man  gerade^  in 
dieser  mit  alteingewurzelten  Vorurteilen  und  Ansichten  über 
die  richtigste  Brennmethode  für  ihre  mannigfachen  Fabrikate 
zu  rechnen  hatte.  So  kam  es  auch,  daß,  obwohl  wir  bei  den 
zahlreich  uns  vorliegenden  Anfragen  immer  Generatorgas- 
feuerung vorschlugen,  erst  das  Jahr  1920  zur  Erteilung  des 
ersten  Auftrages  führte.  Der  betreffende  Ofen  ist  dann  im 
Frühjahr  des  vergangenen  Jahres  in  Bau  genommen  und  im 
September  für  Porzellanbrand  in  Betrieb  gesetzt  worden. 
Innerhalb  10  Tagen  war  der  Ofen  ohne  jeden  Anstand  auf 
Garbrandtemperatur  hochgeheizt  und  ohne  daß  sich  dabei  die 
geringste  Explosion  ereignet  hätte.  Seit  dieser  Zeit  arbeitet  der 
Ofen,  nachdem  unser  Personal  noch  mehrere  Wochen  vor  der 
vorgesehenen  Zeit  von  der  Firma  entlassen  worden  war,  weil 
die  Bedienung  desselben  ruhig  den  eigenen  Leuten  überlassen 
werden  konnte,  ununterbrochen  und  zu  voller  Zufriedenheit. 
Abgesehen  von  dem  Besetzen  und  Entleeren  der  Wagen,  welche 
Arbeit  von  einer  besonderen  Kolonne  Arbeiter  ausgeführt  wird, 
beansprucht  der  Ofen  kein  besonderes  Personal,  da  der  Mann, 
welcher  den  Generator  bedient,  gleichzeitig  auch  den  Gang  des 
Ofens  beaufsichtigt.  Es  ist  damit  wohl  der  beste  Beweis  ge- 
liefert, daß  unsere  Lösung  der  Befeuerung,  bei  leichter  und 
bequemer  Einstellung  der  vorgewärmten  Luft,  und  des  Gases, 
einfacher,  sicherer  und  praktischer  kaum  gedacht  werden  kann. 
Inzwischen  haben  unsere  allgemeinen  jahrelangen  Erfahrungen 
im  Betriebe  der  Tunnelöfen  für  die  verschiedensten  Produkte 
zu  weiteren  Verbesserungen,  besonders  für  Oefen  mit  größeren 
Abmessungen,  welche  den  veränderten  ganzen  wirtschaftlichen 
Verhältnissen  entsprechen,  geführt,  die  zum  Teil  in  den  z.  Zt. 
im  Bau  befindlichen  drei  Anlagen  bereits  berücksichtigt  sind. 

Wir  sind  überzeugt,  daß  bei  der  komplizierten  Anordnung 
der  sehr  zahlreichen  und  noch  dazu  unübersichtlichen  Brenner 
der  Roschmann-Lengersdorff'schen  Konstruktion,  welche  un- 
bedingt Reingas  erfordert,  eine  so  einfache  Inbetriebsetzung 
und  spätere  Bedienung  niemals  möglich  ist,  und  soweit  wir 
informiert  sind,  sollen  auch  in  Margaretenhütte  verschiedene, 
sehr  heftige  Explosionen  aufgetreten  sein,  welche  allerdings 
wohl  ohne  Schaden  abgelaufen  sind,  da  die  neuen  Anlagen, 
Explosionsklappen  usw.,  richtig  funktionierten.  Man  muß  hier 
aber  bedenken,  daß  bei  der  Inbetriebsetzung  einer  solchen  An- 
lage alle  beteiligten  Firmen  unbedingt  ihr  zuverlässigstes 
Personal  zugezogen  haben  und  daß  dabei  mit  aller  Sorgfalt 
vorgegangen  worden  sein  wird.  Da  aber  selbst  bei  Verwendung 
von  Reingas,  das  nebenbei  alle  möglichen  kostspieligen  und 
umfangreichen  Nebenanlagen  erfordert,  der  Ofen  von  Zeit  zu  Zeit 
einmal  wird  stillgelegt  werden  müssen  und  die  Kanäle  für  Gas 
und  Luft  sehr  schwer  nach  einem  längeren  Betriebe  auf  ihre 
abaolute  Dichtigkeit  kontrolliert  werden  können,  so  halten  wir 


es  für  sehr  wahrscheinlich,  daß  später  recht  unangenehme* 

Schwierigkeiten  eintreten  werden.  Die  Verwendung  von  un^l 
gereinigtem  Gas  aber  hat  sich  nach  unserer  Kenntnis  schon 
bei  dem  Hennigsdorfer  Ofen  4  wegen  der  komplizierten  Luft- 
und  Gaskanalführung  als  völlig  unzweckmäßig  erwiesen,  worauf 
nicht  nur  die  lange  Dauer  hinweist,  ehe  dieser  Ofen  einiger- 
maßen funktionierte,  sondern  eben  auch  der  Umstand,  daß  man 
unbedingt  in  Margaretenhütte  auf  der  Einführung  von  Reingas 
bestand.  Und  trotzdem  war  auch  hier  noch  ein  ganzes  Viertel- 
jahr, von  Mitte  September  bis  Mitte  Dezember,  erforderlich, 
um  ein  z.  T.  wirklich  gutes  Resultat,  s'oweit  wir  bis  jetzt 
hören,  zu  erzielen,  während  unser  erwähnter  Ofen  innerhalb 
10  Tagen  glatt  in  Betrieb  kam  und  schon  während  der  ersten 
Inbetriebsetzung  mit  eingesetzten  Proben  anderer  Porzellan- 
fabriken, also  von  ganz  verschiedener  Massezusammenstellung, 
Glasurfluß  usw.  ein  überraschend  gutes,  einwandfreies  Ergebnis 
erzielte. 

Die  von  Herrn  Roschmann  ferner  noch  als  besondere  Vor- 
züge ihrer  Konstruktion  hervorgehobenen  Einzelheiten,  wie  Vor- 
wärmung der  Luft,  Ansaugung  derselben  durch  das  Druckgas 
jedes  einzelnen  Brenners  und  Einstellbarkeit  von  Gas  und  Luflf 
in  beliebigem  Verhältnis,  stoßfreier  Transpprt  der  Wagen  usw/ 
sind  so  selbstverständliche  Forderungen  einer  Gasfeuerung  undj 
des  Kanalofenbetriebes,  daß  es  sich  für  uns  wirklich  nichti 
lohnt,  näher  darauf  einzugehen. 

Um  jedoch  noch  kurz  auf  die  anfangs  erwähnte  Anzeige 
unserer  Konkurrenz  Roschmann  -  Bunzlauer  Werke  und  deren 
für  jeden  Uneingeweihten  zum  mindesten  recht  auffällige 
Fassung  zurückzukommen,  so  glaube  ich  diese  durch  meine 
vorstehenden  Ausführungen  auf  ihren  richtigen  Wert  zurück- 
geführt zu  haben  und  annehmen  zu  dürfen,  daß  die  gesamt« 
keramische  Industrie  sich  danach  ihr  eigenes  Urteil  darübeij 
bilden  wird.  Es  muß  jedenfalls  sonderbar  anmuten,  wenn  dii 
junge  Konkurrenz,  selbst  nur  auf  den  erzielten  unbestrittener 
und  unbestreitbaren  Erfolgen  des  Faugeron-Systems  aufbauend 
dieses  Prinzip  —  das  ihr  eigener  Lehrmeister  war  —  mit  soinei; 
dem  derzeitigen  Stand  der  Technik  durchaus  entsprechendes 
und  vorbildlich  wirkenden  Konstruktion  —  glaubt,  durch  solch« 
Veröffentlichungen  aus  dem  Felde  schlagen  zu  können  — 
oder:  zu  müssen? 

Wenn  die  allgemein  bekannten  Resultate  des  Hennigsdorfei 
Ofens  4  mit  ungefähr  40e/0  für  jedes  andere  Werk  unverkäuf 
liehen  Porzellans  als  große  Erfolge  von  unserer  K^nkurrens 
hingestellt  werden,  so  müssen  wir  erklären,  daß  bei  den  um 
zur  Bearbeitung  übergebenen  Projekten  von  den  betreffende! 
Firmen  gerade  diese  Ergebnisse  stets  als  Bedenken  gegen  di< 
Eignung  des  Tunnelofens  angeführt  wurden.  Das  Urteil  de) 
Fachwelt  steht  also  keineswegs  hinter  den  Lobpreisungen  de) 
Konstrukteure.  In  gleicher  Weise  erscheint  uns  die  Errungen 
schaft  in  Margaretenhütte  sehr  teuer  erkauft  zu  sein,  denn  wii 
uns  verlautete,  bestand  bereits  die  Absicht,  die  komplizierttl 
Brenneranordnung  durch  eine  andere  zu  ersetzen,  weil  sie  dii 
von  uns  oben  angedeuteten  Schwierigkeiten  bereitete. 

Hingegen  hat  der  mit  unserem  Ofen  spielend,  auch  füi 
die  erwähnten  fremden  Brennproben,  erzielte  Erfolg  unbeding 
dazu  beigetragen,  daß  uns  inzwischen  fünf  weitere  Oefen  mi 
Generatorgasfeuerung  für  die  Porzellanindustrie  zum  Bau  über 
tragen  wurden,  sodaß  wir  gegenüber  3  Oefen  der  Konkurren! 
9  Oefen  mit  Generatorgasfeuerung  in  Ausführung  haben. 

Wir  werden  uns  also  durch  die  nur  mit  den  ausgesuch 
testen  technischen  Schikanen  und  komplizierten  Nebenanlage» 
und  Apparaten  —  welche  heute  zudem  die  Errichtung  eine 
Tunnelofenanlage  fast  unerschwinglich  gestalten  — ,  anscheinen! 
errungenen  Erfolge  der  Konkurrenz  auf  dem  von  uns  ein 
geschlagenen  Wege  nicht  beirren  lassen,  eine  möglichst  ein 
fache,  auch  für  den  laufenden  Betrieb  sichere  und  mit  jeden 
Gas  funktionierende  Konstruktion  zu  liefern  und  deren  Ausbai 
nach  dieser  Richtung  unsere  größte  Sorgfalt  zu  widmen,  über 
zeugt,  daß  jeder  im  Betrieb  stehende  Fachmann  uns  darin  voll 
kommen  beipflichten  wird. 


Ueber  die  Verwendung  von  Leuchtfarben 
dekoren  in  der  Glas-  und  Keramindustrie 

Von  Otto  Parkert. 

(Nachdruck  vsrboten.) 

Bekanntlich  macht  sich  in  der  gesamten  Glas-  und  Koran 
industrie  das  Bestreben  geltend,  neue  Farbendekore  in  Ar 
wendung  zu  bringen,  und  da  gerade  in  Amerika  und  neuei 
dings  auch  in  Frankreich  die  Leuchtfarben  stark  in  die  industriell 
Verwertung  gezogen  werden,  so  hat  man  sich  auch  in  de 
Glasbranche  diesem  neuen  Dekore  zugewandt. 

Die  Herstellung  von  Leuchtfarben  beruht  auf  der  Nutzbai 
machung  von  Phosphoreszenzerscheinungen,  die  sich  bei  Vei 
wendung  von  Erdalkalisulfiden  und  Zinksulfiden  bemerkbs 
machen.    Zur  Herstellung  der  hierzu  notwendigen  Anstricl 


19S2.  (55.  jfiUiEgang.9 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  4  —  35 


masse  verwendet  man  ein  sogenanntes  Leuchtsteinmaterial,  das 
streng  genommen  auch  die  eigentliche  Grundlage  für  die 
Leuchtfarbenzusammensetzung  bildet.  Die  Leuchtsteine  setzen 
Bich  zusammen  aus  einem  Brdalkalisulfid,  einem  wirksamen 
Metall  und  einem  farblosen  Salz.  Als  Erdalkalisulfide  kommen 
in  Betracht :  Schwefelbarium,  Schwefelstrontium  oder  Schwef  el- 
calcium.  Als  wirksame  Metalle  verwendet  man  je  nach  dem 
Anwendungszwecke  Wismutsalze,  Mangan-  oder  Uransalze.  Als 
Plußmitttel  dient  dabei  Lithium-,  Natrium-  oder  Kaliumsalz. 

Hinsichtlich  der  Zusammenstellung  der  Leuchtmasse,  also 
des  Grundstoffes  der  sogenannten  Leuchtsteine,  bewahren  die 
Fabriken  tiefes  Stillschweigen,  und  die  Zusammensetzung  ist 
also  nur  wenigen  Erzeugern  bekannt.  Je  nach  der  letzteren 
erzielt  man  auch  violett,  grün,  rot,  gelb  oder  blau  leuchtende 
Dekore.  Aber  die  in  dieser  Richtung  hin  in  Fachkreisen  ge- 
machten Versuche  zeigten,  daß  die  Farbenwirkung  bei  Ver- 
schiebung der  Ausgangsmaterialien  eine  grundverschiedene 
wird,  sodaß  also  der  grüne,  violette,  blaue  oder,  rote  Farbenton 
auf  eine  besondere  Art  der  Zusammensetzung  der  Rohstoffe 
and  Metallsalze  zurückzuführen  sein  dürfte. 

Man  hat  in  Erfahrung  gebracht,  daß  die  Grundmasse  für 
die  Leuchtfarbensubstanz  in  den  meisten  Fällen  aus  Austern- 
schalen   besteht,    die  zunächst  in  heisem  Wasser  gereinigt 
and  dann  geglüht  werden.    Dann  entfernt  man  die  wertlose 
Rindensubstanz,    schüttelt    und    pulverisiert  das  gereinigte 
Material  und  bringt  es  schichtenweise,  abwechselnd  mit  Schwefel 
durchsetzt,  in  einen  Tiegel.    Nachdem  man  den  Tiegeldeckel 
sorgfältig  mit  Lehm  verschlossen  hat,  setzt  man  den  Tiegel 
wieder  einer  hohen  Temperatur  aus  und  sammelt  nach  dem 
Erkalten  das  unter  einer  Kalkkruste  liegende  Material,  das  dann 
dem  Lichte  ausgesetzt  und  mit  Leinöl  oder  Lack  vermischt  als 
Anstrichmasse  verwendet  wird.    Man  ist  aber  an  die  Benützung 
der  Austernschalen  durchaus  nicht  gebunden,  nachdem  man  aus 
Sulfiden  und  Hydrosulfiden  der  alkalischen  Erden  ebenfalls 
Leuchtmassen  herstellen  kann.    Für  deren  Zusammensetzung 
a  seien  hier  einige  Vorschriften  angegeben,  doch  soll  gleich  von 
I  vornherein  bemerkt  werden,  daß  man  die  nötige  Vorsicht  bei 
-  [der  Zusammenstellung  des  Materials  walten  lassen  muß,  da 
[schon  geringe  Abweichungen  Fehlresultate  zur  Folge  haben 
i  können. 

i\  Von  besonderem  Interesse  für  uns  ist  zunächst  die  so- 
a;  genannte  Baimainmasse,  welche  durch  ihre  violette  Ausstrah- 
mlung  zuerst  die  Aufmerksamkeit  auf  sich  lenkte.  Zu  ihrer 
ei  iZusammenstellung  benutzt  man  ein  Gemisch  von  20  g  Calcium- 


oxyd,  5,5  g  Schwefel,  2  g  Stärke,  1  ccm  Wismutnitratlösung. 
0.12  g  Kaliumchlorid,  0,14  g  Natriumchlorid,  das  längere  Zeit  im 
Muffelofen  auf  1200°  erhitzt  wird.    Will  mau  andere  Farben- 
wirkungen erzielen,  so  ändert  man  die  Zusammenstellung  der 
Grundstoffe.   Für  Gelb  beispielsweise  verwendet  man  Strontium- 
karbonat  100  g,  Schwefel  100  g,  Kaliumchlorid  0.5  g,  Natriumchlorid 
0,5  g  und  Manganchlorid  0,4  g.  Eiae  noch  einfachere  Zusammen- 
setzung erheischt  eine  grünleuchtende  Masse;  sie  setzt  sich 
zusammen  aus  60  g  Strontiumthiosulfat,  6  g  Urannitrat  und 
10—12  g  Wismutnitrat.    Eine  wesentliche  Aenderung  in  der 
Zusammensetzung  erfordert  dagegen  eine  rotleuchtende  Masse, 
welche  aus  44  g  Bariumkarbonat,  6,5  g  Schwefel,  1,2  g  Lithium- 
karbonat, 0,04  g  Natriumkarbonat  und  0,50  g  Rubidiumkarbonat 
besteht.     E«   sei   speziell   darauf  hingewiesen,  daß  zwecks 
rascherer  Lösung    der  Metallsalze   die   alkoholische  Lösting 
gewöhnlich  mit  einigen  Tropfen  Salzsäure  versetzt  wird.  Die 
Massen  werden,  wie  oben  angegeben,  geglüht,  und  es  ist  um- 
so vorteilhafte^  je  rascher  sie  abgekühlt  werden.  Wasser 
darf  man  selbstverständlich  zur  Abkühlung  nicht  verwenden. 
Am  besten  wirken  diejenigen  Leuchtmassen,  die  nach  dem 
Brande  ein  schön  weißes  Aussehen  zeigen, 

Die  Masse  kann  nun,  so  wie  sie  jetzt  gewonnen  ist,  für  "den 
eigentlichen  Dekorzweck  nicht  gleich  benützt  werden;  es  muß 
nun  eine  Belichtung  derselben  durch  Aussetzen  dem  Sonnen- 
lichte, dem  Auer-  oder  Quecksilberdampflichte  erfolgen.  Nach 
dieser  Belichtung  kann  man  speziell  in  der  Glas-  und  Keram- 
industrie  bereits  die  Leuchtmasse  verwenden,  da  sie  sich  mit 
dem  flüssigen  Glase  vermischen  oder  dem  Schmelzglasurüber- 
zuge  auf  Porzellanwaren  in  irgend  einer  Weise  einverleiben 
läßt.  Die  Wirkungsdauer  ist  dann  gewöhnlich  eine  ziemlich 
große.  Weniger  intensiv  wirken  die  Leuchtfarbenmassen,  wenn 
sie  zwecks  des  Auftrags  auf  die  Keram-  oder  Glasgegenstände 
durch  Vermischung  mit  Harzlacken  zu  einer  Anstrichmasse 
angerieben  werden.  Für  Glas,  Porzellan,  Zelluloid  und  ähnliche 
Materialien  verwendet  man  zum  Anrühren  der  Leuchtoaasse 
Kopallack  in  Verbindung  mit  Zaponlack.  In  diesem  Falle 
kann  man  die  Anstrichmasse  dann  beliebig  verdünnt,  sogar  mit 
der  Spritze  auftragen.  Auf  diese  Weise  lassen  sich  dann 
Dekore  auf  Glas-,  Porzellan-  und  Steingutwaren  herstellen. 
Für  diejenigen,  die  sich  mit  der  Zusammenstellung  der  Leucht- 
masse  selbst  nicht  abgeben  wollen,  dürfte  es  von  Interesse 
sein,  zu  hören,  daß  sich  bereits  Fabriken  mit  der  Herstellung 
fertiger  Leuchtfarben  für  Dekorzwecke  befassen. 


Wirtschaftlich-? 

Korrespondenzen. 

Arbeltcjublläum.   Eine  in  heutiger  Zeit  immer  seltener  werdende, 
recht  erbebend«  Feier  fand  am  14.  1.  22  vormittags  in  dem  Malersaale 
der  Firma  „Beyer  &  Bock,  Porzellanfabrik,  Schwarza",  statt.  Dort  hatten 
Sil  sich  Geschäftsinhaber  and  ein  großer  Teil  des  Personals  versammelt,  um 
„iin  einfach  wardiger  Weise  das  60  jährige  Arbeitsjubiläum  des  auch  in 
Rudolstädter  Burgerkreisen  wohlbekannten  Porzellanmalers  Herrn  Ernst 
Kohlstruek  zu  begehen.   Zunächst  wurde  dem  Genannten  seitens  des 
i  Fabrikbesitzers  Herrn  L  Mex  Beyer  herzlicher  Dank  für  seine  Treue  im 
an  i  Dienste  und  die  besten  Gluckwünsche  ausgesprochen.   Dann  überbrachte 
Herr  Kommerzienrat  Eduard  Müller  als  Vertreter  der  Handelskammer  zu 
»  Budolstadt  deren  WünBche  für  das  fernere  Wohlergehen  des  Jabilars,  der, 
rem  von  seinen  Chefs  und  von  seinen  Mitarbeitern  reich  beschenkt,  für  die  ihm 
^erwiesenen  Ehrungen  dankte. 

Personalien.  Mit  Beginn  des  neuen  Jahres  ist  der  bekannte 
Ingenieur  und  Keramiker  E.  M.  Bauer,  der  vor  37  Jahren  die 
Qaalhätsgeschirr-Porzellanfabrik  Hermann  Ohme  in  Niedersalzbrunn  er- 
baut und  seitdem  als  Direktor  und  Mitinhaber  geleitet  hat,  zum  Vor- 
standsmitglied der  Porzellanfabrik  Fraureuth,  A.-G,  bestellt  worden.  Herr 
Bauer,  der  in  den  Fachkreisen  der  Porzellanindustrie  weit  über  die 
Grenzen  Deutschlands  hinaus  großes  Ansehen  genießt,  da  er  auch  der  Er- 
bauer und  Leiter  mehrerer  Fabriken  im  Auslande,  insbesondere  in  Ruß- 
land und  Skandinavien,  gewesen  ist,  in  Amerika  und  Frankreich  gearbeitet 
hat,  ist  infolge  Ablebens  des  Herrn  Hermann  Ohme  sen.  (im  November  21) 
ans  der  Finna  Ohme  ausgeschieden  und  dem  Bufe  der  Verwaltung  von 
Fraureuth  gefolgt,  um  seine  reichen  Erfahrungen  und  Kenntnisse  nun- 
mehr diesem  Unternehmen  zur  Verfügung  zu  stellen,  das  bekanntlich  im 
Begriff  steht,  sich  sehr  erheblich  auszudehnen. 

Gewerblicher  Rechtsschutz. 

Warenzeichen  in  Amerika.  Die  Handelskammer  Nürnberg  macht 
darauf  aufmerksam,  daß  Warenzeichen,  die  in  den  Vereinigten  Staaten 
von  Nordamerika  eingetragen  worden  sind,  durch  das  Internationale  Büro 
in  Havanna  zugleich  auch  als  Zeichen  in  Caba,  Haiti,  Dominikanische 
Republik,  Honduras,  Nicaragua,  Costa  Bioa,  Guatemala,  Panama,  Brasilien, 
Uruguay,  Bolivia,  Peru  und  Ecuador  eingetragen  werden  können.  Die 
Kosten  betragen  etwa  $  100  einschließlich  Anwaltskosten. 


ewerblicher  Teil. 


AB' 


Gesetzgebung,  Stenern. 

Eine  Neuregelung  der  Lohn-  und  Gehaltgpfändung  ist  durch 
Gesetz  vom  23.  12.  21  getroffen  worden.    Danach  dürfen  künftighin 


M  12  000  des  Jahreseinkommens  und  vom  Mehrbetrag  ein  Drittel  des- 
selben nicht  gepfändet  werden.  Beim  Vorhandensein  unterhaltungs- 
berechtigter Angehöriger  erhöht  sich  diese  Summe  für  jeden  derselben  um 
ein  Sechstel  bis  zur  Höchstgrenze  von  insgesamt  zwei  Drittel.  Die  bis- 
herigen absoluten  Höchstgrenzen,  bei  deren  Ueberschreitung  der  Pfändung 
keinerlei  Grenzen  gezogen  waren,  fallen  künftighin  weg.  Lediglich  bei 
einem  Lohneinkommen  von  mehr  als  M  60  000  bleibt  ohne  Rücksicht  auf 
Unterhaltungspflichten  immer  nur  ein  Drittel  des  übersteigenden  Ein- 
kommens pfändungsfrei.  Vollkommen  der  Pfändung  entzogen  sind  wie 
bisher  Teuerungszulagen  und  Kinderbeihilfen. 

Die  Berechnung  des  Zuschlags  bei  der  Körperschaftssteuer. 
Nach  §  12  des  Körperschaftssteuergesetzes  wird  von  den  Aktiengesell- 
schaften, Kommanditgesellschaften  auf  Aktien,  Kolonialeesellschaften, 
bergbautreibenden  rechtsfähigen  Vereinigungen  und  nicht  rechtsfähigen 
Berggewerkschaften  und  von  Gesellschaften  mit  beschränkter  Haftung, 
ferner  von  sonstigen  Personenvereinigungen  mit  wirtschaftlichem  Geschäfts- 
betriebe, deren  Zweck  die  Erzielung  wirtschaftlicher  Vorteile  für  sich 
oder  ihre  Mitglieder  ist,  als  Steuer 

1.  10  %  des  gesamten  steuerbaren  Einkommens, 

2.  ein  Zuschlag  von  den  Beträgen,  die  aus  dem  steuerbaren  Ein- 
kommen wie  aus  dem  Einkemmen  früherer  Jahre  als  Gewinnanteile 
irgendwelcher  Art  verteilt  werden,  soweit  sie  mehr  als  3  %  des 
Grund-  oder  Stammkapitals  ausmachen, 

erhoben. 

Die  nach  den  Ausführungsbestimmungen  zum  Körperschaftssteuer- 
gesetz beigegebenen  Musterberechnungen  gehen  davon  aus,  daß  für  den 
bei  Berechnung  de«  Zuschlags  nach  §  13  d.  G.  anzuwendenden  Steuersatz 
das  Verhältnis  der  ungekürzten  Ausschüttungen  zu  Grund-  oder 
Stammkapital  bestimmend  ist,  dagegen  der  sich  hiernach  aus  §  13  er- 
gebende Steuersatz  auf  den  Teil  der  als  Gewinnanteile  ausgeschütteten 
Beträge  anzuwenden  ist,  um  den  diese  Beträge  3  %  des  Grund-  oder 
Stammkapitals  übersteigen.  —  In  seinem  Kommentar  zum  Körperschafts- 
steuergesetz 2.  Aufl.  kommt  Rosendorff  zu  dem  Ergebnis,  daß  unter  „a  u  s  - 
geschütteten  Beträgen"  im  Sinne  des  §  13  nach  Maßgabe  des 
§  12  Nr.  2  nur  die  Zuschlagspflichtigen  auegeschütteten 
Beträge  verstanden  werden  können.  Er  begründet  seine  Auffassung  mit 
der  Entstehungsgeschichte  des  Gesetzes,  wonach  die  Freilassung  einen 
Ausgleich  für  den  Fortfall  des  nach  LandeBSteuerrecht  bisher  zulässigen 
Abzuges  von  3  V»  °/»  des  Aktienkapitals  von  dem  steuerpflichtigen  Ein- 
kommen darstellen  sollte.  Dieser  gesetzgeberischen  Absicht  würde  es 
widersprechen,  wenn  dessen  ungeachtet  der  gestaffelte  Zuschlag  von  den 
insgesamt  ausgeschütteten  Beträgen,  also  ohne  Abzug  der  3  %  zu  errechnen 
wäre.    Allerdings  verläßt  Rosendorff  diesen  zutreffenden  Ideengang  in 


J6  —  Nr.  4 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1952.  (55.  Jahrgang.) 


einem  zu  dem  nächstfolgenden  §  14  gegebenen  Beispie),  das  sich  hinsicht- 
lich der  Berechnung  mit  der  in  den  AuBführungBbestimmangen  enthaltenen 
Berechnung  deckt. 

Nunmehr  hat  der  Reicbsfinanzminister  in  einem  kürzlich  bekannt- 
gegebenen Erlaß  zn  dieser  Frage  nochmals  Stellang  genommen.  Ia  diesem 
Erlasse  wird  darauf  hingewiesen,  daß  nach  dem  Wortlaut  des  §  13  der 
Steuersatz  nach  dem  Verhältnis  des  znschlagspf  licht  igen  Betrages, 
d.  h.  des  nm  3  %  des  Grund-  oder  Stammkapitals  gekürzten  Betrages  der 
Aufschüttungen  zu  dem  Grund-  oder  Stammkapital  zu  bestimmen  iBt. 
Mit  diesem  Steuersatz  ist  die  Steuer  aus  den  ausgeschütteten  Beträgen  zu 
berechnen  Unter  den  „ausgeschütteten  Beträgen"  im  Sinne  des  §  13 
kann  im  Hinblick  anf  §  12  Abs.  1  Nr.  2  nicht  wohl  etwas  anderes  ver- 
standen werden  als  der  zuschlagspflicbtiiie,  d.  h  der  um  3  %  des  Grund- 
nnd  Stammkapitals  g-kürzte  Betrag  Danach  ist  die  Kürzung  der  Aus- 
schüttungen im  3('/o  des  Grund-  oder  Stammkapitals  sowohl  bei  Ermittlung 
des  Steuersatzes  wie  bei  der  Anwendung  de*  Steuersatzes  auf  die  Aus- 
schüttungen vorzunehmen.  Die  Finanzämter  haben  Anweisung  erhalten, 
entsprechend  zu  verfahren.  Wenn  also  z.  B  das  eingezahlte,  gewinn- 
berechtigte Grund-  oder  Stammkapital  Jt  10  Mill ,  das  steuerbare  Gesamt- 
einkommen M  1,6  Mill.,  die  ausgeschütteten  Gewinne  Jl  1,31  Mill  betragen 
haben,  so  betagt  der  zuschlägst  flichtige  Betrag  nach  Abzug  in  Höhe  von 
3°/0  des  Stammkspiials  Jt  1,01  Mill.,  das  sind  10,1%  des  Stammkapitals. 
Der  S'euersatz  für  die  Zuschlagssteuer  beträgt  danach  6  •/,  gleich 
Jt  60  600. 

Kapitalertragsteuer  von  Antizipationszinsen.  Ia  einem  neueren 
Urteil  hat  der  Beich  üoan^hof  nach  einem  Erlasse  des  Reichs  fiuanzministers 
die  K*pitalertrag8tenerpflicbt  von  Antizipationsziusen  (Z  nsen,  die  der 
Käufer  einer  Ware  vom  Verkäufer  bei  gänzlicher  oder  teilweiser  Voraus- 
zahlung des  Kaufpreises  für  den  im  voraus  gezahlten  Betrag  bis  zum 
Lieferongstage  erhält)  schlechtbin  verneint.  Die  als  Verzinsung  des 
Im  voraus  gezahlten  Preises  bezeichnete  Leistung  des  Verkäafers  an  den 
Käufer  sei  nicht  eine  NebenMstnrg,  wie  dies  die  Zinszahlung  ihrem  Wesen 
nach  sei,  sondern  eine  selbständige  Leistung  znr  Schadloshaltung  des 
Käufers  dafür,  daß  er  infolge  der  Vorauszahlung  wirtschaitlich  schlechter 
gestellt  sei  als  bei  einer  Erfüllung  de»  Kiufvertraijes  Zug  um  Zug.  Solche 
Set  adlosbaltung  sei  von  der  Gewährung  von  Zinsen  wesentlich  verschieden. 
Die  Voraussetzungen  für  eine  Kapitalertragsteuerpflicht  seien  danach  nicht 
er  füllt.  Die  Finanzämter  sind  demzufolge  vom  Reichi  fuanzminister  an- 
gewiesen worden,  von  Antizipationszinsen,  gleichviel  in  welcher  Höhe  sie 
gewährt  werden,  Kapitalertragsteuer  nicht  mehr  zu  fordern  und  die  ver- 
langte Rückerstattung  der  für  AntizipationBzinsen  bereits  entrichteten 
Kapitelertragsteuer  mit  tunlichster  Beschleunigung  zu  veranlassen  —  Die 
Kapithlertrsgstenerpflicht  vm  Verzugszinsen  wird  durch  die  vor- 
erwähnte Entscheidung  des  Reichsfinanzhofes  nicht  berührt. 

Handel  and  Verkehr. 

Zur  Einlösung  von  Rpparationsgutscheinen.  Die  in  England 
anf  Grnnd  des  Ge>man  Rrpamuon  (Recovery)  Act  einbehaltenen  Beträge 
sind  bisner  gemäß  Artikel  IX  Abu  2  des  im  Londoner  Ultimatum  an- 
genommenen Zahlungsplans  den  Exporteuren  in  deutscher  Währung  nur 
soweit  erstattet  worden,  als  es  sich  um  Reparationsgutscheiue  gehandelt 
hat,  die  nach  der  Annahme  des  Ultimatums,  das  heißt  nach  dem  12.  5. 
21  ausgestellt  waren  Die  Verhandlungen  mit  der  tteparationBkommission 
und  der  englischen  Regierung  haben  inzwischen  za  einer  Einigung  über 
die  Anrechnung  auf  Reparationskonto  für  die  Reparationsbeträge  geführt, 
für  die  Gutscheine  in  der  Zeit  vom  15  21  einschließlich  bis  13  6  21 
ausgestellt,  wurden  sind.  Die  Friedensvertrag-Abrechnungsstelle,  G.  m.  b.  H., 
Benin  NW.  7,  Am  Weidendamm  1  a,  ist  daher  jetzt  angewiesen  worden, 
auch  die  Reparationsgutscheine  einzulösen,  die  in  der 
Zeit  vom  1.  5.  21  einschließlich  bis  1 3.  5.  2 1  ausgestellt  worden 
sind.  Die  Exporteure,  die  solche  Reparationsgutstheine  noch  in  Händen 
haben,  werden  gebeten,  diese  Gutscheine  in  der  gleichen  Weise,  wie  dies 
für  die  nach  dem  12  5.  21  ausgestellten  Gutscheine  veröffentlicht  worden 
ist,  bei  der  Friedensvertrag-Abrechnungsstelle  durch  die  Post,  am  besten 
eingeschrieben,  zur  Einlösung  vorzulegen. 

Leuland.  Der  Entwurf  einer  Geldreform  ist  vom  Finanz- 
ministerium ansgearbeitet  und  dem  Kabinett  eingereicht  worden.  Als 
Geldtinueit  ist  der  letiländische  Goldfranc  (Lat)  mit  100  Centimes  vor- 
gesehen, der  0,2  903  2*6  g  Reingold  enthält 

Die  Gebühren  für  PostfrachtstUcke  nach  Schweden  und  Finn- 
land haben  ab  20.  1.  22  eine  Erinaß^uug  erfahren. 


Ein-  und  Austanr,  Zollwesen. 

Die  A.  H.  N.  „Glas"  gibt  bekannt,  daß  die  Telegramm-Anschrift 
ihrer  Preisprttfungs.-aeiie  für  Hohl-  und  Beleuchtungs-,  Preß-  und  Wirt- 
Sjhaftsglas,  Dresden-N.  6,  Glacisstr.  12,  jetzt  „Erweglas  Dresden" 
Uu  et.  Telegramme  mit  der  früheren  Anschrift  gehen  als  unbestellbar 
zarüefc. 

Eine  Verlängerong  der  polnisch-deutschen  Zollerleichterungen, 

die  Ende  des  vergangenen  Jahres  abgelaufen  wareu,  ist  vom  polnischen 
Finanz-  and  Handelsministerium  bis  auf  weiteres  verfügt  worden. 

Besetztes  Gebiet.  Neuregelung  des  Aus*  und  Elnfuhrverfahrens. 
Nach  einer  Einser  Meldung  hat  die  interalliierte  Rheinlaudkouiinission 
entschieden,  daß  grundsätzlich  für  die  gesamte  Eiu-  und  Aasfahr  aas  dem 
nnd  in  das  besetzte  Gebiet  allein  die  Bewilligung  des  Aus- 
führendes Bad  Ems  zulässig  sei.  Die  Zullstelleu  sind  dement- 
sprechend angewiesen  worden,  aach  dann,  wenn  die  Aasfahr  über  das 
unbesetzte  Gebiet  hinausgebt  (z  B  Cdln — Schweden),  keine  Aas-  and 
Einfuhrbewilligungen  einer  deutseben  Außenbandeisstelle  mehr  anzuerkennen. 

Australien.  Die  Einfuhr  aus  Deutschland  und  anderen  ehemals 
feind.icheu  Landern  wird  durch  eine  Proklamation  der  Bundesregierung  zum 
1.  H  22  treigegeben. 

Estland.  Der  nene  Zolltarif  ist  letzthin  vom  Finanzministerium 
dar  Regierung  tttarmitieit  worden.   Der  zurzeit  gültige  russische  Zolltarif 


ist  am  1. 1.  22  außer  Kraft  getreten,  doch  ist  es  nach  Mitteilung  aus 
Estland  anwahrscheinlich,  daß  der  nene  Tarif  bereits  zu  diesem  Zeitpunkt 
in  Kraft  treten  wird,  da  er  wohl  frühestens  im  Februar  dem  estnischen 
Reichstag  vorgelegt  werden  wird.  Vermutlich  wird  ein  Notgesetz  dem 
gegenwärtigen  Zolltarif  noch  weitere  Gültigkeit  verleihen.  Im  neuen  Zoll-  j 
tarif  wird  das  Gewicht  nach  kg  berechnet. 

Finnland.  Der  neue  Zolltarif  ist  nach  Annahme  durch  den 
finnischen  Reichstag  durch  Gesetz  vom  30.  12. 21  zugleich  mit  einem 
Ausführongabeschlnß  des  finnischen  Staatsrates  in  Kraft  gesetzt  worden. 

Kanada.  Betr.  Ursprungsbezeichnung  auf  Porzellan-  und 
Steingutwaren,  die  ans  mehr  als  einem  Stück  bestehen,  sind  von  der 
Zollbehörde  im  Anschloß  an  das  am  1. 1.  22  in  Kraft  getretene  kanadische 
Handelsmarkengesetz  die  nachstehenden  Bestimmungen  angeordnet  worden: 
Jedes  einzelne  Stuck  muß  eine  dauerhafte  Bezeichnung  des  Ursprungslandes 
führen;  ausgenommen  Tassen,  Eierbecher,  Boston-Eierbecher,  einzelne 
Butterschalen,  Gläser  und  Crgtnenäpfe,  die  nar  mit  einem  aufgeklebten 
Etikett,  auf  dem  das  Ursprungsland  augegeben  ist,  versehen  za  sein 
brauchen.  Deckel  za  Schüsseln  nnd  die  Schüsseln  selbst,  Zackerdosea  and 
Zackerdosendeckel,  sowie  ähnliche  Artikel,  die  aus  zwei  Teilen  bestehen, 
aber  einen  einzigep  Gegenstand  darstellen,  müssen  auf  einem  der  beiden 
Teile  eine  dauerhafte  Bezeichnung  des  Ursprungslandes  führen. 

Neuerlichen  Meldungen  zufolge  hat  die  neue  kanadische  Regierang 
die  Bestimmungen  über  die  Markierung  von  Einfahi waren  (Ursprungsland) 
durch  eine  Verordnung  außer  Kraft  gesetzt  Die  gesetzliche  Aufaebnng 
der  Bestimmungen  wird  für  die  nächste  Parlaments-Session  erwartet. 

Schweiz.  Zolbestimmungen.  Bei  den  zur  Einfahr  in  die  Schweiz 
bestimmten  Waren,  die  an  der  Grenze  verzollt  oder  zollfrei  in  den  freien 
Verkehr  gesetzt  werden  sollen,  muß  in  den  „"eklarationen  für  die  Ein- 
fuhr" der  Wert  des  Gates  (Marktpreis  am  Versandort  zuzüglich  der 
Beförderungskosten)  in  Schweizer  Währang  angegeben  seia. 

Tschechoslo «aVien.  Eine  neue  Liste  von  Zollkoeffizienten,  mit 
welcbeu  die  Grund<ötie  des  tschechischen  Tarifs  multipiuiert  werten 
müssen,  um  den  gültigen  Zollsatz  za  erhalten,  ist  am  1.  1.  22  in  Kraft 
getreten.  Diese  Koeffizienten  sind  gegenüber  den  früher  gültigen  Zu- 
schlägen fast  durchwegs  beträchtlich  erhöht  und  erstrecken  sich  anf  alle 
Tarifklassen. 

Ungarn.  Herabsetzung  des  Zollaufgeldes.  Mit  Wirkung  vom 
10  1.  2i  ist  das  Zollaufgeld  für  al'e  Waren,  die  nicht  in  den  L  sten  A, 
B  nnd  C  (12  fache»,  40-faches  nnd  80-faches  Aufgeld)  enthalten  sind,  von 
bisher  14  »00°/0  auf  nunmehr  11  9uO°/0  herabgesetzt  worden,  so  daß  für 
diese  Waren  nur  der  120  fache  Grundznl  za  entrichten  ist. 


Die  Lage  in  Industrie  nnd  Handel. 

Die  Lage  In  der  elektrotechnischen  Porzellanindustrie  zu  Beginn 
des  Jahres  1922  Die  Nachfrage  nach  Elektro-Porzellan  ist  nach  wie 
vor  rege,  wenn  sich  auch  schon  vielfach  Anzeichen  bemerkbar  machen,  die 
anf  ein  Anflauen  der  Konjunktur  hindeuten  Namentlich  iu  Stanzporzellan 
s  wie  in  Hüchspannungsartikeln  hat  die  Nachfrage  in  den  letzten  Wochen 
nicht  unerheblich  abgenommen.  Immerhin  sind  die  Fabriken  im  allge- 
meinen mit  Aufträgen  noch  gut  versehen,  wenn  auch  die  Preise  infoige 
der  gegenseitigen  Preisunterbietungen  namentlich  in  Niederspannangs- 
isolatoren  vielfach  zu  wünschen  tihrig  lassen  Etwas  günstiger  liegen  in 
dieser  Hinsicht  die  Verhältnisse  für  HochBpannurjgsisolatoren,  sjweit  es 
sich  nm  große  Typen  nnd  um  Spezialanfertigungen  handelt.  —  Während 
auf  der  einen  Seite  die  Preise  mehr  oder  minder  gedrückt  sind,  sind  auf  der 
anderen  die  Gestehungskosten  in  den  letzten  Wochen  ganz  erheblich  ge- 
stiegen. Namentlich  haben  die  Löhne  nnd  Gehälter  sowie  aach  die  Preise 
für  sämtliche  Rohmaterialien,  Kohle  nnd  alle  für  den  Betrieb  erforderlichen 
Utensilien  und  Geräte  eine  starke  Steigerang  erfahren  — Abgesehen  davon 
hat  sich  auch  die  Koblenbelieferüng  in  der  elektrotechnischen  Porzellan- 
industrie immer  schwieriger  gestaltet  und  zwar  insofern,  als  seit  Wochen 
bei  weitem  nicht  mehr  anf  den  regelmäßigen  Eingang  der  durch  das 
Kontingent  festgesetzten  Monatsmenge  an  Steinkohlen  gerechnet  werden 
kann.  Auch  die  Belieferung  in  Braunkohlen  und  Briketts  erfolgt  nicht 
mehr  in  der  vorher  üblichen  Menge,  so  daß  die  Kohlenfrage  wieder  mehr 
denn  je  in  den  Vordergrand  gerückt  ist.  -  Auch  fehlt  es  nicht  an  Klagen 
über  die  Zufuhr  von  Rohmaterialien,  ia  der  ebenfalls  eine  Stockung  ein- 
getreten ist,  die  in  der  Haaptsache  auf  den  Wagenmangel  zurückzuführen 
s  in  dürfte.  —  Diese  nnd  ähnliche  Sorgen  lasten  auf  der  eleatrotechnischen 
Porzellanindustrie,  die  trotz  der  gegenwärtigen  guten  Beschäftigung, 
namentlicb  im  Hinblick  anf  eine  weitere  Erhöhung  der  Gestehangskosten 
durch  die  Kohlensteaer,  durch  die  Erhöhung  der  Postgebühren  and  Fracht- 
sätze sowie  Aasfahrabgaben,  darch  die  za  erwartenden  neuen  Lohn- 
forderangen nnd  Verteaerang  der  Rohmaterialien  nicht  ohne  Sorge  in  die 
Zukunft  sieht. 

Die  Lage  der  Glasindustrie  Im  Monat  Dezember  1931  ist  wie 

im  Vormonat  durch  einen  guten  Geschäftgang  gekennzeichnet  gewesen. 
Für  die  überwiegende  Mehrzahl  der  bei  den  Bencntsfirmen  Beschäftigten 
wird  in  den  anmittelbaren  Berichten  an  das  R=ioh8-Arbeitsblatt  der  Be- 
schäftigungsgrad als  gnt  nnd  sehr  gut  bezeichnet.  Erzeugung  und  Ver- 
sand konnten  der  lebhaften  Nachfrage  nach  den  Erzengnissen  nicht  ge- 
recht werden  Vielfach  wird  über  Mangel  an  geeigneten  Arbeitskräften 
geklagt  Angesehen  davon,  daß  sich,  wie  berichtet  wird,  nie  Besserung 
der  deutschen  Währung  teilweise  in  einem  Nachlassen  der  Nachfrage  des 
Auslandes  bemeikbar  machte,  hat  sich  der  gute  Geschäftsgang  derTafel- 
glas  Industrie  nicht  geändert;  sie  ist  giößtenteils  noch  für  die 
nächsten  Monate  mit  Aufträgen  versehen.  Iufolge  der  schlechten  Trans- 
portverhältuisse  herrscht  vielfach  Mangel  an  Brennstoffen,  Soda  nnd  Sulfat, 
der  anf  einer  Anzahl  von  Hdtten  za  Betriebsunterbrechungen  fahrte; 
namentlich  klagen  die  bayerischen  Betriebe  über  Kohlenknappheit.  Aach 
die  Spiegel  gl aBfabriktn,  für  die  das  gleiche  gilt,  haben  noch  gut 
zn  tun;  doch  scheint  anch  hier  der  Auftragseingang  nachgelassen  zn 
haben.  Ein  Bericht  ans  Ooeifranken  hebt  hervor,  daß  bei  den  Aouebmern 
das  Bestreben  za  bemerken  sei,  früher  erteilte,  noch  nicht  zur  Ablieferang 
gelangte   Aufträge  zn  streichen.    Die  Sthleif-   und  Po  Ii  er  werk 


1922.  (56.  Jahrgang,) 


SPRECHSAAL  -  COBURG, 


Nr.  4—  87 


konnten  vielfach  infolge  Wassermangels  nicht  ausgenutzt  werden,  teil- 
weise mußten  sie  völlig  stilliegen.  Die  Berichte  aus  der  Ho  hl  gl  as- 
industrie  stimmen  mit  dem  für  die  Tafelglasindustrie  Gesagten  im  großen 
und  ganzen  überein.  '  

General-Versammlungen. 

Tschöpelner  Werke,  A.-G.,  Tschöpeln:  o.  G.-V.  15.2.  22,  JO»/*  Uhr 
v.,  Sitzungssaal  der  Oaram  G.  m.  b.  H,  Kommanditgesellschaft,  Berlin  0. 

Bayerische  Spiegel-  und  Spiegelglasfabriken,  A.G,  vorm.  W.  Boch- 
mann, vorm.  Ed.  Kupfer  &  Söhne,  Fürth  i.  B. :  a.  o.  G.-V.  9.  2.  22, 
11  Uhr  v.,  Sitzungszimmer,  Fürth.  T.-O. :  Kapitalserhöhung  um 
Jt  3,6  Hill.  Stamm-  und  M  0,3  Mill.  Vorzugsaktien. 

Vereinigte  Spiegelfabriken,  A.-G  ,  Fürth :  a.  o.  G  -V.  8.  2.  22.  5  Uhr  n., 
Notariat  I,  Fürth.  TO:  u.  a.  Zustimmung  zum  Erwerb  der  Glasfabrik 
der  Firma  Gebrüder  Bloch,  Waldsassen;  Kapitalserhöhnng  um  M  3  Mill. 
Inhaber-Stammaktien  auf  Jt  19  Mill. 

August  Walther  &  Söbne,  A-G.,  Moritzdorf:  ».  o.  G.-V.  6  2.  22 
11  Uhr  v.,  Dresdner  Bank,  Dresden.  T.-O  :  Kapitaherhöhung  um 
Jt  2,5  Mill.  Inhaber-Stammaktien. 

Guß-  und  Tafelglashütien,  A.-G.,  vorm.  Paul  Müller  &  Co.,  Nieder- 
putzkau:  a  o.  G-V.  16.2.  22,  3  Uhr  n.,  Geschäftsräume,  Niederputzkau. 
T.-O  :  Beschlußfassung  über  die  Abmachungen  mit  dem  Drahtglassyndikat ; 
Kapitalserhöhung  um  I  1  Mill.  auf  Jl  3  Mill. 


Soziale  Bewegung. 


Sind  gemäß  §  89  des  Betriebsrätegesetzes  abgesetzte  Betriebs- 
ratsmitglieder  wieder  wählbar  !  Eine  Anzahl  von  Scblichtungsaus- 
schttösen  hat  diese  Frage  mangels  ausdrücklicher  Gesetzesvorschriften  dar- 
über ohne  weiteres  bejaht  und  dadurch  die  Bestimmung  des  Betriebsräte- 
gesetzes, wonach  bei  gröblicher  Pflichtverletzung  Betriebsratsmitglieder 
aus  dem  Betriebsrat  ausgeschlossen  werden  können,  vollständig  wertlos 
gemacht.  Das  Reichsarbeitsministerium,  das  in  früheren  Bescheiden  den 
gleichen  Standpunkt  wie  die  erwähnten  SchlichtungsausBchüsse  vertreten 
hatte,  hat  seine  Stellung  jetzt  geändert.  Es  erkennt  an,  daß  die  Ent- 
scheidung des  GewerbeahfBichteamtes  Berlin-Pankow,  wonach  die  Wählbar- 
keit mindestens  für  die  Dauer  einer  Wahlperiode  ruhe,  dem  Grundgedanken 
des  Gesetzes  mehr  Rechnung  trage,  als  seine  eigenen  früheren  Bescheide. 
Näheres  darüb«r  findet  sich  in  Nr.  42  der  „Mitteilungen"  des  Deutschen 
Industrieschutzverbandes,  Sitz  Dresden. 

Verbände. 

Erhöhung  der  Inlandspreise  für  elektrotechnisches  Hoch- 
spannungsmaterial.  Die  Vereinigten  Porzellan-lsolatoren-Werke,  G.  m. 
b.  H,  Benin,  haben  infolge  weiterer  Steigerung  der  Gestehungskosten 
Bich  gezwungen  gesehen,  mit  Wirkung  ab  15.  1.  22  die  Inlandspreise  für 
Hochspannunge-I-olatoren  um  33  1ls°/0  zu  erhöhen.  Die  neuen  Preise  ver- 
stehen Bich  künftighin  frachtfrei  deutschen  Empfangsstationen  und  gelten 
zunächst  bis  zum  28.  2.  22. 

Die  \  ereinigten  Steingntfabriken,  6.  m.  b.  H.,  Bonn,  haben 
wie  wir  von  zuverlässiger  Seite  erfahren,  in  ihrer  letzten  Hauptver- 
sammlung vom  12.  1.  22  beschlossen,  daa  seither  durchgeführte  Rabatt- 
System  aufzugeben  und  an  dessen  Stelle  das  Prämieneystem  zu  setzen, 
wie  es  von  dem  Verband  der  Porzellanfabriken  schon  seit  Jahren  mit 
Erfolg  eingeführt  worden  ist.  Der  leitende  Gedanke  dabei  ist  gewesen, 
daß  durch  das  PrämienBystem  gleichmäßiger  und  gerechter  den  Bedürf- 
nissen und  Ansprüchen  der  Abnehmer  entsprochen  werden  kann.  Wie  bei 
drm  Porzellanverband  werden  Jahresumsatz-  und  Großistenprämien  auf 
den  Gesamtbezug  von  den  vereinigten  Werken  gewährt  werden,  doch  nur 
unter  der  Bedingung,  daß  ein  ähnlicher  Revers  unterzeichnet  wird,  wie 
er  von  dem  vorgenannten  Verband  verlangt  wird.  —  Um  sich  den  Vor- 
teil der  Prämienzuteilung  und  überhaupt  des  Bezugs*  zu  Bichern, 
empfiehlt  es  sich,  größere  Aufträge  auf  längere  Zeit  vorläofig  entweder 
überhaupt  nicht  oder  doch  nur  nach  vorheriger  Unterzeichnung  des  Ver- 
pflichtungsscheins zu  erteilen,  der  bei  den  Fabriken  erhältlich  ist.  Ge- 
naueres wird  demnächst  noch  bekannt  gegeben  werden. 

Neue  Verhaufsvereinigung  der  mitteldeutschen  Gipswerke. 
An  Stelle  des  am  31  12.  21  aufgelösten  Verbandes  Mitteldeutscher  Gips- 
werke haben  80  °/0  aller  mitteldeutschen  Gipswerke  beschlossen,  ab  1.  1.  22 
iure  Erzeugnisse  gemeinsam  durch  das  Verkaufsbureau  der  Euling  & 
Mack,  Gips-  und  Gipsdielenfabriken,  A.-G.,  Nordhausen,  vertreiben  zu 
lasBen,  

Firmenregister. 

Deutschland. 

Rheinische  Perlen-  und  PorzelKnknouf-Fabriken  in  Aachen  und 
Heraogenrath,  G.  m.  b.  H.,  Aachen.  Die  Firma  lautet  nunmehr:  „Kera- 
mische Werke  Herzogenrath,  G.  m.  b.  H."  Der  Sitz  der  Gesellschaft  ist 
nach  Herzogenrath  verlegt.  Gegenstand  des  Unternehmens  ist  Herstellung 
und  Vertrieb  von  keramischen  Erzeugnissen  aller  Art  sowie  Beteiligung 
an  gleichartigen  Unternehmen.  Die  Vertretungsbefugnis  der  beiden  Ge- 
schäftsführer Erich  Risler  und  Hermann  Kuenzer  ist  beendet.  Chemiker 
Dr.  pnil.  Bruno  Kuenzer  ist  zum  alleinigen  Geschäftsführer  bestellt. 

Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  &  Cj.,  A.-G,  Berlin.  Die  Kapitals- 
erhöhung um  Jt  3  Mill.  Vorzugsaktien  auf  Jt  13  Mill.  iBt  durchgeführt. 

Elektio-Union,  Harold  H.  S.  Beck,  Hochstadt  a.  M,  Die  Firma  iBt 
erloschen. 

Porzellan-  und  Apparatefabrik,  Elektro-Union,  vorm.  Beck,  A.-G., 
HochBtadt,  Ofr.  Herstellung  und  Vertrieb  von  elektrotechnischen  Porzellan- 
apparaten und  anderen  Porzellan  gegenständen  irgendwelcher  Art  sowie 
von  verwandten  Artikeln.  Grundkapital:  Jt  3  Mill.  Alleiniger  Vorstand 
ist  Harold  Beck.  Betriebsleiter  Friedrich  Schirmer  und  Josef  Schösser 
haben  GeBsmtprokura.  Die  Gründer,  die  sämtlione  Aktien  Übernommen 
haben,  sind  Fabrikbesitzer  H.  S.  Beok,  Privatier  R,  Beck,  Betriebsleiter 


Fr  Schirmer,  Kaufmann  J.  Schösser  und  Bauunternehmer  A.  Schuberth 
Der  erste  Aufsichtsrat  besteht  aus  Geh.  Justizrat  S.  Held,  Vors ,  Direktor 
A.  Schmidt,  Btellv.  Vors.,  Privatier  R.  Beck  und  Großkaufmann  A. 
Falkenstörfer. 

Porzellanfabrik  Kirchenlamitz,  G.  m.  b.  H.,  Kirchenlamitz  i.  Bay. 
Der  Sitz  ist  nach  Berlin  verlegt.  An  Stelle  der  ausgeschiedenen  Hans 
Berent  und  Hugo  Sczisek  wurden  die  Kaufmannseheleute  Hans  und  Hilda 
Fickenscher  zu  Geschäftsführern  bestellt. 

Vereinigte  Porzellanwerke  zu  Lübeck,  A.-G.,  Lübeck.  Fabrikation 
und  Vertrieb  von  elektrotechnischen  Bedarfsartikeln  aus  Porzellan,  Aus- 
übung elektrotechnischer  Betriebszweige,  insbesondere  Fortführung  des 
Norddeutschen  Porzellanwerks  zu  Lübeck  m  b.  H  und  der  Lübecker 
Porzellan-  und  Fayence-Fabrik,  G.  m.  b.  H ,  sowie  Beteiligung  an  Unter- 
nehmen der  Elektroindustrie.  Grundkapital:  Jt  4  Mill.  Vorstandsmit- 
glieder sind  Fabrikant  Eberhard  H.  A  H.  Behncke  mit  selbständiger  Ver- 
tretungBbefugnis  sowie  die  Fabrikanten  Rudolf  E.  U.  E«er  und  Adolf 
C  Körte,  die  nur  beide  gemeinsam  oder  einzeln  in  Gemeinschaft  mit 
einem  Prokuristen  vertretungsbefugt  sind.  Die  Gründer,  die  sämtliche 
Aktien  übernommen  haben,  sind  Fabrikant  E.  Behncke,  dessen  Ehefrau 
Alexandra,  Kaufmann  H.  M.  L.  Behncke,  die  Fabrikanten  R.  Esser  und 
A.  0.  Körte,  Kaufmann  H.  Frhr.  v.  Schacky  und  Ehefrau  Tilli  Schoeller. 
Mitglieder  des  Aufsichtsrats  sind  Bankdirektor  A.  Schoeller,  Kaufmann 
H.  Behncke,  Rechtsanwalt  Dr.  H.  v.  Brocken,  Senator  F  Ewers,  Fabrik- 
direktor A.  Hornemann  und  Kaufmann  H.  Frhr.  v.  Schacky. 

Elektro- Porzellan  Industrie,  G.  m.  b.  H.,  München.  Das  Stamm- 
kapital ist  um  M  1  Mill.  auf  M  1,15  Mill.  erhöht  worden. 

Porzellanfabrik  Franz  Prause,  G.  m.  b.  H ,  Nieder-Salzbrunn.  Er- 
werb und  Fortführung  der  bisher  von  der  offenen  Handelsgesellschaft 
Franz  Prause  betriebenen  Porzellanfabrik  sowie  Beteiligung  an  Unter- 
nehmungen ähnlicher  Art.  Stammkapital:  Jt  720000.  Geschäftsführer 
sind  die  Fabrikbesitzer  Julius  Prause  und  Ernst  Prause.  Ernst  Prause 
ist  in  Gemeinschaft  mit  dem  Prokuristen  Georg  Prause  und  Julius  Prause 
in  Gemeinschaft  mit  dem  Prokuristen  Johannes  Prause  vertretungsbefugt. 

Porzellanfabrik  Schirnding,  A.-G.,  8chirnding.  Fabrikbesitzer 
Christian  Seitmann  ist  durch  Tod  aus  dem  Aufsichtsrat  ausgeschieden. 

Heinrich  &  Co.,  Selb.   Kaufmann  Adolf  Rogler  hat  Gesamtprokura. 

Porzellanfabrik  Bavaria,  A.-G ,  Ullersricht  b.  Weiden.  Die  Kapitals- 
erhöhungen  um  Ji  0,75  Mill.  auf  Jt  3  Mül.  und  um  M  4  Mill.  auf 
Jt  7  Mill.  sind  durchgeführt. 

Krister  Porzellanindustrie,  A.-G.,  Waldenburg  i.  Schles.  Ganeral- 
direktor  Dr.  0.  Ostersetzer  und  Direktor  H.  G.  Hirschfelder  sind  aus  dem 
Aufsichtsrat  ausgeschieden.  Neu  eingetreten  Bind  Geh.  Kommerzienrat 
Dr.  Ph.  Rjsenthal,  Dr.  A.  Zöllner,  Geheimrat  Dr.  L.  v.  Casselmann  und 
die  Direktoren  F.  Simon  und  W.  Schmidt. 

Bayerische  Porzellankunst,  G.  m.  b.  H.,  München  (Rosenheimer- 
straße  64/0).  Bemalen  und  Brennen  von  Porzellan  und  ännlichen  Er- 
zeugnissen, Vertrieb  dieser  Erzeugnisse,  Uebernaume  von  Vertretungen 
sowie  Beteiligung  an  ähnlichen  Unternehmungen.  Stammkapital :  M  30000. 
Geschäftsführer  sind  Porzellanmaler  Adolf  Daßler  und  August  Beauvais. 
Sie  sind  beide  gemeinsam  oder  einzeln  in  Gemeinschaft  mit  einem  Pro- 
kuristen veitretungsberechtigt. 

Fotokeramische  Kunstanstalt  (Fokka)  Redlich,  Ulbrich  &  Co.,  Bad 
Salzbrunn.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  Bind  Paul  Redlich  und 
Kunstmaler  Otto  Ulbrich.  Ein  Kommanditist  ist  vorhanden.  Frau  Gertrud 
Redlich  hat  Prokura. 

Eisenschmelzklinkerfabrik  Ventschan,  Ernst  Bode  m.  b.  H.,  Ventschau. 
An  Stelle  des  Kaufmanns  Willi  Quasdorff  (Qaasdorf)  Bind  Direktor  Karl 
Hopp  und  Prokurist  Karl  Eilert  za  selbständig  vertretungsbefugten  Ge- 
schäftsführern bestellt  worden. 

-Keramag"  Keramische  Werke,  A.-G,  Meiningen.  Dem  Aufsichts- 
rat gehören  jetzt  an  Bankdirektor  L.  Fuld,  Vors.,  Generaldirektor  L.  v. 
Boch  Btellv.  Vors.,  Bankdirektor  0.  Beseler,  Kommerzienrat  S.  Bamberger, 
0.  L.'  Benzinger,  W.  Guilleaume,  H.  Arnhold,  Generaldirektor  N.  Junge- 
bluth  und  A.  v.  Boch. 

Theodor  Paetsch,  Fraiikfurt  a,  0.  Kaufmann  Theodor  Paetsch  jun. 
hat  Prokura. 

Grohner  Wandplattenf»brik,  A.-G,  Grohn.  Kaufmann  Friedrich 
Kemme  hat  Gesamtprokura. 

August  Schmidt,  Kunstgewerblich  keramische  Fabrik,  Ilmenau.  In- 
haber ist  Fabrikbesitzer  August  Schmidt. 

Tonwerke  Kandern,  Kandern.  Das  Grundkapital  ist  um  M  400  000 
auf  M  800  000  erhöht  worden. 

Emil  Pabst,  Meuselwitz.   Die  Firma  ist  erloschen. 

Emil  Pabst,  Tonwarenfabrik  in  Meuselwitz,  G.  m.  b.  H.,  Meuselwitz. 
Fabrikation  von  Ton-  und  Fayencewaren  und  allen  sonstigen  keramischen 
Artikeln,  Vertrieb  und  Handel,  Beteiligung  an  ähnlichen  Unternehmungen, 
insbesondere  Erwerb  des  bisher  unter  der  Firma  Emil  Pabst  betriebenen 
Handelsgeschäfts.  Stammkapital :  M  75  000.  Geschäftsführer  sind  Fabrik- 
besitzer Arthur  Pabst,  Privatmann  Emil  Pabst  und  Bureauvorsteher  Willy 
Bauer.   Sie  sind  nur  gemeinsam  zu  je  zweien  vertretungsbefugt. 

Overkott  &  Korn,  G.  m.  b.  H,  Geschirrfabrik  und  Kunstkeramik. 
München.  Das  Stammkapital  ist  um  M  1  Mill.  auf  Jt  1,15  Mül.  erhönt 
worden.    Als  Geschäftsführer  wurde  Dr.  Ernst  Oberländer  neu  bestellt. 

Karl  Lehmann,  G.  m.  b.  H,  Pirna.  Gegenstand  des  Unternehmens 
ist  nunmehr  Betrieb  der  Schamotte-,  Ofen-  und  Tonwarenfabrik  der 
früheren  Firma  Karl  Lehmann. 

Kralapp-Kachelfabrik,  G.  m.  b.  H.,  Vehlefanz.  Persönlich  haftende 
Gesellschafter  sind  Kaufmann  Hermann  Scholz  und  Major  a.  D.  Egon 
Kießlich. 

Eduard  Susewind  &  Cie.,  Sayn.  Fabrikant  Karl  Sasewind  ist 
ausgeschieden.    Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst   Das  Geschäft  wird  voB 


—  Nr.  4 


SPRECH  SAAL  —  GOBURO. 


im  (56.  ]aftrgang4 


dem  bisherigen  Gesellschafter,  Fabrikant  Friti  Susewind,  unter  unver- 
änderter Firm«  fortgesetzt. 

8nddeutsche  Scbmirgelwerke,  A.-G,  Memmingen.  Als  weiteres  Vor- 
standsmitglied  wurde  Direktor  Karl  Falke  bestellt. 

Altenburger  Glashütte,  A.-G.,  Altenburg.  Kaufmann  Hans  Voigt  hat 
Prokura. 

Gebrüder  Greiner,  Görlitz.  Die  Gesellschaft  ist  .aufgelöst.  Das 
Handelsgeschäft  ist  aof  die  nacbgenannte  G.  m.  b  H.  übergegangen. 

Gebrüder  Greiner,  G.  m.  b.  H„  Görlitz.  Vertrieb  von  Glaswaren 
aller  Art  Stammkapital:  JC  60  000.  Selbständig  vertretungsbefugte  Ge- 
schäftsführer sind  die  Kauflaute  Adolf  und  Martin  Greiner. 

Hohlglashütte  am  Grenzhamrner,  loh  Otto  Lange,  Grenzhammer. 
Die  Kaufleute  Alfred  von  Hake  ucd  Louis  Wenzel  haben  Gisamtprokura. 

Max  Kray  &  Co -Glasindustrie  Schreiber.  A.-G  ,  Berlin.  Direktor 
Gottlob  Ritter  von  Kralik  ist  nicht  mehr  Vorstandsmitglied. 

Lohausen  &  Milatz,  Berliner  Glasbilder-Fabrik,  G.  m.  b.  H  ,  Berlin. 
An  S  eile  des  auageschiedenen  Otto  Miiati  wurde  Kaufmann  Wilhelm 
Lett  6  zum  Geschäftsführer  bestellt. 

Deutsch-russisch«  GlüMamnenfabrik,  G.  mbH,  Berlin.  An  Stelle 
der  abgeschiedenen  HaDB  Friedeberg  und  Josef  Pieonati  wurde  Kaufmann 
Fritz  Karosseit  zum  Geschäftsführer  bestellt. 

Benz  &  Delik,  Berlin- Wilmersdorf.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst. 
Liquidator  ist  Kaufmann  Alfred  Mache. 

R  Ba'nick,  G.  m.  b.  H,  Berlin.  Das  Stammkapital  ist  um  M  270  600 
tut  </K  500000  erhöbt. 

Optische  Werke,  A-G,  vorm  C*rl  Sahüti  &  Oo ,  Cassel.  Die  Kapl- 
talserböhung  um  M  5,4  Mill.  auf  M  6  Mill.  ist  durchgeführt. 

Kunfrtglas  Malerei,  G  m.  b.  H.,  i.  L;qi.,  Düren.  Die  Vertretungs- 
befagnis  des  L  q  iidators  Johann  Esser  ist  Deendet,  die  Firma  erloschen. 

Wilhelm  Weule,  Goslar.  Fabrikant  Gerhard  Weule  ist  als  persönlich 
haftender  Gesellschafter  eingetreten. 

Josef  Menk",  Glasmalerei  und  Kunstglaserei,  Goch,  Inhab«  Ist 
Glaemaler  Josef  Menke. 

Emil  Sctmermer,  Glasbläserei,  Gräfenroda.  Inhaber  ist  Glasbläser 
Emil  Schmermer. 

0  to  Fr»nk,  Igelsbieb,  S  -M.  Kaufmann  Adolf  Schlothauer  ist  als 
persönlich  haftender  G  >elschafter  eingetreten.  Die  Firma  lautet  jetzt: 
„Otto  Krank  &  Comp.,  I^elsbieb." 

J  N.  Kirecht,  Jlmenau.  Bankdirdktor  Friedrich  Kohlstock  ist  als 
persBnJirh  haftender  Gesellschafter  eingetreten.  Jeder  Gesellschafter  ist 
selbständig  vertreten  geermächtigt. 

H-ß  &  Koch,  Jlmenau.  Kaufmann  Friedrich  Mix  Wenzel  ist  Jetzt 
Inhaber.    Verbiudlicukeiien  geben  nidht  auf  ihn  über. 

Hngo  S  'h  egel,  Jmenau  Thermometer-  und  Glasin strnmentenfabrik. 
Inhaber  ist  Kiufm»nu  H  igo  Schlegel. 

Koewa-Gese)l»chaft  m  b.  H.,  Spezialfabrik  für  Thermometer,  Glas- 
jnstroment-  und  Hartganumi  varen,  Jlmenau  Stammkapital:  <M  50000. 
Geschäftsführer  Bind  die  Kaufleute  GuBtav  Weither  und  Friedrich  Hein« 
Ernst  Koeb  er. 

Emst  Hamann  &  Söhne,  Lauscha.  Fabrikant  Paul  Klnge  ist  all 
persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten. 

Otto  Leipold  Blttner,  Lauscha,  81.  Fabrikations-,  Versand-  und 
Exportges«  bfift  in  C  'riatbaumschmuek  und  allen  Ulasinassenartikeln.  In- 
haber ist  Kaufmann  0  to  Leipuld  Büttner. 

A.  Pr'maveM,  Magdeburger  Metallwaren-  und  Glasinstrumenten- 
Fabrik,  Magdeburg.    Emst  Grenzer  bat  Prokura. 


Hermann  Louis  Kühn,  Manebach.  Das  Geschäft  ist  auf  den  minder- 
jährigen Wolfgang  Panl  Kühn,  gesetzlich  vertreten  durch  seinen  Vater 
Kaufmann  Paul  Otto  Knhn,  übergegangen.  Die  Prokura  des  letzteren 
ist  erloschen.   Das  Geschäft  wird  unter  unveränderter  Firma  fortgeführt. 

Höllein  &  Reinhardt,  Neuhaui  a.  Rwg.  8tephanie  Kasten,  Dora 
Mosel  und  Friedrich  Robert  Hfillein  sind  als  persönlich  haftend«  Gesell- 
schafter eingetreten.    Otto  Hillein  ist  allein  vertretungsbefugt. 

Möbel-  und  SpiegelfabHk  Walfisch,  Walther  &  Fischer,  Nürnberg. 
Der  Sitz  der  Firma  ist  nach  Fdrth  verlegt. 

Gebrüder  Fliedner,  Roda,  8-W.  Fabrikation  chirurgischer  Glas- 
instrumente aller  Art.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  Bind  Kaufmann 
Paul  Fliedner  und  Glasschreiber  Fritz  Fliedner.  Jeder  Gesellschafter  ist 
selbständig  vertretungsermäehtigt. 

Gebrüder  Zimmermann,  8ttttzerbach,  Pr.  Ant.  Kaufmann  Fritz 
Zimmermann  ist  als  per eö'a lieh  haftender  Gesellschafter  eingetreten. 

Eöbna  &  Sr-haal,  Glasmannfaktur  und  keramische  Erzeugnisse,  Weiß- 
wasser, O.-L.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst.  Alleiniger  Inhaber  ist  nun- 
mehr der  bisherige  Gesellsehafter  Richard  Schaal. 

Frank'sche  Eisenwerke,  G.  m.  b.  H,  Adolfshütte  b.  Niederscheld. 
Das  Grundkapital  ist  auf  Ji  6,5  Mill.  erhöht. 

Eisenwerke  Gaggenau,  A-G.,  Gaggenau.  Die  Oberingenieare  Karl 
Stösser  und  Otto  Sellin  haben  Prokura. 

Hessen-Nassauischer  Huttenverein,  G.  m.  b.  H.,  Steinbrüoken  mit 
Zweigniederlassungen  Amalienhütte,  Eibelshäuserhütte,  Ladwigshtttte, 
Neubütte,  Wilhelmshtttte,  Bergverwaltung  Dillenburg.  Hochofenwerk 
Oberscheld,  j»tzt  Ueberlandeentrale  Oberscheld.  Das  Stammkapital  ist 
auf  Ji  6,3  Mill.  erhöht  worden. 

C.  &  W.  Bohnert,  Frankfurt  a.  M.  Kaufmann  Hermann  Blätter- 
mann hat  Gesamtprokura. 

L  Bartenwerfer,  loh.  Richard  Deskau,  Tilsit.  Das  Geschäft  ist  auf 
die  Kaufieute  Hans  und  Richard  Deskau  übergegangen  und  wird  von 
diesen  als  (ff  ne  Handelsgesellschaft  unter  der  Firma  „L.  Bartenwerfer, 
Tilsit"  fortgeführt.  Die  Prokura  des  Fräuleins  Stephanie  Biudau  ist  ge- 
löscht, aber  von  neuem  erteilt  worden. 

Bamberger,  Leroi  &  Co.,  G.  m.  b.  H.,  Berlin.  Curt  Wuest  uni 
Friedrich  Bleicher  haben  Gesamtprokura.  Die  Prokuren  von  Martin 
Mdndelson,  Augast  Heohler  und  Ernst  Cramer  sind  erloschen. 

Deutsche  Keramik  Karl  Schumann  jr.,  Banzlau.  Die  Firm«  ist  In- 
folge Uebernabme  des  G  wsrbebetriebs  durch  die  Firma  Bunzlauer 
Keramik,  G  m  b.  H,  erloschen. 

Glas-  und  Elektro-Armaturen-Ge'ellschaft  m.  b.  H,  Dresden  (Lidwlg- 
Richterstraße  24).  Erzeugung  und  Verarbeitung  von  Bsleachtnngsarma- 
tiren,  Vertrieb  von  Beleachtunarselas,  Errichtung  und  Beteiligung  an 
Fabriken  zur  Herstellung  von  Beleuchtangsarmatu'en  sowie  an  Unter- 
nehmungen gleicher  oder  ähnlicher  Art  Stammkapital:  Ji  100  "00. 
Gemeinsam  vertretungsbefugt«  Geschäftsführer  Bind  die  Kaufieute  Rein- 
hold  Felix  Otto  Schöppe  und  Hermann  Karl  Picking. 

Niederlage  von  H.  Heys  Glasfabrik,  Linden  -  Hannover,  Hannover 
(Rauweg  18).  Inhaber  ist  Kaufmann  Friedrich  Carl  Hermann  Heye.  Die 
Hauptniederlassung  b<  findet  sich  in  Schauenstein. 

Tb.  Hartmann  &  Schnitze,  Hambarg.  Karl  J.  R.  Ottlinger  und 
Walter  A.  F.  Schnitze  haben  Gesamtprokura. 

-  C.  F.  Otto  Müller,  Vertrieb  von   Erzeugnissen   der  Karlsruhe 
Künstlerwerkstätten,  Karlsruhe.   Die  Firma  ist  erloschen. 

C.  F.  Otto  Müller,  Karlsruhe  i.  B.  Die  Prokura  dei  Kaufmanns 
Einard  R.  Heitmann  ist  erloschen. 


Fra  gekäst ©n  d 

Keramik. 

7.  Wir  volUn  die  Herstellung  ein**  Qualitätsgeschirres  aufnehmen, 
und  zwar  nicht  aus  Steingut,  sondern  aus,  weißem  Steinzeug,  das  alle 
D'kornHormarttn  wie  Porzellan  verträgt.  Einerseits  müßte  das  Geschirr 
sehr  widerntand^fähig  und  zum  Gebrauch  gut  geeignet  sein,  anderseits  soll 
die  Herstellung  nicht  so  schwer  wie  bei  Po-zdlan  sein.  Welche  Masse  käme 
in  Betracht,  wie  hoch  soll  der  Veryliiltbrand  und  wie  hoch  der  Glatt- 
brand  sevnt  • 

Erste  Antwort:  „Weißes  Steinzeug"  iet  ein  sehr  schwieriger 
B  griff  Noch  schwieriger  ist  es,  im  Rihmen  des  F  agekastens  Imen 
tin*  g»nzp,  neue  Fabrikation  und  Technik  auszuarbeiten  für  eine  Ware, 
die  I  >nen  selbst  unklar  ist.  8teinzeag,  das  aus  plastischem  Ton,  Q  uarz 
und  Feldspat  herzustellen  wäre,  ist,  falls  es  wirklich  so  tlaßmittelreicu  ist, 
daß  es  sintert,  entweder  gelb  oder  g-an,  je  nachdem  oxydierend  oder 
reduzierend  gebrannt  wi'd.  I<t  der  Sinterungspunkt  niedrig,  z.  B.  bei 
Verwendung  plastischer  Westerwald  Tone  mit  weniir  Quarz,  dann  ist  ein 
oxydierendes  Brennen  leichter  zu  bewerketelligen  (SR  2—4),  ist  der  Brand 
hoch,  wie  bei  Feiusteinzeug  aus  täebsiBchen  oder  schiesiBchen  Tonen 
(8K  7— J»)  fo  erhahen  Sie  leicht  von  selbst  Reduktion  und  graue  Ware 
Bei  Zumischung  von  Kaolin  muß  auch  der  Feldspatgebalt  steigen,  um 
eine  wirkliche  Hiuteruug  zu  erhalten.  Sie  nähern  sich  mit  steigendem 
Gehalt  an  Kaolin  immer  mehr  der  weißen  Farbe,  d  h.  die  Ware  geht  in 
Porzellan  über.  Anectieinend  s  bwebt  Ihnen  ein  Mittelding  zwischen 
8teingut  und  Porzellan  vor,  eine  Ware,  die  soviel  Feid-p«t  enihätt,  daß 
sie.  sintert,  aber  doch  noch  völlig  transparent  wird  Ein  solches  Halb- 
porzellan  kann  mehr  pUBtiscben  Ton  enthalten  als  Por/.ellhn  BelbBt,  weil 
der  IWchlag  nach  Gran  oder  Gelb  infulge  der  nicut  völligen  Verglasnng 
d*s  Vberhen»  nicht  bo  deutlich  in  die  Erscheinung  tritt,  als  dies  bei  ton- 
haltigem Porzellan  der  Fall  wäre  Wählen  Sie  also  eine  Zusanim-useiaung 
von  ei  wh  50  T  msnbsianz,  33  Q  tarz  und  17  F  rldspat !  Die  Tousubstanz 
Boll  zu  80%  uuh  Kaulin,  au  2uu/t  ans  hochplaBiieohem  Ton  bestehen,  die 


es  Sprechsaal. 

nach  ihrer  rationellen  Znsammensetzung  einzurechnen  sind.   Unter  Feld- 
spat ist  norwegisches  Material  zu  verstehen,  das  aber  auch  durch  deutsches, 
entsprechend  Beiner  Zusammensetzung,  ersetzt  werden  kann.  Folgendet 
Beispiel  zeigt  einen  praktischen  Versatz  von  obiger  Zusammensetzung: 
H^bburger  Kaolin,  geschlämmt  ......   81  °/a 

Meißener  Ton   .    26  °/o 

Wunsiedler  Pegmatit   .    .    .    23  •/• 

Dörentruper  Qaarzsani  80% 

Der  Schrtthbrand  w  rd  bei  SK09a  durchgeführt,  der  Glattbrand  bei  SK  9. 
Als  Glasur  nehmen  Sie  am  besten  die  bekannte  Segerp orzellanglaBor,  die 
aus  den  genannte  R  <bmaterialien  sich  folgendermaßen  berechnet: 

Wuntiedler  Pegmatit  115  Gew.-T. 

Eisen  freier  Magnesit  17  M 

Kalkspat  «5  „ 

Hohburger  Kaolin  60  , 

Hohenbockaer  Qiarzsand  145  „ 

Es  sei  aber  zum  Schluß  darauf  hingewiesen,  daß  Sie  ohne  die  systematisoht' 
Mitarbeit  eines  keramisch  durchgebildeten  Mannes  eine  solche  Fabrikation 
wohl  nie  richtig  durchführen  köanen. 

Zweite  Antwort:  Q lalitätsgeschirre  aus  weißem  Steinzeug 
können  bei  SK  4—12  gebrannt  werden;  im  allgemeinen  entspricht  ihre 
Zasammensetzung  der  Segerformel: 

KloTo  Ifo  M*O.Feo}  2-5-5  A-.O..10-26  810,. 
Als  Tone  kommen  in  erster  Linie  solche  in  Frage,  die  hoohplastisch  sind 
und  sich  weiß  brennen  bei  möglichst  frühzeitiger  Verdichtung  ihrer  Poren. 
Die  fetten  Lötbainer  Tone,  die  Banzlauer  und  Westerwälder  Tone  er- 
geben in  geeigneter  Mischang  untereinander,  sowie  mit  Q  tarz  und  Feld- 
spat eine  vorzügliche  flteinzeagmasse,  die  alle  Dekorationsarten  wie 
Purz»llan  verträgt  und  vor  dem  Auftragen  der  Glasur  bei  etwa  ?K  010  a 
zu  verglühen  ist.  Der  Zusammensetzung  der  letzteren  legt  man  die 
Formel  des  SK  4 


SPREGHSAAL 


1923.  (55.  Jahrgang.) 

7   

S?oao}0'5A1'°-48iOj 

zu  Grunde.  Soll  die  Glasur  schon  bei  SK  8  gut  und  blank  ausgeflossen 
■ein,  io  igt  ihr  Kieseleäuregehalt  noch  etwa«  zu  erniedrigen;  eußerdem 
empfiehlt  es  sich,  zur  weiteren  Erleichterung  des  Sehmelzens  Baryt  ein- 
zuführen.   Man  gela  gt  so  zu  dem  Typus: 


0  2  K80  ^ 

0,2  BaO  \  0,4  AlaOg.3,5  SiO, 
0  6  0*0  J 

>i  SK  4  ihre  Dichte  erreichen, 
freipn,  borhaltigen  Glasur  Verse 
0,85  K,0  )  {  o  7  si0ij 

0,30  B*0  }  0,35  AlsOs'  \  i  L  ™  o 
0,45  0*0  j  l  0,6  ßaÜ3' 


Hassen,  die  schon  bei  SK  4  ihre  Dichte  erreichen,  werden  zweckmäßiger 
Weise  mit  einer  bleifreien,  borhaltigen  Glasur  versehen  vom  Typus 


Dritte  Antwort:  Infolge  der  hohen  Kohlenpreise  strebt  man 
allenthalben  danach,  den  Ausbrand  bei  SK  7  zu  beenden.  Dies  kann  man 
anch  bei  Feinsteinzeng  sebr  gut.  Der  Vergltthbrand  muß  wie  bei  allen 
keramischen  Waren  mindestens  SK  0»  erreichen,  da  weicheres  Gltthgeschirr 
beim  .Glasieren  leicht  zerspringt.  Hätten  Sie  den  Ort  Ihrer  Fabrikation 
angegeben,  so  konnten  zur  Berechnung  von  Masse  und  Glasur  Ihnen  nabe- 
liegende Materialien  zu  Grunde  gelegt  werden;  so  wähle  ich  Rohstoffe 
aus  Mitteldeutschland.  Eine  Feinsteinzeugmasse  für  SK  7  Ausbrand  hat 
die  Formel: 


^  S:3c:S}3A,»°-ia8i0' 


Aus  reinem  Material  hergestellt  besteht  sie  aus: 

Kaolin  von  Zettlitz  .    .   .   .   .   .    .   49,2«  Gew.*T. 

Feldspat  von  Roerstrand  .   .   .   .   •   32,31  „ 

Quarz  » 

Kalk  2,49  „ 


Sa.  100,00  Gew.-T. 
V»  der  Tonsubstanz  soll  als  Krautgartenton  eingeführt  werden,  um 
die  Masse  zu  verbilligen.   Die  Masse  besteht  demnach  aus: 
Halle8cber  Kaolin  (Ha  lösche  K*olin-  und  Tmwerke  Lettin)    36  Gew.-T. 
Spat  von  P.ößberg  (Siegmnnd  Reichenberger,  Fichtelberg)   35  „ 

Krautgartenton  (Colditzer  Tonwerke,  Colditz)  24  „ 

Hohenbockaer  Sand   2,51  „ 

Kalkspat   •    •     2,49  „ 

S*.  100  Utftiew.-T. 

Mahldauer  18—24  8tundeu  bei  23  Umdrehungen  in  der  Minute.  (Es 
empfiehlt  sich,  eine  Tasse  Salzsäure  und  2  50  g  Kobaltnitrat,  auf  100  Pfd. 
Masse  zuzugeben,  um  die  Weiße  zu  erhöhen.)   Die  Glasur 


0,2  K90  1 
0  2  MtfO  \  0,4  Al20g .  3,5  SiOs 
0  6  C»0  J 


besteht  aus:  Spat  von  Norwegen     .....   32,09  Gew.-T. 

Dolomit   1062  „ 

Kalkspat     .........    11,55  „ 

Zebisch-Kaolin.  gebrannt  ....   12,82  „ 

Qaarz  ■    ■   32,92  „ 

100,00  Gew.-T. 

oder:  Spat  von  Plößberg   34,96  Gew.-T. 

Dolomit   .    10,H2  „ 

Kalkspat   11,65  „ 

Kaolin  von  Halle,  gebrannt  .   .   .   12,23  „ 
Hohenbockaer  Sand  ....    .   .   30,64  , 

Sa.  100  00  liew-T. 
(Dazu  eine  Tasse  Salzsäure  und  5  g  Kobaltnitrat  auf  100  Pfd.  Glasur.) 
Mahlzeit  100—140  Stunden. 
Wenn  Sie  bei  SK  7  brennen,  darf  der  Kanal  nicht  eine  Einströmung 
im  Glühofen  haben,  sondern  er  muß  verlängert  werden  und  drei  Ein- 
strömungen erhalten,  um  das  Feuer  hoch  zu  bekommen.    Die  zweite  Ein- 
strömung soll  in  der  Mitte,  die  dritte  etwa  25  rm  unter  dem  Gewölbe- 
widerlager münden.    Beim  Brennen  wird  das  Vorfeuer  bis  SK  02  a  geführt, 
das  Vollfeuer  wie  sonst  bei  SK  13  Ausbrand.    Alle  Schüren  müssen 
flammenfrei  niederbrennen. 

Vierte  Antwort:  Sie  sind  sich,  nach  Ihrer  Frage  zu  urteilen,  nicht 
recht  klar  über  die  Herstellung  von  Porzellan  und  Stein  zeug,  denn  sonst 
würden  Sie  nicht  sagen,  daß  die  Fabrikation  von  8teinzeug  nicht  so 
schwer  ist  wie  die  voa  Porzellan.  In  Wirklichkeit  sind  die  beiden  Fabri- 
kationsarten  einander  sehr  ähnlich,  doch  bestehen  wesentliche  Unter- 
schiede in  der  Masse  und  der  Glasur  und  auch  sonst  noch.  Sie  wollen 
jedenfalls  GebrauchBgeschirr  herstellen,  und  da  wäre  Ihnen  zu  raten, 
lieber  gleich  Porzellan  anzufertigen  oder  ein  gutes  Feldspatsteingut.  Da 
Sie  nicht  angeben,  in  welcher  Gegend  sich  Ihr  Unternehmen  befindet 
and  welche  Rohstoffe  zur  Verfügung  stehen,  kann  man  Ihnen  nur  mit 
allgemeinen  Angaben  dienen.  Steinzeng  hat  eine  ungefähre  Zusammen- 
setzung von: 

Tonsubstanz   43— 484/» 

Qaarz   38—40»/, 

Feldspat    .  19—12  •/. 

die  jedoch  keinen  Anspruch  auf  Allgemeingültigkeit  haben  kann.  Ver- 
wendung finden  hellbrennende,  meist  früh  sinternde  Steinzeugtone  (Wtster- 
wälder  Tone),  die  mit  Sand,  magerem  Ton,  Kaolin  und  evtl.  Feldspat 
versetzt  werden.  Glasiert  wird  mit  einer  Steingut-  oder  leichtflüssigen 
Steinzeugglasur.  Der  Rohbrand  wird  so  hoch  gehalten,  daß  die  Ware 
noch  so  poiös  ist,  daß  der  in  die  Glasur  getauchte  Scherben  die  letztere 
ansangen  kann.  Die  Höhe  des  Glattbracdes  richtet  sich  ganz  nach  den 
Tonen,  die  verwendet  werden.  Die  Glattbrandtemperatur  von  Steinzeug 
liegt  etwa  bei  bK  7—12.  Das  Einsetzen  der  glasierten  Ware  erfolgt 
genau  so  wie  bei  Porzellan.  Ohne  einen  Fachmann  fangen  Sie  ja  die 
Fabrikation  nicht  an,  denn  Sie  würden  nur  Schaden  davon  haben. 

Fünfte  Antwort:  Steinzeug  wird  zwischen  SK  6—10  ge- 
brannt, je  nach  seiner  Zusammensetzung.  Die  üblichen  Glasuren  sind 
Salzglasaren  und  Blei-Borax-Glasaren,  seltener  die  weichen  Porzellan- 


-  €OBURe.   Nr.  4  —  3t 

glasnren.  Die  Farbe  de?  Steinzeugs  ist  bei  Salzglasuren  gewöhnlich 
blangrau,  bei  den  anderen  Glasuren  gelblich,  selten  oder  nie  weiß.  Bei 
Blei- Borax-  nnd  Porzellan- Glasuren  ist  das  Steinzeug  zuerst  bei  SK  1  zu 
verglühen,  dann  wird  es  mit  der  Glasur  versehen  und  bei  SK  6—10  je 
nach  der  Einstellung  der  Masse  und  Glasur  fertig  gebrannt.  E*  ist  also 
fast  derselbe  VorgaDg  wie  bei  der  Porzellaifabiikation,  und  die  Her- 
stellung von  glasiertem  Steinzeug  bietet  deshalb  dieselben  Schwierigkeiten 
wie  beim  Porzellan,  so  daß  Ihr  Wunsch  nacb  einer  leichteren  Erzeugung 
kaum  in  Erfüllung  gehen  dürfte.  Da  zur  Masse  Steinzeugtoue  benutzt 
werden  und  diese  sich  wegen  des  darin  enthaltenen  Eisenoxyds  gelblich 
brennen,  so  ist  es  schwierig,  ganz  weißes  Steinzeug  herzustellen,  wenn 
man  nicht  aus  den  Stoffen  für  die  Porzellanfabrikation  eine  entsprechende 
Steinzeugmasse  zusammensetzen  will,  unter  Zusatz  von  weißbrennenden 
Fettonen.  Eine  derartige  Masse  ist  dann  kaum  anders  zusammengesetzt 
als  eine  Porzellanmasse. 

Sechste  Antwort:  Wenn  Sie  wirkliche  Qualitätsware  herstellen 
wollen,  die  allen  Anforderungen  einer  fein  gedeckten  Tafel  entspricht, 
dann  ist  nur  gutes  Porzellan  am  Platze.  Die  Materialkosten,  Arbeits- 
löhne, Brennkosten  usw,  sind  bei  feinem  weißen  Steinzeug  nahezu  eben 
so  hoch  wie  für  Porzellan,  aber  ohne  daß  das  Erzeugnis  das  Ansehen  und 
den  Wert  des  letzteren  auch  nur  annähernd  erreicht.  Einige  Liebhaber 
werden  sich  für  weißes  Steinzeog  interessieren,  die  vornehme  Hausfrau 
wird  aber  daran  vorbeigehen  und  immer  wieder  nach  Porzellan  greifen. 
Deshalb  ist  nur  anzuraten,  mit  Qaalitätsmaterial  auch  Qualitätsware  her- 
zustellen, die  einen  guten  Absatz  sichert. 

Siebente  Antwort:  Zur  Herstellung  von  weißem  Steinzeug 
eignet  sich  in  hervorragender  Weise  der  sog.  Osmoton.  Es  ist  dieses  ein 
Westerwälder  Ton,  der  nach  dem  Osmose-Verfahren  aufbereitet  wird. 
Ieh  verwende  dieses  Material  seit  Jabren  zur  Herstellung  von  weißen 
elektrotechnischen  Stanzartikeln  und  stelle  eine  Masse  her,  die  in  der 
Zusammensetzung  dem  8teingnt  gleichkommt,  infolge  der  günstigen 
Eigenschaft  des  genannten  Tones  aber  schon  bei  SK  6  a  einen  vollständig 
gesinterten  Scherben  ergibt,  der  jedoch  zum  Unterschied  von  Weiß- 
porzellan nicht  transparent  ist.   Ich  empfehle  Ihnen  folgenden  Versatz: 

Kaolin  von  Kemmlitz  30% 

O-moton  20  % 

Kalkspat     .........  \  -         ■    12  °/o  \ 

Quarz  38  o/0 

Diese  Masse  wird  im  allgemeinen  bei  SK  07  a  vorgebrannt,  kann  aber  auoh 
roh  glasiert  werden.  Der  Glattbrand  liegt  bei  SK  6  a.  Als  Glasur 
empfehle  ich  folgenden  Versatz : 

Feldspat    .   .  16«  °/o 

Kaolin  '.  .  '  .  33<>/0 

Qaarz  92  °/0 

Kalkspat  65  °/0 

MagneBit   .    .    .    .  &0/o 

Wesentliche  Vorteile  dieser  Masse  bestehen  darin,  daß  zunächst  die 
Zusammensetzung  eine  billigere  ist  und  dann,  daß  die  Brenntemperatur 
verhältnismäßig  niedrig  liegt,  was  eine  Ersparnis  an  Lohn  und  vor  allem 
an  Kohlen  zur  Folge  hat. 

8.  Zum  Brennen  von  Porzellan-Knöpfen,  Broscheplatten  usw.  benötige 
ich  einen  kleinen  Qutbr  and- Ofen  für  eine  Brenntemperatur  von  12—1300"  C. 
Welches  Ofen-System  käme  für  mich  in  Frage? 

Erste  Antwort:  Zum  Brennen  von  Porzellanknöpfen  und  Broschen- 
plättchen  eignet  sich  am  besten  eine  kontinuierliche  Scharffeuer-Muffel 
mit  geradlinigem  Brennraum  und  2  übereinander  gebauten  8cham  tte- 
moffeln  von  15  cm  Höhe.  Der  Vorgang  beim  Brennen  ist  ähnlich  wie 
der  bei  einer  Farbschmelz-Maffel,  die  Hmdhabung  des  Ofens  ist  ein- 
fach, uDd  jeder  Brenner  kann  in  kurzer  Zeit  angelernt  werden  Bei 
diesem  Ofen  ist  das  Prinzip  zu  Grunde  gelegt,  daß  die  Ware  in  einem 
Gang  verglüht,  scharfgebrannt  und  abgekühlt  den  Ofen  verläßt.  Die 
Knöpfe  werden  auf  Schamotteplatten  aufgelegt  und  in  den  Verglühraum 
eingeschoben;  der  Glattbrennranm  ist  gegen  den  Glüh-  und  Abkühlraum 
durch  Schamotteschieber  abgeschlossen  und  mit  einem  Schauloch  versehen. 
Ich  habe  mit  einem  solchen  Ofen  bei  SK  7  3  Mal  in  der  Stunde  eine 
Platte  mit  gut  ausgebrannten  Piättchen  von  25  mm  0  brennen  und  aus- 
nehmen können. 

Zweite  Antwort:  Für  das  Brennen  von  Porzellan  Knöpfen, 
Broschenplatten  usw.  ist  ein  kleiner  Randofen  von  etwa  700  mm  lichtem 
Durchmesser  und  1000  mm  Höhe,  der  mit  Holz  und  Kohle  geheizt  wird, 
als  besonders  zweckmäßig  zu  empfehlen.  Die  Gegenstände  werden  wie 
üblich  in  Kapseln  eingesetzt,  und  die  Temperatur  von  1200—1300»  C. 
kann  ohne  weiteres  erreicht  werden,  richtige  Konstruktion  des  Ofens  vor- 
ausgesetzt. Je  nach  den  Verbältnissen  läßt  sich  dieser  kleine  Ofen  ent- 
weder transportabel  oder  feststehend  bauen ;  er  ist  gerade  für  einen  Klein- 
betrieb am  wirtschaftlichsten. 

Dritte  Antwort:  Wenn  die  Ware  gelblich  sein  darf,  rate  ich  zu 
einer  Scharffeuermuffel ;  Boll  sie  weiß  sein,  ist  ein  kleiner  Rundofen  mit 
2—4  Schürkästen,  je  nach  Größe,  zu  empfehlen.  Randöfen  sind  die 
rationellsten  Brennapparate. 

Vierte  Antwort:  Das  Brennen  von  Porzellanknöpfen,  Broschen- 
plättchen  können  Sie  in  einem  Muffel-  oder  Randofen  mit  überschlagender 
Flamme  vornehmen.  Da  Ihre  Tageserzeugung  nicht  allzuhoch  sein  dürfte, 
so  kommt  ein  großer  oder  gar  ein  Tunnel-Ofen  nicht  in  Betracht.  Die 
Größe  der  Muffsl  oder  des  Ofens  hängt  ganz  von  Ihrer  Produktion  ab. 

Fünfte  Antwort:  Da  Sie  wohl  Porzellanplatten  und  -knöpfe 
fertigen  wollen,  so  müßten  Sie  sieh  schon  für  eine  Brennhöhe  von 
SK  8—9  entscheiden,  da  Weichporzellan  unter  dieser  Temperatur  nicht 
anzufertigen  ist,  wenn  Sie  nicht  zu  Fritten  u.  dgl.  greifen  wollen,  wo- 
durch dann  der  Charakter  des  Porzellans  verloren  geht.  Es  kommt  nun 
darauf  an,  welche  Qaantitäten  Sie  zu  brennen  gedenken;  falls  Sie  größere 
Mengen  Knöpfe  nnd  Platten  fertigen,  so  ist  einzig  ein  kleiner  Rundofen 
mit  Sturzflamme  und  Kohlen-  oder  Hohfeuerucg  zu  empfehlen,  der  bei 
guter  Ausführung  für  solch  kleine  Artikel  rentaoel  ist.  Eine  Größe  von 
2  V»  m  Durchmesser  bei  2  m  Höhe  würde  genügen.  Fertigen  Sie  aber 
nur  kleine  Mengen  an,  so  daß  ein  derartiger  Ofen  für  sie  zu  groß  ist, 
dann  ist  zu  einer  Scharffeuermuffel  zu  raten,  die  mit  einem  Oberteil  zum 


40  —  Nr.  4 


SPRECHSAAL -COB  URO. 


1922.  (55.  fahrgang.) 


Verglühen  eingerichtet  werden  muß.  Ein  kontinuierlicher  Brennofen  in 
Gestalt  eines  kleinen  TnnnelofeuB  mit  Oel-  oder  auch  Gasfeuerung  wäre 
auch  zu  empfehlen,  wenn  mit  einer  größeren  Produktion  gerechnet 
werde  i  soll. 

Sechste  Antwort:  Je  nach  der  Größe  des  Betriebes  kann 
sowohl  eine  Mnffel  als  ein  kleiner  Bundofen  in  Frage  kommen;  man 
mtlßte  aber  die  täglich  fertiggestellte  Menge  kennen,  um  entscheidend 
raten  zn  können.  —  Zum  Ban  empfiehlt  Bich  das  Iogenienrbareau  Herda 
in  Nürnberg,  Weiserstraße  33. 

Siebente  Antwort:  Für  das  Brennen  von  Porzellan  eignen 
sich  die  Etage  Bnndöfen  mit  überschlagender  Flamme  am  besten ;  dabei 
können  Sie  den  unteren  Ofen  als  Glattbrennraum,  den  oberen  als  Glüh- 
nnd  Kapselofen  benutzen. 

Achte  Antwort:  Nachdem  Sie  nor  sehr  kleine  Artikel  an- 
fertigen wellen,  würde  ein  PorzeUanofrn  mit  zwei  bis  drei  Feuerungen 
vollmundig  genüge.  Es  kommt  hier  der  übliche  Porzellan- Bundofen  in 
Fr8ge,  der  mit  mehr  oder  weniger  Abweichungen  von  den  bekannten 
Ofenbai.fi  men  gebaut  wird.  Ein  derartiger  Ofen  kostet  beute  min destens 
M  60—80000.  Sie  können  eine  Brenntemperatur  von  12—1300°  C.  auch 
mit  tiner  Scharffeuermnffel  von  vielleicht  1—2  cbm  Inhalt  leicht  erreichen 
und  werden  dieBe  Moffel  für  den  Anfang  schließlich  deshalb  vorziehen, 
weil  sie  billiger  gebaut  werden  kann. 

Neunte  Antwort:  Für  Ibre  Miniaturartikel  wählen  Sie  vorteil- 
haft eine  sauber  ausgeführte  Scbarffeuermuffel,  die  in  allen  Teilen  unter 
Garantie  gut  funktioniert.  Darin  können  Sie  den  Einsatz  weitgehendst 
auenützen  und  bei  sorgfältiger  Feuer'ührung  erhalten  Sie  durchweg  eine 
Baubere  Ware.  Dieser  Scharffeuermnffel  können  Sie  gleichzeitig  eine  ge- 
wöhnliche Scbmelzmnffel  anschließen  oder,  w<>nn  letztere  schon  vorhanden, 
kann  der  Anschluß  umgekehrt  stattfinden.  Einen  größeren  Brennapparat 
in  Gestalt  eines  Brennofens  zu  wählen,  erscheint  hier  nicht  am  Platze. 

9.  Zur  Bereitung  von  Gießschiicker  verwenden  wir  die  Abfälle  der 
Dreherei  und  der  Gießt rei.  Welche  Vorteile  bietet  nun  die  Zubereitung 
von  Gießschiicker  mit  Rührern  gegenüber  derjenigen  auf  Trommeln?  Wir 
fragen  deshalb,  weil  bei  Bührtm  die  Massepatztn  mühselig  in  kleinen 
Stücken  eingebrockt  werden  müssen,  dagegen  bei  der  Aufgabe  auf  Trommeln 
der  qanze  Versatz  auf  einmal  aufgegeben  wird  und  nach  wenigen  Stunden 
Laufzeit  abgelassen  werden  kann.  Da  die  Eisentrommtin  größtenteils  mit 
Sihxfutter  ausgelegt  sind,  so  besieht  für  den  Etsenmantel  auch  keine  Gefahr 
durch  die  Soda  des  Schlickers. 

Erste  Antwort:  Das  empfehlenswerteste  ist  die  Herstellung  des 
Gießscblickers  ans  den  Bobmaterialien  auf  der  Trommel.  Auf  diese  Weise 
fällt  der  Schlicker  unbedingt  immer  gleich  aus,  er  hat  stets  dieselbe 
Konsistenz,  die  Arbeiter  können  eine  tadellose  Ware  anfertigen  und  haben 
niemals  Grnnd  zu  Klagen.  Die  Dreherei-  und  Gießerei-Abfälle  finden  gut 
V er weituug  als  Beimengung  zur  Drehmasse,  ev  läßt  mau  sie  besonders 
verarbeiten  und  fertigt  weniger  empfindliche  Artikel  daraus,  z.  B  dickes 
Geschirr,  Stapelartikel  usw  Wenn  Sie  aber  bei  dem  seitherigen  Ver- 
fahren bleiben  wollen,  so  ist  die  Verarbeitung  auf  der  Trommel  vorzu- 
ziehen, weil  sie  besser  vor  Verunreinigung  schützt  und  eine  besser  durch- 
gearbeitete GießmaBse  liefert  als  der  Quirl. 

Zweite  Antwort:  Die  Vorteile  der  Bereitung  von  Gießschiicker 
im  Qairl  oder  in  der  Trommelmühle  sind  nicht  so  verschieden.  Bei  Verwendung 
von  Abfällen  aus  der  Dreherei  und  Gießerei  benutzt  man  wohl  die  Quirle 
lieber  doch  nur  dann,  wenn  es  sich  darum  handelt,  Transport  und  Zeit 
zu  sparen.  M  iat  steht  der  Quirl  in  allernächster  Nähe  der  Gießerei, 
während  der  Transport  zur  Müuie  fast  immer  mit  Zeit-  und  Geldverlust  ver- 
knüpft ist,  da  dieBe  meist  atieets  liegt  und  auf  der  anderen  Seite  wieder  die 
Trommelmühlen  nur  für  die  Mahlung  der  Materialien  bestimmt  Bind.  Sollte 
ihre  Anlage  so  eingerichtet  Btin,  dau  Trornme  mühlen  genügend  vorhanden 
Bind  und  der  Transport  nicht  wesentlich  in  F/age  kommt,  so  ist  es  schon 
besser,  die  Ablä.le  in  der  Mühle  zu  verarbeiten.  Ihre  Angabe,  daß  der 
Abfall'  erst  zeikieinert  werden  müßte,  ehe  er  auf  den  Quirl  kommt,  ist 
nicht  stichhaltig,  denn  auf  die  Trommelmühle  können  Sie  auch  keine  großen 
8tücke  aufgeben,  da  das  Fülloch  nur  klein  ist.  Sie  sprechen  aucn  von 
der  Aufgabe  des  ganzen  Ver8atzes,  worunter  Sie  doch  die  Bohstoffe,  die 
zur  Zubamnensetzung  der  Masse  gehöreß,  meinen.  Diese  sind  nnn  stets 
auf  die  Trommelmühle  aufzugeben,  da  die  Tone  nicht  rein  und  die  üDrigen 
Stoffe  anch  nicht  immer  bo  fein  Bind,  als  es  die  Fabrikation  erfordert. 
Bei  Quirlen  spielt  übrigens  auch  die  Bauart  eine  Bolle.  Sie  können  selbst 
am  besten  prüfen,  ob  der  Quirl  oder  die  Mtihlenfüllung  Ihnen  Vorteil 
bringt,  und  das  ist  meist  ausschlaggebend. 

Dritte  Antwort:  Man  hat  bei  der  Aufbereitung  von  Git ßachlicker 
mit  8oda  zusatz  auf  Trommeln  ebenso  gute  Essuitate  erhalten  als 
mit  Buhrqurlen,  doch  wird  in  manchen  Fabriken  die  Trommel,  in  anderen 
wieder  der  Quirl  vorgezogen.  Da  wo  kein  überflüssiger  Quirl  vorhanden 
ist,  wird  gewöhnlich  die  Trommel  zur  Aufbereitung  des  Gießscblickers 
genommen.  Die  Vorteile  bei  der  Trommelaufbereitung  sind,  wie  Sie  richtig 
sagen,  die  bequemere  Einftillung  und  ferner  die  schnellere  Fertigstellung. 
Der  Quirl  arbeitet  langsamer,  hat  aber  den  Vorteil,  daß  man  den  fertigen 
Schiither  im  Quirl  als  bebälter  belasben  kann,  wenn  man  den  Quirl  dazu 
eigenB  augetCLbftt  hat.  Man  benutzt  am  besten  einen  liegenuen  Btihr- 
quirl  von  kleinerem  Inhalt,  der  besser  arbeitet  als  ein  stehender.  D*  bei 
beiden  Aulbeieitungsaiten  viel  Luft  in  den  üießächlicker  gelangt,  ist  es 
zu  empfehlen,  den  letzteren  vor  dem  Verbrauch  einen  Tag  ruhig  stehen 
zu  lassen,  damit  die  Luit  entweichen  kann,  da  sich  sonst  leicht  Bläschen 
bei  den  gegossenen  Waren  bilden. 

Vierte  Antwort:  Im  Quirl  erzielen  Sie  in  derselben  Zeit  eine 
größere  Menge  Masse  als  auf  uer  Trommel.  Ich  rate  Ihnen,  bei  der 
Tromm» lu  ai  1  un g  zu  bleiben,  wenn  das  Mehr,  das  der  Quirl  fabt,  für  Sie 
belanglos  ist 

uunlte  Antwort:  Wenn  Sie  schon  die  zäbe  AbfallmaBse  ver- 
arbeiten wollen,  tun  Sie  am  besten,  Bie  in  die  Trommel  zu  geben,  denn 
bekannt  icu  sind  Massen  im  halbnatsen  Zustand  weitaus  uchwerer  aufzu- 
arbeiten als  im  troikenen  Zustand.  Die  Anfbereitung  im  Quirl  wäre  dann 
vorteilhafter,  wenn  Sie  die  Abfallmasse  trocken  werden  lienen  nnd  so  dem 
Bttbrweih  übtrgäbtn.    Im  allgemeinen  satzt  man  Abfäll«  der  Drehmasse 


zu  und  fertigt  daraus  Ware,  an  die  weniger  Anforderungen  gestellt 

werden. 

Sechste  Antwort:  Zur  Bereitung  von  Gießschiicker  aus  den 
Abfällen  der  Dreherei  und  der  Gießerei  empfiehlt  es  sich  immer,  die 
Trommelmühle  zu  benutzen.  Bei  den  Eübrern  dauert  es,  wie  Sie  sehr 
richtig  bemerken,  viel  länger  als  bei  der  T'ommel,  besonders  wenn  die 
Abfälle  größere  Stücke  enthalten.  Der  Sodazusatz  im  Gießschiicker  wirkt 
nicht  schädigend  auf  das  Futter  der  Eisentrommeln  ein.  Wenn  Sie  Ge- 
legenheit h»ben,  die  Abfälle  zu  trocknen,  so  ist  die  Aufbereitung  des 
Gießechlickers  in  der  Trommel  noch  schneller  zu  bewerkstelligen. 

Siebente  Antwort:  Ein  gut  zubereiteter  Gießschiicker  muß  ein« 
durchaus  homogene  Strnktar  ohne  Klümpchen  und  Blasen  aufweisen;  das 
aber  erreichen  Sie  am  sichersten  bei  der  Aufbereitung  auf  einer  Trommel. 

Achte  Antwort:  Da  die  Masseabfälle  doch  verwendet  werden 
müssen,  diejenigen  aus  der  Gießerei  aber  für  Drebmasse  infolge  ihreB 
Sodagehaltes  nicht  in  Fr*ge  kommen,  so  erscheint  die  Zubereitung  des 
Gießscblickers  auf  dem  Qairl  als  das  gegebene  Verfahren.  Die  Muhe  des 
Einbrockens  bleibt  allerdings  bestehen,  doch  ist  beim  Ablassen  die  Mög- 
lichkeit geboten,  den  größeren  Teil  der  Verunreinigungen  des  Schlickers 
im  Qiirl  zu  behalten. 

Neunte  Anwort:  Sie  verwenden  Trommeln  zur  Herstellung 
von  Gießschiicker,  was  wohl  in  den  meisten  besseren  Fabriken  verworfen 
wird.  Wenn  Sie  die  Masse  auf  dem  Schlickerqairl  aufgeben,  wird  kaum 
mehr  Zeit  für  das  allerdings  mühsame  Auseinanderbrocken  in  Anspruch 
genommen,  als  bei  der  Aufgabe  auf  die  Trommeln  und  dem  Ablassen  des 
Schlickers.  Weiter  ist  zu  bedenken,  daß  der  abgelassene  Schlicker  dick 
und  nach  längerem  Stehen  überhaupt  nicht  mehr  zum  Gießen  zu  ver- 
wenden ist,  während  Sie  bei  dem  Scblickerqnirl  jederzeit  tadellose  Gieß- 
masse zur  Verfügung  haben,  da  dieselbe  immerwährend  durchgearbeitet 
wird. 

10.  Meine  Glasur  ist  im  allgemeinen  tadellos,  nur  springt  sie  bei 
Eeken  oder  bei  Figuren  mit  hervorstehenden  Partien  ab.  So  habe  ith  z.  B. 
eine  Vase  mit  einer  modellierten  Eule;  darauf  sitzt  die  Glasur  ganz  gut, 
und  nur  von  der  Eule  springt  sie  ab.  Wie  könnte  ich  den  Fehler  be- 
seitigen ?  ,  ,.    .    .    _  ,  .     .  . 

Erste  Antwort:  Allem  Anschein  nach  hegt  ein  Fehler  in  der 
Zusammensetzung  des  Gießscblickers  vor.  Verringern  Sie  einmal  probe- 
weise den  Sodazasatz  um  einige  Prozente,  vielleicht  zeiet  sich  dann  eine 
Besserung.  Es  könnte  aber  auch  der  Fall  sein,  daß  Masse  und  Glasur 
im  Schwindungsvernältuis  nicht  genau  genug  zusammenstimmen  und  dies 
an  den  Stellen,  wo  besonders  starke  Spannungen  auftreten,  durch  das 
Abspringen  der  Glasur  zum  Ausdruck  kommt.  In  diesem  Falle  müßten 
sich  allerdings- auch  Giasurrisse  bemerkbar  machen. 

Zweite  Antwort:  Als  allgemein  tadellos  kann  Ihre  Glasur 
nach  den  auftretenden  Fehlern  nicht  gelten.  Hätten  Sie  Masse  und  Glasur 
angegeben,  so  ließe  Bich  eher  ein  Bat  erteilen;  zudem  weiß  man  noch 
nicht  einmal,  ob  es  sich  um  Steingut  oder  Porzellan  handele  Auf  jaden 
Fall  findet  eine  ungleiche  Ausdehnung  der  Masse  und  Glasar  Statt.  Durch 
Einführen  von  Flußmitteln  in  die  Glasur  köaneu  Sie  diese  leichtfldsBigar 
stellen  und  den  Brand  etwas  reiuzieren.  Das  Abspringen  kann  aber  auch 
an  zu  hohem  Quarzgehalt  der  Masse  liegen.  Bei  Steingut  spielt  ferner 
ein  zu  schwaener  Gltthbrand  mit,  ebenso  können  allzufeine  Mahlung  der 
Masse  oder  zu  feuchtes  Einsetzen  der  Bohware  oder  zu  rasches  Trocknen 
schuld  sein.  . 

Dritte  Antwort:  Leider  haben  Sie  nicht  angegeben,  ob  sich 
der  Fehler  bei  Porzellan-  oder  Fayence-  oder  Steingutfiguren  zeigt.  Auf 
jeden  Fall  passen  Masse  und  Glasur  nicht  zusammen,  uud  es  ist  hier  eine 
entsprechende  Aenderung  vorzunehmen.  Daß  gerade  bei  den  vorstehenden 
Ecken  und  Kanten  die  Glasur  abspringt,  Bcheint  mit  daran  zu  liegen,  daß 
diese  vorstehenden  Teile  zu  stark  verglüht  sind  und  die  beim  Gießen 
benutzte  Suda  an  den  hartgebrannten  Stellen  eine  Aenderung  des  Scherbens 
herbeiführt.  . 

Vierte  Antwort:  Das  Abspringen  der  Glasur  von  hervor- 
stehenden Teilen,  z.  B.  besonders  von  den  Kanten  und  Ecken,  tritt  be- 
sonders dann  ein,  wenn  die  Masse  zuviel  Quarz  enthält.  Ei  gilt  dies 
namentlich  für  die  Steinguttechnik.  ludessen  ist  es  nicht  möglich,  in  Ihrem 
Fall  darüber  Klarheit  zu  gewinnen,  weil  Sie  nicht  einmal  angeben,  ob 
es  sich  um  Steingut,  Porzellan,  Töpferwaren  usw.  handelt.  Es  muß  des- 
halb dieser  kurze  Hinweis  genügen,  der  nur  ergäuzt  werden  kann  durch 
die  Erinnerung  an  Segers  klassische  Arbeiten  über  Glasurfehler,  woselbst 
noch  einige  andere  Maßnahmen  gegen  dies  Abspringen  der  Glasur  ge- 
schildert sind. 

Fünfte  Antwort:  Mit  Ihrer  Frage  ist  nichts  anzufangen, 
denn  man  kann  doch  nicht  wissen,  welches  Material  Sie  verarbeiten  und 
was  Sie  eigentlich  erzeugen  wollen.  Wahrscheinlich  handelt  es  Bich  um 
Fayence,  bei  der  folgendes  gewöunlich  gilt:  Für  eine  Masse,  die  viel 
Kala  enthält  und  die  Glasur  leicht  abstößt,  soll  man  leichtflüssige 
Giasuren  verwenden,  die  wenig  Zinn  und  wenig  Alkalien  entaalten,  hin- 
gegen für  kalkarme  Missen  strengflussige  Glasuren  mit  viel  Zinn  und 
viel  Alkalien.  Eine  Aenderung  des  Scherbens  wäre  vielleicht  günstiger; 
inwiefern  eine  solche  erfolgen  könnte,  läßt  sich  mangeis  Angabe  Iares 
Versatzes  nicht  eigen, 

Sechste  Antwort:  Ihren  Angaben  ist  zu  entnehmen,  daß  z.  B. 
bei  der  Vase  mit  der  Eule  zweierlei  Massen  in  Frage  kommen.  Entweder 
sitzt  auf  einer  gedrehten  Vase  eine  gegossene  Eule  oder  auf  einer  ge- 
goete  ien  Vaie  eine  geformt*  Eule;  denn  daß  Sie  die  Eule  jedesmal  model- 
lieren, ist  wohl  kaum  anzunehmen.  Da  nun  ein  gegorener  Scherben 
gegenüber  einem  gedrehten  oder  geformten  verschiedene  Schwindaug  hat, 
so  ist  es  leicht  erklädich,  daß  die  Glasur  von  der  Eule  abspringen  kann. 
Bei  manchen  Massen  kommt  es  vor,  daß  schädliche  Ausscheidung'  n,  Salze 
u.  dergl  ,  an  den  Kanten  erscheinen,  die  die  GlaBur  znm  Ao-pnug  n 
bringen ;  in  diesem  Falle  empfiehlt  es  sich,  diese  K  inten  vor  dem  Glasieren 
mit  feinem  Sandpapier  sauber  abzureiben.  Es  ist  auca  möglich,  daß  die 
Gegensiäude,  besonders  aber  die  vorstehenden  Kamen  uud  Modellierungen 
beim  Glasieren  mit  fettigen  oder  schmutzigen  Fingern  angefalit  werden; 
dieses  bindert  ebenfalls  das  feste  AnBetzen  dar  Glasur  uud  begünstigt 
deren  Abspringen. 


1922.  (56.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


Nr.  4  -*  41 


Siebente  Antwort:  Anf  Ihre  ungenaue  Frage,  in  der  Sie  weder 
die  Zusammensetzung  von  Glasur  und  Scherben  angeben,  noch  auch  sagen, 
ob  es  Bich  um  eine  Steingut-  oder  um  eine  Porzellanglasur  handelt, 
können  Sie  keine  korrekte  Antwort  verlangen.  Glasuren  neigen  gewöhn- 
lich dann  zum  Abspringen,  wenn  zwischen  Scherben  und  Glasur  eine 
Spannung  besteht,  die  darauf  gericbtet  ist,  die  Glasurschicht  zu  zerdrücken, 
wobei  an  den  Kanten  und  stark  gekrümmten  Stellen  schon  bei  verhältnis- 
mäßig geringer  Spannung  die'  Glasur  absplittert  und  häufig  noch  Stücke 
aus  dem  Säherben  herausgerissen  werden.  Um  diesen  Fehler  zu  verhüten, 
emrfiehlt  es  Bich,  die  Glasur  durch  Erhöhung  der  Tonerde  zähflüssiger  zu 
gestalten ;  sollte  sie  hierdurch  zu  schwerschmelzbar  werden,  dann  ist  bei 
Steingutglasuren  ein  Teil  der  einzuführenden  Tonerde  durch  eine  äquimole- 
kulare Menge  Borsäure  (die  natürlich  eingefrittet  werden  müßte)  zu 
ersetzen. 

Achte  Antwort:  Das  Abblättern  der  Glasur  an  den  Ecken  und 
Kanten  beruht  auf  einer  Differenz  in  der  Schwindung  zwischen  Masse 
und  Glasur,  und  zwar  schwindet  die  Glasur  zu  wenig.  Um  dem  zu  be- 
gegnen, müssen  Sie  den  Sand-  bezw.  Qnarrgehalt  der  Glasor  verringern 
und  den  Tonerdegehalt  erhöhen  Nähere  Angaben  lassen  sich  nicht  machen, 
weil  solche  auch  Ihrerseits  fehlen. 

Neunte  Antwort:  Ihre  Steingutglasur  ist  falsch  konstruiert, 
wenn  sie  an  den  Kanten  abspringt.  Sie  müssen  das  Blei  erhöhen  oder 
den  Quarz  vermindern.  Um  viele  Proben  zu  vermeiden,  rate  ich  Ihnen, 
sich  von  einem  keramischen  Laboratorium  die  Formel  Ihrer  Glasur  be- 
rechnen und  richtigstellen  zu  lassen.  Beim  Hernmprobieren  schaffen 
Sie  einen  Fehler  glücklich  heraus  und  neue  hinein. 

11.  "Wir  haben  einen  Ofen  von  4,20  m  0  und  2,20  m  bezw.  2  80  m 
innerer  Höhe  bis  zum  Widerlager  und  Mittelfuchs.  Ton  dm  Abzugs- 
füchsen im  Podium  hat  der  MMelfuchs  19  cm  0  (früher  24),  die  ernte 
Reihe  3  Füchse  von  10  cm  0,  die  zweite  Reihe  6  Füchse  von  11  cm  0 
(früher  12)  und  die  dritte  äußere  Reihe  12  Füchse  von  10  cm  0.  Der 
Ofen  besitzt  6  Feuerungen  mit  je  8  Roststaben  von  j».  48  cm 'Breite-  und 
100  cm  Länge,  also  1,48  gm  Heizfläche.  Das  Vorfeuer  wird  mit  böhmischer 
Braunkohle  geführt,  das  Scharf feuer  mit  sächsischer  Steinkohle.  Das  jeweilig 
verbrannte  Quantum  Kohle  int  zusammen  mit  160—175  Zlr.  wohl  als  normal 
zu  betrachten.  Der  Ofen  hat  fast  durchschnittlich  von  der  Sohle  l/s  nx  Ware 
mit  gelbem  Stich,  ein  Fehler,  der  sich  schon  zeigte,  als  die  Abzugsfüchfe  noch 
größer  wann,  und  auch  jetzt,  nach  dem.  Ausschmieren  derselben  nicht  weg- 
zubringen ist  Das  Vorwärmfeuer  wird  regelmäßig  10 — 12  Stunden  geführt, 
in  welcher  Zeit  auch  SK  09  umgeht.  Der  Ziegel  im  oberen  Ofen  wird 
niemals  früher  als  6  Stunden  nach  dem.  Abbrennen  weggezogen.  Nachdem 
der  Ofen  vom  Qewölbe  angefangen  stets  reinweiß  durchgebrannt  ist  und 
sich  nach  unten  allmählich  abschwächt,  liegt  die  Vermutung  nahe,  daß  die 
Abzugsfüchse  noch  immer  zuviel  Feuer  wegreißen.  Haben  wir,  damit  recht 
oder  kann  hier  noch  irgend  ein  anderer  Faktor  in  Frage  kommen? 

Erste  Antwort:  Iur  O'en  b*t  etwa  86  cbm  Brennraum  und 
6  Feuerungen,  j  de  von  0  48  qm  (nicht  1,48  qtn)  Risifläche,  insgesamt 
also  6X0,48=2  88  qm  Bo-tfläcne.  Die  Abzogfiüi-nse  auf  der  Ofensohle 
erhalten  gewöhnlich  Vio — >/i2  &eT  Ö-  suntrosifläche;  Ita^e  Füchse  beben 
in  der  jetzigen  Größe  zusammen  0,203  qm,  also  2  88:0203  =  Vu — Vis 
der  üblichen  Ausdehnung;  sie  waren  früher  mit  0  23l='/i2 —  Vi» 
richtiger,  doch  besser  wäre  es  gewesen,  dm  Anßenfücbsen  11  cm  DurcL- 
nus-er  zu  geben.  De  Gelbfärbung  kon  mt  wohl  in  erster  Linie  daher, 
daß  nicht  genügend  Fiamme  dem  n  teren  T*-il  des  O'ens  zugezogen  wird 
ui  d  infolgedessen  der  sich  hier  ansetzend«-  Büß  nicht  zur  Verbrennung 
kommt.  Hieraus  erklärt  sich  am  h  das  für  dm  Ofen  außerordentlich  lange 
Vorfeuer ;  der  Ofen  müßte  in  8  Stunden  spätestens  bereit  zum  Ue bergang 
sein  und  mit  17 — 18  Stunden  abbrennen.  D*s  lange  Hinauszögern  des 
Brenn prozesBes  ist  unwirtschaftlich,  schädigend  und  zwecklos.  Ihr  Kohlen-, 
verbrauch  betiägt  pro  1  cbm  Brennraum  230  kg  Kohle;  das  ist  eehr 
reichlich,  wenn  man  eine  Gärtemperatur  von  fcK  13  zu  Grunde  legt,  und 
es  müßten  bei  richtiger  Feuerfübrnng  und  richtiger  OfenkonBtrnktion 
200  kg,  auch  180  kg  genügen.  Lasgen  Sie  sich  einmal  einen  tüchtigen 
Fachmann  kommen  (die  Wärmewirtschafts  Stelle  ist  sicher  gern  erbölig, 
einen  solchen  zu  stellen),  der  Ofen  und  Schürweise  prüfen  soll ;  Sie  werden 
dann  bald  zu  der  Ueberzengung  kommen,  d  ß  das  für  diese  Untersuchung 
ausgegebene  Geld  gute  Früchte  trägt.  Haben  Sie  übrigens  den  Ofen 
schon  daraufhin  untersucht,  ob  die  Sohlkanäle  feucht  sind  ?  Auch  hier 
könnte  die  Fehlerquelle  zam  Teil  za  Buchen  sein.  Fraglich  ist  auch,  ob 
der  Abzug  des  Schornsteins  genügt.  Bei  den  von  Ihnen  gegebenen 
Maßen  mbß  e  der  Durchmesser  bei  der  Au-mündung  an  der  Glbhbrand- 
kupptl  etwa  55  cm  betragen  und  die  Höhe  d>  s  Schornsteins  im  Mittel  12  m. 

Zweite  Antwort:  Ihre  Annahme,  daß  das  Feuer  von  den  Ab- 
zugfröffnungen  zu  rasch  abgezogen  wiid,  ist  richtig.  Es  entsteht  eine 
zu  txydiernde  Ofenluft,  die  anf  den  Eisengehalt  der  Masse  einwirkt  und 
die  Gelbfärbung  verursacht.  Daß  Sie  nun  gerade  den  Mitteifuchs  auf 
19  cm  0  verengt  hai  en,  ist  nicht  richtig;  richtiger  wäre  es  wohl  ge- 
wesen, aie  erste  Beihe  von  3  Abzagslöcnern  ganz  zu  verdecken,  die 
zweite  Beihe  von  6  Abzngslöchern  auf  10  cm  0  zu  verringern,  bei  der 
dritten  Beihe  von  12  Löchern  ein  Viertel  za  verdecken  und  die  übrigen 
vorläufig  auf  10  cm  zu  belassen.  Versuchen  fie  es  einmal  auf  diese 
Weise,  und  durch  weitere  Versuche  in  dieser  Bichtung  werden  Sie  wohl 
zum  Ziele  kommen.  Daß  der  Rost  immer  mit  Kohle  bedeckt  sein  und 
das  Feuer  nie  ganz  niederbrennen  soll,  braucht  wohl  nicht  erst  betont 
zu  werden.  Sollten  Sie  bei  Ihrem  Ofen  Schieber  eingebaut  haben,  so 
läßt  sich  damit  der  Ofen  sehr  gut  regulieren. 

Dritte  Antwort:  Die  Verteilung  der  Füchse  im  Podium  scheint 
nicht  ganz  rieh  ig  zn  sein ;  die  äußere  Fuchsreihe  zählt  12  Fuchse, 
während  sonBt  zwischen  den  Feuerkästen  als  äußerste  Beine  6  Füchse 
genügen,  und  die  nächstfolgende  Beihe  dann  6  Füchse  und  die  innere 
Beihe  auch  6  Füchse  haben  soll  Durch  diese  Verteilung  wird  das  Feuer 
mehr  in  die  Mitte  gezogen,  da  autseu  am  Mantel  die  Feuerungen  ge- 
nügend Hitze  abgeben.  Der  Mittelfuchs  kann  auf  16  cm  verengt  werden, 
warnend  bei  den  anderen  Füchsen  1U  cm  genügen  worden,  vielleicht  auch 
9  im.  Ed  ist  nicht  gesagt,  wie  lange  überhaupt  und  wie  hoch  gebrannt 
wird,  so  daß  man  nicht  beurteilen  kann,  ob  die  Aufwärmezeit  genügt. 
Es  Bchtint  aber,  daß  Sie  länger  aufwärmen  müssen,  etwa  bis  SK  02,  wenn 


Sie  bei  SK  14  ausbrennen  sollten.  Es  wäre  auch  zu  prüfen,  ob  der 
Schornstein  hoch  genug  ist,  da  bei  niedrigem  Schornstein  der  geschilderte 
Fehler  leicht  vorkommt,  weil  der  Ofen  zu  wenig  Zag  hat  nnd  die  Flamme 
nicht  lang  genug  gezogen  werden  kann.  Der  Schornstein  soll  9 — 12  m 
über  das  Glühgewölbe  hinausgehen.  ' 

Vierte  Antwort:  Die  Ursache  des  Gelbwerdens  der  Ware  in 
dem  unteren  Teil  des  Ofens  braucht  durchaus  nicht  in  dem  Querschnitt 
der  Abzugslöcher  des  Podiums  zu  liegen,  die  übrigens  auch  in  der  neuen 
Anordnung  durchaus  nicht  als  reichlich  zu  bezeichnen  sind  und  jetzt 
noch  um  25°/0  vergrößert  werden  könnten  Da  der  Fehler  bereits  früher 
aufgetreten  ist,  ohne  daß  er  durch  die  Neuordnnng  der  Querschnitte  be- 
seitigt wurde,  so  ist  anzunehmen,  daß  au  den  letzteren  der  Fehler  nicht 
allein  liegt.  Untersuchen  Sie  die  Kanalsohle  dea  Ofens  daraufhin,  ob 
vielleicht  Feuchtigkeit  vorhanden  ist,  oder  hat  der  Ofen  unter  der  Kanal- 
sohle noch  einen  Herd  mit  Luftzuführangskanälen  ?  Dringt  vielleicht  von 
außen  durch  das  Mauerwerk  irgendwo  Luft  zum  Einsatz? 

Fünfte  Antwort:  Iar  Ofen  ist  in  seinem  früheren  Zustand 
richtig  konstruiert.  Durch  das  Verstreichen  der  Abzng-öönungen  haben 
Sie  nichts  eireicht  als  eine  Schwächung  des  Zuges.  Ihr  Ofen  mit  etwa 
35  cbm  Glattbrennraum  und  6  Schürkästen  vou  je  1  m  X  0,48  entspricht 

2  88 

0,48  qm  X  6  =  2,88  qm  Gesamtrostfläche  und  — - —  =  0,96  qm  freier  Bost- 

o 

fläche.  Die  gesamten  Einströmungsöffuungen  dürfen  s/s  der  freien  Rost- 
fläche  betragen,  somit  0,96  qm  :  3  =  0,32  X  2  =  0,64  qm.  Es  kommen 
dementsprechend  auf  einen  Feuerkästen  0,64:6  =  0  107  qm.  Dieser 
Qaerschnitt  entspricht  der  Otffnung :  Feuerungsbreite  X  22  cm  Höhe.  Die 

Gesamtfläche  der  Abzugsfüchse  soll  V*  der  freien  Bostfläche        —  0,24  qm 

betragen    und    darf  keinesfalls    mehr   als  der  Gesamtrostfläche 

2  88 

—j^— =  0,288  qm  ausmachen.   Die  Fläche  der  Abzugsfüchse  Ihres  Ofens 

vor  dem  Ausstreichen  betrog  0,23  qno,  jetzt  nach  demselben  beträgt  sie 
0,203  qm  Wie  Sie  aus  obigem  ersehen,  ist  Ihr  Ofen  normal :  ich  setze 
dabei  voraus,  daß  die  Einstiömung  Öffnungen  nicht  höher  als  25  cm  im 
Maximum  bei  Feueruogsbreite  sind.  Die  Schuld  an  dem  G4bwerden  des 
unteren  Teils  kann  auf  ein  za  weites  oder. ungleichmäßiges  Setzen  der 
der  Kapselstöße  zurückzuführen  sein.  Nach  meinem  Ermessen  liegt  der 
Hauptfehler  an  der  Feuerleitung.  Ein  langsam  geleitetes  Vorfeuer  ist 
nnr  zu  empfehlen.  Es  ist  falsch,  daß  Sie  mit  dem  Fallen  vou  SK  09  zum 
Scbarffeuer  übergehen;  besser  ist,  Sie  unterhalten  das  Vorfeuer  12  bis 
14  Standen  nnd  gehen  erst  nach  dem  Fallen  des  SK  04  zum  Vollfeuer 
über.  Wenn  Sie  bis  zu  SK  09  12  Stunden  brauchen,  so  ist  es  leicht 
möglich,  daß  Sie  den  Ofen  während  des  Scharffeuers  treiben,  um  in  einer 
bestimmten  Zeit  fertig  zu  stin.  Das  Brennen  mit  oxydierender  Flamme 
während  der  Glasurschmelze  zwischen  SK  4 — 9  führt  den  gerügten  Fehler 
herbei.  Es  ist  während  dieser  Zeit  sehr  darauf  za  achten,  daß  die  Feuer- 
kästen hohe  Gluts  hiebt  haben;  keinesfalls  dürfen  die  Feuerungen  soweit 
niederbrennen,  daß  Löcher  im  Rost  entstehen,  dena  dadurch  tritt  Staer- 
Btcff  in  den  Ofen  ein  und  verursacht  die  Gelbfärbung.  Nach  erfolgter 
Spatschmelze,  etwa  bei  SK  7—8,  schadet  eine  oxydierende  Flammen- 
führnng  nicht  m-shr  in  dem  Maße.  Daß  die  Gelbfäroang  auf  der  Sohle 
und  nicht  am  Gewölbe  stattfindet,  erklärt  sich  dadurch,  daß  die  Fiamme 
am  Gewölbe  freier  and  heißer  ist,  während  nahe  an  der  Sohle  die  Gase 
eine  Stauung  erfahren,  bis  sie  den  Ausweg  durch  die  Füchse  gefunden  hauen, 
Sind  nun  die  letzteren  oder  die  8ohlenk*pseln  recht  enur,  so  legt  sich  Koaleu- 
stoff  in  die  flüssige  Glasur,  nnd  das  Aassehen  derselben  wird  grau  sein; 
sind  dagegen  Fuchse  und  Sohlenkapseln  normal  und  tritt  durch  löcherigen 
Rist  Luft  in  den  Ofen  ein,  so  nimmt  das  Gut  in  den  unter-tten  Kapseln 
Sauerstoff  umso  leichter  auf,  als  durch  die  erwähnte  Stauaug  vor  dem 
Aurgang  die  Gase  in  die  Kapseln  nnd  ihr  Gut  gepreßt  werden. 

Sechste  Antwort:  Die  Dauer  des  Vorfeuers  ecüätzt  der  exakte 
Keramiker  nicht  nach  Stunden,  soudern  er  beendet  es  bei  SK  02  a,  dem 
Punkt,  wo  alles  chemisch  gebundene  Wasser  entwichen  ist.  Ihr  Ofen  ist 
falsch  konstruiert:  Die  Abzugfüchse  sollen  bei  einem  guten  Ofen  Vio  der 
Rosiflächensumme  betragen.  Ihre  Roste  mit  48X100  cm  sollten  54X100 
messen,  doch  tnt  das  nichts  zu  Stehe.  Ihre  Rüste  haben  4800X6=28800 
qcm;  Die  Büchsen  müssen  also  2880  qcm  haben,  während  Ihre  Büchsen 
1  mit  19  cm  =  283,28  qcm, 

3  n  10  „  =235,50  „ 
6  „  11  „  =  66»,88  „ 

12  „  10  ,  =  942.00  „ 

im  ganzen  20o6,76  q -m  haben,  also  um  849  24  qcm  zu  klein  sind.  Das 
Feuer  staut  Bich  im  Oieo,  die  Ware  brennt  deshalb  unten  nicht  durch. 
Unaasgebrannte  Ware  ist  immer  gelb,  die  Flamme  hat  nicht  genügend 
Zug  nach  unten.  Iur  24  cm  Mittelf achs  hätte  2199  54  qcm  ergeben;  er 
war  also  2880  qcm  näher  nnd  daher  auch  besser.  Hat  Iure  Masse  genag 
Spat?  Auen  spatarme  Massen  brennen  unten  schlecht  aus.  Der  Spatgehalt 
muß  24%  betragen.  Iure  Fuchse  reißen  also  nicht  zu  viel,  sondern  zu 
wenig  Feuer  weg;  der  Zug  fehlt.  Der  Verdacht  richtet  sich  aber  auch 
auf  die  Masse;  ihr  scheint  der  Fluß  za  fehlen.  Hat  der  Kanal  des  Ofens 
Vt— V«  Dua*  der  Schlot  Vis-  der  Rostflächensumme?  Auch  hier  kann  der 
Feiiler  zu  suchen  sein.  Das  Gelo werden  ist  jedenfalls  seltsam,  weil  es 
solche  abnormen  Fachsverhältnisse  nirgends  gibt. 

Siebente  Antwort:  Sie  brennen  entschieden  mit  zu  scharfem 
Zag,  wobei  nicht  nur  die  Ware«  zur  Gelbfärbung  neigt,  sondern  der  Ofen 
in  der  Mitte  wahrscheinlich  in  der  Temperatur  noch  zurückbleibt.  Um 
den  Zug  zu  verringern,  sind  die  Luftzufuhrspalteu  in  der  Feuerung  durch 
Vergrößerung  der  freien  Kostfläche  za  vermehren.  Das  erreichen  Sie 
entweder  dadurch,  daß  Sie  schmälere  Roststäbe  verwenden  oder  dadurch, 
daß  die  Feuerungen  verbreitert  werden.  Unter  Beibehaltung  der  Größe 
der  bisherigen  Abzugslöcher  in  der  brennraumsohle  wird  dann  der  Sauer- 
stoff langsamer  zu  den  Feuergasen  gelangen,  sodaß  die  Flamme  sauerstoff- 
ärmer wird.  Sollte  das  nötige  Maß  von  Reduktion  damit  noch  nicht 
erreicht  sein  und  ist  auch  höhere  Schüttung  des  Brennstoffs  erfolglos,  so 
wäre  der  Schornsteinschieber  etwas  anzuschieben.  Beim  Abschlacken  ist 
streng  darauf  au  achten,  daß  all«  Teil«  des  Rostts  mit  dlut  bedeckt 


A3  —  Nr  4 


öPRECHSÄÄL  -  COBÜIKO. 


1922.  (as.  Jahrgang.) 


bleiben  und  keine  Löcher  in  der  glühenden  Brennstofiachicht  entstehen, 
durch  die  überschüssige  Luft  eindringen  könnte. 

Achte  Antwort:  Der  Fehler  liegt  ausschließlich  am  zu  bald 
beendeten  Vorfeuer.  Dehnen  Sie  dieses  aus  bis  SK  08  fällt  und  halten 
Sie  darüber  hinaus  noch  ein  Feuer.  Nichdem  Sie  dann  die  Koste  gereinigt 
haben,  gehen  Sie  langsam  zum  Scharffeuer  über.  Verwenden  Sie  ferner 
*/8  der  Steinkohle  zum  Vorfeuer  und  das  restliche  Drittel  der  Braunkohle 
vom  Vorfener  zum  Sch8rffeuer ;  auch  das  wird  den  Fehler  beheben  helfen. 
Bei  der  jetzigen  Art  der  Kohlenverwendung  begehen  Sie  den  großen 
Fehler,  daß  Sie  mit  dem  langflammigen  Brennmaterial  gerade  zu  dem 
Zeitpunkte  aussetzen,  wo  es  am  notwendigsten  gebraucht  wird.  Vielleicht 
führen  8ie  auch  das  Scharffeuer  mit  zu  geringer  Kohlenmenge  darch,  so 
daß  die  Flammenwirkung  nicht  durch  die  Ofensohle  bia  nach  dem  Glüh- 
ofen ausreicht. 

Neunte  Antwort:  Daß  daa  gelbe  Geschirr  durch  zuviel  Sauer- 
stoff verursacht  wird,  darin  dürften  Sie  wohl  recht  haben,  namentlich 
wenn  der  Brand  nicht  iordnungsgemäß,  also  mit  bedecktem  Boat  durch- 
geführt wird.  Es  ist  üblich,  daß  die  Füchse  am  «äußersten  Bing  den 
kleinsten  Durchmesser  haben  und  jeder  nächstfolgende  etwas  größer  wird-, 
reduzieren  Sie  den  ersten  Bing  auf  9  cm.  Sollte  dann  vielleicht  der  Ofen 
nicht  fertig  werden,  so  nehmen  [Sie  höhere  Ansetzkapaeln,  was  helfen  wird. 

12.  Lohnt  es  sich,  elektrische  Montage-Artikel,  wie  Rosetten,  Schalter- 
büchsen usw.,  die  bei  SK  12—13  Biskuit  gebrannt  sind,  mit  einer 
weichen  Glasur  zu  überziehen?  Der  Glasurbrand  soll  in  einem  kon- 
tinuierlichen Ofen  bei  SK  010  erfolgen. 

Erate  Antwort:  Das  Glasieren  bisknitgebrannten  Porzellans 
macht  Btets  Schwierigkeiten,  da  dieses  die  Glasur  sehr  schlecht  annimmt. 
Mit  einer  B  eiglasur  könnte  die  Sache  vielleicht  geben,  doch  empfiehlt  es 
sich,  ausgiebige  Proben  zu  veranstalten,  ehe  man  diese  Arbeit  im  großen 
aufnimmt. 

Zweite  Antwort:  Es  handelt  sich  offenbar  um  elektrotech- 
nische Artikel  aus  Steingut.  In  diesem  Falle  steht  dem  Glasieren  mit 
einer  leichtschmeJzenden  Frittenglaaur  für  SK  010  nichts  im  Wege.  Ob 
eich  die  Fabrikation  lohnt,  müssen  Sie  selbst  entscheiden. 

Dritte  Antwort:  Es  wird  sich  wohl  nicht  lohnen,  elektrische 
.  Montage- Artikel  erst  zu  Biskuit  bei  SK  12—13  zu  brennen  und  dann  noch 
dem  Glasurbrand  bei  SK  010  auszusetzen.  Während  bei  dem  Porzellan- 
brand glasierter  Ware  der  Glühbrand  nebenbei  mit  vor  sich  geht,  also 
ohne  weiteren  Kohlen  verbrauch  erfolgt,  haben  Sie  bei  einem  zweiten  Glasur- 
brand einen  Mehraufwand  an  Kohle,  der  bei  den  teuren  Kohlenpreiaen  ins 
Gewicht  fällt.  Aber  abgesehen  davon  ist  auch  die  Blei-Borax-Glaaur  viel 
teurer  als  die  Porzellanglasur,  und  das  Glasieren  der  Eiskalt- Artikel  geht 
viel  langsamer  vor  sich  als  bei  den  verglühten  Porzellanartikeln,  da  jene 
vor  dem  Glasieren  erst  angewärmt  werden  müssen,  damit  sie  die  Glasur 
annehmen  Es  ist  auch  fraglich,  ob  Sie  bei  SK  010  eine  haarrissefreie 
Glasur  erzeugen  können,  da  solche  biekuitgebrannte  Artikel  gewöhnlich 
einen  höheren  Glasurbrand  erfordern.  Wenn  Sie  bei  den  genannten  Artikeln 
eine  billige  Fabrikation  erreichen  wollen,  so  wäre  es  besser,  wenn  Sie  Ihre 
Porzellanmasse  und  Glasur  nur  auf  SK  7—8  einatellen  würden,  was  voll- 
kommen genügen  dürfte. 

Vierte  Antwort:  Soweit  -  es  sich  nm  Montage- Artikel  bandelt, 
die  selbt  keinen  Strom  bekommen  und  die  überdies  nur  in  geschlossenen 
Bäumen  benutzt  werden,  ist  es  wohl  möglich,  eine  niedrig  gebrannte  Glasur 
auf  sie  aufzuschmelzen.  ' 

Fünfte  Antwort:  Wenn  Sie  fertiges  Biskuit  mit  weicher  Glaanr 
überziehen  wollen,  so  haben  Sie  wahrscheinlich  die  Absicht,  einen  unschönen 
Scherben  dadurch  zu  retten,  daß  Sie  ihn  dunkel  überglasieren.  Ea  geht 
daa  ganz  gut.  Als  Glasur  können  weiche  Steingnt-  oder  Majolikaglasaren 
verwendet  werden.  Um  den  gesinterten  Scherben  noch  glasieren  zu  können, 
müssen  Sie  einer  dickflüssigen  Glasur  gekochte  Dextrinlösung  zugeben, 
und  zwar  genügen  auf  100  1  flüssige  Glasur  etwa  4  Pfd.  Dextrin. 

Sechste  Antwort:  Man  kann  Biskuitartikel  mit  einer  bei 
SK  07  schmelzenden  Glasnr  überziehen,  wie  in  „Seger'a  gesammelten 
Schriften"  zu  lesen  ist.  Ob  sich  allerdings  ein  zweimaliges  Brennen  lohnt, 
bezweifle  ich.  Billiger  ist  es  immer,  wenn  Sie  die  Artikel  glasiert  bei 
SK  12—13  brennen.  Was  Sie  zu  der  abnormen  Behandlung  veranlaßt, 
ist  mir  nicht  klar. 

Siebente  Antwort:  Bisknitporzellan  für  elektrische  Montage- 
Artikel,  die  bei  SK  12—13  gebrannt  sind,  mit  einer  Glaaur  für  SK  010 
zu  tiberziehen,  ist  weder  lohnend  noch  angebracht.  Sie  wollen  offenbar 
die  englischen  Deckenroaetten  naw.  mit  einer  Cieme-Glaanr,  wie  üblich, 
überziehen.  Da  würde  ich  Ilinen  raten,  Ihre  Glühware  mit  einer  creme- 
farbigen Porzellanglssur  zu  versehen,  die  für  SK  10—13  eingestellt  ist. 
Die  fraglichen  Artikel  werden  meistens  in  Fayence  hergestellt  und  in 
diesem  Material  zum  weitaus  größten  Teil  geliefert.  Dabei  kann  man 
den  Glasurbrand  bei  SK  010  dorchfübren,  wenn  die  Glasur  zur  Masse  paßt. 

Achte  Antwort:  Es  wäre  wohl  vorteilhafter,  den  Glasurüber- 
zug gleich  von  vornherein  mit  dem  Aerographen  vorzunehmen  und  dazu 
eine  entsprechende  Porzellanglasur  zu  verwenden.  Der  Glasurbrand  würde 
auf  diese  Weise  vollkommen  erspart. 

13.  Wer  baut  ah  Spezialität  Trockenanlagen  zum  Trocknm  von 
Steingutmassen  ? 

Erste  Antwort:  Eine  Trockenanlage  zum  Trocknen  von  Stein- 
gutmasae  können  Sie  eich  doch  selbst  bau§n.  Vor  allem  muß  sie  dem  Be- 
triebe angepaßt  sein,  und  Sie  müssen  sich  klar  sein,  welche  Heizquelle 
zur  Verfügung  steht  und  welche  Menge  zu  trocknen  ist.  Am  besten 
ist  es,  Sie  stellen  in  niedrige  Holzregale,  die  in  einem  nicht  allzu  hohen 
R»um  eingebaut  werden,  die  gepreßten  Massekuchen  von  20—25  mm 
Stärke  auf,  wobei  für  Abzug  des  Wasserdampfes  Sorge  zu  trefi  n  ist. 

Zweite  Antwort:  Trockenanlagen  für  größere  und  kleinere 
Mengen  von  Steingntmasse  baut  mit  Dampfheizung  oder  bei  Ver- 
wendung abziehender  Brermofenhi'ze  oder  mit  direkter  Heizung  Ing.  Unger 
in  Dresden- Blasewitz,  Besidenzstraße  43. 

1j  ritte  Antwort:  DaB  lagenieurbureau  H.  Herda  in  Nürnberg, 
Welaerstraße  33,  baut  Trockenanlagen  aller  Art. 


Glas. 

9.  Ich  bitte  um  Angabe  eines  Schmelzsatzes  zur  Herstelimg  *<m 
Klangglas  für  Becher  und  Kelche. 

Erste  Antwort:  Einen  schönen  Klang  erzielt  man  durch  einen 
entsprechenden  Zusatz  von  Mennige  zum  Glase.  Da  aber  daa  Bleioxyd 
höchst  empfindlich  auf  alle  reduzierenden  Einflüsse  reagiert  nnd  zu  metal- 
lischem Blei  reduziert  wird,  welches  das  Glas  rauchig  erscheinen  läßt,  ao 
muß  man  dem  Gemenge  Salpeter  zusetzen.  Hauptsache  für  die  Schmel- 
zung dieses  Glases  ist  eine  reine  Flamme.  Zu  empfehlen  ist  es  auch, 
den  Satz  in  verdeckten  Häfen  zu  schmelzen  nnd  beim  Einwärmen  zu  ver- 
meiden, daß  die  Glasgegenstände  mit  der  Flamme  in  direkte  Berührung 
kommen.   Nachstehender  Satz  gibt  daa  gewünschte  Glas: 

Sand   100  kg 

Mennige  45  „ 

Pottasche  ,  33  » 

Salpeter  .   3  „ 

Scherben   26  „ 

Braunstein   0,2  „ 

Zweite  Antwort:  Beim  Schmelzen  von  Klangglaa  ist  Haupt- 
bedingung, daß  der  Schmelzofen  gut  heiß  geht  nnd  mit  möglichst  reiner 
Flamme  betrieben  wird.  Außer  von  der  Glaszusammensetzung  hängt  dar 
gute  Klang  der  Becher  nnd  Kelche  zum  großen  Teil  auch  von  der  Stärke 
nnd  Gestalt  der  Gläser  ab.  Nachstehender  Satz  gibt  ein  Glaa  von 
hohem  Klang : 

Sand   .   100  kg 

Soda  18  „ 

Pottasche  1*  » 

Marmormehl  19  » 

Mennige  22  „ 

Dritte  Antwort:  Nachstehend  Sätze  für  sogenanntes  Klangglas 
I  II  m 

Sand  100  kg         100  kg         100  kg 

Soda  20  „  16  „  10  „ 

Pottaache  ...14,,  16  „  22  „ 

Mennige     .   .   .      4  „  10  „  10  „ 

Marmor  ....     17   „  17  „  17  „ 

Abfärbnng:  l1/»— 2  g  Nickeloxyd  oder  4—8  g  selenigsaures  Natron  oder 
l_li/2  g  reinea  Selen,  je  nach  der  Keinheit  der  Schmelzmaterialien. 
Nötig  ist  aber  vor  allem  ein  recht  heiß  gehender  Ofen. 

Vierte  Antwort:  Ein  Gemenge  für  Klangglaa  Boll  ziemlich 
hart  eingestellt  werden;  ea  ist  daher  in.  einem  heißgehenden  Hafen  zn 
schmelzen,  ntfd  zwar  bei  möglichst  rauchfreier  Flamme  oder  in  verdeckten 
Häfen.  Nachstehend  zwei  Gemengesätze,  von  denen  der  erstere  mit  viel 
Mennige  und  Pottasche  zugerichtet  für  bessere  Artikel,  der  zweite  mit  Soda 
auch  für  billigere  nnd  für  mittlere  Ware  sich  eignet: 

I.  <  H. 

Sand   .100  kg     Sand  .   .    .  100  kg 

Pottasche    ......     38  „      Soda  26  „ 

Mennige  ■     40  „      Pottasche  20  „ 

Salpeter   3  „      Mennige .   12  „ 

Borax     .......      3  „      Kalkspat  10  „ 

Arsenik   1  „      Salpeter   4  „ 

Antimon .  150  g      Borax   1  „ 

Brannstein   200  „      Brannstein   200  g 

Etwas  Scherben  Antimon   260  „ 

Scherben 

10.  Welche  Kühlöfen  sind  besser,  diejenigen  mit  Blechtöpfen  oder 
mit  Kühlbahn?  Es  kommen  für  die  Kühlung  in  Frage  Flaschen  und 
Flakons  von  1—500  gr  Inhalt.  Gibt  es  verschiedene  Arten  von  Kühlr 
bahntn?  Welche  Größe  muß  die  Kühlbahn  haben  für  12  Häfen  von  je 
200  kg  Glas,  und  welches  ist  der  ungefähre  Mehrverbrauch  an  Gas  gegen- 
über einer  Kühlanlage  mit  Blechtöpfen  ? 

Erste  Antwort:  Die  Kühlung  in  Kühltöpfen  kommt  immer 
mehr  und  mehr  in  Abnahme,  da  das  Ausnehmen  der  Töpfe  aus  dem  Ofen, 
aowie  das  Eintragen  der  leeren  Töpfe  zuviel  Zeit  erfordert  nnd  auch  sonBt 
unliebsame  Störungen  im  Gefolge  hat;  zudem  müssen  die  vollgepflegten 
Ktthltöpfe  nach  der  Sortierstube  transportiert  werden.  Die  einfachste  und 
beste  Kühlung  erhalten  die  in  Frage  kommenden  FlaBchen  nnd  Flakons 
in  dem  Kanalkühlofen.  Am  Ende  dieses,  wo  die  Wagen  entleert  werden, 
befindet  sich  eine  geräumige  Sortieratube,  so  daß  jede  unnötige  Arbeita- 
leiatung  wegfällt.  Wenn  ea  die  Baumverhältniaae  geatatten,  läßt  man  die 
entleerten  Wagen  auf  einem  Außengleis  nach  dem  Vorwärmraum  zurück- 
laufen, ao  daß  jeder  Transport  durch  Menachenkraft  wegfällt.  Der  Ofen 
Boll  eine  Länge  von  20—25  m  haben  bei  einer  Breite  von  1,60—1,76  m. 
Da  die  ganze  Produktion  für  jede  Ofenaeite  in  einen  Kanalktthlofen  ein- 
getragen wird,  so  ist  der  Gasverbrauch  beim  Kanalkühlofen  geringer  wie 
bei  den  Kühlöfen  mit  Töpfen,  Voraussetzung  iat,  daß  der  Brenner  des 
KanalkühlofenB  richtig  konstruiert  iat  nnd  die  Flamme  Bachgemäß  geführt 

wird.  Ti      <_  .... 

Zweite  Antwort:  Der  beste  Ktthlofen  für  Ihren  Zweck  iBt  eine 
Ktthlbahn  mit  endlosem  Band  von  mindestens  30  m  Länge  bei  1,2  m  Breite. 
An  Gas  gebraucht  eine  solche  Kühlbahn  ungefähr  3U  deB  Gasverbrauches 
einer  Kühlanlage  mit  Blechtöpfen. 

Dritte  Antwort:  Ein  Kühlofen  mit  Ktthlbahn  ist  einem  solchen 
mit  Blechtöpfen  vorzuziehen.  Für  die  genannten  kleinen  Gläser  würde 
fttr  alle  12  Häfen  nur  eine  Ktthlbahn  nötig  sein;  da  dieaea  aber  der  Ent- 
fernung wegen  nicht  praktiach  wäre,  ao  muß  achon  für  jede  Ofenaeite  eine 
Ktthlbahn  angelegt  werden.  Die  Länge  deraelben  dürfte  12—14  m  betragen 
und  iat  bo  zu  bemessen,  daß  die  Gläser  in  ungefähr  6—6  8tunden  heraus- 
kommen. Ist  dann  der  Vorderofen  gut  warm,  so  daß  alles  Glas  einen  guten 
Spannungsausgleich  erhält,  bo  wird  die  Kühlung  auch  eine  gute  sein.  An 
Gas  braucht  ein  derartiger  Ktthlofen  soviel  wie  reichlich  21/,  Ktthlöfen 
fttr  Blechtöpfe,  bo  daß  also  bedeutend  an  Feuerung  gespart  wird.  Die 
Größe  der  einzelnen  Wagen  wird  1,20X1,10  m  betragen  müBBen  bei  80  cm 


1022.  (65.  Jahrgang.? 

"hohen  Seitenwänden,  |docb  muß  dieses  an  Ort  und  Stelle  näher  geprüft 
w6rd6D  '  • 

Vierte  Antwort:  Meiner  Ansicht  nach  eignen  sich  für  die  Ab- 
kühlung von  Flaschen  und  Flakons  die  Kühlöfen  mit  Blechtöpfen  besser 
als  eine  Kühlbahn.  Für  einen  Ofen  mit  12  Häfen  von  je  200  kg  Glas  wäre 
auch  eine  Kühlbahn  nicht  ausreichend,  denn  bei  Anfertigung  größerer 
Artikel  würden  die  Kästen  zu  schnell  voll  und  müßten  daher  zu  früh  vom 
Fener  weggezogen  werden,  ehe  die  Gläser  richtig  angelaufen  sind.  Dieses 
wirkte  nachteilig  auf  die  Haltbaikeit  der  Flaschen,  besonders  wenn  nur 
eine  Kttblbahn  zur  Verfügung  stände,  in  die  12  Weikstellen  arbeiten 
sollen.  Dazu'  kommt  das  große  Durcheinander  bei  den  verschiedenen 
Artikeln  von  12  Werkstellen;  da  kostet  das  Sortieren  schon  viel  Arbeit, 
außerdem  gibt  es  viel  Bruch.  Es  gibt  noch  andere  Systeme  von  Kühl- 
anlagen, z.  B.  Kühlkästen,  die  auf  einem  langen  Wagen,  der  den  Ktthlraum 
ausfüllt,  seitlich  auf  Schienen  in  einen  großen  Ofen  eingefahren  werden. 
Vor  den  Kästen  befinden  sich  Schlitze  im  Mauerwerk,  durch  welche  man 
die  Gläser  einlegt.  Bei  jeder  Pause  wird  der  ganze  Wagen  mit  samt- 
liehen Kästen  herausgezogen,  und  die  Kästen  sind  nun  zum  Abkühlen 
bereit;  von  der  anderen  Seite  wird  ein  zweiter  Wagen  eingefahren  wie 
der  erste,  nnd  jetzt  wird  dieser  bis  zur  nächsten  Pause  benutzt  Die 
Glassorten  von  jeder  Werkstelle  liegen  dann  meistens  allein  und  sind 
leichter  zu  sortieren;  jedoch  kommt  es  vor,  daß  die  Gläser  noch  sehr  heiß 
ausgeleert  werden  müssen,  was  ebenfalls  für  ihre  Haltbarkeit  nachteilig 
ist.  Bei  einem  Betrieb  mit  Kühlöfen  und  Blechtöpfen  kann  die  fertige 
Ware  länger  im  Ofen  liegen  und  auch  langsamer  abkühlen.  Jede  Werk- 
steile  hat  ihren  Blechtopf  für  sich,  es  gibt  weniger  Bruch  beim  Einlegen, 
man  kann  leichter  Bortieren,  und  die  Ware  iBt  haltbarer,  weil  jeder  Topf 
allnählich  abkühlen  kann.  Der  Verbrauch  an  Gas  wird  wohl  gleich  sein, 
denn  in  einem  größeren  Kühlraum  braucht  man  mehr  Fener,  um  die  nötige 
Temperatur  zu  erzielen,  dagegen  in  kleineren  Oefen  weniger,  aber  dafür 
mehr  Oefen  und  mehr  Flammen.  Es  würde  sich  empfehlen,  4  Kühlofen 
mit  Blechtöpfen  anzulegen,  wobei  in  jeden  Ofen  4  Töpfe  aufgenommen 
werden  können.  Bei  giößeren  Artikeln  kann  man  einen  Keservetopf  ein- 
legen oder  sie  auch  im  Ofen  selbst  abkühlen  lassen. 

11.  Kann  eine  glasige  Schlacke,  Rückstand  aus  der  Erzaufbereitung, 
mit  »twa: 

Kieselsäure   1? 

Tonerde  18  I* 

Kalkerde   q  o/° 

Magnesia  "•'«'* 

Eisen    .  ......     4  °/o 

,  Kali  •  -M0/» 

Andere  metallische  Verbindungen  2  % 

für  sich  allein  oder  als  Zusatz  zur  Herstellung  von  dunklem  Flaschenglas 
oder  für  ähnliche  Zwecke  dienen?   Schmelzpunkt  etwa  12(\00  Celsius. 

Erste  Antwort:  Die  Schlacke  allein  zur  Flaschenerzeugung 
zu  verwenden,  ist  wegen  des  hohen  Tonerde-  und  Magnesiagehalts  un- 
möglich. Die  viele  Tonerde  und  Magnesia  machen  das  Glas  derart  schwer 
schmelzbar  und  strengflüssig,  daß  eine  Formgebung  zu  brauchbaren  Flaschen 
ausgeschlossen  ist ;  auch  würden  sie  eine  nicht  zu  verhindernde  Entglasung 
herbeiführen.  Auch  sonst  dürfte  die  Verwendung  der  Schlacke  die 
Gemengekosten  nur  unnötig  erhöhen,  denn  der  Gehalt  an  Kali  wird  allein 
schon  durch  die  Aufbereitung  der  Schlacke  aufgewogen.  Wie  sich  die 
Schlacke  als  Zuschlag  zum  Flaschenglasgemenge  verhält,  wäre  praktisch 
auszuprobieren.  Schlagen  Sie  dem  Flaschengemenge  auf  400  kg  Sand 
50  kg  der  Schlacke  zu  und  achten  Sie  auf  das  Verhalten  des  Glases. 
Vielleicht  lassen  sich  besser  Steine  aus  der  Schlacke  gießen. 

Zweite  Antwort:  Die  glasige  Schlacke  kann  in  gemahlenem 
Zustand  für  dunkles  Flaschenglas  oder  dergl.  als  Zasatz  Verwendung 
finden,  Bobald  die  Schmelze,  des  hohen  Tonerde-  und  Magnesiagehaltes 
der  Schlacke  wegen,  bei  hoher  Hitze  sich  durchführen  läßt.  » 

Dritte  Antwort:  Als  Zusatz  zur  Erschmelzung  von  dunkel- 
grünem Flaschenglas  läßt  sich  die  Schlacke  verwenden;  störend  ist  der 
hohe  Magnesiagehalt.  •     .  . 

Vierte  Antwort:  Mit  der  Schlacke  allein  werden  Sie  kein 
haltbares  Glas  schmelzen  können,  der  Tonerde-  und  Magnesiagehalt  ist  zu 
groß,  und  es  ist  keine  reine  Glasmasse  zu  erzielen.  Die  Schlacke  könnte 
höchstens  als  Beimischung  verwendet  werden,  und  zwar  zu  einem 
regulären  grünen  Flaschenglas-Gemenge  zu  höchstens  50»/0.  Zu  beachten 
ist,  daß  das  Flaschenglas  richtig  durchgeschmolzen  wird,  denn  es  werden 
große  Anforderungen  an  die  Haltbarkeit  von  Flaschen  gestellt.  Folgender 
GemengeBatz  ergibt  ein  grünes  Flaschenglas,  und  es  könnte  ihm  bis  50  % 
gemahlene  Schlacke  zugesetzt  werden: 

Sand   100  kg 

Sulfat  35  „ 

Kalkspat  40  „ 

Kohle   3  n 

leue  Fragen. 
Keramik! 

18.  Ich  beabsichtige,  mein  Hochspannungs-Material  für  ireileitungs- 
Stützisolatoren  auf  Druckfestigkeit,  Biegung  und  Zug  gemäß  den  Vor- 
schriften des  V.  D.  E.  zu  prüfen,  und  bitte  um  Angäbe  der  Apparate,  die 
hierfür  in  Frage  kommen,  und  der  entsprechenden  Bezugsquellen 

19.  Zu  wissenschaftlichen  Zwecken  möchte  ich  Isolatoren  nach  dem 
Brande  mittels  einer  Schneidevorrichtwig  zerschneiden  wid  bitte  um  Aus- 
kunft, wer  hierfür  geeignete  Schneidscheiben  liefert,  in  welcher  Stärke  man 
diese  verwendet  und  wieviel  Umdrehungen  pro  Minute  erforderlich  sind,  um 
einen  glatten,  sauberen  Schnitt  zu  erhalten. 

20.  Welche  Erfahrungen  hat  man  in  der  Steingutfabrikation  mit  dem 
Unger'schen  Doppelofen  DR.P.  Nr.  125  798  (s.  Kerl  8  U16)  gemacht? 
ließe  sich  derselbe  10-,  bezw.  20-schürig  in  einer  Größe  von  mindestens 
80  cbm  unten  (Glühofen)  und  90  cbm  oben  (Glattofen)  mit  Aussicht  auf 
Erfolg  einrichten? 

21.  Welchen  Farbstoff  setzen  einige  Kaolinschlämmereten  beim 
Schlämmen  zu,  um  dem  Kaolin  einen  bläulichen  Stich  zu  geben  bezw.  um 
iit  gelbliche  oder  graue  Färbung  verschwinden  zu  lassen? 


SPRECHSAAfc-COBÜRÖ. 


22.  Für  unsere  Kaolinfilterpressen  verwendeten  wir  vor  dem  Kriege 
pitsch-pine-Holz,  während  wir  jetzt  infolge  des  hohen  Preises  als  Ersatz 
dafür  Lerche,  Kiefer  oder  Eiche  verwenden  müssen.  Die  Rahmen  und 
Blätter  hieraus  nützen  sich  aber  schnell  ab,  und  die  Pressen  fangen  an 
stark  zu  spritzen,  wodurch  der  Druck  verloren  geht.  Wie  ließe  sich^  eine 
Besserung  bezw.  Abdichtung  zwischen  den  einzelnen  Rahmen  und  Blättern 
erzielen? 

23.  Zur  Herstellung  von  Kochgeschirr  verwende  ich  etwa  55°l0  Bunz- 
lauer  fetten  Ton  II.  Sorte,  20°l0  Bunzlauer  Magerton  und  J5%  feinge- 
mahlene Schamotte  (Steingutrohscherben).  Die  ersten  beiden  Tonsorten 
werden  im  liegenden  Tonschneider  und  dann  mit  der  dritten  Sorte,  die  in 
der  Kugelmühle  fein  gemahlen  wird,  vermischt  Die  Kochgeschirre  werden 
bei  einer  Temperatur  von  1300—1400°  im  Viereckofen  mit  überschlaqender 
Flamme  gebrannt,  weil  ich  bei  einer  anderen  Temperatur  mit  Rücksicht 
auf  meine  ührige  Fabrikation  nicht  brennen  kann  Die  Feuerbeständig- 
keit der  Kochgeschirre  läßt  aber  zu  wünschen  übrig;  woran  liegt  dies? 

24  Meine  Gipsformen  saugen  in  der  letzten  Zeit  zu  stark,  sind 
sehr  blasig  und  bleiben  in  den  Modellen  hängen,  sodaß  häufig  mit  dem 
Messer  nachgeholfen  werden  muß,  wn  sie  loszulösen.  Meine  lormgießer 
behaupten,  der  Fehler  liege  an  der  Modellschmiere,  die  ich  mir  aus  ge- 
schabter Seife  und  Leinöl  durch  Aufkochen  herstelle,  und  auch  am  Gips 
selbst.  Wie  ist  diesem  Üebelstand  abzuhelfen,  und  wer  liefert  sowohl  eine 
tadellose  Modellschmierseife,  als  auch  einen  vorzüglichen  Modellgips? 

Glas. 

15.  Wir  haben  eine  Doppelwanne  von  7X4,2X1  »»,  an  der  wir 
eine  ganz  automatische  Flaschenblasemaschine  von  25  000  Stück  400  g- 
Flaschen  Tagesleistung  angelegt  haben.  Um  die  Wanne  in  eine  Schmelz-  und 
Arbeitswanne  zu  teilen,  setzten  wir  vorn  eine  Zwischenwand  aus  Schamotte- 
Formsteinen  mit  Löchern  ein,  die  nicht  im  Verband  mit  der  Wanne  war, 
um  das  geschmolzene  Glas  durchzulassen.  Allmählich  brannte  die  oberste 
Schicht  dieser  Wand  ab,  und  wir  erneuerten  dieselbe  durch  Hinterlegung 
neuer  Steine.  Seit  einiger  Zeit  haben  wir  trotz  heißgehenden  Ofens  Rampen 
im  Glase,  die  wohl  von  ausgeschmolzenen  Tonteilchen  der  Zwischenwand 
herrühren.  Durch  gänzliche  Entfernung  dieser  Wand  oder  deren  oberen 
Schicht  würden  wir  wahrscheinlich  unsauberes  Glas  erhalten,  das  aus  einem 
Loch  in  den  Ausbau  der  Wanne  fließt,  oder  das  Loch  wird  womöglich 
leicht  verstopft  werden.    Wie  ist  der  Üebelstand  zu  beseitigen  ? 

16.  Wie  und  in  welcher  Stärke  (20  oder  40  cm)  bewähren  sich  die 
sog.  Magdeburger  Sandsteine  gegenüber  Schamotte-Bankplatten?  _  Ist  es 
vorteilhafter,  die  Einströmungen  von  der  Kammer  zur  Bütte  (Pipe)  erst 
mit  Schamott* platten  abzudecken  und  nur  für  die  oberste  Schicht  im 
Gesäß  um  die  Bütte  herum  Sandsteine  zu  verwenden  ?  "  We¥  liefert  Magde- 
burger Sandsteine  ?  _    .  , 

17.  Wir  bitten  um  Angabe  eines  Entfärbungsmittels  für  Opal-  und 
Hellglas.  Wir  schmelzen  in  offenen  Häfen  und  leiden  darunter,  daß  das 
Glas,  das  wir  mit  thüringischem  Braunstein  entfärben,  teils  einen  grünen, 
teils  einen  gelben  Stich  aufweist,  jedoch  niemals  richtig  weiß  wird. 

Briefkasten  der  Redaktion. 

B.  B.  &  S.  i.  L,  Sie  finden  Ihre  Fragen  nach  Isolatorenmas?e  usw. 
in  den  Antworten  zu  den  Fragen  87  im  Sprechsaal  1919,  33,  50  und  75 
im  Sprechsaal  1920  beantwortet.  Eine  Frage  nach  BeaugFqaellen  für 
Apparate  zur  Prüfung  von  Iaolatoren  ist  bereits  in  dieser  Nummer  ver- 
öffentlicht. 

K.  E.  i.  K  «B.  Durch  Zufuhr  von  Luft  oder  Sauerstoff  aus  der 
Bombe  läßt  sich  eine  Azetylengasflamme  oxydierend  gestalten.  Man  braucht 
aber  einen  besonderen  Brenner  dazu  und  einen  Bagulierapparat  für  den 
Sauerstoff.  • 

H.  P.  i.  A.  Karborundum  ist  Siliziumkarbid,  SiC,  und  entsteht 
beim  Schmelzen  von  Sand  mit  Kohle  und  etwas  Salz  im  elektrischen  Ofen. 
Es  dient  wegen  seiner  Härte  hauptsächlich  als  Schleif-  und  Poliermittel 
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Soburg,  den  2.  Februar  1922. 


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Zeitschrift  für  die  Keramischen,  Glas-  und  verwandten  Industrien. 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Loais  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bogra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


FernsprechanschlaflNr.  59./relegr.-Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto :  Cobarg-Gothaische  Bank  A.-G.,  Coburg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  durch  die  Post  vierteljährlich  Jl  14.—  »unter  Streifband  M  40.—. 
Anzeigen :  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  1.—  (Stellengesuche  30  4). 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.V.  —  Deutscher  Schutzverband  ffir  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


lieber  die  Bestimmung  der  Wasseraufnahme- 
fähigkeit oder  der  scheinbaren  Porosität 
keramischer  Erzeugnisse. 

Von  O-Kallauner,  K.  Barta  und  J.  Simane,  Brünn. 
(Mitteilung  aus  der  keramischen  Abteilung  der  Böhmischen  Technischen 
Hochschule  in  Brünn  ) 

(Nachdruck  verboten.) 

Die  Porosität  (p)  keramischer  Erzeugnisse  gibt  die  Gesamt- 
menge der  mit  Luft  gefüllten  Poren  an.  Man  kann  sie  ent- 
weder im  wirklichen  Werte,  falls  spezifisches  (s)  und  Volum- 
Gewicht  (o)  des  Erzeugnisses  bekannt  sind,  aus  der  Beziehung 

p  =  l-° 

oder  im  scheinbaren  Werte  aus  der  Wasseraufnahmefähigkeit 
des  Erzeugnisses  feststellen. 

Die  Bestimmung  der  wirklichen  Porosität  (ps)  wird  seltener 
durchgeführt,  gewöhnlich  bestimmt  man  die  scheinbare  Poro- 
sität (pz),  die  auch  als  Wasseraufnahmefähigkeit  bezeichnet  wird. 

Zur  Bestimmung  der  Wasseraufnahmefähigkeit  dienen  ver- 
schiedene qualitative  und  quantitative  Methoden. 

Das  Prinzip  aller  dieser  Methoden  besteht  darin,  daß,  wenn 
die  Probekörper  mit  Wasser  (oder  mit  einer  anderen  Flüssig- 
keit) bespritzt  oder  darin  eingetaucht  werden,  das  Wasser  in- 
folge der  Kapillarität  in  die  Poren  des  Körpers  eindringt,  die 
Luft  mehr  oder  weniger  hinausdrängt  und  ihren  Platz  einnimmt. 

Bei  den  qualitativen  Methoden  wird  der  Probekörper  mit 
einer  farbigen  Lösung  bespritzt  oder  in  die  Flüssigkeit  einge- 
taucht. Die  Intensität  der  Färbung  dient  als  Maßstab  für  die 
Porosität.  Es  werden  als  Färbemittel  angegeben:  Fuchsin- 
lösuDg1),  schwarze  Tinte2),  rote  Tinte3)  (Red  Ink  Test). 
Bischoi4)  träufelt  auf  die  Fläche  des  Probekörpers  Wasser 
und  berechnet  die  Zeitdauer,  in  welcher  dasselbe  einsickert. 

Bei  den  quantitativen  Methoden  wird  der  getrocknete,  ge- 
wogene Probekörper  (vi)  mit  Wasser  gesättigt,  und  zwar  ent- 
weder beim  normalen,  niedrigen  oder  auch  bei  erhöhtem  Luft- 
druck, bei  normaler  oder  bei  der  Siede-Temperatur  des  Wassers, 
und  es  wird  dann  nach  einer  gewissen  Zeit  sein  Gewicht  be- 


J)  Rohland:  Die  Widerstandsfähigkeit  des  Sfceinzeugs  gegen  Säuren 
nnd  Lautren;  Chem.  Zeitung  1914,  330. 

2)  Boaenbusch-Wüifing :  Mikroskopische  Phyaiographie  I,  Stuttgart 
1905  * 

a)  Transactions  Amer.  Ceram.  Society  Vol  XUI/:911,  103 
*)  ßischof :  Die  feuerfesten  Tone,  1904,  85*. 


stimmt  (V2).  Die  Wasseraufnahmefähigkeit  wird  nach  der 
Beziehung 

V2  —  Vi 

pz=  -.100 

r  Vi 

berechnet  und  in  Prozenten  der  ursprünglichen  Gewichtszu- 
nahme des  getrockneten  Probekörpers  ausgedrückt. 

Für  die  quantitative  Bestimmung  der  Wasseraufnahme- 
fähigkeit findet  man  in  der  Literatur  folgende  Anleitungen. 

A.  Sättigen  mit  Wasser  bei  normalem  Luftdruck 
und  Normaltemperatur: 

Seger5)  empfiehlt  bei  Bestimmung  der  Wasseraufnahme- 
fähigkeit der  Ziegel,  sie  im  Trockenschrank  bei  50 — 60°  C.  bis 
zum  konstanten  Gewicht  zu  trocknen  und  dann  teilweise,  später 
völlig  unter  Wasser  (aus  der  Wasserleitung)  zu  bringen.  Darauf 
werden  die  Ziegel  nach  24,  72,  96,  eventuell  auch  nach  144 
Stunden  gewogen.  Zur  Sättigung  genügen  angeblich  etwa 
1C0  Stunden  (bei  Ziegeln). 

W.  K.  Hatt  und  H.  H.  Scofield6)  schlagen  vor,  die 
Probekörper  48  Stunden  vollkommen  so  in  Wasser  einzutauchen, 
daß  sie  sich  gegenseitig  nicht  berühren. 

Nach  Ch  F.  Binns7)  soll  man  den  Probekörper  24  Stunden 
derart  in  Wasser  legen,  daß  die  Luft  nur  durch  eine  Fläche 
entweichen  kann.  F.  Leduc8)  taucht  die  Körper  etwa  20  mm  tief 
ins  Wasser  und  gießt  immer  nach  einer  lj2  Stande  das  Wasser 
so  hoch  nach,  als  es  durch  die  Kapillarität  in  den  Körpern 
gestiegen  ist,  übergießt  sie  endlich  vollkommen  mit  Wasser, 
nimmt  sie  nach  */2  Stunde  heraus  und  wiegt.  Hernach  taucht 
er  die  Körper  abermals  ins  Wasser  und  bestimmt  von  Zeit  zu 
Zeit  ihre  Gewichtszunahme. 

Nach  Beschlüssen  der  Konferenz  zu  München, 
Dresden9)  usw.  wird  die  Porosität  keramischer  Erzeugnisse 
derart  bestimmt,  daß  die  Probekörper  zuerst  zur  Hälfte  und 
nach  24  Stunden  vollkommen  eingetaucht  werden.  Nach  weiteren 
24  Stunden  werden  sie  an  der  Oberfäche  abgetrocknet  und 
gewogen. 


5)  Seger:'  Tonindustrie-Zeitnng  1901,  864;  B.  Kerl:  Handbuch  der 
gesamten  Tunwarenindustrie  1907. 

8)  Hatt,.  Scofield :  Laboratory  manual  of  testing  materials,  New  York 
1913,  107. 

')  Binns:   Ceramic  Technology,  London  1897,  39 

s)  Mitteilungen  dps  Intern.  Verbandes  für  die  Materialprüfung  der 
Techüik,  V.  Kongreß,  Kopenhagen  1909 

")  Beschlüsse  der  Konferenzen  zu  München,  Dresden  usw.  Verlag 
Ackermann,  M'lachen.  Lunge  :  Chemisch  -  technische  Uatereaehuagi- 
metaodeii  II,  47. 


48  —  m.  5 


SPRECH  SAAL  -  CO  BURG. 


1-922.  (66.  Jahrgang.) 


10)  Die  Oesterreichische  Tonindustrie-Zeitung 
sehreibt  vor,  5  Ziegelsteine  in  reines  Wasser  zu  legen  und  sie 
darin  bis  zum  konstanten  Gewicht  zu  belassen. 

B.  Sättigen  mit  Wasser  bei  Siedetemperatur 
und  normalem  Luftdruck: 

Lunge11)  schreibt  das  Eintauchen  des  Probekörpers  in 
siedendes  Wasser  vor  und  behauptet,  daß  binnen  12  Stunden 
sämtliche  Poren  mit  Wasser  ausgefüllt  werden. 

B.  Plenske12)  kocht  die  Ziegelsteine  ^Stunde  in  Wasser, 
kühlt  sie  plötzlich,  trocknet  sie  auf  der  Oberfläche  und  wiegt. 
Hoffmann,  W.  Breitwieser  13)  und  J.  Burian14)  kochen 
den  Formling  1  Stunde  in  Wasser. 

Aron13)  kochte  den  getrockneten  Probekörper  3  bis 
4  Stunden  in  destilliertem  Wasser,  ließ  ihn  darin  erkalten  und 
wog  rasch  nach  dem  Abtrocknen  im  geschlossenen  Gefäße. 
Kerl16)  gibt  keine  bestimmte  Zeit  für  das  Sättigen  an. 
Dümmler17)  befreit  bei  glasierter  Ware  die  Flächen  von 
der  Glasur,  taucht  den  Körper  in  Wasser  und  kocht  ihn  darin 
24  Stunden.  R.  Rieke18)  führt  an,  daß  bei  der  Porositäts- 
bestimmung mittels  Kochens  die  Sättigung  manchmal  mangel- 
haft ist,  besonders,  wenn  es  sich  um  Erzeugnisse  mit  feinen 
Poren  handelt. 

C.  Sättigen  mit  Wasser  bei  niedrigerem  Luftdruck 

und  normaler  Temperatur: 

Bauschinger19)  soll  als  erster  vorgeschlagen  haben, 
die  Probekörper  mit  Wasser  unter  erniedrigtem  Luftdruck 
(unter  Benützung  der  Luftpumpe)  zu  sättigen;  die  Konferenzen 
haben  jedoch  diese  Methode  verworfen  und  dies  damit  be- 
gründet, daß  das  Verfahren  sich  in  der  Praxis  nicht  gut  anwenden 
lassen  soll. 

E.  Leduc20)  arbeitete  die-  Sättignngsmethode  bei  nie- 
drigem Luftdruck  ziemlich  gründlich  aus.  Die  Würfel  aus  dem 
zu  prüfenden  Material  gibt  er  in  einen  kleinen  Papinschen  Topf, 
worin  er  den  Luftdruck  auf  60  mm  Quecksilbersäule  sinken 
läßt,  und  erhält  diesen  Zustand  30  Minuten  lang.  Dann  läßt 
er  in  den  Topf  langsam  Wasser  fließen  und  hält  den  niedrigen 
Luftdruck  eine  weitere  Stunde  aufrecht.  Das  Belassen  des 
Prüflings  im  Wasser  24  Stunden  oder  1  Woche  soll  auf 
das  Ergebnis  keinen  nennenswerten  Einfluß  ausüben. 

R.  Rieke21)  empfiehlt  statt  der  in  Deutschland  häufig 
angewendeten  Kochprobe,  den  Probekörper  in  eine  flache 
Schale  mit  wenig  Wasser  zu  legen,  nach  24  Stunden  Wasser 
zuzugeben  und  nach  weiteren  24  Stunden  die  Schale  voll  zu 
gießen.  Danach  wird  die  Luft  15—20  Minuten  mit  der  Wasser- 
luftpumpe ausgesaugt. 

D.  Sättigen  mit  Wasser  unter  niedrigem  Luftdruck 

und  Kochen  des  Wassers. 

Der  Amerikaner  E.  R.  Buckley22)  zeigte  im  Jahre  1898, 
daß  die  gewöhnlich  angewendeten  Methoden  zur  Porositäts- 
bestimmung ungenau  sind,  und  empfahl  folgendes  Verfahren 
zur  Porositätsbestimmung  von  Natursteinen : 

Würfel  von  2  Zoll  Kantenlänge  (1  engl.  Zoll  =  2,54  cm) 
werden  24  Stunden  bei  110°  C.  getrocknet,  dann  auf  ,0,01  g 
gewogen  und  in  eine  mit  dreifach  durchbohrtem  Stöpsel  (mit 
?  Glasröhren)  verschlossene  Flasche  gebracht.  Zwei  von  diesen 
Glasröhren  enden  dicht  unter  dem  Stöpsel,  wobei  die  eine  mit 
der  Vakuumpumpe,  die  zweite  mit  dem  Manometer  verbunden 
ist;  die  dritte  reicht  bis  auf  den  Flaschenboden  und  dient  zur 
Wasserzufuhr.  Die  Flasche  steht  auf  dem  Wasserbade.  Zuerst 
wird  in  die  Flasche  nur  wenig  Wasser  gegeben  und  nach  und 
nach  läßt  man  Wasser  solange  zufließen,  bis  die  Würfel  voll- 
kommen bedeckt  sind.    Darauf  wird  der  Druck  in  der  Flasche 


10)  OeBterr.  Tonindustrie-Zeitung  1918,  84. 

")  Lange:  Chemisch-technische  Untersuchungsmethoden  II,  30. 

M)  PUnske:  lieber  Mikrostruktar  und  Bildung  der  Porzellane; 
Spreobeaal  1908,  302. 

,3)  Breitwieser:  Die  Herstellung  der  Steinzeugwaren;  Keramische 
Rundschau  1916,  201. 

I4)Burian:  Prispevek  k'sezrj:ini  barvy,  smrsteni,  porovitosti  a 
pevnosti  cihlirskych  vyrobku,  Chemieke  Listy  1906. 

»)  Aron :  Notizbiatt  X,  133 ;  Bischof :  Die  feuerfesten  Tone  1904, 

189. 

ie)  Kerl :  Handbuch  der  gesamten  Tonwaronindustne  1907. 
")  Lunge:  1.  c.  11,  II,  47. 

>")  Rieke:  Schwindungs-  und  PorositätsbeBtimmungen ;  Keramische 
JlnndBcbau  1917,  259. 

»5  Mitteilungen  des  Königlichen  Materialprüfungsamts,  Berlin  1896, 
•3.    (Gary :  Ueber  Ziegelprufuug.) 

Mitteilungen  des  Intern.  Verbandes  für  die  Materialprüfung  der 
Technik,  V.  Kongreß,  Kopenhagen  1909. 
»)  Rieke :  1.  c.  263. 

Building  and  Ornamental  stones  of  Wisconsin;  Bull.  Wisconsin 
öeol.  Nat.  Hist  8urvey  1898,  63,  70. 


auf  1/2  Atm.  verringert  und  72  Stunden  lang  so  erhalten.  Nach 
dieser  Zeit  sickert  bei  Natursteinen  naeh  Buckley  nur  mehr 
wenig  Wasser  ein,  und  beinahe  alle  Poren  sind  mit  Wasser 
angefüllt.  Die  Flasche  samt  Inhalt  wird  im  Wasser  erkalten 
gelassen,  worauf  man  die  Würfel  mit  Löschpapier  trocknet  und 
wiegt.  Nach  dem  Wiegen  trocknet  man  sie  abermals  24  Stun- 
den bei  110°  C,  um  festzustellen,  ob  die  Probekörper  durch 
den  Wassereinfluß  ihr  Gewicht  nicht  verändert  haben.  Buck- 
ley fand,  daß  bei  Natursteinen  ein  Gewichtsunterschied  von 
0,01  selten  und  von  0,2  g  höchstens  vorkommt.  Je  mehr  der 
■  Luftdruck  herabgesetzt  wird,  desto  niedriger  ist  natürlich  auch 
die  Siedetemperatur  des  Wassers. 

W.  F.  Hillebrand23)  empfiehlt  statt  der  Flasche  einen 
mit  Luftabsaugevorrichtung  versehenen  Exsikkator  zu  benutzen. 

Im  Jahre  1904  verringerte  Buckley24)  die  Zeitdauer, 
während  der  die  Probekörper  unter  Wasser  gelassen  werden, 
auf  24  Stunden  und  arbeitete  bei  */4  Atm.  Luftdruck.  Diese 
Aenderung  soll  bei  den  Natursteinen  keinen  nennenswerten 
Einfluß  auf  das  Ergebnis  haben. 

E.  Sättigen  mit  Wasser  bei  erhöhtem  Luftdruck: 

Hauenschild  und  Lang10)  sättigten  die  Ziegel  mi 
Wasser  bei  einem  Luftdruck  von  3  Atm.  im  Kolbenraum  einei 
hydraulischen  Presse. 

A.  Bräf25)  läßt  die  Ziegel  24  Stunden  im  Wasser  aucl 
unter  hydraulischem  Druck.  J.  Hirsch wald2ß)  empfiehl 
endlich  für  die  Natursteine  als  beste  Wassersättigungsmethod« 
das  Sättigen  bei  einem  Druck  von  50 — 150  Atm.  an. 

Nach  Gary19)  genügt  zum  Sättigen  der  keramischer 
Erzeugnisse  ein  Druck  von  3  Atm.  vollkommen. 

Beinahe  alle  angeführten  Methoden  zur  Porositätsbestimmuni 
schreiben  die  Benutzung  ganzer  Probekörper  (Formlinge,  Ziegel 
chen  usw.)  vor.  Olschewski27)  gibt  an,  daß  die  Ober; 
fläche  mancher  Formlinge  dichter  ist  als  das  Innere,  wai 
besonders  für  die  im  Laboratoriumsversuchsofen  erbranntei 
Proben  gilt.  Deshalb  empfiehlt  er,  zum  leichteren  Durchsättigei 
nur  halbe  Formlinge  oder  Ziegelbruchstücke  anzuwenden. 

Die  große  Mannigfaltigkeit  in  den  meisten  eben  erwähntet 
Anleitungen  veranlaßte  uns,  die  wichtigsten  derselben  nach 
zuprüfen,  die  Ergebnisse  miteinander  zu  vergleichen  und  zti 
beurteilen.  Dabei  machten  wir  verschiedene  Versuche  uni 
trachteten  danach,  festzustellen,  welchen  Einfluß  einige  de 
wichtigsten  Arbeitsbedingungen  bei  der  Bestimmung  der  Wasser 
aufnahm efähigkeit  haben.  Üeber  die  Ergebnisse  unserer  Unter 
suchungen  sei  das  Folgende  mitgeteilt: 

Versuchsteil. 

A.  Probekörper: 

Zur  Nachprüfung  der  wichtigsten  Verfahren  benutzten  wir 
I.  Durch  Verformen  von  Preschener  Steinzeugton  gewonnen) 
Formlinge  (8,35X4,00X1,90  cm),  die  bei  SK  010,  1,  6  im  Gasofe 
gebrannt  wurden.    Der  Wasserzusatz   betrug  27,82  °/0.  Si 
hatten  die  folgenden  Eigenschaften: 

Schwin-  gS  „■  Porosität 

Zustand:        Farbe:   Aussehen:    dung    Jf|  « wirkliche8^'" 

in  o/o    £i  -   ►  £5$ 

Nach  dem  Trocknen  grün-  regelmäßige  trocken  —  —  —      —  ] 

bei  120°  C:      grau,  Form,  seharfe   10,8     —  —  —  —1 
Nach  dem  Brennen :           Ecken  und 

bei  SK  010       rosa,      Kanten,         0,5    1,85  2,64  29,93  16.18! 

bei  SK  1         ocker,      gerade         3,8    2,05  2,60  21,11  10  30  j 

bei  SK  6          oliv,      Flächen.        5,8    2,25  2,67  12,46  5,53 


*)  auB  der  Beziehung  pz  =      ausgerechneter  Wert. 

Mit  diesen  Formlingen  führten  wir  besonders  die  Häuf 
Vergleichsversuche  durch  und  suchten  für  diese  aus  jedem  Brai 
Formlinge  aus,  die  möglichst  in  Bezug  auf  Außmaße,  Gewicl 
Farbe  und  Aussehen  gleich  waren: 

II.    1.  Formlinge  aus  Ziegeln: 

a.  Ziegelei  Z. 

b.  Ziegelei  L. 

c.  Schamottefabrik  H.  B. 

Aus  den  Ziegeln  jeder  Art  wurden  kleinere  Formlinge  ii 
drei  verschiedenen  Ausmaßen  geschnitten. 


»")  Hillebrand:  Analyse  der  Silikatgesteine;  Leipzig  1910. 
2*)  Missouri  Bureau  and  Mines,  B-Serie.  Bd.  2,  1904. 
ar)  Bräf:  Nauka  o  stavivu;  Praha  1910. 

aB)  HirBcbwald:  Handbuch  der  bautechnischen  Gesteineprufun  1 
Berlin  1911,  220. 

2')  Deutsche  Töpfer-  und  Ziegler-Zeitnng  1880,  196,  234. 


I 


1922.    (66.  jihlCWlg^ 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  5-47 


Gat- 
tung 

I  Z. 


Farbe 


Eigenschaften  der  Formlinge: 
Aasseben  Ausmaße 


V£T •  fc  wirkfichfschein- 
&ew.   Gew.      Ps  barepi 


lichtrot:  regelmäßige  a)  6,2X6.2X6.7  cm 

Form  b)  4,0X4.0X6,7    „  1,64   2,66    38,36  23,38 

scharfe  c)  4.0X4,0X3,75  „ 

L.    ziegel-    Ecken  und  a)  5,7X8  76X6,0  „ 

I        rot:        Kanten,  b)  3,5X3  5X6,0    „  1,73  2,54    31,89  18,43 

gerade  Flä-  0)  3,5X3,5X3.0  » 
eben 

k.  B.  licht-         „  a)  12,0X6,2X5,5  „ 

gelb:         „  b) 6,0X6,2X5,6    „  1,79  2,49    28,11  15,71 

2.  Formlinge  aas  Steinzeugplatten  der  Fabrik  B.  T.: 
Ans  den  Platten  wurden  3  Probekörper  in  3  verschiedenen 
Aasmassen  abgetrennt,  die  folgende  Eigenschaften  hatten: 

n-i  „  ,       „  Porosität 

+n«„  Auasehen        Ausmaße       r$™-        wirkliche  schein- 

tun g  wew-   wew-       ps  barepz 

B  T.  dunkel-  regelmäßige  a)  13  7X7,55X1,5  cm 

rot    formscharfe  b)  7,6X7,3  Xl,5  „  8,40  2,60     7,81  3,25 
Ecken  und 
Kanten,  ge- 

radeFlächen  c)  3,7X3,6  » 

Bei  den  anter  (1.  und  2.)  angeführten  Formlingen  wurde 
hauptsächlich  der  Einfluß  verschiedener  Probekörpergrößen 
auf  die  Werte,  die  nach  den  Grundarten  der  Aufnahmefähig- 
keitsbestimmung gewonnen  wurden,  studiert. 

Im  allgemeinen  wurde  so  gearbeitet,  daß  man  nach  Durch- 
führung der  Versuche  die  Probekörper  entwässerte  (110°  C.) 
uW  vor  jedem  weiteren  yersuche  von  neuem  wog.  Es  war 
geplant,  die  Versuche  auch  mit  normalen  Ziegeln  und  großen 
Formlingen  durchzuführen;  dies  ist  jedoch  später  aufgegeben 
worden,  und  zwar  teils  mit  Rücksicht  auf  die  Verschiedenheit 
des  Materials,  und  teils  auf  Grund  der  bei  der  Arbeit  ge- 
wonnenen Erfahrungen,  daß  die  bei  den  porösen  Körpern  er- 
mittelten Werte  für  die  Wasseraufnahmefähigkeit  Von  den 
Ausmassen  der  Probekörper  nicht  besonders  abhängig  sind, 
endlich  dann  auch  aus  dem  Grunde,  daß  im  Laboratorium  die 
Arbeit  mit  großen  Formlingen  .ziemlich  anbequem  und  kaum 
auszuführen  ist.  Beim  Steinzeug  kommt  weiter  hinzu,  daß  die 
Oberfläche  der  Erzeugnisse  in  der  Begel  dichter  gebrannt  wird 
als  die  Mitte,  wodurch  das  Eindringen  des  Wassers  in  das 
[porösere  Innere  erschwert  wird,  wodurch  man  niedrigere 
Werte  erhält. 

B)  Versuchsanordnung. 
Zu  Versuchen  bei  normalem  Druck  verwendete  man  flache 
Porzellanschalen.     Für   Versuche    bei   niedrigem  Luftdruck 
wurde  die  aus  der  Abbildung  ersichtliche  Vorrichtung  benatzt. 


00 


□  □ 


Q-iiecksilbcr 


Für  Versuche  bei  erhöhtem  Luftdruck  benatzten  wir  einen 
Autoklav  von  7  1  Inhalt. 

Das  Sättigen  erfolgte  mit  destilliertem  Wasser. 

C.  Eigene  Versuche: 

Von  den  qualitativen  Anleitungen  schien  uns  Bischofs 
Methode  die  beste  zu  sein,  nach  der  wir  auch  die  Versuche 
internahmen,  und  zwar  mit  den  Probekörpern  AI.  Auf  diese 
Probekörper  träufelten  wir  mittels  einer  Pipette  Wassertropfen 
0,50  ecm)  und  bestimmten  die  Zeit,  innerhalb  welcher  die 
Tropfen  einsickerten. 

Es  wurden  die  folgenden  Zeiten  festgestellt: 

Bei  SK  010-Proben  .3'  30" 

„    SK    1       „   2'  30" 

„    SK    6       „   .    keine  Ein- 

sickerung. 

Die  angeführten  Ergebnisse  sind  immer  die  Durchschnitte 
'on  10  Versuchen.  Sie  zeigen,  daß  das  Wasser  in  die  bei 
3K  1  gebrannten  Formlinge  früher,  als  in  die  bei  SK  010  ge- 
brannten einsickert,  obgleich  schon  dem  äußeren  Aussehen  nach 
»sichtlich  ist,  daß  die  bei  SK  1  gebrannten  Formlinge  dichter 
lind  als  die  bei  SK  010  gebrannten.   Die  Raschheit  des  Ein- 


sickerns der  Wassertropfen  steht  also  nicht  im  direkten  Ver- 
hältnis zu  dem  Porositätswerte,  wie  man  sonst  annehmen  würde. 

Von  den  quantitativen  Verfahren  wurden  die  folgenden 
studiert : 

a)  Sättigen  mit  Wasser  bei  normalem  Luftdruck 

und  normaler  Temperatur: 
Nach  Seger  (150  Stunden),  Hatt  und  Scofield,  Binns,  Ledue, 
Münchener   Konferenz    1884,    Oesterreichische  Tonindustrie- 
Zeitung  1913. 

b)  Sättigen  mit  Wasser  bei  normalem  Luftdruck 

und  Siedetemperatur: 
Nach  Plenske,  Hoffmann,  Aron,  Dümmler. 

c)  Sättigen  mit  Wasser  bei  niedrigem  Luftdruck 

und  normaler  Temperatur: 
Nach  Bauschinger,  Leduc,  Rieke. 

d)  Sättigen  mit  Wasser  bei  normalem  Luftdruck 

und  Siedetemperatur: 
Nach  Buckley,  1898,  1904.  , 

e)  Sättigen  mit  Wasser  unter  erhöhtem  Luftdruck: 
Nach  Gary. 

Sämtliche  anter  a  bis  e  angegebenen  Versuche  wurden  mit 
Probekörpern  I,  und  zwar  mit  5  Gruppen  von  10  Formlingen 
durchgeführt.  Das  Ergebnis  der  Prüfungen,  in  Gewichts- 
prozenten ausgedrückt,  ist  in  nachstehender  Uebersicht  zu- 
sammengefaßt : 

Wass  er  auf  nahm  ef  ähig- 
Methode  :  keit  der  gebrannten 

Formlinge : 

SK  010   SK  1  SK  6 

a)  Sättigen  bei  normalem  Druck  und 
normaler  Temperatur : 

1.  Seger  (150  Stunden)  14,61     5,18  1,56 

2.  Hatt  u.  Scofield   14,50     5,07  1,00 

3.  Binns  14.23     5,02  0,90 

4.  Leduc   .    15,82     5,52  1,95 

5.  Münchener  Konferenz  1884  .    .    14,69     5,96  2,12 

6.  Oesterr.  Tonindustrie-Zeitung   .    16,05     .5,96  2,12 

b)  Sättigen  bei    normalem  Druck  und 
Kochen : 

1.  Plenske    .   13,70     5,50  0,45 

2.  Hoff  mann   13,76     5,61  0,45 

3.  Aron  13,81     5,61  0,45 

4.  Dümmler   14,47     6,49  1,59 

c)  Sättigen  bei  niedrigem  Druck  und 
normaler  Temperatur  : 

1.  Bauschinger  (24  Stunden) .    .    .    16,00     8.55  2,40 

2.  Leduc  16.24     9,28  2,59 

3.  Rieke   15,11     5,77  2,ä8 

d)  Sättigen  bei  niedrigem  Druck  und 
Kechen : 

1.  Buckley  1898  '   16,18     9,04  3,66 

2.  Buckley  1904    15,95     8,37  8,08 

•)  Sättigen  bei  erhöhtem  Druck : 

1.  3  Atm.  24  Stunden   15,52     6,94  1,99 

Man  sieht  aus  der  Uebersicht,  daß  die  Resultate  der 
einzelnen  Methoden  sehr  verschieden  sind.  Die  größten  Diffe- 
renzen zeigen  sich : 

a)  bei  den  bei  SK  010  gebrannten  Formlingen,  und  zwar 
bewegen  sie  sich  zwischen  16,24  —  13,70, 

b)  bei  den  bei  SK  1  gebrannten  Formlingen,  and  zwar 
bewegen  sie  sich  zwischen  9.34  —  5,04, 

c)  bei  den  bei  SK  6  gebrannten  Formlingen,  und  zwar 
bewegen  sie  sich  zwischen  3,66  —  0,45. 

In  den  einzelnen  Gruppen  lieferten  die  höchsten  Resultate : 
a)  4,  5,  6,  b)  4,  c)  2,  d)  1. 

Die  nach  den  unter  a),  b),  c)  angeführten  Methoden  ge- 
wonnene Wasseraufnahmefähigkeit  liegt  zahlenmäßig  recht  tief 
unter  dem  Wasseraufnahmefähigkeitswerte,  der  ihrem  theore- 
tischen Werte  tatsächlich  entspricht.  Diesem  nähern  sich  die 
Werte,  die  nach  c,  d,  1  und  2  für  die  bei  SK  010  und  1 
gebrannten  Formlinge  gefunden  worden  sind. 

Die  Verschiedenheit  der  Ergebnisse  ist  sichtlich  durch  die 
Verschiedenheit  der  Arbeitsbedingungen  bei  den  einzelnen 
Methoden  bedingt. 

Vom  theoretischen  Standpunkte  aus  ist  die  Wasserauf- 
nahmefähigkeit hauptsächlich  durch  Kapillaritätserscheinungen 
bedingt.  In  den  keramischen  Erzeugnissen  befinden  sich  Poren 
in  giößerer  oder  kleinerer  Zahl,  die  meistens  kapillaren  Charakter 
besitzen.  Diese  Kapillaren  können  entweder  beiderseits  oder 
auch  nur  auf  einer  Seite  offen  sein,  sie  können  gegenseitig 


48  —  Nr.  5 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


zusammenhängen  oder  anch  vereinzelt  stehen  und  die  ver- 
schiedensten Dimensionen  haben.  Außer  den  Kapillaren  kommen 
in  den  Erzeugnissen  auch  größere  Hohlräume  vor,  die  z.  B.  durch 
die  Anwesenheit  verschiedener  Fremdkörper  verursacht  werden. 
Diese  Stoffe  können  z.  B.  während  des  Brandes  verbrennen, 
und  es  verbleiben  dann  in  den  Erzeugnissen  Hohlräume 
(organische  Stoffe),  oder  sie  gehen  in  Stoffe  über,  die  durch 
Wasser  ausgelaugt  werden  (CaCOs  in  Ca(OH)2  und  dgl.). 

Kommt  der  Probekörper  mit  Wasser  in  Berührung,  so 
sickert  dasselbe  infolge  der  Kapillarität  ein,  und  es  entsteht 
in  den  Kapillaren  ein  gewisser  Ueberdruck,  durch  welchen  die 
in  den  Kapillaren  befindliche  Luft  teils  verdrängt,  teils  im 
Wasser  aufgelöst  wird. 

Auf  Grund  dieser  Betrachtung  kann  man  erwarten,  daß 
bei  ein  und  demselben  Probekörper  höhere  Werte  für  die 
Wasseraufnahmefähigkeit  gewonnen  werden,  wenn  man  die 
Luftmenge  in  den  Kapillaren  verringert  und  ihre  Löslichkeit 
im  Wasser  erhöht.  Die  Verringerung  der  Luftmenge  in  den 
Kapillaren  kann  man  entweder  durch  Verringerung  des  Luft- 
druckes (bei  niedrigerem  Luftdruck  arbeitende  Methoden)  oder 
durch  erhöhte  Temperatur  (mit  erhöhter  Temperatur  arbeitende 
Methoden)  erzielen. 

Das  Steigen  der  Löslichkeit  der  in  den  Kapillaren  befind- 
lichen Luft  erzielt  man  entweder  durch  Benützung  eines  nach 
Möglichkeit  luftfreien  Wassers  (unter  niedrigerem  Luftdruck 
und  mit  siedendem  Walser  arbeitende  Methoden;  nach  Auf- 
hebung des  niedrigen  Luftdruckes  oder  während  des  Abkühlens 
des  Wassers  steigt  sichtlich  noch  die  Wasseraufnahmefähigkeit) 
oder  unter  erhöhtem  Druck  (unter  erhöhtem  Luftdruck  arbei- 
tende Methoden).  '.; 

Es  ist  selbstverständlich,  daß,  je  länger  der  Probekorper 
mit  Wasser  in  Berührung  steht,  das  letztere  den  Probekörper 
umso  besser  durchdringt. 

Um  uns  zu  überzeugen,  welchen  Einfluß  auf  die  Ergeb- 
nisse der  Wasseraufnahmefähigkeitsbestimmung  einige  der 
wichtigsten  Arbeitsbedingungen  ausüben,  verfolgten  wir: 

1.  den  Einfluß  der  auf  verschiedene  Weise  durchgeführten 
Berührung  des  Probekörpers  bei  normalem  und  niedrigem 
Luftdruck, 

2.  den  Einfluß  der  verschiedenen  Berührungsdauer  des 
Probekörpers  mit  Wasser,  bei  normalem,  herabgesetztem  und 
erhöhtem  Luftdruck,  , 

3.  den  Einiluß  des  weiteren  Belassens  des  Probekörpers  im 
Wasser  bei  normalem  Druck  nach  der  beim  niedrigen  Luft- 
druck durchgeführten  Prüfung, 

4.  den  Einfluß  verschiedener  Größe  der  Probekörper  aus 
demselben  Material. 

Als  Probekörper  haben  wir  teils  die  unter  AI,  teils  die 
unter  All  angeführten  Körper  benützt.  (Schluß  folgt.) 


Vom  Hafendrehen. 

(Nachdruck  verboten.) 

Vom  Hafendrehen  will  im  allgemeinen  weder  der  Hafen- 
macher noch  der  Schmelzer,  weder  der  Glasmacher  noch  selbst 
der  Hüttenmeister  etwas  hören,  und  das  mit  vollem  Recht, 
denn  ein  jeder  weiß,  welche  Mühe  und  Anstrengung  in  diesem 
einzigen  Worte   eingeschlossen   ist.    Doch   anders   denkt  so 
mancher   Hüttenherr   auf   einem   guten  Werke    mit  flottem 
Betriebe,  für  den  das  Vorkommnis  keinen  Unfall,  sondern  nur 
eine  Unannehmlichkeit  bedeutet.   Der  Hafenmacher  kann  seine 
Pflicht  und  Schuldigkeit  auf  das  pünktlichste  getan  haben  und 
ebenso  der  Schmelzer,  und  dennoch  wird  von  Zeit  zu  Zeit  ein 
Hafendrehen  dringend  notwendig  sein.    Steht  zum  Beispiel  ein 
Satz  Häfen  außerordentlich  gut,  etwa  18  bis  20  Schmelzen,  und 
geht  auch  die  Schmelze  gut  von  statten  in  24  oder  25  Stunden 
durchschnittlich,  bei  nicht  allzu  großen  Häfen,  so  kann  doch 
der  eine  oder  der  andere  Hafen  in  nächster  Nähe  der  Bütten 
(auch  Feuerläufer  genannt)  schon  merklich  zeigen,   daß  die 
große  Hitze  ihn  an  einer  Stelle  angegriffen  hat,  ohne  daraus 
schließen  zu  können,  die  Häfen  seien  nicht  dauerhaft.  Eine 
weitere  Schmelze  wäre  in  diesem  Falle  mit  dem  Risiko  ver- 
bunden, daß  der  schadhafte  Hafen  an  der  betreffenden  Seite 
aufreißen  könnte.    Jetzt  ist  das  Hafendrehen  am  Platze,  und 
der  Betrieb  kann  ohne  längere,  kostspieligere  Störung  weiter 
fortgesetzt  werden  bis  auf  40  und  mehr  Schmelzen  bei  dem- 
selben Hafensatz.   Einige  Hüttenbesitzer  sind  allerdings  grund- 
sätzlich gegen  das  Hafendrehen,  weil  sie  infolge  schlimmer 
Ei  fahrungen  die  nicht  ganz  ungerechtfertigte  Befürchtung  hegen, 
die  Häfen  könnten  daduich  Schaden  erleiden.     Die  gewöhn- 
lichsten Einwürfe  gegen  das  Uafendrehen  gehen  meistenteils 
darauf  hinaus,  daß  die  Glahfabrikanten  behaupten,  die  Häfen 
erfrören  (wie  der  Hüttenausdruck  für  das  Zukaltwerden  der- 
selben lautet)  beim  Hafendrehen  zu  leicht,  bekämen  Risse  und 


brächen  schließlich  ganz  auf;  sodann  könnte  ein  verderblicher 
Stoß  mit  dem  schweren,  schlecht  zu  handhabenden  Eisenwerk- ,r 
zeug  den  Hafen  sofort  völlig  unbrauchbar  machen  oder  ihm  wenig-*n 
stens  einen  derartigen  Schlag  versetzen,  daß  er  bei  der  nächsten^ 
Schmelze  während  des  Blankschürens  dennoch  aufbricht,  sodaßn. 
die  schwere  Arbeit  ganz  vergeblich  war  und  ein  Nachsetzen^ 
oder  gar  das  Hafen  eintragen  sogleich  nötig  wird.    Eine  dritte; 
Befürchtung  ist  die,  der  Boden  des  gedachten  Hafens  könne, 
leicht  durch  die  veränderte  Stellung  infolge  der  ungeheuren, 
Schwere  des  Hafens  mit  dem  Gemenge  bei  der  großen  Schmelz-;; 
hitze  eingedrückt  werden,    Das  eingelegte,  dünnflüssige  Glas 
ergieße  sich  sodann  in  den  Ofen,  versacke  die  Taschen,  sodaß,  - 
ein  großer  Hafenunfall  sogar  ein  Löschen  des  ganzen  Ofens ;, 
zur  Folge  haben  kann.  .  > 

Alle  diese  Befürchtungen  sind  nicht  gerechtfertigt,  wenn 
die  technische  Leitung  die  Voraussetzungen  zu  dergleichen 
Bedenken  und  Zweifeln  von  vornherein  mit  fachmännischem.  • 
Scharfblick  zu  beseitigen  weiß.    Die  ersten  zwei  Bedenken, 
daß  die  Häfen  beim  Drehen  erfrören  und  daß  sie  einen  gefähr- 
lichen Schlag  erleiden  könnten,  sollen  etwas  später  behandelt 
werden.    Vor  der  Hand  wollen  wir  dem  dritten  Einwurf  einige 
Aufmerksamkeit  zuwenden,  daß  nämlich  Hafenböden  eingedrückt 
werden  können.     Sind   die  Häfen  aus  gutem  Material  her- 
gestellt, mit  Vorsicht  getrocknet  und   allmählich,   aber  gut 
gebrannt  aus  dem  Temperofen  in  den  Schmelzofen  übertragen, 
hier  dann  auch  mit  Aufmerksamkeit  gut  behandelt  worden,  so 
dürften  sie  nie  derartige  Bedenken  hervorrufen,  vorausgesetzt, 
daß  anch  die  Ofenbank  aus  feuerfestem  Material  gebaut  und 
beim  Betriebe  nach  Möglichkeit  geschont  worden   ist.  Die 
Hafenbank  muß  stets  eine  ebene  Fläche  bilden,  darf  keine  kegel- 
förmigen Erhebungen  aufweisen  und  nach  keiner  Seite  geneigt 
sein.    Zwar  wird  sie  im  Laufe  der  Zeit  angegriffen,  aber  doch 
an  den  Stellen,  wo  die  Häfen  stehen,  mehr  geschont  sein 
und    daher    gleichsam   flache    Kegelstümpfe    zeigen;  diese 
Unebenheiten  müssen  bei  jedem  Hafeneintragen  ausgeglichen 
werden,  indem  die  Bank  mit  lange  gelagerter  Tonmasse  aus- 
geflickt wird.    Auf  keinen  Fall  kann  Ton  Verwendung  finden, 
der   erst  mit  frischem  Wasser  angenetzt  ist.    Ferner  wird 
häufig  der  Fehler  begangen,  daß  man  die  neu  ausgeflickte 
Bank  nicht  langsam  und  vorsichtig  genug  brennt,  indem  man 
sich  nur  von  dem  einzigen  Gedanken  leiten  läßt,  so  schnell 
als  möglich  den  regelrechten  Betrieb  wieder  aufzunehmen.  Ist 
die  ausgebesserte  Bank  dagegen  allmählich  und  lange  genug 
gebrannt,  sodaß  sie  keine  Sprünge  und  Risse  aufweist,  so  hält, 
sie  umso  länger,  und  das  scheinbare  Versäumnis  wird  durch 
längere  Haltbarkeit  und  einen  längeren,  ungestörten  Betrieb 
gar  bald  wieder  ausgeglichen.  Sehr  viel  Hafenbruch  ist  diesem: 
allzu  raschen  Vorgehen  beim  Ausbessern  der  Hafenbank  zuzu-j 
schreiben  und  ferner  noch  dem  Umstände,  daß  die  Flickstellej 
nicht  gehörig  gebrannt,  mithin  weniger  widerstandsfähig  ist 
und  daher  schnell  wieder  Unebenheiten  zeigt.    Werden  diese; 
Fehler  sorgsam  vermieden,  so  muß  sich  ein  Hafen  ohne  große! 
Gefahr  und  mit  Nutzen  drehen  lassen,  und  das  Hafendrehen 
bedeutet  dann  nur  noch  eine  entschiedene  Schonung  der  Häfen. 
Allerdings  ist  bei  ovalen  Häfen  ein  Drehen  ausgeschlossen) 
da  die  Raumverhältnisse  im  Schmelzofen  nicht  darauf  berechneij 
sind,  und  ein  einmal  schadhaft  gewordener  Hafen  ist  infolge- 
dessen ohne  weiteres  verloren. 

Richten  wir  jetzt  unser  Augenmerk  auf  das  eigentliche 
Hafendrehen.    Vor  allem  ist  darauf  zu  achten,  daß  der  HafeOj 
nicht  sogleich  nach  Feierabend  gedreht  wird.     Die  Gründe 
hierfür  sind  sehr  einleuchtend.    Man  könnte  wohl  meinen,  di« 
Arbeit  sei  nach  Feierabend  leichter,  da  die  Hitze  nicht  zv 
groß  ist ;  dem  ist  aber  nicht  so.    Wartet  man  die  rechte  Zei 
ab,  bis  der  Ofen  wieder  gehörig  heiß  geworden  ist,  so^entgeh 
man  einmal  der  Gefahr,  daß  die  Häfen  erfrieren  können,  Rissi 
bekommen  und  aufgehen.   Das  Frören  (Sprünge  bekommen 
der  Häfen  ist  zum  Schlüsse    der   Arbeitszeit    umso  wahr 
scheinlicher,  als  die  Häfen  während  der  langen  Arbeitszei 
ohnedies  schon  zu  sehr  abgekühlt  sind  und  durch  das  Eni 
fernen  der  Glutlochstöpsel   noch    mehr    abgekühlt  werder 
so  daß  dann  eine  Berührung  mit  dem  kalten  Eisenwerkzeug  si 
einfach  zersprengt,  ähnlich  wie  ein  erwärmtes  Glasstück  durc 
die  Berührung  mit  einem  kalten  Geganstande  abgeschränkt  wiri 
Die  Gefahr  wächst  noch,  wenn  die  Häfen  verschiedene  Stärk 
haben,  was  wohl  stets  der  Fall  sein  wird,  da  die  Ränder  von  de 
Galle  zuerst  angegriffen  und  immer  schärfer  werden.  Sodan 
erfordern  ja  gerade  die  schwächeren  Stellen  des  Hafens,  di 
an  den  Feuerläufen  von  der  Gasflamme  viel  intensiver  angi 
griffen  werden,  ein  Drehen  des  Hafens,  um  die  noch  starke  uc 
feste  Seite  desselben  der  Stichflamme  zuzukehren.   Ein  zweiti 
Grund,  weshalb  das  Hafendrehen  nicht  gleich  nach  Feieraber 
vorgenommen  werden  darf,  ist  der,  daß  die  Häfen  nach  Feie 
abend  zu  fest  auf  der  Bank  aufsitzen  und  das  Glas  rings  u 
den  Boden  derselben  zu  einer  steifen,  harten  Masse  erstarrt  ii 
Hierdurch  wird  das  Aufheben  des  Hafens  ganz  unnützer  Wei 


1922.  (56.  Jahrgang.) 

sehr  erschwert,  mitunter  geradezu  unmöglich  gemacht.  Diese  beiden 
Erwägungen  zeigen  also  zur  Genüge,  warum  der  Schmelzofen 
vor'  dem  Hafendrehen  erst  warmzuschüren  ist.  Ja,  man  kann 
das  Drehen  auch  schon  gegen  Ende  der  Schmelze,  vor  dem 
Abgehen  vornehmen;  und  man  ist  manchmal  sogar  dazu  ge- 
zwungen, wenn  ein  Hafen  beim  Blankschüren,  also  während 
der  größten  Schmelzhitze  aufzubrechen  und  auszulaufen  droht, 
wie  das  zu  erwarten  ist,  wenn  er  schon  einen  Riß  hatte. 

Wenn  nun  im  rechten  Zeitpunkt  der  Glutlochstöpsel  weg- 
genommen ist,  wird  sogleich  die  schon  parat  liegende  Setz- 
stange bis  an  die  Zarge  des  Hafens  herangebracht  und  dieser 
dann  ein  wenig  mit  größter  Vorsicht  aufgehoben.    Unter  Zarge 
versteht  man  den  zur  Mitte  des  Bodens  geneigten  schrägen 
Außenrand  am  Boden  des  Hafens.    Dieser  Rand  darf  nicht  allzu 
flach  sein,  da  sonst  die  Setzstange  keinen  Widerstand  findet 
und  abrutscht,  wobei  der  Hafen  leicht  beschädigt  werden  kann. 
Wenn  bei  alten  Oefen,  aber  nur  bei  diesen,  ein  Hafen  durch- 
aus nicht  losgehen  will,  so  läßt  man  ihn  ganz  kalt  werden  und 
prellt  ihn  dann,  indem  man  sich  dabei  einer  ganz  scharfen 
Setzstange  bedient,  diese  an  die  Zarge  so  weit  als  nur  möglich 
heranbringt,    mit    einem    schweren  Hammer    auf   das  Ende 
derselben  schlägt  und  auf  diese  Weise  den  Hafen  mit  einem 
Ruck  gleichsam  absprengen  läßt.    Dabei  liegt  aber  die  Gefahr 
sehr  nahe  —  und  dieser  Uebelstand  läßt  sich  beim  besten  Willen 
nicht  leicht  vermeiden  —  daß  der  Hafen  bei  einer  solchen  Be- 
handlung im  Augenblicke  des  Losgehens  ein  förmliches  Stück 
tiefer  in  den  Ofen  hineingerückt  wird.   Diese  Art  und  Weise, 
einen  festanbaftenden  Hafen  etwas  anheben  zu  können,  ist  bei 
der  großen  Gefahr  für  den  Hafen  selbst  nur  im  äußersten  Not- 
falle und  mit  der  größten  Vorsicht  anzuwenden,  soll  nicht  der 
Hafen  dabei  gescheitert  und  gänzlich  unbrauchbar  gemacht 
werden.    In  den  meisten  Fällen  wird  er  sich  im  wieder  heiß- 
geschürten Schmelzofen  dadurch  loslösen  lassen,  daß  man  die 
Setzstange  nur  an  die  Zarge  anstemmt,  möglichst  nahe  am  Hafen 
unter  die  Setzstange  ein  Eisen  darunter  schiebt  und  auf  diese 
Weise  hebelartig  den  Hafen  losmacht,  indem  man  die  Setz- 
stange hinten  langsam  niederdrückt.    Der  Hafen  mit  der  zähen 
Glasmasse  am  Boden  wird  sich  bei  dem  ersten  Niederdrücken 
der  Eisenstange  nur  schwer  und  ganz  wenig  von  der  Bank 
abheben  lassen.   Daher  wird  eine  zweite  Setzstange  tiefer  unter 
den  Hafenboden  gestemmt,  nach  oben  angehoben  und  die  erste 
Stange  weiter  gegen  die  Mitte  geschoben,  wobei  ebenso  mit 
ihr  verfahren  wird,  bis  eine  der  Setzstangen  in  die  Mitte  des 
Hafenbodens  vorgerückt  werden  kann,  um  so  die  dem  Glutloche 
gegenüberliegende  Seite  des  Hafens  im  Innern  des  Ofens  los- 
machen zu  können.   Damit  dieses  gelingt,  kommt  nun  unter 
die  bis  zur  Mitte  des  Hafenbodens  untergeschobene  Setzstange 
das  Quadrateisen  in  einer  Entfernung  von   ljs  des  Hafens. 
(Das  Quadrateisen  ist  ein  massives  Eisenstück  von  6  cm  Stärke, 
l/2  m  Länge  und  quadratischem  Querschnitt,  wie  schon  der 
Name  andeutet.)    Ist  das  geschehen,  wird,  wie  schon  anfangs 
die  Setzstange  hinten  niedergedrückt,  und  der  Hafen  löst  sich 
mittels  dieses  primitiven  Hebelwerkes  auch  an  der  Büttenseite 
gänzlich  los  und  kann  nun  eigentlich  erst  gedreht  werden. 
Zu  diesem  Zweck  faßt  man  mit  einem  starken  Haken  den 
oberen  Hafenrand  ungefähr  im  ersten  Drittel  des  Zirkels  und 
dreht  ihn  mit  einem  kräftigen  Ruck  herum,  wobei  die  ganze 
Last  des  Hafens  auf  der  Setzstange  und  dem  darunterliegenden 
Qaadrateisen  ruht.    Besondere  Vorsicht  ist  geboten,  wenn  der 
schwere  Eisenhaken  auf  den  Hafenrand  gelegt  wird.    Er  darf 
nicht  auf  den  Rand  fallen  gelassen  werden,  da  dieser  Schlag 
ein  Aufbrechen  des  Hafens  von  oben  zur  Folge  haben  kann; 
ebenso  ist  Vorsicht  anzuwenden,  daß  die  wuchtige  Setzstange 
nicht  den  Hafen  schellert  und  ein  Aufgehen  von  unten  ver- 
ursacht. 

In  früherer  Zeit  bediente  man  sich  großer  und  kleiner 
Setzstangen  zum  Hafendrehen,  was  sich  nicht  als  sehr  praktisch 
erwies.  Auf  einigen  Werken  gebraucht  man  auch  heute  noch 
die  Schöpfkelle  dazu,  aber  nur  bei  kleinen  Häfen.  Doch  auch 
dieses  Verfahren  hat  einen  Nachteil,  nämlich,  daß  der  zu 
drehende  Hafen  bald  nach  rechts,  bald  nach  links  an  die  neben- 
stehenden Häfen  anschlägt  und  beide  arg  beschädigt,  ja  selbst 
dabei  einen  solchen  Puffer  erhalten  kann,  daß  alle  drei  Häfen 
unbrauchbar  werden.  Sollte  im  günstigsten  Falle  auch  nur  ein 
Stück  aus  der  Hafenwandung  herausgeschlagen  sein,  so  kann 
der  betreffende  Hafen  nicht  mehr  voll  eingelegt  werden,  und 
wer  weiß,  ob  sich  auch  in  diesem  Falle  noch  die  Mühen  des 
Diehens  lohnen,  denn  der  schadhafte  Hafen  wird  an  der  Stelle 
noch  tiefer  aufgefressen  oder  auch  dort  ganz  aufgehen,  da 
infolge  des  Stoßes  niemand  den  kleinen  Riß  sogleich  wahr- 
nehmen kann.  Die  sicherste  und  jedenfalls  am  leichtesten  aus- 
führbare Methode  ist  die  zuerst  erwähnte  auf  dem  Quadrateisen, 
die  bei  großen  und  kleinen  Häfen  anw.endbar  ist.  Die  Hafen- 
seile  an  dem  Feuerlauf  ist  schwächer  oder  gar  schon  etwas 
ausgeschweift.   Diese  schadhafte  Stell«  muß  für  gewöhnlich  an 


Nr.  5  —  49 

das  Glutloch  kommen,  also  der  Hafen  um  180°  gedreht  werden. 
Mitunter  kann  es  auch  genügen,  den  Hafen  nur  ungefähr  um 
90°  zu  drehen,  wenn  er  weniger  an  der  Büttenseite  von  der 
Hitze  mitgenommen  ist.  Gute  Häfen  zeigen  natürlich  auch  bei 
der  stärksten  Hitze  keine  Ausbuchtungen  und  büßen  nie  ihre 
runde  Form  ein,  sondern  sie  können  im  schlimmsten  Falle  nur 
scharfkantige  Stücke  oder  ganze  Teile  der  Hafenwandung  aus- 
fallen lassen.  Ist  dagegen  ein  Hafensatz  zu  weich  eingemacht, 
so  werden  die  Häfen  bei  größerer  Hitze  starke  Ausbuchtungen 
zeigen.  An  ein  Drehen  ist  bei  solchen  Häfen  nicht  zu  denken, 
da  der  Platzmangel  wie  bei  ovalen  Häfen  dieses  nicht  zuläßt, 
zudem  ein  Drehen  überhaupt  ganz  überflüssig  ist,  da  solche 
weiche  Häfen  ja  doch  nicht  lange  stehen. 

Jedenfalls  ist  das  Hafendrehen  ein  Hilfsmittel,  das  in  Glas- 
hütten, besonders  heute,  mehr  angewandt  werden  sollte;  mancher 
Hafen  würde  dadurch  länger  Dienste  leisten,  und  das  bedeutete 
eine  nicht  zu  unterschätzende  Ersparnis.  O.  F. 


Zum  Achtstundentag. 

(Nachdruck  verboten.) 

Den  zahlreichen  Pressestimmen,  welche  sich  mit  der  Frage 
der  Zweckmäßigkeit  oder  Unzweckmäßigkeit  der  Ratifizierung 
der  Washingtoner  Beschlüsse  bezüglich  des  Achtstundentages 
beschäftigen,  gesellt  sich  auch  eine  Zeitung  der  Vereinigten 
Staaten  von  Nordamerika  mit  sehr  beachtenswerten  Ausfüh- 
rungen zu.  „Die  New-Jersey-Post"  hat  in  ihrer  Nummer  vom 
22.  10.  21  die  folgenden  Ausführungen  gebracht: 

„Daß  in  unserer  Bundeshauptstadt  einmal  als  Folge  des 
Friedensvertrages  von  Versailles  eine  internationale  Arbeiter- 
konferenz stattgefunden  hat,  ist  schon  stark  in  Vergessenheit 
geraten.  Im  Oktober  1919  waren  in  Washington  Vertreter 
einer  Reihe  amerikanischer  und  europäischer  Staaten  zusammen- 
getreten, um  eine  Art  von  Arbeitsrecht  aufzustellen.  Aller- 
dings fehlten  bei  jener  Konferenz  die  Vertreter  des  Landes, 
das  neben  Amerika  in  der  nächsten  Zukunft  für  die  Güterer- 
zeugung der  ganzen  Welt  sowohl  wie  für  die  finanzielle  Ge- 
sundung mit  am  wichtigsten  ist,  nämlich  Deutschland.  Infolge 
wenig  anständiger  Intrigen  waren  die  deutschen  Sendboten 
solange  hingehalten  worden,  daß  ihnen  unsere  Einreiseerlaub- 
nis erst  zuging,  als  die  Arbeiten  der  Konferenz  schon  beendigt 
waren.  Man  sollte  nun  meinen,  daß  infolgedessen  gerade  die 
maßgebenden  Arbeiterkreise  Deutschlands  am  allerwenigsten 
geneigt  sein  würden,  sich  den  Beschlüssen,  die  ohne  ihre  Mit- 
wirkung zustande  gekommen  sind,  zu  unterwerfen.  Zu  unserer 
Verwunderung  hören  wir  aber,  daß  trotzdem  ein  Ausschuß  des 
deutschen  Reichswirtschaftsrates  beschlossen  hat,  der  Regierung 
die  Ratifizierung  der  in  Washington  getroffenen  Vereinbarungen 
zu  empfehlen. 

Den  Kernpunkt  der  in  Washington  gefaßten  Beschlüsse 
bildet  der  Achtstundentag.  Eine  der  merkwürdigsten  Erschei- 
nungen der  Zeit  nach  dem  Kriege  ist  die  sofortige  Einführung 
des  achtstündigen  Arbeitstages  in  Deutschland,  wo  man  sich 
eigentlich  erst  mit  dem  Gedanken  hätte  befreunden  sollen, 
daß  nur  dauernde  angestrengte  Arbeit  auf  allen  Gebieten  das 
Land  aus  seiner  ungemein  schwierigen  Lage  retten  könnte.  Es 
zeugt  nicht  gerade  von  großem  wirtschaftlichen  Verständnis 
der  deutschen  Arbeiterschaft,  daß  sie  alsbald  versuchte,  ihre 
Arbeitszeit  gesetzlich  zu  beschränken,  wo  sie  noch  garnicht 
wußte,  wie  sich  die  weitere  wirtschaftliche  Entwicklung  voll- 
ziehen würde.  Nun  konnte  man  freilich  meinen,  die  in  Was- 
hington gefaßten  Beschlüsse  würden  die  Festigung  der  bereits 
gesetzlich  eingeführten  Arbeitszeit  in  Deutschland  fördern.  Dazu 
war  aber  doch  Vorbedingung,  daß  zunächst  einmal  diejenigen 
Staaten  alle  diese  Beschlüsse  ratifizierten  und  den  Achtstunden- 
tag einführten,  die  für  das  Zustandekommen  der  Beschlüsse 
verantwortlich  sind.  Daß  aber  in  jenen  Ländern  tieferes  und 
besonderes  Verständnis  für  die  heutigen  ökonomischen  Ver- 
hältnisse in  der  ganzen  Welt  vorhanden  ist,  zeigt  der  Umstand, 
daß  sich  ohne  sonderliche  Gegnerschaft  der  eignen  Arbeiter- 
bevölkerung die  Vereinigten  Staaten  in  erster  Linie  an  die 
Washingtoner  Beschlüsse  gar  nicht  gekehrt  haben,  und  daß  die 
anderen  Länder,  vor  allen  Dingen  England  und  Indien,  für 
Vorbehalte  Sorge  getroffen  haben,  die  eigentlich  die  Washing- 
toner Beschlüsse  für  ihre  Arbeiterschaft  illusorisch  machen. 
Trotz  dieser  Vorbehalte  hat  England  es  weder  für  sich  noch 
für  Indien  bisher  für  nötig  befunden,  zu  ratifizieren.  Soweit 
wir  uns  zu  unterrichten  in  der  Lage  waren,  hat  bisher  übar- 
haupt  nur  ein  einziges  Land  durch  seinen  gesetzgeberischen 
Akt  sich  als  durch  die  Washingtoner  Beschlüsse  gebunden  er- 
klärt, nämlich  —  Griechenland  !  Bei  allen  anderen  Ländern, 
insbesondere  bei  uns  in  den  Vereinigten  Staaten,  ist  die  Was- 
hingtoner Konferenz  in  das  Meer  der  Vergessenheit  gesunken 


SPRECHSAÄL- COBURG, 


50  —  Nr.  5 


SPRECHSAAL  — 


COBURG. 


1*22.  (W.Jahrgang.) 


wie  bo  viele  andere  Internationale  Konferenzen,  die  schließlich 
keinen  anderen  Zweck  hatten,  als  schöne  Redeübungen  vorzu- 
nehmen. Die  einzige  tatsächliche  Errungenschaft,  die  übrig- 
geblieben ist,  besteht  in  der  Errichtung  eines  Internationalen 
Arbeitsamtes,  das  irgendwo,  vielleicht  im  Haag,  ein  beschei- 
denes Dasein  mit  der  Aufsteilung  von  Statistiken  fristet." 

Wenn  auch  die  Angabe,  daß  bisher  nur  ein  einziges  Land 


die  Beschlüsse  ratifiziert  habe,  inzwischen  überholt  ist,  da 
außer  Griechenland  noch  drei  andere  Staaten  die  Beschlüsse 
anerkannt  haben,  so  enthalten  die  Ausführungen  der  nord- 
amerikanischen Zeitung  doch  eine  Menge  von  für  uns  beach- 
tenswerten Hinweisen.  Besonders  erfreulich  ist  dabei  die 
Uebereinstimmung  der  geäußerten  Ansichten  mit  denen  der 
deutschen  Fachpresse. 


Wirtschaftlich-gewerblicher  Teil. 

Korrespondenzen, 


Das  25  jährige  Geschäftpjubiläum  konnte  am  1.  2.  22  die  Firma 
Alfred  K 1  e  1 1 ,  Elektrotechnische  Bedarfsartikel,  München,  begehen,  die 
ans  kleinen  Verhältnissen  hervorgegangen,  sich  im  Laufe  der  Jahre  zu 
einem  der  angesehensten  Unternehmungen  SttddentschlandB  emporgearbeitet 
hat.  Anläßlich  des  Jubiläums  gewährt  die  Firma  anf  alle  in  der  Zeit 
vom  29.  1.  bis  3.  2.  22  eingelaufenen  Aufträge  eine  3  %  ige  Jubiläums- 
vergtttung,  die  an  der  Eechnung  gekürzt  wird, 


Fachschulen,  Unterricht,  Forschung. 

Deutsche  Keramische  Gesellschaft.  Die  nächste  Vorstande- 
sitzung findet  am  6.2.  22,  10  ^  Uhr  vorm.,  im  Sitzungssaale  des  Büro- 
hauses  „Feiskersraik",  Berlin  W.  30,  Viktoria-Luise-Platz  11,  statt.  Auf 
der  Tagesordnung  stehen  u.  a.  Besprechungen  über  die  3.  Hauptver- 
sammlung am  25. — 28.  6.  in  Dresden,  die  Wärmewirtschaftsstelle,  die  Be- 
ratungsstelle für  Maschinen-  und  Förderanlagen,  die  Tätigkeit  und  etwaige 
Neuordnung  der  Ausschüsse,  Mittel  für  Ferschungs-  und  Unterriohtszwecke, 
Veröffentlichungen   der  D.  K,  G.  sowie  Mitteilungen  der  Geschäftsstelle. 

Gesetzgebung»  Steuern. 

Zur  Neuregelung  £er  Umsatzsteuer.  Vom  Landesfinanzamt  Groll- 
Berlin  werden  uns  die  nachstehenden  Ausführungen  zur  Verfügung  gestellt, 
die  in  ganz  großen  Zügen  die  in  Aussicht  genommene  Neugestaltung  des 
Gesetzes  und  der  Ausiührungsbestimmungen  mit  Wirkung  vom  1. 1.  22 
wiedergeben. 

Einfuhr.  Die  Einfuhr  selbst  bleibt  weiter  von  der  Umsatzsteuer 
frei.  Dagegen  wird  die  bisherige  Steuerfreiheit  des  ersten  Großhandels- 
umsatzes  nach  der  Einfahr  grundsätalieh  aufgehoben,  wobei  nur  einige 
Rohstoffe  und  Lebensmittel  nach  besonderer  Liste  wie  bisher  bevorzugt 
bleiben.  —  Außer  der  schon  aus  dem  jetzt  geltenden  §  12  der  Ausf.-Best. 
•ich  ergebenden  Befreiung  von  der  Einbringerluxussteier  naeh  §  17  Nr.  3 
des  UStG.  für  herstellersteuerpflichtige  Waren  soll  weiter  frei  sein  auch 
das  Einbringen  solcher  Gegenstände,  die  für  Messen  bestimmt  sind,  sowie 
unter  gewissen  Voraussetzungen  die  Einfuhr  derjenigen  Waren,  die  «emäfi 
§§  113,  114,  116,  117  des  Vereinszollgesetzes  vom  1.  7. 1869  im  Inland 
verbracht  werden. 

Ausfuhr.  Die  Ausfuhr  ab  Fabrik  bleibt  sieht  länger  steuerfrei, 
sondern  wird  —  voraussichtlich  durchweg  zum  Satz  der  allgemeinen  Um- 
satzsteuer —  steuerpflichtig  sein;  die  vom  Gesetze  für  einzelne  Umsätze 
vorgesehenen  heheren  Steuersätze  sollen  auf  Umsätze  in  das  Ansland  keine 
Anwendung  finden.  Steuerfrei  sollen  nur  die  Umsätze  sein,  die  ein  Aub- 
fuhrhändler  in  das  Ausland  tätigt,  soweit  dieser  ausführende  Unternehmer 
die  Gegenstände  erworben  hat  und  sie  ohne  vorherige  Bearbeitung  oder 
Verarbeitung  ins  Ausland  liefert.  Das  Vergütungsverfahren  des  bisherigen 
§  4  des  UStG.  fällt  künftig  fort.  Dem  Ausfuhrhändler  (Exporteur),  der  die 
im  §  15  des  USt  G.  genannten  Gegenstände  erworben  hat  und  ohne  weitere 
Be-  und  VerarbeHung  ausführt,  wird  ein  besonderer  Vergttungsanspruch 
in  Höhe  von  7:/2  °/,  des  vereinnahmten  oder  vereinbarten  Verkaufspreises 
gewährt  (analog  der  schon  in  der  Verordnung  vom  30. 6.  21  —  Reichs- 
steuerblatt  S.  283  —  getroffenen  Regelung).  —  Uebergangsbestimmungen 
lind  vorgesehen.  1 

Voranmeldungen  und  Vorausz  ahlungen.  Die  allgemeine 
Umsatzsteuer  ist  grundsäzlich  vierteljährlich  auf  Grund  der  vom  Steuer- 
pflichtigen abzugebenden  Voranmeldungen  nach  Maßgabe  der  bis  dahin 
erzielten  Einnahmen  beziehungsweise  Lieferungen  abzuführen,  während 
eine  amtliche  Veranlagung  nach  wie  vor  nur  einmal  jährlich  —  nach 
Ablauf  des  Kalenderjahres  für  den  Jahresumsatz  —  erfolgt.  Setzt  dieser 
JahresBteuerbeecheid  einen  höheren  Betrag  fest  als  denjenigen,  der  sich 
bei  Zusammenrechnung  der  vierteljährlichen,  vom  Pflichtigen  voraus- 
bezahlten Summen  ergibt,  so  wird  die  Steuer  um  10  «/„  des  überschießenden 
Betrages  erhöht. 

Der  Satz  der  allgemeinen  Umsatzsteuer  steht  zur  Zeit 
noch  nicht  fest.  Die  endgültige  Regelung  wird  aus  den  Meldungen  der 
Tagespresse  zu  entnehmen  sein;  es  empfiehlt  sich  aber,  jetzt  schon  mit 
21/»  %  zu  kalkulieren. 

HerstellerBteuer.  Ueber  etwa  beabsichtigte  Aenderungen  der 
Aulführungsbestimmungen  über  die  LuxusherBtellersteuer  ist  vorerst  noch 
niehts  bekanntgegeben  worden.  , 

Als  Mitvorort  zu  Zwecken  der  Verwaltung  der  Umsatzsteuer 
ist  das  Landesfinanzamt  N  ü  r  n  b  e  r  g  u.  a.  für  folgende  Industrien  ein- 
gesetzt worden: 

Keramische  Industrie  (neben  Köln  als  Hauptvorort,  Thüringen  und 
Dresden  als  Mit-,  Wüizburg,  Karlsruhe,  Cassel,  Mecklenburg, 
Lübeck  und  München  als  Korrespondenz- Vororte), 

GlaswareninduBtrie  |Hohlglas]  (neben  Berlin  als  Hauptvorort,  Dresden 
und  i .'utereibe  als  Mit-,  und  BreBlau,  Hannover,  Thüringen  und 
Mönchen  als  Korrespondenz-Vororte),  . 

Spiegel  -und  Gußglasindustrie  (neben  Köln  als  Haupt-  und  Münster 
als  Korrespondenz-Vorort), 

Puppenindustrie  (neben  Thüringen  all  Hauptvorort). 

In  allen  Umsatziteuerfragen,  die  die  erwähnten  Industriezweige 
betrefea,  ist  nunmehr  nicht  mehr  unmittelbar  an  den  Reichs! nanzminister, 


sonders  zunächst  an  das  als  Vorort  eingesetzte  Landesfinanzamt  heran- " 
zutreten,  dessen  Aufgabe  es  ist,  sieh  für  die  fraglichen  Industrien  zu 
spezialisieren,  d.  h.  sich  besonders  gründlich  mit  ihnen  zu  befassen,  alles 
in  Betracht  kommende  Material  zu  sammeln  und  zu  verarbeiten,  die 
verschiedenen  StenerhinterziehungBversuehe  zu  verfolgen  und  bekannt  zu 
geben,  über  die  technischen  Aenderungen  auf  dem  Laufenden  zu  bleiben,  für 
das  Eindringen  der  steuerlichen  Vorschriften  in  die  beteiligten  Kreise 
Sorge  zu  tragen,  Verbesserungen  der  Bestimmungen  oder  ihrer  Durch- 
führung anzuregen  und  dergl.  mehr.  Zur  restlosen  Lösung  dieser  Auf- 
gaben ist  naturgemäß  die  tätige  Unterstützung  der  in  Frage  kommenden 
Fachverbände  und  Berufevertretungen  unerläßlich.  Diese  würde  vor  allem 
darin  bestehen,  geeignetes  Material  zu  beschaffen,  Anregungen  im  oben 
I  bezeichneten  Sinne  zu  geben  nnd  an  der  Verfolgung  von  Steuerhinter- 
ziehungsversuchen mitzuwirken. 

Handel  und  Verkehr. 

Die  weitere  Erhöhung  ier  Personen-  nnd  Gütertarife  ist  für 
den  1.  2.  22  angekündigt.  Im  Personenverkehr  werden  die  Tarife  um 
rund  75  °/e,  im  Güterverkehr  etwa  um  33  Vs0/»  hinaufgesetzt.  Die 
D  Zugzuschläge  erfahren  eine  Steigerung  um  durchschnittlich  50  °/«. 
Wie  weit  die  neue  Tariferhöhung  den  Reichsverkehr  lähmt,  muß  abge- 
wartet werden.  Daß  das  Wirtschaftsleben,  insbesondere  die  Betriebe,  die 
mit  Reisenden  arbeiten,  schwer  darunter* zu  leiden  haben  werden,  bedarf 
wohl  keiner.  Begründung.  Die  Erhöhung  der  Gütertarife  ist  diesmal  nicht 
durch  Erhebung  eines  rohen  Zuschlages  erfolgt.  Die  Rsichseisenbahn- 
verwaltung  war  vielmehr  bemüht,  bestehende  Harten  etwas  auszugleichen. 
Gegenüber  der  Vorkriegszeit  war  die  Steigerung  für  die  einzelnen  Güter- 
arten und  Tarifklassen  nach  dem  Stande  vom  1.  12J  21  sehr  uneinheitlich. 
Insbesondere  war  daran  die  durch  den  Versailles  Vertrag  erzwungen« 
Aufhebung  der  Sondertarife  nach  den  deutschen  Seehäfen  die  Ursache. 
So  kam  es,  daß  nach  der  Dezembererhöhung  die  Gütertarife  zwischen 
dem  6-fachen  und  dem  105-fachen  der  Vorkriegszeit  schwankten.  Die 
neuen  Tarifsätze  weisen  gegenüber  den  Tarifen  vom  1.  12.  21  in  Prozenten 
folgende  Steigerungen  auf: 

n  o*a  u    *    Höchste      Mittlere  Niedrigste 

Entfernung     Stückgut  Wagenladungsklasse 
200  Kilometer      31,6         »9,8  32,3  33,7 

400        „  31,0  28,5  30,3  30,6 

600        „  29,4          21,7  20,9  21,6 

i  800       „  27,8         14,8  12,4  13,6 

1000       „  25,0  9,2  5,1  6,4 

Im  übrigen  erstrecken  sich  die  Erhöhungen  diesmal  auch  auf  die 
Ausnahmetarife,  von  denen  nur  noch  wenige  bestehen.  Die  Aus- 
nahmetarife werden  im  wesentlichen  um  33  Vs0/*  gesteigert.  —  Nicht 
einheitlich  ist  die  Erhöhung  des  Kohlentarifes,  da  hierbei  gegen- 
über den  jetzt  in  Kraft  befindlichen  Sätzen  je  nach  der  Entfernung  eine 
Staffelung  der  Erhebung  vorgesehen  ist.  Auf  eine  Entfernung  bis  300  km 
wird  er  um  38*/»%,  bis  auf  600  km  um  28»/,,  bis  auf  800  km  um  17*/« 
und  bis  auf  1000  km  Entfernung  um  11,9°/»  steigen.  —  Für  sämtlich« 
Wagenladungsgüter,  die  in  bedeckten  Wagen  befördert  werden,  wird 
künftig  ein  Frachtzuschlag  von  10*/,  erhoben. 

Bei  Nachnahmesendungen  naeh  dem  Ansland  können,  wie  von 
AuBfuhrkreisen  darauf  aufmerksam  gemacht  wird,  die  für  Auslandsver- 
käufe festgesetzten  Faktur.emngs-  und  ZahlungsvorBchriften  nicht  einge- 
halten werden,  da  die  postalischen  Bestimmungen  dem  entgegenstehen. 
DaB  ist  zutreffend.  Nach  einer  Mitteilung  der  OberpoBtdirektion  Berlin 
muß  der  Nachnahmebetrag  in  Markwährung  angegeben  werden.  Lediglich 
bei  Postpaketen  nach  Algerien  und  Frankreich  wird  davon  eine  Aus- 
nahme gemacht  und  der  Betrag  in  der  französischen  Frankenwährung  1 
ausgedrückt.   Abweichungen  sind  leider  nicht  zulässig. 

Ein  regelmäßiger  Dampferdienet  Hamburg-Glasgow  wird  künftig- 
hin von  drei  deutschen  Dampfern  aufgenonman  werden. 


Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  Feinkeramik.  Der  Fachausschuß  für  die  Ausfahr  ven 
Porzellangeschirr  hat  in  seiner  letzten  Sitzung  beschlossen,  daß  alle 
Firmen,  die  gegen  die  Außenhandelsmaßnahmen  verstoßen, 
von  jetzt  ab  in  den  Fachblättern  publiziert  werden  sollen.  Die  Er- 
mächtigung zur  Durchfuhrung  dieses  Beschlusses  seitens  des  Herrn 
Reichskommissars  für  Ein-  und  Ausfuhr  steht  noch  aus. 

Wie  uns  des  weiteren  vom  Vorsitzenden  des  Fachausschusses  mit- 
geteilt wird,  iat  es  gelungen,  eine  groß  angelegte  Sohieberorganisation 
für  Porzellan,  die  ihren  Sitz  in  Berlin  und  eine  Zweigstelle  in  Gronau' 
an  der  holländischen  Grenze  hatte,  auszuheben.  Die  Beteiligten  wurden 
verhaftet  und  nach  Barlin  ins  Gefängnis  eingeliefert.  Die  Untersuchungen 
sind  noch  nicht  abgeschlossen,  jedoch  steht  schon  jetzt  fest,  daß  ein 
großer  Personenkreis  beteiligt  ist,  und  daß  es  vermutlich  gelingen  wird, 
da  diese  Organisation  mit  anderen  zusammen  zu  gehen  scheint,  den  ganzen 
Schieberhandel  in  Porzellan,  der  im  letzten  halben  Jahr  das  Auslandsge- 
schäft schwer  geschädigt  hat,  zu  fassen  und  lahmzulegen. 

A.  H.  N.  Glas.  Der  Unterausschuß  für  Isolier flasehen  hat  ia 
seiner  Sitzung  am  96.  1.  22  die  Ausfuhrmindestpreise  für  lielierdasehen 


1H1  (55. 


SP  REeHSÄÄL-CeBUR«. 


Nr.  5  —  51 


mit  Bofortiger  Wirkung  neu  festgesetzt  und  bei  Lieferungen  nach  Ländern 
mit  höherer  Valnta  Berechnung  in  Auslandswährung  vorgeschrieben.  Die 
Drucklegung  der  Preislisten  ist  beabsichtigt.  Dieselben  können  gegen 
Erstatten*  des  Selbstkostenpreises  nnd  Beilegung  des  Rückportos  von 
der  A.  H.  -N.  Glas,  Berlin  W.  57,  Göbenstraße  10,  bezogen  werden. 

üeberschreitung  der  bewilligten  Ausfubrmengen.  In  Zukunft 
ist  eine  Ueberschreitung  von  10-16  •/„  der  auf  den  Ausfnhrbewüligungen 
verzeichneten  Mengen  und  Gewichte  nicht  mehr  zulässig.  Diese  Vorschrift 
wird  bei  der  Zollabfertigung  und  dem  Abtransport  der  Ware  nicht  uner- 
hebliche Schwierigkeiten  zur  Folge  haben.  Bei  zahlreichen  Waren  läßt 
sich  das  endgültige  Gewicht  nicht  bereits  bei  Emreichung  des  Antrages, 
sondern  erst  nach  fertiger  Verpackung  ermitteln;  allein  aus  diesem  Grund« 
dürfte  sich  die  ünhaltbarkeit  der  Bestimmung  ergeben. 

Die  zollamtliche  Vorabfertigung  von  Ausfuhrsendungen  am  Ver- 
sand- und  Unterwegsort  sollte  im  Interesse  einer  glatten  Abwicklung  des 
Ausfuhrverkehr«  mehr  als  bisher  seitens  der  Exporteure  vorgenommen 
werden  da  hiermit  ganz  wesentlich  an  Zeit  und  unnötigen  Kosten  für  die 
Warenschau  und  die  Güterlagerung  bei  den  Grenzzollämtern  gespart 
werden  kann.  Die  näheren  Bestimmungen  ergeben  sich  aas  der  „Dienstr 
«Weisung  für  die  Eisenbahnbehörd«  über  die  Behandlung  der  Aus-  und 
Einfuhrbewilligungen  und  über  die  Erhebung  der  Ausfuhrabgabe"  (Reiebs- 
zollblatt  1921,  I.  117/188). 

Aenderung  des  Ausfuhrabgabentarifs.  Infolge  Abänderung  des 
Statistischen  Warenverzeichnisses  ist  der  Wortlaut  einzelner  Tarifnummern 
darunter  auch  75Tc  [Sonstiges  optisches  Glas,  geschliffen  und  gefaßt, 
(fernrohrobjektive),  auch  ungefaßte  Linsen  und  Prismen  (gefaßt  oder  un- 
eefaßt)  für  optische  Zwecke,  sowie  diese  Waren  aller  Art  (einschließlich 
solcher  aus  anderem  optischen  Rohstoff  als  Glas)  7»/.,  Stereoskope  und 
Mikroskope  5»/.],  im  Ausfuhrabgabentarif  entsprechend  geändert  worden. 
Die  Abgabensätze  bleiben  unverändert. 

Beim  Versand  niehtdeutseher  Waren  nach  dem  Saargebiet 
müssen  die  Ursprungszeugnisse  außer  durch  die  zuständige  deutsche  Handels- 
kammer auch  durch  eine  französische  Konsulatsbehörde  beglaubigt  werden. 
Diese  Betimmung  gilt  nicht  nur  für  das  besetzte  Gebiet,  sondern  auch  für 
das  unbesetzte  Deutschland.  i  wv  tl„ 

Besetztes  «eblet.  Verlängerung  von  Ausfuhrbewilligungen. 
Die  Bewilligungen,  die  zunächst  für  3  Monate  gelten,  können  auf  recht- 
zeitigen Antrag  hin  (14  Tage  vor  Ablauf  der  Gültigkeitsfrist)  vom  Emser 
Aus-  und  Einfuhramt  einmal  um  2  Monate  verlängert  werden,  wenn  eine 
mit  den  erforderlichen  Belegen  versehene  Begründung  beigefügt  wird, 
weshalb  die  Ausnutzung  der  Bewilligung  innerhalb  der  3-monatigen  Lauf- 
zeit nicht  erfolgt.  '  .  , 
Holland.  Keine  Erhöhung  der  Einfuhrzolle.  Der  Gesetzentwurf 
über  die  Erhöhung  der  Einfuhrzölle  ist  zurückgezogen  worden. 

Italien.  Das  Zollaufgeld  bei  Entrichtung  der  Zölle  in  anderer 
Währung  als  Gold  ist  für  die  Zeit  vom  16.  bis  31. 1.  22  auf  349»/,  fest- 
gesetzt worden;  für  100  Goldlire  sind  also  449  Papierlire  zu  entrichten. 

Litauen.  Die  Neufestsetzung  der  Zoll«  nach  dem  Gewichtssystem, 
die  mit  Wirkung  vom  1. 1.  22  ab  erfolgen  sollte,  ist  bis  auf  unbestimmte 
Zeit  vertagt  worden,  da  die  Bemessung  der  Tarifsätze  bei  den  Schwankungen 
der  Warenpreise  auf  Schwierigkeiten  stoßen  würde.  Der  Zolltarif  ist 
infolgedessen  aus  dem  allgemeinen  Zollgesetz,  das  der  Nationalversammlung 
aur~BeschlußfasBung  vorliegt,  ausgeschieden  worden. 

Vereinigte  Staaten.  Zur  Zolltarifrevision.   Mit  Rücksieht  auf 
die  Schwierigkeit  einer  Durchführung  des   in   dem  Fordney-Zolltarif- 
Entwurf  enthaltenen  „American  Valuation  Planes"  ist  bekanntlich  der 
Notstandstarif  bis  auf  weiteres  verlängert  worden,   Nach  Mitteilung  des 
Deutsch-Amerikanischen  Wirtschaftsverbandes,  Berlin,  hat  dal  Finanz- 
komitee deB  Senats  die  Beratungen  am  4.  h  22  wieder  aufgenommen. 
Nach  wie  vor  geht  der  Hauptkampf  um  den  Plan,  die  Zölle  auf  eingeführte 
Waren  künftighin  unter  Zugrundelegung  des  amerikanischen  Großhandels- 
preises zu  berechne»  und  zu  erheben.   In  weitesten  Kreisen  des  ameri- 
kanischen Wirtschaftslebens  hat  dieser  Plan,  der  insbesondere  auch  die 
deutsche  Ausfuhr  außerordentlich  schwer  treffen  würde,  schärfste  Ablehnuag 
gefunden.   Dieser  Tage  hat  nun  der  republikanische  Senator  Smoot  dem 
Senatefinanzkomitee   eine  Reihe   von   neuen  Vorschlägen  unterbreitet. 
Danach  sollen  die  Wertzölle  erhoben  werden  auf  der  Basis  des  ameri- 
kanischen Großhandelspreises,  den  die  eingeführten  Waren  in  den  Vereinigten 
Staaten  erzielen,  anstatt  auf  der  Basis  des  amerikanischen  Großhandels- 
preises eines  mit  dem  eingeführten  Erzeugnis  vergleichbaren  Artikels 
amerikanischer  Herkunft,  wie  dies  in  der  Fordney-Bill  vorgesehen  ist.  Ein 
weiterer  Vorschlag  geht  dahin,  dem  Präsidenten  Vollmacht  zu  geben, 
Zölle  zu  erheben,  Einfuhrverbote  zu  erlassen  und  Bonstige  Wiederver- 
geltuDBsmaßregeln  gegen  andere  Nationen  anzuwenden,  wenn  sie  in  irgend- 
einer Weise  die  Vereinigten  Staaten  unterschiedlich  behandeln  oder  in 
unfairer  Weise  Handel  treiben.   Smoot  führte  dabei  aus,  daß  er  persönlich 
vorziehen  würde,  wenn,  wie  von  ihm  zuerst  vorgeschlagen,  die  Zölle  auf 
der  Basis  des  ausländischen  Großhandelspreises  erhoben  würden,  dabei 
iedoch  dem  Präsidenten  Vollmacht  zu  erteilen,  in  gewissen  Fällen  bezw. 
für  gewisse  Waren  die  amerikanische  Wertberechnung  anzuwenden.  Es 
würde  z  B.  ohne  Zeitverlust  möglich  sein,  den  amerikanischen  Valuations- 
plan  in  Bezug  auf  die  Einfuhr  von  solchen  Waren  in  Kraft  zu  setzen, 
die  hauptsächlich  aus  Deutschland  und  anderen  Ländern  mit  ent- 
werteter Valuta  kommen.   Verhältnismäßig  einfach  würde  die  Aufstellung 
•iner  Liste  von  Waren  sein,  bei  welchen  die  amerikanische  Produktion 
durch  die  gegenwärtige  Erhebung  der  Zölle  auf  der  Basis  des  ausländischen 
Großhandelepreises  nicht  genügend  geschützt  werde,  und  daß  bei  diesen 
Artikeln  das  neue  System  durch  Ausführungsverordnung  sofort  in  Kraft 
treten  könnte.  —  Einer  neueren  Kabelmeldung  zufolge  ist  das  Senats- 
rinanzkomitee    dahin     übereingekommen,     versuchsweise  als 
Grundlage  für  die  Wertberechnung  die  Großhandels- 
preise der  eingeführten  Waren  auf  dem  amerikani- 
sehen  Markt  festzusetzen.   Es  erscheint  nicht  ausgeschlossen,  daß 
der  Kongreß  diesem  Beschluß  beitritt.   Doch  dürft«  auch  dieser  Plan  dem 
gloiakoa  starken  Widerstand  begegnen. 


Geschäftliche  Mitteilungen. 

ForxellanTabrik  C.  M.  Hutschenreuther,   A.-G.,  Hohenberg 

a.  E.  Auf  vielfache  Aktionäranfragen  teilt  die  Verwaltung  mit,  daß 
die  Ausübung  des  Bezugsrechts  auf  die  Aktien  der  Altrohlauer  Porzellan- 
fabrik erst  erfolgen  kann,  wenn  die  Gründung  der  neuen  A.-G.  durchge- 
führt sein  wird,  da  bekanntlich  in  Tschechoslowakien  diese  neue  Ge- 
sellschaft einer  besonderen  Konzession  bedarf.  Die  Verwaltung  rechnet 
aber  damit,  daß  dies  spätestens  im  Laufe  des  März  der  Fall  sein  wird. 
Im  übrigen  liegt  keine  Ursache  für  die  Aktionäre  vor,  sich  durch  di« 
wesentliche  Erhöhung  der  tschechischen  Valuta  zu  beunruhigen,  da  di« 
Verwaltung  zugesagt  hat,  die  zum  Bezug  der  Altrohlauer  Aktien  not- 
wendigen tschechischen  Kronen  zum  festen  Kurs  von  175  •/,  zur  Verfügung 
zu  stellen. 

Porzellanfabrik  Aich,  Menzl  &  Co.,  *.  m.  b.  H.,  Aich  bei 
Karlsbad.  Das  Unternehmen  iBt  mit  dem  1.  1.  22  in  den  Besitz  der 
„Epiag,  Erste  böhmische  Porzellanindustrie,  A.-G.,  Karlsbad"  uberge- 
gangen und  wird  von  dieser  weitergeführt. 

Keramag,  Keramische  Werke,  A.-G.,  Meiningen.  Die  a.  o.  G.-V. 
beschloß  die  Kapitalserhöhung  um  M  5,5  Mill.  auf  M  10  Mill.  Die  neuen  ab 
1.  1.  21  dividendenbereohtigten  Aktien  werden  den  alten  Aktionären  im 
Verhältnis  1 : 1  zu  100  <»/,  zum  Bezug  angeboten. 

Mayer  &  Schmidt,  Schleifmaschinen-  und  Schmirgelwerk«, 
A.-G.,  Oifenbach  a.  M.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom 
30  6.  81:  Reingewinn  M  1681740;  Dividende  120/0;  Abschreibungen 
Ji  1100  314;  Zuweisung  zum  Beamten-  und  ArbeiterunterBttttzungsfonls 
JL  150  000. 

Siehsisohe  Glasfabrik,  Badeberg.  Die  a  o.  G.-V.  vom  20. 12.  21 
stimmt«  d«r  Kapitalserhöhung  um  M  3  Mill.  Inhaber- Stammaktien  zu.  Di« 
jungen  ab  1.  1.  22  dividendenbereohtigten  Aktien  werden  von  «mem 
Bankenkonsortium  unter  Führung  der  Dresdener  Bank,  Dresden,  mit  der 
Verpflichtung  übernommen,  sie  den  alten  Aktionären  im  Verhältnis  1:1 
zum  Kurse  von  200»/.  zum  Bezüge  anzubieten.  Das  Bezugsrecht  ist  bis 
•insehliefllüh  31.  1.  22  auszuüben. 

Badebeuler  Guß-  und  Emaillierwerke,  vorm.  Gebr.  Gebler, 
Radebeul.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  30.  9.  21 :  Rein- 
gewinn M  926  969  (1  292  633);  Dividende  18  %  (16);  Abschreibungen 
JL  274  296  (400  718) ;  Zuweisung  zum  Arbeiter- Unterstützungsfonds 
Jt  150  000  (150  000).  —  Wie  im  Geschäftsbericht  aufgeführt  wird,  seien 
Beschäftigung,  Preis  und  Lohnbildung  im  abgelaufenen  Berichtsjahr 
schwankend  gewesen.  Wenn  trotz  vorübergebender  AbBatz-  und  Produktions- 
sehwierigkeiten  ein  ansehnlicher  Umsatz  habe  erzielt  werden  können,  «o 
sei  dies  unter  voller  Ausnutzung  aller  modernen  Einrichtungen  der  Gießerei 
und  infolg«  größerer  Leistungen  des  sachgemäß  erneuerten  Emaillier- 
werkes  geschehen.  Nach  Mitteilung  der  Verwaltung  liegen  für  di« 
nächsten  Monat«  ausreichend  Aufträge  vor.  —  Dem  Aufsichtsrat  gehören 
jetzt  an :  Bankier  A.  Arnhold,  Vors.,  Major  a.  D..M.  Groß,  stellv.  Vors., 
Konsul  P.  Gredt,  Fabrikdirektor  H.  Haeibig,  Fabrikbesitzer  0.  Kais«r, 
Kaufmann  D.  Sehnurbusch  und  Fabrikdirektor  F.  Thiele. 

Deutsche  Evaporator-A-G.,  Berlin.  Die  a.  o.  G.-V.  genehmigt« 
die  Kapitalserhöhung  um  Jt  15  Mill.  auf  Jt  25  Mill.  Jt  10  MilL  werden 
zum  Kurse  von  150«/.  »n  «n  Bankenkonsortium  unter  Führung  der 
Nationalbank  für  Deutschland  begeben  mit  der  Verpflichtung,  sie  den  bis- 
herigen Aktionären  im  Verhältnis  1:1  zum  Kurse  von  160  «/,  zum  Bezug« 
anzubieten.  Diese  M  10  Mill.  sollen  zur  Stärkung  der  Betriebsmittel  ver- 
wendet werden.  Die  restlichen  Ji  5  Mill.  verpflichtet  sich  das  Konsortium, 
zum  Kurs«  von  HO9/,  zur  Verfügung  der  Gesellschaft  zu  halten.  Sie 
sollen  Verwendung  finden  im  Falle  einer  Angliederung  anderer  Betrieb« 
der  Feuerungstechnik. 

Ein  neues  Musterlager  ist  in  München,  Goethestraße  45,  U, 
von  der  Firma  Albert  Winkler,  Oberkotzau  (Bayern),  eröffnet  worden. 
Vertreten  werden  die  Firmen:  Porzellanfabrik  Schönwald,  A.-G.,  und 
deren  Schwesterfabrik  Abteilung  Arzberg,  sowie  die  Steingutfabrik 
Schmelzer  &  Gerike,  Althaldensleben  (Bez.  Magdeburg).  Die  Steingut- 
fabrikniederlage und  das  damit  verbundene  Exportgeschäft  für  Porzellan 
und  Steingut  in  Oberkotzau  bleiben  nach  wie  vor  bestehen. 

General -Versammlungen. 

Euling  &  Mack,  Gips-  und  Gipsdielenfabriken,  A.-G.,  Ellrich  a.  ■..: 
o.  G.-V.  16.  2.  22,  6  Uhr  n.,  Hotel  Römischer  Kaiser,  Nordhausen. 

Messen  und  Ausstellungen. 

Während  der  Leipziger  Frühjahrsmesse  1922  werden  vom  Meß- 
amt wieder  Vorträge  veranstaltet.  Es  sprechen  am  7. 3.  der  Reichskunst- 
wart  Dr.  E.  Redslob  über  „Das  deutsche  Können,  seine  Bedrohung  und  di« 
Notwendigkeit  seiner  Erhaltung"  und  am  9.3.  der  bekannte  Volkswirt- 
schaftler  und  Leiter  des  Instituts  für  Seeverkehr  und  Weltwirtschaft  an 
der  Universität  Kiel,  Professor  Dr.  Harms,  über  „Die  Krisis  der  Welt- 
wirtschaft". Die  Vorträge  werden  81/*  Uhr  abds.  im  Saale  der  Alten 
Börse  am  Naschmarkt  stattfinden. 

Fahrpreisermäßigung  erhalten  die  Teilnehmer  einer  Reih« 
von  Gesellschafts-Sonderzügen,  die  bei  genügender  Beteiligung  auf  elf 
Strecken  (von  Nürnberg,  Stuttgart,  Karlsruhe,  Mainz,  Frankfurt  a.  M., 
Düsseldorf,  Köln,  Duisburg,  Münster,  Altona  und  Königsberg  i.  Pr.  nach 
Leipzig)  eingelegt  werden.  Die  Bekanntgabe  der  Verkehrszeiten  erfolgt 
in  allernächster  Zeit.  Die  Fahrkarten  sind  nur  beim  Meßamt  zu  erhalten. 
Die  Ermäßigung  beträgt  20-^40  <>/„.  Eine  sofortige  Bestellung  wird 
empfohlen. 

Deutsche  Ostmesse  Königsberg.  Die  ehrenamtliche  Vertretung 
haben  übernommen:  in  Memel  Herr  Robert  Waller  und  die  Memeler  Filiale 
der  Fa.  Robert  Meyhöfer,  in  Finnland  Herr  Wilhelm  Maenß,  Helsingfors, 
Andregatan  3,  in  Christiania  Herr  Otto  Galdort,  Inhaber  der  Fa.  Hygm 
Itenhuggeri  Ltd.  Di«  Errichtung  w«it«r«r  V«rtr«tnng«n  in  Dansig,  Po«««, 
Steekaol*,  Warsoha«  ud  iisk«s«nd«r«  Moska«  siad  in  V«rb«r«i1m«g . 


52  —  Nr.  5 


i 


SPKECHSAAL- COBURG- 


1922.   (55.  Jahrgang.) 


Die  3.  Internationale  Mailänder  Mustermesse  findet  in  der  Zeit 
vrm  12.  bis  27.  4.  22  statt.  Die  Mietpreise  der  Plätze  betragen  für  aus- 
ländische Erzeugnisse  (auch  wenn  sie  von  italienischen  Firmen  ausgestellt 
werden) : 

1  geschlossener  Stand  (12  qm)  von  einer  Firma  besetzt .  .  L.  1800 
1         f>  »      »    *     »      2    Firmen     „    .   .    „  2200 

1  »  n        n      »       »        3  „  „     .    .      .  2600 

1    „       n  „  a        »    »  *  „  ,     .    ,      „  3000 

Halle  für  Klemindustrie  höchstens  5  qm.je  qm  ....  „  200 
Für  Herrichtung  des  Standes  erwachsen  noch  außerdem  Nebenkosten  in 
Höhe  von  etwa  L  1000.  Zum  Besuch  der  Messe  erhalten  deutsche  Aus- 
steller  laut  einer  getroffenen  Vereinbarung  nach  Vorzeigung  einer  befür- 
wortenden Bescheinigung  des  Ausstellungs-  und  Messe- Amtes  der  Deutschen 
Industrie,  die  vom  Berliner  italienischen  Handelsattache  zu  beglaubigen 
ist,  unverzüglich  das  italienische  Einreisevisum.  Die  Messeleitung?  plant 
aufh  die  Einrichtung  einer  besonderen  Rohstoffabteilung,  für  «die  eine 
Beteiligung  deutscher  Aussteller  erwünscht  wäre;  ebenso  würde  an  einer 
deutschen  Beschickung  mit  Halbfabrikaten  Interesse  bestehen.'  Anmel- 
dungen sind  unverzüglich  bei  dem  Generalsekretariat  der  Messe  (Mailand, 
Via  Agnello  12)  einzureichen  Die  Ausstellungsdracksachen  Bind  durch 
die  Geschäftsstelle  des  Ausstellungs-  und  MeBse-Amtes,  Berlin  NW.  40, 
Hindersinstraße  2,  zu  erhalten. 

Jugoslawien.  Frühjahrsmesse  in  Agram  (Zagreb)  1922.  In 
Ergänzung  früherer  Mitteilungen  (Nr.  48/1921,  S  530)  seien  nachstehend 
die  Preise  für  die  Pjätze  auf  der  für  die  Zeit  vom  3  —15.  8.  22  ge- 
planten Mustermesse  angegeben:  im  Hauptindustriepalais  für  die  Fläche  von 

9—16  qm  je  qm  K  800 

in  den  übrigen  Gebäuden  je  qm  „  600 

Tische  je  qm  B  200 

Das  Messebureau  bt findet  sich  im  Gebäude  der  Handelskammer,  Zagreb, 
Trg.  29,  listopada  1918  Nr.  1.  Die  Errichtung  eines  Pavillons  von 
deutpcrtr  Seite  würde  von  der  Ausstellungsleitung  überaus  begrüßt  werden. 
Der  Quadratmeter  unbebauter  Fläche  für  eine  zu  errichtende  Sonderhalle 
würde  etwa  600—600  Jugokronen  kosten.  Ueber  die  Beteiligung  des 
Auslandes  verlautet  zunächst,  daß  von  Seiten  Frankreichs  ein  Fläcbenraum 
von  1000  qm  erbeten  worden  ist  j  auch  aus  der  Schweiz  und  aus  Amerika 
liegt  Beteiiignngsinteresse  vor. 

Norwegen.  Eine  Elektrizitätsausstellnng  in  Christiania  beab- 
sichtigt die  dort  erscheinende  „Norges  Handels-og  Sjöfartstitende"  —  wohl 
in  der  Hauptsache  zu  Keklamez wecken  —  in  der  Zeit  vom  22. 4.  bis 
7.  5.  22  zu  veranstalten.  Im  Lande  selbst  findet  der  Plan  bisher  nicht 
besonders  viel  Anklang.  Für  deutsche  Firmen  käme  höchstens  nur  eine 
gemeinsame  Beteiligung  in  Frage. 

Die  Wiedereröffnung  der  Messen  in  Nishni-Nowgorod  wird  von 
der  Sowjttregierung  in  Erwägung  gezogen.  Eine  Untersuchung  des 
Messegeländes  ist  bereits  vorgenommen  worden. 


Soziale  Bewegung. 

Der  Gesetzentwurf  über  die  Entsendung  von  Betriebsrats- 
mitgliedern in  den  Aufsichtsrat  wurde  am  20.  1.  im  Reichstagsaus- 
Bcüuß  für  soziale  Angelegenheiten  behandelt.  Der  Regierungsvertreter 
wies  darauf  hin,  daß  es  sich  nm  eine  Neuerung  von  grundlegender  Art 
handle,  um  die  Verwandlung  ies  im  allgemeinen  gewährten  Mitberatungs- 
rechtes  in  ein  Mitbestimmungsrecht.  Dies  werde  vorgeschlagen  in  der 
Ueberzeugung,  daß  nichts  so  Behr  die  ArbeitBfreudigkeit,  das  Verant- 
wortungsgefühl und  das  Interesse  an  der  Hebung  der  Betriebsleistungen 
und  des  Ertrages  zu  steigern  geeignet  sei  als  die  verantwortliche  Mit- 
wirkung an  der  obersten  Leitung  des  Unternehmens.  —  Nach  langer 
Debatte  wurde  der  Gesetzentwurf  angenommen.  Das  neue  Gesetz  soll 
bereits  am  kommenden  1.  2.  22  in  Kraft  treten. 


Verbände. 

Zusammenschluß  der  deutschen  Steinzeugwerke.  Sämtliche 
deutschen  Ton-  und  Steinzeugrohrfabrikanten  haben  Bich  zu  einem  Syndikat, 
der  Verkaufsgesellschaft  Deutscher  Steinzeugwerke, 
Berlin,  zusammengeschlossen.  Bisher  existierte  nur  eine  Preisvereinigung, 
der  Verein  Deutscher  Tonrohrfabrikanten,  dem  aber  ziemlich  viel  Außenseiter 
gegenüberstanden.  Das  Syndikat  setzt  nicht  nur  die  Preise  fest,  sondern  ver- 
teilt aucn  die  Lieferung  auf  die  einz:luen  Werke;  es  tritt  ab  1.  4.  22  in 
Wirksamkeit.  Die  Preise  für  Tum  Öhren  und  Steinzeug  haben  in  der 
letzten  Zeit  infolge  der  Erhöhung  der  Kohlenpreise  and  Löhne  ständig 
heraufgesetzt  werden  müssen.  Nachdem  am  1.  11.  21.  ein  Aufschlag  von 
100%  festgesetzt  worden  war,  folgte  schon  am  15.  11.  ein  solcher  von 
200%  nnd  ab  1.  2.  22  werden  die  Preise  wieder  um  200%  erhöht. 

Internationales  Syndikat  der  Glasfabriken.  In  Wiener  finan- 
ziellen Kreisen  verlautet  nach  der  „Reichenberger  Zeitung",  daß  die 
seit  längerer  Zeit  schwebenden  Verhandlungen  betreffend  die  Bildung 
eines  internationalen  Syndikates  der  GlasfabrikunternehmuDgen  'zu  einer 
Verständigung  geführt  haben.  Auch  die  österreichischen  Fabriken  werden 
der  neuen  Organisation  angehören. 


Firmenregister. 

Deutschland. 

Triptis  -  A.-G.,  Triptis.  Die  Kapitalserhöhung  um  M  0,5  Mill. 
Vorzugsaktien  auf  Ji  9,5  Mill.  ist  erfolgti 

Norddeutsche  Klinker-  und  Verblendsteinwerke  Dömitz,  A  G.,  Broda 
bei  Dömitz  a.  E,    Die  Firma  ist  erloschen. 

Keramik,  A.-G.,  Berlin.  Die  Kapitaherhöhung  um  JC  1,2  Mill- 
auf  M  2,4  Mill  ist  durchgeführt. 

Wessels  Wand  platten -Fabrik,  A.-G.,  Bonn.  Herstellung  von  Wand- 
und  Fußbodenplatten  sowie  sonstiger  keraniitcber  Erzeugnisse  unter 
üebernahme  der   bisher   von  Wessel'i    Wandplattenfabrik  betriebenen 


Fabrikations-  und  Handelsgeschäfte.  Grundkapital:  M  2,8  MilL  Vor- 
stand ist  Kaufmann  nnd  Fabrikant  Wilhelm  genannt  Willy  Wessel.  Die 
Gründer,  die  sämtliche  Aktien  übernommen  haben,  sind  Frau  Kommerzien- 
rat  0.  Wessel,  Frau  Baronin  H.  Leonbart,  Prokuristin  M.  Verbeck,  Be- 
triebsdirektor A.  Alef  und  Fabrikant  W.  Wessel  'Dam  ersten  Aufsichts- 
rat  gehören  an  Frau  Kommerzienrat  0.  Wessel,  Direktor  Fr.  v.  Koch, 
Bankier  H.  Wessel,  Major  a.  D.  0.  v.  Müller,  Fabrikbesitzer  W.  Guilleaume 
und  Justizrat  Dr.  J.  Abs. 

Keramische  Werke,  G.  m.  b.  H.,  Dortmund  (Hohestraße  Nr.  65).  Her- 
stellung und  Vertrieb  keramischer  und  elektrotechnischer  Erzeugnisse, 
insbesondere  gewerbliche  Verwertung  eines  dem  Gesellschafter  Karl  Rasch 
zustehenden  Rechts  zur  alleinigen  Ausnutzung  eines  Schnurzugpendels 
„Zukunft".  Stammkapital.:  M  50  000.  Geschäftsführer  sind  die  Kaufleute 
Karl  Rüsch  nnd  Gustav  Otto.  Sie  sind  nur  beide  gemeinsam  oder  einzeln 
in  Gemeinschaft  mit  einem  Prokuristen  vertretungsbefugt. 

Johann  Josef  Ferdinand,  Höhr.  Die  Kanflente  Johann  Jakob  nnd 
Aloysius  JohaDn  Ferdinand  Bind  als  persönlich  haftende  Gesellschafter  ein- 
ge  reten.   Jeder  der  drei  Gesellschafter  ist  selbständig  vertretungsbefugt. 

C.  A.  Koch  &  Co ,  Könnern.  Gesellschafter  Rudolf  Wichmann  ist 
ausgeschieden. 

Norddeutsche  Ofenfabrik  Meincke  &  Co.,  vorm.  Oskar  Meincke 
Pinneberg,  Hamburg,  Zweigniederlassung  Pinneberg.  Paul  Heinrich  Becker 
ist  ausgeschieden,  die  Gesellschaft  aufgelöst.  Alleiniger  Liquidator  iBt 
Gesellschafter  Oskar  Meincke. 

Schmirgel  werk  Weidenmühle  Proß  &  Koch,  Laumersheim.  Die  Ver- 
tretungsbefugnis der  Liquidatoren  Ernst  Proß  und  Paul  Koch  ist  er- 
loschen.  Alleiniger  Liquidator  ist  Rechtskonsulent  Philipp  Schmidt. 

Lausitzer  Schmirgelwerk  Vetschau,  G.  m.  b.  H,  Vetschau.  Au  Stelle 
des  ausgeschiedenen  Wilhelm  Harnisch  wurde  zum  alleinigen  Geschäfts- 
führer Kaufmann  Bernhard  Noltenius  berufen.  Die  Firma  lautet  jetzt: 
„Lausitzer  Schmirgel  werk,  G.  m.  b.  H."  Der  Sitz  der  Gesellschaft  ist 
nach  Bremen  verlegt. 

Glaswerke,  A.-G.,  Berlin  (Stralauerstr.  36/37).  Herstellung,  Ver- 
edelung und  Handel  von  Glas,  Glaswaren,  sowie  allen  verwandten  Erzeug- 
nissen. Grundkapital:  Ji  5  Mill.  Vorstandsmitglieder  sind  Kaufmann 
Adolf  Frank  und  Dr.  Alexander  Gabis.  Die  Gründer,  die  sämtliche  Aktien 
übernommen  haben,  sind  die  Kaufleute  L.  Lisser,  S.  Milch  und  H.  Feld- 
stein, lug.  A.  Barax  und  Kaufmann  H.  Lülsdorf.  Den  ersten  Aufsichtsrat 
bilden  Bankdirektor  E.  Kogän,  Vors.,  Kaufmann  Otto  Oesterreicher,  stellv. 
Vors,,  Kommerzienrat  A.  Rosenthal,  Kaufmann  J.  Paenson  und  Rechtsan- 
walt Dr.  H  Israel. 

Gebrüder  von  Streit  Glaswerke,  G.  m.  b.  H.,  Berlin.  Das  Stamm- 
kapital ist  um  Ji  550000  anf  Ji  1  Mill.  erhöht. 

Fettke  &  Ziegler,  Döbern,  N.-L.  Der  persönlich  haftende  Gesell- 
schafter Gustav  Fettke  ist  verstorben.  Otto  Fettke  und  Berthold  Fettke 
sind  als  persönlich  haftende  Gesellschafter  ausgetreten  und  Bind  nur  noch 
Kommanditisten.  Die  Glashüttenbesitzer  Fritz  Fettke,  Oskar  Fettke  und 
Erich  Fettke  sind  als  persönlich  haftende  Gesellschafter  eingetreten.  Von 
den  persönlich  haftenden  Gesellschaftern  sind  nur  je  zwei  gemeinschaft- 
lich vertretungsbefugt.  Die  Prokuren  des  Oskar  Knappe,  Fritz  Fettke, 
Oskar  Fettke  und  Erich  Fettke  sind  erloschen.  Die  Einlage  dreier  Kom- 
manditisten ist  erhöht  worden.  Es  sind  20  neue  Kommanditisten  einge- 
treten.  Die  Gesamtzahl  der  Kommanditisten  beträgt  nunmehr  24. 

Vereinigte  Glashütten,  Bad  Driburg.  Die  offene  Handelsgesellschaft 
ist  erloschen. 

Glashüttenwerke  Germania,  G.  m.  b.  H..  Massen  bei  Finsterwalde,  N.-L. 
Au  Stelle  des  ausgeschiedenen  Gustav  Zaruba  wurden  die  Kaufleute 
Emil  B  rtsch  und  Max  Niemz  zu  Geschäftsführern  bestellt.  Max 
Lasamnick  hat  Prokura  in  Gemeinschaft  mit  einem  Geschäftsführer. 

Sächsische  Glasfabrik,  Radeberg.  Die  Kapitalserhöhung  um  Ji  3  Mill. 
Stammaktien  auf  Ji  6,5  Mill.  ist  erfolgt.   Aasgabekurs  192  78%. 

Glasfabrik  Lieberg  Hütte,  G.  m.  b.  H.,  Schmiedefeld,  Kr.  Scbleusingen. 
Die  beiden  Prokuristen,  Fabrikdirektoren  Richard  Gertloff  und  Hugo  Jung- 
wirt, sind  ohne  Zuziehung  eines  Geschäftsführers  gemeinschaftlich  ver- 
tretungsbefugt. 

Grimm  &  Co ,  Glashttttenwerke,  G.  m.  b.  H,  Weißwasser,  O.-L. 
Das  Stammkapital  ist  um  Ji  240  000  auf  Ji  600  000  erhöht  worden. 

Thüringer  Isolierflaschen-  nnd  Glasinstrumentenfabrik  Heinz, 
Schmidt  &  Co.,  G.  m.  b.  H„  Altenfeld.  Stammkapital:  Ji  108  000.  Ge- 
schäftsführer ist  Glasbläser  Willy  Schmidt.  Bei  seiner  Behinderung  tritt 
ein  Aufsichtsratsmitglied  ein. 

Berliner  Glas-  und  Spiegel-Manufaktur,  A.-G.,  Berlin.  Fritz  DeBsauer 
nnd  Franz  Meilinger  haben  Prokura  mit  einem  Vorstandsmitglied.  Dam 
Aufsichtsrat  gehören  jetzt  an:  Rechtsanwalt  und  Notar  G.  Kirsch,  Bmk- 
direkror  F.  Schaffer,  die  Direktoren  R.  Redschlag  und  K.  Härder  sowie 
Dr.  W.  Otto. 

Danneleit  &  Klein  Nachf.,  Berlin  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst. 
Alleiniger  Inhaber  ist  der  bisherige  Gesellschafter  Hans  Nix. 

Qaarzlampe- Gesellschaft  m.  b.  H.,  Dresden.  Die  Firma  lautet 
künftig:  „Dresdener  Quarzlampe,  G.  m.  b.  H." 

Karl  Hey,  Franenwald.  Fabrikation  von  Glasinatrumenten.  Inhaber 
ist  Fabrikant  Karl  Hey. 

Otto  Karl  Möller,  Frauenwald.  Herstellung  von  Glasinstrumenten. 
Inhaber  ist  Fabrikant  Otto  K,  Möller. 

Möbel-  und  Spiegelfabrik  „Walfhoh"  Walther  &  Fischer,  Zweig- 
niederlassung Fdrth  (Königswarter  Str.  4).  Die  Zweigniederlassung  wurde 
zur  Hauptniederlassung  erhob eu. 

Kristallepiegelfabrik,  A.-G.,  Kempen  a.  Rh.  Die  Firma  lautet  jetzt: 
„Kriitaliepiegelfabrik  Wittfeld  nnd  Janssen,  A.-G  ".  Zum  weiteren  Vor- 
standsmitglied wurde  Kaufmann  Karl  Janssen  bestellt. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


SP  RECH  SAAL  -  COBURG- 


Nr.  5 


53 


Glasinstrumenten-  ucd  Thermometerfabrik  Dr.  Schwarz,  Schlöffel  & 
NenmaM  Langewiesen.   Betriebsleiter  Karl  Schlbffel  i*t  ausgeschieden 
Sie  Fhma  wird  unverändert  von  den  Gesellschaftern  Dr.  Schwarz  und 
Neumann  weitergeführt. 

L  Heinrich  &  Hartmann,  Langewiesen.  Persönlich  haftende  öeseii- 
„chafter  S  ölas^hrer  Louis  Heinrich  und  Glasschleifer  Franz  Hartmann. 

Ulrich  &  Schrickel,  Unterpörlitz.  Fabrikation  und  Vertrieb  von 
Thermometern,  Glasinstrumenten  und  einschlägigen  Unn^mtö 
lieh  haftende  Gesellschafter  sind  die  Kaufleute  Hermann  Ulrich  II  und  Otto 
Schrickel  V.   Jeder  Gesellschafter  ist  selbständig  vertretungsermächtigt. 

Wilh.  Hiby,  G.  m  b.  H,  Düsseldorf.    Das  Stammkapital  ist  um 
JK  370  000  auf  M  1  Mill.  erhöht  worden. 

F.  Küppersbusch  &  Söhne,  A.-G.,  Gelsenkirchen  Die  Kapitalser- 
höhung um  £  2  Mill.  Inhaberaktien  auf  .Ä  10  Mill.  ist  durchgeführt. 
Gegenstand  des  Unternehmens  ist  nunmehr  Fabrikation  von  Oefen,  Herden, 
Zentralheizungen,  Badeeinrichtungen,  Warmwasseranlagen  und  angliede- 
re fähigen  Artikeln,  Verwertung  dieser  Fabrikate  und  Abschloß  aller 
sonftigen  Geschäfte,  welche  zu  dem  gedachten  Zwecke  in  Beziehung 
stehen.  .      _  . 

Geithainer  Emaillierwerk,  Gräßler  &  Schmidt,  Geithain  Kaufmann 
Bmil  Guido  Gräßler  ist  durch  Tod  ausgeschieden.  Die  Gesellschaft  wird 
mit  seinen  zwei  Erben  als  Kommanditisten  fortgesetzt.  Die  Emlagen  der 
elf  Kommanditisten  sind  erhöht  worden. 

Sächsische  Emaillier-  und  Stanzwerke,  vormals  Gebr.  GBuchteLA.-G 
Lauter.    Die  Kapitalserhöhung  um  Jt  2  Mill.  Stamm-  und  M  0,1  M  l. 
.Vorzugsaktien  auf  ^  5,9  Mill.  ist  erfolgt.  AusgAbekurs  220  bezw.  100  °/0. 

Schwelmer  Herdfabrik,  H  Boecker  &  Co.,  G.  m.  b.  H ,  Schwelm. 
Kaufmann  Hugo  Boecker  jr.  hat  Prokura. 

Fabriklager  von  Villeroy  &Boch,  Walter  Schwer,  Zweigniederlassung 
Augsburg.   Die  Firma  ist  erloschen. 

Allgemeiner  Flaschenvertrieb  Willi  Willems,  Berlin.  Inhaber  ist 
Kaufmann  Willi  Willems. 

Heckert  &  Co.,  A.-G.,  Berlin.  Die  Kaufleute  K.  Heckert  und  H. 
Reichow  Bind  in  den  Aufsichtsrat  gewählt  worden. 

Erich  Mohr,  Flach-  und  Hoblglas-Großhandlung,  vorm.  Eduard  Kontny 
Glas-VertriebsBBro,  G.  m.  b.  H.,  Zweigniederlassung  gm.  tarn- 
kanital-  M  20000.  Selbständig  vertretnr gsbefugte  Geschäftsführer  Bind 
die  Kaufleute  Erich  Möhr  und  Georg  Thomee.  Die  Handlungsgehilfen 
Hans  Lachmann  und  Wilhelm  JuriBch  haben  für  die  Zweigniederlassung 
Berlin  Gesamtprokura. 

Friedrich  Tigges,  Berlin.  Kaufmann  Friedrich  W.  Michel  ist  als 
persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten.  Seine  Prokura  ist  erloschen. 

Heinrich  Winterhoff,  Berlin-Steglitz.  Inhaber  ißt  Kaufmann  Heinrich 
Winterhoff. 

Braun  &  Co.,  Glas-,  Porzellan-  und  Steingut-Großhandlung,  Bunzlau. 
Persönlich  haftende  Gesellschafter  Bind  die  Kaufleute  Wilhelm,  Julius  und 
Theodor  Braun.  Kaufmann  Richard  Januschowsby  hat  Prokura. 

KrjBtaUglas-Industrie  Hermann  Seeliger,  Goldbach.  Inhaber  ist 
Kaufmann  Heimann  Seeliger. 

F.  Dan  &  Sohn,  Hamburg.  Gesellschafter  G.  J.  F.  Dan  ist  ausge- 
schieden. Kaufmann  Fritz  W  A.  Dan  ist  als  persönlich  haftender  Gesell- 
schafter eingetreten.  Die  letzterem  erteilte  Prokura  ist  erloschen.  Gott- 
fried J  F.  Dan  hat  Einzelprokura.  Karl  L.  R.  Mulka  und  Eduard  Chr. 
G  Pfeiffer  haben  Gesamtprokura  mit  dem  Gesami  Prokuristen  Landahl.  Die 
an  G.  0.  E.  Trautscholdt  erteilte  GeBumtprokura  ist  erloschen. 

Th  Hartmann  &  Schnitze,  Hamburg,  Zweigniederlassung  Bremen. 
Die  Zweigniederlassung  ist  zur  Hauptniederlassung  erhoben  worden. 
Kaufmann  Wilhelm  H.  Söhnchen  ist  unter  Erlöschen  seiner  Prokura  als 
Gesellschafter  eingetreten.  Die  Firma  lautet  jetzt:  „Th.  Hartmann  & 
Schnitze."   Hermann  Kaemeng  hat  Prokura. 

Fabriklager  von  Villeroy  &  Boch,  Franz  Perino,  Hannover.  Die 
Firma  ist  erloschen. 

Obst  &  Walker,  G.  m.  b.  H,  Köln  (Siebengebirgallee  70).  Korn 
misBionsweiser  Vertrieb  von  Email-,  Eisen-,  Stahl-,  Porzellan-,  Glas-  und 
ähnlichen  Waren.   Stammkapital:  Jt  20000.    Geschäftsführer  sind  die 
Kaufleute  Paul  Obst  und  Georg  Walker. 

Jacob  Gerner,  Leipzig.  Kaufmann  Gustav  Adolph  Arno  Schuster 
hat  Prokura. 

Piehl  &  Fehling,  Lübeck.  Gottfried  Th.  F.  Möller  hat  Einzelprokura 
Ein  Kommanditist  ist  ausgeschieden. 

Walther  &  Kunz,  G.  m.  b.  H.,  Marktredwitz.  Ein-  und  Verkauf 
von  Porzellanwaren  aller  Art  für  In-  und  Ausland.  Stammkapital: 
Jt  60000  Selbständig  vertretungsbefugter  Geschäftsführer  ist  Kaufmann 
Thomas  Walther.  Der  stellvertretende  Geschältsftthrer  Kaufmann  Ernst 
Kunz  ist  nnr  gemeinsam  mit  dem  Gesamtprokuristen  Alfred  Pöhlmann 
vertretungsbefugt.  » 

Platten-  u.  Hartstein-Industrie,  G.  m.  b.  H ,  München  (Platenstr.  6/1). 
Generalvertretung  der  Firma  Litwin  &  Co ,  Altrandsberg,  sowie  VertrieD 
von  Baumaterialien  aller  Art.  Stammkapital:  M  20  000.  Selbständig 
vertetungsbefugte  Geschäftsführer  Bind  die  Kaufleute  Alois  Geisen  und 
Heins  Kunkel. 

Erich  Schlegel,  Stettin.  Großhandel  mit  Porzellan,  Steingut,  Kristall 
und  GlaB.   Inhaber  ist  Kaufmann  Erich  Schlegel. 

Rückersdorfer  Kristall-Glassandwerke,  G.  m.  b.  H,  Dobrilugk.  An 
Stelle  der  ausgeschiedenen  Otto  Schemmel  und  Willibald  Zschammer 
wurde  Grubendirekt ör  Paul  Freitag  zum  Geschäftsführer  bestellt. 

Farbenwerke  Wunsiedel,  G.  m.  b.  H.,  und  Neupert  &  Co.,  G.  m.  b. 
H.,  Wunsiedel.  Die  Vertretungsbefugnis  der  Geschäftsftthrerin  Wilma 
Simon  ist  beendet. 


E.  de  Haen  Chemische  Fabrik  „List«,  G.  m.  b.  H ,  Seelze  Die 
Kaufleute  Eduard  Gleim  und  Leopold  Kröhne  haben  Gesamtprokura. 

Ioeenieur  Zahn,  Technisches  Büro,  G.  m.  b.  H,  Berlin  Die  Firma 
lautet  jetzt:  „Zahn  &  Co.,  Bau  chemischer  Fabriken,  G.  m.  b  H.«  Gegen- 
stand des  Unternehmens  ist  fortan  Fortführung  de>j-nigen  Teils  des  früher 
von  Inj?  Dr  Zahn  betriebenen  technischen  Büros,  walcher  sich  mit  dem 
Bau  von  chemischen  Fabiiken  befaßt.  Dr.  Norbert  Specht  hat  Prokura 
mit  einem  Geschäftsführer. 


Btioherschau. 

Sprecbsaal-Kalender  für  die  Keramischen,  GlaR-  und  ver- 
wandten  Industrien.  Herausgegeben  von  Dr.  J.  Koerner.  1922  14  Jahr- 
gang Verlag  von  Müller  &  Schmidt,  Coburg.  Preis  für  Deutschland 
und  Deutsch  Oesterreich  bei  freier  Zusendung  Ji  13—. 

Der  Sprechsaal-Kalender  ist  pünktlich  zum  Jahreswechsel  erschienen, 
sehr  zur  Freude  seiner  Anhänger,  die  ihn  bei  silikat-chemischen  Arbeiten 
nicht  mehr  missen  mögen.  Sein  äußeres  Gewand  ist  unverändert  ge- 
blieben, dagegen  sein  Inhalt  durchgesehen  und  erweitert.  Besonders  her- 
vorgehoben sei,  daß  in  der  Rohstoff-Tabelle,  die  an  die  Stelle  der  früheren 
Zusammenstellung  von  Sauden  getreten  ist,  sowie  in  der  Tabelle  der  Tone 
und  Kaoline  die  neuesten  Analysen  der  Materialien  nach  Angaben  der 
Lieferanten  angeführt  sind.  Zar  Empfehlung  des  Spre chsaal-Kalenders 
genügt  der  Hinweis,  daß  er  zum  unentbehrlichen  Hilfsmittel  derjenigen 
geworden  ist,  die  in  Laboratorium  und  Betrieb  von  Keramischen,  Glas- 
und  Email-Fabriken  tätig  sind. 

Taschenbuch  für  Keramiker.  Herausgegeben  von  der  Keramischen 
Randschan.  19^2.  Berlin  NW.  21,  Verlag  Keramische  Randschau  G  m.  b.  H. 

PrWS  In  der  bekannten  Gediegenheit  stellte  sich  auch  das  Taschenbuch 
für  Keramiker  zur  rechten  Zeit  ein,  dessen  neue  Beiträge  vielseitiges 
Interesse  finden  dürften.  Es  sind  dies  kurze  Abhandlungen  über  Porzellan- 
massen und  Glasuren,  Stanzporzellan,  Anlage  feinkeramiseber  Fabmen, 
Trocknen  von  Wandplatten,  Gerinnen  von  GUßachlicker,  Kochgeschirr, 
rotbraune  Farbe  der  Steinzeugwaren,  Fehler- Verhütung  bei  Rohste  ff  Wechsel, 
Rohglasieren  von  Ofenkacheln,  Emaillen  für  Blecbgeschirre,  Ianeubeleuch- 
tung  der  Brennöfen  und  Keramogravüre.  Die  üblichen  Beiträge,  die  sozu- 
sagen den  eisernen,  immer  nötigen  Bestand  bilden,  vervollständigen  den 
Inhalt  des  Taschenbuchs,  das  weitesten  keramischen  Kreisen  willkommen 
sein  wird. 

Kalender  für  den  praktischen  Kachelofenbau  1922.  Nach- 
schlagebuch für  Kachelofenfabnkanten,  Hafner,  Töpfer  und  Ofensetzer, 
sowie  Baubehörden,  Architekten,  Baumeister  und  fachliche  Fortbildungs- 
schnlen.  Herausgegeben  von  Aug.  Fichtner  3.  Jahrgang.  Halle  a.  S. 
Carl  Marhold,  Verlagsbuchhandlung.    Preis  geb.  M  12. 

Es  ist  erfreulich,  daß  dieser  Kalender  nach  6  jähriger  Pause  wieder 
erscheint,  denn  schon  in  der  kurzen  Zeit  seines  Bestehens  hat  er  seine 
Existenzberechtigung  bewiesen.  Die  neue  Ausgabe  trägt  naturgemäß  den 
veränderten  Brennstoff- Verhältnissen,  die  besonders  auf  dem  Gebiete  der 
Hausbrandfeuerung  einschneidend  gewirkt  haben,  sowie  den  Neuerungen 
und  Verbesserongen  der  letzten  Jahre  Rechnung.  Der  Iuhalt  gliedert 
sich  in  die  folgenden  Abschnitte:  Tabelle >,  Wärmetechnik,  Brennstoffe 
und  deren  Ausnutzung,  Verbrennung,  Heizung,  Ermittelung  des  Wärme- 
bedarfs, Feuerungstechnik,  der  praktische  Kachelofenbau,  die  Beheizung 
des  Kleinhauses,  der  deutsche  Kochherd,  die  Warmwasserbereitang,  die 
Lüftung,  die  Wohnungs-Zentralheizung  darch  Kachelofen,  Hilfsmittel  für 
zentrale  Kachelofenheiznng,  Mörtel  und  Kitte.  Diese  Vielseitigkeit  ist  es, 
die  den  Kalender  zum  Ratgeber  für  jeden  Hafner,  Töpfer,  Ofensetzer,  und 
-Fabrikanten  macht  und  ihm  eine  weite  Verbreitung  sichert  Ldder  warde 
der  Notizkalender  und  jede  Schreibgelegenheit  weggelassen,  was  nur  als 
unangebrachte  Sparsamkeit  bezeichnet  werden  kann. 

Die  Geschichte  der  Porzellanfabrik  zu  Tetlau  und  die  Be- 
ziehungen Alexander  v.  Hamboldts  zur  Porzellanindastrie.  Von  Dr.  K. 
Otto  Dees.  1921.  Druck  der  Wiedemannschen  Drackerei  A.-G  ,  Saal- 
feld i.  Thür.   Preis  M  10.—. 

Es  kann  vom  kunsthistorischen  Standpunkt  nur  begrüßt  werden,  wenn 
versuent  wird,  die  Geschichte  alter  Industriestätten  zu  studieren,  wie  es 
neuerdings  der  Fall  ist.  Die  Archive  wurden  geöffnet,  die  oft  schwer  zu- 
gänglichen Familienchroniken  durchforscht  und  die  Bibliotheken  durch- 
sucht, um  Zusammenhänge  zu  fiaden  zwischen  dem  Einst  und  Jetzt  und 
eine  Uebersicht  zu  gewinnen  über  die  Entwickelang  von  Unternehmen, 
die  durch  ihre  Vergangenheit  historisch  wichtig  geworden  sind  und  gleich- 
sam ein  Stück  Kalturgeschichte  verkörpern. 

Darch  die  vorliegende  Monographie  erhält  die  Geschichte  der  Por- 
zellanindustrie Bayerns  und  Thüringens  eine  wesentliche  Bereicherung, 
und  es  ist  interessant,  festzustellen,  daß  es  auch  wieder  Thüringer  waren, 
die  die  Porzellankunst  nach  Tettau  brachten.  Von  ganz  besonderer  Be- 
deutung ist  es,  daß  Alexander  von  Humboldt  an  der  Gründung  der  Por- 
zellanfabrik Tettau  insofern  nicht  unbeteiligt  ist,  als  er  als  Kammer-  und 
Bergassessor  in  Bayreuth  und  dann  als  Oberbergmeister  den  Gründern  die 
Wege  ebnete  und  das  Unternehmen  auch  förderte.  Der  Verfasser  hat  mit 
großem  Fleiß  und  lateresse  zusammengetragen,  was  namentlich  für  die 
Gründungsgeschichte  und  die  ersten  Dezennien  der  Porzellanfabrik  zu 
Tettau  wichtig  ist.  Leider  sind  die  Nachrichten  über  die  weiteren  Schick- 
sale der  Tettauer  Fabrik  bis  zur  Gegenwart  lückenhaft,  und  so  fehlte 
denn  das  Material  zur  weiteren  Fortführung  der  Geschiente.  Nichtsdesto- 
weniger muß  man  dem  Verfasser  Dank  dafür  wissen,  daß  er  uns  den 
Werdegang  eines  Unternehmens  vor  A.ugen  führt,  das  viel  zur  Einführung 
des  Porzellans  in  den  Volksgebraueh  beitrug.  —  Wir  empfehlen  die  reiz- 
volle Schrift  allen  denen,  die  Interesse  haben  für  die  Geschichte  der  Por- 
zellanfabrikation, und  dann  auch  Sammlern,  denen  durch  die  Beifügung 
farbiger  Abbildungen  von  Tettauer  Altporzellan  sicherlich  ein  Gefallen 
getan  ist.   


54  — IKr  5 


SPRECHSAAL-GOBUKÖ. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


Patente. 

Oesterreich. 
Erteilungen. 

86  710.  32  a.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Glasschirmen  in 
Blumenform  (Venetianische  Rosen),  insbesondere  für  elektrische  Glüh- 
lampen.   Glasfabriken  und  Baffineritn  Josef  Inwald,  A.-G.,  Wien.   15.  7.  21. 

86  760  36  a.  Einrichtung  an  Kachelöfen  oder  Kaminen  zur 
raschen  Wärmeabsrabe  bei  Beginn  des  Heizvorganges.  Eduard  Mar 
Major,  Wien.    15.  5.  21.  I     \  . 

86  851.  80  c.  Ofen  zum  Brennen  oder  Emaillieren  von  Töpferwaren 
u.  dgl.  (Abhängig  von  Pat.  Nr.  59  390.)  Konrad  Dressler,  Bildhauer 
Chelsea.    15  6.  21. 

86  953.  21-c.  Nicht  auseinandernehmbarer,  aus  mehreren  Teilen 
bestehender  Hochspannungsisolator.  Friedrich  Jaentsch,  Oberingenieur 
Selb.    15  7.  21.  8  ' 

86  974  12  c.  Verfahren  und  Vorrichtung  zur  elektroosmotischen 
Entwässerung  pflanzlicher,  tierischer  und  mineralischer  Stoffe.  Elektro- 
Osmose-A  -G.  (Graf  Schwerin  Ges.),  Berlin.    15.  7.  21. 

87  022.  80  c  Aus  fahrbaren  Kammern  zusammen  gesetzter  Kanal- 
ofen,   Peter  Josef  Lengersdorff,  Direktor.  Berlin.    15.  8.  21. 

87  026.  80  b.  Vorrichtung  zum  Niederführen  unterer  Preßstempel, 
inibesondere  bei  Pressen  mit  umlaufendem  Formtisch  und  Ober-  und 
Unterstempeln.   Fritz  Kilian,  Fabrikant,  Berlin-Lichtenberg.    15.  8.  21. 

87  068.  21  a.  Verbinder  für  Hänge-Isolatorketten.  Porzellanfabrik 
Kahla,  Filiale  Hermsdorf-Klosterlausnitz,  Hermsdorf.    15.  7.  21. 


Deutsches  Beioh. 
Eintragungen. 

801 788.  64  a.  Gefäß  oder  Flasche  mit  Sicherung  gegen  Ver- 
faiiehung  des  Inhalts.  Alampi  &  Comp  ,  Bio  de  Janeiro.  Brasilien.   6.  8  20 

801943.  64  a.  Glasgefäß  mit  Knopf deckel.  Bidolph  Moll  &  Co 
Mamburg.   30.  11.  21. 

802000.  33  c.  Glasflasche  für  zur  Schönheitspflege  dienende 
Flüssigkeiten.   L  S.  Mayer,  G.  m.  b.  H,  Frankfurt  a.  M.  ,28.  11.  21. 

802  016.  33  c.  Parfüm-  oder  dgl.  Fläschchen.  A.  Thomas  &  Co 
•era-Beuß    1.  12  21. 

802  047.  64  a.  Weinglas  oder  dgl.  mit  Metallfuß.  Budolf  Wächtler 
t  Lange,  Mittweida  i.  S.    9.  11.  21. 

802 143.  32  a.  Halbautomatische  Bevolverglaspreßblasmaschine. 
Weif5«  Maschinenbau-Gesellschaft  m.  b.  H.,  Cöln.   4.  12  19. 

802  204.'  34  f.  Blumenvas«.  F  C.  Karl  Weber,  Eilenburg.  26.  8.  20. 

802  372.  30  f.  Licht-  und  Wäimestrahllampe  iür  therapeutische 
Zweeke.    Qaarzlampen- Gesellschaft  m.  b.  H.,  Hanau.   30.  11.  21. 

802  421.    421.     Apparat  zur  Bestimmung  des  Stickstoifgthaltes 
trganiicher  Substanzen.    Otto  Paeller,  Breslau,  Tiergartenstraße  ~ 
27.  10.  21. 


802  433.     67  a.    Vorrichtung  zum  gleichzeitigen  Zentrieren  und 
Stapeln  von  Brillengläsern  u.  dgl.  zum  Einsetzen  des  Stapels  in  die  auto- 
matische  Bandschleifmaschine.     Beller    &   Fischer,  Neuenbürg  a  E 
Württemberg.    28.  11.  21.  '  ' 

802  472    32  a.   Vorrichtung  zum  selbsttätigen  Ein-  und  Ausführen 
des  Halspegels  und  gleichzeitigen  Oeffnen  und  Verschließen  der  Vorform 
bei  Flaschenblasmaschinen.    Wolfs  Maschinenbau-Gesellschaft  m.  b  H 
Cöln.   4  11.  18.  "  " 

802  559.   30  d.   Aus  Glas  bestehende  Seitenklappen  für  Sonnenlicht- 
schützer.   A.  Heinemann  &  Söhne,  Eathenow.   29  11.  21. 

802  563.    80  a.    Form  zum  Gießen  von  Taubennestern  in  Gips. 
Wilhelm  Hopfe,  Erfurt,  Pergamentergasse  42.   2.  12  21. 

802  581.  34  f.  In  einer  Vase  oder  dgl.  Bebälter  angeordnete 
leuchtende  Glasblumen.  Willy  Lawerenz,  Berlin-Tempelhof,  Binebahn- 
straße  7.    7.  12.  21.  •* 

802  614.    21  g.    Böntgenröhre.   Siemens  &  Halske,  A-G.,  Siemens- 
stadt b.  Berlin.   27.  5  21. 

802  650.    421.    Titrier apparat  zur  leichten  Bestimmung  des  Essig- 
bezw.  Salzgehaltes.   Forschungsinstitut  für  die  Fischindustrie.  G.  m  b.  H 
Lübeck.   8.  12  21. 

802  655  63  b.  Als  Flach-  und  Tiefgangwagen  verwendbarer  Trans- 
portwegen für  Flachglas-  bezw.  Spiegelglasversandkisten.  Ein-  und 
Verkaufs-Genossenschaft  selbständiger  Glasermeister  Deutschlands,  Ein- 
getragene Genossenschaft  m.  b.  H,  Zweigniederlassung  Frankfurt  a.  M, 
Frankfurt  a.  M.    9.  12.  21. 

802  688.   37  b.   Wandplatte  mit  Glasabieckung.  Wilhelm  Germroth, 
Weimar,  Wildenbruchstra,ße  12.    23.  11  21. 

802  758.  75  d.  Marmorierte  Glasplatte.  Paula  Schielzeth  geb.  ' 
Heitmann,  Hamburg,  Brüderstraße  26.    10.  12.  21. 

802  778.    42  i.    Einrichtung   zur   Messung   hoher  Temperaturen. 
Siemens  &  Halske,  A.-G.,  Siemensstadt  bei  Berlin.   20.  8.  21. 

802  840.   75  d.    Glasplatte  mit  Facettenimitation.   L.  0.  Brückner, 
Grenzhammer  bei  Ilmenau  i.  Thür.   24.  11.  21. 


Verlängerung  der  Schutzfrist. 

693  913.    42 1.    Becherglas  usw.    Zellstofffabrik  Waldhof  und  Dr. 
Valentin  Hottenroth,  Mannheim- Waldhof.   8.  9.  21. 
696  067.   34 1.   3ett-  und  Faßwärmer. 
696  068.   341.   Bett-  und  Fuß  wärmer. 

Alfred  Gutmann,  Spezialfabrik  keramischer  Heizkörper  für  Zentral- 
heizungen, Dresden.    10.  12  21. 

696  376.  341.  Isolierflasche  usw.  Christian  Hinkel,  Berlin,  Bitter- 
straße 77/78.    12.  12.  21. 

722  311.  80  c.  Schmelzkorb.  Beinhold  Schlegelmilch,  Porzellan- 
fabrik, Tillowitz  i  Schi.    28.  10.  21: 

802  472.  32  a.  Vorrichtung  zum  selbsttätigen  Ein-  und  Ausführen 
des  Halspegels  usw.  Wolfs  Maschinenbau  Gesellschaft  m.  b.  H„  Cöln. 
5.  12.  21. 


bis  0,90  PbO  \  n      . .  n  /  3,05  SiOs 
0,10  BaO  /U'10  A,,u»  \  0,40  B9Os 


zu  finden  sind  fs.  Sprecbsaal-Kalender  „Flösse").  Wenn  Sie  Ihren  Glasuren 
derartig  zusammengesetzte  Fritten  zu  Grande  legen  und  als  Bohvereatz 
nnr  Kaolin,  Feldspat  oder  Kalkspat  beigeben,  so  wird  sich  zweifellos 
hieraus  auch  «in«  Glasur  ergeben,  die  der  Thorpe'schen  Begel  genügt. 
Ali  ••rikirefreit  Fritte,  die  allerdings  «rit  bei  etwa  8K  010  a  glatt  aus- 


sohmilst,  käme  nach  Koerner,  „Bleihaltige,  im  Sinne  des  Gesetzes  ungiftige 
Glasuren",  eine  Fritte  von  etwa  folgender  Zusammensetzung  in  Betraoht: 

0,50  PbO 


Fra  gekästen  des  Sprechsaal. 

Zur  Beachtung  bei  Benutzung  des  Fragekastens. 

•ffen  to  i;*r £frn  r£5^*.*  k n » Ü f£  *e?»"il«che  uul  andere  für  unseren  Leserkreis  wissenswerte  Fräsen  und  Fabrikationsfehler* 

MlJ»  tu  In«eleente?i f  ESEL ?£SS!?  Materialien,  Maschinen  nad  Werkaenge  für  nnsere  Industrien  nachzuweisen.  Soweit  sieh  Beeng«, 
«ueiien  im  Anzeigenteil  finden,  wird,  wenn  nicht  besondere  Meldungen  erfolgen,  nnr  darauf  hin  verwiesen. 

.«er  Antworten  an^eVrageÄ  von  Kempten,  fertigen  Fabrikaten  usw.  und  die  Weitergabe  von  Angebote. 

8.  Die  Kamen  der  Fragesteller  werden  nach  keiner  Welse  hin  genannt,  anonyme  Zuschriften  Jedoeh  nicht  berücksichtigt, 
k.-nen  ntr^u^^  die  FrBffe  'olgende  Kummer  aufgenommen.  Verspätet  eingehende  Antworten 

Bf.»»tw«^n™L«^^»K^^i.bellSlt  *lch  VOPÄ^5ne.An?abe  VÄn  sowohl  Fragen  als  auch  Antworten  abzulehnen;  für  branehbare 

Bedakno?ni«ht!         U   C  "  Fff»«en  ««wahrt  Sie  ein  angemessenes  Zellenhonorar.    Blne  ülvilreehtllche  Haftpflicht  Übernimmt  die 

«t.  Jeder  Frage  ist  Rückporto  beizufügen. 

Keramik. 

14.  Welches  ist  die  Zusammensetzung  einer  Bleischmelze  oder  Blei* 
fritte,  die  den  Bedingungen  der  Thorpe'schen  Regel  in  Bezug  auf  die  Lös- 
Uchkeit  von  Blei  genügt  und  dennoch  genügend  leichtflüssig  ist,  um  in  einem 
^thmtlzofen  geschmolzen  werden  zu  können?  » 

Erste  Antwort:  Mit  Glasuren  bezw.  Bleifritten,  die  in  Bezug 
auf  Bleiabgabe  lediglich  der  Thorpe'schen  Begel  genügen,  die  also  nach 
einstündigem  Schütteln  der  zerkleinerten  Glasurprobe  mit  der  tausendfachen 
Menge  %-iger  Salzsäure  kein  Blei  abgeben,  werden  Sie  bei  deutschen 
Behörden  wohl  nicht  bestehen  können.  Das  deutsche  Gesetz  schreibt  vor, 
daC  Eß-,  Trink-  und  Kochgeschirre  nicht  mit  Glasur  oder  Email  versehen 
sein  dürfen,  die  bei  halbstündigem  Kochen  des  fertigen  Fabrikates  an 
4  °/»  ige  Essigsaure  Blei  abgeben.  Diese  letztere  Methode  ist  aber,  wie 
wissenschaftlich  festgestellt  wurde,  strenger  als  die  Salzsäureprobe  nach 
Thorpe;  es  werden  daher  alle  Glasuren,  die  die  Essigeäureprobe  bestehen, 
auch  der  Salzsäureprobe  Stand  halten,  zumal  wenn  es  sich  wie  in  Ihrem 
Falle  nicht  um  Boh-,  sondern  um  Fritteglasuren  handelt.  Mit  der  Her- 
stellung von  sehr  leicht  schmelzbaren,  für  SK  022  —  015  bestimmten 
Fritten  bezw.  Glasuren  hatte  sich  s.  Zt.  Berdel  eingehend  befaßt  und  dabei 
feitgtitelit,  daß  solche  in  dem  Bahmen  der  Typen: 

0!l6  kIo  \  0,15  A1.0,  (  JJJ 
0,75  PbO  J  *  U,4U  *>u» 


0,10  K,0 
0,13  CaO 
0,13  ZnO 
0,14  MgO 

wobei  die  Flußmittel  außer  PbO 
können. 


0,1  Ala03 . 2  SiOa 


in  weitgehendem  Maße  geändert  werden 


Zweite  Antwort:  Es  läßt  sich  unmöglich  eine  Fritte  angeben, 
bei  der  man  nur  nach  der  Formel  von  vornherein  versichern  kann,  daß  sie 
eine  ganz  genau  bestimmte  chemische  Widerstandsfähigkeit  gegen  Säuren 
besitzt,  also  auch  z.  B.  der  Thorpe'schen  Begel  entspricht ;  denn  die  Länge 
der  Schmelzdauer,  die  Schnelligkeit  des  Abkühlens,  die  Zusammensetzung 
der  Ofengase,  endlich  auch  die  Art  des  Aufbrennens  einer  solchen  Schmelze 
auf  den  Scherben,  die  Frage  der  HaarriBsigkeit  —  alles  wirkt  hier  mit. 
Von  der  praktischen  Prüfung  der  betreffenden  Schmelze  werden  Sie  also 
nicht  befreit.  Im  übrigen  sprechen  Sie  auch  zu  allgemein  von  Bleifritten, 
ohne  anzugeben,  ob  außer  Blei  anch  andere  Basen,  z.  B.  Alkali,  Kalk, 
Tonerde,  ebenso  auch  ob  Borsäure  vorhanden  sein  soll ;  jeder  dieser 
Körper  wird  außerordentlich  auf  die  Bleilässigkeit  der  fertigen  Fritte  ein- 
wirken. Am  leichtesten  wird  es  Ihnen  gelingen,  ein  reines  Bleisilikat  in 
dieser  Art  säurebeständig  zu  bekommen,  z.  B.  PbO  .  2  SiO.,,  zusammenge- 
setzt aus  229  Mennige  und  120  Quarz. 

Dritte  Antwort:  Da  Ihre  Frage  in  Bezug  auf  die  Verwendung 
der  Fritte  und  die  Höhe  des  Brandes  so  ungenau  gehalten  ist,  müssen 
Sie  unter  den  folgenden  Fritten  die  Ihnen  am  'geeignetsten  scheinende 
auswählen.  Nachdem  Sie  einen  Fritteofen  haben,  so  ist  es  wahrlich 
nicht  schwer,  eine  passende  Fritte  zu  finden,  da  der  Ofen  jedenfalls  be- 
züglich der  Wärmeentwicklnng  einen  sehr  großen  Spielraum  läßt.  Ver- 
snohen Sie  Fritten  von  folgender  molekularen  Zusammensetzung : 


1922.  (öS.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL 


—  COBURG.  Nr.  S  -  86 

letzteren  weniger  beizufügen  wäre.  Da  nicht  angegeben  ist,  wie  noch 
gebrannt  wird,  ao  kann  nnr  der  folgende  Versatz  ohne  Rücksicht  auf  die 
Brennhöhe  vorgeschlagen  werden: 

Dölauer  Kaolin  24  Gew.-T. 

Mügelner  Kaolin  .    .   97  „ 

Martinrodaer  Sand  26  „ 

Spat  20 

Kalktuff  3  „ 

Sodazusatz  wie  bisher. 
17.    Steht  einwandfrei  fest,  daß  der  Tunnelofen  unter  Berüctoiehti- 
gung  aller  Eigenheiten  der  rationellste  Ofen  zum  Brennen  von  Schamotte- 
ofenkacheln ist,  oder  sind  Zweifel  möglich? 

Erste  Antwort:  Die  Ansichten  über  die  Tunnelöfen  mit  Gas- 
feuerung sind  noch  immer  verschieden,  doch  muß  gesagt  werden,  daß  ein 
Tunnelofen  modernster  Bauart  den  Anforderungen  völlig  entspricht.  Bei 
dem  Ofen  ist  vor  allem  der  Brennstoffverbrauch  fast  um  die  Hälfte  ge- 
ringer als  bei  den  Rnndöfen,  und  die  Produktion  ist  infolge  des  ununter- 
brochenen Betriebes  eine  viel  höhere.  Durch  den  empfindlichen  Mangel 
an  guter  Kohle  tritt  man  allgemein  dem  Bau  von  Tunnelöfen  näher.  Di« 
Hauptsache  ist,  daß  Ihre  Produktion  genügt,  um  mit  einem  Tunnelofen 
rationell  arbeiten  zu  können. 

Zweite  Antwort:  Die  Tunnelöfen,  die  sich  für  Porzellan 
bewähren,  dürften  auch  für  Schamotteofenkacheln  gut  verwendbar  sein. 
Es  gibt  jetzt  viele  Tunnelofensysteme;  Hauptsache  dabei  ist  die  Brenn- 
technik, vor  allem  die  Ermittelung  des  günstigsten  Luft-Öai-VerhWt- 
nisses,  das  in  den  einzelnen  Phasen  des  Brandes  wechselt. 


Fritte  I.  0,20  Ka0 
0  25  Na20 
0,20  CaO 
0,35  PbO 

Fritte  II.  0,30  PbO 
0,45  CaO 
0,20  NaaO 
0,05  Ks0 

Fritte  III  0,33  PbO 
0,06  K8" 


0,28  A)203  Q  6  B  0 


0,2  A!203 


2,0 
0,4 


Si02 
Bs08 


,0  ) 
°  0 


0,17  Na20  f 
3aO  j 


33  A!,03 


2  67  Si02 
0,34  B203 

0,44  0«" 

Die  Berechnung  müssen  Sie  auf  Grund  der  Ihnen  zur  Verfügung  stehenden 
Bohmaterialien  selbst  vornehmen. 

IS.    Unsere  Gießmasse  (Schlicker)  für  Biskuit- Porzellan  aus : 
Dölauer  Kaolin  %7  G.-T. 

Mügelner  Kaolin   "    '  f o  " 

Martinrodaer  Sand  18  „ 

Boer  Strand- Spat  .    ....  18  „ 

Kalktuff  .   ,   .  •    *   3  , 

Soda-Zusatz    .    .  »  ^.  h.9JauflÄ9  i. 

hat  eine  zu  starke  Schwindung,  etwa  2W0.  Wir  bitten  um  Angabe^  eines 
Versatzes,  möglichst  aus  den  gleichen  Materialien,  mit  einer  bchwmdung 

von  J^IB®°'°^ntwort.  Far  die  Aenderung  Ihrer  Masse  läßt  sich  schlecht 
aus  der  Ferne  ein  Bat  erteilen,  zumal  Sie  nicht  einmal  die  Brennhöhe  ^n- 
geben.  Das  sicherste  ist  es  doch,  Sie  nehmen  an  Ort  und  Stelle  selbst 
Versuche  vor  unter  Berücksichtigung  des  Umstandes,  daß  Quarz,  Sand, 
sowie  Porzellan- Glattscherben  die  Schwindung  einer  Porzellanmaese  stets 

VemD|eweite  Antwort:  Wenn  Sie  Ihren  Versatz  möglichst  beibe- 
halten und  doch  die  Scbwindung  verringern  wollen,  so  mischen  Sie  dem- 
selben einfach  20-30  »/o  feingemahlene  Scherben  zu.  Diesen  Zusatz 
Bfleet  man  gerade  bei  Gießmassen  immer  zu  machen,  da  dieselben  dann 
auch  viel  raecher  die  Form  loslassen,  also  Zeit  und  Gipsformen  ersparen 
helfen.  Wieviel  Scherben  Ihre  Masse  verträgt,  probieren  Sie  am  besten 
aus,  vielleicht  von  15  «/„  beginnend.  Ist  der  magernde  Zusatz  zu  starK 
geworden,  dann  reißt  der  Scherben  beim  Herausnehmen  aus  derüorm  oder 
schon  in  der  Form  selbst.  ■  -  *  . 

Dritte  Antwort:  Wenn  Sie  schon  Ihre  Masse  angeben,  so 
hätten  Sie  auch  die  Analysen  der  Bohmaterialien  und  die  Brenntemperatur 
anführen  müssen.  Ihre  Masse  enthält  offenbar  zu  viel  Kaolin  und  zu 
wenig  Sand  und  Feldspat,  und  Sie  müssen  nun  an  Hand  der  Analysen 
Ihre  Masse  aof  nachstehende  rationelle  Zusammensetzung  bringen  und 
danach  Versuche  machen.   Brenntemperatur  8K  9— 10.  ^ 

Tonsubstanz   40         38  46 

Qaarz  18  24  22 

Feldspat   32         31  28 

Kalkspat  10  7  5  . 

Vierte  Antwort:  Zur  Berechnung  von  Massen  sind  die 
Analysen  der  Bohmaterialien  erforderlich.  Da  ich  die  Zusammensetzung 
Ihres  Mügelner  KaolinB  nicht  kenne,  muß  ich  mich  auf  den  Doiauer 
Kaolin  beschränken,  der  auch  genügt.  Eine  Masse  mit  14,5  %  Schwindung 
entspricht  der  Formel 

S?&o,M80,F,o}3AI'°--14Si0' 
.   In  Ihr  Material  umgerechnet,  ergibt  sich  der  Versatz : 

Dölauer  Kaolin  46.12  % 

Spat  von  Eoerstrand     .........   33.68  /0 

Sand  von  Martinroda    .    .    .    .    .    .    .  19,90% 

Kalkspat  030  »/<> 

.  Diese  Masse  brennt  bei  SK  9  aus.  Da  der  Quarz  etwas  hoch  ist,  hat  die 
Masse  leisen  Seidenglanz,  der  ja  oftmals  erwünscht  ist.  Der  höhere  Kah- 
gehalt,  namentlich  des  Martinrodaer  Sandes,  macht  sie  leichter  schmelz- 
bar, so  daß  Sie  schon  bei  SK  8  Probe  ziehen  können.  Warum  Sie  den 
teueren  Boerstrand-Spat  verarbeiten,  ist  unverständlich.  Geben  Sie  zu 
50  kg  Trockenmasse  2,5  g  Kobaltnitrat  und  125  g  Zinkoxyd ;  diese 
steigern  die  Weiße  und  nehmen  den  gelben  Durchschtiu,  wenn  irgend  ein 
Material  Titansäure  enthalten  sollte.  Auch  1  Tasse  Salzsäure  auf  10  Ztr. 
Trommelinhalt  ist  sehr  dienlich,  da  die  Masse  dann  im  Bottich  keine 
Wulste  bildet.   Mahldauer  für  die  Masse  80—100  Stunden. 

Fünfte  Antwort:  Eine  erschöpfende  Beantwortung  Ihrer  Frage 
könnte  nur  dann  erfolgen,  wenn  Sie  Ihrtm  Versatz  die  Analyse  der  ver- 
wendeten Bohmaterialien  beigefügt  hätten.  Wenn  Sie  mit  Ihrem  Biskuit 
bis  auf  die  Schwindung  zufrieden  sind,  genügt  es,  dem  Versatz  Glüh-  und 
Glattscherben  einzuverleiben.  Sollte  Ihnen  die  Umrechnung  Schwierig- 
keiten machen,  dann  versuchen  Sie  den  rohen  Kaolin  durch  geglühten 
(bei  etwa  900  °J  teilweise  zu  ersetzen.  Der  Versatz  lautet  dann : 
Dölauer  Kaolin,  ungeglüht  .....   17  Gew.-T. 

«      geglüht  8,6  „ 

Mtigelner  Kaolin,  ungeglüht     .»   .   .    .    11  „ 

geglüht   8,6  „ 

Sand,  Spat  usw.  wie  bisher. 
Ein  Weiterer  Fehler  ist  der  geringe  Sodagehalt.  Zu  1  kg  Masse  dürfen  Sie  ruhig 
2,5—3  g  Kristall-Soda  nehmen;  dadurch  benötigen  Sie  zur  Verflüssigung 
der  Masse  weniger  Wasser,  und  die  Trockenschwindung  wird  eine  ge- 
ringere sein.  Obgleich  ich  die  Analyse  der  verwendeten  Bohmaterialien 
nur  teilweise  kenne,  glaube  ich,  daß  der  angegebene  Versatz  eine  schön 
glänzende  Biskuitmasse  nicht  ergibt,  denn  dazu  ist  ein  größerer  Gehalt 
an  Qaarz  und  Spat  notwendig. 

Sechste  Antwort:  Um  die  Schwindung  zu  verringern,  ist  der 
Masse  etwas  mehr  Quarz  zuzufügen,  wodurch  aber  der  weiche  Ton  des 
Biskuits  vermindert  wird,  was  Sie  mit  in  Kauf  nehmen  müßten.  Mügelner 
Kaolin  schwindet  weniger  alB  Dölauer,  sodaß  vom  ersteren  mehr  und  vom 


CHas. 


12.  Wir  beabsichtigen  die  Fabrikation  von  Linsen,  Menisken^  und 
andern  Gläsern,  die  für  die  Optik  Verwendung  finden  sollen,  einzurichten 
und  benötigen  dazu  einen  Kammer-  oder  Doppelkammerofen,  dessen  Glüh- 
räume ca.  400X.500  mm  groß  sein  müssen  und  der  mit  Oel-  oder  elektri- 
scher Heizung  betrieben  werden  kann.    Wer  liefert  derartige  Anlagen? 

Erste  Antwort:  Aus  der  angegebenen  Größe  des  DoppeLKammer- 
ofens  von  400X500  mm  ist  zu  ersehen,  daß  es  sich  nur  um  die  Fabrikation 
kleiner  Linsen  handeln  kann.  Die  Herstellung  der  Menisken,  Mondsiohel- 
gläser  u.  dgl.  hat  mit  dem  Kammerofen  nur  insofern  zu  tun,  als  man  hier 
den  Brocken  aus  optischem  Glas  die  für  den  Schleifer  benötigte  Form 
und  Stärke  gibt,  sie  also  senkt.  Von  einer  elektrischen  Beheizung  dieser 
Kammeröfen  wäre  aus  verschiedenen  Gründen  abzuraten,  da  man  die  hohe 
Wärme  des  elektrischen  Lichtbogens  dazu  nicht  benötigt.  Wenn  Oel  zu 
angemessenen  Preisen  zur  Verfügung  steht,  so  wäre  diese  BeheizungsaTt 
schon  vorteilhafter.  Sonst  verwendet  man  feste  Brennstoffe  und  stattet 
die  Oefen  mit  Halbgasfeuerang  aus.  —  Entsprechende  Oefen  mit  elek- 
trischer Beheizung,  Oel-  oder  Halbgasfeuerung  liefert  Hütteningenieur 
M.  von  Beiboldt  in  Coburg.  * 

Zweite  Antwort:  Es  gibt  in  der  Praxis  Ofenanlagen  für  dag 
Pressen  von  Linsen,  Menisken  usw.  mit  Oel-,  Leuchtgas-  und  Generator- 
gasheizung. Elektrisch  beheizte  Anlagen  sind  bei  dem  heutigen  Strom- 
preis Unrentabel.  Den  Bau  und  die  Einrichtung  kompletter  Anlagen  über- 
nimmt die  Gesellschaft  für  industriellen  Gas-  und  Oel-Ofenbau  m.  b.  H. 
in  Dresden  19,  Tittmannstraße  20  b. 

Dritte  Antwort:  Kammeröfen  zur  Herstellung  von  Linsen  usw. 
liefert  P.  K.  Ed.  Schnurpfeil,  Ingenieur  in  Berlin  N.  113,  Stolpische 
Straße  17. 

13.  Wer  liefert  eine  Anlage  zivr  Entbleiung  von  stark  bleihaltigem 
Herdglas  ? 

Erste  Antwort:  Die  Rückgewinnung  des  Bleis  aus  Bleiglas 
kann  auf  zwei  Arten  geschehen,  einmal  auf  nassem  Wege  durch  Aus- 
laugen und  dann  auf  hüttenmännischem,  durch  Abrösten  des  Herdglases. 
Beide  Verfahren  sind  aber  in  der  Ausführung  so  kostspielig,  daß  sie  als 
unrentabel  angesprochen  werden  müssen.  Der  billigste  von  den  beiden 
teuereafiProzessen  ist  noch  der  Röstprozeß  im  kleinen  Schachtofen,  wobei 
sich  aber  ein  Bleiverlust  von  über  8%  ergibt;  geringer,  etwa  4—5%, 
ist  der  Bleiverlust  beim  Abrösten  im  Flammenofen.  Die  Schattenseiten 
dieses  Verfahrens  bestehen  darin,  daß  durch  Umrühren  der  Charge  eine 
Menschenkraft  mehr  erforderlich  ist  und  daß  die  Arbeiter  durch  Blei- 
dämpfe belästigt  werden.  Berücksichtigt  man,  daß  das  Herdglas,  oder 
die  Bleischerben,  erst  aufbereitet  und  mit  guter  Kohle  gemischt  werden 
müssen,  und  zieht  man  den  großen  Brennstoffverbrauch  in  Betracht,  so 
ergibt  sich  schon  die  Unrentabilität  der  Rückgewinnung  des  Bleis.  Hierzu 
tritt  noch  der  Verlust  beim  Röatprozeß,  die  nicht  billige  Aufbereitungs- 
und  Röstanlage,  die  Ausgabe  an  Arbeitslöhnen,  sowie  der  Umstand,  daß 
das  gewonnene  Blei  auch  noch  raffiniert  werden  muß.  Die  beste  Ver- 
wertung dürfte  die  sein,  daß  man  das  Material  nach  Feststellung  des 
Bleigehalts  einer  Durchschnittsprobe  den  ßleiglashütten  anbietet.  —  An- 
lagen zur  Rückgewinnung  des  Bleis  baut  Hütteningenieur  M.  von  Beiboldt 
in  Coburg. 

Zweite  Antwort:  Die  Entbleiung  von  Bleiglas  könnte  auf 
hüttenmännischem  Wege  durch  Erhitzen  mit  Kohle  erfolgen  oder  auf 
chemischem  nach  verschiedenen  Methoden.  Aber  alle  Verfanren  sind  so 
umständlich  und  teuer,  daß  sie  nicht  lohnen.  Versuchen  Sie  daher  lieber 
eine  andere  Verwertung  für  das  bleihaltige  Herdglas. 

M.  Wieviel  an  Gewicht  Arsenik  erfordert  äußerst  ein  offener  Hafen 
von  8  Ztr.  Glasinhalt  zum  Blankwerden  anstelle  des  Blasens  mit  Holz  oder 
dergleichen?  Sind  Glaubersalz  und  Salpeter  ein  Ersatz  für  Läuterungs- 
mittel ? 

Erste  Antwort:  Der  Zusatz  von  Arsenik  richtet  sich  nach 
dem  Verhalten  des  Gemenges  während  der  Schmelze  und  nach  der 
Temperatur  im  Schmelzofen.  Geht  der  Ofen  nicht  zu  heiß  oder  verwendet 
man  verdeckte  Häfen,  wo  in  beiden  Fällen  das  Gemenge  etwas  fester 
liegt,  so  erhöht  man  den  Zusatz.  Bei  normalen  Verhältnissen  nimmt  man 
auf  100  kg  Sand  0,5—1  kg  Arsenik.  Vor  dem  Läutern  wirft  man  einige 
Stücke  in  den  Hafen,  wo  sie  zu  Boden  sinken  und  durch  ihr  Verdampfen 
ein  heftiges  Wallen  der  Glasmasse,  somit  eine  Beseitigung  der  Bläschen 


8«  —  Mr.  h 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (55.  fahrgang.) 


und  die  Homogenisierung  des  Glases  bewirken.  Arsenik  verflüchtigt  sich 
im  Ofen  vollständig.  Salpeter  zersetzt  sich  bei  der  Schmelze,  nnd  der 
freiwerdende  Sauerstoff  wirkt  durch  Oxydation  der  organischen  Substanzen 
oder  Schwefelverbindongen  entfärbend.  Die  entweichenden  Gase  tragen 
gleichzeitig  znr  Homogenisierang  des  Hafeninhalts  bei.  Bei  gutem  Weiß- 
glas verwendet  man  Arsenik  und  Salpeter  gleichzeitig.,  Glaubersalz  kann 
für  das  Weiüclas  gar  nicht  in  Frage  kommen  nnd  wirkt  beim  Schmelz- 
prozeß nur  als  Alkali,  nie  aber  als  Läaterungs-  und  Homogenisierungs- 
mittel. 

Zweite  Antwort:  Wollen  Sie  Ihr  Glas  statt  mit  Holz  und  dergl. 
mit  Arsenik  blasen,  so  müssen  Sie  S  Iickarsenik  verwenden,  und  zwar  ist 
derselbe  während  der  Läuterungsperiode  in  die  flüssige  Glasmasse  zu 
werfen.  Men  richtet  sich  nun  dabei  nicht  nach  dem  Gewicht,  sondern 
nach  der  Größe  des  Stückes;  es  muß  so  groß  sein,  daß  es  im  Glasfluß  u 
Boden  sinkt  und  die  Glasmasse  durch  die  entweichenden  Dämpfe  in 
wallende  Bewegung  versetzt.  Sie  benötigen  Stucke  von  etwa  120 — 140  ccm 
Größe.  Je  nach  der  Zusammensetzung  des  Glases  und  der  im  Ofen  herr- 
schenden Sebmelzhitze  ist  dieses  Blasen  zwei-  oder  auch  mehrmal  vorzu- 
nehmen, in  Zwischenpausen  von  etwa  30  Minuten.  Als  Ersatz  für  L|u- 
terungsmittel  kommt  in  gewissem  Sinne  nur  Salpeter  in  Betracht;  ob- 
gleich auch  Glaubersalz  nur  bei  manchen  Gläsern  die  Läuterung  be- 
günstigt, so  hat  mir  die  Prexis  doch  bewiesen,  daß  z.  B  gewöhnliches 
Natronkalkglas  mit  einem  Glaubersalzzusatz  von  1 — 15%  bedeutend 
schneller  und  gründlicher  rieh  läuterte,  als  das  gleiche  Glas,  bei  gleicher 
Hitze  eingeschmolzen,  ohne  Glaubersalz.  Die  Wirkung  des  Salpeters  ai  f 
die  Läuterung  ist  bedeutend  größer,  da  er  einmal  durch  seinen  freiwerde  - 
den  Sauerstoff  die  Masse  mehr  in  Bewegung  bringt,  sodann  findet  eiie 
Beinigung  des  Schmeizgntes  in  erhöhtem  Maße  statt,  da  durch  seine  Oxy- 
dati ons Wirkung  alle  im  Glase  enthaltenen  schädlichen  Stoffe  sozusagen  un- 
schädlich gemacht  werden.  Der  Zusatz  von  Salpeter  schwankt  zwischen 
3  bis  5  o/0. 

Dritte  Antwort:  Beim  Gebrauch  von  Arsenik  zum  Blasen  kommt 
es  ganz  auf  die  Ofenhitze  bei  der  Schmelze  an.  Ist  das  Gemenge,  vor 
allem  die  erste  Einlage  gut  durchgeschmolzen  und  der  Ofen  auch  weiter  gut 
heiß,  so  benötigt  mau  1 — 2  kg  Arsenik  in  Stücken  zum  Blasen  des  Glases, 
und  auch  nur  in  diesem  Falle  hat  es  einen  Sinn,  mit  Arsenik  zu  blasen, 
denn  bloß  auf  eine  sehr  flüssige  Schmelzmasse  hat  Arsenik  auch  in 
chemischer  Hinsicht  einen  Eiuflaß.  Geht  der  Ofen  bei  der  Schmelze  kalt 
nnd  ist  die  Schmelzmasse  za  zähe,  so  nützt  auch  eine  viel  größere  Gabe 
von  Arsenik  nicht  viel,  die  aufsteigenden  Dämpfe  bilden  sich  nur  ein?n 
schwachen  Durchgang  zum  Entweichen,  ohne  die  ganze  Masse  der  Schmelze 
in  Bewegung  zu  bringen,  uud  auch  der  soastige  Nutzen  des  ArB  niks  geit 
dadurch  verloren.  In  einem  soleheu  Falle  ist  es  immer  besser,  mit  einem 
nicht  zu  kleinen  Stückchen  Holz  zu  blasen;  man  kann  damit  auf  dem 
ganzen  Hafenboden  herumfahren  uud  das  träge  Schme'zgut  tüchtig  in 
Bewegung  bringen.  Glaubersalz  in  kleinen  Mengen,  1—2  kg  auf  100  kg 
Sand,  hilft  bei  der  Schmelze;  zur  Läuterung  trägt  es  nicht  bei,  dagegen 
ist  ein  reichlicher  Salpeterzusatz  ein  gutes  Läuterungsmittel,  da  er  die 
Schmelze  ganz  bedeutend  erleichtert  und  zur  Klärung  der  Masse  beiträgt. 


Heue  Fragen.  * 
Keramik. 

25.  Wir  beabsichtigen,  auf  dem  Dach  unserer  Fabrik  eine  Wind- 
turbinenanlage einzurichten  mit  durchgehender  Kolbenstange  zu  den  Keller- 
räumen, um  die  Mahlmühlen,  die  etwa  6  PS  benötigen,  damit  in  Gang  zu 
setzen,  da  keine  elektrische  Kraft  vorhanden  nt.  Wir  bitten  daher  um 
Auskunft,  ob  eine  derartige  Anlage  sich  praktisch  ausführen  läßt  und  auch 
schon  bewährt  hat.  Wer  baut  tolche  Windturbinenanlagen,  die  also  etwa 
denjenigen  entsprechen,  wie  man  sie  zum  Wasserpumpen  oft  in  größeren 
Gärtnereien  oder  Gutshöfen  sieht? 

26.  Eignet  sich  der  Tunnelofen  auch  am  besten  für  Hart  Steingut, 
wobei  ja  viele  Gegenstände,  durch  Dreispitze  getrennt,  aufeinander  gesetzt 
werden  und  darum  leicht  stürzen  können?  Int  dabei  Gasfeuerung  direkter 
Kohlenfeuerung  vorzuziehen?  Kann  ein  und  derselbe  Ofen  sowohl  für  den 
Schrilh-  als  auch  für  den  Gla'tbrand  bei  SK  9  bezw  SK  d  vorteilhaft 
verwendet  werden?  Auf  den  Uebergangswagen  gedachten  wir  Steine  und 
Kansettm  zu  brennen.  Kann  man  leicht  reduzierenden  und  oxydierenden 
Brand  erzielen?  Welche  kürzeste  Zeit  muß  ein  solcher  Ofen  ununter- 
brochen in  Bdrieb  sein,  um  wirtschaftlich  zu  sein?  Wie  viele  Tonnen 
Waren  können  während  24  Stunden  erzeugt  werden? 

27.  Ich  bitte  um  Angabe  einer  boraxhaltigen  Stein gutglasur  für 
SK  03 — la  und  eines  dazu  passenden  gut  stehenden  Bänderblau  für 
bl.Bd -Teller. 


Glas. 

18.  Es  werden  Abziehbilder  hergestellt  für  Glas,  die  eine  schöne 
Emailschicht  auf  dem  gebrannten  Glas  zeigen.    Die  Eigentümlichkeit  be- 
steht hauptsächlich  darin,  daß  die  schwarze  Zeichnung  und  die  Farben 
sämtlich  mit  Email  unterlegt  sind,  ebenso  wie  bei  Handmalerei.    Wie  ist . 
das  Verfahren  ? 

19.  Welches  System  unter  den  verschiedenen  Glasblasmaschinen  ist 
das  vorteilhafteste  und  einfachste  in  der  Handhabung  zur  Herstellung  von 
Eng-  und  Wei'halsßaschen  bis  zu  250  g?  " 


Briefkasten  der  Redaktion. 

B.  &  Co.  i.  E.  Versätze  für  Schamottesteine  sind  in  den  letzten 
Jahren  zur  Genüge  im  Fragekasten  angegeben  worden.  Bemühen  Sie  sich 
einmal  selbst  nnd  schlagen  Sie  nach  I  Wozu  werden  wohl  das  allgemeine 
Halbjahrs-  und  dann  noch  das  alphabetische  technische  Jahres- Inhalts- 
verzeichnis zusammengestellt!' 

IlelloB  1.  1J.-M.  Das  gleiche  gilt  für  Sie  in  Bezug  auf  Eapsel- 
versätze. 


Mosa  1.  M.  Im  Anzeigenteil  des  Sprechsaal  Anden  Sie  genug  Be- 
zugsquellen für  Kapseltone,  ebenso  im  Sprechsaal-Kalender  (auch  im  tech- 
nischen Teil  unter  „Tone  nnd  Kaoline") 

F.  W.  1.  A.  Stielsteine  für  Kelchgläser  liefert  G  A..  Loschek  in 
Falkenau-Kittlitz  (Böhmen).  Wenden  Sie  sich  auch  an  Max  Peschel  in 
Biebersdorf,  Post  Reinerz,  L  Niggl  in  Albendorf,  Grafsch.  Glatz,  Alfred 
Pursche  Sachs  -Böhm.  Schleifsteinsehneidwerke  in  Dürrhennersdorf  i.  S , 
Michael  Ankenbrand  in  Eltmann  a.  Main/ 

A.  M.  i.  K.  Fetten  rotbrennenden  Ton  liefern  die  Heimleiter 
Tonwerke  in  Helmstedt  (Braunschweig),  Müllenbach  &  Tuewa'd  in  Höhr 
b.  Coblenz,  Tongrube  Sonnenberg  G.  m.  b.  H.  in  Eiseaberg  (Pfalz). 

L.  P.  I.  T.  Ueber  Kaltfarben  für  Porzellan  finden  Sie  einige  An- 
gaben in  den  Antworten  za  Frage  51  in  Nr.  15  des  Sprechsaal  1921. 


Sprechsaal  -  Kalender 
1922 

Preis:  Gebunden  bei  freier  Zu- 

 1  sendung für  Deutschland, 

Deutsch  -  Oesterreich  M  13.—, 
Tschechoslowakien  und  Ungarn 
M16. — ,  für  das  Ausland  mit  hoch- 
stehender Währung:  Frs  5.—, 
Lire  5.—,  Sh  4.—,  Dollar  2.—, 
Kroner  3.60,  Flh  2,50. 

Geschäftsstelle  des  Sprechsaal 
Coburg. 


Für  Mess-flnzeigen 


empfehlen  wir  besonders 

T7r.  6  T7r.  7  !7r.  8 

vom  9.  Februar    vom  16.  Februar    vom  23.  Februar 

Etwa  noch  für  diese"  Nummern  bestimmte  Inserate} 
erbitten  wir  baldigst. 

Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 


IAHRESSCHAU  DEUTSCHER  ARBEIT  DRESDEN 

lUNi-sEp-r  1922 

DEUTSCH  E  ERDEN 

(PORZELLAN  KERAMIK' GLAS) 


Hierzu  eine  Beilage:    Kalender-Prospekt  der  Firma  „Alpine"  Maschinenfabrik-Gesellschaft  in  Augsburg  über 
Zerkleinerung-,  Mahl*  und  Transportanlugen  sowie  Eis-,  Kühl-  uud  Gefrieranlagen. 


(66.  /ahrgang,) 


Coburg,  den  9,  Februar  1922. 


Nammer 


Zeitschrift  für  die  Keramischen,  Glas«  und  verwandten  Industrien. 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Loais  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bogra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


FernsprechanschluSNr.  59./Te!egr. -Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto :  Cobnrg-Gothaische  Bank  A.-G,  Coborg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  nnd  Deotsch-Oesterreich  durch  die  Post  vierteljährlich  Jt  14. —  unter  Streifband  M  40.—. 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  1.—  (Stellengesuche  30  £)> 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 

Mitglied  von :  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  B.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Ueber  die  Bestimmung'  der  Wasseraufnahme- 
fähigkeit oder  der  scheinbaren  Porosität 
keramischer  Erzeugnisse. 

Von  0.  Kallauner,  R.  Barta  nnd  J.  Simane,  Brunn. 
(Mitteilung  ans  der  keramischen  Abteilung  der  Böhmischen  Technischen 
Hochschule  in  Brünn) 

(Nachdruck  verboten.) 

(Schluß.) 

Die  Resultate  der  durchgeführten  Präfangen  sind  in  Ge- 
wichtsprozenten folgende : 

I.  Einfluß  der  auf  verschiedene  Weise  durchgeführten 
Berührung  des  Probekörpers  mit  Wasser, 
a)  bei  normalem  Luftdruck: 

1.  Die  Formlinge  (AI)  wurden  nach  Ch.  F.  Binns  in  destil- 
liertes Wasser  gelegt,  d.  h.  im  Wasser  auf  die  längeren  Seiten- 
flächen derart  gestellt,  daß  ihre  obere  Fläche  1  mm  hoch  den 
Wasserspiegel  überragte.  Es  wurde  dann  immer  nach  einer 
bestimmten  Frist  gewogen. 

Formlinge,  ge-  Wasseraufnahmefähigkeit  nach: 

braont  bei:         1   "       6  24         48        96        168     240  Std. 

SK  010  14,01     14,12     14,23     14,31     14,62     14,68  14,73 

„     1  3,12       4,79       5,02      5  02      5,13      5,19  5,19 

„     6  0  21       0,66  '     0,90      1,24      1,58      1,92  2,14 

2.  Die  Formlinge  wurden  zur  Hälfte  in  destilliertes  Wasser 
gelegt  und  nach  einer  bestimmten  Zeit -auf  ihre  Gewichtszu- 
nahme untersucht. 

Wasseraufnahmefähigkeit  nach 
6        24       48       96  120 
14.25    14,47    14,68    14,69  14,74 
6,51     5,74     5  74     6  79  5,79 
0,65     0,66     0,99     1,22  1,38 


Formlinge,  ge- 
brannt bei: 
SK  010 

,  „  1 

m-i  6 

3.  Man 


144  168  Std. 

14  80  14,80 
5,79  6  85 
1,68  1,93 


1 

14,14 
4  85 
0,22 

ließ  die  Formlinge  langsam  destilliertes  Wasser 
einsaugen  und  übergoß  sie  endlich  2  cm  hoch  mit  Wasser. 
Die  Wasseraufnahmefähigkeit  wurde  in  gewissen  Intervallen 
bestimmt. 

Formlinge,  ge-  Wasseraufnahmefähigkeit  nach: 

branntbei:  1        6      24       48      96      168     240     552  1512  Std. 
SK  0J.0    13,95  14,17  14,28  14,50  14,60  14  61  14,78  15,28  16,05 
„     1       3,42    4,85    5,07    6,07     5,18    6,18    5  24    5,52  6,96 
„     6'      0,55    0,66    0,88    1,30     1,62    2,06    2,96    2,45  2,62 
Bei  den  unter  1  bis  3  angeführten  Versuchen  betrug  die 
Durchschnittstemperatur  bei  der  Bestimmung  der  Aufnahme- 
fähigkeit bei  Wasser  16°  C,  bei  der  Luft  18°  C. 

Aus  diesen  Versuchen  geht  hervor,  daß  die  besten  Erfolge 
beim  Eintauchen  nur  dann  erzielt  werden,  wenn  die  Formlinge 


anfangs  nnr  teilweise  ins  Wasser  eingetaucht  werden.  Das 
Wasser  steigt  infolge  der  Kapillarität  und  wird  dann  bis  zu 
jenem  Teil  nachgegossen,  wohin  es  in  den  Formlingen  ge- 
stiegen ist. 

b)  Unter  niedrigem  Luftdruck: 

1.  Hier  wurde  versucht,  den  Unterschied  in  den  Wasser- 
aufnahmefähigkeitswerten zu  bestimmen,  falls  sofort  der  ganze 
Formling  ins  Wasser  getaucht  wird  oder  wenn  (nach  Ledde) 
die  Luft  zuerst  mittels*  Wasserluftpumpe  */a  Stunde  ausgesogen 
und  dann  erst  Wasser  zugegeben  wird. 

Wasseraufnahmefähigkeit  nach  2  Stunden: 
Formlinge,  gebrannt  a)  Nach  sofortigem  Eintauchen  b)  Nach  vorhergehender 
bei:  ganzer  Formlinore  in  Wasser  Evakaation  nachLedne 

SK  010  14,62  16,14 

„     1  5,79  9,16 

„     6  1,88  2,67 

Die  nach  Leduc  nach  vorhergehendem  Luftabsaugen  erzielte 
Wasseraufnahmefähigkeit  ist  in  Bezug  auf  die  beim  direkten 
Lagern  erzielten  Werte  weit  höher. 

2.  Es  wurde  weiter  der  Unterschied  in  den  Wasseraufnahme- 
fähigkeitswerten für  den  Fall  festgestellt,  wenn  das  Wasser 
entweder  auf  einmal  oder  nacheinander  zugegeben  wird. 

Zu  diesem  Zwecke  führten  wir  zwei  Reihen  von  Versuchen 
durch : 

a)  Die  Formlinge  wurden  unter  niedrigen  Luftdruck  gestellt 
und  die  Luft  */2  Stunde  hindurch  abgesaugt,  worauf  man 
destilliertes  Wasser  im  Anfange  bis  zu  nach  2  Minuten  bis 
zu  2/8  der  Höhe  des  Formlings  und  nach  weiteren  3  Minuten 

2  cm  über  die  Formlinge  steige??  ließ.  Die  Gesamtdauer  der 
Wasserzugabe  betrug  insgesamt  ±  Minuten. 

b)  Es  wurde  in  ähnlicher  Weise  verfahren,  nur  gab  man 
das  Wasser  nach  15  Minuten  bis  zu  2/3  der  Höhe  der  Formlinge 
und  übergoß  diese  nach  weiteren  15  Minuten  gänzlich. 

c  und  d)  Die  Gesamtdauer  der  Wasserzugabe  erstreckte 
sich  weiter  in  analoger  Weise  auf  1  Stunde  und  endlich  auf 

3  Stunden, 

Formlinge,  gebrannt  Wasseraufnahmefähigkeit: 

bei :  a  b  c  d 

'  *    SK  010  15  61       15,82        1612  16,13 

„     1  9  02        9  24  9,51        9  54 

,     6  2,59        2,63  2,75  2,75 

Man  sieht,  daß  in  diesem  Falle  die  Wasserzugabezeit  von 
1  Stunde  vollkommen  genügt.  Die  Anwendung  einer  weiteren 
Zeitdauer  scheint  keinen  wesentlichen  Einfluß  auf  die  Resultate 
zu  haben. 

3.  Weiter  wollten  wir  feststellen,  ob  ein  Unterschied  in 
der  Wasseraufnahmefähigkeit  bei  niedrigem  Luftdruck  sich 


58  —  Efr.  6 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


ergibt,  wenn  man  denselben  entweder  aufhebt  oder  ununter- 
brochen wirken  läßt.  . 

Der  Zweck  dieser  Versnebe  war,  festzustellen,  ob  die  so 
entstandenen  Anstöße  beim  Aufheben  des  Vakuums  das  Sättigen 
des  Formlings  unterstützen  und  beschleunigen.  Es  wurden 
parallele  Versuche  durchgeführt. 

a)  Im  ersten  Falle  wurde  ljt  Stunde  hindurch  die  Luft 
abgesaugt,  dann  langsam  Wasser  in  dem  Maße  zugegeben,  wie 
es  durch  die  Kapillarität  in  den  Formlingen  aufstieg.  Die 
Formlinge  beließ  man  2  Stunden  unter  niedrigem  Luftdruck,  . 
worauf  dieser  aufgehoben  wurde;  danach  wurden  sie  6  Stunden 
bei  normalem  Luftdruck  liegen  gelassen,  getrocknet  und  ge- 
wogen. 

b)  Im  zweiten  Falle  wurde  die  Luft  ebenso  ljt  Stunde  hin- 
durch abgesaugt,  das  Wasser  genau  so  wie  im  ersten  Falle 
zugefügt  und  das  Ganze  16  Minuten  unter  niedrigem  Luftdruck 
belassen.  Nach  dieser  Zeit  hob  man  den  letzteren  auf,  und 
beließ  das  Gefäß  mit  den  Formlingen  1  Minute  bei  Normal- 
luftdruck, worauf  man  wiederum  absog  und  die  Formlinge 
16  Minuten  unter  nach  7  Minuten  erzielten  niedrigen  Luft- 
druck usw.  setzte.  Dieser  Vorgang  (7  +  16  +  1  =  24  Minuten) 
wurde  im  ganzen  fünfmal  wiederholt,  was  zusammen  der  Zeit- 
dauer von  2  Stunden  entspricht,  worauf  die  Formlinge 
6  Stunden  bei  Normalluftdruck  belassen  wurden. 

Die    Wasseraufnahmefähigkeit    nach    a)    und   b)    ist  in 
folgender  Uebersicht  verglichen:. 

Formlinge,  gebrannt  .  Wasseraufnahmefähigkeit: 

bei  a)  b) 

SK  010  16,14  16,14 

„     1  8,88  8,93 

„     6  2,33  2,23 

Aus  den  Resultaten  geht  hervor,  daß  die  Arbeit  bei  unter- 
brochenem und  ununterbrochenem  niedrigen  Luftdruck  von 
keinem  Einfluß  auf  die  Wasseraufnahmefähigkeit  ist. 

II.  Einfluß  der  verschiedenen    Berührungsdauer    des  Probe- 
körpers mit  Wasser. 

a)  Unter  normalem  Luftdruck  und  Normaltemperatur: 

Ist  aus  I  1,  2,  3  ersichtlich. 

b)  Unter  Normalluftdruck  und  erhöhter  Temperatur. 

-  Die  ganzen  Formlinge  wurden  in  destilliertes  Wasser  ein- 
getaucht und  das  Wasser  zum  Sieden  (100°)  gebracht.  Das 
abgedampfte  Wasser  wurde  in  regelmäßigen  Zeiträumen  drrch 
siedendes  destilliertes  Wasser  ersetzt.  Nach  bestimmten 
Intervallen  wurden  die  Formlinge  unter  Wasser  auf  20°  C. 
abgekühlt,  darauf  mäßig  getrocknet  und  gewogen. 
Formlinge,  gebrannt        Wasseraufnahmefähigkeit  nach  : 

bei:  l\t   .    V*        1        3.6        12       24  St. 

SK  010        12,70  13,70  13,76  13.81  14,03  14,25  14,47 
„   ,  1  5,17     5,50    5,61     5,61     5,83    5,94  6,49 

„     6  0,45    0,45    0,45     0,45    0,56     0,62  1,59 

Formlinge,  gebrannt         Wasseraufnahmefähigkeit  nach : 

bei:  36.      48      60       84      108-   156     216  St. 

SK  010        14,75  15,02  15,02  15,32  16,53  15,83  16,10 
„     1  6,71     6,76     6,76    6,98     7,26     7,43  7,64 

■     6  1,81     2,04    2,15     2,70    2,72     2,72  2,73 

Beim  Wiegen  an  der  Luft  betrug  die  Wassertemperatur 
18—21°  C,  die  Lufttemperatur  16—18°  C. 

Aus  den  unter  II  a)  b)  angeführten  Ergebnissen  geht  hervor, 
daß  die  Wasseraufnahmefähigkeit  mit  der  Berührungsdauer 
des  Probekörpers  im  Wasser  steigt.  Bei  den  Versuchen  unter 
Normaltemperatur  wurde  ein  ständiges  Steigen  bis  zu  1512 
Stunden,  beim  Sieden  bis  zu  216  Stunden  konstatiert,  bia  zu 
welcher  Zeit  die  Versuche  durchgeführt  worden  sind. 

c)  Bei  niedrigem  Luftdruck  und  erhöhter  Temperatur. 

Es  wurde  die  Sättigungsgeschwindigkeit  der  Formlinge  auf 
Grund  der  Buckley'schen  Anleitung  durch  Kochen  nach  be- 
stimmten Perioden  festgesetzt,  wobei  die  folgenden  Werte  sich 
ergaben :  ( 

Formlinge,  gebrannt  Wasseraufnahmefähigkeit  bei  '/i  •■  Atm.  nach : 
bei:  1  12  24  36  72  Std. 

SK  010  16,18      16,23      16,23      16,23  16,23 

„     1  9,03        9,09        9,09        9,14  9,l4 

u     6  2,37        3,04        3,38        3,61  8,66 

bei:  24  72  Std. 

Formlinge,  gebrannt  Wasseraufnahmefähigkeit  bei     Atm.  nac^h : 

SK  010  16,03  16,23 

„     1  8,37  9,01 

„     6  2,03  3,10 

d)  Bei  erhöhtem  Luftdruck. 
Bei  diesen  Versuchen  wurden  die  Formlinge  langsam  in 
destilliertes  Wasser,  das  sich  im  Autoklaven  befand,  einge- 
taucht, dann  wurde  das  Wasser  erwärmt,  wobei  der  Luftdruck 


im  Autoklaven  während  15  Minuten  auf  1  Atm.,  während  25 
Minuten  auf  2  Atm.,  und  während  27  Minuten  auf  3  Atm.  stieg. 
Dieser  Luftdruck  wirkte  teils  1j4  Stunde,  teils  24  Stunden, 
worauf  man  in  1  Stunde  den  Inhalt  auf  20°  C  abkühlen  ließ, 
die  Formlinge  herausnahm  und  nach  dem  Abtrocknen  wog. 

Hierbei  wurden  nachstehende  Wasserauf  nahmefähigkeits- 
werte  gefunden: 


Formlinge,  gebrannt 
bei: 
SK  010 

»  1 
.  6 


Wasseraufnahmefähigkeit  nach : 
24  Std. 

16,02 
6,94 
2,99 


u 
16,18 
5.62 
1,88 


Die  bei  dieser  Methode  erzielten  Resultate  sind  niedriger, 
als  die  bei  den  anderen  Methoden,  was  nach  unserer  MeinuDg 
darauf  zurückzuführen  ist,  daß  die  Luft  aus  den  Poren  vor 
dem  Wassersättigen  nicht  genügend  hinausgedrängt  wurde. 
(Langsames  Kapillaritätsaufsaugen,  Evakuation.) 

III.  Einfluß  des  weiteren  Belassens  des  Probekörpers 
im  Wasser  bei  normalem  Luftdruck  nach  der  bei  niedrigem 
Luftdruck  durchgeführten  Prüfung. 

Wir  forschten  nach  dem  Wasseranfnahmefähigkeitsunter- 
schiede  in  dem  Falle,  daß  man  die  Formlinge  sofort  nach  der 
Herausnahme  aUs  dem  Wasser  oder  nach  einem  späteren  Zeit- 
räume wiegt.  Zu  diesem  Zwecke  wurden  die  Formlinge 
V«  Stunde  mittels  Luftpumpe  evakuiert,  worauf  wir  nach  1  Stunde 
Wasser  langsam  zuließen  und  den  niedrigen  Luftdruck  weitere 
24  Stunden  durchhielten.  Nach  dieser  Zeit  hoben  wir  den 
niedrigen  Luftdruck  auf  und  beließen  die  Formlinge  weiter  im 
Wasser  bei  normalem  Luftdruck  während  der  in  der  Ueber- 
sicht angeführten  Zeitdauer,  trockneten  sie  dann  an  der  Ober- 
fläche und  wogen.  Es  wurden  die  nachstehenden  Wasserauf- 
nahmefähigkeitswerte gefanden : 

Wasseraufnahmefähigkeit  nach  Alfheben  des  niedrigen 
Formlinge,  gebrannt     Luftdruckes  und  Belassen  im  Wasser  bei  normalem 
bei:  Luftdruck  nach: 

5  Min.  6  24  48  Std. 

SK  010  15,81         15,98        15.98  15.98 

„     1  9,60  9,«7  9,97  9,97 

„     6  0,66  1,80  2,43  2,43 

Aus  den  Resultaten  ergibt  sich,  daß  es  genügt,  die  bei 
SK  010  gebrannten  Formlinge  nach  Aufheben  des  Vakuums 
6  Stunden  im  Wasser  zu  belassen,  während  man  die  bei  SK  6 
gebrannten  Formlinge  mindestens  noch  24  Stunden  unter 
Wasser  bei  normalem  Luftdruck  belassen  muß,  um  einen 
Druckausgleich  zu  erzielen. 

IV   Einfluß  ungleicher  Probekörpergröße  aus  derselben  Masse 
auf  die  Wasseraufnahmefähigkeitswerte. 

Hier  wurde  einerseits  die  Anleitung  von  Olschewski  bei! 
den  Probekörpern  AI  kontrolliert,  anderseits  die  Aufnahme- 
fähigkeit bei  ungleich  großen,   aus   derselben  Masse  herge- 
stellten Probekörpern  AU  bestimmt. 

Um  uns  vom  Unterschiede  zu  überzeugen,  wenn  die  Auf- 
nahmefähigkeit bei  ganzen  oder  halben  keramischen  Form- 
lingen A I  bestimmt  wird,  führten  wir  folgende  Versuche  durch : 

Wasseraufnahmefähigkeit  der  Formlinge 
bei  der  Brenntemperatur  von 
Art  SK  010  1  6 

1  Tag  frei  im  Wasser  gelagert  14,67  5,09  1,47 
3    „      „     „        „  „  14,78        5,09  2,38 

nach  3  Tag.  unter  niedr.  Luftdruck 

und  2  Stunden  bei  Normaltemperatur  15,11  5,49  2,50 
beim  Kochen  mit  Wasser  16.03        8,71  2,59 

bei  normaler  Temperatur  16,04        8.25  4,66 

Buckley:  beim  Kochen  16,14        8,88  4,50 

Aus  den  angeführten  Zahlen  sieht  man,  daß  nahezu  die 
höchsten  Werte  bei  den  halben  Formlingen  unter  niedrigem 
Luftdruck  erzielt  werden.  Wie  lange  die  Formlinge  nach 
Aufheben  des  niedrigen  Luftdruckes  zur  vollständigen  Sättigung 
mit  Wasser  in  diesem  zu  belassen  wären,  zeigt  uns  folgende 
Uebersicht: 

Wasseraufnahmefähigkeit  der  nach  Auf- 
Formlinge,  gebrannt     heben   des  niedrigen  Luftdruckes  bei 
bei:  Normaltemperatur  im  Wasser  belassenen 

Formlinge  nach: 
5  Minuten      6  2t    48  Stunden 

SK  010  16,04       16,04       16,04  16,04 

„1  8,4  L     j  8,85        8,84  8,b5 

„     6  3,07        4,20        4,66  4,65 

Vergleichsweise  mit  ganzen  und  halben  Formlingen  zwecks 
der  Feststellung,  wie  das  Nachsättigen  mit  Wasser  bis  zum 
annähernd  konstanten  Gewicht  nach  Aufheben  des  niedrigen 
Luftdruckes  wirkt,  führten  zu  folgenden  Ergebnissen: 


I 


1923.  (66.  Jahrgang.) 


SPRECH  S  AAL  -  COBURG. 


Nr.  6  —  69 


Formlinge,  gebrannt    bei  SK  010  1  6 

Konstantes  Gewicht  nach  Aufheben  des 
niedrigen  Luftdruckes  wurde  erzielt  nach 
ganze  10  Stunden       10  Standen      mehr  als 

48  Stunden 

halbe  5  Minuten        5  Minuten     24  Stunden 

Das  Angeführte  beweist  den  Vorteil,  mit  Rücksicht  auf  das 
rasche  Durchsättigen  mit^  Wasser  an  Stelle  der  ganzen  nur 
gebrochene  (geteilte)  Formlinge  zu  benützen. 

Bei  den  Versuchen  mit  den  Probekörpern  A  II  wurde  die 
Wasseraufnahmefähigkeit  nach  folgenden  3  Grundmethoden 
bestimmt: 

.  a)  Münchener  Konferenz  1884. 

b)  Von  uns  normierte  Methode  mit  kochendem  Wasser. 

c)  Von  uns  modifizierte  Methode  Buckley's,  die  am  Ende 
dieser  Arbeit  beschrieben  ist. 

Die  Versachsresultate  waren  die  nachstehenden: 

c\  b6i  niöd- 

Probekörper:         a)  Nach  der  Mttnchener  b) Kochendes  ri\,emLuf, 


Konferenz : 


Wasser 


rigemLuft-  p2 
druck 


24 


48 


74  288  Stund. 


17,70  18,20  18.59  19,70  22,25 

18  57  19  22  19,68  21,04  23.15 

18,75  18,83  19,04  20,49  22,74 

15,25  15,71  16  06  17,30  17,79 

15.01  15  53  1592  17,51  17,94 

15  35  — ,—  — ,—  — ,—  18,37 


12.04  —  ,— 
10,89    —  ,— 


14,91 

15,25 


23,03  —,— 

23,50  23,38 

23,09  — ,— 

18,17  —,— 

18  23  18  43 

18,78  — ,— 

15,14  15,71 

15,31  -,— 


a)  Aus  Ziegeln: 

Z  a) 
b) 

<0 

L        a)  " 
b) 

c) 

b)  Aus  Schamotte: 
H.  B.    b)      i     11.70  11,87 

b)  10,35  10,68 

c)  Aus  Steinzeugplatten: 

B.  T.    a)  2  51      2  62      2,68      2  80      2,84  3,18     — ,— 

b)  2,40      2,41      2  51      2  70      2,89  3,16  3,25 

c)  1,89  1,89  1,90  2,20  2,34  2,70  — ,— 
Aus  den  mit  den  Probekörpern  A  I  durchgeführten  Ver- 
suchen sieht  man,  daß  bei  Benutzung  halber  Formlinge  weit 
höhere  Wasseraufnahmefähigkeitswerte  erzielt  werden,  als  bei 
ganzen.  Wir  stimmen  vollkommen  mit  der  Anschauung 
Olschewski's  überein. 

Die  mit  Probekörpern  A  II  durchgeführten  Versuche  zeigen, 
daß,  wenn  die  Wasseraufnahmefähigkeit  schon  bei  einem  Teii 
eines  keramischen  Erzeugnisses  bestimmt  wurde,  dann  dessen 
Größe  keine  Rolle  spielt.    Bestimmte  Abweichungen  bei  Z,  L, 

H.  B.  waren  unserer  Ansicht  nach  hauptsächlich  durch  die 
unvollkommene  Homogenität  des  Erzeugnisses  in  allen  seinen 
Teilen  verursacht.  Der  niedrige  Wert  bei  B.  T.  hat  seine  Ur- 
sache darin,  daß  dieser  Teil  aus  der  dichter  gebrannten  Ecke 
der  Steinzeugplatte  stammte. 

Ergebnisse : 

Die  Ergebnisse  rinserer  Arbeit  sind  in  folgendem  zusammen- 
gefaßt: 

I.  Die  qualitativen  Anleitungen  zur  Bestimmung  der  Wasser- 
aufnahmefähigkeit bieten  keine  Möglichkeit  zu  einer  richtigen 

Beurteilung. 

2.  Die  quantitativen  Anleitungen  ergeben  bei  verschiedenen 
Methoden  oft  bedeutende  Differenzen. 
Im  allgemeinen  steigt  die  Wasseraufnahmefähigkeit  be- 
sonders durch  Herabsetzen  der  Luftmenge  in  den  Probekörpern 
und  dnrch  Erhöhung  der  Luftlöslichkeit  im  Wasser.  Dieses 
kann  man  durch  längere  Berührung   des  Probekörpers  mit 
Wasser  (am  besten  auegekochtem),  weiter  durch  Kochen  im 
Wasser  und  darauffolgende  Kühlung  oder  durch  Herabsetzen 
'des  Luftdruckes  erzielen.   Beim  Sättigen  mit  Wasser  empfiehlt 
es  sich,  das  Wasser  nach  und  nach  zum  Probekörper  zuzu- 
lassen, und  zwar  so,  daß  das  Wasser  nur  bis  zu  der  Höhe 
nachgegossen  wird,  wohin  es  inzwischen  infolge  der  Kapillarität 
gestiegen  ist, 

Es  ist  weiter  empfehlenswert,  die  Bestimmung  der  Wasser- 
aufnahmefähigkeit mit  Hälften,  Vierteln  oder  anderen  Teilen 
der  Erzeugnisse,  bei  denen  sich  wenigstens  eine  Fläche  be- 
findet, die  mit  direktem  Feuer  nicht  in  Berührung  gekommen 
ist  und  an  der  Oberfläche  keine  größere  Dichte  aufweist, 
durchzuführen.  Dies  gilt  besonders  von  den  im  Versuchs- 
laboratoriumsofen gebrannten  Formlingen.  Sonst  kommt  es 
auf  die  Größe  der  Teile  der  Erzeugnisse  nicht  viel  an. 

Bei  den  Körpern,  die  ein  merkbares  Quantum  im  Wasser 
löslicher  Stoffe  enthalten,  ist  bei  der  Bestimmung  der  Wasser- 
aufnahmefähigkeit auf  den  durch  Auslaugen  der  löslichen 
Stoffe  entstandenen  Verlust  Rücksicht  zu  nehmen.  Dieser 
läßt  sich  nach  Bestimmung  der  Wasseraufnahmefähigkeit  durch 
wiederholtes  Trocknen  (Ii0°  C.)  und  Wiegen  der  Probekörper 
feststellen. 

Nach  dem  Gesagten  liefern  die  niedrigsten  Werte  die- 
jenigen Methoden,  die  bei  normalem  Luftdruck  und  Normal- 


temperatur arbeiten,  höhere  Werte  jene  mit  kochendem  Wasser, 
und  die  höchsten  Resultate  dann  die  unter  niedrigem  Luftdruck 
arbeitenden  Methoden.  Die  letztgenannten  Methoden  liefern 
Werte,  die  sich  bei  den  porösen  Erzeugnissen  fast  vollkommen 
mit  dem  theoretischen  Wert  der  Wasseraufnahmefähigkeit  decken, 
bei  den  dichter  gebrannten  Erzeugnissen  aber  sich  ihm  nähern. 
Bei  den  porösen  Erzeugnissen  liefern  auch  die  beim  Sieden 
arbeitenden  Methoden  Werte,  die  dem  theoretischen  erheblich 
nahe  kommen. 

Für  die  Feststellung  der  Wasseraufnahmefähigkeit  beim 
Normaldruck  und  Sieden,  sowie  auch  bei  herabgesetztem  Luft- 
druck, die  allein  die  Bestimmung  in  verhältnismäßig  kurzer 
Zeit  ermöglichen,  haben  wir  auf  Grund  der  bei  dieser  Arbeit 
gewonnenen  Erfahrungen  die  folgende  Anleitung  zusammen- 
gestellt: 

Vorbereitung  der  zu  prüfenden  Erzeugnisse  zur  Bestimmung 
der  Wasseraufnahmefähigkeit. 
Zur  Gewinnung  der    geeigneten    Probekörper    zur  Be- 
stimmung der  Wasseraufnahmefähigkeit  empfehlen  wir  folgende 
Vorbereitung  der  keramischen  Erzeugnisse: 

a)  Bei  Ziegeln: 

Aus  der  Ziegelmitte  wird  ein  Probekörper  von  etwa 
6  cm  Durchmesser  und  der  der  Ziegelstärke  ent- 
sprechenden Höhe  vorsichtig  abgetrennt. 

b)  Bei  Dachziegeln  und  Pflastersteinen: 

Aus  der  Mitte  wird  eine  runde  Platte  von  etwa  6  cm 
Durchmesser  abgeschlagen,  welche  der  Stärke  des 
Dachziegels  oder  der  des  Pflastersteines  entspricht. 

c)  Bei  Röhren: 

Aus  der  Röhrenmitte  wird  ein  Scherben  von  etwa 
6X6  cm  in  der  Stärke  der  Röhrenwand  abgetrennt. 

d)  Bei  großen  Formlingen: 

Bei  großen  Formlingen,  die  nicht  homogen  genug 
sind,  empfiehlt  es  sich,  die  Wasseraufnahmefähigkeit  mit 
Bruchstücken  von  etwa  iOO  ccm  Inhalt  zu  bestimmen. 
Es  ist  nicht  ratsam,  mit  kleineren  Bruchstücken  zu 
arbeiten,  um  größere  Abweichungen  in  den  Wasserauf- 
nahmefähigkeits-Bestimmungen  infolge  ungleicher  Homo- 
genität des  Materials  zu  vermeiden.    Bei  dichteren, 
sowie  auch  homogenen  Formlingen  kann  mit  kleineren 
Bruchstücken    gearbeitet  werden,     IJie  Bruckstücke 
sollen   nach  Möglichkeit  regelmäßige  Walzen-  oder 
Würfelform  besitzen. 
Bei  der  Bereitung  der  Probekörper  muß  von  deren  Ober- 
fläche der   anhaftende  Staub   mittels  Blasebalgs   oder  eines 
feinen  Pinsels  entfernt  werden.    Hernach  trocknet  man  sie 
bei  110°  C  und  wiegt  sie  nach  gründlicher  Erkaltung  für  die 
Bestimmung  der  Wasseraufnahmefähigkeit.    Das  Abwiegen  soll 
womöglich  mit  einer  Genauigkeit  von  wenigstens  0,1  g  geschehen. 

Bei  den  auf  diese  Art  bereiteten  Probekörpern  gewinnt 
man  den  oberen,  d.  i.  den  höchsten  Wert  für  die  Wasserauf- 
nahmefähigkeit des  geprüften  Erzeugnisses,  welcher  in  der 
Praxis  in  der  Regel  entscheidend  ist;  den  unteren,  d.  i.  den 
niedrigsten  Wert  für  die  Wasseraufnahmefähigkeit  könnte  man 
bei  der  Arbeit  mit  den  aus  Ecken  oder  Enden  der  Erzeugnisse 
bereiteten  Probekörpern  gewinnen. 

Für  kleine  Laboiatoriumsformlinge  empfehlen  wir  mit 
Olschewski  übereinstimmend,  die  Wasseraufnahmefähigkeit  an 
halben  Formlingen  zu  bestimmen,  falls  diese  geringe  Ausmaße 
(z.  B.  8,35X4,00X9  cm)  besitzen. 

1,  Bei  normalem  Luftdruck  und  siedendem  Wasser 
arbeitende  Methode. 
Die  gewonnenen  Probekörper  werden  in  eine  flache  Por- 
zellanschale auf  einen  aus  Glasstäbchen  hergestellten  Rost  ge- 
legt, wobei  darauf  geachtet  werden  muß,  daß  sich  die  Probe- 
körper gegenseitig  nicht  berühren.  Darauf  gießt  man  in  die 
Schale  nach  und  nach  ausgekochtes  (nach  Möglichkeit  luft- 
freies) destilliertes  Wasser  zu,  bis  die  FormliDge  durch  die 
Kapillarität  mit  Wasser  gesättigt  sind.  Danach  werden  die 
Körper  mit  Wasser  1  cm  hoch  übergössen,  worauf  dieses  bis 
zum  Kochen  erhitzt  und  in  mäßigem  Sieden  1  Stunde  erhalten 
wird,  wobei  man  das  verdampfte  Wasser  nach  Bedarf  durch 
kochendes  destilliertes  Wasser  ersetzt.  Nach  dieser  Zeit  wird 
die  Porzellanschale  samt  Inhalt  rasch  abgekühlt  und  noch 
24  Stunden  bei  normaler  Temperatur  stehen  gelassen.  Darauf 
werden  die  Probekörper  aus  dem  Wasser  herausgenommen,  an 
ihrer  Oberfläche  vom  anhaftenden  Wasser  mit  einem  nassen, 
aber  ausgedrückten  Schwamm  befreit  und  dann  gewogen. 

2.  Unter  niedrigem  Luftdruck  arbeitende  Methode. 
Die  gewogenen  Probekörper  werden  in  die  auf  Seite  47 
abgebildete  Vorrichtung  so  eingelegt,  daß  sie  sich  gegenseitig 
nicht  berühren.  Darauf  wird  aus  der  Vorrichtung  mittels  einer 
guten  Wasserluftpumpe  l/g  Stunde  die  Luft  abgesaugt  und  dann 
unter  ständigem  Absaugen  während  1  Stande  nach  und  nach 


60  —  Nr.  6 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (C6.  Jahrgang.) 


ausgekochtes  und  rasch  gekühltes,  destilliertes  Wasser  zuge- 
lassen, bis  die  Wasseroberfläche  die  Probekörper  1  cm  über- 
ragt. Die  Vorrichtung  erhält  man  24  Standen  unter  herab- 
gesetztem Luftdruck  (ca.  16  mm  Quecksilbersäule),  worauf 
dieser  aufgehoben  wird.  Porösere  Probekörper  können  bereits 
nach  5  Minuten  aus  dem  Wasser  herausgenommen  werden, 
dichtere  Erzeugnisse  nach  24  Stunden,  wobei  deren  Oberflächen 
vom  anhaftenden  Wasser  mit  feuchtem  ausgepreßten  feinen 
Schwamm  befreit  und  dann  die  Probekörper  gewogen  werden. 

Bei  Ermittelung  der  Wasseraufnahmefähigkeit  einer  bestimm- 
ten Gattung  keramischer  Erzeugnisse  nach  den  eben  beschriebenen 
Methoden  empfehlen  wir,  die  Bestimmung  an  mindestens  5, 
aus  derselben  Warengattung  hergestellten  Probekörpern  vor- 
zunehmen. 

Nach  dem  Wiegen  der  Probekörper  nach  ihrer  vollen 
Sättigung  mit  Wasser  (v2)  werden  sie  in  den  Trockenkasten 
gebracht  und  darin  bei  110°  C.  vom  wieder  angesogenen 
Wasser  befreit.  Durch  abermaliges  Wiegen  wird  bestimmt,  ob 
ihr  Gewicht  mit  dem  ursprünglichen  übereinstimmt  oder  ob 
die  Probekörper  im  Verlaufe  der  Wasseraufnahmefähigkeits- 
bestimmung vielleicht  ihr  Gewicht  verändert  haben  (vs),  Im 
letzten  Falle  wird  die  Wasseraufnahmefähigkeit  nach  der  fol- 
genden Beziehung  berechnet: 


Auf  welche  Weise  kann  die  Abhitze  der 
Glasschmelzöfen  beliebig1  nutzbar  gemacht 

werden? 

Von  Hütteningenieur  M.  von  E e  i  b  o  1  dt-  Coburg. 

(Nachdruck  verboten.) 

Ueber  zwei  Hauptpunkte  eines  gut  geleiteten  Glashütten- 
betriebes, die  rationellste  Ausnutzung  des  Brennstoffes  und  die 
bestmögliche  Verwertung  der  Abhitze,  ist  schon  so  viel  ge- 
schrieben und  vorgetragen  worden,  daß  es  schwer  ist,  neue 
Anregungen  zu  geben.  Jedoch  gaben  zwei  Fälle,  die  mich  am 
Ende  des  verflossenen  Jahres  beschäftigten,  die  Anregung  zu 
nachstehenden  Ausführungen. 

Eine  Glashütte,  die  sich  sonst  durch  recht  gute  Fertig- 
fabrikate auszeichnet,  schickte  mir  eine  größere  Anzahl  steinige 
Glasproben  und  bat  um  Anleitung,  wie  dem  Uebel  zu  be- 
gegnen sei.  Die  Steinbildungen  in  den  eingesandten  Stücken 
waren  aber  so  verschiedener  Natur,  daß  es  aus  der  Ferne 
beim  besten  Willen  nicht  möglich  war,  die  Fehlerquelle  mit 
Sicherheit  festzustellen.  Ich  fahr  daher  hin.  Am  Ort  ange- 
kommen, holte  mich  der  Hüttenmeister  am  Bahnhof  ab,  ein 
Herr,  der  über  reiche  Erfahrungen  verfügt  und  auch  jeder 
vernünftigen  Neuerung  zugänglich  ist.  Er  erzählte  mir,  daß 
sowohl  sein  Prinzipal,  der  nicht  am  Sitz  des  Werkes  wohnt, 
als  auch  er  einen  3-tägigen  wärmetechnischen  Kursus  mitge- 
macht hätten  und  daß  seitdem  der  Chef  an  einem  wahren 
Isolierungswahn  leide. 

Auf  der  Hütte  angekommen,  fiel  es  mir  wie  Schuppen  von 
den  Angen.  Der  Besitzer  hatte  in  der  Annahme,  daß  es  wirt- 
schaftliche Vorteile  in  sieb  schließen  müsse,  wenn  der  Schmelz- 
ofen vollständig  gegen  Wärmeausstrahlung  geschützt  sei, 
auch  das  Hafenofengewölbe,  die  Kappe,  ohne  den  Einwendungen 
des  Hüttenmeisters  Rechnung  zu  tragen,  mit  schlechtem  Wärme- 
leitungsmaterial ohne  Luftschicht  stark  überziehen  lassen. 
Dieser  am  unrechten  Ort  angebrachte  Wärmeschutz  bildete  die 
Veranlassung  zur  Verunreinigung  und  Entwertung  des  Glases. 
Wie  bekannt,  ist  eine  Dinaskappe  nicht  nur  der  mechanischen 
Einwirkung  der  Flammen  ausgesetzt,  die  sich  dadurch  äußert, 
daß  das  Ofengewölbe  sich  abwechselnd,  je  nach  der  Hitze  im 
Ofen  ausdehnt  und  zusammenzieht,  sondern  auch  die  chemische 
Wirkung  der  Flamme  zeigt  ihren  zerstörenden  Einfluß  auf  das 
Ofengewölbe,  der  durch  die  sich  bildenden  Säuredämpfe  noch 
erhöht  wird.  Hierzu  tritt,  daß  die  mechanische  Festigkeit  eines 
Bonst  guten  Dinassteines  infolge  seiner  Zusammensetzung 
gegen  Druck  keine  allzugroße  sein  kann.  Hitze  und  chemische 
Einwirkungen,  sowie  Belastung  bedingten  nun  die  Zermürbung 
der  jeder  Ausdehnungs-  und  Kontraktions-Möglichkeit  beraubten 
Gewölbesteine,  und  diese  mußten  abbröckeln  und  so  den  In- 
halt der  Häfen  verunreinigen.  Ein  Stein,  der  wie  der  Dinas- 
stein  eines  Glasofengewölbes  mehrfachen  Beanspruchungen 
preisgegeben  ist,  muß  unbedingt  die  Möglichkeit  haben,  die 
Wärme,  die  seine  frühzeitige  Zerstörung  veranlaßt,  frei  abzu- 
geben. Die  schwere  Wärmeschutzdecke  aber  stellte  sich  nicht 
nur  einer  nicht  zu  vermeidenden  und  deshalb  in  Betracht  zu 
ziehenden  Ausdehnung  des  Ofengewölbes  hemmend  entgegen, 


sondern  sie  unterband  auch  die  nicht  zu  umgehende  Wärme- 
abgabe der  Kappe.  Die  falsch  angelegte  Isolierangsdecke  war 
somit  die  einzige  Ursache,  die  die  Lebensdauer  des  Ofenge- 
wölbes bedeutend  verkürzte  und  das  Schmelzgut  ungünstig 
beeinflußte. 

Der  Leser  möge  hieraus  lernen,  wie  wohlgemeinte  Rat- 
schläge, falsch  angewendet,  das  Gegenteil  herbeiführen  können- 

Ein  anderes  Mal  berief  mich  eine  Hütte  wegen  zu  kalten 
Ofenganges.  Die  Hütte  liegt  sehr  exponiert,  hat  einen  etwas 
niedrigen  Schornstein  ohne  Windbaube  und  arbeitet  trotz  aller 
Vorstellungen  noch  mit  Zuggeneratoren.  Auch  hier  holte  mich  1 
der  tüchtige  Meister  an  der  Station  ab.  Durch  die  Unter- 
haltung erfuhr  ich,  daß  auch  der  junge  Erbe  an  einem  Kursus 
teilgenommen  habe,  aber  auch  die  da  gebotenen  Anregungen 
ohne  Verständnis  zum  Nachteil  seines  Werkes  verwertete.  Die 
Spezialität  des  jungen  Herrn  war  nun,  daß  er  stündlich  die 
Rauchgase  untersuchte,  ohne  sich  darüber  belehren  zu  lassen, 
daß  die  Windverhältnisse  eine  Betriebsführung  erfordern,  die, 
wenn  der  Betrieb  im  allgemeinen  nicht  zu  viel  leiden  soll,  für 
die  „windige"  Zeit  unabhängig  von  der  Rauchgasanalyse  er- 
folgen muß.  Um  ihn  zu  überzeugen,  wie  weit  er  den  Ofen 
durch  seine  unverständlichen  Maßnahmen  habe  zurückgehen 
lassen,  bat  ich  ihn,  sein  Pyrometer  holen  zu  lassen,  worauf  er 
erklärte,  „die  Ofentemperatur  stellen  wir  mit  den  Augen  fest". 
Ich  erwiderte,  daß  dann  auch  der  Ranchgasprüfer  überflüssig 
sei,  denn  die  beste  Kontrolle  für  eine  richtige  Flammenzusammen- 
setzung sei  in  diesem  Fall  der  Schornstein.  Durch  mitgebrachte 
Segerkegel  konnte  ich  den  Herrn  dann  leicht  überführen,  daß 
sein  Auge  für  Temperaturbestimmungen  doch  noch  zu  wenig 
geübt  war.  < 

Bei  der  herrschenden  konträren  Windrichtung  war  der 
Winddruck  stärker  wie  der  Auftrieb  des  Gases;  dieses  mußte 
nun  durch  den  Schornstein  nach  dem  Ofen  gesaugt,  oder  wie 
der  hüttenmännische  Ausdruck  lautet,  geholt  werden.  Durch 
dieses  Herbeisaugen  erhält  das  Gas  und  die  Sekundärluft  eine 
größere  Geschwindigkeit  im  Ofen  als  unter  normalen  Verhält- 
nissen, und  die  Folge  davon  ist,  daß  die  Mischung  der  beiden 
Medien  nicht  innig  genug  erfolgen  kann,  wodurch  Flammen- 
zusammensetzung und  -entfaltung  ungünstig  beeinflußt  werden. 
Naturgemäß  muß  unter  solchen  Verhältnissen,  wo  nicht  alles 
Kohlenoxyd  zu  Kohlensäure  verbrennen  kann,  auch  die  Rauch- 
gasanalyse ein  wenig  befriedigendes  Resultat  ergeben.  Dies 
läßt  sich  aber  nicht  umgehen,  da  doch  in  solchen  abnormen 
Fällen  die  Hauptsache  die  ist,  daß  der  Betrieb,  aufrecht  erhalten 
bleibt  und  der  Schmelzofen  nicht  leidet.  Statt  dieses  zu 
beherzigen,  stellte  der  Fabrikant,  ohne  sich  um  die  Ratschläge 
seines  erfahrenen  Meisters  zu  kümmern,  so  lange  an  den 
Reguliervorrichtungen  herum,  bis  die  Rauchgasanalyse  stimmte 
und  der  Ofen  dadurch  bald  in  die  Brüche  gegangen  wäre. 
Nachdem  der  Ofengang  wieder  in  richtige  Bahnen  geleitet  war  ' 
und  an  Stelle  des  Rauchgasprüfers  das  peinlich  genau  geführte 
Betriebsbuch  trat,  das  für  alle  Windverhältnisse  sorgfältige 
Aufzeichnungen  über  genaue  Ablesungen  an  den  Ventil-  und 
Schieberskalen  usw.  enthält,  besprachen  wir  in  Ruhe  die  ganze 
Angelegenheit. 

Da  erklärte  der  Hüttenbesitzer  sowie  der  Meister,  es 
sei  an  den  drei  Vortrags-  und  Uebungstagen  viel  zu  viel 
geboten  worden  und  infolgedessen  in  der  kurzen  Zeit  zu  viel 
Wesentliches  und  Unwesentliches  auf  sie  eingestürmt,  daß  eine 
f  ah  che  Nutzanwendung  des  Gehörten  oder  eine  völlige  Außer- 
achtlassung wichtiger  Maßnahmen  wohl  begreiflich  sei.  Man 
hört  daher  oft  aus  den  Kreisen  der  Meister  und  Betriebsbeamten, 
daß  das  Bedürfnis  nach  einem  Leitfaden  bestehe,  der  an 
praktischen  Beispielen,  das  in  den  Vorträgen  Gehörte  erläutert 
und  so  zur  besseren  Beherrschung  und  praktischen  Verwertung 
des  Stoffes  wesentlich  beitragen  würde.  Vielleicht  läßt  die 
Warmetechnische  Beratungsstelle  der  deutschen  Glasindustrie 
diese  Anregung  nicht  unbeachtet,  denn  dadurch  würden  die 
Kurse  viel  nachhaltiger  wirken,  und  der  Erfolg  wäre  sicherer. 

Nach  diesen  Abschweifungen  komme  ich  nun  zu  meinem 
eigentlichen  Thema:  „Auf  welche  Weise  kann  die  Abhitze  der 
Glasschmelzöfen  beliebig  nutzbar  gemacht  werden?" 

Es  unterliegt  keinem  Zweifel,  daß  durch  die  direkte  Ent- 
führung der  Abhitze  durch  den  Schornstein  in  die  Atmosphäre 
viel  Wärme,  die  sich  noch  nutzbar  machen  ließe,  unausgenutzt 
verloren  geht.  Wollen  wir  aber  die  wertvolle  Abhitze  den 
Nebenöfen  zuführen,  so  muß  dem  Schornstein,  wenn  der  Gang 
der  Schmelzöfen,  seien  es  Hafenöfen  oder  Wannen,  nicht  leiden 
soll,  ein  Teil  seiner  Arbeit  abgenommen  werden.  Der  Schorn- 
stein hat  die  Aufgabe,  einmal  den  Druck  im  Schmelzofen  zu 
regulieren,  dann  die  Abgase  und  die  sich  beim  Schmelzprozeß 
bildenden  Dämpfe  der  freien  Atmosphäre  zuzuführen.  Diese, 
vom  Schornstein  zu  leistende  Arbeit  bedingt  es,  daß  er  in 
direkter  Verbindung  mit  den  Schmelzöfen  stehen  muß.  Stellen 
wir  uns  nun  bei  einer  solchen  Anordnung  eine  Ausnützung  der 
Abhitze  vor,  so  stoßen  wir  immer  auf  unüberwindliche  Schwierig- 


1922.  (56.  Jahrgang.) 

keiten,  wenn  der  in  Aussicht  genommene  Verwertungsraum 
der  Abhitze  nicht  in  der  Richtung  des  Rauchkanals  oder  über 
diesem  liegt.  Es  ist  wohl  möglich,  eine  Kalorifere  für  Luft- 
heizung, ein  Röhrensystem  für  Warmwasserbereitung  oder  Heiß- 
wasserheizung in  den  Schornsteinkanal  einzubauen,  aber  alle 
diese  Einbauten  werden  von  den  meisten  "Hüttenbesitzern  ver- 
worfen und  nicht  ganz  mit  Unrecht,  weil  t-ie  befürchten,  daß 
diese  „Hindernisse"  anter  gewissen  Umständen  nachteilig  auf 
den  Gang  der  Hauptöfen  wirken  können  oder  müssen.  Man 
kann  die  Abhitze  ferner  noch  ausnützen  direkt  zu  Hriz-  und 
Trockenzwecken,  indem  man,  wenn  angängig,  den  Rauchkanal 
durch  die  zu  beheizenden  Räume  leitet,  od'  r  auf  den  Abhitze- 
kanal Trockenkammern  enicbtet.  Durch  alle  diese  Maßnahmen 
kann  abe'r  nur  eia  minimaler  Teil  der  Abhitze  ausgenutzt  wer- 
den Hierzu  tritt  noch,  daß  der  Schornstein  aus  praktischen. 
Gründen  meistens  in  nächster  Nähe  der  Schmelzöfen  erbaut 
wurde,  wodurch  die  freie  Länge  des  Schornsteinkanals  bis  auf 
das  äußerste  begrenzt  ist, 

Wollen  wir  nun  die  Abhitze  beliebig  an  verschiedenen 
Stellen  und  zu  verschiedenen  Zwecken  gleichzei  ig  aasnützen 
und  so  den  Brennstoffverbrauch  für  Nebenzwecke  einschrän- 
ken, so  muß  der  Schmelzofen  unabhängig  von  dem  Schorn- 
stein sein.  Mit  anderen  Worten,  der  Schornstein  hat  Eicht 
mehr  die  Druckverhältnisse  im  Schmelzofen  zu  regeln,  sondern 
nur  noch  die  nicht  weiter  verwerteten  Abgase  in  die  freie 
Atmosphäre  zu  entführen. 

Um  dies  erreichen  zu  können,  wird  ein  Ventilator  mit  ge- 
kühlten Lagern  eingebaut,  der  die  Abhitze  in  eine  sogenannte 
Rauchkammer  befördert.  Beim  Regenerativsystem  legt  man 
die  Rauchkammer  mit  Ventilator  dä  an,  wo  sich  die  vom  Gas- 
und  Luftwechsel  kommenden  Abhitzekanäle  vereioigen,  während 
beim  Rekuperativsystem  die  Abhitzekammer  mit  Ventilator  fast 
unmittelbar  an  die  Rekuperatoren  angeschlossen  werden  kann. 

Durch  {diese  Anordnung  wird  gleichzeitig  erreicht,  daß  der 
Schmelzofen  den  äußeren  Einflüssen,  wie  Wind,  Feuchtigkeit 
u.  dgl.,  welche  oft  recht  ungünstig  auf  den  Schornsteinzug 
einwirken,  entzogen  wird.  In  Mr.  23  des  Sprechsaal  1900  habe 
ich  im  Aufsatz:  „Mechanische  Zugmittel  als  Ersatz  für  Fabrik- 
schornsteine",  die  Vorzüge  des  mechanischen  Zuges  eingehend 
gewürdigt. 

Jetzt,  wo  die  Ofenführung  unabhängig  vom  Schornstein  ist, 
haben  wir  es  in  der  Hand,  die  Abhitze  je  nach  Bedarf  beliebig 
fortzuleiten  und  nutzbar  zu  machen.  Man  kann  sie  gleichzeitig 
und  beliebig  den  verschiedenen  Nebenöfen  zuführen,  kann  sie 
direkt  oder  indirekt  zur  Beheizung  der  Hafen-  und  Steinstuben, 
der  Gemenge-  und  Formenkammern,  der  Schleiferei-,  Bureau-, 
Unterkunfts-  und  Packräume,  sowie  zum  Trocknen  der  Materialien 
usw.  verwerten.  Bei  einer  derartigen  Ausnutzung  der  Abhitze" 
treten  die  wirtschaftlichen  Vorteile  klar  zu  Tage,  das  Brenn- 
stoffkonto wird  entlastet,  und  die  Regiekosten  werden  verringert. 

Zum  Schluß  sei  noch  darauf  hingewiesen,  daß  es  mit  Rück- 
sicht auf  die  Säuredämpfe,  welche  die  Abhitze  der  Hafenöfen 
zeitweise  und  die  der  Wannen  immerwährend  begleiten,  nicht 
ohne  weiteres  zu  empfehlen  ist,  sie  unter  den  Dampfkessel  zu  leiten. 
Eine  solche  Verwertung  der  Abgase  dürfte  durch  eine  frühzeitige 
Zerstörung  der  Wandungen  des  Dampfentwicklers  nur  wirt- 
schaftliehe Nachteile  mit  sich  bringen.  Der  Schornstein  bleibt 
mit  dem  Abhitzesammeiraum  verbunden  und  entführt  alle,  nicht 
anderweitig  verbrauchte  Abhitze  in  die  freie  Atmosphäre  ab. 


Wirtschaftlich^ 

Korrespondenzen. 

Ein  Preisausschreiben  zur  Ermittlung  eines  Härtegradpriif ver- 
fahren» für  Schleifscheiben  erläßt  der  Verein  Deutscher  Werkz-u?- 
magchineufabriken.  Es  sind  drei  Preise  von  M  15000,  7000  and  3000 
abgesetzt.  Das  Piüfangsverfahren  soll  die  Feststellung  ermöglichen,  wie 
eine  Scbleifscheihe  in  einer  vom  vorgenannten  Verein  oder  vom  Verein 
Deutscher  Schleifmittelwerke  anerkannten  Härteskala  für  Schleifscheiben 
einzureihen  ist.  Unter  Härte  soll  die  Festigkeit  des  Bindemittels  ver- 
standen werden,  das  das  Schleifmaterial :  Schmirgel,  Eornnd,  Karborund 
oder  dergl  umgibt  bezw.  festhält,  d.  h.  es  soll  die  Kraft  gemessen  werden, 
die  aufgewendet  werden  matt,  um  die  Schleif börper  ans  dem  Bindemittel 
zu  lösen  bezw.  auszubrechen.  Die  näheren  Bedingungen  sind  durch  das 
Borna  Dr.  Negbaur,  Charlottenbnrg  4,  Wielandstraße  29,  zn  erfahren. 


Fachschulen,  Unterricht,  Forschung. 

Eine  Hochschule  für  industrielle  Technik  und  Wissenschaft, 
die  «lle  Rechte  einer  Universität  nnd  das  Recht  der  Verleihung  des 
Doktortitels  haben ,  wird,  boü  in  Weimar  gegründet  und  noch  in  diesem 
Jahre  eröffnet  werden.   Die  Vorarbeiten  sind  bereits  im  Gange. 


Nr.  6  —  61 

Die  Verkaufs-Aussichten  für  die  keramischen 
Warengruppen  auf  der  kommenden  Frübjahrs- 
Mustermesse  in  Leipzig. 

Wenn  man  die  Verkaufs-Aussichten  „zweifelhaft"  nennt, 
so  tut  man  damit  niemanden  wjh.  Auf's  Wehtun  kommt  es 
aber  heutzutage  wenig  oder  garnicht  an,  denn  wir  sind  genüg- 
sam an  alle  möglichen  Schmerzen  gewöhnt. 

Die  Aussichten  sind  keineswegs  rosige,  sie  sin  1  für'den 
Inlandsbandel  sogar  recht  schiecht.  Das  liegt  zunächst  einmal, 
wie  es  jedermann  klar  sein  muß,  an  der  zunehmenden  Ent- 
wertung der  Papiermark  und  an  dem  unausgesetzten  Anwachsen 
des  Papiergeldamiaufs.  Je  wertloser  das  Geld "  wird, \ umso 
weniger  wird  die  Bevölkerung  in  der  Lage  sein,  über  Bekösti- 
gung und  Kleidang  hinaus  etwas  zu  kaufen.  Auch  mit  dem 
Luxusbedürfais  wird  das  nach  und  nach  eine  eigene  Sache. 
Das  Begehren  nach  Luxus  an  sich  bleibt  natürlich,  uber  die 
Möglichkeit  der  Befriedigung  gewisser  Wünsche  wird  wesent- 
lich erschwert,  wenn  nicht  ganz  ausgeschaltet,  und  zwar  ist  der 
Grund  einfach  der,  daß  bei  den  meisten  Leuten  die  Mittel 
fehlen. 

Des  weiteren  muß  angenommen  werden,  daß  die  meisten 
Verbraucher  sich  vor  dem  Weihnachtsfeste  in  bescheidener 
Form  eingedeckt  haben,  und  zwar  so  bescheiden,  daß  jeder 
einzelne  bereits  nach  der  Beschaffung  des  unabweisbar  Not- 
wendigen seine  Kauflust  bändigte.  Einst  setzte  sich';das  Gros 
der  Abnehmer  für  keramische  Waren  aus  dem  mit  Schönheits- 
gefühi  begabten  Publikum  zusammen.  Der  Mittelstand,  der 
kleine  Rentner,  der  Beamte  wetteiferte  mit  den  damaligen 
Reichen,  sich  das  Heim  zu  schmücken,  aus  schönen  Schüsseln 
zu  essen,  und  wertvolles  Porzellan  zu  besitzen.  Alle  diese  Ver- 
ehrer keramischer  Kunst  sind  heute  so  ziemlich  außer  stände^ 
ihren  Liebhabereien  von  einst  zu  huldigen,  und  der  jetzt  peku- 
niär besser  gestellte  Teil  des  deutschen  Volkes  hat  zum  weitaus 
größten  Teil  kein  Interesse  für  keramische  Kunst  usw. 

Die  neuen  Reichen  kommen  auch  wenig  in  Frage,  denn 
sie  hängen  an  Ohjekten,  die  den  Wert  ihrer  Ansicht  nach 
schon  im  Namen  tragen,  also  an  echten  Teppichen,  Gold,  Edel- 
steinen usw.  oder  sie  pfropfen  sich  ihre  Parvenü-Schlösser  mit 
allen  möglichen  Dingen  derart  voll,  daß  man  lebhaft  an  einen 
Trödlerladen  erinnert  wird,  Bleibt  uns  also  noch  der  Trost, 
daß  wir  tunlichst  gut  an's  Ausland  verkaufen,  weil  dem  Aus- 
länder der  Einkauf  durch  die  Markentwertung  mehr  als  leicht 
fällt.  Eine  große  Hauptsache  ist  nun,  daß  die  deutsche  Reichs- 
regierung .nicht  etwa  mit  Erschwerungen  für  die  Ausfuhr 
kommt.  Es  wäre  das  sicher  eine  folgenschwere  Verkennung 
der  momentanen  Verhältnisse,  die  leicht  zu  einer  Katastrophe 
der  Arbeitslosigkeit  in  den  Warengruppen  der  Keramik  führen 
könnte.  Schließlich  und  endlich  sind  wir  zu  einem  großen 
Teile  auf  die  Abnahme  seitens  des  Auslandes  angewiesen,  und 
unsere  derzeitige  Lage  ist  nicht  so,  daß  wir  auf  geschäftliche 
Verbindungen  verzichten  können,  die  wir  zweifellos  zur  Durch- 
führung unserer  Fabrikationsfähigkeit  braachea. 

Bedarf  ist  im  Auslände  in  riesigem  Umfange  vorhanden, 
und  gerade  der  Umstand,  daß  wir  durch  die  traurige  Mark- 
Valuta  billig  liefern  können,  gibt  uns  die  Gewähr,  daß  wir  fort 
und  fort  zu  verdienen  vermögen. 

Wir  können  also  sicher  zur  kommenden  Frühjahrsmesse 
(5.  bis  Ii.  März)  in  Leipzig  große  Umsätze  erzielen;  Hauptsache 
ist  nur,  daß  Michel  nicht  den  Schlüssel  zur  Verbindungstür 
abzieht,  in  die  Tasche  steckt  und  darauf  sitzen  bleibt.  —  Hoffen 
wir  das  Beste  !  R.  A.  F.  , 

e werblicher  Teil. 

Gesetzgebung,  Steuern. 

Demobilmachnng.  Das  Rsichsarbeitsministerium  gibt  bekannt,  daß 
die  Bestimmungen  der  Demobilm*chungsverorionng,  soweit  sie  noch  be- 
stehen, an  sich  am  31.  3  22  ablaufet/.  Ei  ist  jedoch  nicht  damit  au 
rechnen,  daß  alle  Einzelbestimmunuen  sofort  außer  Kraft  treten  werden, 
da  verschiedene  von  ihnen,  z  B.  die  Uber  die  Arbeitslosenversicherung,  in 
Gesetze  überfahrt  werden.  Ueberlebte  Vorschriften  werden  auf  alle  Fälle 
gestrichen. 

Abänderungen  Im  Gewerbe-  und  Kaufniannsgerichtsgesetz. 
Die  Zuständigkeit  erwähnter  Gerichte  ist  durch  die  neueste  Novelle  vom 
14.  1  22  dahingehend  erweitert  worden,  daß  nunmehr  Streitgegenstände 
aller  einschlägigen  Personen,  wie  Meister,  Techniker,  Angestellte,  ver- 
handelt werden,  deren  Jahreseinkommen  Jt  100  000  nicht  übersteigt.  B  s- 
her  war  als  Grenze  M  30  000  festgesetzt.  Die  untere  Grenze  der  Summe  i 
der  Streitgegenstände,  bei  denen  Berufung  gegen  das  Urteil  der  ersten 
Inatana  möglich  ist,  i't  beim  Gewerb«>gericnt  auf  Jt  5000,  bisher  M  1000, 
beim  Kaafmanusgericbt  a  if  Jt  6000  festgesetzt  worden  Die  akfc  ve 
Wählbarkeit  zum  Mitglied  eines  Gewerbe-  oder  Eaufmannsgerichts  ist 
nunmehr  mach  weiblichen  Personen  zugestanden,  ferner  ist  sie  bereits  bei 
Erreichung  des  25.  Lebest jahres  (bisher  30)  ermöglicht.   Eine  weitete 


SPRECHSAAL- COBURG* 


-Nr.6  SPRECHSAAL  —  GOBURÖ. 
  ** 


wichtige  Neuerung  ist  der  Abs  2  des  §  31  des  Gewerbegerichtsgesetzes, 
der  folgendes  besagt:  „Zugelassen  werden  dagegen  Vertreter  von  Ver- 
einigungen von  Arbeitgebern  oder  Arbeitern,  insbesondere  Gewerkschafts- 
beamte, soweit  sie  für  Mitglieder  der  vertretenen  Vereinigungen  auftreten 
and  nicht  außer  für  die  Vereinigung  oder  ihre  Mitglieder  auch  für  andere 
Personen  vor  Geriebt  gegen  Entgelt  ^ätig  werden."  Dsmit  ist  die  erste 
Bresche  in  den  §  31  gelegt,  der  bekanntlich  Eechtsanwälte  bei  beiden 
Gericbten  ausschriebt. 

Die  Befreiung  der  Genossenschaften  von  der  Umsatzsteuer  ist 
nach  dem  Kompromis  der  Mittelparteien  des  Reichstages  fallen  gelassen 
worden. 

Rumänien.  Umsatzsteuer.  Seit  1.  9.  21  ist  eine  Umsatzsteuer 
von  1%  und  eine  Luxussteuer  von  10  oder  15%  des  Wertes  eingeführt, 
die  bei  der  Einfuhr  aber  dann  nur  erhoben  wird,  wenn  der  Empfänger 
nicht  Wiederverkäufer  ist. 


Handel  und  Verkehr. 

Die  „ifex«  zur  Devisenbeschaffung.  Der  AnsschuG  der  „Afex" 
hat  beschlossen,  daß  die  Exporteure  60%  der  ans  hoch  valutarischen  Ländern 
anfallenden  Devisen  an  die  Reichsbank  oder  eine  Privatbank  zur  Weiter- 
gabe an  die  Reiclubank  abzuführen  haben.  Sofern  die  dem  Exporteur 
verbleibenden  40  %  der  Devisen  seine  Unkosten  nicht  decken  und 
hiernach  eine  60  %-ige  Ablieferung  nicht  durchgeführt  werden  kann, 
ist  im  einzelnen  der  Außenhandelestelle  gegenüber  der  Nachweis  hierfür 
zu  führen.  Die  Reicht  bevollmächtigten  der  Außenhandelsstelle  sind  nach 
entsprechend  geführtem  Nachweis  zur  Herabsetzung  des  Ablieferungssolls 
berechtigt  —  Die  Vorschriften  über  die  Devisenablieferung  sollen  noch 
durch  besonderes  Randschreiben  bekanntgegeben  werden. 

Postfrachtstückverkehr  mit  Aegypten,  Griechenland  und  Malta. 
Von  jetzt  an  werden  bei  der  Post  wieder  gewöhnliche  Postfrachmücke 
bis  SO  kg  nnd  solche  mit  einer  Wertangabe  bis  jfL  10  000  zur  Beförderung 
aber  Homburg  durch  Vermittlung  der  Speditionsfirma  Elkan  &  Co ,  Ham- 
burg, angenommen. 

Firmenliste  beim  deutschen  Generalkonsulat  Mailand.  Das 
Generalkonsulat  beabsichtigt,  behufs  Au&kunftserteiluog  für  ganz  Italien 
ein  Archiv  auszubauen,  in  dem  u.  a.  alle  deutschen  Firmen  enthalten  sein 
Bollen,  die  in  Italien  vertreten  sind  oder  Filialen  haben. 

Sendungen  nach  Fiume  können  noch  nicht  direkt  aufgegeben 
werden,  iie  sind  zunächst  an  eine  Zwischenadresse  (Spediteur)  nach  einer 
italienischen  Unterwegsstation  zu  senden  und  von  dort  durch  den  Zwischen- 
adressaten mit  neuem  Frachtbrief  nach  Fiume  weiterleiten  zu  lassen. 

Jugoslawien.  T<il Moratorium.  Im  Hinblick  auf  den  starken 
Sturz  des  Dinar  hat  die  Regierung  eine  Verordnung  erlassen,  wonach  die 
Gerichte  angewiesen  werden,  in  begründeten  Fällen  Zahlungsaufschub  bis 
zu  10  Monaten  zu  gewähren.  Von  dem  Gedanken  eines  eigentlichen 
Moratoriums  ist  endgültig  Abstand  genommen  worden. 

Sowjetrnßland.  Mit  der  Wiedereröffnung  deutscher  Konsulate 
in  Kasan,  Baku,  Tiflis,  Rostow,  Batum,  Sewastopol,  Nikolajew  und  Kiew 
hat  sich  die  Moskauer  Regierung  einverstanden  erklärt.  In  Charkow  soll 
demnächst  eine  deutsche  diplomatische  Vertretung  bei  der  Sowjet- ukraini- 
schen Regierung  eintreffen. 

Im  Postfrachtstück  verkehr  mit  Spanien  ist  fortan  nur  noch  eine 
Wertangabe  bis  zu  M  10000  zugelassen.  Die  fremde  Versicherungsgebühr 
ist  dabei  allgemein  mit  M  1,50  für  ja  M  100  in  Ansatz  zu  bringen. 


Ein-  nnd  Ausfuhr,  Zollweeen. 

Die  A.  H.  N.  Glas  gibt  wiederholt  bekannt,  daß  Dir.  Schmitz,  Köln 
a  Rh.,  als  Preisprüfer  für  die  Spiegel-  nnd  Gußglas-Indnstrie  nicht  mehr 
tätig  ist.  Die  Preieprüfung  für  die  8  iegel-  nnd  Gußglas  Industrie  erfolgt 
jetzt  durch  nachstehende  Stellen  :  a)  Spiegelgußglas-Indastrie  :  Dir.  Gerlaco, 
Aachen,  Kaiser-Allee  120;  b)  Draht-,  Roh-,  Ornament-,  Katnedrslglas  nnd 
andere  dünne  Goßgläser:  Dr  Knopf,  Bodenwerder  a.  Weser,  Hamelner- 
landBtr.  246;  c)  Preßhartglas:  Dr.  Frohnert,  Dresden- A.,  Pragerstraße  45. 

Bei  ungebührlicher  Verzögerung  von  Ausfuhrbewilligungen 
besteht  eine  Schadenersatzpflicht  nicht.  Das  Landgericht  III  in  Berlin 
hat  eine  diesbezügliche  Klage  einer  Firma  gegen  eine  Preisprüfungsstelle 
mit  der  Begründung  abgewiesen,  daß  sich  die  Klägerin  wegen  ihrer  An- 
sprüche nur  an  die  zuständige  Außenhandelssteile  halten  könne.  Die 
letztere  habe  aber  behördlichen  Charakter.  Der  Klägerin  stehe  demnach 
kein  privatrechtlicher  Anspruch  zu,  vielmehr  lediglich  das  Beschwerderecht 
an  die  vorgesetzte  Dienststelle,  in  diesem  Falle  an  den  ReichskommiBsar  iür 
Aas-  nnd  Junluhrbewilligung. 

Die  Einfubrfreiheit  für  Waren  aus  Danzig,  die  laut  Bescheinigung 
der  dortigen  Handelskammer  aus  Dentscbland  stammen  oder  im  Freistaat 
Danzig  ganz  aus  deutschen  Halbfabrikaten  oder  deutschen  Rohstoffen 
nergebtellt  sind,  ist  bis  zum  5:8.  2.  22  verlängert  worden.  Diese  Ver- 
längerungen erfolgen  stets  für  den  laufenden  Monat.  Wir  geben  künftig 
nur  zur  Kenntnis,  wenn  die  Einfuhrfreibeit  aufgehoben  werden  sollte. 

Aenderung  der  Einfuhrbestimmungen.  Ein  vom  Außenhandels- 
kontroUauaticbuß  des  Vorläufigen  ReienswirtscnuftsrateB  genehmigter  Gesetz- 
entwurf siebt  eine  Abäuderung  der  Verordnung  Uber  die  Regelung  der 
Einfuhr  vom  22.  8.  20  vor.  Danach  soll  die  Organisation  des  Reicbs- 
beaaltragten  baldigst  aufgehoben  und  aaf  die  Zollverwaltung  übergeleitet 
werden.  An  die  Stelle  des  Reichsbeauftragten  würde  also  die  Dienst- 
stelle der  Reickefiuanzverwaitung  treten. 

Der  neue  Ausfuhrabgabentarif  ist  in  Buchform  erschienen  nnd 
kann  durch  unseren  Verlag  zum  Preis  von  M  15  znzttglich  20  % 
Sortimentsaufscblag  und  Porto  bezogen  werden. 

Auskunftspflicht  und  Außenbandelsstellen.  Hierzu  brachte  der 
£eichswirtnchaii|:iuiu)8ter  in  einem  Bescheid  an  die  Seuatskommission  für 
die  Reiths-  und  auswärtigen  Angelegenheiten  in  Hambarg  folgendes  zum 
Ausdruck  \ 


1P88.  (66.  Jahrgang.) 

„Die  Vorschrift  in  §  3  der  Verordnung  Aber  die  Auskunftspflicht  vom 
12.7.  17  in  der  Fassung  der  Verordnung  vom  11.4.  18,  die  in  §  6  der 
Ausf  -Best,  vom  8.  4.  20  zu  der  Verordnung  über  die  Außenhandelskontrolle 
vom  20. 12  19  für  anwendbar  erklärt  worden  ist,  hat  die  Aasübung  der 
in  der  Verordnung  über  die  Anskunftspflicht  gewissen  Stellen  übertragenen 
Befugnisse  ausdrücklich  auch  durch  Beauftragte  dieser  Stellen  zuzulassen. 
Im  übrigen  erscheint  mir  aber  auch  die  Ausübung  der  in  der  Verordnung 
über  die  Auskunftspflicht  übertragenen  Befugnisse  durch  Beauftragte  der 
AuEenhandelsstellen  wirtschaftlich  unbedenklich,  da  die  Vorschriften  der 
§§  4  nnd  6  der  Verordnung  über  die  Anskunftspflicht  eine  aasreichende 
Gewähr  für  die  Geheimhaltung  der  den  Revisoren  zur  Kenntnis  gelangenden 
inneren  Geschäftsvorgänge  bieten  dürfte.  Gegenüber  dem  Einwand,  daß 
die  in  der  genannten  Verordnung  festgesetzte  Anskunftspflicht  sich  nur 
auf  Vorgänge  erstreckt,  die  zur  Beurteilung  der  allgemeinen  Wirtschafts- 
lage von  Bedeutung  seien,  muß  ich  darauf  hinweisen,  daß  in  §  1  dieser 
Verordnung  die  Auskunftspflicht  allgemein  auf  „ wirtschaftliche  Verhält- 
nisse" der  dieser  Verpflichtung  unterliegenden  Unternehmungen  ausgedehnt 
ist.  Nachdem  die  Verordnung  über  die  Auskonftspfltcht  für  die  Durch- 
führung der  Außenhandelskontrolle  für  anwendbar  erklärt  worden  ist  und 
da  die  bierfür  erforderlichen  Untersuchungen  Aber  die  Aufklärung  ge- 
wisser „wirtschaftlicher  Verhältnisse"  der  untersuchten  Unternehmungen 
nicht  hinausgehen,  erscheint  es  mir  unerheblich,  wenn  die  Begründung 
der  Verordnung  über  die  Anskunftspflicht  lediglich  auf  die  Bedürfnisse 
der  Kriegswirtschaft  Bezog  nimmt" 

Gegen  die  Zwangsablieferung  von  Ausfubrdevisen  hat  sich  der 
Zentralverband  des  Deutseben  Großhandels  aufgesprochen.  In  einer  Denk- 
schrift an  den  Reichstag  wird  eine  Aendernng  der  fraglichen  Gesetzent- 
würfe gefordert.  Diese  Entwürfe  haben,  wie  wir  erfahren,  den  Reichsrat 
passiert  und  werden  alsbald  den  Reichstag  zu  beschäftigen  haben. 

Durchfuhrzeugnisse  für  Warensendungen  nach  Spanien  über 
Frankreich.  Seit  dem  Ablauf  des  Zoll-modus  vivendi  mit  Frankreich  war 
für  alle  Fracht-  nnd  Postsendungen  von  Deutschland  nnd  den  anderen 
Vertragsländern  nach  Spanien,  die  französisches  Gebiet  berührten,  die 
Notwendigkeit  entstanden,  Durchfubrzeugnisse  gemäß  Ziffer  9  der  10  Be- 
stimmung des  nenen  spanischen  Zolltarifs  der  spaniscuen  Zollbehörde 
vorzulegen,  wenn  der  Inhalt  der  Sendungen  nach  der  zweiten  Spalte  des 
Tarifs  verzollt  werden  sollte.  Ausgenommen  hiervon  waren  nur  die  un- 
mittelbar nach  Spanien  aufgegebenen  Postpakete.  Mit  Rücksicht  auf  die 
großen  Schwierigkeiten,  mit  denen  die  Beschaffung  der  v>  rge<chriebenen 
Darchfuhrzengnisse  verbunden  war,  sind  nun  durch  ein  spaaiiches  Dekret 
vom  31.  12.  21  für  den  verlangten  Nachweis  wesentliche  Erleichternngen 
getroffen  worden.  Die  wichtigsten  Bestimmungen  des  Dekrets  lauten: 
Die  Waren,  welche  in  die  spanischen  Zollämter  gelangen  und  in  Ver- 
tragsländern erzengt  sind  oder  von  Bolchen  herkommen,  müssen,  wenn  sie 
in  einem  französischen  Hafen  verladen  wurden  oder  französisches  Gebiet 
durchquert  haben,  die  Durchfuhr  in  der  Form  nachweisen  welche  die  10. 
Bestimmung  des  Zolltarifs  vorschreibt,  damit  sie  die  Vorzugabehanilung 
genießen  können,  welche  dem  Ursprungsland  zukommt,  insofern  es  sich 
nm  die  allgemeine  Einfuhr  handelt.  —  Bei  Htudel-paketen  wird  cas 
Durchfuhrzengnis  durch  einen  von  der  französischen  Zollbehörde 
in  das  Sondermanifest  aaf  zunehmenden  Vermerk  ersetzt,  der  von 
dem  Spanischen  Konsul  oder  dem  einer  befreundeten  Nition  visiert  sein 
mnß.  Soweit  die  Durchfuhr  in  der  vorgenannten  Form  nicht  nachge- 
wiesen weiden  kann,  werden  diese  Erscheinungen  ersetzt  durch  die 
„Be  epistes"  oder  durch  die  Scheine  (Taiones)  über  die  am  Ursprung  (der 
'teadung)  erfolgte  Verladung,  welche  in  der  vorgenannten  Form  visiert 
sein  müssen,  insoweit  es  sich  nm  die  allgemeine  Einfuhr  handelt,  und 
durch  den  zweiten  Zollamtsvorsteher,  insoweit  die  Ware  gemäß  besonderem 
Verfahren  abzufertigen  ist.  Diese  Dokumente  müssen  mit  jenen  der 
Verzdlurjg  zwecks  Nachprüfung  verbundeu  wetdiU  —  Postpakete  be- 
dürfen keines  Nachweises  —  Neben  den  Durchfuhr  Zeugnissen  ist  in 
j  dem  Falle  ein  Ursprungszeugnis  für  jene  Waren  beizubringen,  die  nach 
den  Zollvorschriften  eines  solcaen  bedürfen. 

Brasilien.  Konsulatsfaktaren.  Im  Anschluß  an  die  Notiz:  „Ur- 
sprungszeugnisse nnd  Konsulatsfakturen*  in  Nr  2,  S.  17,  ist  die  für 
Brasilien  angegebene  Bestimmung  dahin  richtigzustellen,  daß  doch  jedem 
Konnossement  oder  Ladeschein  eine  entsptecnende  Konsulatsfaktura  in 
vierfacher  Ausfertigung  beigefügt  werden  muß.  Dies  gilt  für  alle  Waren, 
die  aus  dem  Auslande  auf  dem  Land-  oder  Seewege  nach  Brasilien  ein- 
geführt werden.  Nicht  erforderlich  sind  Konsulatsfakturen  für  Post- 
sendungen jeden  Wertes  ans  Vertragsländern  und  für  Waren-  oder  Muster- 
sendungen, deren  Handelswert  im  Ausfabrland  £  10  nicht  übersteigt,  ein- 
schließlich aller  Spesen  für  Fracht,  Kommission,  Verpackung  usw. 

Tschechoslowabien.  Für  die  Fat  tarierung  deutscher  Einfuhr- 
waren bestellen  keine  besonderen  Vorschriften. 

Vereinigte  Staaten.  Private  Verhandlungen  über  den  Zoll- 
tarif. Nachdem  die  amerikanische  Regierang  den  Wunsch  ausgesprochen 
hat,  sowohl  von  einzelnen  Exportfirmen  wie  besonders  von  den  berufenen 
Vertretern  der  Exportindastnea  einwandfreies  Material  über  die  jetzigen 
Gestehungskosten  der  betreffenden  Ausfuhrwaren  »u  erhalten,  das  dann 
als  Grundlage  für  eine  „gerechte"  Festsetzung  der  neuen  amerikanischen 
Zollsätze  dienen  soll,  liegt  ea  im  eigenen  Interesse  der  deutschen  Interes- 
senten, von  dieser  Möglichkeit  weitgehenden  Gebrauch  za  machen.  Die 
Auskünfte  können  entweder  direkt  an  die  United  States  Tariff  Commission, 
Washington,  übermittelt  werden  oder  an  den  Delegierten  dieser  Kommis- 
sion, Herrn  Joseph  Ernster  (p.  Adr.  American  Caamber  of  Commerce, 
Berlin,  Friedrichstr.  59/6»).  uie  verlangten  Auskünfte  beschränken  sich 
im  wesentlichen  auf  en  e  vergleichende  Aufstellung  der  Produktionskosten 
in  den  Jahren  1914  und  1921  (Robmaterialien,  Lenne  usw.).  lu  keiner 
Weise  wird  eine  Preisgabe  geschäftlicher  Geheimnisse  verlangt. 


Die  Lage  in  Industrie  und  Handel. 

Die  nordbayerhehe  Porzellanlndustrie  klagt  über  die  außer- 
ordentlich Bunwienge  und  teuere  Beschaffung  der  Rohmaterialien,  die^ 
teilweise  ans  dem  Ausland  bezogen  werden  müssen.   Als  sehr  verteuernd 


1922  (55.  Jahrgang.) 

wirkt  auch  die  Verwendung  der  böhmischen  Braunkohle  mit,  so  daß  sich 
die  Fertigfabrikate  unter  Errechnung  der  erhöhten  Löhne  ja  nach  Qualität 
auf  den  30-  bis  60fachen  Preis  des  Friedensstandes  stellen.  Damit  ist 
allerdings  die  Gefahr  verbunden,  daß  Porzellangeschirr  als  Gegenstand  des 
notwendigen  Lebensbedarfes  ausscheidet  und  als  Luxusartikel  angesprochen 
werden  muß.  Das  Inlandgescbäft  in  Porzellanwaren  war  bis  jetzt  immer 
noch  gut,  und  sogar  die  Nachfrage  nach  Luxusporzellau  war  dauernd  stark 
Der  Export  ist  in  den  letzten  Monaten  ganz  erheblich  geBtiegen. 

England.  Rückgang  des  Außenhandels  1921.  Die  englische 
Einfuhr  belief  sich  im  Jahre  1921  auf  £  1086  Mill.  gegen  £  1932  Kill, 
im  Jahre  1920.  Die  Ausfuhr  hatte  einen  Wert  von  £  703  Kill,  gegen 
£  1334  Mill.  im  Vorjahre. 

Holland.  Lohnsenkung  in  der  Glasindustrie.  Die  Vereinigung 
von  Glasfabrikanten  der  Niederlande  schlägt  den  Arbeitnehmeroraanisationen 
vor,  den  am  31. 12.  21  abgelaufenen  Tarifvertrag  für  kurze  Zeit  zu  ver- 
längern, unter  der  Bedingung,  daß  die  0  -ganisationen  eine  Lohnsenkung _ 
von  2—27%  °/o  zugestehen.  Die  HauptvorstBnde  der  Organisationen  haben 
den  Antrag  abgelehnt.  Die  Unterhandlungen  mit  den  Fabrikanten  werden 
fortgesetzt.  > 

Tsrhechoslowahien.  Ausscheiden  der  Emallindustrie  aus  dem 
reicbsdeutscben  Emall*yndikat.  Die  tschechoslowakische  Emailindustrie 
ist  mit  Aufträgen  gut  versehen,  doch  ungeachtet  der  gut*n  Beschäftigung 
in  eine  schwere  Krisis  geraten.  Nach  dem  Kriege  vermochte  sie  ihre 
alten  guten  Märkte  in  Indien  und  China  vieler  zu  erobern  und  zahl- 
reiche Aufträge  von  dort  zu  erlangen,  trotz  des  starken  Wettbewerbs,  der 
seit  Kriegsbeginn  namentlich  v,on  Japan  ausgebt.  Kit  dem  Rückgang  der 
Miirk,  auf  die  a.le  Aufträge  lauten,  haben  die  Werke  überaus  htirae  Ver- 
JuBte  erlitlen,  da  das  genannte  Syndikat  erst  im  November  wesentlich 
behsera  Preise  bewilligte.  Die  deutschen  Emailfabriken  schneiden  hierbei 
verbältninnäßig  günstiger  ab,  weil  die  meisten  von  ihnen  die  zur  Fabrikation 
notwendigen  Halbfabrikate  selbst  erzeugen.  Mit  Rücksicht  anf  die  gegen- 
über den  deutschen  Werken  unterschiedliche  Fabrikationsbasis  wollen  nun 
die  tschechoslowakischen  Hersteller  aus  dem  reichsdeutscuen  Syndikat  aus- 
scheiden und  eine  selbständige  Vereinigung  schaffen.  Im  Zusammenhang 
damit  steht  auch  eine  Besitzveränderucg.  Die  Emaiiindustrie  Haardt  &  Co., 
Nescbwitz  bei  Bodenbach,  hat  die  großen  Austria-Emailwerke,  Brünn,  er- 
worben, bei  denen  sich  Schwierigkeiten  in  Bezug  auf  die  Nostrifikation 
ergaben.  Die  beiden  genannten  Firmen  standen  schon  früher  in  einer 
Interessengemeinschaft.   

Geschäftliche  Mitteilungen. 

Hannoversche  Glashütte,  Hannover-Hainholz.  Die  a.  o.  G.-V. 
vom  30. 12  21  beschloß  die  Kapitalen  öutmg  um  M  1,08  Mill.  Stamm- 
und  M  0,16  Mill.  Vorzugsaktien  anf  Jl  2  Mill.  Von  den  neuen  Stamm- 
aktien, die  gleich  den  Vorzugsaktien  ab  1  10  21  dividenden berechtigt 
sind,  werden  den  bisherigen  Aktionären  M  1,04  Mill.  im  Verhältnis 
2:1*  zu  110  °/0  zum  Bezüge  angeboten.  Das  Bszugsrecht  ist  bis 
15.2.  22  auszuüben. 

Glasindustrie,  A.-G.,  Ludwigsburg.  Nachdem  die  Verhandlungen 
mit  einer  Firma  zwecks  Eingehung  einer  Interessengemeinschaft  zu  eiuem 
ErgebniB  geführt  haben,  konnte  die  a  o.  G.  V.  vom  17. 1.  22  der  Kapitala- 
erböhtng  um  M  6  Mül.  auf  Jl  10  Mill  zustimmen.  Dbs  Btzu^srecht 
der  Aktionäre  bleibt  ausgeschlossen,  die  näheren  Ausgabeb«  dingungen 
bleiben  dem  Vorstande  überlassen  Die  neuen  Aktien  sollen  der  befreun- 
deten, bisher  noch  ungenannten  Firma  überlassen  werden. 

•  Deutsche  Fensterglas- A.-G.,  Berlin.  Die  a.  o.  G.-V.  genehmigte 
die  K*pitalseri öiung  im  JA  7,6  Mill.  auf  M  12  Mill.  Die  jungen,  ab- 
1  1  22  dnidendenberechtigten  Aktien  werden  von  der  Dresdner  Bank  mit 
der  Veipflichtung  übernommen,  sie  den  alten  Aktionären  im  Verhältnis 
1:1  zu  176%  anzubieten.  Die  nicht  bezogene^  Aktien  werden  freihändig 
unter  ßtaiker  Gewinnbeteiligung  der  Gesellschaft  begeben  Der  Vorstand 
glaubt  für  1921  mit  eintm  gleichen  Gewinnerg«  bnis  rechnen  zu  köuneu 
wie  im  Vorjahre  (26%).  —  An  Steile  eines  ausscheidenden  Aufrichtsrats- 
mitgliedes  wurde  neu  in  den  Aufsichtsrat  Dr.  jar.  Belitz  gewählt. 

Tb.  Goldscbmidt,  A.-G..  Essen.  Die  a.  o.  G.-V.  vom  26.  1.  be- 
schloß die  Kapitalseriöaung  um  Jl  100  Mill  Stanmaktien  auf  M  150  Mi  1 
Von  den  neuen  ab  1.  1.  22  dividendenberechtigten  Aktien  werden 
M  26  MilL  einem  Bankenkonsortium  unter  Führung  der  Diskonto  Ge 
Seilschaft  zu  172%  mit  der  Maßgabe  überlassen,  sie  den  alten  Stamm- 
nnd  Vorzugsaktionären  im  Verhältnis  2:1  zu  200%  anzubieten. 
Weitere  JK  25  Mill.  werden  zu  100%  an  die  Bankengruppe  begeben. 
Die  restlichen  M  60  Mill.,  die  ebenfalls  von  dem  Bankenkonsortium  über- 
nommen werden,  werden  dagegen  nur  mit  25%  eingezahlt.  Diese 
letzteren  Jt  75  Mill.,  deren  Dividendenrecht  vorläufig  ruht,  werden  ge- 
gebenenfalls im  Einverständnis  mit  der  Verwaltung  von  den  Banken  für 
Rechnung  der  Gesellschaft  weiter  begeben.  Die  neuen  Mittel  werden 
zum  Ausbau  der  alten  Unternehmungen  und  der  Beteiligungen  verwandt. 
Die  Aussichten  werden  als  günstig  bezeichnet. 

Obligationen  mit  variabler  Verzinsung  werden  in  Höhe  von 
M  300  Mul.  vou  der  Osrum  ü.  m.  b.  H.,  Kommanditgesellschaft,  aus- 
gegeben Die  Schuldverschreibungen  sind  mit  einem  festen  Zinssatz  von 
6%  ausgestattet;  darüber  hinaus  erhalten  sie  noch  variable  Zioszu- 
scbiäge,  die  sich  nach  der  jährlichen  Durchschnitt  -dividende  der  Stamm- 
aktien der  A  E  G.  und  der  Siemens  &  Halske,.  A.  G.,  d.  h.  der  beiden 
Haoptgesell  chafter  der  Osram  G.  m.  b.  H.  richten.  Für  jedes  angefangene 
oder  volle  Prozent,  um  das  die  jährliche  Durchschnittsdividende  der 
Stammaktien  jener  beiden  Gesellschaften  10%  übersteigt,  erhalten  die 
neben  Obligationen  eine  Vergütung  von  %%  jährlich,  höchstens  jedoch 
so  viel,  daß  diese  Zusatzvergtttung  5%  Deträgt.  Im  Höchstfälle  kann 
sich  also  die  Verzinsung  auf  10%  steigern. 

General -Versammlungen. 

Dnxer  Porzellan- Manufaktur,  A.-G.,  vorm.  Ed  Eicbler,  Berlin:  a,  o. 
G.-V.  15.  2.  29,  5  Uhr  n.,  Bankhaus  Strasser  &  Co.,  Berlin. 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr,  6  —  68 


Richard  Blumenfeld,  Veltener  Ofenfabrik,  A.-G,  Charlottenburg: 
o.  G-V.  28.  2.  -22,  11  Uhr  v„  Bankhaus  Gebr.  Arnhold,  Berlin. 

Wittener  Glashütten,  A.-G.  i.  Liqa.,  Witten:  o.  G.-V.  18.  2.  22, 
IIV2  Uhr  v ,  Hotel  Dftnnebacke,  Witten. 

Houbenwerke,  A.  G.,  Aachen:  a.  0.  G.-V  25.  2.  22,  4  Uhr  n., 
Barmer  Creditbank,  A.-G.,  Filiale  Düsseldorf,  Düsseldorf.  T.-O.:  u.  a. 
Kapitalserlöhung  um  jft  4,4  Mill.  Inhaberaktien  auf  M  11  Mill. ;  Genehmi- 
gung eines  Kaufvertrages. 

NeuBtädter  Emaillierwerke  H.  Ulbricht  &  Co.,  A.-G.,  Neustadt  (Sa.): 
0.  G.-V.  26.  2  22,  4  Uhr  n.,  Sitzungszimmer,  Neustadt. 

Deutsche  Gold-  und  Siiber-Si'beideanstalt,  vorm  Rößler,  Frankfurt 
a.  M. :  a.  0.  G.-V.  22.2.  22,  11%  Uhr  v.,  Sitzungssaal,  Frankfurt  a.  M. 
T.-O. :  u.  a.  InteressengemeinBchaftsvertr8g  mit  der  Metallgesellschaft  und 
der  Met8llbank  und  Metallurgischen  Gesellschaft,  A.-G. 

Wiedemannsche  Druckerei,  A-G.,  Saalfeld:  0.  G.-V.  27.  2.  22, 
37a  Uhr  n.,  Böhm's  Weinschänke,  Gotha.  T.  0  :  u.  a.  Kapitalserhöhung 
um  Jt  2  Mill.  Stamm-  und  Jt  0,2  Mill.  Vorzugsaktien. 

Messen  und  Ausstellungen. 

Leipziger  Messe.  Neuregelung  des  Werbebeitrages  (Meftbeitrag). 

Mit  der  Erhöhung  des  Böchstmietprei-es  für  Meßausstellungsräume  zur 
Frtibjahr»mis<e  1922  auf  M  125  für  den  Quadratmeter  geschossenen  Rtumes 
und  Jt  260  für  den  laufenden  Meter  haben  eich  der  V.  rstand  der  „Zentral- 
stelle" und  die  Ausstellervertreter  ia  der  Mietausgleichskummi«sion  nur  unter 
der  Bedingung  einverstanden  erklärt,  daß  der  von  den  Vermietern  zu 
zahlende  Werbebeitrag  gle'cbzeitig  wie  bei  den  Ausstellern  auf  }ß  % 
erhöht  wird.  Ab  Herbstmesse  1922  wird  der  Werbebeitrag  fdr  die  Aus- 
steller sowohl  wie  für  die  Vermieter  gleichmäßig  auf  je  25  %  festgesetzt 
werden. 

Die  „Alte  Waage",  in  der  das  Meßamt  untergebracht  tat,  soll 
einem  zweckentsprechenden  inneren  Umbau  unterzogen  werden  Die  Ver- 
kehrsräumlicbkeiten  im  Erdgeschoß  werden  damit  um  das  Doppelte  er- 
weitert werden. 

Die  Wiederausfuhr  von  Meßmustern  mußte  bisher  binnen 
3  Monaten  erfolgen.  Durch  eine  Verfügung  des  Reichskommissars  für 
Aus-  und  Eiufuhrbewilligung  vom  2.  1.  22  ist  d*s  Hauptzollamt  Leipzig 
ermächtigt  worden,  die  von  Amstellern  der  letzten  Herbstmesse  oder  zu 
früheren  Leipziger  Messen  eingeführten,  nicht  zu  Handelszwecken  dienenden 
Warenuuster  bis  nach  Beendigung  der  diesjährigen  Fiühjahrsmesse  im 
Iulande  unter  zollamtlicher  Aufsicht  zu  halten. 


Verbände. 

Verband  Deutscher  Elektrotechnischer  Porzellan fabriken,  E.  V., 
Berlin.  Die  Firmen:  Porzellanfabrik  C*rl  Müller.  Sonueöenr,  Vogtl., 
Porzellanfabiik,  B*d  Ehter,  und  die  Porzellanfabrik;  Bremer  &  Schmidt, 
Eisenberg,  sind  dem  Vei  bände  als  Mitglieder  beigetreten. 

Vereinigung  der  Deutschen  Arbeitgeberverbände.  Die  dies- 
jübriee  ordentiicue  Mitgliederversammlung  findet  in  der  Zeit  vom 
7—9.3  22  in  Köln  Btatt.  Für  Vorträge  sind  bereits  gewonnen:  Prof. 
Dr.  Ötnmar  Spann- Wien;  Direktor  Dr.  Kalle,  M.  d.  L.,  und  Raichsminister 
a.  D.  Dr.  Simons.  

Firmenregister. 

Deutschland. 

Porzellanfabrik  Dohna,  G.  m.  b.  H„  Dresden,  (MünchenerBtraße  4) 
Stammkapital:  M  200  000.  Geschäftsführer  sind  Kaufmann  Oskar 
Seifert  und  Fabrikant  Arthur  0.  Frenz. 

Georg  Rauber,  Erbendorf.   Die  Firma  ist  erloschen. 

Keramische  Werke  Herzogenrath,  G.  m.  b.  H.  &  Co.,  Kommandit- 
gesellschaft. Herzogenrath.  Herstellung  und  Vertrieb  von  keramischen 
Erzeugnissen  aller  Art.  Persönlich  haftender  Gesellschafter  it>t  die  Firma 
„Keramische  Werke  Herzogenrath,  G.  m.  b.  H."  Fünf  Kommanditisten 
Bind  vorhanden. 

E.ektio  Porzellan-Fabrik  Hoheneck,  G.  m.  b.  H.,  Hoheneck.  Die 
Bestellung  des  lüg.- Chemikers  Emil  Schächterle  zum  Geschäftsführer  ist 
widerrufen. 

Keramische  Industrie-Gesellschaft  m.  b.  H,  Jena.  Die  Gesellschaft 
ist  aufgelöst.   Liquidator  ist  Emil  Menkel. 

Porzellanfabrik  Schönwald,  Sdböuwald,  und  Porzellanfabrik  Schön- 
wald, Abteilung  Arzberg,  Arzberg.  Die  Vertretungsbefnguis  des  Fabrik- 
direktors Erich  Jähne  ist  beendigt.  Keramiker  Hans  Schiegelmilch  hat 
Gasamt prokura  mit  einem  Vorstandsmitglied  oder  einem  Prokuristen. 

Wienand  &  Co.,  Sprendlingen,  Kr.  Ofienbach.  Persönlich  haftende 
Gesellschafter  Bind  Dr.  Heinrich  A  Wienand  und  Direktor  Fritz  Wienand. 
Jeder  ist  selbständig  vertretungsbefugt.  Kaufmann  Martin  Kempf  hat 
Prokura. 

Wienand  Söhne  &  Co.,  Sprendlingen,  Kr.  Offenbach.  Die  Firma  ist 
erloschen. 

Keraphot,  Photochemische-Keramische  Kunstwerkstätte  Erich  Jähne 
Dreden,  (Scbnorrstraße  78  und  N.edeilößnitz,  Friedrichstraße  12).  Fabri 
kation  von  kunstgewerblichen  UegenBitludtn  ans  Porzellan  mit  photo 
graphischen  Erzeugnissen.   Inhaber  ist  Kaufmann  Erich  Jähne. 

Otkar  Ried),  Porzellanmanufaktur,  Marktredwitz.  Großhandel  mit 
feinkeramischtn  Erzeugnissen,  verbunden  mit  Porzellanmalerei.  Inhaber 
ist  Kaufmann  Oskar  Riedl.  , 

AuguBt  Menningen,  Höhr.  Inhaber  ist  Kannenbäcker  August 
Menningen.   Anna  Menningen,  geb.  Enders,  bat  Prokura. 

Villeroy  &  Bocb,  Mettlach.  Direktor  Otto  Hellmund  ist  von  der 
Leitung  der  Mosaikfabrik  zurückgetreten.  Die  neubestellten  Direktoren 
Dr.  Hans  Kittel  und  Anton  Moritz  haben  Gesamtprokura. 

Vereinigte  Mosaik-  und  Wandplattenwerke,  A  -G.,  (Friedland-Sinzig- 
Ehrang),  Sinzig.   Die  Kaufleute  Otto  Gebhardt  und  Hans  Leberer  haben 


V 


64  —  Nr.  6 


SPRECH  SAAL -COBURG 


Prokura  mit  einem  Vorstandsmitglied  oder  einem  Prokuristen.  Die  Prokura 
von  Georg  Biewer  und  Eduard  Becking  ist  erloschen. 

Kunst-Keramische  Werke  Karlsruhe  Dr.  Reimar  Baer,  G  m,  b.  H., 
Karlsruhe.  Die  Firma  lautet  jetzt:  „Dr.  Reimar  Baer,  G.  m.  b.  Hu 
Der  Sitz  ist  "nach  Bruchsal  verlegt.  Die  Vertretungsbefu^nis  der  Ge- 
schäftsführer Dr.  Reimar  Baer  und  Karl  Geitz  ist  beendet.  Als  Ge- 
schäftsführer werde  Kaufmann  Fritz  Karlebach  bestellt. 

Keramag,  Keramische  Werke,  A.-G ,  Meiningen.  lag.  Max  Hollen- 
weger  wurde  zum  Direktions-  und  Vorstandsmitglied  ernannt.  Die  Kupitals- 
erhöhuDg  um  M  5,5  Mill.  auf  M  10  Mill  ist  erfolgt. 

Mitteldeutsche  Schmirgel- Werke,  A.-G.,  Butzbach.  Graf  G.  Bern- 
storff  wurde  in  den  Aufsichterat  gewählt. 

Union,  Schleifmittelwerk  Schröder,  ß.  m.  b.  H,  Münden.  Das  Stamm- 
kapital ist  um  Jf  195  000  auf  Jt  300  000  erhöht.  Frau  Dr  Louise 
Maeder,  Frau  Dr  Elisabeth  Pause.  Frl.  Anna  B.  Schröder  und  Frau  Eila 
Warnecke  sind  als  Gesellschafter  eingetreten. 

Altenburger  Glasbütte,  A.-G.,  Altenburg.  Das  Grundkapital  ist  um 
M  1  Mill.  auf  Jt  2  5  Mill.  erhöht  worden    Ausga*>ekurs  140%. 

A.-G.  der  Gerresbeimer  Glashtittenwerke,  vorm  Ferd.  H^ye,  Düssel- 
dorf. Kaufmann  Bans  Heye  wurde  zum  weiteren  Vorstandsmitglied  be- 
stellt.   Seine  Prokura  ist  erloschen. 

Rheinische  Spiegelglasfabrik,  A  G ,  Eckamp  b.  Ratingen.  Betriebs- 
direktor Hugo  Nowotny  hat  Gesamiprokura  mit  dem  Vorstandsmitglied  oder 
einem  Prokuristen. 

M  Greiner- Blank,  Lauscha,  S-M.  Glas-  und  Perlenfabrikgeschäft.  In- 
haber ist  Fabrikant  Msx  Greiner-Bl»Ek  sen 

Glashüttenwerke  Lippold  &  Müller,  G.  m.  b.  H ,  Pirna.  Betriebs- 
direktor Friedrich  K.  L.  Althof  wurde  zum  Geschäftsführer  bestellt.  Seine 
Prokura  ist  erloschen. 

Dr.  Rob.  Muencke,  G.  m.  b.  H.,  Berlin.  Edwin  Pagel  hat  Einzel- 
prokura. 

Optische  Werke,  A.-G.,  vorm.  Carl  Schütz  &  Co,  Cassel.  Dem  Auf- 
sichtsrat gehören  jetzt  an:  Rechtsanwalt  Dr.  H  Arzfeld,  Vors.,  Bankier 
Noelle,  stellv.  Vors.,  Rechtsanwalt  R.  Barielt,  Bankdirektor  0.  Katzenstein, 
Großkaufmann  F  Loewe  und  Bankier  0.  Schüler. 

Langer  &  Baldermann,  G.  m.  b.  H,  Kristallschleiferei,  Döbern,  N.-L. 
Glasschleifern  und  Handel  mit  Gias  jeder  Art.  Stammkapital:  M  60  000. 
Gemeinsam  vertretungsbefugte  Geschäftsführer  sind  Kaufmann  Willi  Balder- 
mann nnd  Glasschleifer  Ernst  Langer. 

Panl  Bürger,  Thermometer-  und  Glasinstrnmentenfabrik,  Geschwenda 
(Thür.).    Inhaber  ist  Glashüttendirektor  Paul  Burger. 

Carl  Woytacek,  Glastechnische  Werkstätten,  G.  m.  b.  H.,  Hamburg. 
Herstellung  und  Vertrieb  von  Glasinstromenten  und  Apparaten  für  wissen- 
schaftlichen und  technischen  Bedarf.  Stammkapital:  Jt  20  000.  Selbständig 
vertretungsbefugte  Geschäftsführer  sind  Fabrikant  Carl  R.  Woytacek  nnd 
Chemiker  Dr.  phil.  Otto  G.  L.  Brandt. 

Julius  Brückner  &  Co./  G.  m  b.  H.,  Jlmenau.  Die  Gesamtprokura  des 
Kaufmanns  Eugen  Diener  ist  erloschen. 

Handelsgesellschaft  für  Laboratoriumsbedarf  m.  b  H.,  Langewiesen. 
Herstellung  und  Vertrieb  von  Glasinstrumenten  für  Wissenschaft  und 
Technik  und  von  Laboratoriumsbedarfsartikeln  aller  Art.  Stammkapital: 
Jt  500  000.    Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Heinrich  Schroodt. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


Glasbläsergenossenschaft  des  Meininger  Oberlandes,  e.  G.  m  b.  H.- 
Lauscha,  S.-M.  Der  Sitz  der  Genossenschaft  ist  nach  Ernstthal  a.  R. 
verlegt 

Julies  Fröhlich,  Thermometer-  und  Glasinstrumentenfakrik,  Inhaber 
Paul  und  Karl  Fiöhlicb,  Ohrdruf.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst.  Das 
Geschäft  wird  unter  unveränderter  Firma  von  dem  früheren  Gesellschafter 
Kaufmann  Paul  Fröhlich  fortgesetzt. 

Nitsche  &  Günther,  Optische  Werke,  A.-G.,  Rathenow.  Aktienkapital: 
Jt  10  Mill.  Alleiniges  Vorstandsmitglied  ist  Direktor  Emil  Klietzing. 
Die  Gründer,  die  sämtliche  Aktien  übernommen  haben,  sind  die  Fabrik- 
besitzer E.  Nitsche  nnd  E.  Muth,  Bmkdirektor  W.  Kleemann,  Rentner 

F.  Perl  und  Direktor  E.  Klietzing.  Den  ersten  AuMcbtsrat  bilden  die 
vorstehend  genannten  Nitsche,  Mutb,  Kleemann  unl  Perl. 

Constantin  Kühn,  GlasiuBtrumentenfabrik,  Sttttzerbach,  Pr.  Ant. 
Inhaber  ist  Fabrikant  Constantin  Kühn. 

Sichler  &  Alke,  Weißwasser,  0.  L  Persönlich  haftende  Gesellschafter 
sind  Kaufmann  Richard  Eiculer,  Glasgrasreur  Franz  Eichler  und 
Schleifermeister  Benno  Alke.  Vertretungsbefugt  ist  Richard  Eichler  allein, 
Franz  Eichler  und  Benno  Alke  nur  gemeinsam. 

Gesellschaft  für  Glas-  nnd  Holzindustrie  m.  b.  H.,  Denzel  &  Co., 
i.  Liqu.,  Würzburg.   Die  Liquidation  ist  beendigt,  die  Firma  erloschen. 

Porzeilanvertrieb  Fritz  Hums,  G.  m.  b.  H.,  Dresden.  Bei  Bestellung 
mehrerer  Geschäftsführer  ist  jeder  selbständig  vertretungsbefugt.  Die 
Kaufleute  Kurt  F.  Schwerdtner  und  Karl  A.  E.  Grote  sind  nicht  mehr 
Geschäftsführer.  Zam  Geschäftsführer  wurde  Kaufmann  Isidor  Simon  bestellt. 

Strangfeld  &  Knocb,  G  m.  b.  H ,  Lttbben.  Josef  Strangfeld  ist  ah 
Geschäftsführer  ausgeschieden.  Alleiniger  Geschäftsführer  nnd  Gesell- 
schafter ist  Walter  Knoch. 

i  f  Ton-Klinker-Centrale,  G.  m.  b.  H.,  Leipzig.  An  Stelle  dei  aus- 
geschiedenen Franz  A.  L.  Kaauer  wurde  Baumeister  Ernst  Kießling  zum 

Liqaidator  bestellt. 

Vogtländische  Glasniederlage  Gebr.  Trexler,  Plauen.  Die  Gesell- 
schaft ist  aufgelöst.  Die  Firma  und  die  Gesamtprokara  von  Johann 
Bütterich  und  Marie  0.  Trexler  sind  erloschen. 

Sehamottebaugesellschaft  m.  b.  H.,  Mülheim-Ruhr.  Das  Stammkapital 
ist  um  Jt  30  000  auf  Jt  50  000  erhöat  worden. 

Edlich  &  Weise,  G.  m.  b  H.,  Meißen.  Das  Stammkapital  ist  auf 
M  300  000  erhöht  worden. 

Fanta  &  Dreßier,  Dresden.    Die  Prokura  des  Kaufmanns  William 

G.  A.  Alvers  ist  erloschen. 

Keramische  Rohstoff-Gesellschaft  m.  b.  H ,  Leipzig- Gohlis  (Wilhelm- 
straße 23)  Handel  mit  und  Vertrieb  von  Berg-  und  Hüttenprodukten, 
inabesondere  von  Rohstoffen  für  die  keramische  und  feuerfeste  Industrie. 
Stammkapital:  M  20  000.  Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Georg  Wunderlich. 

Matrizenwerk  Fromm,  G.  m.  b.  H.,  Lauf.  Stammkapital :  JK  60  000. 
Geschäftsführer  sind  Ludwig  Fromm  und  Martin  Tuurnauer.  Sie  sind 
nur  gemeinsam  oder  einzeln  in  Gemeinschaft  mit  dem  Prokuristen  Johann 
K  Müller  vertretungsbefugt. 

E.  Nister,  Nürnberg.  Die  Prokura  des  Fritz  Schäfer  ist  erloschen. 
Kaufmann  Arthnr  Hanes  hat  Prokura. 

Odenwälder  Tonindostrie,  A.-G.,  Pfaffen-Beerfurth.  Die  Kapitals- 
erhöhung um  Jt  2,4  Mill.  auf  Jt  4  Mill.  ist  erfolgt.  Ausgabekurs  120«/,. 


Fr a  gekästen  des  Sprechsaal. 

Zur  Beachtung  bei  Benutzung  de«  Fragekastens. 

1.  Der  Fragekasten  dient  dazu,  technische  and  andere  für  unseren  Leserkreis  wissenswerte  Fragen  und  Fabrikationsfehler 
offen  zu  erörtern,  ferner  Hilfsmittel,  Materialien.  Maschinen  und  Werkzeuge  für  unsere  Industrien  nachzuweisen.  Soweit  sieh  Bezugs- 
quellen  Im  Anzeigenteil  finden,  wird,  wenn  nicht  besondere  Meldungen  erfolgen,  nur  daraufhin  verwiesen. 

».  Die  direkte  V*rcnittelu»g  des  An-  oder  Verkaufs  von  Rezepten,  fertigen  Fabrikaten  usw.  und  die  Weitergabe  von  Angeboten 
oder  Antworten  an  die  Fragesteller  sind  ausgeschlossen. 

3.  l>le  Kamen  der  Fragesteller  werden  nach  keiner  Weise  hin  genannt,  anonyme  Zuschriften  Jedoch  nicht  berücksichtigt. 

4.  Die  Antworten  werden  nur  In  die  zweite  auf  die  Frage  folgende  Nummer  anfgenommen.  Verspätet  eingehende  Antworten 
können  nur  ausnahmsweise  Berücksichtigung  finden. 

5.  Die  Redaktion  behalt  sich  vor,  ohne  Angabe  von  «runden  sowohl  Fragen  als  auch  Antworten  abzulehnen;  für  brauehbare 
Beantwortungen  technischer  Fragen  gewahrt  sie  ein  angemessenes  Zeilenhonorar.  Klne  sivilrechtllehe  Haftpflicht  übernimmt  die 
Redaktion  nicht. 

6.  Jeder  Frage  ist  Rückporto  beizufügen. 

Keramik. 

18.  Ich  beabsichtige,  mein  Hochspannungs-Material  für  ireileitungs- 
Stützinolatoren  auf  Druckfestigkeit,  Biegung  und  Zug  gemäß  den  Vor- 
schriften des  V.  D.  E.  zu  prüfen,  und  bitte  um  Angabe  der  Apparate,  die 
hierfür  in  Frage  kommen,  und  der  entsprechenden  Bezugsquellen 

Erste  Antwort:  Wenden  Sie  sich  an  den  V.  D.  E.,  der  die 
Vorschriften  für  die  Prüfung  von  Isolatoren  zusammengestellt  hat.  Der- 
selbe wird  Ihnen  gewiii  eine  Reibe  von  BezugF quellen  bekannt  geben. 
Auch  dürfte  die  A.  E.  G.  entsprechende  Einrichtungen  liefern  oder  Bezugs- 
quellen nachweisen. 

Zweite  Antwort:  Die  A.  E.  G  und  die  Siemens- Schuckert- 
Werke  in  Berlin  richten  Prof  Stationen  für  Lolatoren  ein. 

19.  Zu  wissenschaftlichen  Zwecken  möchte  ich  Isolatoren  nach  dem 
Brande  mittrls  einer  Schneidevorrichtung  zerschneiden  und  bitte  um  Aus- 
kunft, wer  hierfür  geeignete  Schneid  Scheiben  liefert,  in  welcher  Stärke  man 
diese  verwendet  und  wieviel  Umdrehungen  pro  Minute  erforderlich  sind,  um 
einen  glatten,  sauberen  Schnitt  zu  erhalten. 

Erste  Autwort:  Das  Zerschneiden  größerer  Porzellangegen- 
stäude,  wie  z.  B.  von  Isolatoren,  ist  nicht  so  einfach  und  ohne  ausreichende 
Einrichtungen  kaum  auszufttbnn.  Zu  kleineren  Querschnitten  nimmt  man 
kleinere  Scbneidicheiben  mit  schnellerer  Umdrehung,  zu  größeren  Schnitten 
such  größere  Scheiben,  die  kich  langsamer  drehen.  Letztere  machen  etwa 
800—1100  Touren,  erstere  etwa  1200—1600.  DaB  Zarsägen  kann  in  gleicher 
Weise  wie  daB  Zerlegen  der  Gesteine  zu  Platten  mittelB  Hartstahisägen, 
Walser  nnd  scharfem  Sand  erfolgen;  aber  auch  hierzu  sind  besondere 
Apparat«  nötig  und  «Ina  entsprechende  Uebung. 


Zweite  Antwort:  Sägen  für  Porzellan  liefern  die  Sohwvzen- 
bacher  Maschinen-Fabrik  Carl  Fickert  in  Schwarzenbach  a.  S.,  Gebr.  Ndtzsch 
i.  Selb  i.  Boy. 

20.  Welche  Erfahrungen  hat  man  in  der  Steingutfabrikntion  mit  dem 
Unger'schen  Doppelofen  D  R.P.  Nr.  125  798  (s.  Kerl  S.  1416)  gemacht? 
Liepe  sich  derselbe  10-,  bezw.  20-schürig  in  einer  Größe  von  mindestem 
80  cbm  unten  (Glühofen)  und  90  cbm  oben  (Glattofen)  mit  Aussicht  auf 
Erfolg  einrichten? 

Erste  Antwort.  Die  Ungerechen  Doppelöfen  für  Steingut  haben 
sich  nicht  so  recht  einbürgern  können,  da  ihre  Vorteile  von  den  Ntch- 
teilen  so  ziemlich  aufgewogen  werden.  Es  sind  wohl  ganz  schöne  Resul- 
tate damit  erzielt  worden,  aber  wegen  der  Umstän llichkeit  infolge  der 
verschiedenen  Etagen  und  anderer  Nachteile  und  weil  dieses  System  sich 
nicht  gut  in  d  e  bestehenden  Betriebe  einfügen  ließ,  hat  es  keine  weitere 
Verbreitung  gefunden.  •  Auf  jeden  Kall  ist  es  nicht  ratsam,  große  Oefen 
mit  10  Schüren  und  von  90  cbm  Inhalt  zu  erbauen,  weil  Bit*  für  den 
laufenden  Betrieb  unrationell  sind  insofern,  als  bei  der  kurzen  Arbeitszeit 
die  laufende  Produktion  von  Ware  verzögert  wird. 

Zweite  Antwort:  Die  Erfahrungen  mit  dem  Doppelofeu  System 
Uuger  sind  teils  gute,  teils  weniger  gute.  Letzteres  mag  wohl  an  der 
Größe  der  Oefen  und  der  Höhe  des  Brandes  liegen.  Von  einem  Ofen  von 
80  cbm  Roh-  und  90  cbm  Glattraum  ist  Ihnen  entschieden  abzuraten,  da 
es  schwer  ist,  solche  große  Oefen  gleichmäßig  zu  brennen,  besonders  bei 
der  niederen  Brenn-Temperatnr  des  Steingutes.  Wenn  Sie  schon  einen 
Doppelofen  bauen  wollen,  so  wären  55—60  obm  als  äußerste  Grenze  zu 


/ 


SPRECHSAAL  -,  C.OB  URO.  Nr.  6  - 


1922.  (Ib.  Jahrgang.) 

betrachten.  Ein  Ofen  von  80  cbm  Brennraum  benötigt  nicht  10  Feue- 
rungen, sondern  deren  14,  da  man  allgemein  mit  höchstens  6  cbm  Brenn- 
ranm pro  Feuerung  rechnet  der  Oberofen  von  90  cbm  müßte  anstatt 
20  Feuerungen  deren  16  haben.  Die  Nachteile  eines  großen  Ofens  dürften 
Ihnen  wohl  bekannt  sein;  allzuleicht  läßt  man  Bich  heute  zwecks  einer 
Brennstoff  ersparnis  verleiten,  große  Oefen  zu  banen,  um  dann  die  Erfah- 
rung zu  machen,  daß  ein  kleinerer  Ofen  bedeutend  rationeller  arbeitet  und 
bessere  Ware  erzengt. 

Dritte  Antwort:  Steingut  läßt  sich  in  Oefen  von  80—90  cbm 
brennen,  da  die  Wätmeunterschiede  an  den  Einströmungsstellen  und  in 
der  Mitte  nicht  so  sehr  ine  Gewicht  fallen.  Wesentlich  ist,  daß  um  den 
Mitlelfuchs  8  Füchse  von  14  cm  Durchmesser  angeordnet  sind,  um  das 
Feuer  gut  in  die  Mitte  zu  bekommen,  Die  Summe  aller  Füchse  muß  aber 
Vio  der  Rosi  flächensumme  betragen. 

21.  Welchen  Farbstoff  setzen  einige  Kaolinschlämmereien  beim 
Schlämmen  zu,  um  dem  Kaolin  einen  bläulichen  Stich  zu  geben  bezw.  um 
die  gelbliche  oder  graue  Färbung  verschwinden  zu  lassen? 

Erste  Antwort:  Das  Färben  von  geschlämmtem  Kaolin  ge- 
schieht 8m  einfachsten  mit  Anilinfarben,  welche  dtm  geschlämmten  Kaolin 
beigemischt  werden.  Lassen  Sie  sich  verschiedene  Nuancen  von  blauen 
wasserlöslichen  Anilinfarben  kommen  und  machen  Sie  entsprechende  Ver- 
suche. Die  Anilinfarben  sind  jetzt  sehr  teuer,  daher  nicht  beim  Schlämmen, 
sondern  erst  dem  geschlämmtem  Material  ^uzcsetzen.  Zu  beachten  ist, 
daß  gefärbte  Kaoline  sich  nicht  zu  allen  Zwecken  eignen,  weshalb  beim 
Verkauf  Vorsicht  geboten  ist,  » 

Zweite  Antwort:  Es  bandelt  sich  in  diesem  Falle  um  einen 
in  Wasser  löslichen  blauen  Anilinfarbstoff,  der  dem  geschlämmten  Kaolin 
zugesetzt  wird.  Der  Zusatz  richtet  sich  nach  der  ursprünglichen  gelben 
oder  grauen  Farbe  des  Schlämmproduktes,  und  Sie  müssen  die  Menge 
desselben  durch  Proben  feststellen. 

•  Dritte  Antwort:  Auf  1000  kg  geschlämmten  Kaolin  setzen 
Sie  10  g  Kobaltnitrat  gelöst  zu;  dieses  läßt  die  Brennfarbe  des  Kaolins 
weiß  erscheinen,  indem  es  die  gelbeFarbe  auslöscht.  Genügen  10  g  nicht, 
so  können  Sie  bis  20,  30,  ja  40  g  gehen. 

Vierte  Antwort:  Um  dem  geschlämmten  gelblichen  oder 
grauen  Kaolin  einen  bläulichen  Stich  zu  geben,  habe  ich  ihn  mit  gutem 
Erfolg  im  Bastin  mit  Anilinfarbe  gefärbt.  —  Die  Anilinfarben-Fabriken 
haben  sog.  AbfalWarben,  die  im  Bezug  etwas  billiger  sind. 

22.  Für  unsere  Kaolinßterpressen  verwendeten  wir  vor  dem  Kriege 
pitsch-pine-Rulz,  während  wir  jetzt  infolge  des  hohen  Preises  als  Ersatz 
dafür  Lerche,  Kiefer  oder  Eiche  verwenden  müssen.  Die  Rahmen  und 
Blätter  hieraus  nützen  sich  aber  schnell  ab,  und  die  Pressen  fangen  an 
stark  zu  spritzen,  wodurch  der  'Druck  verloren  geht.  Tl  ie  ließe  sich  eine 
Besserung  bezw.  Abdichtung  zwischen  den  einzelnen  Rahmen  und  Blättern 
erzielen? 

Erste  Antwort:  Das  Undichtwerden  der  Holzfilterrahmen  ist 
ein  unangenehmes  Uebel,  das  dazu  geführt  hat,  die  Kammern  aus  Eisen 
aufzuführen.  Heutzutage  sind  diese  Eisenkammern  aber  so  teuer,  daß  man 
möglichst  davon  absieht,  und  zu  billigeren  Holzkammern  streift.  Um  diese  1 
gegen  das  Undichtwerden  zu  schützen,  werden  die  Dichtflächen  durch  An- 
schrauben von  2—8  mm  starken  Zinkblechstreifen  mittels  Messingschrauben 
verstärkt.  Die  Holzkammern  halten  dann  bei  guter  Behandlung  sehr  gut 
dicht,  und  die  Abnutzung  ist  nicht  sehr  groß.  Die  Beschläge  sind  zwar 
auch  nicht  billig,  doch  zuverlässig  und  das  beste  Mittel,  Holzkammern 
dicht  zu  machen. 

Zweite  Antwort:  Die  gleiche  Erfahrung  haben  alle  kera- 
mischen Fabriken,  die  mit  Holzrahmen  und  -blättern  in  Filterpressen  arbeiten, 
gemacht.  Es  gibt  keinen  vollwertigen  Ersatz  für  pitsch-pine-Holz.  Eine 
Abdichtung  mit  Gnmmitinlagen  kann  infolge  des  hohen  Gummipreises 
nicht  in  Betracht  kommen  Es  ist  Ihnen  nur  zu  raten,  die  Hoizrahmen 
und  Blätter  durch  eiserne  Rühmen  und  BJ älter  zu  ersetzen,  vorausgesetzt 
natürlich,  daß  die  Konstruktion  der  Presse  es  gestattet  Zu  diesem 
Zwecke  müßten  Sie  sich  an  eine  Maschinenfabrik  Wenden.  Wohl  ist  die 
Anschaffung  mit  größeren  Ausgaben  verbunden,  doch  wenn  Sie  das  Holz, 
den  Kboüd-  und  Zeitverlust  rechnen,  macht  sich  die  Mehrausgabe  für 
eiserne  Bestandteile  bald  bezahlt,  und  Sie  haben  für  Jahre  Buhe. 

Dritte  Antwort:  Versuchen  Sie,  um  die  Rahmen  schwache 
Filz-  oder  Stoff  streifen  zu  nageln;  dadurch  werden  dieselben  dicht,  und 
das  Spritzen  hört  auf. 

Vierte  Antwort:  Für  die  Kaolin- Filter  pressen  müssen  die 
Rahmen  aus  gutem,  trockenem  Hartholz  hergestellt  werden ;  pitach-pine 
ist  nicht  nötig,  es  soll  aber  auch  keine  Kiefer  Bein.  Hauptsache  ist,  daß 
die  Rahmen  ans  tadellosem,  ausgetrocknetem  Holz  hergestellt  sind,  damit 
ein  Verziehen  und  Absplittern  unmöglich  ist.  Eine  besondere  Abdichtung 
der  Rahmen  und  Blätter  ist  bis  heutet  noch  nicht  eingeführt,  aber  man 
hilft  sich  damit,  daß  man  die  beiden  Preßlücher  über  die  Rahmen  hiu- 
ausspannt  nnd  beim  Pressen  mit  der  Pumpe  vorerst  ganz  wenig  Kaolin 
in  die  Presse  bineindrücken  läßt,  damit  sich  die  äußeren  Wandungen  der 
Rahmen  nnd  Blätter  verdichten.  Natürlich  muß  die  Presse  eine  gute 
Verschranbung  haben,  damit  die  Blätter  und  Rahmen  gut  schließen  Für 
alle  Fälle  hat  man  immer  einen  Abfall  von  gepreßtem  Kaolin  zur  Hand, 
womit  man  die  ausspritzenden  Stellen  abdichtet. 

Fünf te  Antwort:  Als  Ersatz' für  Ihre  Holzi ahmen  möchte  ich 
Ihnen  empfehlen,  eiserne  Rahmen  anzuschaffen.  Diese  haben  den  Vorteil, 
daß  auf  Demselben  Raum  fast  noch,  eiimal  soviel  Platz  finden,  als  hölzerne. 
Zorn  Schutz  der  Tbcher  und  um  der  Flüssigkeit  schneileren  Abzug  zu  ge- 
statten, werden  auf  jeden  Rahmen  gelochte  Zinkblecheinsätze  aufgeschraubt. 
Die  eisernen  Kammern  werden  gewöhnlich  rund  Ausgeführt,  wodurch  der 
AbdichtungBrand  einen  ganz  gleichmäßig  verteilten  Druck  erhält.  Die 
runden  Pressen  schließen  daher  besser  als  die  eckigen,  und  das  lästige 
Spritzen  bei  ungenügendem  Schließen  wird  vermieden.  Die  eisernen  Preß- 
platten Bind  zum  Schutze  gegen  Rost  mit  einem  Lack  versehen,  der  je- 
doch von  Zeit  zu  Zeit  immer  wieder  erneuert  werden  muß.  , 

28.  Zur  Her Stellung  von  Kochgeschirr  verwende  ich  etwa  55°l0  Bunz- 
lauer  feiten  Ton  II.  Sorte,  30°[9  Bunzlauer  Magerton  und  JS°/0  feinge- 


mahlene Schamotte  (Steingutrohscherben).  .Die  asten  beiden  TmsorUn 
werden  im  liegenden  Tonschneider  -  und  dann  mit  der  dritten  Sorte,  die  im 
der  Kugelmühle  fein  gemahlen  wird,  vermischt  Die  Kochgeschirre  werden 
bei  einer  Temperatur  von  1300—1400"  im  Viereckofen  mit  überschlagender 
Flamme  gebrannt,  weil  ich  bei  einer  anderen  Temperatur  mit  Rücksicht 
auf  meine  übrige  Fabrikation  nicht  brennen  kann  Die  Feuerbeständig- 
keit der  Kochgeschirre  läßt  aber  zu  wünschen  übrig ;  wo/ an  liegt  dies?  , 

Erste  Antwort:  Unter  Feuerbeatändigkeit  kann  man  einer- 
seits die  Kochfe3tigksit  der  Kochgeschirre  verstehen,  andrerseits  die 
Brennhöhe,  die  der  Scherben  verlangt,  bezw.  ausbSlt.  Wenn  nun  die 
Brennhöhe  nach  den  gemachten  Angaben  zwischen  1300— 1400°  schwankt, 
so  ist  diese  Brenndifieienz,  za  groß,  und  es ,  ist  kein  Wunder,  wenn 
bei  solchen  Unterschieden  der  gebrannte  Saherben  zu  wenig  gebrannt 
oder  überbraiint  ist.  Hier  kann  nur  dadurch  geholfen  werden,  daß  eine 
gleichmäßig«  Brennhöhe  angestrebt  wird,  und  daß  die  Brenndiffsrenz 
höchstens  2  Kegel  beträgt.  Sollte  die  höhere  Temperatur  von  1400° 
lötig  sein  und  der  Scherben  r alt  diesen  Hitzegrad  nieht  aus,  so  sind 
feuerfestere  Tone  zu  verwenden.  Ist  unter  der  Feaerbestäudigkeit  die 
Kochfestigkeit  zu  verstehen,  so  liegt  der  Fehler  in  der  Hauptsache  daran, 
daß  dem  Versatz  zu  wenig  Schamotte  zugesetzt  und  die  bei  8K  14 
gebräunte  Ware  zu  sehr  gesintert  ist.  Besser  ist  es,  dem  Versätze 
Schamotte  aus  dem  rohen  Topfbruch  oder  Schamottekapselbruch  anstelle 
vou  Steingutrohscherben  zuzusetzen,  damit  der  Saherben  poröser  und 
wider«tkDdafähiger  gegen  TemperaturseuwaakaDgen  wird.  Ein  gleich- 
mäßiger Brand  ist  aber  nötig. 

Zweite  Antwort:  Die  Ursache,,  daß  die  Feuerbeständigkeit  des 
Kochgeschirres  nicht  genügt,  liegt  an  der  Massezusammensetzung.  Sie 
verwenden  als  Schamotte  feingemahlene  Steingutrobscherben,  ohne  jedenfalls 
die  Zusammensetzung  derselben  zu  kennen.  Wie  Ihnen  bekannt  sein 
dürfte,  kann  SteiDgut  keinen  Anspruch  auf  Feuerbestäudigkeit  erheben, 
und  seine  Zusammensetzung  schwankt  stark.  Machen  Sie  einmal  Ver- 
suche in  der  Richtung,  daß  Sie  die  Steingutrohscherben  teilweise  oder 
ganz  durch  Sand  oder  einen  feuerfesten  gebrannten  Ton  ersetzen.  Mit 
2—3  Proben  werden  Sie  allerdings  nicht  zum  Ziele  kommen  unl,  wenn 
Sie  nicht  Fachmann  sind,  der  Mithilfe  eines  solchen  nicht  entraten  können. 

Dritte  Antwort:  Mit  .empirischen  Versuchen  kommen  Sie  nicht 
zum  Ziel.  Berechnen  Sie  aus  den  Analysen  Ihrer  R)hmatersalien  vor 
allem  Ihre  Masse  und  versuchen  Sie  dann,  schrittweise  die  Tonerde  und 
die  Kieselsäure  in  ein  günstigeres  Verhältnis  zueinander  zu  bringen  Die 
Differenz  bei  Ihrer  Aasbrenntemperatur  ist  viel  zu  groß;  sie  darf  höchstens 
2  Kegel  betragen. 

Vierte  Antwort:  Die  Feuerbeständigkeit  eines  Geschirres  hängt 
von  verschiedenen  Umständen  ab.  Vor  allem  muß  der  Seherben  in  seinem 
Innern  körnige  Stmktur  haben,  damit  wenig  Spannung  vorhanden  ist 
Und  gerade  dieses  Haupterfordernis  ist  bei  Ihrer  Masse  nicht  erfüllt,  sie 
ist  zu  fett !  Sie  müssen  also  den  Gehalt  an  Magerton  auf  Kosten  des 
fetten  Tones  erhöhen  oder  den  Gehalt  an  Scherben  vermehren.  Wenn  Sie 
außerdem  noch  dafür  sorgen,  daß  diese  Scherben  nicht  mehlfein  gemahlen 
sind,  sondern  beim  Verreiben  zwischen  den  Fingerspitzen  sich  gerade 
noch  ftthien  lassen,  dann  werden  Sie  sicherlich  die  richtige  Mischung 
finden,  die  beim  Gebrauch  auf  dem  Küchenherd  widerstandsfähig  ist. 

Fünfte  Antwort:  Feuerbeständiges  sog.  „feuerfestes"  Koch- 
geschirr, das  zum  Kochen  auf  direktem  Feuer  und  auf  heißer  Platte  be- 
stimmt ist,  wild  in  zwei,  stofflich  voneinander  verschiedenen  Gattungen 
in  den  Handel  gebracht.  In  einem  Falle  handelt  es  sich  um  ein  dein 
Porzellan  ähnliches  Erzeugnis,  im  andern  Falle,  und  dieser  kommt  an- 
scheinend für  Sie  in  Betracht,  um  einen  Scherben,  der  nach  dem  Garbrande 
von  erdiger  Struktur  nnd  mit  bleihaltigen  oder  auch  bleifreien  Glasuren 
überzogen  ist.  Aus  den  Anforderungen  an  dieses  Kochgeschirr  geht  hervor, 
daß  man  nur  grobe,  stark  poröse  Massen  anwenden  kann. »  Die  von  Ihnen 
verwendeten  Tone  eignen  Sich  zweifellos  zur  Herstellung  eines  brauch- 
baren Kochgeschirrs;  jedoch  erachte  ich  es  als  einen  Fehler,  wenn  Sie  die 
Mäste  mit  feingemahlenen  S|eingutscherben  magern  wollen,  da  solche 
Massen  leicht  zum  Reißen  und  Springen  neigen  und  auch  die  Glasur  sich 
schwer  damit  verträgt.  An  Stelle  dieser  Schamotte  verwenden  Sie  am 
besten  einen  Quarzsand  in  Streusandkörnung,  den  Sie  bis  za  40  %  der 
Masse  beigeben  können ;  gegebenenfalls  wäre,  an  dem  Bunzlauer  fetten  Ton 
zn  Gunsten  des  mageren  noch  etwas  abzubrechen.  Bei  der  Herstellung 
der  Masse  werden  die  hinreichend  zerkleinerten  und  gesiebten  Tone 
zusammen  mit  dem  Sande  im  Tonsöhneider  gemischt,  bis  eine  recht  gleich- 
mäßige Mischung  erzielt  wurde.  Zur  weiteren  Homogenisierung  der  Masse 
empfiehlt  es  sich,  sie  noch  möglichst  lange  im  Keller  lagern  zu  lassen.  — 
Bei  der  Formgebung  hat  man  zo  berücksichtigen,  oh  die  Geschirre  über 
freiem  Feuer  oder  auf  heißen  Platten  u.  dgl.  gebraucht  werden  sollen, 
im  ersten  Falle;,  ist  es  zu  vermeide»,  daß  die  Hitze  größere  ebene  Flächen 
tr>fft  und  der  untere  Rand  des  Bodens  nicht  gleichzeitig  5mit  erhitzt  wird, 
denn  dieser  ist  immer  der  am  meisten  gefährdete  Teil,  wenn  eine  ungleich- 
mäßige Erhitzung  des  Bodens  stattfindet  Setzt  man  z.  B.  eine»  Schüssel 
mit  weitem  Boden  so  auf  die  Feaexöffnung ,  eiaes  Kochherdes,  daß  die 
Randfläche  auf  der  Herdplatte  ruht  und  nicht  mit  dem  Feuer  in  Berührung 
kommt,  so  entstehen  im  Brande  Spannungen,,  die  den  Boden  zersprengen. 
Um  dies  zu  vermeiden,  gibt,  man  dem  Boden  eine  mehr  gewölbte  Form, 
damit  der  Rand  über  dem  Feuer  zu  liegen  kommt.  Außerdem,  empfiehk 
es  Bich,  ihn  mit  Riefen  zu  versehen,  die  vom  Mittelpunkt  nach  dem  Rinde 
strahlenförmig  verlaufen,  wodurch  der  Stand  des  Ueschirrs  gesicherter  ist 
und  etwa  unier  dem  boden  hängendes  Wasser  beim  Verdampfen  leicht 
einen  Ausweg  nach  außen  findet.  .   ..  ' 

Sechste  Antwort:  Wenn  Sie  sieb,  reiflieh  überlegt  hätten,  was 
für  ein  Erzeugnis  Sie  mit  75  Teilen  Ton  and  16  Teilen  Steingutscherben 
bei  1350°  C  Brenntemperatur  erhalten  können,  so  nätten  Sie  wohl  selbst 
gefunden,  daß  der  Versatz  kein  feuerfestes  Kpphgeschirr  ergeben  "kann. 
Schamotte  ist  gewöhnlich  ein  scharf  gebranntes  basisches  Material;  Stein- 
gatrühscherben  enthalten  dagegen  ziemlich  viel  Quarz,  ev.  auehL. Feldspat 
und  etwas  Kalk;  die  Hohe  Brenntemperatur  bedingt  daher  die  Sinterung 
der  Masse.  Da  Kochgeschirr  einen  raschen  Temperaturwecnsel  vertragen 
muß,  so  darf  es  keinen  za  dichten  Scherben  haben,  damit  sich  dieser  beim 
Erwärmen  langsam  and  gleichmäßig  ausdehnen  kann,   Sie  mtisseu  die 


/ 


m  —  st  6 


SPRECHSAAfc- COBURG, 


1022.  (65.  Jahrgang.) 


Steingutaeberben  weglassen  nnd  an  deren  Stelle  wirkliche  8chamotte  ein- 
führen.  Versuchen  8ie: 

i  Schamotte  28  Gew.-T. 

Magerton    .   .   .   22 

Fetton  .   .  50  "„ 

24  Meine  Gipsformen  saugen  in  der  letzten  Zeit  zu  stark,  sind 
sehr  blasig  und  bleiben  in  den  Modellen  hängen,  sodafJ  häufig  mit  dem 
Af>«*er  nachgeholfen  werden  muß,  um  sie  loszulösen.  Meine  lormgießer 
behaupten,  der  Fehler  liege  an  der  Modellschmiere,  die  ich  mir  aus  ge- 
schabter Seife  und  Leinöl  durch  Aufkochen  herstelle,  und  auch  am  Gips 
selbst  Wie  ist  diesem  Uebelstand  abzuhelfen,  und  wer  liefert  sowohl  eine 
tadellose  ModtUschmierseife,  als  auch  einen  vorzüglichen  Modellgips  f 

Brate  Antwort:  Nicht  nnr  an  der  Modellachmiere,  auch  an 
der  Qaalittt  des  Gipses  nnd  an  dem  Anmachen  desselben  zum  Guß  kann 
der  Fehler  liegen.  Der  Gips  kannn  z.  B.  bereits  lange  gelagert  und  an 
Bmdefäbigkeit  verloren  haben,  oder  auch  er  ist  minderwertig  nnd  ger 
kein  ModelJgips.  Ohne  die  Fehler  selbst  gesehen  zu  haben,  kann  man 
nicht  genau  beurteilen,  wo  die  Fehlerquelle  liegt.  Sind  tüchtige  Gipa- 
gießer  vorbanden,  so  müßten  diese  den  Fehler  selbst  feststellen  können, 
denn  man  kann  doch  nicht  annehmen,  daß  er  am  Anmachen  des  Gipses 
hegt.  Eine  gute  Modellschmiere  ergibt  die  übliche  Auflösung  von  guter 
Kernseife  zu  Scbanm  gerührt  in  kochendem  Wasser  mit  nachheriger  Bei- 
mischung von  Bttböl,  das  besser  ist  wie  Leinöl.  Jeder  geschickte  Form- 
gießer kann  sirh  die  Modellschmiere  selbst  herstellen,  wenn  ihm  gute 
Stoffe  dazu  zu  Gebote  stehen. 

Zweite  Antwort:  Der  Uebelstand  dürfte  auf  minderwertigen 
Gips  zurückzuführen  sein;  aber  auch  die  Modellschmiere  ist  offenbar 
nicht  ganz  schuldlos.  Eine  brauchbare  Modellschmiere  wird  folgender- 
maßen Tiergestellt :  Geschnittene  Kernseife  wird  mit  wenig  Wasser  stark 
erhitzt  nnd  durch  öfteres  Rühren  in  Lösung  gebracht.  Nachdem  die  8eife 
gelöst  und  die  Lösung  zu  Schaum  gequirlt  ist,  setzt  man  das  Oel  unter 
ständigem  Umrühren  hinzu  und  qnirlt  tüchtig  durch.  Nach  dem  Zusatz 
von  Oel  darf  nicht  mehr  erhitzt  werden.  Eine  gute  Modellachmiere 
besteht  aus:  - 

Kernseife   3  Gew.-T. 

Wasser   #  3 

Büböl  oder  Leinöl  3—4  "„ 

Im  Anzeigenteil  des  Sprechsaal  finden  Sie  viele  Bezugsquellen  für  Gips. 
Am  beßten  ist  es,  Sie  lassen  eich  Von  einigen  Werken  Master  kommen 
nnd  probieren  diese  ans.  Modellscbmiere  zu  kaufen,  ißt  nicht  zu  empfehlen. 

Dritte  Antwort:  Der  Kiölpaer  Modellgips  wird  viel  verwandt, 
aber  anch  er  ist  vom  Kochen  und  vem  Anrühren  abhängig  und  kann 
einmal  veraagen.  Machen  Sie  Geschirr,  so  ist  die  Oelschmiere  überhaupt 
nicht  am  Platze;  man  schmiert  nur  mit  in  Wasser  gekochter  Seife,  die 
m*u  1—2  Stunden  auf  das  neue  Modell  einwirken  läßt,  worauf  nach  er- 
neutem Schmieren  abschwammt  wird.  Auch  die  Qaalitftt  dea  Oels  kann 
in  Ihrem  Falle  schuld  sein. 

Vierte  Antwort:  Wenn  Ihre  Gipsformen  zu  stark  Bangen  nnd 
blaeig  werden  nnd  im  Modell  hängen  bleiben,  so  mag  Ihr  Foimgießer 
recht  haben,  wenn  er  sagt,  die  M  dellachmiere  und  der  Gips  können 
Bchuld  daran  sein.  Die  erste  Grundbedingung  für  einen  guten  Formenguß 
iat  doch  ein  gutes  Modell  und  für  die  Ablösung  der  Form  von  demselben 
eine  wirtlich  gute  Modellschmiere.  Die  Fa.  Aug.  Scbödl  &  Sohn  in 
Eötzechenbroda  i.  8a.  liefert"  Kavonseife,  eine  gebrauchsfertige,  trockene 
Modelischmierseife,  nach  patentiertem  Verfahren  hergestellt,  mit  einem 
Mindest  Fettgehalt  von  65  «;0.  Die  trockene  Schmierseife  wird  nur  in 
waimem  Wasser  aufgelöst  und  auf  das  Modell  mit  dem  Pinsel  schaumig 
aufgetragen,  worauf  man  nach  kurzer  Zeit  den  Schaum  mit  dem  Schwamm 
abwäscht.  Hierdurch  werden  die  Poren  der  Modelle  vollständig  ver- 
schlossen, die  Obeifläche  wird  spiegelglatt  und  kann  nicht  aangeu,  und 
der  Modellguß  für  die  Form  wird  blasenfrei  und  feBt.  Die  Firma  liefert  auch 
einen  auf  besondere  Art  hergestellten  Modell-  und  Formengips. 
.  .  ,te  Antwort:   Gut  gebrannter  Gips  muß  sich  weich  wie 

feines  Weizenmehl  anfühlen  und  darf  zwischen  den  Fingern  keine  g'oben 
Bes  andteile  fühlen  lassen;  tut  er  dies,  so  ist  er  entweder  nicht geaügeud 
gewannt  oder  er  ist  von  Hause  aus  unrein.  Vorausgesetzt,  daß  Iur  Gip* 
an  und  für  sich  gut  ist,  scheint  das  von  Ihnen  gerügte  Uebel  teils  an 
der  Formenechmiere,  teils  an  der  unrichtigen  Herstellung  des  Gipsbreies 
zu  liegen.  Das  znm  Anrühren  des  Gipses  verwendete  Wasser  soll  mög- 
lichst hohlensäurefrei,  also  weich  oder  „abgestanden"  sein  und  etwa  Zimmei- 
temperator  haben.  Ein  stark  kohJenBäurehaltiges  Wasser  verursacht 
Blasenbildung  und  läßt  die  Obeifläche  der  Modelle  nnd  Formen  stark 
durchlöchert  erscheinen.  Ein  diesen  Anforderungen  entsprechendes  Wasser 
ist  in  der  Begel  das  KondenswaBBer,  daa  jedoch  frei  von  Oeleo  und 
sonstigen  Uneinigkeiten  sein  muß,  weshalb  man  den  Vorratsbehälter  so 
einrichtet,  daß  man  beim  Entntbmen  des  Wassers  weder  das  obenauf- 
Bchw.mmende  Oel,  noch  die  am  Boden  aitzenden  Unrinigkeiten  mit  ab- 
zapft Zur  Herstellung  dea  Gipsbreies  läßt  man  das  Gipspulver  langsam 
ins  Wasser  rieseln,  und  zwar  an  verschiedenen  Stellen  der  Wasserober- 
fläche, Bodaß  sich  im  Wasser  kein  spitzer  Gipskeeel  bilden  kann.  Das 
Betzt  man  solange  fort,  bis  kein  Gips  mehr  unter  Wasser  sinkt  und  oben 
etwas  über  dem  Wasser  stehen  bleibt.  Gleich  darauf  wird  das  Ganze 
mit  einem  kleinen  Bsisigbesen  gut  umgerührt,  um  den  Gips  gehörig  im 
Wattier  zu  verteilen,  und  zum  Schluß  noch  einigemale  mit  einem  Stocke, 
°m  it  u  l88en  zum  An,8teiS!en  zu  veranlasaen;  etwaige  auf  der  Brei- 
oberflache achwimmmde  Lufiblaeen  (Schaum)  werden  mit  einem  Spatel 
beim  Eingießen  weggestrichen  oder  auch  zurttckgeblaaen.  Iat  der  Gipa 
auf  die  beschriebene  Weise  in  das  WaBser  eingerütrt,  dann  muß  man 
B,&ndi|?e  Biegung  des  Gipsbreies  das  Absetzen  des  Gipspulvers 
verhüten.  Diese  Bewegnng  muß  auch  noch  fortgesetzt  werden,  nachdem 
oer  (iipsbrei  über  das  Modell  gegossen  wurde;  denn,  wenn  dieses  atark 
Vh  e,t*  s!ellen  hat,  setzt  der  Gipsbrei  hier  leicht  eine  dichtere  Schicht 
ab,  und  diese  in  der  Form  als  Erböhungen  auftretenden  8  eilen  Bangen 
dann  weniger  gut,  als  die  ebenen  Flächen.  Tatsächlich  macht  man  dann 
auch  sehr  häufig  die  Beobachtung,  daß  die  gegoBsenen  Gegenstände  an 
den  erhabenen  Stellen  der  Form  schwächer  im  Scherben  sind  und  an  der 
Form  hängen  bleiben.   Die  Saugkraft  einer  bipaform  läßt  sich  nur  durch 


die  Art  des  Anmachens  des  Gipsbreies  regulieren;  je  weniger  Gipa  in 
das  Wasser  eingerührt  wird,  umso  größer  wird  die  Saugkraft  der  ge- 
gossenen Form.  Die  zu  verwendende  Seifenschmiere,  die  ein  gutes  Los- 
lösen der  Formen  von  den  Modellen  bewirken  soll,  wird  aus  Kernseife  mit 
Bäum-  oder  Büböl  guter  Qualität  hergestellt,  nnd  zwar  werden  3  kg 
Kernseife  in  10  Liter  Wasser  gut  gekocht,  dann  mit  s/4  Liter  Oel  ge- 
mischt und  das  Ganze  zu  Schaum  verrührt  Die  Schmiere  muß  staub- 
frei aufbewahrt  nnd  bei  etwaigem  Eindicken  mit  etwas  heißem  Wasser 
verdünnt  werden. 

Sechste  Antwort:  Wenn  die  zu  Modellschmiere  verwendete 
Seife  zu  wenig  Fettstoff  enthält  nnd  der  CMzosatz  ungenügend  ist,  gehen 
die  Formen  nicht  los  nnd  haben  ein  blasiges  Aussehen.  Dem  Gips  kann 
man  keine  Schuld  geben,  wenn  er  sich  sämig  anrühren  nnd  gleichmäßig 
gießen  läßt  nnd  sonst  gut  abbindet.  Ich  nehme  an,  daß  Sie  den  Gips- 
brei nicht  zu  dick  anmachen. 

Siebente  Antwort:  Wenn  Gipsformen  blasig  werden,  so  können 
hieran  verschiedene  Ursachen  schuld  sein.  Blasigkeit  entsteht  z.  B. 
häufig,  wenn  die  Modelle  saugen,  was  aber  bei  richtiger  Behandlung  der- 
selben nicht  vorkommen  darf.  Das  fertig  retouchierte  Gipsmodell  muß 
zuerst  mit  gutem  Leinölfirnis  mehrmals  nnd  solange  getränkt  werden,  bis 
ea  ihn  nicht  mehr  aufnimmt.  Hierauf  wird  ea  bei  nicht  zn  starker  Hitze 
vollständig  getrocknet,  gut  abgeatanbt  und  dann  mit  einer  leieht  streich- 
baren Lösung  von  braunem  Schellack  in  Spiritus  1—2  Mal  überstrichen. 
Der  zweite  Aufstrich  darf  erst  dann  erfolgen,  wenn  der  erste  angetrocknet 
ist.  Das  so  fertig  gestellte  Modell  bleibt  dann  noch  eine  Nicht  unbe- 
rührt lin  einem  warmen  Hanm  stehen.  Vor  Beginn  dea  Gießens  der 
Formen  wird  daa  Modell  erat  1—2  Mal  atark  eingesebmiert ;  wenn  dann 
die  Schmiere  bia  auf  einen  feinen  Hanch  mit  dem  Pinsel  weggenommen 
worden  ist,  kann  mit  dem  Gießen  begonnen  werden.  Daa  Einfetten  der 
Modelle  muß  nach  jedem  Gaß  vorgenommen  werden  nnd  ganz  besonders 
in  den  tiefer  liegenden  Stellen  sehr  sauber  geschehen.  Die  Formen- 
achmiere besteht  ans: 

Seife  3  Gew.-T. 

Wasser   3 

Büböl  .............   4  „ 

,  Die  Seife  wird  in  kleine  dünne  Späne  geschnitten,  in  einem  Topf 
mit  etwas  Wasser  aif  dem  Ofen  stark  erhitzt  und  unter  öfterem  Quirlen 
zu  Schaum  gerührt.  Wenn  alle  Seife  aufgelöst  ist,  schüttet  man  unter 
stetem  Umrühren  des  Schaumes  das  Büböl  zn.  Um  einwandfreie  Formen 
zu  erhalten,  muß  natürlich  darauf  gesehen  werden,  daß  die  Modelle  nicht 
nntersebnitten  sind ;  wenn  letzteres  der  Fall  ist,  wird  ein  Hängenbleiben 
der  Formen  oft  voi  kommen.  Ihr  Formgießer  soll  außerdem  darauf  achten, 
daß  der  Gips  normal  nnd  blasenfrei  angerührt  wird  nnd  daß  die  Formen 
zur  richtigen  Zeit  vom  Modell  abgenommen  werden.  Bei  neuen  Modellen 
kann  ea  trotz  aller  Vorsicht  einmal  vorkommen,  daß  kleine  Gipsteilchen 
an  besonders  heiklen  Stellen  haften  bleiben.  Diese  kleinen  Teilchen 
müssen  dann  vor  dem  nächsten  Guß  vorsichtig  entfernt  werden.  Die  be- 
treffenden Stellen  sind  dann  etwas  stärker  einzufetten,  nnd  der  Fehler 
wird  sieh  beim  8.  oder  3.  Guß  vollständig  verlieren. 


Glas. 

15.  Wir  haben  eine  Doppelwanne  von  7X4,2X1  »»,  an  der  wir 
eine  ganz  automatische  Flaschenblasemaschine  von  25000  Stück  400  g- 
Flaschen  Tagesleistung  angelegt  haben.  Um  die  Wanne  in  eine  Schmelz-  und 
Arbeitswanne  zu  teilen,  setzten  wir  vorn  eine  Zwischenwand  aus  Schamotte' 
Formsteinen  mit  Löchern  ein,  die  nicht  im  Verband  mit  der  Wanne  war, 
um  das  geschmolzene  Glas  durchzulassen  Allmählich  brannte  die  oberste 
Schicht  dieser  Wand  ab,  und  wir  erneuerten  dieselbe  durch  Hinterlegung 
neuer  Steine.  Seit  einiger  Zeit  haben  wir  trotz  heißgehenden  Ofens  Rampen 
im  Glase,  die  wohl  von  ausgeschmolzenen  Tonteilchen  der  Zwischenwand 
herrühren.  I  urch  gänzliche  Entfernung  dieser  Wand  oder  deren  ober,  n 
Schicht  würden  wir  wahrscheinlich,  unsauberes  Glas  erhalten,  das  aus  einem 
Loch  in  den  Ausbau  der  Wanne  fließt,  oder  das  Loch  wird  womöglich 
leicht  verstopf  l  werden.    Wie  ist  der  Ütbelstand  zu  beseitigen  ? 

Erste  Antwort:  Ans  Ihrer  Frage  ist  nicht  zn  ersehen,  wie  die 
Maße  der  Doppelwanne  7X4,2X1  m  zu  verstehen  sind.  Jedenfalls  iat 
die  Zwischenwand  so  unpraktisch  wie  möglich  angelegt,  da  von  einer 
Kühlnng  derselben  nicht  die  Bede  ist;  eine  richtig  angelegte,  gekühlte 
Zwischenwand  soll  immer  im  Verband  mit  der  Wanne  stehen.  Der  Scha- 
mottestein ist  spezifisch  leichter  wie  daa  flüssige  Glas,  infolgedessen  wirkt  daa 
letzt -re  auf  die  Zwischenwand  in  mancher  Beziehung  ungünstig  ein.  Da 
die  Zwischenwand  nur  stumpf  an  die  Wannenwäude  angestoßen  ist,  so 
sind  die  Steine  wahrscheinlich  geschwunden,  nnd  der  ganze  Tonmörtel  iat 
von  dem  flüssigen  Glas  nach  der  Arbeitswanne  bewegt  worden,  wo  er  das 
Glas  verunreinigt.  Die  oberste  Schicht  der  Zwischenwand  ist  nicht  abge- 
brannt, wie  Sie  annehmen,  sondern  die  Alkalien  dea  Glases  haben  in  der 
Hitze  die  Steine  aufgelöst.  Jedenfalls  sind  nun  auch  die  Oeffaungen  in 
der  Zwischenwand  so  ungünstig  wie  möglich  angebracht.  Es  unterliegt 
keinem  Zweifel,  daß  die  falsch  angelegte  Zwischenwand  die  Sobnld  an 
dem  Fehler  trägt;  als  einzige  Bettung  bleibt  daher  ihre  Eatfernung. 
Arbeiten  Sie  die  Wanne  so  weit  wie  möglich  leer  und  nehmen  Sie  L»ge 
auf  Lage  der  Zwischenwand  heraus.  Es  wird  sich  dann  leicht  feststellen 
lassen,  wie  weit  die  Verunreinigung  der  Wanne  vorgeschritten  ist.  Schließ- 
lich müssen  Sie  die  ganze  Wanne  entleeren,  um  den  immer  wieder  auf- 
steigenden Bodensatz  zu  entfernen.  In  solchen  Fällen,  nm  eben  zu  ver- 
hüten, daß  unlautereB  Glas  in  die  Arbeitswanne  gelangt,  legt  man  nie 
eine  Zwischen  wand  an,  sondern  ordnet  schwimmende  Brücken  an. 

Zweite  Antwort:  Es  iat  leicht  möglich,  daß  Sie  bei  gänz- 
licher Entfernung  der  Zwischenwand  unaauberes  bezw.  ungereinigtes  Glas 
zur  Verarbeitung  in  dem  Ausbau  der  Wanne  erhalten,  da  die  letztere  ihrer 
Größe  nnd  Leistung  entsprechend  zu  kurz  angelegt  ist.  Eine  Länge  von 
12  m  wäre  richtig  und  ein  Verstopfen  des  Amflußlochea  nicht  zu  befürchten. 
Sie  nehmen  mit  Recht  an,  daß  die  jetzt  auftretenden  Btmpen  von  aus- 
geschmolzenen  Tonteilchen  der  Zwischenwand  herrühren;  das  iat  wohl 
möglich,  denn  einmal  können  die  znm  Erneuern  der  obersten  Wand- 
schiebt  verwendeten  Steine  nicht  von  ao  guter  Qaalitftt  sein  wie  die  früheren, 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


sodann  kann  es  aber  auch  der  Fäll  sein,  daß  die  ganze  Zwischenwand 
jetzt  mehr  Tod  fahren  läßt  als  za  Anfang.  Dieses  kommt  allgemein 
vor,  und  jeder  Hafen  nnd  jede  Wanne  krankt  mit  der  Zeit  an  diesem 
üebeJ,  nnd  das  besonders,  wenn  recht  heiß  eingeschmolzen  wird.  Unter- 
suchen Sie  also  Ihre  Zwischenwand,  ob  sie  allgemein  stark  abschmilzt 
be?w.  Löcher  bekommt,-  in  diesem  Falle  ist  natürlich  die  ganze  Zwischen- 
wand wieder  za  erneuern,  nnd  da  wäre  zu  versuchen,  ob  es  nicht  auch 
•hne  eine  solche  geht. 

16.  Wie  und  in  welcher  Stärke  (20  oder  40  cm)  bewähren  sich  die 
sog.  Magdeburger  Sandsteine  gegenüber  Schamotte-Bankplatten?  Ist  es 
vorteilhafter,  die  Einströmungen  von  der  Kammer  zur  Bütte  (Pipe)  erst 
mit  Schamottf platten  abzudecken  und  nur  für  die  oberste  Schickt  im 
Gesäß  um  die  Bütte  herum  Sandsteine  zu  verwenden  ?  Wer  liefert  Magde- 
burger Sandsteine?  1 

Erste  Antwort:  Die  Magdeburger  Sandsteine  finden  immer  da 
Verwendung,  wo  man  vom  Hafenofen  nur  eine  beschränkte  B  triebs- 
kempagne  erwartet.  So  verwendet  man  sie  teilweise  zum  Bau  von  B  etius- 
öfen  und  zu  Hafenöfen  mit  geschlagenem  Gesäß.  Die  Schamotte  Bankplatte 
verdrängt  den  Sandstein  als  Gesäßstein  immer  mehr.  Die  Widerstands- 
fähigkeit der  Schamotte-Bankplatte  gegen  die  Einwirkung  der  Alkalien 
und  des  flüssigen  Glases  ist  viel  größer  wie  beim  Sandstein.  Zudem  muß 
4er  letztere  vollständig  lufttrocken  verlegt  werden,  da  er  sonst  beim  An- 
tempern zerspringt  Da  sich  der  natürliche  Sandstein  um  rund  4°/0  linear 
vergrößert,  so  muß  beim  Verlegen  des  Gesäßes  hierauf  Rucksicht  genommen 
werden,  da  sich  die  Sandsteine  sonst  gegenseitig  zermalmen.  Mau  legt 
immer  da,  wo  zwei  Sandsteine  zusammenstoßen,  entsprechende  Holzlatten 
dazwischen,  so  daß  die  Steine  sich  nach  Verbrennung  der  letzteren  aas- 
dehnen können.  Je  nach  der  Größe  des  Ofens,  der  Lage  der  Ge»äßftchicbten 
und  der  Art  des  zu  schmelzenden  Glases  verwendet  man  natürliche  Sand- 
steine in  den  Stärken  von  200—300  mm.  Die  unteren  Gesäßsch'chten 
macht  man  innen  200  mm  stark,  während  die  obere  Schicht  eine  Stärke 
von  300  mm  erhält  Da  sich  der  Schamottestein  im,  Feuer  meistens  noch 
etwas  zusammenzieht,  der  Sandstein  aber  wie  gesagt  sich  ausdehnt,  so 
ist  za  empfehlen,  entweder  nur  Schamotteplatten  oder  nur  natürliche  Sand- 
steine z»m  Gesäß  zu  verwenden.  Natürliche  Sandsteine  liefern  für  Ofen- 
bauten Wiedenroth  &  Kraus  in  Stadthagen  und  Theodor  Schmitz  in 
Neuenheerse  i.  W. 

Zweite  Antwort:  Magdeburger  Sandsteine  werden  am  vorteil- 
haftesten 20  cm  stark  verwendet  and  sind,  sachgemäß  angewandt,  gegen- 
über Sehemotteplatten  bedeutend,  feuerfester  and  widerstandsfähiger.  Die 
Einströmungen  von  der  Kammer  zur  Bütte  werden  mit  Schamotteplatten 
abgedeckt,  und  von  da  aas  wird  dann  der  ganze  Brenner  mit  Sandsteinen 
eingefaßt.  Ueber  die  Anwendung  von  Sandsteinen  ist  in  Nr.  43  des 
Sprechsaal  1920  ausführlicher  berichtet  worden.  —  Magdeburger  Sand- 
Steine  liefern  n.  a.  Konty  &  Lange  in  Magdeburg. 

Dritte  Antwort:  Mit  Magdeburger  Sandsteinplatten  kann  man 
ein  gutes  und  dauerhaftes  Gesäß  für  die  Häfen  herstellen,  und  zwar 
werden  die  Platten  meistens  in  der  Stärke  der  Schamotteplatten  (20  cm) 
verwendet.  Man  zieht  diese  Stärke  vor,  weil  sie  za  derjenigen  der 
Schamotteplatten  paßt,  und  weil  die  Platten  beim  Auftempern  des  Ofens 
sich  gleichmäßiger  erwärmen  als  wenn  sie  stärker  gehalten  sind.  Die 
Sandsteinplatten  sollen  von  einem  sachverständigen  Ofenmaurer  gelegt 
werden,  weil  darauf  Bücksicht  zu  nehmen  ist,  dtßtsie  sich  beim  Erhitzen 
sehr  stark  ausdehnen.  Daher  wird  auch  zwischen  jede  Platte  ein  2  cm 
starkes  Bretteben  mit  eingelegt,  das  beim  Anftempern  verbrennt  und  den 
Steinen  Baum  zum  Ausdehnen  verschafft.  Wird  das  nicht  berücksichtigt, 
So  kommt  es  oft  vor,  daß  sich  das  ganze  Gesäß  verschiebt,  was  zu  großen 
Unannehmlichkeiten  führt.  Die  ersten  2  Lagen  können  aus  Schamotte- 
platten besteben,  die  übrigen  aus  Sandstein  über  den  ganzen  Ofenherd. 
Es  halten  aber  auch  gute  Schamotteplatten  etwa  3  Jahre  aus,  wenn  der 
Ofen  sachgemäß  gebaut  und  ebenso  behandelt  wird.  Ein  Vorteil  kommt 
nur  dann  heraus,  wenn  die  Sandsteinplatten  bedeutend  billiger  sind  als 
Schamotte. 

Vierte  Antwort:  Als  Lieferant  von  sog.  Magdeburger  Sand 
steinen  meldet  sich  A.  Stitka  in  Neuwilmsdorf,  Post  Altwilmsdorf  i.  Sehl. 

17.  Wir  bitten  um  Apgabe  eines  Entfärbungsmittels  für  Opal-  und 
Eellglas.  Wir  schmelzen  in  offenen  Häfen  und  leiden  darunter,  daß  das 
Glas,  das  wir  mit  thüringischem  Braunstein  entfärben,  teils  einen  grünen, 
teils  einen  gelben  Stich  aufweist,  jedoch  niemals  richtig  weiß  wird. 

Erste  Antwort:  Wenn  Sie  mit  Braunstein  entfärben  und  das 
Glas  teils  einen  grünen  und  teils  einen  gelben  Stich  aufweist,  so  sprechen 
hier  wobl  noch  andere  Faktoren  mit.  Verwenden  Sie  reine,  gleichmäßige 
Rohmaterialien,  ist  die  Mischung  eine  innige  und  geht  der  Ofen  richtig 
heiß?  Werden  denn  die  Häfen  nach  jeler  Arbeit  gründlich  ausgeschöpft 
und  viel  fremde  Scherben  verschmolzen  ?  Beziehen  Sie  einen  guten  Braun- 
stein und  verschmelzen  Sie  bei  heißem  Ofengang  nachstehenden  Satz,  and 
das  Glas  wird  weiß  sein. 

Sand   180  kg 

Soda    ..............     70  „ 

s  Kalkspat   .     40  „ 

Salpeter   6  „ 

Scherben  .............     30  „ 

Braunstein   280  g 

Antimon   250  „ 

Sie  hätten  übrigens  Ihren  Gemengesatz,  sowie  die  Artikel,  die  Sie  fertigen, 
angeben  seilen. 

Zweite  Antwort:  Ein  schönes  weißes  Opalglas  erhalten  Sie, 
wenn  Sie  als  Entfärbung  anf  100  kg  Sand  150  g  Braunstein  und  5  g 
Nickeloxyd  nehmen.  Für  Hellglas  gibt  es  außer  Braunstein  eine  ganze 
Menge  Entfärbungsmittel,  und  Sie  müssen  schon  selbst  Versuche  anstellen, 
um  za  ermitteln,  mit  welchem  Präparat  Sie  das  beste  Resultat  erzielen, 
denn  je  nach  der  Zusammensetzung  des  Gemenges  ist  anch  die  Wirkung 
der  einzelnen  Entfärbungsmittel  verschieden. 

Dritte  Antwort:  Wenn  Ihr  Glas  mit  Braunstein  entfärbt 
wird,  nnd  dabei  niemals  richtig  weiß  ausfällt,  so  ist  jedenfalls  dessen 
Zusatz  nicht  genaa  aasprobiert.  Zeigt  das  Glas  einen  grünlichen  Stich, 
so  ist  die  Menge  des  Entfärbungsmittels  za  niedrig,  ist  es  dagegen  gelb- 


Nr.  6  —  67 

lieh  oder  ins  Violette  schillernd,  so  ist  der  Zusatz  zn  groß  Man 
gebraucht  aber  zum  Entfärben  nicht  allein  Braunstein,  um  weilies  Glan 
zu  bekommen,  sondern  es  gehört  auch  etwas  Antimon.  Salpeter  üad 
Kobaltoxyd  dazu.  Viel  kommt  es  nun  auf  die  Reinheit  in  Stade*  an; 
ist  dieser  ziemlich  eisenfrei,  so  kann  der  Zusatz  an  Entfärbung  geringer 
sein.  Äch  der  Gang  des  Ofens  wirkt  dabei  mit;  ist  er  recht  heiß,  so 
kann  auch  die  Entfärbung  etwas  aasbrennen,  nnd  es  muß  dann  etwas 
mehr  davon  genommen  werden.  Anf  ein  Gemenge  von  100  kg  Sand 
nimmt  man  im  Durchschnitt  250—300  g  Brannstein,  200  g  Antimon, 
1 — 2  g  Kobaltoxyd  und  2  kg  Salpeter,  die  mit  dem  Gemenge  gut  ver- 
mischt werden.  Ist  die  Entfärbung  damit  nicht  ganz  einwandfrei,  so 
kann  man  d»n  Zusatz  erhöhen  oder  erniedrigen,  aber  nur  in  kleinen 
Mengen  von  20—30  g  der  Mischung,  bis  das  richtige  Verhältnis  gefanden 
ist.  Den  Versuch  kann  man  an  einem  einzelnen  Hafen  machen.  Diese 
Entfärbung  eignet  sich  auch  für  Opal  Glas.  Auf  vielen  Hatten  wird 
auch  Nickeloxyd  mit  Erfolg  zum  Entfärben  verwendet,  aber  ea  verlangt 
einen  heißgehenden  Ofen,  wenn  es  richtig  wirken  soll.  Anf  100  kg  Sand 
kommen  2—3  g  Nickeloxyd.  Ebenso  verhält  es  sich  mit  Sälen  als 
Entfärbung. 


Mene  Fragen. 
Keramik. 

28.  Ich  stelle  in  meinem  Betriebe  Porzellan- Schalen  von  10  bis  14  cm 
Durchmesser  her  und  brenne  bei  SK  13  Ich  muß  nun  die  Beobachtung 
machen,  daß  die  Schalen  aus  dem  Brande,  obwohl  die  Masse  aus  Kaolm  50, 
Quarz  27,  Feldspat  23,  Kalkspat  2  Gew.-T  besteht,  stets  etwas  verzogen 
herauskommen.  Die  obere  Linie  der  Schale  erscheint,  wenn  man  2  Schalen 
auf  irinander  legt,  durchweg  nicht  übereinstimmend  Nicht  die  Fahne  der 
Schale  hat  sich  gesenkt,  sondern  die  Schale  hat  sich,  um  es  kraß  auszu- 
drücken, etwas  rtttuldenförmig  gebogen.  Wie  ist  dem  abzuhelfen?  Ich 
vermute,  daß  der  Fehler  an  den  Schalenkapseln  liegt,  deren  Böden  jeden' 
falls  nicht  genau  zentriert  sind. 

29.  Ich  beabsichtige,  neben  der  Feuerung  meiner  neuzuerrichtenden 
Fürbringer- Muffel  Heizschlangen  für  Warmwasserheizung  anzubringen,  um 
damit  einen  Raum  im  Parterre  von  etwa  100  qm  und  im  1  Stock  von 
etwa  120  qm  zu  heizen.  Was  für  Erfahrungen  sind  mit  dieser  Heizart 
gemächt  worden,  und  wer  richtet  sie  ein  ?  Ist  es  empfehlenswerter,  einen 
besonderen  Ofen  im  Keller  aufzustellen  und  zu  heizen,  und  wer  liefert  der-' 
artige  Oefen? 

30  Wir  bitten  um  Angabe  eines  Masseversatzes  für  erstklassige 
Gebrauchtgeschirre  aus  nur  deutschen  Materialien  für  SK14—15.  Die 
dazu  passende  Glasur  darf  China-  Clay  und  schwedischen  Quarz  enthalten. 


Glas. 

20.  Wir  beabsichtigen  die  Herstellung  eines  spezifisch  möglichst 
schweren  Glases,  das  schon  \durch  diese  Eigenschaft  für  Röntgenstrahlen 
schwer  durchlässig  i*i.  Kann-  dieses  Glas  in  Form  von  Tafel-  o$er  Spiegel- 
glas hergestellt  werden?  Welche  Zusammensetzung  muß  es  haben?  Ver- 
mutlich kommt  dafür  Bleiglas  in  Betracht. 

21.  Wie  wird  die  Glasisolation  in  Edison-Normälsockel  gepreßt,  und 
wer  liefert  die  nötigen  Maschinen  dazu? 

22.  Fürt  welche  Zwecke  wird  Glaswolle  gebraucht,  und  welcfie  An- 
forderungen in  Bezug  auf  Eigenschaften  und  Qualität  werden  an  sie 
gestellt? 


Für  Mess-flnzeigen 


empfehlen  wir  besonders 

T7r.  7  T7r.  8 

vom  16.  Februar       vom  23.  Februar 

Etwa  noch  für  diese  Nummern  bestimmte  Inserate  „ 
erbitten  wir  baldigst. 

Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 

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stehender Währung:  Frs  5.—, 
Lire  5.—,  Sh  4.—,  Dollar  1.—. 
Kroner  3.60,  Flh  2,50. 

Geschäftsstelle  des  Sprechsaal 
Coburg. 


XXVI.  -  Nr.  6 


57  - 


SPREC  H  SAAL  -  COBURG. 


1922.   (56.  Jährgang.) 


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Wir  bitten  nach  Erledigans:  der  Anzeige  verlangte  Licht- 
bilder sofort  zurücksenden  zu  wollen,  damit  nna  annötige 
Rückfragen  erspart  bleiben. 


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Qaaiitätsfabnkea  den  technischen  Betrieb  geleitet 
haben,'  belieben  Angebote  unter  Angabe  der  bisherigen 
Tätigkeit,  ev  Antrittsmöglichkeit,  Zeugnisabschriften, 
Gehaltsdnsprüchen,  Familienverhältnisse  und  Lichtbild 
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buchhaltung  einige  junge 

Herren  oder  Damen, 

welche  mit  der  Steingut- 
branche vertraut  sind.  Be- 
werber ana  Eugros- Geschäft 
mit  guten  Branchekennt- 
nissen  werden  bevorzugt. 
Angebote  mit  Angabe  Über 
Alter,  bisherige  Tätigkeit, 
Gehaltaansprttche  nnd  frühe- 
sten Eiatrittatermin  anter 
G  3701  an  die  Geschäfts- 
stelle des  SpreohsaaL  Bild 
erwünscht. 


(56.  jahrgang.) 


Coburg,  den  16.  Februar  1922. 


Nummer  f 


Zeitschrift  für  die  Keramischen,  Glas-  und  verwandten  Industrien. 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Loais  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bogra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1 868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


FerasprechanschlußNr.  59./Telegr.-Adresse  Spreclisasl 
Postscheckkonto:  Erfart Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr. 4747 
Bankkonto :  Cobnrg-Gothaische  Bank  A.-G.,  Coburg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  ond  Deatsch-Oesterreich  darch  die  Post  vierteljährlich  Jl  14.—  anter  Streifband  j&  40.- 
Anzelgen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  ond  40  mm  Breite  für  das  Inland  Jt  1.—  (Stellengesuche  30  4)- 
Für  das  Ausland  werben  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


Mitglied  von :  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  B.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Tunnelöfen  in  der  Feinkeramik. 

Von  Bichard  Sprenger,  Hennigsdorf  a.  H. 

Es  liegt  keine  Veranlassung  vor,  in  die  persönliche  Fehde 
der  Herren  Rosefamann  und  Baresch  einzogreifen;  ein  Fort- 
schritt in  der  Technik  ist  auf  jedem  Gebiete  nur  darch  sach- 
liche Arbeit  and  sachlichen  Meinungsaustausch  erzielbar. 

Da  aber  in  beiden  Artikeln  die  Tunnelöfen  in  Hennigsdorf, 
deren  Entwicklungsgang  ich  von  den  ersten  Anfängen  bis  zur 
heutigen  Höhe  mitgemacht  habe,  erwähnt  werden,  sehe  ich 
mich  genötigt,  rein  sachlich  zu  den  teilweise  irrtümlichen  An- 
gaben Stellang  zu  nehmen. 

Die  beiden  ersten  Tunnelöfen  worden  im  Jahre  1911  durch 
die  Tunnelofenbaogesellschaft  in  Saarau  gebaut.  Die  darch 
die  direkte  Befeuerung  gegebenen  Unregelmäßigkeiten  ver- 
anlagen bereits  nach  einem  Jahr  den  Umbau  der  Oefen  auf 
Gasfeuerung. 

Diese  Maßnahme  erwies  sich  als  ein  Fortschritt. 

Als  im  Jahre  1913  der  dritte  Tunnelofen  gebaut  worde, 
wurden  die  Erfahrungen,  die  bei  den  beiden  umgebauten  Oefen 
gemacht  worden,  verwertet.  So  wurde  dieser  neue  Ofen  mit 
glatter  Gewölbedecke  aasgebildet  statt  mit  der  Decke  von 
Faugeron  mit  den  Drückungen  im  Gewölbe  (D.  R.  P.  104241); 
die  Messungen  und  Erfahrungen  ergaben  einen  vorzüglichen 
Temperaturausgleich  zwischen  der  Decke  des  Tonneis  ond  der 
Wagensohle.  Aach  bei  der  Konstruktion  des  vierten  Tunnel- 
ofens, der  eine  gemeinsame  Konstraktion  der  A.  E  G.  und  der 
Firma  Lengersdorff  darstellt,  wurde  an  der  glatten  Decke  fest- 
gehalten. 

Es  ist  nicht  Aufgabe  dieses  Artikels,  alle  Verbesserungen 
und  Neukonstraktionen  größerer  oder  kleinerer  Art,  die  in 
Hennigsdorf  im  Laufe  der  Jahre  durch  praktische  Erfahrungen 
im  Betrieb  mit  den  Tunnelöfen  gemacht  wurden,  im  einzelnen 
aufzuführen. 

Rückblickend  zeigt  dieser  Entwicklungsgang  nur  eine  an- 
steigende Linie,  sodaß  heute  die  Hauptbedingungen  jedes  fein- 
keramischen  Betriebes,  das  sind  Güte  ond  Gleichmäßigkeit  der 
Ware  bei  geringstem  Brennstoffverbrauch,  erfüllt  sind.  Die 
Angaben  von  Herrn  Oberingenieur  Baresch  über  die  Aasschaß- 
ziffern sind  gänzlich  irrige ;  die  letzteren  sind  keineswegs  höher 
als  bei  den  besten  Oefen  mit  periodischem  Brennbetrieb. 


Wissenschaft  und  Technik. 

Von  Kaphael  Gangs. 


(Nachdruck  verboten.) 


I. 


Es  ist  eine  Binsenwahrheit :  Die  deutsche  Wissenschaft 
hat  in  vergangenen  Zeiten  der  deutschen  Industrie  deu  Vor- 
sprung vor  der  ausländischen  Industrie  gesichert.  Die  Deutschen, 
welche  heute  noch  größtenteils  noch  nicht  daran  glauben 
wollen,  werden  es  in  nicht  allzuferner  Zeit  unangenehm  emp- 
finden, daß  aaf  vielen  Gebieten  in  den  letzten  Jahren  auch  im 
Aasland  sehr  intensiv  wissenschaftlich  für  die  Industrie  gearbeitet 
worden  ist.  Sehr  viele  deutsche  Indostrielle  verhalten  sich 
gegenwärtig  ablehnend  gegen  eine  wissenschaftliche  Beratung, 
weil  sie  das  nach  der  hergebrachten  Weise  Hergestellte  noch 
so  spielend  absetzen.  Was  wird  die  Folge  sein,  wenn  die 
Mark  einmal  wieder  an  Wert  zunehmen  wird?  Werden  dann 
jene  noch  bestehen  können,  die  nicht  Besseres  liefern  können 
als  das  Aasland,  die  nicht  zweckmäßiger  arbeiten,  kurz :  die 
nicht  Wissenschaftler  zu  Hilfe  zogen  ? 

Ich  spreche  nicht  pro  domo.  Ich  warne  nur  vor  der  vielfach 
eingerissenen  Mißachtung  der  wissenschaftlichen  Beratung  im 
nationalen  Interesse. 

,11. 

Aber  ebenso  viel  müssen  die  Wissenschaftler  von  der 
Industrie  lernen.  Nicht  mit  Unrecht  fühlt  sich  mancher,  der 
tief  in  seinen  technischen  Problemen  steckt,  erhaben  über  den 
reinen  Wissenschaftler.  Nicht  mit  Unrecht  belächelt  er  die 
Weltfremdheit  so  vieler  aus  diesem  Kreise. 

Das  ist  wechselseitig.  Denn  diese  Art  von  Wissenschaftlern 
blickt  etwas  verächtlich  auf  die  Technik  hinab.  —  Wie  lange 
allerdings  noch?  Die  Zeit  ist  nicht  fern,  da  in  Deutschland 
Naturwissenschaft,  die  nicht  Fühlung  nimmt  zur  Industrie,  Land- 
wirtschaft usw.,  für  geraume  Zeit  kaum  noch  möglich  sein  wird. 

Jene  „industriefremden"  Professoren  geben  ihren  Dokto- 
randen vielfach  Themata,  die  gar  keinen  Nutzen  für  den  jaagen 
Mann  haben,  wenn  er  in  den  Beruf  kommt.  Der  Industrie 
könnte  so  viel  geholfen  werden,  wenn  den  Studierenden  durch 
die  Industrie  geeignete  Themata  gestellt  würden. 

III. 

Und  besonders  auch,  wenn  die  Industrie  noch  etwas  mehr 
für  Forschungsinstitute  tun  würde.  Auf  manchen  Gebieten 
fehlen  solche  noch  vollkommen !     Wann  wird  endlich  ein 


V 


70  —  Nr.  7 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


Forschungsinstitut  für  die  Glasindustrie  gegründet  werden?  ) 
Bs  ist  dringend  notwendig.  Sonst  werden  bald  die  meisten 
Werke  gegenüber  den  amerikanischen  und  englischen  nicht 
mehr  konkurrenzfähig  sein. 

Das  wenige  Geld,  was  dafür  ausgegeben  wird,  kann  viel- 
tausendfältig nützlich  werden. 

Ich  weiß,  daß  sehr  viele  denken:  Ja,  wenn  das  Institut 
für  mich  allein  arbeiten  würde,  dann  gäbe  ich  wohl  etwas. 
Aber  nicht  dann,  wenn  es  vielen  zu  gute  kommt.  — 

Das  ist  kurzsichtig.  Und  diese  bedenken  auch  nicht,  daß 
in  einem  solchen  Forschungsinstitut  auch  Spezialprobleme  für 
eine  einzelne  Fabrik  behandelt  werden  können. 

IV. 

Ich  spreche  wieder  nicht  pro  domo.  Nicht  für  den  Wissen- 
schaftler. —  Jene  Forschungsinstitute  sollen  nicht  Versorgungs- 
stätten für  notleidende  Wissenschaftler  werden.  Leute  aus  der 
Industrie  gehören  auch  hinein.  Ein  gut  Stück  Idealismus  wird 
allerdings  für  letztere  dazu  gehören,  wenn  sie  die  viel  besser 
dotierten  Stellen  in  der  Industrie  aufgeben.  Aber  auch  in 
dieser  mammonübersättigten  Zeit  wird  es  wohl  solche  noch 
geben. 

V. 

Ich  habe  einige  Jahrzehnte  in  der  Industrie  gesessen,  und 
dann  ein  Jahrzehnt  in  der  reinen  Wissenschaft  und  im  Kontakt 
mit  Wissenschaftlern;  glaube  also  beide  Gebiete  zu  kennen. 

In  der  Industrie  trat  ein  Fehler  auf.  Der  Fehler  mußte 
weggeschafft  werden,  bald  sogar;  sonst  stand  das  Werk  still. 
Schöne  Hyphothesen  wurden  aufgestellt.  Ich  hätte  Bücher 
damit  füllen  können.  Für  die  Technik  waren  sie  wertlos,  wenn 
sie  nicht  wirklich  stimmten ;  wenn  sich  nicht  auf  Grund  derselben 
der  Fehler  wegschaffen  ließ. 

Ich  sah  Wissenschaftler  bei  ihren  Arbeiten.  Von  hundert 
Versuchen  stimmten  neunzig  zu  der  Theorie.  Wie  mancher 
hat  geschwiegen  von  den  zehn,  die  dagegen  sprachen! 

Der  in  der  Industrie  stehende  hat  die  schwerere  Arbeit. 
Ironisch  hat  einmal  jemand  einen  jungen  Menschen  gewarnt, 
der  zur  Naturwissenschaft  übergehen  wollte:  Nie  einen  Versuch 
doppelt  anstellen  Der  Wiederholungsversuch  könnte  dagegen 
sprechen  und  die  erste  Arbeit  illusorisch  machen.  —  Vor 
manchen  Wissenschaftlern  muß  sich  die  Technik  hüten. 

Ein  Wissenschaftler  hat  sich  ein  Ziel  gesteckt.  Beim 
Experimentieren  sieht  er  auf  abseitigen  Wegen  Interessantes. 
Er  darf  seinen  Hauptweg  verlassen,  darf  die  schönen  Seiten- 
wege gehen.  Der  Techniker  hat  es  meist  viel  schwerer:  Er 
maß  den  einen  Weg  weiter  gehen. 

VI. 

Und  wie  blicken  doch  solche  Wissenschaftler,  die  ein  nicht 
ganz  reines  Gewissen  haben  können,  oft  verächtlich  auf  den 
herab,  der  im  Fragekasten  des  „Sprechsaal"  das  hergibt,  was 
er  für  das  Richtige  hält.  Statt  dankbar  für  solche  Auskunft 
aus  der  Praxis  zu  sein,  lächeln  manche  darüber,  weil  nicht 
wissenschaftliche  Ausdrücke  zur  Bezeichnung  des  Beobachteten 
benutzt  werden.  Oder  man  weist  auf  Widersprüche  hin.  Als 
wenn  die  in  der  Wissenschaft  nicMt  alltäglich  wären.  Als  wenn 
nicht  in  der  Wissenschaft  Mode  ebenso  herrschte,  wie  in  der 
Kunst  und  in  der  Kleidertracht.  Als  wenn  nicht  in  der  Wissen- 
schaft Jahrzehnte,  Jahrhunderte  lang  für  unerschütterlich  ge- 
haltene Systeme  für  falsch  erkannt  werden  könnten.  Der  Name 
Einstein  genügt  hier. 

Wie  vieles  hat  die  Schulmedizin  von  der  Volksmedizin 
verlacht  und  schließlich  doch  als  berechtigt  anerkennen  müssen! 
Nun  geht  es  z.  B.  unter  dem  Namen  der  Therapie  durch 
Kolloide. 

VII. 

Den  Hochmut  lassen!  Beiderseits.  Gegenseitige  Achtung 
denjenigen,  die  es  wirklich  ehrlich  meinen.  Denen  es  um  die 
Sache  zu  tun  ist,  und  nicht  um  den  Namen  oder  um  das 
Geld  allein. 

Wenn  solche  Hand  in  Hand  gehen,  wieder  Hand  in  Hand 
gehen!   Dann  sind  die  Aussichten  nicht  schlecht. 


*)  Es  besteht  die  Aussicht,  daß  das  unleugbar  vorhandene  Bedürfnis 
der  Glasindustrie  nach  einem  Lehrbtuhl  an  einer  Hochschule  oder  nach 
einem  forschung^institut  demnächst  befriedigt  werden  wird.  Sache  der 
Glasindustrie  int  es  aber,  diese  Möglichkeit  and  Gelegenheit  durch  Bereit- 
stellung von  Mitteln  zu  unterstützen.  Sollte  letzteres  nicht  geschehen,  so 
dürfte  an  die  Verwirklichung  des  Projekts  auf  lange  Zeit  nicht  mehr 
gedacht  werden.  Die  Redaktion. 


Wirkung  des  vorherigen  Glühens  des  Flint- 
steins in  Steingutmassen.1) 

(Nachdruck  verboten.) 

Wenn  man  dem  Durchschnittstöpfer  sagt,  daß  sein  Flint- 
stein sich  beim  Brennen  in  Tridymit  und  dann  weiter  in 
Kristobalit  verwandelt,  so  wird  ihm  diese  Mitteilung  nicht  viel 
bedeuten.  Sagt  man  ihm  aber  bei  Nichtkenntnis  der  Wirkung 
jenes  Glühens  laufe  er  Gefahr,  daß  seine  Ware  rissig  werde, 
so  wird  seine  Aufmerksamkeit  geweckt  werden.  Mit  Mißtrauen 
nimmt  er  z.  B.  die  Tatsache  auf,  daß  es  möglich  ist,  6  oder  7  °/0 
mehr  oder  weniger  Flint  als  erforderlich  in  den  Scherben  ein- 
zuführen, einzig  nach  dem  Grade  des  Glühens.  Er  bleibt  dabei, 
daß  er  bei  Anwendung  einer  bestimmten  Zahl  von  Litern  und 
bei"konstantem  Litergewicht  des  naß  feingemahlenen  Flints  recht 
hat.  Und  dennoch  kann  das  Gegenteil  der  Fall  sein.  Denn  es 
ist  schon  zu  vielen  Malen  festgestellt  worden,  daß  sich  das 
spezifische  Gewicht  des  Flints  während  des  Glühens  ändert 
und  je  nach  dem  Erhitzungsgrade  von  etwa  2,6  bis  2,2  schwankt.  , 
Das  einfache  Ergebnis  dieser  Erscheinung  ist,  daß  z.  B.  der 
Gehalt  eines  Liters  der  feingemahlenen  Flintsuspension  (Liter- 
gewicht =  rd.  1600  g)  an  trockener  Substanz  um  mehr  als 
12  °/0  schwanken  kann.  Man  wird  zugeben  müssen,  daß  diese 
Differenz  nicht  ohne  Wirkung  auf  die  Masse  bleiben  wird. 

Dieser  Umstand  ist  heute  von  größerer  Bedeutung  als  in 
früherer  Zeit.  Damals  blieb  den  Mineralmüllern  genügend 
Zeit,  um  große  Mengen  gemahlenen  Flints  vorrätig  zu  halten, 
so  daß,  wenn  ja  einmal  die  Glühung  der  einzelnen  Oefeneinsätze 
verschieden  ausfiel,  ihr  spezifisches  Gewicht  also  ungleich  war, 
der  Inhalt  der  Vorratsbehälter  dennoch  immer  dieselbe  Durch- 
schnittsbeschaffenheit zeigte.  Heutzutage,  wo  der  Flint  un- 
mittelbar aus  der  Mahlanlage  zum  Versand  kommt,  machen 
sich  die  Folgen  des  Schwankens  der  Glühtemperatur  des  Flints 
naturgemäß  bis  zum  Verbraucher  bemerkbar.  Daß  dies  tat- 
sächlich, der  Fall  ist,  geht  aus  den  Ergebnissen  der  Unter- 
suchung hervor,  über  die  in  folgendem  kurz  berichtet  sei. 

Eine  gewisse  Menge  Flint  wurde  stärker,  eine  andere 
schwächer  geglüht.  Dabei  ergaben  sich  folgende  spezifischen 
Gewichte  für  den  Flintstein : 

I  (scharf  gebrannt)  2,312 

II  (schwach  gebrannt)  2,48  L 

In  einem  bestimmten  Raummaße,  z.  B.  1  englische  Pinte 
(=  0,57  1),  gefüllt  mit  Flintschlämme  im  Gewichte  von  32  Unzen, 
schwankt  demgemäß  der  Betrag  an  trocknem  Material  wie  folgt : 

I  (scharf  gebrannt)  .    .    .    ....    21,146  ozs. 

II  (schwach  gebrannt)   20,102  „ 

d.  i.  ein  Unterschied  von  5,1  °/0.  Hierbei  wurde  der  Trocken- 
substanzgehalt der  Aufschlämmungen  nach  der  Brongniart'schen 
Formel  berechnet : 

m    ,       ,  ...       Gewicht  für  1  Pinte  —  20  w         _    .  .  . 

Trockensubstanzgewicht  ==   rr — r—  r~ —  X  spez.  Gewicht. 

6  spez.  Gewicht  —  1  " 

Der  berechnete  Unterschied  ist  also  nicht  bedenklich,  und 
wenn  ein  Fabrikant  eine  Masse  benutzt,  bei  der  bei  Ver- 
wendung hart  gebrannten  Flints  gerade  noch  kein  Reißen  ein- 
tritt, so  wird  er  sich  bei  Gebrauch  der  schwachgebrannten 
Sorte  Flint  nicht  denken  können,  warum  sein  Scherben  rissig 
wird.  Ist  andrerseits  eine  Masse  so  zusammengesetzt,  daß  sie 
bei  Zusatz  des  schwachgebrannten  Flints  möglichst  wenig 
Neigung  zum  Rissigwerden  besitzt  und  setzt  man  sie  plötzlich 
mit  scharf  gebranntem  Flint  zusammen,  so  wird  die  Gefahr  des 
Abplatzens  auftauchen.  Von  der  ursprünglichen  Zusammen- 
setzung der  Masse  hängt  es  ab,  welches  als  normales  spezi- 
fisches Gewicht  anzusehen  ist. 

Es  wurden  nun  mit  beiden  Flintsorten  Massen  zusammen- 
gesetzt, aus  ihnen  Teller  hergestellt  und  diese  in  den  gleichen 
Kapseln  gebrannt.  Bei  der  Rohfertigung  und  beim  Trocknen 
zeigten  sich  zwischen  den  Stücken  aus  den  beiden  Massen 
keine  Unterschiede,  aber  nach  dem  Biskuitbrande  wiesen  sie 
verschieden  große  Schwindung  auf : 

Masse  mit  Flint  I   4°/0 

Masse  mit  Flint  II  5  °/0 

Dies  beruht  auf  der  Tatsache,  daß  die  erstere  Masse  mehr 
Flint  enthält. 

Auch  der  Klang  der  Ware  zeigte  deutliche  Unterschiede : 
Porosität  der  Masse  mit  Flint  I  .    .    20,09  °/0 
Porosität  der  Masse  mit  Flint  II  .    .    17,83  °/„ 
Der  Ausfall  im  Biskuitbrande  war  bei  beiden  Massen  der 
gleiche.    Nach  dem  Glattbrennen  waren  bei  keiner  Sorte  von 
Geschirren   Anzeichen    von   Rissigwerden    vorhanden.  Auch 
nachdem  die  Teller  zehn  Tage  lang  der  Witterung  ausgesetzt 
worden  waren,  traten  solche  Anzeichen  nicht  auf.    Bei  einer 
späteren  genaueren  Prüfung  zeigte  sich,   daß  die  Masse  mit 


')  Mitteilung  von  A.  Heath  und  A.  Leese  aus  dem  Clay  and  Pottery 
Laboratory,  8tnke-On-Trent;  vgl.  Transactions  of  the  (English)  Ceramic 
Society,  Vol.  XX,  Part  II,  S.  191—126. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  7  -  71 


dem  schwachgebrannten  Flint  die  größere  Neigung  zur  Risse- 
bildung besaß. 

Ein  Fabrikant,  der  ein  Reißen  seines  Steingutes  vermeiden 
will,  muß  also  , 

1.  das  spezifische  Gewicht. 

2.  die  Korngröße  seines  Flints 

kennen.  Für  die  Bestimmung  von  2.  wird  die  Veröffentlichung 
einer  einfachen  Methode  durch  B.  Moore  in  Aussicht  gestellt, 
für  die  von  1.  folgendes  Verfahren  für  den  praktischen  Betrieb 
empfohlen:  Bei  gleichen  Gewichten  von  Rohstoffmengen,  die 
gleiches  spezifisches  Gewicht  besitzen,  und  bei  Anwendung 
gleicher  Wassermengen  werden  die  entstehenden  Mahlgut- 
aufschlämmungen  stets  das  gleiche  Volumen  einnehmen.  Jede 
Veränderung  wird  in  einer  graduierten  Röhre  der  Meßflasche 
sofort  nachgewiesen,  und  der  überschießende  oder  fehlende 
Betrag  an  trockenem  Material  ist  aus  einer  Tabelle  ersichtlich  : 


200-Maschensieb 

Rückstand  im  Schlämmapparat 

5  cm  Stromgeschwindigkeit/Min. 


scharf 

schwach 

gebrannt 

gebrannt 

0,87 

0,0, 

10,67 

11,01 

28,52 

80,7  S 

59,93 

58,*  2 

99,99 

99,97- 

Die  Beschränkungen 
der  Einfuhr  in  der  Schweiz. 

(Nachdruck  verboten.) 

Der  schweizerische  Bundesrat  hat,  gestützt  auf  den  durch 
Bundesbeschluß  vom  14.  10.  21  in  seiner  Wirksamkeit  ver- 
längerten Bundesbeschluß  vom  18  2.  21,  betreffend  die  Be- 
schränkung der  Einfuhr,  und  die  am  14.  3.  21  erlassene  Voll- 
ziehungsverordnung, bis  auf  weiteres  die  Einfuhr  von  Ofen- 
kacheln,  Kachelöfen,  Steinzeugwaren,  Schmirgel- 
und  Karborundumfabrikaten  von  der  Einholung  einer 
Bewilligung  abhängig  gemacht.  Dieser  Beschluß  ist  am  20.  11. 
bezw.10.  12.  21  in  Kraft  getreten.  Wir  haben  hierüber  bereits 
in  Nr.  52,  S.  624  berichtet. 

|  Gemäß  Artikel  3  des  Bundesbeschlusses  vom  18.  2.  21, 
betreffend  die  Beschränkung  der  Einfuhr,  ist  der  Bundesver- 
sammlung von  den  getroffenen  Anordnungen  in  ihrer  nächsten 
Tagung  Kenntnis  zu  geben ;  sie  entscheidet  darüber,  ob  die 
Maßnahmen  weiter  in  Kraft  bleiben  sollen. 

In  Ausführung  dieser  Bestimmung  ist  von  seiten  des 
schweizerischen  Bundesrates  an  die  Bundesversammlung  be- 
züglich der  vorstehend  genannten  Beschränkungen  der  Ein- 
fuhr der  nachstehende  Bericht  erstattet  worden. 

Ofenkacheln,  Kachelöfen,  Steinzeugwaren  (Zoll- 
tarifnummern 667/68,  673,  675).  Bei  der  Fabrikation  von 
Kachelöfen  und  Ofenkacheln  handelt  es  sich  um  eine  sehr  alte 
schweizerische  Industrie,  die  bei  normaler  Beschäftigung  un- 
gefähr 241)  Arbeiter  zählte.  Heute  ist  kaum  noch  die  Hälfte 
in  dieser  Fabrikation  beschäftigt.  Schon  vor  mehr  als  einem 
Jahr  haben  die  beteiligten  Kreise  auf  die  zunehmende  Einfuhr 
billiger  ausländischer  Konkurrenzwaren  und  die  daraus  ent- 
stehende Gefährdung  der  einheimischen  Betriebe  hingewiesen. 
Die  Verhältnisse  haben  sich  auch  hier  inzwischen  immer  mehr 
verschärft.  Während  die  meisten  Aufträge  der  ausländischen 
Konkurrenz  zu  gute  kommen,  stockt  bei  den  schweizerischen 
Unternehmen  der  Absatz  fast  gänzlich.  Wenn  bis  jetzt  die 
Preise  für  die  Schweizerware  noch  nicht  sehr  beträchtlich  zu- 
rückgegangen sind  (Kachel,  Vorkriegspreis  Fr.  0,65,  Höchst- 
preis Fr.  2,14,  heute  Fr.  1,82;  Kachelecke,  Vorkriegspreis 
Fr.  1,10,  Höchstpreis  Fr.  3,63,  heute  Fr.  3,08),  so  liegt  der 
Grund  darin,  daß  für  den  aus  dem  Ausland  bezogenen  Roh- 
stoff, Ton,  immer  noch  ein  hoher  Ankaufspreis  bezahlt  werden 
muß,  der  ein  Mehrfaches  des  dortigen  Inlandspreises  beträgt. 
Schon  daraus  ergibt  sich  ein  großer  Nachteil  gegenüber  der 
ausländischen  Konkurrenz.  Diese  offeriert  ihre  Ware  heute 
zu  ungefähr  der  Hälfte  des  Preises  der  schweizerischen  Artikel. 

Die  Einfuhr  betrug  in  Doppelzentnern: 
Position  MonatsdarchschD.  I  Semester   Juli   August  September  Oktober 
1913       1920  1921       1921     1921         1921  1921 

667  60,7      95  209       67      192  25  286 

668  36,2      85,3  62       24       20  32  59 
Welche  Erzeugnisse   unter   die   vorstehenden  Positionen 

fallen,  ist  nachstehend  ersichtlich  gemacht  worden. 

667  Ofenkacheln  aller  Art. 

668  Kachelöfen,  aufgesetzt ;  Eisenöfen  mit  Kachel-  oder  Fliesen- 
verkleidung. 

Mit  der  Herstellung  von  Steinzeugwaren  (Steinzeug- 
röhren, Steinzeuggefäße)  befassen  sich  in  der  Schweiz  drei 
Firmen,  die  zu  normaler  Zeit  ungefähr  190  Arbeiter  beschäftigten. 
Diese  Zahl  ist  heute  auf  ungefähr  25  Arbeiter  zurückgegangen. 


Auch  der  reduzierte  Bestand  kann  unter  den  gegenwärtigen 
Verhältnissen  nur  noch  dadurch  beschäftigt  werden,  daß  auf 
Lager  gearbeitet  wird.  Die  starke  Einfuhr  von  billigem  aus- 
ländischen Material  hat  den  schweizerischen  Fabriken  nach  und 
nach  fast  jegliche  Absatzmöglichkeit  für  ihre  Artikel  genommen. 
Obschoa  die  Preise  der  schweizerischen  Waren  eine  nicht  un- 
erhebliche Herabsetzung  erfuhren  (z.  B.  Steinzeugröhren  von 
100  mm  Liehtweite  für  den  Meter  Fr.  4,30  gegen  Fr.  5,70 
Höchstpreis;  Standgefäß  von  2000  Liter  Fr.  600  gegen  Fr.  800 
Höchstpreis  und  Fr.  500  Vorkriegspreis),  ist  die  importierte 
ausländische  Ware  immer  noch  je  nach  dem  Artikel  30  bis 
60  °/0  billiger.  Abgesehen  von  den  Valutaverhältnissen  und  den 
Löhnen  kommt  ihr  auch  noch  die  billigere  Beschaffung  der 
Roh-  und  Hilfsstoffe  im  Ursprungslande  zu  statten. 

Wie  aus  der  nachstehenden  Aufstellung  hervorgeht,  sind 
die  Importe  während  des  Jahres  1920  und  im  1.  Halbjahr  1921 
eher  größer  gewesen  als  vor  dem  Kriege,  trotzdem  der  schwei- 
zerische Bedarf  infolge  der  geringeren  Bautätigkeit  unleugbar 
zurückgegangen  ist. 

Die  Einfuhr  betrug  in  Doppelzentnern: 
Position  MonatsdarchschD.  I.  Semester   Juli   Augast  September  Oktober 
1913       1920         1921       1921     1921        1921  1921 
673     372,9     428,5        899        69     142        245  172 
675     638        638,6        605       270     526        209  310 
Welche   Erzeugnisse   unter   die   vorstehenden  Positionen 
fallen  ist  nachstehend  ersichtlich  gemacht  worden. 
673    Röhren    und    Röhrenformstücke    aus    Steinzeug,  sowie 
anderweitige  Kanalisationsbestandteile,    sofern   sie  nicht 
unter  die  Nummer  674  fallen.    (674  Kanalisationsbestand- 
teile aus  feinem  Steinzeug  [Steingut]  oder  Porzellan,  ein- 
schließlich der  Schuttsteine  und  Badewannen.) 
675  Steinzengwaren,  gemeine  (Krugwaren  usw.). 

Schmirgel-  und  Karboru n'd umfabrikate  (Zolltarif- 
nummer 630,  631,  632  b).  Mit  der  Herstellung  von  Schmirgel- 
scheiben und  Schleifmitteln  befassen  sich  zwei  Unternehmungen 
in  der  Schweiz,  welche  anfangs  dieses  Jahrhunderts  gegründet 
wurden  und  sich  bald  zu  einer  leistungsfähigen  Hilfsindustrie 
der  schweizerischen  Maschinenfabrikation  entwickelt  haben. 

Die  beiden  in  Betracht  kommenden  Unternehmungen  stehen 
gegenüber  dem  Ausland  nicht  nur  infolge  der  Valutaverhält- 
nisse ungünstiger  da,  sondern  sie  müssen  auch  ihren  Haupt- 
rohstoff, Kunatkarborundum,  verhältnismäßig  teuer  bezahlen. 

Die  Pieise  der  schweizerischen  Produkte  haben  sich  fol- 
gendermaßen entwickelt.  Eine  schweizerische,  viel  gebräuch- 
liche Schmirgelscheibe  kostete: 

1913    Fr.  40—  55 
Herbst     1918     „  140—150 


Frühjahr  1921 
Herbst  1921 


82—  92 
62—  72 


Position 


153  71  33  51 
150      50      27  40 


Einfuhr  in  Doppelzentnern: 
Monats- 
durchschnitt  I.  Semester   Jali    Aug.    Sept.  Okt. 
1913    1920        1921       1921    1921    1921  1921 

630.  Schmirgel- 
papier 

im  ganzen  106     123  59 

aus  Deutschland       —      —  42 
aus  Vereinigte 

Staaten  v.  Amerika    —      —  8        —      14      —  4 

632  a  u.  b.  Schmir- 
gel-u.Karborun- 
dumfabrikate 

im  ganzen  276     585        219       108      68     146  93 

aus  Deutschland  —  —  96-  58  44  12ü  68 
aus  Frankreich         —      —         35  6        6      10  14 

aus  Vereinigte 

Staaten  v.  Amerika    —      —         49,5        3      11        5  2 

Elektrische  Glühlampen  (Zolltarifnummer  1148/1149). 
Es  bestehen  in  der  Schweiz  sechs  Glühlampenfabriken.  Die 
Absatzkrise  setzte  zu  Ende  des  Jahres  19^0  ein.  Bis  zum 
Sommer  1921  mußten  230  Arbeiter,  diesen  Herbst  weitere  300 
entlassen  werden.  Gegenwärtig  sind  noch  etwa  650  Arbeiter, 
und  zwar  nur  teilweise  beschäftigt.  Die  Arbeitseins.chränkung 
variiert  je  nach  Betrieb  von  10— 60°/e. 

Der  Preis  des  in  der  Schweiz  am  meisten  gebräuchlichen 
Glühlampentyps  hat  sich  folgendermaßen  entwickelt: 

Preis  für  1  Stück 

1913/ 14  Fr.  0,80 

1918  bis  Februar  1921  „  1,68 

1.  März  bis  Ende  Mai  1921 ....      „  1,58 

ab  1.  Juli  1921  „  1,35 

Die  Einfuhr  unter  Position  1148  (Glühlampen  ohne  Fassung) 
ist  ganz  unbedeutend.  Sie  betrug  weniger  als  1  Doppelzentner 
für  das  Jahr.  Diese  Position  mußte  aber  unter  Beschränkung 
gestellt  werden,  um  eine  Umgehung  der  Schutzmaßnahmen  für 


72  —  Nr.  7 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


193S.  (65.  Jahrgang.) 


die  Position  1149  (Glühlampen  mit  Fassung)  an  vermeiden. 
Die  Einfuhr  unter  dieser  letzten  Position  zeigt  folgendes  Bild : 

Monats- 
durchschnitt I.  Semester  Jnli   Aug.   Sept.  Okt. 
1913    1920        1921       1921   1921    1921  1921 
im  ganzen  84,4    99,1        104        50     40      38  45 

aus  Deutschland       —      —  34        15     23      24  24 

aus  Oesterreich        —      —  50        17     10       8  13 

aus  Holland  —      —  12        12      5       3  3 

Es  muß  unbedingt  damit  gerechnet  werden,  daß  die  Reihe 
der  Waren,  deren  Einfuhr  in  der  Schweiz  einer  Beschränkung 
unterworfen  worden  ist,  über  kurz  oder  lang  noch  weiter  ver- 
mehrt werden  wird.  Stehen  doch  der  Bundesrat  und  die  in 
Frage  kommende  Kommission  auf  dem  Standpunkte,  „daß  die 
Situation  noch  nie  so  kritisch  war  als  heute".  Aus  diesem 
Grurjde  soll  von  jetzt  ab  bei  der  Beurteilung  der  Notwendigkeit 
der  Einfuhrbeschränkung  die  absolute  Größe  des  Importes  nicht 
mehr  so  entscheidend  sein  wie  früher.  Eine  übermäßige  Valuta- 
einfuhr bestehe  nicht  nur  dann,  wenn  zahlenmäßig  eine  Steige- 
rung der  Einfuhrmenge  gegenüber  dem  Jahre  1913  konstatiert 
werden  müsse;  sie  hänge  vor  allem  auch  von  der  gegenwärtigen 
Aufnahmefähigkeit  des  Marktes  für  derartige  Waren  ab.  Für 


einzelne  Warenkategorien  könne  vielleicht  eine  Einfuhr  In  der 
Höhe  des  Jahres  1913  kein  Uebermaß  bedeuten,  für  die  meisten 
treffe  dies  aber  unbedingt  zu.  Infolge  der  industriellen  und 
gewerblichen  Krisis  sei  der  Absatz  für  fast  alle  Produkte  sehr 
gesunken.  Wolle  man  die  normale  Einfuhr  1913  als  Regel 
ohne  weiteres  zulassen,  so  wäre  für  viele  Produktionszweige 
damit  die  Aufnahmefähigkeit  des  Marktes  erreicht,  und  die 
schweizerischen  Produkte  müßten  zur  Bedarfsdeckung  überhaupt 
nicht  zugezogen  werden.  Diese  allseitig  verminderte  Konsum- 
kraft sei  deshalb  auch  bei  der  Beurteilung  der  Zahlen  in 
Betracht  zu  ziehen. 

Aus  der  Begründung  der  größten  Anzahl  der  schweizerischen 
Einfuhrbeschränkungen  geht  hervor,  daß  dieselben  erfolgt  sind, 
weil  die  ausländischen  Verkaufspreise  —  d.  h.  die  deutschen  — 
erheblich  unter  den  schweizerischen  Herstellungskosten  liegen.  I 
Da  sich  die  sämtlichen  schweizerischen  Beschränkungen  der 
Einfuhr  in  allererster  Linie  nur  gegen  Deutschland  richten, 
kann  nur  allen  Exporteuren  im  eigensten  Interesse  dringend 
geraten  werden,  die  Verkaufspreise  bei  der  Ausfuhr  in  einer 
Weise  festzusetzen,  daß  unter  keinen  Umständen  eine  Ver- 
schleuderung deutscher  Erzeugnisse  eintritt. 


Wirtschaftlich-gewerblicher  Teil. 


Handel  und  Verkehr. 

Im  Ejsenbsbnexprfßgutveriehr  wird  vom  1.  2.  ab  der  bisherige 
K'IomettrtBrif  durch  einen  Staffeltarif  ersetzt,  der  durch  einen  60  %-igen  Zu- 
schlag 2tni  jeweiligen  EilgutBtarif  gebildet  wird.  Die  Mindestfracht  be- 
trögt JH  12,  Mindestgewicht  für  Frachtberechnong  10  kg,  die  Mindestent- 
ferncng  10  tm.  Die  Btträge  werden  auf  volle  Mark  aufgerundet  Auch 
die  Fracht  für  beschleunigtes  Eilgut  wird  vom  1.  2.  ab  nicht  mehr  durch 
Ve  dopplung  des  Gewichts,  sondern  nach  dem  einfachen  abgerundeten  Ge- 
wicht iür  gewöhnliches  Eilgut  unter  Zuschlag  von  60n/0  berechnet.  Min- 
deätfracht  JH  20,  Mindestgewicht  20  kg  Damit  sind  die  Tarife  für 
Expreßgut  und  beschleunigtes  Eilgut  gleichgestellt  mit  Ausnahme  der 
geringen  Unterschiede  im  Mindestgewicht. 

Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

Die  A.H.N.  Glas  gibt  bekannt,  daß  Ausfuhrbewilligungen  in  Mark- 
wäbrung  nur  bis  zum  30  4.  22  ausgenutzt  werden  dürfen.  Nach  diesem 
Termin  ist  die  AuBfuhr  von  Waren  auf  Grund  von  Ausfuhrbewilligungen 
in  Marhwährnng  nicht  mehr  gestattet.  Es  wird  ferner  darauf  hingewiesen-, 
dfcß  im  Hinblick  auf  die  erhöhten  Portosätze  den  Antragstellern  ein 
Bescheid  über  die  Abgabe  der  geprüften  Anträge  an  die  A.  H.  N.  Glas  in 
Zukunft  nicht  mehr  gegeben  wird.  Die  Weitergabe  der  an  die  Preia- 
prüfungsstellen  eingereichten  Anträge  erfolgt  automatisch. 

Zollausschüsse  und  Freibezirke  bestehen  zurzeit  an  der  deutschen 
KBste  wie  folgt:  ZollauBSchußgebiet  Bremen  und  Bremerhafen,  Freibezirk 
Brake,  ZollauBscbußgebiete  Emden  und  Geestemünde,  Freihafengebiete 
Hamburg  und  Cuxhaven,  Freibezirke  Altona  und  Stettin. 

Argentinien.  Die  Neuregelung  der  Zollsätze  sieht  ein  dem 
Kongreß  vorliegender  Gesetzentwurf  vor.  Danach  werden  sämtliche  Ein- 
fuhrzölle 3  Monate  nach  Verkündigung  des  Gesetzes  um  30%  erhöht. 
Für  Laxueerzeugnisse  wird  eine  60%-ige  Erhöhung  Platz  greifen.  Für 
eine  Etile  von  Waren,  darunter  Ziegel,  Flurplatten,  Tonröhren,  Glas  und 
sanitäres  Material  soll  für  5  Jahre  Zollfreiheit  gewährt  werden. 

Britisch -In dien.  Die  Einfuhr  von  Glas  und  Glas  waren  hat  sich 
im  Fiskaljahr  1920/21  auf  £  3376184  belaufen  gegen  £  14)98  093  im  Fis- 
kaljahr 1919/20.  Davon  entfielen  auf  Japan  £  1310778  (1270  291),  auf 
Großbritannien  £  667  707  (322  636)  und  auf  Belgien  £  446  729  (106  073). 
Für  die  Einfuhr  aus  den  Vereinigten  Staaten  liegen  noch  keine  Zahlen  vor. 
Flaschen  und  Phiolen  wurden  hauptsächlich  aus  Japan  und  Großbritannien, 
Trichter,  Glasglocken  und  gläserne  Lampenteile  fast  ausschließlich  aus 
Japan,  Tafel-  und  Spiegelglas  aus  Großbritannien,  Belgien  und  Japan  nnd 
Hausbaltungsglas  einschließlich  Wabsergläaern,  Karaffen  usw.  vornehmlich 
aus  Japan,  zum  geringen  Teil  auch  aus  Großbritannien  eingeführt. 

Cbina.  Der  Zolltarif  soll  um  5%  erhöht  werden.  Die  neuen 
Zollsätze  bedeuten  eine  Nettoerhöhung  um  1  lj»  %  zugunsten  der  chine- 
sischen Regierung.   

  . 

Die  Lage  In  Industrie  und  Handel. 

Die  Lage  der  feinkeramischen  Industrie  im  Monat  Januar  1922 
hat  sich  gegenüber  der  in  den  Vormonaten  November  nnd  Dezember  1921 
kaum  verändert.  Die  Geschirrporzellanindustrie  zeigte  den 
gleichen  günstigen  Bescbäftigungsstand.  Dabei  ist  aber  festzuhalten, 
daß  für  derjenigen,  der  die  wirtschaftliche  Lage  nicht  an  der  Oberfläche 
zu  tehtn  gewohnt  ist,  die  Situation  im  ganzen  eher  eine  Verschlechterung 
als  eine  Besserung  aufweist  und  zwar  insbesondere  infolge  der  dauernden 
und  unverhältnisniäliigen  Steigerung  sämtlicher  Gestehungskosten,  insbe- 
sondere der  Bohbtoffe,  Frachten  und  Lönn«.  Auch  die  Schwierigkeiten 
in  Bezog  auf  die  ausreichende  Zafnhr  von  Kohlen  und  Rohstoffen  nielten 
in  womöglich  noch  gesteigertem  Umfange  au.  Aehnlich  gestalteten  sich 
die  Ven-ältnisse  in  der  Elektrotechnischen  Porzellan- 
in d  a  m  t  r  i  e.  In  der  Luxusporzellanindustrie  entsprach  der 
Beschäftigungsgrad  dem  bisherigen  Durchschnitt.  Der  Eingang  der  Auf- 
träge erfolgte  durchaus  zögernd  und  es  muß  abgewartet  werden,  inwie- 
weit die  Leue  Preiserhöhung  sich  auf  dtm  Inlandsmarkte  durchsetzen 
wird.   In  der  gleichen  Richtung  bewegten  lieh  auch  die  Verbältnisse  iu 


I. 

Quart. 
1921 


Jahr 
1914 


der  Steingutindustrie.  Arbeitsmöglichkeiten  sind  auch  hier  vor- 
läufig gegeben.  Die  geschäftliche  Lage  der  Kachelofenindustrie 
war  gut  und  die  Fabriken  haben  noch  eine  größere  Reihe  von  Aufträgen 
vorliegen,  sodaß  die  Fabrikation  für  die  nächsten  Wochen  gesichert  er- 
scheint. In  der  Wandplattenindustrie  blieb  die  Geschäfts- 
lage im  wesentlichen  beständig,  obwohl  sich  auch  hier  die  Eutwickelaog 
der  nächsten  Zukauft  nicht  abschätzen  läßt.  IaderMoBaikplatten- 
i  n  d  u  s  t  r  i  e  bewegte  sich  das  Auslandsgeschäft  im  seitherigen  Umfaoge, 
während  der  Inlandsmarkt  sich  weniger  aufnahmefähig  zeigte,  eine  Er- 
scheinung, die  indessen  bei  dieser  Industrie  sich  regelmäßig  im  Januar 
eines  j*den  Jahres  zu  wiederholen  pflegt. 

Danemark.  Arbeitslöhne  in  der  Industrie.  Iu  neuerer  Zeit 
beschäftigt  Bich  das  Statistische  Departement  in  Kopenhagen  in  bemerkens- 
werter Weise  mit  dem  Ansbau  der  Lohnstatistik  für  die  verschiedenen 
Gewerbebetriebe  in  Dänemark.  Die  Unterlagen  für  diese  Arbeiten  werden 
ihm  von  den  Arbeitgeberorganisationen  geliefert.  Die  letzte  Erhebung 
umfaßte  die  Lohnverhältnisse  auf  dem  dänischen  Arbeitsmarkte  im  dritten 
Viertel  des  Jahres  1921.  Dieser  Untersuchung,  deren  Ergebnisse  soeben 
veröffentlicht  werden,  entnehmen  wir  die  nachstehenden  Ausführungen, 
unter  gleichzeitiger  Anfügung  der  entsprechenden  Ziffern  für  die  beiden 
Vorquartale  sowie  für  das  Jahr  1914 : 

Zahl      Durchschnittlicher  Stundenlohn 
derAr*  in  Oere 

beiter  ™  Uere 

o/ty        8eBt<  Qaart 
1921  1921  1921 

Kopenhagen: 

Facharbeiter   17  679  229       239       268  67,1 

nngelernte  Arbeiter  .  .  14  660  186  202  209  47,6 
zusammen  Männer .    .   .     32  229  209       222       236  61,0 

hierzu  Frauen  ....     10  873  111       127       136  32,3 

Sämtliche  Arbeiter    .    .     43 102  184       200       213  64,4 

Provinz: 

Facharbeiter   15  947  180       196       212      64  8 

nngelernte  Arbeiter   .   .     23  330  158       170       182      40  8 

zusammen  Männer     .    .     39  277  167       182        195  48,2 

hierzu  Frauen  ....      6454  97       113       120  25.7 

Sämtliche  Arbeiter    .   .     46  731  167       172       186  44,9 

Das  ganze  Land: 

Facharbeiter   33  626  205       218       236  61,3 

ungelernte  Arbeiter   .    .     37  880  168       184        193      45  5 

zusammen  Männer .    .    .     71506  185       200       215      66  0 

hierzu  Frauen  ....     17327  106       122       131  49,6 

Sämtliche  Arbeiter    .   .     88  833  170       186       200  50,2 

Wie  vorstehendes  Zahlenbild  ersehen  läßt,  hat  der  Stundenlohn  für 
sämtliche  Arbeiter  170  Oere  betragen  (in  normalen  Zeiten  gilt  1  Krone  =' 
100  Oere  nach  deutschem  Gelde  Ji  1,125)  Für  fachgelernte  Arbeiter 
stellte  er  sich  auf  205  Oere,  für  nngelernte  Kräfte  auf  168  Oere  nnd  für 
Frauen  auf  106  Oere.  • 

Für  die  in  Kopenhagen  beschäftigten  43 102  Arbeiter  machte  er 
184  Oere  ans,  und  zwar  für  Facharbeiter  229  Oore,  für  ungelernte  Arbeiter, 
186  Oere  nnd  für  Frauen  III  Oere.   Für  die  in  der  Provinz  (mit  45  731 
Arbeitern)  batrug  der  durchschnittliche  Stundenlohn  157  Oere,  d.  h.  für 
Facharbeiter  180  Oere,  für  Handlanger  168  Oere  nnd  für  Frauen  97  Oere. 

Der  Unterschied  zwischen  dem  Stundenlohn  in  Kopenhagen  und  in 
der  Provinz  betrug  im  Durchschnitt  49  Oere  für  Fachat heiter,  27  Oere 
für  Handlanger  und  14  Oere  für  Frauen;  es  muß  indessen  hervorgehoben 
werden,  daß  diese  letzten  Zahlen  hervorgerufen  sind  durch  die  Unter- 
schiede hinsichtlich  der  Verteilung  der  Arbeiterzahl  auf  die  einzelnen 
Fachgruppen  innerhalb  der  zwei  Bezirke  Hauptstadt  und  Provinz. 

Ein  Vergleich  dieser  Septemberzahlen  mit  den  Lohnsätzen  im, 
II.  Quartal  1921  ergibt  einen  durchschnittlichen  Rückgang  von  160  Oare 
pro  Stunde.  Für  alle  Facharbeiter  beträgt  der  Ausfall  10  Oere  in  Kopen- 
hagen und  16  Oere  in  der  Provinz.  Für  nngelernte  Arbeiter  ist  der  Lohn, 
um  17  Oere  bezw.  12  Oere  zurückgegangen,  für  weibliche  Kräfte  um 
i   16  Oere  im  ganzen  Land.    Das  Lohnniveau  nähert  sich  dem  Höhepunkt  im 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  T  —  78 


IV  Quartal  1920.  Im  I.  Qaartal  1921  zeigte  Bich  bereits  ein  kleiner  Rück- 
gang, der  Bich  in  verstärktem  Maße  im  II.  Quartal  fortgesetzt  hat,  auf 
Grund  neuer  Lohnermäßigungen,  die  von  den  Arbeitgebern  und  Arbeit- 
nehmern vereinbart  waren.  Im  Durchschnitt  betrug  der  Lohmückgang 
14  Oere  pro  Stunde.  .      .  . 

Das  nachstehende  Zahlenbild  zeigt  den  durchschnittlich  in  Däne- 
mark gezahlten  Stundenlohn  für  Arbeiter  der  Keramindastrie,  nach  dem 
Stande  im  September  1921  gegenüber  dem  II.  Quartal  1921: 

Durchschnittlicher  Stundenlohn  in  Oere 


Keramische  Industrie       in  Kopenhagen 

Zahl  der 


in  der  Provinz 

Zahl  der 


Arbeiter  Sept.   II.  Quartal    Arbeiter    Sept.    II.  Quartal 
24.  9.  21  1921 


1921 


1921 


Facharbeiter 
Ungelernte  Arbeiter 
Frauen 

Terrazzoarbeiter 


173 
215 
434 
29 


209 

223 

52 

168 

176 

168 

185 

61 

128 

154 

130 

150 

28 

97 

93 

204 

219 

7 

183 

173 

Also  anch  in  der  keramischen  Industrie  Dänemarks  sind  die  Arbeits- 
löhne nach  dem  Stande  im  September  1921  gegenüber  dem  II.  Quartal 
desselben  Jahres  heruntergegangen.  An  und  für  sich  bilden  sie  gute 
Durchschnittssätze  der  Iadustrielöhne  überhaupt;  im  Bangewerbe,  in  der 
Papier-  nnd  Metallindustrie  werden  allerdings  höhere  DurchschnittsBätze 
bezahlt.  (ld0 

Lettland.  Die  Lage  In  der  Glasindustrie  verschlimmert  eich  zu- 
sehen ds.  Letzthin  haben  auch  die  Glasfabriken  von  Guttschewsky  &  Döhring 
in  Riga  den  Betrieb  einstellen  müssen,  sodaß  gegenwärtig  nur  noch  die 
Jakob  Becksche  Glasfabrik  arbeitet.  Wie  in  den  übrigen  Industriezweigen 
wird  auca  hier  über  die  drückenden  Steuern,  hohen  Löhne  und  den 
Mangel  an  Abnehmern  geklagt.  Im  Zusammenhang  mit  dem  Steigen  der 
lettländiachen  Valuta,  den  kostspieligen  Transporten  usw.  sind  viele  aus- 
ländische Erzeugnisse  ungeachtet  des  Schutzzolles  billiger  zu  haben  als 
einheimische  Erzeugnisse.   

Geschäftliche  Mitteilungen. 

Porzellanfabrik  Willi.  Lange,  Neuhaidensleben.  Die  Porzellan- 
fabrik von  Rödl  &  Kühn,  Neuhaidensieben,  ist  am  1.  2.  auf  die  erst- 
genannte Firma  übergegangen. 

Bhenanla,  Vereinigte  Emalllierwerke,  A..6.,  Düsseldorf.  Aus- 
zug ans  dem  genehmigten  Abschluß  vom  30  6  21:  Reingewinn  M  787  783 
(396  662);  Dividende  20%  (10)  ;  Abschreibungen  M  540509  (664046); 
Werkernaltungsrücklage  JL  1  Mill.  (0). 

Vereinigte  Herd-  nnd  Ofenfabriken,  C.  Woeste,  A.-Ö.,  Hamm  1.  W. 
Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31  5  21:  Reingewinn 
Ji  480386;  Dividende  15%;  Abschreibungen  M  293498;  Zuweisung  an 
Werherhaltungskonto  M  200000 

Aueland.  Eine  der  größten  und  ältesten  Glühlampenfabriken 
Italiens,  die  Societa  Edison  per  la  fabricazione  delle  Lampade  Ing. 
0.  Cierici  &  Co.,  hat,  Wie  der  Voss  Ztg.  ans  Triest  gemeide*  wird,  in- 
folge des  ungünstigen  Geschäftsganges  den  Betrieb  eingestellt.  —  Einer 
Brüsseler  Meldung  zufolge  sind  die  Glasfabriken  d'Elouges,  Elonges 
(Belgien),  in  Konkurs  geraten.  Die  PaBsiyen  betragen  über  Fr.  4  Mill. 
Die  Ursache  wird  auf  die  ungünstige  Konjunktur  zurückgeführt. 


Messen  und  Ausstellungen. 

Zar  ersten  Jahresschau  Deutscher  Arbelt  Dresden  1922  Bind  die 
weiten  Gebiete  von  Glas  und  Keramik  nicht  zufälligerweise  entboten  worden. 
Bei  der  Festsetzung  war  die  Liitung  sich  voll  bewußt,  daß  der  beispiel- 
lose Aufschwung,  den  diese  Industrien  im  letzten  Zeitabschnitt  genommen 
haben,  der  ersten  Veranstaltung  der  Jabresschan  ihren  Anfangserfolg 
sichert.  Wie  auf  dem  ausgedehnten  Gebiet  der  Keramik,  so  ist  in  der 
Glasindustrie  ein  neuer  Sinn  für  formale  Sorgfalt,  Solidität  der  Arbeit, 
für  die  außerordentlichen  Schmuckmöglichkeiten  des  edlen  Materials,  für 
die  Besonderheit  der  kunstreichen  Bearbeitungen  festzustellen.  Alte 
Ueberliefexungen,  in  verschiedenen  Gegenden  Deutschlands  heimisch,  wur- 
den wieder  hervorgeholt  und  liebevoller  betrachtet  als  lange  Zeit 
bevor.  Die  volksmäßigen  Künste  redlicher  Meister,  die  beschaulich 
ihr  Sohleifrädchen  in  Bewegung  setzten,  kamen  neu  zu  Ehren.  Die 
großartgen  Betriebe  der  Werke  und  Fabriken  wurden  neu  befruchtet. 
Von  Unternehmern  wie  von  Verbrauchern  wurde  der  größte  Wert  auf 
Einheit  nnd  Geschlossenheit  mateiialgerechter  Verarbeitung  und  Ver- 
zierung,  auf  Präzision  und  Klarheit  jedes  einzelnen  Stückes  gelegt. 
Wieder  überblicken  wir  einen  weiten  Kreis,  von  den  Glasbläiereien 
thüringischer  Heimarbeit  bis  zum  kostbarsten,  mühevollsten  Kristall- 
schliff. Das  Angenot  des  Marktes  und  die  Nachfrage  der  Käufer  ergänz- 
ten nnd  durchdrangen  Bich  und  wirkten  gemeinschaftlich  zu  einer  frischen 
und  lebendigen  Eutwicklung  dieses  schönen  und  reinlichen  Gewerbes. 
Es  leuchtet  ein,  welche  Bedeutung  die  erste  Jahresschau  Deutscher 
Arbeit  in  Dresden  „Deutsche  Erden"  (Juni— September  1922)  mit  ihrer 
sorgsamen  Auslese  vorzüglicher  Waren  für  die  wirtschaftliche  Stellung 
unserer  Industrien  und  nicnt  zuletzt  für  deren  erstrebenswerten  Ausfuhr- 
Bteigerong  haben  muß. 

Frankfurter  Fifibjahrsmesse  1922.  Der  wirtschaftliche  Ausblick 
ist  trhber  denn  je.  Zweifellos  scheint  aber  der  Zeitpunkt  immer  näher 
zu  lücken,  an  dem  sich  die  Verarmung  der  deutschen  Volkswirtschaft 
drastisch  auswirken  wird.  Damit  wächst  für  Industrie  und  Großhandel 
die  Notwendigkeit  zu  sorgfältigster  Kalkulation  und  zu  intensivster 
Benutzung  der  vorteilhaftesten  Warenumschlagsmethoden.  Es  ist  schon 
oft  darauf  hingewiesen  worden,  wie  sehr  der  Aufschwung  der  Messen 
durch  die  Entwicklung  des  Verkehrswesens  sowohl  in  seiner  technischen 
als  auch  seiner  finanziellen  Seite  bedingt  ist.  Angesichts  der  erneuten 
ganz  außerordentlichen  Erhöhung  des  Eiaenbahntarifs  wird  der  Vorteil 
von  Bescbickung  nnd  Besuch  der  nächsten  Frankfurter  Internationalen 
Messe  (2—8.4)  jeden  Einsichtigen  besonders  deutlich  vor  Augen  treten: 
Wird  doch  durch  das  Zusammenführen  von  Angehot  und  Nachfrage  auf 


der  Messe  dem  Erwerbstätigen  eine  Unzahl  von  Geschäftsreisen  nnd  Un- 
kosten im  Jahre  eingespart  Die  Praxis  zeigt  die  Richtigkeit  dieser  An- 
nahme: Die  Frankfurter  Meßleitung  sah  Bich,  um  der  Nachfrage  nach 
Ausstellungen1  äche  nur  einigermaßen  zu  genügen,  gezwungen,  für  die 
Technik  einen  monumentalen  Neubau  aufzuführen,  womit  zugleich  für  die 
andern  Ausstellungsgruppen  neue  Fläche  geschaffen  wird.  Der  Besuch, 
insbesondere  aus  dem  Ausland,  verspricht  wiederum  überaus  stark  zu  werden. 
In  richtiger  Erkenntnis  der  Eraparnismö<lichkeiten  ist  es  für  die  weitesten 
Einkäuferkreise  zur  feststehenden  Geschäftspraxis  geworden,  die  regel- 
mäßig im  Jahre  zweimal  stattfindenden  Internationalen  Messen  in  Frank- 
furt a.  M.  zu  besuchen  und  dort  ihren  Bedarf  zu  decken.  Auskünfte 
erteilt  bereitwilligst  das  Meßamt,  Frankfurt  a.  M. 

Auf  der  Deutschen  Ostmesse  Königsberg  i.  Pr.,  deren  sämtliche 
Ausstellungsräume  für  die  Frünjahrsmesse  vergeben  sind,  nehmen  die  Firmen, 
die  Haushaltungs-,  Küchen-  nnd  Wirtschaftsgeräte  führen,  wieder  einen 
großen  Raum  ein.  Nahezu  250  Firmen  dieser  Geschäftszweige,  in  der 
Hauptsache  aus  Berlin  und  Westfalen  stammend,  haben  sich  angemeldet. 
Die  überaus  rege  Wiederbeteiligung  läßt  erkennen,  daß  die  Bedeutung  der 
Deutschen  Ostmesae  für  die  Anknüpfung  von  Geschäftsbeziehungen  mit 
den  Einkäufern  Ostpreußens  nnd  des  östlichen  Auslandes  richtig  eingeschätzt 
wird.  Heute,  wo  Rußland  in  gTölierem  Maßstab  als  Einkäufer  auf  dem 
Weltmarkt  wieder  aufzutreten  beginnt,  ist  di«  wichtigste  Aufgabe  des 
deutschen  Kaufmanns,  die  Verbindung  mit  dem  Osten  herzustellen.  Wenn 
die  Verbindung  im  direkten  Verkehr  mit  russischen  Kaufleuten  heute  noch 
mit  erheblichen  Schwierigkeiten  verknüpft  ist,  so  kann  diese  Verbindung 
doch  über  die  Randstaaten  hinweg  leichter  gewonnen  werden.  Die  Rand- 
Btaaten  haben  aber  bereits  früher  die  Deutsche  0  atmesse  als  die  ihr 
nächstliegende  und  beste  Einkaufsgelegenheit  schätzen  gelernt;  ihre 
Handelsvertreter  werden  in  großer  Zahl  sich  wieder  zur  Frühjahrsmesse 
in  Königsberg  einfinden.   

1  Soziale  Bewegung. 

Schweiz.  Die  62-Stundenwoche  ist,  wie  der  „Berner  Bund" 
meldet,  versuchsweise  für  das  letzte  Vierteljahr  1921  von  der  Firma 
Jenny  in  Ziegelbrücke  im  Einverständnis  mit  den  Behörden  und  ihrer 
Arbeiterkommission  eingeführt  worden.  Vor  Ablauf  des  vereinbarten 
Zaitraumes  gab  die  Firma  ihren  Arbeitern  Gelegenheit,  in  einer  geueiman 
Abstimmung  sich  über  die  Beibehaltung  oder  Absahaffaag  der  53  Siuuden- 
woche  auszusprechen.  Das  Ergebnis  ist  folgendes:  Bei  einer  Stimm  ie- 
teiligung  von  80%  der  Stimmberechtigten  stimmten  34 L  für  uad  81  gegen 
die  52  Stundenwoche.  Die  Arbeiterschaft  fand  also  mit  %  gegen  %  die 
längere  Arbeitszeit  mit  bisherigem  Arbeitsverdienst  vorteilhafter  als  die 
48-Stundenwoche  mit  12%  Lohnkürzung. 

Verstoß  gegen  das  Betriebsrätegesetz.  In  einer  Streitsache  der 
Dresdner  Bank  gegen  ihren  Betriebsrat  hat  der  vorläufige  Reichswirt- 
schaftsrat in  der  Sitzung  seines  Betriebsräteausschusses  vom  24.  1.  dahin 
entschieden,  daß  die  Mitglieder  des  B striebsrats,  die  Eade  Ssptember 
vorigen  Jahres  die  Angestelltenschaft  zum  Ueoerstundenstreik  aufgerufen 
und  sich  dabei  besonders  hervorgetan  haben,  sich  einer  gröblichen  Ver- 
letzung ihrer  gesetzlichen  Pflichten  im  Sinne  des  §  39  des  B.R.G.  schuldig 
gemaent  haben. 

Verbände. 

Das  neugegründete  Verkaufssyndikat  Deutscher  Stein- 
zeugwerke erhöhte  die  Preise  für  Tonröhren  nnd  Steinzeug  ab  1.  S. 
um  200%.   Der  Aufschlag  beträgt  jetzt  1000%  der  Friedenspreise. 

Kunstgewerbe. 

Keraphot-Porzellen«.  Uuter  dieser  Bezeichnung  bringt  die  von 
Herrn  Erioh  Jahne  gegründete  „Keraphot,  Photochemisch-keramische  Kunst- 
werkstätte,  Dresden-A,  Schnorrstraße  78"  neuartige  photortekorierte  Por- 
zellane auf  den  Markt,  die  die  bisherigen  Erzeugnisse  dieser  Art  weit 
übertreffen  und  die  ob  ihrer  technischen  und  künstlerischen  Gebundenheit 
recht  bald  die  verdiente  Würdigung  fiuden  dürften.  Der  Verfahren,  Photo- 
graphien auf  Porzellan  zu  übertragen,  gab  es  ja  bisher  mehrere.  Keines 
aber  konnte  die  erstrebte  Anpassung  von  Bild  und  Ton  suwie  Dekor  an 
das  gegebene  Material  erzielen.  Es  fehlten  bei  den  eingebrannten  Bi'dern 
die  Tiefen  sowie  die  zarten  Uebergänge  von  Licht  nnd  Schatten,  wie  es 
ein  Halbtonbild  oder  eine  Photographie  erfordert.  Von  anspruchsvolleren 
Käuferkrtis-n  wurden  derartige  Erzeugnisse  nicht  zuletzt  auch  ihrer 
kitschigen  Wirkung  wegen  abgelehnt.  Während  seiner  langjährigen  Tätig- 
keit als  Betriebsleiter  und  Direktor  namhafter  Porzellanfaonkeu  beschäf- 
tigte sich  Erich  Jahne  eingehend  mit  der  Aufgabe,  eine  restlose  Ver- 
scnmelznng  des  Bildes  mit  der  PorzelJanmasse,  bezw.  mit  dem  Caarakter 
des  Werkstoffes,  zu  erreichen.  Durch  Rückgreifen  auf  seine  traueren  be- 
kannten Arbeiten  auf  dem  Gebiete  der  Scnarifeuer-Techuik,  wo  Metalle 
zu  Calorid  oder  Oxyd  umgewandelt  werden  und  dann  zur  Unterglasur- 
malerei für  Porzellan  Verwendung  finden,  kam  er  zu  der  Ueoerzeugung, 
daß  nur  diese  Art  von  Farben  ihrer  hohen  Feaerbesiäudigkeit  wegen  den 
Grundstoff  in  Verbindung  mit  lichtempfindlichen  Massen  bilden  Konnte. 
Der  von  ihm  beschritteiie  Weg  führte  zum  ftrfolg.  Die  besten  Ergebnisse 
wurden  besonders  mit  Edelmetall  Verbindungen  erzielt.  Durch  die  neue 
Technik  ist  das  Problem  gelöst,  auf  dem  Wege  der  Reproduktion  alle 
möglichen  Bilder,  persönlicne  Photos  usw.  in  leinen  Farbtönen  auf  Por- 
zellan zu  übertragen  und  durch  ein  besonderes  tfiasurmfahren  dauernd 
einzubrennen.  Bild  und  Porzellan  verscbmelzen  zu  eiuem  einheitlichen 
Ganzen,  das  von  individueller  und  künstlerischer  Prägung  ist.  Damit 
stellt  „Keraphot"  die  edelste  Form  dar,  in  der  bisher  die  Photographie 
auf  Porzellan  gezeigt  wurde.   

Bücherschau. 

Die  Porzellan-Isolatoren.  Von  Prof.  Dr.  Gustav  Benischke.  Mit 
128  Textabbildungen.  Berlin  1921.  Verlag  von  Julius  Springer.  M Preis 
broseh.  M  27.—. 


74  —  Nr.  7 

Ein  Fachmann  schrieb  dieses  Bnch,  der  Elektrotechniker  und  zu- 
gleich genügend  Keramiker  ist,  um  den  Eigentümlichkeiten  des  Werk- 
stoffes in  jeder  Kichtung  Rechnung  tragen  zu  können.  Aus  jeder  Seite 
gebt  heivor,  daß  perF beliebe  Beobachtung  und  eigene  Arbeiten  dem  Ver- 
fasser eine  umfassende  Kenntnis  in  der  Verwertung  des  Porzellans  als 
Isolieimittel  in  der  Starkstromtechnik  vermittelten  und  ihn  befähigten, 
objektiv  über  einen  Gegenstand  zu  schreiben,  den  man  sonst  von 
verschiedenem  Standpunkt  aus  behandeln  kann,  je  nachdem  man  den 
Elektriker  oder  den  Keramiker  in  den  Vordergrund  stellt.  Das  Buch 
■wird  beiden  Teilen  gerecht,  womit  nicht  gesagt  sein  soll,  daß  der 
Fabrikant  etwa  gute  „Rezepte"  und  dergl.  darin  findet,  dagegen,  daß  der 
Verfasser  die  keramische  Technik  soweit  kennt,  daß  er  weiß,  was  ein 
Elektriker  von  einem  guten  Isolator  verlangen  kann,  und  wie  dieser 
beschaffen  sein  muß.  Von  diesem  Standpunkt  ans  betrachtet  wird  die 
Schrift  gerade  Keramikern  von  großen  Nutzen  sein  und  ihnen  zeigen, 
nech  welcher  Richtung  hin  Isolatoren  zu  verbessern  sind.  Der  Verfasser 
meint  im  Vorwort,  „daß  wir  auf  diesem  Gebiet  noch  nicht  weiter  sind, 
liegt  zum  Teil  an  der  Eigentümlichkeit  des  Werkstoffes,  zum  Teil  daran, 
daß  die  Keramiker  zu  wenig  das  elektrische  Verhalten  der  Isolatoren  und 
die  Elektrotechniker  zu  wenig  die  Herstellung  derselben  kennen",  womit 
er  wohl  recht  haben  dürfte,  und  zwar  deshalb,  weil  unsere  Kenntnisse 
über  die  physikalischen  Eigenschaften  deB  Porzellans  und  ihre  Abhängig- 
keit von  der  chemischen  Zusammensetzung  sowohl,  wie  von  der  Gestal- 
tung und  Bearbeitung  der  Masse  und  der  Leitung  des  pyrochemischen 
Prozeeses  noch  sehr  lückenhaft  sind  und  nur  ganz  langsam  erweitert 
werden. 

Der  erste  Abschnitt  enthält  „Allgemeines",  im  zweiten  werden  die 
wichtigsten  Isolatoren  behandelt  und  im  dritten  die  Prüfung  derselben. 
Der  Verfasser  hat  sich  tiberall  möglichst  kurz  gefaßt,  soweit  es  die  Klar- 
heit nicht  beeinti ächtigte,  und  damit  wohl  das  Richtige  getroffen,  wenn 
er  dem  Elektrotechniker  und  dem  Keramiker  das  Wissenswerte  aus  den 
beiden  in  Betracht  kommenden  Gebieten  vermitteln  wollte.  Wir  halten 
das  Buch  für  eine  beachtenswerte  Bereicherung  der<elektro-keramischen 
Literatur  und  möchten  ihm  daher  eine  weite  Verbreitung  in  den  ein- 
schlägigen Kreisen  wünschen. 


Prospekte,  Preislisten  usw. 

Porzellan-Palais  Leipzig.  Mit  diesem  Titel  versandten  die 
im  Konzern  der  Bank  für  keramische  Industrie  A.-G.  in  Dresden  ver- 
einigten keramischen  Großfirmen  eine  Repräsentationsschrift,  deren  äußere 
und  innere  Ausstattung  ihnen  alle  Eure  macht.  Der  bayr.  Wirkl.  Rat 
Professor  Emmerich  in  München  bearbeitete  die  Schrift  graphisch,  buch- 
technisch und  im  Leitartikel  auch  textlich,  der  Bachschmuck  stammt 
von  dessen  Mitarbeiter  Fritz  Rehm  in  München,  die  photographischen 
Aufnahmen  stellte  Hofphotograph  Pieperhoff  in  Leipzig  her,  während  die 
Graphischen  Kunstanstalten  F.  Bruckmann  A.-G.  in  München  die  Druck- 
stöcke und  die  gesamte  Drucklegung  besorgten.  Diese  Namen  bürgen 
allein  schon  für  geschmackvolle  und  gediegene  Arbeit. 

Von  den  Leipziger  Messen  plaudert  Professor  Emmerich  einleitend 
und  zeigt,  daß  die  Formen  des  Handels  auf  der  Messe,  wie  sie  in  den 
letzten  Jahren  auftraten,  geradezu  die  Fabriken  zwangen,  sich  vom 
inneren  Meßhäuserbetrieb  loszulösen  und  gesondert  aufzutreten,  um  in 
jeder  Beziehung  ungebunden  über  ein  Ganzes  frei  herrschen  und  dem 
letzteren  eine  bestimmte  künstlerische  Note  erteilen  zu  können. 

Und  so  wurde  denn  das  frühere  königliche  Palais  in  Leipzig  er- 
worben, von  Professor  Poelzig  in  wahrhaft  künstlerischer  Weise  für 
Ausstellungszwecke  hergerichtet  und  von  den  zum  Konzern  gehörigen 
Firmen:  Aelteste  Volkstedter  Porzellanfabrik  A.-G.  in  Volkstedt  bei 
Rudolstadt,  Porzellanfabrik  C.  M.  Hutschenreuther  A.-G.  in  Hohen- 
berg a.  Eger,  Porzellanfabrik  C.  Tieisch  &  Co.  A.-G.  in  Altwasser  i.  Schles., 
Triptis  A.-G.  in  Triptis  i  Thür,  und  Max  Roesler,  FeinBteingutfabrik  A.-G. 
in  Rodach  bei  Coburg  bezogen.  Hier  war  nun  Raum  vorhanden,  um  die 
Erzeugniste  jeder  Fabrik  ihrer  Eigenart  entsprechend  zur  Schau  zu 
bringen,  und  wie  dies  geschehen  ist,  zeigen  die  vorzüglichen  Abbildungen 
der  Repräsentationsschrift.  Man  erkennt  daran  den  leitenden  Gedanken, 
irotz  der  verschiedenen,  in  Form  und  Qualität  voneinander  abweichenden 
Waren  ein  möglichst  einheitliches  Ganze  zu  schaffen,  ein  Gedanke,  dem 
auch  die  Austattung  der  Ausstellungsiäume  untergeordnet  wurde.  Und 
so  ist  denn  eine  Schaustätte  entstanden,  würdig  der  künstlerisch  und 
kunstgewerblich  hochwertigen  Erzeugnisse  von  Fabriken,  welche  die 
Qualität  als  bestes  Werbemittel  und  wirksamste  Empfehlung  betrachten. 

Es  versteht  sich  von  selbst,  daß  in  der  Schrift  auch  verbindender. 
Text  und  entsprechende  Abbildungen  der  Charakteristik  der  einzelnen 
Firmen  dienen. 

Alles  in  allem  wird  die  Repräsentationsschrift,  namentlich  im  Aus- 
lande ihre  Aufgabe  erfüllen  und  werben  lür  die  deutsche  Qualitäts- 
Keramik  schon  durch  sich  selbst  in  buchtechnischer  Beziehung,  dann 
auch  dadurch,  daß  sie  die  Auestellungen  im  Porzellan-Palais  vortrefflich, 
gleichsam  plastisch  im  Bilde  wiedergibt. 

Etwas  Bedauern  dürfte  aber  die  überreiche  Ausstattung  bei  denen 
erwecken,  die  die  Not  der  Wissenschaft  kennen  und  wissen,  daß  es  viel- 
fach aus  Mangel  an  Mitteln  unmöglich  ist,  ein  wissenschaftliches  Werk 
zu  drucken,  und  daß  daher  gar  vielen,  das  auch  —  wenngleich  im  andern 
Sinne  —  für  deutsches  Wissen  und  Können  werben  und  dauernd  Wert 
behalten  würde,  ungediuckt  bleiben  muß,  während  hier  bei  der  Repräsen- 
tationsschrift offenbar  nach  keiner  Richtung  hin  Grenzen  gesteckt  waren. 


Firmenregister. 

Deutschland. 

Porzel.anfabrik  C.  M.  Hutschenreuther  A.-G.,  Hohenberg  a.  E.  Die 
KapitalserLühung  um  M  2,6  Hill,  auf  Ji  13,5  Mill.  ist  erfolgt.  Ausgabe- 
kurs 100  o/o. 

I'orzellbnfabrik  Ludwigstadt,  Sauer  Comp.,  Kommanditgesellschaft, 
Ludwigbtadt.  Peisönlich  haftender  Gesellschafter  ist  Direktor  August  Sauer- 


1922.  (55.  Jahrgang.) 

Ein  Kommanditist  ist  beteiligt.   Alleiniger  Geschäftsführer  ist  Kaufmann 
Albin  Bücbner. 

Specksteinwerk  Helios,  Michael  Meier,  Oberhopfau.  Handel  mit 
KarbidbrennerD,  Gasbrennern  und  elektrischen  Isolierungen.  Inhaber  ist 
Kaufmann  Michael  Meier.  Die  Betriebsleiter  Oskar  Ziuner  und  Karl  Molitor 
haben  Gesamtprokura. 

Westfälische  Porzellan-Fabrik,  G.  m.  b.  H.,  Steinbach.  Keramiker  Kuno 
Faist  ist  nicht  mehr  Geschäftsführer. 

Preiß  &  Purueker,  Dörflas.  Gesellschafter  Thomas  Walther  ist 
ausgeschieden. 

Ebert  &  Herold,  Porzellanmalerei,  G.  m.  b.  H.,  Schönwald.  Porzellan- 
malerei mit  verwandten  Nebenbetrieben  und  Handel  mit  Porzellanwaren 
aller  Art.  Stammkapital:  Ji  30  000  Geschäftsführer  sind  die  Kaufleute 
Karl  Ebert  und  Paul  Herold.  .  Sie  sind  nur  gemeinsam  oder  einzeln  mit 
einem  Prokuristen  vertretungsbefugt. 

Wittenberger  Steingutfabrik,  G.  m.  b.  H,  Piesteritz.  Anstelle  des 
ausgeschiedenen  Dr.  Adolf  Stauß  wurde  Fabrikdirektor  Karl  Rieß  zum 
Geschäftsführer  bestellt. 

Bayerische  Kunst-Keramik  Reuß,  von  Sivers  &  Co.,  München.  Ge- 
sellschafter Gustav  Reuß  ist  ausgeschieden.  Die  Firma  lautet  jetzt: 
„Bayerische  Kunst-Keramik  von  Sivers  &  Co." 

Keramische  Werkstätte,  Parcus,  Speck  &  Co.,  München  (Wilhelm- 
Straße  28).  Herstellung  von  künstlerischen  keramischen  Erzeugnissen. 
Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  die  Kaufleute  Georg  Parcus  und 
Paul  Speck  und  Dr.  Joachim  Friedenthal.  G.  Parcus  und  Dr.  J.  Frieden- 
thal sind  nicht  vertretungsbefugt.   Theodor  Tichtl  hat  Prokura. 

Keramik,  G.  m.  b.  H.,  Aachen  (Hindenburgstr.  37).  Herstellung  und 
Verwertung  feuerfester  und  ähnlicher  Produkte.  Stammkapital:  M  20000. 
Geschäftsführer  ist  Geh.  Bergrat  Dr.  Viktor  Weidtman. 

Mayer  &  Schmidt.  Schleifmaschinen-  und  Schmirgel-Werke,  A.-G., 
Offenbach  a.  M.  Friedrich  Schmidt  hat  Prokura  mit  einem  ordentlichen 
oder  stellvertretenden  Vorstandsmitglied. 

Vereinigte  Carborundum-  und  Electrit- Werke,  A.-G.,  Zweignieder- 
lassung Berlin.  Die  Direktoren  Karl  Kreß,  Berthold  Steiner  und  Alois 
Hecht  sowie  Dr.  Friedrich  Kaufmann  sind  zu  Verwaltungsratsmitgliedern 
kooptiert. 

Glaswerke,  A.-G.,  Berlin.  Dr.  H.  Israel  ist  aus  dem  Aufsichtsrat 
ausgeschieden.   Neugewählt  wurden  Dr.  St.  Loske  und  Fabrikant  H.  Löwit. 

Hannoversche  Glashütte,  Hannover-Hainholz.  Die  Kapitalserhöhung 
um  Ji  1,08  Mill.  Stamm-  und  Ji  0,16  Mill.  Vorzugsaktien  auf  Ji  2  Mill. 
ist  durchgeführt.   Kaufmann  Alfred  Baxmann  hat  Prokura. 

Eichhorn  &  Weis,  G.  m.  b.  H.,  Heidenau.  Das  Stammkapital  ist 
auf  Jft  1  Mill.  erhöht  worden. 

Cristallglaswerke  Schreibendorf,  G.  m.  b.  H.,  Schreibendorf,  Rsgb. 
Fabrikation  und  Verarbeitung  von  Kristallglas.  Stammkapital:  M  60000. 
Geschäftsführer  sind  die  Kaufleute  Eduard,  Otto  und  Heinrich  Dreßler. 
Josef  Walter  hat  Einzelprokura. 

Grimm  &  Co.,  Glashüttenwerke,  G.  m.  b.  H.,  Weißwasser,  O.-L. 
Die  Kaufleute  Alwin  Ringel  und  Wilhelm  Lehnigk  haben  Gesamtprokura. 

Albert  Kießling  &  Co.,  Erste  Thüringer  Quarzglasfabrik,  Lange- 
wiesen. Persönlich  'haftende  Gesellschafter  sind  die  Glasbläser  Albert 
Kießling  und  Willy  Gleichmaun  und  Hermann  Götze.  Sie  sind  gemein- 
sam zu  je  zweien  vertretungsbefugt. 

Optische  Anstalt  C.  P.  Goerz,  A.-G.,  Berlin-Friedenau.  Louis 
Leonhard  wurde  zum  ordentlichen,  Direktor  Wilhelm  Moeser  zum  stell- 
vertretenden Vorstandsmitglied  bestellt.  Die  Prokura  des  Wilhelm 
Moeser,  Dr.  Georg  Gehlhoff  und  Arthur  Boenicke  sind  erloschen.  Wilhelm 
Rokohl  und  Georg  Bredow  haben  Prokura  in  Gemeinschaft  mit  einem 
Vorstandsmitglied. 

Spiegel-  und  Spiegelglasfabriken  Sigmund  Büchenbacher  &  Co., 
G.  m.  b.  H,  Fürth.  Fabrikbesitzer  Julius  Büchenbacher  ist  verstorben 
und  nicht  mehr  Geschäftsführer.  Die  Kaufleute  Fritz  und  Otto  Büchen- 
bacher wurden  zu  weiteren  Geschäftsführern  bestellt. 

Glas  und  Spiegelmannfaktur  Kinon  &  Kotz,  Köln.  Dr.  Fritz  Victor 
hat  Prokura. 

Traut  &  Wanderer,  Neuhaus  a.  Rwg.  Max  Wanderer  ist  aus  der 
Gesellschaft  ausgeschieden.   Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst. 

Otto  Max  Wanderer,  Neuhaus  a.  Rwg.  Inhaber  ist  Glasbläser  Otto 
Max  Wanderer. 

Eisenwerk  L.  Meyer  jun.  &  Co.,  A.-G.,  Harzgerode.  Die  Kapitals- 
erhöhung um  Ji  6,5  Mill.  Stamm-  und  Ji  0,5  Mill.  Vorzugsaktien  auf 
M  12  Mill  ist  erfolgt. 

Gebrüder  Schultheiß'sche  Emaillierwerke,  A.-G.,  St.  Georgen.  Laut 
Generalversammlungsbeschluß  vom  29.  12.  21  wird  das  Grundkapital  um 
Ji  200  000  erhöht. 

Bunzlaner  Keramische  Industrie,  Gebrüder  Braun,  Banzlau.  Per- 
sönlich haftende  Gesellschafter  sind  die  Kaufleute  Wilhelm  und  Julius 
Braun. 

Horat  Herd,  Ofen  und  Hausrat,  G.  m.  b.  H,  Köln  (Breitestraße  48/50). 
Stammkapital:  Ji  100 DOO.  Geschäftsführer  sind  die  Kaufleute  Dr.-Iug. 
Carl  van  Norden,  Dr.  phil.  Heinrich  van  Norden  und  Mathias  Schnorren- 
berg. Sie  sind  nur  gemeinsam  zu  je  zweien  oder  einzeln  in  Gemein-, 
schaft  mit  einem  Prokuristen  vertretungsbefugt. 

Niederlausitzer  Glasmanufaktnr  Adolf  Lacotta,  Finsterwalde.  Das 
Geschäft  int  auf  die  nachgenannte  G.  m.  b.  H.  Ubergegangen. 

Niederlausitzer  Glasmanufaktnr  Adolf  Lacotta,  G.  m.  b.  H.,  Finster- 
walde. Großhandelsgeschäft  in  Glaswaren.  Stammkapital:  Jt  50  000. 
Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Adolf  Lacotta. 

Porzellan-Emaille- Markt  Johanna  Pöggel,  Berlin- Wilmersdorf.  Kauf- 
mann Erich  Pöggel  ist  als  persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten. 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922  (65.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  7 


75 


r.  Deutsche  Gold-  und  Silberscbeideam*talt,  vormals  Rösaler,  Frankfurt 
a.  M.  Die  Kapitalserhöhung  um  M  60  Mill.  auf  ^160  Mill.  ist  durch- 
geführt. 

Hager  &  Weidmann,  G.  m.  b.  H.,  Bergisch-Gladbach.  Die  Firma 
lautet  jetzt:  „Hager  &  Co.,  G.  m.  b.  H.,  Bergisch-Gladbach". 

Hofmann  &  Co.,  Fabrikation  von  patentierten  Neuheiten,  Massen- 
artikeln und  Werkzeugen,  G  m.  b.  H.,  Auma.  Die  Firma  wnrde  geändert 
in  „Rohm  &  Co ,  Spezialfabrik  für  Matrizen,  Schnitt-  und  Stanzwerkzenge, 
Massenartikel,  G.  m.  b.  H.,  Auma  i.  Thür.".  Albin  Hofmann  ist  nicht 
mehr  Geschäftsführer.  Schlossermeister  Alois  Rohm  und  Landwirt  Arno 
Leithiger  wurden  zu  weiteren  Geschäftsführern  bestellt.  Die  drei 
Geschäftsführer  sind  nur  gemeinsam  zu  je  zweien  vertretungsbefugt. 

Tön-  und  Schamotte-Industrie,  G.  m.  b.  H.,  Koblenz.  An  Stelje  des 
ausgeschiedenen  Direktor  Steuler  wurde  Direktor  Karl  Filius  zum 
Geschäftsführer  bestellt.  Die  Prokura  von  Otto  Zimmer  und  Maria  Riedel 
ist  erloschen. 

Otto  J.  Schödl,  Kötzschenbroda  i.  S.  Roh-  und  Hilfsmaterialien  für 
die  keramische  Industrie.  Die  Firma  wurde  in:  „Äug.  Schö'dl  &  Sohn" 
umgewandelt.  Inhaber  Bind  Keramiker  Aug.  Schödl  und  Kaufmann  Otto 
Josef  Schödl.   Jeder  ist  vertretungsbefugt. 

Verkaufsstelle  elektroosmotisch  gereinigter  Kaoline  und  Tone, 
G.  m.  b.  H,  Berlin.  Stammkapital :  J6  20  000.  Geschäftsführer  ist  Kauf- 
mahn  Walter  Gerstenkorn.  Dr.  Hugo  Anthes  und  Frl.  Alice  Paglasch 
haben  Gesamt  proknra  mit  einem  Geschäftsführer  oder  einem  Prokuristen. 

Oesterreich. 

Erste  österreichische  Terrakotta-  (Tonwaren)  Fabrik  Viktor  Brause- 
wetter, G.  m.  b.  H.,  Wagram  b.  Leobersdorf.  Erzeugung  von  Hoch-  und 
halbfeuerfesten  Steinen,  Gewinnung  von  Ton,  Kaolin  sowie  anderen  ton- 
artigen Stoffen  und  deren  Verarbeitung  in  jeglicher  Form;  Handel  mit 
diesen  Artikeln.  Stammkapital:  Kr.  1,2  Mill.  Selbständig  vertretungs- 
befugte Geschäftsführer  sind  Ing.  Paul  Ziegelmayer  und  Fabriksbesitzer 
Paul  Zugmayer. 

Siegfried  Beer,  Tonpfeifenerzeugung,  G.  m.  b.  H.,  Wien.  Die  Firma 
lautet  jetzt:  „Beer,  Lichtenstein  &  Schrada,  Tonpfeifenerzeugung,  G.  m.  b.  H." 

Ofen-  und  Touwarenfabiik,  vorm.  L  &  C.  Hardtmnth,  A.-G,  Wien. 
Dr.  Rudolf  Kuknl»  ist  aus  dem  Verwaltungsrat  ausgeschieden.  Die 
Prokura  des  Josef  Warm  ist  erloschen.   Jalius  Jaksch  hat  Gesamtprokara. 

„Vitrea",  Glashütten gesellschaft  m.  b.  H.,  Wien.  Josef  Peschel  und 
David  Türkei  haben  Gesamtprokura  für  die  Zweigniederlassung  Wien. 

M.  Lissauer  6  Cie.,  Wien.  Die  Gesamtprokura  des  Dr.  Georg  Lang 
ist  in  Einzelprokura  für  die  Zweigniederlassung  Wien  umgewandelt  worden. 

Oberdorfer  Magnesit- Werke,  G.  m.  b.  H.,  Wien.  An  Stelle  des  aus- 
geschiedenen Dr.  Ehrenfeld  wurde  Max  Rathaus  als  Geschäftsführer 
bestellt. 

Veitscher  Grafitwerk,  A.-G.,  Wien.  Aktienkapital:  Kr  10  Mill. 
Verwaltungsratsmitglieder  sind  Dr.  J.  Joachim,  Dr.  J  Koessler,  L.  Linden- 
baum, A.  Rosenfeld,  0.  Rosner  und  R.  Stricker. 

Tscheehoslowakien. 

H.  Wehinger  &  Co.,  Elbogen.   Die  Firma  ist  erloschen. 

Erste  böhmische  Glasindustrie,  A-G.,  Bleistadt.  Die  Prokura  von 
Leo  Freimuth  und  Georg  Bruckbauer  ist  erloschen.  Ing.  Rudolf  Seifert 
hat  Prokura. 

M.  Schlesinger  &  Co.,  Wiesenthal  a.  N.  Glaswarenfabrikation  und 
Export.   Gesellschafter  Ernst  Werner  ist  ausgeschieden. 

Brosche  &  Taussig,  Gablonz  a.  N.  Handel  mit  Gablonzer  Ware  und 
Kristallene.  Rudolf  Brosche  ist  ausgeschieden.  Nunmehriger  Inhaber  ist 
Arthur  Taussig. 

Schindler  &  Comp.,  Gablonz  a.  N.  Glaswarenhandel  Gesellschafter 
Adolf  Schindler  ist  ausgeschieden. 

Erste  Karlsbader  Porzellan-Fabriks-Nisderlage,  Inh.  L.  Schmid,  Salz- 
burg.  Inhaberin  ist  Luise  Schmid. 

Westböhmische  Feldspat-  und  Mioeralwerke,  G.  m.  b.  H,  Metzlink. 
Alexander  Suchanek  wurde  als  Geschäftsführer  bestellt. 


Pateute. 

Deutsches  Reich. 
Beschreibungen. 

Glashafenofen  mit  Beheizung  durch  Kontaktverbrennung  eines 
Gasluftgemisches  innerhalb  einer  die  Häfen  unten  und  an  den  Seiten  um- 
gebenden stückigen  Masse  von  porigem,  feuerfestem  Stoff.  Der  Ofen  be- 
steht aus  mehreren  je  einen  Hafen  enthaltenden  Kammern,  in  deren  unte- 
rem, eingeengtem  Teile  die  durch  besondere  Kanäle  eintretende  vorgewärmte 
Luft  und  das  Gas  sich  mischen,  während  die  Verbrennungsgase  oben  in 
der  Kammer  über  der  porigen  Masse  abgeleitet  werden.  Die  Mischkammer 
steht  mit  einem  eigenen  Wärmespeicher  zur  Luftvorwärmung  und  einer 
besonderen  Glastasche  in  Verbindung.  32  a,  2.  Nr.  344  636  31.  8.  19. 
Soeiete"  Anonyme  Fours  &  Proeedes  Matby,  Lüttich. 

Verfahren  zur  Herstellung  einer  wasser-  und  säurebeständigen 
Masse  aus  kieselsäurehaltigen  Stolen  und  Natriumsilikat.  Diesem  Gemisch 
wird  Apatit  zugesetzt  und  die  Mischung  einer  Mineralsäure  (Schwefel- 
säure) ausgesetzt,  die  auf  Apatit  und  Natriumsilikat  einwirkt.  80  b,  1. 
Nr.  345  025  17.  6.  20.  Electro-Chemical  Supply  and  Engineering  Com- 
pany, Philadelphia,  V.  St.  A. 

Kappen-Isolator.  Zur  Kraftübertragung  ist  zwischen  Beschlägen 
und  Isolatorkörper  ein  Zwischenglied  aus  Blech  oder  sonstigem  plastischen 
Material  verwandt  das  einerseits  in  Rillen  o.  dgl.  am  Isolator  mittels  ver- 
dickter Enden  eingreift  und  andrerseits  Tragelemente  aufnimmt,  wobei  die 
endgültige  Lage  der  verdickten  Enden  in  den  Rillen  durch  eine  Ueber- 


wurfklappe  oder  sonstige  zweckmäßig  nicht  elastischen  Vorrichtungen  ge- 
sichert ist.  21c,  13.  Nr.  345055  22  10.20.  Porzellanfabrik  Ph.  Rosen- 
thal &  Co.,  A.-G.,  Selb  in  Bayern. 

Maschine  zur  Herstellung  von  Glasflaschen  aus  Glasrohren, 
bei  welcher  die  auf  angetriebenen  Rollenlagern  liegenden  Glasröhren  unter 
Drehung  um  ihre  Längsachse  durch  Gebläsebrenner  an  der  umzuformenden 
Mündung  erhitzt  werden.  Zwei  möglichst  nahe  beieinander  und  gleich- 
gerichtet angeordnete  Rollenlager  könn«n  abwechselnd  durch  ein  und 
dieselbe  Bewegung  einer  Kupplung  mit  dem  Maschinengetriebe  verbunden 
bezw.  davon  gelöst  werden.  Je  ein  im  Armbereich  des  die  Formzange 
haltenden  und  gleichzeitig  das  Glasrohr  drehenden  Arbeiters  angeordneter 
Gashahn  kann  durch  diesen  Arm  zur  Bildung  einer  Sahmelzflamme  voll 
geöffnet  werden  und  geht  losgelassen  von  selbst  in  die  einer  kleineren  Vor- 
wärmeflamme entsprechende  Stellung  zurück.  32  a,  27.  Nr.  345  286. 
2.  6.  20.   Liebrecht  Bachmann,  Cursdorf,  Thür.  Wald. 


-  Oesterreich. 
Erteilungen. 

87 166.     80  a.    Maschine  zum  Abbauen  von  Erdschichten. 
Liebschor,  Techniker,  Meißen.    15. 7.  21. 

87  176.  24  e.  Aus  rohrförmigen  Steinen  zusammengesetzter  Wind- 
erhitzer.   Heinrich  Schulz,  Aplerbeck  i.  W.    15  8.  21. 


Max 


Ton. 


Löschungen. 
23  724.    Maschine  zur  Aufbereitung  von  Ton  u.  dgl. 
25  218.    Vorrichtung  zur  maschinellen  Herstellung  von  Glaswolle. 
25  352.  Verfahren  zur  Herstellung  gußfähiger  Massen  aus  plastischem 


26  451.   Glas-,  Gieß-  und  Blasemaschine. 

25  919.  Ziegelstrangpresse. 

26  214.    Maschine  zur  Herstellung  verzierter  Kacheln  oder  dgl. 

26  551.   Maschine  zur  Herstellung  verzierter  Kacheln  oder  dgl.  (Zus 
zu  Pat.  Nr.  26  214.)   . 

H  Schstdauer  Verlängerungen. 

12  c.  59  296.  Verfahren  zur  Trennung  der  Komponenten  eines 
Suspensionsgemisches. 

12  c.  59  443.  Verfahren  zur  elektroosmotischen  Behandlung  von 
Suspensionen. 

12  c.    59  444.    Osmosemaschine  für  dünnflüssige  Suspensionen. 

12  c.  67  414.  Verfahren  zur  elektroosmotischen  Entwässerung 
pflanzlicher,  tierischer  oder  mineralischer  Substanzen. 

12  c.  67  619.  Osmosemaschinen  für  dünnflüssige  Suspensionen.  (Zus. 
zu  Pat.  Nr.  59  444.) 

Gesellschaft  für  Elekbro-Oämose  m.  b.  H.,  Frankfurt  a.  M. 

12  c.  77  365.  Verfahren  zur  elektroosmotischen  Entwässerung 
organischer  und  anorganischer  Stoffe 

12  c.  78  812.  Verfahren  zur  Trennung  von  Komponenten  ans  Ge- 
mischen, die  Suspensions-  oder  Emulsionskolloide,  echte  Kolloide,  Ionen 
oder  gelöste  Körper  enthalten. 

Elektroosmose,  A-G.  (Graf- Schwerin-Gesellschaft),  Frankfurt  a.  M. 

21  f.  42  005.  Bogenlampenglocke.  Tito  Livio  Carbone,  Char- 
lottenburg. 

21  f.  56  161.  Verfahren  zur  Herstellung  leuchtender  Röhren,  die 
mit  seltenen,  schwer  verdichtbaren  Gasen  gefüllt  sind.  Georges  Claude, 
Paris. 

21  f.  76  561.  Beleuchtungskörper  aus  Glas  mit  im  Inneren  ange- 
brachter Fassung.    Oskar  Brunn  quell,  Bibra. 

21  i.   77  062.    Röntgenröhre.    Dr.  Wolfgang  Wieser,  Wien. 

32  a.   25  266.    Transportwalze  für  das  Ziehen  von  Tafelglas. 

32  a.   25  267.   Ziehform  zum  Ziehen  von  Tafelglas. 

32  a.  29  853.  Einrichtung  zur  mechanischen  Herstellung  von  Tafelglas. 

Emile  Fourcault,  Lodelinsart. 

32  a.  49  441.  Ofen  zum  Erhitzen  der  zum  Ziehen  von  Glas  be- 
nutzten kippbaren  Pfannen.    Granville  Hugh  Baillie,  London. 

32  a.  68  963.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Glasröhren.  Karl 
Küppers,  Aachen. 

32  a.  49  301.  Ofen  zum  Beheizen  kippbarer  Schmelztiegel  zum 
Ziehen  von  Glas. 

32  a.    55  978.   Vorrichtung  zum  Ziehen  von  Glas. 

32  a.  60  771.  Ofen  zum  Erhitzen  der  zum  Ziehen  von  Glas  be- 
nutzten Pfannen. 

32  a.  60  772.  Ofen  zum  Erhitzen  der  zum  Ziehen  von  Glas  be- 
nutzten Tiegel. 

Pilkington  Brothers  Ltd.,  St.  Helens. 

32  a.  74  922.  Vorrichtung  zum  Ausheben  von  vorgeformten  Glas- 
gegenständen oder  Motzen. 

32  a.  74  973.  Vorrichtung  zur  Herstellung  von  Hohlglaskörpern 
durch  Pressen  und  Blasen. 

A-G.,  Glashüttenwerke  Adlerhütten,  Penzig. 

48  b.  62170.  Verfahren  zum  Herstellen  von  Ueberzügen  aus 
schmelzbaren  Stoffen,  wie  Metall  und  Glas.  Oesterr.  Schoop-Metallisator- 
Gesellschaft  m.  b.  H,  Wien. 

48  c.   59  570.   Trübungsmittel  für  die  Herstellung  weißer  Emaillen. 

48  c  63  551.  Verfahren  zur  Herstellung  weißer  Emaillen  mit 
Hilfe  von  Zirkonverbindungen.   (Zus.  zu  Pat.  Nr.  54  055.) 

Vereinigte  Chemische  Fabriken  Landau,  Kreidl,  Heller  &  Co.,  Wien. 

67  b.  64  996.  Schleifstein  und  Verfahren  zu  dessen  Herstellung. 
Gesellschaft  für  Otto  Schmidt's  Patent  Herkulessteine,  G.  m.  b.  H., 
Dresden. 

80  b.  37  317.  Vorrichtung  zur  Herstellung  von  durchbrochenem 
Porzellangeschirr.   Karl  Schumann,  Arzberg. 

80  b.  46  840.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Tiegeln  für  Gußstahl- 
bereitung.  Fedor  Porebski,  Ternitz. 

80  b.  47  552.  Vorrichtung  zur  Herstellung  von  durchbrochenem 
Porzellangeschirr.    Karl  Schumann,  Arzberg.   (Zus.  z.  Pat.  Nr.  37  317.) 


/6  —  Nr.  7 


SPRECH  SAAL -COBURO- 


1921.  (65.  Jahrgang.) 


80  b.  6S631.  Druoksicberung  fQr  Pressen  znr  Herstellung  von 
Gegenständen  ans  Kunststeinmasse. 

80  b.  56  269.  Verfabren  und  Vorrichtung  znr  Erzielung  einer 
gleichmäßigen  Füllung  von  Preßformen  mit  plastischer  Masse. 

Paul  Wernicke,  Eilenbnrg. 

80  b.  60  202  Presse  zum  Entwässern  von  vegetabilischen  und 
mineralischen  Steffen.    Eogen  Abrescb,  Neustadt  a.  d.  H. 

80  b.  66  791.  Vorncbtcng  znr  Herstellung  gemusterter  Kuststein- 
fliesen.    Soc.  An.  „La  Ceramiqne  Nationale",  Welkenraedt. 

80  b.  71337.  Formkasten  mit  Teilungswänden  zur  Herstellung 
von  Bausteinen.    Aurel  Szente,  Triest. 

80  b.  83  780.  Vorrichtung  zum  Ausstanzen  von  Durchbrechungen 
an  Porzells ngeschirr  oder  dgl.    Karl  Schumann,  Arzberg. 


80  c.  78  184.  Kanalmuffelofen  zum  Brennen  keramischer  Gegen- 
stände und  znm  Glühen  von  Metallen,  chemischen  und  anderen  Stoffen. 
Hermann  T.  Padelt,  Leipzig-Schleußig. 

80  d  37  223.  Verfahren  zur  Herstellung  eines  feuersicheren,  leichten 
porösen  Matetiales.  Oesterr  -Amerikanische  Magnesit  Gesellschaft.  (Austro- 
American  Magnesite  Co.),  G.  m  b  H,  Badenthein. 

80  e.  66  278.  Verfahren  zum  Brennen  von  Magnesit.  Magnesit- 
Industrie,  A.G.,  Budapest. 

80  e.  81341.  Verfahren  zur  Herstellung  einer  Kaltglasur  auf  Bau- 
Btoffen,  insbesondere  Beton,  Sandstein,  Ton,  Mauerwerk  n.  dgl.  Karl 
Friedrich,  Breslau. 

80  f  62  369.  Verfahren  znr  Herstellung  hochbeständiger  kera- 
mischer Gegensiände.   Dr  Graf  Botho  Schwerin,  Frankfart  a.  M. 


Fragekasten  des  Sprechsaal. 


Keramik. 

25.  Wir  beabsichtigen,  auf  dem  Dach  unserer  Fabrik  eine  Wind- 
iurbinen  anläge  einzurichten  mit  durchgehende  Kolbenstange  zu  den  Keller- 
räumen,  um  die  Mahlmühlen,  die  etwa  6  PS  benötigen,  damit  in  Gang  zu 
setzen,  da  keine  elektrische  Kraft  vorhanden  ist.  Wir  bitten  daher  um 
Auskupft,  ob  eine  derartige  Anlage  sich  praktisch  ausführen  läßt  und  auch 
schon  bewährt  hat.  Wer  baut  tolche  Windimbinenanlagen,  die  also  etwa 
denjenigen  entsprechen,  wie  man  sie  zum  Wasserpumpen  oft  in  größeren 
Gärtnereien  oder  Gutshöfen  sieht? 

ErBte  Antwort:  Bei  Anlage  einer  Windturbine  ist  in  erster 
Linie  zu  prüfen,  ob  die  Lege  für  die  Aufstellung  einer  solchen  günstig  ist. 
Liest  Ihre  Fabrik  in  einem  engen  Tal  oder  in  einer  Senkung,  wo  der 
"Wind  wenig  durchstreichen  kenn,  so  liat  eine  derartige  AnInge  keinen 
Zweck,  da  diese  dann  nur  stundenweise  in  Betrieb  käme.  Windmühlen 
arbeiten  nur  rationell  in  freier  Gegend  bezw.  auf  einer,  wenn  auch  nur 
kleinen  Anlöbe,  wo  der  Wind  von  allen  Seiten  zutreten  kann.  In  Gegen- 
den mit  nur  wenig  Wind  siebt  man  besser  von  solchen  Anlagen  ab  Ein 
Windmotor  für  6  PS  muß  schon  ziemlich  groß  sein,  und  Sie  hätten 
immer  dsmit  zu  reebnen,  daß  er  von  Zeit  zu  Zeit  still  liegt,  wenn  der 
Wind  zu  schwach  ist.  Die  dsmit  getriebenen  Mühlen  müßten  mit  Touren- 
zähler ausgerüstet  werden,  um  den  Wirkungsgrad  feststellen  za  können. 
Gewöhnlich  ist  es  so,  daß  die  Windmotoren  dann  still  liegen,  wenn  man 
sie  am  nötigsten  braucht.  Sie  werden  deshalb  als  Reserve  auch  einen 
Oelmotor  benötigen,  damit  Sie  den  Betrieb  aufrecht  erhalten  können.  Auf 
jeden  Fall  müßte  der  Lieferant  des  Windmotors  erst  die  Loge  Ihrer  Fabrik 
und  die  dort  herrechenden  Windstiömnngen  prüfen,  ehe  (Sie  einen  Bolchen 
Apparat  aufstellen.  Di«  Vereinigten  Windturbinenfabriken  G.  m.  b.  H.  in 
Dresden  Reick  liefern  Windmotoren  in  guter  Ausführung. 

Zweite  Antwort:  Windturbinen  dürften  für  den  genannten 
Zweck  in  Deutschland  kaom  verwendet  werden,  denn  sie  sind  der  un- 
sicherste und  inzuverlässigste  Antrieb,  namentlich  in  Gegenden  mit  unreg-l- 
mäkigem  Wiad  oder  mit  vorgelagerten  Höhenrücken  In  letzterem  Falle 
mtiß  die  Wiudturbine  jedenfalls  auf  einer  Anhöhe  stehen,  um  den  Wind 
von  allen  Seiten  aufzufangen  und  nutzbar  zu  machen.  Wullen  Sie 
gewissermaßen  unabhängig  sein,  so  sehen  Sie  am  besten  von  einer  der- 
artigen Anlege  ab  und  schaffen  »ich  einen  Oel-  oder  Gasmotor  an,  der 
jederzeit  betriebsfertig  ist.  —  Die  Fa.  F.  Grothmann  Nachf.  in  Stade 
liefert  Windtnrbinen  für  alle  Zwecke 

Dritte  Antwort:  Die  Windtnrbinen  eignen  sich  nur  dann 
zum  Antrieb  von  Massemüblen,  wenn  die  Kraft  nicht  andauernd  während 
der  Arbeitszeit  benötigt  wird.  Weiter  spielt  die  Lage  der  Fabrik  eine 
Bolle,  da  man  Windturbinen  dort  einrichtet,  wo  der  Wind  aus  jeder 
Richtung  voll  nnd  ganz  ausgenützt  werden  kann.  Raten  kann  man  Ionen 
zu  einer  solchen  Krafterzeugong  nicht,  und  Sie  tun  entschieden  besser, 
wenn  Sie  Dumpfbraft  oder  B<-nzin-  bzw.  Petrolenmmotore  zom  Antrieb 
benutzen.  Der  KostenunterBchied  wird  nicht  sehr  bedeutend  sein,  da 
Sie  die  Gewißheit  haben,  den  Betrieb  dauernd  aufrecht  za  er- 
halten und  die  Massemühle  ohne  Schwierigkeiten  vergrößern  zu  können. 

Vierte  Antwort:  Wenn  die  dortigen  Windverhältnisse  günstig 
sind,  so  ist  die  Anlage  einer  Tarbine  zu  empfehlen.  Franz  Rauls  lag  -G. 
m.  b.  H.  in  Godesberg  a.  Rh.  baut  solche  Anlagen. 

26.  Eignet  sich  der  Tunnelofen  auch  am  besten  für  Hartsteingut, 
wobei  ja  viele  Gegenstände,  durch  Dreispitze  getrennt,  aufeinander  gestzt 
werden  und  darum  leicht  stürzen  können?  Ist  dabei  Gasfeuerung  direkter 
Kohlenfeuerung  vorzuziehen?  Kann  ein  und  derselbe  Ofen  soivohl  für  den 
SchrUh-  als  auch  für  den  GlcHtbrand  bei  SK  9  bezw  SK  4  vorteilhaft 
verwendet  werden?  Auf  den  Uebergangswagen  gedachten  wir  Steine  und 
Kassettn  zu  brennen.  Kann  man  leicht  reduzierenden  und  oxydierenden 
Brand  erzielen?  Welche  kürzeste  Zeit  muß  ein  solcher  Ofen  ununter- 
brochen in  Betrieb  sein,  um  wirtschaftlich  zu  sein?  Wie  viele  Tonnen 
Waren  können  während  24  Stunden  erzeugt  werden? 

ErBte  Antwort:  hei  Tunnelöfen  ist  eine  gewisse  Erschütterung 
des  auf  den  Wagen  aufgestapelten  Geschirrs  nicht  zu  umgehen,  wenngleich 
in  letzter  Zeit  auch  diesem  Umstände  durch  verschiedene  Aenderuogen 
der  G'eise  und  Wagen  Rechnung  ge  ragen  worden  ist.  Ej  wird  immer 
eine  heikle  Sache  bleiben,  auf  Dreispitzen  und  Pinnen  eingesetztes 
Gerchi  rr  durch  den  Tunnelofen  zu  ziehen,  wenn  irgend  welche  Störungen 
eintreten  sollten.  Entschieden  ist  die  Gasfeuemiig  der  direkten  Kohlen- 
feuerung vorzuziehen,  und  man  bat  in  letzter  Zeit  mit  der  Gasfeuerung 
gute  Resultate  erzielt.  Ob  die  Unterglasurfarben  bei  Steingut  nicht  doch 
bei  Gasfeuerung  leiden,  ist  noch  nicht  genügend  ausprobiert;  früher 
kointe  man  damit  keine  fehlerlosen  Farben  auf  Steingut  erzielen,  da  man 
die  Feuerführung  noch  nicht  so  richtig  in  der  Hand  hatte  Ueberbanpt 
ist  die  Fenerfübrang  bei  Gasheizung  die  wichtigste  Funktion  des  Brenners, 
da  davon  das  Gelingen  des  Brandes  »bhäugt  Eia  Tunnelofen  braucht 
längere  Zeit  znm  Anheizen,  so  daß,  je  länger  ein  solcher  Ofen  im  Betriebe 
erhalten  wird,  deBto  grötter  auch  die  Koblenersparnis  wird.  Uubeliigt 
verwerflich  int  es,  alle  14  Tage  oder  4  Wochen  den  Ofen  außer  Betrieb 


zu  setzen ;  man  soll  mindestens  den  Ofen  so  lange  gehen  lassen,  als  keine 
Reparaturen  die  Stillegung  nötig  machen.  .  Die  Warenmenge,  die  mit 
eiaem  Tunnelofen  erzeugt  werden  kann,  häogt  von  der  Größe  des  Tunnel- 
querschnittes  ab,  den  man  jetzt  für  Steingut  etwas  größer  nimmt  als  bei 
Porzellan.  Für  den  Glasurbrand  werden  die  Maffeltannelöfen  lieber  ver- 
wendet, da  man  damit  bessere  Ware,  namentlich  gute  Farben  heraus- 
bekommt. 

Zweite  Antwort:  Der  Gang  der  Wagen  im  Tunnelofen  ist  so 
ruhig,  daß  aufeinander  gestellte  Waren  durch  Dreispitze  getrennt  sicher 
nicht  gefährdet  sind.  Wenn  Sie  kontinuierlich  fabrizieren  wollen,  können 
Sie  nicht  in  einem  Ofen  verglühen  und  glattbreunen.  Der  reduzierende 
und  oxydierende  Brand  hängt  nicht  vom  Tunnelofen  ab,  sondern  von  der 
Zusammensetzung  der  Flammen  bezw.  des  Gases.  Je  länger  ein  Ofen  im 
Betrieb  ist,  umso  wirtschaftlicher  ist  er.  Die  Betriebsdauer  ist  von  den 
verschiedensten  Umstäuden  abhängig  nnd  läßt  sich  nicht  ohne  weiteres 
angeben.  Die  Größe  der  Produktion  hängt  von  der  Art  der  Waren  und 
der  Giöße  des  Ofens  ab. 

Dritte  Antwort:  Um  Ihre  Frage  so  eingehend  zu  behandeln, 
wie  Sie  es  wünschen,  müßten  die  Systeme  und  die  Arbeitsweise  der  Tunnel- 
öfen von  Grund  aus  erörtert  werden,  wozu  aber  hier  kein  Raum  ist.  Vor 
allem  ist  ein  Tunnelofen  mit  Gasfeuerung  einem  solchen  mit  Kohlen- 
feuerung wegen,  der  Ersparnis  von  Brennmaterial  vorzuziehen.  Ein  Ein- 
stürzen der  gefüllten  Wagen  ist  nicht  zu  befürchten,  nnd  es  ist  möglich, 
den  Ofen  für  den  Glatt-  nnd  Schrtthbrand  zu  benutzen.  Die  Gesamt- 
erzeugung des  Ofens  hängt  von  der  Größe  desselben  nnd  von  derjenigen 
lorer  Anlage  ab  Je  länger  ein  Ofen  in  Betrieb  ist,  desto  rationeller  ar- 
beitet er.  Um  die  Einzelheiten  kennen  za  lernen,  wenden  Sie  sich  an 
eine  der  bekannten  Spezialfi  men  and  verfolgen  Sie  die  einschlägigen  Ver- 
öffentlichungen im  Sprecnsaal. 

Vierte  Antwort:  Znm  Brennen  von  Hartsteingut  ist  der  Tunnel- 
ofen mit  direkter  Gasfeuerung,  also  Kapselbrand,  sehr  gut  geeignet.  Er 
braucht  etwa  50"/o  weniger  Brennmaterial  als  der  Rundofen  and  maß 
natürlich  Tag  und  Nacht  in  Betrieb  sein,  am  rationell  arbeiten  zu  können. 
Derselbe  O/eu  kann  für  den  Schiuhb'ind  bei  SK  9  nnd  für  den  Glattbrand 
bei  SK.  4  benutzt  werden.  Beim  Uebergang  kann  man  sich  damit  helfen, 
daß  man  die  ersten  Wagen  rascher  zieht  oder  Wagen  mit  Kapseln  einschiebt. 
Zur  Fortbewegung  der  Wagen  müssen  Sie  zwecks  ruhigen  Ganges  eine 
Maschine  benutzen,  wie  sie  von  der  Firma  H.  T.  Padelt  in  Leipzig- 
Schleussig  gebaut  and  für  deren  Kanalmuffelöfen  verwendet  wird.  Die 
Wagen  sind  dabei  dauernd  in  ganz  langsamer  Bewegung  nnd  laufen  voll- 
ständig stoßfrei  darch  den  Ofen.  Bei  der  Warn  des  Otensystems  müssen 
Sie  darauf  achten,  eine  Ofenkonstraktion  za  erhalten,  bei  welcher  Gas 
und  Luft  für  jede  einzelne  Breunstelle  genau  eingestellt  werden  kann, 
so  daß  Sie  nach  Wunsch  reduzierend  oder  oxydierend  brennen  können. 
Rationell  arbeitet  ein  Tunnelofen  nur  dann,  wenn  er  bis  zur  Reparatur 
ständig  in  Betrieb  ist. 


für 
für 

ist 


27.  Ich  bitte  um  Angabe  einer  boraxhaltigen  Stein gutglasur 
SK  03 — la  und  eines  dazu  passenden  gut  stehenden  Bänderblau 
bl.  Bd  -Teller. 

Erste  Antwort:    Nachstehende  boraxhaltige  Stein  gutglasur 
für  SK  01a— la  eingestellt  nnd  für  Ihre  Zwecke  passend: 

Fritteversatz : 

Borax,  kristall.  95  50  Gew.-T. 

Soda,  ka'z   26  50  „ 

Magnesit  21,00  „ 

Witherit   48,75  „ 

Sand  von  Hohenbocka   70,00  „ 

Mühlen  versatz : 

Fritte   184  25  Gew.-T.  • 

Zettlitzer  Kiolin   26,80  „ 

Sand  von  Hohenbocka   50,00  „ 

Ein  gut  stehendes  Räoderblan  für  bl.  Ri. -Teller  ist  das  folgende: 

Toneidebydrat  60  Gew.-T. 

Kobaltoxyd,  schwarz  25  „ 

Kalisalpeter   15  „ 

Ei  ist  im  Biskuitofen  za  kalzinieren.  Wenn  Sie  einen  bestimmten 
Farbton  des  Ränderblan  wünschen,  so  empfehle  ich  Ihnen,  Unterglasur- 
farbproben von  einer  bekannten  Firma  zu  beziehen.  Es  ist  vielleicht 
besser  für  Sie,  fertige  Farben  zu  kaufen,  weil  die  immer  gleiohmäßig 
ausfallen 

Zweite  Antwort:  Sie  meinen  sicher  SK  03  a,  denn  Sie  werden 
doch  keine  alten  Kegel  neben  neuen  verwenden;  SK  03a  entspinnt  SK  05 
alt.    Eine  alkalireiche  Glasur  für  SK  03  a  entspricht  der  Formal 

0,3  KsO 

SiO, 
B90;1 


0,3  Ks0  . 

0,1  N8s0  l  0fi  AI  0  Z2'0 
0,2  C  O  f  °'*  A,,U:,\0,2 
0.4  PbO  > 


(0,08  AlaO,  und  0,16  SiO„  zum  Mühlen  versatz) 


1 


im.  (68.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL  —  COBURG. 


Nr.  T 


71 


und  wirft  hergestellt  aus: 

5R6X0-3  K*0   =  166  80  Feldspat 
202X0- 1  N*80  =   20,20  Borax,  kalziniert 
100X0  2  C*0   —    20  00  Kalkmat 
228X0,4  PbO  ==   91.20  Mennige 


gefristet : 
166,80 
20  20 
11.20 
89,20 


222X0,12  A'sOs  =   26,64  Zettlizer  Kaolin,  gebrannt  26,64 
60X1,84  SiOa  =  110  40  Qaarzmehl  .  110,40 

Sa.  435,24  Sa  424,44  Fritte 

Als  Mtthlenversatz  mischen  Sie  424,44  Fritte  mit  259X0.08  =  20  72 
Kaolin  von  ZettJitz.  Bin  gutes  Ränderblau  besteht  aas  nachstehendem 
Farbkörper  und  Fluß. 

Farbkörper: 

Qiarzmebl  100  Gew.-T. 

Kobaltoxyd  RKO  100  „ 

Zink^xyd  .   50  „ 

Bei  SK  10  glühen,  dann  mahlen  und  waschen. 
Floß: 

Mennige  46  Gew.-T. 

Borsx,  kristallisiert  77  „ 

Pottacche   ..........  6 

Qaarzmehl  

Kalkspat  53 


Zur  Farbe  mahlt  man  100  Gew 
zusammen. 


Sa.  295  tr*w-T. 
Farbkörper  mit  12  Gew.-T.  Fluß 


Dritte  Antwort:  Wäre  Ihre  Frage 
Zusammensetzung  Ihrer  Masse  angegeben,  so 
Angaben  machen.  Stellen  Sie  an  Hand  der 
Farbvorachriften  selbst  Versuche  an. 

Glasur  I  für  8K  la— 2a,  bleihaltig: 
0,33  PbO 


genauer  formuliert  und  die 
ließen  sich  Ihnen  genauere 
nachfolgenden  Glasur-  und 


0,06  K20 
0,17  N*20 
0,44  CuO 
Fritte: 

Mennige  ....   75  24  Gew.-T. 
Borax,  krystallisiert   65,00  „ 
Sand   80  00  „ 


0,33  Al203 .  2,67  SiO, .  0,34  B,Oa 


Kalkopat  . 
Kaolin,  roh 


44  00 

.  30,00 

Glasur  II  für  SK  Ol  a 


Mühlenversatz : 
Fritte     ....   238.40  Gew.-T. 
Feldspat     ...     3340  „ 
Kaolin,  roh     .    .  39,70 
Sand  26,20 


0,1 
0,6 
03 
Fritte 


K20  ) 
N«,0  }  0, 
CaO  J 


la,  bleifrei: 
37  A1803 .  2,8  Si02 .  0,51  Ba03 


Feldspat  ....  55,90  Gew.-T. 
Borax,  kristallisiert   97,41  „ 

8oda   36  67  „ 

Kalkspat  ....  30,00  „ 
Kaolin,  roh  ...   7071  „ 

Sand  99,24 

Farbkörper: 

Kobaltoxyd  RKO  . 

Kobaltkurbonat  .  . 

Kalisälpeter  .   .    .  * 

Pottasche  .... 

Zinnoxyd  .... 

Tonerde  .... 

Sand  

Kaolin  


Mühlenversatz : 
Die  Fritte  wird  mit  6°/0  Kaolin 
und  gegen  das  Absetzen  der  Glasur 
mit  1,5  %  gebranntem  Gips  versetzt. 


II 
10 


III 
50 

8 
8 


—         50  — 


IV 
15 


75 
800 


38 


50 


33  — 
—  15 


Versatz  fttr  Rinderblau  Unterglaaur: 

1  2 

Farbkörper  I   500  — 

„      II   -  750 

III  ......    .        —  175 

l     IV   500  1500 

Kaolin,  roh   .        50  75 

Glasur,  farblose   400  500 

Wenn  der  Farbton  nicht  entspricht,  so  ist  durch  Verschiebung  des  Farb- 
kö' per- Zusatzes  die  Nuance  entsprechend  zu  ändern.  Bin  Zusatz  von 
5_10«/0  Bifkuitscherben  an  Stelle  des  rohen  Kaolins  ist  unter  Um- 
ständen zu  empfehlen. 


Glas. 

18.  Es  werden  Abziehbilder  hergestellt  für  Glas,  die  eine  schöne 
Emailschicht  auf  dem  gebrannten  Glas  zeigen.  Die  Eigentümlichkeit  be- 
steht hauptsächlich  darin,  daß  die  schwarze  Zeichnung  und  die  Farben 
sämtlich  mit  Email  unterlegt  sind,  ebenso  wie  bei  Sandmalerei.  Wie  ist 
das  Verfahren? 

Erste  Antwort:  Das  Uebertragen  der  Abziehbilder  auf  eine 
Emailunterl «ge  bei  Glas  besteht  aus  zwei  Operationen.  Zunächst  wird 
die  Ensilunterlage  durch  Aufstauben  gebildet.  Zorn  Befestigen  des 
Emails  an  das  Glas  dient  eine  Mischung  von: 

•  Terpentinöl   .    100  Gew.-T, 

Dicköl   .   •    •     20  n 

Glyzerin  10  » 

Diese  Mischnng  wird  bis  zur  völligen  Lösung  in  einem  Gefäß  unter  be- 
ständigem Umrühren  erwärmt  und  ist  dann  gebrauchsfertig.  Nun  wird 
mit  einem  Stempel,  mit  Schablonen  oder  mit  dem  PinBel  von  diesem  Firnis 
in  der  gfwünschten  Form  der  Emailunterlage  eine  ganz  schwache  Schieb* 
auf  das  Glas  übertragen,  das  sehr  gut  gereinigt  sein  muß.  Dieser  Firnis- 
auldruck wird  nun  mit  der  Hand  im.  Staubkasten  mit  einem  leicht 


schmelzbaren  Email  eingestaubt.  Ist  dieses  genügend  angetrocknet  und 
Bind  die  Konturen  sauber  gereinigt,  so  wird  in  der  Muffel  die  Emailunter- 
lage aufgebrannt.  Das  Abziehbild  wird  knapp  an  den  Rändern  ausge- 
schnitten und  einige  Minuten  vor  der  Verwendung  schwach  angefeuchtet, 
um  es  biegsam  zu  machen,  während  die  Emailunterlage  dünn  und  gleich- 
mäßig mit  Dammarlack  bestrichen  wird.  Hat  die  Lackechicht  die  stärkste 
Klebkraft  erreicht,  so  wird  das  Bild  aufgelegt  und  mit  einer  Gammirolle 
oder  Walze  angerollt.  Während  dieses  Anrollens  wird  die  Rückseite  des 
Papiers  mehrere  Mal  angefeuchtet.  Dieses  Anrollen  und  Anfeuchten  wird 
so  lange  fortgesetzt,  bis  das  Bild  klar  und  deutlich  durch  das  Papier 
sichtbar  wird.  Hierauf  wird  der  Gegenstand  in  ein  Gefäß  mit  lauem 
Wasser  gelegt  und  solange  darin  gelassen,  bis  sich  das  Papier  von  selbst 
ablöst.  Die  zurückgebliebene  Schleimschicht  wird  mit  einem  feuchten 
Sebwnmm  abgetupft  and  das  Bild,  wenn  es  absulut  trocken  ist,  auf  die 
übliche  Art  in  der  Moffel  eingebrannt. 

19.  Welches  System  unter  den  verschiedenen  Glasblasmaschinen  ist 
das  vorteilhafteste  und  einfachste  in  der  Handhabung  zur  Herstellung  von 
Eng-  und  Weithalsflaschen  bis  zu  250  g?  'm 

Erste  Antwort:  Onne  Kenntnis  der  näheren  Verhältnisse  ist 
es  nicht  möglich,  das  eine  oder  andere  System  zu  empfehlen.  Mitbestimmend 
sind  die  gewünschte  Größe  der  Produktion,  die  Art  der  Gegenstände,  ,dle 
örtlichen  Raumverbältnisse,  sowie  die  Art  der  vorhandenen  Betriebskraft. 
In  der  Praxis  findet  man  meistens  alle  führenden  Systeme  vertreten. 
Wenden  Sie  sich  au  die  Glasmascbiuenfahrik.  G.  m.  b.  H.  in  Brühl, 
Bez.  Köln,  an  die  Wolf'sche  Maschinenbau-Gesellschaft  m.  b.  H.  in  Köln, 
und  an  die  Glasmaschinen-Industrie,  G.  m.  b  H.  in  Berlin  W.  30  und  er- 
bitten Sie  Vorschläge.  An  Hand  dieser  wird  es  Ihnen  unter  Berücksich- 
tigung der  örtlichen  Verhältnisse  leicht  sein,  die  richtige  Maschine  zu 
wählen.  ,  __     '  , 

Zweite  Antwort:  Für  die  Hertellung  von  Eng-  und  Weithals- 
flaschen  mit  einem  Inhalte  unter  250  g  kommen,  wenn  es  sich  nicht  um 
vollständig  maschinell  ausgestattete  Betriebe  handelt,  wohl  nur  Blas- 
maschinen mit  Handbetrieb  und  angebauter  Luftpumpe  in  Betracht.  Diese 
Maschinen,  deren  Konstruktion  eine  immer  gleichmäßigere  und  infolge- 
dessen auch  einfachere  wird,  leisten,  wenigstens  soweit  die  hervorragen- 
deren Firmen  dieser  Branche  in  Wettbewerb  miteinander  treten,  alle 
recht  Gates ;  jede  hat  ihre  Vorzüge  und  auch  wieder  kleine  Min  gel,  so 
daß  ein  Urteil  darüber,  welche  von  den  Handblasmaschinen  die  größten 
Vorteile  bietet,  nur  mit  Vorsicht  und  bei  genauer  Kenntnis  aller  Verhält- 
nisse des  betr*  Senden  Betriebes  abgegeben  werd*n  kann.  —  Anderseits 
kenn  nicht  geleugnet  werden,  daß  in  der  letzten  Zeit  an  diesen  Maschinen 
Verbesserungen  angebracht  wufden,  die  deren  allgemeinere  Verwendung 
wünschenswert  erscheinen  la«sen.  So  Warden  aaf  der  letzten  Wiener 
Herbstmesse  an  Flach-  and  Weithalsblasmaschinen  System  H  Kiko,  Wien, 
Zingen  mit  eingelegtem  Ringe  fttr  vollkommen  nahtlose  Köufe,  die  beim 
Sangkopfe  tadellos  dichten  and  daher  luftdicht  ansaugen  und  beim  Aus- 
blasen keine  Luft  entweichen  lassen,  gezeigt.  Das  Oiffaen  und  Schließen 
der  Vorform  geschieht  mit  einem  einzigen  Hebel,  der  so  befestigt  ist,  daß 
die  Maschine  sitzend  bedient  werden  kann.  Der  Formboden  braucht  beim 
Heraasnehmen  der  fertigen  Flasche  nicht  gesenkt  zu  werden,  und  die  sehr 
leicht  im  Gewichte  hergestellten  Zangen  öffaen  sich  von  der  Mitte  weg 
zentrisch,  wodurch  die  fertigen  Flaschen  leicht  herausfallen.  Diß  bei 
einer  Glasblasmaschine  aber  nicht  mehr  oder  weniger  gute  Einzelheiten, 
sondern  die  Leistungsfähigkeit,  die  gute  Qualität  des  Fertigproduktes,  der 
geringe  Prozentsatz  an  Ausschuß  die  Hauptrolle  spielen,  und  jene  Maschine 
die  „vorteilhafteste"  ist,  weiche  diese  Eigenschaften  aufweist,  ist  eine 
bekannte  Tatsache,  und  hierauf  sollte  bei  der  Anschaffung  hauptsächlich 
gt sehen  werden.  Es  hilft  hier  kein  Rat,  sondern  nur  Besichtigung  im 
Betrieb.  N 

Neue  Fragen. 
Keramik. 

31.  Ich  bitte  um  Angabe  einer  absolut  durchsichtigen  und  einer 
deckenden  (Zinn-)  Glakur  zum  Glasieren  von  Vasen  usw.  aus  rotem  Ton  von 
folgender  Zusammensetzung: 

ÄiO,  =  50,24<>/o 
AhOa=  9,45  °/0 
FetOs=  8.68  % 

MgO  =  2,68*10 

CaO  =  15,65  °/0 

Muß  vielleicht  der  CaO*Gehalt  des  Tones  erhöht  werden,  um  ein  besseres 
Haften  der  Zinnglasur  zu  bewirken?  Die  Glasuren  müßten  'bei  SK  09a 
bis  05  a  garbrennen. 

32.  Ich  bin  gezwungen,  wegen  Mangels  an  geeigneten  Bäumen  die 
Fabrikation  von  Porzellanknöpfen  in  einem  kleinen  Ort,  wo  es  keine  Gas- 
anstalt gibt,  einzurichten,  und  bitte  um  Angabe,  welche  Erfahrungen  man 
mit  Azeiylengas-  und  Oelfeuerung  bei  Muffelöfen  gemacht  hat  Es  handelt 
sich  um  Muffelöfen  mit  2—3  übereinander  liegenden  Muffeln  für  eine 
Temperatur  von  SK  15  zum  kontinuierlichen,  rauchlosen  Brennen.  Wer 
liefert  entsprechende  Muffeln? 

33  Wir  beabsichtigen,  einen  Rundofen  für  Feinsteinzeug  zu  bauen 
und  fragen,  teas  vorteilhafter  ist,  die  Ftuerungen  in  gleicher  Höhe  mit 
dem  Emsetzraum  oder  in  einem  tiefergelegenen  Geschoß  anzubringen.  Das 
Terrain  eignet  sich  zu  letzterem  recht  gut,  nur  fragt  es  sich,  ob  diese  An- 
ordnung mehr  Brennmaterial  erfordert  und  den  Bau  kostspieliger  macht. 
Die  Feuerungen  in  einem  besonderen  Geschoß  anzubringen,  wäre  uns  aus 
verschiedenen  Gründen  angenehmer.  Wie  haben  sich  Oefen  mit  tiefer- 
liegender Feuerung  bewährt  gegenüber  solchen  mit  den  Feuerungen  im  Em- 
setzraum  ? 

34.  Welches  Kohlenquantum  legt  man  am  zweckmäßigsten  beim  Vor- 
feuer und  Scharffeuer  auf  1.  bei  einem  Porzellanofen  von  70  cbm  Inhalt  mit 
8  Rosten  von  1 :  U,  75  m  und  2.  bei  einem  Porzellanofen  von  25  cbm  mit 
5  Rosten  von  1 : 0,50  m?  Beim  Vor f euer  wird  mit  Braunkohlenbriketts, 
btim  Scharf f euer  mit  Kladnoerkohle  gefeuert. 

35.  Wir  brennen  unser  elektrotechnisches  Stanzporzellan  in  zwei  Oefen 
von  etwa  20  und  30  cbm  Größt  bei  SK  13  in  etwa  24  und  30_Siundm. 


73  —  Nr  7 


SPKfiCfiSAÄiL- COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


Infolge  Kohlenmangels  müssen  wir  die  Brenndauer  und  Kohlenmenge 
reduzieren  und  möchten  daher  wissen,  ob  elektrotechnisches  Stanzporzellan 
auch  bei  SK  9  gebrannt  werden  kann  und  dabei  ebenso  gut  wird  wie  bei 
SK  13.  Wie  lange  dürfte  bei  dem  normalen  Verhältnis  von  2/3  Braun- 
kohle und  1/3  Steinkohle  die  Brenndauer  und  wie  hoch  der  Kohlen- 
verbrauch sein? 

36.  Wir  beabsichtigen  die  Erstellung  eines  Tunnelofens,  der  bei 
SK  9  zum  Glattbrand  benutzt  werden  soll.  Ist  nun  ein  Tunnelofen  mit 
direkter  Gasbefeuerung,  wie  er  von  Saarau,  Ltngersdorff  und  Meißer  gebaut 
wird,  oder  ein  Tunnelofen  mit  indirekter  Beheizung,  wie.  der  Dreßler-  Ofen, 
für  diesen  Fall  vorzuziehen?  Ist  insbesondere  der  Kohlenverbrauch  bei 
dem  System  für  indirekte  Beheizung  —  Dreßler-Ofen  —  höher  als  bei 
direkter  Beheizung? 

37.  Wer  liefert  sog.  Karlsbader  Modelschmierseife  in  Friedens- 
qualität? 

Glas. 

23.  Wir  wollen  Tafelglas  ätzen,  und  zwar  sollen  die  Scheiben  ein- 
seitig fein  mattiert  sein.  Wie  ist  zu  verfahren,  und  wer  liefert  die  ent- 
sprechende Einrichtung  ? 

24.  Wir  betreiben  unsere  Glas-O'efen  mit  Lausitzer  Rohbraunkohle 
und  haben  bisher  bei  jedem  Ofen  4  Schüttungen  gehabt,  mit  dtven  wir 
maximal  1000  kg  Kohle  stündlich  durchgesetzt  haben.  Wir  müssen  für 
einen  Ofen  die  Schüttungen  neu  bauen  und  möchten  bei  dieser  Gelegenheit 
Unterwindgebläse  einrichten;  wir  bitten  daher  um  Auskunft,  ob  man  durch 
diese  Einrichtung  eine  Schüttung  ersparen,  die  Gesamtzahl  also  auf  drei 
Schüttungen  verringern  könnte.  Es  handelt  sich  also  darum,  ob  man  bei 
Benutzung  eines  Luftgebläses  an  den  Schüttungen  den  Durchsatz  von 
stündlich  1000  kg  auf  drei  Schiittungen  erreichen,  die  Leistungen  also  um 
331j3  °/0  erhöhen  kann 

25.  Bitte  um  Angabe  eines  Satzes  für  orangegelbes  und  korallrotes 
(kaiserrotes)  Glas  für  Perlen  und  dergl.  Artikel.    Mein  Ofen  geht  gut  heiß. 

26.  Wer  liefert  fertige  Einbrennfarben  für  Glas  in  Zinntuben? 
Die  Farbe  will  ich  mittels  des  Grauischen  Druckapparates  auf  kleine 
lampengeblasene  Gegenstände  auftragen  und  dann  im  „Blitz"-Gas-Muffel- 
»fen  einbrennen. 

27.  Wer  liefert  Gummimäntel  für  Säurepolitur  ? 


Briefkasten  der  Redaktion. 

Gebr.  M.  i.  T.  Wenn  Fragen  im  Fragekasten  unbeantwortet 
bleiben,  so  sind  eben  keine  Antworten  eingegangen  Den  in  Ihrer  Frage 
genannten  Artikel  kennen  auch  wir  nicht,  und  Sie  sagten  nicht,  wozu 
er  gebraucht  wird. 

K.  H.  i.  B.  Flachfarben  für  Glas  liefern  die  im  Anzeigenteil  ge- 
nannten Farbenfabriken 

P.  J.  Sch.  i.  S.  Die  Adresse  des  Erbauers  des  Shaw-Tannelofens 
ist  uns  nicht  bekannt. 

A.  Sch.  in  Ch.  Offertbriefe,  die  sich  auf  Fragen  des  Fragekastens 
beziehen,  werden  nicht  weiterbe/ö'rdert.  Wer  zu  einer  Frage  sich  zu 
äußern  wönecht,  mag  das  öffentlich  und  rechtzeitig  tun. 

J.  B.  i.  B.  K.  Wenn  bei  Verwendung  gefritteter  und  ungefritteter 
Masse  kein  Unterschied  sich  ergibt,  warum  dann  erst  fritten  ?  Das  ist 
doch  Verlust  an  Zeit  und  Geld. 

H.  P.  &  Co.  i.  P.  Kapselversätze  wurden  in  den  letzten  Jahren 
wiederholt  im  Fragekasten  angegeben ;  schlagen  Sie  selbst  nach.  Wieder- 
holungen siod  langweilig. 

B.  &  B.  i.  W.  Sie  geben  weder  Brenntemperatur  an  noch  die 
Artikel,  die  Sie  fabrizieren  wollen,  und  da  soll  man  VerBätze  angeben. 
Auch  Sie  finden  im  Fragekasten  der  letzten  Jahrgänge  alle  möglichen 
Vorschriften. 

E.-W.  i.  N.  Sie  fragen  nach  Ofenbauern!  Sie  finden  wohl  keine 
im  Anzeigenteil  des  SprechBaal? 

H.  &  E.  i.  D.    Bezugpquellen  für  Tone  aller  Art  finden  Sie  im 


Anzeigenteil  des  Sprecbsaal  und  des  Sprechsaal-Kalenders,  im  letzteren 
auch  anter  „Tone  und  Kaoline". 

G.  A.  W.  i.  A.  Glas  für  Glühlampenbirnen  erfordert  eine  höhere 
Schmelztemperatur  als  nur  1000°,  und  Sie  werden  bei  dieser  Temperatur 
nie  ein  brauchbares  reines  Glas  erzielen.  Können  Sie  denn  in  Ihrem 
elektrischen  Ofen  nicht  höher  schmelzen? 


Für  Mess-Anzeigeri 

empfehlen  wir  besonders 

Tlr.  8 

vom  23.  Februar 

Etwa  noch  für  diese  Nummern  bestimmte  Inserate 
erbitten  wir  baldigst. 

Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 


lAHRESSCHAU  DEUTSCH  ER  »ARBEIT  DRESDEN 
jUNi-SEpT  1922 

DEUTSCHE  ERDEN 

(PORZELLAN  KERAMIK- OLÄS)  v 


Veröffentlichungen  der  Äußenhandelsnebenstelle  Feinkeramik. 


Veränderung 
in  der  Auslandsregelung  für  laixusporzellan. 

1,  Nach  Mexiko  sind  alle  hochvalutarischen  Währungen 
zugelassen"  (Dollar,  P/und  Sterling,  Gulden,  Schweizer  Franken, 
Peseten,  argentinische  Goldpesos). 

2.  Nach  Portugal  darf  in  französischen  Franken  zu  60°/0 


}   Valutarabatt  oder  in  den   hochvalutarischen  Währungen  zu 
80  °/0  Rabatt  verkauft  werden. 

3.  Für  die  untervalutarischen  Länder,  zu  denen  in  Zukunft 
auch  Finnland  und  Sowjet- Rußland  gerechnet  werden,  ist  auf 
den  Inlandspreis  ein  Aufschlag  von  25  °/0  festzusetzen. 


6  Drehrost-Generatoren 


mittlerer  Größe,  führendes  System,  infolge 
Dispositions  -  Aenderung  sofort  lieferbar. 

Anfragen  erbeten  unter  J  3858  an  die  Geschäftsstelle 
des  Sprechsaal. 


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bei  Abnahme  von  nicht  anter  10  Bollen. 

.(Heutiger  Preis  M  70.—  per  qm.)  [493 

t.  B,  Schneider,  Ruhland  O.-L,  Telephon  Nr.  28. 

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laeB  L.tfl!7igeilHeinei1      Husten,  Hei»erkeit 

nnd  allen  sonstigen  schweren  Erkrangungen  der  Atmungnorgane  scuafft 
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der  lästige  Hnsten  verschwinden,  der  Auswurf  läßt  nach  und  die  schäd- 
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ärztlich  verordnet  und  empfohlen.  Zahlreiche  Anerkennungen.  Preis  30  Jt, 
Doppelflasche  55  M.  Nur  zu  beziehen  durch  die  Nymphenburg-Apo- 
theke, Mflnohen-Nymphenburg  L  171.  [47« 


Coburg,  den!23.  Februar  1922. 


Nummer  8 


Zeilschrift  für  die  Keramischen,  Glas-  und  verwandten  Industrien. 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Loois  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bogra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


Fernsprechanschluß  Nr.  59./ Telegr.- Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto :  Cobnrg-Gothaische  Bank  A.-G.,  Coborg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  nnd  Deutsch-Oesterreich  durch  die  Post  vierteljährlich  Jt  14.—  unter  Streifband \  jH  40.—. 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  1—  (Stellengesuche  40  4.). 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


Mitglied  von: 


Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 
Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Bericht 

über  einen  kürzlichen  Besuch  portugiesischer 
und  spanischer  Tonwarenfabiiken. 

(Nachdruck  verboten.) 

Folgende  Mitteilungen  entnehmen  wir  einem  in  den  Trans- 
actions  of  the  (English)  Ceramic  Society,  1920/21,  Vol.  XX, 
Part.  II,  S.  72—79,  veröffentlichten  Reisebericht  von  W.  Lindley: 

Nach  den  Beobachtungen  des  Berichterstatters  ist  Portugal 
dasjenige  Land,  welches  im  verflossenen  Kriege  von  allen 
Ententeländern  am  meisten  gelitten  hat,  da  es  nur  wenig 
natürliche  Hilfsquellen  besitzt. 

Hierzu  kamen  Unruhen  in  den  Industriegegenden,  wo  Streiks 
an  der  Tagesordnung  waren.  Der  Wechselkars  war  sehr  un- 
günstig für  Portugal,  da  man  2L  Dollars  für  die  englische 
pound  Treasury  note  (=  rd.  £  4,10  sh)  erhielt. 

Zuerst  wurde  die  Fabrik  von  Gilman  besucht,  eins  der 
größten  Werke,  dessen  Hauptanlage,  die  Fabrik  in  Sacavem, 
sieben  englische  Meilen  oberhalb  Lissabon  am  Tejo  liegt.  Die 
Oertlichkeit  ist  für  die  Anlage  einer  Fabrik  —  an  einem  Flusse 
und  einer  Hauptbahnlinie  —  sehr  günstig.  Hierzu  kommt  die 
landschaftlich  schöne  Umgebung,  der  Weinberge  und  Orangen- 
bäume das  Gepräge  geben. 

Bei  der  Besichtigung  der  Massebereitung  fiel  auf,1)  daß 
weder  Flint  noch  stone  (d.  h.  cornish  stone)  Verwendung  fanden, 
sondern  einfach  Quarzsand  und  Feldspat  mit  einer  geringen 
Beimischung  von  Kaolin  und  Fetton  (ball  clay).  Die  Filter- 
pressen bestanden  aus  Eisen  und  waren  von  großem  Typ.  Sie 
stammten  von  einer  bekannten  Maschinenfabrik  in  Hanley. 
Diese  Pressen  wurden  für  die  Speise-,  Tongeschirr-  und  Toiletten- 
garniturmasse  benutzt;  dagegen  diente  zum  Pressen  der  Masse 
für  Sptilwaren  und  Platten  eine  alte  hölzerne  Presse  mit 
30  Kammern. 

Die  Firma  stellte  ihre  elektrische  Energie  selbst  her  und 
benutzte  Elektromagneten  für  den  Ton.  Im  Massebereitungs- 
hause standen  auch  mehrere  Kugelmühlen  zur  Zerkleinerung 
des  Sandes  und  Feldspates. 

In  den  Dreher-  und  Formerwerkstätten  gab  es  nicht  viel 
Neues  zu  sehen.  Dies  beruht  möglicherweise  darauf,  daß  in 
dem  Betriebe  ständig  Modelleure  und  Formenmacher  aus 
Staffordshire  tätig  waren,  die  ihre  Arbeitsgepflogenheiten  von 
daheim  mitgebracht  hatten.  Die  Firma  hatte  gerade  ihre  ersten 
Gießversuche  gemacht,  von  denen  sie  augenscheinlich  sehr 
befriedigt  war,  so  daß  die  Gießerei  in  ausgedehntem  Maße  zur 

»)  d.  b.  dem  englischen  Keramiker  I    D.  Uebers. 


mit  der  runden  Drehscheibe  ersetzen  kann,  weshalb  man 
in  mancher  Beziehung  wieder  vom  Gießen  zum  Drehen  über- 
gegangen war. 

Die  Fabrik  in  Sacavem  besitzt  in  nächster  Nähe  eine 
eigene  Tongrube,  in  der  der  Ton  gleich  in  quadratische  Blöcke 
von  solcher  Größe  geschnitten  wird,  wie  er  aus  einem  gewöhn- 
lichen Tonschneider  kommt.  Dieser  besondere  Ton  wird  ohne 
jede  weitere  Behandlung  zur  Herstellung  von  Dreifüßen  ver- 
wendet. 

Das  Werk  besitzt  im  ganzen  zwanzig  „Bienenkorböfen", 
aber  viele  von  ihnen  waren  seit  dem  Bau  eines  großen  Tunnel- 
ofens nicht  mehr  in  Betrieb.  Die  ersteren  dienten,  soweit  sie 
noch  Verwendung  fanden,  nur  noch  zum  Biskuitbrennen  von 
Platten  und  Ziegeln,  dagegen  gingen  alle  Geschirre  und  auch 
die  glattzubrennenden  Steine  neuerdings  sämtlich  durch  den 
Tunnelofen.  Letzterer  war  vom  Faugerontyp,  sehr  ähnlich 
dem  Dreßler-  oder  Marlow- Ofen  im  allgemeinen  Aussehen, 
aber  mit  offenen  Feuerungen.  Der  Brennstoff  wurde  weder 
völlig  noch  teilweise  vergast.  Die  innere  Heizkammer  des 
Ofens  war  nicht  als  abgeschlossener  Muffelraum  konstruiert, 
aber  trotzdem  sehr  widerstandsfähig,  sodaß  der  Brennprozeß 
zwei  bis  drei  Jahre  ohne  Pause  für  Ausbesserungen  fortgesetzt 
werden  konnte.  Der  Ofen  war  85  m  lang.  Die  Kapseln 
Einführung  kommen  sollte.  Allerdings  hatte  man  auch  schon 
gefunden,  daß  das  Gießen  nicht  in  allen  Fällen  das  Arbeiten 
wurden  zu  5  Stück  übereinander,  4  Stück  hinter-  und  3  Stück 
nebeneinandergesetzt,  sodaß  je  60  Kapseln  auf  einem  Wagen 
standen.  Der  fragliche  Tunnelofen  war  zuerst  für  Kohlen- 
feuerung gebaut,  dann  waren  aber  geringfügige  Aenderungen 
angebracht  worden,  um  auch  Holz  brennen  zu  können.  Man 
hatte  diese  Maßnahmen  aus  Not  getroffen,  da  während  des 
Krieges  die  Zufuhr  von  schottischer  Kohle  völlig  unterbunden 
worden  war,  sodaß  die  Fabrik  sich  gezwungen  sah,  mit  ein- 
heimischen Brennstoffen  zu  arbeiten,  wenn  sie  den  Betrieb 
nicht  einstellen  wollte.  Nach  den  in  Sacavem  gemachten  Er- 
fahrungen ist  das  Holz  für  diesen  besonderen  Ofentyp  ein 
geeigneterer  Brennstoff  als  Kohle,  da  es  die  Füchse  nicht  so 
schnell  verstopft  und  die  feuerfesten  Steine  weit  weniger  zer- 
frißt. Am  besten  bewährte  sich  Eukalyptusholz,  dann  kamen 
Korkeiche  und  gewöhnliche  Eiche.  Fichten-  oder  Kiefernholz 
gab  nach  Ansicht  der  Werksleiter  deshalb  weniger  gute  Ergeb- 
nisse, weil  der  Ofen  ursprünglich  nicht  für  Holzfeuerung  ein- 
gerichtet worden  war. 

Als  besonderen  Vorteil  des  Tunnelofens  heben  die  Inhaber 
die  leichte  Belademöglichkeit  der  Wagen  hervor.  Auch  das 
Abladen   der  Kapseln  von  den  Wagen  erfolgte  ohne 


80  —  Nr.  8 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


Schwierigkeit.  Als  weiterer  Vorteil  des  Ofens  wurde  erwähnt, 
daß  man  bei  ihm  besonders  eilige  Aufträge  rasch  erledigen 
kann,  wogegen  in  den  gewöhnlichen  Oefen  hierbei  unvermeid- 
liche Verzögerungen  durch  Einsetzen,  Brennen,  Abkühlen  und 
Ausnehmen  des  ganzen  Ofens  entstehen.  Allerdings  wurde 
behauptet,  daß  im  Tunnelofen  zu  Sacavem  der  Kapselaufwand 
größer  sei  als  in  den  gewöhnlichen  Oefen  mit  unterbrochenem 
Betriebe.  Ein  entschiedener  Vorteil  war  die  Verwendung  der 
Abgase  des  Tunnelofens  zum  Trocknen  von  Kapseln,  feuerfesten 
Steinen  usw.,  und  über  diesen  Trockenvorrichtungeh  wurden 
auch  noch  Arbeitsräume  für  Töpfer  aufgebaut,  die  von  der 
gleichen  Wärmequelle  aus  beheizt  werden  sollten^ 

Der  Tunnelofen  zu  Sacavem  lieferte  sicherlich  sehr  gute 
Ergebnisse,  wenn  Statistiken  über  den  prozentualen  Ausfall 
hierüber  einen  richtigen  Aufschloß  geben  können.  Haarrissige 
Ware  entstand  nach  den  dortigen  Angaben  nicht,  auch  keine 
verzogene  Ware,  weder  im  Schrüh-  noch  im  Glattbrand.  Bei 
Hohlware  betrug  der  Ausfall  Vj3  °/0,  bei  Flachgeschirren 
etwas  mehr.  Mit  8  Tonnen  Holzgewicht  war  es  möglich,  ein 
Warenvolumen  zu  brennen,  das  gleich  dem  Fassungsraum  eines 
gewöhnlichen  „  Bienenkorb  ofens"  ist.  Stündlich  wurde  ein 
Wagen  mit  Schrühware,  halbstündlich  ein  solcher  mit  Glatt- 
ware gebrannt.  Mit  Wandplatten  wurden  noch  günstigere  Er- 
gebnisse erzielt  als  wie  soeben  angegeben.  f 

Besonders  interessant  war  es,  zu  hören,  welchen  Nutzen 
der  Tunnelofen  der  Fabrik  während  des  Krieges  gebracht 
hatte.  Als  der  Kohlenpreis  auf  40  £  die  Tonne  stieg,  hatten 
mehrere  Konkurrenzfabriken,  die  keine  Tunnelöfen  besaßen, 
den  Betrieb  schließen  müssen,  während  man  in  Sacavem  zu- 
erst je  zur  Hälfte  mit  Holz  und  Kohle  und  schließlich  nur  mit 
Holz  gebrannt  hatte.  Die  Werksiahaber  erklärten,  daß  sie, 
selbst  wenn  der  Preis  im  Laufe  der  Zeit  auf  den  Normalstand 
zurückgehen  Würde,  auch  weiterhin  lieber  Holz  feuern  würden, 
da  dies  frei  von  schwefligen  Dämpfen  sei  und  die  Holzasche 
keine  Schwierigkeiten  mache.  Der  Hauptnachteil  des  Holzes 
als  Brennstoff  für  keramische  Zwecke  sei  seine  Massigkeit. 
Etwa  2  lj2  Tonnen  Holz  seien  nötig,  um  die  Leistung  von  1  Tonne 
Kohle  zu  ersetzen,  aber  diese  Holzmenge  nehme  etwa  den 
fünf-  bis  sechsfachen  Baum  ein  wie  die  Kohle.  Zur  Verteilung 
des  Holzes  fuhr  ein  eingerichtetes  Maultiergespann  in  der 
Fabrik  herum,  wie  es  an  den  einzelnen  Verbrauchsstellen  er- 
fordert wurde. 

Die  Haltbarkeit  der  in  Sacavem  verwendeten  Kapseln  war 
keine  große;  die  volle  Hälfte  aller  aus  dem  Ofen  kommenden 
Kapseln  bestand  aus  zwei  Stücken.  Um  eine  abermalige  Be- 
nutzung dieser  Kapseln  im  Ofen  zu  ermöglichen,  band  man  sie 
zusammen.  Die  Herstellung  der  rohen  Kapseln  erfolgte  auf 
der  hydraulischen  Presse. 

Das  Oel  für  den  Unterglasur  druck  erhielt  als  neutralisieren- 
den Zusatz  eine  ganz  schwache  Lösung  von  Schwefelsäure,  die 
bei  der  Berührung  mit  der  Hand  nicht  schädlich  wirkt. 

Die  im  Werke  verwendete  Glasur  war  bleifrei  und  soll 
nach  den  dortigen  Angaben  einwandfreie  Resultate  geben. 

In  der  Plattenabteilung  wurde  eine  interessante  Glasier- 
vorrichtung vorgeführt.  Die  mit  der  Glasur  zu  überziehenden 
Platten  wurden  auf  ein  ziemlich  rasch  umlaufendes  Transport- 
band gelegt,  das  erstere  nach  einer  Glasierwalze  brachte.  Diese 
trug  gerade  die  erforderliche  Glasurmenge  auf  die  Plattenober- 
fläche auf,  ohne  daß  die  Seiten  der  Platten  dabei  irgendwie 
verschmiert  wurden,  sodaß  auch  ein  nachträgliches  Reinigen 
nicht  nötig  war.  Am  andern  Ende  des  Förderbandes  nahmen 
Arbeiterinnen  die  glasierten  Platten  in  Empfang,  sodaß  die 
Platten  schon  wenige  Sekunden  nach  dem  Auflegen  auf  dieses 
Band  abgekehrt,  glasiert  und  in  die  Kapseln  eingesetzt  waren. 

In  der  Druckerei  wurden  hauptsächlich  Hassall's  Walzen- 
druckmaschinen benutzt,  allerdings  auch  einige  Maschinen  für 
Handdruck,  diese  aber  mehr  für  die  Erledigung  kleinerer  Auf- 
träge. Zum  Uebertragen  der  Muster  verwendete  man  Gelatine, 
die  warm  gehalten  und  auf  die  Abziebilder  aufgepinselt  wurde. 

Zum  Brennen  diente  der  „ClimaxOfen"  ;  dem  Anschein  nach 
dauerte  es  recht  lange,  bis  man  ihn  für  Ausbesserungen  außer 
Betrieb  setzen  mußte,  z.  B.  in  einem  Falle  15  Monate. 

Zur  Zeit  liefert  die  Fabrik  Sacavem  besonders  elfenbein- 
gelbe Ware.  Während  des  Krieges  war  es  unmöglich  ge- 
wesen, Kobaltvorräte  zu  beschaffen,  da  die  portugiesische  Re- 
gierung dessen  Anwendung  verbot.  Nach  dem  Krieg  verhin- 
derte der  hohe  Kobaltpreis  die  Wiederbenutzung,  sodaß  die 
Firma  beschloß,  sich  ohne  dasselbe  zu  behelfen  und  anstatt 
weißer  Ware  elfenbeinfarbige  zu  fertigen. 

Einen  weiteren  Besuch  stattete  Lindley  einer  Heimstätte 
des  rohen  und  primitiven  spanischen  Töpferhandwerks  in  der 
Nähe  von  Madeira  ab,  nämlich  den  Höhlenbewohnern  der  Kana- 
rischen Inseln.  Hier  sind  die  Frauen  die  Töpfer.  In  Atalia,  bei 
Santa  Cruz,  wurden  sehr  schöne  geformte  rohe  Waren  ohne 
jede  Fabrikationseinrichtung  angefertigt.  Sogar  die  einfache 
Töpfericheibe  fand  nicht  einmal  Verwendung.    Ein  Brocken 


Ton  wurde  auf  den  Boden  gestellt,  ausgehöhlt,  dann  noch  je 
nach  Bedarf  Masse  zugegeben  oder  weggenommen,  und  das 
ganze  Stück  dann  in  geschickter  Weise  mit  der  Hand  zuge- 
arbeitet. Es  war  erstaunlich,  zu  sehen,  wie  große  Vasen  von 
diesen  einheimischen  Arbeitern  hergestellt  werden  konnten, 
ohne  Zuhilfenahme  irgend  eines  Werkzeuges.  Auch  große 
Milchkühler  wurden  angefertigt,  von  den  Abmessungen  18  bis 
19  engl.  Zoll  im  Durchmesser  und  4  bis  5  Zoll  Tiefe.  Eine 
Arbeiterin  fertigte  täglich  12  Stück  solcher  Gefäße,  wofür  sie 
etwa  1  sh  8  d  erhielt. 

Kühlgefäße  von  bauchiger  Form  sind  übrigens  eine  in  allen 
heißen  Klimaten  wichtige  Warengattung.    Sie  werden  halbgai 
gebrannt  in  einem  altmodischen  Brotbackofen,  der  mit  Stöcken  j 
gefeuert  wird.    Sind  diese  verbrannt,  so  ist  die  Ware  fertig. 

Die  von  jenen  Höhlenbewohnern  hergestellten  Waren 
werden  von  den  einheimischen  Hausierern  verkauft,  welche  mit 
ihren  gefüllten  Tragkörben  vom  Gebirge  herabkommen  und 
einen  großen  Teil  ihrer  Sachen  auf  den  im  Hafen  festgemachten 
Schiffen  verkaufen.  •  , 


Braunkohlenstaubfeuerung 
für  die  Beheizung  großräumiger  Oefen. 

Von  Dr.  G.  K  e  p  p  e  1  e  r,  Hannover. 

{Nachdruck  verboten.) 

In  der  außerordentlichen  Hauptversammlung  des  Verbandes 
der  Glasindustriellen  Deutschlands  am  25.  11.  1920,  die  der  Ein- 
führung und  dem  weiteren  Ausbau  der  Wärmetechnischen  Be- 
ratungsstelle der  deutschen  Glasindustrie  diente,  wurde  in  der  Aus- 
sprache über  verschiedene  Vorträge  auch  die  Frage  der  Staub-  und 
Pulverfeuerung  angeschnitten.  Es  wurde  darauf  hingewiesen; 
daß  die  Durchführung  dieser  Feuerungsart  sich  bei  Torf  und 
Braunkohle  vereinfache,  weil  diese  Brennstoffe  infolge  ihres 
hohen  eigenen  Sauerstoffgehaltes  und  der  niedrigen  Entzündungs- 
temperatur eine  weniger  feine  Mahlung  und  minder  scharfe 
Trocknung  zuließen.  Solches  Brennstoffpulver  läßt  sich  mit 
Luft  zerstäuben  und  ohne  vorhergehende  Vergasung  zur  Er- 
zeugung von  langen,  für  die  Beheizung  großräumiger  Oefen 
geeigneten  Flammen  verwenden,  so  wie  zerstäubtes  Heizöl  in 
unseren  Oelfeuerungen  verwandt  wird.  Die  Trocknung  der 
Braunkohle  wird  ja  seit  Jahrzehnten  als  Vorbereitung  für  die 
Brikettierung  angewandt.  Diese  Trocknung  geschieht  aber 
mit  dem  Abdampf  der  die  Brikettpressen  betreibenden  Dampf- 
maschinen und  verbraucht  fast  den  ganzen  Abdampf,  sodaß 
nur  in  wenigen  Fällen  Ueberschuß  an  Dampf  vorhanden  ist, 
der  für  andere  Zwecke,  also  im  vorliegenden  Fall  für  die 
Trocknung  weitergehender  Mengen  von  Braunkohlenpulver  zur 
Verfügung  steht.  Soll  das  Braunkohlenpulver  in  beachtlichem 
Maße  der  direkten  Feuerung  dienen,  so  ist  es  notwendig,  die 
Trocknung  unabhängig  von  der  Brikettierung  zu  machen.  Es 
wäre  nun  besonders  wichtig,  wenn  dies  nicht  mit  Hilfe  von 
Dampf,  bei  dessen  Erzeugung  und  Verwendung  natürlich  er- 
hebliche Verluste  entstehen,  sondern  direkt  mit  Feuergasen 
geschehen  könnte.  Diese  Form  der  Trocknung  ist  seitens  der 
Gewerbe-Polizei  für  die  Braunkohlenbrikettwerke  verboten,  da 
befürchtet  wird,  daß  Entzündungen  und  in  deren  Folge  Staub- 
explosionen des  zu  trocknenden  Braunkohlenpulvers  sich  er- 
eignen könnten.  Um  so  wichtiger  ist  es,  daß  nun  durch  einen 
längeren  Betriebsversuch,  über  den  die  Herren  Weiß  und 
Häring  in  der  Zeitschrift  „Braunkohle"  1922,  Heft  40,  Seite  626, 
berichten,  gezeigt  ist,  daß  bei  richtiger  Durchführung  diese 
Bedenken  unberechtigt  sind.  Dadurch,  daß  in  diesem  Fall  die 
Trocknung  im  Gleichstrom  geschah,  d.  h.  daß  die  frische  feuchte 
Braunkohle  mit  den  heißen  Verbrennungsgasen  in  Berührung 
kommt  und  beide  in  gleicher  Richtung  gemeinsam  durch  den 
Trockner  sich  bewegen,  ist  es  gelungen,  die  befürchteten 
Schwierigkeiten  zu  überwinden.  Bei  der  Bedeutung,  die  dieser 
Versuch  auch  für  die  Glas-  und  keramische  Industrie  besitzt, 
empfiehlt  es  sich,  einen  kurzen  Auszug  aus  dieser  Veröffent- 
lichung mitzuteilen  und  Interessenten  auf  das  Studium  des 
Originals  hinzuweisen. 

Von  einer  Treppenrostfeuerung  kommende  Heizgase  durch- 
streichen eine  geneigte,  sich  drehende  Trommel,  in  der  die 
auf  Faustgröße  vorgebrochene  Rohbraunkohle  von  einem 
System  von  Rieselblechen  mit  kreuzförmigem  Querschnitt 
herabfällt.  Die  Trocknung  geschieht,  wie  gesagt,  im  Gleich- 
stromprinzip. Es  wird  also  die  grubenfeuchte  Rohbraunkohle 
an  der  Stelle  eingeführt,  wo  die  Feuergase  eintreten,  sodaß 
die  Kohle  im  ersten  Trommeldrittel  auf  höchstens  b® — 62°  er- 
wärmt wird  und  mit  60 — 64 0  die  Trommel  verläßt,  während  die 
Gase  mit  90 — 100°  von  einem  Exhaustor  abgesaugt  werden. 
Durch  das  Absaugen  wird  vermieden,  daß  die  Staubschwaden 
sich  auf  eine  gefährliche  Temperatur  erwärmen.  Es  wird  so- 
mit eine  größere  Betriebssicherheit  gewährleistet.  In  einem 
Windsichter  und  einem  Zentrifugalabscheider  wird  die  größte 
Menge  des  Kohlenstaubs  abgeschieden,  die  letzten  Reste  ließen 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


Nr.  8  —  81 


sich  in  Staubkammern,  die  bei  der  Versuchsanlage  noch  fehlen 
und  einen  Verlust  bei  getrockneter  Kohle  von  200/0  bedingen, 
aus  den  Brüden  entfernen.  Die  getrocknete  Kohle  wird  in 
einer  Kentmühle  zu  Staub  vermählen,  dabei  kühlt  sie  sich  auf 
eine  Temperatur  von  20 — 25  0  ab. 

In  24  Stunden  wurden  in  der  Anlage  31,5  t  grubenfeuchte 
Rohkohle  mit  einem  Wassergehalt  von  50,5  °/0  und  einem  Heiz- 
wert von  2250  Kalorien  auf  einen  durchschnittlichen  Wasser- 
gehalt von  18,1  °/0  getrocknet  und  dabei  15,2  t  mit  einem  Heiz- 
wert von  5590  W.E.  erhalten.   Hierzu  wurden  19,66  °/0  der  zur 
Trocknung  angewandten  Menge  zu  Heizzwecken  verbraucht 
Eingerechnet  aus  den  Angaben  der  referierten  Arbeit,  da  zur 
Vrocknung  geringerer  Brennstoff  verfeuert  wurde).    Zur  Ver- 
lampfung  von  1  kg  Wasser  wurden  1140  W.E.  verbraucht.  (Die 
)rehtrommel  war  in  der  Versuchsanlage  gegen  Strahlungsver- 
aste nicht  geschätzt,  daher  noch  ein  verhältnismäßiger  Wärme- 
erbrauch für  die  Trocknung).    Eine  Zersetzung  der  Braun- 
ohle   durch    die    Trocknung  mit   Feuergasen   wurde  nicht 
3ob  achtet.    Der  Kraftverbrauch  für  den  Betrieb  der  Trocken» 
nlage  beträgt  16  PS,  für  die  Mühle  19  PS,  im  ganzen  also 
A5  PS* 

Der  aus  den  Staubabscheidern  mit  einer  Temperatur  von 
50°  abgeschiedene  Staub  wurde  in  einem  zylindrischen  Gefäß 
von  3  m  Höhe  und  etwa  1,50  m  Durchmesser  14  Tage  lang 
ufbewahrt,  ohne .  daß  eine  weitere  Temperaturerhöhung  des 
ichtgelagerten    Staubes    eingetreten  wäre.     Auch  die  Ver- 
zückung des  Kohlenstaubs  stieß  auf  keine  Schwierigkeiten; 
3  war  nur  darauf  zu  achten,  daß  die  Staubkohle  vor  dem  Ver- 
band keine  zu  hohen  Temperaturen  aufwies. 

Mit  dem  Kohlenstaub,  erhalten  aus  Mühle  und  Staub- 
abscheidern, wurde  ein  Blockofen  geheizt.  Dabei  wurde  mit 
Hilfe  der  Staubfeuerung  eine  Brennstoff ersp arnis  von 
Ö0°/0  erzielt  gegenüber  der  früher  in  Anwendung  gewesenen 
Gasfeuerung  mit  Generatorgas  aus  Braunkohlenbriketts. 

Das  Wichtige  für  die  Leser  des  Sprechsaal  ist,  daß  es  also 
gelang,  einen  Blockofen,  d.  h.  einen  Ofen,  in  dem  große  Blöcke 
von  Flußeisen  erhitzt  werden,  um  sie  für  den  Walzprozeß  vor- 
zubereiten, der  ähnlich  hohe  Temperaturen  besitzen  muß,  wie 
sie  für  die  Glas-  und  keramische  Industrie  notwendig  sind,  mit 
Braunkohlenpulver  in  betriebstechnischer  Beziehung  vollkommen 
befriedigend  zu  beheizen  und  dabei  noch  gegenüber  der  Ver- 
gasung von  Braunkohlenbriketts  eine  Ersparnis  von  60  °/0  zu 
erzielen.  Es  ergibt  sich  hieraus  die  Möglichkeit,  auf  alle  Fälle 
solche  Öefen,  bei  denen  entweder  wenig  empfindliches  Gut, 
wie  feuerfeste  Steine,  gewöhnliches  Steinzeug,  Ziegeleiprodukte 
usw.  oder  Gut,  das  gegen  die  Flammengase  geschützt  ist 
(Porzellan,  Steingut,  Feinsteinzeug  in  Kapseln  oder  Muffeln 
oder  Glas  in  gedeckten  Häfen),  mit  Braunkohlenpulver  zu 
beheizen.  Bei  solchen  Oefen,  bei  denen  empfindliches  Material 
mit  der  Flamme  in  Berührung  kommt,  also  bei  allen  Gtasöfen 
mit  offenen  Häfen  und  Wannen,  wäre  die  Frage  zu  prüfen,  ob 
die  Asche  des  Brennstoffs  nicht  schädigend  wirken  könnte. 
Es  ist  nicht  zu  bezweifeln,  daß  in  dieser  Beziehung  Schwierig- 
keiten auftreten  könnten,  da  man  beispielsweise  bei  Rohbraun- 
kohlen-Generatoren, die  zu  scharfen  Unterwind  bekommen 
hatten,  die  Beobachtung  gemacht  hat,  daß  feiner  Flugstaub  das 
Glas  verunreinigt.  Immerhin  bleibt  der  Ausblick,  daß  bei 
aschearmem  Hochmoortorf  (2 — 3  °/0)  und  bei  geeigneter  Flammen- 
führung diese  Schwierigkeiten  nicht  auftreten.  Die  Haupt- 
voraussetzung für  die  Einführung  dieser  Feuerung  bleibt  aber 
die  Möglichkeit,  daß  derartig  getrocknetes  Braunkohlenpulver 
laufend  in  ausreichender  Menge  hergestellt  wird,  und  daß  ge- 
eignete Transporteinrichtungen  zur  Verfügung  stehen. 


Zollfreie  Einfuhr  aus  Elsaß-Lothringen. 

Die  neue  Kontingentsliste, 
gültig  vom  11.  Januar  1922  bis  10.  Januar  1923. 

y  (Nachdruck  verboten.) 

Nach  Artikel  268  a  des  Friedensvertrages  von  Versailles 
sollen  während  einer  Dauer  von  fünf  Jahren  vom  Inkrafttreten 
des  Vertrages  ab  Rohstoffe  oder  Fabrikate,  welche  aus  dem 
mit  Frankreich  wieder  vereinigten  Gebiet  von  Elsaß-Lothringen 
stammen  und  von  dort  eingeführt  werden,  bei  ihrer  Einfuhr  in 
das  deutsche  Zollgebiet  volle  Zollfreiheit  genießen.  Die  franzö- 
sische Regierung  hat  sich  vorbehalten,  alljährlich  durch  ein 
der  deutschen  Regierung  zu  übermittelndes  Dekret  die  Art 
und  Menge  der  Erzeugnisse  bekannt  zu  geben,  die  diese 
Befreiung  genießen  sollen. 

Die  Mengen  jedes  Erzeugnisses,  die  auf  solche  Weise  jähr- 
lich nach  Deutschland  eingeführt  werden  können,  sollen  den 
Jahresdurchschnitt  der  im  Laufe  der  Jahre  1911  bis  1913  ver- 
sandten Mengen  nicht  übersteigen. 

Deutschland  ist  also  verpflichtet,  5  Jahre  lang  aus  Elsaß- 
Lothringen   eine   von  Frankreich   jedes   Jahr  mitzuteilende 


Kontingentsmenge  an  Rohstoffen,  Halbfabrikaten  oder  fertigen 
Erzeugnissen  vollständig  zollfrei  eingehen  zu  lassen. 

Bei  den  aus  Elsaß-Lothringen  zollfrei  zur  Einfuhr  in 
Deutschland  kommenden  Waren  handelt  es  sich  zum  Teil  um 
solche  rein  französischen  Ursprungs,  diein  Elsaß-Lothringen  in 
günstigstem  Falle  in  irgend  einer  unbedeutenden  Weise  einem 
Veredelungsverfahren  unterworfen  worden  sind.  Auf  diese 
Weise  können  französische  Waren  mit  Leichtigkeit  zollfreien 
Einlaß  in  Deutschland  finden.  Frankreich  hat  demgemäß  ein 
großes  Interesse  daran,  daß  die  elsaß  lothringischen  Kontingente 
möglichst  hoch  geschraubt  werden,  da  es  auf  diese  Weise  in 
die  Lage  gesetzt  ist,  seinen  Produktionsüberschuß  unter  gün- 
stigen Verhältnissen  nach  Deutschland  abzustoßen. 

Was  den  Veredelungsverkehr  anbetrifft,  so  hat  sich  Deutsch- 
land bisher  stets  auf  den  Standpunkt  gestellt,  daß  eine  Ware, 
die  im  freien  Verkehr  einer  Veredelung  unterzogen  worden  ist, 
dadurch  zu  einem  Erzeugnis  desjenigen  Landes  geworden  ist, 
in  dem  die  in  Frage  kommende  Veredelung  zur  Ausführung 
gelangt  ist,  also  auch  in  den  Fällen,  in  denen  die  Ware  selbst 
oder  die  zu  ihrer  Herstellung  erforderlichen  Rohstoffe  aus 
einem  anderen  Lande  herstammen. 

Dieser  Grundsatz  ist  jetzt  bei  den  aus  Elsaß-Lothringen 
bezogenen  Kontingentsmengen  beibehalten  worden.  Es  wird 
demgemäß  auch  eine  Ware  als  unter  den  Artikel  ^68a  fallend 
anerkannt,  wenn  die  Ware  selbst  aus  Frankreich  stammt,  in 
Elsaß-Lothringen  aber  irgend  ein  Veredelungsprozeß  mit  ihr 
vorgenommen  worden  ist. 

Die  deutsche  Industrie  kann  vor  einem  Mißbrauch  bei  der 
zollfreien  Einfuhr  aus  Elsaß-Lothringen  -—  aber  auch  nur  bis 
zu  einem  gewissen  Grade  —  nur  dadurch  geschützt  werden, 
daß  die  von  den  elsaß-lothringischen  Handelskammern  aus- 
gestellten Ursprungszeugnisse  einer  möglichst  eingehenden 
Prüfung  —  erforderlichenfalls  unter  Zuziehung  von  Sachver- 
ständigen, die  die  Waren  besichtigen  müßten  -—  unterzogen 
werden. 

Waren  elsaß  -  lothringischen  Ursprungs,  die  in  Elsaß- 
Lothringen  einer  Behandlung  unterworfen  worden  sind,  die 
nicht  als  Veredelung  angesehen  werden  kann,  sind  von  der 
zollfreien  Einfuhr  als  Kontingentsware  auszuschließen. 

Die  elsaß-lothringischen  Erzeugnisse  dürfen  nur  dann  als 
Kontingentswaren  zugelassen  werden,  wenn  sie  mit  den  vor- 
geschriebenen blauen  Ursprungszeugnissen  eingehen,  die  genau 
nach  dem  vorgeschriebenen  Muster  ausgestellt  sein  müssen. 
Mit  anderen  Ursprungszeugnissen  eingehende  Erzeugnisse  sind 
wie  elsaß-lothringische  Waren  zu  behandeln,  die  nicht  auf  der 
Freiliste  stehen.  Für  die  Ausstellung  der  Ursprungszeugnisse 
kommen  die  Handelskammern  in  Metz,  Straßburg,  Kolmar  und 
Mülhausen  in  Frage. 

Anträge  auf  zollfreie  Einfuhr  gemäß  Artikel  268  a  sind  von 
den  Exporteuren  in  Elsaß-Lothringen  an  die  zuständige  Handels- 
kammer in  Elsaß-Lothringen  zu  richten,  welche  die  Anträge 
in  Form  von  Ursprungszeugnissen  an  das  Zollamt  in  Kehl 
weiterleitet. 

Die  Kontrolle  darüber,  daß  die  Mengen  der  Kontingents- 
liste nicht  überschritten  werden,  ist  dem  Statistischen  Reichs- 
amt in  Berlin  übertragen  worden.  Sobald  bei  einer  Position 
die  festgesetzte  Menge  zollfrei  eingelassen  worden  ist,  findet 
selbstverständlich  die  Verzollung  des  überschießenden  Teiles 
nach  dem  tarifmäßigen  Zollsatze  statt.  Ein  etwaiger  Ausgleich 
zwischen  zwei  Positionen  ist  nicht  statthaft. 

Die  soeben  von  der  französischen  Regierung  überreichte 
neue  Kontingentsliste  hat  Gültigkeit  für  die  Zeit  vom  11.  Januar 
1922  bis  zum  10.  Januar  1923. 

Was  die  für  uns  in  Frage  kommenden  Erzeugnisse  anbe- 
trifft, so  sind  die  nachstehend  namhaft  gemachten  Waren  bis 
zu  der  beigesetzten  Kontingentsmenge  zollfrei  während  des 
vorgenannten  Zeitraumes  in  Deutschland  einzulassen.  Des 
Vergleiches  halber  haben  wir  die  bis  dahin  gültigen  Kontingents- 
mengen mit  ersichtlich  gemacht. 


<U  tu 

81 

b  a 

Höhe  des 

<i  M 
o.S 

-O  *» 
B  P 

Bezeichnung  der  Ware 

Kontingentes 
in  Tonnen 

«  J 

'S« 

«  k 

J  <u 

1922 

1921 

61  a 

Töpferton  und  feuerfester  Ton  .    .  . 

16  000 

61b 

100  000 

■  220  000 

61c 

42  000 

61  d 

7  000 

73 

75  0U0 

97  000 

95 

Steine,  Pflastersteine,  Fliesen,  Stein» 

5  000 

6  250 

96 

1  200 

1  600 

82  —  Nr.  8 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


im.  (66.  Jahrgang.) 


1- 
§ « 

Höhe  des 

►2  ® 

*| 
g  § 

Bezeichnung  der  Ware 

Kontingentes 
in  Tonnen 

Im 

1922 

1921 

97 
98 

99 

100  a 
100  b 
101 
102 

Mauerziegel,  feuerfeste  Ziegel,  Dach- 
ziegel, Waren  ans  Gips  und  Zement, 
ans  Schlacken,  ans  Asbest .... 

Waren  ans  gebrannter  Erde  und  aus 
Steinzeng,    Tonwaren,   Oefen  und 
andere  Töpferwaren  zu  Bauzwecken 

Porzellanwaren  und  Gebrauchsgegen- 

Optisches  Glas,  Taschenuhrgläser  usw. 
Kränze  aller  Art  (z.  B.  aus  Porzellan) 

20  000 

16  000 

3  000 
1750 
250 
200 
200 

30  000 

25  000 

4  500 

}    2  351 

280 
250 

Bei  der  Betrachtung  der  Höhe  der  Kontingente  bei  den 
einzelnen  Positionen  ergibt  sich  ohne  weiteres,  daß  dieselben 
viel  zu  hoch  gegriffen  sind.  Derartige  Mengen  hat  Elsaß- 
Lothringen  im  Jahresdurchschnitt  niemals  an  Deutschland  ge- 
liefert. Wir  können  uns  nicht  denken,  daß  die  deutsche 
Regierung,  mit  der  doch  über  die  Festsetzung  der  Höhe  der 
einzelnen  Positionen  verhandelt  worden  ist,  sich  mit  derartigen 
Mengen  ohne  weiteres  einverstanden  erklärt  hat,  zumal  da  Sach- 
verständige mit  zu  Rate  gezogen  worden  sind.  Wir  müssen 
vielmehr  annehmen,  daß  uns  diese  Kontingente  von  Frankreich 
einfach  zudiktiert  worden  sind,  wie  wir  das  ja  auch  bei  der 
Ausführung  sonstiger  Bestimmungen  des  Friedensvertrages  von 
seiten  der  Entente  hinlänglich  gewohnt  sind.  Aus  dem  oben 
angeführten  Wortlaut  des  Artikels  268  a  kann  die  französische 
Regierung  vielleicht  das  Recht  für  sich  herleiten,  uns  die 
zollfreien  Kontingente  einfach  alljährlich  bekannt  zu  geben, 
ohne  uns  in  irgend  einer  Weise  zu  befragen.  Im  übrigen  wäre 
die  deutsche  Regierung  auch  wohl  schwerlich  in  der  Lage, 
ziffermäßig  einen  Beweis  dafür  zu  erbringen,  daß  dieses  oder 
jenes  Kontingent  zu  hoch  ist,  und  zwar  einen  Beweis,  der  als 
stichhaltig  und  ausschlaggebend  von  Frankreich  anerkannt 
worden  wäre.  Es  muß  nämlich  berücksichtigt  werden,  daß 
eine  amtliche  Statistik  über  den  Warenverkehr  zwischen  Elsaß- 
Lothringen  und  Deutschland  nicht  vorhanden  ist,  da  ja  Elsaß- 
Lothringen  früher  ein  Teil  von  Deutschland  war  und  unsere 
amtliche  Handelsstatistik  nur  den  Warenverkehr  mit  dem  Aus- 
lande berücksichtigt. 

Viele  Unzuträglichkeiten  bei  der  Freiliste  hat  auch  der 
Umstand  im  Gefolge,  daß  die  Angaben  der  einzelnen  Waren- 
gattungen in  der  Kontingentsliste  nicht  an  der  Hand  des 
deutschen  Zolltarifes  erfolgt  ist.  In  der  in  Rede  stehenden 
Liste  sind  Positionen  aufgeführt,  die  im  deutschen  Zolltarif 
auf  eine  ganze  Reihe  von  Tarifnummern  verteilt  sind. 


Die  wirtschaftliche  Lage  Italiens. 

Vom  „Credito  Italiano"  ist  unter  dem  Titel  Prospettive 
Economiche  eine  bemerkenswerte  Ausarbeitung  über  die  Wirt- 
schaftslage in  Italien  veröffentlicht  worden.  Der  holländische 
Konsul  in  Turin  hat  diese  Ausführungen  in  einem  soeben  be- 
kannt werdenden  Bericht  an  seine  Regierung  zum  größten  Teil 
wieder  verwertet  und  kommt  dabei  zu  folgendem  Urteil :  Die 
ersten  Friedensjahre  19] 9  und  1920  kennzeichneten  sich  in 
Italien  anf  wirtschaftlichem  Gebiete  als  eine  Zeit  voll  Unruhe 
nnd  Unsicherheit.  Die  Erwartung,  daß  der  Handel  wieder  kräftig 
aufblühen  werde,  wie  das  vor  dem  Kriege  der  Fall  war,  blieb 
in  jeder  Beziehung  unerfüllt.  Die  Belebung  der  industriellen 
Tätigkeit,  welche  in  Aussicht  stand,  hat  bald  einer  Abflauung 
und  im  Anschluß  hieran  einer  Krisis  Platz  gemacht,  die  jetzt 
noch  andauert.  Das  allgemein  herrschende  Gefühl  der  Un- 
sicherheit lähmte  den  Unternehmungsgeist.  Obgleich  viele  ein- 
schränkende Verordnungen  aufgehoben  wurden  und  sich  der 
Verkehr  freier  gestalten  konnte,  blieben  Handel  und  Gewerbe 
flau.  Die  während  des  Krieges  aufgestapelten  Warenvorräte 
schienen  doch  größer  zu  sein,  als  man  vermutet  hatte ;  während 
Spekulanten  große  Gewinne  einstrichen,  blieb  die  Industrie 
nach  einem  vergeblichen  Anlauf  desorientiert,  und  in  der  zweiten 
Hälfte  des  Jahres  1921  befand  sich  manche  Industrie  in 
schwieriger  Lage.  Italien,  das  die  meisten  unentbehrlichen 
Rohstoffe  aus  dem  Ausland  beziehen  muß,  litt  mehr  als  manches 
andere  Land  nnd  sah  auch  infolge  der  Wühlereien  und  Forde- 
rungen der  Arbeiterschaft  die  Gestehungskosten  stetig  in  die 
Höhe  gehen.  Die  fortdauernd  wechselnden  anormalen  Valuta- 
Verhältnisse  trugen  zur  allgemeinen  Flaue  nicht  wenig  bei. 


Die  verringerte  Arbeitszeit,  die  geringen  Leistungen  der  Arbeiter- 
schaft trotz  des  erhöhten  Lohnes,  die  ungünstigen  Wirtschafts- 
verhältnisse in  Deutschland  und  Rußland  sowie  in  Italien  selbst, 
die  stets  steigenden  Steuern  und  Abgaben,  die  Ein-  und  Aus- 
fuhrbeschränkungen, alles  dieses  sind  Faktoren,  welche  auf  die 
ungünstige  Gestaltung  der  Dinge  in  Italien  nach  dem  Kriege 
beigetragen  haben. 

Das  finanzielle  Fragstück  spielt  in  Italien  eine  große  Rolle 
und  wird  sorgenerregend  bleiben,  solange  es  nicht  gelingt, 
das  Defizit  des  Etats  zu  decken.  Durch  drückende  Steuern  will 
man  den  Anforderungen  der  Staatskasse  gerecht  werden,  was 
wiederum  behindernd  wirkt  auf  die  Kaufkraft  der  Bevölkerung. 
Das  ganze  Wirtschaftssystem  wurde  durch  die  Folgen  des 
Krieges  auseinandergerissen,  was  andauernd  auf  den  Gang  der 
Geschäfte  lähmend  wirkt.  Der  Reichtum  vieler  ist  außerge- 
wöhnlich stark  gestiegen,  die  Depositen  haben  um  Milliarden 
zngenommen,  die  Handelsgesellschaften  haben  ihr  Kapital  um 
Hunderte  von  Millionen  vergrößert.  Der  Grundbesitz  ist  in 
hohem  Maße  im  Werte  gestiegen,  die  Bauern  haben  in  ver- 
hältnismäßig kurzer  Zeit  ihr  Vermögen  verzehnfacht.  Die 
Händler  haben  gewaltige  Gewinne  eingeheimst  und  die  Arbeiter 
unter  solch  günstigen  Verhältnissen  gut  gelebt. 

Das  alles  läßt  eine  Illusion  von  Reichtum  und  Ueberfluß 
aufkommen,  welche  einen  traurigen  Kontrast  bildet  gegenüber 
dem  Stand  der  Staatsfinanzen,  gegenüber  der  drückenden 
Schuldenlast,  gegenüber  der  Verminderung  des  Geldwertes. 
Daß  diese  Verhältnisse  keinen  Bestand  haben  können,  ist  sicher. 

Die  Jahre  1919  und  1920  kennzeichnen  sich  in  Italien 
durch  revolutionäre  Arbeiterbewegungen.  Wohl  nirgends  fand 
das  russische  Vorbild  soviel  feurige  Anhänger  und  Nachfolger 
als  in  Italien,  und  es  gewann  des  öfteren  den  Anschein,  als  ob 
eine  gesellschaftliche  und  politische  Umwälzung  unvermeidlich 
sein  würde.  Diese  Bewegung  mißglückte  zwar,  sie  wirkte  aber 
sehr  ungünstig  auf  die  wirtschaftlichen  Verhältnisse  des  Landes. 

Die  ersten  beiden  Friedensjahre  brachten  auch  Regierungs- 
maßnahmen, welche  dazu  dienen  sollten,  die  Uebergangszeit  zu 
überbrücken,  durch  ihre  Unbeständigkeit  jedoch  oft  mehr 
Schaden  anrichteten  als  Nutzen. 

-  Die  Krisis,  die  zuerst  in  Japan  ausbrach  und  sich  über  die 
ganze  Welt  ausbreitete,  kam  auch  in  Italien  zur  Geltung,  und 
zwar  besonders  scharf  in  der  zweiten  Hälfte  des  Jahres  1920; 
man  befürchtet,  daß  die  Nachwehen  hiervon  in  Italien  länger 
als  anderswo  anhalten  werden.  Auch  in  diesem  Lande  erfolgte 
nach  einer  Periode  überreicher  Betriebsamkeit  eine  Zeit  der 
Abflauung,  die  gepaart  ist  mit  einer  Einschränkung  des  Kredits, 
einer  Erhöhung  des  Zinsfußes,  einer  Abnahme  der  Beschäftigung, 
einem  Rückgang  der  Fondswerte,  mit  Verlust  des  geschäftlichen 
Vertrauens  im  allgemeinen.  Gegenwärtig  scheint  der  Höhe- 
punkt dieser  Abwärtsbewegung  erreicht  zu  sein,  und  man  gibt 
eich  der  Hoffnung  hin,  daß  wieder  bald  eine  Belebung  von 
Handel  und  Gewerbe  einsetzen  wird. 

Die  Gesetzgebung  zum  Schutze  der  Arbeiter  verdient  be- 
sondere Beachtung,  Bereits  vor  dem  Kriege  bestand  in  Italien 
die  Versicherungspflicht  gegen  Unfälle,  während  gegen  Inva- 
lidität und  Alter  eine  zwanglose  Versicherung  gesetzlich  vor- 
gesehen war.  Die  Arbeiterschutzgesetzgebung  verbot  ferner 
die  Beschäftigung  von  Kindern  unter  12  Jahren  in  der  Industrie 
im  allgemeinen,  |und  es  bestanden  noch  besondere  Schutzbe- 
stimmungen gegen  die  Beschäftigung  von  Kindern  unter 
16  Jahren  in  gesundheitsschädlichen  und  gefährlichen  Betrieben. 
Während  des  Krieges  wurde  die  soziale  Gesetzgebung  erweitert 
und  unmittelbar  nach  Friedensschluß  neue  Verordnungen  er- 
lassen, welche  die  Zwangsversicherung  gegen  Invalidität,  Alter, 
Arbeitslosigkeit  und  Unfälle  znm  Gegenstand  hatten.  Die 
Arbeitgeber  haben  hiernach  die  Unfallversicherungsprämien 
ganz  zu  tragen,  während  bei  Invaliditäts-  und  Arbeiterver- 
sicherungen die  Hälfte  der  Prämien  anf  sie  entfällt.  In  Italien 
besteht  nunmehr  auch  eine  Versicherungspflicht  gegen  er- 
zwungene Arbeitslosigkeit  in  der  Industrie  sowie  auch  in 
Fällen  der  Mutterschaft  bei  Industriearbeiterinnen;  die  Unkosten 
derselben  haben  die  Unternehmer  zur  Hälfte  zu  tragen. 

Beim  Lesen  vorstehender  Ausführungen  wird  man  vielfach 
an  deren  Aehnlichkeit  mit  den  einschlägigen  Verhältnissen  in 
Deutschland  und  auch  in  anderen  Ländern  errinnert :  Die  Geld- 
entwertung, die  Valutaschwankungen,  die  Streiks  und  die  ge- 
ringen Leistungen  der  Arbeiter,  der  Mangel  an  Vertrauen 
lassen  allenthalben  ein  gesundes  Geschäftsleben  nicht  wieder 
aufkommen.  Ein  weiterer  Beweis  dafür,  daß  nur  durch  Ent- 
fernung des  Hauptbehinderungsgrundes  (durch  Revision  des 
Versailler  Vertrages)  eine  Wiederbelebung  des  internationalen 
Wirtschafts-  und  Handelsverkehrs  möglich  ist. 

In  welcher  Weise  sich  übrigens  der  Deutsch-italienische 
Außenhandel  in  den  wichtigsten  Erzeugnissen  der  keramischen 
Industrie  vor  und  nach  dem  Kriege  entwickelt  hat,  zeigt  der 
nachstehende  Auszug  aus  unserer  amtlichen  Statistik  für  die 
Jahre  1918  und  1920. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  — COBURG. 


Nr.  8  —  88 


Art  derj"Waren 


Deutsche  Ausfuhr  nach 
Italien 


Mengen  in  dz 


1913 


1920 


Italienische  Ausfuhr  nach 
Deutschland 
1913  1920 


3  016 


5  426 
3  310 


1850 


1475 


7  856 


7  526 
913 
133 


Schmelztiegel  u.  a.  Gegen- 
stände aus  Graphit  .   .  . 

Bodenplatten  ans  Ton  usw., 
einfarbig  

Wandbekleidangsplatten  a. 
Ton,  gefrittetem  Tonzeng 
oder  Steingut  .... 

Waren  ans  Steingut,  feinem 
Steinzeug,  feinem  Ton- 
zeng, a.  n.  g.,  einfarbig 

Desgl  mehrfarbig    .   .  . 

Isolatoren,  Isolationsglocken 
aus  Steingut  oder  Por- 
zellan   8  894 

Tafelgeschirr  aus  Porzellan   ,  8  850 

Andere  Waren*  aus  Porzellan, 
weiß  .  

Ziergefäße,  Figuren  usw. 
aus  Porzellan   .  •  .   .  . 

Hohlglas,  weder  gepreßt 
noch  geschliffen,  poliert, 
gemustert  usw:  natur- 
farbig  35882 

Desgl.  weiß  durchsichtig    .    8  410 

Lampengläser  .....  10995 

Anderes  Hohlglas,  gepreßt, 
geschliffen  usw.    .   .  . 

Spiegelglas,  geschliffen,  po- 

L  liert  usw.:  gegossen  und 
gegossene  Platten .   .  . 

Trockenplatten  

Uhrgläser  für  Taschenuhren 

Brillen  und  andere  gefaßte 
Augen-,  Brenngläser, 
Lupen   

Ferngläser,  terrestrische ; 
Operngläser  ..... 

Photographische  Linsen, 
Objektive  und  Apparate 
aller  Art  

Glasbehänge  zu  Leuchtern ; 
Glasknöpfe  

Glasplättchen ;  Glas-,  Por- 
zellanperlen, Glasschmelz 

Glasperlen,  Porzellanperlen, 
Glasflüsse  als  Schmuck; 
Besatzartikel  aus  Glas- 
perlen usw  

Glas,  anderweit  nicht  ge- 
genannt   

Zähne  aus  Schmelz,  Kitten 
oder  ähnlichen  Former- 
stoffen ;  Gebisse  aus 
solchen  Zähnen.   ...  . 

Glas-  und  Scbmelzwaren  mit 
anderen  Stoffen:  bemalt, 
vergoldet  usw  

Glasflaschen  und  Siphons 
aus  Glas  

Künstliche  Augen  u.  a. 
Glas-  und  Schmelzwaren 

Thermometer  aus  Glas  .  .. 

Apparate  und  Instrumente 
aus  Glas   


3176  — 


3  987 


2  760 


5  093 


1498 


J  14175 
18  067 

2  049 
408 


307 
95 


39 


147 
25 

36 


4 

10 


139  — 


163 


284 


33  — 


48 


31  — 


13 


2153 


107 


11 


190 


3,83  — 


45  — 

99  — 

478  — 

189  1 


0,17 


53 


37 


96 


1  106 


921 


Vorstehende  Zahlen  bedürfen  keines  Kommentars.  Hier- 
zu sei  nur  noch  bemerkt,  daß  die  Ziffern  für  1920  der  vor- 
läufigen Handelsstatistik  entnommen  sind,  die  erfahrungsge- 
mäß durch  die  endgültigen  Nachweise  noch  Ergänzungen  er- 
fahren. Jedenfalls  kann  es  sich  bei  diesen,  insbesondere  bei 
unserer  einschlägigen  Ausfuhr,  nur  um  verhältnismäßig  geringe 
Mengen  handeln,  denn  sonst  würden  sie  schon  in  der  vor- 
läufigen Statistik  berücksichtigt  worden  sein.  Id. 


Unter  welchen  Umständen  muß  der  Betriebs- 
unternehmer die  Kosten  der  Revision  seines 
Betriebes  tragen? 

(Nachdruck  verboten.) 
Die  Berufsgenossenschaften  sind  verpflichtet,  für  die 
Durchführung  der  von  ihnen  erlassenen  Unfallverhütungsvor- 
schriften Sorge  zu  tragen  und  dementsprechend  befogt,  durch 
technische^  Auf  Sichtsbeamte  die  Befolgung  jder  Vorschriften  zu 
überwachen  und  von  den  Einrichtungen  der  Betriebe,  soweit 
sie  für  die  Zugehörigkeit  zur  Berufsgenossenschaft  oder  für 
die  Einschätzung  der  Betriebe  in  den  Gefahrtarif  von  Bedeutung 
sind,  Kenntnis  zu  nehmen.  Sie  sind  ferner  befugt,  durch 
Rechnungsbeamte  behufs  Prüfung  der  an  sie  auf  Grund  der 
Bestimmungen  des  Gesetzes  oder  der  Satzung  eingereichten 
Lohnnachweise  diejenigen  Geschäftsbücher  und  Listen  einzu- 
sehen, aus  denen  die  Zahl  der  h^ahsttiaian  Arhatter  und 


Betriebsbeamten  und  die 
Gehälter  ersichtlich  sind. 


Beträge  der  verdienten  Löhne  und 


Die  Betriebsunternehmer  sind  verpflichtet,  den  als  solchen 
legitimierten  technischen  Aufsichtsbeamten  der  Berufsgenossen- 
schaft auf  Erfordern  den  Zutritt  zu  ihren  Betriebsstätten  während 
der  Arbeitszeit  zu  gestatten  und  den  Rechnungsbeamten  die 
bezeichneten  Bücher  an  Ort  und  Stelle  zur  Einsicht  vorzulegen. 
Sie  können  hierzu  auf  Antrag  jedes  an  der  Besichtigung  des 
Betriebes  u.  dgl.  Beteiligten  von  dem  Versicherungsamt  durch 
Geldstrafe  bis  zu  Jt  300  angehalten  werden.  Auf  eine  bezüg- 
liche Beschwerde  entscheidet  das  Oberversicherungsamt  end- 
gültig. Erwachsen  der  Berufsgenossenschaft  durch  Pflichtver- 
säumnis eines  Unternehmers  bare  Auslagen  für  die  Ueber- 
wachung  seines  Betriebes  oder  für  die  Prüfung  seiner  Bücher 
und  Listen,  so  kann  der  Vorstand  dem  Unternehmer  diese 
Kosten  auferlegen  und  außerdem  gegen  ihn  Geldstrafe  bis  zu 
Jt  100  verhängen. 

Die  Kosten  der  ordentlichen  Betriebsrevisionen,  d.  h.  der 
von  den  Beamten  der  Berufsgenossenschaft  regelmäßig  und 
bezirksweise  vorgenommenen  Besichtigungen,  fallen  dem  Betriebs- 
unternehmer nicht  zur  Last,  wenn  auch  gelegentlich  einer  der« 
artigen  Revision  erhebliche  Verstöße  des  Unternehmers  gegen 
die  Unfallverhütungsvorschriften  oder  wesentliche  Unrichtig- 
keiten in  den  eingereichten  Lohnnachweisen  festgestellt  worden 
sind.  Die  Heranziehung  der  Unternehmer  zu  dem  Ersätze  der 
Kosten  kann  nur  erfolgen,  wenn  eine  Pflichtversäumnis  Anlaß 
zu  einer  besonderen  Betriebsbesichtigung  gegeben  hat.  Dies 
kann  z.  B.  durch  einen  Unfall  hervorgerufen  werden,  dessen 
Hergang  der  Berufsgenossenschaft  die  Ueberzeugung  verschafft 
hat,  daß  in  dem  Betriebe  die  entsprechenden  Schutzvorrichtungen 
fehlten  oder  mangelhaft  waren;  ebenso,  wenn  auf  andere 
Weise  der  Berufsgenossenschaft  eine  solche  Kenntnis  wurde, 
namentlich,  wenn  die  bei  einer  allgemeinen  Betriebsrevision 
in  dem  fraglichen  Betriebe  gerügten  Mängel  nicht  abgestellt 
waren;  desgleichen,  wenn  sich  ergeben  hat,  daß  die  einge- 
reichten Lohnnachweise  mit  den  tatsächlichen  Verhältnissen 
nicht  übereinstimmten,  wenn  der  Betriebsunternehmer  trotz 
wiederholter  Aufforderung  die  für  die  Entschädigung  eines 
Unfallverletzten  erforderliche  Lohnnachweisung  nicht  lieferte 
u.  dgl.  Die  zu  erstattenden  baren  Auslagen  bestehen  nur  in  den 
Reisekosten  und  Tagegeldern  der  Revisionsbeamten,  nicht  aber 
in  deren  Gehalt.  Diese  Kosten  sind  auch  nur  anteilig  anzu- 
rechnen, wenn  an  demselben  Tage  oder  in  derselben  Gegend 
mehrere  Betriebe  durch  denselben  Beamten  revidiert  wurden. 
Hält  jedoch  die  Berufsgenossenschaft  aus  zwingenden  Gründen 
eine  besondere  Revision  für  notwendig,  so  muß  der  Betriebs- 
unternehmer den  vollen  Betrag  der  Reisekosten  und  Tagegelder 
des  Revisionsbeamten  erstatten. 

Die  Auferlegung  derartiger  Kosten  kann  auch,  wie  bereits 
erwähnt,  die  Geldstrafe  (bis  zu  Ji  100)  bedingen.  Diese  wird 
unabhängig  von  derjenigen  für  Verstöße  gegen  die  Unfallver- 
hütungsvorschriften (bis  zu  Ji  1000)  oder  für  die  Nichteinreichung 
des  Lohnnachweises  bezw.  für  die  Einreichung  eines  unrichtigen 
Lohnnachweises  (bis  zu  Ji  300  bezw.  zu  Jt  500),  und  zwar 
neben  dieser  festgesetzt. 

Gegen  den  Beschluß  über  die  Auferlegung  der  Kosten  und 
die  hiermit  zusammenhängende  Strafverfügung  hat  der  Unter- 
nehmer binnen  einem  Monat  die  Beschwerde  an  das  Ober- 
versicherungsamt, und  gegen  dessen  Entscheidung  die  weitere 
Beschwerde  an  das  Reichs-  bezw.  Landes versicherungsamt. 

Aus  einer  diesen  Gegenstand  betreffenden  Entscheidung 
des  Reichsversicherungsamts  sind  folgende  Ausführungen  von 
Interesse : 

Hinsichtlich  der  Auferlegung  der  Reisekosten  ist  davon 
auszugehen,  daß  es  sich  bei  der  Revision  um  eine  durch  die 
Nichtbeantwortung  einer  bezüglichen  Anfrage  veranlaßte  Nach- 
revision handelt.  Die  Beschwerdeführerin  hat  durch  ihr  Ver- 
halten Anlaß  zu  einer  besonderen  Reise  zwecks  Ueberwachung 
und  Kontrolle  des  Betriebes  gegeben.  Daß  außerdem  außer 
ihrem  Betriebe  noch  zwei  andere  Betriebe  revidiert  worden 
sind,  kann  die  Firma  nicht  als  Beweis  dafür  anführen,  daß  es 
sich  bei  der  Revision  ihres  Betriebes  nicht  um  eine  Nach- 
revision, sondern  um  eine  unabhängig  von  der  ersten  Revision 
erfolgte  Neurevision  gehandelt  hat.  Vielmehr  hätte,  wenn  nur 
der  Betrieb  der  Beschwerdeführerin  an  dem  fraglichen  Tage 
revidiert  worden  wäre,  der  Genossenschaftsvorstand  das  Recht 
gehabt,  ihr  die  Kosten  des  ganzen  Tages,  die  sich  jetzt  auf 
drei  Betriebe  gleichmäßig  verteilen,  aufzuerlegen.  Der  auf 
die  Beschwerdeführerin  fallende  Betrag  ist  vom  Reichs ver- 
sicherungsamt  nachgeprüft  und  nach  den  Bestimmungen  über 
die  Tagegelder  der  technischen  Aufsichtsbeamten  nicht  zu 
beanstanden.  Die  Zahlen,  aus  denen  sich  der  Betrag  ergibt, 
sind  aus  der  Berechnung  im  Kostenerstattungsbescheide  zu 
ersehen. 


84  —  Nr.  8 


SPRECH  SAAL -COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


„Mangelhaft  verpackt." 

Von  Dr.  jur.  Boeder,  Berlin. 

(Nachdruck  verboten.) 

Häufig  lehnen  die  Eisenbahnen  einen  geltend  gemachten 
Schadenersatzanspruch  wegen  der  mangelhaften  Verpackung 
des  Gutes  ab.    Was  heißt  das? 

§  62  (2)  der  Eisenbahnverkehrsordnung  (künftig  abgekürzt: 
E.V.O.)  bestimmt,  daß  das  Gut,  soweit  es  seine  Natur  erfordert, 
gegen  Verlust,  Minderung  oder  Beschädigung  „sicher"  verpackt 
sein  muß.  Ist  das  nicht  der  Fall,  so  kann  die  Bahn  die  Be- 
förderung ablehnen  oder  verlangen,  daß  der  Absender  das  An- 
erkenntnis des  Fehlens  oder  der  Mangelhaftigkeit  im  Fracht- 
brief bescheinigt.  Pflegt  ein  Absender  gleichartige,  der  Ver- 
packung bedürftige  Güter  unverpackt  oder  mit  gleichen  Mängeln 
der  Verpackung  auf  derselben  Station  aufzugeben,  so  kann  er 
ein  für  allemal  eine  „Erklärung"  daselbst  hinterlegen.  In  diesem 
Falle  braucht  dann  nur  bei  ferneren  Versendungen  in  den  da- 
zugehörigen Frachtbriefen  auf  dieselbe  Bezug  genommen  zu 
werden. 

IN  ach  dem  die  Erklärung  abgegeben  ist,  braucht  der  Ver- 
sender die  Mängel  im  einzelnen  nicht  anzuführen;  es  genügt, 
wenn  er  den  Vermerk  auf  den  Frachtbrief  setzt:  „Unverpackt 
laut  allgemeiner  Erklärung".  Die  Erklärung  des  Fehlens  oder 
der  Mangelhaftigkeit  muß  im  Frachtbriefe  vom  Versender 
selbst  oder  dessen  Bevollmächtigten  bewirkt  worden  sein.  Der 
Frachtbote  oder  der  Spediteur  darf  sie  nicht  abgeben,  da  sonst 
im  Falle  der  Beschädigung,  des  Verlustes  oder  der  Minderung 
der  Sendung  die  Eisenbahn  haftpflichtig  bleibt. 

Welche  Rechtsfolgen  bezüglich  der  Haftung  entstehen 
nun  durch  Abgabe  der  „Allgemeinen  Erklärung"? 

1.  Die  Eisenbahn  wird  in  ihrer  Haftung  beschränkt.  Sie 
haftet  nicht  für  den  Schaden,  der  aus  mit  dem  Mangel  oder 
mit  der  mangelhaften  Beschaffenheit  der  Verpackung  ver- 
bundenen Gefahr  entsteht.  Es  genügt  die  Anerkenntnis  auf 
dem  Frachtbrief.  Nur  bei  Verlust  der  ganzen  Sendung  tritt 
die  Haftung  der  Eisenbahn  ein.  Es  muß  aber  ein  Diebstahl 
oder  das  Verbrennen  des  Gutes  vorliegen.  Hier  liegt  dann 
nicht  der  Fall  vor,  daß  der  eingetretene  Schaden  aus  der  „Be- 
förderungsgefahr" entstanden  ist. 

Ist  der  Vermerk  im  Frachtbriefe  nicht  abgegeben,  will  die 
Bahn  den  Schaden  auf  ein  Minimum  herabsetzen,  weil  die  Ver- 
packung eine  mangelhafte  gewesen  sei,  so  ist  die  Frage  keine 
rechtliche,  sondern  eine  tatsächliche;  sie  ist  daher  nur  mit 
Hilfe  des  gerichtlichen  Sachverständigen  zu  lösen  und  mit 
dieser  Hilfe  hat  der  Richter  sein  Urteil  zu  fällen.  Im  allge- 
meinen darf  die  Eisenbahn  mit  einer  derartigen  Einwendung 
nicht  gehört  werden,  da  sie  es  ja  in  der  Hand  hat,  durch  die 
Befolgung  der  Vorschrift  §  62  Abs.  2  ihre  Haftpflicht  abzu- 
lehnen, und  die  Bahn  bei  der  Auflieferung  ein  schlecht  ver- 
packtes Kollo  überhaupt  oder  nicht  annimmt.  Jedenfalls  dürfen 
Waren,  weil  sie  nicht  in  Kisten  verpackt  oder  nicht  eingenäht 
waren,  nicht  nachträglich  so  ohne  weiteres  als  schlecht  ver- 
packt bezeichnet  werden,    Ist  die  Sendung  beschädigt  worden, 


so  hat  die  Beschädigung  ihre  Ursache  in  der  fehlenden  Sorg 
falt  des  Transportes.  Die  Eisenbahn  hat  aber  als  ordentlicher 
Frachtführer  für  diese  Sorgfalt  einzustehen. 

II.  Der  Absender  ist  dem  Empfänger  gegenüber  für  die 
mangelhafte  Verpackung  haftbar.  Der  Absender  kann  sich 
nicht  durch  einseitige  Angaben  in  Rechnungen,  Geschäfts- 
papieren usw.  darauf  berufen,  daß  die  Ware  auf  die  Gefahr 
des  Empfängers  reiste,  denn  er  hat  die  Ware  in  „gehöriger 
Verpackung"  dem  Spediteur  oder  Frachtführer  zu  überliefern; 
es  trifft  ihn  aber  keine  Sorge  für  gehörige  oder  schützende 
Verladung  durch  den  Frachtführer,  es  wäre  denn,  daß  er  die 
Beladung  übernommen  hätte;  in  diesem  Falle  hat  er  auch  für 
die  Verstauung  zu  sorgen. 

Die  Verpackung  ist  mangelhaft,  wenn  sie  nicht  geeignet 
ist,  das  Gut  vor  den  gewöhnlichen  Gefährlichkeiten  des  Trans- 
portes zu  schützen.  Die  „handelsübliche"  Verpackung  ist  daher 
dann  nicht  ausreichend,  wenn  sie  einen  solchen  Schutz  nicht 
gewährt.  So  würde  die  Verpackung  in  Papier  nicht  ausreichend 
sein,  wohl  aber  in  starkem  festen  Packpapier  mit  ausreichend  1 
fester  Umschnürung.  *  Unerheblich  ist  hierbei  der  etwaige  j 
Kostenaufwand  für  die  Verpackung.  Liefert  der  Absender  das 
Gut  ohne  ordnungsmäßige  Verpackung  auf,  so  trägt  er  allein 
das  Risiko. 

Die  Haftung  für  gehörige  Verpackung  trifft  den  Verkäufer. 
Er  hat  nach  allgemeinen  Grundsätzen  für  die  erforderliche 
Sorgfalt  nach  §  279  BGB  einzustehen  und,  wenn  er  Kaufmann 
ist,  die  Sorgfalt  eines  ordentlichen  Kaufmanns  nach  §  347  HGB 
aufzuwenden.  Es  gelten  hiernach  dieselben  Grundsätze,  wie  bei 
Uebernahme  der  Versendungspflicht. 

III.  Mängel  der  Verpackung  sind  Mängel  der  Ware,  be- 
sonders dann,  wenn  von  der  Verpackung  das  Aussehen,  die 
Haltbarkeit,  die  Verkäuflichkeit  der  Ware  abhängt  und  wenn 
durch  die  Verpackung  lüsternen  Diebeshänden  Gelegenheit 
geboten  ist,  Teilstücke  der  Ware  zu  entwenden,  oder  wenn 
durch  sie  die  Gefahr  besteht,  die  Ware  zu  beschädigen  oder 
zu  befeuchten. 

Liegt  eine  Beschädigung  des  Gutes  infolge  mangelhafter 
Verpackung  der  Sendung  vor,  so  hat  der  Empfänger  die  Pflicht 
gegen  den  Absender,  die  Mangelanzeige  zu  erheben.  Der  Ge- 
schädigte handelt  für  sich  vorteilhaft,  wenn  er  den  Mangel 
durch  unbeteiligte  Zeugen  (z.  B.  durch  den  Rollkutscher)  sofort 
schriftlich  feststellen  läßt.  In  besonders  schwierigen  Fällen  ist 
der  Antrag  an  das  Gericht  auf  Sicherung  des  Beweises  noch 
erforderlich  (§  485  ZPO).  Ganz  besonders  ist  das  in  dem 
Falle  zu  empfehlen,  wenn  der  Käufer  dem  Verkäufer  einen 
Mangel  angezeigt  und  die  Annahme  der  Sache  wegen  Mangel- 
haftigkeit abgelehnt  hat. 

Die  Rechtsfolge  der  unterbliebenen  und  nicht  rechtzeitig 
erhobenen  Mangelanzeige  ist,  daß  dann  dem  Geschädigten 
keinerlei  Rechtsmittel  auf  Grund  der  fehlerhaften  Sendung 
zustehen,  auch  gegen  die  Eisenbahn  nicht,  wenn  er  nicht  binnen 
8  Tagen  gemäß  §  82  E.V.O.  den  Antrag  auf  Untersuchung  ge- 
stellt hat. 


I 


Wirtschaftlich-gewerblicher  Teil. 


Korrespondenzen. 

Personalien.  Fabrikant  Jean  Heinstein,  Heidelberg,  Gründer 
des  Hartsteinwerkes,  der  ehemaligen  Ofenfabrik  Heinstein,  feierte  seinen 
70  Geburtstag  und  gleichzeitig  damit  das  75  jährige  Bestehen  des  Werkes 
and  fein  60  jähriges  Geschäft^  abiläum  in  diesem  Werke. 

Das  50  jährige  Bestehen  feierte  am  1.2  22  die  Tilsiter  Firma 
L  Barten  werfer,  Glas-  nnd  Porzellanwaren.  Nach  dem  im  September 
v.  J  erfolgten  Tode  dea  bisherigen  Inhabers,  Stadtrat  Deskau,  anter  dessen 
Leitung  das  Gefcbäft  in  den  letzten  Jahrzehnten  einen  großen  Aufschwang 
genommen  hat,  wird  das  Unternehmen  von  dessen  beiden  Söhnen  fortgt  führt. 

Torfgas.  Seit  einiger  Zeit  werden  in  den  Dnrkoppwerken  in  Biele- 
feld in  den  dortigen  groiien  Härteöfen  Versuche  mit  Generatorgas  gemacht, 
das  in  den  Generatoren  ans  Torf  erzengt  wird  Die  Versuche  hatten  bis- 
her gute  Erfolge  insofern,  daß  die  Temper-  und  Bärteprozesse  einwandfrei 
arbeiteten  und  sich  der  Wäimepreis  billiger  stellt  als  bei  der  bisherigen 
Herstellung  des  OaseB  aus  Generatorkoblen,  die  z.  Zt.  schwer  zu  beschaffen 
sind.  Anch  erzielt  man  erhebliche  Ersparnisse  dadurch,  daß  die  schmiede- 
eisernen EinBatzkästen  infolge  deB  geringen  Schwefelgehaltes  des  aas  dem 
Torf  erzeugten  Generatorgases  viel  länger  halten  als  vorher. 


Gesetzgebung,  Stenern. 

Umsatzateuerpfllcht  eines  mit  Verlusten  abschließenden  Be- 
trieb». Die  Umtatsnieneriiiicht  wird  dadurch  nicht  aufgehoben,  daß  der 
S'euerpflicbtige  in  seinem  Betriebe  mit  Verlust  abgeBchlossen  hat.  Die 
Umsatzsteuer  ist  nicht  darauf  berechnet,  daß  Bie  der  Gewerbetreibende 
alt)  Steuerzahler  aus  seinem  Gewinn  bestreiten  soll.  Er  soll  sie  vielmehr 
auf  die  Verbraucher  abwähen,  indem  er  von  ihnen  entsprechend  höhere 
Preise  für  Heine  Leitungen  fordert.  Sie  ist  daher  lediglich  nach  der 
Höhe  der  Umsätze  bemessen  und  selbst  dann  zu  entrichten,  wenn  ein  Ge- 


winn überhaupt  nicht  erstrebt  wird.  Dem  Grandgedanken  der  Ab  wälzang 
der  Steuer  auf  die  Verbraucher  würde  es  widersprechen,  wenn  der  Um-, 
stand,  das  der  Gewerbetreibende  einen  Gewinn  nicht  erzielt  hat,  zu  einer 
Nichterhebung  der  Umsatzsteuer  führen  würde.   i(Urteil  vom  22.  11.  21,] 

V  A  213/21.)  

Handel  und  Verkehr. 

Eisenbabnerstreik  and  Devisenankaufsbedingungen  der  Reichs» 
bank  im  Merkblatt  der  Beichsbank  vom  November  1921  über  den  „An- 
kauf pp.  von  Wechseln,  Schecks  and  Auszahlungen  in  ausländischer  Wäh- 
rung durch  die  Beichsbank"  findet  sich  anter  Lit.  B.  „Ankauf  von  Termin- 
Devisen"  u.  a.  folgender  Passus : 

„Der  Verkäufer  hat  Devisen  in  der  vereinbarten  Höhe  anter  allen] 
Umständen  zu  liefern,  auch  dann,  wenn  ihm  ans  dem  Export-  oder  sonstigen 
Geschäft,  das  die  Voraussetzung  für  den  Abschluß  deB  Devisenterminge- 
BchäftB  gebildet  hat  oder  bilden  sollte,  aus  irgendeinem^GrnndeJgleichviel 
ob  mit  oder  ohne  sein  Verschulden,  in  Wirklichkeit  Devisen  nicht  er- 
wachsen. Nur  dann  wird  die  Beichsbank  den  Verkäufer  von  der  Devisen 
lieferang  entbinden,  wenn  das  zugrunde  liegende  Geschäftlich^  |zur 
Durchführung  gelangen  konnte,  1.  wegen  Aufruhrs  .  .  ." 

In  Handelspreisen  legt  man  Wert  darauf,  daß  über  die  Frage  Klar- 
heit geschaffen  würde,  ob  der  Eisenbahnerstreik  als  „Aufruhr"  im  Sinne 
deB  Merkblattes  der  Beichsbank  za  betrachten  ist,  da  in  allen  Fällen,  wo 
eine  rechtzeitige  Beförderung  und  Verladung  der  zur  Ausfuhr  bestimmten 
Waren  durch  den  Streik  unterbunden  wurde,  die  zar  Bezahlung  der  ver- 
tragsmäßig za  verschiffenden  Güter  eröffneten  Akkreditive  nicht  innerhalb' 
der  zugestandenen  Frist  behoben  und  deshalb  anch  die  der  Beichsbank 
vorverkanften  Devisen  nicht  hereingebracht  nnd  abgeliefert  werden  konnten. 
Der  Beichskanzlor  hat  zwar  den  Streik  als  eine  „Revolte  in  der 
Beamtenschaft"  bezeichnet,  doch  entscheidet  das  natürlich  nicht  darüber, 
ob  formal  juristisch  der  Streik  als  Aufruhr  definiert  werden  maß.  Wenn 


1922  (65.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


Nr.  8  —  85 


hier  auch  starke  Zweifel  bestehen,  so  muß  doch  hervorgehoben  werden, 
daß  ein  Beamtenstreik,  namentlich  dann,  wenn  er  den  ganzen  Eisenbahn- 
verkehr lahmlegt,  anders  zu  bewerten  ist,  als  ein  gewöhnlicher  Streik. 
Das  Risiko  des  letzteren  muß  zweifellos  der  Devisenverkäufer  tragen. 
Beim  ersteren  aber  liegt  der  Sachverhalt  doch  praktisch  ganz  ähnlich 
wie  im  Falle  eines  Aufruhrs,  so  daß  man  bezweifeln  kann,  ob  eine  rein 
ablehnende  Haltung  der  Beichsbank  zu  rechtfertigen  ist. 

Gegen  Valutazahlungen  im  Inlands  verkehr  hatte  sich  bereits 
Ende  November  v.  J.  die  Eeichsbank  in  einem  Schreiben  an  den  Verein 
Hamburger  Exporteure  und  an  den  Beichsverband  der  deutschen  Industrie 
ausgesprochen.  Neuerdings  hat  auch  der  Reichskommissar  für  Aus-  und 
Einfahrbewilligung  ein  solches  Verfahren  in  einem  Bandschreiben  miß- 
billigt. Gegen  die  Berechnung  von  zur  Ausfuhr  bestimmten  Waren 
an  deutsche  Exporteure  in  derjenigen  Valuta,  in  welcher  den  Preisvor- 
schriften gemäß  später  anch  die  Ware  zur  Ausfuhr  kommen  muß,  beab- 
sichtige er  keine  Einwendungen  zu  erheben,  doch  ständen  einer  etwa  ver- 
langten Zahlung  in  Valuta  stärkste  wirtschaftliche  Bedenken  entgegen. 
Dem  deutschen  Exporteur  müsse  regelmäßig  die  Begleichung  der  Rechnung 
in  deutscher  Mark  möglich  bleiben. 

Fakturierung  nach  dem  abgetretenen  Gebiet  von  Nordschles- 
wig. Wie  aus  Ausfahrkreisen  mitgeteilt  wird,  bestehen  Schwierigkeiten, 
nach  dem  abgetretenen  Gebiet  von  Nordschleswig  in  dänischer  Wähnng 
zu  fakturieren,  da  in  diesem  Gebiet  nicht  genügend  dänische  Kronen  im 
Umlauf  sind.  Eine  Außenhandelsstelle  hat  dem  Rechnung  getragen  und 
genehmigt  kleinere  Ausfuhranträge  in  Markwährang.  Bai  großen  Be- 
trägen wird  der  Beauftragte  des  Beichskommiasars  für  Aus-  und  Einfuhr- 
bewilligung in  Flensburg  befragt.  Soweit  bis  jetzt  festgestellt  werden 
konnte,  hat  sich  dieses  Verfahren,  das  auch  im  Interesse  des  Dautschtams 
dieser  abgetretenen  Gebiete  liegt,  bewährt. 

Eine  neu©  Erhöhung  des  Gütertarifs.  Das  Reichsverkehrs- 
ministerium beabsichtigt,  mit  Wirkung  vom  1.  3.  die  Gütertarife  neuer- 
dings um  20%  zu  erhöhen,  um  die  durch  Lohn-  „und  Gehaltserhöhungen 
bewirkten  Ausgabensteigerungen  zu  decken.  Diese  neuerliche  Erhöhung 
dürfte  eine  völlige  Lahmlegung  des  Wirtschaftslebens  zur  Folge  haben. 

Im  Postpaketverkehr  nach  den  Vereinigten  Staaten  ist  mit  dem 
20.  2.  eine  Erweiterung  in  den  Ausdehnnn gemäßen  für  gewöhnliche  und 
eingeschriebene  Postpakete  sowie  ffir  die  frei  bis  zum  Bestimmungsort  zu 
versendenden  Postfrachtstücke  bis  10  kg  mit  und  ohne  Wertangabe  dahin 
eingetreten,  daß  bei  Paketen  in  einer  Länge  bis  zu  75  cm  die  größte 
Länge  und  der  größte  Umfang,  letzterer  in  der  Breite  um  die  Sendung 
heram,  zusammen  200  cm  nicht  überschreiten  dürfen.  Für  Pakete,  deren 
Länge  mehr  als  75  bis  105  cm  beträgt,  bleibt  die  bisherige  Vorschrift 
bestehen,  daß  die  größte  Länge  und  der  größte  Umfang  nicht  mehr  als 
180  cm  betragen  dürfen. 

Ein  regelmäßiger  Flngpostverkehr  Berlin— Prag  soll  noch  in 
diesem  Jahre,  vermutlich  Ende  des  Frühjahrs,  eröffnet  werden. 


Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

Die  A.  H.  N.  Glas  macht  bekannt,  daß  die  Gültigkeitsdauer  für 
alle  in  Markwährang  erteilten  Ausfuhrbewilligungen  nur  noch  bis  zam 
gO.  4.  22  verlängert  wird.  Wie  bereits  früher  bekanntgegeben,  ist  ab 
1. 2.  22  bei  der  Ausfuhr  nach  Ländern  mit  höherer  Valuta  ausnahmslos 
die  Berechnung  in  ausländischer  Währung  vorgeschrieben. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Die  Ausfuhrmindestpreise  für  Flußspat 
nach  den  österreichischen  Nachfolgestaaten  mit  Ausnahme  von  Tschecho- 
slowakien  sind  mit  Gültigkeit  vom  25  1.  22  geändert  worden.  —  Die 
Mindestpreise  für  die  Ausfuhr  von  Ton,  Klebsand,  Feldspat,  Mauerziegeln, 
Kalksandsteinen,  Schlackensteinen,  Klinkern  und  Verblendern  haben  eine 
Aenderung  erfahren.  —  Die  Ausfuhrmindestpreise  für  feaerfeste  Erzeug- 
nisse für  Albanien,  Balgarien,  Griechenland  und  die  Türkei  haben  mit 
dem  1.  2.  22  eine  Aenderung  erfahren  —  Die  Ausfahrmindestpreise  für 
Drahtziegel  gewebe  sind  geändert  worden. 

Australien.  Das  beschlossene  Antidumping-Zollgesetz  ist  gegen 
gewisse  vom  Handelsminister  näher  zu  bezeichnende  Waren  und  n.  a. 
außer  gegen  Deutschland  und  Italien  auch  gegen  Frankreich  gerichtet. 
Die  als  Valutaausgleicnszuschlag  gedachte  Abgabe  soll  für  die  von  ihr 
betroffenen  französischen  Waren  etwa  30%  betragen.  Einzelheiten 
fehlen  noch. 

Australien.  Die  Einfuhr  österreichischer  Waren  wird  mit 
Wirkfamkeit  vom  1.  8.  22  wieder  gestattet  werden.  In  bezog  auf  Neu- 
seeland liegt  noch  keine  Nachricht  über  eine  analoge  Aufhebung  der 
Einfahrbeschränkungen  vor. 

Italien.  Das  Zollaufgeld  beträgt  für  die  Zeit  vom  1.  bis  15.  2.  22 
342%  (349). 

Jugoslawien.  Berechnung  und  Erhebung  der  Einfuhrzölle. 
Durch  Erlaß  vom  14. 12.  21  ist  für  die  Verzollung  von  Waren,  die  nach 
dem  Allgemeinen  Zolltarif  ad  valorem  (vom  Werte)  verzollt  werden, 
folgendes  Verfahren  vorgeschrieben  worden :  Der  Einfuhrzoll  wird  nach 
einem  festgesetzten  Prozentsatz  berechnet  und  auf  den  also  festgesetzten 
Zollbetrag  wird  keinerlei  Agio  erhoben.  Für  die  Nebentaxen,  die  für 
eine  solche  Ware  entrichtet  werden  müssen,  wird  das  vorgeschriebene 
Agio  berechnet,  wie  dies  bei  dem  Einfahrzoll  eingehoben  wird.  In  den 
Wert  der  Ware  werden  eingerechnet :  1.  Wert  der  Ware  selbst ;  2.  Wert 
des  Verpackungsmaterials  und  Kosten  der  Verpackung  ;  3,  Frachtkosten, 
Versicherung  während  des  Transportes,  wie  auch  alle  anderen  Kosten, 
die  auf  der  Ware  bis  zu.  demjenigen  Zollamt  lasten,  das  die  Einfuhrzoll- 
expedition vornimmt.  —  Der  Deklarant  ist  verpflichtet,  mit  der  Deklaration 
nebst  den  vorgeschriebenen  Dokumenten  (Faktura  usw.)  noch  eine  genaue 
Spezifikation  des  Wertes  der  Ware  vorzulegen  und  zwar  unter  besonderer 
Anführung  des  Wertes  der  Ware,  der  Verpackung  und  aller  übrigen 
Spesen,  die  in  dem  vorhergehenden  Punkt  genannt  sind,  —  Der  nach 
obiger  Vorschrift  angemeldete  Wert  dient  als  Grundlage  für  die  Fest- 


setzung des  Einfuhrzolles  nur  in  den  Fällen,  in  denen  keinerlei  Zweifel 
über  die  Richtigkeit  der  angeführten  Beträge  bestehen,  d.  h.  wenn  kein 
Zweifel  besteht,  daß  der  angemeldete  Wert  dem  tatsächlichen  Werte  der 
Ware  entspricht  und  zwar  einschließlich  des  Wertes  der  Verpackung  und 
aller  übrigen  Spesen,  die  in  Artikel  2  erwähnt  sind.  Im  Falle,  daß  die" 
Beamten  an  der  Bichtigkeit  des  deklarierten  Wertes  Zweifel  haben  sollten, 
haben  sie  hiervon  den  Vorstand  des  Zollamtes  schriftlich  unter  Beifügung 
der  betreffenden  Deklaration  mit  allen  Beilagen  zu  verständigen. 

Jugoslawien.  Der  Verzicht  auf  die  Repressalienklausel  ist 
von  der  Regierung  beschlossen  worden.  Damit  ist  das  größte  Hinder- 
nis für  die  freie  Entwicklung  der  Handelsbeziehungen  mit  Deutschland 
beseitigt.  Vermutlich  dürfte  Oesterreich  gegenüber  gleichfalls  der  Ver- 
zicht auf  die  Repressalienklausel  ausgesprochen  werden.  —  Der  fragliche 
Artikel  18  des  Versailler  Vertrages  sieht  die  Berechtigung  zu  wirtschaft- 
lichen Repressalien  vor,  falls  Deutschland  seine  Verpflichtungen  nicht 
innehält.  Als  erster  Staat  hat  England  auf  diese  Klausel  verzichtet, 
andere  Staaten  wie  Belgien  folgten. 

Oesterreich.  Der  Zollaufschlag  für  die  nicht  unter  Goldzoll- 
pflicht fallenden  Waren  ist  auf  den  600-fachen  (bisher  300-fachen)  Be- 
trag der  nominellen  Zollgeldschuld  festgesetzt  worden. 

Schweiz.  Neue  Einfuhrbeschränkungen  sind  nach  einer  Baseler 
Meldung  vom  schweizerischen  Bundesrat  mit  sofortiger  Wirkung  u.  a.  für 
Hohlglas,  gewisse  Glaswaren,  Spiegelglas  und  Spiegelglas  unbelegt  mit 
bearbeiteten  Kanten  erlassen  worden. 

Spanien.  Der  neue  Zolltarif  ist  am  16.  2.  in  Kraft  getreten. 
Ueber  einen  Valutazuschlag  ist  in  dem  fraglichen  Dekret  nichts  erwähnt. 

Spanien.  Das  Zollaufgeld  ist  für  den  Monat  Februar  1922  auf 
28,55  o/o  (33,52)  festgesetzt.  Als  Durchschnittskurs  ftir  die  Berechnung 
der  Zollzusatzkoeffizienten  gilt  für  die  deutsche  Mark:  3,553  (3,406). 


Die  Lage  in  Industrie  und  Handel. 

Tschecwoslowakien.  Einigung  zwischen  der  Glas-  und  der 
chemischen  Industrie.  Bei  den  Verhandlungen  wegen  Herabsetzung  der 
Chemikalienpreise  (Soda,  Sulfat  und  Pottasche)  kam  eine  Vereinbarung 
zustande.  Die  chemische  Industrie  regelt  in  Anerkennung  der  Absatzkrise 
der  Glasindustrie  die  Chemikalienpreise  derart,  daß  den  Glasprodukten  der 
Absatz  durch  die  Verminderung  der  Produktionskosten  ermöglicht  wird. 
Auch  wurde  den  Glasindustriellen  zugestanden,  Soda,  soweit  die  inländiche 
Erzeugung  nicht  hinreicht,  von  Fall  zu  Fall  aus  dem  Ausland  einzuführen. 


Geschäftliche  Mitteilungen. 

Deutsches  Tonwaren-  und  Steingutwerk,  A.-G.,  Pirna.  Aus- 
zug aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  30.  9.  21 :  Verlust  M  63  598 ; 
Abschreibungen  M  65  933.  —  Dem  Aufsichtsrat  gehören  jetzt  an:  Fabrik- 
besitzer 0.  Beinhold,  Vors.,  E.  Knust  und  Molkereibesitzer  Fr.  Schröder. 

Tonwerke,  A.-G.,  Wittenberg.  Die  a.  o.  G.-V.  beschloß  die 
Kapitalserhöhung  um  M  350  000.  Die  neuen  Aktien  werden  den  alten 
Aktionären  im  Verhältnis  1:1  zu  130%  zum  Bezug  angeboten.  Das  Be- 
zugsrecht läuft  bis  1.  3. 

Schmirgelwerke,  A.-G.,  Berlin.  Das  Unternehmen  weist  in  dem 
Abschluß  für  das  erste  Geschäftsjahr  per  31.  12.  21  einen  Beingewinn 
von  M  92  873  auf,  woraus  5%  Dividende  zur  Verteilung  gelangen. 
Des  weiteren  genehmigte  die  o.  G.-V.  die  vorgeschlagene  Kapitalser- 
höhung am  1  3  Mill.  auf  M  4  Mill.,  wovon  JC  1  Mill.  den  bisherigen 
Aktionären  im  Verhältnis  1 : 1  angeboten  werden. 

Mitteldeutsche  Schmirgelwerke,  A.-G.,  Butzbach.  Nach  dem 
vorliegenden  Abschluß  vom  31.  12.  21  verzeichnet  die  Gesellschaft  für 
das  erste  Geschäftsjahr  einen  Reingewinn  von  M  19  038. 

Glashütte  Neawerk,  A.-G.,  Berlin.  Die  a.  o.  G.-V.  stimmte  der 
Kapitalserhöhung  um  M  10  Mill.  Stammaktien  auf  Ji  20  Mill.  zu.  Die 
neuen,  ab  1.  4.  22  dividendenberechtigten  Aktien  werden  an  die  Handels- 
und Diskont-A.-G.,  Berlin,  zu  100%  mit  der  Verpflichtung  begeben,  sie 
den  alten  Aktionären  im  Verhältnis  5:4  zu  125%  anzubieten.  Das  Be- 
zugsrecht  ist  bis  zum  5.  3.  geltend  zu  machen.  —  In  den  Aufsichtsrat 
wurde  Kommerzienrat  W.  Rautenstrauch  hinzugewählt. 

Glasfabrik  4.-G.,  Broekwitz.  Die  a.  o.  G-V.  erteilte  die  Ge- 
nehmigung zur  Kapitalserhöhung  um  M  4,05  Mill.  Stammaktien  mit 
Dividendenberechtigung  ab  1.  1.  22  und  M  0,15  Mill.  8%  Vorzugsaktien 
mit  10-fachem  Stimmrecht  auf  Ji  7,5  Mill.  Die  neuen  Aktien  werden 
den  alten  Aktionären  im  Verhältnis  2:1  zu  200  %  angeboten.  Das 
Unternehmen  soll  durch  die  Kapitalsvermehrung  auf  eine  breitere  Grand- 
lage gestellt  werden. 

Bayerische  Spiegel-  und  Spiegelglasfabriken,  A.-G.,  vorm. 
W.  Bochmann,  vorm.  Ed.  Kupfer  &  Söhne,  Förth.  Die  a.  o.  G.-V. 
..beschloß  die  Kapitalserhöhung  um  Ji  3,3  Mill.  Stamm-  und  Ji  0,3  Mill. 
Vorzugsaktien  auf  Ji  18,6  Mill.  Sämtliche  neuen  Aktien  werden  zum 
Kurse  von  105%  von  der  Dresdner  Bank  übernommen  und  dienen  zur 
Uebernahme  der  Glasfabrik  von  Max  Offenbacher  in  Fürth.  Der  Name 
der  Firma  wurde  umgeändert  in  „Bayerische  Spiegelglas- 
fabriken Bechmann-Kupfer,  A.-G.".  —  Neu  in  den  Aufsichtsrat 
wurden  Max  Offenbacher  und  Ernst  Bierer  gewählt. 

Vereinigte  Spiegelglasfabriken,  A.-G.,  Fürth.  Die  a.  o.  G.-V. 
genehmigte  den  Erwerb  der  Glasfabrik  von  Gebr.  Bloch,  Waldsassen,  und 
beschloß  die  Kapitalserhöhung  um  Ji  3  Mill.  auf  Jt  19  Mill.  Die  neuen 
Aktien  sind  für  das  laufende  Geschäftsjahr  dividendenberechtigt  und 
werden  zu  pari  ausgegeben.  Von  den  neuen  Aktien  erhält  die  Firma 
Gebr.  Bloch  2280  Stück  für  die  übernommene  Fabrik.  Der  Rest  wird  der 
gleichen  Firma  zur  Zeichnung  angeboten. 


86  —  Kr.  8 


SPRECH $AAL  —  COBURO- 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


August  Walther  &  Söhne,  A.-G.,  Morltsdorf.  Die  a.  o.  G.-V. 
Btimmte  der  Kapitalserböbunar  nm  Jt  2  5  Mill.  Stammaktien  auf  jtt  6,6 
Mill.  zu.  Die  neuen,  ab  1.1.22  dividendenberechtigten  Aktien  werden 
den  bisherigen  Stammaktionären  im  Verhältnis  1 :  1  zu  200  %  zum  Bezug 
angebogen. 

Wittener  Glashütten,  A.-6.  i.  Liqu.,  Witten.  Wie  wir  hören, 
wird  ans  der  Schlußabrechnung  den  Aktionären  noch  ein  Betrag  von 
etwa  40%  vom  Nennwerte  des  Aktienkapitals  zugewiesen,  nachdem 
hereits  früher  in  zwei  Baten  zusammen  150  °/0  =  Jt  1500  auf  die  Aktie 
verteilt  worden  sind.  Die  nächste  Generalversammlung  soll  die  Schluß- 
rechnung entgegennehmen  und  die  Beendigung  der  Liquidation  aussprechen. 

E.  Wanderlich  &  Comp.,  A.-GU  Altwasser.  Auszug  aus  dem 
genehmigten  Abschluß  vom  31.  10.  21:  Reingewinn  M  674305  (462488); 
Dividende  28°/0  (24);  Abschreibungen  ^  258  055  (307117);  neu  errich- 
tetes Werkerhaltungskonto  M  300  000.  —  Die  im  Vorjahre  bestandenen 
Schwierigkeiten  konnten  auch  im  abgelaufenen  16.  Geschäftsjahr  nicht  be- 
hoben werden.  Infolge  größerer  Nachfrage  vermochte  aber  der  Absatz 
gesteigert  und  auch  eine  Anpassung  der  Verkaufspreise  an  die  erhöhten 
Gestehungskosten  durchgeführt  werden.  Der  Auftragsbestand  ist  laut 
Geschäftsbericht  zufriedenstellend,  so  daß  auf  ein  gutes  Ergebnis  zu  hoffen 
ist.  Die  Eapitalserhöhnng  hat  vorteilhafte  Einkäufe  ermöglicht.  Die 
ausscheidenden  Aufsichtsratsmitglieder  wurden  wiedergewählt. 

Uebergang  eines  Emailllerwerkes  in  polnische  Hand«.  Das 
bekannte  Emaillierwerk  Gottartowitz  bei  Eybnik  in  Oberschlesien,  das 
sich  seit  Jahren  im  Besitze  der  Familie  Kasper  befand,  wurde  von  dem 
Polen  Fietrowski  käuflich  erworben. 

Ein  neues  Exportgeschäft  für  den  Osten  ist  in  Amsterdam, 
Keizersgracht  431,  unter  der  Firma  „Kerkhoff,  KerBtholt  &  Co."  gegründet 
worden.  ______ 

General  »Versammlungen. 

Ilmenauer  Porzellanfabrik,  A.-G.,  Ilmenau:  o.  G.-V.  2.  3.  22, 
10l/i  Uhr  v.,  Geschäftszimmer,  Ilmenau. 

Porzellanfabrik  Limbach,  A.-G.,  Limbach :  o.  G.-V.  16.  3.  22,  11  Uhr 
v.,  Bahnhofshotel.  Limbach. 

A-G.  für  Glasindustrie,  vorm.  Friedr.  Siemens,  Dresden:  a.  o.  G.-V. 
9  3.  22,  10  Uhr  v.,  Deutsche  Bank,  Filiale  Dresden.  T.-O. :  Umwandlung 
von  M  10  Mill.  Vorzugsaktien  in  Stammaktien ;  Eapitalserhöhnng  nm 
M  15  Mill.  Vorzugsaktien. 

A.-G.  der  Gerresheimer  Glashüttenwerke,  vorm.  Ferd  Heye,  Düssel- 
dorf: o.  G.-V.  10  3  22,  10  Udr  v,  Hotel  Breideuba eher  Hof,  Düsseldorf. 
T.O. :  u.     Abänderung  des  Stimmrechts  der  M  1  Mill  Vorzugsaktien. 

Rheinische  Spiegelfabrik,  Eckamp:  o.  G.-V.  2.  3.  22,  11  Uhr  v., 
Dresdener  Bank,  Aachen. 

Kreuzuacher  Glashütte,  A.-G,  Bid  Kreuznach:  o.  G.-V.  2.  3.  22, 
3  Uhr  n.,  Cecilienhaus,  Bad  Kreuznach. 

Eisenhüttenwerk  Marienhütte  bei  Kitzenau,  A.-G.  (vorm.  Sehlin- 
gen &  Haase),  Kotzenau:  a.  o.  G-V.  28  2  22,  10  Uur  v.,  Verwaltungs- 
gebäude, Kotzenau.  T.-O  :  n.  a.  Kapitalserhöhuog  um  bis  zu  M  12,8 
Mill.  Stammaktien. 

Messen  und  Ausstellungen. 

Die  Beschickung  der  Frankfurter  Frühjahrsmesse  (2—8  4.  22) 
ist,  wie  das  Meßamt  uns  mitteilt,  so  umfangreich,  daß  trotz  räumlicher 
VergJÖßerung  anch  diesmal  in  einer  Reihe  von  Oroppen  nur  ein  Teil  der 
Interessenten  Aufnahme  finden  konnte.  Im  Gegensatz  zu  jenen  Messen, 
die,  wie  sie  selbst  mitteilen,  eine  Brancheneiuteilung  erst  eingeleitet 
haben,  sind  Einteilung  und  Konzentration  nach  Warengattungen  in 
Frankfurt  a.  M  bereits  vollkommen  und  vorbildlich  durchgeführt.  Die 
Einhäaferwerbung  für  die  Frankfurter  Frühjahrsmesse  wird  Ende  Februar 
mit  dem  Versand  des  vortnfflich  bewährten  Vorkatalogs,  der  160  000 
wirkliche  Interessenten  im  In  und  Auslande  erreicht,  auf  breitester 
Grundlage  fortgeführt  werden  Der  Besuch  wird  dorch  Messegesellechafts- 
ztlge  aus  allen  Hanntrichtungen,  für  die  Fahrpreisermäßigungen  bis  zu 
45°/0  eintreten,  gefördert.  Der  Kartenverkauf  erfolgt  durch  die  bekannten 
Agenturen  der  Hamburg- Amerika-Linie,  die  Wohnungsvermittlung  wie 
bisher  durch  den  Wohnung«nachweis  des  Meßamtes,  das  sich  zur  Er- 
teilung von  Auskünften  zur  Verfügung  hält. 

Leipziger  Frühjahrsmesse.  Die  Einfuhrkontingente  aus  Mease- 
käufen,  die  auf  der  Frttnj  ihrsmesse  1922  von  deutschen  Firmen  mit  aus- 
ländischen Ausstellern  getätigt  werden,  sind  vom  Reichskommissar  für 
Aus-  und  Einfuhrbewilligung  auf  das  Doppelte  derjenigen  Mengen  erhöht 
worden,  die  für  die  Herbstmesse  1921  festgesetzt  wurden  waren.  Als 
Schlußtermin  für  die  Eiureichung  der  Anträge  auf  Abstempelung  der  Meß- 
orders beim  Meliamt  wird  der  18.  3  22  und  fdr  die  Einreichung  der  Anträge 
anf  Einfuhrbewil.igung  auf  Grund  der  abgestempelten  Meßorders  der 
23.  4  22  bestimmt. 

Eine  iuternatiooale  Masterausstellung  für  moderne  Baukunst 
In  Turin  fiudet  in  der  Zeit  vom  8  4.  bis  21.5.  22  statt.  Das  Programm 
umfußt  n  a. :  Baumaterialien  und  Maschinen  für  die  Herstellung  und 
Prttfung  von  Baustoffen,  Mascbineneimichtnngen  für  Bauplätze  jeder  Art 
(Tran^portnittel,  Aufzüge,  Knetmaschinen,  Ziegelpressen  usw.),  Ausstattung 
und  Wand-Dt-korationen,  ferner  das  gesamte  Gebiet  der  Heizung,  Beleuch- 
tung, elektrischen  Anlagen  und  sanitären  Apparate  usw.  Eine  besondere 
Abt.ilung  „La  caBa  elettrica"  soll  den  Auwendungsmöglichkeiten  der 
Elektiizität  Im  häuslichen  Gebrauch  gewidmet  werden.  Im  Eisenbahn- 
verkehr nnd  für  die  E  nfuhr  der  Ausstellungsgüter  werden  Erleichterungen 
gewährt.  Bei  genügender  Betei  ignng  soll  ein  eigener,  lediglich  der 
deutschen  Indnstiie  vorbehaltener  Pavillon  zur  Verfügung  gestellt  werden 
Den  einschlägigen  Industriezweigen  kann  eine  Beteiligung  mit  Aussicht 
auf  Erfolg  empfohlen  werden.  AuBStellungsdrucksachen  in  deutscher  Sprache 
binnen  au  der  Geschäftsstelle  des  Auastellungs-  und  Messe-AmtB,  Berlin 
0,  Hindersinntraße  2,  eingesehen  werden.    Das  Deutsche  Konsulat 


in  Turin  ist  bei  Voreinsendung  des  Bückportos  (0,60  Lire)  zur  Erteilung 
von  weiteren  Auskünften  gerne  bereit. 

Die  6.  Internationale  Mustermesse  in  Valencia  findet  in  den 
Tagen  vom  10.  bis  31.  5.  1929  statt. 


Verbände. 

Preiserhöhung  für  elektrotechnisches  Hochspannung»  -  Por 
zellan.  Die  Vereinigten  Porzellan  Isolatoren- Werke  haben  infolge  weiterer 
Steigerung  der  Gestehungskosten  sich  gezwungen  gesehen,  mit  Wirkung 
ab  1.  3.  22  die  Inlandspreise  für  B^chspannungs-Isolatoren  um  durch' 
schnittlich  30%  zu  erhöhen.  Auch  die  neuen  Preise  verstehen  sich  für 
Lieferung  frachtfrei  deutschen  Empfangsstationen  nnd  gelten  zunächst  bis 
Ende  März  1922. 

Firmenregister. 

,  Deutschland. 

Lorenz  &  Co.,  G.  m.  b.  H.,  Laasdorf,  S.-A.   Geschäftsführer  und  öe 
seilschafter  Rubner  ist  ausgeschieden.    Alleiniger  Geschäftsführer  nnd 
Gesellschafter  ist  Dr.  Winterling.   Die  Firma  lautet  jetzt :  „Porzellan 
fabrik  Laasdorf,  G.  m.  b.  H." 

Speckstein-Steatit  G.  m.  b.  H„  Lauf.  Die  Prokura  der  Dom 
Sembach  ist  erloschen.  Kaufmann  Wilhelm  Krentier  hat  Gesamtprokurs 
mit  dem  Prokuristen  Kunze. 

Zeidler  &  Pumcker,  Selb  Plösberg.  Wilhelm  Zeidler  ist  durch  Tod 
ausgeschieden  nnd  Witwe  Hildegard  Zsidler,  geb.  Tuoina,  als  persönlich 
haftender  Gesellschafter  eingetreten,  Sie  ist  nicht  vertretungsbefugt, 
Kaufmann  Alfred  Leuba  hat  Prokura. 

Porzellanfabrik  Zeh,  Scherzer  &  Co.,  A.-G.,  Behau.   Die  Kapitals 
erhöhung  um  M  3,6  Mill.  ist  erfolgt. 

Porzellanfabrik  Tettan,  A.-G.,  Tettau.  An  Stelle  des  ausgeschiedene! 
Leonhard  Eberlein  wurde  Kaufmann  Karl  Hoefer  zum  Vorstandsmitgliet 
bestellt.  Sägewerksleiter  Hans  Hackel  und  Kaufmann  Rodolf  Schuber 
haben  Gesamtprokura  unter  Beschränkung  auf  die  Hauptniederlassung 
Tettan. 

Qnarzsandwerke  Weißenbrnnn,  Bauer  &  Co.,  Inhaberin:  Porzellan 
fabrik  Tettau,  A-G.,  Tettau.  Zum  weiteren  Vorstandsmitglied  wurdi 
Kaufmann  Karl  Hoefer  bestellt.  Kaufmann  Eduard  Obstfelder  hat  Gesamt 
Prokura  für  die  Zweigniederlassung  Weißenbrunn 

Georg  Karmann,  Kunsttöpferei,  Fabrikation  und  Vertrieb  von  Oefei 
nnd  Kochherden  j*der  Art,  G.  m.  b.  H,  Berlin.  An  Stelle  der  aus 
geschiedenen  Kanfleute  Georg  Karmann,  Simon  Löwenstein  und  Ott< 
Freytag  wurden  Kaufmann  Benno  Ebert  nnd  Töpfermeister  Georg  Karmani 
zu  Geschäftsführern  bestellt. 

Maurer  &  Tilp,  Kempten.  Alphons  Maurer  ist  von  der  Vertretung 
ausgeschlossen    Vertretungsbefugt  ist  nur  Heiarich  Tilp. 

C.  und  E.  Carstens,  Nenhaldensleben.  Kaufmann  Christian  Carsten 
jun.  hat  Prokura. 

Terrakottawerk,  G.  m.  b.  H.,  Speicher.  An  Stelle  des  ausgeschiedenei 
Adam  Plein-Biewer  wurde  Gesellschafter  Mathias  Consdorf  zum  zweite: 
Geschäftsführer  ernannt. 

Karl  Kubitz  &  Co ,  Ofenfabrik,  Vehlefanz.  Die  Gesellschaft  i 
aufgelöst,  die  Firma  erloschen. 

Tonwarenfabrik,  A.-G,  Hninstadt.  Erwerb  und  Betrieb  von  Ton 
Warenfabriken  und  Handel  mit  deren  Erzeugnissen.  Grundkapital :  Jt  2  Hill 
Vorstandsmitglieder  sind  Ing.  Johannes  Cobrs  und  Direktor  Adolf  Kleii 
Sie  sind  nur  gemeinsam  oder  einzeln  in  Gemeinschaft  mit  einem  Prokurist« 
vertretungsbefugt.  Die  Gründer,  die  sämtliche  Aktien  übernommen  haben 
sind :  Kaufmann  E.  Rothschild,  Fabrikant  M  Strauß,  die  Kaufleute 
J.  Rosenau,  N.  Schack  und  M  Rothschild.  Dem  ersten  Aufsichtsral 
gehören  an :  Aufsichtsrat  F.  Blumenfeld,  E.  Rothschild,  M.  Strauß 
J.  Rosenau,  N.  Schack,  A.  Herrgen  und  Dr.  H  Mayer, 

Schamotte-  und  Silika- Werke,  A.-G ,  Hönningen  a.  Rh.  Die  Kapitals 
erhöhung  um  M  2,5  Mill.  auf  Jt  6,5  Mill.  ist  durchgeführt.  Aasgabe 
kurs  175  o/0. 

F.  Ad.  Richter  &  Cie.,  Berlin.  Die  Zweigniederlassung  ist  aui 
gehoben. 

Elektroschmelzwerk  Kempten,  A.-G.,  Kempten.  Betrieb  eine 
Elektroschmelzweiks  und  Beteiiigang  an  anderen  verwandten  Unter 
nehmungen.  Grundkapital:  M  2  Mill.  Vorstand  ist  Fabrikdirekto 
Arnes  Schiefer.  Die  Gründer,  die  alle  Aktien  übernommen  haben,  sind 
Kommerzienrat  M.  Schönnen-,  Fabrikdirektor  P.  Schönherr,  Kaafmahj 
E.  Morgenbesser,  Student  0.  Siems  und  Fabrikdirektor  E.  Wendel.  Da 
ersten  Aufsichtsrat  bilden :  Dr.  R  Schönherr,  Kaufmann  K  Siems 
Direktor  F.  A.  Zimmermann,  Oberingenieur  R.  Uhlig  und  Justizraj 
M.  Beatler. 

Schmirgelwerk  Pegau,  Adolf  Meyer,  Pegau.  Adolf  Chr.  H.  Meyer, 
ist  ausgeschieden.  Nunmehriger  Inhaber  ist  Kaufmann  Rudolf  A.  9 
Damm.  Die  Firma  lautet  künftig:  „Schmirgelwerk  Pegau  Adolf  Meyei 
Nachf.  Rudolf  Damm.« 

F.  Ad.  Richter  &  Cie.,  Rudolstadt,  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst 
Liquidator  ist  Dr.  jur.  Anton  Hackmann. 

Vereinigung  der  Tonwarenfabriken  von  Maskau  nnd  Umgegend, 
e.  G.  m.  b.  U ,  Muskau.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen  Fabrikbesitzen 
Friedrich  Habedank  wurde  Fabrikbesitzer  Ernst  Heyne  als  VorBtandsmil 
glied  bestellt. 

Hirsch,  Mielisch  &  Co.,  Döbern,  N.-L.  Die  Firma  lautet  jetzt 
„Niederlausitzer  Hohl-  und  Krystallglaswerke  Rudolph  Brox  &  Co.' 
Referendar  a,  D.  Erich  Brox  und  Direktor  Franz  Maden  haben  Gesa] 
Prokura 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBUR0. 


Nr.  t  —  87 


Eichhorn  &  Weis,  G.  m.  b.  H,  Filiale  Dresden,  Dresden.  Das 
Stammkapital  ist  nm  M  500  000  auf  M  1  Mill.  erhöht  worden. 

Glasfabrik  Friedrichshütte,  F.  Seidensticker  &  Co.,  Driburg.  Die 
Firma  lautet  jetzt:  „F.  Seidensticker  &  Co.,  Kommanditgesellschaft". 
Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  die  Kaufleute  Karl  Mtinetermann 
und  Klemens  Münstermann.  Ein  Kommanditist  ist  beteiligt.  Die  Prokura 
des  Kaufmanns  Paul  K.  Münstermann  ist  erloschen. 

Präzision- Thermometer  und  Instrumente,  G.  m.  b.  H.,  Berlin.  Her- 
stellung und  Erwerb,  sowie  Weiterveräußerung  von  Präzisions- Thermo- 
metern, chemischen  nnd  physikalischen  Glas-  und  Metall- Apparaten,  Labora- 
toriumseinrichtungen und  Herstellung  und  Vertrieb  pharmazeutischer  und 
chirurgischer  Glasinstrumente.  Stammkapital:  <M  50  000.  Geschäfts- 
führer ist  Kaufmann  Otto  P.  Weißwange. 

Krystallschleifwerk  und  Glasversand,  Schubert  &  Guder,  Döbern,  N.-L. 
Glasschleifer  Alois  Schubert  ist  ausgeschieden. 

Heraeus  Quarzglas-Gesellschaft  m.  b.  H.,  Hanau.  Dr.  jur.  Werner 
Canthal  hat  Prokura. 

Gebrüder  Queck,  Lauscha,  S.-M.  Glasspinnereigeschäft.  Persönlich 
haftende  Gesellschafter  sind  die  Fabrikanten  Anton,  Bruno  und  Eiwin 
Queck. 

Hermann  Bechmann,  Steinheid.  Kaufmann  Darius  Bechmann  ist  als 
persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten.  Die  Firma  lautet  künftig : 
„H.  Bechmann  &  Co." 

Aetz-,  Emaillier-  und  Stanzwerk  Schilder-Fischer,  G.  m.  b.  H,  Berlin. 
Herstellung  und  Vertrieb  von  Metall-  und  Emailleschildern,  sowie  Stanzen, 
insbesondere  Fortbetrieb  der  Firma  „Aetz-,  Emaillier-  und  Stanzwerk 
Schilder-Fischer",  sowie  Vertretung  der  A.-G.  für  Glasindustrie  vormals 
Friedrich  Siemens,  Dresden,  für  Stanzglas.  Stammkapital:  M  300  000. 
Geschäftsführer  sind  Kaufmann  Otto  Fischer,  Ingenieur  Alexander  Kahn 
und  Kaufmann  Moses  Siutzkin. 

Fuldaer  Stanz-  und  Emaillierwerke  F.  C.  Bellinger,  Fulda.  Die 
Prokura  des  Hermann  Schäfer  ist  erloschen. 

„Teutonia",  Stanz-  und  Emaillier  werke,  G.  m.  b.  H,  Meißen.  Kauf- 
mann Friedrich  C.  Törsel  und  Betriebsleiter  Max  Hofmann  haben  Ge- 
samtprokura. 

Bemesi  &  Jahn,  G  m.  b.  H,  Barlin.  TJebernahme  von  Vertretungen 
sowie  Ein-  und  Verkauf  von  Masikiastrumenten  und  Porzellanwaren. 
Stammkapital:  Ji  20000.  Geschäftsführer  sind  die  Kaufleute  Max  Jahn 
nnd  Emeiich  Benesi.   Sie  Bind  nur  gemeinsam  vertretungsbefugt. 

Berliner  Spiegelglas-Verkaufs-Kontor,  G.  m.  b.  H,  Berlin.  Arthur  Bade 
hat  Prokura  mit  einem  andern  Prokuristen. 

Colditzer  Steiagutgroßhandlung,  G.  m.  b.  H  ,  Colditz.  Großhandel  mit 
Glas,  Porzellan  und  Steiagutwaren.  Stammkapital:  ^  100000.  Geschäfts- 
führer sind  die  Kaafleute  Karl  H.  Fritsche  und  Christfriei  H.  C.  Braun. 
Sie  sind  nur  gemeinsam  oder  einzeln  in  Gemeinschaft  mit  der  Ehefrau 
des  anderen  vertretungsbefugt. 

Deutsche  Motorenbau-Baugesellschaft  m.  b.  H.,  Berlia.  Die  Firma 
lautet  fortan  :  „Technische  Glaswaren,  G.  m.  b.  H."  Gegenstand  ist  nun- 
mehr Anschaffung  und  Weiterveräußernng,  üebernahme  der  fabrikmäßigen 
Bearbeitung  und  Verarbeitung  von  Waren,  insbesondere  Herstellung  tech- 
nischer Glaswaren  Zu  weiteren  Geschäftsführern  wurden  Fabrikdirektor 
Willi  Krüger  und  Oberiugenieur  Fritz  Luschen  bestellt. 

Glashttttenwerke  Germania,  Schweig,  Müller  &  Co.,  G  m.  b.  H„  Breslau. 
Ludwig  Fink  wurde  zum  Geschäftsführer  bestellt.  Seine  Prokura  ist 
erlof chen.  Jeder  Geschäftsführer  ist  selbständig  vertretungsbefugt.  Dem 
Geschäftsführer  Fink  Ut  es  nicht  gestattet,  für  eigene  Bechnung  Geschäfte 
zu  machen  und  Vertretungen  zu  übernehmen. 

Keramik,  G.m.b.H.,  Aachen.  Dr.  jur.  Hugo  Cadenbach,  Adolf 
Savehberg,  Theodor  Siepmann,  Peter  Bruiequin  und  Matthias. Roeb  haben 
Gesamlp rokura  zu  je  zweien. 

Gesellschaft  M.  Kusnezow  Import  und  Exoort  von  Porzellan-  und 
Metallwaren  m.  b.  H.,  Berlin.    Gottfried  Pfeiffer  hat  Einzelprokura. 

Max  Miersch  &  Co.,  G.m.b.H.,  Berlin.  Herstellung  und  Vertrieb 
von  elektrischen  Isoliermaterialien  und  von  Porzellan  für  elektrische  Zwecke. 
Stammkapital:  Ji  20  000.   Geschäftsführer  ist  Max  Miersch. 

Bamberger,  Leroi  &  Co.,  Frankfurt  a.  M.  Die  Prokuren  des  Gustav 
Campe  und  des  Ludwig  Santer  sind  erloschen. 

Oberschlesische  Glasgroßhandlung  Paul  u.  Georg  Felkel,  Kattowitz. 
Persönlich  haftende  Gesellschafter  siad  die  Kaufleute  Paul  u.  Georg  Felkel. 

Osnabrücker  Glasindustrie  Mußweiler  &  Witte  Osnabrück.  Persönlich 
haftende  Gesellschafter  sind  die  Kaufleute  Carl  Muß  weiter  und  Ludwig 
Witte.   Ein  Kommanditist  ist  beteiligt. 

Piehl  &  Fehling,  Lübeck.  Die  Prokura  des  Fritz  E.  H.  Untermann 
ist  erloschen.  —  In  Stettin  wurde  unter  der  Firma  „Piehl  &  Fehling, 
Zweigniederlassung  Stettin",  eine  Zweigniederlassung  errichtet.  Willy 
Dechau  hat  Prokura  für  die  Zweigniederlassung  Stettin.  . 

Pirnaer  Flachglashandlnng  Max  Scherzer,  Pirna.  Die  Kaufleute 
Karl  M  Mende  nnd  Paul  A.  Dechant  sind  als  persönlich  haftende  Gesell- 
schafter eingetreten.  Die  Prokura  von  Georg  Hempel  und  Paul  A.  Dechant 
ist  erloschen. 

Porzellan-  und  Glaswaren  Co.,  G.  m  b.  H.,  Neustadt  bei  Coburg. 
Vertrieb  technischer  Erzeugnisse,  vorwiegend  von  Fabrikaten  der  keramischen 
Industrie.  Stammkapital:  Jt  20000  Selbständig  vertretungsbefugte  Ge- 
schäftsführer sind  die  Kanfleute  Adolf  Pietsch  und  Max  Süßengnth. 

Süddeutsche  Glas-  und  Porzellanwaren-Großhandlung  Friedrich  Zick- 
tiffifblf,  Kommanditgesellschaft,  Frankfurt  a.  M.    Kaufmann  Moritz  Schorsch 
hat  Einzclprokura.   Die  Prokura  des  Mathias  Beiß  ist  erloschen. 

Westfälische  Glasmanufaktur,  G.  m.  b.  H,  Bielefeld.  Das  Stamm- 
kapital ist  am  M  700  000  an«.  -4k  l  JKMl  «rbjilt  worden.  ' 


E.  de  Ha*a,  Chemische  Fabrik  „List".  G.  m.  b.  H.,  Seelze  b.  Hannover. 
Die  Direktoren  Hugo  Hemmelmann  und  Dr.  Max  Bachner  haben  Gesamt- 
prokura. 

W.  C.  Heraeus,  G.  m.  b.  H,  Hanau.  Dr.  jur.  Werner  Ganthal  hat 
Gesamtprokura. 


Patente. 

Deutsches  Reich, 

Anmeldungen. 

12  d,  1.  E.  23  085.  Verfahren  zur  elektroosmotisohea  Trennung  von 
Substanzen,  die  aus  Dispersoiden,  wis  Suspansions-  nnd  Emulsionskolloiden, 
Ionen  und  nicht  ionisierten  Körpern,  bestehen.  Elektro-0  smose,  A.-G. 
(Graf  Schwerin-Gesellschaft),  Berlia.   8.  4.  18. 

12  d,  21.  St.  32  221.  Verfahren  zum  Entwässern  von  Schlämmen 
der  verschiedensten  Art  auf  einer  Nutsche.  Theodor  Steen,  Charlottenburg, 
Knesebeckstraße  77.    31.  7.  19. 

12  m,  6.  B.  82  419.  Verfahren  zur  Herstellung  reiner  Tonerde. 
Dr.  Max  Buchner,  Hannover-Kleefeld,  Schellingstr.  1.   9.  9.  16. 

12  m,  6.  M  59  575.  Verfahren  zur  Gewinnung  von  Tonerde  duroh 
Umwandlung  des  Tonerdegehaltes  eines  Tonerde  nnd  Kieselsäure  enthaltenden 
Stoffes  in  lösliches  Alkali-Alumiuat  und  des  Kieselsäuregehaltes  in  unlös- 
liches Calciumsilikat.  Metallbank  nnd  Metallurgische-Gesellschaft,  A.-G., 
Frankfurt  a.  M    11  5.  16. 

21  c,  2.  R.  85  450.  Verfahren  zur  Herstellung  elektrischer  Isolier- 
körper.  Alfred  Rogge,  Köln-Braunsfeld,  Paulistr.  20.   29. 1.  18. 

21c,  13.  A.  32159.  Isolatorkappe.  A.-G.  Lauchhammer,  Lauch- 
hammer, Provinz  Sachsen.   15.8.  19. 

21c,  13.  P.  37  494.  Hängeisolator.  Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal 
&  Co.,  A.-G.,  Selb  in  Bayern.   3. 3.  19. 

21c,  14.    A. '34  487.    Stttt2isolator.    3. 12.  20". 

21g,  12.  A  35  340.  Einführen gfisolator  für  die  Elektroden  von 
Groß,-Gleichrichtern;  Zas.  z.  Anm.  A.  34  552.  19.4.21. 

Allgemeine  Elektrizitäts-Gesellschaft,  Berlin. 

21g,  15.  P.  42  241.  Gltthkathode  von  Röntgenröhren.  Phönix, 
G.  m.  b.  H,  Glastechoische  Werkstätte,  Rudolstadt,  Thür.   4. 6.  21. 

22  i,  1.  H.  86  813.  Kitt,  insbesondere  zum  Verbinden  von  Eisen- 
teilen mit  Porzellan.   Otto  Hitler,  Berlin,  Seestr.  83.   31.  8.  21. 

30  b,  14.  F.  49  202.  Künstlicher  Zahn.  Carl  Ulrich  Fehr,  Berlin- 
Friedenau,  Fregestr.  5.   3.  5.  21. 

30  b,  14.  S.  52  364.  Künstlicher  Zahn.  Weskey  Linford  Smith, 
Pennsylvania,  V.  St.  A.   26.  2  20.   V.  St.  Amerika  15. 11.  16. 

30  b,  14  Künstlicher  Flachzahn.  Elsbeth  Duncker,  Dresden,  Ostra- 
Allee  26  b.   29. 1.  21. 

30  b,  14.  349  981.  Verfahren  nnd  Vorrichtung  zum  Pressen  von 
künstlichen  Zähnen.  Frankfurter  Dental-Werke  Schulz,  Nicklas  &  Co., 
Frankfurt  a.  M.   22  6  21. 

30  g,  1.  C.  28  512.  Spritzflasche.  Albert  Timm,  Cassel,  Wittich- 
straße IV».    11. 11-  19- 

32  a,  27.  K.  73  950.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Glaskörpern 
mit  genauen  Oberflächenkrümmungen  oder  Kantenwinkeln.  Karl  Küppers, 
Aachen,  Habertusstr.  58.   29  7.  20. 

32  a,  27.  V.  14  703.  Verfahren  zum  Zusammenschmelzen  der  Glas- 
tfile  von  Glühlampenkolben  und  anderen  Glaskörpern  mit  Hilfe  eines  lös- 
lichen Flusses.  Leopoldo  Sanchez  Vello,  Barcelona.  3. 5.  19.  Spanien 
22. 1.  19. 

36  a,  13.  R.  49  669.  Ofen  aus  sich  seibat  verankernden  Kacheln. 
Kurt  Reiche,  Stettin,  Linsingenstraße  19.   1  3.  20. 

48  c,  4.  F.  46  712.  Tunnelofen,  besonders  zum  Brennen  von  Emaille- 
waren   Henri  Francart,  Tongres,  Belgien.   28.  4.  20.   England  19. 12  18. 

48  c,  4  P.  35  770.  Ofen  zum  Glühen  und  Emaillieren  von  Blech- 
geräten.  Franz  Plümer,  Brieg,  Bez.  Breslau,  Riedelstr.  21.   9. 6.  17. 

67  a,  19.  M.  68  858.  Kittschale  zum  Aufkitten  optischer  Gläser. 
Wilhelm  Müller,  Benin- Wilmersdorf,  Lauenburger  Straße  15.   3. 4.  20. 

67  a,  19.  Sch.  58  295.  Vorrichtung  zum  Schleifen  von  Kugelflächen, 
insonderheit  an  optischen  Linsen.    Schmidt  &  Wagner,  Berlin.   14.  5.  20. 

67  a,  19.  St.  33  289.  Maschine  zum  Schleifen  der  schmalen  Kanten- 
flächen elliptischer  Linsen.  The  Standard  Optical  Corporation,  Geneva, 
V.  St.  A.   12.  6  20 

67  c,  3.  K.  67  202.  Schleif-  nnd  Poliermittel  aus  Zirkonoxyd.  Dr. 
0.  Knöfler  &  Co.,  BerJin-Plötzensee,  undJHermann  Stegmeyer,  Charlotten- 
burg, Sophie- Charlotte-Str.  5.   20.9.  18. 

75  a,  20.  Sch.  44188.  Vorrichtung  zum  Emaillieren  von  Draht. 
Georg  Schmidt,  Hannover,  Krausenstr.  18.   20.  6  13. 

75  e,  5.  M.  72  251.  Verfahren  zur  Erzeugung  von  Metallüber- 
zügen auf  Gegenständen  mit  glatter  Oberfläche.  Rudolf  Mayer  und  Karl 
Zatloukal,  Eger,  Böhmen.   20. 1  21. 

80  a,  52.  M  63  164.  Verfahren  und  Vorrichtung  zum  Gießen  und 
Kühlen  von  Formstücken  aus  Schmelzen.  Arnold  Moetteli,  Oberwinterthur, 
Schweiz.   8. 5.  18. 

80  b,  1.  R.  51  559.  Verfahren  zur  Herstellung  wetterfester  Steine. 
Benno  Riedel,  Dresden,  Ostia-Allee  12.   16  11.  20. 

80  b,  8.  B.  89  601.  Verfahren  zur  Herstellung  säurefester,  dichter 
Gegenstände  ans  Kieselsäure.   30.  5.  19. 

80  b,  8.  B  89  713.  Verfahren  zur  Herstellung  säurefester,  dichter 
Gegenstände  aus  Kieselsäure.   Zus.  z.  Anm.  B.  89  601.    10.  6,  19. 

Oskar  Bühring,  Mannheim,  Charlottenstr.  11. 

80  b,  8.  R.  46  399.  Verfahren  zur  Herstellung  feinkeramischer 
Massen  aller  Art  durch  trockene  Feinmahlung.  Dr.-Ing.  Ernst  Rosenthal, 
Selb  i.  B.   23.  8.  18. 

80  b,  9.  A.  33  678.  Isoliersteingegenstände.  Aktiengesellschaft 
für  patentierte  Korksteinfabrikation  nnd  Korksteinbauten  vormals  Kleiner 
&  Bokmayer,  Mödling  bei  Wien.   29.  6.  20.   Oesterreich  22. 10.  18. 

80  b,  9.  B.  99  560.  Isolierende  Formstücke.  Dr.  Wilhelm  Bünte, 
Hannover-Linden,  Deister  Str.  8.   3.  5.  21. 


83  —  Nr  8 


SPRECHSAAL- COBURG!. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


80  b,  11.  N.  18  929.  Tonerdeschleifmittel  und  Verfahren  zn  seiner 
Herstellung:.  Norton  Company,  Worcester,  Massachnsetts,  V.  St.  A. 
21.  6.  20.    V.  St.  A.  18.  9.  17. 

80  b,  12.  F.  49  109  Verfahren  znr  Gewinnung  von  Feldspat  und 
Dolomit.   Keinhold  Froelich,  Meißen  i.  Sa.   20.  4.  21. 

80  b,  12.  S.  55  879.  Verfahren  zum  Brennen  von  Porzellan  od.  dgl. 
Siemens-Schuckertwerke,  G.  m.  b.  H.,  Siemensstadt  b.  Berlin.   17  3.  21. 

80  b,  12.  W.  59  152.  Verfahren  zur  Herstellung;  eines  gebrauchs- 
fertigen Lehmpulvers.  Alfred  Westphal,  Breslau,  Heinrichstraße  25. 
19  8.  21. 

80  b,  15.  Sch.  61704.  Verfahren  znr  Musterung  von  Kunstgranit. 
Christian  Schneider,  Charlottenburg,  Herder^tr.  3/4    11.  5.  21. 

80  b,  25.  M.  68  318.  Verfahren  zur  Herstellung  feuersicherer  und 
wasserfester  Platten.   Angust  Robert  Malier,  Bremen,  Obernstr.  41/43. 

2.  4  18. 

80  c,  4.  M.  69  125.  Längliche  Verbrennungskammer  für  Kanalöfen. 
Bobert  Clay  Metealf e,  Newark,  V.  St.  A.   27. 4.  20. 

80c,  4.  B.  53  591.  Glüh-  und  Muffelofen;  Zus.  z.  Pat.  344  479. 
Carl  Boschmann,  Hennigsdorf  bei  Berlin.   28.  7. 21. 

80  c,  5.  A.  35 172.  Verfahren  znr  Erzielung  einer  vollkommenen 
Gasverbrennung  in  Gaskanalöfen.  Allgemeine  Elektiizitäts-Gesellschaft, 
Berlin.    30. 3.  21. 

80  c,  5.  K.  70 105.  Eanalofen  zum  Brennen  keramischer  Waren, 
Silikasteine,  Magnesit  n.  dgl.  Heinrich  Koppers,  Essen,  Bahr,  Moltkestr.  29. 

3.  9.  19. 

80  c,  9.  P.  42164.  Feuernngekasten  für  Porzellanbrennöfen.  Porzellan- 
fabrik Schönwald,  A.-G.,  Selb  in  Bayern.   26.  5.  21. 

80  c,  16.  M.  74  580.  Verfahren  nnd  Vorrichtung  zur  Beheizung 
von  periodischen  Oefen.  Franz  Meiser  und  Karl  Meiser,  Nürnberg,  Sulz- 
bacher Str.  9.    25.  7.  21. 


Zurücknahme  von  Anmeldungen. 

21  c.  M.  69  966.  Keramisches  Isolatorelement  mit  zylindrischer 
Wandfläche.    7.  4.  21. 

42  h.    B.  93  143.   Glaskörper  für  Beleuchtangsz wecke.   18. 11.  20 

80  a.  C.  27  601.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Körpern  und 
Platten  ans  pulverigem,  sich  verfestigendem  Gut.    16.  6.  21. 

80  b.  C  24  872.  Verfahren  zur  Herstellung  doppelwandiger  Por- 
zellangefäße mit  wärmeisolierendem,  luftleerem  Zwischenraum.   6.  4.  20. 


Versagung. 

21  d.  A.  32  095.  Bingförmiger  Isolierkörper  für  Stromwender, 
Schleifringe  nnd  ähnliche  Teile  elektrischer  Maschinen.   29.  1.  20. 

48  c.  K.  57  475.  Verfahren  znr  Herstellung  eines  Email-  und  Glasur- 
trübungsmittels.   


Erteilungen. 

348  756.  80  b,  9.  Verfahren  zur  Herstellung  von  porösen  Moler- 
steinen  für  Isolationszwecke.  Internationalt  Isolations  Kompani  A/S-Ikas. 
Kristiania.   31.3  20.   Dänemark  17  7.  18. 

348  769.  12  i,  37.  Verfahren  zur  Herstellung  von  alkalifreier, 
amorpher  Kieselsäure.   J.  Michael  &  Co.,  Berlin.   23  2.  21. 

348  905.  12  m,  6.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Metallhydroxyden. 
Dr.  Max  Buchner,  Heidelberg,  Brannengasse  14.   22. 1.  15. 

348  946.  32  a,  15.  Verfahren  und  Vorrichtung  zum  Blasen  von 
dünnwandigen  Glashohlkörpern,  besonders  Glühlampenkolben.  Empire 
Machine  Company,  Portland,  Maine,  V.  St.  A.   27. 1.  15. 

348  965.  21  c,  10.  Dnrchführungs- Abspannisolator.  Karl  Brechtel, 
Neukölln,  Sanderstr.  29.   22.  1.  21. 

349  039.  32  a,  27.  Verfahren  znr  Herstellung  von  Ampullen  mit 
genau  vorgeschriebenem  Inhalt.    Carl  Bose,  Gehren,  Thür.    12.  8.  20. 

349  107.  30  b,  14.  Künstlicher  Zahn.  The  S.  S  White  Dental 
Manufactnring  Company,  Philadelphia,  V.  St.  A.  9. 10.  19.  V.  St.  Amerika. 
7.  4.  15. 

349  249.  80  b,  25.  Verfahren  zur  Herstellung  gepreßter  und  danach 
stark  erhitzter  Formlinge,  wie  Isolatoren,  Abortbecken,  Bausteinen  u.  dgl., 
auB  hydraulischen  Bindemitteln  oder  Oxychloridzement  und  bituminösen 
oder  Harz-Stoffen  sowie  Füllstoffen.   16. 7. 18. 

349  416.  80  b,  21.  KunststeinmasBe.  Dr.-Ing.  Kurt  Würzner, 
Biebrich  a.  Bh.    14.  9  19. 

349  465.  36  a,  24.  Kachelofen  mit  Fiihrungswänden  aus  kera- 
mischem Baustoff  für  die  Bauchgase.  Dr.  Karl  Brabbee,  Charlottenburg, 
Weimarerstraße  50.    13  6.  19. 

349  508.  67  a,  19.  Kittschale  zur  Aufnahme  von  zu  schleifenden 
Gläsern.   Wernicke  &  Co.,  Maschinenfabrik,  Bathenow.   30.  1.  21. 

349  585.  80  b,  17.  Verfahren  zur  Herstellung  von  widerstands- 
fähigen Platten  und  Formstücken.  Budolf  Geldmacher,  Köln,  TrajanBtr.  39. 
17.  10.  13. 

349  635.  67  a,  17.  Mit  Gummipolstern  ausgestattetes  Einspann- 
oder  Haltefutter  für  GlasgegenBtände.  Fr.  Wilhelm  Katzscher,  Denben- 
Dresden.   29.  6.  21. 

349  636.  67  a,  19.  Maschine  zum  Schleifen  von  Winkelfacetten 
oder  auch  geraden  Abstechen  der  schmalen  Kantenflächen  aller  Art  von 
GläBera.    6.  8.  20. 

349  637.  67  a,  19.  Maschine  zum  geraden  Abschleifen  einzelner 
oder  gestapelter  optischer  Gläser  o.  dgl.  an  den  schmalen  Bandflächen 
nach  Schablone.    15.  3.  21. 

Beller  &  Fischer,  Neuenburg,  Wttbg. 

349  639.  67  a,  19.  Maschine  zum  Bearbeiten  optischer  Gläser. 
21.4.  16. 

349  640.    67  a,  19.  Maschine  znm  Schleifen  von  Winkelkantenflächen 
an  unruude  Brillengläser.   7.  4.  18. 
Carl  Zeil!,  Jena. 

349  780.  80  b,  12.  Verfahren  und  Gewinnung  von  Oligocaen-Kaolin. 
349  781.    80  b,  12.   Verfahren  zur  Gewinnung  von  hochwertigem 
Feldspat. 


Beinhold  Froelich,  Meißen  i.  Sa.,  Leipzigerstr.  10.    10.  3.  21. 

349  849.  21  c,  2.  Verfahren  zur  Herstellung  von  feuerbeständigen 
Glimmerplatten  aus  Glimmerabfall.   Paul  Kertesz,  Budapest.    6.  11.  20. 

349  862.  32  a,  8.  Verfahren  zum  Blasen  doppelwandiger  Glashohl- 
körper.  Glasfabrik  Sophienhütte  Bichard  Bock,  G.  m.  b.  H.,  Ilmenau,  Thür. 
12.  10.  20. 

349  951.  80  c,  1.  Kammerringofen  znm  Brennen  von  keramischen 
Waren,  Kalk,  Dolomit  u.  dglr  Dr.-Ing.  Heinrich  Koppers,  Essen,  Bahr, 
Moltkestraße  29    22.  8.  19. 

349  952.  80  c,  1.  Kammerringofen  mit  überschlagender  Flamme. 
Aloysius  Wilhelmus  Franciscus  Weyers,  Tilburg.  22  4.  20.  Niederlande 
2.  5.  19. 

349  985.  32  a,  33.  Vorrichtung  zum  Beschneiden  von  Glastafeln. 
Empire  Machine  Company,  Pittsburgh,  V.  St.  A.  9.  3.  20.  V.  St.  Amerika 
8.  5.  16. 

350  066.  42  i,  1.  Graduier-  und  Schreibdruckapparat  für  Thermo- 
meterskalen.   Max  Schilling,  Manebach  i.  Thür.   23.  6  20. 

350143.  80  c,  5.  Gaskanalofen  znm  Brennen  keramischer  Waren 
u.  dgl    Anti  Dahl,  Deutsch-Lissa,  Bez.  Breslau.    10.  7.  20. 

350  251 .  32  a,  12.  Selbsttätige  Glasblasemaschine.  Arthur  Wilzin, 
St.  Ouen  b.  Paris.   19.  8.  17.   England  11.  10.  16. 


Beschreibungen. 
Haltevorrichtung  für  die  Bearbeitung  oder  Veredelung  von 

Glasgegenständen.  Drei  oder  mehr  untereinander  versetzt  angeordnet  bieg- 
same oder  starre,  flache  oder  runde  Bänder  o.  dgl.  in  Schlingenform  aus 
Stahl  oder  sonstigem  Stoff  sind  an  zwei  gegeneinander  beweglichen  Backen 
befestigt,  die  zwischen  sich  die  zu  bearbeitenden  Glasgegenstände  auf- 
nehmen, beim  Auseinandergehn  der  Backen  sich  an  sie  anpressen.  67  a,  17.' 
Nr.  345105.   12.2.21.   Fr.  Wilhelm  Katzscher,  Deaben  Dresden. 

Diaphragma  für  elektrolytische  Zellen  horizontaler  Konstruk- 
tion. Es  besteht  aus  einem  grießartigen  Stoff  aus  gemahlenen  Diaphrag- 
menplatten, Ton  oder  Bimsstein  nnd  einem  Bindemittel,  das  mit  diesem 
Stoff  nach  dem  Erhärten  eine  poiöie  Masse  bildet.  12  h,  3.  Nr.  345  132 
20.  4.  18.  Farbenfabriken  vorm.  Friedr.  Bayer  &  Co.,  Leverkusen  bei 
Köln  a.  Bb. 

Formsehere  zur  Herstellung  von  Flaschenhälsen  an  den  Enden 
der  zn  Flaschen  zu  verarbeitenden  Glasrohre.  Eine  an  den  Scheren- 
schenkeln befestigte,  geteilte,  das  Glaarohr  gleichachsig  mit  der  Schere 
haltende  Führung  ist  an  den  Schenkeln  hinsichtlich  des  gegenseitigen 
Abstandes  ihrer  Teile  einstellbar.  32  a,  27.  Nr.  345  146.  8.  5.  20.  Lieb- 
recht Bachmann,  Cursdorf,  Thür.  Wald. 

1.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Soda  nach  dem  Ammon- 
iakverfahren,   Man  versetzt  die  ammoniakalische  Kochsalzlösung  oder  [ 
Sohle  vor  der  Sättigung  mit  Kohlensäure  mit  Chlorkalk. 

2.  Verfahren  zur  Aufarbeitung  der  bei  dem  Verfahren  nach  Ansprach  1 
erhaltenen  Mutterlauge  zwecks  Herstellung  von  sodahaltigen  Fluß-  und 
Reinigungsmitteln  für  die  Glas-,  Emaille-  und  keramische  Iadustrie.  Man  | 
versetzt  die  bei  dem  Verfahren  gemäß  Anspruch  1  nach  der  Abtrennung 
des  ausgefällten  Bikarbonats  erhaltene  Mutterlauge  nach  Zusatz  von 
Chlorkalk  mit  wäßrigen  Lösungen  von  Kieserit  oder  Kalirttckständen  bzw. 
von  Mischungen  solcher  Salze  und  kalziniert  die  sich  abscheidenden. 
Kristalle.    121,  8.   Nr.  345  258.  9.11.  19.    Wilhelm  Wächter,  Berlin. 

Maschine  zum  Schleifen  und  Polieren  der  gegenüberliegenden 

ebenen  Flächen  kleiner  Rotationskörper,  wie  Knöpfe,  Scheiben,  Binge  nnd 
ähnlicher  Gegenstände,  zwischen  zwei  ebenen  Schleifscheiben.  Zu« 
Führung  der  zu  schleifenden  oder  zu  polierenden  Werkstücke  sind  zwecks 
mäßig  in  der  umlaufenden  Schleifscheibe  eine  oder  mehrere  Spiralnuten 
mit  ebener  Sohlfläche  vorgesehen,  die  Bie,  von  innen  eintretend,  unter  dem 
Einfluß  der  Beibung  am  Schleifkorn  nach  außen  durchwandern,  von  der 
Zentrifugalkraft  an  die  äußere  Billenrippe  angepreßt  werden,  wodurch  ein  | 
Abrollen  der  Werkstücke  an  dieser  Bippenwaud  bei  der  Spiralenbewegung 
herbeigeführt  wird.  67  a,  24.  Nr.  345  327.  18.  1.  21.  Wilhelm  Dahl- 
mann, Siegbnrg,  Bold. 

Brennofen  mit  mittelbarer  Beheizung,  bei  welchem  die  Brenn- 
stoffe im  Innern  von  Verbrennungskammern  verbrannt  werden,  um  welche* 
die  Ofenlnft  umläuft.  Die  Verbrennungskammern  werden  aus  einer  Anzahl! 
regelbar  beheizter,  nebeneinanderstehender  Heizkörper  gebildet,  die  von 
durch  Zwischenwände  abgegrenzten  Luftumlaufkanälen  voneinander  ge- 
trennt sind.  80  c,  4.  Nr.  344363.  27.4.20.  Carl  Roschmann,  Hennigs- 
dorf bei  Berlin. 

Verfahren  znm  Brennen  im  Gaskanalofen  nach  Patent  340535. 
Die  unteren  Heizzüge  des  Kanalofens  werden  mit  dem  reichen  Gase,  die 
oberen  mit  dem  schwachen  Gase  beheizt.  80  o,  5.  Nr.  344  364.  8.  6.  20, 
Zus,  z.  Pat.  340  535.)    Franz  Karl  Meiser,  Nürnberg. 

Verfahren  zum  Brennen  von  Porzellan  im  Gaskanalofen  nach 
Patent  340  635.  Die  im  Doppelgaserzeuger  gewonnenen  beiden  Gasarten 
werden  durch  den  Druck  des  Unterwindes  nach  den  Brennstellen  gedrückt' 
80  c,  5.  Nr.  344  365.  13. 7.  20.  (Zus.  z.  Pat.  340  535.)  Franz  Karl 
Meiser,  Nürnberg. 

Verfahren  zur  Herstellung  von  gebranntem,  sogenanntem  Pariser 
Gips.  Pulverförmiges  oder  körniges  Calciumsulfat  (CaSC,  +  2  H90)  wird 
in  einem  geschlossenen  Gefäß  unter  Druck  und  einer  Temperatur  von 
180—220°  C.  ohne  Zusatz  von  Feuchtigkeit  oder  Dampf  behandelt. 
80  b,  6.  Nr.  344  478.  16.2.21.  William  Malam  Brothers,  Ruddington, 
England. 

Glüh-  und  Muffelofen,  bei  dem  die  Ofenluft  durch  elektrisch 

erhitzte  Heizkörper  in  Umlauf  versetzt  wird.    Die  elektrischen  Heizkörper 
sind  als  stehende  Rohre  mit  unteren  Lufteintritts-  und  oberen  Luftaustritts-Kj 
Öffnungen  ausgebildet  und  stehen  in  halbkreisförmigen  Nischen  der  Ofen- 
wände.  80  c,  4.   Nr.  344  479.   29.  4.  20.   Carl  Roschmann,  Hennigsdorf, 
bei  Berlin. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  8-89 


Teelöffel  ans  Glas.  Er  ist  in  allen  seinen  Teilen  vor  der  Glas- 
bläserlampe hergestellt,  wodurch  er  widerstandsfähig  gegen  hohe  Tempe- 
raturen wird  nnd  leicht  in  künstlerische  Form  gebracht  werden  kann. 
34  f,  14.   Nr.  344533.    10.7.18.   Max  Lehmann,  Danzig-Langfuhr. 

Vorrichtung  zum  Schleifen  der  Dichtränder  von  Einmachgläsern 
nnd  deren  Deckeln  nach  Patent  326 122.  Der  obere  Schleifring  weist  in- 
mitten seiner  Schleiffläche  eine  konzentrische,  ringförmige  Aussparung  auf, 
und  der  wie  an  sich  bekannt  zum  Halten  der  Einmachgläser  dienende, 
zur  Schleiffläche  parallele  und  einstellbare  Arm  ist  mit  frei  drehbaren 
Bollen  nahe  der  Schleiffläche  versehen,  um  die  bremsende  Wirkung  des 
mittleren 'Teiles  der  Schleiffläche  auf  die  Eigendrehung  der  Werkstücke 
einerseits  aufzuheben  und  diese  anderseits  nach  Möglichkeit  zu  erleichtern. 
67a,  31.  Nr.  345443.  6. 4  18.  (Zusatz  zum  Patent  326122).  Paul 
Mißler,  Penzig,  O.-k 

Verfahren  zur  Herstellung  facettierter  Steine.  In  einem  auto- 
matischen Arbeitsgang  werden  die  Steine  in  ihren  drehschaltbaren  Haltern 
an  umlaufenden  Walzenwerkzeugen,  die  in  einer  den  Facettenkränzen  und 
verschiedenen  Bearbeitungsweisen  (Schleifen  und  Polieren)  entsprechenden 
Anzahl  und  der  Facettenlage  entsprechenden  Stellung  zum  Werkstück 
angeordnet  sind,  längs  einer  Mantellinie  unter  Druck  in  einer  in  sich 
geschlossenen  Bahn  vorbeigeführt  und  auf  diesem  Wege  unter  Abheben 
von  der  Schleiffläche  geschaltet  Im  Anschluß  daran  ohne  Unterbrechung 
des  Arbeitsganges  werden  die  Halter  von  ihren  fertiggeschliffenen  Werk- 
stücken und  dem  anhaftenden  Kitt  befreit  sowie  mit  neuem  Kitt  ver- 
sehen, in  den  nach  Erwärmung  die  Kohsteine  eingedrückt  werden 
67  a,  21.   Nr.  345539.   31.  10.  19.   Johannes  Göpfert,  Dresden. 

Verfahren  znr  selbsttätigen  Begelang  der  Schmiermittel«  oder 
Schleifmittelzufuhr  zu  der  Oberfläche  von  Gläsern  oder  dergleichen  Werk- 
stücken bei  dem  Schleifen  und  Polieren  derselben.  Man  läßt  die  Aenderung 
der  Beibungsgröße  zwischen  dem  Werkstück  und  Werkzeug  durch  eine 
entsprechende  Aendernng  in  der  Zufuhr  des  Schmiermittels  oder  Schleif- 
mittels herbeiführen.  67  a,  27.  Nr.  345  540.  17.  1.  20.  William  Taylor, 
Leicester,  England. 

Verfahren  znr  Herstellung  von  Schleifwerkzeugen  ans  einer 
Mischung  von  Metall  als  Bindemittel  und  Schleifmittel.  Die  Binduug  der 
einzelnen  Teile  feinkörnigen  Metalls  untereinander  und  mit  den  Schleif- 
mittelkörnern erfolgt  durch  Wärmezufuhr  unter  Mitbenutzung  der  beim 
Pressen  unter  hohem  Druck  erzeugten  Wärme  in  solchem  Grade,  daß  die 
Metallteile,  ohne  vollständig  zu  schmelzen,  miteinander  und  mit  dem 
Schleifmittel  zusammenbacken.  67  c,  3.  Nr.  34554t.  10.1.19.  Optische 
Anstalt  C.  P.  Goerz,  A.-G ,  Berlin-Friedenau. 


316  946, 


Löschungen. 

Elektrischer  Kachelofen. 


Warenzeichen-Eintragungen, 

Erklärung  der  Abkürzungen:  G.  Geschäftsbetrieb;  W.  Waren- 
verzeichnis; (A.)  Auszug;  (B.)  Der  Anmeldung  ist  eine  Beschreibung 
beigefügt ;  A.  Tag  der  Anmeldung ;  E.  Tag  der  Eintragung. 

272838.  Arthur  Kellermann,  Geschwenda  i.  Th.  G. 
Thermometerfabrik.  W:  Thermometer.  A.:  22.8.21.  E. 
4. 10.  21. 


Arke 


-  278241.  Duensing-Bicheroux-Werke,  Boizenburg  a.  E. 
G. :  Herstellung  u.  Vertrieb  von  Baumaterialien.  W. :  Wand- 
platten.  A.:  8.10.  21.   E.:  17.1.  22. 


PLn_n_r 


278295.  Kristall-Schleifwerke  Bosenthal,  Weiß- 
waBser,  O.-L.  G. :  Glasschleiferei.  W. :  Kristallglas- 
Luxuswaren.   A.:  6.7.  21.   E.:  17.1.  22. 

Ä„v„»»m  ««»< 

278296.  Stralauer  Glashütte,  A.-G.,  Berlin- 
Stralau.  G. :  Glashütte.  W. :  Glas  und  Glaswaren. 
A. :  29. 1.  21.    E. :  17. 1.  22. 

278  297.  278  638. 


V1TR0MANT 


A. :  18.2.21    E.:  17.1.  22.         A. :  18.2.  21.    E.:*25.  l.*22. 
Twyfords  Limited,  Cliffe  Vale  Potteries  and  Enamelled  Fireclay  Works, 
Hanley  (England).   G. :  Herstellung  u.  Vertrieb  von  Ton-,  Steingut-  u. 
Porzellanwaren.   W. :  Töpfer- (Ton-  u.  Steingut-)  waren  für  sanitäre  u. 
häusliche  Zwecke. 


Fr  a  gekästen  des  Sp  rechsaal. 

Zur  Beachtung  bei  Benutzung  des  Fragekaetens. 

1.  Der  Fragekasten  dient  dazu,  technische  nnd  andere  fttr  unseren  Leserkreis  wissenswerte  Fragen  und  Fabrikationsfehler 
offen  eu  erörtern,  ferner  Hilfsmittel,'  Materialien,  Maschinen  und  Werkzeuge  für  unsere  Industrien  nachzuweisen.  Soweit  sieh  Bezugs- 
quellen Im  Anzeigenteil  finden,  wird,  wenn  nicht  besondere  Meldungen  erfolgen,  nur  darauf  hin  verwiesen. 

3.  Die  direkte  Vermittelung  des  An-  oder  Verkaufs  von  Rezepten,  fertigen  Fabrikaten  usw.  und  die  Weitergabe  von  Angeboten 
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8.  Die  Namen  der  Fragesteller  werden  nach  keiner  Weise  hin  genannt,  anonyme  Zuschriften  jedoch  nicht  berücksichtigt. 

4.  Die  Antworten  werden  nur  in  die  zweite  auf  die  Frage  folgende  Nummer  aufgenommen.  Verspätet  eingehende  Antworten 
können  nur  ausnahmsweise  Berücksichtigung  finden.  % 

5.  Die  Redaktion  behält  sich  vor,  ohne  Angabe  von  erfinden  sowohl  Fragen  als  auch  Antworten  abzulehnen;  fttr  branehbare 
Beantwortungen  technischer  Fragen  gewahrt  sie  ein  angemessenes  Zeilenhonorar.  Eine  zivilrechtliche  Haftpflicht  Übernimmt  die 
Redaktion  nicht. 

6.  Jeder  Frage  ist  Rückporto  beizufügen. 

Keramik. 

28.  Ich  stelle  in  meinem  Betriebe  Porzellan- Schalen  vwt  10  bis  14  cm 
Durchmesser  her  und  brenne  bei  SK  13.  Ich  muß  nun  die  Beobachtung 
machen,  daß  die  Schalen  aus  dem  Brande,  obwohl  die  Masse  aus  Kaolin  50, 
Quarz  27,  Feldspat  23,  Kalkspat  2  Gew.-T.  besteht,  stets  etwas  verzogen 
herauskommen.  Die  obere  Linie  der  Schale  erscheint,  wenn  man  2  Schalen 
aufeinander  legt,  durchweg  nicht  übereinstimmend.  Nicht  die  Fahne  der 
Schale  hat  sich  gesenkt,  sondern  die  Schale  hat  sich,  um  es  kraß  auszu- 
drücken, etwas  muldenförmig  gebogen.  Wie  ist  dem  abzuhelfen?  Ich 
vermute,  daß  der  Fehler  an  den  Schalenkapseln  liegt,  deren  Böden  jeden- 
falls nicht  genau  zentriert  sind. 

Erste  Antwort:  Sie  scheinen  noch  nicht  zu  wissen,  daß  bei  der 
Porzellanfabrikation  eingeschliffene  Kapselböden  ein  Hanpterfordernis  sind. 
Wie  der  Boden,  so  der  Bord.  Wird  Ihnen  des  Boden  unter  den  Füßen  ge- 
nommen, bo  fallen  Sie  um;  so  gehts  dem  Porzellan  auch.  Kaolin  gibt 
den  Massen  hohe  Schwindung;  warum  arbeiten  Sie  mit  50%  Kaolin  ? 
Für  Drehmassen  genügen  40%,  für  Gießmassen  35  %.  Machen  Sie  zuerst 
aus  einer  Mischung  aus  1  T.  Ton  und  3  T.  Schamottemehl  einen  Brei,  löffeln 
Sie  denselben  in  die  Kapseln  und  drehen  Sie  mit  der  Schablone  vor  jedem 
Brande  die  Böden  eben;  weiter  geben  Sie  Ihrer  Masse  nur  40%  Kaolin, 
bezw.  für  Guß  nur  35%,  und  erhöhen  die  Flußmittel.  Viel  Feldspat 
nimmt  den  Stand  nicht,  doch  richtet  sich  seine  Menge  nach  dem  Kaolin- 
gehalt ;  38  %  Kaolin  und  35  %  Feldspat  sind  noch  zulässig.  Nun  bleibt 
noch  die  Modellfrage  offen;  aber  ohne  Ihre  Schale  zu  kennen,  läßt  sich 
nichts  sagen.  Es  ist  aber  klar,  daß  ausladende  Teile  Senkungen  aus- 
gesetzt sind. 

Zweite  Antwort:  Lassen  Sie  den  Kalkspat  aus  Ihrer  Masse 
und  ersetzen  Sie  ihn  durch  Feldspat.  Es  ist  in  den  letzten  Zeiten  viel- 
fach versucht  worden,  Kalk  in  Porzellanmaasen  einzuführen,  da  er  schon 
bei  verhältnismäßig  niedrigerem  Feuergrad  Sinterung  und  Garbrand  hervor- 
ruft. Doch  wird  meines  Erachtens  viel  zu  wenig  auf  die  außerordentliche 
Gefahr  des  Defoimierens  hingewiesen,  die  gerade  der  Kalkzusatz  mit  sich 
bringt.  Zorn  mindesten  sei  Ihnen  dringend  empfohlen,  höchstens  einmal 
1  Ii  %  zuzogeben.  Ich  führe  Ihren  Mißerfolg  einzig  auf  den  Kalkgehalt 
Ihrer  Masse  zurück.  * 

Dritte  Antwort:  Die  angegebene  Porzellanmasse  für  die 
Schalen  enthält  etwas  zuviel  Kalk,  weshalb  empfohlen  wird,  ihn  auf  die 


Hälfte  zu  vermindern  und  dafür  den  Spatzusatz  auf  Kosten  des  Qoarzes 
zu  erhöhen,  denn  es  steht  fest,  daß  zuviel  Kalkspat  in  der  Geschirrmasse 
das  Verziehen  der  Ware  veranlaßt.  Aber  auch  die  Schalenkapseln  können 
schuld  sein.  Die  gedrehten  Schalenkanseln  dürfen  nur  gut  abgetrocknet 
aus  den  Formen  genommen  werden,  damit  sie  sich  bei  zu  feuchter  Ent- 
nahme nicht  verbiegen.  Jede  verbogene  Schalenkapsel  liefert  verbogene 
Schalen.  Außerdem  muß  innen  der  Kapselboden,  auf  den  die  Schalen  za 
stehen  kommen,  gut  glatt  sein,  damit  nicht  etwa  vorhandene  Erhöhungen 
und  sonstige  Mängel  Anlaß  zum  Verziehen  geben.  Darum  müssen  die 
Böden  in  den  Kapseln  abgeschliffen  und  alte  Kapselformen  ganz  ausrangiert 
werden,  wie  dies  in  besseren  Geschirrfabriken  gehandhabt  wird. 

Vierte  Antwort:  Sie  schieben  den  Fehler  bei  Ihren  Schalen 
auf  die  Kapseln ;  ich  nehme  aber  an,  daß  Sie  die  Kapselböden  schmieren  und 
daß  diese  infolgedessen  als  Fehlerquelle  nicht  in  Frage  kommen.  Jeden- 
falls zeigt  Bich  das  Verziehen  nur  an  der  Fahne,  denn  bei  fehlerhaften 
Kapselböden  würde  sich  die  ganze  Schale  samt  dem  Fuße  verziehen.  An 
der  Fahne  verzogene  Schalen  werden  sich  nie  ganz  vermeiden  lassen;  um 
aber  den  Fehler  auf  das  Mindestmaß  zu  beschränken,  müssen  Sie  vor  allem 
auf  die  Arbeit  in  der  Dreherei  achten  Vollständiges  Weißwerden  der  Schalen 
beim  Trocknen  ist  Grundbedingung,  außerdem  muß  das  Blatt  auf  die  Form 
gelegt,  nicht  darauf  gepatscht  werden;  am  zweckdienlichsten  ist  jedenfalls 
das  Abtrommeln  des  Blattes,  weil  damit  die  besten  Erfolge  zu  erzielen  sind. 

Fünfte  Antwort:  Ihre  Schalen-Masse  für  SK  13  scheint  zu 
wenig  Stand  zu  haben.  Nach  Ihren  Angaben  handelt  es  sich  nicht  um 
krumme  unverzogene  Schalen,  sondern  diese  setzen  sich  auf  einer  Seite 
vollständig.  Prüfen  Sie  zunächst,  ob  Ihre  Masse  gut  durchgeschlagen  ist, 
also  keine  harten  und  weichen  Stellen  aufweist,  ob  der  Fuß  der  Schale  an 
der  richtigen  Stelle  sitzt  und  schließlich,  ob  die  Schalen  trocken  abgeleert 
werden.  Achten  Sie  ferner  besonders  darauf,  daß  die  Schalenkapseln 
trocken  herausgenommen  werden,  weil  hierauf  bei  der  jetzigen  kalten 
Jahreszeit  nicht  immer  Rücksicht  genommen  wird,  ferner  daß  die  Kapseln 
bei  der  Entnahme  aus  dem  Glühofen  gleich  geschmiert  werden.  Die 
Schmiere  besteht  aus  %  feiner  Schamotte  und  %  feinem  Ton.  Auch  Ihren 
Versatz  könnten  Sie  etwas  ändern,  wie  folgt  : 

Kaolin  47  Gew.-T. 

Quarz  .28  „ 

Bayerischer  Spat  25  „ 


90  -  Nr.  8 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


Sechste  Antwort:  Das  Senken  der  Schalen  ist  nicht,  wie 
Sie  annehmen,  auf  die  Kapseln  zurückzuführen,  sondern  es  liegen  hier 
andere  Gründe  vor,  die  Sie  allerdings  selbst  herausfinden  müssen.  Ueber 
die  Zusammensetzung  der  Masse  ist  im  Grunde  nicht  viel  zu  sagen, 
höchstens  wäre  der  Kaolin-  und  Sandgehalt  zn  erhöhen,  and  zwar  in  ge- 
ringem Umfange  und  nur  dann,  wenn  die  Fehler  nicht  an  Hand  des 
Nachstehenden  behoben  werden  können.  Der  Fehler  ist  wohl  zum  größten 
Teil  auf  Mangel  an  Sorgfalt  und  auf  die  Unterlassang  der  nötigen  Vorsichts- 
maßregeln zurückzuführen.  Das  Modell  selbst  kann  schon  den  Keim  des 
Fehlers  in  sich  tragen,  indem  es  zu  gerade  gehalten  ist  and  der  Bogen 
des  Schalenrandes  plötzlich  scharf  ansteigt  Beim  Feilen  der  Schablone 
ist  daranf  zu  achten,  daß  der  Faß  nicht  za  eng  ist,  es  entsteht  sonst 
eine  zn  lange  Fahne,  die  sich  im  Feuer  senkt.  Ebenso  maß  vom  Faß 
aasgehend  eine  Verstärkung  des  Scherbens  eintreten.  Aach  die  Her- 
stellang  der  Masse  nnd  deren  Verarbeitung  in  der  Dreherei  sind  zn  ver- 
folgen. Zu  weiche,  angleichmäßige  Masse,  das  Ueberziehen  oder  Zu- 
sammenpressen der  Habel,  das  Ableeren  za  weicher  Schalen  oder  gar  das 
Abschlagen,  Abblasen  usw.  der  Stücke  and  zuletzt  noch  eine  angleiche 
Scherbenstärke  geben  zur  Entstehung  des  Fehlers  Anlaß.  Beachten  Sie 
diese  „Kleinigkeiten",  und  Sie  werden  den  Fehler  beseitigen  können. 

Siebente  Antwort:  Ihre  Masse  enthält  za  viel  Kalkspat,  an 
dessen  Stelle  Sie  vorteilhafter  Dolomit  verwenden  würden,  weil  der  erstere 
dureh  seine  sprunghafte  Schwindung  im  allgemeinen  das  Verziehen  der 
Bänder  veiureacht.  l*/0  Dolomit  ist  ausreichend  für  Ihren  Versatz.  Ferner 
müssen  die  Schablonen  der  Flachgeschirre  so  gefeilt  sein,  daß  der 
Scherben  vom  Binde  bis  zum  Fuße  in  der  Wandstärke  von  2  bis  4  mm 
ganz  gleichmäßig  ansteigt  nnd  auf  diese  Weise  die  erforderliche  Spannung 
bildet.  Die  Kapselböden  müssen  entsprechend  gerade  sein,  damit  sie 
keine  Unebenheiten  an  den  Bindern  der  Schalen  verursachen. 

29.  Ich  beabsichtige,  neben '  der  Feuerung  meiner  neuzuerrichtenden 
Fürbringer- Muffel  Heizschlangen  für  Warmwasserheizung  anzubringen,  um 
damit  einen  Baum  im  Parterre  von  etwa  100  qm  und  im  1.  Stock  von 
etwa  120  qm  zu  heizen.  Was  für  Erfahrungen  sind  mit  dieser  Heizart 
gemacht  worden,  und  wer  richtet  sie  ein?  Ist  es  empfehlenswerter,  einen 
besonderen  Ofen  im  Keller  aufzustellen  und  zu  heizen,  und  wer  liefert  der- 
artige Oefen? 

Erste  Antwort:  Die  Angabe  der  Bodenfläche  der  zu  erwärmen- 
den Bäume  genügt  nicht,  am  die  Größe  der  Heizanlage  festzustellen. 
Es  sind  dazu  auch  noch  andere  Daten  nötig,  wie  z.  B.  die  Höhe  der 
Bäume,  die  Bauart  der  Wände,  ob  das  Gebäude  freisteht  oder  an  andere 
Gebäude  sich  anschließt  usw.  Auf  alle  Fälle  ist  ein  Fachmann  za  Bäte 
za  ziehen  oder  eine  Spezialfirma.  Meines  Erachtens  wird  sich  eine  Warm- 
wasserheizung anter  Umständen  besser  bewähren  als  eine  Dampfheizung, 
doch  muß  dies  an  Ort  nnd  Stelle  erst  geprüft  werden.  In  beiden  Fällen 
ist  der  Heizofen  im  Keller  aufzustellen,  wenn  die  Parterreräume  mit  ge- 
heizt werden  sollen,  da  das  Kondenswasser  wieder  in  den  Heizofen 
zurückfließen  muß.  Vielleicht  können  die  abziehenden  Heizgase  der  Für- 
bringermuffel  zur  Heizung  mit  benatzt  werden,  indem  man  in  den  Ab- 
zugskanal eine  Bohrschlange  einlegt. 

Zweite  Antwort:  So,  wie  Sie  sich  die  Warmwasserheizung  in 
Verbindung  mit  der  Fürbringer-Muffel  denken,  läßt  sie  sich  nicht  ein- 
richten, und  es  kann  Ihnen  nur  geraten  werden,  von  solch  einem  Ver- 
such Abstand  za  nehmen.  Wenn  Sie  die  Heizung  der  beiden  Bäume 
günstig  gestalten  wollen,  so  stellen  Sie  einen  Kessel  auf.  Derartige  An- 
lagen funktionieren  sehr  gut,  verursachen  geringe  Betriebskosten,  die  Be- 
dienung ist  äußerst  einfach  und  kann  nebenbei  verrichtet  werden.  —  Warm- 
wasserheizungen baut  die  Firma  Sülzer  &  Co.,  A.-G.  in  Mannheim. 

Dritte  Antwort:  Mit  der  Warmwasser-Zentralheizung,  wie 
Sie  sie  in  Aussicht  genommen  haben,  hat  man  sehr  gute  Erfahrungen 
gemacht.  Der  Ofen  ist  vertieft  und  so  aufzustellen,  daß  der  Brennstoff 
(Koks,  Braunkohle  oder  Briketts)  mechanisch  aufgegeben  werden  kann.  — 
Die  Fa.  Franz  Eauls,  Ingenieur-G.  m  b.  H.  in  Bad  Godesberg  a.  Bh , 
Hohenzollernstiaße  27,  baut  derartige  Heizungsanlagen. 

Vierte  Antwort:  Eine  Heizanlage  mit  dem  Neubau  Ihrer 
Fürbringermnffel  zu  verbinden,  erscheint  ganz  vernünftig  und  sehr  vorteil- 
haft. In  welcher  Weise  aber  die  Ausführung  möglich  ist,  läßt  sich  hier 
nicht  erörtern.  Zar  Darchführnng  einer  solchen  Anlage  ist  die  Firma 
Schramm  in  Erfurt  zu  empfehlen. 

30.  Wir  bitten  um  Angabe  eines  Masseversatzes  für  erstklassige 
Gebrauchngeschirre  aus  nur  deutschen  Materialien  für  SE  14 — 15.  Die 
dazu  passende  Glasur  darf  China- Clay  und  schwedischen  Quarz  enthalten. 

Erste  Antwort:  Die  Formel  einer  ersten  deutschen  Qualitäts- 
masse war  laut  Analyse : 

0,8754  KäO  ) 

0  0565  CaO  \  3,9219  A'a08,  17,5847  Si02. 

0,0681  FeO  j 

"1,0000 

und  entspricht  dem  Versatz  : 

Zebisch-Kaolin   45,69  Gew.-T. 

Boerstrand-Spat  32,16  „ 

Pley  stein- Quarz  oder  besser  kalz.  Flint   22,15  „ 

8a.  100,00  Gew.-T. 
Weitere  Massen  bestehen  aus: 

Dölauer  Kaolin   18  52  Gew.-T. 

Kemmlitzer  Kaolin  .......    32,80  „ 

Boerstrand-Spat   22,22  „ 

Pegmatit  von  Tirschenreuth  ....   26,46  „ 


oder 


Sa.  100,00  Gew.-T. 

Kaolin  von  Zebisch   22,60  Gew.-T. 

Kaolin  von  üottrt   13,00  „ 

China  Clay   7,00  „ 

Pleystein- Quarz  oder  Flint    ....  3400  „ 

Roerstrand-Spat                            .  23,50  „ 

Sa.  100,00  Gew.-T. 


Ich  erzielte  eine  feine  Qualität  mit  folgender  Masse: 

Zebisch-Kaolin   44,00  Gew.-T. 

Flint,  kalziniert   35,50  „ 

Boerstrand-Spat   20.00  „ 

Zinkoxyd   0  50  „ 


Sa.  100,00  Gew.-T. 
Die  Glasur  für  SK  15 — 16  soll  etwa  der  Formel  entsprechen: 

0,2  K90  ) 

0,2  MgO  \  0,9  Ala08,  8  8i02 
0,6  CaO  J 

und  dem  Versatz: 

Glattscherben   23,24  Gew.-T. 

Boerstrand-Spat  15,76  „ 

Dolomit  ,  5,44  „ 

Kalkspat   5  88  „ 

Zebisch-Kaolin,  glatt  gebrannt  ...  10.14  „ 
Flint,  kalz   39,54  „ 


Sa.  100,00  Gew.-T. 
Zar  Steigerang  der  Weiße  können  Sie  2  Pfand  Zinkoxyd  zageben  and 
dafür  2,47  Pfand  Kalk  herauslassen.   Der  GlattscherbenzaBatz  muß  aas 
der  Masse  berechnet  werden,  die  man  eben  anwendet. 

Zweite  Antwort:  Ans  der  Ferne  lassen  sich  eine  Unmenge  von 
Masseversätzen  aufschreiben,  die  alle  für  SK  14—15  sehr  gut  sind.  Ich 
empfehle  Ihnen,  einmal  den  folgenden  za  versachen: 

Hohbnrger  Kaolin,  geschl  26  Gew.-T, 

Kemmlitzer  Kaolin,  geschl  25  „ 

Hohenbockaer  Quarzmehl   9  „ 

Hirsehauer  Feldspatsand   ...  40  „ 

Dazu  paßt  folgende  Porzellanglasur : 

Glattscherben  (aas  eben  genannter  Masse)  312  Gew.-T. 

Magnesit,  reinst  17  „ 

Kalkspat   66  „ 

China  clay   39  „ 

Quarz   396  „ 

Dritte  Antwort:  Mit  Masse  Versätzen  für  erstklassige  Gebrauchs-  j 
geschirre  allein  ist  es  nicht  getan,  es  gehört  auch  ein  guter  Fachmann 
dazu,  der  die  Fabrikation  leitet.  Ich  nehme  darum  an,  daß  Sie  ein  solcher 
sind  and  mit  Formeln  umzugehen  verstehen. 

Masse: 

5,959  A1208 . 20,926  SiO„ 

Glasur : 


1,562  A1»03  .  9,761  Si02 


0,477  K80 
0,168  CaO 
0,168  MaO 
0,187  ZnO 

Daraus  können  Sie  die  Versätze  unter  Zugrundelegung  der  Zusammen- 
setzung Ihrer  Bohmaterialien  berechnen,  wobei  es  Ihnen  freisteht,  ent- 
sprechend englischen  Kaolin  einzuführen. 

Vierte  Antwort:  Wegen  der  Kostspieligkeit  der  böhmischen 
Kaoline  worden  bereits  mit  gutem  Erfolg  deutsche  Kaoline  versucht. 
Die  folgenden  Versätze  sind  za  empfehlen : 

L  H. 
Börtewitzer  Ia.  Kaolin  35  Gew.-T.  Börtewitzer  Kaolin  .  30  Gew.-TJ 
China  Clay  ....  13  „  Kemmlitzer  Kaolin  .  15 
Schwedischer  Spat .  .  22  „  China  Ciay  ....  5 
Kalkspat  v.  Wunsiedel  3  „  Bayerischer  Spat  .  .  26 
Pley steiner  Quarz  .  .  27  „  Bayerischer  Qaarz  .  .  24 
Diese  Versätze  haben  sich  bewährt,  jedoch  maß  bei  den  letzten  6 — 6 
Fenern  mit  gater  Steinkohle  gefeuert  werden,  um  eine  gute  Transparens 
za  erzielen. 

Fünfte  Antwort:  Wenn  Sie  die  Lage  des  Werkes  angegebei 
hätten,  so  ließen  sich  Ihnen  genauere  Angaben  machen,  wenngleich  die» 
hier  nicht  erschöpfend  geschehen  kann.  Es  gibt  soviel  geeignete  deutsche 
Materialien,  doch  spielt  die  Entfernung  bei  den  teuren  Frachtsätzen  eine 
große  Bolle.  Sie  müssen  sich  nun  selbst  an  Hand  von  Analysen  der  Itmei 
in  nächster  Nähe  erreichbaren  Materialien  eine  passende  Masse  nnd  Glasar 
ausrechnen.  Nachstehend  einige  Versätze,  die  Ihnen  als  Unterlagen  dienen 
sollen.  Eine  Porzellanmasse  für  SK  14/15  enthält  im  Durchschnitt: 
Tonsubstanz  .  *.  .   .   .   .   50—55  Gew.-T. 

Quarz  :   25—18  „ 

Feldspat   25—27  „ 

Als  Fachmann  müßten  Sie  mit  diesen  Angaben  eine  Masse  zusammen 
stellen  können,  doch  seien  Ihnen  einige  Vorschriften  gegeben,  ohne  Rück- 
sicht darauf,  ob  sie  nun  der  Lage  des  Werkes  entsprechen. 

Masse  Nr.  I.     II.     III.  IV. 

Kaolin  von  Zettlitz     —      16      —      —  Gew.-T. 
„    Halle        54       -       24       -  „ 
„       „    Dölau       —      40      —      58  „ 
„      „   Amberg    —      —      39      —  „ 

Quarz   9      22      10      17  „ 

Sand  von  Nenhaus  .32  —  —  —  „ 
Feldspat    .   .    .    .     6      22      27      25  „ 

100  100  100  100  Gew.-T. 
Es  ist  nicht  leicht,  eine  passende  Glasur  anzugeben,  wenn  man  nioh 
weiß,  ob  sie  nur  für  weiße  oder  auch  für  dekorierte  Ware  verwendet' 
werden  Boll.  An  Hand  der  folgenden  Unterlagen  müssen  Sie  selbst  Ver 
suche  anstellen  nnd  dabei  berücksichtigen,  daß  Kalk-Glasuren  mit  wenig 
Magnesia  für  die  Entwicklung  von  Farben  günstig  sind,  daß  man  dagegei 
für  weiße  Ware  magnesiareiche  Glasuren  vorzieht.  Passende  Glasur« 
für  SK  14/16  HSnA.  4m  Mgwlmi 


1028.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


Nr.  8-01 


0,4  CaO  1 

I.  0,2  M«0  \  0,9  AJ2Os  .  8  8iOs 
0,4  KaO  J 

Versatz:  Feldspat   222,4  Gew-T. 

Marmormehl   40,0  „ 

Magnesit  16,8  „ 

Zettlitzer  Kaolin  129,0  „ 

Sand  von  Hohenbocka    276,0  „ 

0,2  K,0  1 

II.  0,5  Mg   \  0,7  AJ203  .  6  Si02 
0,3  GaO  J 

fersatz :  Feldspat  1112  Gew.-T. 

Dolomit  55.2  „ 

Magnesit  -     16,8  „ 

Zettlitzer  Kaolin,  roh  110,0  „ 

Qaarz  resp.  Sand  von  Hohenbocka    .    228,0  „ 

HI.    J|  j  ^  }  1  A1203  .  9  SiOs 

ersatz :  Feldspat  ....'.!   333,6  Gew.-T. 

Zettlitzer  Kaolin,  roh  .   .    .    .  -.   .  •  103,2  „ 

Sand  von  Hohenbocka   270,0  „ 

Kalkspat.    .   .  40,0 

Sechste  Antwort:  Ei  wird  lauen  ohne  Znsatz  von  etwa 
0°/o  Zettlitzer  Kaolin  oder  China  clay  znr  Masse  nicht  gelingen,  ein 
virklich  erstklassiges  Porzellan  zn  erzielen.  Keinesfalls  ist  aber  eine 
Jarbrandtemperatur  von  SK  14 — 15  notwendig,  sondern  es  genügt  SK 
3 — 14  Was  dadurch  an  Brennmaterial  gespart  wird,  wenden  Sie  an 
bengenannte  Kaoline.   Als  Masseversatz  ist  der  folgende  zn  empfehlen  : 

Dölauer  Kaolin  40  Gew.-T. 

Zettlitzer  Kaolin  10  „ 

Tirschenrenther  Pegmaiit  ......    50  „ 

Dolomit  (ev.  7»  %  ausreichend) ....     1  „ 

Mabldaner  24  Stunden, 
[achstehende  Glasnr  ist  für  SK  13 — 14  zu  verwenden : 

Pegmatit     37  Gew.-T. 

Qaarz,  kalziniert  19  „ 

Dolomit  11  „ 

China  clay  7  „ 

Glattecherben  26  „ 

Mahldauer  60  Stunden. 


Glas. 

20.  Wir  beabsichtigen  die  Herstellung  eines  spezifisch  möglichst 
hweren  Glases,  das .  schon  durch  diese  Eigenschaft  für  Röntgenstrahlen 
hwer  durchlässig  ist.  Kann  dieses  Glas  in  Form  von  Tafel-  oder  Spiegel- 
las hergestellt  werden?  Welche  Zusammensetzung  muß  es  haben?  Ver- 
mutlich kommt  dafür  Bleiglas  in  Betracht. 

Erste   Antwort:     Das   Wärmeleitungsvermögen   des  Glases 
jimmt  mit  steigendem  Gehalt  an  Blei-,  Zink-,  Kalium-  und  Baricmoxyd  ab 
pd  dementsprechend  vermindert  sich  auch  die  Durchlässigkeit  des  <->]ases 
jlr  Röntgenstrahlen.   Das  spezifische  Gewicht  der  Alkali-Bleioxyd-Gläser 
mlewegt  sich  zwischen  3,2—4,99,  wohingegen  das  Jenaer  Blei-Silikat-Glas 
tt  in  spezifisches  Gewicht  von  5,94  anfweist.  Nun  erfordert  die  Schmelzung 
lerartiper  Gläser  nicht  nnr  große  Uebung  nnd  Erfahrung,  sondern  sie  setzt 
ach  einen  heiß  und  gleichmäßig  gehenden  Ofen  voraus  und  die  Ver- 
wendung der  reinsten  Bobmaterialien,  die  auf  das  innigste  gemischt 
erden  müssen.    Am  einfachsten  dürfte  es  sein,  das  Glas  ausuzwalzen. 
oll  es  als  Tafelglas  ausgearbeitet  werden,  so  muß  es  in  einem  Streckofen 
lit  indirekter  Beheizung  geglättet  werden,  da  sich  sonst  das  Bleiglas 
ei  direkter  Berührung  mit  der  Flamme  leicht  verändert.   Anch  ist  zu 
-t  npfehlen,  diese  Gläser  in  verdeckten  Häfen  zu  schmelzen. 

Blei- Silikatglas: 

Sand  .   .    110  kg 

Mennige   250  ,, 

Pottasche  36  „ 

Salpeter   6 

Scherben  25  „ 

ieses  Glas  meß  während  der  Schmelze  gut  durchgerührt  werden. 

21.  Wie  wird  die  Glasisdlation  in  Edison-Normalsockel  gepreßt,  und 
jr  liefert  die  nötigen  Maschinen  dazu? 

Erste  Antwort:  Ich  weiß  nicht  recht,  was  Sie  unter  Edison- 
ormalsockel verstehen.  Aller  Warscheinlichkeit  nach  handelt  es  sich  um 
lühlampen,  und  zwar  um  den  Sockel  oder  die  Glasstäbchen,  die,  an  die 
irne  angeschmolzen,  die  Glühfäden  stützen.  Dieser  Sockel  wird  nach- 
äglich  an  einer  Verschmelzmaschine  an  die  Birne  angeschmolzen.  E at- 
irechende Maschinen  liefern:  A.  E*G.  in  Berlin,  die  Aktien- Gesellschaft 
>rm.  Jul.  Pintsch  in  Berlin,  und  die  Aktien-Gesellschaft  vorm.  Schuckert 
Nürnberg. 

Zweite  Antwort:  Die  Glatisolationen  im  Edison-Normalsockel 
erden  in  eigens  dazu  konstruierten  Pressen  mit  mehreren  Formen  im 
evolvertisch  hergestellt,  und  zwar  können  mit  einer  Presse  in  8  Stunden 
wa  10  000  Stück  fertiggemacht  werden.  Die  Glasmasse  wird  in  speziellen 
äfen,  die  mit  flüssigem  Brennstoff  geheizt  werden,  geschmolzen,  wobei 
:h  an  einem  Ofen  mehrere  Maschinen  aufstellen  lassen.  —  Pressen  und 
inrichtnng  liefert  Carl  Wollenhöfer  in  Friemersheim  (Niederrhein). 

22.  Für  welche  Zwecke  wird  Glaswolle  gebraucht,  und  welche  An- 
rderungen  in  Bezug  auf  Eigenschaften  und  Qualität  werden  an  sie 
rteUt? 

Erste  Antwort:  Die  Verwendung  von  Glaswolle  wird  immer 
[ifangreicher  nnd  ihre  Herstellung  immer  vollkommener.  Die  gewöhn- 
te Glaswolle  dient  als  Filtriermaterial  bei  ohemischen  Prozessen  und 
Ii  Isolierangezwecken,  die  feine  wird  mit  Kunstseide  versponnen  und  bildet 
^  Den  wichtigen  Ausfuhrartikel.  Die  Glaswolle  muß  im  Faden  ganz  gleich- 
Sflig  fein  nnd  äußerst  elastisch  sein. 


Hl 


Neue  Fragen. 
Keramik. 

38.  Die  Frage  11  in  Nr.  4  des  Sprechsaal  und  die  eingegangenen 
Antworten  veranlaßten  uns,  eine  Nachprüfung  unserer  Oefen  mit  über- 
schlagender Flamme,  in  denen  Hartsteingut  gebrannt  wird,  vorzunehmen. 
Wir  leiden  zwar  nicht  unter  dem  Uebel  wie  der  betr  Fragesteller,  jedoch 
darunter,  daß  die  Waren  in  den  Biskuitöfen  an  der  Sohle  des  Ofens 
wesentlich  weicher  sind,  als  die  in  der  Mitte  und  Höhe  des  Ofens  gebrannten 
Waren.  Die  Folge  davon  ist,  daß  einzelne  weich  gebrannte  Stücke  im 
Glasurbrand  haarrissig  werden.  Wir  haben  Planrostfeuerungen;  10  cm 
über  dem  Planrost  sind  vorn  Eiunstäbe  eingemauert,  die  mit  Schamotte- 
steinen lose  zugesetzt  sind,  so  daß  eine  10  cm  breite  Fläche  oberhalb  des 
Rostes  ,  frei  bleibt,  durch  die  Frischluft  in  die  Feuerungen  einströmen  kann 
und  die  Schlacken  beim  Putzen  der  Hoste  tierausgezogen  werden  können. 
Die  Zuschüttung  der  Kohle  erfolgt  von  oben.  Wir  bitten  nun  um  Auf- 
klärung, was  unter  „freier  Mostfläche"  und  „gewöhnlicher  Roslfläche"  zu 
verstehen  ist,  und  ob  hierzu  die  offene  10  cm  hohe  Fläche  an  der  Vorder- 
seite der  Rostfläche  gehört  oder  nicht?  Diese  Fläche  eingerechnet,  haben 
unsere  Oefen: 

a)  eine  freie  Rostfläche  von   17600  gern 

b)  „    totale       „        „  .   .   .   43  650  „ 

c)  eine  Summe  der  Abzugslöcher  in  der  Ofensohle  von     5  680  „ 

Es  ist  also  das  Verhältnis  von  a  :  c  =  3,l :  1, 

b:c  =  7,7:1. 

Nach  Kerl  soll  das  Verhältnis  der  freien  Rostfläche  zur  Summe  der  Abzugs- 
löcher in  der  Ofensohle  3 : 1  sein,  also  wäre  unsere  Dimensionierung  der 
Abzttgslöcher  richtig.  Nach  Antworten  im  Fragekasten  soll  das  Verhältnis 
der  Rost  fläche  zur  Summe  der  Abzugslöcher  eines  Ofens  etwa  10 : 12  sein, 
bei  uns  wäre  also  das  Verhältnis  etwa  7, 7 : 1,  die  Summe  der  Abzugslöcher 
also  zu  groß    Was  ist  nun  richtig? 

39.  Um  eine  besser  drehbare  Masse  mit  muscheligem  und  speckigem 
Scherben  zu  erzielen,  wird  die  Tonsubstanz  teilweise  als  fetter  Wildsteiner 
Ton  mit  96°/0  Tonsubstanz  und  4°f0  Feldspat  eingeführt.  Die  rationelle 
Zusammensetzung  der  Drehmasse  ist:  50  %  Tonsubstanz,  25  °/o  Quarz, 
25  %  Feldspat.  25  °/0  Tonsubstanz  werden  aus  Zettlitzer  Kaolin  und  25  % 
eben  aus  diesem  Ton  entnommen.  Man  erzielt  eine  sehr  gute  Drehmasse 
mit  gutem  Stand,  muscheligem  und  speckigem  Scherben.  Die  Masse  geht 
aber  sehr  schwer  durch  die  Filterpresse,  woran  der  fette  Ton  schuld  ist, 
denn  ohne  diesen  Tonzusätz  preßt  sich  die  Masse  gut,  hat  aber  nicht  die 
verlangten  Eigenschaften.  Wie  ist  diesem  Uebelstande  abzuhelfen?  Der 
Tonzusatz  soll  nicht  reduziert  und  am  Versatz  soll  nichts  geändert  werden. 

40.  Ich  bitte  um  Angabe  von  Versätzen  zur  Herstellung  von  porzellan- 
artigen, also  gesinterten  Kochgeschirren,  am  Uebsten  unter  Verwendung  von 
Bunzlauer  Fett-  und  Magerton,  die  bei  einer  Temperatur  von  etwa  1350 
bis  1400°  gebrannt  werden  sollen.  Die  zu  fabrizierenden  Produkte  dürfen, 
wie  dies  eben  bei  Bunzlauer  Ton  der  Fall  ist,  ein  gelbliches  Aussehen  haben. 

41.  Wie  präpariert  man  trockene  Schmelzfarben  am  einfachsten  für 
die  Pudertechnik  und  den  keramischen  Buntdruck? 

42.  Wir  verwenden  zum  Brennen  unserer  Glasurmuffelöfen 
böhmische  Braunkohle  (Ellyschacht,  Eisenberg,  zum  Teil  auch  Brucker) 
möchten  diese  jedoch  durch  deutsche  Briketts  ersetzen.  Welches  ist  die 
bestgeeignete  Marke  als  Ersatz  für  die  genannte  böhmische  Kohle? 

43.  Wer  liefert  kleine  Maschinen  für  Handbetrieb  zum  Bedrucken 
von  weißen  Porzellanplättchen  mittels  Metallstempel  und  wie  erfolgt  am 
besten  das  Bedrucken  mittels  Abzugs  und  mit  Stempelmaschine? 

44.  Wir  wollen  die  Herstellung  von  Hochspannungsisolatoren  für 
eine  Betriebsspannung  von  100  000  Volt  aufnehmen  und  bitten  um  An- 
gabe eines  Masse-  und  Glasurversatzes  bei  möglichster  Verwendung  von 
Karlsbader  Kaolin  für  SK  13 — 14  Ausbrand.  Welches  Ofensystem  und 
Welche  Ofengröße  kommen  in  Betracht? 


Glas. 


28.  Welche  Erfahrungen  sind  bisher  mit  der  Vergasung  von  Rohbraun- 
kohle  in  Gußglashütten  (Rohglas,  Drahtglas)  gemacht  worden?  Eignet  sich 
eine  junge  Braunkohle,  zur  Hälfte  aus  erst  halbverkohlten  Holzteilen  be- 
stehend, mit  4068  Wärmeeinheiten,  für  einen  rentablen  Betrieb?  Welche 
Generatoren  haben  sich  bisher  für  die  Vergasung  derartiger  Kohle  am 
besten  bewährt? 

29  Bei  unserem  Siebert- Ofen  entzündet  sich  während  der  Arbeit 
zeitweise  das  Gas  schon  in  der  Gaswechselirommel.  Die  Trommel  ist  und 
schließt  luftdicht,  das  Mauerwerk  ist  in  Ordnung,  und  dieser  Uebelstand 
zeigte  sich  auch  früher  bei  Verwendung  eines  Wechsels.  Die  Entfernung 
zwischen  Trommel  und  beiden  Gaskammern  ist  gleich  und  beträgt  6  m, 
(Kammerlänge  3,50  m),  im  ganzen  beträgt  sie  zwischen  Ofenmitte  und 
Trommellänge  10,50  m  Gasmangel  haben  wir  keinen,  und  wir  verwenden 
Kohle,  Torf  und  Holz.  Bei  einem  zweiten  Ofen,  wo  die  Entfernung 
zwischen  Kammer  und  Trommel  um  1  m  größer  ist,  zeigt  sich  dieser 
Uebelstand  nicht,  und  wir  sind  daher  der  Ansicht,  daß  eine  Entfernung 
von  6  m  zu  gering  ist.  Ist  dies  der  Fall,  so  möchten  wir  vorläufig  die 
Entfernung  durch  Einsetzen  von  Ueberführungsbögen  von  der  Trommel 
weg  vergrößern.   Haben  wir  recht? 

Zur  Beachtung1! 

Die  geschätzten  Mitarbeiter  und  Antwortgeber  bitten 
wir  dringend,  das  Papier  bei  Manuskripten  (anch  Frage- 
beantwortungen ! )  nur  einseitig  und  nicht  so  eng  beschrei- 
ben zu  wollen,  um  den  Setzern  die  Setzarbeit  und  uns  die 
Durohsloht  der  Schriftstücke  zu  erlelohtern. 


Briefkasten  der  Redaktion. 

S.  A.-G.  in  L.  nnd  andere.  Es  ist  unangebracht,  Ihnen  hier  oder 
im  Fragekasten  zu  antworten,  denn  Sie  lesen  den  Sprechsaal  offenbar 
nicht.   Täten  Sie  es,  so  würden  Sie  vor  allem  die  alphabetischen  Inhalts 


\ 


§2  —  Nr.  8 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


Verzeichnisse  der  letzten  Jahre  durchgesehen  und  dann  eine  Menge  von 
Kapselversätzen  gefunden  haben  z.  6.  in  den  Fragen  35  in  Nr.  12  and 
114  in  Nr.  35,  1919,  »/4  und  »»/ss,  1920  und  "/s.  1921. 

F.  &  E.  F.  1,  U.  Sie  finden  das  Wesentliche  Uber  das  Säure- 
polieren in  Nr.  36  des  Sprechsaal  1918,  S.  162. 


K.  Seh.  i.  TS,  Die  Schmelzung  von  Glas  im  elektrischen  Ofen  hat 
sich  in  Deutschland  nicht  eingebürgert,  weil  sie  viel  zu  teuer  ist;  in 
Ländern  mit  billiger  Wasserkraft  zur  Erzeugung  billiger  elektrischer] 
Energie  sind  stellenweise  elektrische  Glasschmelzöfen  in  Betrieb.  Die; 
von  Ihnen  erwähnte  Vorführungastelle  besteht  nicht  mehr. 


Veröffentlichungen  der  Auflenhandelsnebenstelle  Feinkeramik. 

3.  Multiplikatorentabelle. 


Terkaufsbedingungen  für  die  Ausfuhr  von 
elektrotechnischem  und  technischem  Porzellan. 

(Gültig  ab  16.  Februar  lb22.) 

I.  Allgemeine  Bedingungen. 

1.  Die  Ausfuhr-Mindestpreise  verstehen  sich  fob.  deutschem 
Ausfuhrhafen  bzw.  frei  deutscher  Grenze,  und  zwar  ausschließ- 
lich Verpackung. 

2.  Bei  allen  Arten  von  Hochspannungsporzellan  sowie 
Niederspannungs-Freileitnngs-lsolatoren  ist  für  Verpackung 
einschließlich  Kisten  ein  Mindestzuschlag  von  5°/0  zu  erheben. 
Bei  allen  übrigen  Arten  von  elektrotechnischem  und  sonstigem 
technischen  Porzellan  sowie  bei  losen  Metallarmaturen  und  bei- 
gepackten losen  Armaturen  ist  für  Verpackung  einschließlich 
Kisten  ein  Aufschlag  von 
wertes  anzurechnen. 

3.  Den  Ausgangspunkt 


mindestens  3  °/0  des  Rechnungs- 


für die  Ausfuhrpreise  bilden  die 
Grundpreise  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik.  Die 
wichtigsten  Exportartikel  samt  ihren  Grundpreisen  sind  auf 
einem  besonders  erhältlichen  Preisblatt  zusammengestellt. 

4.  Gegenüber  den  Ländern  AI — A5,  B  und  C  wird  in  der 
Währung  des  Bestimmungslandes  fakturiert  (Ueberseeländer 
und  Ausnahmen  siehe  Fußnote).1)  Gegenüber  den  Ländern 
D 1 — D  3  und  E  ist  in  Reichsmark  zu  berechnen. 

5.  Die  Errechnung  des  Ausfuhrmindestpreises  erfolgt,  indem 
der  Grundpreis  mit  der  Zahl  multipliziert  wird,  die  in  der 
nachstehenden  Tabelle  (II,  3)  für  das  in  Frage  kommende  Land 
unter  Berücksichtigung  der  Artikelgruppen  vorgesehen  ist. 
Der  sich  ergebende  Wert  ist  der  fertige  Ausfuhrmindestpreis 
in  der  für  das  betreffende  Land  vorgeschriebenen  Währung  für 
100  Stück,  ausschließlich  Verpackung. 

II.  Preisbestimmungen. 

1.  Ländergruppen: 

A 1)  Holland,  Schweiz,  China,  Japan,  Vereinigte  Staaten  von 
Nordamerika,  Mexiko  und  sonstige  mittelamerikanische 
Staaten. 

A  2)  Großbritannien,    seine  Dominions    und    seine  Kolonien, 

sowie  Canada. 
A3)  Spanien  und  Portugal. 
A4)  Norwegen  und  Dänemark. 
A5)  Schweden. 

B)    Belgien,  Frankreich  und  Luxemburg. 
Cl)  Italien. 

C2)  Tschecho- Slowakei. 

D  1)  Deutsch-Oesterreich  und  Ungarn. 

D  2)  Jugoslawien  und  Balkanländer. 

D  3)  Ehemaliges  Rußland,  einschließlich  Polen  und  Finnland. 
E)    Südamerikanische  Staaten. 

2.  Artikelgruppen: 

I.    Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren  einschließlich  der 

Reichspostmodelle. 
Ii.    Elektrotechnische  Stanzartikel 
Artikel. 

111  a.  Freileitungs-Stützen-Isolatoren 

Hermsdorf  L  1387. 
III  b.  Freileitungs-Stützen-Isolatoren 

1387  bis  inkl.  Hermsdorf  1391. 
III  c.  Freileitungs-Stützen-Isolatoren 

1391. 

IV.    Hänge-Isolatoren    und  leeres 
Hänge-Isolatoren. 

V.  Durchführungen,  Stützer,  Griffe,  Rillen-Isolatoren. 
(III  bis  V  alles  ohne  Armaturen.) 

VI.  Hänge-  und  Abspann-Isolatoren  mit  Armaturen. 

*)  Es  wird  fakturiert: 

nach  io 

Portugal   Pfnnd  Sterling'"* 

Britische  Dominions  und  Britische  Kolonien  Pfand  Sterling** 

Canada  wahlweise  Pfd.  Sterl.  oder  U.S.A.-Dollar 

Holländische  Kolonien   holländische  Gulden 

China   U.S.A.-Dollar 

Japan  .    Yen 

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika  .    .    .  Dollar 

Mexiko   mexikanischen  Goldpesos 

Sonstige  mittelamerikanische  Staaten  .    .   .  U.S.A.-Dollar 

**  Die  nachstehend  verzeichneten  Multiplikatoren  fttr  diese  Länder 
sind  auf  Schillings  bezogen. 


und  sonstige  technische 
bis    zur  '  Größe  entspr. 

größer  als  Hermsdorf  I. 

größer  als  Hermsdorf  I. 
Porzellan    zu  armierten 


3  pi 
10  £< 

Land 

Artikel-Gruppen 

o  5 

I  | 

II 

lila  | 

Illb 

IIIc  | 

IV  | 

V  j 

VI  ! 

1A 

Holland 
Schweiz 
Japan 
Mexiko 

Vereinigte  Staa- 
ten von  Nord- 
Amerika  restl. 
Mittelamerika, 

Uauaua  U  \j Hille 

0,094 
),2 
),077 
0,077 

0,038 

0,094 
0,2 
0,077 
0,077 

0,038 

0,029 
0,062 
0,024 
0,024 

0,011 

0,030 
0,064 
0  024 
0,024 

0,012 

0,039 
0,084 
0,032 
0,032 

0,015 

0,043 
0,093 
0,036 
0,036 

0,017 

0,036 
0,079 
0  030 
0,030 

0,015 

0,036 
0,077 
0,029  i 
0,029  ! 

0,014 

A2 

England  und 
jxoionien 
Canada 

0,156* 

0,156* 

0,048* 

0,050* 

0,066* 

0,072* 

0,061* 

0,060' 

A3 

Spanien 
Portugal 

0  24 
0|l87* 

0  24 
0^187* 

0,075 
0',058* 

0  079 
0'061* 

0,090 
0*069* 

0,100 
0|078* 

0,084 
0^065* 

H  084. 1 
0,065; 

A4 

Norwegen  und 
Dänemark 

0,184 

0,184 

0,060 

0,070 

0,078 

0,084 

0,078 

0,075 

A6 

Schweden 

0,142 

0,142 

0,044 

0,045 

0,056 

0,066 

0,056 

0,054 

B 

Belgien 

Frankreich 

Luxemburg 

0,4 

0,4 

0,096 

0,108 

0,131 

0,157 

0,131 

0,1311 

01 

Italien 

0,66 

0,6 

0,225 

0,249 

0,281 

0,312 

0,225 

0,281  i 

C2 

Tschecho- 
slowakei 

1,6 

1,6 

0,750 

0,750 

0,750 

0,750 

0,750 

0,750 

Dl 

Deutscn-Oester- 
reichu.  Ungarn 

3,25 

3,25 

1,12 

1,12 

1,12 

1,12 

1,12 

1,12 

D2 

Jugoslavien 
Balkanländer 

3,25 

3,25 

1,40 

1,40 

1,40 

1,40 

1,40 

1,40 

D3 

Baßland 
Polen  und 
Finnland 

3,25 

3,25 

1,40 

1,52 

1,68 

1,68 

1,68 

1,68 

E 

Südamerika- 
nische Staaten 

3,52 

3,25 

1,60 

1,68 

1,68 

1,68 

1,68 

1,68 

Obige  Multiplikatoren  sind  auf  Schillings  bezogen. 


Sprechsaal  -  Kalender 
1922 

Preis '  Gebunden  bei  freier  Zu- 

 1  sendung  für  Deutschland, 

Deutsch  -  Oesterreich  M  13. — , 
Tschechoslowakien  und  Ungarn 
M 16.—,  für  das  Ausland  mit  hoch- 
stehender Währung:  Frs  5.—, 
Lire  5.—,  Sh  4.—,  Dollar  1.—, 
Kroner  3.60,  Flh  2,50. 

Geschäftsstelle  des  Sprechsaal 
Coburg. 


Nach  langem,  schweren,  mit  großer  Geduld  ertragenem 
Leiden  entschlief  heute  mein  lieber  Bruder,  der  Kaufmann 

Porzellan  -  Nippes  -  örosshändler 

Johannes  Schmidt 

im  52.  Lebensjahre. 

Dies  zeigt  tiefbetrübt  an 

Emma  Schmidt. 

Berlin,  den  30.  Januar  1922. 

Kchmidstr.  9tt. 


(55./a?i?gang.) 


Coburg,  den  2.  März  1922. 


Nummer  9 


Zeitschrift  für  die  Keramischen,  Glas-  und  verwandten  Industrien. 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bagra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


FernsprechanschlaöNr.  59./Telegr.-Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erf ort  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto :  Cobarg-Gothaische  Bank  A.-G.,  Cobarg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  und  Deatsch-Oesterreich  darch  die  Post  vierteljährlich  Jl  14.—  anter  Streifband  »«40.—. 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  1.—  (Stellengesache  40  4). 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  and  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Berichtigung. 

Im  „Bericht  über  einen  kürzlichen  Besuch  portugiesischer 
and  spanischer  Tonwarenfabriken"  in  Nr.  8  ist  auf  S.  79  durch 
Verstellung  zweier  Zeilen  der  zweite  Teil  des  letzten  Satzes  in 
äer  ersten  Spalte  verstümmelt  worden.  Die  Zeilen  23  und 
24  der  zweiten  Spalte  sind  obenan  zu  setzen,  und  der  Satz  und 
seine  Folge  lautet  dann:  ....  so  daß  die  Gießerei  in  aus- 
gedehntem Maße  zur  Einführung  kommen  sollte.  Allerdings 
üatte  man  auch  schon  gefunden,  daß  das  Gießen  nicht  in  allen 
Fällen  das  Arbeiten  mit  der  runden  Drehscheibe  ,  ersetzen 
kann,  ..... 

Tunnelöfen  in  der  feinkeramischen  Industrie. 

Erwiderung 
von  Oberingenienr  B  u  r  e  s  c  h ,  Saarau. 

(Nachdruck  verboten.) 

Ich  gehe  mit  Herrn  Direktor  Sprenger  (Sprechsaal  1922, 
NTr.  7)  in  seiner  Ansicht,  daß  Fortschritte  in  der  Technik  auf 
edem  Gebiete  nur  durch  sachliche  Arbeit  und  sachlichen 
Meinungsaustausch  erzielbar  sind,  vollkommen  einig,  und  habe 
nich  befleißigt,  in  meiner  ersten  Erwiderung  auf  den  Artikel 
les  Herrn  C.  Roschmann  das  sachliche  Gebiet  nicht  zu  ver- 
assen ;  nur  dort,  wo  es  sich  darum  handelte,  unmotivierte 
Angriffe  unserer  Konkurrenz  abzuwehren,  sah  ich  mich  veran- 
aßt, diefbr  in  angemessener  Form  entgegenzutreten. 

Ich  habe  in  keiner  Weise  der  AEG.  und  ihren  Herren  ab- 
gestritten, daß  sie  mit  der  ersten  Einführung  der  Gasfeuerung 
n  den  Kanalofenbetrieb  einen  tatsächlichen  Fortschritt  erstrebt 
tnd  erzielt  haben,  und  ich  habe  es  jederzeit  begrüßt,  daß  die 
iEG.  es  unternommen  hat,  unter  Beiseitesetzung  sonst  vor- 
andener  Bedenken  gegen  bisher  unerprobte  Verfahren  und 
ärennmethoden  das  Risiko  derselben  auf  sich  zu  nehmen.  Es 
r&re  den  Konstrukteuren  wahrscheinlich  noch  schwerer  ge- 
worden, als  ich  dies  in  meiner  ersten  Erwiderung  schon  her- 
vorhob, die  Einführung  der  Gasfeuerung  anzubahnen  und 
'furchzuführen,  wenn  nicht  eben  die  AEG.  mit  gutem  Beispiel 
orangegangen  wäre. 

Wenn  Herr  Direktor  Sprenger  nun  sagt,  daß  die  durch 
ie  direkte  Befeuerung  gegebenen  Unregelmäßigkeiten  Veran- 
issung  zum  Umbau  gewesen  seien,  so  kann  unseres  Erachtens 
ich  dies  nur  darauf  beziehen,  daß  die  Beschickung  der  beiden 
n  jeder  Seite  des  Ofens  befindlichen  Feuerungen  eine  un- 
leichmäßige  Verbrennung  der  Kohleschichten  und  damit 
ngleichmäßige  Flamme  und  Temperatur  im  Ofen  ergeben 
jaben.  Es  ist  allerdings  Voraussetzung,  für  einen  vollkommen 
leichmäßigen  Betrieb,  daß  diese  4  Feuerungen  kreuzweise 


beschickt  und  gestocht  werden,  um  beide  Seiten  des  Ofenkanals 
ständig  auf  gleicher  Temperatur  und  bei  gleicher  Flammen- 
entwicklung zu  halten,  welch'  letztere  bekanntlich  für  den 
guten  Ausfall  der  Ware  allgemein  für  erforderlich  gehalten 
wird,  obwohl  einige  in  letzter  Zeit  durch  die  Herren  Dr.  Rieke 
und  Dr.  Steger  und  ihre  Assistenten  —  allerdings  nur  im 
Laboratorium  zunächst  —  ausgeführten  Versuche  mit  flammen- 
loser Oberflächenverbrennung  gleichfalls  gute  Resultate  ergeben 
haben,  wie  Herr  Dr.  Bauer  in  den  Veröffentlichungen  der 
Deutschen  Keramischen  Gesellschaft  beschrieben  hat.  Jedoch 
ist  es  sicher  wesentlich  für  den  Ausfall  der  Ware,  wenn  man 
mit  Flamme  arbeitet,  daß  diese  den  ganzen  Besatz  gleich- 
mäßig umspült,  und  nicht  nur  einen  Teil  oder  eine  Hälfte  des- 
selben. 

Geschieht  daher  das  Beschicken  der  Feuerungen  im  täg- 
lichen Betriebe  nicht  gleichmäßig,  —  und  namentlich  in  den 
Nachtschichten,  wo  es  meistens  doch  an  der  sorgfältigen  Auf- 
sicht mangelt,  wird  dies  überall  der  Fall  sein  oder  zum 
mindesten  gelegentlich  vorkommen,  —  so  ergeben  sich  selbst- 
verständlich Unregelmäßigkeiten.  Aber  auch  bei  jedem  Rund- 
ofen läßt  sich  dieser  Uebelstand  nicht  vermeiden,  nur  zeitigt 
er  hier  ernstere  Folgen  als  beim  Tunnelofen,  bei  dem  immer 
nur  der  verhältnismäßig  kleine  Besatz  einiger  weniger  Wagen, 
welche  sich  gerade  in  der  Brennzone  befinden,  davon  betroffen 
werden  kann.  Die  Beobachtung  der  stets  von  uns  zur  An- 
schaffung empfohlenen  Pyrometer  durch  die  Ofenbrenner  — 
welche  nach  den  von  uns  gemachten  Erfahrungen  auch  tat- 
sächlich erfolgt,  —  kann  und  wird  auch  hier  bei  einem  guten 
und  an  dem  Ausfall  des  Brandes  interessierten  Stamm  Leute 
einen  größeren  Schaden  verhüten.  Mit  Bezug  hierauf  können 
wir  sogar  feststellen,  daß  gerade  zuverlässige  Brenner  den 
größten  Wert  auf  das  gute  Funktionieren  der  Pyrometer  legen 
und  es  sofort  melden,  wenn  eine  Störung  an  den  immerhin 
empfindlichen  Apparaten  eingetreten  ist.  Dieser  Umstand  der 
leichten  Beobachtung  des  Ofenganges  und  der  Möglichkeit 
eines  jederzeit  nur  geringen  Schadens  bedeutet  an  und  für 
sich  schon  einen  erheblichen  Vorzug  des  Tunnelofens.  Bei 
gut  eingearbeitetem  Personal  läßt  sich  auf  diese  Weise  ein 
Temperaturunterschied  von  vielleicht  lj3  SK  zwischen  oben 
und  unten  ohne  weiteres  erreichen,  und  wir  wissen,  daß  z.  B. 
auf  der  Steingutfabrik  Annaburg  die  Feuerführung  eine  so 
gleichmäßige  ist,  daß  der  Probe- Segerkegel  zur  bestimmten 
Zeit  vor  dem  betr.  Schauloch  fällt,  trotzdem  auch  dieser  Ofen 
mit  direkter  einfacher  Rostfeuerung  arbeitet. 

Und  gerade  auch  an  diesem  Ofen  wurde  gleichfalls  die 
von  mir  schon  erwähnte  Beobachtung  gemacht,  daß  die  Ge- 
wölbedrückungen  ihren  beabsichtigten  Zweck  tatsächlich  er- 


U  —  Kr.  § 


SPRECHSAAL-COBURG. 


\m.  (6R.  Jahrgang.) 


füllen  and  die  Flammen  zwingen,  in  dem  Besatz  auf  und  nieder 
zu  steigen  und  ihn  so  gleichmäßig  zu  umspülen  und  zu  er- 
wärmen, ohne  daß  sie  in  der  Lage  sind,  sofort  in  schräger 
Richtung  nach  den  Abzügen,  welche  sich  in  der  Höhe  des 
Wagenplateaus  befinden,  hin  abzustreichen. 

Zu  unserem  lebhaften  Bedauern  sind  wir  nicht  in  der 
Lage,  unsere  Angaben  über  den  Prozentsatz  an  nicht  tadelloser 
Ware  der  Hennigsdorfer  Oefen  schon  jetzt  zurückzunehmen, 
da  wir,  wie  schon  gesagt,  gerade  mit  Bezug  darauf  immer  den 
Bedenken  unserer  Interessenten  begegnet  sind,  die  zu  zer- 
streuen uns  sicher  in  zahlreichen  Fällen  nicht  gelungen  ist, 
sonst  hätte  manche  Anfrage  für  uns  schon  früher  zu  Aufträgen 
geführt.  Außerdem  sind  uns  so  viel  persönliche  Urteile  von 
Fachleuten  bis  in  die  letzte  Zeit  hinein  bekannt  geworden,  die 
uns  stets  das  annähernd  gleiche  Verhältnis  angaben,  sodaß  wir 
an  der  Tatsache  nicht  zweifeln  können.  Es  wäre  uns  selbst 
unbedingt  angenehmer  gewesen,  ein  anderes  Uiteil  zu  ver- 
nehmen, da  dann  unsere  eigenen  Interessen  viel  besser  ge- 
fördert worden  wären.  Worauf  wir  aber  schon  früher  hin- 
wiesen: Es  besteht  sicher  ein  Unterschied  zwischen  dem 
Werk,  welches  nur  für  eigenen  Bedarf  und  dem,  welches  für 
den  Verkauf  seiner  Produktion  arbeitet.  Daher  mag  es  kommen, 
daß  die  Beurteilung  eine  so  verschiedene  ist,  und  wir  geben 
gern  zu,  daß  ein  Schönheitsfehler  sozusagen  der  Brauchbar- 
keit eines  Produktes  für  einen  bestimmten  Zweck  keinen  Ab- 
bruch tut.  Aber  kauft  jemand  gern,  um  ein  einfaches  Beispiel 
heranzuziehen,  einen  zwar  scharf  gebrannten  und  gut  geformten, 
aber  mißfarbigen  Ziegel,  wenn  er  in  der  Nachbarschaft  für 
den  gleichen  Preis  einen  unter  Umständen  sogar  nicht  ganz 
so  gut  gebrannten  oder  geformten,  dafür  aber  schön  rein- 
farbigen Ziegel  erhalten  kann  ?  —  Und  welches  Fabrikat,  selbst 
wenn  beide  in  ihren  durch  den  Zweck  bestimmten  Eigen- 
schaften gleichwertig  sind,  wird  stets  auch  von  der  Fachwelt 
höher  bewertet  werden  ? 

Und  nun  noch  einiges  zu  der  Zuschrift  des  Herrn  Ingenieur 
Karl  Meiser  »Keramische  Rundschau  1922,  Nr.  6).  Herr  Meiser 
nennt  als  Vorzug  der  alten  Rundöfen  den  tadellosen  Ausfall 
des  Brandes.  Er  gibt  aber  seiner  Begründung  sofort  damit 
eine  Einschränkung,  daß  dieser  erzielt  wird,  wenn  „der  Scherben 
bei  richtiger  Bedienung  des  Ofens  in  einer  gleichartigen 
Atmosphäre  gebrannt  wird",  und  setzt  hinzu,  daß  dies  bei  den 
Tunnelöfen  bisheriger  Systeme  angeblich  nicht  beachtet  würde. 
Ich  möchte  da  zunächst  aaf  meine  vorstehenden  Ausführungen 
hinweisen  und  darauf,  daß  die  erwähnte  Bedienungsvorschrift  von 
uns  jederzeit  gegeben  wurde.  Anderseits  strömt  die  Luft  aus  der 
Kühlzone,  sofern  mit  offener  Ausfahrttür,  wie  es  bei  Steingut, 
feuerfesten  Produkten  usw.  ja  möglich  ist,  gearbeitet  wird, 
nicht  nur  in  einem  Teil  des  Ofenkanals,  etwa  nur  oben,  ent- 
laog,  sondern  überall,  oben  und  zu  den  Seiten  sowohl,  wie 
unten  im  Besatz  duich  die  sog.  Kapselfüsse  und  gelangt,  sehr 
hoch  erhitzt,  in  die  Brennzone,  um  die  hier  herauslodernden, 
zum  Teil  unverbrannten  Gase  in  jeder  Höhe  des  Ofens  zur 
vollständigen  Verbrennung  zu  bringen.  Daß  am  Ende  der 
Brennzone  dadurch  eine  stark  oxydierende  Atmosphäre  sich 
bildet,  ist  klar.  Aber  welche  Ware  ist  bei  diesem  Stande  des 
Brandes,  d.  h.  wo  derselbe  an  sich  schon  fertig  ist  und  nur 
noch  ein  Nachbrennen  erfolgt,  dagegen  empfindlich?  Die  bis- 
her im  allgemeinen  im  Tunnelofen  gebrannten  Waren  sicher 
nicht.  Einen  offenbaren  Nachteil  kann  ich  also  darin  nicht 
erblicken,  und  unsere  Erfahrung  und  Praxis  hat  auch  niemals 
einen  solchen  festgestellt.  Beim  Porzellanbrand  brennt  man 
an  und  für  sich  zweckmäßig  mit  geschlossener  Ausfahrttür, 
obwohl  uns  auch  andere  Fälle  bekannt  sind,  wo  bei  einer  be- 
stimmten Kohle  das  Brennen  mit  offener  Aosfahrttür  sich  als 
vorteilhafter,  wenn  nicht  sogar  notwendig  erwies. 

Die  Patentansprüche  des  Herrn  Meiser  sind  auch  noch 
nicht  definitiv  entschieden,  da  unsererseits  Einspruch  bezw.  Be- 
schwerde dagegen  erhoben  worden  ist.  Jedenfalls  aber  wird 
bei  unserer  Konstruktion  eine  sehr  bequeme,  übersichtliche 
und  genaue  Einstellung  des  Gemisches  von  Gas  und  Luft  und 
damit  eine  überall  gleichmäßige  Verbrennungs-Atmosphäre  auf 
einfacherem  Wege  erzielt.  Und  ob,  nachdem,  wie  Herr  Meiser 
angibt,  bei  seinem  neuen  Verfahren  die  Verbrennung  bereits 
erfolgt  ist,  ehe  die  Rauchgase  in  den  eigentlichen  Ofen  ein- 
treten, dadurch  auch  im  Ofen  die  höchste  Temperatur  erzielt 
wird,  möchte  ich  zum  mindesten  dahingestellt  sein  lassen. 

Einiges  über  Schlieren,  Rampen  und  Winden 

im  Glas. 

tNachüruck  verboten.) 

Die  Glasindustrie  hat  wie  viele  andere  Industriezweige  bei 
der  Fabrikation  mit  einem  Ausfall  an  Produktion  infolge  fehler- 
hafter Ware  zu  rechnen.  Diese  sog.  Ausschußware  entsteht 
entweder  durch  einen  Arbeits-  oder  durch  einen  Materialfehler. 
Die  hauptsächlichsten  Kehler  beim  Glase  sind  nun  Schlieren, 
Rampen  und  Winden,  Glasfehler,  die  miteinander  in  Art  und  Wesen 


fa 


verwandt  sind ;  es  haben  sich  nämlich  in  der  Glasmasse  Partien 
von  verschiedener  Zusammensetzung  oder  mit  verschiedenen 
Eigenschaften  nebeneinander  gebildet,  deren  äußere  Erschei- 
nung schon  in  der  Bezeichnung  ihren  Ausdruck  findet. 

So  sind  Schlieren  dicke,  in  einen  Faden  auslaufende 
Wülste,  den  sog.  Glastränen  gleichend,  Rampen  breite  und 
dicke,  Winden  hingegen  fadendünne  Bänder. 

Die  Entstehungaursachen  für  diese  Glasfehler  sind  mannig- 
facher Natur  und  hier  in  drei  Gruppen  eingeteilt,  nämlich  in 
solche,  denen  entweder  ein  Material-  oder  ein  Schmelz-  oder 
ein  Betriebsfehler  zu  Grunde  liegt. 

Als  Materialfehler  sind  Erscheinungen  angesehen,  die  durch 
die  Abnutzung  bezw.  Abschmelzung  des  mit  dem  Glasfluß 
direkt  und  auch  indirekt  in  Berührung  kommenden  Materials, 
wie  Hafen-  und  Wannenwände,  Kränze,  Kappengewölbe  usw., 
hervorgerufen  werden.  Die  von  den  Schmelzmaterialien  infolge 
schlechter  Beschaffenheit  oder  ungeeigneter  Zusammensetzung 
usw.  herrührenden  Fehler  sind  mit  in  die  Gruppe  der  Schmelz- 
fehler einzureihen,  und  zwar  deswegen,  weil  die  Zurichtung 
des  Gemenges  mit  zur  Schmelze  gehört;  wird  nun  schlechtes 
Material  mit  zur  Zarichtung  genommen,  so  entsteht  in  gewissem 
Sinne  ein  Schmelzfehler. 

Ein  mitunter  sehr  häufig  vorkommender  Materialfehler  ist 
die  Kappenschliere,  welche,  wie  der  Name  besagt,  von  der 
Kappe  herrührt.    Die  Kappe  ist  derjenige  Oberofenteil,  auf  den 
die  Hitze  bezw.  Flamme  am  stärksten  zerstörend  einwirkt;  hier 
findet  daher  immer  ein  mehr  oder  weniger  starkes  Abschmelzen 
der  verwendeten  Steine  statt,  besonders  wenn  während  de» 
Schmelze  ein  sehr  heißer  Ofen  benötigt  und  beim  Gemenge- 
einlegen  viel  Staub  entwickelt  wird,  der  sich  teilweise  an  der 
Kappe  festsetzt.    Obwohl  die  letztere  gewölbt  ist  und  demzu- 
folge das  abschmelzende  Material  an  derselben  ablaufen  könnte; 
so  ist  dies  doch  nicht  ausschließlich  der  Fall,  denn  es  bleibt 
bei  keinem  Ofen  aus,  daß  die  Fugen  zwischen  den  Kappen- 
steinen,  selbst  wenn  letztere  noch  so  fest  aneinander  gerieben 
wurden,  daß  fast  keine  Fugen  vorhanden  sind,  mit  der  Zejlj 
ausschmelzen;  es  bilden  sich  dadurch  kleine,  mitunter  sehr 
winzige,  aber  doch  genügende  Absätze,  woran  der  abfließend* 
Fluß  sich  ansammelt  Und  dann  abtropft.    Fällt  nun  ein  solchei 
Tropfen  in  die  Glasmasse,  so  entsteht  aus  ihm,  da  er  von  gani 
anderer  Zusammensetzung  als  die  Glasmasse  selbst  ist,  eini 
Schliere,  die  Kappenschliere.    Ist  die  Schmelze  noch  lang« 
nicht  beendet,  befindet  sich  also  die  Glasmasse  infolge  dei 
Läuterung  noch  in  Bewegung,  so  löst  sich  eine  solche  Schlier« 
noch  auf  und  verteilt  sich  im  Schmelzfluß,  nachdem  sie  zu 
nächst  die  Gestalt  einer  Rampe  und  dann  einer  Winde  ange 
nommen  hat.    Gelangt  aber  ein  Abschmelztropfen  zu  Ende  dej 
Schmelze  in  die  Glasmasse,  so  ist  an  ein  Auflösen  desselbei 
nicht  mehr  zu  denken,  und  er  bleibt  als  Schliere,  Rampe  ode|j 
Winde  im  Glas.   Begegnen  kann  man  diesem  Uebel,  inden 
man  die  Kappe  nur  aus  allerbestem  Material  herstellt,  und  zwai 
aus  den  eigens  dafür  fabrizierten  Dinassteinen.  Diese  bestehet 
aus  bestem  Quarz  und  schmelzen  nicht  so  stark  ab  wie  feuej? 
feste  Tonsteine ;  zudem  lösen  sich  abgeschmolzene  Tropfen  vie 
leichter  im  Glasfluß  auf,  weil  Kieselsäure  sich  in  letzteren 
leichter  löst  als  wie  Tonerde.    Von  den  Dinassteinen  sind  di 
Kalkdinassteine    den  Tondinassteinen  wiederum  vorzuziehen 
Ein  weiterer  Materialfehler  entsteht  durch  das  Abschmelze] 
der  Hafen-  oder  Wannenwände.    Je  heißer  ein  Gemenge  ein 
geschmolzen  werden  muß,  desto  größer  ist  auch  die  Abschmel 
zung  der  Schmelzgefäße,  ob  es  nun  Häfen  oder  Wannen  sine 
Einen  derartig  feuerfesten  Ton,  der  selbst  in  der  größten  Hite 
noch  fest  genug  bleibt,  um  der  Einwirkung  der  flüssigen  Glae 
masse  stand  zu  halten,  gibt  es  nicht,  und  mit  etwas  Abschmel 
zung  ist  immer  zu  rechnen.   Durch  dieses  Abschmelzen  bilds 
sich,  von  der  Hafen-  oder  Wannenwand  beginnend,  efhe  Gla* 
schicht,  die  mit  viel  Tonerde  durchsetzt  ist,  das  sogenannt' 
Hafen-  oder  Wannenglas,  das  natürlich  eine  ganz  andere  Zi 
sammensetzung  hat  als  die  eingeschmolzene  Glasmasse  un 
vor  allem  zähflüssiger  ist;  fließen  nun  beide  Glaspartien  bi 
ungenügender  Wärme,  also  außerhalb  der  Schmelzzeit,  ineinat 
der,  so  findet  keine  innige  Verbindung  statt,  es  entsteht  eine  m 
Schlieren,  Rampen  und  Winden  durchsetzte  Glasmasse.  Diesei 
üebelstande  kann  man  nur  dadurch  steuern,  daß  man  Häfen  bezt 
Wannensteine  benutzt,  die  aus  besten  feuerfesten  Tonen  in  geeif 
neter  Mischung  hergestellt  sind ;  das  Beste  ist  hier  gerade  gut  genu; 
Mit  etwas  Hafen-  oder  Wannenglas  ist  auch  bei  Verwendung  dt 
besten  Materials  zu  rechnen.  Ein  ganz  reines  schlierenfreies  Gl« 
läßt  sich  überhaupt  nur  erzielen,  wenn  man  in  die  Häfen  Kräm 
oder  Ringe,  in  die  Wanne  Kränze,   Ringe,  Schiffchen  od« 
Schwimmer  einlegt,  die  natürlich  auch  aus  bestem  feuerfeste 
Ton  bestehen  müssen.     Von  diesen  Kränzen  u.  dgl.  wird  di 
Hafen-  oder  Wannenglas  zurückgehalten,  so  daß  sich  im  Innei 
derselben  stets  gutes,  reines  Glas  befindet.    Außer  der  g 
eigneten  Toninischung  und  der  sorgfältigen  Herstellung  ist  d 
Formgebung  ein  wichtiger  Faktor.    So  müssen  die  Kränze  us< 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


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genügend  stark  and  hoch  sein,  damit  sie  tief  genüg  in  die  Glas- 
masse versinken;  sie  müssen  noch  tiefer  gehen  als  die  an  der 
Qlasoberfläche  befindliche  Hafen-  oder  Wannenglasschicht.  Es 
ist  doch  wohl  leicht  erklärlich,  daß,  sobald  die  Kränze,  Schiff- 
eben oder  dgl.  nicht  tiefer  in  die  Glasmasse  hineinragen,  als  die 
Hafen-  oder  Wannenglasschicht  sich  erstreckt,  sich  schlechtes 
Glas  nnter  den  Kränzen  hinweg  in  das  Innere  derselben  bewegt 
und  da  als  Schliere,  Rampe  oder  Winde  in  Erscheinung  tritt. 
Das  Hafen-  oder  Wannenglas  gelangt  aber  auch  noch  in  das 
Innere  der  Kränze  oder  Schiffchen,  wenn  diese  nicht  gut  ge- 
arbeitet, also  sehr  porös  und  mit  Luftblasen  durchsetzt  sind. 
In  diesem  Falle  bilden  sich  nach  kurzer  Zeit  Löcher,  die  durch- 
gehen, und  durch  diese  strömt  dann  das  Hafen-  oder  Wannen- 
glas ein. 

Materialfehler  können  auch  noch  durch  Fehler  bei  der 
Schmelze  entstehen  und  sind  bei  den  Schmelzfehlern  mit  er- 
wähnt  Die  Materialfehler  lassen  sich  also  nie  ganz  beseitigen, 
können  aber  auf  ein  Minimum  herabgedrückt  werden,  so  daß 
nur  wenige  fehlerhafte  Stücke  entstehen,  die  keinen  nennens- 
werten Verlust  mehr  bedeuten. 

Bei  der  Gruppe  der  Schmelzfehler  kommen  zweierlei  Fehler- 
arten in  Betracht,  nämlich  Fehler,  die  bei  der  Zurichtung  resp. 
Zusammensetzung  des  Gemenges  oder  bei  der  eigentlichen 
Schmelze  begangen  werden  können. 

Will  man  ein  einwandfreies  reines  Glas  erschmelzen,  so 
muß  man  bei  der  Zusammenstellung  des  Gemenges  vor  allem 
bissen,  welche  Schmelzhitze  im  Schmelzofen  zu  erreichen,  bezw. 
bei  welcher  Temperatur  man,  den  anderen  Umständen  Rechnung 
tragend,  abzuschmelzen  gedenkt;  denn  wird  das  Gemenge  ohne 
Rücksicht  auf  die  Schmelzhitze  zu  hart  oder  zu  weich  einge- 
teilt, so  ist,  abgesehen  von  noch  anderen  Gläsfehlern,  ein 
schlieriges,  rampiges  und  windiges  Glas  das  Ergebnis.  Eine 
suverlässige  Zusammenstellung  des  Gemenges  ist  aber  auch 
nur  dann  möglich,  wenn  man  die  chemische  Zusammensetzung 
der  einzelnen  zu  verwendenden  Rohmaterialien  kennt;  nur  dann 
kann  man  den  Zusatz  des  einzelnen  Stoffes  genau  berechnen 
and  gegebenenfalls  durchgreifende  Aenderungen  vornehmen, 
Italls  das  Glas  den  gehegten  Erwartungen  nicht  entspricht.  Die 
einzelnen  Glassorten  sind,  je  nach  dem  Zwecke,  für  den  sie 
Verwendung  finden  sollen,  der  chemischen  Zusammensetzung 
?  jiach  mitunter  stark  voneinander  abweichend,  aber  doch  muß  jedes 

I  31as  so  zusammengestellt  sein,  daß  es  möglich  ist,  ein  gutes, 
1 -eines  Fabrikat  daraus  zu  erzielen.  Die  Rohstoffe  müssen  also 
!6  kußer  in  geeigneter  Beschaffenheit   auch   in   den  gebotenen 

irenzen  Anwendung  finden,  worüber  einige  Anhaltspunkte 
l(  olgen  sollen. 

11 1     Der  Sand,  der  Hauptbestandteil  des  Glases, 
»11  zu  feiner  Körnung  Verwendung  finden,  denn 
Mfnit  sehr  feinem  Sand  schmilzt  sehr  schwer;  ist 
n  !er  Fall,  so  entstehen  leicht  Schlieren,  Rampen 

II  Die  Körner  dürfen  aber  wiederum  nicht  zu  groß  sein,  da  dann 
»laicht  alle  bei  der  Schmelze  aufgelöst  werden,  was  steiniges 
'i'ftlas  zur  Folge  bat.  Sand  von  verschiedener  Korngröße  führt 
™  ebenfalls  leicht  zur  Schlierenbildung.  Kalk  ist  dem  Gemenge 
&  flen  übrigen  Bestandteilen  entsprechend  beizugeben ;  bei  zu 
*>  [wenig  Kalk  wird  das  Glas  bei  der  Ausarbeitung  leicht  rauh, 
ui|bei  zuviel  Kalk  tritt  aber  leicht  Entglasung  ein,  und  bevor  beide 
;ii  Jebel  vollkommen  in  Erscheinung  treten,  ist  das  Glas  schlierig, 
sei  rampig  und  windig.  Glas,  das  recht  widerstandsfähig  gegen 
ini Chemische  Einflüsse,  besonders ,  gegen  Säuren  sein  soll,  ist  mit 
ili  möglichst  viel  Tonerde  und  einem  Zusatz  von  Borsäure  ein- 
lai  «uschmelzen.  Tonerde  macht  aber  das  Glas  sehr  zäh  und 
wl  strengflüssig  und  ist,  da  sie  sich  sehr  schwer  im  Glas  verteilt, 
Idtjmit  Vorsicht  anzuwenden,  wenn  eine  gut  homogene,  schlieren- 
I«  reie  Glasmasse  zustande  kommen  soll.  Bei  recht  heiß  gehenden 
ml  Wannen  kann  unter  Umständen  mit  dem  Tonerdegehalt  bis  zu 
äiJ0°/0  gegangen  werden,  bei  weniger  heiß  gehenden  Oefen  ist 
oi  entsprechend  weniger  zu  nehmen.  Damit  eine  gute  Verschmelzung 
bider  Tonerde  in  der  Glasmasse  herbeigeführt  wird,  ist  es  sehr 
iti  vorteilhaft,  die  einzuschmelzenden  Posten  eines  viel  Tonerde 
«enthaltenden  Gemengesatzes  nicht  zu  groß  zu  wählen.  Scherben 
teiivon  solchem  tonerdehaltigen  Glas  dürfen  nicht  zu  oft  umge- 
*  schmolzen  werden,  da  sie  ein  Glas  ergeben,  das  leicht  entglast. 
Jporsäure,  in  größeren  Mengen  angewandt,  greift  die  Hafenwände 
njlstark  an,  und  es  entsteht  somit  viel  Hafenglas.  Magnesia  ersetzt 
Min  gewissem  Sinne  Kalk,  macht  aber  das  Glas  sehr  strengflussig 
[ind  schmilzt  nur  bei  allergrößter  Hitze ;  sie  wird  deswegen  nur 
Salin  bestimmten  Fällen  dem  Gemenge  beigefügt.  Mitunter  kann 
ojliuch -ein  anderes  Material,  wie  Sand,  Kalk  usw.,  mit  Magnesia 
slefnicbt  für  die  Glassohmelze  benutzt  werden,  wenn  ein  Glas  von 

)esonderer  Reinheit  gewünscht  wird. 

Viel  Schwierigkeiten  bereitet  es  vielfach,  ein  recht  ein- 
wandfreies, schlierenfreies  Bleiglas  zu"  erschmelzen;  der  Grund 
]  hierfür  liegt  zum  großen  Teil  an  der  Eigenart  des  im  Bleiglas 
^enthaltenen  Bleioxyds.  Herrscht  bei  der  Schmelze  nicht  immer- 
während eine  reine,  rauchfreie  Flamme,  so_tritt  sehr  leicht  eine 


darf  nicht  in 
ein  Gemenge 
letzteres  aber 
und  Winden. 


Reduktion  des  Bleioryds  zu  Metall  ein.  Diese  Reduktion  ist 
jedoch  nur  selten  eine  vollständige;  .ist  sie  dies  einmal,  so 
verwandelt  sich  das  Bleioxyd  vollkommen  zu  metallischem  Blei, 
und  dieses  bildet  kleine  Kugeln,  ein  Vorgang,  der  im  allge- 
meinen auf  die  Glasgüte  keinen  Einfluß  hat,  da  die  Kugeln 
auf  den  Boden  des  Schmelzgefäßes  sinken,  den  sie  allerdings 
stark  angreifen  und  bald  durchlöchern.  Das  schlierige  Glas 
entsteht  erst  durch  die  unvollständige  Reduktion  des  Blei- 
oxyds zu  Metall;  es  bilden  sich  da  Streifen  und  Wülste  von 
verschiedener  Zusammensetzung  und  verschiedener  Licht- 
brechung, die  dadurch  deutlich  sichtbar  werden.  Außer  bei 
Rauchfeuer  tritt  eine  Reduktion  des  Bleioxyds  noch  ein,  wenn 
das  Gemenge  organische  Stoffe  enthält,  die  nicht  genug  Sauer- 
stoff zur  Verbrennung  finden.  Milchglas,  das  mit  Knochenasche 
getrübt  wird,  wird  auch  leicht  schlierig;  die  Ursache  hierfür 
liegt  gewöhnlich  an  der  Beschaffenheit  der  Knochenasche. 
Die  Knochen,  aus  denen  die  letztere  bereitet  werden 
soll,  müssen  sehr  sorgfältig  gebrannt  und  dann  sehr  fein  ge- 
pulvert werden,  und  das  gewonnene  Knochenmehl  ist  mög- 
lichst bald  zu  verwenden;  denn,  liegt  es  längere  Zeit,  so  wird 
es  leicht  feucht,  und  es  bilden  sich  kleine  Klumpen,  die  beim 
Mischen  mit  dem  übrigen  Gemenge  nicht  vollständig  zerfallen 
und  im  geschmolzenen  Glasfluß  als  Schlieren,  Rampen  oder 
Winden  zu  sehen  sind. 

Außer  der  rechten  Zusammenstellung  des  Gemenges  ist 
ein  inniges  Mischen  desselben  Haupterfordernis.  Wird  ein 
Gemenge  schlecht  gemischt  eingeschmolzen,  so  entstehen  in 
der  Glasmasse  Glasschichten  verschiedener  Zusammensetzung; 
bei  weichen  Glasflüssen  und  gut  heiß  gehendem  Ofen  ist  wohl 
noch  die  Möglichkeit  vorhanden,  diese  Schichten  durch  kräftiges 
Blasen  bei  der  Blankschmelze  gut  untereinander  zu  bringen; 
dieses  ist  aber  bei  harten  Glassorten  ganz  unmöglich,  es  wäre 
denn,  daß  der  Ofen  übermäßig  heiß  ginge,  wodurch  aber  wieder 
neue  Fehler  infolge  der  Ueberhitzung  entstehen  würden.  Was 
also  auf  der  einen  Seite  gut  gemacht  würde,  ginge  auf  der 
anderen  Seite  wieder  verloren.  Viel  gesündigt  wird  auch  noch 
bei  der  Scherbenzugabe,  indem  Scherben  von  ganz  anderer 
Zusammensetzung  dem  Gemenge  beigegeben  werden  ;  die  Folge 
davon  ist  fast  dieselbe  wie  beim  schlechten  Mischen  des 
Gemenges.  Müssen  derartige  Scherben  mit  vervendet  werden, 
so  sind  sie  zu  pulverisieren  und  dann  dem  Gemenge  beizu- 
mischen; ein  gutes  Glas  läßt  sich  aber  nur  erzielen,  wenn  die 
Zusammensetzung  der  Scherben  ermitt»!*  und  das  Gemenge 
dementsprechend  eingestellt  wurde. 

Was  nun  das  Einschmelzen  des  Gemenges  anbelangt;  so 
sind  da  sehr  viele  Faktoren  zu  beachten,  soll  ein  gutes,  reines 
Produkt  zustande  kommen.  Jeder  Gemengesatz  erfordert  eine 
mehr  oder  weniger  „individuelle"  Behandlung,  die  sich  hier 
nicht  angeben  läßt;  es  sollen  deshalb  nur  die  Hauptpunkte 
Erwähnung  finden,  die  für  alle  Glassorten  gelten. 

Die  Schmelzhitze  ist  nach  der  Schmelzbarkeit  des  Ge- 
menges zu  regeln;  das  Einstellen  des  Gemenges  richtet  sich, 
wie  schon  erwähnt,  nach  der  zu  erreichenden  Temperatur, 
beides  muß  sich  ergänzen.  Kann  man  die  erforderliche  Hitze 
nicht  erzeugen,  so  wird  man  stets  unter  schlechtem  Glas  zu 
leiden  haben ;  denn  der  Glasfluß  wird  nicht  dünnflüssig  genug, 
um  durch  das  Blasen  bei  der  Blankschmelze  vollständig 
homogen  zu  werden.  Da  kann  man  noch  so  sehr  und  noch 
so  oft  blasen,  es  verbleiben  doch  kleine  Partien  im  Glasfluß, 
die  sich  beim  Ausarbeiten  als  Schlieren,  Rampen  oder  Winden 
bemerkbar  machen.  Die  Hitze  darf  aber  auch  nicht  über- 
mäßig hoch  gesteigert  werden;  denn  je  höher  die  Hitze  beim 
Abschmelzen  ist,  in,  desto  größerem  Maße  treten  die  Material- 
fehler auf,  da  ja  die  Kappe  und  die  Schmelzgefäße  stärker  an- 
gegriffen werden,  wobei  die  erstere  viel  Schlieren  erzeugt  und 
die  letzteren  viel  Hafen-  und  Wannenglas  bilden.  Werden 
mehrere  Sorten  Glas  im  Ofen  geschmolzen,  so  ist  die  Schmelz- 
hitze nach  dem  am  schwersten  schmelzenden  Glasfluß  einzu- 
stellen. Die  weicheren  Glassorten,  wie  Milchglas,  Bleiglas  usw. 
werden  naturgemäß  schneller  gut  bezw.  blank  als  ein  hart  zu- 
sammengestelltes Kali-  oder  Natron- Kalkglas ;  man  legt  daher 
am  besten  das  weichere  Glas  um  soviel  später  ein,  als  es 
gegenüber  dem  harten  früher  blank  wird,  denn  es  ist  besser, 
wenn  das  harte  Glas  früher  blank  wird  als  das  weiche,  da  man 
dann  mit  der  Ofenhitze  herunter  gehen  kann,  sobald  das  harte 
Glas  gut  ist,  was  aber  im  entgegengesetzten  Fall  nicht  mög- 
lich ist.  Bei  Schmelzen,  wobei  das  weichere  Glas  doch  noch 
früher  blank  wird,  muß  man  für  eine  Abkühlung  des  be- 
treffenden Hafens  durch  teilweises  oder  gänzliches  Oeffnen  des 
Arbeitsloches  sorgen.  Ist  das  Glas  blank  geschmolzen,  so  ist 
die  Auflösung  des  Gemenges  vollständig  erfolgt;  die  im  Glas- 
fluß befindlichen  Alkalien  sind  jetzt  gebunden,  und  das  ganze 
Schmelzgut  greift  nun  die  Schmelzgefäße  an,  Dieser  Angriff 
ist  umso  stärker,  je  weicher,  also  alkalireicher  der  Glasfluß 
und  je  höher  die  Temperatur  ist,  und  es  entsteht  dementsprechend, 
viel  Hafen-  oder  Wannenglas, 


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Die  Schmelzhitze  muß  also  gut  geregelt  werden,  sie  darf 
weder  zu  schwach  noch  zu  stark  sein,  da  die  Alkalien  sonst 
entweder  ungenügend  auf  die  übrigen  Gemengebestandteile 
oder  übermäßig  auf  die  Schmelzgefäße  einwirken. 

Das  Einlegen  des  Gemenges  sollte  erst  vorgenommen 
werden,  wenn  der  Ofen  gut  heiß  ist;  denn  erfolgt  die  erste 
Einlage  in  den  noch  kalten  Hafen,  so  setzt  sie  sich  fest 
auf  den  Boden,  schmilzt  zu  wenig  '  durch,  steigt  erst 
während  der  Blankschmelze  und  zum  großen  Teil  erst  bei  der 
Arbeit  nach  oben,  verunreinigt  das  Glas  und  gibt  Veranlassung 
zur  Bildung  von  Schlieren,  Rampen  und  Winden.  Dieses  Uebel 
tritt  insbesondere  bei  Büttenöfen  usw.  auf,  wo  hohe  Häfen 
Verwendung  finden ;  bei  Oberflammöfen,  in  denen  das  Schmelzen 
mehr  mit  Oberhitze  .und  sowieso  nur  in  niedrigen  weiten 
Häfen  erfolgt,  sowie  bei  Tageswannen  ist  eher  noch  ein  gutes 
Glas  zu  erzielen,  sobald  bei  guter  Schmelzhitze  abgeschmolzen 
wird,  da  wegen  der  geringen  Glastiefe  die  Hitze  von  oben  bis 
zum  Boden  leichter  durchdringt  als  bei  hohen  Häfen.  Es  ent- 
steht aber  noch  ein  anderes  Uebel.  Wird  das  kalte  Gemenge 
in  die  kalten  Häfen  oder  das  kalte  Wannenbassin  eingebracht, 
so  kühlt  die  Schmelzgefäßglasur  derart  ab,  daß  sie  ganz  rissig 
wird  und  infolgedessen  beim  Flüssigwerden  des  Gemenges 
abblättert ;  dadurch  bekommt  die  Glasmasse  Gelegenheit,  mehr 
als  sonst  auf  die  Tonmasse  der  Häfen  oder  Wannenwände  zer- 
störend einzuwirken,  und  es  entsteht  viel  Hafen-  oder|Wannen- 
glas.  Ist  die  letzte  Gemengeeinlage  niedergeschmolzen,  so  ist 
der  Glasfluß  zu  blasen  und  diese  Manipulation,  nachdem  sich 
die  Glasmasse  wieder  beruhigt  hat,  etwa  nach  einer  halben 
Stunde  zu  wiederholen.  Geblasen  wird  gewöhnlich  mit  einem 
an  einer  Eisenstange  aufgespießten  Hartholzklötzchen,  das  sich 
in  der  Größe  nach  derjenigen  des  Schmelzgefäßes  richtet  und 
so  zu  wählen  ist,  daß  die  Dämpfe,  die  durch  das  Einbringen 
des  Holzes  in  die  feurige  Glasmasse  entstehen,  genügen,  um 
die  Glasmasse  in  Wallung  zu  bringen  und  zu  homogenisieren. 
Das  Blasen,  zweimal  in  richtiger  Weise  vorgenommen,  genügt 
für  gewöhnliche  Glassorten  vollkommen ;  nur  bei  einigen 
Spezialgläsern  ist  es  nötig,  mehrmals  zu  blasen,  um  ein  ein- 
wandfreies Glas  zu  erhalten. 

Schlierig  wird  auch  Glas,  das  viel  Metalloxyde  oder  gar 
Metalle  enthält,  wenn  der  Uebergang  der  geschmolzenen  Glas- 
masse aus  dem  dünnflüssigen  in  den  halbstarren  Zustand  für 
die  Verarbeitung  zu  langsam  vor  sich  geht,  wie  man  es  z.  B. 
bei  stark  bleihaltigem  Glase  beobachten  kann.  Ist  schweres 
Bleiglas  abgeschmolzen  und  wird  nicht  für  sofortige  Abkühlung 
der  Masse  gesorgt,  so  entsteht  ein  schlieriges,  rampiges  und 
windiges  Glas,  denn  sobald  die  Masse  geläutert  ist,  die  Be- 
wegung derselben  also  aufhört,  sondert  sich  das  Bleimetall 
wieder  allmählich  aus  der  Glasmasse  ab,  wenn  diese  in  dünn- 
flüssigem Zustande  belassen  wird ;  nur  dann,  wenn  der  Glas- 
fluß sich  in  halbstarrem  Zustande  befindet,  bleibt  das  Blei  mit 
den  übrigen  Stoffen  verbunden. 

Unterkühlung  der  Glasmasse  infolge  ungenügend  hoher 
Temperatur  während  der  Ausarbeitung  ist  der  hauptsächlichste 
Betriebsfehler,  der  gemacht  wird.  Findet  eine  solche  Unter- 
kühlung statt,  so  bilden  sich  der  Reihe  nach  Winden,  Rampen, 
mitunter  auch  Schlieren.  Es  handelt  sich  dabei  um  das  An- 
fangsstadium jener  komplizierten  Vorgänge,  die  als  Entglasungs- 
erscheinungen  bezeichnet  werden.  Glas  besitzt  unter  anderem 
auch  die  Eigenschaft,  gewisse  Bestandteile  auszuscheiden,  wenn 
es  anhaltend  bei  einer  sehr  niedrigen  Temperatur  eben  noch 
,  flüssig  erhalten  wird  ;  es  bilden  sich  da  nebeneinander  lagernde 
Glasscbichten  von  verschiedenem  spezifischen  Gewicht,  und 
die  daraus  erzeugten  Produkte  sind  schlierig,  rampig  oder 
windig. 

Bei  Hafen<jfen  ist  es  vielerorts  auch  üblich,  während  der 
Arbeitszeit  mißratene  Stücke  wieder  in  den  Hafen  zu  werfen, 
besonders  wenn  große  Artikel  hergestellt  werden,  um  den 
Hafen  nicht  zu  früh  zu  entleeren.  Obwohl  diese  Stücke 
zwischen  Kranz  und  Hafenwand  geworfen  werden,  kommt  es 
doch  nur  allzu  leicht  vor,  daß  auch  etwas  in  den  inneren 
Kranzteil  gelangt,  was  aber  dann  stets  eine  Winde,  Rampe 
oder  Schliere  zur  Folge  hat.  Sollen  nur  ganz  einwandfreie 
Gläser  erzeugt  werden,  so  ist  dieses  Verfahren  auf  jeden  Fall 
zu  unterlassen. 

Bei  Wannen  kann  auch  eine  schlecht  funktionierende 
Bodenkühluog  schlieriges  Glas  verursachen.  Ueber  dem 
Wannenboden  befindet  «ich  ständig  eine  Schicht  zähflüssigen 
Glases,  die  sich  bei  guter  Bodenkühlung  am  Schmelzprozeß 
nicht  beteiligt.  Wirkt  nun  die  Bodenkühlung  nicht  gut,  so 
wird  diese  GlasHchicht  mitunter  flüssig,  steigt  (bei  Tageswannen 
gewöhnlich  nach  beendeter  Schmelze)  in  die  Höhe  und  gelangt 
auch  in  das  Innere  der  Kränze  oder  Schiffchen.  Dieses  auf- 
gestiegene Glas  hat  eben  eine  andere  Zusammensetzung  als 
das  eingeschmolzene  und  macht  sich  in  Form  von  Winden, 
Rampen  und  sogar  Schlieren  bemerkbar. 


19-22.  (65.  Jahrgang.^ 

Treten  Schlieren,  Rampen  oder  Winden  in  größerer  Menge 
auf,  so  ist  zunächst  zu  untersuchen,  ob  es  sich  um  einen 
Material-,  Schmelz-  oder  Betriebsfehler  handelt.  Liegt  ein 
Materialfehler  vor,  so  ist  dies  an  der  Abnutzung  des  Materials 
zu  sehen ;  erfolgt  die  starke  Abnutzung  infolge  schlechten 
Materials,  so  läßt  sich  im  Augenblick  nichts  dagegen  tun,  ist 
sie  aber  eine  Folge  übermäßiger  Ueberhitzung  oder  dergleichen, 
so  kann  Abhilfe  geschaffen  werden.  Ein  Schmelzfehler  kommt 
in  Frage,  wenn  das  Glas  schon  zu  Arbeitsbeginn  fehlerhaft  ist ; 
treten  die  Fehler  aber  erst  während  der  Ausarbeitung  auf,  so 
liegt  ein  Betriebsfehler  zu  Grunde,  und  in  diesen  beiden  Fällen 
läßt  sieht  das  Uebel  leicht  beheben.  E.  S. 


Die  photographischen  Aufnahme -Verfahren*) 

Von  C.  Fleck. 

(Nachdruck  verboten.) 
I.  - 

Das  Wort  Photographie  wurde  im  Jahre  1816  von 
Nicephore  Niepce  anstelle  des  Wortes  Heliographie  gesetzt 
und  heißt  wortwörtlich  „Lichteingrabung"  oder  „Lichtgravierung". 
Es  ist  zusammengesetzt  aus  den  griechischen  Wörtern  „phos" 
=  Licht  und  „graphein"  =  graben,  welch  letzteres  Wort  auch 
schreiben  oder  zeichnen  bedeutet,  weil  im  Altertum  die  Schrift 
mittels  eines  Stiftes  oder  Griffels  auf  Wachs-  oder  in  weiche 
Tontafeln  eingegraben  Wurde.  Die  Photographie  oder  Licht- 
bildkunst (Lichtbildner  ei)  ist  die  Kunst,  mit  Hilfe  des  Lichtes 
und  einer  optischen  Vorrichtung  —  des  photographischen  Appa- 
rates —  auf  lichtempfindlichen  Flächen  ein  Bild  aufzunehmen, 
welches,  weil  es  unsichtbar  (latent)  ist,  hervorgerufen  oder 
entwickelt  und,  weil  es  in  diesem  Zustande  auch  nicht  haltbar 
ist,  befestigt  oder  fixiert  werden  muß.  Erfunden  wurde  die 
Photographie  —  der  Hauptsache  nach  —  von  Louis  Jacques 
Mande  Daguerre,  einem  Kunstmaler  und  Dioramenbesitzer  in 
Paris.  Die  überaus  rasche  Verbreitung  der  Photographie  ver- 
danken wir  der  generösen  französischen  Regierung  der  damali- 
gen Zeit,  welche  die  Erfindung  am  30.  Juli  1839  ankaufte  und  I 
sie  zugleich  freigab. 

Als  Ursache  des  Lichts  wird  von  den  Physikern  eine 
elektromagnetische  Wellenbewegung  des  Weltäthers  angesehen, 
eine  besondere  Form  von  strahlender  Energie,  welche  den  i 
menschlichen  Sehnerv  zur  Lichtempfindung  reizt  und  deren  i 
sekundliche  Schwingungszahl  zwischen  400  und  770  Billionen, 
oder  zwischen  den  Wellenlängen  760  und  390  Millionstel  Milli- 
meter liegt,  das  ist  das  Gebiet  des  sichtbaren  Spektrums.  Das 
will  besagen,  daß  nicht  jede  Aetherwellenbewegung  Licht  her- 
vorbringt. Diese  außerordentlich  große  Lichtgeschwindigkeit 
pflanzt  sich  auf  geradlinigen  Bahnen  fort.    Eine  solche  Bahn 

als  ungemein  feine  rotierende  Punkt-Linie  (  )  gedacht  i 

nennt  man  einen  Lichtstrahl.  Selbst  auf  die  kleinste  Ober- 
fläche fallen  eine  außerordentlich  große  Anzahl  von  Licht- 
strahlen, welche,  wenn  die  Lichtquelle  sehr  weit  entfernt  ist, 
unter'  einander  parallel  laufen.  Von  einem  leuchtenden  Körper i 
rotiert  das  Licht  nach  allen  Richtungen  hin  in  gerader  Linie. 
Eine  bestimmte  Fläche,  in  einer  gegebenen  Entfernung  von 
einer  Lichtquelle  aufgestellt,  wird  eine  gewisse  Lichtmenge 
empfangen,  die  von  ihrer  Entfernung  vom  leuchtenden  Körper 
abhängt.  Bei  doppelter  Entfernung  ist  die  auf  die  Fläche 
fallende  Lichtmenge  aber  nicht  halb,  sondern  nur  iji  so  groß. 
Der  Physiker  sagt:  Das  Licht  nimmt  mit  dem  Quadrat  der 
Entfernung  ab.  Wenn  wir  z.  B.  unter  einem  Negativ  eine 
lichtempfindliche  Unterlage  bei  1  m  Entfernung  1  Sekunde  be- 
lichten müssen,  so  müssen  wir  bei  gleicher  Lichtquelle  bei 
2  m  Entfernung  nicht  etwa  2  Sekunden  belichten,  sondern 
2X2=4  Sekunden;  bei  3  m  Entfernung  von  der  Lichtquelle 
nicht  etwa  3,  sondern  3X3=9  Sekunden,  um  annähernd  dem 
gleichen  Lichteindruck  zu  erreichen. 

Die  photographische  Optik  ist  die  praktische  Wissenschaft, 
die  sich  mit  der  Herstellung  von  Apparaten  beschäftigt,  welche 
zur  Erzeugung  photographischer  Bilder  dienen.  Derartige 
Apparate  nennen  wir  photographische  Objektive.  Diese,  zur 
Klasse  der  optischen  Projektions-Systeme  gehörend,  dienen 
dazu,  wirkliche  Bilder  zu  entwerfen.  Die  einfachste  Form  ist 
iene  Sammellinse  (Monokelobjektiv,  dem  sämtliche  optischen 
Fehler  anhaften)  gleichviel  ob  eine  bikonvexe  ()  oder  plan- 
vexe  |)  oder  eine  konkav  -  konvexe  2)  Linie  ist.  Derartige 
Linien  haben  den  Fehler  der  „Fokusdifferenz",  weil  sich  die 
optisch-hellen  (die  orangeroten,  gelben  und  grünen)  Strahlen 
in  größerer  Fokaldistanz  vereinigen,  als  die  starken  brechbaren 
(blauen  und  violetten)  Lichtstrahlen,  welche  bei  der  photo- 
graphischen Bilderzeugung  die  ausschlaggebenden  sind.  Die 
Fokusdifferenz  wechselt  mit  der  Einstellung  des  Bildes  (Bild- 
abstand). Aber  auch,  bei  Doppelobjektiven  kann  eine  Fokus- 
differenz vorhanden  sein,  doch  sind  sie  frei  von  merkbarer 

*  Durch  die  Veröffentlichung  dieses  Aufsatzes  erfüllen  wir  einen 
Wunsch,  der  wiederholt  aas  dem  Leserkreise  geäußert  wurde.  D.  Red. 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 

- 


4 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL- COBURG. 


Nr.  9  —  97 


Verzeichnung.  Solche  Objektive  sind :  Das  Periskop  von  Stein- 
Keil  (1865,  dem  der  chemische  Fokus  anhaftete),  das  verbesserte 
Periskop,  das  er  „Aplanat"  nannte,  und  der  Antiplanat,  das 
Bistigmat  von  Rodenstock  (ein  Analogon  des  Periskops,  ohne 
astigmatische  Bildebnung)  und  das  Hypergon-Doppel  Anastigmat 
von  Goerz.  Die  Fokusdifferenz  (chromatische  Aberration  oder 
Farbenabweichung)  wird  durch  die  Benutzung  der  hochbrechen- 
den Barium-Crown-Glas-Linsen  (Schott  &  Genossen,  Jena)  in 
Verbindung  mit  Flintglaslinsen  berichtigt.  Für  den  photo- 
graphischen Farbendruck  (Drei-,  Vier-,  Fünf  färb  endruck)  genügt 
die  gewöhnliche  Achromasie  oder  der  Achromatismus  (die  Eigen- 
schaft der  Lichtbrechung  ohne  Farbenzerstreuung  von  Prismen- 
and  von  Linsenkombinationen)  photograph.  Objektive  nicht, 
weil  drei,  vier  oder  fünf  Negative  hinter  Rot-,  Orange-,  Gelb-, 
Grün-  und  Violettfilter  anzufertigen  sind.  Solche  Objektive 
werden  für  Orangerot  bis  Blau  korrigiert  (Apochromate  für 
Reproduktion),  während  bei  den  Achromaten  der  Farbenfehler 
in  der  Regel  nur  soweit  verbessert  ist,  daß  die  gelben  und  die 
blauen  Strahlen  die  gleiche  Vereinigungsweite  haben;  es  fallen 
hier  die  optische  Einstellebene  des  menschlichen  Auges  und 
die  photographisch  wirkende  Bildebene  zusammen.  Die'einfachste 
Form  des  achromatischen  Objektivs  ist  die  sogenannte  Land- 
schaftslinee.  Dieses  Linsensystem  hat  den  Fehler  der  Bild- 
feldkrümmung oder  Distorsion ;  am  Bildrande  werden  die  geraden 
Linien  verzerrt.  Wie  gesagt  haben  die  einfachen  Linsen  die. 
Eigenschaft,  daß  Zentral-  und  Randstrahlen  verschiedene  Brenn- 
weiten haben.  Es  ist  dies  ein  Kugelgestaltsfehler,  welchen 
der  Optiker  die  sphärische  Abweichung  nennt.  Dieser  Fehler 
ist  beim  achsenaplanatischen  Objektiv  zum  großen  Teil  ver- 
mieden: Dieses  Objektiv  ist  ein  Linsensystem,  bei  welchem 
die  achsenparallelen  Lichtstrahlen  dieser  Farben-  und  Kugel- 
abweichung verbessert  sind. 

Die  größten  Feinde  der  ausgedehnten  Schärfe  der  Bilder 
photographischer  Linsen  sind  die  Abirrungen  schiefer  Strahlen- 
bündel, von  welchen-^der  Astigmatismus,  das  Coma,  die  Bitd- 
feld Wölbung  erwähnt  seien.  Es  war  sehr  lange  Zeit  hindurch 
schwierig,  die  Bildwölbung  zu  beheben,  weil  neue  Fehler  die 
Qualität  des  optischen  Bildes  merklich  verschlechterten,  bis 
durch  die  Konstruktion  der  Anastigmate  im  Jahre  1891  durch 
Zeiß  die  Bildwölbung  auf  ein  sehr  geringes  Maß  beschränkt 
Wurde;  nun  erst  konnte  das  Bild  vorteilhaft  auf  einer  ebenen 
Platte  aufgefangen  werden.  Eine  weitere  Beschränkung  erfährt 
die  Wahl  guter  Objektivkonstruktionen  durch  die  nötige  Rück- 
sichtnahme auf  den  Gang  der  an  der  polierten  Fläche  zurück- 
geworfenen Strahlen  (Spiegelwirkung),  welche  falsches  Licht 
(Reflexbilder)  im  photographischen  Bilde  geben.  Bei  einem 
guten  Objektiv  sollen  aber  nicht  nur  die  besagten  Fehler  aus- 
geschieden sein,  sondern  es  soll  auch  zugleich  lichtstark  sein. 

Unter  Lichtstärke  eines  Objektivs  versteht  man  die 
Fähigkeit  der  Linse  bezw.  des  Systems,  auf  der  Mattscheibe  ein 
helleres  oder  ein  dunkleres  Bild  zu  erzeugen.  Der  Helligkeitsgrad 
hängt  —  bei  sonst  gleichbleibenden  Bedingungen  —  von  der 
relativen  Oeffnung  des  Objektivs  ab,  also  einerseits  von  dem 
Blendendurchmesser  und  anderseits  von  der  Brennweite.  Bei 
einem  Objektiv  hat  man  drei  verschiedene  Arten  von 
Oeffnungen  zu  unterscheiden:  die  wirkliche,  die  wirksame  und 
die  relative.  Die  wirkliche  Oeffnung  ist  die  gesamte  von  der 
Metallfassung  freigelassene  Glasfläche.  Die  wirksame  Oeffnung 
ist  je  nach  der  Objektivkonstruktion  verschieden.  Bei  ein- 
fachen Linsen,  bei  welchen  die  Blenden  stets  vor  der  Linse 
angebracht  sind,  ist  sie  gleich  der  Blendenöffnung.  Bei  Doppel- 
Objektiven  hingegen,  welche  ein  vorderes  und  ein  hinteres 
Linsen-System  besitzen,  und  bei  welchen  die  Blende  zwischen 
diesen  beiden  Systemen  sich  befindet,  ist  die  wirksame  Oeffnung 
gleich  dem  Durchmesser  des  von  einem  unendlich  entfernten 
Punkte  kommende  Strahlenbüschels,  welches  nach  dem 
Passieren  des  vorderen  Linsensystems  durch  die  gewählte 
Blende  begrenzt  wird.  Der  Durchmesser  der  wirksamen 
Oeffnung  wird  entweder  in  mm  oder  cm  gemessen,  oder  man 
kann  ihn  dadurch  angeben,  daß  man  sagt:  derselbe  geht  in 
äie  Brennweite  so  und  so  oft  Mal.  Ist  beispielsweise  der 
Durchmesser  3  cm,  die  Objektivbrennweite  21  cm,  dann  geht 
äer  erstere  7  Mal  in  die  letztere,  und  diese  Verhältniszahl 
ärückt  die  relative  Oeffnung  des  Objektivs  aus  (relativ  im 
Verhältnis  zur  aequivalenten  Brennweite).  Unter  relativer 
Oeffnung  versteht  man  in  der  Regel  diejenige  für  die  größte 
Blende.  Blendet  man  das  Objektiv  ab,  so  wird  die  wirksame 
Deffnnng  kleiner  und  die  Verhältniszahl  größer,  die  relative 
Deffnung  somit  kleiner.  Im  obigen  Beispiel  ist  die  relative 
)effnung  der  siebente  Teil  der  Brennweite,  was  1:7  oder  f/7 
jeschrieben  wird,  wobei  f  die  Abkürzpng  von  „Fokus "-Brenn- 
veite bedeutet.  Je  größer  die  Zahl  ist,  desto  kleiner  ist  die 
elative  Oeffnung  und  desto  geringer  die  Lichtstärke  öder 
Bildhelligkeit  auf  der  Mattscheibe.  Kreisflächen  verhalten  sich 
ne  die  Quadrate  ihrer  Durchmesser,  und  deshalb  verhalten 
dch  auch  die  durch  verschieden   große   Blenden  (relative 


Oeffnungen)  hindurchgehenden  Lichtmengen  nicht  einfach  wie 
die  linearen  Durchmesser,  sondern  wie  die  Quadrate  dieser. 
Für  die  Rasterphotographie  (Autotypie),  bei  welcher  verschieden 
große  Blenden  benutzt  werden,  ist  folgendes  Beispiel  von  Nutzen. 
Die  beispielsweise  durch  die  relative  Oeffnung  f/4  und  f/ö 
.  gehenden  Lichtmengen  verhalten  sich  nicht  wie  4 : 8,  sondern 
wie  4  im  Quadrat  zu  D  im  Quadrat  oder  wie  16:64.  Im 
zweiten  Fall  muß  also  viermal  so  lange  belichtet  werden,  wie 
im  ersten.  Das  Objektiv  mit  der  relativen  Oeffnung  f/4  ist 
demnach  viermal  lichtstärker  gegenüber  dem  andern  von  f/8. 
In  welchem  Maße  sich  die  Lichtstärke  beim  Abblenden  ver- 
ringert, kann  leicht  errechnet  werden.  Die  optischen  Werke 
haben  für  diesen  Zweck  auf  den  Blenden  Zahlen  einschlagen 
lassen.  Bei  einigen  Fabrikaten  finden  wir  die  relativen 
Oeffnungszahlen  angebracht.  Derartige  Blenden  verhalten  sich 
untereinander  genau  so,  wie  die  relativen  Oeffnungen,  und  wir 
haben  das  gleiche  Rechenexempel  wie  oben.  Andere  Firmen 
haben  den  Blendendurchmesser  einzeichnen  lassen. 

Kennen  wir  die  Brennweite  des  betreffenden  Objektivs,  so 
können  wir  rasch  die  relative  Oeffnungszahl  erhalten  (Brenn- 
weite dividiert  durch  Blendendurchmesser).  Manchmal  finden 
wir  die  relativen  Belichtungszahlen  vermerkt.  In  diesem  Falle 
brauchen  wir  nicht  zu  rechnen,  denn  diese  Zahlen,  etwa  eine 
Blende  32  und  eine  andere  64,  verhalten  sich  genau  wie  32 :  64 
oder  wie  1 : 2.  Die  Blende  erhöht  und  verteilt  die  Bildschärfe 
am  Bildrande  und  in  der  Bildtiefe.  Die  Blenden  kommen  in 
drei  Ausführungen  vor,  nämlich  als  Einsteck-  oder  Schiebe- 
blenden, als  Revolver-  und  als  Irisblenden.  Bei  schlecht 
gearbeiteten  Irisblenden  kann  der  sogenannte  „tote  Gang"  vor- 
kommen. Irisblenden  aus  Kautschuklamellen  scheuern  nicht 
so  ab  wie  Metallblenden  und  wären  aus  diesem  Grunde  vorzu- 
ziehen. Die  Rohrstutzen  der  Objektive  sind  entweder  aus 
Messing  oder  aus  Magnalium  hergestellt.  Die  Gewinde  dieses 
Metalles  sind  weniger  widerstandsfähig,  und  es  ist  bei  häufigem 
Auf-  und  Abschrauben  große  Vorsicht  geboten.  Wer  für  ein 
und  dieselbe  Kamera  verschiedene  Objektive  besitzt,  bedient 
sich  der  sogenannten  Zwischenringe.  Bei  den  Universal-Objektiv- 
ringen  kann  ein  schräges  Einspannen  des  Objektivs  vor- 
kommen, was  eine  ungleiche  Schärfenzeichnung  zur  Folge  hat. 
Zuverlässig  ist  ein  Objektivring  mit  Gewinde.  Wegen  der 
größeren  Lichtdichtigkeit  ist  das  Zwischenlegen  eines  dünnen 
Filzringes  zu  empfehlen.  —  Ein  Objektiv  muß,  um  fortwährend 
in  gutem  Zustande  zu  bleiben,  stets  vor  Staub  geschützt 
werden.  Ist  Putzen  nötig,  dann  werde  ausgewaschene  feine 1 
Leinwand  oder  Seide  verwendet,  nachdem  vorher  der  größere 
Staubanteil  mit  einem  Pinsel  entfernt  wurde. 

II. 

Die  photographische  Kamera  (Camera  obscura,  Dunkel- 
kasten) ist  ein  lichtdichtes  Gehäuse  von  mannigfaltiger  Form, 
welches  in  der  Photographie  die  Aufgabe  erfüllt,  die  Bestrahlung 
der  lichtempfindlichen  Fläche  (Platte,  Film,  Papier,  Leinwand) 
auf  die  durch  das  Objektiv  gehenden  Strahlen  zu  beschränken,  und 
somit  andere  Lichtwirkungen  durchaus  fernzuhalten.  Die  Kamera 
besteht  in  der  Regel  aus  zwei,  aus  fettem  Material  (Mahagoni-, 
amerikanisches  Nußbaum-  oder  Teakholz)  verfertigten  Teilen, 
die  durch  einen  mit  Falten  versehenen  (daher  zusammen- 
legbaren bezw.  ausziehbaren)  Leder-  oder  Stoffbalg  verbunden 
werden  und  auf  einem  Laufbrette  durch  Triebvorrich- 
tangen  (Zahnstangen  und  Zahnrädchen)  in  verschiedene 
Entfernung  voneinander  gebracht  werden  können.  Dies  ist 
bei  Verwendung  von  verhältnismäßig  langbrennweitigen  Objek- 
tiven und  bei  der  Aufnahme  naher  Objekte  zur  Einstellung 
eines  scharfen  Bildes  unerläßlich.  Während  der  Vorderteil  der 
Kamera  das  Objektiv  aufnimmt,  befindet  sich  im  Rückteil  die 
in  einen  Rahmen  gefaßte  Matt-  oder  Visierscheibe,  an  deren 
Stelle  nach  erfolgter  Einstellung  die  Kassette  gebracht  wird, 
welche  im  Innern  die  lichtempfindlich-präparierte  Platte  so 
birgt,  daß  sie  genau  in  die  Fokusebene  der  Mattscheibe  gelangt. 
Das  Korn  der  Visierscheibe  muß  äußerst  fein  sein  und  durch 
Aetzung  des  Glases  erzeugt  werden.  Mattscheiben,  welche 
durch  das  Sandstrahlgebläse  hergestellt  sind,  erschweren  die 
scharfe  Einstellung  ungemein.  Da  bei  Atelierkameras  meist 
sehr  lichtstarke  Objektive  benutzt  werden,  so  ist  es  zweck- 
mäßig, an  der  Vorderwand  des  Apparates  einen  Kamera -Vorbau 
anzubringen.  Der  Vorbau  soll  so  beschaffen  sein,  daß  das  auf 
die  lichtempfindliche  Fläche  fallende  Licht  beliebig  reguliert 
und  abgegrenzt,  und  das  falsche  oder  schädliche  Licht  von  der 
lichtempfindlichen  Fläche  abgehalten  werden  kann.  Empfehlens- 
wert ist  die  F.  Grainer'sche  Konstruktion,  welche  durch  Th.  Haake 
in  Frankfurt  a.  M.  vertrieben  wird.  Ueber  Reisekameras,  welche 
in  drei  verschiedenen  Arten  vorkommen,  sei  hier  nicht  be- 
richtet. Die  Atelierkamera  ruht  auf  einem  kräftigen  Unterbau, 
der  mit  verschiedenen"  zum  Heben,  Senken  und  Neigen  der 
Kamera  dienenden  Stellvorrichtungen  ausgestattet  ist.  Der 
rückwärtige  Kamerateil  soll  umsteckbar,  der  Balg  drehbar  sein 


§8  —  St.  9 

nm  Hoch-  und  Qneranfnahmen  machen  zu  können.  Einer  sehr 
sorgfältigen  Ausführung  bedürfen  die  Reprodaktions-Kameras. 
Bei  diesen  ist  —  wegen  ihrer  Größe  —  das  fortwährende  Hoch- 
nnd  Querstellen  zu  vermeiden,  weshalb  sie  quadratisch  gebaut 
werden;  dabei  können  die  rechteckigen  Plattensorten  sowohl  im 
Hoch-  wie  im  Querformat  benutzt  werden.  Die  Kamera  mit 
Rastereinrichtung  zur  Erzeugung  von  Raster-(Autotypie-) 
Negativen  hat  die  gleiche  Größe  für  Raster  und  Platten,  so  daß 
in  einer  Kamera  von  50  cm  im  Quadrat  auch  Raster-  und 
lichtempfindliche  Platten  von  genannter  Größe  in  Gebrauch 
genommen  werden  können.  Um  ein  gleichmäßiges  Ausziehen 
und  dadurch  die  Schonung  des  Balgens  zu  gewährleisten,  ist 
die  moderne  Kamera  mit  einer  Balgenstütze  versehen;  außer- 
dem hat  die  Kamera  der  Neuzeit  eine  prismatische  Metall- 
schienenführung, und  eine  besonders  große  Kamera  ist  noch 
mit  einer  nachstellbaren  Führungsleiste  ausgestattet,  um  sie  für 
einen  etwaigen  Transport  bequem  zerlegen  zu  können.  Die 
Zahnstangen  haben  eine  „schräge"  Zahnung  und  somit  eine 
schräge  Triebvorrichtung.  Die  letztere  hat  den  Vorteil,  daß 
der  Eingriff  der  beiden  Teile  ineinander  ein  vollkommenerer,  und 
der  sogenannte  „tote"  Gang  auf  ein  Geringes  vermindert  ist, 
wodurch  eine  längere  Betriebsdauer  und  eine  bessere  Einstellung 
ohne  Mikrometertrieb  ermöglicht  wird.  Die  Stärke  der  Zahn- 
stange richtet  sich  nach  der  Größe  der  Kamera.  Für  die 
Bewegung  des  Vorderkastens  sind  die  Spindeln,  die  ein  vier- 
gängiges Gewinde  besitzen  —  um  eine  rasche  Bewegung  ohne 
sonderlichen  Kraftaufwand  zu  ermöglichen  —  aus  einem  Stück 
gearbeitet.  Um  ein  unbeabsichtigtes  Verstellen  der  Kamera  zu 
vermeiden,  besitzt  die  Kamera  abnehmbare  Kurbeln. 

Bei  Aufnahmen  nach  Diapositiven  für  den  photographischen 
Farbendruck  ist  eine  zweiteilige  Spindel  angebracht,  welche  für 
die  Bewegung  des  Diapositiv-Teiles  sorgt.  Zweiteilig  ist  die 
Spindel,  damit  die  Kamera  für  den  Mehrfarbendruck,  auch  für 
Schwarzaufnahmen  gebraucht  werden  kann.  Die  Universal- 
Kamera  von  Klimsch  &  Co.  ist  mit  abnehmbarem  Diapositiv-Satz 
ausgestattet,  um  je  nach  Wunsch  direkte  oder  indirekte  Farben- 
aufnahmen machen  zu  können.  Der  Rahmen,  in  welchen  der 
Diapositivbalgen  endigt,  ist  mit  Einlagen  versehen  und  wird 
an  Stelle  des  Reißbretts  in  das  Reproduktionsgestell  eingesetzt. 
Die  Kamera  hat  eine  Jalousie-Kassette  mit  Einlagen  oder  mit 
verstellbaren  Plattenträgern,  damit  jedes  Plattenformat  bis  zur 
Kassettengröße  verwendet  werden  kann.  Die  Plattenträger 
laufen  in  gefrästen  Messingschienen,  wodurch  eine  nicht  beab- 
sichtigte Kameraverstellung  vermieden  wird.  Vielfacher  Messing- 
beschlag bietet  die  Gewährleistung  gegen  etwaiges  Verziehen 
des  Trägers.  Zur  Herstellung  von  Autotypien  soll  die  Kon- 
struktion des  inneren  Mechanismus  bei  solider  Ausführung 
denkbar  einfach  sein;  deshalb  sind  neuere  Kameras  mit  einer 
Hebel-  und  Schraube- Rastereinstellung  versehen.  Der  Raster- 
abstand kann  entweder  mit  dem  Hebel  oder  mit  der  Schraube 
allein  auf  den  Bruchteil  eines  mm  eingestellt  werden.  Der 
eingestellte  Rasterabstand  wird  automatisch  festgehalten.  Die 
Träger  für  die  Raster  rechteckigen  Formats  können  leicht 
herausgenommen  und  durch  Träger  für  die  Drehung  eines 
runden  Rasters  ersetzt  werden.  Um  den  Kamera-Auszug 
nach  Wunsch  verlängern  oder  verkürzen  zu  können,  dient  ein 
Ansatz  (Tubus  oder  Konus),  der  außen  oder  innen  eingesetzt 
werden  kann.  Ein  Zwischenrahmen  in  der  Objektivwand  der 
Kamera  gestattet  die  Benutzung  des  gleichen  Objektivbrettes 
für  Ansatz  und  Kamera ;  dadurch  wird  das  lästige  Umschrauben 
des  Objektivs  erspart.  Weil  bei  den  modernen  Apparaten  das 
Aufnahme-  oder  Originalbrett  beliebig  hoch  oder  tief  gestellt 
werden  kann,  ist  eine  Verstellbarkeit  des  Objektivbrettes  nicht 
nötig.   Damit  die  Kamera  während  des  Einstellens  leicht  ge- 


Wirtschaft  lich-gf 

Korrespondenzen. 

Totenschau.  Im  79.  Lebensjahr  starb  Herr  Glaehttttenbesitzer 
Eduard  Stutzel,  Seniorchef  der  Firma  Christian  Winkler  &  Sohn, 
Förth  i.  Bayern. , 


Gesetzgebung,  Stenern. 

Oer  Kutwurf  eines  Gesetzes  Aber  die  Entsendung  von  Be- 
trlebBratsmltgUedern  In  den  Anfslchtsrat  (§  70  BRG.)  ist  vom  Reichs- 
tag in  zweiter  and  dritter  Lesung  verabschiedet  worden.  Nach  dem 
Oesetz  sind  die  Betriebsräte  berechtigt,  in  die  Aufsichtsräte  der  A.-G., 
Komm.-G.  a.  A.,  G.  m.  b.  H.,  Genossenschaften  and  Vereicherangsvereine 
h.  G.  ein  oder  zwei  Mitglieder  za  entsenden  and  zwar  zwei  Mitglieder 
dort,  wo  Arbeiter  ana  Angestellte  in  dem  Betriebsrat  oder  den  Betriebs- 
räten des  Unternehmens  vertreten  Bind,  oder  wo  der  Anfsichtsrat  des 
Unternehmens  nach  dem  Gesellschaftsvertrag  mehr  als  drei  Mitglieder 
zahlt,  sonst  ein  Mitglied.  Diese  in  den  Aufsichtsrat  entsandten  Vertreter, 
die  von  den  Mitgliedern  des  zum  Unternehmen  gehörigen  Betriebsrates 
oder  der  zugehörigen  Betriebsrate  gewählt  werden,  haben  die  gleichen 


1922.  (66.  Jahrgang.) 

hoben,  gesenkt  oder  geneigt  werden  kann,  muß  ein  Stativ  mit 
Triebwerk- Vorrichtung  vorhanden  sein.    Das  Stativ  mit  Trieb»  ?, 
werk  bewegt  ein  Schlitten,  auf  welchem  ein  starker  Rahmen 
in  Metallführung  und  auf  Metallringen  gleitend  drehbar  ange- 
ordnet ist,  der  bei  Rechts-  und  Linksdrehungen  in  einer  Stellung 
von  45°  oder  90°  festgehalten  wird.  Diese  Einrichtung  gestattet, 
bei  Prismen-Aufnahmen  und  beim  Gebrauch  kurzbrennweitiger 
Objektive  die  Kamera  nahe  genug  an  das  Original  zu  bringen, 
In  den  Reproduktions-Ateliers,  ob  sie  zur  ebenen  Erde 
liegen  oder   in   höhergelegenen  Stockwerken  untergebracht 
sind,  machen  sich  die  unvermeidlichen  Erschütterungen  des 
Bodens  durch  Fuhrwerke  oder  Maschinen  aller  Art,  dadurch 
störend  bemerkbar,  daß  infolge  der  ungleichen  Schwingung 
von  Kamera  und  Reproduktionsgestell  die  Aufnahmen  unscharf 
oder  gar  doppelt  und    dreifach   werden.     Diese  Störungen 
beseitigt  man  durch  Anwendung  von  Schwebe-  oder  Schwing- 
stativen (Schwinggestelle),  welche  erstens  die  Hauptwirkung 
der  Erschütterungen  wesentlich  reduzieren,  und  zweitens  den 
noch  vorhandenen  Rest  ganz  gleichmäßig  auf  Kamera  und 
Reproduktionsgestell  übertragen,  so  daß  ihre  gegenseitige  Lage 
stets  genau  die  gleiche  bleibt.    Das  Schwinggestell  enthält 
„Pufferfedern",  die  aus  bestem  Tiegelgußstahl  gefertigt  sind, 
welche  den  durch  viele  Querstücke  festverbundenen  Haupt« 
rahmen  tragen,  auf  welchem  der  Kamera-Schlitten  mit  dem 
Drehrahmen  und  dem  drehbaren  Originalbrett  durch  starken 
doppelten    Zahntrieb    beweglich   ist.    Durch  freischwebende 
Doppelfedern  werden  starke,  stoßweise  erfolgende  Erschütterung 
für  die  Aufnahme  wirkungslos  gemacht. 

Um  das  Bedienen  der  Kamera,  besonders  bei  großen 
Formaten  zu  erleichtern  und  die  zur  Einstellung  des  Bildes 
nötigen  Handgriffe  zu  vereinigen,  sowie  das  Betrachten  des 
Mattscheibenbildes  zu  erleichtern,  weil  das  Hereinbücken  über  4 
das  Stativ  bei  diesen  Apparaten  anstrengend  ist,  hat  Ernemann 
in  Dresden  seiner  Kamera  einen  praktischen  Laufboden  bei- 
gegeben,  welcher  zwei  tiefe  Einschnitte  aufweist,  die  von  der 
mit  einer  Zahnradwelle  versehenen  Traverse  überbrückt  ist.! 
Der  Photograph  kann  in  den  Einschnitt  hereintreten  und  ganz, 
dicht  an  der  Mattscheibe  arbeiten,  ohne  sich  irgendwie  bücken 
zu  müssen.    Die  amerikanischen  Kameras  haben  durch  meinen 
Ff  eund  Arthur  Dietz-Fruwirth  in  New- York  eine  automatische  Ein- 
stellvorrichtung  erhalten,  die  ein  überaus  rasches  und  sicheres 
Einstellen  gestattet  und  besser  ist,  als  die  von  Jules  Carpentier. 
Besonders  schädlich  ist  es  für  die  autotypische  Aufnahme, 
wenn  sich  die  Rastertraverse  mit  der  Länge  der  Zeit  etwas 
verzieht,  so  daß  das  Raster  an  der  einen  Ecke  sich  näher  an 
der  Platte  befindet  als  an  der  anderen.    Wie  oft  mag  sich 
schon  ein  Rasterphotograph  gewundert  haben,  daß  trotz  des 
sorgfältigen  Gusses  von  Kollodium  oder  Kollodium-Emulsion, 
und  der  scheinbar  ganz  gleichmäßigen  Beleuchtung  die  Raster- 
punkte auf  einer  Seite  größer  sind  als  auf  der  anderen,  was 
besonders  bei  Aufnahmen  von  großen  Formaten  der  Fall  ist, 
und  wie  ärgerlich  ist  der  Fall  erst  für  den  Aetzer,  der  diese' 
breiten  Rasterpunkte  neben  bereits  spitz  stehenden  ausgleichen 
soll,  ohne  ein  unharmonisches  Bild  zu  erhalten.   Die  zu  große 
Nähe  der  elektrischen  Bogenlampe  einerseits  und  die  Verar- 
beitung nasser  oder  feuchter  lichtempfindlicher  Platten  ander- 
seits, sowie  das  Einlegen  feuchten  Papieres,  nm  die  Austrock- 
nung der  Platten  im  Sommer  zu  verhindern,  schädigen  die 
Kamera   ungemein.      Beim   Verarbeiten  photomechanischer 
Trockenplatten  könnten  die  genannten  Schäden  nicht  eintreten ; 
hierbei  wäre  sogar  das  elektrische  Bogenlicht  meistens  ent- 
behrlich und  die  Monatsrechnung  dafür  eine  wesentlich  kürzere. 
Für  alle  Fälle  wird  die  Möglichkeit  einer  verständnisvoll  aus- 
geführten Justierung  willkommen  sein.     (Fortsetzung  folgt.) 

I 

eworblichor  Teil. 

Rechte  and  Pflichten  wie  die  übrigen  Aaftiohtsratsmitglieder.  Die  Einzel- 
heiten des  Wahl  Verfahrens  bestimmt  der  Reiohsarbeitsmüüster.  Vor  der 
Veröffentlichung  der  Wahlordnung  kann  eine  Entsendung  nicht  stattfinden. 

  .w  ■  •  •:»  J 

Gewerblicher  Rechtsschutz. 

Nennung  des  Erfinders  in  der  Patentschrift.  Nach  einer 
Bekanntmachung  des  Präsidenten  des  Reiohspatentamtes  soll,  wenngleich: 
niemandem  ein  Ansprach  darauf  zusteht,  daß  der  Name  des  Erfinders  als 
solchen  in  den  Veröffentlichungen  des  Reiohspatentamtes  angegeben  wird, 
versuchsweise  vom  1.  3.22  ab  zugelassen  werden,  daß  die  Patentschrift 
dazu  benutzt  wird,  den  Erfinder,  der  nicht  Anmelder  der  Erfindung  ist, 
bekannt  zu  machen.  Wegen  der  Bedingungen,  an  die  diese  Vergünstigung 
geknöpft  ist,  und  der  Gesichtspunkte,  nach  denen  dabei  verfahren  werden 
soll,  sind  besondere  Richtlinien  in  der  Bekanntmachung  beigefügt. 

Handel  und  Verkehr. 

Vereinfachung  des  Banhüberwelsungsverbehrs.    Der  von  den 
führenden  Berliner  Banken  und  Firmen  seinerzeit  hierzu  bestellt«  Arbeits-. 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


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SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr»  9  —  99 


ausschaß  'hielt  letzthin  eine  Versammlung  ab,  in  der  über  die  lätigkeit 
des  Ausschusses  berichtet  und  die  Einführung  des  schon  mehrfach  be- 
sprochenen einheitlichen  Ueberweisungsformulars  vorgeschlagen  wurde. 
Die  große  Mehrzahl  (12)  der  vertretenen  Banken  und  Bankfirmen  erklärten 
sich  bereit,  das  neue  Verfahren  von  einem  noch  zu  bestimmenden  Zeit- 
punkt ab  anzuwenden.  Eine  neugebildete  Kommission  soll  die  noch  not- 
wendigen Vorarbeiten  im  beschleunigten  Tempo  erledigen.  Das  zur  Ver- 
wendung gelangende  Formular  wird  zunächst  von  den  Banken  im  inneren 
Betriebe  benutzt  werden,  damit  vorerst  die  große  Menge  der  Bankbeamten 
sich  an  die  neue  Technik  gewöhnt.  Die  Einführung  beim  Publikum  wird 
erst  nach  und  nach  stattfinden.  Das  Verfahren  stellt  einen  weiteren  Aus- 
bau des  seit  einigen  Jahren  im  Berliner  Platzverkehr  mit  vollein  Erfolg 
eingeführten  „Eilavisverfahrens"  dar ;  dieser  Ausbau  besteht  darin,  daß 
einerseits  dje  Schreibarbeit  noch  weiter  verringert  wird  und  anderseits 
die  gleichen  Vereinfachungen  auch  auf  den  Uebefweisungaverkehr  xnach 
auswärts  übertragen  werden. 

Die  Faktarierang  in  Auslandswährung  beim  Emser  Aasfahramt 
ist  von  der  Reparation  bommission  gutgeheißen  worden. 

Postpakete  nach  Aegypten  und  Britisch- Indien  werden  fortan 
bis  5  kg  schwer  ohne  Wertangabe  über  Hamburg  mit  Schiffen  der 
deutschen  Hansa  Linie  befördert. 

Bei  der  Versendung  von  Drucksachen  nach  Schweden  ist  darauf 
zu  achten,  daß  deren  Inhalt  keine  zollpflichtigen  Gegenstände  darstellen, 
da  sie  andernfalls  an  den  Absender  mit  Portobelastung  zurückgehen. 

lieber  Firmen  in  Schiedam,  Bom,  London,  Las  Palmas  and 
Smyrna  liegen  der  Handelskammer  zu  Berlin  vertrauliche  Mitteilungen  vor. 


Ein-  and  Ausfuhr,  Zollwesen. 

Das  Goldzollaufgeld  wird  mit  Wirkung  vom  1.  3  22  bis  auf  weiteres 
auf  4400  °/o  (bisher  3800)  festgesetzt. 

Nachzahlung  von  Aosfuhrabgaben.  Da  bekanntlich  bei  der  Be- 
messung der  Ausfuhrabgabe  der  dem  ausländischen  Käufer  berechnete 
Preis  zugrunde  zu  legen  ist,  so  ist  auch  bei  einer  Preisänderung  vor 
Abferiigung  der  Ware  zur  Ausfuhr  infolge  nachträglicher  Vereinbarung 
die  Abgabe  von  dem  schließlich  erhöhten  Preise  zu  berechnen.  Lautet  die 
Ausfahrbewilligung  auf  den  ursprünglich  niedrigeren  Preis,  so  ist  die 
Differenz  der  Abgabe  entsprechend  dem  vereinbart  höheren  Preis  nach- 
träglich zu  entrichten.  In  diesem  Falle  ist  der  zuständigen  Außenhandels- 
nebenstelle unter  Beifügung  der  Bewilligung  Mitteilung  zu  machen,  damit 
die  Abänderung  des  Wertes  und  der  Abgabe  vorgenommen  werden  kann, 
Besetztes  Gebiet.  Die  Erteilung  von  Ausfahrbewilligungen 
beim  Emser  Ein-  und  AuBfuhramt  wird  neuerdings  an  die  Bedingung  ge- 
knüpft, die  eingehenden  Detnen  der. Reichsbank  zur  Verfügung  zu  stellen. 

Keine  Rückerstattung  zuviel  gezahlter  Gebühren  über  die 
ehemalige  BheinzoUinie.  Der  Unterausschuß  der  Interalliierten  Rhein- 
landkommission hat  entschieden,  daß  die  Gebühren  für  die  bis  zum  30. 9.  21 
erteilten  Ein-  und  Ausfuhrbewilligungen  für  den  Verkehr  ait  dem  besetzten 
Gebiet  in  keinem  Falle  zur  Rückzahlung  gelangen  sollen.  ■ 

Die  deutsche  Ausfahr  nach  Danzig.  Nachdem  die  Zollgrenze 
zwischen  Dan2ig  und  Polen  gefallen  ist,  wird  in  absehbarer  Zeit  eine 
Neuregelung  der  deutschen  Ausfuhr  nach  Danzig  stattfinden.  Vorläufig 
gelten,  was  Deutschland  betrifft,  nach  wie  vor  die  alten  Bestimmungen, 
und  die  Außenbandelsstellen  erteilen  Aasfuhrbewilligungen  ohne  weiteres, 
wenn  die  Danziger  Verbleibsbescheinigung  vorliegt.  Was  Danzig  betrifft, 
so  sind  durch  die  auf  Grund  eines  Zusatzvertrages  mit  Polen 
erreichten  Zollerleichterungen  Vorkehrungen  getroffen,  daß  die  Einfuhr 
dieser  Waren  nach  Danzig  ermöglicht  wird.  Auf  Grund  des  Zusate- 
veitrages  hat  Danzig  das  Recht,  für  Einfuhren  der  im  nachstehenden 
Vergünstigungsverzeichnis  bezeichneten  Warengattungen  Zollermäßigungen 
vom  autonomen  Zolltarif  im  Rahmen  der  aus,  dem  VergünBiigungsverzeich- 
nisse  ersichtlichen  Kontingente  zu  gewähren.  Die  Einfahren  müssen  bis 
zum  30.  9,  22  bewirkt  sein. 

In  d<m  Vergünstigungsverzeichnis  sind  u.  a.  aufgeführt: 


Warenbezeichnung 

Kontingent 
in  Tonnen 

Ermäßigter 
Zoll  auf 

Faßbodenplatten  ans  einfarbiger  Masse  in 
der  Dicke  über  13  mm ...... 

Einfarbige  Tonplatten  zur  Wandverklei- 
dung, zusammen  beide  Positionen  .  . 

Ofenkacheln  und  Ziegeln  aus  Töpfermasse, 

Glühlampen  in  Fassungen  oder  ohne  Fassung 

j     2  000 

100 
50 
20 
12 

•     26  o/o 

35  «/„ 
76  <7o 
25  % 

Italien.  Das  Zollaufgeld  beträgt  für  die  Zeit  vom  16.— 28.  2.  22 
311  %  (342). 

Nicaragua.  Die  Zoll-Umrechnungskurse,  die  zur  Berechnung 
der  Zollgebühren  bei  Erhebung  von  Wertzöllen  zugrunde  gelegt  werden, 
richten  sich  nach  dem  Stande  des  amerikanischen  Dollars  und  werden  von 
Zeit  zu  Zeit  festgesetzt.  Nach  der  letzten  Festsetzung  war  1  deutsche 
Mark  =*=  $  0,011655. 

Peru.  Ein  neuer  Zolltarif,  dessen  Sätze  voraussichtlich  höher 
sein  werden  als  die  bisherigen,  befindet  sich  in  Vorbereitung.  Vor  Juni 
d.  Ja.  durfte  er  wohl  kaum  in  Kraft  gesetzt  werden. 

Schweiz.  Die  Ermäßigung  der  Tarazuschläge  ist,  vorbehaltlich 
der  Genehmigung  des  Eidgenössischen  Zolldepartements,  von  der  Ober- 
zolldirektion für  eine  Reihe  von  Positionen  vorgenommen  worden.  Hier- 
nach stellt  sich  der  Taraznschlag  in  Prozenten  des  Nettogewichts  wie 
folgt : 


Tarif  Nr. 

676  Steinzeugwaren,  feine   von  30  °/0  auf  20  % 

677  Töpferwaren,  mit  grauem  oder  rötlichem 

Bruch   „    20  o/o    „  16% 

678  Töpferwaren,  mit  weißem  oder  gelblichem 

Bruch   „    30  o/o    „  20«/0 

679/680  a  Isolatoren  und  Abdampfschalen  usw.  aus 

Porzellan  .    .    .    ...    .    .    .    .    •  „    30  «/0    „20  % 

680  b       Porzellanwaren,  andere   „    36%    „  20°/o 

681  Töpferwaren,  nicht  anderweit  genannt  .  .  „  30%  „  20»/° 
683/688    Glasziegel,  Bodenplatten,  Dach-,  Kathedral- 

Fensterglas   „    25  »/0    „  80% 

689/690    Hohlglas-  und  Glaswaren,  nicht  geschliffen 

usw   »  40°/. ,   »  20% 

691  a       Flaschen  aus  schwarzem,    braunem  und 

grünem  Glas   „   30»/0   „  20  o/e 

691  b       Flaschen,  andere   „    40%   „  20% 

694  c       Hohlglaswaren  aller  Art  ,    50  %    „  20  o/0 

Spanien.  Fortfall  des  Valutazuschlages.  Einer  Madrider  Meldung 

zufolge  ist  mit  Wirkung  vom  21.  2.  die  Aufhebung  des  Valutazuschlages 
für  die  Länder  beschlossen  worden,  die  die  zweite  Spalte  des  Zolltarifs 

genießen.  Zu  diesen  Ländern  gehören  Deutschland,  Belgien,  Frankreich, 
Oesterreich- Ungarn  u.  a.  m. 


Die  Lage  in  Industrie  und  Handel. 

Eine  neue  Kohlenpreiserhöhung  dürfte  sich  angesichts  der  am 
1.  3.  in  Kraft  tretenden  neuen  Erhöhung  der  Frachttarife  um  20%,  sowie 
ferner  in  Anbetracht  neuer  Lohnforderungen  der  Bergarbeiter,  zum  Be- 
ginn des  neuen  MonatB  erforderlich  machen.  Eine  wesentliche  weitere 
Erhöhung  der  Kohlen  preise  würde  auch  durch  die  Erhöhung  der  Kohlen- 
steuer von  20  auf  40o/0  bedingt  werden.  Die  nach  der  in  Auseicht 
stehenden  Heraufsetzung  der  Koblenpreise  dann  noch  verbleibende 
Differenz  zwischen  Weltmarktpreis  und  Inlandpreis  dürfte  nicht  mehr 
sehr  erheblich  sein. 

Rußland.  Umstellung  in  der  Wirtschaftepolitik.  Am  15.  2. 
sind  nach  einer  Moskaner  Meldung  die  Lenen  Zolltarife  für  die  aus  West- 
europa eintreffenden  Waren  in  Kraft  getreten.  —  Das  Außenhandels- 
Kommissariat  soll  in  zwei  Hauptabteilungen,  eine  gesetzgebende  und  eine 
rein  kommerzielle,  umgestaltet  werden  —  Unter  dem  Namen  „Die  erste 
russische  Aktiengesellschaft  für  die  Ein-  und  Ausfuhr"  ist  vom  Volks- 
kommissariat für  den  Außenhandel  eine  Handelsgesellschaft  ins  Leben  ge- 
rufen worden.  *  - 

Geschäftliche  Mitteilungen. 

Duxer  Porzellanmanufaktur,  A.-G.,  vorm.  Ed.  Eichler,  Berlin. 
In  der  a.  o.  G.-V.  wurde  Bankier  H.  Cassel  neu  in  den  Aufsichtsrat  ge- 
wählt. Von  der  Zuwahl  eines  nach  den  Statuten  zulässigen  siebenten 
Aufsiohtsratsmitgliedes  wurde  nach  einer  Diskussion  Abstand  genommen, 
da  man  den  Posten  offen  lassen  wolle,  falls  von  der  tschechoslowakischen 
Regierung  über  kurz  oder  lang  die  Aufnahme^  eines  tschechoslowakischen 
Angehörigen  verlangt  werden  sollte.  Das  abgelaufene  Geschäftsjahr  hat 
einen  nicht  ungünstigen  Verlauf  genommen. 

Optische  Werke,  A.-G.,  vorm.  Carl  Schütz,  Cassel.  Die  a.  o. 
G.-V.  genehmigte  die  Umwandlung  der  J(  169  000  Stammaktien  in  Vor- 
zugsaktien gegen  Zuzahlung  von  je  Jl  300  auf  die  Stammaktien  und 
beschloß  einstimmig,  die  nicht  zur  Umwandlung  eingereichten  Stammaktien 
im  Verhältnis  von  10 : 7  mit  Sperrfrist  umzuwandeln. 

Deutsche  Gold,  und  Silberscheideanstalt,  vorm.  Bbssler,  Frank« 
furt  a.  M.  Die  a.  o.  G.-V.  genehmigte  den  Interessengemeinschaftsvertrag 
mit  der  Metallgesellschaft  sowie  der  Metallbank  und  Metallurgischen  A.-G. 
Neu  in  den  Aufsichtsrat  gewählt  wurde  Direktor  G.  Schwarz  von  der 
Metallgesellschaft.  Der  Interessengemeinschaftsvertrag  läuft  bis  1951. 
Für  Verluste  einer  einzelnen  Gesellschaft  haftet  die  Gesamtgenosseu- 
schaft  nicht.   ' 

Gener  al -Versammlungen. 

Porzellanfabrik  Limbach,  A.-G.,  Limbach :  Die  auf  den  16.  3  22, 
11  Uhr  v.,  anberaumte  o.  G.-V.  findet  im  Bahnhofshotel,  Coburg,  statt. 

Tonwerk  Kolbermoor  Steinbeis  &  Gen.,  A.-G.,  Kolbermoor:  o.  G.-V. 
16.3  22,  8%  Uhr  v.,  Verwaltungsgebäude,  Kolbermoor. 

Berliner  Glas-  und  Spiegel  Manufaktur,  A-G.,  Barlin :  o.  G  -V.  18  3  22, 
3  Uhr  n.,  Geschäftsräume  der  Deutschen  Wasserwerke,  Berlin.  T.  0. : 
u.  a.  Kapitalserhöhung  um  Ji  2  Mill  auf  M  3  Hill 

Thermos-A.-G,  Berlin:  a  o.  G.-V.  17.3.  22,  11  '/»  Uhr  v„  Sitzungs- 
saal der  Firma  Carsch,  Simon  &  Co.,  Komm.-Ges.,  Berlin  W.  T.-O. : 
Kapitalserhöhung  um  950  000  Inhaberaktien. 

Ostdeutsche  Stanz-  und  Emaillierwerke,  A.-G.,  Küstrin:  a  o.  G.-V. 
15. 3.  22,  11  Uhr  v.,  Bureau  des  Notars  Dr.  W.  Abrahamsohn,  Berlin, 
Potsdamerstr.  22  b.  T.-O.:  Kapitalserhöhung  nm«i  6,5  Mill.  auf  M  14,5 
Mill ,  Ueberlassung  der  neuen  Aktien  an  die  A.-G.  Hago  Stinnes. 

Sächsische  Emaillier-  und  Stanrwerke,  vorm.  Geor.  Gnüchtel,  A.-G., 
Lauter  i.  Sa. :  o.  G.-V.  10.  3.  22,  11  Uhr  v ,  Allgemeine  Deutsche  Credit- 
Anstalt,  Leipzig.  •  

Messen  und  Ausstellungen. 

Die  3.  Ausstellung  für  chemisches  Apparatewesen  findet  vom 
7/*6.  bis  18. 6.  22  gleichzeitig  mit  der  Hauptversammlung  des  Vereins 
deutscher  Chemiker  in  Hamb  arg  in  der  Ernst- Merck  Halle  statt.  Während 
der  Ausstellung  tagt  auch  die  Fachgruppe  für  chemisches  Apparatewesen. 
Die  Anmeldung  für  die  Ausstellung  schließt  am  15.  3.  Näheres  ist  durch 
den  Vorsitzenden  der  Fachgruppe,  Dr.  Max  Buchner,  Hannover-Kleefeld, 
SchellingBtr.  1,  zu  erfahren. 


100  — Nr.  9 


SPRECHSAAL -COBURG. 


1922.  (öö.^Jahrgang.) 


Die  geplante  Torfausstellung  (vgl.  Sprechsaal,  Nr.  51,  Seite  613) 
findet  in  Hannover  vom  18.  bis  22. 3.  statt.  Die  Geschäftsstelle  befindet 
Bich  in  Hannover,  Seilwinderstr.  6. 

Für  die  Besucher  der  Leipziger  Frühjahrsmesse  werden  bei 
Benutzung  der  Meßzüge  Fahrpreisermäßigungen  bis  zu  40  «/0  gewährt. 
Der  Fahrkartenverkauf  erfolgt  nur  durch  das  Meßamt.  Die  Uebersendung 
per  Nachnahme  wird  bei  Einkäufern  von  der  gleichzeitigen  Bestellung 
des  Meßabzeichens  abhängig  gemacht.  Gesellschafts  Sanderzüge  verkehren 
nach  und  von  Leipzig  anf  den  Strecken  von  Nürnberg  über  Probstzella ; 
Stuttgart  über  Heilbronn,  Würzburg;  Karlsruhe  über  Mannheim,  Frank- 
furt ;  Mainz  über  Rüsselsheim ;  Frankfurt  a.  M.  über  Offenbach,  Hanau  ; 
Düsseldorf  bezw.  Solingen  über  Elberfeld,  Lennep,  Hagen,  Arnsberg; 
Münster  (Westf.)  über  Osnabrück,  Bünde,  Löhne;  Altona  über  Harburg, 
Lüneburg,  Uelzen  und  Königsberg  über  Elbing. 

Neue  ehrenamtliche  Vertretungen  sind  in  Bosnien,  Brasilien, 
Bukowina  und  Nordmoldau,  Island,  Kleinasien,  Luxemburg  und  Palästina 
eingerichtet  worden. 

Die  Ausstellungsräumlichkeiten  der  Wiener  Werkstätten  werden 
in  den  Lesesaal  der  im  Städtischen  Kaufhaus  untergebrachten  Staats- 
bibliothek verlegt. 

Breslauer  Messe.  Für  die  ausländischen  Besucher  ist  allgemein 
die  Vergünstigung  des  S  immelsichtvermerkes  zugelassen  worden,  bei 
dessen  Verwendung  allerdings  die  gemeinsame  Ein-  und  Ausreise  der 
Messebesucher  zur  Bedingung  gemacht  wird.  Die  deutschen  Paßstellen 
in  Warschau,  Posen,  Lodz  und  Bromberg  sind  angewiesen  worden,  den 
Messereisenden  Sichtvermerke  ohne  weiteres  zu  erteilen  und  ihnen  auf 
Wunsch  auch  die  Vergünstigung  der  Sammelsichtvermerke  zuteil  werden 
zu  lassen.  Messebesucher  aus  dem  besetzten  Gebiet  Oberschlesiens 
müssen  sich  den  erforderlichen  Sichtvermerk  von  der  deutschen  Paßstelle 
in  Oppeln  erteilen  lassen. 

Frankfurter  Messe.  Für  Messebesucher  aus  Italien  haben  die 
Schweizer  Bundesbahnen  die  Fahrpreise  wiederum  um  30%  ermäßigt. 
Auch  die  italienischen  Staatsbahnen  haben  die  Gewährung  einer  beträcht- 
lichen Fahrpreisermäßigung  in  Aussicht  genommen. 

Für  die  Eröffnung  der  Deutsehen  Gewerbeschau  München  1922 
ist  der  13.  5.  (Samstag)  bestimmt  worden. 

Für  die  2.  Wiener  Internationale  Messe,  die  in  der  Zeit  vom 
19.  bis  25.  3.  abgehalten  wird,  ist  das  Interesse  überaus  rege  Auf  Grund 
des  Messeausweises  werden  verschiedene  Vergünstigungen:  Ermäßigung 
deB  Paßvisums,  eventuelle  Fahrpreisermäßigung  auf  den  österreichischen 
Bahnen,  eventuelle  Sonderzugstellung  sowie  Quartierbestellung  gewährt. 


Verbände. 

Verband  Deutscher  Porzellangeschirrfabriken,  G.  m.  b.  H. 
Ein  vorliegender  Antrag  auf  Preiserhöhung  wegen  der  gesteigerten  Pro- 
duktionskosten wurde  trotz  zutreffender  Begründung  abgelehnt,  um  die 
bisherige  Verbandspreispolitik,  möglichst  stabile  Preise  zu  haben,  solange 
als  möglich  aufrecht  zu  erhalten. 

Der  Verband  Deutscher  Elektrotechnischer  Porzellanfabriken, 
Berlin,  hielt  am  21.  2  in  Eisenach  seine  diesjährige  ordentliche  Hauptver- 
sammlung ab,  und  beschloß,  mit  Wirkung  ab  1.3.  22  zum  System  der 
Verbandemindestpreise  zurückzukehren,  das  durch  den  Beschluß  der  außer- 
ordentlichen Hauptversammlung  vom  3. 8.  21  aufgehoben  worden  war. 
Der  bisherige  Vorstand,  Herr  Direktor  Jon.  Dönitz,  Hermsdorf,  als  1.  Vor- 
sitzender, und  Herr  Fabrikbesitzer  Viktor  Stockhardt,  Kronach,  als  2.  Vor- 
sitzender, wurden  für  das  laufende  Jahr  wiedergewählt. 

Preiserhöhungen.  Die  Vereinigung  Mitteldeutscher  Hohlglas- 
fabriken, e.  V.,  Dresden,  beschloß  eine  weitere  Preiserhöhung.  Die  bis- 
herigen Grundpreise  und  Aufschläge  bleiben  bestehen.  Auf  die  so  fest- 
gestellte Eudsumme  tritt  ein  weiterer  Zuschlag  von  30  «/<,  hinzu.  Die 
neue  Preiserhöhung  ist  mit  sofortiger  Wirkung  ab  13.  2.  22  in  Kraft 
getreten. 

Der  Verein  Deutscher  Farbenglaswerke  m.  b.  H.,  Berlin  NW.  87, 
WullenweberBtr.  6,  hat  sich  veranlaßt  gesehen,  infolge  weiterer  Verteuerung 
der  Gestehungskosten  des  geblasenen  Farbenglases  sämtliche  Preise  der 
Verkaufsliste  vom  13.1.  22  mit  Wirkung  ab  15.2.  22  um  50°/0  zu  er- 
höhen. Diese  neuen  Notierungen  sind  jedoch  nach  wie  vor  unverbindlich. 
Aufträge  können  nur  zu  den  Preisen  und  Bedingungen  vorgemerkt  werden, 
die  am  Tage  der  Lieferung  gültig  tind. 

Die  in  dem  bekannten  Hartglaekonzern  zusammengeschlossenen 
Hütten  teilen  mit,  daß  ihre  bisherigen  Preisnotierungen  eine  weitere  Er- 
höhung von  40  %  erfahren  haben. 

Der  Verband  der  Glasbläser,  Lauscha,  beschloß  angesichts  der 
AuftragBÜberhäufung  der  fünf  im  Bezirk  vorhandenen  Glashütten  den 
Bau  einer  Verbandsglaahütte. 

Verband  Mitteldeutscher  Glasmalereien,  e.  V.,  Leipzig  (Pegauer- 
Rtraße  16).  Die  Frübjahrs-Generalversammlung  findet  am  6;  3.  22,  6V2 
Uhr  n.,  in  den  Bäumen  des  Deutschen  Kellnerbundes,  Leipzig,  Johannis- 
gasse  4,  am  Augustusplat«,  statt. 

Zentralstelle  für  Interessenten  der  Leipziger  Mustermessen, 
e.  V.,  Leipzig.  Die  Hauptversammlung  findet  am  7.  3.  22,  5  l/s  Uhr  n., 
in  den  Kammermusiksälen  des  Leipziger  Centraitheaters,  Dittrichring  19, 
statt. 

Firmenregister. 

Deutschland. 

Xteinberger  &  Co.,  Kriegern  in  Böhmen,  Porzellanfabrik,  Geschäfts- 
stelle Herlin.    Die  Zweigniederlassung  ist  aufgehoben. 

l'Hedr.  Schwab  &  Co.,  Meiningen.  Die  Prokura  des  Fritz  Böhme 
ist  erloschen. 

Porzellanfabrik  Richard  Fabig,  Peterwitz,  Kr.  Frankenstein.  Fabrik- 
direktor Hana  Piorkowaky  hat  Prokura. 


Aelteste  Volkatedter  Porzellanfabrik,  A.-G.,  Volkstedt.  Die  Kapitala- 
erhöhung  um  M  1,5  Mill.  ist  durchgeführt. 

Deutsche  Steinzeugfabrik  Ludwig  und.  Budolf  Wiek,  Grenzhausen. 
Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  die  Fabrikanten  Ludwig  und  Budolf 
Wiek.   Jeder  der  beiden  Gesellschafter  ist  selbständig  vertretungsbefugt. 

Annaburger  Steingutfabrik,  A.-G.,  Annaburg.  Die  Prokura  des 
Bobert  Schulze  ist  erloschen. 

Württembergische  Majolikawerke  Gaildorf,  Mezger  &  Beck,  Gaildorf. 
Herstellung  und  Vertrieb  feiner  Ton-  und  Majolikawaren.  Persönlich 
haftende  Gesellschafter  sind  die  Kaufleute  Jobann  Mezger  und  Heinrich 
Beck.  Sie  sind  nur  gemeinsam  vertretungsbefugt.  Oberingenieur  Friedrich 
Kneller  und  Kaufmann  Otto  Mezger  haben  Gesamtprokura. 

Tonwarenfabrik  Germania,  Kanter  &  Co.,  Lugknitz,  O.-L.  Persön- 
lich haftende  Gesellschafter  sind  Kaufmann  Sally  Teitelbaum  und  Fabrik- 
besitzer August  Kanter.   Vertretungsbefugt  ist  nur  Sally  Teitelbaum. 

Eicawil,  Kunstgewerbliche  Gesellschaft  m.  b.  H.,  Perlach  (Hans- 
Huber-Straße,  Fasangarten).  Bureau  für  Innnenarchitektur,  Fabrikation 
von  keramischen  Erzeugnissen  aller  Art,  Fabrikation  von  Lampen  und 
Lampenschirmen,  sowie  Handel  mit  architektonischen  bildhauerischen, 
graphischen  und  keramischen  Erzeugnissen.  Stammkapital:  Jt  30000. 
Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer  Bind  Keramiker  Eilif  Möller 
und  die  Kaufleute  Carl  Scheuermann  und  Willy  Berreth. 

Keramische  Werke  Alfred  Lohse,  Bad  Schmiedeberg.  Direktor  Otto 
Becker  hat  Prokura. 

Lichtenower  Ofenfabrik  in  Lichtenow  bei  Herzfelde,  F.  &  E.  Toache, 
Lichtenow.   Die  Firma  ist  erloschen. 

Friedrich  Bößler,  Fabrik  säurefester  Produkte,  Bensheim.  Die  Prokura 
des  Eugen  Bentz  ist  erloschen.  Oberingenieur  Karl  Kleinjung  hat  Prokura. 

Fontaine  &  Co.,  Bockenheimer  Nexos-Scbmirgel-Schleifräder  und  Ma- 
schinenfabrik, G.  m.  b.  H.(  Frankfurt  a.  M.  Das  Stammkapital  ist  um 
Jt  400000  auf  Jt  1,2  Mill.  erhöht  worden. 

Verkaufsgenossenschaft  der  vereinigten  Steinzeugfabrikanten  von 
Adendorf  und  Umgegend,  e.  G.  m.  b.  H,  Adendorf.  Die  Zahl  der  Vorstands- 
mitglieder ist  von  drei  auf  sechs,  die  Haftsumme  von  Jt  300  auf  Jt  10  000 
erhöht  worden.  Aus  dem  Vorstände  ausgeschieden  sind  Peter  Gütten  I. 
und  Serv.  Josef  Menningen.  Neu-  bezw.  wiedergewählt  wurden  Chr.  Josef 
Giertz,  Johann  Hubert  Hirschleber,  Max  Gerhartz,  Leopold  Corzeliua  II., 
Leo  Wingender  und  Peter  Schüller. 

Altenburger  Glasfabrik  Besser  &  Co.,  G.  m.  b.  H.,  i.  Liqu.,  Altenburg. 
An  Stelle  dea  Hana  K.  S.  Voigt  wurde  Bücherrevisor  Fritz  Winkler  zum 
Liquidator  bestellt. 

Franz  Wittwer,  Kristallglasindustrie,  Altheide.  Die  Firma  lautet 
jetzt:  „Franz  Wittwer,  Kristallglas- Hüttenwerke,  Altheide. " 

Max  Kray  &  Co. -  Glasindustrie  Schreiber,  A.-G.,  Berlin.  Direktor 
Gottlob  Bitter  von  Kralik  ist  aus  dem  Vorstande  ausgeschieden. 

Heinr.  Ehlers  Glasmanufaktur,  G.  m.  b.  H.,  Altona.  Die  Gesellschaft 
befindet  sich  in  Liquidation.  Der  bisherige  Geschäftsführer  Franz  Haller 
ist  Liquidator.  . 

„Stern",  Glühlampenwerk  Josef  Plechati,  Jlmenau.  Die  Firma  ist 
erloschen. 

Glas-  und  Spiegelmanufaktnr  Kinon  &  Kotz,  Köln.  Hermann  Kotz 
ist  aus  der  Gesellschaft  ausgeschieden. 

Emaillierwerk  Germania,  G.  m.  b.  H,  Bosenthal  b.  Breslau.  An  Stelle 
des  ausgeschiedenen  Ferdinand  Kleemann  wurde  Direktor  Heinrich  Schweis- 
farth  zum  Geschäftsführer  bestellt. 

Leo  Deutsch,  G.  m.  b.  H  ,  Düsseldorf  (Kirchfeldstraße  149).  Import 
und  Export  von  Chemikalien,  Glas-  und  Metallwaren.  Stammkapital: 
M  100000.  Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Bernhard  Deutsch.  Heinrich 
von  Ahm  und  Paul  Deutsch  haben  Gesamtprokura. 

Eisen-  und  Glas-Handelsgesellschaft  m.  b.  H.,  Hamburg.  Stamm- 
kapital: M  30  000.   Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Bernhard  E.  Trey. 

Glasgroßhandlung  Trexler,  G.  m.  b.  H.,  Plauen.  Die  Vertretunga- 
befugnis  deB  Geschäftsführers  Johann  A.  B.  Kuhnert  ist  beendet. 

Gottlieb  Hügel,  Bayreuth  (Maxstraße  41).  Zinngießerei  und  Handel 
mit  Glas  und  Porzellanwaren.   Inhaber  ist  Gottlieb  Hagel. 

Heckert  &  Co  ,  A-G.,  Berlin.  Der  Sitz  der  Gesellschaft  befindet 
sich  jetzt  in  Halle  a.  S.  Das  Grundkapital  soll  um  bis  JC  8  Mill.  erhöht 
werden. 

Monnington  &  Lejeune,  Export,  Import  und  Kommission,  G.  m.  b.  H., 
Berlin.  Export  von  Erzeugnissen  der  Glasindustrie,  Optik  und  Feinmechanik. 
Stammkapital:  Jt  20000.  Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer 
sind  Kaufmann  Kurt  Monnington  und  Frl.  Hildegard  Lejeune. 

Piehl  &  Fehling,  Zweigniederlassung  Hamburg.  Eiu  Kommanditist 
ist  ausgeschieden. 

J.  Stölzel  &  Co.,  Bayreuth  (Richard- Wagner-Str.  10).  Großhandlung 
mit  Flachglas  aller  Art.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  Bind  Kaufmann 
Joseph  Stölzel  und  Bierwirt  Karl  Stiefler. 

Technische  Glaswaren,  G.  m.  b.  H.,  Berlin.  Der  Sitz  ist  nach  Siemens- 
Btadt  bei  Berlin  verlegt. 

Gerhard  Hunger,  Düsseldorf  (Schützenatr  26,  bisher  Köln).  Inhaber 
ist  Bergingenieur  Gerhard  Hunger. 

Weaterwälder  Elektro  -  Osmose  Tongewerkschaft,  Staudt.  Als 
weiteres  Grubenvorstandemitglied  wurde  Dr.  L.  Silberberg  bestellt.  Er 
ist  gleichzeitig  Stellvertreter  des  Vorsitzenden  Direktor  August  Heberle. 
Aus  dem  Grubenvoratand  ausgeschieden  sind  Direktor  J.  Lengersdorff  und 
P.  Schönwald.   

Oesterreich. 

Hana  Fötinger,  Original  Gmundner  Tonwaren-Induatrie,  G.  m.  b.  IL, 
Gachwandt  (Gmunden).   Hana  Fötinger  hat  Gesamtprokura. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  9  —  101 


Keramische  Werkstätten  Both-Nensiedl,  G.  m.  b.  H.,  Wien.  Erzeu- 
gung von  keramischen  Erzengnissen  aller  Art  in  eigenen  Werkstätten  und 
in  der  Fabrik  der  Werkstätten  Karan  Wien,  Kommanditgesellschaft,  Both- 
Nensiedl,  sowie  Vertrieb  dieser  Waren.  Stammkapital:  Kr  902000.  Ge- 
schäftsführer sind  die  Architekten  George  Karan  und  Ludwig  Steiner, 
Fabrikant  Benjamin  Karpf  und  Prokarist  Badolf  Loew.  Vertretungsbefugt 
ist  George  Karan  oder  Ludwig  Steiner  mit  einem  der  anderen  Geschäftsführer. 


F.  J.  Schönfeld,  Wien.  Fabriksmäßige  Erzeugung  von  Schmirgel- 
papier und  Leinen ;  Glaspapier,  Schleifscheiben,  Wetzsteinen  sowie  Putz- 
nnd  Poliermitteln.   Inhaber  ist  Franz  Josef  Schönfeld. 

A.-G.  für  Glas-  und  optische  Industrie,  Wien.  Die  beschlossene 
Kapitalserhöhung  um  Kr  36  Mill.  auf  Kr  50  Hill,  wurde  vom  Bundes- 
ministerium genehmigt. 


Fra  gekästen  des  Sprechsaal. 

Keramik. 


31.  Ich  bitte  um  Angabe  einer  absolut  durchsichtigen  und  einer 
deckenden  (Zinn-)  Glasur  zum  Glasieren  von  Vasen  usw.  aus  rotem  Ton  von 
folgender  Zusammensetzung: 

SiOt  =  50,24  °/0 

4*5,08  =  9,45<>/o 

Fe203=  8,68  % 
MgO=  2,68% 
CaO  —  15,65  % 

Muß  vielleicht  der  CaO>  Gehält  des  Tones  erhöht  werden,  um  ein  besseres 
Saften  der  Zinnglasur  zu  bewirken?  Die  Glasuren  müßten  bei  SK  09a 
bis  05  a  garbrennen. 

ErsteAntwort:  Der  Kalkgehalt  Ihres  Tones  genügt,  um  die  Zinn- 
glasur rissefrei  zu  tragen.  Die  Brenntemperatur,  die  Sie  für  den  Glasur- 
brand ins  Auge  faßten,  ist  allerdings  sehr  niedrig,  sodaß  man  nicht  unbe- 
dingt auf  Bissefreiheit  rechnen  kann.  Desgleichen  ist  nie  gesagt,  daß 
eine  hier,  aus  der  Ferne  angegebene  Glasur  ohne  weiteres  zu  dem  Scherben 
paßt.  Der  Versatz  kann  also  nur  als  Anhalt  dienen  zu  eigenen  Versuchen. 
Wollen  Sie  eine  fertige  Saehe  haben,  so  müßten  Sie  eine  passende  Glasur 
scbon  in  einem  Speziallaboratorium  ausarbeiten  lassen.  Da  Sie  nicht  an- 
führen, ob  Sie  einen  Aescher-  und  einen  Fritteofen  für  die  Glasnrfabrikation 
besitzen,  so  seien  Ihnen  hier  2  Glasuren  angegeben,  eine  nngefrittete  mit 
fertigem  Aescher,  wie  er  von  chemischen  Fabriken,  z.  B.  E.  de  Haea  in 
Seelze  bei  Hannover,  bezogen  werden  kann,  nnd  eine  gefrittete  mit  eigener 
Aescherherstellung. 

I.  Ungefrittete  Zinnglasur. 
Aescher  (Kalzine  mit  26%  Zinnoxyd)    .   .  300  G.-T. 

Bleiglätte  ,   220  „ 

Quarz     ............  180  „ 

Ii.  Gefrittete  Zinnglasur. 

Bleioxyd   .   .   .  133  Gew.-T. 

Zinnoxyd  ...........     30  „ 

oder  163  Aescher   \  oder  163  Aescher  ans 
mit  20%  Zinnöxyd  / 1  Teil  Zinn,  5  Teilen  Blei 

Pottasche,  kalziniert  55  „ 

Quarz  120  „ 

Zweite  Antwort:   Ihr  Ton  entspricht  der  Formel : 
0,2034  FeO  ) 

0,1627  MgO  \  0,2244  A1S03  . 2,0261  8iOs 
0,6339  CaO  J 

1,0000 

Eine  durchsichtige  alkalireiche  Glasur  für  SK  05  a- Ausbrand  hat  die  Formel: 
0,20  K20 
0,25  NaaC 
0,20  CaO 
0,35  PbO 

(0,08  A1,0, .  0,16  SiO,  in  den  Mühlenversatz !) 
Fritte: 

Feldspat  von  Boerstrand  111,8  Gew.-T. 

Borax,  kristallisiert  95,5  „ 

Marmor  oder  Kalkspat  20,0  „ 

Mennige   78,8  „ 

Quarzsand  von  Hohenbocka  ....     44,4  „ 

Sa.  350,0  Gew.-T. 

Mühlenversatz : 

Fritte   297,7  Gew.-T. 

Zettlitzer  Kaolin  20,7  „ 

Eine  deckende  Zinnglasur  für  SK  05 a-Ausbrand  entspricht  der  Formel' 
0,2Na,O1 

0,3  CaO  ^0,15  A120s{q'| 


0  1 

0  f  °'28  0,5  B,08 

n  t 


1,5  SiOj 
,3  SnO, 


0,5  PbO  J 
1,0 

Fritte: 

Soda,  kalziniert  21,2  Gew.-T. 

Marmor,  Kreide  oder  Kalkspat  .   .   .     30,0  „ 

Mennige  114,0  „ 

Quarzsand  150,0  „ 

Zinnoxyd   45,0  „ 

Mühlenversatz : 

Fritte   293,10  Gew.-T. 

Zettlitzer  Kaolin    .......     38,70  „ 

Die  Grenzwerte  der  Massen  sind: 

0,10-0,20  K20  \,   o5A,  o   ok   m  «in 

0,90—0,80  CaO,  MgO,  FeO  /  i— J'  AJsUs '  a'°~ 10  8lÜ2, 
Ihrem  Ton  müßten  Sie  also  0,1661  Mol  Kalk,  0,7766  Mol  A1,0, 
und  1,4739  Mol  Si02  zusetzen. 

Dritte  Antwort:   Eine  durchsichtige  Glasur,  die  bei  SK  09 a 
bis  05a  glatt  ausschmilzt,  wäre  auf  folgender  Segerformel  aufzubauen: 
0,95  PbO  \  0,175  A1208  1  j  7f)  o-n  . 
0,05  CaO  /  0,050  B203  /  i,7U  SlUi' 
Fritte  : 

-    Mennige  211  Gew.-T. 

SS?"  :  :  : : :  ,1  •  '■  *«• 

Zettlitzer  Kaolin 


I- 


Mühlenversatz: 

Fritte  318  Gew.-T. 

Zettlitzer  Kaolin    ........     13  „ 

Kalkspat   5  „ 

Mennige   5  „ 

Einer  gut  deckenden  zinnoxydhaltigen  Glasur  wäre  dahingegen  für  die 
gewünschte  Gartemperatur  folgende  Formel  zu  Grunde  zu  legen: 


0,45  PbO  )  (  3Q  s. 

0,15  K20  \  0,15  A1203  {  f. 
0,40  Na20  J  l  0,5  81 


Si02 
SnOa 


Die  Glasur  ist  eine  reine  Frittenglasur,  d.  h.  ihre  sämtlichen  Bestand- 
teile sind  zusammengefrittet,  werden  hierauf  gepulvert  und  dann  als 
Glasur  auf  den  Scherben  aufgetragen.  Ein  wesentlicher  Bestandteil  ist 
das  Zinnoxyd;  dadurch  daß  dasselbe  sich  nicht  in  der  Glasur  auflöst, 
sondern  in  feinster  Verteilung  in  derselben  schwimmt,  erscheint  die  Glasur 
weiß  und  undurchsichtig.  Die  Ei  fahrung  hat  gelehrt,  daß  es  vorteilhaft 
ist,  das  Zinnoxyd  nicht  als  solches  der  Glasur  einzuverleiben,  sondern 
Zinnöxyd  nnd  Bleioxyd,  das  einen  großen  Teil  der  Flußmittel  ausmacht, 
dadurch  zu  erhalten,  daß  man  Zinn-  und  Bleimetall  gemeinsam  schmilzt 
und  durch  Erhitzen  bei  höherer  Temperatur  mit  Luftüberschuß  oxydiert. 
Es  wird  dann  eine  gelbliche  Asche  erhalten,  die  man  in  der  Industrie 
als  „Aescher"  bezeichnet.  Das  Zinnbleiverhältnis  zur  Aescherherstellung 
ist  bei  vorstehender  Glasur:  1  Gew.  Zinn  zu  1,58  Gew.-T.  Blei.  Der. 
Versatz  zur  Glasur  lautet: 

Salpeter   20,20  Gew.-T. 

Feldspat   27,80  „ 

Soda,  kalziniert   .     31,80  „ 

Kochsalz  11,70  „ 

Zettlitzer  Kaolin   25,80  „ 

Sand  von  Hohenbocka   150,00  „ 

Aescher  (1 : 1,68)    .....   .   .   175,35  „ 

Znsammen  442,65  Gew.-T. 
Ob  nun  die  genannten  Glasuren  auf  Ihrem  Scherben  fehlerfrei  sitzen, 
kann  nur  praktisch  erprobt  werden.  Sind  Sie  hierzu  nicht  in  der  Lage, 
dann  ist  es  für  Sie  am  ratsamsten,  sich  mit  einem  Fachmann  in  Ver- 
bindung zu  setzen,  denn  im  Fragekasten  können  nur  allgemeine  Richt- 
linien erteilt  werden. 

Vierte  Antwort:  Eine  nach  jeder  Seite  hin  Sie  befriedigende 
Antwort  läßt  sich  nicht  geben,  da  man  den  Ton,  sowie  dessen  Verhalten 
genau  kennen  müßte.  Ohne  Proben  kommt  man  auch  nicht  aus.  Sie 
gehen  dabei  am  besten  so  vor,  daß  Sie  sich  2  Frittenglasuren  herstellen, 
eine  bleifreie  und  eine  stark  bleihaltige,  und  diese  sowohl  für  sich  als 
auch  gemischt  versuchen.  Die  nachstehenden  zwei  Glasuren  mögen  Ihnen 
als  Beispiele  dienen. 

I.  bleifreie  transparente  Glasur  für  SK  07 : 

0  6  Na?0  1  °'373  ^«O»  \  2  8  SiO 
"y  [  0,510  B203  /  4°  MÜ2 


0,3  CaO 


II.  bleihaltige,  transparente  Glasur  für  SK  09 : 
0,7  PbO  1  0,2  A1203  Y  a ,  gi0 
0,3  CaO  /  0,4  B203  /  J,A  &1"2 


Versätze : 

I 

II 

159,83 

.    .    .  97,41 

Soda,  kalziniert     .   ,  . 

.   .   .  36,57 

30,00 

92,00 

49,60 

16,00 

Bei  Versatz  I  können  Sie  zur  Mühle  5  %  Kaolin  und  5  %  Sand  zusetzen, 
bei  Versatz  II  auf  310  Gew.-T.  Fritte  35  Gew-T.  Zettlitzer  Kaolin  und 
10  Gew.-T.  Sand.  Durch  Zusatz  von  Zinnoxyd  nnd  Zinkoxyd  zu  vor- 
stehenden Glasuren  bekommen  Sie  eine  Deck-(EmaiI-)Glasur.  Versuchen 
Sie  zunächst  eine  Zugabe  von  10  %  Zinnöxyd  und  2  %  Zinkoxyd.  Als 
Deckglasur  kommt  auch  die  nachstehende  Schmelzglasur  in  Betracht  vom 
Typus : 

bo.o,o-o,3ai2o3{0;«Z0|  gft 

SiO»  kann  anch  teilweise  durch  B203  ersetzt  werden. 

Fünfte  Antwort:  Ihre  Annahme,  daß  der  Kalkgehalt  Ihres 
Tones  für  eine  Zinnglasur  zu  gering  ist,  trifft  zu.  Um  Haarrissen  bei 
einer  deckenden  Glasur  vorzubeugen,  müssen  Sie  mindestens  15%  Kalk 
zugeben.  Der  Analyse  nach  zu  schließen  scheint  Ihr  Scherben  frühzeitig 
dicht  zu  brennen,  doch  vermute  ich,  daß  die  Verarbeitung  dieses  Tones, 
ohne  jegliche  Zugabe  eines  andern  plastischen  nnd  tonerdereichen  Materials, 
nicht  leicht  sein  wird. 

Eine  deckende,  weiße  Glasur  besteht  aus: 

Aescher  (50  Blei,  25  Zinn)  39  G.-T. 

Qoarz  '  29  „ 

Kochsalz  11V2  „ 

Feldspat  91/»  * 

Salpeter  3%  „ 

Zettlitzer  Kaolin  2%  „ 


102  —  Nr.  9 


Die  Glasnr  kann  durch  Zugabe  von  0,5—6%  Farbkörper  jeden  beliebigen 
Ton  erhalten. 

Eine  durchsichtige  Glasur  erschmilzt  man  aas : 
Mennige     ............   66  G.-T. 

Qaarz   24  „ 

Zettlitzer  Kaolin  oder  China  clay    ...     8  „ 

'  32.  Ich  bin  gezwungen,  wegen  Mangels  an  geeigneten  Bäumen  die 
Fabrikation  von  Porzellanknöpfen  in  einem  kleinen  Chi,  wo  es  keine  Gas- 
anstalt gibt,  einzurichten,  und  bitte  um  Angabe,  welche  Erfahrungen  man 
mit  Azetylengas-  und  Oelfeueiwng  bei  Muffelöfen  gemacht  hat  Es  handele 
sich  um  Muffelöfen  mit  2 — 3  übereinander  liegenden  Muffeln  für  eint 
Temperatür  von  SK  15  zum  kontinuierlichen,  rauchlosen  Brennen.  Wer 
liefert  entsprechende  Muffeln? 

Erste  Antwort:  Die  Azelylengasfeuerung  dürfte  in  Ihrem 
Falle  nicht  in  Anwendung  kommen,  dagegen  ist  gegen  die  QelfeueruBg 
nichts  einzuwenden,  obgleich  sie  in  der  Porzellanindoatrie  kaum  An- 
wendung gefunden  hat.  Wenn  Sie  schon  die  Gasfeuerung  einrichten 
wollen,  eo  bauen  Sie  sich  am  besten  einen  kleinen  Generator  und  haben 
die  Gewißheit,  daß  alles  in  Ordnung  vor  sich  geht. 

Zweite  Antwort:  Mit  Leuchtgas  werden  Sie  nie  Erfolg  haben, 
da  es  z.  Zt.  seht.  Schlecht  ist  und  in  der  Zusammensetzung  schwankt. 
SK  15  könnten  Sie  nie  erreichen.  Sie  müssen  zu  der  gewöhnlichen 
Feuerung  mit  Holz,  Kohle  oder  Koks  zurückgreifen.  Eine  Azetylengas- 
feuerung  kommt  nicht  in  Betracht,  da  die  Unsicherheit  und  besonders  die 
Explosionsgefährlichkeit  zu  groß  ist.  Bauen  Sie  sich  eine  kleine  Seharf- 
feueimuffel,  dann  haben  Sie  gleich  etwas  Richtiges.  Die  Einführung  der 
Oelfenerung;  für  die  in  letzter  Zeit  große  Propaganda  gemacht  wurde, 
scheitert  auch  an  der  schlechten  Oellieferung  und  am  hohen  Preise.  Dann 
können  Sie  einen  mit  Oel  gefeuerten  Ofen  auch  nur  für  dieses  Material  ver- 
wenden und  müssen,  Wenn  Ihnen  das  Oel  ausgeht,  den  Betrieb  einstellen. 

Dritte  Antwort:  Da  Sie  den  Ofen  jedenfalls  Tag  und  Nacht 
betreiben  werden,  so  dürfte  es  zweckmäßig  sein,  dafür  einen  Generator 
aufzustellen.  Von  verschiedenen  Firmen  wird  auch  eine  Oelgasfeuerung 
gebaut,  die  für  Ihren  Zweck  brauchbar  sein  dürfte.  Wahrscheinlich  ver- 
meiden Sie  dadurch  ebenfalls  die  Anwendung  eines  Gebläses  und  kommen 
lediglich  mit  dem  Schornsteinzug  aus. 

Entsprechende  Muffelöfen  baut  die  Firma  H.  T.  Padelt  in  Leipzig- 
Schleussig.      °  . 

Vierte  Antwort:  Die  Erfahrungen  mit  Azetylen-  oder  Oel- 
feuerungen  bei  Muffelöfen  Bind  sehr  gute,  vorausgesetzt  daß,  Anlage  und 
Anwendung  sachgemäß  sind  Gas  und  Oel  sind  am  besten  zum  rauch- 
losen Brennen  geeignet.  —  Azetylengasanlagen  und  Muffeln  liefert  die 
Firma  Franz  Rauls  Ingenieur-Gesellschaft  in  Godesberg  a.  Rh. 

33.  Wir  beabsichtigen,  einen  Bundofen  für  Feinsteinzeug  zu  bauen 
und  fragen,  was  vorteilhafter  ist,  die  Feuerungen  in  gleicher  Höhe  mit 
dtm  Einsetzraum  oder  in  einem  tiefergelegenen  Geschoß  anzubringen.  Das 
Terrain  eignet  sich  zu  letzterem  recht  gut,  nur  fragt  es  sich,  ob  diese  An- 
ordnung mehr  Brennmaterial  erfordert  un&  den  Bau  kostspieliger  macht. 
Die  Feuerungen  in  einem  besonderen  Geschoß  anzubringen,  wäre  uns  aus 
verschiedenen  Gründen  angenehmer.  Wie  haben  sich  Oefen  mit  tiefer- 
liegender Feuerung  bewährt  gegenüber  solchen  mit  den  Feuerungen  im  Ein- 
setzraum ? 

Erste  Antwort:  Vorausgesetzt,  daß  Sie  langflammigeB  Brenn- 
material zur  Verfügung  haben,  das  reich  an  schweren  Kohlenwasser- 
stoffen ist  —  Steinkohlen,  Brannkohlen  —  wäre  die  Unterbringung  der 
Feuerungen  bei  Rundöfen  mit  überschlagender  Flamme  in  einem  tiefer 
gelegenen  Geschoß  stets  anzustreben,  und  zwar  aus  folgendem  Grund: 
Die  in  den  Brennranm  einströmende  Flamme  wird  durch  den  noch  kalten 
Eineatz  schnell  unter  ihre  Entzündungstemperatur  abgekühlt,  so  daß  ein 
großer  Teil  ihrer  Bestandteile  —  die  schweren  Kohlenwasserstoffe  —  von 
der  Verbrennung  zunächst  ausgeschlossen  bleibt.  Dieser  aber  wird  teils 
in  flüssiger,  teeriger  Form  von  den  noch  kalten  Tonwaren  zugleich  mit 
dtm  anf  letzteren  sieh  niederschlagenden,  aas  dem  Brennmaterial 
stammenden  KondenBwasser  aufgesaugt,  teilweise  aber  in  fester  Form  als 
Baß  anf  ihrer  Oberfläche  abgelagert.  Da  aber  die  in  den  Poren  des 
Brennguts  eingebetteten  Kohlenstoffverbindungen  bei  unvorsichtiger 
Führung  des  Brandes  Blasen  und  andere  Brennfehler  verursachen  können, 
so  ist  danach  zu  streben,  diese  gefährlichen  Verbindungen  rechtzeitig  in 
die  harmloseren  leichten  Kohlenwasserstoffe  Überzuführen,  die  einen  ge- 
ringeren Gehalt  an  Kohlenstoff  aufweisen  und  als  eigentliche  Träger  der 
bei  der  Verbrennung  des  Brennmaterials  sich  entwickelnden  Wärme  durch 
den  Luftzug  aus  der  Feuerung  dem  im  Brennraume  aufgestapelten 
Brenngut  zugeführt  werden.  Eine  derartige  Umsetzung  der  schweren 
Kohlenwasserstoffe  soll  also  nicht  erst  im  Warenbrennraum  vor  sich  gehen, 
sondern  sie  muß  zweckm8ßigerw«riee  schon  vor  der  Einströmung  der  Feuer- 
gase  in  letzteren  erfolgen  und  ist  am  sichersten  zu  erzielen  bei  An- 
wendung von  sekundärer  Luftzufuhr  in  Halbgasfeuerungen,  deren  Rost 
etwa  2  m  tiefer  liegt  als  die  Soble  des  Brennraames.  Näheres  hierüber 
fanden  Sie  in  den  Schriften  :  A  Heinecke,  Ueber  das  Brennen  von  Por- 
zellan, und  Max  Schmidt,  Ueber  das  Brennen  von  Steingut. 

Zweite  Antwort:  Wenn  Sie  den  Boden  des  Setzraumes  mit 
dem  Boden  des  BrennhauBes  gleichhalten  und  darunter  in  einer  Tiefe  von 
fast  2  m  die  Feuerungen  legen  wollen,  so  verlieren  Sie  jede  Kontrolle 
über  den  Gang  des  Ofens,  und  wie  stellen  Sie  sich  dann  das  Abbrennen 
vor  ?  Der  Brenner  kann  doch  unmöglich  immer  auf  und  ab  laufen.  Auch 
stellt  Bich  ein  solcher  Ofen  im  Bau  viel  teuerer  und  der  Kohlenvet brauch 
ist  ein  höherer.  Außerdem  müssen  Sie  für  eine  gute,  langflammige  Kohle 
Sorge  tragen,  am  ein  gleichmäßiges  Erhitzen  des  Ofenraumes  zu  erzielen. 
Oefen  mit  tiefliegender  Feuerung  sind  wohl  in  Betrieb  und  haben  sich 
auch  teilweise  bewährt,  doch  ist  die  Ofensohle  tiefer  gelegt  als  das  Niveau 
des  Ofenhaases.  Daich  Stufen  gelangt  man  in  den  Setzraum.  Praktisch 
kann  eine  solche  Einrichtung  nicht  genannt  werden,  und  nur,  wenn  Sie 
den  Kanin  um  den  Ofen  za  wichtigen  Arbeiten  benötigen,  mag  eine 
Bolche  Anlage  gerechtfertigt  erscheinen. 


1928.  (65.  Jahrgang;) 

Dritte  Antwort:  Fast  allgemein  liegen  die  Feuerungen  bei 
den  Randöfen  in  gleicher  Höhe  mit  der  Ofensohle,  da  diese  Bauweise 
einfacher  und  weniger  kostspielig  ist  und  sonst  auch  besser  in  den  übrigen 
Fabrikationsbetrieb  paßt.  Man  macht  dabei  das  Brennhaus  etwas 
geräumiger,  um  den  nötigen  Raum  für  die  Kohle  und  für  die  Bedienung 
der  Feuerungen  sowie  zum  Füllen  der  Oefen  zu  erhalten.  In  manchen 
Fabriken  hat  man  die  Feuerungen  unter  die  Ofensohle  gelegt  nnd  dafür 
besonders  ein  Keller- Gefchoß  bauen  müssen,  in  welchem  die  Feuerungen 
bedient  werden  und  die  nötige  Koble  dazu  gelagert  wird,  und  man  hat  damit 
auch  gute  Resultate  erzielt.  Man  ist  dabei  von  dem  Standpunkt  aus- 
gegangen, daß  um  die  Oefen  herum  die  Füllräume  reinlicher  gehalten 
werden  sonnen,  da  weder  Kohle  noch  Asche  aus  den  Feuerungen  in  diese 
Räume  gelangen  und  die  Füller  der  Oefen  sonst  nicht  beeinträchtigt 
weiden.  Beide  Einrichtungen  haben  ihre  Vor-  nnd- Nachteile,  abgesehen 
von  den  größeren  Bankosten.  Bei  tiefer  liegenden  Feuerungen  muß  der 
Brenner  aus  der  unteren  Etage  sich  stets  nach  oben  begeben,  nm  den 
Ofen  zu  beobachten  Weiter  müssen  die  Räume  schon  wegen  der  geringen 
Höhe  in  Eisen  und  Beton  ausgeführt  werden  u.  dgl.  mehr.  Eine  Fabrik, 
die  ursprünglich  einen  Ofen  mit  tiefer  Feuerung  ausgerüstet  hatte,  hat 
später  die  Oefen[]nicht  wieder  so  ausgeführt  und'  auch  den  ersten  Ofen 
wieder  umgebaut,  während  eine  andere  Fabrik  ihre  sämtlichen  Oefen  nach 
und  nach  mit  tiefer  liegenden  Feuerungen  ausgestattet  hat.  Die  Haupt- 
sache bleibt  in  jedem  Falle,  daß  der  Arbeitsraum  genügend  groß  gehalten 
wird,  damit  die  Einfüllet  bei  ihrer  Arbeit  nicht  beschränkt  sind.  Der 
Kohlenverbrauch  wirl  ungefähr  gleich  sein,  wenn  nicht  sogar  bei  tiefen 
Feuerungen  etwas  größer,  da  die  Hitze  in  den  dabei  nötigen  längeren 
Feuerkacälen  verloren  geht. 

Vierte  Antwort:  Legen  Sie  die  Feuerungen  bezw.  den  Rost 
tiefer  als  die  Ofensohle,  so  legt  das  Feuer  einen  größeren  Weg  zurück, 
und  Sie  haben  Wärmeverlaste.  Es  ist  aus  praktischen  Gründen  allgemein 
üblich,  daß  Rost  und  Ofensohle  in  einer  Ebene  liegen.  Oefen  mit  tief  er- 
liegendem Rost  bewähren  sich. nicht  so  gut,  obgleich  sie  technieeh  mög- 
lich sind,  weil  Sie  eben  Wärmeverluste  zur  Folge  haben. 

Fünfte  Antwort:  Der  gleiche  Gedanke  wurde  schon  oft  von 
Ofenbaumeistern  und  Fabrikanten  erwogen,  und  in  vereinzelten  Fällen  kam 
das  Projekt  auch  zur  Ausführung.  Zweifelsohne  hat  diese  Konstruktion 
gewisse  Vorteile,  aber  die  Nachteile  Bind  eben  größer,  und  deshalb  werden 
solcle  Oefen  nur  selten  gebaut.  Die  Baukosten  sind  entschieden  höher, 
die  Bedienung  eines  solchen  Ofens  ist  schwierig  und  kann  nur  durch  ganz 
zuverlässige  Brenner  erfolgen.  Der  wesentlichste  Nachteil  ist  aber  der 
erhöhte  Brennstoffverbrauch.  Rundöfen,  deren  Feuerkästen  in  gleicher 
Höhe  mit  dem  Einsetzraum  liegen,  haben  sich  bis  jetzt  am  besten  bewährt. 

Sechste  Antwort:  Die  Verlegung  der  Feuerungen  bei  Rundöfen 
in  das  Bogenannte  Kellergeschoß  wird  vielfach  angewendet,  namentlich 
dann,  wenn  die  Platzverhältnisse  oder  die  Lager  Verhältnisse  für  die  Kohlen 
eine  derartige  Ausführung  wünschenswert  erscheinen  lassen.  Ich  habe 
selbst  einige  Oefen  für  Feinsteinzeng  und  Porzellan  in  dieser  Weise  zur 
Ausführung  gebracht  und  muß  sagen,  daß  die  Sauberkeit  im  Einsetzraum 
allein  schon  eine  derartige  Anordnung  rechtfertigt.  Der  Brennmaterial- 
verbrauch ist  nicht  höher,  sondern  etwas  geringer,  weil  der  Auftrieb  bei 
derartigen  Oefen  an  sich  ein  größerer  ist,  als  wenn  die  Feuerung  mit  der 
Ofensohle  gleich  liegt.  Der  Bau  wird  natürlich  etwas  kostspieliger,  weil 
mehr  Mauersteine  und  mehr  Arbeitslohn  notwendig  sind. 

Siebente  Antwort:  Die  Anlage  der  Feuerungen  an  Rand- 
öfen richtet  sich  ganz  nach  der  Ofenbauart.  Die  Brennstoffaufgabe  ist 
bei  tiefer  gelegenen  Feuerungen  ungleich  bequemer  und  billiger  und  die 
automatische  Aufgabe  leicht  anzubringen,  dagegen  ist  der  Bau  in  dieser 
Ausführung  teurer  und  mit  Rücksicht  auf  dem  Grundwasserstand  auch 
nicht  immer  ratsam.  Schließlich  kommt  es  auch  nicht  wenig  darauf  an, 
welcher  Brennstoff  zur  Verwendung  gelangt.  Feuerungen  im  Einsetzraum 
nehmen  vor  allem  Platz  fort.  Bsi  richtiger  Anpassung  an  die  örtlichen 
Verhältnisse  haben  beide  Bauarten  gute  Ergebnisse  gezeitigt. 

34.  Welches  Köhltnquanium.  legt  man  am  zweckmäßigsten  beim  Vor- 
feuer und  Schar  ff  euer  auf  1.  bei  einem  Porzellanofen  von  70  cbm  Inhalt  mit 
5  Rosten  von  1 : 0,75  m  und  2.  bei  einem  Porzellanofen  von  25  cbm  mit 
8  Bosten  von  1:0,50  m?  Beim  Vorfeuer  wird  mit  Braunkohlenbriketts, 
beim  Scharffeuer  mit  Kladnoerkohle  gefeuert. 

Erste  Antwort:  Sie  geben  leider  nicht  an,  welches  Ofensystem 
Sie  haben  und  welche  Porzellanwaren  Sie  erzeugen.  Die  Leitung  eines 
Brandes  richtet  sich  doch  im  wesentlichen  nach  dem  Charakter  der  zu 
brennenden  Ware  nnd  ist  auch  je  nach  der  Konstruktion  des  Ofens  ver- 
schieden. Auch  Ihnen  aei  das  Studium  von  Literatur  über  das  Brennen 
empfohlen. 

Zweite  Antwort:  Genaue,  allgemein  gültige  Brenuregeln  kann 
man  so  ohne  weiteres  nicht  geben,  wenn  man  die  Ofeneysteme  nicht  kennt. 
Sie  sagen  nicht  einmal,  ob  die  Oefen  mit  überschlagender  Flamme  oder 
mit  direkter  Feuerung  arbeiten  und  wie  hoch  gebrannt  wird  Jedes  Ofen- 
system nnd  jeder  Ofen  muß  individuell  behandelt  werden,  und  ein  tüchtiger 
Brenner  wird  dies  auch  verstehen.  Bei  dem  Vorfeuer  mit  Braunkohlen- 
briketts ist  die  Feuerung  reichlicher  zu  beschicken,  bei  Steinkohle  wird 
öfter,  dafür  aber  weniger  aufgegeben;  es  kommt  sehr  auf  den  Zug  an, 
den  der  Ofen  hat,  und  diea  zu  beurteilen  ist  Sache  des  Brenners. 

Dritte  Antwort:  Die  Aufwurfmengen  sind  bei  allen  Ofen- 
größen dieselben,  wenn  die  Roste  gleich  groß  sind.  Allgemein  haben  die 
Roste  1  mX°4  cm-   Fur  oie8e  Rostgröße  wirft  man  auf: 

beim  Vorfeuer  2  Kästen     .    .    .    .    ä  42—45  Pfand 
„    1.  Uebergang  3  Kästen  .    .    .    ä  42-46  „ 
„2.        „        2       «...    a  42-45  „ 
„  Reduktionsfeuer  1  Kasten    .    .   ii  42-46  „ 
Nach  dieser  Norm  müssen  Sie  die  Kohlenmengen  Ihrer  Rostgröße  ent- 
sprechend anpassen.   Ein  RoBt  von'  1  X  0,76  m  braucht  also  pro  Kaaten 
rund  68-63,  ein  solcher  von  1X0.60  m  39—42  Pfund  Kohle;  42  Pfand 
genügen  vollkommen. 

Vierte  Antwort:  Die  Aufgabe  eines  bestimmten  Kohlen- 
ijuantoms  bei  Brennöfen  ist  nach  meiuer  Ansicht  nicht  zweckmässig.  Die 
Feuerungen  brennen  keineswegs  gleichmäßig  ab  and  müssen  nach  der 


SPRECHSAAL  —  COBURG, 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  9 


103 


Beobachtung  des  Brenners  und  nach  dem  Grade  des  Abbrennens  bedient 
werden. 

35.  Wir  brennen  unser  elektrotechnische*  Stanzporzellan  i5t  zwei  Oefen 
von  etwa  20  und  30  cbm  Große  bei  SK  13  in  etwa  24  und  80  Stunden. 
Infolge  Kohlenmangels  müssen  wir  die  Brenndauer  wnd  Kohlenmenge 
reduzieren  und  möchten  daher  wissen,  ob  elektrotechnisches  Stanzporzellan 
auch  bei  SK  9  gebrannt  werden  kann  und  dabei  ebenso  gut  wird  wie  bei 
SK  13.  Wie  lange  dürfte  bei  dem  normalen  Verhältnis  von  2/3  Braun- 
hohle  und  '/s  Steinkohle  die  Brenndauer  und  ivie  hoch  der  Kohlen- 
verbrauch sein?  .  \ 

Erste  Antwort:  Sie  können  eine  Porzellanmasse  für  SK  9  für 
elektrotechnische  Stanzartikel  herstellen,  nnr  ist  es  fragMch,  ob  die  gleiche 
Schwindung  so  ohne  weiteres  zu  erreichen  ist,  da  Sie  doch  Ihre  Matrizen 
usw.  verwenden  wollen.  Ueber  die  Brenndauer  mit  Braun-  und  Steinkohle 
kann  man  Ihnen  aus  der  Ferne  ohne  Kenntnis  der  Kohlensorten,  der 
Ofenbeschaffenheit  usw.  keine  genaueren  Angaben  machen.  Die  Brenn- 
dauer dflrfte  sich  um  ein  geringes  höher  stellen,  ebenso  der  Kohlenver- 
brauch.  Eine  gute,  langflemmige  Braunkohle  ist  am  geeignetsten,  und 
Sie  werden  bei  einer  solchen  Kohle  nicht  viel  länger  brennen  und  auch 
nicht  viel  mehr  Kohle  brauchen,  als  bei  Steinkohle  allein. 

Zweite  Antwort:  Man  kann  elektrotechnisches  Porzellan,  wenn 
keine  Isolatoren  in  Frage  kommen,  gut  bei  SK  9  gar  brennen,  wenn  der 
Masseversatz  danach  eingestellt  ist.  Es  fragt  sich  nur,  ob  die  Schwindung 
einer  derartigen  Masse  mit  derjenigen  der  jetzt  verarbeiteten  Masse  über- 
einstimmt, da  doch  die  Matrizen  vorbanden  sind  und  weiter  zu  verwenden 
wären.  Isolatoren  und  g>ößere  Artikel  aus  niedrig  gebrannten  Massen  zu 
fertigen,  dürfte  ausgeschlossen  sein.  Die  eventuelle  Kohlenersparnis 
können  Sie  sich  leicht  selbst  ausrechnen,  wenn  Sie  den  Kohlenverbrauch 
in  den  jetzigen  Oefen  bis  zu  SK  9  feststellen. 

Dritte  Antwort:  Es  ist  hier  schon  so  oft  klargelegt  worden, 
daß  sich  die  Koblenmengen  nach  dem  Heizwert  der  Kohle  richten.  Ich 
brauchte  für  SK  9  bei. einem  45  cbm- Ofen  100  Ztr.  Kohle.  Sie  dürften 
also  beim  20  cbm-Ofen  mit  50  Ztr.  auskommen,  beim  30  cbm- Ofen  mit 
70  Ztr.  Beim  45  cbm-Ofen  war  die  B-enndauer  16  Stunden;  Ihr  20  cbm- 
Ofen  dürfte  10  Stunden  brauchen  und  der  30  cbm-Ofen  12  Stunden.  Das 
SK  9-Porzellan  ist  ebenso  gutes  Elektro  Porzellan  als  das  bei  SK  13/14 
gebrannte.  Noch  besser  tun  Sie,  wenn  Sie  bei  SK  7  brennen  ;  Sie  sparen 
gegenüber  SK  13  je  Ofen  nnd  Jahr  M  33000  an  Kohle. 

Vierte  Antwort:  Dan  Anforderungen,  die  an  Niederspannungs- 
Porzellane  gestellt  werden,  gentigt  ein  Porzellan  für  SK  9  -  Ausbrand  voll- 
kommen. Selbstverständlich  müssen  Sie  Ihren  Versatz  ändern,  und  zwar 
etwa  folgendermaßen: 

Tonanbstanz    .   .  32  Gew.-T. 

Qaarz  ;   38  „ 

Feldspat     .  28  „ 

Kreide  .  2  „ 

Eine  dazu  passende  Glasur  besteht  aus: 

Feldspat   28,88  „ 

Dolomit   14,33  „ 

Kalk  5,19  „ 

Zettlitzer  Kaolin  17,30  „ 

Quarz    .    .   .   .   34,30  „ 

Der  Garbrand  dürfte  ungefähr  4  Stunden  früher  beendigt  sein. 

36.  Wir  beabsichtigen  die  Erstellung  eines  Tunnelofens,  der  bei 
SK  9  zum  Glattbrand  benutzt  werden  soll.  Ist  nun  ein  Tunnelofen  mit 
direkter  Gasbefeuerung,  wie  er  von  Saarau,  Lengersdorff  und  Meiser  gebaut 
wird,  oder  ein  Tunnelofen  mit  indirekter  Belieizung,  wie  der  Dreßer- Ofen, 
für  diesen  Fall  vorzuziehen?  Ist  insbesondere  der  Kohlenverbrauch  bei 
dem  System  für  indirekte  Beheizung  —  Dreßler-Ofen  —  höher  als  bei 
direkter  Beheizvmg? 

Erste  Antwo r t :  Ueber  die  Frage  der  Tunnelöfen  ist  in  den 
keramischen  Fachschriften  der  letzten  Zeit  viel  geschrieben  worden  ;  wenn 
Sie  alles  nachlesen,  so  sind  Sie  einigermaßen  orientiert.  Ihnen  zu  diesem 
oder  jenem  System  zu  raten;  ist  nicht  angängig.  Den  geringsten  Kohlen- 
verbrauch hat  entschieden  der  Gastunnelofen,  wie  er  von  Lengersdorff, 
Saarau  und  anderen  gebaut  wird.  Dieser  Ofen  arbeitet  mit  gutem  Erfolg, 
und  alle  die  Erfahrungen  der  letzten  Jahre  Bind  vorteilhaft  verwendet 
worden.  Matt- kann  wohl  die  Gasfeuerung  als  die  beste  Wärmequelle  be- 
zeichnen. Der  Kohlenvetbrauch  für  die  direkte  Gasfeuerung  ist  geringer 
als  für  die  indirekte.  Bei  der  Anlage  des  Tunnelofens  spielt  aber  auch  die 
örtliche  Lage  und  der  sonstige  Betrieb  eine  Bolle;  nicht  überall  ist  es 
möglich  die  Gasfeuerung  mit  Erfolg  zu  verwenden.  Wehden  Sie  sich 
doch  an  die  verschiedenen  Ofenbauer,  und  Sie  werden  sicher  gut  beraten 
werden. 

Zweite  Antwort:  Es  ist  nicht  gesagt,  ob  der  in  Frage 
kommende  Tunnelofen  zum  Brennen  von  Weichporzellan  oder  Hartsteingnt 
dienen  soll.  Der  Dreßler-  wie  auch  der  ebenso  gute  Padelt-Ofen  sind 
Muffeltunnelöfen  und  für  den  St eingutglasorbrand  besonders  zu  empfehlen, 
da  damit  eine  viel  gleichmäßigere  Ware  erzeugt  wird.  Es  wird  wohl  bei 
diesen  Muffeltunnelöfen  etwas  mehr  an  Heizmaterial  verbraucht,  dieser 
Nachteil  aber  durch  die  bessere  Ware  gedeckt.  Für  den  Porzellanbrand 
über  SK  9  Bind  Muffeltnnnelöfen  weniger  zu  empfehlen,  da  in  diesen  die 
reduzierende  Atmosphäre  nicht  erzeugt  werden  kann,  die  bei  Porzellan 
nötig  ist.  Für  Weichporzellane  könnte  allenfalls  der  Tunnelmuffelofen  bis 
SK  9  verwendet  werden.  Im  übrigen  sind  die  Moffeltunnelöfen  kleiner  als 
die  Systeme  von  Saarau  und  Lengersdorff  und  daher  auch  billiger. 

Dritte  Antwort:  Der  Dreßler-Ofen  ist  zum  Garbrand  von 
Porzellan  —  darum  dreht  es  Bich  doch  wohl  bei  Ihnen  —  kaum  zu 
empfehlen,  da  dem  Brenngute  lediglich  Hitze,  nicht  aber  Feuergase  zu- 
geführt werden,  die  doch  beim  Brennen  von  Porzellan  eine  Hauptrolle 
spielen.  Einem-  Tunnelofen  mit  direkter  Gasbefeuerung  wäre  daher  ent- 
schieden der  Vorzug  zu  geben.  ♦ 

Vierte  Antwort:  Zum  Brennen  von  sanitärem  Steingut  bei  SK  9 
ist  der  Gastunnelofen  mit  direkter  Befeuerung  am  besten  geeignet,  da  er 
einen  geringeren  Gasverbrauch  hat  als  derjenige  mit  indirekter  Befeuerung. 
Außerdem  ist. im  Muffeltunnelofen  SK  9  nur  mit  ganz  hochwertigem  Gas 
Wie  z.  B.  Erdgas  zu  erreichen.   Es  besteht  kein  Unterschied  zwischen 


dem  Gewicht  der  Kapseln  im  Ofen  mit  direktem  Feuer  und  demjenigen 
der  Schamotteaufbauten  und  Unterlagen  für  die  zu  brennenden  Waren  im 
O.'en  mit  indirekter  Beheizung,  und  es  müssen  demnach  in  beiden  Oefen 
dieselben  Schamottemengen  auf  die  Ofentemperatur  gebracht  werden.  Die 
Gastunnelöfen,  z  B  System  Lengeradorff,  sind  nicht  nur  für  große  Mengen 
verwendbar,  sondern  sie  werden  mit  j<;dem  Querschnitt  und  in  jeder  Länge, 
den  zu  brennendes  Waren  und  der  verlangten  Leistung  angepaßt,  gebaut, 
und  dementsprechend  ändern  sich  auch  die  Baukosten.  Der  Lengersdorff- 
Ofeta  mit  seiner  Beingasheizung  und  Einzelregelung  jeder  Heizstelie  eignet 
sich  ganz  besonders  zur  Erzielung  reiner  Glasuren  auch  im  offenen  Gas- 
teuer  sowie  ungeschützt  durch  Kapseln  oder  Muffeln 

Fünfte  Antwort:  Zum  Brennen  von  sanitären  Steingutgegen- 
ständen bei  SK  9  verdient  der  Kanalofen  mit  direkter  Gasbefeuerung  und 
Brennen  der  Ware  in  Kapseln  den  Vorzug.  Diese  Tannelöf en  mit  direkter 
Gasbefeuerung  werden  von  Saarau,  Lengersdorff,  Padelt  und  Heiser  ge- 
baut. Wichtig  ist  die  Regulierung  der  Feuergase  und  die  Länge  des 
Ofens,  sowie  die  Fortbewegung  der  Wagen  durch  den  Ofen;  die  letztere 
muß  unbedingt  stoßfrei  und  zweckmäßig  dauernd  während  des  Brandes 
erfolgen.  Die  Kanalöfen  mit  indirekter  Beheizung,  Padelt-  und  Dreßler- 
Oefen  sind  für  so  hohe  Temperaturen  weniger  geeignet,  weil  die  Repara- 
turen dabei  zu  groß  werden.  Die  Temperatur  in  den  Heizkanälen  ist  bei 
diesen  Oefen  etwa  15  Kegel  höber  als  die  Brenntemperatur,  und  daraus 
ergibt  sich  ohne  weiteres  die  enorme  Beanspruchung  der/  Heizkanäle  mit 
indirekter  Beheizung.  Der  Ofen  mit  direkter  Gasheizung  ist  ihn  Brenn- 
material verbrauch  auch  noch  etwa  25%  billiger  als  der  Ofen  mit  indirekter 
Beheizung. 

37.  Wer  liefert  sog.  Karlsbader  Modelschmierseife  in  Frieden», 
qualität? 

Antwort:  Sog  Karlsbader  Modellschmierseife,  gebrauchsfertig 
und  trocken,  liefert  die  Fa.  Aug.  Schödl  &  Sohn  in  Kötzschenbroda  i.  Sä. 


Glas. 

23.  Wir  wollen  Tafelglas  ätzen,  und  zwar  sollen  die  Scheiben  ein- 
seitig fein  mattiert  sein.  Wie  ist  zu  verfahren,  und  wer  liefert  die  ent- 
sprechende Einrichtung? 

Erste  Antwort:  Sollte  es  sich  nicht  um  allzugroße  Posten  von 
Tafeln  handeln,  die  geätzt  werden  sollen,  so  kann  man  folgende  einfache 
Methode  anwenden.  Die  Tafeln  werden  auf  einen  wagrechten  Tisch  ge- 
legt und  am  Band  mit  Bordwachs  versehen,  worauf  die  flüssige  Mattätze 
auf  die  Scheiben  gegossen  wird.  Die  Einwirkung  dauert  je  nach  dem 
gewünschten  Matt  5—10  Minnten.  Die  Aetze  wird  dann  wieder  zurück 
in  den  Behälter  gegossen.  Zu  beachten  ist,  daß  die  zu  ätzende  Seite 
der  Tafeln  sehr  sauber  gereinigt  wird;  sie  darf  auch  nicht  mit  bloßen 
Fingern  berührt  werden,  sonst  greift  die  Aetze  an  den  Bertthrangsstellen 
nicht  an,  und  diese  bleiben  blank.  Man  kann  auch  die  Tafeln  auf  der 
einen  Seite  mit  einem  Wachs-  oder  Paraffin  Ueberzng  versehen  und  dann 
in  ein  Mattbad  stellen.  Kommen  die  Tafeln  aus  dem  Bad,  so  bringt 
man  sie  in  heißes  Wasser,  worin  sich  Wachs  und  Paraffin  wieder  ablösen, 
spült  sie  mit  kaltem  Wasser  nach  und  putzt  sie  sauber.  Für  das  Matt- 
bad wird  ein  Holzkasten  angefertigt,  der  mit  Guttapercha  ausgekleidet 
ist,  damit  die  Aetze  das  Holz  weniger  angreift.  Die  Größe  richtet 
sich  nach  derjenigen  der  zu  ätzenden  Tafeln,,  ist  aber  lieber  etwas  reich- 
lich zu  wählen.  Die  Tafeln  werden  am  besten  senkrecht  gestellt,  müssen 
aber  ganz  untertauchen. 

Zweite  Antwort:  Das  einfachste  Verfahren  zur  einseitigen 
Mattierung  von  Scheiben  ist  das  Sandblasverfahren.  Je  feiner  dabei  der 
Sand  verwendet  wird,  desto  feiner  fällt  die  Mattierung  aus.  Wollen  Sie 
aber  durchaus  das  Aetzverfahren  anwenden,  so  kann  das  Mattieren  durch 
Behandlung  mit  Aetzpaste  oder  duich  das  Mattbad  geschehen.  Eine  gute 
Aetzpaste  bereitet  man  auf  folgende  Weise :  20  g  Fluorammonium  reibt 
man  mit  etwas  Bleiglätte  in  Terpentinöl  an,  setzt  einige  Tropfen  Gummi- 
arabikum nebst  Salmiakflüssigkeit  zu  und  reibt  sämtliche  Substanzen  so- 
lange, bis  das  Ganze  einer  dicken  Farbe  gleicht.  Diese  Masse  wird  auf 
die  gut  gereinigte  Scheibenfläche  gleichmäßig  aufgetragen,  15  Minuten 
einer  mäßigen  Hitze  ausgesetzt  und  hierauf  gut  abgewaschen.  Das 
Mattieren  im  Aetzbad  kann  «auf  zweierlei  Art  ausgeführt  werden.  So 
können  die  Scheiben  auf  der  Bückseite  und  an  den  Bändern  mit  Deck- 
grund überzogen  und  in  das  in  einem  mit  Guttapercha  oder  Blei  stark 
ausgelegten  Kasten  befindliche  Mattbad  gestellt  werden,  oder  die  Scheibe 
wird  horizontal  auf  einen  Tisch  gelegt,  mit  einem  2—3  cm  hohen  Band 
von  sog  BordWachs  —  6  Teile  gelbes  Wachs,  2  Teile  Talg  und  5  Teile 
Kolophonium  —  versehen,  worauf  die  Mattätze  auf  die  Scueibe  gegossen 
und  solange  darauf  gelassen  wird,  bis  die  gewünschte  Mattieraug  zu 
Stande  gekommen  ist.   Ein  gutes  Mattbad  besteht  ans: 

Schwefelsaures  Kali   .   100  Gew.-T. 

Salzs&nre  .   .  .  •.   10Ö  „ 

Fludrkalium   .   200  „ 

Destilliertes  Wasser   400  „ 

Flußsäure  100  „ 

Das  Fluorkalium  wird  in  warmem  Wasser  aufgelöst  und  dann  den 
anderen  Bestandteilen  beigemengt.  Das  Bad  ist  vor  dem  Gebrauch  auf 
60—60°  zu  erwärmen. 

Dritte  Antwort:  Wenn  Sie  Tafelglas  einseitig  fein  mattieren 
wollen;  so  wäre  zunächst  zu  untersuchen,  ob  dies  nicht  einfacher  mit 
dem  Sandgebläse  geschehen  könnte.  Eine  Hauptregel  ist,  alles  zum  Aetzen 
bestimmte  Glas  gründlich  zu  reinigen,  da  alle  fettigen  Stellen  der  Säure 
widerstehen.  Nun  legt  man  die  Glastafel  auf  einer  weißen  Papierunter- 
lage auf  die  bewegliche  Platte  des  Aetztisehes.  Die  Glastafel  bekommt 
petzt  einen  Band  von  Bordwachs,  der  ca  3—4  cm  hoch  gemacht  wird. 
Vorn  rundet  man  den  Band  ab,  damit  die  Aetzflüssigkeit  leicht  ablaufen 
kann.   Das  Bordwachs  stellt  man  her,  indem  man 

Ordinäres  gelbes  Wachs  .   .   .   .   .   .   .   .   500  g 

Kindftalg  .    .   300  ,„ 

Gewöhnliches  Harz   90,6  „ 

vorsichtig  zusammenschmilzt.  Ut  die  Glastafel  auf  der  Platte  des  Aetz- 
tisehes nivelliert,  so  gießt  man  reines  Wasser  darauf,  am  festzustellen, 


104  —  Nr.  9 


SPRECHSAAL-  COBURG- 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


ob  der  Band  aus  Bordwachs  dicht  hält.  Ist  das  Wasser  abgegossen  nnd 
die  Glastafel  wieder  in  die  richtige  Stellang  gebracht,  so  wird  die  Aetz- 
flüssigkeit  auf  die  Tafel  gegossen.  Am  besten  bewährt  sich  eine  Flüssig- 
keit aus  1  Teil  Flußsäure  und  4  Teilen  destilliertem  oder  ßegen- Wasser. 
Den  3-4  cm  hohen  Aufguß  läßt  man  17s  bis  2  Stunden  stehen,  nach 
welcher  Zeit  die  Aetznng  erfolgt  ist.  Die  Aetzflüssigkeit  wird  nun  dnrch 
eine  Oeffoung  im  Wachsrand  und  dnrch  Schrägstellen  der  Tischplatte 
abgegossen.  Ist  die  Aetzung  tief  genng  nnd  gleichmäßig,  so  wird  zu- 
nächst die  Tafel  mit  Wasser  gnt  gereinigt  nnd  dann  mit  einem  dünnen 
Messer  das  Bordwachs  entfernt,  in  Wasser  abgewaschen  nnd  für  weiteren 
Gebranch  beiseite  gelegt.  Zn  beachten  ist  noch,  daß  bei  Tafelgläsern  nnr 
die  Glanzseite  geätzt  werden  darf,  ferner,  daß  nur  vollkommen  ebene 
Flächen  geätzt  werden  dürfen,  da  sonst  das  Mattieren  auf  Schwierig- 
keiten, stößt. 

24.  Wir  betreihen  unsere  Glas-O'efen  mit  Lausitzer  Rohbraunkohle 
und  haben  bisher  bei  jedem  Ofen  4  Schüttungen  gehabt,  mit  denen  wir 
maximal  1000  leg  Kohle  stündlich  durchgesetzt  haben.  Wir  müssen  für 
einen  Ofen  die  Schüttungen  neu  bauen  und  möchten  bei  dieser  Gelegenheit 
Unterwindgebläse  einrichten;  wir  bitten  daher  um  Auskunft,  ob  man  durch 
diese*  Einrichtung  eine  Schüttung  ersparen,  die  Gesamtzahl  also  auf  drei 
Schüttungen  verringern  könnte.  Es  handelt  sich  also  darum,  ob  man  bei 
Benutzung  eines  Luftgebläses  an  den  Schüttungen  den  Durchsatz  von 
stündlich  1000  kg  auf  drei  Schüttungen  erreichen,  die  Leistungen  also  um 
5373  °/o  erhöhen  kann. 

Erste  Antwort:  Wenn  bei  dem  bevorstehenden  Umbau  der 
Generatoren  diese  mit  Unterwindgebläse  eingerichtet  werden,  so  genügen 
3  Gaserzenger  von  der  bisherigen  Größe,  nm  dieselbe  Eohlenmenge  in  der 
gleichen  Zeit  zu  vergasen.  Zn  berücksichtigen  ist  dabei  folgendes:  Das 
Kohlenlager  im  Generator  soll  für  Unterwindgebläse  anf  keinen  Fall 
niedriger,  sondern  etwas  höher  sein,  damit  keine  Aschenteile  dnrch  das 
Kohlenlager  dringen  nnd  das  Gas  verunreinigen.  Die  Generatoren  gehen 
auch  bedeutend  schärfer  und  gleichmäßiger,  während  sie  bei  niedrigem 
Kohlenlager  leicht  zu  heiß  gehen  könnten.  Die  Ausnutzung  des  Brenn- 
materials ist  bei  Unterwindgebläse  viel  intensiver,  so  daß  sich  nur  ganz 
kohlenfreie  Asche  ergibt,  und  es  kann  Kohlengruß  erfolgreich  mit  vergast 
werden.  Die  Luftzuführung  soll  leicht  und  bequem  regulierbar  sein ; 
wird  dann  die  Gaserzeugung  zu  groß,  so  wird  die  Luft  etwas  abgestellt ; 
der  Gasdruck  mnß  -dabei  immer  etwas  kontrolliert  werden,  ebenso  bei 
der  Schmelze.  Die  Ausführung  des  Umbaues  ist  einem  erfahrenen  Fach- 
mann zu  übertragen,  wenn  Sie  sich  vor  Nachteilen  sichern  wollen. 

Zweite  Antwort:  Wenn  Sie  Ihre  Schuttungen  mit  Gebläse 
versehen,  genügen  deren  drei ;  dieselben  müssen  aber  gegenüber  den  bis- 
herigen um  etwa  50  cm  höher  gemacht  werden,  um  auch  eine  höhere 
Schütthöhe  einhalten  zu  können. 

Dritte  Antwort:  Sie  hätten  angeben  sollen,  welche  Generator- 
konstruktion Sie  jetzt  zur  Vergasung  der  Lausitzer  Rohbraunkohle  haben, 
denn  in  der  Lausitz  sind  zu  dem  Zweck  Gaserzeuger  mit  Plan-,  Hänge-, 
Treppenrosten  usw.  im  Gebrauch.  Ob  sich  eine  Leistungssteigerung  von 
337s  °/o  bei  der  Verwendung  von  Druckgaserzeugern  gegenüber  Zuggenera- 
toren garantieren  läßt,  ist  sehr  fraglich,  denn  es  sprechen  sehr  viele  Um- 
stände mit,  z.  B.  ob  bisher  die  Generatoren  mit  natürlichem  Zag  lang- 
sam gingen,  oder  ob  der  VergaBungsprozeß  forciert  werden  mußte  usw. 
Der  richtigste  Weg  ist,  Sie  geben  einer  Ofenbaüfirma  den  Heizwert  usw. 
der  Bohbraunkohle,  sowie  das  erforderliche  Gas qaantum,  bezw.  die  Ofengröße 
an  nnd  lassen  sich  dann  den  Querschnitt  der  Druckgaserzeuger  berechnen. 
Um  eine  gleichmäßige  Windverteilung  zn  erzielen,  wie  sie  für  eine  regel- 
rechte Vergasung  und  eine  branchbare  Gaszusammensetzung  unerläßlich 
ist,  mnß  die  Bostanlage  eine  bestimmte  Konstruktion  haben.  Die  An- 
nahme, daß  sich  jede  Gaserzeugerkonstruktion  durch  Einbau  von  Unter- 
windgebläsen in  brauchbare  Druckgaserzeuger  umändern  ließe,  ist  grund- 
falsch. Die  Steigerung  der  Gaserzeugung  im  Druckgaserzeuger  gegen- 
über dem  Zuggenerator  schwankt  bei  der  Vergasung  von  Lausitzer  Boh- 
braunkohle zwischen  15  bis  35%- 

25.  Bitte  um  Angabe  eines  Satzes  für  orangegelbes  und  korallrotes 
(kaiserrotes)  Glas  für  Perlen  und  der  gl.  Artikel.    Mein  Ofen  geht  gut  heiß. 

ErsteAntwort:  Nachstehender  Gemengesatz  ergibt  orangegelbes 
Glas;  das  Schmelzen  hat  aber  etwas  vorsichtig  zu  geschehen.  Der 
betreffende  Hafen  braucht  nicht  allzuheiß  zu  geben,  und  er  darf  nicht 
früher  blank  werden  als  die  übrigen  Häfen  Steht  das  Glas  nämlich 
längere  Zeit  in  Schmelzhitze,  so  brennt  die  Farbe  leicht  aus. 

Sand  100  kg 

Pottasche  45  „ 

Kalkspat  .   ,   8  „ 

Mennige   4  „ 

Knochenasche    >'•.■_•',  26  „ 

Uranoxydnatron   1,4  „ 

Salpeter   2  „ 

Zur  Herstellung  von  kaiserrotem  Glas  verwendet  man  Kupferoxydul  mit 
etwas  Weinstein  zar  Verhinderung  der  Oxydation.  Die  Färbung  wird 
aber  nicht  dnrch  den  Zusatz  einer  beliebigen  Menge  Kupferoxydul  be- 
wirkt, sondern  das  damit  versetzte  Glas  bleibt  bis  zn  dem  Augenblick 
völlig  farblos,  in  dem  ein  ganz  bestimmter  von  der  chemischen  Zusammen- 
setzung des  Glases  abhängiger  Gehalt  an  Knpferoxydul  erreicht  ist;  erst 
ein  weiterer  ganz  geringer  Zusatz  ruft  momentan  eine  intensiv  rote 
Färbnng  hervor.  Das  Schmelzen  dieses  Glases  erfordert  immer  Erfahrung. 
Bei  plötzlicher  Abkühlung  erscheint  das  Glas  farblos,  and  nur  das  wieder 
erwärmte  oder  sehr  langsam  abgekühlte  Glas  weist  die  rote  Färbung 
auf.  Das  Glas  wird  meistens  nach  dem  Blankschmelzen  ausgeschöpft, 
dann  wieder  eingelegt  und  zum  Verarbeiten  nochmals  bei  mäßiger  Hitze 
geschmolzen.   Nachstehender  Gemengesatz  gibt  kaiserrotes  Glas. 

Sand  50  kg 

Pottasche  8  „ 

Soda  5  „ 

Kryolith  7  „ 

Salpeter  2  „ 


Mennige  8 

Kupferoxydul  17s 

Weinstein  1 


kg 


Zinnoxydul , 


Eisenoxydul   ...*/«  » 

Zweite  Antwort:   Nachstehend  die  gewünschten  Sätze: 


Orangegelb : 

Sand  100 

Soda  20 

Pottasche   18 

Kalk  

Salpeter  

Weinstein  

Braunstein  .... 
Eisenoxyd  


kg 


Dritte 
hohen  Gehalt 


Antwort: 
an  Flußmittel 


20  „ 
«  • 

2  „ 

3  „ 
1,5» 

Die 


Kaiserrot : 

Sand   100 

Mennige   25 

Pottasche   25  '„ 

Borax   15  „ 

Kupferoxydul  .....  2,5  „ , 

Zinnsalz   5  „ 

Eisenoxyd   0,2  „ 

Braunstein   2,5  „ 

Salpeter   4  „ 

gelben  Gläser  haben  einen  ziemlich 


nnd  verlangen  deshalb  eine  gleichmäßige, 
nicht  zu  hohe  Ofentemperatur.  Das  gelbe  Glas  ist  sehr  empfindlich  und 
wird  bei  schroffem  Temperatarwechsel  leicht  gispig,  weshalb  man  gern 
einen  Eckhafen  zum  Schmelzen  benutzt. 

I.  Orangegelbes  Glas:  II.  Korallenrotes  Glas: 

Sand    100  kg     Sand  ........   100  kg 


Pottasche  35 

Kalkspat    ......  10 


Borax 
Salpeter  ... 
Uranoxydnatron 
Mennige .   .  . 
Knochenasche  . 


2 
2 
1 
6 
20 


Pottasche   40 

Salpeter   2 

Borax   2 

Knochenasche   25 

Braunstein   5 


26.  Wer  liefert  fertige  Einbrennfarben  für  Glas  in  Zinntuben? 
Die  Farbe  will  ich  mittels  des  Grauischen  Druckapparates  auf  kleine 
lampengeblasene  Gegenstände  auftragen  und  dann  im  „Blitz'e-Gas-Muffel- 
ofen  einbrennen. 

Erste  Antwort:  Nachdem  Sie  doch  kein  Dilletant,  sondern 
Fabrikant  sind,  ist  es  mir  unverständlich,  wie  Sie  auf  die  Idee  kommen, 
mit  Tubenfarben  zu  arbeiten.  Diese  werden  nur  von  einzelnen  Firmen 
für  Liebhaberei  angefertigt,  sind  dementsprechend  teuer  und  fassen  kaum 
10  g  Farbe.  Wenn  Sie  schon  unbedingt  Farben  in  Zinntuben  haben 
wollen,  so  kaufen  Sie  Bich  trockene  Farben,  reiben  sie  selber  an  und  füllen 
sie  in  leere  Zinntuben. 

Zweite  Antwort:  Die  Vereinigten  Bornkesselwerke  m.  b.  H.  in 
Berlin  N.  4  empfehlen  Bich  zur  Lieferung  der  fraglichen  Einbrennfarben. 

27.  Wer  liefert  Gummimäntel  für  Säurepolitur? 

Antwort:  Schmidt  &  Brösel  in  Halle  a.  Saale  und  Franz  Rauls 
lag  -Ges.  in  Godesberg  a.  Bd.  melden  sich  zur  Lieferung  von  Gummi- 
Mänteln  für  Säurepolitur. 

Nene  Fragen. 
Keramik. 

45.  Gibt  es  ein  Verfahren  zum  Gießen  von  elektrotechnischem  Por~ 
zellan,  so  daß  dieses  gut  trocknet,  ohne  rissig  zu  werden? 

46.  Ich  bitte  um  Angabe  eines  Masseversatzes  mit  passender  Glasur 
für  erstklassiges  Geschirrporzellan  (Tafel-,  Kaffeeservice  usw.),  das  mit 
Solz  allein,  evtl,  mit  Nachhilfe  von  Braunkohle,  bei  der  anzugebenden 
Temperatur  gargebrannt  werden  kann.  Ein  Rundofen  mit  überschlagender 
Flamme  von  etwa  70  cbm  ist  vorhanden.  Die  Rohmaterialien  sind  mög- 
lichst frachtgünstig  zu  wählen 

47.  Wir  haben  die  Fabrikation  von  Salbenkruken  aufgenommen, 
aber  leider  ohne  rechten  Erfolg.  Alle  Dosen  kommen  nämlich  schief  aus 
der  Form  oder  sie  werden  beim  Trocknen  schief.  Woran  kann  das  liegen  ? 
Die  Formen  sind  genau  nach  Wage  und  Winkel  eingestellt  und  die  Werk- 
zeuge gut.  Der  Oberstempel  arbeitet  mit  Ventil  und  einem  federnden  Ring, 
und  alle  4  Schieber  werden  mit  einem  Scherenhebel  auf  einmal  bewegt. 

48.  Wer  liefert  Hufeisen-Magnete  etwa  20  cm  lang,  sowie  die  zur 
periodischen  Verstärkung  nötigen  elektrischen  Stärkungsapparate? 

49.  Wir  haben  für  unseren  Abfall  von  Gießmasse  keine  andere  Ver- 
wendung, als  ihn  wieder  zu  Gießmasse  zu  verarbeiten.  Nun  merken  wir, 
daß  dadurch  das  Verhältnis  von  Soda  ein  anderes  wird,  und  bitten  um 
Aufklärung,  wie  die  schon  eingeführte  Soda  in  dem  Abfall  zur  Verrech- 
nung kommen  soll  oder  ob  sie  durch  die  Gipsformen  schon  restlos  aus  der 
Masse  entfernt  ist,   

Glas. 

30.  Meine  Häfen  bekommen,  wenn  sie  3 — 4  Wochen  im  Ofen  stehen, 
nach  der  Feuerseite  zu  längliche  Risse,  die  sich  in  der  Mitte  des  Hafens 
bilden  und  nach  oben  gehen,  zuerst  etwas  ausschmelzen,  aber  mit  der  Zeit 
durchgehen,  wobei  es  gleich  ist,  ob  ich  sie  vom  Feuer  abdrehe  oder  nicht. 
Woran  liegt  das?  Ich  bin  schon  18  Jahre  im  Fache  tätig,  und  derartiges 
ist  mir  noch  nicht  vorgekommen.  Meiner  Ansicht  nach  ist  schuld  daran,  daß 
zu  zeitig  eingelegt  wird,  wenn  der  Ofen  noch  kalt  ist.  Es  wird  bis  4  Uhr 
gearbeitet;  sofort,  nachdem  die  Glasmacher  weg  sind,  werden  Brocken 
eingelegt,  die  den  ganzen  Tag  draußen  liegen  und  der  Witterung  ausgesetzt 
sind;  bei  der  grimmigen  Kälte  waren  es  richtige  Eisklumpen.  Auch  sonst 
wird  auf  das  Einlegen  kein  Gewicht  gelegt;  die  Brocken  z.  B.  werden  in 
den  Hafen  geschleudert,  statt  die  Kelle  in  der  Mitte  des  Hafens  langsam 
umzukippen.  Mein  Chef  bestreitet  die  Unrichtigkeit  dieser  Einlegeweise 
und  gibt  dem  Hafenmacher  die  Schuld.   Der  Satz  besteht  aus: 

Großalmeroder  Ton,  gebrannt  4  Teile 

Hafenschalen  »  2  „ 

Großalmeroder  Ton,  roh  3  „ 

Meißner  Ton,  roh  1  „ 

Die  Häfen  werden  aus  einem  Stück  herausgetrieben. 

31.  Zur  Herstellung  von  Häfen  zum  Schmelzen  von  Bleiglas  haben 
mir  bisher  böhmischen  Ton  bezogen.   Da  dieser  aber  infolge  der  Valuta  zu 


4 


im  (55.  Jahrgang.) 


teuer  zu  stehen  kommt,  möchten  wir  gern  Bakonitzer,  Großalmeroder  und 
Meißner  Ton  verwenden  und  bitten  um  Angabe  einer  brauchbaren  Mischung. 
32.    Wer  liefert  Dessinplatten  für  das  Druckätzverfahren  ? 


SPRECH  SAAL  -  CÖBURÖ. 


Nr.  9  —  105 


Briefkasten  der  Redaktion. 

W,  H.  i.  A.  Sätze  zu  Thermosflaschen  Bind  in  den  Antworten  zu 
den  Fragen  83  in  Nr.  36  dea  Sprechsaal  1920  und  65  in  Nr.  35,  1919, 


angegeben.  Die  Arbeitsweise  selbst  läßt  sich  nicht  in  wenigen  Worten 
beschreiben.  —  Der  Erfinder  der  französischen  Glasblasmaschine,  den  Sie 
meinen,  ist  Boucher,  früher  Hüttenmeister  in  Cognae.  Ob  er  noch  lebt, 
und  wer  seine  Maschine  anfertigt,  entzieht  sich  unserer  Kenntnis. 

Keramik,  Nürnberg.  Für  Sie  kommen  die  nachstehend  genannten 
Bücher  in  Betracht:  Grimm,  Herstellung  des  Feldspatporzellans,  Stein- 
brecht, Steingutfabrikation,  Mertens,  Fabrikation  nnd  Baffinierung  des 
Glases.  *  . 


Hierzu  eine  Beilage :  Kartenprospekt  des  Nürnberger  Bundes,  Nürnberg,  Aeußere  Bayreutherstraße  28/30,  über  „Kunst- 
und  Kunstgewerbe,  Blatter  zur  Förderung  deutscher  Wertarbeit".  '    '  w"-""»* 


Wir  erfüllen  hiermit  die  traurige  Pflicht,  Nachricht  zu  geben  von  dem  plötzlichen  Hinscheiden  unseres 
hochverehrten  stellvertretenden  Vorsitzenden  des  Aufsichtsrates 

Herrn  Bankdirektor 

Nicolaus  Röhrig 

in  Coburg. 

Er  hat  unserem  Unternehmen  22  Jahre  im  Aufsichtsrat  angehört.  Sein  fester  Charakter  und  stark 
ausgeprägter  Gerechtigkeitssinn,  vereint  mit  großem  Wissen,  haben  viel  zur  Entwicklung  unseres  Unter- 
nehmens beigetragen.  Wir  verlieren  in  ihm  einen  lieben  Freund  und  treuen  Mitarbeiter,  dessen  Heimgang 
wir  aufs  Schmerzlichste  bedauern.    Wir  werden  ihm  für  immer  ein  getreues  Andenken  bewahren. 

Tettau,  den  14.  Februar  1922. 

Direktion  uud  Aufsichtsrat 
der  Porzellanfabrik  Tettau  A.-G.,  Tettau=Oberfranken. 


Am  19.  Februar  verschied  nach  kurzem  Leiden  unser  Betriebsleiter 

Herr  Eduard  Rösler. 

Wir  verlieren  in  ihm  einen  äußerst  pflichtgetreuen,  unermüdlichen  Mitarbeiter, 
dem  wir  stets  ein  ehrendes  Andenken  bewahren  werden. 

Glasfabrik  Alexanderhütte 

vorm.  J.  N.  Heinz  &  Sohn,  Aktiengesellschaft. 
Alexanderhütte,  den  21.  Februar  1922.  Dr"  K  Ueinz- 

Oberfraoken  * 


Heute  beschloß  in  Windischeschenbach  nach  ebenvollendetem  79.  Lebensjahr  der  Senior-Chef  unseres  Hauses 

Herr  Glashüttenbesitzer 

Eduard  Stütze! 

sein  arbeitsreiches  Leben. 

un.  mi,  s^Lf SÄ^^^^  "°™  ga°M  Arbeitokrdl  -^nünternehmongen  und  St.nd 

Wir  werden  sein  Vorbild  in  unauslöschlicher  Dankbarkeit  treu  bewahren. 


Fürth  i.  B.,  den  21.  Februar  1922. 


Christian  Winkler  &  Sohn. 


■ 


XX  a  —  Nr.  9 


SPRECHSAAL-CÖBURÖ. 


1922  (66.  Jahrgang.) 

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Coburg,  den  9.  März  1922. 


Nummer  10 


Zeitschrift  für  die  Keramischen,  Glas-  und  verwandten  Industrien. 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Loois  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bogra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


FernsprechanschluGNr.  59./Telegr.-Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto :  Coborg-Gothaische  Bank  A.-G.,  Coburg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  durch  die  Post  vierteljährlich  Jt  14. —  unter  Streifband  M  40. — . 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  1. —  (Stellengesuche  40  4). 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 

Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Die  photographisohen  Aufnahme -Verfahren. 

Von  C  Fleck. 
(Fortsetzung.) 

III. 

Die  vielen  trüben  Tage  eines  Jahres  ließen  die  Besitzer 
von  Reproduktions- Anstalten  zur  richtigen  Erkenntnis  der  Wich- 
tigkeit eines  Tageslicht-Ersatzes,  des  elektrischen  Bogenlichtes 
(ommeo.  Das  elektrische  Bogenlicht  ist  bisher  die  vornehmste 
praktisch  verwendbarste  künstliche  Lichtquelle,  die  wir  kennen. 
Bogenlampen  mit  offenem  Lichtbogen  kommen  der  Wirkung  des 
verstreuten  Tageslichtes  am  nächsten.  Zum  Betriebe  von  Bogen- 
lampen ist  Gleichstrom  sparsamer  im  Verbrauch  als  Wechsel- 
strom; sie  leuchten  damit  bei  gleicher  elektrischer  Energie 
bedeutend  stärker.  Die  Kohlen  der  Lampen  sollen  nicht  genau 
zentrisch  übereinander  stehen,  sondern  die  untere  dünnere 
Kohle  soll  etwas  vorgerückt  sein,  daß  sich  die  äußeren  Flächen 
nach  einer  Seite  hin  in  einer  senkrechten  Linie  befinden.  Es 
brennt  sich  dadurch  die  obere  Kohle  einseitig  ab  (Kraterbildung), 
and  alle  Lichtstrahlen  werden  nach  der  Richtung  geworfen, 
welche  der  Aushöhlung  der  Kohle  entgegensteht.  Der  ent- 
standene Krater  wirkt  somit  als  Reflektor,  und  es  geht  dem 
beleuchteten  Original  kein  Licht  verloren,  während  bei  zentri- 
scher Kohlen-Anordnung  für  das  Original  ein  bedeutender 
Lichtverlust  eintreten  würde. 

I  Die  Einschaltung  sogenannter  „Drosselspulen"  wirkt  be- 
ruhigend auf  Strom  und  Licht  und  verbilligt  die  Beleuchtungs- 
kosten. Bei  den  neuen  Lampen  sind  die  Kohlenhalter  mit  den 
Reflektoren  vor  den  Regulierwerken  angebracht,  wodurch 
längere  Kohlenstifte  verwendet  werden  können,  die  nach  dem 
Abbrand  in  der  bisherigen  Länge  in  den  Haltern  nachgeschoben 
werden  können.  Dadurch  wird  der  Kohlenverbrauch  erheblich 
verringert.  Beim  Nachschieben  des  Kohlenstiftes  ist  zu  be- 
achten, daß  der  Lichtpunkt  sich  stets  in  der  Mitte  des  Reflektors 
befindet.  Die  Innenflächen  der  Reflektoren  sind  mit  einem 
widerstandsfähigen  mattweißen  Email-Ueberzug  versehen,  um 
die  Entstehung  von  Reflexlichtern  auf  dem  Original  zu 
vermeiden. 

Eine  neue  und  besonders  praktische  Befestigungsvorrich- 
tung bei  Bogenlampen  besteht  darin,  daß  die  beiden  Lampen- 
gestelle untereinander  verbunden  und  mit  wagrecht  schwing- 
baren Armen  versehen  sind,  an  welchen  die  Lampen  beliebig 
verschiebbar  aufgehängt  i  sind.  Dadurch  wird  ein  rasches  und 
leichteres  Arbeiten  erzielt,  und  die  schwierigen  Deckenkonstruk- 
tionen und  die  im  Wege  stehenden  Stative  kommen  in  Wegfall. 
'Was  die  Konstruktion  der  Lampen  betrifft,  so  verwendet  man 


neuerdings  nur  Lampen  mit  Differential-Regel- Werken,  welche 
mit  jeder  Stromart  betrieben  werden  können,  und  selten  nur 
die  sogenannten  Nebenschlußlampen.  Bei  Hintereinanderschal- 
tung mehrerer  Lampen  sind  die  erster en  den  letzteren,  obgleich 
billigeren,  vorzuziehen,  weil  sie  nicht  soviel  Vorschaltungs- 
widerstand brauchen,  und  besonders  beim  plötzlichen  Einschalten 
einer  größeren  Anzahl  Lampen  die  Dynamomaschine  vor  Ueber- 
lastung  schützen.  Bei  Verwendung  von  vier  Lampen  müssen 
die  Pole  der  oberen  und  unteren  Lampenpaare  entgegengesetzt 
angeordnet  sein.  Gegenwärtig  kommen  für  die  Zwecke  der 
Reproduktionsphotographie  zwei  verschiedene  Lampen-Arten  in 
Frage,  nämlich:  Die  Bogenlampe  mit  offenem  Lichtbogen  und 
Bogenlampen  mit  eingeschlossenem  Lichtbogen.  Die  letzteren 
geben  violettes  Licht  von  starker  chemischer  Wirkung  und 
eignen  sich  deshalb  auch  zur  einfarbigen  Reproduktion.  Ge- 
bräuchlich ist  eine  Stromstärke  von  25  Ampere  bei  einer  Span- 
nung von  45  Volt.  Lampen  mit  parabolischem  Innen-Reflektor 
begrenzen  den  Lichtstrahlen-Austrittswinkel  und  erwirken  somit 
eine  stärkere  Beleuchtung  kleinerer  Flächen.  Für  die  weniger 
starke  Beleuchtung  großer  Flächen  ist  ein  Mulden-Reflektor 
geeigneter.  Die  Verwendung  von  Bogenlampen  mit  einge- 
schlossenem Lichtbogen  ist  für  Kopierzwecke  viel  günstiger 
als  für  photographische  Aufnahmen.  Für  große  farbige  Ge- 
mälde werden  mit  Vorteil  Scheinwerfer  benützt,  die  besonders 
für  photographische  Reproduktionen  konstruiert  sind.  Erwähnt 
seien  noch  die  Nitra-  und  Spiraldrahtlampen  der  A.  E.  G.  und 
das  Keithlicht. 

IV. 

Wenn  wir  vom  Atelier  des  Photographen  sprechen,  so  ver- 
stehen wir  in  der  Regel  ein  Glashaus  darunter,  obwohl  dieses 
durch  einen  geräumigen  dunklen  Raum,  sogar  durch  einen 
solchen  ohne  Fenster  ersetzt  werden  kann;  wenn  anstelle  von 
Tageslicht  elektrisches  Bogenlicht  benutzt  wird,  dann  mag  das 
Atelier  im  Keller  liegen.  'Das  Glashaus  aber  ist  selbst  dem 
modernen  Reproduktions-Techniker  noch  nicht  ganz  überflüssig 
geworden,  weil  er  die  natürliche  Lichtquelle  der  teueren  künst- 
lichen vorzuziehen  gelernt  hat.  —  Das  einfachste  wäre  es,  ohne 
Glashaus  entweder  im  Hofe  oder  auf  einem  flachen  Dache  die 
Aufnahme  zu  machen;  solange  aber  die  Erde  besteht,  lassen 
die  Wolken  Regen  und  Schnee  herabfallen,  was  weder  den 
Originalen  noch  der  Kamera  mit  dem  Objektiv  zuträglich  wäre, 
und  schließlich  wäre  es  uns  selber  auch  unbehaglich  dabei  zu 
Mute.  Als  bestes  Glashausatelier  ist  ein  solches  mit  Nordlicht 
zu  bezeichnen,  und  zwar  nicht  nur  wegen  des  gleichmäßigen 
Lichtes  selber,  sondern  auch  wegen  der  Verringerung  der  über- 
aus lästigen  drückenden  sommerlichen  Hitze.    Sehr  wichtig 


iÖ8  —  Nr.  10 


SPRECHSAAL-COBURO. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


ist  beim  Bau  eines  Glashauses  ein  regensicheres  Glasdach. 
T-Schienen  mit  Schweißwasserleite  bilden  die  Rippen  des  Glas- 
hauses. Der  ablaufende  Fensterschweiß  wird  von  Schweiß- 
rinnen aufgefangen.  Zum  Bau  eines  Glashauses  dürfen  keine 
dünnen  Glasscheiben  benutzt  werden,  weil  sonst  der  Schnee 
das  Glasdach  eindrücken  könnte. 

Eine  besondere  Art  von  Atelier  ist  das  Tunnel-Atelier. 
Im  Gegensatz  zum  Nordfront-Atelier  besteht  es  aus  einem 
dunklen,  7 — 10  m  langen  Baum,  der  von  Süden  nach  Norden 
liegt.  Im  Süden  öffnet  er  sich  zu  einem  Glashause,  welches 
von  einem  nach  Norden  geneigten  Glasdach  und  —  am  besten  — 
Ton  einer  östlichen  Glaswand  gebildet  Wird.  Den  Hintergrund 
bildet  die  gemauerte  Südwand.  Die  Kamera  steht  im  Halb- 
dunkel und  ist  bei  diesem  Atelier  vor  der  Sonnenhitze  ge- 
schützt. Die  Höhe  des  Tunnelganges  betrage  3 — 4  m  und  die 
Höbe  des  Glasdaches  am  First  4—5  m.  Westlicht- Ateliers  be- 
dürfen eines  Regen-Apparates.  Manche  Ateliers  haben  einen 
künstlichen.  Holzsteinbodenbelag,  Terralith,  Lithosil  usw.  ge- 
nannt, der  aus  einem  Magnesiapräparat  besteht,  welches  mit 
Sägespänen  gemischt  und  mit  Wasserglas  gebunden  ist.  Zur 
Beheizung  großer  Atelier  wird  die  Niederdruckwarmwasser- 
heizung empfohlen.  Vielfach  werden  auch  eiserne  Dauer- 
brandöfen in  den  Ateliers  aufgestellt,  die  ich  aber  ihrer  Kost- 
spieligkeit oder  Kohlengefräßigkeit  wegen  nicht  empfehlen 
möchte.  Am  besten  sind  immer  noch  die  Kachelöfen,  die  man 
mit  wenigen  Briketts  befriedigen  kann.  —  Die  amerikanischen 
Ateliers  sind  oft  von  solcher  Größe,  daß  sie  die  Verwendung 
von  20  Kameras  erlauben.  In  nicht  wenigen  Fällen  ver- 
mitteln riesige  Aufzüge  den  Verkehr  mit  dem  Atelier,  damit 
für  industrielle  Arbeiten  große  Maschinen,  Motorwagen  usw. 
vollständig  in  das  Atelier  gebracht  werden  können. 

Der  Kopierraum  soll  so  eingerichtet  sein,  daß  man  darin 
ebensowohl  im  freien  Tageslicht  am  Sims  einer  Bailustrade 
kopieren  kann,  als  auch  bei  elektrischem  Licht.  Er  soll  wenn 
möglich  ein  Atelier  im  kleinen  darstellen,  das  ebenfalls  geheizt 
werden  kann,  besonders,  wenn  auf  Stein  kopiert  werden  soll. 
An  der  Wandseite  des  Kopierraums  soll  sich  ein  Gestell  mit 
verschieden  großen  Fächern  befinden,  welches  die  kopierten 
Negative  aufnimmt,  an  der  Glasseite  soll  ein  Längstisch  die 
Kopierrahmen  tragen.  —  In  den  Kopierraum  dürfen  während 
der  kälteren  Jahreszeit  nur  völlig  trockene  Negative  gebracht 
werden. 

Ein  nicht  minder  wichtiger  Arbeitsraum  als  das  Atelier 
ist  die  Dunkelkammer,  deren  praktischen  Einrichtung  in  der 
Regel  recht  wenig  Beachtung  geschenkt  wird.  Die  Größe  der 
Dunkelkammer  richtet  sich  nach  dem  Spezialgebiet  des  Photo- 
graphen. Der  Photokeramiker  kann  schon  mit  einer  kleinen 
Dunkelkammer  auskommen,  während  ein  Reproduktionsphoto- 
graph, der  Landkarten,  Pläne,  maschinentechnische  Zeichnungen 
wiederzugeben  hat,  mindestens  eine  10  qm  große  (Luftraum 
50  qm)  Dunkelkammer  haben  muß.  Zum  Entwickeln  und 
Fixieren  bedient  man  sich  am  besten  reiner  Schalen  aus  Por- 
zellan, Email  oder  Glas  mit  weißer  Papier- Unterlage,  während 
als  Spültrog  ein  braunes  Steinzeugbecken  mit  Abflußöffnung 
dient.  Als  Beleuchtungsmittel  wählt  man  elektrisches  Licht. 
Lichtquellen,  welche  durch  übergroße  Wärme  und  Verbrennungs- 
gase lästig  fallen,  müssen  wenigstens  während  der  Sommerzeit 
außerhalb  des  Dunkelkammerfensters  plaziert  werden.  Eine 
Grundregel  für  die  Dunkelkammer  ist:  „So  hell  als  möglich". 
Für  die  Art  der  Dunkelkammerbeleuchtung  ist  das  Aufnahme- 
Material  ausschlaggebend,  und  zwar  einmal  bezüglich  seiner 
Empfindlichkeit  überhaupt,  und  dann  bezüglich  seiner  Empfind- 
lichkeit für  besondere  Farben.  Eine  nasse  Kollodiumplatte 
kann  die  hellste  Dunkelkammer  vertragen.  Es  genügt  hier 
ein  Fenster  mit  gelbgefärbten  oder  orangegelben  Scheiben,  die 
entweder  in  der  Masse  gefärbt  oder  mit  gefärbter  Gelatine 
oder  gefärbtem  Kollodium  begossen  sein  können.  Brillant- 
gelb 3°/0,  Naphtolorange  l°/0,  Tartrazin  2°/0  usw.  sind  die 
gebräuchlichsten  Kolloidfarbauflc>sungen  hierfür.  Für  rot- 
empfindliche  Trockenplatten  badet  man  Gelatineplatten  in 
wässerigen  Farblösungen  von  Brillantgelb  3,5°/0  und  Methyl- 
violett 1  °/0  und  kittet  die  beiden  Platten  aneinander. 

Gewöhnliche  und  grünempfindliche  Trockenplatten  schützt 
Putzlers  Massiv-Rubinglas.  Forner  sind  zu  empfehlen  die 
Dunkelkammerlampen  von  Kontny  &  Lange  in  Magdeburg,  die 
von  Dr.  Stenger  durch  Adolf  Schuch  in  Worms  mit  Flüssig- 
keitsfiltern  versehenen.  Die  Wände  der  Dunkelkammer  seien 
je  nach  ihrem  Zweck  entweder  mit  roter,  gelber  oder  grauer 
Leimfarbe  oder  besser  Oelfarbe  gestrichen. 

Wenn  eine  Dunkelkammer  fensterlos  ist,  so  ist  dies  kein 
eo  großer  Fehler,  als  wenn  sie  ohne  laufendes  Wasser  ist.  Für 
das  nasse  Kollodium-  Verfah  re  n  gehört  in  die  Dunkelkammer 
ein  langer  Tisch,  worauf  ein  Plattenbock  mit  sauber  geputzten 
(ilahplatten  (falls  nicht  ein  eigens  hierfür  bestimmter  Schrank 
vorhanden  ist),  die  Silberbadschale  und  die  Kassette  steht,  und 
zwischen   den   beiden   ein   genügend   breiter  Tischraum  mit 


mehreren  Lagen  Fließ-  oder  Filtrierpapier,  damit  die  Platte 
abtropfen  kann  ohne  Unreinigkeiten  aufzuziehen.  Oberhalb  des 
Plattenbockes  ist  ein  kleines  Wandbrett  angebracht,  auf  welchem 
die  Kollodium-  oder  die  Kollodium-Emulsion-Flasche  steht  und 
an  dessen  Seite  ein  Abstaubpinsel  aus  Kamelhaaren  hängt. 
Als  Ersatz  .hierfür  werden  auch  mit  Samt  überzogene  und  mit 
Watte  gefütterte  Holzlineale  benutzt;  auch  mit  Draht  durch- 
zogene Eichhornschwänze  können  -  als  Abstäuber  dienen.  Auf 
einem  anderen  Wandbrett  steht  die  Entwicklerflasche  mit  Ent- 
wicklerglas und  für  Trockenplatten  eine  Entwicklerschale  «der 
ein  Gestell  mit  Entwicklerschalen  verschiedener  Größe.  Glas- 
schalen sind  am  besten  in  einer  weißlackierten  Holzschale  ein- 
gelassen. Außerdem  muß  auf  dem  Tisch  in  der  Nähe  der 
Wasserleitung  Raum  sein  für  eine  Fixierbadschale.  Schalen 
aus  Email,  Zelluloid  oder  gar  Papiermache  benutzt  kein  wirk- 
licher Fachmann,  denn  sie  werden  mit  der  Zeit  von  den  Lösungen 
verdorben,  und  sie  verderben  ihrerseits  wieder  die  Lösungen, 
für  das  Entwickeln  von  Platten  für  die  Farbenphotographie, 
das  im  Anfange  bei  verdeckter  Entwicklungsschale  stattfindet, 
ist  eine  Dunkelkammer-  oder  Entwicklungsuhr  empfehlenswert, 
welche  nach  21/2>  3  und  4  Minuten  ein  Glockenzeichen  gibt. 
Wichtig  ist  eine  genügende  Ventilation,  vielleicht  durch  ein 
lichtsicheres  Knierohr.  Das  Abschwächen,  Verstärken  und 
Wässern  der  Platten  erfolgt  nicht  in  der  Dunkelkammer.  Zu- 
sammenlegbare Dunkelkammern  kommen  nur  für  Amateur- 
Photographen  in  Betracht.  Ein  Handtuch  ist  in  jeder  Dunkel- 
kammer unerlässlich. 

V. 

Obwohl  in  neuester  Zeit  die  Raster-Kollodium-Emulsion 
vielfach  zur  Herstellung  von  Negativen  nach  Strichzeichnungen 
herangezogen  wird,  so  beschränkt  sich  die  Reproduktionsphoto- 
graphie  für  sehr  feine  lineare  Originale,  besonders  bei  starken 
Verkleinerungen  dieser,  doch  noch  immer  auf  den  nassen 
Kollodiumprozeß,  weil  mit  dessen  Hilfe  wesentlich  schärfere 
Negative  und  infolgedessen  auch  bessere  Endergebnisse  zu  er- 
zielen sind. 

Bevor  wir  zur  praktischen  Arbeit  übergehen,  müssen  wir 
uns  Lösungen  oder  Bäder  ansetzen,  um  lichtempfindliche  Platten 
herstellen  und  diese  entwickeln,  fixieren,  verstärken  oder  ab- 
schwächen zu  können.  Zunächst  setzen  wir  uns  das  Roh- 
kollodium an.  Dieses,'  zur  Herstellung  des  Negativ-Kollodiums 
sowohl  für  Halbtonsachen  wie  für  Strichzeichnungen  bestimmt, 
muß  alle  die  guten  Eigenschaften  haben,  die  man  von  einem 
Rohkollodium  verlangt.  Es  darf  nicht  mürbe  sein,  sondern 
muß  eine  feste,  nicht  leicht  verletzbare  und  auf  dem  Aufnahme- 
glase gut  anhaftende  Schicht  bilden,  weil  die  Wiedergabe- 
Negative  wegen  einer,  besonders  bei  Autotypie,  oftmaligen  und 
starken  Verstärkung  und  durch  öfteres  Waschen  (Wässern) 
viel  mehr  auszuhalten  haben  als  Negative  für  Lichtdruck, 
Heliogravüre  und  Photolithographie.  Man  verschaffe  sich  des- 
halb die  hierfür  nötige  „Kollodiumwolle"  zum  Ansetzen  des 
Rohkollodiums  nur  von  einer  anerkannt  guten  chemischen 
Fabrik,  und  zwar  verlange  man  Zellulosetrinitrat.  Die  gerei- 
nigte Baumwolle  ist  Zellulose  in  reiner  Form,  welche  mit  einem 
Gemisch  von  400  Teilen  roher  Salpetersäure  und  1000  Teilen 
roher  Schwefelsäure  behandelt  wird.  Das  rohe  Säuregemisch 
wird  auf  25—20°  C.  abgekühlt  und  dann  erst  werden  55  Teile 
gereinigte  Baumwolle  in  dasselbe  getaucht  oder  eingedrückt 
und  24  Stunden  bei  15 — 20°  C.  sich  selbst  überlassen.  Die 
nunmehr  nitrierte  Wolle  wird  aus  der  Säure  genommen  und 
auf  einem  Trichter  24  Stunden  zum  Abtropfen  gebracht.  Die 
zurückbleibende  Wolle  wird  solange  mit  Wasser  ausgewaschen,, 
bis  die  Säure  vollständig  entfernt  ist,  dann  ausgedrückt  und 
bei  25°  C.  getrocknet.  Die  Kollodiumwolle  ist  wie  die  Schieß- 
baumwolle explosiv  und  feuergefährlich.  Die  oben  erwähnten 
Säuren  müssen  ein  gewisses  spezifisches  Gewicht  haben,  um 
Trinitro-  (=  dreifachnitrierte)  Zellulose  zu  erhalten,  denn  nur 
diese  ist  für  photographische  Zwecke  brauchbar.  Das  Ansetzen 
des  Rohkollodiums  geschieht,  indem  man  20  Teile  käufliche 
Kollodiumwolle  in  500  Teile  absoluten  Alkohol  und  500  Teile 
absoluten  Aether  gibt,  das  Ganze  kräftig  schüttelt,  stehen  und 
sich  absetzen  läßt.  Anstelle  von  absolutem  Alkohol  kann  auch 
96  °/0-iger  Feinsprit  benutzt  werden.  Das  Negativ-Kollodium  für 
Strichzeichnungen  soll  möglichst  unempfindlich  sein,  um  bei 
langer  Exposition  (3—8  Minuten)  klare  Striche  und  Punkte  zu 
erhalten.    Es  besteht  aus: 

Kadmiumjodid  (Jodkadmium) ...    10  Teile 

Lithiumchlorid  0,5  „ 

Alkohol   300  „ 

Glyzerin,  chemisch  rein  ....  5  „ 
Von  dieser  Jodierung  mischt  man  1  Teil  mit  2  Teilen  Roh- 
kollodium. Calcium chlorid  (1,5*  Teile)  anstelle  von  Lithium- 
chlorid zu  verwenden,  ist  nur  dann  angängig,  wenn  ein  solches 
Negativkollodium  rasch  verbraucht  wird.  Es  gibt  im  Anfange 
eine  sehr  intensive  Deckung,  es  zersetzt  sich  aber  schnell  und 

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gibt  dann  überhaupt  keine  Deckung  mehr ;  ein  solches  Negativ 
sieht  granuliert  (gekörnt)  aus. 

Da  Lithiumchlorid  gegenwärtig  sehr  teuer  ist,  ersetze  man 
es  durch  Zinkchlorid.  Der  Glyzerinzusatz  oder  ein  250/0-iges 
Zuckerwasser  bewirkt,  daß  später  beim  Silbern  das  Silberbad 
leichter  von  der  Kollodiumschicht  angenommen  wird,  auch 
werden  sogenannte  Regenstreifen  beim  Gießen  des  Kollodiums 
vermieden  und  außerdem  lösen  sich  die  Salze  leichter  (beim 
Verreiben  in  der  Reibschale)  und  kristallisieren  nicht  aus  der 
Schicht  aus.  Sobald  die  Jodierung  dem  Rohkollodium  bei- 
gesetzt wurde,  wird  die  Mischung  kräftig  geschüttelt  und  filtriert 
Wer  wenig  Negativ-Kollodium  verbraucht,  soll  nie  viel  auf 
einmal  ansetzen,  weil  es  mit  der  Zeit  immer  unempfindlicher 
wird  (Rotfärbung)  Rotgewordenes  Negativkollodium  ist  ein 
sehr  gutes  Glasplattenputzmittel,  aber  wegen  seiner  Kost- 
spieligkeit für  gewöhnlich  nicht  zu  empfehlen.  Eine  vorzüg- 
liche Jodierung  für  Halbton-  und  Raster-Aufnahmen  ist  die 


nachstehende : 

Jodkadmium   9  Teile 

Jodammonium    .......  3,5  „ 

Bromammonium  .   1,5  „ 

Alkohol   200  „ 

Zuckerwasser  25  °/0     .....  5  „ 


Bin  Teil  dieser  Jodierung  wird  mit  3  Teilen  2  °/0-igem  Roh- 
kollodium gemischt.  Wasserarmes  und  ätherreiches  Kollodium 
stößt  das  Silberbad  zu  sehr  ab ;  wasserreiches  Kollodium  gibt 
mürbe  Schichten,  welche  leicht  einreißen  und  abschwimmen. 
Roh-  und  Negativkollodium  sind  an  einem  kühlen  Orte  aufzu-  ' 
bewahren.  Kollodien,  welche  stärker  als  2  °/0  sind,  ergeben 
marmorartige  Flecken.  Freies  Jod  oder  Brom  im  Kollodium 
machen  dieses  (besonders  bei  Gegenwart  von  Chlor- 
salzen) dünn  und  wenig  haltbar,  fäTben  es  rasch  dunkel, 
arbeiten  aber  ohne  Chloride  klar,  kontrastreich  bis  hart. 
Salpetrigsaures  Kali  oder  Natron  gibt  starke  und  empfindliche 
Schichten.  Das  beste  Verhältnis  von  Bromsalzen  zu  Jodsalzen 
ist  1:5. 

Damit  die  Negativkollodiumschicht  auf  dem  Aufnahme- 
glas besser  hält  einerseits,  anderseits  das  fertige  Negativ,  wenn 
es  ohne  Prisma  aufgenommen  wurde,  sich  besser  vom  Glase 
abziehen  läßt,  überzieht  man  das  Aufnahmeglas  mit  folgender  , 


Vorpräparation : 

Destilliertes  Wasser   1000  Teile 

Geklärtes  Eiweiß     ......  100  „ 

Karbolsäurelösung  (1 : 100)  ...  10  „ 

Salpetersäure,  chemisch  rein   .    .  1  „ 


Diese  Lösung  wird  filtriert,  und  die  Gasplatten  im  Vorrat 
damit  Übergossen.  Man  stellt  die  präparierten  Glasplatten  so 
auf  den  Bock  im  Schrank,  daß  alle  Vorderseiten  nach  einer 
Richtung  gekehrt  sind,  oder  man  klebt  auf  die  nicht  albumi- 
nierte  Seite  ein  kleines  Stückchen  Papier  als  Merkmal.  Unter 
dem  Bock  wird  Zeitungspapier  in  mehreren  Lagen  zum  Auf- 
fangen der  abtropfenden  Eiweißlösung  hingelegt.  —  Das  Silber- 


bad besteht  aus : 

Destilliertes  Wasser    ....    .    1000  Teile 
Vierfach    kristallisiertes  Silber- 
nitrat  109  „ 

Jodkaliumlösung  (1 : 10)  .    .    .    .       10  „ 


Salpetersäure,  chemisch  rein     5 — 10  Tropfen 
Das  Jodkalium  wird  zugesetzt,  damit  das  Silberbad  die  Negativ- 
schicht, der  ersten  Platte,  die  darin  präpariert  wird,  nicht  an- 
frißt, die  Salpetersäure,  damit  die  Platte  klar  (nicht  schleierig) 
arbeitet. 

Entwickler. 

Entwickler  werden  solche  Lösungen  genannt,  die  ein  latentes 
Lichtbild  sichtbar  machen  und  es  zur  gewünschten  Kraft  bringen. 
Ein  guter  Entwickler  besteht  aus: 


Destilliertes  Wasser   1000  Teile 

Eisessig  (Essigsäure)  .....  '30  „ 

Gummi  arabicum     ......  35  „ 

Eisvitriol                                  .  50  „ 

Kupfervitriol  ,  25  „ 

Alkohol   20  „ 


Die', Metallsalze  werden  erst  zugesetzt,  wenn  sich  das  Gummi 
arabicum ;  gelöst*  hat.  Nach  erfolgter  Lösung  der  Metallsalze 
wird  der  Alkohol  zugesetzt,  das  Ganze  geschüttelt  und  filtriert. 
Bei  sehr  starken  Verkleinerungen  und  für  sehr  zarte  Halbton- 
bilder wird  der  Gummizusatz  aufs  Doppelte  erhöht.  Die  Ent- 
wicklerlösung soll  mit  paraffiniertem  Kork  verschlossen  werden, 
weil  sie  durch  Oxydation  (Luftsauerstoff-Einwirkung)  leidet. 
Vorschriften  für  Halbton-Negative  (Keramik): 

,;,  •  I.  - 

Destilliertes  Wasser  100  Teile 

Pyrogallussäure   1  » 

Zitronensäure    ........      2  „ 


II. 

Destilliertes  Wasser  100  Teile 

Silbernitrat   2  „ 

Zum  Gebrauch  mische  man  gleiche  Teile. 

Fixierbad. 

Destilliertes  Wasser .    .    .    ...  1000  Teile 

Kaliumcyanid  (Cyankalium)    ...    100  „ 

Bleiverstärker  für  Strichnegative. 

Destilliertes  Wasser   1000  Teile 

Gummi  arabicum   .     50  „ 

Eisessig   1  „ 

Bleinitrat  .       2  „ 

Rotes  Blutlaugensalz   3  „ 

Das  fixierte  und  gewaschene  Negativ  wird  hierin  völlig  ge- 
bleicht, gewaschen,  mit  10  °/0-iger  Kaliumbichromatlösung  orange- 
gelb gefärbt  und,  wenn  man  will,  nach  kurzem  Waschen  mit 
Natriumsulfidlösung  1 : 10  geschwärzt.  —  Für  das  Substitutions- 
Verfahren  für  keramische  Zwecke  wären  noch  der  Jodqueck- 
silber- und  Kupferverstärker  zu  beschreiben.  Der  Jodquecksilber- 
Verstärker,  der  auch  zur  Verstärkung  der  Deckung  zarter 
Strichaufnahmen  herangezogen  werden  kann,  wird  folgender- 
maßen angesetzt: 

Detilliertes  Wasser   1000  Teile 

Wasserfreies  Natriumsulfit  .    .    .     100  „ 

Quecksilberjodid   10  „ 

Das  Jodquecksilber  wird  erst  zugesetzt,  wenn  sich  das  Natrium- 
sulfit (schwefligsaures  Natrium,  nicht  Natriumsulfid,  Schwefel- 
natrium, wie  oben  erwähnt)  gelöst  hat.  Bei  zu  langer  Verstärkung, 
die  man  daran  erkennt,  daß  sich  die  zarten  Partien  belegt  haben 
(zu  dunkel  geworden  sind),  hat  man  nur  nötig,  das  verstärkte 
Negativ  nach  kurzem  Abspülen  einige  Sekunden  ins  Fixierbad 
zu  legen,  worauf  natürlich  wieder  gewaschen  wird.  Das  normal 
verstärkte  Negativ  wird  mit  folgendem  Chromatbade  fixiert,  d.  h. 


dauernd  gedeckt: 

Destilliertes  Wasser   1000  Teile 

Ammoniak  (Salmiakgeist)     .    .    .  100  „ 

Kaliumbichromat   10  „ 


Mit  dem  Jodquecksilber- Verstärker  können  auch  Trockenplatten 
behandelt  werden;  nur  empfiehlt  es  sich  hier,  um  die  Ver- 
stärkung haltbarer  zu  machen,  die  Trockenplatte  in  einen  alkali- 
schen Entwickler  zu  legen,  nachdem  sie  vorher  mit  Wasser 
abgespült  worden  ist,  und  sie  darin  2-3  Minuten  zu  schwenken. 
Die  abgespülte  Platte  wird  zum  Trocknen  auf  den  Bock  gestellt. 

Der  Bromkupfer-Verstärker,  der  ebenfalls  für  Strich- 
zeichnungen und  auch  für  Rasteraufnahmen  benutzt  werden 
kann,  besteht  aus: 

Destill.  Wasser   1000  Teile 

Salmiakgeist  .......    50—100  „ 

Kupfersulfat  (-Vitriol)  .    .    .    .    25—  50  „ 

Bromkalium  12 —  25  „ 

Hierin  erfährt  das  Negativ  eine  Bleichung,  die  nach  dem  Ab- 
spülen mit  3°/0iger  Silbernitratlösung  geschwärzt  wird. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Wirtschaftspolitik 
der  industriellen  Fachverbände. 

(Nachdruck  verboten.) 

Die  Annahme  des  Ultimatums  hat  Deutschlands  Wirtschafts- 
hoheit in  Fesseln  geschlagen.  Deutschland  hat  sich  seiner 
handelspolitischen  Souveränität  entkleidet  und  diese  unter  die 
Aufsicht  der  interalliierten  Garantiekommission  gestellt,  es  ist 
handelspolitisch  noch  ohnmächtiger  geworden,  als  es  bereits 
durch  den  Versailler  Frieden  zu  sein  verurteilt  worden  war. 
Die  Sanktionen  haben  unsere  Ohnmacht  besonders  groß  er- 
scheinen lassen,  das  Loch  im  Westen  bildet  eine  stets  blutende 
Wunde  am  deutschen  Wirtschaftskörper  und  schwächt  diesen 
immer  mehr,  verhindert  auf  jeden  Fall  seine  Gesundung.  Die 
Anti- Dumpingmaßnahmen  —  nicht  nur  unserer  Feinde,  sondern 
auch  der  ehemals  neutralen  Staaten,  —  die  Aufbringung  der 
Reparationsbeträge  mit  ihren  für  unsere  Valuta  verderblichen 
Folgen  des  Devisenhandels  schlimmster  Art,  die  Hinausziehung 
der  Entscheidung  über  Oberschlesien  —  alles  keine  Maßnahmen 
zur  Förderung  des  Weltfriedens,  sondern  Fortsetzung  des 
Krieges  mit  anderen  Mitteln  —  lassen  Deutschlands  Volk  trotz 
schönster  Reden  nicht  den  Atem  schöpfen,  der  für  jedes  Volk 
zum  Leben  schon  notwendig,  notwendiger  noch  ist  für  das 
Volk,  von  dem  nach  den  ungeheuren  Blutopfern  des  Krieges 
und  der  Hungerblockade  eine  Arbeitsleistung  als  Wiedergut- 
machung verlangt  wird,  die  in  der  Welt  bisher  von  keinem 
Volk  auch  nach  der  größten  Niederlage  verlangt  worden  ist. 

Alle  maßgeblichen  politischen  Kreise  sind  sich  darüber 
einig,  daß  wir  der  Welt  unseren  Willen  zur  Erfüllung  beweisen 
müssen.  Schon  erheben  sich  im  Ausland  Stimmen  der  Vernunft, 
die  auf  den  politischen  Wahnsinn  und  seine  Folgen  hinweisen 


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die  eine  etwaige  Vernichtung  der  deutschen  Wirtschaft  oder 
auch  nur  ihre  vorübergehende  Ausschaltung  aus  dem  Getriebe 
der  Weltwirtschaft  mit  sich  bringen  müssen,  zum  Schaden 
auch  der  Siegerstaaten  —  aber  sie  sind  selten,  sind  Stimmen 
in  der  Wüste.  Noch  regiert  Mars  die  Stunde,  herrscht  der 
Säbel  in  der  Faust  des  Soldaten,  der  die  Meinung  des  Krämers 
stets  gering  geachtet  hat.  Und  doch  kann  das  deutsche  Volk 
die  Hoffnung  auf  bessere  Zeiten  nicht  aufgeben,  wenn  es  sich 
selbst  nicht  aufgeben  will.  Sieht  man  ab  von  den  innerwirtscbafts- 
politischen  Kämpfen  —  Mitwirkung  der  Arbeiterschaft  im 
Arbeitsprozeß,  Streiks  zur  Erreichung  höherer  Löhne,  Soziali- 
sierung oder  Vergesellschaftung  der  Betriebe,  —  so  kann  man 
sich  der  Erkenntnis  nicht  verschließen,  daß  wir  bestrebt  sein 
müssen,  alle  Momente  auszuschalten,  die  die  Ertragsfähigkeit 
unserer  Volkswirtschaft  schmälern,  weil  anders  wir  niemals 
sie  so  fördern  können,  daß  wir  mit  einem  Mehrertrag  unsere 
Reparationsverpflichtungen  auch  nur  teilweise  erfüllen  können. 
Wir  können  uns  daher  auf  sozialistische  Experimente,  unsere 
Industrie  zu  sozialisieren  oder  in  Gemeinwirtschaft  zu  über- 
führen, nicht  einlassen,  da  sie  unfehlbar  zu  einer  Bürokrati- 
sierung  unserer  Wirtschaft  führen  müssen,  die  naturgemäß  die 
Gestehungskosten  durch  die  unproduktiven  Löhne  und  Gehälter 
der  Verwaltungsbeamten  erheblich  steigern  und  damit  die 
Industrie  auf  dem  Weltmarkt  konkurrenzunfähig  machen  muß. 
Wir  müssen  uns  auch  von  Schlagwörtern  frei  machen,  dürfen 
nicht  freie  Wirtschaft  verlangen  und  das  Recht  der  straflosen 
Bewucherung  des  eigenen  Volkes  meinen,  dürfen  auch  nicht 
nach  Planwirtschaft  rufen,  um  durch  sie  den  lästigen  Kon- 
kurrenten totschlagen  zu  wollen.  Kein  Staatszwang  und  keine 
rücksichtslose  Ausnutzung  aller  Kräfte  kann  unserem  Wirt- 
schaftsleben den  Aufschwung  bringen,  sondern  nur  die  Er- 
kenntnis, daß  jeder  deutsche  Industrielle  und  Kaufmann  heute 
mehr  denn  je  verpflichtet  ist,  seine  Geschäfte  nicht  nach  rein 
egoistischen  Gesichtspunkten  eigenen  Vorteils  zu  betreiben, 
sondern  sich  bei  ihnen  klar  sein  muß,  daß  das  Interesse  der 
Allgemeinheit  des  Volkes  höher  steht  als  das  eigene.  Der 
Staat  hat  als  Kampfwart  sich  darauf  zu  beschränken,  daß  der 
Existenzkampf  seiner  Mitglieder  sich  nach  den  Grundsätzen 
des  Anstands  abspielt  und  sich  nicht  der  Gerissenste  über  den 
Anständigen  mit  unfairen  Waffen  den  Sieg  zum  Schaden  der 
Allgemeinheit  verschafft. 

Die  Mittel  des  Staates  zur  Erreichung  dieses  Zieles  können 
die  verschiedensten  sein.  Auf  die  Möglichkeit  sachlich  gerechter 
Besteuerung  sei  nur  hingewiesen.  1 

Das  freie  Spiel  der  Kräfte,  das  für  die  Wirtschaft  des 
einzelnen  Staates  nach  wie  vor  das  Ideal  bleibt  und,  wie  die 
Entwicklung  bei  uns  nach  Aufhebung  der  Kriegsgesellschaften 
beweist,  auch  nur  die  innere  Gesundung  bringen  kann,  bleibt 
auch  das  Ideal  der  Weltwirtschaft.  Alle  Anti-Dumping-Maß- 
nahmen, Einfuhrverbote  und  Zollerhöhungen  können  die  Völker 
über  die  heutige  Weltwirtschaftskrise  nicht  hinfortbringen,  sie 
stürzen  sie  vielmehr  nur  noch  tiefer  in  das  Elend.  Die  Arbeits- 
losigkeit kann  man  nicht  besiegen,  wenn  man  den  Arbeitern 
die  Arbeitsmöglichkeit  nicht  schafft,  sondern  sie  ihnen  nimmt, 
indem  man  einen  Verbraucher  zwingt,  seinen  Verbrauch  ein- 
zuschränken, und  aus  ihm  unter  Anstrengung  schwerster  Art 
übermenschliche  Leistungen  herauspreßt,  deren  Erträgnisse  nur 
gewissen  kapitalistischen  Kreisen  zugute  kommen,  nicht  der 
Allgemeinheit  des  Volkes. 

Deutschland  hat  mit  der  Zwangswirtschaftspolitik  während 
des  Krieges  angefangen,  hat  sie  in  der  Außenhandelspolitik 
—  den  Aus-  und  Einfuhrverboten  —  beibehalten  und  ist  so  der 
Schrittmacher  für  Ideen  geworden,  deren  schädigende  Auswirkung 
auf  die  eigene  Wirtschaft  sich  immer  mehr  wird  bemerkbar 
machen,  je  mehr  Deutschland  seine  Ausfuhr  wird  steigern 
müssen,  um  seinen  Verpflichtungen  nachzukommen.  Durch  die 
Annahme  des  Ultimatums  hat  sich  der  Staat  seines  Rechts 
begeben,  durch  aktive  Handelspolitik,  die  Schäden,  die  unserer 
Wirtschaft  durch  Festhalten  an  dieser  Politik  geschlagen  werden, 
zu  beseitigen.  Aus  dieser  Gebundenheit  des  Staates  erwächst 
für  Handel  und  Industrie  die  Aufgabe,  im  Wege  der  Selbsthilfe 
die  Maßnahmen  zu  ergreifen,  die  für  den  Wiederaufbau  unseres 
Wirtschaftslebens  notwendig  sind. 

Grundsatz  für  die  Regierung  muß  es  zunächst  werden,  mit 
den  maßgeblichen  Industriefachverbänden  und  Handelsinteressen- 
vertretungen  zu  einer  wirklich  vertrauensvollen  Zusammenarbeit 
zu  kommen.  Die  bürokratischen  Vorurteile  müssen  fallen !  Es 
darf  auf  keinen  Fall  wieder  vorkommen,  daß  Ressortstreitig- 
keiten auf  Kosten  unserer  Wirtschaftskreise  ausgefochten  werden, 
die  hohe  Politik  für  den  Abschluß  von  Wirtschaftsabkommen 
und  Handelsverträgen  den  Ausschlag  gibt  —  eine  Verkennung 
aller  Tatsachen  —  ein  Zeichen  des  Mangels  jeden  Verständ- 
nisses für  unser  Wirtschaftsleben. 

Wir  müssen  dazu  kommen,  daß  der  Kaufmann  den  Aus- 
schlag bei  Wirtschaftsverhandlungen  gibt,  nicht  der  Bürokrat, 
daß  Kaufleute  mit  Kaufleuten  verhandeln.    Einigen  sich  die 


Industrie-  und  Handelsvertreter  zweier  Länder  über  eine  ein- 
zuschlagende Wirtschaftspolitik,  dann  hat  der  Diplomat  nur  den 
redaktionellen  Abschluß  zu  machen,  nicht  aber  Vorschriften  zu 
erlassen  über  Dinge,  die  er  bei  der  Vielgestaltigkeit  unseres 
Wirtschaftslebens  nicht  genügend  übersehen  kann.  Er  hat  sich 
zu  beschränken  und  lediglich  darauf  zu  achten,  daß  sich  die 
Maßnahmen  einer  Industrie  nicht  in  Widerspruch  mit  den 
höherstehenden  Interessen  der  Volksallgemeinheit  stellen,  nicht 
die  Volkswirtschaftspolitik  stören,  sondern  sich  ihr  unterordnen. 

Wir  haben  bereits  internationale  Industrieabmachungen 
zwischen  Syndikaten  oder  Kartellen;  es  bestehen  bereits  indu- 
strielle Interessengemeinschaften,  für  die  die  Landesgrenzen 
überholte  Begriffe  sind.  Wir  waren  vor  dem  Kriege  bereits 
auf  dem  Gebiete  der  Weltschiffahrt  auf  dem  besten  Wege  der 
Schaffung  internationaler  Schiffahrtstruste  und  scheinen  die 
gleichen  Wege  einschlagen  zu  müssen,  um  unsere  Schiffahrt 
wieder  aufzubauen.  Die  gleichen  Wege  werden  verschiedene 
Industrien  gehen  müssen,  wenn  sie  sich  in  Zukunft  auf  dem 
Weltmarkt  behaupten  wollen.  Die  europäischen  Konkurrenz- 
industrien werden  sich  verständigen,  werden  lernen  müssen, 
kontinental  zu  denken.  Die  eigenen  Wirtschaftsgebiete  werden 
zu  klein  werden,  um  den  Industrien  den  notwendigen  Absatz 
zu  bringen.  Die  Entwicklung  unserer  Industrien  wird  immer 
mehr  zu  Großbetrieben  führen  und  damit  die  Gefahr  der  Wirt- 
schaftskrisen vergrößern.  Sie  zu  bannen  wird  Zukunftsaufgabe 
der  Industrien  Europas  sein. 

Die  Gegenwartsaufgabe  unserer  Industrien  liegt  auf  dem 
Gebiete  der  wirtschaftlichen  Organisation,  um  sich  im  Kampfe 
auf  dem  Weltmarkt  behaupten  zu  können.  Der  einzelne  ist 
zu  schwach,  die  Gesamtheit  muß  den  Kampf  führen.  Gerade 
in  dem  Augenblick,  in  dem  der  Wunsch  mehr  denn  je  laut 
wird,  von  den  bürokratischen  Vorschriften  der  Außenhandels- 
kontrolle befreit  zu  werden,  wird  es  notwendiger  denn  je 
werden,  daß  sich  die  Interessenvertretungen  der  Industrie 
straffer  organisieren,  daß  sie  die  Erzeugung  in  die  geeigneten 
Bahnen  für  die  Ausfuhr  lenken.  Dem  Ausland  gegenüber  muß 
eine  einheitliche  Handelspolitik  getrieben  werden. 

Der  Schieber  darf  nicht  dem  anständigen  Kaufmann  das 
Geschäft  verderben.  Der  Grundsatz,  daß  Angebot  und  Nach- 
frage die  Marktverhältnisse  regeln,  darf  nicht  neben  dem  ver- 
gessen werden,  daß  der  deutsche  Kaufmann  dem  Ausländer 
gegenüber  verpflichtet  ist,  den  bestmöglichen  Preis  heraus- 
zuholen, damit  die  deutsche  Arbeit  auch  dem  Goldwerte  nach, 
der  in  dem  Fertigerzeugnis  mit  in  erster  Linie  steckt,  bezahlt 
wird.  Deutsche  Ware  darf  nicht  verschenkt  werden,  darf  der 
Industrie  anderer  Länder  gegenüber  keine  Schmutzkonkurrenz 
sein,  die  zu  Anti  Dumping-Maßnahmen  geführt  hat  und  immer 
wieder  führen  wird,  wenn  der  deutsche  Kaufmann  wider  den 
anständigen  deutschen  kaufmännischen  Geist  handelt. 

Ausschaltung  der  Schieber  und  Bekämpfung  der  unsauberen 
Elemente  in  den  eigenen  Reihen  muß  die  erste  Aufgabe  aller 
Industriefachverbände  sein  und  bleiben.  Dem  Ausland  gegen- 
über darf  es  keinen  Außenseiter  geben;  an  den  Pranger  mit 
solchen  Verrätern  deutscher  Interessen! 

Nicht -  Schreien  nach  staatlichen  Zwangssyndikaten,  deren 
Bestimmung  derartige  Elemente  auch  zu  rmgehen  sich  nicht 
scheuen  dürften ! 

Pflicht  eines  jeden  deutschen  Industriellen  ist  heute,  das 
Ansehen  deutscher  Waren  im  Ausland  hochzuhalten.  Kein 
Schund  in  das  Ausland !  Herstellung  von  Schundware  bedeutet 
Verschwendung  von  Gut  und  Kraft.  Die  deutsche  Industrie 
muß  Qualitätsware  herstellen!  Diesen  Grundsatz  müssen  die 
Industriefachverbände  ihren  Mitgliedern  immer  wieder  ein- 
prägen, damit  er  jedem  Industriellen  zur  Richtschnur  dem  Aus- 
land gegenüber  wird.  Auf  die  Säumigen  muß  eingewirkt  werden, 
damit  die  Ausnahme  nicht  zur  Regel  wird! 

Auf  den  Absatzmärkten  muß  für  deutsche  Ware  eine  rege 
InduBtrieprogaganda  einsetzen,  um  für  die  Abnahme  deutscher 
Qualitätsware  zu  werben.  Die  Kosten  der  Propaganda,  die  sich 
für  einen  allein  nicht  lohnen,  werden  sich  leicht  bezahlt 
machen,  wenn  die  Propaganda  durch  die  Fachverbände  mehr 
als  bisher  organisiert  wird.  Handinhandarbeit  mit  den  Expor- 
teuren ist  notwendig.  Der  Exporteur  muß  für  den  Vertrieb 
deutscher  Waren  interessiert  werden.  Er  muß  aus  seiner  Zu- 
rückhaltung heraus,  sich  mehr  als  Pionier  der  deutschen 
Industrie  fühlen  und  wissen,  daß  seine  Bedeutung  für  den  Ab- 
satz auf  dem  Weltmarkt  auch  eine  dauernde  Würdigung  er- 
fährt, daß  er  Erfahrungen  preisgeben  kann,  ohne  befürchten 
zu  müssen,  daß  ihn  morgen  kurzsichtige  Industrielle  eigenen 
Vorteils  willen  aus  dem  Geschäft  hinauszudrängen  versuchen. 
Die  Industriefachverbände  müssen  daher  Sorge  tragen,  daß  die 
Verkaufs-  und  Lieferungsbedingungen  der  Industrie  dem  Expor- 
teur den  notwendigen  Spielraum  lassen,  um  Geschäfte  auf 
eigene  Kappe  zu  tätigen,  daß  sie  dem  Exporteur  nicht  die  Lust 
am  deutschen  Geschäft  nehmen  und  ihn  veranlassen,  Ware  aus- 
ländischer Konkurrenz  zu  vertreiben. 


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SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


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Eine  Preispolitik,  die  der  Industrie  den  Löwenanteil  der 
sogenannten  Valntagewinne  sichern  will,  ist  falsch,  wenn  sie 
dem  Exporteur  nicht  lohnende  Gewinnchancen  läßt,  die  ihm 
einen  Ausgleich  für  sein  erhebliches  Risiko  und  seine  Werbe- 
arbeit bieten. 

Ein  wirkliches  Handinhandarbeiten  mit   den  Exporteuren 
wird  der  Industrie  nur  Vorteile  bringen. 

Fortfallen  muß  weiterhin  die  Festlegung  bestimmter 
Mindestpreise,  die  keine  Rücksicht  auf  Qualität  und  Firma 
nimmt.  Die  Bindung  der  Industrie  an  bestimmte  Preise,  sei 
es  durch  den  Zwang  der  Außenhandelskontrolle,  sei  es  auf  dem 
Wege  freier  Vereinbarungen  in  Form  von  Kartellverträgen, 
hat  für  die  Industrie  erhebliche  Nachteile  im  Gefolge.  Die 
Interessenten  sind  wegen  des  dauernden  Wechsels  in  den 
Produktionsbedingungen  und  Kalkulationsverhältnissen  heute 
nicht  mehr  an  einheitliche  Bedingungen  zu  binden,  da  die 
Zeiten  vorüber  sind,  in  denen  es  auf  Preiserhöhungen  nicht  an- 
kam, da  die  Ware  reißenden  Absatz  fand.  Die  heutigen  wirt- 
schaftlichen Verhältnisse  verlangen  für  jeden  Industriellen  und 
Kaufmann  wieder  schärfste  Kalkulation  und  Bewegungsfreiheit 
im  kaufmännischen  Handeln.  Kartellmäßige  BinduDg  verträgt 
sich  nicht  mehr  mit  der  heutigen  Wirtschaftslage.  Ein  Beweis 
hierfür  bieten  die  zahlreichen  Zusammenbrüche  alter  Friedens- 
kartelle und  die  noch  zahlreicheren  Verstöße  gegen  die  be- 
stehenden Kartellbindungen,  die  sogar  dazu  geführt  haben,  daß 
sich  Mitglieder  derartiger  Kartelle  nicht  gescheut  haben,  in  der 
Oeffentlichkeit  die  Behauptung  aufzustellen,  daß  sie  lediglich 
aus  Furcht  vor  den  hohen  Kartellstrafen  sich  scheuen,  einen 
Preisabbau  vorzunehmen. 

Die  deutsche  Industrie  kann  sich  im  In-  und  Ausland  gegen 
den  Vorwurf  des  Wuchers  nur  schützen,  wenn  sie  sich  frei 
macht  Von  der  Form  der  alten  Kartelle  mit  ihren  festen  Preis- 
und  Lieferungsbedingungen,  wenn  sie  Grundlagen  für  eine  ge- 
meinschaftliche Kalkulation  schafft,  die  dem  freien  Spiel  der 
Kräfte  genügend  Raum  zur  Betätigung  läßt,  und  die  anständige 
Konkurrenz  nicht  ausschaltet,  ferner  die  technische  Vervoll- 
kommnung der  Industrie  fördert.  Dieser  Grundsatz  widerspricht 
nicht  den  oben  aufgestellten,  daß  der  deutsche  Kaufmann  bei 
seiner  Kalkulation  dem  Ausland  gegenüber  darauf  zu  achten 
hat,  daß  er  bei  ihr  die  deutsche  Arbeitsleistung  nach  dem  Gold- 
wert bemißt  und  so  für  das  Ausland  einen  höheren  Preis  als 
für  das  Inland  errechnet,  daß  er  nicht  Dumping  mit  deutschem 
Gute  treibt  und  Volksvermögen  verschleudert.    Ob  es  möglich 
sein  wird,  die  Kartelle  so  neu  zu  organisieren,  sie  zur  Grund- 
lage der  uns  notwendigen  neuen  Wirtschaftsform  zu  machen,  — 
ihnen  die  Aufgaben  der  Normalisierung,  Typisierung,  Speziali- 
sierung zu  übertragen  —  sie  umzugestalten  zu  Kalkulations- 
kartellen, in  denen  auf  die  Kalkulationsgrundlagen  der  einzelnen 
Unternehmungen  Rücksicht  genommen   und   der  technische 
Fortschritt  im  Interesse  einer  rationelleren  Wirtschaftsführung 
gefördert  wird,  kann  an  dieser  Stelle  zunächst  ebenso,  uner- 
örtert  bleiben,  wie  die  Frage,  ob  sich  unsere  künftige  Wirt- 
schaft auf  der  Konzentration  —  der  vertikalen  wie  horizontalen  — 
den  Interessengemeinschaften  und  Trusts  allein  wird  aufbauen 
können.   Die  Entwicklung  der  Industrie  wird  nicht  schablonen- 
haft vor  sich  gehen,  sondern  den  Verhältnissen  jedes  Industrie- 
zweigs entsprechend.    Den  Fachverbänden  der  Industrie  er- 
wächst hieraus  als  Aufgabe  der  Gegenwart,  die  notwendige 
Pionierarbeit  zu  leisten  und  die  Grundlagen  zu  schaffen,  auf 
denen  sich  die  neue  Wirtschaft  aufbauen  kann.  In  dieser  wird 
gerade  den  Fachverbänden  ein  großes  Arbeitsgebiet  vorbe- 
halten bleiben.    Die  Fachverbände  müssen  die  Stätte  einer 
wissenschaftlichen  Förderung  der  Industrie  durch  Errichtung 
von  Forschungsinstituten  in  technischer  wie  auch  wirtschaft- 
licher Beziehung  werden,  sie  müssen  die  wissenschaftlichen 
Vorarbeiten  für  die  Rationalisierung  der  Wirtschaft,  der  Nor- 
malisierung, der  Typisierung  und   Spezialisierung  ihrer  Er- 
zeugung und  aller  für  ihre  Industrie  wichtigen  technischen 
Vorgänge  leisten,  um  so  die  eigene  Industrie  auf  den  Stand 
höchster  technischer  und  wirtschaftlicher  Vervollkommnung  zu 
bringen.    Neben  diesen  zukünftigen  Hauptaufgaben  bleiben  die 
JN  ebenaufgaben  einer   Interessenvertretung    den  Regierungs- 
stellen sowie  der  Oeffentlichkeit  gegenüber  bestehen,  wie  auch 
die  der  inneren  Industrieorganisation  zur  Vermeidung  unnötiger 
Zersplitterung  und  damit   verbundener  Kraftverschwendung. 
Mehr  denn  je  ist  auch  für  die  Industrieorganisationen  heute  die 
systematische  Konzentration  aller  Fachverbände  einer  Industrie 
in  einem  Spitzenverband  eine  Notwendigkeit,  wenn  wirkliche 
Arbeit  für  die  Gesamtindustrie  geleistet  werden  soll.  Eigen- 
brötelei und  Sonderinteressen  müssen  in  dem  Augenblick  zu- 
rückgestellt werden,  in  dem  es  sich  um  das  Wohl  der  Gesamt- 
heit der  Industrie  und  der  Allgemeinheit  handelt. 

Alle  Industriellen  und  Volkswirte  aber,  die  heute  in  unserem 
Wirtschaftsleben  eine  führende  Rolle  spielen,  müssen  sich  der 
Verantwortung  ihrer  Arbeit  bewußt  sein,  müssen  darauf  be- 
dacht bleiben,  sich  das  ihnen  entgegengebrachte  Vertrauen  zu 


erhalten  und  zu  befestigen,  das  allein  die  Sicherheit  für  eine 
wahre  Gemeinschaftsarbeit  — >  die  die  Hauptaufgabe  jedes  Fach- 
verbandes sein  und  bleiben  muß  ■ —  bietet. 


Ein  merkwürdiges  Patent. 

(Nachdruck  verboten.) 

Man  schreibt  uns : 

Unter  Nr.  334  749  ist  Paul  Deußing  in  Ruhla  für  folgendes 
Verfahren  ein  Deutsches  Reichspatent  verliehen  worden : 

„1.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Kunstmeerschaum, 
dadurch  gekennzeichnet,  daß  Hallesche  Erde  und  Meißner 
Ton  oder  letzterer  allein  mit  Schlämmkreide  und  Quarz- 
mehl nach  feinster  Pulverisierung  innig  miteinander  ver- 
mischt, unter  bzw.  nach  Beigabe  von  Wasser  bis  zur 
völligen  Beseitigung  aller  körnigen  Bestandteile  vermählen, 
gegebenenfalls  filtriert  und  zu  einem  dickflüssigen  Brei 
verarbeitet  werden,  der  in  gut  ausgetrocknete  Gipsformen 
eingegossen,  in  diesen  für  einige  Zeit  belassen  und  dadurch 
veranlaßt  wird,  eine  gewisse  Menge  Masse  an  der  Form- 
innenwand abzusetzen,  worauf  die  übrige  Masse  abgegossen 
und  der  Formling  nach  einem  gewissen  Abtrocknen  aus 
der  Form  entfernt  wird,  um  alsdann  im  Brennofen  scharf 
verglüht  zu  werden. 

2.  Verfahren  nach  Anspruch  1,  dadurch  gekennzeichnet, 
daß  30  Gewichtsteile  Hallesche  Erde  mit  10  Gewichtsteilen 
Meißner  Ton,  4  Gewichtsteilen  Schlämmkreide  und  8  Ge- 
wichtsteilen Quarzmehl  innig  vermischt,  danach  mit  50 
Gewichtsteilen  Wasser  versetzt  und  im  übrigen  gemäß 
Anspruch  1  weiterverarbeitet  werden. 

3.  Verfahren  nach  Anspruch  1,  dadurch  gekennzeichnet, 
daß  man  34  Gewichtsteile  Meißner  Ton  in  rohem,  ge- 
pulvertem Zustande  mit  14  Gewichtsteilen  gut  geglühten 
und  gepulverten  Meißner  Ton  vermengt,  6  Gewichtsteile 
geschlämmtes  Quarzmehl,  7,5  Gewichtsteile  Schlämmkreide 
und  0,8  Gewichtsteile  Feldspat  beigibt  und  dieses  Gemenge 
mit  50  Gewichtsteilen  Wasser  verarbeitet. 

4.  Verfahren  nach  Anspruch  1  und  2,  dadurch  gekenn- 
zeichnet, daß  der  Masse  noch  ein  Zusatz  von  Magnesia 
und  Pottasche  oder  von  einem  dieser  Stoffe  beigegeben 
wird,  um  die  Geschmeidigkeit  der  Masse  zu  erhöhen." 
Am  Schlüsse  der  Patentbeschreibung  heißt  es : 

„Das  beschriebene  Gießverfahren  ist  an  sich  nicht  neu 
und  auch  schon  für  Kunstmassen,  die  Meerschaumabfälle 
enthalten  und  eine  gewisse  Aehnlichkeit  mit  Meerschaum 
zeigen,  bekannt.  Schließlich  werden  Gußmassen,  die  Ton, 
Kreide,  Quarz  und  Feldspat  enthalten,  als  an  sich  bekannt, 
vorausgesetzt." 

Der  „Erfinder"  gibt  demnach  selbst  zu,  daß  das  Gießen 
sowohl  wie  die  von  ihm  zu  seinem  „Kunstmeerschaum"  ver- 
wendete Masse  bekannt  sind.  Er  wird  auch  wohl  nicht 
behaupten  wollen,  daß  das  scharfe  Verglühen  gegossener  Form- 
linge  im  Brennofen  neu  sei.  Damit  ist  aber  doch  das  ganze 
unter  Patentschutz  gestellte  Verfahren  bekannt,  und  man  fragt 
sich,  was  denn  eigentlich  an  dieser  „Erfindung"  neu  sei.  Man 
muß  aber  gerecht  sein:  Neu  ist  es,  daß  man  eine  gegossene 
Steingutschrühware  „Kunstmeerschaum"  nennt.  Daß  aber  diese 
Neuheit  für  die  Erteilung  eines  Deutschen  Reichspatentes 
genüge,  würde  wohl  vor  der  Erteilung  des  D.  R.  P.  Nr.  334749 
niemand  geglaubt  haben. 

Eine  Definition  des  Begriffs  „Kunstmeerschaum"  läßt  sich 
jetzt  folgendermaßen  geben :  Kunstmeerschaum  ist  ein  durch 
Gießen  geformtes  geschrühtes  Steingut. 

Der  „Erfinder"  will  nach  dem  ihm  patentierten  Verfahren 
Pfeifenköpfe  herstellen.  Will  nun  ein  anderer  Pfeifenkopf- 
fabrikant  seine  Pfeifenköpfe  ebenfalls  durch  Gießen  und  Brennen 
herstellen,  dann  kann  er  dies  nach  dem  in  der  Patentschrift 
und  auch  in  der  keramischen  Fachliteratur  beschriebenen  Ver- 
fahren ruhig  tun,  ohne  sich  einer  Patentverletzung  schuldig  zu 
machen,  wenn  er  die  Hallesche  Erde  durch  Zettlitzer,  Hohburger, 
Kemmlitzer  oder  irgend  einen  anderen  Kaolin,  den  Meißner 
Ton  durch  irgend  einen  anderen  weißbrennenden  Ton  ersetzt, 
wenn  er  es  nicht  vorzieht,  der  Einfachheit  halber  eine  Porzellan- 
masse fertig  zu  beziehen,  die  keine  Hallesche  Erde  enthält. 
Die  Pfeifenköpfe  würden  deshalb  wohl  nicht  schlechter  aus- 
fallen. 

Wie  wäre  es  aber,  wenn  jemand  nach  dem  8.  Juni  1920, 
dem  Beginn  der  Schutzfrist,  mit  der  Fabrikation  von  Steingut 
begonnen  hätte  und  seine  Masse  mit  Meißener  Ton  und 
Hallescher  Erde  herstellte?  Der  Mann  muß  befürchten,  daß 
eines  schönen  Tages  der  Eigentümer  des  D.  R.  P.  334749  zu 
ihm  kommt  und  ihm  sagt:  „Der  gegossene  Suppennapf  oder 
die  Vorratstonne  ist  nach  dem  mir  patentierten  Verfahren 
hergestellter  „Kunstmeerschaum",  den  Du  nur  nachträglich 


112  —  Nr.  10 


SPRECHSAAL- COBURG. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


glasiert  und  nochmals  gebrannt  hast.  Dn  hast  daher  mein 
Patent  verletzt  und  Dich  strafbar  gemacht."  Dann  maß  der 
arme  Stein gutfabrikant  schließlich  noch  froh  sein,  wenn  er  dem 
glücklichen  „Erfinder"  für  eine  Lizenz  nicht  gar  zu  viel  bezahlen 
muß.  Künftige  Steingutfabrikanten  tun  daher  gut,  wenn  sie 
während  der  Dauer  dieses  Patentes  Massen  ohne  Meißener  Ton 
und  Hallesche  Erde  verwenden,  während  die  älteren  Steingut- 
fabriken darüber  nachzudenken  haben,  ob  sie  auch  beweisen 


Wirtschaft  1  i  c  h  -  g* 

Korrespondenzen. 

Das  50-jährige  Arbeits  jubiläom  feierte  am  2.  3.  22  Direktor 
Nicol  Dorst,  früherer  Leiter  und  jetziges  Aafsichtsratsmitglied  der 
Maschinenfabrik  vorm.  Georg  Dorst,  A.-G.,  Oberlind,  S.-M.  Die  von  seinem 
Vater,  Georg  Dorst,  im  vorigen  Jahrhundert  gegründete  Sehmiedewerk- 
stätte  vermochte  er  bald  durch  Tatkraft  nnd  eisernen  Fleiß  einem  raschen 
Aufstieg  entgegenzuführen.  Aus  der  einfachen  Arbeitsstätte  wurde  ein 
Fabrikbetrieb,  in  dem  zunächst  landwirtschaftliche  Maschinen,  Oefen, 
Pumpen  und  Feuerspritzen  angefertigt  wurden.  Nach  Umwandlung  in 
eine  Aktiengesellschaft  war  Herr  Dorst  zuerst  technischer  Leiter  und  später 
Direkt  or  des  Unternehmens.  Seit  geraumer  Zeit  widmet  sich  die  Firma  fast  aus- 
schließlich der  Herstellung  von  Maschinen  und  Einrichtungen  für  die  keramische 
Industrie,  die  dank  ihrer  Materialgüte  und  technischen  Vollkommenheit  rasch 
Weltruf  erlangten  und  durch  ihre  ständigen  Verbesserungen  nicht  unwesent- 
lich dazu  beitrugen,  die  Keramindustrie  anf  ihre  heutige  Stufe  zu  fahren. 
Düse  beispiellose  Entwicklung,  die  in  stetig  aufwärts  steigender  Sichtung 
sich  bewegt,  ist  in  erster  Linie  der  vorbildlichen  Leitung  und  dem  Weit- 
blick des  Jubilars  zu  danken.  Mit  stolzer  Befriedigung  darf  er  auf  sein 
Lebenswerk  zurückblicken,  an  dessen  Weitergedeihen  er  sich  noch  viele 
Jahre  erfreuen  möge.  Bei  seiner  Arbeiterschaft,  deren  Mitarbeit  Herr 
Dorst  stets  zu  würdigen  wußte,  steht  er  ob  seines  sozialen  Denkens  und 
Tuns  noch  heute  in  hohem  Ansehen. 

Eine  Zeitschrift  „Die  Russische  Kraft"  wird  von  der  Gruppe 
Rnsskeja  Sila  und  N.  N.  Iwanow  als  Demokratische  Wochenschrift  der 
russischen  Emigranten  in  Berlin  W  62,  WormserBtr.  6  a,  herausgegeben 
und  bezweckt  die  Förderung  der  Beziehungen  zwischen  Bußland  und 
und  Deutschland. 


Gewerblicher  Rechtsschutz. 

England.  Ein  Gesetzentwurf  zur  Abänderung  des  Handels« 
marken-Gesetzes,  der  vom  Handelsamt  demnächst  dem  Parlament  vor- 
gelegt werden  wird,  soll  die  Mängel  des  jetzt  gültigen  Gesetzes  beseitigen. 
Danach  soll  eine  genaue  Angabe  über  den  Ursprung  eines  jeden  Artikels 
verlangt  werden,  wobei  alle  Beschreibungen  genau  nachgeprüft  werden 
können.  Irreleitende  Angaben  sind  unzulässig.  Der  Gebrauch  englischer 
Embleme  wird  verboten,  desgleichen  die  Einfuhr  von  Waren  mit  falschen 
Handelsmarken.  Die  Schaffung  eines  allgemeinen  englischen  Waren- 
zeichens wird  indessen  nicht  beabsichtigt.  Nur  die  von  gewissen  Ver- 
bänden oder  Firmengruppen  eingetragenen  Marken  sollen  besonders 
geschützt  werden. 


Gesetzgebung,  Steuern. 

Die  Demobilmachungs-Verordnungen  sollen,  wie  verlautet,  über 
den  31. 3.  22  hinaus  verlängert  werden. 

Die  erhöhte  Umsatzsteuer  soll  nach  einem  Beschluß  des  Steuer- 
aasschnsses  des  Reichstages,  wie  in  erster  Lesung  vorgesehen  ist,  mit 
Bückwirkung  vom  1.  1.  22  ab  in  Kraft  treten.  Nach  Hinweis  der  Begierung 
würde  durch  ein  späteres  Inkrafttreten  der  Novelle  sich  nicht  nur  ein 
Minderertrag  von  einer  Milliarde  Mark  ergeben,  sondern  auch  die  Gefahr 
von  Steuerhinterziehungen  bestehen.  Wo  sich  tatsächliche  Unbilligkeiten 
herausstellen  sollten,  würde  geholfen  werden  können. 

Die  Novelle  zum  Körperschaftssteuergesetz  wurde  letzthin  im 
Beichstagsausschuß  für  Steuerfragen  verabschiedet.  Die  Bestimmungen 
des  Artikels  1  Ziffer  5,  die  die  Steuerfreiheit  der  Fusionen  betreffen, 
wurden  auf  die  Fälle  eingeschränkt,  in  denen  das  Vermögen  einer  Erwerbs- 
gesellschaft als  Ganzes  mit  der  Fortsetzung  des  bisherigen  Gesellschafts- 
zweckes auf  eine  inländische  andere  Erwerbsgesellschaft  übergeht.  In 
diesem  Fall  soll  auch  eine  Wertzuwachssteuer  nicht  erhoben  werden.  Der 
§  12,  der  die  Dividendenbesteuerung  regelt,  erhielt  die  Fassung,  daß,  wenn 
das  gesamte  steuerbare  Einkommen  M  300  000  nicht  übersteigt,  15  %, 
wenn  es  mehr  als  M  300  000,  aber  nicht  mehr  als  M  2  Mill.  beträgt, 
I2V«°/o»  wenn  68  mear  als  M  2  MiU-  beträgt,  10°/0  des  Betrages  der 
um  die  Kapitalertragsstener  gekürzten  Gewinnanteile  auf  die  Einkommen- 
steuer oder  KörperschaftBsteuer  angerechnet  werden.  Die  Vorschriften 
des  §  12  finden  zum  ersten  Male  bei  der  Veranlagung  für  das  Kalender- 
jahr 1923  Anwendung.  Unter  gewissen  Umständen  kann  jedoch  auch 
schon  Anrechnung  auf  die  Einkommensteuer  des  Jahres  1922  auf  Antrag 
des  Steuerpflichtigen  erfolgen. 

Umsatzsteuerpflicht  der  Handelsvertreter.  Nach  den  Bestimmun- 
gen des  geltenden  U.St.G.  sind  auch  die  Provisionen  der  Handelsvertreter 
umBatzsteuerpfiichtig.  Die  augenblicklich  dem  Reichstage  vorliegende 
Novelle  zum  U.St.G.  hält  hieran  fest.  Die  Handelskammer  zu  Düsseldorf 
hat  jedoch  beantragt,  daß  die  Provisionen  der  handelsgerichtlich  ein- 
getragenen, demnach  Köcher  führenden  Handelsvertreter  von  der  Umsatz- 
satzstener  befreit  werden.  Hie  begründen  ihren  Antrag  mit  dem  Hinweis 
darauf,  daß  die  Umsatzsteuer  als  abwälzbare  Steuer  eingeführt  ist,  der 
Handelsvertreter  jedoch  außerstande  ist,  die  Umsatzsteuer  abzuwälzen, 
ferner,  daß  die  Umsatzsteuer  wie  eine  zweite  Einkommensteuer  beim 
Handelsvertreter  wirkt,  weil  die  Provisionen  gleichzeitig  das  Einkommen 
des  Handelsvertreters  darstellen  und  schließlich  die  Umsatzsteuer  von  der 


können,  daß  sie  schon  vor  dem  8.  Juni  1920  Meißener  Ton  and 
Hallesche  Erde  in  ihrer  Kunstmeerschaummasse  hatten.- 

Hat  der  von  der  Deutschen  Keramischen  Gesellschaft  ein- 
gesetzte Patentausschuß  nicht  die  Aufgabe,  die  Patentanmel- 
dungen zu  prüfen  und  gegebenenfalls  Einspruch  gegen  die 
Erteilung  des  Patentes  zu  erheben? 

Ist  nicht  ein  solcher  Einspruch  viel  billiger  und  einfacher 
als  die  Anfechtung  eines  bereits  erteilten  Patentes? 


©werblicher  Teil. 

Bruttoprovision  erhoben  wird,  demnach  den  Handelsvertreter  besonders 
hart  trifft. 

Vergütung  der  Umsatz»  bezw.  Luxussteuer  an  Ausfuhrhändler. 

Nach  §  4  des  U.St.G.  wird  dem  Ausfuhrhändler  auf  Antrag  die  Umsatz- 
bezw.  Luxussteuer  vergütet,  die  ihm  sein  Lieferant  in  die  Preise  einge- 
rechnet hat,  also  entweder  %  oder,  wenn  der  Lieferant  zugleich  Her- 
steller des  luxussteuerpflichtigen  Gegenstandes  war,  15  %.  Um  diejenigen 
Ausfahrhändler,  die  insbesondere  luxussteuerpflichtige  Waren  nicht  un- 
mittelbar vom  Hersteller  erwerben,  sondern  von  einem  Großhändler,  und 
die  deshalb  nicht  15  %,  sondern  nur  1 l/a  %  vergütet  erhalten,  nicht  zu 
schädigen,  ist  durch  Verordnung  vom  30.  6.  21  vorgesehen  worden,  daß 
für  den  Steuerabschnitt  an  Stelle  des  obenerwähnten  Verfahrens  auch  das 
eingeschlagen  werden  kann,  daß  ein  Antrag  auf  Vergütung  von  0,75  bezw. 
7,5  °/0  Steuer  seitens  des  Ausfahrhändlers  gestellt  wird.  Diese  Anträge 
würden  auf  einem  besonders  hierfür  bestimmten  Formular  bis  zum 
31.  12.  21  für  den  letzten  Steuerabschnitt  des  Jahres  1921  zu  stellen  ge- 
wesen sein.  Da  das  Formnlar  aber  sich  als  nicht  geeignet  erwiesen  hat 
nnd  deshalb  Ende  November  seine  Aenderung  verfügt  wurde,  steht  zu  be- 
fürchten, daß  diejenigen  Firmeo,  die  solche  Anträge  zu  stellen  beab- 
sichtigten, nicht  bis  zum  31.  12.  21  ihre  Vergütungsansprüche  formge- 
recht anbringen  konnten.  Die  Frist  ist  daher  bis  zum  31.  3.  22  verlängert 
worden. 

Grunderwerbsteuer  bei  Uebertragung  eines  Tonausbeute- 
rechtes. Nach  §  6  des  Grunderwerbs-St.G.  tritt  die  Steuerpfiicht  auch 
ein,  wenn  an  Grundstücken  ohne  Uebertragung  des  Eigentums  ein  Recht 
eingeräumt  wird,  das  dem  Berechtigten  ermöglicht,  wie  ein  Eigentümer 
über  das  Grundstück  zu  verfügen.  Hierbei  ist  es  nicht  erforderlich,  daß 
er  das  Grundstück  auch  belasten  und  veräußern  darf;  es  genügt,  wenn 
der  Eigentümer  seinerseits  obligatorisch  gebunden  ist,  nicht  in  der  Weise 
dinglich  über  das  Grandstück  zu  verfügen.  Das  trifft  bei  Uebertragung 
eines  Tonausbeuterechtes  für  30  Jahre  mit  gleichzeitigem  auf  30  Jahre 
befristetem  Kaufangebot  zn,  bei  dem  der  Kaufpreis  durch  das  Entgelt  j 
für  Ueberlassnng  der  Ausbeaterechte  als  beglichen  gelten  soll.  (Urt.  v. 
7. 11.  21.   II  A  498/21.) 

Kaufmannsgericht.  Nach  dem  Gesetz  vom  14. 1.  22  finden  die 
Vorschriften  des  Gesetzes  betr  Kaufmannsgerichte  vom  6  7.  04,  in  der  j 
Fassung  der  Verordnungen  vom  12.  5.  and  29.  10.  20,  auf  Handlungsge- 
hilfen, deren  Jahresverdienst  den  Betrag  von  M  100  000  übersteigt,  keine 
Anwendung.  Ohne  Rücksicht  auf  den  Wert  des  Streitgegenstandes  sind 
die  Kaafmannsgerichte  für  Streitigkeiten  über  Antritt,  Fortsetzung  oder 
Auflösung  des  Dienst-  oder  Lehrverhältnisses,  Aushändigung,  Form  oder 
Inhalt  des  Zeugnisses,  sowie  Erteilung,  Form  oder  Inhalt  einer  Auskunft 
des  Arbeitgebers,  über  die  Ansprüche  auf  Schadenersatz  oder  Zahlung 
einer  Vertragsstrafe  wegen  Nichterfüllung  oder  nicht  gehöriger  Erfüllung 
der  Verpflichtungen,  welche  die  anter  Nr.  1—3  des  §  5  des  Kaafmanns- 
gerichtsgesetzes  bezeichneten  Gegenstände  betreffen,  wegen  gesetzwidriger 
oder  anrichtiger  Eintragungen  in  Zeugnisse,  Krankenkassenbücher  oder 
Quittungen  der  Angestellten-  oder  Invalidenversicherung,  Steuerkarten  oder 
ähnliche  Urkunden,  sowie  wegen  Einholung,  Erteilung,  Verweigerung, 
Form  oder  Inhalt  einer  Auskunft  des  Arbeitgebers  über  den  Handlungs- 
gehilfen oder  Lehrling  zuständig.  Das  Rechtsmittel  der  Berufung  ist 
nur  zulässig,  wenn  der  Wert  des  Streitgegenstandes  M  6000  übersteigt. 


Handel  und  Verkehr. 

Zur  Frage  der  Fakturierung  in  ausländischer  Währung  bei 
Exportgeschäften  nahm  vor  einiger  Zeit  der  Reichsverband  des  deutschen 
Ein-  und  Aasfahrhandels  wie  folgt  Stellang:  „Die  Uebermittelang  der 
Kurse  aus  Mittel-  und  Südamerika  dauert  derart  lange,  daß  die  vorhandenen 
Kurssicherungsmöglichkeiten  für  die  deutschen  Exporteare  versagen  würden, 
wenn  sie  ihre  Faktaren  in  der  Währung  dieser  Länder  aasstellten.  Die 
Faktarierang  aber  in  anderen  Währungen,  die  in  Deutschland  regelmäßig 
notiert  werden,  wie  z.  B.  in  Dollars,  istjbei  Geschäften  nach  diesen  Ländern 
nicht  richtig.  Denn  sie  würde  so  viele  Geschäfte  zerschlagen,  daß  im 
Endeffekt  für  die  deutsche  Wirtschaft  kein  Nutzen,  sondern  vielmehr  ein 
Schaden  entstehen  würde."  —  Hierzu  erfahren  wir  folgendes:  Von  den 
Ländern  Costa  Rica,  Panama,  Nicaragua  haben  Panama  und  Nicaragua 
praktisch  die  Dollarwährung.  Bei  Geschäftsabschlüssen  mit  Costa  Rica, 
dessen  Währung  (Colon)  stärkeren  Schwankungen  unterworfen  ist,  wird 
entweder  in  U.-S.-Dollar  oder  in  den  Währung  der  Exportländer  (engl.  Pfd., 
Doli.,  frz.  Fr.,  Mark  asw.)  fakturiert.  Die  Importeare  dieses  Landes  haben, 
wie  von  zuverlässiger  Seite  berichtet  wurde,  nichts  gegen  die  Fakturierung 
in  U.-S.-Dollar  einzuwenden,  sie  ziehen  dieselbe  sogar  häufig  der  Faktu- 
rierung in  Mark  vor. 

Die  Zwangsfakturierung  in  Auslandswährung  wird  in  einem 
Schreiben  des  „Verbandes  Deutsch-Brasilianischer  Firmen"  in  Brasilien  an 
die  Deutsche  Gesandtschaft  in  Rio  als  ein  wenig  geeignetes  Mittel  zu  der 
so  notwendigen  Besserung  der  deutschen  Handels-  and  Zahlungsbilanz  be- 
zeichnet. Zahlreiche  Geschäfte  mit  Deutschland  scheiterten  daran,  daß 
die  deutschen  Exporteare  jetzt  Preise  in  Pfand  Sterling  nnd  Dollars 
forderten.  Sie  seien  infolge  amtlicher  Vorschriften  gezwangen,  von  ihren 
brasilianischen  Kunden  sofortige  Barrimesaen  oder  Akkreditive  zn  ver- 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


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langen,  worauf  sich  diese  durchweg  nicht  einließen.  Infolgedessen  gingen 
zahlreiche  Aufträge  an  konkurrierende  Firmen  anderer  Länder  verloren, 
die  in  der  Lage  wären,  langfristige  Kredite  (wenigstens  120  Tage  dato 
Konnossement)  einzuräumen. 

Preisbildung  bei  Lieferungen  nach  der  Schweiz.  In  einer 
Sitzung  des  Wirtschaftlichen  Beirats  des  deutschen  Generalkonsulats  in 
Zürich  wurde  lebhaft  Klage  darüber  geführt,  daß  deutsche  Exportfirmen, 
namentlich  solche,  die  dort  keine  Vertretungen  unterhalten,  bei  der  Preis- 
stellung in  deutscher  und  ausländischer  Währung  zu  wenig  Rücksicht  auf 
die  jeweiligen  schweizerischen  Preise  nehmen.  Es  werden  immer  noch 
Ueberforderungen  bis  zum  doppelten  Betrage  der  dortigen  Preise  und 
Unterbietungen  nm  die  Hälfte  und  mehr  festgestellt.  Als  Informations- 
quellen zur  Festsetzung  angemessener  Preise  sollten  in  erster  Linie  die 
amtlichen  deutschen  Vertretungen  in  Anspruch  genommen  werden. 

Gegen  die  neuerliehe  Gütertarif-Erhöhung  erhebt  der  Rsichs- 
verband  der  Deutschen  Industrie  Protest  und  fordert  erneut  von  der 
Eisenbahnverwaltung,  ihr  Defizit  durch  wirtschaftlichere  Gestaltung  des 
Betriebes  zu  beseitigen,  statt  durch  fortgesetzte  Tariferhöhungen  den 
Verkehr  zu  lähmen,  die  Geldentwertung  zu  verschlimmern  und  mit  der 
Steigerung  aller  Preise  und  Löhne  ihr  Defizit  nur  zu  vergrößern. 

Die  bahnamtlichen  Bollgebühren  sollen  aus  Anlaß  der  fort- 
schreitenden Steigerung  der  Selbstkosten  im  Fuhrgewerbe  vom  22.  2.  ab 
entsprechend  erhöht  werden. 

Der  Gegenwert  des  Goldfranken  im  Auslandspostverkehr  wird 
vom  1.  3.  ab  auf  M  44  festgesetzt. 

Beim  Güterversand  nach  Finnland  sollen  nach  einer  Mitteilung 
der  Handelskammer  Abo  die  meisten  deutsehen  Lieferanten  es  versäumen, 
über  ihre  Lieferung  Gewichtsspezifikationen  zu  geben  und  eine  Signierung 
der  Güter  vorzunehmen.  Da  hierdurch  den  finnischen  Empfängern  oft  viel 
unnütze  Beschwerlichkeiten  entstehen,  bleibt  eine  Wiedereinführung  der 
vor  dem  Kriege  in  besonderen  Begleitzetteln  und  in  Fakturen  gelieferten 
genauen  Spezifikationen  der  Frachtstücke,  mit  genauer  Angabe  von  Netto- 
und  Bruttogewicht,  überaus  wünschenswert. 


Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Die  Preise  für  die  Ausfuhr  für  feuer- 
feste Erzeugnisse  haben  eine  Aenderung  erfahren.  —  Die  Ausfuhrmindest- 
preise  für  künstliche  Bimssteine  nach  TschechoBlowakien  und  den  valuta- 
schwachen Ländern  erfahren  ab  1. 3  22  eine  Aendernng.  —  Die  Mindest- 
preise für  die  Ausfuhr  von  Quarzsand  nach  Tschechoslowakien  und  Deutsch- 
Österreich  sind  mit  Wirkung  vom  1.  3.  22  geändert  worden. 

Milderung  von  Barten  bei  der  Erhebung  der  erhöhten  Aus- 
fuhrabgabe. Das  Beichswirtschaftsministerium  und  Beichsfinanzministerium 
haben  sich  dahin  verständigt,  die  Anwendung  des  alten  Ausfuhrabgaben- 
tarifs auch  dann  noch  zuzugestehen,  wenn  außergewöhnliche  Fälle  recht- 
zeitige Antragstellung  oder  rechtzeitigen  Versand  verhindert  haben.  Eine 
entsprechende  Verfügung  des  Reichskommissars  soll  binnen  kurzem  zu 
erwarten  sein. 

Das  neue  Ausfuhrabgabengesetz.  An  der  Vorlage  sind  seitens 
der  Ausschüsse  des  Reichsrates  einige  einschneidende  Aenderungen  vorge- 
nommen worden.  Für  den  §  1,  nach  dem  ursprünglich  alle  Ausfuhrwaren 
von  einer  Abgabe  betroffen  werden  sollten,  wurde  auf  Antrag  Hamburgs 
eine  etwas  lockere  Fassung  gewählt,  die  zwar  die  Möglichkeit  einer  Er- 
hebung von  allen  Ausfuhrartikeln  zuläßt,  aber  auch  den  Weg  offen  läßt, 
für  solche  Artikel  eine  Ausnahme  zu  machen,  die  von  der  Abgabe  zwecks 
Anfrechterhaltnng  der  Ausfahrmöglichkeit  befreit  werden  müssen.  Die 
Höhe  der  Tarife  wurde  den  AuBführungsbestimmungen  vorbehalten,  ebenso 
das  System  der  Erhebung  der  Abgabe.  Im  §  4  wurde  auf  Betreiben  der 
Hansestädte  noch  die  wichtige  Bestimmung  angenommen,  daß  kein  Ex- 
porteur eine  höhere  Abgabe  zu  zahlen  hat,  als  sie  zur  Zeit  des  Geschäfts- 
abschlusses galt.   Das  Plennm  nahm  die  Beschlüsse  der  Ausschüsse  an. 

In  einem  am  20. 2.  in  der  Hochschule  für  Politik  über  Aasfuhrab- 
gabe, Valuta  und  Warenausfuhr  gehaltenen  Vortrage  hat,  wie  in  diesem 
Zusammenhang  mitgeteilt  sei,  Geh.  Regiernngsrat  Thurmann  vom  Reichs- 
wirtschaftsministerium darauf  hingewiesen,  daß  der  neue  endgültige  Ab- 
gabentaiif  die  Kalkulationsergebnisse  berücksichtigen  solle.  Es  werde  an- 
gestrebt, dem  Exporteur  die  Möglichkeit  zu  geben,  an  einem  bestimmten 
Tage  mit  einem  bestimmten  Abgabenbetrage  kalkulieren  zu  können.  Das 
würde  erreicht  werden,  wenn  für  den  Tarif  der  Tag  des  Verkaufsab- 
schlusses und  der  jeweilige  Valutastand  zugrunde  gelegt  würden.  Die 
Regierung  hoffe,  einen  Schlüssel  zu  finden,  der  einen  gesunden  Abgaben- 
tarif verbürgt. 

Ausfuhrverbote  und  Ausfuhrerleichterungen.  Es  besteht  Ver- 
anlassung darauf  hinzuweisen,  daß  ungeachtet  der  Bekanntmachung  vom 
1.  12.  21,  betr.  das  Verbot  der  Ausfuhr  von  Waren  des  2.  bis  19.  Ab- 
schnitts des  Zolltarifs,  die  Ausfuhrerleichterungen  (Bekanntmachungen 
vom  5.  4.  und  21.  10.  21  betr.  die  Ein-  und  Ausfuhr  von  Waren  im  Lager- 
verkehr) nach  wie  vor  Gültigkeit  haben. 

Fakturierung  bei  der  Ausfuhr  nach  Estland.  Ueber  die 
Stellungnahme  der  estnischen  Handelskreise  zu  der  Frage,  welche  Yv  ährung 
bei  deutschen  Lieferungen  am  zweckmäßigsten  erscheine,  wird  uns  mit- 
geteilt: Kleinere  Firmen,  denen  das  Arbeiten  in  verschiedenen  Währungen 
unbequem  ist,  bevorzugen  die  Berechnung  in  Reichsmark  und  weisen 
darauf  hin,  daß  sich  in  Estland  Reichsmarkbeträge  befinden  die  zum  Teil 
noch  aus  der  Zeit  der  Besetzung  stammen,  zum  Teil  aber  auch  heute  noch 
als  Sparbeträge  gesammelt  werden.  Großfirmen  ziehen  in  den  weitaus 
meisten  Fällen  ein  Angebot  in  Auslandswährung  vor,  besonders  wenn 
längere  Lieferfristen  oder  KreditinanBpruchnahme  in  Frage  kommen.  Für 
gleitende  Preise  je  nach  dem  Stande  der  deutschen  Valuta  herrscht  volles 
Verständnis.  Vor  allen  Dingen  wird  Wert  auf  Vertragstreue  und  längere 
AngebotBfrist  mit  bindender  Preisangabe  gelegt,  da  der  estnische  Käufer 
genügend  Zeit  haben  will,  um  sich  über  das  Angebot  zu  entscheiden  und 
kalkulieren  zu  können.  Er  will  sich  auf  seinen  Vertragsgegner  verlassen 
können.  Die  Forderang  von  Nachzahlungen  auf  den  vereinbarten  Kauf- 


preis hat  mehrfach  Zurückziehung  der  Aufträge  und  ihre  Ueber  Weisung 
an  das  feindliche  Ausland,  besonders  Frankreich,  zur  Folge  gehabt. 

Zollbehandlung  von  Gestellglasröhren.  Die  Zolldirektion  Groß- 
Berlin  hat  letzthin  eiae  auch  vom  Reichsfiuanzministerium  anerkannte 
Zolltarifentscheidung  getroffen,  wonach  Gestellglasröhren  nach  T.-Nr.  736 
und  dem  Zollsatz  von  M  3  für  1  dz  zur  Verzollung  zu  ziehen  sind. 
Begründet  wird  diese  Entscheidung  in  folgender  Weise :  Die  Ware  besteht 
ans  weißen  Glasröhren  mit  einer  lichten  Weite  von  etwa  6  mm  und  einer 
Wandstärke  von  weniger  als  9  mm;  sie  ist  aus  Naturbleiglas  hergestellt. 
Die  Röhren  erscheinen  zur  Herstellung  von  Erzeugnissen  der  Kunstglas- 
bläserei geeignet.  Waren  von  Beschaffenheit  der  Proben  sind  nach  T.-Nr.  736 
—  Zollsatz  Jt  3  Gold  für  1  dz  —  zollpflichtig  als  Glasröhren,  wie  sie 
zur  Kunstglasbläserei  gebraucht  werden.  (Vergl.  Amtliches  Waren- 
verzeichnis Stichwort  „Glasröhren",  Absatz  1,  Anleitung  für  die  Zoll- 
abfertigung, Teil  III,  153)  Verwendungszweck:  Verwendung  in  der 
Kunstglasbläserei  zur  Herstellung  von  Glasweintrauben,  Glasbehängen  und 
ähnlichen  Erzeugnissen.  Das  Herstellungsland  der  Ware  ist  Deutsch- 
Oesterreich.  (Id.) 

Die  Durchführung  der  Zollunion  zwischen  Danzig  und  Polen 
stößt  auf  immer  größere  Schwierigkeiten,  die  geeignet  sind,  das  wirt- 
schaftliche Leben  Danzigs  völlig  lahmzulegen.  Die  polnischen  Zollsätze 
sind  bei  der  Mehrzahl  der  nach  Danzig  eingeführten  Artikel  so  kata- 
strophal, daß  eine  große  Anzahl  von  Deutschland  eingeführten  Waren  bei 
der  Zolldeklarierung  nicht  angenommen  werden  und  zurückgehen  müssen. 
Es  stellt  sich  immer  mehr  heraus,  daß  bei  Abschluß  der  Zollunion  wenig 
Rücksicht  auf  die  Eigenart  Danzigs  genommen  worden  ist.  Gegen  die 
Manipulationsgebtthren,  die  für  die  zollfrei  eingeführten  Waren  gezahlt 
werden  müssen,  erhebt  sich  immer  größerer  Widerspruch.  Wie  verlautet, 
sollen  diese  Gebühren  schon  in  allernächster  Zeit  durch  die  polnischen 
Zollbehörden  ermäßigt  werden. 

Spanien.  Für  die  Wertfeststellung  der  Waren  bei  Verzollung 
ad  valorem  war  bisher  maßgebend  der  in  der  Orginalfaktura  enthaltene, 
von  der  zuständigen  „Lokalbehörde"  beglaubigte  und  vom  zuständigen 
spanischen  Konsul  visierte  Preis,  der  in  der  Währung  des  Exportlandes 
gestellt  sein  mußte.  Um  den  vielerlei  damit  verbundenen  Mißständen  ab- 
zuhelfen und  am  die  in  dem  inzwischen  am  16.  2.  22  in  Kraft  getretenen 
endgültigen  Zolltarif  weit  häufiger  als  bisher  zur  Anwendung  kommende 
ad  valorem  Verzollung  auf  eine  zweifelsfreie  und  stabile  Grundlage  zu 
steller,  ist  die  Wertfeststelluug  durch  ein  Dekret  vom  5.  2  in  grandlegen- 
der Weise  nea  geregelt  worden.  Danach  soll  die  Wertberechuung  aus- 
schließlich auf  Grund  einer  Wertliste  geschehen,  die  für  alle  in 
Frage  kommenden  Waren  ausgearbeitet  wird  tjad  alle  3  Monate  vom 
Generalzolldirektor  und  vom  Finanzminister  zu  genehmigen  ist.  Die 
Originalfakturen  sind  allerdings  auch  weiterhin,  beglaubigt  und  visiert 
wie  bisher,  den  Zollbehörden  zu  informatorischen  Zwecken  vorzulegen. 
Für  die  Aufstellung  der  Wertliste  sind  genaue  Richtlinien  gegeben  Von 
besonderer  Wichtigkeit  ist  die  Bestimmung  des  Artikels  7,  wonach  die 
festgesetzten  Werte  von  den  Zollbehörden  in  Gold  zum  Tageskurse  um- 
zurechnen sind,  bevor  die  Zollbeträge  errechnet  werden.  Dies  entspricht 
der  Billigkeit,  da  die  Zölle  in  Gold  zu  entrichten  sind.  Nach  den  Aus- 
ftthrungsvorschriften  treten  die  gegenüber  dem  bisherigen  Zustande  nur 
wenig  abgeänderten  neuen  Vorschriften  über  die  Dokumentation  der  ein- 
zuführenden Waren  (Originalfaktura  beglaubigt  von  der  „Lokalbehörde" 
und  visiert  vom  spanischen  Konsul,  nebst  Kopie)  sofort,  d.  h.  am  5.  2.  22 
in  Kraft,  während  bis  zur  Fertigstellung  der  neuen  Wertliste  die  Er- 
rechnung der  Zollbeträge  noch  nach  dem  alten  System  zu  erfolgen  hat. 

Ungarn.  Das  Zollaufgeld  ist  durch  eine  Verordnung  vom  2  1.  22 
wie  folgt  geregelt  worden :  Es  sind  drei  Listen,  A,  B  und  C,  aufgestellt 
worden,  für  deren  Waren  ein  Zollaufgeld  von  1100  °/0  bzw.  3900  %  bzw. 
7900%  zu  entrichten  ist.  Für  alle  übrigen  Waren,  die  nicht  in  diesen  drei 
Listen  genannt  sind,  beträgt  das  Zollaufgeld  11 900%  bzw.  das 
120  fache.  Die  Erzeugnisse  unserer  Industrien  verteilen  sich  auf  die 
3  Listen  wie  folgt: 

A -Liste  1100  °/0  Zollaufschlag. 
T.-Nrn.  146  b  Gips,  gebrannt,  von  146  b  Schwerspat  (Baryt,  schwefel- 
sauerer, natürlicher),  gemahlen,  geschlämmt,  147  b  Schmirgel,  gekörnt,  ge- 
mahlen, geschlämmt,  148  b  Farberden,  gebrannt,  gemahlen,  geschlämmt, 
gepreßt,  368  Glasmasse,  Emaille  und  Glasurmasse,  gemahlenes  Glas  (Glas- 
staub), 375  Spiegel-  und  Tafelglas,  nicht  bes.  ben,  roh,  ungeschliffen, 
nicht  toliert,  nicht  gemustert,  nicht  belegt,  nicht  gefärbt,  von '377  Orna- 
ment- and  Kathedralglas,  379  Drahtglas  (gegossene  Tafeln  oder  Platten 
mit  Drahteinlagen ;  vordem  i.  d.  höchsten  Kategorie  eingereiht.),  381 
Optisches  Glas,  roh,  nicht  zu  Linsen  geschliffen,  in  Stücken,  Tafeln  oder  in 
Linsenform,  gegossen,  gepreßt  oder  geschnitten,  auch  angeschliffen,  weiß 
oder  farbig,  392  Feuerfeste  Steine  ans  Qaarzit  in  Ziegelform,  behauen 
oder  gesägt,  398  Wärme  Schutzmassen  aus  Kieseigahr,  598  f  Fiaßsäure, 
599  d  Soda,  roh  oder  kristallisiert,  von  599  f  Soda,  kalziniert. 

B.-Liste  3900%  Zollaufschlag. 
T.-Nrn.  369  Glasstengelchen,  Glasplättchen  und  Glasröhrchen  ohne 
Unterschied  der  Farben  (wie  solche  zur  Perlenbereitung,  Kunstglaserei 
nnd  Knopffabrikation  gebraucht  werden),  370  Hohlglas,  gemeines,  ^d.  i. 
ungeschliffen,  angemustert,  unabgerieben,  umgepreßt,  371  Hohlglas  mit 
nur  eingeriebenen  Stöpseln  oder  abgeschliffenen  Böden  oder  Rändern, 
373  Glaskolben,  374  Gepreßtes  oder  massives  Glas,  nicht  bes.  ben., 
403  Natürliche  Schleif-  und  Wetzsteine,  404  Künstliche  Schleif- 
und Wetzsteine,  auch  in  Verbindung  mit  Höh,  Eisen  oder  anderen  un- 
edlen Metallen,  413  Ziegel,  feuerfeste,  420  Retorten,  Schmelztiegel,  Muffeln, 
Kapseln,  Düsen,  Rührscheide  und  dergl.  technische  Artikel,  421  Gewöhn- 
liches Töpfergeschirr  nnd  nicht  bes.  ben  Waren,  422  Gemeines  Steinzeug, 
schwarzes  Grafitgeschirr,  gewöhnliches  Töpfergeschirr,  aus  gemeiner,  sich 
farbig  brennender  Tonerde,  423  Isolation  und  Montierungsbestandteile  für 
elektrotechnische  Zwecke,  nicht  in  Verbindung  mit  anderen  Materialien, 
442  b — 1  Porzellan,  weiß,  425  a — 1  nnd  b.  1,  Tonwaren  nicht  bes.  ben.,  Stein- 
gutwaren für  technische  und  hygienische  Zwecke,  soweit  sie  nicht  zu 
Nr.  423  gehören,  einfarbig,  von  542  Lampen,  elektrische  (Bogen-,  Glüh- 
nnd  dergl.  Lampen),  montierte  Fassangen  m  elektrischen  Lampen,  mon- 


114  —  Nr.  10 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang,) 


tierte  Glaskörper  für  elektrische  Lichterscbeinungen,  575  a  Optische 
Instrumente,  Zwicker,  Brillen,  Lorgnetten  nnd  andere  Augengläser  in 
Fassung,  mit  Ausnahme  von  solchen  ans  Edelmetallen  nnd  aus  Perlmutter, 
Schildplatt  nnd  Elfenbeinfassnng  (echt  oder  imitiert),  599  b  n.  c  Glauber- 
salz (Natriumsulfat),  Pottasche,  Wasserglas,  festes,  von  599  f  Soda, 
kalziniert,  Wasserglas,  flüssiges,  599  i  Doppelkohlensaures  Kali  und  Natron, 
Borax,  raff. 

C.-Liste  7900  °/0  Zollaufschlag. 
Von  T.-Nr.  382  Gläser  für  Brillen,  geschliffen. 

Einfuhrfreiliste. 

T.-Nrn.  338  Glasmsterial,  Emaillematerial  und  Gläsfarben,  gemahlenes 
GlaB  (Glasstaub).  369  Glasstäbchen  usw.,  388  Von  a  u.  b.  Nicht  bes.  ben. 
Glas-  und  Emaillewaren  mit  Kautschuk,  Leder,  Eisen  oder  von  unedlen 
Metallen  hergestellt,  in  Verbindung  mit  vernickelten  Bestandteilen  usw.  , 
mit  Ausnahme  von  Christbaumschmuck  und  Spielwaren,  392  Feuerfeste 
Steine  oder  Qaarzit,  ziegelartige,  geschnitzt  oder  gesägt,  407  Schmirgel- 
leinwand, Schmirgelbänder  und  derartige  Schmirgelartikel,  von  481  Email- 
liertes, gegossenes  Eisengeschirr,  656  Bei  Glasfabrikation  vorhandene  Ab- 
fälle aus  dem  Auslaßtopfe,  abgelaufenes  unreines  Glasmaterial,  Glassplitter. 


Die  Lage  in  Industrie  nnd  Handel. 

Die  neuen  Kohlenpreiserhöhungen.  In  der  gemeinschaftlichen 
Sitzung  des  Reichekohlenverbandes  und  des  Großen  Ausschusses  des  Reichs- 
kohlenrates  wurden  im  Anschluß  an  die  Lohnerhöhungen  wesentliche  Er- 
höhungen der  Brennstoffpreise  beschlossen.  Die  hauptsächlichen  Preis- 
erhöhungen sind  (je  Tonne  ohne  Steuern) :  Ruhrrevier  M  106  (Fettförderkohle), 
Sachsen  Jt  158,80  (durchschnittlich),  Niederschlesien  Jt  140,60  (durch- 
schnittlich), rheinische  Brauskohle:  Biiketts  M  71,13,  Rohkohle  M  19,21; 
mitteldeutsche  und  ostelbische  Braunkohle:  Briketts  Jt  87,  Rohkohle 
Jt  22,50. 

Ende   September  Dezember  Februar 
1913        1921         1921  1922 
Fettförderkohle    .   .   12,—      253,90      405,10  468,10 
Nußkohle  I  und  II   .    14,25      340,50      545,50  630,90 
Anthrazit  Nuß  II .   .   24,75      418,20      671,50  777,10 
Brechkoks  I  und  II  .    31,25      440,60      705,30  815,70 
Steinkohlen-Briketts  I   13,—      367,60      587,40  685,10 
Braunkohle,  roh  .   .     8,35        —        248,70  421,40 
Die  vorstehende  Aufstellung  gibt  die  bisher  geltenden  Preise  für  die 
genannten  Kohlensorten  an,  allerdings  einschließlich  der  bis  dahin  20% 
Kohlen  st  euer  und  der  l1/?  %  Umsatzsteuer.   Die  Preise  sind  also  mit  den 
genannten  Preiserhöhungen  (ohne  Steuern)  nicht  ohne  weiteres  zn  kom- 
binieren. 

Die  Lage  der  Keram-  nnd  Glasindustrie  im  Monat  Januar. 
Die  Beschäftigungslage  der  feinkeramischen  Industrie  war  gekenn- 
zeichnet durch  allgemeine  Verteuerung  der  Gestehungskosten.  Mangel 
an  Rohmaterial  wie  Kohle  und  starke  Verkehrsschwierigkeiten  beein- 
trächtigten eine  regelrechte  Betriebsführung  aufs  äußerste  —  mehrere 
Fabriken  mußten  infolge  Brennstoffmangels  ihren  Betrieb  einstellen  bezw. 
verkürzt,  arbeiten.  Die  Verteuerung  der  Einfuhr  einiger  wichtiger  aus- 
ländischer Rohstoffe  (Kaolin  nnd  norwegischer  Feldspat)  infolge  der  Valuta- 
Verhältnisse  wirkt  auf  das  ganze  Gewerbe  zurück,  ebenso  wie  die  er- 
folgten Lohnerhöhungen  (einige  Fabriken  zahlten  ab  1.1.22  25%  und 
mehr  Zuschlag  auf  die  Dezemberlöhne).  Bei  dieser  mehrfachen  Belastung 
muß  auf  die  Dauer  die  deutsche  Wettbewerbsfähigkeit  auf  dem  Auslands- 
markt leiden.  Die  Handelskammer  Coburg  weist  darauf  hin,  daß  heute 
schon  viele  AuslandBfabriken  die  deutschen  Erzeugnisse  im  Preise  unter- 
boten haben.  Nach  dem  Bericht  der  Münchener  Handelskammer  ist  ein 
Rückgang  der  Nachfrage  nnd  Auftragseingänge  zn  verzeichnen.  Immer- 
hin ist  im  allgemeinen  noch  reichlicher  Absatz  im  In-  und  Ausland  vor- 
handen nnd  es  besteht  ein  Ausdehnungsdrang  der  verschiedenen  Industrie- 
zweige. Der  Beschäftigungsgrad  in  der  Porzellangeschirr  - Industrie 
ist  noch  zufriedenstellend.  Aufträge  liegen  noch  in  ausreichendem  Maße 
vor,  ihre  schnelle  Erledigung  stößt  auf  die  oben  geschilderten  allgemeinen 
Schwierigkeiten.  In  der  Sanitäts- Steingut-Industrie  kann  der 
Nachfrage,  hauptsächlich  seitens  des  Auslandes,  noch  immer  nur  schwer 
genügt  werden.  Elektroporzellan  ist  nach  wie  vor  sehr  begehrt; 
vielfach  ist  aber  schon,  wie  die  Handelskammer  Bonn  betont,  ein 
Abflauen  der  Konjunktur  bemerkbar.  Die  Fabriken  sind  mit  Auf- 
trägen noch  gut  versehen;  es  wird  Über  gegenseitige  Preisunterbietungen 
geklagt,  obwohl  sich  eine  Steigerung  der  Preise  kaum  aufhalten 
lassen  wird.  Nach  dem  Bericht  der  Handelskammer  Coburg  hat 
sich  die  elektrotechnische  Porzellanindustrie  für  Niederspannung  im 
dortigen  Bezirk  gegen  Ende  des  Jahres  wieder  etwas  erholt.  In  der 
Luxusporzellan indubtrie  entspricht  der  Beschäf tigun gsgrad  dem 
bisherigen  Durchschnitt.  Der  Eingang  der  Aufträge  war  schleppend.  In 
den  westlichen  Gebieten  ist,  wie  die  Handelskammer  Coburg  bemerkt,  eine 
Belebung  des  Geschäfts  zn  erkennen,  wohl  wesentlich  nur  deshalb,  weil 
eine  Verschleuderung  der  Ware  nach  dem  Ausland  erfolgt.  In  der 
Porzellanspielwaren indnstrie  scheint  sich  das  Geschäft  am  Jahres- 
schluß bedeutend  gebessert  zu  haben ;  es  liegen  Auftragsbestände  für  einige 
Monate  vor.  Das  Auslandsgeschäft  war  aber  bisher  nicht  bedeutend.  In 
der  Induetiie  für  Porzellanpuppenköpfe  hat  nach  dem  Beiicht  der 
Handelskammer  Coburg  am  Eode  des  Jahres  ein  unnatürlich  großes  Geschäft 
infolge  von  Spekulatiuuskäufen  der  Ausländer  eingesetzt.  Der  Absatz  an 
Mosaikplatten  hat  im  Jannar  wie  alljährlich  etwas  nachgelassen. 
Das  Auslandsgeschäft  hielt  sich  im  bisherigen  Umfang.  Die  Lage  der 
Kachelof enindustrie  wird  als  recht  günstig  hingestellt,  die  Betriebe 
haben  noch  zahlreiche  Aufträge. 

Die  BeBchäftigungBlage  in  der  Glasindustrie  hat  im  Januar  1922 
etwas,  jedoch  im  ganzen  nur  schwach,  nachgelassen.  Trotzdem  der  Bedarf 
im  allgemeinen  ziemlich  stark  ist,  bewerten  die  an  das  Reichs-Arbeitsblatt 
berichtenden  Firmen  die  Aussichten  wohl  hauptsächlich  infolge  der  allge- 
meinen Verteuerung  der  Betriebs-  und  Mateiialaosten,  des  häufigen  Mangels 
an  Rohmaterial  (Sand,  Soda,  Pottasche)  und  Brennstoffen,  nicht  als  sehr 


günstig.  Es  ist  bereits  zn  Betriebseinstellungen  wegen  vollständigen 
Ausbleibens  notwendiger  Brennstoffe  gekommen.  Weiter  wird  geklagt  über 
Mangel  an  Transportmitteln;  häufige  Gütersperren  verursachten  schwere 
/Verluste  und  Absatzstockungen.  Infolge  starker  Grippeerkrankungen  fehlte) 
es  bei  einigen  Fabriken  an  Arbeitskräften,  nicht  selten  mußten  die  nicht 
erkrankten  Arbeiter  zu  Ueberschichten  herangezogen  werden.  Für 
Fensterglas  gingen  nach  dem  Bericht  der  Handelskammer  Bonn  neue 
Aufträge  kaum  mehr  ein;  selbst  Annullierungen  sind  erfolgt  Trotz  des 
ruhigeren  Geschäftsgangs  ist  die  Lage  als  günstig  anzusprechen ;  es  liegen 
noch  Aufträge  für  die  nächste  Zeit  vor.  Der  Mangel  an  Tafelglas  ist  in 
den  meisten  Gegenden  noch  nicht  behoben;  die  ständigen  Produktions- 
hemmnngen  durch  Kohlen-  nnd  Rohstoffmangel  wie  Lohnstreitigkeiteu 
lassen  nur  unzureichende  Ablieferungen  zu.  Die  Ausfuhr  ist  zurück- 
gegangen, wahrscheinlich  wegen  des  starken  Wettbewerbs  Belgiens  und 
Tschechoslo wakiens.  Der  Absatz  von  Hohlglas  nach  dem  In-  und 
Ausland  war  teilweise  recht  lebhaft.  Die  Ausfuhr  von  B eleu chtungs 
glas  hat  etwas  nachgelassen,  Preßglas  dagegen  wurde  in  verstärktem 
Maße  ausgeführt  und  auch  für  Kelchglas  blieb  der  Auslandsmarkt 
aufnahmefähig. 

Abessinien.  Günstige  Absatzmöglichkeiten  bieten  sich  für 
Porzellan-,  Steingut-  und  Glaswaren.'  Deutsche  Erzeugnisse  haben  sich 
von  jeher  großer  Beliebtheit  erfreut.  Eine  einheimische  Indnstrie  ist  so 
gut  wie  keine  vorbanden.  Mit  der  Abwicklung  der  Geschäfte  ist  zweck 
mäßigerweise  eine  Vertreterfirma  zu  betrauen,  der  das  nötige  Werbe-  und 
Mustermaterial  zur  Verfügung  zu  stellen  ist.  Die  Zahlungsbedingungen 
sind  so  zu  vereinbaren,  daß  eine  Teilzahlung  von  20—25  °/0  bei  Auftrags 
erteilung  geleistet  wird,  während  der  Rest  gegen  Aushändigung  der 
Dokumente  an  die  Bank  of  Abyssinian  durch  diese  beglichen  wird.  Die 
Ueberweisung  erfolgt  zumeist  in  französischer  oder  englischer  Währung, 

Belgien.  Die  vorübergehend  günstige  Lage  der  Glasindustrie 
scheint  nicht  allenthalben  von  Dauer  zu  sein.  Vor  einigen  Wochen  wurde 
die  Arbeit  in  den  Glasfabriken  St.  Laurent  in  Manage  wieder  aufgenommen 
kürzlich  mußte  indessen  den  Arbeitern  eröffnet  werden,  daß  sie  mit  baldiger 
Entlassung  zu  rechnen  hätten,  falls  keine  neuen  Aufträge  einkämen.  In 
der  Flaschenindustrie  gehen  die  Aufträge  aber  regelmäßig  ein.  Dasselbe 
ist  von  der  Trinkglasindnstrie  zu  sagen.  In  Merzem-lez-Anvers  beab- 
sichtigt man,  demnächst  einen  neuen  Ofen  für  die  Flaschenindustrie  in 
Betrieb  zu  setzen.  Im  ganzen  ist  die  Lage  noch  so,  daß  trotz  zahlreiche! 
Wiederbeschäftigung  Arbeitsloser  eine  nicht  unbeträchtliche  Anzahl  von 
belgischen  Glasarbeitern  vorgezogen  hat,  nach  Holland  abzuwandern,  wdj 
sie  in  einer  Ampullenfabrik  Beschäftigung  gefunden  haben. 


Geschäftliche  Mitteilungen. 

Wittener  Glashütten,  A.>G.,  i.  Liqu.,  Witten.  Nach  der  Schluß- 
rechnung per  31.12.  21  beträgt  der  Ueberschuß  M  1363008.  Hieranil 
sind  durch  die  dritte  Rückzahlungsrate  bereits  M  750000  bezahlt.  Ea 
verbleiben  somit  als  Liquidationsschlußquote  noch  .A  613008  oder  M  613 
je  Aktie. 

Beinstrom  &  Pilz,  A.-G.,  Schwarzenberg.  Auszug  aus  dem  ge- 
nehmigten Abschluß  vom  30.9.21:  Reingewinn  Jt  743  056  (299  889); 
Dividende  11%  (12  %);  Abschreibungen  Jt  50000  (40932).  —  Die  a.  o. 
G.-V.  beschloß  des  weiteren  die  Kapitalserhöhung  um  Ji  2,5  Mill.  aul 
M  10  Mill.  Die  neuen,  ab  1. 10.  21  dividendenberechtigten  Aktien  werden 
von  der  Commerz-  und  Privatbank,  A.-G.,  Filiale  Leipzig,  zum  Kurse  von 
200%  mit  der  Verpflichtung  übernommen,  sie  den  bisherigen  Aktionären 
zum  Kurse  von  210  %  im  Verhältnis  3  : 1  anzubieten.  Wie  der  Vorstand] 
berichtet,  sichern  die  vorliegenden  Aufträge  auch  für  die  nächste  Zeit 
eine  ausreichende  Beschäftigung,  wobei  die  in-  und  ausländischen  Aufträge 
im  gleichen  Verhältnis  stehen.  Durch  den  Zusammenschluß  der  Emaillier 
werke  sei  ein  günstiger  Einfluß  auf  den  Geschäftsgang  eingetreten.. 

Euling  &  Mach,  Gips-  und  Gipsdielen-Fabriken,  A.-G.,  Ellrich  a.  H. 
Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  30. 9.  21:  Reingewinn  Jt  635  471 
(691797);  Dividende  15%  (16);  Abschreibungen  Jt  79947  (78  169).  ■§ 
Dem  Aufsichtsrat  gehören  jetzt  an:  Fabrikant  L.  Deibel,  Rentner  0.  Krug, 
Generaldirektor  W.  Kain,  Generaldirektor  C.  Edling,  Direktor  M.  Schiebet 

Geschäftsübergang.  Die  zur  Auflösung  gelangte  Firma  Schneider 
&  Stürmer,  Nürnberg,  ist  zum  Teil  von  der  neugegründeten  „Intexim* 
Internationale  Ex-  und  Import- Gesellschaft  m.  b.  H.,  Nürnberg,  Kaulbach- 
platz 7,  übernommen  worden.  Die  Gesellschaft,  die  von  Anfang  an  über 
eine  Reihe  ausländischer  Niederlassungen  verfugt,  wird 'sich  insbesondere 
auch  mit  dem  Export  keramischer  Erzeugnisse  befassen.  Das  Stamm- 
kapital beträgt  vorerst  Jt  1,5  Mill.  Alleinvertretungsberechtigt  für 
Deutschland  ist  Direktor.  Gerhard  Schneider. 

Das  Konkursverfahren  ist  über  das  Vermögen  der  Firma  Benz  & 
Delik  i.  Liqu.,  Berlin- Wilmersdorf,  eröffnet  worden.  Konkursverwalter: 
Hermann  Hinrichsen,  Charlottenburg,  Pestalozzistraße  57  a.  Anmelde- 
frist: 22.  3.  22;  Erste  Gläubigerversammlung  und  Prüfungstermin: 
31.  3.  22,  11  Uhr  v.,  Amtsgericht  Charlottenburg,  II.  Stock,  Zimmer  254 
Offener  Arrest  mit  Anzeigepflioht :  22.  3.  22. 

Konkursverfahren  Porzellanfabrik  Peterwitz,  G.  m.  b.  H.,  Peterwitz : 
Prüfungstermin  für  nachträglich  angemeldete  Forderungen  21.  3.  22, 
12  7s  Uhr  n.,  Amtsgericht  Frankenstein. 

Konkureverfahren  Ofen-  und  Töpfermeister  Paul  Reichel,  Franken, 
stein:  Prüfungstermin  für  nachträglich  angemeldete  Forderungen  21.  3.  22, 
11  7<  Uhr  v.,  Amtsgericht  Frankenstein. 


General -Versammlungen. 

Fttrstenberger  Porzellanfabrik,  Fttrstenberg  a.  W. :  o.  G.-V.  25.  3.  22, 
2  7s  Uhr  n.,  Hildesheimer  Bank,  Hildesheim.  T.-O.:  u.  a.  Kapitalser- 
höhung muH  Mill.  Inhaberaktien  auf  j&  2  Mill. 

Meißner  Ofen-  und  Porzellanfabrik,  vorm.  C.  Teiohert,  Meißen : 
o.  G.-V.  27.  3.  22,  3  7„  Uhr  n..  Fabrikgebäude,  Meißen.  T.-O. :  u.  ». 
Kapitalserhöhung  um  M  2,5  Mill.  Stamm-  und  Jt  0,2  Mill.  Vorzugsaktien. 


1922.  (5&.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


Nr.  10  —  115 


Porzellanfabrik  Tirschenreuth,  A.-G.,  Tirschenreuth :  o.  G.-V.  20.  4.  22, 
3»/i  Dhr  n.,  Beyer.  Notariat,  Mönchen  V. 

Sächs.  Steinzeug-  und  Schamotte- Werk,  vorm.  Hugo  Wießner,  A.-G  , 
Beiersdorf:  o.  G-V.  26.  3.  22,  5  Uhr  n.,  Ratskeller,  Grimma. 

Steinguifabrik  Colditz,  A.-G„  Colditz :  o.  G.-V.  28.  3.  22,  4  Vi  Uhr  n., 
Hotel  Hauffe,  Leipzig.  „  , 

Arloff  er  Tonwerke,  A.-G.,  Arloff:  o.  G.-V.  28.  3.  22,  1  Vi  Uhr  n.,  Hotel 
Hillebrand,  Münstereifel. 

Greppiner  Werke,  Greppin:  o.  G.-V.  18.3.  22,  9  Uhr  v.,  Geschäfts- 
räume, Greppin. 

Glas-  und  Spiegel-Manufaktur,  Gelsenkirchen-Schalke:  o.-G.-V.  25.  3. 22, 
11  Vi  Uhr  v.,  A.  Schaffhausen'scher  Bankverein,  Köln. 

Erste  Darmstädter  Herdfabrik  &  aisengießerei  Gebrüder  Boeder, 
A.-G.,  Darmstadt:  o.  G.-V.  18.  3.  22,  10  Uhr  v.,  Deutsche  Bank, 
Filiale  Darmstadt. 

Stanz-  und  Emaillirwerke,  vorm.  Carl  Thiel  &  Söhne,  A.-G.,  Lübeck: 
o.  G.-V.  25.  3  22,  11  Uhr  v.,  Lübecker  Privatbank,  Lübeck. 

Buderus'sche  Eisenwerke,  Wetzlar :  a.  o.  G.-V.  18.  3.  22,  9  Vi  Uhr 
v.,  Hauptveiwaltnngsgebäude,  Wetzlar.   T.-O:  Statutenänderungen. 

Messen  und  Ausstellungen» 

Für  das  gesamte  Ausstellungsgebiet  der  Deutschen  Gewerbe« 
schau  München  1922  sind  20  Zalassungsstellen  eingerichtet  worden, 
welche  die  Aufgabe  haben,  alle  Ausstellungsgegenstände  der  in  ihrem  Ge- 
biet grundsätzlich  zugelassenen  Firmen  in  technischer  und  geschmack- 
licher Beziehung  zu  prüfen  und  auszuwählen.  Um  von  der  bisher  durch- 
geführten ZulaBSungstätigkeit  der  einzelnen  Stellen  ein  Bild  zu  gewinnen 
und  znm  Zwecke  des  gemeinsamen  Meinungsaustausches  der  Zulassungs- 
stellen  ist  eine  Versammlung  der  Vorsitzenden  der  Zulassungsstellen  auf 
den  11.  3.  nach  München  einberufen  worden. 

Die  Zollstellen  sind  eimächtigt  worden,  die  Ein-  und  Wiederausfuhr 
von  Waren  zur  Deutschen  Gewerbeschau  ohne  Ein-  bezw.  Ausfuhrbewilli- 
gung zuzulassen,  sofern  sie  unter  Zoll  aufsieht  auf  ein  Münchener  Zollamt 
abgefertigt  werden  während  ihres  Verbleibs  in  Deutschland  im  Vormerk- 
verfahren unter  Zoüaufsicht  bleiben  und  binnen  zwei  Monaten  nach 
Schluß  der  Veranstaltung  wieder  ausgeführt  werden.  Die  Wiederausfuhr 
muß  der  betreffenden  Zollstelle  gegenüber  sichergestellt  werden. 

Die  2.  Niederrheinische  Messe  Wesel  1922  findet  vom  20.  bis 
24. 4.  mit  Unterstützung  der  Niederrheinischen  Handelskammer  Duisburg, 
Zweigstelle  Wesel,  statt.  Die  Leitung  hat  in  diesem  Jahre  besondere 
Vorkehrungen  getroffen,  die  einzelnen  Gruppen  so  übersichtlich  wie  mög- 
lich zu  ordnen,  um  dadurch  den  Einkäufern  jede  Erleichterung  zu  bieten. 
Die  vorjährige  Herbstmesse  war  von  rund  1000  Ausstellern  beschickt 
worden. 

Die  Mitteldeutsche  Ausstellung  1922  Magdeburg,  die  alle  dem 
Wiederaufbau  dienenden  Gebiete  vor  Augen  führen  soll,  findet  vom  Juni 
bis  September  einschließlich  statt, 

Die  erste  Ueberseewoche  Hamburg  wird  in  der  Zeit  vom  17.  bis 
27.  8.  22  veranstaltet.  , 

Beichenb erger  Messe  (12.— 20.  8.  22.)  Wie  uns  die  Messeleitung 
mitteilt,  lassen  die  vorliegenden  Anmeldungen  eine  rege  Beschickung  aus 
Industriekreisen  erwarten.  Zur  Behebung  von  Zweifeln  weist  das  Messe- 
amt des  weiteren  darauf  hin,  daß  die  von  den  Ausstellern  ausgefertigten 
Voranmeldungen  bezüglich  einer  Platzbestellung  nicht  verbindlich  sind. 
Diesbezügliche  Wünsche  müssen  in  dem  offiziellen  Anmeldeschein  zum 
Ausdruck  gebracht  werden.  Die  endgültige  Einteilung  wird  erst  auf 
Grund  des  Gesamtergebnisses  s  der  Anmeldungen,  d.  h.  nach  Ablauf  des 
Anmeldetermins,  vorgenommen. 

Schweden.  Die  2.  Bau-Ausstellung  Stockholm  1932,  die  in  den 
Tagen  vom  30.4.  bis  13.5.  stattfindet,  ist  in  erster  Linie  für  schwedische 
Rohstoffe  und  Fabrikate  bestimmt.  Es  ist  jedoch  die  Beteiligung  von 
ausländischen  Ausstellern,  die  in  Schweden  nicht  oder  jedenfalls  nicht  so 
gut  hergestellte  Waren  und  Mateiialien  darbieten  würden,  im  Gegensatz 
zum  Vorjahr  zugelassen  nnd  erwünscht.  Interesse  soll  u.  a.  für  Küchen- 
einrichtungen (Auf  waschschränke,  Spültische)  bestehen.  Interessenten 
wollen  sich  mit  dem  Ausstellungsreferenten  des  Kommerzkollegiums:  Ing. 
Petrus  Wretblad,  Teknisk  Konsulent  a  Kungl.  Kommer skollegij  Industrie- 
byra,  Stockholm,  unmittelbar  in  Verbindung  setzen. 

Soziale  Bewegung. 

Absetzung  von  Betriebsratsmitgliedern.  Seitens  einzelner 
Betriebsräte  ist  der  Versuch  gemacht  worden,  Betriebsratsmitglieder,  die 
auf  Antrag  des  Arbeitgebers  durch  den  Sehlichtungsausschuß  abgesetzt 
waren,  sofort  zur  Neuwahl  wieder  aufzustellen  und  hierdurch  den  Spruch 
des  SchlichtungsausBChusses  illusorisch  zu  machen.  Das  Beichsministerium 
hat  zu  diesem  Tatbestand  nunmehr  Stellung  genommen  und  die  Ansicht 
vertreten,  daß  derartige  Betriebsratemitglieder  mindestens  für  die  Dauer 
der  Wahlperiode  des  Arbeiterrates  (das  heißt  auf  1  Jahr)  von  der  Wieder- 
wahl auszuschließen  seien. 

Ueberstunden.  Verschiedentlich  sind  Betriebe,  die  ohne  Erlaubnis 
Ueberstunden  gemacht  oder  angeblich  gemacht  haben  sollen,  angezeigt 
worden.  Die  örtliche  Polizeibehörde  hat  daraufhin  den  Fall  klarstellen 
lassen.  Demgegenüber  ist  darauf  hinzuweisen,  daß  auf  Grund  der  Aus- 
führungsverordnung zur  Gewerbeordnung  Polizeiorgane,  die  äußerlich  als 
solche  erkennbar  sind,  Revisionen  von  gewerblichen  Anlagen  nicht  vor- 
nehmen dürfen.  v  

Verbände. 

Der  Verband  süddeutscher  Scbamottewerke  wurde  letzthin  mit 
dem  Sitze  in  Stuttgart  gegründet.  Es  besteht  die  Absicht  eines  korpo- 
rativen Anschlusses  an  die  norddeutschen  Konventionen.  Der  Zweck  der 
süddeutschen  Vereinigung,  die  sich  auf  Baden,  Württemberg  und  Bayern 
rechts  des  Rheins  erstreckt,  ist  vor  allem  Regelung  der  Preisfrage,  Fest- 


setzung einheitlicher  Lieferungsbedingungen  und  Verständigung  über  die 
Lohnfragen. 

Der  Verband  Deutseber  EmalUierwerbe  hat  den  Aufschlag  für 
Emailgeschirre  für  Kistensendungen  im  Inlandsgeschäft  auf  2080  % 
festgesetzt. 

Büchersohau. 

Die  Technik  der  elektrischen  Meßgeräte.  Von  Dr  Ing.  Georg 
Keinatb.  Mit  372  Textabbildungen.  München  und  Berlin  1921.  Verlag 
R.  Oldenburg.   Preis  M  116—,  geb.  JC  126,—. 

Wir  leben  im  Zeitalter  des  Messens;  das  ist  ganz  erklärlich,  denn 
genau  genommen  heißt  messen  Wirtschaft  treiben  mit  allem,  was  Energie 
entwickelt,  und  bei  allem,  was  solche  erfordert,  und  wir  müssen  heute 
wirsrhaftlich  arbeiten !  Die  letzten  Dezennien  und  besonders  die  Kriegs- 
und Nachkriegszeit  vergrößerten  diese  Notwendigkeit,  was  wieder  eine  sehr 
weitgehende  Ausgestaltung  der  Meßmethoden  und  Vervollkommnung  der 
Meßgeräte  zur  Folge  hatte.  Von  den  letzteren  haben  sich  namentlich  die 
elektrischen  Meß-Apparate  wegen  ihrer  großen  Genauigkeit  und  Sicherheit 
eingeführt,  und  so  verfügen  denn  heute  Wissenschaft  und  Technik  über 
eine  stattliche  Anzahl  feinster  elektrischer  Meßgeräte. 

Der  Verfasser  gibt  nun  in  seinem  Buche  eine  Zusammenstellung  und 
Beschreibung  der  vorwiegend  in  der  Technik  verwendeten  elektrischen 
Meßinstrumente,  und  zwar  ist  dabei  der  Erläuterung  ihrer  Bauart  ein 
breiterer  Baum  gewidmet  als  theoretischen  Betrachtungen.  Das  Buch 
enthält  folgende  Abschnitte:  I.  Allgemeine  Eigenschaften  elektrischer 
Meßgeräte,  II.  Schreibende  Meßgeräte,  III  Beschreibung  der  Meßwerke, 
IV.  Zubehör  zu  Meßinstrumenten,  V.  Meßmethoden.  Als  praktisch  tätiger 
Spezialist  konnte  der  Verfasser  aus  dem  Vollen  schöpfen  und  dabei  kritisch 
eichten  und  sich  auf  Erprobtes  beschränken;  als  Praktiker  legt  er  bei 
einem  technischen  Meßinstrument  vor  allem  Wert  auf  Betriebssicherheit 
und  Zuverlässigkeit,  ohne  dabei  die  Genauigkeit  zu  vernachlässigen,  deren 
Grenzen  in  ihrer  Abhängigkeit  von  den  verschiedenen  Faktoren  bei  den 
verschiedenen  Geräten  erörtert  werden.  Von  den  beschriebenen  Instrumenten 
sind  in  der  Keram-  und  Glasindustrie  nur  einige  in  Gebrauch,  und  davon 
interessieren  uns  besonders  die  Geräte  für  die  Temperaturmessung,  denen 
ein  eigenes  Kapitel  gewidmet  ist.  Die  Darstellung  ist  im  allgemeinen 
klar  und  wird  durch  viele  Abbildungen  und  Diagramme  unterstützt.  Wir 
empfehlen  das  treffliche  Buch  allen  Interessenten  mit  entsprechender  Vor- 
bildung aufs  beste. 

Die  Kachel-  nnd  Töpferkunst.  Monatshefte  für  keramische  Kunst. 
Hauptschriftleitung  Gustav  Gericke,  Velten  i.  M. ;  Verlag  Albert  Lüdtke, 
Berlin  SW.  29.  Bezugspreis:  Vierteljährlich  30  M,  Jahresabonnement 
80  —  ;  Einzelheft  10  jft. 

Von  dieser  neuen  Zeitschrift  liegt  das  erste  Heft  vor,  und  man 
muß  sagen,  in  jeder  Beziehung  äußerlich  und  innerlich  ohne  Tadel.  Der 
sie  ins  Leben  rief,  steht  schon  lange  in  der  vordersten  Reihe  der  Kämpfer 
um  die  „Qualität",  und  diesem  Streben  gilt  nun  auch  die  Zeitschrift, 
die  den  Werkbundgedanken  verbreiten  will:  „Kunst,  Industrie  und 
Handwerk  Bollen  im  engsten  Zusammenwirken  deutsche  Wertware  schaffen." 

Daß  eine  derartige  Zeitschrift  ein  Bedürfnis  ist,  kann  nicht  geleugnet 
werden,  denn  es  ist  mehr  wie  merkwürdig,  daß  die  hochentwickelt« 
deutsche  Keramik  kein  Organ  hat,  das  der  ästhetischen  Seite,  der  Kuntt 
in  ihr  gewidmet  ist.  „Die  Kachel-  und  Töpferkunst"  will  und  wird  diese 
Lücke  ausfüllen;  wir  zweifeln  nicht  daran  und  wünschen  es  aufrichtig. 
Möge  sie  dabei  die  Unterstützung  derjenigen  finden,  für  die  es  heute  mehr 
denn  je  Ehrenpflicht  sein  sollte,  Bestrebungen,  die  auch  auf  die  Hebung 
der  künstlerischen  Qualität  in  der  Keramik  hinzielen,  ihre  Mitwirkung 
nicht  zu  versagen. 

Kommentar  zum  Gesetz,  betr.  die  Gesellschaften  mit  beschränkter 
Haftung.  Nebst  Anhang:  Das  österreichische  Gesetz  über  die  Gesell- 
schaften m.  b.  H.  Von  Justizrat  Dr.  Liebmann,  Frankfurt  a.  M.  Sechste, 
gänzlich  neubearbeitete  und  vermehrte  Auflage.  Berlin  W.  57,  1921. 
Verlag  von  Otto  Liebmann. 

Dieser  in  der  Praxis  der  Gesellschaften  mit  beschränkter  Haftung, 
dem  Wirtschaftsleben,  bei  Juristen  und  Gerichten  längst  eingebürgerte 
Kommentar  war  lange  Jahre  vergriffen,  Es  ist  daher  sehr  zu  begrüßen, 
daß  er  nunmehr  in  sechster,  gänzlich  neubearbeiteter  und  nahezu  den 
doppelten  Umfang  erreichender  Auflage  soeben  neu  erschienen  ist.  Der 
Kommentar  löst  erschöpfend  alle  Zweifelsfragen  des  Gesetzes  unter  völliger 
Beherrschung  der  wissenschaftlichen  Lehre  und  restloser  Erfassung  der 
Rechtsprechung.  Da  das  österreichische  Gesetz  dem  deutschen  völlig 
nachgebildet  ist,  dient  das  Buch  zugleich  als  ein  Kommentar  für  die 
österreichische  Praxis.  Aus  der  Praxis  für  die  Praxis  geschöpft,  wird  es 
jedem  Interessenten  als  Führer  willkommen  sein,  zumal  eiae  andere  neue 
gründliche  Bearbeitung  des  Gesetzes  zur  Zeit  überhaupt  nicht  vorliegt. 
Klare  Druckanordnung  und  ein  sehr  eingehendes  Sachregister  erleichtern 
auch  dem  Laien  den  Gebrauch  des  Buches,  das  besonders  bei  Neugründungen 
und  Umwandlungen  sehr  schätzenswerte  Dienste  leisten  dürfte. 

Firmenregister. 

Deutschland. 

Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  &  Co.,  A.-G.,  Berlin.  Die  Prokuristen 
Wilhelm  Schmidt,  Dr.  Adalbert  Zöllner  und  Dr. -Ing.  Ernst  Rosenthal  sind 
auch  in  Gemeinschaft  mit  einem  Prokuristen  vertretungsbefugt. 

Werra  Porzellanfabrik,  A-G.,  Bremen.  Dem  Aufsichtsrat  gehören 
jetzt  an:  Dr.  G.  v.  Euchen-Addenhausen,  Vors.,  Bankier  G.  H.  Bohlken, 
stellv.  Vors.,  Kaufmann  K.  Warnecke. 

Porzellanfabrik  Fraureuth,  A.-G,  Fraureuth.  Die  Kapitalserhöhung 
um  oft  4,25  Mill.  Stamm-  nnd  M  0,35  Mill.  Vorzugsaktien  auf  M  11,35  Mill. 
iBt  erfolgt.   Ausgabekurs  350  bezw.  100  °/0. 

Oberfränkische  Porzellanfabrik  Vates  &  Co.,  Marktleuthen.  Die 
Kaufleute  Franz  Baithel  und  Max  Fröhlich  sind  als  persönlich  haftende 
Gesellschafter  eingetreten.  Ein  weiterer  Kommanditist  ist  beteiligt. 
Allein. vertretungsbefugt  sind  Otto  Henze,  Franz  Raithel  und  Max  Fröhlich. 


116  -  Nr.  10  SPKECHSAAL- COBURG», 


Porzellanfabrik  Wilhelm  Lange,  Neohaldensleben.  Inhaber  ist  Kauf- 
mann Wilhelm  Lange. 

Hermann  Ohme,  Nieder-Salzbrnnn.  Fabrikdirektor  Georg  Seiler  hat 
Gesamtprokura. 

Porzellanmalerei  Schirmitz -Weiden  J.  Wittmann  &  Co.,  G.  m.  b.  H., 
Schirmitz.  Bemalung  von  Gebrauchsporzellan  und  Vertrieb  desselben. 
Stammkapital :  Jt  20  000.  Geschäftsführer  ist  Porzellanmaler  Johann 
Wittmann. 

Kunstfayencefabrik  Isedor  Poppert,  Berlin.  Inhaber  ist  Kaufmann 
Isedor  Poppert. 

Karlsruher  Kunst-Keramische-Manufaktur,  G.  m.  b.  H.,  Karlsruhe. 
Die  Liquidation  ist  beendet,  die  Firma  erloschen. 

Kröninger  Tonwaren-Industrie,  G.  m.  b.  H.,  Landshut.  Herstellung 
und  Handel  mit  Gebrauchs-  und  Kunsttonwaren,  ferner  Handel  mit  Ton- 
erde. Stammkapital:  Jt  50  000.  Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Josef 
Maier. 

Tonwarenfabrik  Germania,'  G.  m.  b.  H ,  Lugknitz.  Die  Gesellschaft 
ist  aufgelöst.    Liquidator  ist  Kaufmann  Sally  Teitelbaum. 

Habedank  &  Co.,  Colonie  Tschöpeln.  An  Stelle  des  verstorbenen 
Töpfereibesitzers  Friedrich  Habedank  ist  dessen  Alleinerbin,  Töpferfrau 
Helene  Lehmann,  geb.  Habedank,  als  persönlich  haftende  Gesellschafterin 
eingetreten.  Ferner  ist  Töpfer  Max  Lehmann  als  persönlich  haftender 
Gesellschafter  eingetreten.   Max  Lehmann  ist  allein  vertretungsbefugt. 

Keramische  Werke  Ofistein  &  Worms,  A.-G.,  Worms.  Direktor 
Jakob  Malmendier  hat  Gesamtprokura. 

Freienwalder  Ofenfabrik,  G.  m.  b.  EL,  Freienwalde  a.  0.  Stamm- 
kapital :  Jt  25  000.  Geschäftsführer  sind  Töpfermeister  Georg  Schulz 
und  Kaufmann  Fritz  Matthees.  Sie  sind  nur  gemeinschaftlich  vertretungs- 
befugt. 

Gösener  Tonwerke,  G.  m.  b.  H ,  Eisenberg.  Ing.  Heinrich  Becker 
hat  Geaamtprokura, 

Hainsberger  Tonwaren-  und  Schmelztiegel-Werke  W.  Lorenz,  Hains- 
berg. Ein  Kommanditist  ist  ausgeschieden,  dessen  Einlage  ist  auf  einen 
anderen  Kommanditisten  Ubergegangen. 

Sendlinger  optische  Glaswerke,  G.  m.  b.  H.  Zehlendorf-Wannseebahn. 
An  Stelle  des  ausgeschiedenen  Dr.  phil.  Georg  Gehlhoff  wurde  Kaufmann 
Paul  Ponge  zum  Geschäftsführer  bestellt.  Dr  Friedrich  Eckert  hat 
Gesamtprokura. 

Max  Kray  &  Co.-GlasinduBtrie  Schreiber,  A.-G.,  Zweigniederlassung 
Fürstenberg  a.  0  Die  Prokura  des  Dr.-Ing.  Alfred  Kray  ist  erloschen. 
Kaufmann  Felix  Bauschke  hat  Prokura  mit  einem  Yorstandsmitgliede. 

Glasfabrik  und  Holzwerk,  Ernst  W.  Müller,  Grösdorf  bei  Kipfenberg 
Betriebsleiter  August  Kalb  und  Buchhalter  Bernhard  Centini  haben. 
Gesamtprokura. 

August  Walther  &  Söhne,  A.-G.,  Moritzdorf.  Die  Kapitalserhöhung 
um  Jt  2,5  Mill.  Stammaktien  auf  M  5,5  Mill.  ist  durchgeführt.  Aus- 
gabekurs 182  */»%' 

Gräflich  Schaffgotsch'sche  JoBephinenhütte,  Schreiberhau.  Die  Prokura 
des  Hüttendirektors  Budolf  Hohlbaum  ist  erloschen. 

Vereinigte  Lausitzer  Glaswerke,  A.-G.,  Zweigniederlassung  Berlin. 
Die  Zweigniederlassung  ist  erloschen. 

„Splendid"  Vakuumflaschen-Gesellschaft  m.  b.  H ,  Berlin.  Herstellung 
und  Vertrieb  von  Vakuumflaschen.  Stammkapital:  Jt  100000.  Ge- 
schäftsführer sind  die  Kaufleute  Louis  Oppenheimer,  Albert  Strauß  und 
Paul  Mittelbacb.  Sie  sind  nur  gemeinsam  zu  je  zweien  oder  einzeln  in 
Gemeinschaft  mit  dem  Prokuristen  Berci  Both  vertretungsbefugt. 

Otto  Schmidt  &  Co.,  Dresden  (Alaunplatz,  Exerzierallee).  Glasgroß- 
handlung, Glasmalerei  und  Schleiferei.  Persönlich  haftende  Gesellschafter 
sind  die  Kaufleute  Otto  Franz  Schmidt,  Max  P.  Kaden  und  Privatmann 
Gustav  A.  Erler. 

Ströhlein  &  Cie.,  G.  m.  b.  H,  Düsseldorf.  In  Hamburg  wurde  eine 
Zweigniederlassung  unter  der  Firma  „Ströhlein  &  Cie.,  G.  m  b.  H.,  Zweig- 
niederlassung Hamburg"  errichtet.  Budolf  J.  Bollenbach  hat  Einzel- 
Prokura  für  die  Zweigniederlassung. 

Hugo  Heckert,  G.  m.  b.  EL,  Halle  a.  S.  Das  Stammkapital  ist  von 
Jt  500000  auf  M  20  000  herabgesetzt  worden. 

Glastechnische  Industrie,  G.  m.  b.  H ,  Lauscha,  S.-M.  Herstellung 
und  Vertrieb  von  gesponnenem  Glas  und  daraus  gefertigter  Erzeugnisse. 
Stammkapital:  Jt  49  000.   Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Wilhelm  Mann. 

Nitsche  &  Günther,  Optische  Werke,  A.-G.,  Bathenow.  Neben  dem 
bisherigen  Vorstandsmitglied  Emil  Klietzing  wurde  Kaufmann  Karl 
Schulze  als  weiteres  Vorstandsmitglied  bestellt.  Sie  sind  nur  gemeinsam 
oder  einzeln  in  Gemeinschaft  mit  einem  Prokuristen  vertretungsbefugt. 
Die  Kaufleute  Arthur  Arendt,  Fritz  Crueger,  Wilhelm  Hahn,  Carl  Muth, 
Bichard  Schaedla,  Adolf  Welle  uud  Dr.  Edmund  Weiß  haben  Geaamt- 
prokura. 

Arthur  Schilling  &  Sohn,  Stützerbach,  Pr.  Ant.  Fabrikation  von 
GlaBinstrumenten  und  Thermometern  und  Handel  mit  diesen  Fabrikaten. 
Persönlich  haftende  Gesellschafter  Bind  Glasfabrikant  Arthur  Schilling  und 
Glasbläser  Otto  Schilling. 

Frankfurter  Emaillirwerke  Otto  Leroi,  G.  m.  b.  H,  Zweignieder 
lasBung  Berlin.   Die  Zweigniederlassung  ist  aufgehoben. 

Julius  Dietrich,  Geildorf.  Handel  mit  Glas-  und  Porzellanwaren 
sowie  HauBhaltungBartikeln.    Inhaber  ist  Kaufmann  Julius  Dietrich. 

Glühlampen-Großvertrieb  Backmund  &  Leuner,  München.  Die  Firma 
iBt  geändert  in:  „Backmund  &  Leuner. " 

GlaBperlen-GebrauchB-  und  Luxusartikel-VersandgeBchäft  Georg 
Dittmar  &  Co.,  Ludwigsfeld.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst,  die  Firma 
erloschen. 


1922.   (55.  Jahrgang.) 

Glasperlen-Gebrauchs-  und  Luxusartikel-Fabrikation  Georg  Dittmar 
&  Co.,  G.  m.  b  EL,  Ludwigsfeld.  Stammkapital:  Jt  20000.  Geschäfts- 
führer ist  Gg.  Dittmar. 

Erich  Hirsch  &  Co.,  G.  m.  b.  H,  Dresden  (Autonstr.  37).  Vertrieb 
von  Glaswaren  aller  Art,  insbesondere  von  Flach-,  Hohl-  und  Preßglas. 
Stammkapital :  Jt  30 000.  Geschäftsführer  bind  Kaufmann  Erich  F.  Hirsch 
und  Oberstleutnant  a.  D.  Viktor  M.  Th.  von  Heimann.  Sie  sind  nur  ge- 
meinsam oder  einzeln  in  Gemeinschaft  mit  einem  Prokuristen  ver- 
tretungsbefugt. 

Jegglin  &  Kaltenbacher,  G.  m.  b.  H.,  Konstanz.  Die  Gesellschaft 
ist  aufgelöst  und  in  Liquidation  getreten.  Liquidator  ist  der  bisherige 
Geschäftsführer.  ' 

Metall  &  Keramik,  G.  m.  b.  H,  Nürnberg  (Kühnhof erstraße  1).  Her- 
stellung und  Vertrieb  von  Metallwaren  und  keramischen  Produkten  aller  Art 
Stammkapital :  Jt  100000.  Geschäftsführer  ist  Bechtsanwalt  Karl  Daeuwel  • 

Nürnberger  Haus-  und  Küchengeräte  Handelsgesellschaft  m.  b.  H., 
Nürnberg  (LindengaBse  41).  Stammkapital:  Jt  20  000.  Geschäftsführer 
Bind  die  Kaufleute  Fritz  Gniffke  und  Max  Reidl.  Sie  sind  nur  gemeinsam 
oder  einzeln  in  Gemeinschaft  mit  einem  Prokuristen  vertretungsbefugt. 

Oberfränkischer  Porzellanvertrieb  Friedrich  Potthoff,  Wunsiedel, 
Inhaber  ist  Kaufmann  Friedrich  Potthoff. 

Westf.  Glas-  und  Farben-Niederlage  Gülich  &  Co.,  Becklinghausen. 
Kaufmann  Franz  Schulte-Middelmann  hat  Prokura. 

Dresdner  Keramische  Industrie,  A.-G.,  Dresden-Leuben  (Schulstr.  11). 
Finanzierung  von  \verke»  der  Keramischen  Industrie,  des  weiteren  Be- 
teiligung an  solchen  Unternehmungen  sowie  Handel  mit  Bohton  und 
keramischen  Produkten  und  endlich  Fabrikation  von  Keramiken  jeder  Art. 
Grundkapital:  Jt  3,5  Mill.  Vorstand  ist  Kaufmann  Felix  Behlow.  Die 
Gründer,  die  sämtliche  Aktien  übernommen  haben,  sind:  Kaufmann 
B.  Munkelt,  die  Bankprokuristen  Dr.  jur.  W.  Brügmann  und  A.  Bichter, 
Kaufmann  F.  Hockemeyer  und  Privatmann  F.  Schumann.  Dem  Aufsichts- 
rat  gehören  an :  Bankier  B.  Wagner,  Privatmann  W.  Hockemeyer,  Bankier 
H.  Mattersdorff,  Privatmann  M.  Bösler  und  Kaufmann  E.  Schwerin. 

Quarzit-  und  Tongrubengesellschaft,  G.  m.  b.  H.,  Limburg  a.  d.  Lahn. 
Gewinnung  und  Verwertung  von  Quarzit  und  Ton  sowie  anderen  Mineralien 
in  eigenem  Betrieb  sowie  Beteiligung  an  solchen  Unternehmungen.  Ge- 
schäftsführer ist  Grubenbesitzer  Hans  Bach. 

B.  Weichsel  &  Co.,  Magdeburg.  Die  Prokura  des  Paul  Hoyer  ist 
erloschen. 


Oesterreich. 

Vereinigte  Carborundum  und  Elektrit-Werke,  A.-G.,  Wien.  Das 
Aktienkapital  beträgt  jetzt  Kr  7,5  Mill. 

Hotelgeschirrgesellachaft  m.  b.  H,  Innsbruck.  An  Stelle  des  aus- 
geschiedenen Ludwig  Pastor  wurde  Kaufmann  Paul  Stadler  zum  Geschäfts- 
führer bestellt. 

Veitscher  Magnesitwerke,  A-G.,  Wien.  Dr.  H.  Adler,  Dr.  A.  Hofier 
und  Ing.  G.  Lavigne  wurden  als  Verwaltungsratsmitglieder  eingetragen. 


Tschechoslowakien. 
Altrohlauer  Porzellanfabrik  Moritz  Zdekauer,  Nachfolgerin  Porzellan- 
fabrik C.  M.  Hntschenrenther,  G.  m.  b.  H.,  Altrohlau.   August  Tischen- 
dorf wurde  als  Geschäftsführer  bestellt. 

Westböhmische  Glas-  und  Holzindustrie,  A.-G,  Fichtenbach.  Alfred 
E.  Ehrenfreund  hat  Gesamtprokura. 

Prager  Glashütten,  A.-G..  Prag.  Aktienkapital:  Kc  9  Mill.  Ver- 
waltungsratemitglieder sind  W.  Dotzauer,  J.  Jelinek,  St.  Kolaraky, 
K.  Krecmer,  H.  Marek,  P.  Münz,  H.  M.  Taussig  und  Dr.  M.  Zävesky. 

Glashüttenwerke,  vorm.  J  Schreiber  Söhne,  Bapotin,  Bez.  Sumperk. 
An  Stelle  des  ausgeschiedenen  M.  Krassny-KraBsien  und  H.  Biemerschmied 
wurde  JUDr.  B.  Dlabäc  in  den  Verwaltungsrat  berufen.  Frantisek  Mracek 
und  August  Sedlatschek  haben  Prokura. 

Lang  &  Co.,  Fabrikation  von  Wachsperlen,  Bingelshain  Nr.  20  bei 
Deutsch-Gabel.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  Mathias  Lang 
und  Budolf  Finger. 

A.  Bainhalts  Sohn,  Brüx.  Handel  mit  Glas,  Porzellan-  und  Haus- 
haltungsgegenstäaden.  Ludwig  Reinhalt  ist  ausgeschieden.  Nunmehriger 
Inhaber  ist  Kamilla  Beinhalt. 

„Kerag",  Keramische  Export-A.-G.,  Karlsbad.  Hans  Weinmann  hat 
Gesamtprokura.  

Jugoslawien. 

Prva  Jugoslovanska  industrija  z  brusnimi  kamni  Plevcak  in  drug 
(Erste  Jugoslavische  Glasschleifern  Plevcak  &  Co.),  Doboveo,  Slov. 
Dr.  Bogdan  Barbot  iBt  ausgeschieden. 

Karl  Pertinac,  Cetje,  Sloyen.  Eisen-,  Email-  und  Metallwarenfabrik 
in  Cetje,  Schamottewarenfabrik  in  Stor. 

Josip  Lipovac,  Bavnica,  Kroatien.   Handel  mit  Glasperlen. 


Warenzeichen-Eintragungen. 

Erklärung  der  Abkürzungen:  G  Geschäftsbetrieb;  W.  Waren- 
verzeichnis; (A)  Auszug;  (B.)  Der  Anmeldung  ist  eine  Beschreibung 
beigefügt;  A.  Tag  der  Anmeldung;  E.  Tag  der  Eintragung. 

278  634.    Deutsche  Fensterglashütten  Heinrich  Hilde- 

brand,  Triebel  N.-L.    G. :  Glashüttenwerk.   W. :  Fenster-  Pu&ßffl,) 

glas.    A.:  3.5.  21;  E. :  25. 1.  22.  ^Sfe^ 


♦ 


1922.  (85.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL -COBURO. 


Nr.  10  —  117 


Fragekasten  des  Sprechsaal. 

Zur  Beachtung  bei  Benutzung  des  Fragekastens. 

1  »er  Fragekasten  dient  dazu,  technische  nnd  andere  für  unseren  Leserkreis  wissenswerte  Prägen  und  Fabrikationsfehler 
olTen  zu  erörtern,  ferner  Hilfsmittel,  Materialien,  Maschinen  und  Werkzeuge  für  unsere  Industrien  nachzuweisen.  Soweit  sich  Bezugs* 
quellen  Im  Anzeigenteil  finden,  wird,  wenn  nicht  besondere  Meldungen  erfolgen,  nur  darauf  hin  verwiesen. 

*.  Die  direkte  Vermittelung  des  An-  oder  Verkaufs  von  Rezepten,  fertigen  Fabrikaten  usw.  und  die  Weitergabe  von  Angeboten 
oder  Antworten  an  die  Fragesteller  sind  ausgeschlossen. 

8.  Die  Kamen  der  Fragesteller  werden  nach  keiner  Welse  hin  genannt,  anonyme  Zuschriften  jedoch  nicht  berücksichtigt, 
'    4.  Die  Antworten  werden  nur  in  die  zweite  auf  die  Frage  folgende  Nummer  aufgenommen.  Verspätet  eingehende  Antworten 
kOnnen  nur  ausnahmsweise  Berücksichtigung  finden. 

5.  Hie  Redaktion  behalt  sich  vor,  ohne  Angabe  von  «runden  sowohl  Fragen  als  auch  Antworten  abzulehnen;  fttr  brauchbare 
Beantwortungen  technischer  Fragen  gewährt  sie  ein  angemessenes  Zellenhonorar.  Eine  zivilrechtliche  Haftpflicht  Übernimmt  die 
Redaktion  nicht. 


6.  Jeder  Frage  ist  Rückporto  beizufügen. 

Keramik. 

38.  Die  Frage  11  in  Nr.  4  des  Sprechsaal  und  die  eingegangenen 
Antworten  veranlaßten  uns,  eine  Nachprüfung  unserer  Oefen  mit  über- 
schlagender Flamme,  in  denen  Kartsteingut  gebrannt  wird,  vorzunehmen. 
Wir  leiden  zwar  nicht  unter  dem  TJebel  wie  der  betr  Fragesteller,  jedoch 
darunter,  daß  die  Waren  in  den  Biskuitöfen  an  der  Sohle  des  Ofens 
wesentlich  weicher  sind,  als  die  in  der  Mitte  und  Hohe  des  Ofens  gebrannten 
Waren.  Die  Folge  davon  ist,  daß  einzelne  weich  gebrannte  Stücke  im 
Glasurbrand  haarrissig  werden.  Wir  haben  Planrostfeuerungen;  10  cm 
über  dem  Planrost  sind  vorn  Eisenstäbe  eingemauert,  die  mit  Schamotte- 
steinen lose  zugesetzt  sind,  so  daß  eine  10  cm  breite  Fläche  oberhalb  des 
Rostes  frei  bleibt,  durch  die  Frischluft  in  die  Feuerungen  einströmen  kann 
und  die  Schlacken  beim  Putzen  der  Roste  herausgezogen  werden  können. 
Die  Zuschüttung  der  Kohle  erfolgt  von  oben.  Wir  bitten  nun  um  Auf- 
klärung, was  unter  „freier  Rostfläehe"  und  „getvöhnlicher  Rostfläche"  zu 
verstehen  ist,  und  ob  hierzu  die  offene  10  cm  hohe  Fläche  an  der  Vorder- 
seite der  Rostfläche  gehört  oder  nicht?  Diese  Fläche  eingerechnet,  haben 
unsere  Oefen: 

a)  eine  freie  Rostfläche  von   17600  qcm 

b)  „    totale        „         „  43  650  ,, 

c)  eine  Summe  der  Abzugslöcher  in  der  Ofensohle  von     5  680  „ 

Es  ist  also  das  "Verhältnis  von  a  :c  =  3,1 : 1, 

b:c=7,7:l. 

Nach  Kerl  soll  das  Verhältnis  der  freien  Rostfläche  zur  Summe  der  Abzugs- 
löcher in  der  Ofensohle  3:1  sein,  also  wäre  unsere  Dimensionierung  der 
Abzugslöcher  richtig.  Nach  Antworten  im  Fragekasten  soll  das  Verhältnis 
der  Rostfläehe  zur  Summe  der  Abzugslöcher  eines  Ofens  etwa  10 : 12  sein, 
bei  uns  wäre  also  das  Verhältnis  etwa  7,7:1,  die  Summe  der  Abzugslöcher 
also  zu  groß.    Was  ist  nun  richtig? 

Erste  Antwort:  Die  unter  dem  Rost  befindliche  10  cm  breite 
Oeffnnng  zum  Heransziehen  der  Schlacken  kann  nicht  als  ständige  Luft- 
einstiömung  in  "Rechnung  gezogen  werden,  zumal  Sie  ja  selbst  schreiben, 
daß  diese  Fläche  fttr  gewöhnlich  mit  Schamottesteinen  lose  zugesetzt  sei. 
In  Ihrem  Falle  ist  also  lediglich  der  in  der  Totalrostfläche  befindliche 
freie  Raum  als  „freie  Rostfläche"  anzusprechen.  Während  nun  die  Total- 
rostfläche in  jedem  Falle  nach  der  in  einer  Zeiteinheit  zu  verbrennenden 
Brennstoffmcnge  ermittelt  wird,  macht  man  die  durch  die  RoBtspalten 
gebildete  freie  Rost  fläche  =  Vs  —  V*  der  totalen  für  Steinkohlenfener 
(ersteres  für  Schrtth-,  letzteres  für  Glattbiände)  und  ==  1jb  —  Vs  fttr  Braun- 
kohlenfeuer, entsprechend  der  Qualität  der  Kohlensorte.  Die  Größe  des 
Gesamt querschnitts  der  Auzugslöcher  in  der  Brennraumsohle  richtet  sich 
in  erster  Linie  nicht  nach  der  Größe  der  freien  Rostfläehe,  sondern  nach 
der  Gesamtobeifläche  aller  aus  den  Feuerungen  in  den  Brennraum  führen- 
den Einströmungsöffnungen,  und  er  soll  bei  Steingutbrennöfen  den  dritten 
Teil  derselben  auemachen.  Bei  Porzellanöfen  muß  dieses  Verhältnis  noch 
kleiner  sein,  wegen  der  beim  Brande  von  Porzellan  notwendigen  reduzie- 
renden Atmosphäre.  Von  größter  Bedeutung  ist  jedoch  das  richtige  Ver- 
hältnis zwischen  der  freien  Rostfläche  und  dem  Schornstein  querschnitt ; 
der  Gesamt  querschnitt  der  ersteren  darf  keinesfalls  kleiner  als  letzterer 
sein,  damit  nicht  ein  zu  scharfer  Zug  entwickelt  wird,  der  eine  gleich- 
mäßige Erhitzung  des  Brennraums  illusorisch  machen  würde.  Bei  seit- 
lich stehendem  Schornstein  pflegt  man  daher  dessen  Querschnitt  etwa  die 
Größe  Von  1j4,  der  gesamten  freien  Rostfläche  zu  geben. 

Zweite  Antwort:  Man  unterscheidet  zwischen  freier  Rostfläehe 
und  totaler  Rostfläehe  Die  letztere  ist  der  vom  Rost  eingenommene 
Raum,  d.  h.  wenn  der  Rost  60  cm  breit  und  100  cm  lang  ist,  so  beträgt 
die  totale  Rostfläche  1,0X0,6  =  0.6  P»-  Unter  freier  Rostfläche  ver- 
steht man  den  Teil,  durch  welchen  die  Verbrennungsluft  eindringen  kann, 
also  die  Summe  der  Rostspalten ;  beträgt  nun  die  freie  Rostfläehe  im 
obigen  Beispiel  Vs  der  Gesamt- Rostfläche,  so  ist^sie  »/»  X  0,6  qua  =  0,2  qm. 
Im  wesentlichen  wird  das  Verhältnis  zwischen  der  Uesamt-  oder  totalen 
Rostfläehe  und  der  freien  Rostfläche  durch  die  Art  des  Brennmaterials 
bestimmt;  es  schwankt  zwischen  0,25—0,5.  Je  dichter  der  Brennstoff 
liegt,  umso  größer  muß  die  freie  Rostfläche  sein.  Die  über  Ihrem  Rost 
liegende,  10  cm  breite  Fläche  gehört  nicht  zum  Rost  und  wirkt  schädlich, 
wenn  durch  dieselbe  Frischluft  eindringen  kann,  d.  h.  also,  sie  muß  der- 
artig mit  Schamottesteinen  versetzt  werden,  daß  hier  keine  Luft  eindringen 
kann.  Alle  znr  Verbrennung  notwendige  Lnft  soll  durch  die  Rostspalten 
eintreten,  soweit  nicht  eine  Zuführung  von  heißer  Sekundärluft  in  Frage 
kommt;  diese  muß  dann  aber  an  einer  Stelle  erfolgen,  die  so  hoch  über 
den  Rosten  liegt,  daß  die  Entwicklung  der  Flammengase  bereits  stattge- 
funden hat  Alle  von  vorn  eintretende  Lnft  muß  mit  auf  die  Temperatur 
der  Flammengase  erwärmt  werden,  beansprucht  also  einen  Aufwand  von 
Brennmaterial,  der  gar  nicht  unbedeutend  ist ;  1  cbm  Luft  =  1,293  kg 
braucht  bei  einer  spez.  Wärme  von  0,238  zu  seiner  Erwärmung  auf 
1300°  C.  0,238  X  1300  =  309  Wäimeeinheiten,  also  23  g  einer  Kohle  von 
7000  W.E.  Sie  werden  also  gut  tun,  diese  Fläche  vor  dem  Rost  gut  zu 
verschmieren.  Beim  Abschlacken  werden  die  Sieine  herausgenommen,  da- 
nach wird'  die  Stelle  frisch  versetzt  nnd  wieder  gut  verschmiert.  Beim 
Rundofen  gibt  man  der  Eintrittsöffnung  der  Feuergase  in  den  Brennraum 


Vs  bis  V*  der  Gesamtrostfläche,  d.  h.  man  macht  sie  gleich  der  freien 
Rostfläche,  während  die  Summe  der  Abzugsfttchse  =  Vs  der  freien  Rost- 
fläche oder  ==  Vio— Vi»  der  gesamten  oder  totalen  Rostfläche  betragen  Boll. 
Prüfen  Sie  nun  einmal  Ihren  Ofen  danach.  Wenn  die  Ware  im  Biskuit- 
öfen am  Boden  nicht  hart  genug  verglüht  wird,  so  ist  dies  leicht  erklär- 
lich ;  es  bestehen  nämlich  lange  Zeit  zwischen  Ofenscheitel  und  Ofensohle 
sehr  beträchtliche  Temperaturdifferenzen,  die  sich  erst  gegen  Ende  des 
Brandes,  etwa  von  8K  8—9  ab,  auszugleichen  beginnen.  Sie  können  sich 
von  dieser  leicht  erklärlichen  Tatsache  durch  Messungen  mit  elektrischem 
Pyrometer  leicht  überzeugen.  Je  höher  der  Ofen  ist,  desto  größer  ist  die 
Temperaturdifferenz  nnd  umso  länger  dauert  es,  bis  sie  sich  ausgleicht. 
Wenn  also  der  Ofenraum  an  sich  ungeschickt  bemessen  ist,  läßt  sich 
wenig  dagegen  tun;  ein  Abhülfemittel  iat  die  Verwendung  einer  guten, 
langfiammigen  Braunkohle,  evtl.  auch  die  Beigabe  von  Holz. 

Dritte  Antwort:  Die  besten  Rundöfen  sind  die  bayerischen 
Oefen,  deren  Rost  1  m\M  cm  nutzbare  Fläche  hat.  Ueber  dem  Rost 
befindet  sich  vorn  eine  10  und  15  cm  hohe  Wölbung,  die  mit  Schmotte- 
steinen  zugesetzt  ist  und  den  Zweck  hat,  für  das  Rostabputzen  Zugang 
zu  schaffen.  Die  Summe  sämtlicher  Podiumfüchse,  die  je  14  cm  0  haben, 
soll  J/io  der  Rostflächensumme  ausmachen,  während  die  Kanäle  Vs — V» 
derselben  betragen  sollen.  Der  Schlot  soll  Vis  der  Rostflächensumme 
weit  nnd  12,50  m,  am  besten  18  m  hoch  sein.  Ein  so  konstruierter  Ofen 
hat  unten  kein  weicheres  GeBchirr  als  in  der  Mitte  und  oben.  Für 
oxydierendes  Brennen  ist  über  jeder  Feuerung  ein  Schauloch;  steigt  die 
Flamme  trübe  hoch,  so  öffnet  man  die  Deckel,  steigt  sie  klar  hoch,  so 
schließt  man  sie.  Haben  Sie  große  Oefen  von  großem  Durchmesser,  so 
müssen  um  den  24  cm-Mittelfuchs  8  kleine  14  cm  Füchse  gruppiert  Bein, 
um  das  Feuer  nach  der  Mitte  zu  leiten.  Wesentlich  ist  noch  der  Feuer- 
eintritt, der  15  cm  X  Rostbreite  (54  cm)  haben  muß ;  weitere  Eintritte 
Bind  nicht  sachgemäß.  Die  angegebenen  Ofenmaße  sind  übersichtlich  und 
klar,  was  man  von  den  Ihrigen  nicht  behaupten  kann. 

Vierte  Antwort:  Ohne  Ihre  Oefen  näher  als  durch  Ihre  Be- 
schreibung zu  kennen,  ist  es  schwer,  sich  eine  Meinung  über  die  Ursache 
der  niedrigen  Temperatur  im  unteren  Teil  des  Ofens  zu  bilden.  Bis  zu 
gewissen  Grenzen  muß  man  sich  mit  einem  Temperaturunterschied  zwischen 
oben  und  unten  im  Ofen  immer  abfinden.  Die  10  cm  hohe  Oeffnnng  über 
dem  Rost  ist  jedenfalls  nicht  unmittelbare  Ursache  dazu,  wohl  spielen  aber 
die  Zugverhältnisse  im  Ofen,  welche  natürlich  auch  von  dieser  Oeffnnng 
beeinflußt  werden,  eine  Rolle.  Ihre  Feuerungen  dürften,  Ihrer  Beschreibung 
nach  zu  urteilen,  zumindest  recht  eigenartig  gebaut  sein.  Handelt  es  sich 
um  eine  einfache  Planrostfeuerung,  so  ist  die  erwähnte  Oeffnnng  Unsinn, 
denn  die  Verbrennungsluft  soll  dann  bei  möglichst  dicht  verschlossenen 
Feuerungstüren  nur  von  unten  durch  den  Rost  dem  Brennstoff  zugeführt 
werden,  und  die  Entschlackung  erfolgt  dann  bei  offenen  Türen.  Soll 
die  Oeffnnng  irgend  einen  Zweck  erfüllen,  so  stellt  die  Feuerung  eine  Art 
Schräg-  und  Planrostfenerung  dar,  so  daß  die  10  cm-Oeffaung  mit  Kohle, 
die  bei  ihrem  natürlichen  Gefälle  von  selbst  nachrutscht,  bedeckt  ist.  In 
ersterem  Falle  wäre  die  genannte  Oeffnnng  nicht  als  freie  Rostfläche, 
sondern  als  eine  Oeffnnng,  durch  welcte  ungehindert  ohne  Widerstand  und 
demzufolge  in  viel  größeren  Mengen  Kaltluft  einströmt,  die  ihren  Zweck 
als  Verbrennungsluft  nur  in  geringem  Maße  erfüllt,  zu  betrachten,  im 
zweiten  Falle  stellt  sie  einen  Teil  der  freien  Rostfläche  dar.  Unter  freier 
Rostfläche  versteht  man  die  zwischen  den  Roststäben  —  gleichviel,  ob 
dieselben  horizontal  oder  schräg  liegen  —  bezw.  zwischen  diesen  und  dem 
Mauerwerk  durch  den  Zwischenraum  gegebenen  freien Durchgangsöff aungen, 
durch  welche  'die  Luft  unter  gleichzeitiger  Erhitzung  zu  dem  Brennstoff 
gelangt.  Die  „gewöhnliche",  d.  i.  die  totale  Rostfläche  ist  die  freie  Rost- 
fläche vermehrt  um  die  tote  Rostfläche  (Oberfläche  der  Eisenatäbe).  Die 
verschiedenen  Angaben  über  das  Verhältnis  der  freien  Rostfläehe  zur 
Flächensnmme  der  Abzugslöcher  rühren  wohl  daher,  daß  verschiedene 
Brennstoffe  in  Betracht  gezogen  worden  sind. 

Fünfte  Antwort:  Unter  freier  Rostfläche  versteht  man  die 
Summe  der  Oeffnungen  zwischen  den  Rosten,  während  die  totale  Rost- 
fläehe von  den  Rosten  zusammen  mit  der  freien  Rostfläche  gebildet  wird. 
Die  von  Ihnen  erwähnte  10  cm  breite  frtie  Oeffnnng  oberhalb  des  Rostes, 
durch  welche  Frischluft  in  die  Feuerungen  einströmen  kann,  gehört  also 
nicht  zu  der  freien  Rostfläche,  so  daß  sich  Ihre  Berechnung  wesentlich 
ändert.  Das  Verhältnis  der  freien  Rostfläche  zur  Summe  der  Abzugslöcher 
in  der  Ofensohle  von  3: 1  ist  richtig;  dagegen  wäre  die  Dimensionierung  der 
Gesamt-Rostfläche  nicht  richtig,  und  Sie  müßten  sie  größer  machen.  Die 
obengenannte  10  cm  breite  freie  Fläche  oberhalb  des  Rostes  ist  nicht  nur 
nicht  nötig,  sie  wirkt  vielmehr  schädlich,  da  die  kalte  Luft  direkt  in  die 
Feuerung  eintreten  kann,  während  sonst  die  Luft,  die  durch  die  freie  Rost- 
fläche, also  durch  die  brennende  Kohle  in  die  Feuerung  eintritt,  genügend 
vorgewärmt  wird.  Ich  empfehle  Ihnen,  die  freie  Rostfläche  vielleicht  durch 
Herausnahme  von  1—2  Rosten  entsprechend  zu  erweitern  und  die  10  cm 
breite  freie  Fläche  oberhalb  des  Rostes  mit  Schamottesteinen  lose  zuzusetzen, 
die  Sie  beim  Abschlacken  der  Roste  für  die  Dauer  dieser  Arbeit  herausnehmen 
und  dann  gleich  wieder  einsetzen  können. 

39.  Um  eine  besser  drehbare  Masse  mit  muscheligem  und  speckigem 
Scherben  zu  erzielen,  wird  die  Tonsubstanz  teilweise  als  fetter  Wildsteiner 


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SPRECH  SAAL  —  COBURG 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


Ton  mit  96  °/0  Tonsubstanz  und  4  %  Feldspat  eingeführt.  Die  rationelle 
Zusammensetzung  der  Dreimasse  ist:  50  °/0  Tonsubstanz,  250j0  Quarz, 
25  °/0  Feldspat.  25  %  Tonsubstanz  werden  aus  Zettlitzer  Kaolin  und  250/0 
eben  aus  diesem  Ton  entnommen  Man  erzielt  eine  sehr  gute  Drehmasse 
mit  gutem  Stand,  muscheligem  und  speckigem  Scherben.  Die  Masse  geht 
aber  sehr  schwer  durch  die  Filterpresse,  woran  der  fette  Ton  schuld  ist, 
denn  ohne  diesen  Tonzusatz  preßt  sich  die  Masse  gut,  hat  aber  nicht  die 
verlangten  Eigenschaften.  Wie  ist  diesem  Uebelstande  abzuhelfen?  Der 
Tonzusatz  soll  nicht  reduziert  und  am  Versatz  soll  nichts  geändert  werden. 

Erste  Antwort:  Wenn  Sie  an  Ihrem  Versatz  nichts  geändert 
haben  wollen,  aber  trotzdem  von  ihm  andere  Eigenschaften  verlangen, 
dann  läßt  Bich  hier  mit  einigen  Worten  nicht  raten.  Wenden  Sie  sich  an 
einen  Fachmann,  der  an  Ort  und  Stelle  die  Angelegenheit  bearbeitet. 

Zweite  Antwort:  Wenn  Sie  dem  Uebelstand  abhelfen  wollen, 
werden  Sie  wohl  zum  mindesten  eine  Materialänderung  vornehmen  müssen ; 
versuchen  Sie  doch  einmil  anstatt  des  Wildsteiner  Fett-Tons  einen  andern, 
vielleicht  Löthainer,  bei  dem  ich  die  von  Ihnen  geschilderten  Usbel- 
stände  nicht  beobachten  konnte. 

Dritte  Antwort:  Wenn  Tonmaseen  schwer  durch  Filter- 
pressen  gehen,  so  glüht  man  einfach  soviel  Ton,  daß  noch  genup  plastische 
Substanz  zum  Drehen  in  der  Masse  verbleibt.  25  Zettlitzer  Kaolin  nnd 
5  Tonsnbstanz  ans  Wildsteiner  Ton  werden  als  plastische  Substanz  ge- 
nügen, während  der  Rest  Wildsteiner  Ton  geglüht  wird.  Dann  geht  die 
Masse  gut  durch  die  Presse.  Sie  mttBsen  aber  die  Gewichtsdifferenz 
zwischen  rohem  und  geglühtem  Ton  feststellen. 

Vierte  Antwort:  Wenn  an  dem  Versatz  nichts  geändert 
werden  soll,  bleibt  nur  übrig,  eine  andere  Art  der  Wasserentfernung  ans 
der  Masse  zu  wählen.  In  letzter  Zeit  sind  Abhandlungen  über  kontinu- 
ierlich arbeitende  Filterapparate  erschienen,  und  auch  in  den  „Mitteilungen" 
der  Deutschen  Keramischen  Gesellschaft  sind  im  vorigen  Jahre  anläßlich 
eines  Preisansschreibens  für  die  Konstruktion  von  Filterapparaten  ohne 
Filtertücher  verschiedene  Maschinen  für  denselben  Zweck  beschrieben 
worden.  In  der  Praxis  scheinen  aber  keine  derselben  bisher  Eingang 
gefunden  zu  haben.  Es  bleibt  dann  noch  das  Entwässern  auf  Zentrifugen 
und  das  Abdampfen  in  großen  Behältern  übrig,  doch  haftet  beiden  Ver- 
fahren, besonders  dem  ersteren,  der  große  Nachteil  der  leichten  Ent- 
mischung der  Masse  an.  Es  sind  auch  schon  Trockenbänder  nach  Art 
der  Transportbänder  und  Trockentrommeln  konstruiert  worden,  ohne  daß 
es  bisher  gelungen  wäre,  die  Frage  der  Entwässerung  von  Tonschlamm 
vollkommen  zu  lösen.  Denn  die  hente  gebräuchliche  Filterpresse  ist  schon 
zufolge  Ihrer  Diskontinuierlichkeit  nnd  geringen  Leistung  noch  weit  von 
einer  vollkommenen  Schöpfung  entfernt. 

Fünfte  Antwort:  Die  angeführte  Masse  müßte  normaler 
Weise  durch  die  Filterpresse  gehen,  da  derartige  Versätze  vielfach  im 
Gebrauch  sind.  Es  ist  viel  eher  anzunehmen,  daß  der  Druck  zum  Füllen 
Ihrer  Filterpresse  nicht  vollständig  ausreicht,  weshalb  Sie  dahingehende 
Ermittelungen  anstellen  wollen,  wenn  Sie  Ihren  Masseversatz  nicht  ändern 
können. 

Sechste  Antwort:  Ihre  Masse  ist  infolge  ihres  hohen  Gehaltes 
an  Wildsteiner  Ton  zu  fett  und  kann  ohne  Abänderung  des  Versatzes 
nicht  verbessert  werden.  Zum  mindesten  müssen  Sie  versuchen,  eine 
ziemliche  Menge  feingemahlener  Scherben  hinzuzumischen ;  Sie  können 
damit  bis  zu  33  '/8  %  gehen.  An  der  eigentlichen  Zusammensetzung 
wird  dadurch  nichts  geändert,  nnd  die  von  Ihnen  angestrebte  starke 
Sinterung  wird  einigermaßen  gleich  bleiben.  Im  übrigen  können  Sie  diesen 
muscheligen  und  glänzenden  Bruch  auch  mit  weniger  fettem  Ton  erzielen, 
wenn  Sie  den  FeldBpatgehalt  erhöhen.  Ein  anderes  Mittel,  um  Ihre  Masse 
zum  besseren  Abpressen  in  der  Füterpresse  geeignet  zn  machen,  wird 
sich  nicht  finden  lassen. 

Siebente  Antwort:  Infolge  des  Zusatzes  von  25 °/0  fettem 
Wildsteinsr  Ton  zu  Ihrer  Masse  wird  diese  sehr  fett,  nnd  es  ist  allge- 
mein bekannt,  daß  sich  fette  Massen  sehr  schlecht  pressen,  besonders 
dann,  wenn  die  Stärke  der  Massekuchen  über  ein  bestimmtes  Maß  hinaus- 
geht. Bei  fetten  Massen  soll  sie  nicht  mehr  als  20  mm  betragen,  höchstens 
25  mm,  doch  wird  dies  der  Versuch  lehren.  Die  Erscheinung  ist  auf  die 
dichter  anein  andergelagerten  einzelnen  Teilchen  der  Masse  zurückzu- 
führen. Sie  können  Ihre  Masse  wohl  magern,  indem  Sie  entweder  Bis- 
kuitscherben  oder  gebrannten  Wildsteiner  Ton  oder  Kaolin  zusetzen,  doch 
ist  dabei  zu  bedenken,  daß  Ihre  Masse  durch  diesen  Zusatz  eine  andere 
Schwindung  erhält.  Auf  jeden  Fall  tun  Sie  gut,  darauf  zu  achten,  daß 
die  Massekuchen  nicht  übermäßig  stark  nnd  die  Preßtücher  öfters  ge- 
wechselt werden. 

40.  Ich  bitte  um  Angabe  von  Versätzen  zur  Herstellung  von  porzellan- 
artigen, also  gesinterten  Kochgeschirren,  am  liebsten  unter  Verwendung  von 
Bunzlauer  Fett-  und  Magerton,  die  bei  einer  Temperatur  von  etwa  1350 
bis  1400"  gebrannt  werden  sollen.  Die  zu  fabrizierenden  Produkte  dürfen, 
wie  dies  eben  bei  Bunzlauer  Ton  der  Fall  ist,  ein  gelbliches  Aussehen  haben. 

Erste  Antwort:  Was  nützen  Ihnen  die  schönsten  im  Frage- 
kasten  veröffentlichten  Versätze  zur  Herstellung  von  porzellanartigen 
Kochgeschirren  aus  Bunzlauer  Tonen,  wenn  Sie  nicht  die  Zusammen- 
setzung der  Ihnen  zur  Verfügung  stehenden  Marken  angeben.  Nach  ihrer 
rationellen  Zusammensetzung  enthalten  derartige  Massen: 

Tonsnbstanz  .........    35—40  Gew.-T. 

Quarzsand  15—35  „ 

Feldspat  15—10  „ 

Glattscherben  35 — 15  „ 

Wenn  Ihnen  die  rationelle  Zusammensetzung  Ihrer  Tone  bekannt  ist,  dürfte 
eB  ein  Leichtes  für  Sie  sein,  auf  Grund  vorstehender  Angaben  die  ge- 
wünschten Massen  zu  errechnen 

Zweite  Antwort:  Gesintertes  Kochgeschirr  herzustellen  ist  nun 
nicht  so  einfach,  wie  Sie  ea  annehmen,  weshalb  Ihnen  zunächst  geraten 
wird,  einen  erfahrenen  Fachmann  zu  Bäte  zu  ziehen,  ohne  den  Sie  nicht 
auskommen.  Selbst  gute  Bezepte  nutzen  Ihnen  nicht  viel,  wenn  die  ganze 
Arbeitsweise,  das  Formen,  Gießen  und  Eindrehen  ubw.,  nicht  zweckent- 
sprechend ist.  Bunzlauer  Fett-  und  Magertone  gibt  es  verschiedene  Sorten, 
und  man  kann  Ihnen  ohne  nähere  Kenntnis  der  Tone  keine  brauchbaren 


Vorschriften  geben.  Bei  der  Fabrikation  des  Kochgeschirrs  iit  vor  allem 
darauf  zu  achten,  daß  die  Masse  nicht  zu  fein  gemahlen  ist,  da  gröbere 
Massen  Temperaturunterschiede  besser  vertragen.  Sand  und  Schamotte 
aus  eigenen  Scherben  Bind  ein  Hauptbestandteil  der  Masse.  Als  Fluß- 
mittel kommt  Feldspat,  im  Ausnahmefalle  Kalkspat,  in  Betracht.  Da  der 
magere  Bunzlauer  Ton  genügend  Sand  enthält,  so  versuchen  Sie  zunächst 
eine  Masse  aus  35  Gew.-T.  fettem  Bunzlauer  Ton,  30  Gew.-T.  magerem 
Ton  und  35  Gew.-T  Feldspat,  woraus  Sie  ein  paar  entsprechende  Gegen- 
stände formen.  Nach  dem  Brande  werden  Sie  selbst  am  besten  ent- 
scheiden können,  nach  welcher  Richtung  eine  Abänderung  nötig  ist. 

Dritte  Antwort:  Ich  sehe  nicht  ein,  warum  Sie  Kochgeschirr 
bei  8K  14  brennen  wollen.  In  Folge  der  Kohlennot  geht  doch  das  Be- 
streben durch  die  moderne  Keramik,  möglichst  hei  SK  7  auszubrennen; 
nnd  daß  dies  geht,  dafür  sind  Beweise  erbracht.  Ich  gebe  Ihnen  Versätze 
für  verschiedene  Ausbrenntemperaturen. 

Masse  für  SK  9: 
Formel :   0,1255  Kj,0  \  9  A1  0    10  s  n 
0,8745  CaO  /  2  A,,Ü3 ' 10  SlU* 
1,0000 

Versatz:  Bunzlauer  Kranzton   36,04  Gew.-T. 

Sebmidt-Betsch-Spat   26,86  „ 

Qaarz   9  60 

Kalkspat   28,60  , 

100,00  Gew.-T. 

Masse  für  Sri  13—14: 
1,0000 

Versatz :  Bunzlauer  Kranzton  von  Eckardt,  P enzig  69,26  Gew.-T. 

Kalkspat  4,16  „ 

Quarz   •    11,69  » 

Schamotte  aus  dieser  Masse  .  .  .   .   15j00  „ 

100,00  Gew.-T. 
Glasur  für  SK  9:  Glasur  für  SK  14: 

Schmidt-Betsch-Spat  35,92  Gew.-T.     Schmidt-Betsch-Spat  21,98  Gew.-T. 
Dolomit    ....     9,37      „         Dolomit    ....     6,62  „ 
KalkBpat  ....    11,40      „         Kalkspat  ....     5,53  „ 
Zettlitzer  Kaolin,  Zettlitzer  Kaolin  .   19,82  „ 

geglüht.   ...   1242      „         Quarz  ....   .   47,15  „ 
Quarz  ....   .   30,89      „  100,00  Gew.-T. 

100,00  Gew.-T. 

Vierte  Antwort:  Die  Bunzlauer  weißbrennenden,  auch 
„fetten"  Tone  sind  an  und  für  »ich  schon  mager,  weshalb  Ihnen 
empfohlen  wird,  nur  mit  fettem  Bunzlauer;  Ton  zu  arbeiten,  falls  Sie 
nicht  einen  Teil  desselben  durch  einen  fetteren  Ton,  z.  B.  vom  Wester- 
wald ersetzen  wollen.  Nachstehend  eine  porzellanähnliche,  weißbrennende 
Steinzeugmasse  für  SK  12 — 13 : 

Pegmatit  (Quarzspat  von  Ströbel)  ...   29  Gew.-T. 

Bunzlauer  fetter  Ton  .66  „ 

Kaolin,  nngescblämmt  5  „ 

Wenn  Sie  1—2  Teile  des  Pegmatites  durch  MagneBit  ersetzen,  erhalten 
Sie  eine  weißere  und  zähere  Masse. 

Fünfte  Antwort:  Um  Tonwaren  zu  porzellanähnlichem 
Sintern  zu  bringen,  müssen  Sie  Ihrem  Versatz  Flußmittel  zufügen,  also 
Feldspat  von  Hirschau,  WnnBiedel  oder  dgl.,  da  norwegischer  Feldspat 
wohl  zu  teuer  sein  dürfte.  Die  Menge  dieser  Zumischung  hält  man  am 
besten  vorsichtigerweise  etwas  niedrig,  damit  picht  eine  völlige  Verglasung 
eintritt,  die  der  Verwendung  als  Kochgeschirr  nicht  günstig  wäre.  Da 
die  genannten  deutschen  Materialien  nur  etwa  60  «/„  Feldspat  enthalten, 
können  Sie  mit  dem  Versatz  immerhin  bis  zu  dem  Verhältnis:  35  fetter 
Ton,  35  magerer  Ton  und  30  Feldspatsand  gehen.  Wenn  Sie  mit  weniger 
Feldspat  auskommen,  ist  es  noch  besser. 

41.  Wie  präpariert  man  trockene  Schmelzfarben  am  einfachsten  für 
die  Pudertechnik  und  den  keramischen  Buntdruck? 

Antwort:  Zur  Pudertechnik  braucht  man  feinst  gemahlene 
Schmelzfarben  nicht  noch  besonders  zu  präparieren,  ebensowenig  für  den 
keramischen  Bantdruck. 

42.  Wir  verwenden  zum  Brennen  unserer  Glasurmuffelöfen 
böhmische  Braunkohle  (Ellyschacht,  Eisenberg,  zum  Teil  auch  Brucker) 
möchten  diese  jedoch  durch  deutsche  Briketts  ersetzen.  Welches  ist  die 
bestgeeignete  Marke  als  Ersatz  für  die  genannte  böhmische  Kohle? 

Erste  Antwort:  Die  Sache  ist  nicht  so  ängstlich ;  es  eignet 
sich  jede  bessere  Brikettmarke  für  Ihre  Zwecke. 

Zweite  Antwort:  Versuchen  Sie,  ein  gutes  Brikett  aus 
Sachsen  oder  aus  der  Halle  sehen  Gegend  zn  erhalten,  das  wird  Ihnen  die 
böhmischen  Braunkohlen  ziemlich  vollwertig  ersetzen. 

Dritte  Antwort:  Einen  vollwertigen  Ersatz  in  Briketts 
für  böhmische  Braunkohle  gibt  es  nicht,  nnd  da  Sie  die  Lage  Ihres 
Werkes  nicht  angeben,  so  kann  man  Ihnen  auch  keine  Brikett-Marke 
empfehlen.  Wo  man  Frachtkosten  sparen  kann,  muß  man  dies  unbedingt 
heute  tun.  Es  wäre  von  Interesse  gewesen,  zu  wissen,  wie  hoch  Sie  in 
Ihren  Muffeln  brennen.  Bei  niedrigen  Temperaturen  bis  etwa  SK  1  kann 
man  mit  Briketts  gut  auskommen,  bei  höheren  Temperaturen  ist  eB  schon 
schwieriger,  und  man  mischt  in  diesem  Falle  Briketts  mit  Stein-  oder 
Brannkohle.  Dabei  brauchen  Sie  Ihre  Feuerungen  nicht  umzubauen,  wenn 
Sie  nicht  gerade  Schrägrostfeuerung  haben,  die  sich  für  Briketts  nicht 
eignet  und  durch  eine  Planrostfeuerung  ersetzt  werden  müßte.  Auf  keinen 
Fall  dürfen  Sie  etwa  annehmen,  daß  das  Brennen  mit  Briketts  einfacher 
ist,  im  Gegenteil,  der  Brenner  muß  viel  mehr  acht  geben,  nnd  es  gehört 
einige  Erfahrung  dazu. 

44.  Wir  wollen  die  Herstellung  von  Hochspannungsisolatoren  für 
eine  Betriebsspannung  von  100000  Volt  aufnehmen  und  bitten  um  An- 
gabe eines  Masse-  und  Glasurversatzes  bei  möglichster  Verwendung  von 
Karlsbader  Kaolin  für  SK  13—14  Ausbrand.  Welches  Ofensystem  und 
welche  Ofengröße  kommen  in  Betracht? 


1922  (55.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL 


Für  Ihre  Zwecke  eignet  sieh  die  viel  ver- 


Ais 


Erste  Antwort: 
wendete  Masse: 

Karlsbader  Kaolin  .48  Gew.-T. 

Pegmatit  von  Tirschenreuth  41  » 

bayerischer  Feldspat    .........     8  B 

Glüh-  und  Glattscherben  ....   .   .     3  „ 

8a.  100 

Auch  die  in  Nr.  8  in  Frage  30  angegebenen  Massen  sind  verwendbar. 
Glasurlfcient  eine  etwa  folgendermaßen  zusammengesetzte : 

Formel:    0,2  K,0  \ 

0,2  MgO  }  0,9  A1S03  .  8  Si02 
0,6  CaO  J 

Versatz :  Spat  von  Roerstrand    .    .  '.   .   .   .   16  66  Gew.-T. 
Dolomit  5  52  „ 

Kalk   5,99  „ 

ZettJitzer  Kaolin,  glatt  gebiannt  .    .    23,29  „ 

Quarz  ■    •   45,54  „ 

8a.  100,00  Gew.-T. 
Die  besten  Oefen  sind  die  bayrischen  von  40—60  cbm. 

Zweite  Antwort:  W«"nn  Sie  die  über  Hochspannungeporzellan 
geschriebenen  Aufsätze  in  den  Fachblättern  und  in  den  Jahresberichten  der 
deutschen  Keramischen  Gesellschaft  durchstudieren,  so  werden  Sie  zum 
8chluß  zu  der  Ueberzeugung  kommen,  daß  eine  gute  Masse  fär  Isolatoren 
von  einer  Bolchen  für  Qaalitätsgeschirre  nicht  abweicht,  da  auch  der 
Brenngrad  der  gleiche  ist.  Sie  haben  demnach  ein  Porzellan  mit  etwa 
60°/o  TonsubBtanz,  25%  Quarz  und  25%  Feldspat.  Zum  Brennen  kommen 
vor  allem  Rundeten  mit  etwa  50  cbm  Glattbrennraum  in  Betracht;  sie 
brennen  am  ehesten  gleichmäßig  ab,  und  da  in  diesen  Oefen  auch  die  Höhe 
der  Stöße  nicht  zu  groß  ist,  haben  Sie  keinen  abnormen  Kapselbruch  zu 
befürchten.  Dauerbrandöfen  kommen  wobl  zunächst  nicht  in  Frage ;  sollte 
es  der  Fall  sein,  so  haben  Sie  die  Wahl  zwischen  Tunnel-  und  Kammer- 
ofen ;  der  letztere  kann  unter  Umständen  vorzuziehen  sein,  da  er  sich  der 
Konjunktur  besser  anpaßt. 

Dritte  Antwort:  Massen  für  Hochspannungsisolatoren  sollen  ein 
durchaus  gleichmäßiges,  dichtes,  blasenfreies  und  festes  Gefüge  aufweisen 
und  nach  dem  Brande  völlig  gesintert,  aber  nicht  glasig  sein.  Man  darf 
daher  diesen  Massen  nicht  den  hohen  Feldspatgehalt  der  gebräuchlichsten 
Porzellanmassen  geben,  da  der  Scherben  sonst  glasig  und  spröde  wird 
und  sehr  zum  Verziehen  im  Brande  neigt.  Mit  Vorliebe  verwendet  man 
magnesithaltige  Massen,  die  noch  eine  größere  Schwindung  aufweisen, 
jedoch  den  Vorteil  haben,  daß  selbst  stark  überteuerte  Gegenstände  ihre 
Form  vollkommen  und  genau  beibehalten.  Weiter  ersetzt  man  gerne  einen 
Teil  der  Kaolin-Tonsubstanz  durch  solche  aus  plastischen  Tonen,  die  zwar 
nicht  den  rein  weißen  Porzellanscherben  ergeben,  dafür  aber  die  Masse 
zum  Drehen  geeigneter  machen  und  schon  bei  der  Gestaltung  ein  dichteres 
Gefüge  des  Formlings  erzielen  lassen,  ah  es  bei  Massen,  die  nur  Kaolin- 
Tonsubstanz  enthalten,  zu  erreichen  wäre.  Ich  empfehle  Ihnen  folgende 
Masse  und  Glasur: 

Karlsbader  Kaolin  45  Gew.-T. 

Löthainer  Steingutton  I,  dunkel    ...   15  „ 

Hohenbockaer  Qaarzsand  28  „ 

Norwegischer  Feldspat  10  „ 

Roher  Magnesit  .........     2  „ 

Glasur : 

Norwegischer  Feldspat  168  Gew.-T. 

Kalkspat     ...........  35 

Roher  Magnesit   .........   28  „ 

Karlsbader  Kaolin  65  „ 

Glattscherben  .    .  55  „ 

Quarzsand   212  „ 

Als  Ofensystem  wäre  ein  solches  mit  überschlagender  Flamme  von  etwa 
60  cbm  Fassungsraum  zu  wählen ;  bei  einer  dauernden  Erzeugung  größerer 
Mengen  von  Isolatoren  bevorzugt  man  den  Tunnelofen. 

Vierte  Antwort:  Bei  SK  13—14  werden  Sie  kein  einwand- 
freies HochspannungBporzellan  herstellen  können.  Nachstehend  eine 
Masse  und  Glasuren  für  SK  16,  die  sich  gut  bewährt  haben: 


Hohenbockaer  Sand   .     9,5  Gew.-T. 

Böhmischer  Feldspat   .   27,5  „ 

Glattscherben  8,5  „ 

Karlsbader  Kaolin,  geschlämmt  .  .  .  24,3  „ 
Zettlitzer  Kaolin,  geschlämmt  .  .  .  15,7  „ 
Fetter  Wildsteiner  Steingutton   .   .   .   14,5  „ 

Glasur,  1.  farblos: 
Hohenbockaer  Sand    .......   34,6  Gew.-T. 

Natronfeldspat  .  23,2 

Glühscherben    .    .  3,8  „ 

Glattscherben  19,2  „ 

Kalkspat  »,6  „ 

Karlsbader  Kaolin,  geschlämmt   ...     9,6  „ 
2.  grün: 

Farblose  Glasur   .......   .   95,88  Gew.-T. 

Chromoxyd  4,00  „ 

Kobaltoxyd  R.  K.  0.     ......     0,12  „ 

Welches  Ofensyatem  und  welche  Ofengröße  in  Betracht  -kommt,  hängt 
zuerst  natürlicn  von  der  Leistung  der  übrigen  Anlage  und  auch  von  den 
ev.  bereits  bestehenden  Betriebsverhältnissen  ab,  z.  B.  ob  die  Trocknung 
der  Waren  mittels  der  Abhitze  der  Oefen  erfolgen  soll.  Handelt  es  sich 
um  eine  Neuanlage,  so  kann  als  wirtschaftlichster  Brennapparat  nur  der 
Gas-Tunnelofen  empfohlen  werden.  Nachdem  die  zahlreichen  Schwierig- 
keiten bei  dem  Brennen  von  Porzellan  im  alten  Faugeron-Tannelofen 
durch  dauernde  Verbesserungen  behoben  worden  Bind  und  eine  Konstruktion 
geschaffen  worden  ist,  welche  ein  sicheres  Arbeiten  gewährleistet,  kommt 


tCOBURÖ.  Nr.  10  —  im 

nunmehr  für  Massenproduktion  nur  der  Gas-Tunnelofen  in  Frage.  Dessen 
Vorteile  liegen  nicht  nur  in  der  außerordentlichen  Kohlenersparnis,  welche 
bis  zu  70%  gegenüber  den  noch  in  den  meisten  Betrieben  üblichen  Rund- 
öfen beträgt,  sondern  derselbe  hat  noch  andere  bedeutende  Vorteile  gegen- 
über  anderen  Oefen:  Zunächst  arbeitet  der  Ofen,  einmal  in  seinem 
richtigen  Gang  gebracht,  automatisch  gleichmäßig  weiter  und  bedarf, 
außer  dem  Ein-  und  Ausschieben  der  Wagen,  das  der  Brenner  besorgt, 
fast  keine  Wartung;  weitere  Vorteile  sind:  keine  Temperaturunterschiede ; 
Recelung  der  Gas-  und  Luftzufuhr;  die  Luft  wird  vor  dem  Zusammen- 
treffen mit  dem  Gas  bis  etwa  800»  erhitzt;  Fortfall  des  Ein-  und  Aus- 
Betzens in  heißen  finsteren  Oefen;  leichte  Be-  und  Entladungsmöglichkeit 
an  beliebigem  Ort;  bedeutend  kürzere  Brenndauer  bei  gleichmäßigerer  Vor- 
wärmung als  im  Rundofen ;  geringer  Kapselbruch  bei  Verwendung  dünn- 
wandiger Kapseln,  da  geringe  Belastung.   Der  Ofen  kann  je  nach  der 
gewünschten  Leistung  für  eine  solche  von  30—80  cbm  Ofenraum  in  24 
Stunden  gebaut  werden.     Der   Nachteil   der   ungleichmäßigen,  stich- 
flammfnartigren  Feuerführung,  der  bisher  in  den  Tunnelöfen  auftrat,  ist 
durch  die  Konstruktion  des  Gas  Tunnelofens  mit  überschlagender  Flamme 
von  Anti  Dahl  in  Kosten  bei  Töplitz  behoben  worden. 

Fünfte  Antwort:   Es  ist  unmöglich,  an  dieser  Stelle  einen 
Versatz  anzugeben,  der  ohne  weiteres  das  Aushalten  von  100000  Volt 
garantieren  würde.    Gutes  DnrcMaolen  der  sorgfältigst  gemischten  Masse, 
peinliche  Vermeidung  von  miniunSen  Hohlräumen  beim  Formen,  langsamstes 
Trocknen  und  Brennen  sind  fast  noch  wichtiger  als  die  Zusammensetzung 
des  Versatzes.    Zu  letzterem  nehmen  Sie  am  besten  etwas  plastischen  Ton 
zu  Hilfe  Bowie  auch  eine  Anzahl  Scherben.   Versuchen  Sie  es  einmal  mit 
folgendem  Versatz : 

Karlsbader  Kaolin    ........   35  Gew.-T. 

Bester  Meißener  oder  Wildsteiner  Ton  .   20  „ 

Quarzmehl  .   22  „ 

Norwegischer  Feldspat  .......    23  „ 

Dazu  auf  100  Teile  20—30  Teile  Glattscherben.  Falls  8ie  deutsche  oder 
böhmische  Feldspatsande  verwenden  wollen,  müssen  Sie  dieselben,  ent- 
sprechend ihrem  Gehalt  an  Feldspat,  Quarz  und  Tonsubstanz  (Kaolin) 
einrechnen. 

Sechste  Antwort:  Mit  der  Angabe  von  Vorschriften  zu  Maasen 
für  Hochspannungsisolatoren  ist  Ihnen  nicht  allein  gedient,  und  ohne  einen 
erfahrenen  Fachmann  fangen  Sie  lieber  gar  nicht  an,  denn  keine  Fabrikation 
bedarf  einer  solch  intensiven  Ueberwachung  als  gerade  die  Isolatoren- 
herstellung. Grundbedingung  für  brauchbare  Isolatoren  ist  ein  voll- 
kommen dichter  Scherben,  doch  ist  feines  Mahlen  oder  Schlämmen  der 
RchBtoöe  zu  vermeiden.  Magnesiahaltige  Massen  haben  den  Vorzug,  d8ß 
sie  bei  gesintertem  Scherben  dem  Verziehen  der  Gegenstände  und  dem 
Verlaufen  der  scharfen  Konturen  entgegenwirken.  Gehen  Sie  bei  Ihren 
Versuchen  von  folgender  Massezusammensetzung  aus : 

Zettlitzer  Kaolin  53  Gew.-T. 

Quarz   26      „ '    .  , 

Feldspat  17  „ 

Magnesit   4  „ 

Als  Glasuren  kommen  in  Bstracht: 

I.  II. 

Zettlitzer  Kaolin,  Toh .   .        75,0        ■*-'<■  Gew.-T, 

„  „   ,  gebrannt .  — -       110,0  „ 

Quarz   ........   277,0      2280  „ 

Feldspat   285,0      111,2  „ 

Dolomit   75,0        55  2  „ 

Magnesit   .     —        16,8  „ 

Je  nach  der  Größe  des  Unternehmens  und  der  Erzeugung  richtet  sich 
das  Oteneystem.  In  Betracht  kommen  der  Rundofen  mit  überschlagender 
Flamme  und  der  Tunnelofen  mit  direkter  Halbgas-  oder  Generatorgas- 
feuerung. Ersteres  System  ist  allgemein  bekannt,  da  jede  Porzellanfabrik 
Rundöfen  hat;  die  Größe  der  letzteren  soll  höchstens  60  cbm  Brennraum 
betragen.  Der  Tunnelofen  kommt  nur  dort  in  Betracht,  wo  ein  konti- 
nuierlicher Betrieb  möglich  ist,  was  lediglich  von  dem  erzeugten  Tages- 
quantum abhängt. 

Siebente  Antwort:  Ich  empfehle  Ihnen,  die  Verwendung  von 
Karlsbader  Kaolin  möglichst  zu  vermeiden.  Sie  sind  offenbar  Anfänger, 
nnd  es  ist  daher  besser,  wenn  Sie  ausprobierte  Massen  verwenden.  Auch 
ist  es  nicht  erforderlich,  die  Hochspannungsisolatoren  auf  SK  13—14  zu 
brennen,  da  man  auch  bei  etwas  niedrigerer  Temperatur  sehr  gute  Resul- 
tate erzielt.  Versuchen  Sie  die  nachstehenden  Vorschriften : 

Masse : 

Zettlitzer  Kaolin  .48  Gew.-T. 

Quarz  von  Hohenbocka     ......   24  „ 

Feldspat  von  Norwegen    ......   28  „ 

Glasur : 

Spat  von  Norwegen  .   .   .   .   .   .   .   .  29  Gew.-T- 

Dolomit  14  „ 

Kalk   5  „ 

Zettlitzer  Kaolin  17  „ 

Quarz  von  Hohenbocka    ......   35  „ 

Brenntemperatur:  SK  9.  Als  Brennöfen  kommen  die  bekannten  Systeme 
Aschentrupp,  Schulze,  Padelt,  Ullrich  usw.  in  Frage  in  der  Größe  von 
etwa  40  cbm  mit  6  Feuerungen;  noch  größere  Oefen  Bind  für  diese 
Artikel  und  besonders  für  den  Anfang  weniger  zu  empfehlen. 


Glas. 

28.  Welche  Erfahrungen  sind  bisher  mit  der  Vergasung  von  Rohbraun- 
kohle  in  Chußglashütten  (Rohglas,  Drahtglas)  gemacht  worden  ?  Eignet  sich 
eine  junge  Braunkohle,  zur  Hälfte  aus  erst  halbverkohlten  Holzteilen  be- 
stehend, mit  4068  Wärmeeinheiten,  für  einen  rentablen  Betrieb?  Welche 
Generatoren  haben  sich  bisher  für  die  Vergasung  derartiger  Kohle  am 
besten  bewährt? 

Er  st  e  Antwort:  Es  ist  an  dieser  Stelle  wiederholt  ausgeführt 
worden,  daß  durch  die  Verhältnisse  veranlaßt  jeder  Brennstoff,  der  eine 
bestimmte  Anzahl  Wärmeeinheiten  besitzt,  mit  Vorteil  vergast  nnd  aar 


120  —  Nr.  10 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


BeheizuDg  von  Glasschmelzöfen  verwendet  werden  kann.  Ob  nnn  mit 
dem  fraglichen  Gas  Eoh-,  Draht-,  Tafel-,  Flaschen-  oder  Kristallglas 
geschmolzen  werden  soll,  bleibt  sich  gleich.  Hauptsache  ist,  daß  die 
Gaserzenger  der  Beschaffenheit  and  dem  Verhalten  des  Brennstoffes  genau 
angepaßt  sind.  Zunächst  verwendet  man  den  Druckgaserzeuger,  den  man 
für  Bohbrannkohle  mit  einem  Planrost  ausstattet.  Da  noch  große  Mengen 
von  halbverkohltem  Material  dazwischen  sind,  so  muß  der  Gaserzenger  so 
konstruiert  sein,  daß  er  den  Brennstoff  zwingt,  sich  in  der  Destillations- 
zone dicht  zu  lagern.  Gibt  der  Brennstoff  keine  Schlacken,  so  wählt  man 
einen  Gaserzeuger  mit  horizontal  gelagertem  Drehrost.  Da  Rohbraunkohlen 
sehr  zur  Teerbildung  neigen,  so  ist  ein  einfacher  Gasreiniger  einzu- 
schalten, um  den  Teer  zu  gewinnen  und  die  Gute  des  Gases  zu  erhöhen. 
Auch  Oelschiefer  eignet  sich  sehr  gut  zur  Beheizung  von  Glasschmelz- 
öfen, wenn  er  im  Generator  vergast  wird.  Ein  bindendes  Urteil  darüber, 
inwieweit  Bohbrannkohle  für  Ihre  Zwecke  in  Betracht  kommt,  läßt  sich 
erst  bei  genauer  Kenntnis  der  einschlägigen  Verhältnisse  abgeben. 

Zweite  Antwort:  Eine  Bohbrannkohle  mit  4068  Wärmeeinheiten 
kann  znm  Vergasen  und  zum  Schmelzen  von  Eoh-  und  Drahtglas  ver- 
wendet werden,  wenn  die  Generatoren  groß  genug  sind.  Soll  ausschließ- 
lich Bohbraunkohle  verwendet  werden,  so  sind  vorteilhaft  drei  Generatoren 
vorzusehen,  damit  immer  genügend  Gas  vorhanden  ist.  Bei  zwei  Genera- 
toren könnte  die  Bohbraunkohle  schließlich  mit  einer  besseren  Kohle  ver- 
mischt werden.  Wenn  nicht  Drehrost-  oder  Gebläse-Generatoren  in  Frage 
kommen,  die  eine  Antriebskraft  nötig  machen,  so  wären  am  zweckmäßigsten 
Treppenroste  vorzusehen.  Die  Generatoren-Anlage  richtet  sich  auch  nach 
der  Größe  der  Häfen  sowie  nach  deren  Anzahl  im  Schmelzofen.  Ein 
kleinerer  Ofen  braucht  weniger  Gas,  was  zu  berücksichtigen  ist.  Soll  die 
Anlage  neu  geschaffen  werden,  so  ist  ein  erfahrener  Fachmann  zu  Bäte 
zu  ziehen. 

Dritte  Antwort:  Bohbraunkohle  wird  schon  seit  mehreren  Jahren 
mit  bestem  Erfolg  auch  in  Gußglashütten  vergast.  Als  Gaserzeuger  sind 
Schachtgeneratoren  mit  Planrosten,  sowie  Treppenrost-  oder  Hängerost- 
generatoren mit  gleich  gutem  Erfolg  im  Gebrauch,  nur  müssen  alle  so 
beschaffen  sein,  daß  eine  gute  Schütthöhe  sich  einhalten  läßt.  Je  groß- 
stückiger die  Kohle  zur  Verwendung  kommt,  desto  höher  muß  die  Schütt- 
höhe sein,  um  ein  Durchbrennen  zu  verhüten. 

Vierte  Antwort:  Generatoren  für  Bohbraunkohle  sind  in 
einer  Guß-  und  Drahtglashütte  der  Oberlausitz  in  ungestörtem  Betrieb. 
Sie  wurden  von  der  Fa.  Oberlausitzer  Glasformenfabrik  Schulze  &  Kluge 
in  Weißwasser,  O.-L.,  geliefert. 

29.  Bei  unserem  Siebert-Ofen  entzündet  sich  während  der  Arbeit 
zeitweise  das  Gas  schon  in  der  Gaswechseltrommel.  Die  Trommel  ist  und 
schließt  lüftdicht,  das  Mauerwerk  ist  in  Ordnung,  und  dieser  Uebelstand 
zeigte  sich  auch  früher  bei  Verwendung  eines  Wechsels.  Die  Entfernung 
zwischen  Trommel  und  beiden  Gaskammern  ist  gleich  und  beträgt  6  m, 
(Kammerlänge  '3,50  m),  im  ganzen  beträgt  sie  zwischen  Ofenmitte  und 
Trommellänge  10,50  m.  Gasmangel  haben  wir  keinen,  und  wir  verwenden 
Kohle,  Torf  und  Holz.  Bei  einem  zweiten  Ofen,  wo  die  Entfernung 
zwischen  Kammer  und  Trommel  um  1  m  größer  ist,  zeigt  sich  dieser 
Uebelstand  nicht,  und  wir  sind  daher  der  Ansicht,  daß  eine  Entfernung 
'  von  6  m  zu  gering  ist.  Ist  dies  der  Fall,  so  möchten  wir  vorläufig  die 
Entfernung  durch  Einsetzen  von  JJeberführungsbbgen  von  der  Trommel 
weg  vergrößern.   Haben  wir  recht? 

Erste  Antwort:  Dieser  Fall  läßt  sich  aus  der  Ferne  schwer 
beurteilen,  da  verschiedene  Ursachen  den  Uebelstand  hervorrufen  können. 
Zunächst  ist  die  Ansicht,  daß  der  6  Meter  lange  Weg  von  der  Trommel 
bis  zur  Gaskammer  zu  kurz  sei  und  dadurch  die  Entzündung  des  Gases 
in  der  Wechseltrommel  hervorgerufen  werde,  falsch.  Sind  alle  Vorbe- 
dingungen erfüllt,  so  darf  sich  das  Gas  nicht  entzünden,  ob  der  Weg 
zwischen  Wechseltrommel  und  Kammer  1  m  oder  20  m  beträgt.  Nicht 
der  Weg,  den  das  Gas  zurückzulegen  hat,  verursacht  die  Entzündung, 
sondern  ein  Luftzutritt  an  unrichtiger  Stelle.  Da  nun  die  Entzündung 
des  Gases  nur  während  der  Arbeit  vorkommt,  so  liegt  die  Vermutung  nahe, 
daß  die  Gaserzeuger  schuld  an  der  vorzeitigen  Entzündung  sind.  Während 
der  Arbeit  wird  weniger  Gas  gebraucht,  die  Gaserzeuger  gehen  ruhig  und  der 
Schürer  läßt  vielleicht  den  einen  oder  anderen  Generator  zu  weit  herunter- 
gehen, so  daß  Luft  zu  dem  Vergasungsraum  treten  kann,  sich  mit  dem 
Kohlenoxyd  mischt  nnd  in  der  heißen  Wechseltrommel  zur  Entzündung 
gelangt.  Da  Sie  auch  Holz,  Torf  und  Kohle  gleichzeitig  vergasen,  so  liegt 
die  Vermutung  nahe,  daß,  wenn  das  Holz  nicht  klein  genug  geschnitten 
ist,  Bich  Nester  im  Generator  bilden  mit  wilden  Gasen,  welche  die  Ent- 
zündung hervorrnfen.  Ferner  sind  die  Gaskammern  daraufhin  zu  prüfen,  ob 
sie  luftdicht  abgeschlossen  sind;  vielleicht  ist  hier  die  Ursache  zur  Ent- 
zündung des  Gases  zu  finden.  Weiter  ist  festzustellen,  ob  die  Zwischen- 
wand der  Wechseltrommel  vollkommen  dicht  schließt;  ist  dies  nicht  der 
Fall,  bo  ist  diese  Störung  zu  beseitigen.  Schließlich  ist  zu  ermitteln,  ob 
alle  Abdeckplatten,  Beinigungsplatten,  Ueberführungsbögen,  die  Reinigungs- 
tur im  Gassammelkanal  absolut  dicht  schließen  und  Mauerwerk  und  Gewölbe 
der  Kanäle  keine  Defekte  aufweisen  usw. 

Zweite  Antwort:  Entzündet  sich  das  Gas  schon  in  der 
Wechseltrommel,  so  tritt  jedenfalls  von  irgend  einer  Stelle  Luft  hinzu, 
denn  ohne  Luft  entzündet  sich  das  Gas  nie.  Zu  untersuchen  ist,  ob 
Trommelkreuz  und  Trommelschachtwände  dicht  sind ;  die  Zwischenwand  in 
der  Trommel  muß  eben  aueh  im  Wasser  abschließen,  und  das  Trommel- 
kreuz ist  von  Teer  usw.  zu  reinigen.  Beim  Wechseln  ist  die  Trommel 
nicht  bo  hoch  aufzuheben,  daß  der  untere  Band  aus  dem  Wasser  reicht 
und  dadurch  Luft  eintritt.  Nach  dem  Umwechseln  der  Trommel  muß  die 
Luftklappe  schnell  umgelegt  werden,  damit  die  Lnft  nicht  zurückschlägt. 
Auch  wenn  die  Generatoren  zn  weit  heruntergebrannt  sind,  kann  Luft  zum 


Gas  strömen,  so  dal  es  sich  entzündet.  Es  ist :  zu  untersuchen,  ob  bei 
Holz-  und  Torffeuerung  die  Gase  sehr  heiß  nach  der  Trommel  gelangen. 
Wenn  die  Generatoren  recht  verschlackt  sind,  kann  schließlich  auch  Luft 
einströmen  oder  beim  Stoßen  in  den  Putzlöchern.  Die  Entfernung  zwischen 
Trommel  und  Gaskammer  von  6  m  ist  nicht  zu  kurz  und  auch  nicht 
schuld  an  der  Erscheinung. 

Dritte  Antwort:  Daß  sich  das  Gas  während  der  Arbeit  zeit- 
weise schon  in  der  Gaswechseltrommel  entzündet,  kann,  da  Trommel  und 
Mauerwerk  Ihren  Angaben  nach  in  Ordnung  sind,  zunächst  daran  liegen, 
daß  die  Bedienung  der  Generatoren  unsachgemäß  erfolgt.  Die  Entfernung 
der  Trommel  von  den  Gaskammern  hat  hier  nichts  zu  sagen,  im  Gegen- 
teil, es  ist  für  einen  guten  Ofengang  besser,  wenn  beides  nahe  bei- 
einander liegt.  Uebrigens  würde  sich  in  diesem  Falle  das  Uebel  weniger 
bei  der  Arbeit,  sondern  bei  der  Schmelze,  wo  der  Ofen  schärfer  geht, 
zeigen.  Es  kann  aber  auch  sein,  daß  die  Generatoren  zu  weit  abbrennen, 
bevor  neues  Material  nachgefüllt  wird ;  dadurch  wird  die  Brennstoffschicht 
zu  schwach  und  brennt  durch ;  die  teilweise  Verbrennung  des  Gases 
erstreckt  sich  dann  bis  zur  Wechseltrommel  und  hier  erst  wird  der  Vor- 
gang bemerkt.  Ein  Durchbrennen  kann  auch  stattfinden,  wenn  das 
Mischungsverhältnis  der  einzelnen  Brennstoffe  ungünstig  ist  oder  wenn 
diese  in  ungeeigneter  Größe  zur  Anwendung  kommen,  wobei  sich  Hohl- 
räume im  Gaserzeuger  bilden.  Wahrscheinlich  wird  auch  die  Schütthöhe 
während  der  Arbeit  im  allgemeinen  zu  niedrig  gehalten. 


Neue  Fragen. 
Keramik. 

50.  Wie  lassen  sich  zur  Trockenmahlung  etwa  600  kg  fetter  Ton, 
sowie  800  kg  Kaolin  für  den  tätlichen  Masseversatz  trocknen?  Das  Roh- 
material kommt  oft  sehr  naß  an,  und  luftige  Schuppen  sind  weder  vor- 
handen noch  können  sie  wegen  Baummangels  gebaut  werden.  Das  Trocknen 
auf  den  Brennöfen  ist .  sehr  umständlich  und  dauert  zu  lange.  Braun- 
kohlenbrikettabfall ist  reichlich  vorhanden.  Wer  liefert  brauchbare  Trocken- 
anlagen, die  möglichst  geringen  Baum  in  'Anspruch  nehmen  ? 

51.  Unsere  Gießmasse  aus  1300  kg  Masse  (halb  Preßmasse,  halb 
Späne),  1500  g  Ammoniak-Soda  und  200  l  Wasser  zeigt  seit  einiger  Zeit 
Gießlöcher  im  gebrannten  Scherben.  Früher,  als  wir  1800  g  Soda  und  180  l 
Wasser  verwendeten,  war  dieser  Fehler  nicht  vorhanden,  doch  kam  es  öfter 
vor,  daß  bei  dem  einen  oder  andern  Artikel  nach  dem  Glattbrand  Soda- 
austritt beobachtet  wurde,  weshalb  wir  eben  an  der  Soda  abbrachen.  Wir 
verwenden  in  unserer  Masse  nur  Zettlitzer  Kaolin  und  bereiten  die  Gieß- 
masse im  doppelrotierenden  Quirl;  die  Verarbeitung  erfolgt  täglich  frisch 
vom  Bühnr  nach  vorherigem  Dwchsieben. 


Glas. 

33.  Wie  färbt  man  Glasblumen  aus  mattstumpfem  Milchglas  weiß, 
rot  oder  gelb?  Die  Farbe  muß  hitzebeständig  sein,  ähnlich  den  Glühlampen- 
tauchlacken,  und  darf  nicht  abblättern.  Ein  Tauchverfahren  wäre  besonders 
erwünscht.  Die  Blumen  sind  aus  einzelnen  Blättern  zusammengeschmolzen 
und  müssen  den  Naturblumen  z.  B.  Rosen  vollständig  ähnlich  aussehen. 
Die  Blätter  dürfen  nur  bei  Licht  von  innen  einen  matten  Schein  hindurch- 
lassen. 

34.  Worauf  ist  das  sogenannte  Schmieren  (weißes  Anlaufen)  der 
Flaschen-Mundstücke,  die  im  Motz  gearbeitet  werden,  zurückzuführen,  das 
nur  zeitweilig  auftritt  und  teilweise  bei  Zugabe  bis  zum  doppelten  Quantum 
Marmormehl  verschvindet?  Selbst  das  l^t-stündliche  Wechseln  der  Pfeifen 
nützt  nicht  vollständig. 

35.  Wir  wollen  eine  Wanne  für  Medizin-  und  Konservengläser  soivie 
Flakons  in  Weißglas  bauen  und  bitten  um  Auskunft,  welche  Feuerung, 
Gas  oder  Oel,  dafür  am  vorteilhaftesten  ist.  Wer  baut  Wannen  mit  einer 
Oelfeuerung,  die  möglichst  wenig  Menschenkräfte  zur  Bedienung  erfordert? 

Briefkasten  der  Redaktion. 

Z.  P.-F.  I.  Z.  Wenn  Ihnen  das  Diamantgrün  giftig  erscheint,  so  ist 
es  doch  das  einfachste,  Sie  bitten  die  Badische  Anilin-  und  Sodafabrik 
um  Lieferang  einer  ungiftigen  Farbe. 

Th.  H.  i.  G.  Der  Aufsatz  über  das  Meurer  sehe  Spritzverfahren 
ist  in  Nr.  13  des  Sprechsaal  1921  veröffentlicht. 


Sprechsaal  -  Kalender 
1922 

Preis '  Gebunden  bei  freier  Zu- 

 _1  sendung  für  Deutschland, 

Deutsch  -  Oesterreich  M  13. — , 
Tschechoslov/akien  und  Ungarn 
M16.—,  für  das  Ausland  mit  hoch- 
stehender Währung:  Frs  5.—, 
Lire  6.—,  Sh  4.—,  Dollar  1.—, 
Kroner  3.60,  Flh  2,50. 

Geschäftsstelle  des  Sprechsaal 
Coburg. 


Veröffentlichungen  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik. 

Neuen  Merkblatt  iiir  I^uxuB|>or/,ellan.  Die  Prüfungsstelle  Luxusporzellan  hat  in  diesen  Tagen  ein  neues 
Merkblatt  für  die  Ausfuhr  von  Lnxasporzellan  herausgegeben,  das  von  allen  Interessenten  bezogen  werden  kann. 

Et  wird  besonders  darauf  hingewiesen,  daß  nach  untervalatarischen  Ländern  von  jetzt  ab  zum  Inlandspreis  +  i-*>  /0 
Aufschlag  zu  verkaufen  ist. 


(56.  jahrgang.) 


Coburg,  den  16.  März  1922. 


Nummer  11 


vV" 1  w 

|[|  ■  \  ^Wi"         |  & 

—  — — 

Zeitschrift  für  die  Keramischen,  Glas-  und  verwandten  Industrien. 


PrAmiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bogra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Pr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


PernsprechanschlnONr.  59./Telegr.-Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto :  Coburg-Gothaische  Bank  A.-G.,  Coburg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  durch  die  Post  vierteljährlich  <M  17.—  anter  Streifband  M  43.—. 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  1. —  (Stellengesuche  40  4)- 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 

Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  fflr  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Jahresschau  Deutscher  Arbeit  Dresden  1922. 

Die  deutsche  Industrie  soll  mit  ihren  Erzeugnissen  vom 
Weltmarkt  mehr  und  mehr  verdrängt  werden.  Dies  ist  der 
Wille  nnserer  Gegner,  und  dies  war  einer  der  Hauptbeweg- 
gründe für  die  Entfachung  des  Weltkrieges.  Alle  Zwangs- 
maßnahmen und  alle  gegenteiligen  Behauptungen,  die  in  der 
unerhörten  Lüge  von  Deutschlands  Alleinschuld  an  dem  größten 
Völkermorden  aller  Zeiten  gipfeln,  sind  nicht  imstande,  das  sieg- 
reiche Durchbrechen  der  Wahrheit  zu  verhindern,  daß  der  Krieg 
nur  ein  Mittel  für  die  Gegner  war,  die  übermächtige  Konkurrenz 
Deutschlandsauf  dem  Weltmarkt  zurückzudrängen.  Lloyd  Georges 
hat  kürzlich  die  Maske  auf  einen  Augenblick  gelüftet  und  mit 
sichtlicher  Genugtuung  verkündet,  der  deutsche  Export  sei  bis 
auf  25  °/0  zurückgegangen.  Die  Freude  des  Sieges  mag  ihm 
dabei  aus  dem  Auge  geblitzt  haben,  denn  vermutlich  glaubt  er, 
dem  eigentlichen  Kriegsziele  Englands,  welches  in  der  völligen 
Lahmlegung  der  deutschen  Export-Industrie  zu  erblicken  ist, 
nicht  mehr  fern  zu  sein. 

Dagegen  gilt  es,  sich  zu  wehren!  Die  deutsche 
Industrie  muß  dem  Ausland  vor  Augen  führen,  daß  sie  hin- 
sichtlich der  Güte  ihrer  Erzeugnisse,  die  ausländische  Kon- 
kurrenz nicht  nur  erreicht,  sondern  übertrifft.  Das 
Ausland  muß  sehen  und  muß  sich,  wenn  auch  gegen  seinen 
Willen,  davon  überzeugen,  daß  es  sich  selbst  im  Lichte  steht, 
wenn  es  auf  den  Bezug  deutscher  Erzeugnisse  verzichtet.  Es 
muß  ihm  die  Wahrheit  eingehämmert  werden  : 

„Der  Kauf  deutscher  Erzeugnisse  ist  nicht  deswegen  vorteil- 
haft, weil  sie  in  vielen  Fällen  billiger  geliefert  werden  können, 
als  von  der  ausländischen  Konkurrenz,  sondern  weil  das 
deutsche  Fabrikat  besser  is t." 

Um  dies  zu  erreichen,  muß  sich  die  deutsche  Industrie 
rühren.  Sie  muß  Gelegenheit  suchen  und  finden,  in  macht- 
vollen Kundgebungen,  ihre  hochwertigen  Erzeugnissse  vor- 
zuführen. 

Der  Gedanke  der  Jahresschau  Dresden  ist  aus  solchen 
Erwägungen  heraus  geboren.  Glas  und  Keramik  sollen  den 
Reigen  eröffnen.  Beide,  hochbedeutende  Industrien  sollen  in 
würdiger  Repräsentation  die  Vielseitigkeit  ihrer  Erzeugnisse 
vor  Augen  führen. 

Die  Vorgeschichte  der  Ausstellung  war  bis  heute  recht 
interessant  und  bewegt.  Es  hat  sich  nämlich  gezeigt,  daß  von 
Anfang  an  auf  seiten  der  Keramik  volles  Verständnis  für  die 
Wichtigkeit  und  Bedeutung  des  Unternehmens  bestanden  hat. 
Dagegen  hatte  die  Abteilung  Glas  mit  starken  Gegenströmungen 
zu  kämpfen.  Auf  der  einen  Seite  wurden  Stimmen  laut,  die 
der  Befürchtung  Ausdruck  gaben,  wenn  die  deutsche  Industrie 
auf  einer  Ausstellung  zeige,  auf  welch  hohem  Stande  der 


Leistungsfähigkeit  sie  sich  befinde,  so  könne  dieses  Deutsch- 
land Nachteile  durch  weitere  Schikanen  des  Auslandes  hervor- 
rufen. Diese  Stimmen  übersehen  völlig,  daß  das  Ausland  durch 
seine  nur  zü  gut  wirkende  Handels-Spionage,  so  genau  über 
den  Stand  unserer  Leistungsfähigkeit  unterrichtet  ist,  daß  ihm 
durch  eine  Ausstellung  nichts  Neues  gesagt  werden  kann. 

Auf  der  anderen  Seite  waren  es  die  Engherzigen  und  die 
Kleinlichen,  die  sich  sagten: 

„Wir  leben  jetzt  in  einer  Zeit  günstiger  Konjunktur  im 
Inland  und  haben  keine  Reklame  nötig.  Wozu  sollen  wir  Opfer 
an  Zeit  und  Geld  für  eine  Ausstellung  bringen,  die  uns  doch 
momentan  keinen  greifbaren  Nutzen  abwerfen  kann?" 

Leider  fehlt  es  in  der  Glasindustrie  an  solchen  Köpfen 
nicht,  die  jede  Fühlung  mit  den  großen  Fragen  unserer  Zeit 
vermissen  lassen,  über  den  Kreis  ihres  nur  allzuengen  Hori- 
zontes nicht  hinausblicken  können  und  überdies  jeglichen  Sinnes 
für  die  Gemeinsamkeit  der  Interessen  ihrer  Industrie  entraten. 
Bemerkenswerter  Weise  haben  gerade  diese  sich  "nicht  damit 
begnügt,  der  Ausstellung  ihre  Teilnahme  zu  versagen,  sondern 
sie  haben  es  für  nötig  befunden,  die  ganze  Ausstellungsidee 
zu  bekämpfen.  Glücklicher  Weise  ohne  Erfolg!  Die  Abteilung 
Glas  hat  trotz  aller,  Gegenströmungen  schon  soviele  Voran- 
meldungen erhalten,  idaß  sie  heute  gesichert  ist.  Was  aber 
noch  mehr  bedeutet,  ist  die  Tatsache,  daß  die  Anmeldungen 
so  vielseitig  sind,  daß  nicht  nur  ein  imposantes,  sondern  auch 
ein  erschöpfendes  und  umfassendes  Bild  aller  Zweige  unserer 
Industrie  dadurch  geboten  wird. 

Die  gestaltende  Idee  der  Ausstellung  ist,  den  Werdegang 
des  Glases  zu  zeigen.  Beim  Eingang  in  die  Halle  wird  man 
das  halbfertige  und  gewöhnliche  Glas  sehen  und  beim  Durch- 
schreiten der  Halle  von  Schritt  zu  Schritt  bis  zum  feinsten  und 
edelsten  Kristall  geführt  werden.  Wenn  es  der  noch  vor- 
handene Platz  erlaubt,  so  soll  sich  daran  eine  historische  Ab- 
teilung anschließen,  die  die  Entwickelung  der  Glas-Industrie 
aus  ihren  Uranfängen  bis  zur  heutigen  Blüte  vor  Augen  führen 
soll.  Je  nachdem  noch  weitere  Anmeldungen  eingehen,  kann 
aber  die  historische  Abteilung  in  ihrer  Ausdehnung  beschnitten 
werden,  sodaß  auch  heute  noch  den  bisher  Fernstehenden  die 
Möglichkeit  geboten  ist,  sich  an  dem  großen  Werke  zu  be- 
teiligen. 

Daß  es  zum  Segen  für  unsere  Industrie  und  damit  für 
unsere  Volkswirtschaft,  für  die  sie  eine  der  wichtigsten 
Faktoren  ist,  und  letzten  Endes  für  unser  gebeugtes,  aber 
kraftvoll  wieder  emporstrebendes  Vaterland  ausschlagen  möge, 
ist  der  Wunsch  und  die  Hoffnung  derjenigen,  die  den  Aus- 
stellungs-Gedanken ins  Leben  gerufen  haben  und  ihn  mit  allen 
Kräften  fördern.  ______ 


122  —  Nr.  11 


SPRECHSAAL- COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


Die  photographischen  Aufnahme -Verfahren. 

Von  C.  Fleck. 
(Fortsetzung.) 
-  VI. 

Seitdem  Kameratisch  und  Aufnahmebrett  miteinander  fest 
verbunden  sind,  fallen  die  umständlichen  Messungen,  welche 
früher  dem  Einstellen  vorausgegangen  sind,  weg.  Höchstens, 
daß  man  nachzusehen  hat.  ob  das  Objektiv  richtig  in  seinem 
Ring  sitzt,  und  ob  der  Objektivvorbau  genau  in  die  Kamera 
eingesetzt  wurde.  Wäre  dies  nicht  der  Fall,  dann  würde  das 
Original  an  einem  seiner  Ränder  unscharf  auf  der  Mattscheibe 
erscheinen.  Während  der  Landschaftephotograph  zuerst  den 
günstigsten  Standpunkt  suchen  wird,  um  den  aufzunehmenden 
Gegenstand  auf  der  Platte  vorteilhaft  plazieren  zu  können 
(Bildabschlaß),  fällt  diese  Arbeit  beim  Reproduktionsphoto- 
graphen fort.  Er  hat  nur  dafür  zu  sorgen,  daß  sein  Aufnahme- 
gegenstand, wenn  er  eine  Druckfläche  darstellt,  gleichmäßig, 
und  wenn  er  ein  plastischer  Gegenstand  ist,  richtig  beleuchtet 
ist.  Das  Nächste,  was  der  Reproduktions-Photograph  tun  muß, 
ist  die  Einstellung  auf  Bildgröße.  Zeigt  sich  bei  der  ersten 
Einstellung,  daß  das  Mattscheibenbild  kleiner  oder  größer  ist, 
als  der  Besteller  vorgeschrieben  hat,  dann  hilft  man  sich  ein- 
fach dadurch,  daß  man  die  Kamera  vor-  oder  zurückschraubt. 
Nun  erst  erfolgt  die  Einstellung  auf  Schärfe  und  das  Abblenden. 

Um  das  Einstellen  auf  Schärfe  genau  durchführen  zu 
können,  bediene  man  sich  einer  aplanatischen  Einstellung.  Für 
manche  Reprodnktionszwecke  genügt  aber  auch  diese  nicht, 
weil  entweder  die  erzielte  Vergrößerung  zu  gering  oder  für 
den  Gebrauch  zu  unbequem  ist,  so  daß  man  mit  dem  Kopfe 
sehr  nahe  an  die  Mattscheibe  heranrücken  muß.  Um  dies  zu 
vermeiden,  benütze  man  zusammengesetzte  oder  mikroskopische 
Lupen;  diese  werden  bis  zu  dreifacher  linearer  Vergrösserung 
hergestellt  und  gestatten  dem  Auge  die  Prüfung  in  einer  an- 
genehmen Entfernung.  Die  Lupe  wird  auf  das  Korn  der  Matt- 
scheibe genau  eingestellt,  und  diese  Einstellung,  welche  dem 
Auge  des  Beobachters  angepaßt  wird,  bleibt  für  immer  be- 
stehen. Zorn  Scharfeinstellen  stellt  man  die  justierte  Ein- 
stellupe auf  die  Mattscheibe  und  prüft  das  Bild. 

Durch  das  Abblenden  wird  die  Zeichnungsschärfe  oder  die 
Tiefenschärfe  im  Bilde  erhöht,  die  Lichtstärke  des  Objektivs 
wird  veningert,  dagegen  der  brauchbare  Bildwinkel  vergrößert. 
Die  Praxis  lehrt,  daß  man  immer  mit  der  größtmöglichen 
Blende  arbeiten  soll,  denn  einerseits  spart  man  Belichtungszeit 
nnd  anderseits  gewinnen  die  Bilder  an  Qualität.  Es  ist  nicht 
gleichgültig,  ob  man  bei  geringer  relativer  Oeffnung  lange 
Zeit  oder  bei  großer  den  mathesisch  entsprechenden  kleinen 
Zeitbetrag  belichtet.  Im  ersten  Falle  Wird  in  den  dunklen 
Stellen  der  Schwellenwert  weniger  überschritten,  und  es  er- 
gibt sich  ein  weniger  durchgezeichnetes  und  somit  härter  aus- 
sehendes Negativ.  Dunkle  Objekte,  wie  dunkle  Oelgemälde, 
Kirchen-Interieurs  usw.  verlangen  viel  Licht  bei  der  Aufnahme. 

Die  Glasplatte  oder  das  Aufnabmeglas,  das  als  Träger  der 
Bildscbicht  dient,  muß  aus  absolut  planem,  blasen-  und  kratzer- 
fi  eiern  Glase  bestehen,  damit  hauptsächlich  bei  Aufnahmen  von 
kartographischen  Arbeiten  keine  Bildverzeichnungen  vor- 
kommen, dann,  damit  durch  ebenes  Anliegen  an  die  Metall- 
platte scharfe  Kopien  erzeugt  werden  können,  und  endlich, 
damit  die  Glasplatten  nicht  platzen  können,  weil  der  Druck  im 
Kopier  rahmen  ein  sehr  starker  ist  und  sein  muß.  Bei  Strich- 
sacben  lür  Reklamearbeiten  kann  auch  Salinglas  verwendet 
werden,  besonders  für  Aufnahmen,  die  für  Kopierzwecke  ab- 
gezogen oder  gedreht  werden.  Der  Reproduktions-Photograph 
kennt  die  folgenden  Glasplattengrößen  und  Glasstärken: 
13X18  cm,  1      mm  28X33  1/*  cm,  3  mm 

18  X  24    „  ,  1 V,     „  30  X  40       „  ,  3 »/,  „ 

21X*7    „  ,  2        „  Ö9X461/*    „  ,  4  „ 

24  X  30    „  ,  2 »/,     „  40  X  50       „  ,  4  V,  „ 

Frisch  polierte  Glasplatten,  die  aus  der  Fabrik  gekommen 
sind,  müssen  an  den  RäDdern  mit  Hilfe  eines  Schleifsteines 
oder  mit  einer  groben  Schmirgelpapierfeile  abgeschliffen  werden, 
damit  man  die  Hände  nicht  verletzt.  Neue  Glasplatten  stellt 
man  in  einen  Säaretrog  (aus  glasiertem  Ton)  mit  Nuten 
and  Abflußhahn,  worin  Salpetersäure  im  Verhältnis  1 : 10  mit 
Wasser  verdünnt  sich  befindet.  Man  nennt  diese  Reinigung 
der  Glasplatten  das  „Absäuern".  Gebrauchte  Glasplatten  werden 
vorher  in  5  °/0-ige  Aetzkalilauge  gelegt,  mit  Wasser  überbürstet 
und  kommen  hierauf  in  den  Säuretrog.  Die  dem  letzteren  ent- 
nommenen Glasplatten  werden  reichlich  mit  Wasser  abgespült, 
worauf  man  sie  abtropfen  läßt  und  die  Aufnahmeseite  mit  der 
Eiweiß-Voipiäparations-Flüssigkeit  übergießt.  Die  abfließende 
Eiweißlösung  fängt  man  in  einem  Filtriertrichter  auf,  um  sie 
aufs  neue  gebrauchen  zu  können.  Die  im  voraus  vorpräparierten 
Glasplatten  weiden  auf  einem  „Plattenbock"  in  einen  staub- 
freien Schrank  gestellt. 


Die  wichtige  Arbeit  des  Kollodionierens  der  Glasplatten 
mit  Negativkollodium  ist  für  kleine  und  mittelgroße  Platten 
ziemlich  leicht  ausführbar ;  für  größere  Glasplatten  von  24X35 
cm  bedient  man  sich  eines  sogenannten  „Pilzes",  d.  h.  eines 
viereckigen  Brettchens,  das  mit  einer  Filzplatte  überzogen  ist 
und  einen  Stiel  als  Handgriff  hat,  oder  man  legt  die  Platte 
auf  einen  feststehenden  Pilzkopf,  wobei  man  sie  nach  jeder 
Richtung  hin  bequem  auf-  oder  abwärts  dirigieren  kann.  Beim 
Uebergießen  der  Platte  mit  Kollodium  verfährt  man  so,  daß 
zuerst  eine  hinreichende  Menge  Kollodium  auf  die  Mitte  der 
wagrecht  gehaltenen  Platte  ausgegossen  wird ;  dann  neigt  man 
die  Platte  leicht  gegen  die  rechte  obere  Ecke,  läßt  von  da  aus 
das  Kollodium  nach  der  linken  oberen  Ecke  fließen,  hierauf 
gegen  die  linke  untere  Ecke  und  endlich  an  der  rechten 
unteren  Ecke  in  die  Filterflasche  abfließen.  Die  Glasplatte  wird 
hierbei  mit  den  Fingern  an  der  rechten  unteren  Ecke  gehalten. 
Sobald  die  untere  rechte  Ecke  zu  erstarren  anfängt,  was  man  \ 
am  Ablauftropfen  erkennt,  wird  die  Platte  in  das  Silberbad 
gelegt. 

Die  Arbeit  des  Lichtempfindlichmachens  (Sensibilisieren, 
Sensitieren)  der  kollodionierten  Glasplatten  wird  am  besten  in 
einer  Porzellan  schale  mit  Holzverschalung  vorgenommen.  Bei 
Verwendung  von  Glasschalen  sei  die  Innenwand  der  Holzver- 
schalung mit  weißer  Oel-  oder  Emailfarbe  ausgestrichen. 

In  die  Schale  muß  soviel  filtriertes  Silberbad  gegossen 
werden,  daß  die  Grundfläche  der  Schale  1  cm  hoch  damit  be- 
deckt ist.  Behufs  Lichtempfindlichmachung  der  Kollodium- 
platte —  in  geschlossener  Dunkelkammer  —  hebe  man  die 
Schale  auf  einer  Seite  in  die  Höhe  nnd  stelle  die  Kollodium- 
platte mit  einem  Rande  darin  auf,  lasse  sie  mit  der  Rück- 
seite sanft  in  die  Schale  fallen,  senke  gleichzeitig  die  gehobene 
Schale  auf  den  Tisch  nieder,  wodurch  das  Silberbad  die  ganze 
Platte  mit  einem  Zuge  bedecken  soll.  Wo  das  Silberbad  nur 
einige  Sekunden  verweilt,  bleibt  ein  Streifen  (Silberstreifen) 
auf  der  Platte  zurück,  der  sich  im  fertigen  Negativ  als  dunkler 
Streifen  bemerkbar  macht.  Ist  zu  wenig  Silberbad  in  der 
Schale  vorhanden,  so  gibt  dies  zur  Fleckenbildung  Veran- 
lassung, die  nicht  zu  verbessern  ist.  Die  Platte  verbleibt  je 
nach  der  Temperatur  des  Silberbades  2—3  Minuten  darin.  Das 
sicherste  Zeichen,  daß  die  Platte  ausgesilbert  ist,  bildet  die 
vollkommen  glatte  Kollodiumfläche,  auf  der  das  Silberbad 
nicht  mehr  öl-  oder  fettstreifenartig  abläuft.  Nunmehr  schiebe 
man  einen  Silberbadhaken,  der  aus  Ebonit,  Horn  oder  Silber- 
blech bestehen  kann,  unter  die  Platte,  hebe  diese  mit  der 
Kollodium-Ablaufseite  heraus,  packe  sie  in  schräger  Richtung 
und  lasse  sie  abtropfen.  Hierauf  stellt  man  die  Platte  mit 
dem  der  Ablaufseite  entgegengesetzten  Rande  auf  das  auf  dem 
Tisch  ausgebreitete  Fließpapier,  reinigt  mit  Filtrier-  oder 
Joseph-Papier  die  Rückseite  der  Platte,  bringt  diese  in  die 
Kassette  und  setzt  letztere  behufs  Belichtung  (Exposition)  in  i 
die  Kamera  ein.  Die  Dauer  der  Exposition  hängt  von  der 
Stärke  des  Lichtes,  von  der  Lichtstärke  des  Objektives,  vom 
der  Größe  des  Formates,  von  der  Farbe  des  Originals,  vom 
der  Empfindlichkeit  der  Präparate  und  endlich  von  der  Größe 
der  Blende  ab,  mit  der  die  Aufnahme  gemacht  wird.  In  der 
Regel  genügen  3  Minuten.  Soll  jedoch  die  Aufnahme  kleiner 
als  das  Original  sein,  so  ist  die  Aufnahme  bei  gleichen  Ver- 
hältnissen eine  kürzere.  Im  entgegengesetzten  Falle  ist  eine 
längere  Exposition  erforderlich.  Man  vergesse  niemals,  vor 
der  Aufnahme  das  Objektiv  mit  dem  Objektivdeckel  zu  schließen 
und  bei  der  Aufnahme  diesen  abzunehmen.  Nach  erfolgter 
Aufnahme  bedeckt  man  das  Objektiv,  schließt  die  Kassette  und 
bringt  sie  in  die  Dunkelkammer,  wo  sie  geöffnet,  die  Platte 
herausgenommen  und  durch  Uebergießen  mit  Entwicklerlösung 
aus  einem  Becherglas  das  Bild  hervorgerufen  wird.  Beim! 
Uebergießen  neigt  man  die  Platte  mit  dem  Ablaufrande  —  sonst  l 
gibt  es  Flecke  —  und  gießt  ein  wenig,  aber  genügend  Ent- 
wickler in  einem  Zuge  über  die  ganze  Platte.  Die  als  Ent- 
wickler dienende  Eisenvitriollösung  vermischt  sich  mit  der  auf 
der  Schicht  adhärierenden  Silbernitratlösung  und  scheidet  aus 
dieser  festes  metallisches  Silber  ab,  welches  sich  im  Entstehen 
als  sehr  feines  Korn  auf  die  Stellen  der  Schiebt  ablagert  und 
hier  festhalten  läßt,  die  belichtet  waren,  wobei  die  Ablagerungs- 
Dichte  abhängig  ist  von  dem  Grade  der  Belichtung.  Während 
der  Entwicklung  muß  die  Platte  durch  Heben  oder  Senken 
stets  in  Bewegung  bleiben,  damit  der  Entwickler  nirgends 
stehen  bleibt,  sonst  gibt  es  ebenfalls  Flecken.  Nach  4—5  Se- 
kunden erscheint  das  Bild  und  gewinnt  bei  fortdauerndem  Ent- 
wickeln allmählich  an  Kraft.  Die  Entwicklung  oder  Hervor- 
rufung des  Bildes  währt  so  lange,  bis  alle  Einzelheiten  des 
Bildes  in  der  Durchsicht  sichtbar  sind.  Erscheint  das  Bild  zu 
langsam,  so  war  die  Belichtung  zu  kurz.  Ist  die  Platte  über- 
belichtet, so  kommt  das  Bild  schon  während  des  Uebergießens 
zum  Vorschein,  und  feine  Striche  oder  Punkte  werden  getrübt 
oder  belegt.  Die  Entwicklung  wird  durch  reichliches  Abspülen  | 
mit  Wasser  beendigt,  worauf  man  die  Platte  in  das  Fixierbad 


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1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  11  —  123 


legt,  worin  sie  so  lange  verbleibt,  bis  alles  unbelichtete  Jod- 
silber sich  gelöst  hat  und  die  Zeichnung  in  der  Durchsicht  klar 
erscheint.  Hierauf  wird  die  Platte  wieder  reichlich  mit  Wasser 
gespült,  auch  die  Bückseite  gewaschen,  und  nach  dem  Ab- 
tropfen verstärkt,  weil  die  nasse  Kollodiumplätte  in  der  Regel 
zu  transparent  ausfällt  und  durch  die  Verstärkung  auf  die  nötige 
Dichte  gebracht  wird. 

Aufnahmen,  die  ohne  Hilfe  eines  Umkehrspiegels  oder 
eines  Umkehrprismas  aufgenommen  wurden,  müssen  abgezogen 
werden.  Das  Abziehen  kann  auf  zwei  Arten  stattfinden,  entweder 
mit  Kautschuklösung  oder  mit  Gelatine.  Bei  ersterem  Verfahren 
benötigt  man  folgende  Kautschuklösung: 

Chloroform,  Pharm.  Germ.  III    .    .     25  Teile 

Paragummi   .    .    .   1  „ 

Petroleumbenzin  20C  „ 

Der  Kautschuk  wird  befeuchtet,  mit  einem  Basiermesser  in 
kleine  Stücke  geschnitten  und  in  Chloroform  gelöst,  worauf  die 
Lösung  mit  Benzin  verdünnt  wird.  Mit  dieser  Gummilösung 
(filtriert)  wird  das  trockene  Kollodiumnegativ  Übergossen  und, 
sobald  dieser  Ueberzug  trocken  wurde,  mit  Lederkollodium 
überzogen.    Das  letztere  besteht  aus: 

Bohkollodium  100  Teile 

Bizinusöl   2  „ 

Lärchenterpentin  .  .  .  .  .  ' .  .  5  „ 
Die  Mischung  wird  geschüttelt,  filtriert  und  ist  dann  zum 
Uebergiefien  gebrauchsfertig.  Die  Kautschuklösung  fangiert 
als  Zwischenschicht,  damit  das  Laderkollodium  die  Negativ- 
schicht nicht  auflösen  kann.  Die  mit  beiden  Abziehlösungen 
überzogene  Platte  wird  mit  einem  Messer  leicht  eingeschnitten, 
damit  das  Glas  nicht  verletzt  wird,  und  in  eine  3  °/0-ige  Schwefel- 
säurelösung gelegt.  Nach  einigen  Minuten  legt  man  auf  das 
Negativ  ein  entsprechend  geschnittenes  Papier  und  zieht  mit 
diesem  die  Negativhaut  ab,  die  auf  einem  anderen  Glas  oder 
direkt  am  Kopierrahmenglas  angebracht  wird. 

Beim  Abziehen  mit  Gelatinelösung  wird  das  trockene 
Negativ  wagrecht  auf  eine  vorher  nivellierte,  dicke  Spiegel- 
glasscheibe gelegt,  damit  ein  Ueberfließen  der  Gelatine,  wenn 
diese  richtig  aufgegossen  wird,  nicht  stattfinden  kann.  Die 
Gelatinelösung  besteht  aus: 

Destilliertes  Wasser  100  Teile 

Eisessig  20  „ 

Glyzerin  10  „ 

Gelatine  25  „ 

Weingeist  .     50  „ 

Die  Gelatine  läßt  man  vorher  aufquellen,  verflüssigt  sie 
fm  Wasserbade,  stellt  sie  vom  Heizapparat  weg  und  gibt  ihr 
dann  erst  den  Spiritus  unter  Umrühren  in  kleinen  Partien  zu. 
Die  filtrierte  Lösung  gießt  man  auf  die  Mitte  des  Negatives  auf, 
verteilt  sie  von  da  aus  mittels  eines  starken  Fließpapierstreifens 
nach  den  Bändern  der  Platte,  worauf  man  sie  erstarren  und 
eintrocknen  läßt.  Die  Essigsäure  bewirkt  ein  schnelles  Auf- 
quellen und  leichteres  Abziehen  der  Gelatine,  das  Glyzerin 
macht  die  Gelatinehaut  geschmeidig,  und  der  Spiritus  bewirkt 
ein  leichteres  Fließen  der  Gelatine  über  die  Glasplatte  sowie 
iin  bedeutend  rascheres  Trocknen.  Auf  die  getrocknete  Gelatine- 
schicht kann  Betuschierlack  aufgetragen  werden. 

VII. 

Der  Gedanke,  die  nasse  Kollodium-Methode  zu  vereinfachen, 
das  Präparieren  mit  dem  Silberbad  zu  umgehen  und  das  Silber- 
nitrat dem  Kollodium  einzuverleiben,  rührt  von  Gaudin  (1855) 
fer.  Die  erste  brauchbare  Bromsilberkollodium  •  Emulsion 
wurde  aber  erst  1864  von  B.  J.  Sayce  und  W.  B.  Bolton  in 
Liverpool  hergestellt.  Aber  in  die  Praxis  wurde  sie  erst  durch 
Mr.  Eugen  Albert  in  den  80-er  Jahren  in  München  eingeführt, 
und  sie  hat  für  die  photographische  Beproduktionstechnik  eine 
ungemeine  Verbreitung  gefunden.  Sie  ist  nicht  nur  für  Strich- 
nnd  Halbtonsachen  geeignet,  sondern  auch  zur  Aufnahme 
farbiger  Gegenstände,  weil  sie  sich  fast  ebenso  leicht  wie  die 
[Trockenplatte  für  jede  Farbe  sensibilisieren  und  wie  letztere 
mit  oder  ohne  Filter  verwenden  läßt.  Für  autotypische 
Aufnahmen  steht  sie  ohnedies  unerreicht  da.  Die  Kollodium- 
Emulsionsnegative  lassen  sich  fast  ebenso  rasch  auswaschen 
und  nachbehandeln  (verstärken  oder  abschwächen),  wie  nasse 
Kollodium-Platten. 

Die  Bromsilber-Kollodiam-Emulsion  ist  eine  alkoholisch- 
lätherische  Lösung  von  bromsilberhaltiger  Kollodiumwolle  und 
wird  fabrikmäßig  hergestellt.  Ihre  Herstellung  gründet  sich 
idarauf,  daß  Silbersalze  (Silbernitrat)  in  wässeriger  oder  alkoho- 
lischer Lösung  befähigt  sind,  mit  Halogensalzen  (Brom-,  Chlor-, 
Jodkalium)  wasser-  oder  alkoholunlösliche  Niederschläge  zu  bilden, 
welche  bei  Gegenwart  sogenannter  Kolloidsubstanzen  (Eiweiß, 
Gelatine,  Kollodium)  in  äußerst  fein  verteiltem  Zustand  in  der 
Kolloidflüssigkeit  schweben  und  dadurch  eine  sogenannte 
„Emulsion"  (milchige  Trübung)  bilden.  Das  Kollodium  ist  der 
Bildträger,  und  das  Bromsilber  der  Bilderzeuger.  Die  Beschaffen- 


heit des  Kollodiums,  der  Lösung  der  nitrierten  Baumwolle  in 
Alkohol-Aether,  ist  von  großer  Bedeutung  für  die  Güte  und  Halt- 
barkeit der  Emulsion.  Ein  gutes,  für  photographische  Zwecke 
dienliches  Kollodium  muß  in  physikalischer  wie  in  chemischer 
Hinsicht  gleich  vollkommen  sein.  Es  darf  weder  zu  dick-  noch 
zu  dünnflüssig  sein,  es  muß  beim  Trocknen  durchsichtig  und 
zäh  sein,  damit  es  imstande  ist,  die  Halogensilbersalze  fest 
einzuschließen,  das  häufige  Waschen  mit  Wasser  vertragen 
und  chemischen  Agentien  genügenden  Widerstand  bieten.  Seine 
Auftrocknung  oder  die  Haut  muß  selbstverständlich  strukturlos 
sein  und  in  chemischer  Beziehung  bei  großer  Empfindlichkeit 
die  Fähigkeit  haben,  ein  intensives  Bild  zu  geben.  Das 
Kollodium  soll  weder  sauer  noch  alkalisch  reagieren,  und  die 
Baumwolle,  aus  der  es  hergestellt  wurde,  durfte  weder  kurz 
abreißen,  noch  stark  stauben.  Alkalien,  Alkalikarbonate  und 
Ammoniak  machen  das  Kollodium  dünnflüssig  und  brüchig, 
weshalb  diese  Körper  bei  der  Emulsionsbereitung  nicht  länger 
als  nötig  mit  dem  Kollodium  in  Verbindung  zu  lassen  sind. 
Weniger  empfindlich  ist  das  Kollodium  gegen  Wasser,  stark 
verdünnte  Säuren  und  Alkaloide.  In  der  fertigen  Emulsion 
dürfen  höchstens  Spuren  von  Wasser  sein,  weil  sie  sonst 
keinen  guten  Guß  liefert  und  leicht  zerreißt.  Sehr  gut  läßt 
sich  das  Zelloidin  von  Schering  in  Berlin  verwenden.  Von 
Wichtigkeit  ist  die  Bestimmung  der  Viskosität  (Zähflüssigkeit) 
des  Kollodiums,  weil  ein  zähflüssiges,  alkoholreiches  Kollodium 
eine  feinkörnigere  Negativschicht  bildet.  Der  zu  verwendende 
Alkohol  und  Aether  müssen  absolut  rein  und  besonders  in 
heutiger  Zeit  auf  allgemeine  Verunreinigungen,  Aldehyd,  freie 
Säure,  Furfurol,  Fuselöl,  Wasserstoffsuperoxyd  und  Schwefel- 
verbindungen geprüft  werden.  Als  Bromsilber  kommt  entweder 
das  flockige  und  das  pulverige  oder  das  körnige  in  Betracht, 
niemals  das  geschmolzene  kristallisierte. 

Das  durch  Fällen  in  Kollodium  entstandene  Bromsilber 
zeigt  ein  anderes  spektrales  Verhalten  als  das  in  Gelatine.  Die 
Kollodium-Emulsion  ist  mehr  violettempfindlich,  die  Gelatine- 
Emulsion  mehr  blauempfindlich.  Das  Bromsilber  der  letzteren 
Emulsion  ist  weniger  leicht  zu  Silber  zu  reduzieren  als  das 
violettempfindliche.  Auch  im  Verhalten  chemischen  und 
optischen  Sensibilisatoren  gegenüber  sind  die  beiden  Emulsionen 
-  sehr  verschieden.  Die  Kollodium -Emulsion  ist  chemischen 
Sensitoren  gegenüber  (wie  freies  Silbernitrat,  Tannin,  Alkaloide 
usw,)  viel  empfindlicher  als  die  Gelatine-Emulsion.  Die  Er- 
höhung der  Farbenempfindlichkeit  (optische  Sensitierung)  durch 
Zusatz  von  Farbstoffen  ist  bei  der  Kollodium-Emulsion  eine 
wesentlich  größere.  Die  Sensitierungszonen  sind  bei  Kollodium- 
Emulsionen  geschlossener  und  kürzer  als  die  Bromsilbergelatine- 
Emulsionen,  weshalb  sich  Dreifarben -Kollodium -Emulsionen 
herstellen  lassen,  welche  ein  Farbenfilter  entbehren  können.  — 

(Schluß  folgt.) 

Die  deutsch-spanischen  Handelsbeziehungen. 

(Nachdruck  verboten.) 

Das  deutsch-spanische  Handelsabkommen  vom  12.  Februar 
1899  ist  von  spanischer  Seite  zum  20.  Dezember  1922  gekündigt 
worden.  Hieraus  und  aus  dem  Umstände,  daß  in  Spanien  die 
Einführung  eines  neuen  Zolltarifes  mit  zum  Teil  erheblich  er- 
höhten Zollsätzen  vor  der  Tür  steht,  ergibt  sich  die  Not- 
wendigkeit, Vorbereitungen  zu  einer  Neuregelung  der  deutsch- 
spanischen Handelsbeziehungen  zu  treffen. 

Bisher  stand  deutschen!  Erzeugnissen  in  Spanien  das  Becht 
auf  die  Meistbegünstigung  zu.  Trotz  dieses  Anspruches  war, 
wie  wir  weiter  unten  sehen  werden,  Spanien  dazu  übergegangen, 
zu  den  Zollsätzen  Valutazuschläge  zu  erheben.  Die  deutsche 
Begierung  hat  zwar  gegen  diese  Valutazuschläge  Einspruch 
erhoben,  da  sich  dieselben  mit  dem  Vertrage  nicht  in  Einklang 
bringen  ließen,  einen  Erfolg  hat  aber  dieser  Einspruch  nicht 
gezeitigt.  Die  Valutazuschläge  auf  deutsche  Waren  werden 
nach  wie  vor  erhoben.  Es  ist  zu  befürchten,  daß  bei  längerem 
Anhalten  des  bestehenden  Zustandes  die  Kundschaft  in  Spanien 
entfremdet  wird  und  sich  durch  die  Not  gezwungen  an  die 
Erzeugnisse  anderer  fremder  Länder  gewöhnt.  Bezüglich  der 
Aufhebung  der  Valutazuschläge  ist  zu  bemerken,  daß  in 
spanischen  Zeitschriften  unklare  Angaben  enthalten  sind,  nach 
welchen  die  Valutazuschläge  zwar  aufgehoben  werden  sollen, 
daß  anstatt  deren  aber  andere  Maßnahmen  gegenüber  valuta- 
schwachen Ländern  getroffen  werden  sollten.  Leider  werden 
nähere  Einzelheiten  nicht  erwähnt,  aus  denen  Schlüsse  auf  die 
Absichten  der  spanischen  Begierung  gezogen  werden  könnten. 

Was  die  in  Spanien  zur  Erhebung  kommenden  Zollabgaben 
anbetrifft,  so  sind  dieselben  derartig  hoch,  daß  es  den  deutschen 
Fabrikanten  und  Exporteuren  beinahe  unmöglich  gemacht  wird, 
weiter  nach  Spanien  Waren  abzusetzen.  Bei  den  bevorstehenden 
Verhandlungen  muß  mit  allen  Mitteln  dahin  gestrebt  werden, 
wenigstens  bei  den  Erzeugnissen  einen  einigermaßen  ange- 
messenen Zollsatz  festzusetzen,  die  in  Spanien  entweder  über- 


124  —  Nr.  11 

hanpt  nicht  oder  nur  in  unbedeutendem  Umfange  hergestellt 
werden. 

Nach  unseren  Informationen  sind  Verhandlungen  zwischen 
der  deutschen  und  spanischen  Regierung  zwecks  Regelung  der 
gegenseitigen  Handelsbeziehungen  in  kurzer  Zeit  zu  erwarten. 
Wir  stellen  daher  anheim,  Wünsche  bezw.  Anregungen  der 
Interessenten  möglichst  bald  zur  Kenntnis  der  in  Frage 
kommenden  Amtsstellen  zu  bringen. 

Spanien  ist  kein  Industrieland,  sondern  es  betreibt  vor- 
wiegend Landwirtschaft  und  Bergbau.  Infolgedessen  war  seine 
Industrie  bis  zum  Ausbruche  des  Weltkrieges  verhältnismäßig 
nur  gering  entwickelt.  Trotzdem  hat  es  seit  vielen  Jahren 
Schutzzollpolitik  getrieben.  Die  Schutzzölle  haben  aber  der 
spanischen  Industrie  nicht  zum  Ansporn  gedient,  sich  zu  ver- 
vollkommnen, sondern  sind  auf  Kosten  der  Konsumenten  zu 
großen  Gewinnen  ausgenutzt  worden.  Hierzu  kommt  noch,  daß 
in  Spanien  während  des  Krieges  und  in  der  Zeit  nach  dem 
Kriege  infolge  der  außergewöhnlichen  Verhältnisse  zahlreiche 
neue  Industriezweige  zum  Teil  mit  nicht  unerheblichen  Mitteln 
ins  Leben  gerufen  worden  sind.  Da  jedoch  die  zu  einer 
gedeihlichen  Entwickelung  erforderlichen  Grundlagen  fehlen 
und  sich  aus  diesem  Grunde  die  ausländische  Konkurrenz 
naturgemäß  leicht  fühlbar  macht,  ist  der  Versuch  der  spanischen 
Regierung,  diese  neu  entstandenen  Industriezweige  künstlich 
durch  eine  kurzsichtige  Zollpolitik  zu  erhalten  und  zu  stützen, 
von  vornherein  als  verfehlt  zu  bezeichnen.  Ein  solches  Unter- 
nehmen ist  auf  die  Dauer  aussichtslos.  Ueber  kurz  oder  lang 
werden  dieselben  der  Konkurrenz  des  Auslandes  unterliegen 
müssen.  Zum  Teil  hat  sich  auch  schon  in  Spanien  selbst  die 
Erkenntnis  Bahn  gebrochen,  daß  eine  solche  Politik  nur  auf 
Kosten  der  Verbraucher  durchgesetzt  werden  kann,  die  auf 
solche  Weise  schlechte  Erzeugnisse  spanischen  Ursprungs  weit 
teurer  bezahlen  müssen,  als  wenn  dieselben  in  guter  Beschaffen- 
heit von  dem  Auslande  geliefert  worden  wären. 

Was  die  Steingut-  und  Fayenceindustrie  anbetrifft,  so  hat 
Spanien  einige  bemerkenswerte  Betriebe  in  Madrid,  Sevilla, 
Valencia  und  Valladolid  aufzuweisen.  Nicht  unbedeutend  ist 
auch  die  Porzellanindustrie  in  Sevilla,  Viodo  und  Segoria. 
Glashütten  liegen  in  Asturien,  den  baskischen  Provinzen  und 
Sevilla. 

In  Spanien  gelangen  die  Zölle  auf  der  Grundlage  des  Zoll- 
gesetzes vom  27.  Dezember  1911  zur  Erhebung,  das  am 
1.  Januar  1912  in  Kraft  getreten  ist,  dessen  Sätze  selbst  aber 
später  wiederholten  Aenderungen  unterzogen  worden  sind. 
Dieser  Zolltarif  sieht  für  jede  Tarifnummer  zwei  Zollsätze  vor, 
einen  Maximalzoll  und  einen  Minimalzoll.  Der  niedrige  Satz 
wird  auf  diejenigen  Waren  angewendet,  die  aus  Länder  kommen, 
in  denen  die  spanischen  Erzeugnisse  mit  den  niedrigsten 
Zöllen  des  Tarifes  belegt  werden,  die  also  den  spanischen 
Waren  ihren  Vertragstarif  gewähren.  Der  höhere  Satz  wird 
auf  Herkünfte  aus  allen  übrigen  Ländern  angewendet. 

Die  hochschutzzöllnerischen  Bestrebungen  der  spanischen 
Regierung  brachten  es  in  der  Nachkriegszeit  infolge  der  sich 
naturgemäß  immer  fühlbarer  machenden  Wirtschaftskrise  mit 
sich,  daß  am  1.  Dezember  1920  eine  Verordnung  in  Kraft  trat, 
die  ohne  Aenderung  des  Zolltarifschemas  für  eine  ganze  An- 
zahl von  Tarifpositionen  nicht  unwesentliche  Zollerhöhungen 
voihah.  Bereits  mit  Wirkung  vom  21.  Mai  1921  wurden  weiter 
wiederum  unter  Beibehaltung  des  Zolltarifschemas  sämtliche 
Zollsätze  erheblich  erhöht,  und  zwar  sowohl  im  Maximaltarif 
als  auch  im  Minimaltarif. 

Bei  diesen  Zollerhöhungen  ließ  es  aber  die  spanische 
Regierung  noch  nicht  bewenden.  Dieselben  wurden  vielmehr 
durch  zwei  Maßnahmen  ganz  bedeutend  verschärft,  und  zwar 
durch  einen  Goldzuschlag  (mit  Wirkung  vom  11.  August  1920) 
und  einen  Valutazuschlag  (mit  Wirkung  vom  15.  Juni  1921). 

Was  den  Goldzuschlag  anbetrifft,  so  wird  die  Höhe  des- 
selben für  jeden  Monat  neu  festgesetzt.  Im  Monat  Januar  1922 
stellte  sich  derselbe  auf  33,52  °/0.  Da  dieser  Goldzuschlag  für 
alle  Länder  gleich  hoch  ist,  werden  die  Konkurrenzverhältnisse 
der  einzelnen  ausländischen  Interessenten  untereinander  nicht 
verschoben.  Anders  verhält  es  sich  aber  mit  den  unsinnigen 
und  durch  nichts  gerechtfertigten  Valutazuschlägen.  Schon 
die  spanischen  Zollsätze  an  und  für  sich  verbunden  mit  den 
Goldzuschlägen  stellen  eine  ganz  ungeheuere  Belastung  des 
Exportes  nach  Spanien  dar.  Der  neben  diesen  beiden  außer- 
dem noch  zur  Erhebung  gelangende  Valutazuschlag  kommt 
aber  für  die  deutsche  Ausfuhr  nach  Spanien  fast  einer  Einfuhr- 
sperre gleich. 

Zwecks  Ausgleichs  des  Schadens,  der  durch  die  Entwertung 
ausländischer  Devisen  der  spanischen  Produktion  zugefügt 
werden  kann,  wird  ein  Zuschlag  auf  die  Zollsätze  erhoben. 
Dieser  Zuschlag  ist  nach  Koeffizienten  gestaffelt,  die  für  die 
einzelnen  Klassen  und  Gruppen  des  Zolltarife«  festgesetzt  sind. 


I 

1922.  (55.  Jahrgang.)! 


Diese  Koeffizienten  berechnen  sich  nach  dem  Unterschiede 
zwischen  100  und  der  offiziellen  Durchschnittsnotiz  der  be-  * 
treffenden  ausländischen  Währung  und  geben  den  Prozentsatz  ' 
an,  um  den  der  sonst  anwendbare  Zollsatz  sich  erhöht.    Die  11 
Konstruktion  dieser  Valutazuschläge  ist  eine  sehr  eigenartige.  I 
Zunächst  ist  der  Zolltarif  in  zahlreiche  Tarif  klassen  und  weiter  4 
in  Tarifgruppen  eingeteilt.    Für  jede  Gruppe  ist  ein  bestimmter 
Prozentsatz  eines  zu  errechnenden  Koeffizienten  auf  den  Zoll-  « 
satz  aufzuschlagen.   Diese  Prozentsätze  bewegen  sich  zwischen  • 
10  und  70°/0.    Es  wird  bei  der  Berechnung  der  Valutazuschläge  » 
demgemäß  zuerst  die  Differenz  ermittelt  zwischen  100  und  dem  l 
Kurse  der  in  Frage  kommenden  ausländischen  Währung,  der 
von  der  spanischen  Regierung  in  jedem  Monat  neu  festgesetzt  i 
wird.   Für  den  Monat  Januar  1922  stellte  sich  dieser  amtliche  • 
Markkurs   für   Deutschland    auf   3,405.    Wir  erhalten  also  i 
100—3,405=96,595.   Von  diesem  Ergebnis  wird  sodann  der  . 
Prozentsatz  berechnet,  den  der  in  Frage  kommende  Koeffizient 
angibt.   Bei  Kristall,  Glas,  Irdenwaren,  Fayence  und  Porzellan 
stellt  sich  der  Koeffizient  auf  32.   Wir  erhalten  also  96,595  X 
0,32  =  30,91.  Die  sich  so  ergebende  Zahl  stellt  den  Prozentsatz 
dar,  der  dem  um  den  Goldzuschlag  vermehrten  Zoll  zuzu- 
schlagen ist. 

Die  Belastung  der  deutschen  Einfuhr  mit  einem  so  hohen 
Sonderzoll  kann  selbstverständlich  nur  die  Wirkung  ausüben, 
daß  deutsche  Erzeugnisse  von  dem  spanischen  Markt  nach  und 
nach  immer  mehr  ausgeschaltet  werden.  England  und  Amerika  l 
haben  gemäß  ihrem  Valutastande  keine  Valutazuschläge  zu 
zahlen.  Frankreich,  Belgien  und  Italien  haben  einen  niedrigeren 
Valutazuschlag  zu  zahlen  als  Deutschland.  Deutschland  ist  am 
meisten  getroffen. 

Spanien  ist  für  den  deutschen  Export  stets  in  hohem  Maße 
aufnahmefähig  gewesen.  Durch  die  Berechnung  des  Valuta- 
zuschlages ist  auf  den  deutschen  Export  ein  vernichtender 
Schlag  ausgeübt  worden.  Der  zur  Berechnung  kommende 
Aufschlag  beseitigt  unsere  Konkurrenzfähigkeit  gegenüber  den 
anderen  Ländern. 

Das  System  der  Valutazuschläge  in  Spanien  hat  es  mit 
sich  gebracht,  daß  bei  der  Einfuhr  von  Waren  Ursprungszeugnisse 
vorgelegt  werden  müssen,  um  zu  verhindern,  daß  durch  Ver- 
mittelung  von  Firmen  in  Ländern  mit  überwertiger  Valuta  Erzeug- 
nisse aus  Ländern  mit  unterwertiger  Valuta  zwecks  Umgehung  der 
Valutazuschläge  zur  Einfuhr  gelangen  können.  Für  deutsche 
Erzeugnisse  sind  nach  Lage  der  Sache  Ursprungszeugnisse 
nicht  erforderlich. 

Die  Valutazuschläge  auf  deutsche  Erzeugnisse  machen  jede 
kaufmännische  Kalkulation  zur  Unmöglichkeit,  da  mit  schwanken- 
den Unterlagen  gerechnet  werden  muß.  Der  Export  nach 
irgend  einem  Lande  kann  nur  dann  in  günstige  Bahnen  gelenkt 
werden,  wenn  die  zur  Erhebung  gelangenden  Zölle  stabil  sind. 
Andernfalls  müssen  große  Schwierigkeiten  eintreten,  die  den 
Handel  zu  unterbinden  in  der  Lage  sind. 

Die  Frage  der  Valutazuschläge  ist  von  so  großer  Bedeutung, 
daß  mit  allen  Mitteln  danach  gestrebt  werden  muß,  diese  durch 
nichts  gerechtfertigten  Maßnahmen  zu  beseitigen.  Andernfalls 
geht  dem  deutschen  Export  ein  bedeutendes  und  zukunftreiches 
Absatzgebiet  verloren.  Die  Bestrebungen,  die  darauf  hinzielen, 
die  Erzeugnisse  Deutschlands  als  Land  mit  unterwertiger 
Valuta  im  Zoll  schwerer  zu  belasten,  nehmen  keine  Rücksicht 
auf  die  inneren  Verhältnisse  in  Deutschland.  Unter  Berück- 
sichtigung des  Umstandes,  daß  die  deutsche  Wirtschaft  auf  den 
meisten  Gebieten  bereits  mit  Weltmarktpreisen  rechnen  muß 
und  im  Hinblick  darauf,  daß  keine  Industrie  der  Welt  durch 
die  Steuergesetzgebung  so  belastet  ist  wie  die  deutsche,  sind 
die  Valutazuschläge  auf  deutsche  Waren  als  eine  große  Un- 
gerechtigkeit zu  bezeichnen.  Die  spanische  Regierung  geht 
von  der  falschen  Voraussetzung  aus,  daß  Deutschland  wegen 
seiner  unterwertigen  Valuta  auch  in  der  Lage  ist,  entsprechend 
billiger  zu  fabrizieren  als  die  anderen  Länder  mit  hoher 
Währung.  In  Wirklichkeit  liegen  die  Verhältnisse  aber  doch 
so,  daß  der  kleine  Vorteil,  den  wir  durch  die  etwas  billigeren 
Löhne  haben,  mehr  als  reichlich  aufgewogen  wird  durch  andere 
Ausgaben  und  das  Maß  der  Arbeitsleistung  im  Vergleich  mit 
den  frühereu  Zuständen. 

Wenn  man  von  der  Annahme  ausgeht,  daß  Spanien  die 
Valutazuschläge  nur  aus  dem  Grunde  eingeführt  hat,  um  den 
spanischen  Markt  vor  Produkten,  die  aus  valutaschwachen 
Ländern  kommen,  zu  schützen,  dann  ist  es  unverständlich, 
weshalb  die  Valutazuschläge  von  der  ganzen  Ware  erhoben 
werden  und  nicht  berücksichtigt  wird,  daß  in  vielen  Fällen  in 
dieser  Ware  Werte  enthalten  sind,  die  das  valutaschwache! 
Land  erst  aus  dem  Auslande  bezogen  hat,  daß  also  hier  der 
Weltmarktpreis  in  Goldwährung  bereits  entrichtet  worden  ist. 
Hierdurch  werden  die  valutaschwachen  Erzeugungsländer  den 
valutastarken  Ländern  gegenüber  doppelt  benachteiligt. 


SPRECH  SAAL  --COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL -COBURG. 


Nr.  11 


125 


Aber  selbst  wenn  man  von  der  Höhe  der  Zollsätze  ganz 
abseben  will,  macht  die  Art  der  Gewichtsfeststellung  bei  Glas 
bei  zahlreichen  Erzengnissen  (z.  B.  Hohlgläser)  jedes  Geschäft 
nach  Spanien  fast  zur  Unmöglichkeit.  Früher  wurde  das  Netto- 
gewicht in  der  Weise  ermittelt,  daß  vom  Bruttogewicht  für 
die  Verpackung  30°/0  abgezogen  wurden.  Daß  diese  30  °/0 
Tara-Abzng  bei  den  meisten  Glaswaren  vollständig  unzulänglich 
war,  braucht  wohl  nicht  besonders  ausgeführt  zu  werden.  In 
neuester  Zeit  werden  aber  nicht  30  °/0,  sondern  nur  15  °/0  Tara 
abgesetzt,  was  fast  einer  Bruttoverzollung  der  Waren  gleich- 
kommt. 

Welche  Zollsätze  heute  in  Spanien  für  Glas  und  Porzellan 
zur  Erhebung  gelangen,  geht  aus  der  nachstehenden  Ueber- 
sicht  hervor.  Die  Verzollung  erfolgt,  wo  nichts  Besonderes 
bemerkt  ist,  durchweg  nach  dem  Reingewicht. 

Der  heute  in  Spanien  in  Kraft  befindliche  Zolltarif : 

Zollsatz 
Tarif  I  Tarif  II 
Pesetas 


Bezeichnung  der  Waren 


Mafistab 
der  Ver- 
zollung 

12  Schmirgelpapier  100  kg 

13  Schmirgeltuch   „ 

14  Asbest,  unverarbeitet  (Rohgewicht)  „ 

15  Asbest  in  Blättern,  auch  in  Ver- 

bindung mit  anderen  Stoffen  .    .      .  „ 

Kristall  und  Glas. 

29  Hohlgas,     ungefärbt:  Flaschen, 

Flakons,  Korbflaschen  und  ande- 
re Umschließungen,  geblasen  oder 
gegossen,  weder  geschnitten  noch 
geschliffen  auf  irgend  eine  Art. 
(Glas,  dessen  Färbung  auf  der 
natürlichen  Farbe  der  Rohmasse 
beruht,  ohne  daß  irgend  ein  Farb- 
stoff zugesetzt  worden  ist,  wird 
wie  nicht  gefärbtes  Glas  verzollt.)  „ 

30  Hohlglaß,    gefärbt,    in  denselben 

Gegenständen,  nicht  geschnitten, 
Flaschen  und  Flakons,  geschliffen, 
und  Siphons  für  kohlensäure- 
haltige Getränke   „ 

31  Glas,    Kristall    und  Halbkristall, 

weder  gefärbt  noch  poliert,  ge- 
schnitten oder  verziert,  in  Gegen- 
ständen aller  Art,  anderweit  nicht 
aufgeführt   „ 

32  Glas,    Kristall   und  Halbkristall, 

gefärbt,  geschnitten,  poliert  oder 
verziert.  (Als  Schnitt  ist  die  Be- 
arbeitung, welche  zur  Entfernung 
der  Formnähte  notwendig  ist, 
nicht  anzusehen.)   „ 

33  Glas  für  Fußböden  und  Lichtgaden, 

Glasdächer  und  ähnliche  Gegen- 
stände, von  mehr  als  12  mm  Dicke  „ 

34  Tafelglas  und  Tafelkristall,  gebogen 

oder  nicht,  von  4  bis  12  mm  ein- 
schließlich dick,  ungefärbt  oder 
farbig,  glatt  oder  mit  erhabener 
Arbeit   „ 

35  Glas,  gerieft,  mattiert/ mit  erhabener 

Arbeit,  und  armiertes  Glas,  bis 
4  mm  einschl.  dick.  (Armiertes  Glas 
sowie  gerieftes,  mattiertes  oder 
mit  erhabener  Arbeit  versehenes 
Glas  von  4  bis  12  mm  Dicke  ist 
nach  Tarif-Nr.  34,  dickeres  nach 
Tarif-Nr.  33  zu  verzollen.)  ...  „ 

36  Glas  und  Kristall  für  Fenster,  bis 

4  mm  einschl.  dick,  auch  mit  ab- 
geschliffenen Rändern,  gebogen 
oder  gefärbt,  und  farbige  Fenster- 
scheiben  „ 

Das  in  den  Tarifnummern  33  bis  36 
aufgeführte  Tafelglas  unterliegt,  wenn 
es  gefärbt  ist,  außer  dem  tarifmäßigen 
Zolle  einem  Zuschlage  in  Höhe  von 
35%  des  Zolles. 

37  Photographische     Platten,  licht- 

empfindliche   „ 


105.00  70,00 

130,00  75,00 

6,00  3,00 

100,00  50,00 


28,00  14,00 


120,00  60,00 


160,00  80,00 


195,00  97,50 
20,00  12,00 

167,50  90,00 


100,00  50,00 


100,00  50,00 


160,00  80,00 


Tarif- 
Nr. 


Mafistab 
der  Ver- 
zollung 


38    Glas  und  Kristall,  belegt,  versilbert 
oder  vernickelt.    (Die  Rahmen 


Bezeichnung  der  Waren 

der  Spiegel  unterliegen  dem  Zolle 
der  Nummer,  zu  der  sie  ihrer  Be- 
schaffenheit nach  gehören,  wenn 
der  bezügliche  Zollsatz  höher  ist 
als  der  auf  die  Spiegel.)     .    .  . 

39  Glaskorallen,  Glasperlen,  Nachah- 

mungen von  echten  Steinen  und 
andere  ähnliche  Gegenstände  .    .     1  kg 

40  Glas  und  Kristall  in  Figuren,  Vasen, 

Blumenschalen  und  ähnlichen 
Auschmückungsgegenständen,  so- 
wie Gläser  für  Bilder,  Taschen- 
uhren und  optische  Instrumente  „ 

Irdenwaren,  Fayence  und  Porzellan. 

41  Fliesen,  Backsteine  und  Dachziegel 

aus  gewöhnlichem  gebrannten 
Ton,  unglasiert,  zum  Bau  von 
Häusern.  (Bei  der  Anwendung 
dieser  Tarif -Nr.  ist  zu  berück- 
sichtigen, daß  sie  nur  rohe  Back- 
steine, Fliesen  und  Dachsteine 
aus  gebranntem  Ton  umfaßt,  die 
zur  Herstellung  von  Wänden, 
Mauern,  Backöfen  usw.  verwendet 
werden.)   100  kg 

42  Fliesen  "  und  Mosaik   aus  feinem 

gebrannten  Ton,  Steinzeug  (gres) 
oder  Fayence,  Kacheln  für  Plinthen, 
Sockel  und  zur  Boden-  und  Wand- 
bekleidung sowie  glasierte  Ziegel  „ 

43  Küchengeschirr,    Töpfe,  Ballons, 

Röhren  und  ähnliche  Gegenstände 

aus  gewöhnlichem  Ton  ....  „ 

44  Backsteine,    Teile    für  Backöfen, 

Retorten   und    andere  ähnliche 
feuerfeste  Gegenstände  ....  „ 

45  Kamine,  Klosetteinrichtungen, 

Filter,  Badewannen  und  andere 
ähnliche  Gegenstände  aus  feinem 
Ton,  Steinzeug  (gres),  Fayence 
oder  Porzellan,  die  als  Wärme- 
oder Gesundheitsvorrichtungen 
für  Wohnungen  oder  als  Verzie- 
rungen für  Bauten  benutzt  werden  „ 

46  Röhren     aus     Steinzeug  (gres), 

Fayence  oder  Porzellan  ....  „ 

47  Tischgerät,  Toilettegerät  und  ähn- 

liche Gegenstände  aus  den  vor- 
stehend genannten  Stoffen,  glasiert 
oder  unglasiert,  ungefärbt  oder 
gefärbt  oder  nur  einfarbig  bedruckt  „ 

48  Tischgerät,  Toilettegerät  und  ähn- 

liche Gegenstände  aus  den  vor- 
stehend genannten  Stoffen,  mehr- 
farbig bedruckt,  bemalt,  mit  ver- 
goldeten Streifen  oder  sonstigem 
Zierat  versehen  .    .    .    ...    .  „ 

49  Feiner    Ton,     Steinzeug  (gres), 

Fayence  oder  Porzellan  in  Figuren, 
Blumen,  Vasen,  Reliefs,  Blumen- 
schalen und  ähnlichen  Aus- 
schmückungsgegenständen .    .         1  kg 

549  Elektrische  Glühlampen  mit  Aus- 

rüstung   „ 

550  Elektrische  Glühlampen  ohne  Aus- 

rüstung   „ 

681    Knöpfe  aus  Porzellan  und  Glas    .  „ 


Zollsatz 
Tarif  I  Tarif  II 
Pesetas 


100  kg    300,00  150,00 


6,00  3,00 


8,00  4,00 


8,00  4,00 

15,00  10,00 

18,00  9,00 
16,20  8,10 


60,00  36,00 
40,00  20,00 

105,00  51,00 


150,00  76,00 

8,00  4,00 

24,00  12,00 

30,00  15,00 

10,00  5,00 


Der  Koeffizient  stellt  sich  bei  Waren  der  Tarifnummern 
12—15  auf  10°/0,  bei  Waren  der  Tarifnummern  549 — 550  auf 
70°/0,  bei  Waren  der  Tarifnummer  681  auf  40°/0,  bei  allen 
anderen  vorstehend  aufgeführten  Tarifnummern  auf  32°/0. 
Der  Zollsatz  ist  also  bei  den  Koeffizienten  10      32       40   u.  70 
zu  multiplizieren  mit     .....   .9,66  30,91  38,64  u.  67,62 

(Schluß  folgt.) 


126  —  Nr.  11 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


Wirtschaftlich-gewerblicher  Teil. 


Korrespondenzen. 

Totenschau.  Im  77.  Lebensjahr  verschied  am  7.3.  22  Herr  Fabri- 
kant Hermann  Wessely,  Hamburg,  Inhaber  der  Firma  A.  H  Wessely, 
Kunsttöpferei  und  Ofenfabrik,  und  langjähriger  verdienstvoller  Vorsitzen- 
der des  Verbandes  der  Sektion  II  der  Töpferei-Berufsgenossenschaft. 

Der  Bodenplatten-Wettbewerb  der  „Vereinigten  Mosaik-  und 
Wandplattenwerke,  A  -G.  (Friedlaud-Sinzig-Ehraug)"  warde  am  18.  2.  22 
durch  das  siebeogliedrige  Preisgericht  unter  dem  Vorsitz  des  Oberbau- 
direktors Prof  Dr.  F  Schumacher,  Köln  a  ßh.,  zu  Ende  geführt  Ein- 
gelaufen waren  213  Einsendungen.  Von  den  von  M  10  000  anf  M  30  000 
erhöhten  Preisen  kamen  fünf  Preise  und  zwar  zwei  erste  Preise  zu  je 
Jt  4000  an  Architekt  Fritz  Faß,  Köln  a.  Bh ,  und  an  Dipl.-Ing.  Wilhelm 
Ulrich,  Helle  a.  S.,  ein  zweiter  Preis  von  M  3  500  an  Architekt  Anders, 
Beslau-Bischofswalde,  ein  dritter  Preis  von  Ji  2  500  an  Julius  Cunow, 
Berlin  W.  15,  Pariserstr.  32,  und  ein  vierter  Preis  von  M  2  000  an 
Htinrich  Sattler,  München,  Landstraße  5/4,  zur  Verteilung.  Weiter 
wurden  14  Entwürfe  zu  je  M  1000  angekauft  von  den  Künstlern: 
Richard  W  B*pp.  Karlsruhe  i.  B  ,  Dipl.-Ing.  Wilh.  Ulrich,  Halle  a  S.  (2), 
Architekt  Anders,  Breslau-Bischof  swalde,  Anton  Kling,  Hamburg,  Architekt 
Komowski,  Charlotten bnrg,  Mizi  Otten-Friedmaun,  Wien,  Fritz  Faß,  Köln 
a.  Ba.  (2),  Fähler  &  Beiner,  Wtesdorf  Küppersteg  (2).  Ad.  C  Hollah, 
Essen,  Wilhelm  Engel,  Darmstadt,  Heinrich  Sattler,  München.  Dieser 
sehr  erfolgreich  durchgeführte  Wettbewerb  ist  geeignet,  der  Mosaikplatten- 
Indastrie  ganz  neue  Wege  zu  weisen. 


Gesetzgebung,  Steuern. 

Steuerkarte  ausgeschiedener  oder  verstorbener  Arbeitnehmer. 

Oft  sind  Arbeitgeber,  welche  die  Steuerkarte  ihrer  Arbeitnehmer  ver- 
wahren, im  Besitze  der  Steuerkarten  solcher  Arbeitnehmer,  welche  ohne 
Mitnahme  der  Steuerkarte  die  Arbeitsstelle  verlassen  haben  oder  ge- 
storben sind.  Der  Eiichsfinanzmiuister  hat  bestimmt,  daß  diese  Steuer- 
karten ia  jedem  Jahre  bis  zam  20  4.  von  dem  Arbeitgeber  an  das  für 
seinen  Batriebssitz  zuständige  Finanzamt  abzuliefern  sind  und  daß  der 
Arbeitgeber  dabei  in  doppelter  Ausfertigung  ein  Verzeichnis  einzureichen 
hat,  das  die  Namen  der  betreffenden  Arbeitnehmer  nnd  den  Wert  der  für 
ihn  entwerteten  Steaermarken  enthält. 


Gewerblicher  Rechtsschutz. 

Lateinamerika.  Patentanmeldungen  nnd  Eintragungen  von 
Warenzeichen,  üeber  die  Bedingungen,  Gebühren  nnd  sonstigen  Vor- 
schriften* für  die  Patentanmeldung  und  Eintragung  von  Warenzeichen  in 
Argentinien,  Brasilien,  Caile,  Paraguay  und  Uragnay  ist  von  der  Geschäfts- 
stelle der  deutschen  Handelskammern  in  den  lateinamerikanischen  Ländern 
(Hamburg  11,  Börse,  Zimmer  221)  eine  kurze  Zusammenstellung  ver- 
öffentlicht worden.  Die  genannte  Geschäftsstelle  nennt  auch  gerne  An- 
schriften von  zuverlässigen  deutschen  Patentanwälten  in  Lateinamerika. 


Handel  und  Verkehr. 

Verwertung  nicht  in  Berlin  notierter  Valuten.  Der  Export 
bringt  in  Vtrfoig  der  Faktnriernng  in  hochwertiger  Auslandswährung  hin 
und  w>ed-r  atch  solche  Valuten  hervor,  für  die  die  Beichsbank  im  allge- 
meinen nicht  Käufer  ist.  Eine  Devisenablieferungsi  flicht  besteht  in  diesen 
Fällen  nicht.  Um  jedoch  den  Besitzern  derartiger  Valuten  eine  erweiterte 
Verwertungunöglichkeit  zu  schaffen,  bat  die  Beichsbank  angeordnet,  daß 
Noten,  Schecks  und  Wechsel  —  letztere  mit  einer  Laufzeit  bis  zu  drei 
Monaten  —  auf  alle  dem  Weltverkehr  angeschlossenen  Länder  mit  Aus- 
nahme der  in  Deutsch-Oesterreich  zahlbaren  Wechsel  und  Schecks  sowie 
der  auf  rusüsche  und  polnische  Währung  lautenden  Papiere  als  Auf- 
tragspapiere angenommen  werden.  Die  Annahme  der  hiernach 
neu  in  Betracht  kommenden  Papiere  erfolgt  unter  dem  auf  der  Quittung 
zu  vermerkenden  Vorbehalt  der  Einzugs-  nnd  Verwertungsmöglichkeit  und 
gegebenenfalls  ohne  Gewähr  für  rechtzeitige  Präsentation  und  Protest- 
«rheboDg  Die  Zusicherung  des  Kurses  des  Einlief erungstages  kann  bei 
der  jenigen  Währungen,  für  die  in  Berlin  keine  regelmäßige  amtliche  No- 
tierung besteht,  naturgemäß  nicht  in  Frage  kommen.  Da  Bich  in  geeig- 
neten Fällen  fnr  die  Beichsbank  eine  Gelegenheit  zur  Verwertung  der 
betreffenden  Papiere  vor  Verfall  bieten  kann,  wird  die  EtichBbank  prüfen, 
unter  welchen  Bedingungen  die  Devisenabteilung  der  Beichsbank  von  den 
Bankanstalten  derartige  Papiere  kaufen  kann.  Bei  börsenmäßigem  oder 
sonstigem  Weiterverkauf  wird  die  Beichsbank  den  Einreichern  den  von 
ihr  erzielten  Kujs  m  Anrechnung  bringen.  Bei  Einziehung  wird  der  der 
B-ictsbank  von  ihrem  K.  rrespondenten  gutgebrachte  Betrag  in  üblicher 
Weise  abgerechnet  Au  Gebühren  kommen  die  allgemeinen  Sätze  der 
Biiihsbank  in  Abzug  zuzüglich  etwa  entstehender  besonderer  Gebühren 
und  Küsten.  Eine  Kurssicherung  kann,  wie  aus  vorstehendem  hervorgeht, 
mit  derartigen  Devisengeschäften  nicht  oder  nur  in  sehr  bedingter  Weise 
erreicut  weiden. 

Wiederaufnahme  des  Postfracht  stück  Verkehrs  mit  China,  Jfong- 
hocg  und  Japan.  Künftig  können  wieder  gewöhnliche  Postfrachtslücke 
l^is  20  kg  und  solche  mit  einer  Wertangabe  bi*  Jl  10  000  zur  Beförderung 
über  Hamburg  oder  Bremen  durch  Veimittiung  von  Speditionsfirmen  an- 
genommen werden. 

Eine  neue  Rechnungseinheit  für  den  Außenhandel.  Unter 
dieser  Ueberschnft  brachten  wir  in  Nr  2,  8.  17,  eine  kurze  Zusammen- 
fa-surg  der  von  Begiernngwrat  Dr.  Dalberg  in  seinen  Vorträgen  im  Beicbs- 
verband  der  deutschen  Industrie  dargelegten  Vorschläge  zur  Eutwicklung 
einer  neuen  stabilen  Geldeinheit.  Diese  viel  beachteten  Ausführungen 
sind  nun  im  Ve;  g  von  ilnmar  Hobbing  in  eingehend  begründeter  Aus- 
arbHtuDg  iu  Buc  '  rm  erMhieneu  und  können  durch  unsere  Geschäftsstelle 
z  m  Prem  von  24  +  20%  SurtimeniszubChlag  nnd  Poitoauslagen  be- 
zogen werden.  _________ 


Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Die  Mindestpreise  für  die  Ausfuhr  von 
Walkerde  haben  mit  Wirkung  vom  1.  3.  22  eine  Aenderang  erfahren. 

Keine  Sicherstellung  von  Geschäftspapieren  usw.  dnrch 
Revisoren  der  Außenhandelsstellen.  Der  Beichskommissar  für  Aas- 
end Einfuhrbewilligung  hat  die  Außenhandelsstellen  darauf  hingewiesen, 
daß  die  Revisoren  der  Außenhandelsstellen  und  Außenhandelsnebenstellen 
zur  Sicherstellung  von  Geschäftspapieren,  Geschäftsbüchern  usw.  nicht 
befugt  sind.  Zuständig  hierfür  sind  die  Beamten  der  Staatsanwaltschaft, 
die  za  allen  Revisionen,  die  voraussichtlich  zu  einer  Beschlagnahme  von 
GeBchäftspapieren,  Geschäftsbüchern  usw.  führen,  hinzugezogen  werden 
können., 

Ursprungszeugnisse  für  den  Wareuversand  aus  Deutschland 
nach  dem  Saargebiet.  Nach  den  französischen  Bestimmungen  nehmen 
die  aus  ausländischen  Rohstoffen  oder  Halbfabrikaten  in  einem  dritten 
Lande  hergestellten  Waren  nur  dann  den  Ursprang  dieses  Landes  an, 
wenn  sie  entweder  eine  vollkommene  Umwandlung  erfahren 
(transformation  complete)  oder  wenn  vom  Gesamtwerte  des  Fertiger- 
zeugnisses mindestens  50  %  auf  die  Veredlungsarbeit  in  dem  dritten 
Lande  entfallen,  sei  es  nun  durch  eine  unvollkommene  Umwandlung 
(tranBformation  incomplete)  oder  eine  vervollkommen  de  Bearbeitung  (com- 
plemcnt  de  msin  d'oeuvre).  Als  Gesamtwert  gilt  jeweils  der  Wert,  den 
die  Ware  an  Ort  und  im  Zeitpunkt  der  Einfuhr  ia  das  Saargebiet  auf- 
weist, also  einschließlich  beispielsweise  aller  Anschläge,  Spesen  usw.  bis 
zur  Grenze.  Aus  ausländischen  Rohstoffen  oder  Halbfabrikaten  in  Deutsch- 
land hergestellte  Waren,  die  diesen  Anforderungen  der  französischen  Zoll- 
gesetzgebung nicht  entsprechen,  sind  zollpflichtig  und  werden  entsprechend 
dem  Zustand,  in  dem  sie  in  das  Saargebiet  eingeführt  werden,  mit  den 
Zollsätzen  für  Fertigerzeugnisse  derjenigen  Länder,  aus  denen  die  ver- 
wendeten nichtdeutschen  Grundstoffe  stammen,  belastet,  gegebenen- 
falls unter  Erhebung  der  sartaxe  d'origine  oder  d'entrepöt. 

Um  nun  die  für  solche  Waren  fälligen  Zölle  besser  erfassen  zu 
können,  hat  die  französische  Zolldirektion  in  Saarbrücken  unter  dem 
7.  2.  eine  Verfügung  erlassen,  die  nachstehendes  besagt:  Alle  Ursprungs- 
zeugnisse für  solche  aus  Deutschland  kommenden  W*ren,  die  an  sich  aus 
nichtdeutschen  Erzeugnissen  oder  Stoffen  bestehen,  aber  in  Deutsch- 
land verarbeitet  Warden  und  dabei  eine  .nichtvollständige  Um- 
wandlung" (transformation  incomplete)  oder  eine  ergänzende  Weiter- 
verarbeitung (complement  de  main  d'oeuvre)  erfahren  haben,  müssen 
künftig  einen  beweiskräftigen  Vermerk  darüber  tragen,  daß 
die  in  Deutschland  erfolgte  Bearbeitung  mindestens 
50  °/0  des  oben  umschriebenen  Gesamtwertes  der 
Waren  darstellt,  andernfalls  der  deutsche  Ursprang  dieser  Waren 
licht  anerkannt  wird.  Dieser  Vermerk  kann  von  der  gleichen  Behörde, 
die  auch  das  Ursprungszeugnis  ausgestellt  hat,  vorgenommen  Werden. 
Sorgfältige  Prüfung,  ob  die  geforderte  Wertsteigerung  von  mindestens 
50%  des  Gesamtwertes  in  der  Tat  gegeben  ist,  wird  naturgemäß  vor- 
ausgesetzt. 

Zweifellos  dürfte  diese  Bestimmung  neue  Schwierigkeiten  mit  sich 
bringen.  Der  Handelskammer  zu  Saarbrücken  ist  es  gelangen,  die  fran- 
zösische Zoll  Verwaltung  wenigstens  zur  Zabewilligang  einer  den  dringend- 
sten Bedürfnissen  des  Geschäftsverkehrs  genügenden  Uebergangsfrist  von 
einigen  Wochen  zu  bewegen,  während  der  von  einer  scharfen  Durch- 
führung der  fraglichen  Verordnung  abgesehen  werden  soll. 

Zweckmäßigerweise  sei  bei  dieser  Gelegenheit  auch  auf  die  Aus- 
stellung von  Ursprungszeugnissen  für  diejenigen  Waren  hingewiesen,  die 
gleichfalls  aus  an  sich  nichtdeutschen  Stoffen  oder  Erzeugnissen 
ia  Deutschland  hergestellt  sind,  bei  denen  aber  im  Gegensatz  zam  ersten 
Fall  entweder  (A)  eine  vollständige  Umwandlung  (trans- 
formation complete)  oder  (B)  eine  unvollstäadige  Umwandlung  bezw.  ver- 
vollkommnende Bearbeitung  ohne  die  erwähnten  50  %  Wertsteigerang 
vorliegt. 

A.  Diese  Erzeugnisse  nehmen  deutschen  Ursprung  au  und  haben 
demgemäß  Ansprach  aaf  zollfreie  Einfahr.  Aaf  den  Ursprungszeugnissen 
maß  die  ausländische  Herkunft  des  Rohstoffes  vermerkt  und  die  vollstän- 
dige Umwandlung  bescheinigt  sein. 

B.  Bei  der  Ausstellung  der  Ursprungszeugnisse  für  die  unter  B 
fallenden  Waren  ist  die  Vorschrift  zu  beachten,  nach  der  die  Beglaubigung 
durch  eine  französische  diplomatische  oder  konsularische  Vertretung  dann 
erforderlich  ist,  wenn  es  Bich  um  Waren  nichtdeatschen  Ursprungs  handelt, 
für  die  bei  ihrer  Einfuhr  iu  das  Saargebiet  die  Entrichtung  von  Zöllen 
in  Betracht  kommt. 

Der  Schatzverein  für  Handel  und  Gewerbe  im  Saargebiet  E.  V.  hat 
Ursprungszeugnisse  anfertigen  lassen,  die  in  formaler  Hinsioht 
genau  den  verschärften  Anforderungen  der  französischen  Zollämter  ge- 
nügen. Belieferer  des  Saargebiets  können  diese  Urspruugszengaisse  von 
der  Geschäftsstelle  des  SchutzvereinB,  Saarbrücken,  Sulzbachstr.  27,  beziehen 

Brasilien.  Zolländerungen.  Durch  das  brasilianische  Haashalts- 
gesetz für  1922  sind  Aenderangen  des  Zolltarifs  vom  19.3.  1900  für  das 
Jahr  1922  erfolgt,  von  denen  für  unsere  Industrien  die  nachstehend  auf- 
geführten iu  Betracht  kommen :  T.-Nr.  662  Isolatoren  aus  Glas  für 
Telegraphen-  und  Telephonstangen  200  Reis  je  kg ;  Irdsne  Isolatoren  für 
elektrische  Installationen,  in  Teilen  eingebend  oder  nicht,  desgl.  200  Beis 
je  kg;  T.-Nr  875  elektrische  Lampen  3  500  Beis  je  kg;  Füße  für  elek- 
trische Lampen  20  Beis  je  kg.  —  Das  Hmshaltgesetz  enthält  weiterhin 
noch  Bestimmungen  Uber  Gewährung  von  Zollfreiheit  und  Zollermäßigang. 
Zollfreibeit  genießt  im  allgemeinen  das  zur  Schaffung  einer  Landesindustrie 
eingeführte  Materiii,  Zollermäßigang  das  für  Wasserunternehmungen  er- 
forderliche Material,  sofern  diesa  Unternehmungen  vom  Staat,  von  einer 
Gemeinde  oder  von  Gesellschaften  betrieben  werden. 

Italien.   Das  Zollaurgeld  beträgt  für  die  Zeit  vom  1.— 16.  3.  22t 

292%  (311). 


1922.   (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL -CO  BURG. 


Nr.  11  —  127 


Jugoslawien.  Meistbegünstigung  für  deutsche  Waren.  Die 
Deutschland  auf  Grand  des  neuen  Handelsvertrags  gewährte  Meist- 
begünstigung erfordert  die  Vorlegung  von  Ursprungszeugnissen,  die  von 
den  zuständigen  Handelskammern  der  Versender  auszustellen  sind.  Der 
Ursprung  kann  auch  auf  den  Originalrechnungen  bescheinigt  werden. 
Auch  direkte  Frachtbriefe  für  Eisenbahnen  oder  Schiffe  sind  als  Ursprangs- 
beweis  zugelassen,  ebenso  Bescheinigungen  des 'Ausfuhrzollamtes  auf  den 
Rechnungen  oder  Ausfuhrerklärungen.  Die  Visierung  durch  einen 
serbischen  Konsul  ist  nicht  erforderlich, 

Jugoslawien.  Das  Einfuhrverbot  für  Luxuswaren,  das  letzthin 
erlassen  worden  ist,  trifft  u.  a.  auch  Erzeugnisse  aus  Porzellan,  Glas  und 
Majolika. 

Spanien.  Das  Zollaufgeld  ist  für  den  Monat  März  1922  anf 
24,81  o/o  (28,55)  festgesetzt. 

Tscheche  slowakien.  Ausfuhrerleichterung.  Zur  erleichterten 
Ausfuhr  der  Waren,  die  ab  1. 10.  21  ohne  Bewilligung  und  Gebühren  zur 
Ausfuhr  zugelassen  werden,  sind  mit  Wirkung  vom  15.  2.  22  die  für  die 
freie  Ausfuhr  festgesetzten  Preisanmeldungen  aufgehoben  worden. 

Geschäftliche  Mitteilungen. 

Porzellanfabrik  C.  M.  Butschenreuther,  A.-G.,  Hohenberg  a.  E. 
Demnächst  ist  mit  der  Eintragung  der  Alt-Rohlauer  Gesellschaft  in  das 
Handelsregister  zu  rechnen,  so  dal  die  Ausübung  des  Bezugsrechtes  anf 
.  die  jungen  Aktien  noch  im  Laufe  des  Monats  März  wird  erfolgen  können. 
Wie  wir  hören,  soll  die  Radeberger  Abteilung  mit  der  Produktion  künst- 
licher Zähne  jetzt  an  den  Markt  kommen. 

Tschöpelner  Werke,  A.-G.,  Tscböpeln.  Auszug  aus  dem  geneh- 
migten Abschluß  vom  30.  9.  21 :  Reingewinn  M  411 703  (25  312) ;  Divi- 
dende 5%  (0);  Abschreibungen  Jt  921317  (515  977). 

Rheinische  Spiegelglasfabrik,  Eckamp  b.  Ratingen.  Auszug 
aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.12.  21:  Reingewinn  Jt  5  780  985 
(3  899422);  Dividende  50%  (25),  Sondervergütung  50  %  (25) ;  Abschrei- 
bungen M  453  033  (384  928);  Erneuerungsfonds  Jt  2  Mill.  —  Nach  Mit- 
I  teilung  der  Verwaltung  haben  an  dem  Geschäftsergebnis  die  Verkäufe 
nach  dem  Ausland  besonderen  Anteil. 

Glas-  und  Spiegelmanufaktur,  A.*G.,  Gelsenkirchen-Schalke. 
Wie  wir  hören,  ist  die  Mehrheit  des  Aktienkapitals  von  der  Anglo-Dutch- 
Bottle- Works-Company  erworben  worden,  die  wiedernm  von  der  A.-G.  der 
Gerresheimer  Glashüttenwerke,  vorm.  Ferd.  Heye,  Düsseldorf,  kontrolliert  wird. 

Neustädter  Emaillierwerke  H.  Ulbricht  &  Co.,  A.-G.,  Neu- 
stadt i.  Sa.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31. 12.  21 : 
Reingewinn  Jt  465928  (247  320);  Verwendung  nicht  bekannt  gegeben; 
Abschreibungen  Jt  98157  (42192). 

Beinstrom  &  Pilz,  A.-G.,  Schwarzenberg  i.  Sa.  Die  a.  o.  G.-V. 
vom  11.  2.  22  genehmigte  die  Kapitalserhöhung  um  Jf  2  5  Mill.  Inhaber- 
aktien auf  M  10  Mill.  Die  neuen,  ab  1.  10.  21  dividenberechtigten  Aktien 
werden  von  der  Commerz-  und  Privat-Bank,  A.-G.,  Filiale  Leipzig,  als 
Führerin  eines  Konsortiums  mit  der  Verpflichtung  übernommen,  sie  den 
alten  Alüonären  im  Verhältnis  3:1  zu  210%  zum  Bezug  anzubieten. 
I    Das  Bezugsrecht  läuft  bis  25. 3.  22  einschließlich. 


General -Versammlungen. 

Porzellanfabrik  Günthersfeld,  A.-G.,  Gehren :  o.  G.-V.  25.  3.  22, 
ll'/i  Uhr  v.,  Bahnhofshotel,  Arnstadt. 

Porzellanfabrik  Kahla,  Kahla :  o.  G.-V.  24.  3.  22,  10  Uhr  v ,  Bank 
für  Thüringen,  Meiningen.  T  -0  :  u.  a.  Umwandlung  von  Jt  7  Mill.  Vor- 
zugsaktien in  Stammaktien;  Kapitalserhöhung  um  Jt  4  Mill.  Stamm-  und 
Jt  3  Mill.  Vorzugsaktien,  auf  M  23  Mill 

Porzellanfabrik  Rauenstein,  vorm  Fr.  Chr.  Greiner  &  Söhne,  A.-G., 
Rauenstein:  o.  G.-V  23.  3.  22,  5  Uhr  n,  Bank  für  Thüringen,  Meiuingen. 

Porzellanfabrik  Scköuwald,  Schönwald;  o.  G.-V.  23.  3.  22,  10  Uhr  v., 
Bank  für  Thüringen,  Meiningen.  T.-O  :  u.  a.  Kapitalserhöhung  um  Ji  2,4 
Mill.  Stammaktien  auf  M  5,4  Mill ;  Gewährung  des  doppelten  Stimmrechts 
an  die  bisherigen  M  1,4  Mill.  Vorzugsaktien. 

Porzellanfabrik  Waldsassen  Bareuther  &  Co.,  A.-G.,  Waldsassen: 
o.  G.-V.  3.  4.22,  9'/2  Uhr  v.,  Geschäftsräume,  Waldsassen. 

Ludwig  Wessel,  A-G.  für  Porzellan-  und  Steingutfabrikation,  Bonn: 
o.  G.-V.  23  3.  22,  11  Uhr  v.,  Hotel  Königshof,  Bonn. 

Dachaegelwerke  Ergoldsbach,  A.-G,  Ergoldsbach:  o.  G.-V.  25.3.  22, 

11  Uhr  v.,  Bayerische  Vereinsbank,  Filiale  Regensburg. 

Gröhner  Wandplattenfabrik,  A.-G.,  Grohn:  o.  G.-V.  3.  4.  22,  12  Uhr  m., 
J.  F.  Schröder,  Bank-Komm.-Ges.  a.  A.,  Bremen. 

.  Ofen-  und  Tonindustiie,  A.-G.,  Angerburg:  o.  G.-V.  6.  4.  22,  3  Uhr  n., 
Hotel  Deutsches  Haus,  Angerburg. 

Somag,  Sächsische  Ofen-  und  Wandplatten- Werke,  A.-G.,  Meißen: 
o:  G.-V.  29. 3.  22,  107,  Uür  v.,  Fabrikgebäude  Meißen :  T.  0.  u.  a.  Kapitals- 
erhöhung um  Jt  2  Mill.  Stamm-  und  JL  0,2  Mill.  Vorzugsaktien  auf 
M  6,5  Mill. 

Reußengrube,  A.-G.  zur  Kretzschwitz,  Gera-Reuß:  o.  G-V.  30.3.22, 
II1/»  Uhr  v.,  Allgemeine  Deutsche  Credit-Anstalt,  Filiale  Gera-Reuß.  T.-O. : 
u.  a.  Kapitalserhöhnng  um  Jt  0,6  Mill  Inhaberaktien. 

Annawerk,  Schamotte-  und  Tonwarenfabrik,  A.-G.,  vorm.  J.  R.  Geith, 
Oeslau:  o.  G.-V.  28.3.22,  3  Uhr  n.,  Gesellschaftshaus,  Coburg.  T.-O.: 
u.  a.  Kapitalserhöhung  um  M  3,5  Mill.  Inhaberaktien  auf  Jt  6,5  Mill, 

Vereinigte  Zwieseler  und  Pirnaer  Farbenglaswerke,  A.-G.,  München- 
a.  o.  G  -V.  28.  3.  22,  10  Uhr  v.,  Notariat  München  II.  T.-O. :  Kapitals- 
erhöhung um  JK  4,5  Mill.  Stamm-  und  JK  0,25  Mill.  Vorzugsaktien. 

A.-G.  Glashüttenwerke  Adlerhütten,  Penzig,  O.-L. :  o.  G.-V.  28.  3.  22, 

12  Uhr  m.,  Bankhaus  S.  Bleichröder,  Berlin.  T.-O. :  u.  a.  Kapitalserhöhung' 
nm  bis  Jt  3  Mill.  Stamm-  und  JK  1,2  Mill.  Vorzugsaktien  auf  Jt  8,2  Mill. 

W.  Hirsch,  A.-G.  für  Tafelglasfabrikation,  Radeberg;  o  G.-V. 
30.  3.  22,  4  7a  Uhr  n.,  Sitzungszimmer,  Radeberg.  T.-O. :  u.  a.  Kapitals- 
erhöhung um  Jt  1,8  Mill.  Stamm-  und  Jt  0,4  Mill.  Vorzugsaktien. 


Sächsische  Glasfabrik,  Radeberg:  o.  G.-V.  28.  3.  22,  4  Uhr  n., 
Sitzungszimmer,  Radebere. 

Chemische  Werke  Schuster  &  Wilhelmy,  A.-G.,  Reichenbach,  O.-L. : 
o.  G.-V.  27.  3.  22,  9  7^  Uhr  v.,  Görlitz,  Struvestraße  27.  T.-O.:  u.  a. 
Kapitalserhöhung  um  M  2,25  Mill. 

Optische  Anstalt  C  P.  Goerz,  Ä..-G,  Berlin-Friedenau:  o.  G.-V. 
30.3.  22,  11  Uhr  v.,  Geschäftsräume,  Berlin-Friedenau. 

Deutsche  Fensterglas-A.-G.,  Berlin:  o.  G.-V.  24.  3.  22,  11  72  Uhr  v., 
Hotel  Rassischer  Hof,  Berlin. .-.  /• 

Gottschalk  &  Co,  A.-G.,  Cassel:  o.  G.-V.  1.4.22,  4  Uhr  n.,  Ver- 
waltungsgebäude, Cassel.  T.-O. :  u.  a.  Kapitalserböhung. 

Th.  Goldschmidt,  A.-G.,  Essen :  o.  G.-V.  29.  3.  22,  11  Uhr  v.,  Ge- 
schäftsgebäude, Essen. 

Odenwälder  Tonindustrie,  A-G„  Pfaffenbeerfurth:  o.  G.-V.  31,  3.  22, 
10  72  Uhr  v.,  Hotel  Esplanade,  Berlin. 


Verbände. 

Der  Verein  deutscher  Spiegelglasfabriken,  G.  m.  b.  H.,  Köln, 
hat  die  Preise  in  den  einzelnen  Kategorien  mit  sofortiger  Wirkung  nm 
15  bis  23  %  erhöht. 

Der  Verband  deutscher  Flaschenfabrikanten  erhöhte  den 
Teuerungsaufsohlag  auf  sämtliche  Flaschenfabrikate  von  300  auf  400  °/0. 

Der  Verband  deutscher  Kachelofen-Fabrikanten  setzte  mit  so- 
fortiger Wirkung  den  Teuerungszuschlag  für  vorgeformte  und  Schmelz- 
ware auf  40%,  für  alle  übrigen  Waren  auf  50  %  fest.  Dar  Verband 
empfiehlt,  sich  bei  Wiederverkäufen,  Preiserhöhungen  für  alle  Fälle 
vorzubehalten  und  Preise  nur  freibleibend  abzugeben. 


Firmenregister. 

Deutschland. 

Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  &  Co ,  A  -G.,  Berlin.  Max  Rosenthal 
ist  infolge  Ablebens  aus  dem  Aufsichtsrat  ausgeschieden. 

Porzellanfabrik  Kirchenlamitz,  G.  m.  b.  H.,  Berlin  (bisher  Kirchen- 
lamitz  i  Bay ).  Herstellung  von  elektrotechnischem  Porzellan  und  dessen 
Verkauf  an  die  Firma  Berent  und  Kurniker,  Berlin.  Stammkapital: 
JK  110  000.  Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer  sind  Kauf- 
mann Hans  Fickenscher  und  Milda  Fickenscher. 

Werra  Porzellanfabrik,  A.-G,  Bremen.  Ernst  Brandenburger  und 
Fritz  Böhme  haben  Gesamtprokura. 

Porzellanfabriken  Creidlitz,  G.  m.  b.  H.,  vorm.  Rose,  Schulz  &  Co., 
Creidlitz.    Das  Stammkapital  ist  auf  Jt  570000  erhöht. 

Porzellanfabrik  Dr.  Oehler  &  Co.,  Groß-Krotzenburg.  Die  Firma 
ist  in  „Dr.  Oehler  &  Co."  geändert. 

Porzellanfabrik  C.  M.  Hutschenreuther,  A.-G.,  Hohenberg  a.  E. 
Die  Kapitalserhöaung  bezüglich  der  restlichen  Ji  500  000  ist  nunmehr 
erfolgt.   Ausgabekurs  105%. 

Vereinigte  Köppelsdorfer  Porzellanfabriken,  vorm.  Armand  Marseille 
und  Ernst  Heubach,  Köppelsdorf.  Fabrikdirektor  Dr.  Robert  Flohr  und 
die  Kaufleute  Georg  Bauer  und  Oskar  Baaersachs  haben  Gesamtprokura. 
Die  beiden  letzten  nur  einzeln  in  Gemeinschaft  mit  einem  der  beiden 
Gesellschafter  Herrn.  Marseille  jun.  und  Ernst  Heubach  jan.  oder  mit 
Direktor  Dr.  Robert  Flohr.' 

Döbrich  &  Heckel,  Steatitwerk  in  Lauf'  a.  P.,  G.  m.  b.  H ,  Lauf. 
Kaufmann  Paul  Richter  und  Buchhalter  Konrad  Sörgel  haben  Gesamt- 
prokura. 

Wulff  &  Rohde,  Kommandit-Gesellschaft,  Lübeck.  Die  Liquidation 
ist  beendigt,  die  Firma  erloschen. 

Norddeutsches  Porzellanwerk  m.  b.  H.  zu  Lübeck,  Lübeck.  Der 
Gegenstand  des  Unternehmens  ist  auf  den  Ein-  und  Ausfuhrhandel  mit 
Waren  aller  Art  ausgedehnt. 

Lübecker  Porzellan-  und  Fayencefabrik,  G.  m.  b.  H,  Lübeck.  Die 
Vertretungsbefugnis  des  Geschäftsführers  Ferdinand  0.  Keßler  ist  be- 
endigt.   Die  Prokura  des  Franz  H.  F.  Busse  ist  erloschen. 

Porzellanfabrik  Ludwigstadt:  Sauer  Comp.  Komm.  Ges.,  Ludwig- 
stadt. Die  Geschäftsführer  Kaufmann  Albin  Büchner  und  Direktor  August 
Sauer  sind  selbständig  vertretungsbefugt. 

Porzellanfabrik  Rottleberode,  Gustav  Bölte,  Rottleberode.  Inhaber 
ist  Fabrikbesitzer  Gustav  Bölte. 

Otto  Overdiek,  Selb.  Gebranchpporzellangeschirr-Herstellung  und 
-Handel.   Inhaber  ist  Kaufmann  Otto  Overdiek. 

Peter  Spang,  montierte  Anrauchpfeifen-  und  Ton  Warenfabrik,  Baum- 
bach. Die  Firma  ist  in  „Peter  Spang  Sohn,  Inhaber:  Peter  Josef  Spang" 
geändert. 

Steingutfabrik  Union  Hermann  Wegfmann  —  Julius  Bäsch,  Berlin. 
Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst,  die  Firma  erloschen. 

Wessels  Wandplatten -Fabrik,  A-G.,  Bonn.  Betriebsdirektor  Anton 
Alef  und  Maria  Verbeck  haben  Gesamtprokura. 

Keramag,  Keramische  Werke,  A.-G.,  Meiningen.  Kaufmann  Paul 
Königs,  Direktor  Adolf  Heubach  und  Dr.  Heinrich  Greifenhagen  haben 
Gesamtprokura. 

Max  Roesler,  Feinsteingutfabrik,  A.-G.,  Rodach.  Direktor  Karl 
Laner  ist  aus  dem  Vorstand  ausgeschieden. 

Louis  Raum,  G.  m.  b.  H,  Nürnberg.  Die  Prokura  des  Heinrich 
Fuchs  ist  erloschen.    Sofie  Fuchs  hat  Gesamtprokura.  * 

Anhalter  Schamottewerke,  A.-G„  Unterwiederstedt.  Das  Grundkapital 
soll  um  M  350000  Stammaktien  erhöht  werden. 

Laueitzer  Schmirgel  werk,  G.  m.  b.  H  r  Bremen.  Der  Sitz  der 
Gesellschaft  ist  von  Vetschau  nach  Bremen  verlegt.  Stammkapital : 
M  50  000.    Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Bernhard  Noltenius. 


128  -  Nr.  11 


SPRtCHSAAL-COBijRO. 


1922.  (öS.  Jahrgang.) 


Eud.  Goebel,  Hofheim,  Zweigniederlassung  Bad  Blankenburg.  Die 
Prokura  deß  Kaufmanns  Oskar  Lochner  ist  erloschen. 

Max  Kray  &  Co.-Glasindustrie  Schreiber,  A.-G.,  Berlin.  Die  Prokura 
des  Dr.-Ing.  Alfred  Kray  ist  erloschen.  Felix  Rauschke  hat  Gesamt- 
prokura mit  einem  Vorstandsmitglied.  Dr.-Ing.  Alfred  Kray  und  Glas- 
hüttendirektor Max  K.  Göpfert  wurden  zu  Vorstandsmitgliedern  bestellt. 

Glaswerke  Sachsenhutten,  G.  m.  b.  H ,  BiBchofswerda.   Die  Prokura 
des  Direktors  Georg  Hottenstein  ist  erloschen. 

Glashütte  Friedrichsthal,  A.-G.,  Friedrichsthal  bei  Oostebrau.  Grund- 
kapital :  Jt  2  Mill.  Vorstand  ist  Kaufmann  Paul  Schwarzer.  Die  Kauf- 
leute Bichard  Mayer  und  Johannes  Schwarz  haben  Prokura.  Die  Gründer, 
die  sämtliche  Aktien  übernommen  haben,  sind  Bankier  Dr.  E.  v.  Bichborn, 
die  Kommanditgesellschaft  Eichhorn  &  Co.,  die  Kommanditgesellschaft 
Carsch,  Simon  &  Co.,  Direktor  P.  Schwarzer  und  Eentier  F.  Vollprecht. 
Dem  ersten  Aufsichtsrat  gehören  an  die  Bankiers  Dr.  K.  Bett,  0.  Carsch, 
Dr.  E.  Eichborn  und  E.  v.  Eichborn,  Stadtrat  G.  Laß  und  Bentier 
F.  Vollprecht.  .  n,  •  ' 

Spiegelmanufaktur  Waldhof,  A.-G.,  Mannheim.  An  Stelle  des  aus- 
geschiedenen Prof.  Dr.  Arthur  Schroeter  wurde  Dr.  Peter  Brock  als 
Vorstandsmitglied  bestellt. 

Louis  Ehrhardt,  Glasinstrumenten-Fabrikation,  Altenfeld.  Inhaber 
ist  GlasblSsereibesitzer  Louis  Ehrhardt. 

Hilmar  Keilhauer,   Cursdorf.    Inhaber  ist  Thermometerfabrikant 
Hilmar  Keilhauer.  ,       >,  •,  ,    _  .  . 

Wilhelm  Ludwig,  Cursdorf.  Inhaber  ist  Glasbläser  Wilhelm  Ludwig. 

Lippische  Spiegelfabrik  L.  Becker  &  Co.,  Detmold.  Persönlich 
haftende  Gesellschafter  sind  die  Kaufleute  Luitpold  Becker  und  Cornelius 
M.  Paadekooper.  Jeder  ist  selbständig  vertretungsbefugt. 

Hermann  Pröscholdt,   Gotha,     Inhaber   ist   Kaufmann  Hermann 

Pröscholdt.  .  «ali*    t  i»  i. 

Hermann  Hofimann,  Glaswarenfabrikation,  Großbreitenbach.  Inhaber 

ist  Glasbläser  Hermann  Hoffmann. 

Hermann  Vater  &  Söhne,  Ilmenau.  Herstellung  und  Vertrieb  von 
Isolierflaschen.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  die  Glasbläser 
Hermann  und  Otto  Vater  und  Kaufmann  Theodor  Vater.  Jeder  ist  selb- 
ständig vertretungsbefugt. 

Max  Burghardt,  Glastechnische  Präzisionswerkstätten,  Ilmenau.  Die 
Prokura  des  Kaufmanns  Paul  Abicht  ist  erloschen. 

Phoenix  Industrie  Fritsch  &  Ulrich,  Ilmenau.  Fabrikation  und 
Vertrieb  von  Spiel-  und  Glaswaren.  Persönlich  haftende  Gesellschafter 
sind  die  Kaufleute  Heinrich  Fritsch  und  Arthur  Ulrich.  Jeder  ist  selb- 
ständig vertretungsbefugt. 

Glasplakatefabrik  Offenburg,  A.-G.,  Offenburg.  Grundkapital:  Jt  2  Mill. 
Vorstandsmitglieder  sind  die  Fabrikanten  Wilhelm  Schell  und  Paul  Venator. 
Sie  sind  nur  gemeinsam  vertretungsbefugt.  Die  Gründer,  die  sämtliche 
Aktien  übernommen  haben,  sind  die  Fabrikanten  W.  Schell,  Dr.  A.  Silber 
und  Paul  Venator,  Kaufmann  E.  Schell  und  Prokurist  A.  Fedter.  Den 
ersten  Aufsichtsrat  bilden  Dr.  A.  Silber,  die  Kanfleute  E.  Voltz  und 
E.  Schell,  Bankier  Dr.  F  Kaufmann  und  die  Bankdirektoren  J.  J.  Castell 
und  W.  Wolfi.  '     .  .  _  . 

Martin  Fischer,  Isolierflaschenfabrik,  Eudolstadt.  Inhaber  ist  Kauf- 
mann Martin  Fischer. 

Wilhelmshavener-Büstringer  Spiegelfabrik  Hanni  Kraeße,  Büstringen. 
Spiegelbelegerei  und  GlaBSchleiferei.  Inhaberin  ist  Hanni  Kraeße,  geb. 
Penning.   Glasermeister  Ludwig  Kraeße  hat  Prokura. 

Gebrüder  Schilling,  Thermometer-iund  Glasinstrumentenfabrik,  Sttttzer- 
bach,  Pr.  Ant.   Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst,  die  Firma  erloschen. 

Westfälische  Glasmanufaktur  Litscher  &  Gebelhoff.  Tecklenburg  i.  W. 
Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  die  Ingenieure  Victor  Litscher  und 
Heinrich  Gebelhoff.   Jeder  ist  einzelvertretungsbefugt. 

Emailleschmelze  „Silex",  Inh.  Arnold  Becklas,  Ahlen.  Inhaber  ist 
Fabrikant  Arnold  Becklas. 

Adolph  H  Neufeldt,  Metallwarenfabrik  und  Emaillierwerk,  Elbing. 
Das  Grundkapital  soll  um  M  2,5  Mill.  erhöht  werden. 

Bott-  Glas- Vertrieb-Berlin,  G.  m.  b.  H.,  Berlin.  An  Stelle  des  aus- 
geschiedenen Walter  G.  von  Eichel  wurde  Kaufmann  Hugo  Böttcher  zum 
weiteren  Geschäftsführer  bestellt. 

Deutsche  Fensterglas-A-G.,  Berlin.  Die  Kapitalserhöhung  um  JC  7,5 
Mill.  auf  Jt  12  Mill.  ist  durchgeführt. 

Liepold  &  Co.,  Wunsiedel.   Porzellan- Vertrieb.   Persönlich  haftende 
Gesellschafter  sind  die  Kaufleute  August  Liepold  nnd  Kurt  Pahhtzsch. 
Schütze,  Steffens  &  Co.,  Hamburg.   Emil  M.  W.  Picker  hat  Prokura. 
Thür.  Glas-  und  Porzellan-Iodustrie  Carl  Schurg  jun.,  Coburg.  In- 
haber ist  Kaufmann  Carl  Schurg  jun. 

J.  Weck  &  Co.,  Oeflingen.  Kaufmann  Albert  Hackelsberger  ist  als 
persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten  mit  dem  Becht  der  Einzel- 

vertreUng.  ^  kerftmigcne  Industrie,  A.-G.,  Dresden.  An  8telle  deB  aus- 
geschiedenen Dr.  Alfred  Meyer  wurde  Dr.  Kurt  von  Scherf  zum  Vorstands- 
mitglied bestellt. 

Gottachalk  &  Co.,  A.-G.,  Cassel.  Die  Prokura  des  Albert  Elbrecht 
ist  erloschen. 

Gustav  Müller,  Coburg.   Kaufmann  Max  Knorr  hat  Prokura. 

Zahn  &  Co.,  Bau  von  Emaillierwerken,  G.  m.  b.  H ,  Berlin.  Erwerb 
und  Fortführung  demjenigen  Teils  des  bisher  unter  der  Firma  „Ingenieur 
Zahn  Technisches  Büro,  G.  m.  b.  H."  betriebenen  Unternehmens,  welcher 
Bich  mit  dem  Bau  von  Emaillierwerken  befaßt.  Stammkapital:  M  160000. 
Gefchaftuführer  sind  Dr.  phil.  Oskar  Zahn  und  Dr.  Willy  Scheel.  Paul 
HübBcbmann  und  Hermann  Bley  haben  Prokura  mit  einem  Geschäftsführer. 
Dr.  Oskar  Zahn  ist  einzelvertretungsbefugt. 


Oesterreich. 

Karl  8chadle».>  urBte  Liuzer  Tonöfenfabrik,  Linz.  Marie  Irresberger 
und  Oskar  Hinterlettner  sind  als  persönlich  haftende  Gesellschafter  einge- 
treten.  Vertretungsb^fQgd  8jnd  je  zwei  Gesellschafter  gemeinsam. 

M.  Irresberger  &  Co.,  Linz.  Tonwaren-  und  Geschirrniederlage. 
Persönlich  haftende  Ge*,eii8Cnafter  sind  Marie  Irresberger  und  Emilie 
Kriftner.   Jede  Gesellschaftern  jS(  Belbständig  vertretungsbefugt. 

E.  Peter  &  Co.,  Wien.  Glasschleifergewerbe.  Persönlich  haftende 
Gesellschafter  sind  Eduard  PetW|  Marie  Peter  und  Franz  Malee.  Ver- 
tretungsbefugt Bind  nur  Eduard  nnd  Marie  Peter,  und  zwar  selbständig . 

M.  Lissauer  &  Cie.,  Zweignie^riassung  Wien.  Der  bisherige  Pro- 
kurist Bruno  Grießmann  ist  als  persönlich  haftender  Gesellschafter  einge- 
treten.  Siegmund  Philipp  hat  Gesam+pro^ura 

Mühldorfer  Graphitbergbau,  G.  i^.  D<  h.,  Wien.  Oberbuchhalter 
Siegfried  Hannover  hat  Prokura  mit  ei.nem  der  beiden  Geschäftsführer 
Wilhelm  Platschek  oder  Franz  Traub. 

Tschechoslo  wakie  ttt 

G.  Bobrecht,  Mildeneichen.  Porzellanfab^kation.  Inhaber  ist  Josef 
Franz  Scholz.  Die  Firma  lautet  jetzt:  „J.  F.  Scholz."  Oskar  8cholz  hat 
Prokura. 

J.  C.  Proksch  &  Söhne,  Warnsdorf.  Erzeugung  von  Schmirgelwaren, 
Schmirgel-,  Schleif-,  Putz-  und  Poliermitteln.  Pei.8öniieh  haftende  Ge- 
sellachafter sind  Josef  Const.  Proksch,  Josef  Proksct  ^nd  otto  Proksch. 

F.  Czermak  &  ©ie.,  Brünn.  Erzeugung  von  Zieg*=4n  und  Tonwaren. 
Wilhelm  Knobloch,  Neudorf  (Gablonz  a.  N).  GUskierlenerzeugung. 

Jugoslawien. 

Nisim  M.  Roman,  Sarajevo.  GlaswarenhandeL  Die  t?jrma  j8t  er- 
loschen. 

Crna-Kaolin,  A.-G.,  Ljubljana,  Slov.  (Crna-Kaolin,  delnis!ka  drUZbB). 
Aktienkapital:  Kr.  1  Mill.  Verwaltungsrat:  Dr.  Josip  Toi^e,  ivan 
Kastelic,  Valentin  Gregore. 

Patente. 

Deutsches  Reich. 
Anmeldungen. 

12  h,  2.  M.  71683.  Kassettenringofen  mit  von  oben  bedie,nbaren 
Kassetten.  Franz  Meiser  und  Karl  Meiser,  Nürnberg,  Sulzbacher  'gtei  9 
4. 12.  20. 

12  h,  2.  T.  24  651.  Verfahren  zur  Herstellung  von  FormBstttCB.en 
aus  reinem  Graphit.  Dr.  Emil  Trutzer,  München,  Steinsdorf stT  iq 
22.11.20. 

13  a,  26.  K.  73  843.  Verfahren  zur  Herstellung  einer  feueri<6Bten 
Verkleidung  von  Feuer buchsrohr wänden.  Frit  Kramer,  Schötmar,  L^ppe, 
19  7  20. 

21c,  13.  P.  37  727.  Hänge»  oder  Abspannisolator  mit  Metallk.appe 
und  kittloser  Verbindung  zwischen  beiden.  Porzellanfabrik  Ph.  Rose  ntj1Bi 
&  Co.,  A.-G ,  Selb  i.  B.   30.  4. 19. 

21  g,  12.  G.  48  353.  Elektrodeneinführung  für  QuecksilberdaL^. 
gleiohrichter  aus  Glas.   Gleichrichter- Ges.  m.  b.  H ,  Berlin.   27.  6.  l^ 

30  b,  14.  R.  46  267.  Auswechselbarer  Porzellanzahn  mit  ei.0ge. 
branntem  Gewinderöhrchen  und  Schraubenbefestigung.  Rudolf  Rath, 
München,  Lindwurmstr.  203.   24.  7. 18. 

30  d,  27.  B.  98  817.  Schutzgläser  für  Brillen  und  optische  Ins  ^. 
mente.   Johannes  Bandelow,  Torgau.   16.  3.  21. 

32  a,  24.  Sch,  57  768.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Düsenbö  ^ 
für  Spinndüsen.   Dr.  Kämpf,  Premnitz  b.  Rathenow.   12.  3.  20.  T 

32  a,  31.  M.  63  348.  Verschmelzvorrichtung  für  Gläser.  Maui^ce 
Mathy,  Fi emalle-  Grande,  Belgien.   10.  6.  18. 

36  a,  13.  K.  71 868.  Als  Zwischenlage  dienender  Doppelrahu^n 
für  Kachelöfen.  Robert  Könnecke,  Braunschweig,  Bttltenweg  59.  6  2  20. 

48  a,  2.  M.  75  689.  Verfahren  zum  Ueberziehen  von  keramiscl^n 
und  ähnlichen  Waren  mit  einem  festhaftenden  metallischen  Ueberz-iQg 
Quintin  Marino,  London.   9.  11.  21. 

48  d,  2.  H.  83  829.  Verfahren  zum  Beizen  und  Entrosten  von  Ei  9en 
und  Stahl.   Dr.  Felix  Heinemann,  Berlin,  Königgrätzer  Str.  85  a.  11. 1.  21. 

53  b,  1.  H.  82  796.  Verfahren  zur  Herstellung  eines  Dichtung, 
ringes  für  Konservengläser  u.  dgl.  Otto  Hugo  vom  Hove,  Freiburg  (Badegn)( 
Weierhofistr.  7.    18. 10.  20.  i 

63  b,  3.  Sch.  59  786.  Verschluß  mit  Oeffnungsvomohtung  ..«ur 
Konservengefäße;   Zus.  z.  Pat.  344662.    Adolf  Schwieger,  Hannov*  er> 

HermannBtr.  32.   8. 11  20.    n, 

0! 

Beschreibungen.  ?( 
Verfahren  zum  Formen  geflochtener,  durchbrochener  Gegeiot*. 
stände,  wie  Schalen,  Blumentöpfe  und  dergl.,  durch  Zusammenflechten  ven,v 
Tonsträngen  auf  einem  der  Gestalt  des  Gegenstandes  entsprechend  gt,g  .1 
formten  Gipsuntersatz.   Die  Geflechtstränge  werden  um  Stifte  gewunden,8 
welche  auf  dem  Untersatz  entfernbar  und  entweder  in  einer  dem  Geflechfj 
entsprechenden  Zahl  und  Anordnung  oder  in  dichten  Reihen  angeordnet 
sind.    80  a,  45.    Nr.  344  693.    10.5.19.    HanB  Griesbach,  Cortendorf 
bei  Coburg.  l9 
Mit  Rührwerk  arbeitende  Vorrichtung  zum  Zuführen  des. 
8 ohleif mittels   iu  Flüssigkeiten   bei  Glasschleifmaschinen,  insonderheit! 
Linsenschleif masohinen  mit  exzentrisch  angeordneten  Schleifschalen.  DU, 
an  das  Rührwerk  durch  Absperrhähne  angeschlossenen  Leitungen  zu  dere 
einzelnen  Sohleifsätzen  mit  auf  die  untere  ortsfeste  Schale  gerichtete,, 
ein-  und  feststellbarer  Düse  sind  mit  einem  zweiten  AbBperrhahn  versehen,, 
dessen  Kükenstange  von  dem  die  oberen  Schalen  in  eine  hin  und  he 
gehende  Bewegung  versetzenden  Kurbelgetriebe  0.  dgl.  aus  mittels  ein 
zweiten  Schubstange  in  Schwingung  versetzt  wird,  derart,  daß  der  He** 


1922.  (58».  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  11  —  129 


abgeschlossen  wird,  wenn  die  exzentrisch  bewegte  obere  Schale  die  untere 
an  der  Spritzstelle  bedeckt,  datresren  geöffnet,  wenn  diese  Stelle  der  unteren 
Schale  freiliegt.  67  a,  27.  Nr.  345  442.  17.8.21.  Ernst  Engels,  Rathenow. 


Löschungen. 

3  c.   264787.  Flüssigkeitsstandglas. 

67  c.  268214.  Schleifpaßte  ans  schleifend  wirkenden  Mineral- 
pulvern  nsw. 

67  c.  305764  Verfahren  zur  Regenerierung  von  Schleif korn ;  —  mit 
Zusatzpatent  306163. 

80  b.  261 446.  Verfahren  zur  Herstellung  hochfeuerfester  nsw.  Geräte. 

80  c.  242208.  Verfahren  und  Ofen  zum  Verglühen  hochfeuerfester 
Oxyde. 

80  b.   289582.   Verfahren  zum  Brennen  von  sinternden  Massen  usw. 


Gebrauchsmuster. 

Deutsches  Reich. 
Eintragungen. 

803  128.  30  f.  Siliziumspiegel  mit  Glaskörper.  Siemens  &  Halske, 
A.-G.,  Siemensstadt  bei  Berlin.   11. 6.  20. 

803  359.  64  a.  FJaschenverschluß.  Georg  D.  Eckert,  Nürnberg, 
vordere  Sterng.  15.   3. 10  21. 

803  863.  30g.  Kindersangflasche.  Hermann  Grünhage,  Braun- 
Bchweig.  Andreepl.  3.    11. 11.  21. 

803  543.  53  b.  Deckel  mit  Vorrichtung  zum  schadlosen  Oeffhen  von 
Konservengläsern  und  Töpfen.  Jeseph  Pickenhahn,  Cöln,  Drususgasse  3. 
8.12  21. 

808  693.  67  a.  Anordnung  an  automatischen  Glasschleifmaschinen 
zum  selbsttätigen  Anpressen  der  zu  schleifenden  Gläser  an  den  Schleifstein. 

803  694.   67  a.   Automatisthe  Glasschleifmaschine. 

803  737.   32  a.  Glasschneidemaschine. 

Böller  &  Fischer,  Neuenbürg  a.  Enz,  Wttrtt.   17. 12.  21. 

803  780.  30  g.  Milchflasche  mit  Widerstandspfropfen  aus  Glas  und 
Gummisauger  für  Säuglinge.  Otto  Schmidt,  Dortmund,  Dudenstraße  3. 
10. 12  21. 

803  878.  30  b.  Mineralzahn  für  künstliche  Gebisse.  Deutsche 
Zabnfabrikgesellschaft  Wienand  &  Co.,  Sprendlingen-Frankfurt  a.  M. 
12. 12  21. 

803  884.  64  a.  Flaschengruppe,  insbesondere  für  Kopf-  und  Haar- 
wässer.  Ernst  WeiS,  Bielefeld,  Viktoriastr.  10.   17. 12.  21. 


803  897.  36  a.  Schamottefassonhohlstein.  -  Max  Fröhlich,  Hamburg, 
Marienthaler  Str.  94.   21. 12.  21. 

803  908.  21g.  Flaschenförmiger  Kondensator.  Schott  &  Gen.,  Jena. 
29. 1.  21. 

803  955.  67  a.  Facettenschleifvorrichtung  für  Augengläser.  Beller 
&  Fischer,  Neuenbürg,  Wttrtt.   5. 2.  20. 

804117.  42  i.  Sixthermometer  mit  separatem  Thermometer. 
Eschrieb.  &  Co.,  G.  m.  b.  H ,  Schmiedefeld,  Er.  Schleusingeu.   9. 11.  21. 

804  298.  32  b.  Wackeltisch.  Fa.  J.  Bach,  Fürth  in  Bayern. 
22. 12.  21. 

804  305.  77  f  Zweiteiliges  Puppenglied  aus  keramischer  Pappe- 
oder Papiermasse.  Hermann  Kleim,  Gotha-Siebleben,  und  Albert  Müller, 
Gotha.   23  12.  21. 

804417.  80  a.  Faßhebelschlaarpresse  zum  Erzeugen  von  Finger- 
hüten (Brennhilfsmitteln).  Richard  Reinicke,  Werkzeug-  und  Maschinen- 
fabrik, G.  m.  b.  H.,  Großdubrau  i.  S.   17. 12.  21. 

804  666.  21  c.  Glocke  für  die  Dacheinführung  elektrischer  Leitungs- 
drähte. 

804  667.   21c.   Unterteil  für  elektrische  Dacheinführung. 
Rheinische  Poraellanfabrik,  G.  m.  b.  H ,  Mannheim.   11. 6. 21. 
804  679.   64  a.   Hebelflaschenverschluß.   Paul  Kaiser,  Großröhrsdorf 
LS.   8  10  21. 

804  768.  36  a.  Kachelofen.  Eugen  Pigulla,  Berlin-Tempelhof, 
Kaiser-Wilhelm-Str.  76.  18.3.21. 

804  769.  67  a.  Maschine  zum  Schleifen  und  Polieren  torischer  und 
zylindrischer  Flächen.  Nitsche  &  Günther,  Optische  Werke,  Rathenow. 
11  4  21. 

804  817.  67  a.  Schleifmaschine  für  asphärische  Flächen,  insbesondere 
für  torische  Brillengläser. 

804  818.  67  a.  Stapelapparat  zum  zentrischen  Einführen  der  Gläser 
in  Glasrandschleifmaschinen  mit  Einführungszange. 

„Womra",  Werkzeug-  und  Maschinenfabrik,  Rathenow.   4.1.  22. 

804  952.  4  f.  Aus  keramischem  Stoff  bestehender,  glasierter,  insbe- 
sondere als  Deckenrosette  verwendbarer  Isolierkörper. 

804  953.  4  f.  Aufhängevorrichtung  mit  an  einem  Tragbügel  dreh- 
barem Ringe  für  Glühkörper. 

Steatit-Magnesia  A.-G.,  Nürnberg.   30. 7.  21. 


Verlängerung  der  Schutzfrist. 
697  457.   21c.   HochspaunungBisolator  usw.   Porzellanfabrik  Kahla, 
Filiale  Hermsdorf-Klosterlausnitz,  Hermsdorf,  S.-A.   6. 1.  22. 


Fra gekästen  des  Sprechsaal. 


1.  Der  Fragekasten  dient  dam,  technische  und  andere  für  unseren  Leserkreis  wissenswerte  Fragen  und  Fabrikationsfehler 
Olfen  ku  erörtern,  ferner  Hilfsmittel,  Materialien ,  Maschinen  und  Werkzeuge  für  unsere  Industrien  nachzuweisen.  Soweit  sieh  Bezugs- 
quellen Im  Anzeigenteil  linden,  wird,  wenn  nicht  besondere  Meldungen  erfolgen,  nur  darauf  hin  verwiesen. 

2.  Die  direkte  Termlttelung  des  An-  oder  Verkaufs  von  Rezepten,  fertigen  Fabrikaten  usw.  und  die  Weitergabe  von  Angeboten 
oder  Antworten  an  die  Fragesteller  sind  ausgeschlossen. 

.  3.  Die  Namen  der  Fragesteller  werden  nach  keiner  Welse  hin  genannt,  anonyme  Zuschriften  jedoch  nicht  berücksichtigt. 

4.  Die  Antworten  werden  nur  In  die  zweite  auf  die  Frage  folgende  Hammer  aufgenommen.  Verspätet  eingehende  Antworten 
kOnnen  nur  ausnahmsweise  Berücksichtigung  finden. 

5.  Die  Redaktion  behalt  sich  vor,  ohne  Angabe  von  «ründen  sowohl  Fragen  als  auch  Antworten  abzulehnen;  für  brauchbare 
Beantwortungen  technischer  Fragen  gewahrt  sie  ein  angemessenes  Zellenhonorar.  Eine  zivilrechtliehe  Haftpflicht  übernimmt  die 
Redaktion  nicht. 


6.  Jeder  Frage  Ist  Rückporto  beizufügen. 

Keramik. 

43.  Gibt  es  ein  Verfahren  zum  Gießen  von  elektrotechnischem  Por« 
,t  so  daß  dieses  gut  trocknet,  ohne  rissig  zu  werdtn? 
Erste  Antwort:  Ich  nehme  an,  daß  auch  Sie,  wie  es  allge- 
mein üblich  ist,  Ihre  Gielmusse  mit  Soda  herstellen  Enthalt  die  Gieß- 
meste  bei  normalem  Sodagehalt  —  die  erforderliche  Menge  ist  für  jede 
Hasse  besondere  auszuprobieren  nach  dem  von  Simonis  angegebenen  Ver- 
fahren (s.  Sprechsaal-Kalender  „Gießverfahren")  —  zu  viel  Wasser,  so 
findet  eine  EntriiierhoDg  der  Massebestandteile  derart  statt,  daß  sich  die 
schweren  Bestandteile  Quarz,  Feldspat  usw.  zu  Boden  setzen,  während 
der  Kaolin  nnd  andere  tonige  Bestandteile  suspendiert  bleiben.  Infolge- 
dessen bilden  sich  beim  Ansetzen  der  Masse  an  die  Gipsform  verschiedene 
Schichten,  die  beim  Trocknen  des  Scherbens  in  diesem  ungleiche  Span- 
nurgen auslösen,  die  das  Beißen  der  Masse  verursachen.  In  erster  Linie 
ist  also  der  Wassergehalt  des  Gießscblickers  zu  verringern  und,  falls 
hierdurch  letzterer  nicht  genügend  gitßfähig  ist,  der  Sodagebalt  zu  er- 
höben. Eine  weitere-  wesentliche  Bedingung  für  einen  einwandfreien 
Gießschiicker  ist  die,  daß  derselbe  frei  von  Luftblasen  ist  Der  Schlicker 
mnß  daher,  nachdem  er  die  Trommel  verlassen  hat,  in  einem  bedeckten 
Bottich  mindestens  noch  1  Tag  stehen  und  dann  vor  dem  Gießen  einige 
,  Male  ruhig  umgerührt  werden.  Aelterer  Schlicker  läßt  sich  immer  besser 
verarbeiten,  da  er  in  Bich  gleichmäßiger  ist. 

Zweite  Antwort:  Elektrotechnische  Porzellan artikel  werden 
je  nach  Form  und  Größe  gestanzt,  gedreht  oder  gegossen.  Letzteres 
geschieht  mittels  des  in  der  Porzellanindustrie  allgemein  üblichen  und 
bekannten  Gießverfahrens.  Das  Verhalten  gegossener  Stücke  beim  Trocknen 
ist  dasselbe  wie  das  gedrehter,  vorausgesetzt,  daß  beide  Arten  aus  ein 
und  derselben  Masse  hergestellt  sind,  was  nicht  immer  der  Fall  zu  sein 
braucht.  Ein  großer  Vorteil  des  Gießverfahrens  besteht  darin,  daß  man 
mit  einer  bedeutend  magereren  Masse,  mit  der  sich  auf  der  Drehbank  nicht 
arbeiten  läßt,  arbeiten  kann.  Aus  Zweckmäßigkeitsgründen  wird  man 
a  jedoch  versuchen,  mit  einer  sowohl  iür  das  Drehen  als  auch  für  das 
e  Gießen  geeigneten  Masse  auszukommen. 

Dritte  Antwort:  Artikel  aus  Porzellan  werden,  soweit  sie 
Ii  sich  dafür  eignen,  von  jeher  gegossen,  wenn  dies  die  billigste  und  prak- 
uititchste  HerstellungBweise  ist.  Ej  ist  aber  zu  beachten,  daß  der  gegossene 
Scherben  an  Dichtigkeit  hinter  dem  gedrehten  und  gepreßten  etwas  zu- 
30.  ucksteht,  und  demzufolge  die  Isolierfähigkeit  gegossener  Stücke  eine 
erbtwaa  geringere  ist  Wenn  die  von  Ihnen  genannten  Fehler  auftreten, 


so  ist  entweder  an  der  Masse  oder  an  den  Formen  etwas  nicht  in  Ordnung, 
oder  die  Trocknung  ist  eiae  zu  rasche.  Wo  die  Fehlerquelle  liegt  und  ob 
nicht  unter  Umständen  mehrere  Faktoren  zusammenwirken,  läßt  sich  nicht 
sagen,  ohue  den  Betrieb  und  den  Versatz  zu  kennen.  Fachmännische 
Beratung  wird  Ihnen  am  schnellsten  und  am  billigsten  über  die  Dabei- 
stände hinweghelfen. 

Vierte  Antwort:  Beim  Gießen  von  elektrotechnischem  Stanz- 
Porzellan  kommt  es  vor  allem  auf  die  herzustellenden  Gegenstände  an.  Dünn- 
wandige Sachen  können  Sie  pressen,  doch  ist  dies  nur  bei  einigen  Artikeln 
der  Fall.  Meist  handelt  es  sich  um  dickwandige  Gegenstände,  und  .  diese 
zu  gießen,  ist  nicht  vorteilhaft.  Vor  allem  ist  zu  berücksichtigen,  daß 
beim  Gießverfahren  eine  große  Anzahl  Formen  und  viel  Platz  gebraucht 
wird.  Die  Schwindung  gegenüber  den  gepreßten  Artikeln  ist  ebenfalls 
größer  und  ungleichmäßiger,  während  man  doch  möglichst  gleich  große 
Artikel  erzielen  will.  Berechnen  Sie  sich  nun  einmal  die  tägliche  Leistung 
einer  Presse  und  Arbeitskraft  und  im  Gegensatz  dazu,  wieviel  Formen 
und  Arbeiter  nötig  sind,  um  das  gleiche  Quantum  fertigzustellen.  Das 
Ergebnis  wird  Sie  davon  überzeugen,  daß  die  Waren  beim  Gießen  sehr 
verteuert  werden.  Bei  jeder  Fabrikation  ist  aber  ausschlaggebend,  mög- 
lichst viel  zu  erzeugen  und  so  wenig  wie  möglich  Löhne  dafür  auszu- 
geben.  Sie  werden  mit  dem  Gießen  gerade  das  Gegenteil  erreichen. 

Fünfte  Antwort:  Wenn  gegossene  elektrotechnische  Artikel 
beim  Trocknen  reißen,  so  liegt  dies  in  der  Hauptsache  an  der  Zusammen- 
setzung der  Masse  bezw.  an  der  Verwendung  von  nicht  geeigneten  Roh- 
stoffen, z.  B  von  ungeeignetem  Kaolin  usw.,  oder  es  fehlt  im  Versätze 
der  übliche  Fetton.  Vielleicht  könnte  man  auch  die  Gießmasse  statt  mit 
dem  üblichen  Sodazusatz  mit  Wasserglas  herstellen.  Da  sich  einige 
Kaolinsorten  weniger  gut  zum  Gießen  eignen,  so  müssen  Sie  vielleicht 
einen  anderen  Kaolin  versuchen. 

Sechste  Antwort:  Alle  normalen  Porzellane  trocknen  gut  und 
werden  nicht  rissig.  Beißt  Ihr  Porzellan,  so  ist  es  eben  falsch  zusammen- 
gesetzt. Das  Beißen  rührt  wahrscheinlich  von  zu  quarzreicher  Masse  her, 
die  zu  schnell  trocknet.  Das  zu  langsame  Trocknen  kann  nur  an  unge- 
eigneten Kaolinen  liegen. 

46.  Ich  bitte  um  Angabe  eines  Masseversatzes  mit  passender  Glasur 
für  erstklassiges  Gesehirrporzeüan  (Tafel-,  Kaffeeservice  usw.),  das  mit 
Holz  allein,  evtl.  mit  Nachhilfe  von  Braunkohle,  bei  der  anzugebenden 
Temperatur  gargebrannt  werden  kann.  Ein  Bundofen  mit  überschlagender 
Flamme  von  etwa  70  cbm  ist  vorhanden.  Die  Bohmaterialien  sind  mög- 
lichst frachtgünstig  m  wählen. 


130  —  Nr.  11 


SPRECftSAAL- COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


Erste  Antwort:  Znr  Herstellung  von  erstklassigem  Geschirr- 
porzellan wünschen  Sie  einen  Masseversatz  nnter  möglichster  Verwendung 
„frachtgünstigen"  Rohmaterials  Am  besten  ist  es,  Sie  rufen  einen  Fach- 
mann zu  sieb,  der  an  Ort  und  Stelle  feststellt,  welche  Materialien  für  Sie 
„frachtgünstig"  sind,  oder  Sie  geben  znm  mindesten  an,  wo  Ihr  Werk  liegt. 

Zweite  Antwort:  Der  Masse-  nnd  Glasnrversatz  hat  nicht 
viel  mit  dem  zur  Verwendung  gelangenden  Brennstoff  zu  tun.  Versätze 
aller  Art  finden  Sie  reichlich  in  der  Literatur,  jedenfalls  auch  mit  fracht- 
günstigen Rohmaterialien.  Die  Forderung,  Ihnen  solche  ohne  Kenntnis 
der  Lage  Ihres  Werkes  anzugeben,  ist  wohl  ohne  Ueberlegung  gestellt. 

Dritte  Antwort:  Sie  knüpfen  an  Ihre  Frage  eine  Bedingung, 
die  ganz  merkwürdig  klingt:  „Die  Rohmaterialien  sind  möglichst  fracht- 
günstig zu  wählen."  Glauben  Sie,  daß  man  Ihrer  Frage  ansehen  kann, 
wo  Sie  Ihre  Eunst  auszuüben  gedenken,  oder  verlangen  Sie,  daß  man  für 
jeden  möglichen  Ort  Europas  Ihnen  die  frachtgünstigsten  Rohmaterialien 
zusammenstellt?  Lesen  Sie  einmal  die  auf  Frage  30  im  Sprechsaal 
Nr.  8  veröffentlichten  Antworten;  wenn  Sie  nur  einigermaßen  Fachmann 
sind,  so  können  Sie  sich  selbst  Ihre  Frage  beantworten.  Jeder  dieser 
Masse-  und  Glasurversätze  kann  im  Rundofen  von  70  cbm  Brennraum 
mit  überschlagender  Flamme  mit  Holz  gebrannt  werden.  Die  Beimischung 
von  Braunkohle  ist  dabei  gar  nicht  notwendig,  schadet  aber  auch  nichts 
und  wird  lediglich  danach  sich  richten  müssen,  ob  dadurch  der  Brenn- 
betrieb verbilligt  wird  oder  nicht.  Hierfür  sind  die  lokalen  Verhältnisse 
allein  maßgebend,  nnd  diese  sind  aus  Ihrer  Frage  nicht  ersichtlich.  Zur 
Befeuerung  eignet  sich  jeder  Planrost,  nur  ist  dieser,  wenn  sonst  für  Kohle 
bestimmt,  etwas  zu  groß  und  wird  zweckmäßig  um  10  bis  15°/0 
verkleinert. —  Auch  die  Rostspalten  vertragen  in  der  Regel  eine  Ver- 
engung, sonst  ergibt  sich  eine  Brennmaterialverschwendung.  Es  wäre 
überhaupt  zu  empfehlen,  den  Ofen,  wenn  er  vorher  mit  Kohle  gebrannt 
wurde,  durch  einen  Fachmann  prüfen  zu  lassen ;  ein  Ratschlag,  der  einige 
Hundert  Mark  kostet,  kann  sich  mit  vielen  Tausend  Mark  Ersparnissen 
bezahlt  machen. 

Vierte  Antwort:  Ihnen  passende  'Masseversätze  und  Glasuren 
anzugeben,  nnter  Berücksichtigung  der  frachtgünstigsten  Rohstoffe,  ist  ein 
Unding,  da  Sie  nicht  einmal  angeben,  wo  Ihr  Werk  liegt.  Da  Sie  mit 
Holz  und  Braunkohle  brennen  wollen,  so  werden  Sie  keine  allza  hohe 
Temperatur  erreichen,  und  es  ist  auch  zweifelhaft,  ob  Ihr  Ofen  von  70  cbm 
bei  dieser  Brennweise  gute  Resultate  zeitigt.  Ihre  Frage  kann  nur  all- 
gemein beantwortet  werden,  und  Versuche  müssen  Sie  selbst  anstellen. 
Für  Porzellanmassen  kommt  nachstehende  rationelle  Zusammensetzung  in 
Frage:  für  SK  10—12     SK  13—16 

Tonsubstanz  ......      48%  55,0% 

Qaarz   24%  225  % 

Feldspat   28%  22,5  o/0 

Ein  Zusatz  von  2  %  und  mehr  Kalkspat  kann  unter  Umständen  geboten  sein. 
Eine  Glasur  für  SK  9—10  entspricht  ungefähr  der  Formel 
0  2  K20  ) 

0,2  MgO  \   0,5  Alg03  .  4  Si02 
0,6  CaO  J 

während  für  SK  12 — 13  die  folgende  Formel  in  Betracht  kommt:  \ 
0,3  K,0  1 

0,4  C*0    \    0,8  A1203  .  6—7  SiOa 
0,3  MgO  J 

Diese  Angaben  können  nur  als  Unterlagen  für  Ihre  Versuche  in  Betracht 
kommen,  und  die  Berechnung  müssen  Sie  an  Hand  Ihrer  Rohmaterialien 
ausführen. 

Fünfte  Antwort:  Man  kann  Geschirrporzellan  bei  SK  7  bis 
SK  14  erzeugen.  Ich  gebe  Ihnen  nachstehend  2  schöne  Massen  mit  Glasnr 
für  SK  13  AuBbrand. 

I.  Masse : 

Formel :  0  8452  K20 
0,0680  CaO 
0  0968  FtO 

Versatz:  Zebisch- Kaolin  .    .'   22  5  Gew.-T. 

Gottl  Kaolin  13,0  „ 

China  Clay  (8  1)  von  Flemmiüg,  Stettin     7,0  „ 

Flint,  kalz  34,0  „ 

Rörstrand-Spat   ■    23,6  „ 

Sa.  100,0  Gew.-T. 
Der  China  Clay  kann  anch  durch  Zettlitzer  Kaolin  ersetzt  werden. 

Glasur : 

Formel:    0,2  K20  ) 

0,2  MkO  }  0,8  A1208  .  7  Si02 
0,6  CaO  J 

Versatz:  Scherben   39,90  Gew.-T. 

Rörstrand-Spat  8,21  „ 

Dolomit  6 18  „ 

Kalkspat  ..  .    .     6,37  „ 

Zettlitzer  Kaolin,  gebrannt   ....    11,62  „ 
Qaarz  oder  Flint,  kalziniert  ....  27,72 


3  0236  A1208  .  23,4000  SiO 
Mol.-Gew.  1797 


Formel : 
• 


4,1852  A1208  .  24,1460  Si02 
Mol.-Gew.  1952,5 


Sa.  100,00  Gew.-T. 
Auf  50  kg  Glasur  5—10  Gew.-T.  Kobaltnitrat. 

II.  Masse : 

0,7069  K20  ' 
0  055*4  C«0 
0,1067  FtO 
0,1350  TnO 

Versatz :  Zebisch-Kaolin  .  '.  28,0  Gew.-T. 

GottlKaolin  12,0  „ 

Fiint,  kalz.,  oder  sehr  weiß  brennender 

Quarz  25,5  ,. 

UfSrfttrand-Spat  24,0  ,. 

Zinkoxyd   .     0,5  „ 

(oder  0,62  Kalkspat)  ga-  jqO.O  Gew.-T. 

Mit  Zinkoxyd  wird  die  Masse  viel  weißer  wie  mit  Kalkspat. 


Glasnr : 

Formel  wie  bei  1. 

Versatz:  Scherben  31,34  Gew.-T. 

Rörstrand-Spat   1237  „ 

Dolomit  619  „ 

Kalkspat  >.'.].'./'.     6,25  „ 

Zettlitzer  Kaolin,  gebrannt  ....     9,97  „ 

Qaarz  oder  Flint,  kalz.    .   .    .   .   .   33.88  „ 

Sa.  100,00  Gew-T. 
Sie  ersehen  ans  den  Versätzen,  welcher  Fehler  gemacht  würde,  wenn  Sie 
Masse  I  nnd  II  als  Scherben  ohne  genaue  Berechnung  zur  Glasnr  ver- 
wenden würden. 

Sechste  Antwort:  .  Sie' suchen  nach  einem  Porzellanversatz 
mit  „frachtgünstigen  Rohmaterialien'1  nnd  geben  gar  nicht  an,  in  welcher 
Gegend  Ihre  Fabrik  liegt.  Wie  soll  man  da  ein  Urteil  über  die  Fracht- 
verhältnisse haben?  Daß  Sie  Holz  mit  oder  ohne  Braunkohle  als  Brenn- 
material benutzen  wollen,  hat  anf  den  Versatz  keinen  Einfluß,  denn  Sie 
können  mit  Holz  jede  Temperatur  erzeugen  nnd  zu  jeder  Temperatur  läßt 
sich  ein  Versatz  aufstellen.  Um  einen  Anhaltspunkt  zu  haben,  sei  Ihnen 
folgender  Versatz  empfohlen  für  SK  14: 

Hohburger  Kaolin   .   .     32  Gew.-T. 

Kemmlitzer  Kaolin  23  „ 

Ströbeler  Feldspat-Quarz  ......     45  „• 

Sollte  die  Masse  zum  Drehen  und  Formen  etwas  zu  mager  sein,  so  maß 
sie  gründlich  durchfaulen;  auch  empfiehlt  es  sich,  eine  kleinste  Menge 
hocbplastischen  weißbrennenden  Ton  beizufügen,  z.  B.  auf  100  Teile  Masse 
5  Teile  Meißener  oder  Wildsteiner  Ton,  der  mit  der  Masse  lagern  und 
faulen  soll.   Eine  passende  Glasnr  ist  die  folgende: 

Glattscherben   240  Gew.-T. 

Ströbeler  Quarz-Feldspat  94  „ 

Magnesit  .17      „  ' 

Kalkspat   60  „ 

Hohburger  Kaolin  ........     4P  „ 

Hohenbockaer  Qaarz   255  „ 

47.  Wir  haben  die  Fabrikation  von  Salbenkruken  aufgenommen, 
aber  leider  ohne  rechten  Erfolg.  Alle  Dosen  kommen  nämlich  schief  aus 
der  Form  oder  sie  werden  beim  Trocknenschief.  Woran  kann  das  liegen? 
Die  Formen  sind  genau  nach  Wage  und  Winkel  eingestellt  und  die  Werk- 
zeuge gut.  Der  Oberstempel  arbeitet  mit  Ventil  und  einem  federnden  Bing, 
und  alle  4  Schieber  werden  mit  einem  Scherenhebel  auf  einmal  bewegt. 

Erste  Antwort:  Der  von  Ihnen  geschilderte  Fehler  kann  nur 
in  der  Preesa  oder  in  der  Form  seine  Ursache  haben.  Entweder  die 
Dosen  kommen  schon  schief  aus  der  Form  oder  sie  werden  beim  Trocknen 
schief,  d.  h.  sie  folgen  nachträglich  einem  während  des  Arbeitsvorganges 
erhaltenen  Druck.  Es  ist  also  innerhalb  von  Presse  und  Form  etwas 
vorhanden,  das  einen  einseitigen,  schiefen  Druck  bewirkt.  Lassen  Sie 
doch  die  Maschine  einmal  von  dem  Lieferanten  nntersuchen,  der  wird  am 
ersten  in  der  Lage  sein,  die  Fehlerquelle  zu  entdecken,  die  auf  einer 
Kleinigkeit  beruhen  kann.  Man  müßte  selbst  beim  Arbeiten  zugegen  sein, 
um  einen  sachgemäßen  Rat  geben  zu  können.  Federnder  Ring,  Stempel, 
Ventil,  Form  usw.  einer  dieser  Faktoren  oder  das  Zusammenwirken 
mehrerer  derselben  bedingt  die  Deformierung. 

Zweite  Antwort:  Ohne  die  Masse  nnd  die  genaue  Arbeits- 
weise zu  kennen,  kann  man  Ihnen  aus  der  Ferne  nur  allgemein  raten. 
Die  Fehlerquelle  müssen  Sie  selbst  ergründen.  Begünstigt  wird  die  Er- 
scheinung durch  zu  fette  nicht  homogene  Masse  und  ungleichmäßigen 
Druck  beim  Eindrehen,  -wenn  Sie  mit  Habel  arbeiten  durch  ungleich- 
mäßigen Druck  beim  Aufdrehen,  durch  schlechtes  Einsetzen  in  die  Form, 
beim  Quetschen  durch  schlechtes  Einwerfen  des  Masseballens,  durch  un- 
gleichmäßig getrocknete  Formen,  durch  zu  zeitiges  Entleeren  derselben 
oder  Herausziehen  der  Kruken,  durch  Aufstellen  der  letzteren  auf  krumme 
Bretter  nnd  durch  ungleichmäßiges,  rasches  Trocknen.  Sollte  Ihre  Masse 
zu  fett  sein,  so  magern  Sie  sie  mit  Biskuitscherben.  Vor  allem  achten 
Sie  auf  richtige  Aufbereitung  nnd  Behandlung  derselben  in  der  Dreherei. 

Dritte  Antwort:  Gestanzte  Hohlgefäße,  wie  Salbenkruken, 
haben  bei  den  dünnen  Wandungen  beim  Trocknen  das  Bestreben,  unrund 
zu  werden,  weshalb  man  die  Wandungen  etwas  stärker  machen  müßte, 
damit  das  Trocknen  des  ganzen  Gefäßes  gleichmäßiger  vor  sich  gehen 
kann.  Der  Fehler  mag  teilweise  anch  an  der  Zusammensetzung  der  Masse 
liegen,  die  vielleicht  zu  fett  oder  zu  mager  ist.  Es  ist  weiter  darauf  zu 
sehen,  daß  die  StanzmasBe  nicht  zu  sehr  angefeuchtet  wird,  da  zu  feuchte 
Stanzmassen  den  gerügten  Uebelstand  in  erhöhtem  Maße  zeigen.  Eigen- 
tümlicherweise stanzen  sich  gewisse  Kaoline  weniger  gut,  so  daß  auch 
hierauf  zu  achten  ist.  Wenn  außerdem  die  Stanzform  nicht  genügend 
konisch  nach  oben  ausläuft,  so  wird  schon  beim  Ausstoßen  des  Gefäßes 
die  Rundung  beeinträchtigt,  da  der  dabei  erzeugte  Druck  nngleich  auf 
die  Wandung  wirkt. 

Vierte  Antwort:  Ihre  Frage  läßt  sich  aus  der  Ferne  kaum  be- 
antworten, und  es  wäre  Ihnen  nur  zu  raten,  einen  tüchtigen  Stanzfach- 
mann zu  befragen.  Trotzdem  will  ich  Ihnen  einen  kleinen  Wink  geben, 
der  vielleicht  den  Uebelstand  beheben  kann;  lassen  Sie  an  Ihrem  Ober- 
stempel eine  Abdrückvorrichtung  machen,  denn  der  federnde  Ring  gibt 
ohne  eine  solche  sehr  oft  zn  dem  Fehler  nnd  zu  noch  anderen  mißlichen 
Erscheinungen  Anlaß.  Prüfen  Sie  weiter,  ob  an  Ihren  Matrizen  alle 
Schrauben  richtig  sitzen,  die  Schieber  richtig  schließen  nnd  ob  das  Ventil 
nicht  vielleicht  einseitig  Luft  saugt,  denn  durch  alle  diese  Mängel  ent- 
stehen Fehler.  Sollte  aber  nach  BeobacK  dieser  Punkte  der  Fehler 
nicht  verschwinden,  dann  fehlt  die  richte  Entlüftung  der  Werkzeuge; 
werden  diese  richtig  entlüftet  und  sie  saugen  beim  Oeffnen  nicht,  dann 
kann  der  geschilderte  Uebelstand  nioht  vorkommen. 

49.  Wir  haben  für  unseren  Abfall  von  Gießmasse  keine  andere  Ver- 
wendung, als  ihn  wieder  zu  Gießmasse  zu  verarbeiten.  Nun  merken  wir, 
daß  dadurch  das  Verhältnis  von  Soda  ein  anderes  wird,  und  bitten  um 
Aufklärung,  wie  die  schon  eingeführte  Soda  in  dem  Abfall  zur  Verrech- 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


Nr.  11  —  131 


nung  kommen  soll  oder  ob  sie  dwch  die  Gipsformen  schon  restlos  aus  der 
Masse  entfernt  ist 

Erste  Antwort:  In  den  Abfällen  von  Sodagießmassen  ist  stets 
noch  Soda  vorhanden.  Wenn  Sie  ans  Mangel  an  geeigneten  Apparaten 
nnd  Beagentien  nicht  in  der  Lage  sind,  den  Gehalt  an  noch  vorhandener 
Soda  in  den  jeweilig  zur  Yerwendnng  kommenden  Abfällen  analytisch 
festzustellen,  so  bleibt  Ihnen  nichts  weiter  übrig,  als  die  Menge  der  zur 
Bereitung  des  Gießscblickers  noch  fehlenden  Soda  anf  empirischem  Wege 
zu  ermitteln.  Ausführliche  Anleitung  hierzu  finden  Sie  unter  „Gießver- 
fahren" im  Sprechsaal  Kalender. 

Zweite  Antwort:  Zweifellos  wird  mit  dem  eingesaugten  Wasser 
der  größte  Teil  der  Soda  durch  die  Gipsform  der  Masse  entzogen.  Der 
znrttckgegossene  Schlicker  hat  ungefähr  noch  den  richtigen  Sodapehalt. 
Die  angezogenen  Scherben  aber  enthalten  nicht  die  ursprüngliche  Menge, 
sondern  müssen,  wenn  man  sie  wieder  mit  Wasser  verquirlt,  eine  neue 
Zugabe  von  Soda  erhalten.  Wieviel  Soda  sie  verloren  haben,  läßt  sich 
ohne  weiteres  nicht  sagen,  und  Sie  können  nur  durch  eine  kleine  Versuchs- 
reihe feststellen,  wieviel  Soda  Sie  wieder  zugeben  müssen,  um  die  richtige 
Beaktion  zu  erhalten. 

Dritte  Antwort:  Die  im  Gießschiicker  aufgelöste  Soda  wird 
zum  Teil  von  der  Gipsform  aufgesaugt,  zum  Teil  bleibt  sie  naturgemäß 
im  Formling  zurück,  da  sie  ja  unter  die  ganze  GießmasBe  verrührt  ist. 
Wenn  Sie  nun  die  Abfälle  der  Gießerei  wieder  zum  Versatz  der  Gießmasse 
verwenden  wollen,  so  bleibt  Ihnen  kein  anderer  Weg,  als  versuchsmäßig 
festzustellen,  wieviel  Soda  Sie  auf  1  kg  Abfälle  zuzusetzen  haben,  oder 
auf  analytischem  Wege  durch  eine  Reihe  von  Untersuchungen  einen 
mittleren  Wert  zu  ermitteln,  den  Sie  dann  Ihrem  Masseversatz  zu  Grunde 
legen.  Packen  Sie  die  Sache  einmal  so  an,  daß  Sie  lediglich  ans 
Abfällen  der  Gießerei  einen  puten  Schlicker  herzustellen  versuchen  unter 
genauer  Beobachtung  des  Wasser-  und  Sodazusatzes;  diesen  Versuch 
wiederholen  Sie  dann  immer  wieder  mit  neuen  Proben  und  erhalten  dann 
in  kurzer  Zeit  Zahlen,  die  Ihnen  ein  sicheres  Arbeiten  ermöglichen.  Sie 
brauchen  dann  nur  noch  zu  bestimmen,  welche  Gewichtsmenge  an  Abfällen 
Sie  dem  frischen  Versatz  jedesmal  zogeben  müssen,  um  alle  Abfälle  auf- 
zuarbeiten, und  geben  dem  Versatz  die  der  Gewichtsmenge  frischen  Materials 
entsprechenden  Zusätze  an  Wasser  und  Soda  zu,  während  die  Zugabe 
für  die  Abfälle  nach  den  hierfür  ermittelten  Werten  erfolgt. 

Vierte  Antwort:  Beim  Gießen  in  Gipsformen  geht  mit  dem 
aufgesaugten  Wasser  ein  Teil  der  Soda  verloren,  was  bei  den  Formen  das 
Ausblühen  hervorruft.  Die  Wiederverwendung  der  Abfälle  zum  Gießen 
ist  allgemein  üblich  und  bereitet  auch  keine  Schwierigkeiten.  Wie  hoch 
der  neue  Sodaznsatz  nnn  sein  muß,  läßt  sich  nicht  angeben  und  muß 
durch  Versuche  ermittelt  werden.  Setzen  Sie  den  Abfällen  zunächst  die 
Hälfte  des  ursprünglichen  Sodazusatzes  zu;  wird  die  Masse  zu  dünn  und 
hält  an  der  Form  nicht  fest,  so  rejizieren  Sie  den  Zusatz,  läßt  sie  sich 
dagegen  schlecht  gießen,  so  erhöben  Sie  die  Sodazugabe.  Auf  diese  Weise 
werden  Sie  rasch  die  richtige  Menge  gefunden  haben. 

Fünfte  Antwort:  Abfall  von  Gießmasse  enthält  immer  noch 
eine  gewisse  Menge  Soda,  mit  der  zu  rechnen  ist,  ebenso  der  gegossene 
Körper.  Naturgemäß  enthalten  die  Abfälle  weniger  Soda  als  der  ursprüng- 
liche Masseschiicker,  da  die  Formen  viel  verschluckt  haben,  und  deshalb 
kann  nur  durch  Versuche  festgestellt  werden,  wie  viel  Soda  zuzusetzen 
ist,  um  eine  regelrechte  Gießmasse  zu  haben. 

Sechste  Antwort:  Sie  kommen  stets  gut  aus,  wenn  Sie  bei 
einer  Gußnaasse  zu  1000  Gew.-T.  Trocken material  2  Gew-T.  kalzinierte 
Soda  verwenden.  Die  Gipsform  saugt  einen  Teil  der  Soda  auf,  etwa  die 
Hälfte;  Sie  können  also  diesen  Verlust  in  Rechnung  ziehen.  Zu 
1000  Gew.-T.  Abfallmasse  mit  Soda  können  Sie  also  noch  1  Gew.-Soda 
zugeben. 


Glas. 

28.  Welche  Erfahrungen  sind  bisher  mit  der  Vergasung  von  Rohbraun- 
kohle in  Gußglashüiten  (Rohglas,  Drahtglas)  gemacht  worden?  Eignet  sich 
eine  junge  Braunkohle,  zur  Hälfte  aus  erst  halbverkohlten  Solzteilen  be- 
stehend, mit  4068  Wärmeeinheiten,  für  einen  rentablen  Betrieb?  Welche  7 
Generatoren  haben  sich  bisher  für  die  Vergasung  derartiger  Kohle  am 
besten  bewährt? 

Fünfte  Antwort:  Bei  der  verhältnismäßig  geringen  Anzahl  von 
Eon-  und  Drahtglaslütten  gegenüber  den  zahlreichen  Tafel-  und  Hohl- 
glashütten scheint  die  Frage  denn  doch  etwas  zu  spezialisiert.  Es  ist 
zweifellos,  daß  der  Tafelglas-  nnd  Hohlglasofen  nicht  weniger  Wärme  be- 
ansprucht wie  der  Hafen-  oder  Wannenofen  für  Boh-  und  Drahtglas. 
Bohbraunkohle  von  4068  W.-E.  eignet  sieh  sicher  zum  Betriebe  von  Glas- 
öfen und  findet  nicht  nur  bei  zahlreichen  HohlglaBöfen,  sondern  auch  in 
Boh-  und  Drahtglashutten  Verwendung.  Der  geringere  Heizwert  der 
Bohbraunkohle  wird  nicht  allein,  durch  das  Minus  an  Kalorien  bedingt, 
welchem  Umstände  ja  leicht  durch  einen  gesteigerten  Durchsatz  Rechnung 
getragen  werden  kann,  sondern  maßgebend  für  die  Verwendung  von  Boh- 
braunkohle ist  der  übermäßige  Gehalt  an  Grnbenfeuchtigkeit,  der  häufig 
bis  60  %  beträgt.  Durch  diesen  hohen  Feuchtigkeitsgehalt  ist  ein  Ueber- 
schuß  von  unverkennbarer  Kohlensäure  bedingt,  der  bis  12%  betragen 
kann  und  dann  natürlich  die  Qualität  des  Gases  beeinträchtigt,  besonders 
während  der  Wintermonate.  Während  es  möglich  sein  wird,  in  den 
trockenen  Monaten  Bohbraunkohle  durch  mehrtägiges  Lagern  an  der  Luft 
in  nicht  Übermäßiger  Schüttung  ohne  weiteres  für  den  Glasofenbetrieb 
verwendbar  zu  naschen,  wird  es  in  der  Schnee-  und  Begenzeit  notwendig 
sein,  durch  künstliche  Trocknung  —  es  Bei  hier  auf  Trockentunnels  mit 
Hilfe  der  Ofenabgase  verwiesen,  die  sich  bei  einer  Hütte  bestens  bewährten 
—  den  Wassergehalt  herabzudrücken.  Dem  gleichen  Zwecke  dienen  Gas- 
kanäle bis  60  m  Länge  zwischen  Generator  und  Ofen,  in  welchen  das  Gas 
genügend  abgekühlt  wird,  om  den  Wasserdampf  niederzuschlagen.  Der 
Verlust  an  Eigenwärme  des  Gases  ist  nicht  beträchtlich  und  wird  vollauf 
durch  die  verbesserte  Gasqualitä|;  aufgewogen.  Schließlich  kommen  für 
die  Abscheidung  der  Wasser  dämpfe  aus  dem  Gas  noch  Wasser-Teer- 
AbBcheider  in  Betracht.  Ein  Mittel,  die  Gasqoalität  aus  Bohbraunkohle 
günstig  zu  beeinflussen,  ist,  den  Bohbraunkohleschüttungen  von  Fall  zu 


Fall  geringe  Mengen  Briketts  oder  guter  Kohle  beizumengen.  Das  letzte 
Mittel  ist  natürlich  dort  anwendbar,  wo  neben  der  Bohbraunkohle  Briketts 
erhältlich  sind.  Eine  feuchtigkeitsarme  Steinkohle  wird  zu  diesem  Zwecke 
in  rationeller  Form  wohl  immer  schwierig  zu  beschaffen  sein.  In  den 
älteren  Anlagen  der  Lausitz  werden  neben  Drehrostgeneratoren  haupt- 
sächlich Siemensgeneratoren  mit  langen  Gasleitungen  verwendet;  neue 
Hüttenanlagen  benutzen  ausschließlich  Drehrostgeneratoren.  Bei  letzteren 
ist  es  notwendig,  der  übermäßigen  Grabenfeuchtigkeit  durch  eines  der 
früher  erwähnten  Mittel  zu  steuern.  Nicht  unerwähnt  soll  eine  Genera- 
torenkonstruktion jüngsten  Datums  der  Stettiner  Schamottefabrik  A-G. 
vorm.  Didier  bleiben,  welche  besonders  zur  Vergasung  von  Bohbraunkohle 
geeignet  erscheint,  deren  Anlage  aber  für  kleinere  Hütten  heute  wohl 
etwas  zu  kostspielig  sein  dürfte. 

30.  Meine  Häfen  bekommen,  wenn  sie  3—4  Wochen  im  Ofen  stehen, 
nach  der  Feuerseite  zu  längliche  Risse,  die  sich  in  der  Mitte  des  Hafens 
bilden  und  nach  oben  gehen,  zuerst  etwas  ausschmelzen,  aber  mit  der  Zeit 
durchgehen,  wobei  es  gleich  ist,  ob  ich  sie  vom  Feuer  abdrehe  oder  nicht. 
Woran  liegt  das?  Ich  bin  schon  18  Jahre  im  Fache  tätig,  und  derartiges 
ist  mir  noch  nicht  vorgekommen:  Meiner  Ansicht  nach  ist  schuld  daran,  daß 
zu  zeitig  eingelegt  wird,  wenn  der  Ofen  noch  kalt  ist.  Es  wird  bis  4  Uhr 
gearbeitet;  sofort,  nachdem  die  Glasmacher  weg  sind,  werden  Brocken 
eingelegt^  die  den  ganzen  lag  draußen  liegen  und  der  Witterung  ausgesetzt 
sind;  bei  der  grimmigen  Kälte  waren  es  richtige  Eisklumpen.  Auch  sonst 
wird  auf  das  Einlegen  kein  Gewicht  gelegt;  die  Brocken  z.  B.  werden  in 
den.  Hafen  geschleudert,  statt  die  Kelle  in  der  Mitte «  des  Hafens  langsam 
umzukippen.  Mein  Chef  bestreitet  die  Unrichtigkeit  dieser  Einlegeweise 
und  gibt  dem  Hafenmacher  die  Schuld.    Der  Satz  besteht  aus: 

Großalmeroder  Ton,  gebrannt  4  Teile 

Hafenschalen  2 

Großalmeroder  Ton,  roh  3  " 

Meißner  Ton,  roh  i  " 

Die  Häfen  werden  aus  einem  Stück  herausgetrieben. 

Erste  Antwort:  Ihre  Annahme,  daß  das  Aufreißen  der  Häfen 
durch  ein  so  un  qualifizierbares  Einlegen  von  gefrorenen  Eis-  und  Glas- 
klnmpen  hervorgerufen  wird,  ist  richtig.  Durch  das  Einbringen  von  so 
kalten  Brocken  in  die  Häfen  tritt  eine  einseitige  Abkühlung  der  Hafen- 
wandungen  dort  ein,  wo  die  Brocken  mit  der  glühenden  Hafenwand  in 
Berührung  kommen,  und  diese  Abkühlung  löst  stellenweise  die  in  der 
Hafenwand  herrschenden  Spannungen  ans  und  gibt  dadurch  Veranlassung 
zu  den  Rissen.  Daß  die '  Bisse  auf  der  Feuerseite  auftreten  hat  seinen 
Grund  in  der  Art  und  Weise,  wie  das  Einlegen  gehandhabt  wird.  Da  die 
Brocken  in  den  Hafen  geschleudert  werden,  so  kommen  sie  mit  der  dem 
Arbeitsloch  gegenüberliegenden  Seite  des  Hafens  in  Berührung  und  türmen 
sich  da  auf.  Auch  das  Anwerfen  der  Brocken  an  die  Hafenwand  ist  ver- 
pönt und  führt  zur  frühzeitigen  Zerstörung  der  Häfen.  Verwunderlich 
ist  nur,  daß  Ihr  Chef  so  wenig  Verständnis  für  die  Behandlung  der  Häfen 
hat,  da  der  gute  Hafenstand  nicht  zum  wenigsten  die  Grundlage  für  die 
gute  Bentabilität  eines  Werkes  bildet.  Zu  untersuchen  ist  noch,  ob  die 
Häfen  nicht  auch-  unter  einer  Stichflamme  zu  leiden  haben.  Der  Hafen- 
satz ist  erprobt,  und  wenn  sonst  die  nötige  Sorgfalt  beim  Hafenbau  und 
bei  der  weiteren  Behandlung  beobachtet  wird,  so  müssen  die  Häfen  gut 
im  Schmelzofen  stehen.  Hervorzuheben  ist  noch,  daß  die  aus  einem  Stück 
herausgetriebenen  Häfen  äußerst  peinlich  nachgeschlagen  werden  müssen. 
Um  die  Leute  an  Ordnung  beim  Einlegen  zu  gewöhnen,  würde  ich 
empfehlen,  mit  der  Kette  einzulegen,  und  dann  auch  die  Häfen,  wie  über- 
haupt den  ganzen  Schmelzofen  vor  der  ersten  Einlage  gehörig  aufzuwärmen 
da  sonst  die  erste  Einlage  zu  langsam  niederschmilzt  und  das  Glas  zu 
fest  auf  dem  Boden  liegt. 

Zweite  Antwort:  Bekommen  die  Häfen  im  Innern  Bisse,  so 
ist  in  den  meisten  Fällen,  und  zwar  wenn  dieses  Uebel  erst  nach  einigen 
Wochen  auftritt,  das  unsachgemäße  Einlegen  von  Brocken  oder  Gemenge 
schuld.  Sind  die  Häfen  im  Temperofen  gut  gebrannt  und  kommen  von 
da  fehlerfrei  in  den  Glasofen,  wo  sie  dann  einige  Wochen  stehen,  ohne 
einen  Defekt  aufzuweisen,  so  kann  eine  Schuld  dem  Hafenmacher  nicht 
mehr  zugeschrieben  werden.  Wäre  die  Mischung  nicht  sorgfältig  und 
sachgemäß  erfolgt,  oder  die  Häfen  wären  mangelhaft  gearbeitet,  bo 
würden  sich  Defekte  schon  beim  Einbringen  in  den  Ofen,  mindestens  aber 
in  den.  ersten  Tagen  beim  Schmelzen  zeigen.  Bührten  die  Risse  vom  zu 
schnellen  Trocknen  oder  mangelhaften  Nachschlagen  der  Häfen  her,  so 
machten  sie  sich  auch  gleich  nach  den  ersten  Schmelzen  im  Innern '  des 
HafenB  bemerkbar  nnd  nicht  erst  nach  3—4  Wochen.  Durch  zu  frühes 
Einlegen  von  Scherben  oder  Gemenge  wird  der  meiste  Schaden  verursacht, 
und  zwar  dadurch,  daß  der  Schmelzofen  nach  dem  Ausarbeiten  wohl 
etwas  aufgewärmt  und  auf  Weißglut  gebracht  wird,  daß  man  aber  nicht 
wartet,  bis  auch  die  Häfen  die  Temperatur  angenommen  haben,  bevor  man 
Gemenge  oder  Scherben  einlegt.  Es  wird  also  nur  die  Oberfläche  der 
Hafenwände  etwas  erwärmt,  nicht  aber  das  Innere  selbst.  Kommen  nun 
die  kalten  Scherben  oder  das  Gemenge  an  die  flüchtig  aufgewärmte 
Wandpartie,  so  kühlt  sich  diese  plötzlich  ab,  und  da  das  Wandinnere  der 
Häfen  auch  kalt  ist,  so  muß  hier  eine  Spannung  entstehen,  die  feine 
BiBse  zur  Folge  hat,  die  dann  durch  Eindringen  von  Gemenge  und  Glasfluß 
allmählich  vergrößert  und  ausgefressen  werden.  Der  Hafen  hat  daher  nur 
eine  kurze  Lebensdauer,  denn  die  Hafenwand  ist  bald  durchgefressen. 
Es  mnß  hier  vor  allen  Dingen  so  lange  mit  dem  Einlegen  gewartet 
werden,  bis  der  Hafen  durchweg  heiß  genug  ist,  was  in  einer  Stunde 
nach  Arbeitsschluß  erreicht  wird.  Mit  dem  Einlegen  ist  dann  erst  zu 
beginnen.  Die  Schmelze  wird  dadurch  keinesfalls  verzögert,  denn  je 
heißer  Ofen  und  Häfen  sind,  desto  schneller  schmilzt  das  Gemenge,  so  daß  es 
in  derselben  Zeit  blank  wird.  Sollten  die  Bisse  nicht  bei  allen  Häfen  auf- 
treten, so  rührt  dies  daher,  daß  einzelne  Häfen  schneller  heiß  werden  als 
die  andern,  die  anfangs  weniger  Feuer  bekommen.  Eine  genaue  Beobach- 
tung der  Häfen  jeden  Tag  vor  dem  Einlegen  wird  Ihnen  bald  Gewißheit 
über  die  Fehlerquelle  verschaffen. 

Dritte  Antwort:  Sie  haben  mit  Ihrer  Ansicht,  daß  das  zeitige 
Einlegen  schuld  an  der  Bissebildung  bei  Ihren  Häfen  ist,  das  Bichtige 
getroffen;  denn,  wird  in  der  erwähnten  Weise  eingelegt,  so  muß  selbst 
der  beste  Hafen  Risse  bekommen,  da  die  Hafenwand  sich  so  abkühlt,  daß 


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ganz  feine,  sog.  Schrenkrisse  entstehen.  Diese  Bisse  sind  anfangs  so  fein, 
daß  sie  nicht  zn  bemerken  sind;  erst  nach  längerer  Zeit  werden  sie 
sichtbar  und  schmelzen  dann  immer  mehr  aas,  bis  sie  ganz  durchgehen. 
Das  Uebel  zeigt  sich  meistens  in  der  von  Ihnen  geschilderten  Weise,  was 
leicht  erklärlich  ist.  Meistens,  und  vor  allem  bei  der  von  Ihnen  ange- 
gebenen Einlegungsart  wird  das  Material  an  die  im  Ofeninnern  bezw.  an 
der  Fenerseite  befindliche  Hafenwand  angeworfen,  so  daß  dieser  Teil  der 
Hafen  wand  sofort  beim  Einwarf  des  kalten  Gates  mit  diesem  in  Berührung 
kommt,  demzufolge  sich  auch  mehr  abkühlt,  als  die  übrige  Wand,  gegen 
welche  das  Einlegegut  erst  von  der  Einwurfstelle  ans  zurollt,  wobei  es 
sich  schon  etwas  erwärmt  hat.  Es  entstehen  auf  dieser  Seite  mit  der  Zeit 
wohl  auch  Schrenkrisse,  nnr  nicht  so  kräftige,  die  zudem  nicht  so  stark 
ausschmelzen,  da  ja  diese  Seite  nicht  so  viel  Hitze  erhält.  Die  Bisse 
bilden  Bich  gewöhnlich  erst  in  der  Mitte  des  Hafens,  da  der  untere  Hafen- 
teil eich  nie  soweit  abkühlt,  daß  Schrenkrisse  entstehen  können.  Im  Hafen 
befindet  Bich  nämlich  stets  noch  ein  kleiner  Glasrest,  in  den  das  eingebrachte 
Material  versinkt,  wodurch  das  flüssige  Glas  an  der  Hafenwand  empor- 
gedrückt und  diese  geschützt  wird.  Ist  das  frühe  Einlegen  für  die  Häfen 
schon  an  Bich  schädlich,  so  ist  dies  nmsomehr  der  Fall,  wenn  nasse  oder 
gar  gefrorene  Brocken  verwendet  werden;  ein  paar  Kellen  derartiger 
Brocken  kann  man  höchstens  zum  Vollegen  nehmen-  Ihre  Hafenmischung 
ist  übrigens  etwas  mager;  setzen  Sie  doch  lieber  noch  7a  Teil  Meißener 
Bohton  zn. 

Vierte  Antwort:  Der  angegebeneJHafensatz  ist  ziemlich  mager; 
man  nimmt  gewöhnlich  Großalmeroder  Ton,  gebrannt  und  roh,  zu  gleichen 
Teilen,  so  daß  also  die  Mischung  aus  je  4  Teilen  rohem  und  gebranntem 
Großalmeroder  Ton,  2  Teilen  Hafenschalen  und  1  Teil  Meißner  Ton  be- 
stehen muß.  Die  Häfen  aus  einer  solchen  Mischung  stehen  sehr  gut. 
Wenn  sie  aber,  wie  beschrieben,  mit  kalten  Brocken  belegt  werden,  so 
gehen  sie  noch  eher  entzwei.  Ihre  mageren  Bäfen  vertragen  nun  in 
dieser  Beziehung  etwas  mehr;  wenn  sie  aber  trotzdem  Bisse  bekommen, 
so  ist  hieran  auch  nnr  das  Einlegen  von  kalten  Brocken  in  die  Häfen 
schuld.  Daß  aber  die  Bisse  nur  an  der  änßeren  Wand  auftreten,  ist  ein- 
mal daranf  zurückzuführen,  daß  die  Sinterung  an  der  dem  Feuer  zuge- 
kehrten Seite  des  Hafens  größer,  diese  Stelle  infolgedessen  für  eine  plötz- 
liche Abkühlung  auch  empfindlicher  ist,  und  dann  darauf,  daß  die  kalten 
Brocken  ja,  wenn  die  Kelle  beim  Einlegen  nicht  umgekippt  wird,  zu 
allererst  an  die  äußere  Hafenwand  geworfen  werden.  Wenn  Ihre  Häfen 
sonst  keine  Arbeitsfehler  haben,  so  können  sie  gut  halten;  es  muß  aber 
daranf  gesehen  werden,  daß  sie  nach  der  Ansarbeit  gut  warm  geschürt 
und  erst  mit  trocknen  Brocken  vollgelegt  werden.  Erfolgen  nun  auch 
noch  die  Einlagen,  Scherben  oder  Gemenge,  in  die  Mitte  des  Hafens,  so- 
daß  sich  der  Hafen  gleichmäßig  abkühlt,  so  werden  sich  keine  Bisse  bilden 
können ;  nur,  wenn  ein  Teil  der  Hafenwand  plötzlich  abgekühlt  wird,  ent- 
steht im  Hafen  eine  Spannung,  die  zur  Rissebildung  Veranlassung  gibt. 

Fünfte  Antwort:  Die  Ursache  des  Eeißens  Ihrer  Häfen  kann 
sehr  gut  in  dem  Einfüllen  von  vereistem  Material  liegen.  Daß  dieses 
Vorgehen  die  Haltbarkeit  der  Häfen  stark  herabsetzt,  ist  ohne  Zweifel; 
ob  die  Bäfen  aber  tatsächlich  auch  nur  deswegen  gerissen  sind,  davon 
können  Sie  sich  leicht  überzeugen,  indem  Sie  einen  Hafen  nur  mit 
trockenem  Material  beschicken.  Hält  derselbe,  während  die  anderen  reißen, 
dann  ist  die  Ursache  klargestellt.  Anderseits  spielen  bei  der  Hafen- 
erzeugung soviel  Umstände  eine  Bolle,  daß  hier  nicht  näher  darauf  einge- 
gangen werden  kann.  Am  besten  kann  Ihnen  ein  Fachmann,  der  Ihre 
Erzeogungeverhältnisse  kennt,  an  Ort  und  Stelle  raten.  Die  Fehlerquelle 
kann  im  Bohmaterial,  in  der  Vermahlung  und  weiteren  Aufbereitung,  in 
der  Formgebung,  im  Trocknen,  Brennen,  Transport,  schließlich  auch  im 
Tempern  nnd  in  der  Behandlung  beim  Einsetzen  im  Ofen  zu  suchen  sein. 

Sechste  Antwort:  Ihre  Ansicht,  daß  das  Einlegen  vereister 
Glasbrocken  in  die  Bäfen  nachteilig  für  diese  sei,  ist  ganz  berechtigt. 
Es  ist  doch  selbstverständlich,  daß  die  kalten  Brocken  eine  plötzliche  Ab- 
kühlung des  Hafens  bewirken  und  daß  dadurch  Bisse  entstehen.  Es  wäre 
jedenfalls  das  einfachste,  die  Brocken  vor  ihrer  Verwendung  in  der  Nähe 
des  Ofens  etwas  anzuwärmen  und  beim  Einlegen  darauf  zu  achten,  daß 
das  GlaB,  ebenso  auch  das  Gemenge  in  die  Mitte  des  Hafens  kommt; 
man  vermeidet  es  doch  immer,  die  Hafenwand  durch  das  kältere  Schmelz- 
gut unnötig  abzukühlen,  während  nach  Ihren  Angaben  dies  bei  Ihnen 
anscheinend  mit  besonderer  Vorliebe  geschieht.  Ich  möchte  Sie  aber  auch 
darauf  aufmerksam  machen,  daß  Ihre  Hafenmischung  recht  mager  ist. 
Im  allgemeinen  wird  der  Satz  aus  der  Hälfte  rohem  und  der  Hälfte  ge- 
branntem Ton  vorgezogen;  wenn  auch  die  Behandlung  solcher  Häfen 
größere  Sorgfalt  beansprucht,  so  ist  doch  ihre  Haltbarkeit  größer,  und  vor 
allem  habe  ich  die  Erfahrung  gemacht,  daß  das  Glas  aus  Bolchen  Häfen 
viel  besser  ist.   Wenn  Sie  z.  B. 

Bohen  Großalmeroder    .  4  Teile 

Meißner  Bohton  1  Teil 

Gebrannten  Großalmeroder  .......   4  Teile 

Ausgesuchte,  gelbe  Hafenschalen    ....   2  „ 

nehmen  würden,  so  wäre  dies  jedenfalls  besser,  als  der  angegebene  Satz. 
Die  Bäfen  erfordern  in  der  Hafenstabe  eine  etwas  größere  Aufmerksam- 
keit, beim  Tempern  sorgfältige  Begulierung  des  Feuers,  halten  aber,  ein- 
mal im  Ofen,  viel  länger,  und  die  Qaalität  des  Glases  ist  besser.  Daß 
die  Bisse  in  Ihrem  Falle  nur  von  der  zu  raschen  Abkühlung  der  Hafen- 
wand herrühren,  dürfte  auch  daraus  hervorgehen,  daß  die  Bisse  erBt  auf- 
treten, nachdem  die  Häfen  schon  einige  Wochen  Im  Ofen  stehen.  Würden 
Arbeitsfehler  vorliegen,  dann  müßten  sie  schon  beim  Einsetzen  oder  doch 
nach  der  ersten  Schmelze  bemerkbar  sein.  Versuchen  Sie  doch,  das 
Schmelzgut  in  die  Mitte  des  Hafens  nnd  insbesondere  die  Brocken  nicht 
in  so  kaltem  Zustand  einzulegen,  Sie  werden  dann  Bicher  den  Fehler  da- 
durch beseitigen. 

31.  Zur  Serstellung  von  Häfen  zum  Schmelzen  von  Bleiglas  haben 
wir  bisher  böhmischen  Ton  bezogen.  Da  dieser  aber  infolge  der  Valuta  zu 
teuer  zu  stehen  kommt,  möchten  wir  gern  Rakonitzer,  Großalmeroder  und 
Meißner  Ton  verwenden  und  bitten  um  Angabe  einer  brauchbaren  Mischung. 

Erste  Antwort:  Wenn  Sie  Inre  Häfen  bisher  aas  böhmischem 
Ton  gefertigt  haben,  der  sich  sehr  leicht  verarbeiten  läßt,  so  muß  der 
Hafenmacher  bei  der  Verarbeitung  eines  neuen  Versatzes  damit  rechnen, 


1922.  (65.  Jahrgang.) 

daß  dieser  etwas  strenger  ist.  Ein  Hafen  aus  der  nachstehenden  Mischung 
erfordert  ein  öftereres  nnd  ausreichendes  Nachschlagen. 

Ton  von  Meißen,  roh  1  Teil 

„     „   Großalmerode,  roh   .  4  „ 

„    *  »       f  gebrannt  2  „ 

„     „   Bakomtz  .   .   .  ,  2  „ 

Hafenscherben    .   .   .  2  „ 

Zweite  Antwort:  Gate  Häfen  für  Bleiglas  kann  man  auch 
aus  deutschen  Tonen  allein  herstellen ;  zu  beachten  ist  dabei  nur,  daß  die 
Masse  etwas  hart,  jedoch  nicht  spröde  ist.  Bleiglas  greift  die  Hafenwand 
leicht  an,  wenn  diese  nicht  hart  und  fest  genug  ist,  und  das  Glas  wird 
durch  Tonteilchen  verunreinigt,  was  sich  als  Fäden  oder  Winden  im  Glas- 
flaß  bemerkbar  macht.  Daher  ist  größte  Sorgfalt  beim  Anfertigen  der 
Häfen  geboten.  Bei  Aenderung  der  Hafenmasse  macht  man  am  besten 
gleich  zwei  Versuchsmischungen,  und  zwar  die  eine  um  ein  geringes 
härter  als  die  andere.  Aus  jeder  Sorte  werden  dann  ungefähr  3  oder  4 
Häfen  angefertigt  und  gleichmäßig  behandelt ;  die  Mischung,  die  sich  dann 
im  Ofen  am  besten  bewährt,  wird  weiter  benutzt.  Nachstehend  drei 
Hafensätze,  die  sich  gut  für  Bleiglas  bewährt  haben: 


I.  IL 

Großalmeroder  Ton,  roh  .  2  Teile    Großalmeroder  Ton,  roh  .  4  Teile 

Meißner  Ton,  roh   ...   1    „                „          „gebrannt  3  „ 

Bakonitzer  Ton,  gebrannt  2    „       Rakonitzer  Ton,  roh   .   .  2  „ 

Hafenschalen  .....   1    „       Meißner  Ton,  roh    ...  1  „ 

Hafenschalen   2  „ 

OL 


Großalmeroder  Ton,  roh  4  Teile 

„  „    gebrannt  2  „ 

Bakonitzer  Ton,  gebrannt   .2  „ 

Meißner  Ton,  roh  1  R 

Hafenschalen  2  „ 

Dritte  Antwort:  Häfen  aus  Großalmeroder  und  Meißne  ""on 
eignen  sich  sehr  gut  für  die  Bleiglasschmelze.  Mit  Bakonitzer  Ton  er.  alt 
man  wohl  auch  gute  Häfen  für  diesen  Zweck,  aber  sie  lassen  leicht  Steine 
fahren,  da  der  Bakonitzer  Ton  nicht  in  dem  gleichen  Maße  wie  die  anderen 
Tone  vom  Gemenge  bei  der  Schmelze  angegriffen  wird.  Da  Bleiglas  von 
Natur  aus  die  Häfen  stark  angreift,  so  verwendet  man  im  allgemeinen 
für  die  Bleiglasschmelze  nicht  gern  Häfen  aus  Bakonitzer  Ton.   Gut  be- 


währte Mischungen  sind  die  folgenden: 

I.  n. 
Großalmeroder  Ton,  gebrannt  8  Teile    Bakonitzer  Ton,  gebrannt  .  2  Teile 
„  „  ,roh  .   .  8    „       Hafenschalen  1  „ 


Meißner  Ton,  roh  .  .   .   .2    „       Großalmeroder  Ton,  roh .   .3    „ , 
H  ifenschalen  4    „  * 

Die  Hafenmasse  muß  sehr  gut  bearbeitet  werden;  sie  ist  mit  kochendem 
Wasser  anzumachen,  wenigstens  4  Wochen  zu  lagern  nnd  zweimal 
wöchentlich  durchzutreten.  Solange  die  angefertigten  Häfen  sich  noch  in 
der  Form  befinden,  sind  sie  gut  nachzuschlagen;  der  Trocknungs-  und 
Auftemperungsprozeß  muß  langsam  und  gleichmäßig  durchgeführt  werden, 
nnd  die  Häfen  sind  hierbei  besonders  vor  Zag  zu  schützen. 

Vierte  Antwort:  Für  Bleiglashäfen  ist  eine  Tonmischung  von 
Großalmeroder  nnd  Meißner  Ton  in  nicht  zu  grober  Mahlung  zn  empfehlen. 
Bakonitzer  Ton  mit  zu  verwenden,  ist  nicht  zn  empfehlen,  denn  dieser 
ist  schwerer  schmelzbar  als  die  beiden  andern  Tone,  und  die  einzelnen 
Körner  schmelzen  dann  aus  der  Masse  heraus,  was  dann  viel  steiniges 
Glas  zur  F  Ige  hat.  Bleiglas  greift  so  wie  so  schon  die  Häfen  stark  an, 
Bodaß  30 — 35  Schmelzen  schon  eine  gute  Leistung  sind. 

Hafenversätze  I  H 

Großalmeroder  Ton,  gebrannt    .   .  4        12  Teile 
.   roh    ....   4         12  „ 

Hafenscbalen  2  7  „ 

Meißner  Ton,  roh   1  4  „ 

Fünfte  Antwort:  Es  ist  eigentümlich  und  ein  Zeichen  des 
konservativen  Festklebens  am  Alten,  daß  bei  vielen  böhmischen  Glashütten 
der  Großalmeroder  Ton  für  ihre  Glashafenerzeugung  der  „allein  selig- 
machende"  ist  nnd  auch  fast  ausschließlich  deutsche  Tone,  z.  B.  von 
Grünstadt,  Hettenleidelheim,  sogar  Tone  aus  der  Banzlan-Kohlfurter 
Gegend  mitverwendet  werden,  während  deutsche  Glashütten  mit  böhmischen 
Tonen  arbeiten.  Es  Bind  sowohl  in  Böhmen  als  auch  in  Deutschland  gute, 
sowohl  rohe  als  gebrannte  Tone  (Schamotte)  zu  haben.  Sie  können  sich 
deshalb  auch  mit  ruhigem  Gewissen  von  dem  Bakonitzer  Ton  lossagen 
nnd  diesen  durch  einen  deutschen  ersetzen.  Falls  Sie  überhaupt  Iure 
Hafenmasse  mit  Schieferschamotte  herstellen  wollen,  was  in  Ihrem  Fall 
für  Bleiglas  nicht  angebracht  ist,  dann  steht  Ihnen  der  Neuroder  Ton, 
ein  feuerfesteres  und  tonerdereicheres  Material  als  der  Bakonitzer  Tod, 
zur  Verfügung.  Sonst  können  Sie  gebrannten  Großalmeroder  Ton  ver- 
wenden. Der  böhmische  Ton  kann,  je  nachdem  er  ein  Binde-  oder 
magerer  Ton  war,  durch  Großalmeroder  oder  Meißner  Ton  ersetzt  werden. 
Ihnen  eine  bestimmte  Zusammensetzung  anzugeben,  ist  eine  gewagte 
Sache,  denn  das  Masserezept  eines  Werkes  paßt,  selbst  wenn  die  gleichen 
Rohmaterialien  zur  Verfügung  stehen,  aber  eine  andere  Aufbereitungsar 
Verwendung  findet,  nicht  für  ein  anderes.  So  z.  B.  spielt  auch  die  ver 
schiedene  Körnung  der  Schamotte  bei  der  Massezusammensetzung  eine 
Bolle,  da  der  Bindeton  von  einem  mehlarmen  Magerungsmittel  mehr  als 
von  einem  mehlreichen,  bei  gleichbleibender  Bindekraft  der  Masse  in  sieh 
aufzunehmen  vermag.   


Nene  Fragen. 
Keramik. 

52.  Wir  beabsichtigen,  die  abziehenden  Feuergase  nach  dem  Brande 
eines  Porzeüanofens  mit  durchschnittlich  60  cbm  Glattbrennraum  und 
darüberliegendem  Glühofen  zur  Dampferzeugung  zu  verwenden,  und  zwar 
soll  die  abziehende  Sitze  unmittelbar  nach  dem  Abbrennen  durch  einen 
Bohrenkessel  geleitet  werden,  woraus  wir  genügend  Dampf  für  eine  Nieder- 
druckleitung  zu  gewinnen  gedenken.  Zu  diesem  Zwecke  mochten  wir  w««0«» 
wieviel  Sitzegrade  sich  etwa  1  m  Uber  dem  ßammaufsatz,  von  der  Glüh' 


1922  (55.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL -COBURG. 


Nr.  11  —1133 


ofenkuppel  an  gerechnet,  im  Kamin  befinden,  und  in  welch  ungefährem 
Verhältnis  der  Rückgang  der  Hitze  innerhalb  24  Stunden  vor  sich  geht. 
Die  Ofenmasse  sind :  a)  Glattbrennraum :  5  m  Durchmesser,  3,20  m  Höhe 
bis  zum  Widerlager;  b)  Glühraum:  5,20  m  Durchmesser,  2,40  m  Höhe 
bis  zum  Widerlager  bezw.  5  m  bis  zum  Schornsteinansatz.  Es  wird  bei 
SK  14  abgebrannt,  und  die  Brennzeit  beträgt  durchschnittlich  24 — 28 
Stunden.  Wir  nehmen  an,  daß  bei  Oefen  kleinerer  Konstruktion  bei  der- 
selben Brenntemperatur  sich  im  Schornstein  dieselbe  Hitze  entwickelt 

53.  Wir  leiden  an  verrauchtem  Porzellan,  und  zwar  tritt  der  Fehler 
nur  in  neuen,  das  erste  Mal  im  Glattbrand  befindlichen  Kapseln  auf.  Das 
Geschirr  wird  in  der  zweiten,  die  Kapseln  in  der  dritten  Etage  vorgebrannt. 
Wir  führen  den  Bauch  auf  zu  schwach  vorgebrannte  oder  zu  fett  ver- 
setzte  Kapseln  zurück,  denn  bei  scharf  vorgebrannten  Kapseln  oder  bei 
stark  mageren  —  dafür  weniger  haltbaren  —  Kapseln  tritt  der  Bauch 
nicht  auf.  Wir  benutzen  dieselben  Materialien,  Kohlen  und  dergl.  wie  v«r 
dem  Kriege,  an  den  Ofenquerschnitten  ist  nichts  geändert,  und  die  Oefen 
sind  in  tadellosem  Zustand;  auch  die  Aenderung  der  Brennmethode  war 
vergebens.  In  einer  anderen  Fabrik  tritt  bei  fettem  Kapselversatz  und 
gleicher  Brennmethode  der  Pehler  nicht  auf;  die  Oefen  gehen  allerdings  dort 
länger.  Ein  Verlegen  des  Glühgeschirrs  in  die  dritte  und  der  Kapseln  in  die 
zweite  Etage  ist  aus  örtlichen  Gründen  ausgeschlossen,  und  wir  möchten 
auch  nur  ungern  einen  mageren  Kapselversatz  einführen  (wegen  des 
Streuens).  Die  Oefen  haben  6,10  m  0  und  3  m  lichte  Höhe  am  Wider- 
lager.   Gebrannt  wird  bei  SK  14. 


Glas. 

36.  Wir  bitten  um  Angabe  einiger  guter  Sätze  für  Haushaltglas 
mit  Soda  in  verschiedenen  Färbungen  (weiß,  violett,  grün  usw.). 

37.  In  der  Generatorenanlage  meiner  Hütte,  die  aus  vier  Siemens- 
Generatoren,  teils  mit  Plan-  teils  mit  Treppenrost  versehen,  besteht,  wird 
neben  geringen  Quantitäten  Braunkohlenbriketts  Rohbraunkohle  mit  50 — 60°/o 
Wassergehalt  vergast.   Der  hohe  Wassergehalt  des  Brennstoffes  hat  schon 


wiederholt  Anlaß  zu  mangelhaften  Schmelzen  gegeben.  Wie  läßt  sich  der 
Wassergehalt  ohne  Aenderung  des  Generatorensystems  auf  ein  erträgliches 
Maß  verringern?   


Briefkasten  der  Redaktion. 

J.-H.  I.  Seh.  Laut  Meldung  liefern  die  Tonwerke  Max  Schmidt  in 
Bayreuth  fertige  Hafenmasse  znr  Herstellung  von  Häfen  für  die  Bleiglas- 
schmelze. 

C.  Z.  i.  D.  Aufschloß  über  ein  einfaches  zuverlässiges  Verfahren 
zum  Mattieren  von  Tafelglas  gibt  die  Chemische  Fabrik  Co blenz- Wallers- 
heim in  Wallersheim  bei  Coblenz. 


Sprechsaal  -  Kalender 
1922 

Preis '  Gebunden  bei  freier  Zu- 

■   1  sendung  für  Deutschland, 

Deutsch  -  Oesterreich  M  13. — > 
Tschechoslowakien  und  Ungarn 
M16.—,  für  das  Ausland  mit  hoch- 
stehender Währung:  Frs  5. — , 
Lire  5—,  Sh  4.—,  Dollar  1.—, 
Kroner  3.60,  Flh  2,50. 

Geschäftsstelle  des  Sprechsaal 
Coburg. 


Veröffentlichung  en  der  Außenhandelsnefoenstelle  Feinkeramik. 

Preisblatt.   (Gültig  ab  1.  März  1922.) 


Nachstehend  sind  für  die  gängigsten  Exportartikel 
Grandpreise  für  100  Stück  in  Mark  zusammengestellt. 


die 


Isolatoren. 


Hochspannungsisolatoren 
(Dreimantelglocken) 

weiß 


Reichspostmodelle 


entspr.  Nr.  1380     .  . 

Jt 

1.350 

» 

71 

1381      .  . 

71 

2.015 

» 

71 

1382     .  . 

7t 

2  922 

n 

n 

1383     .  . 

71 

3.655 

» 

n 

1384     .  . 

71 

4.627 

71 

n 

1385     .  . 

71 

5.696 

» 

» 

1386      .  . 

71 

6.692 

» 

7) 

1387      .  . 

71 

8.044 

» 

r> 

1388     .  . 

71 

10.082 

» 

i) 

1389      .  . 

71 

12111 

n 

» 

1390      .  . 

71 

14.570 

n 

71 

1391      .  . 

71 

17.452 

Rollen,  Tüllen, 

L  ü  s  t 

Faßrollen 

B.  23 

'M  14.40 

B.  24 

7) 

23.10 

B.  25 

71 

33.— 

B.  26 

71 

58,80 

B.  27 

X 

93.— 

BM  I 
BM  II 
EM  III 
BM  IV 
BM  V 


456. 
297. 
210. 
147. 


Einstecktüllen  bis  zu  16  mm  Länge 


35X35  mm 
45X45 
50X50 
60X60 
66X65 
75X76 
80X80 


Mantelrollen 
(sog.  Kellerisolatoren) 
Jt 


63.— 
123.— 
165— 
264— 
321— 
492— 
612— 


7 

9 
11 
13  5 
16 
21 
23 


7 

9 
U 
13,5 
16 
21 
23 
29 
36 


mm 


Reformtüllen 


mm 


M 


18.60 
20  40 
21.90 
23.70 
26  20 
27— 
32.10 
35.40 

18.60 
20.40 
21.90 
25.20 
30.90 
42  — 
48.30 
63— 
102.— 


Lüsterklemmen 


einpolig 

zweipolig 

dreipolig 


Einführnngapjeifen 


18.90 
28.50 
37.80 


Viertelbogen- 
Pfeifen 


7  mm 

Jt 

46— 

Einfache 

9  mm 

M 

90.— 

9  71 

71 

61— 

Pfeifen: 

11  ■ 

71 

117  — 

11  » 

71 

58.50 

13,6  „ 

71 

144— 

13,5  , 

71 

66.— 

16  „ 

71 

177  — 

16  „ 

71 

81— 

23  „ 

71 

294.— 

81  „ 

71 

108— 

29  „ 

71 

376— 

23  „ 

71 

126— 

7t 

600.— 

89  „ 

n 

168.— 

36  „ 

Ii 

24«.— 

Halbbogen- 
Pfeifen  : 


Doppelbogen- 
Pfeifen: 


7  mm 

M  58.50 

9  „ 

„  66.- 

11  7, 

b  87.- 

13,5  ; 

„  102.- 

16  „ 

7i  126.- 

21  „ 

„  162.- 

23  „ 

„  207.- 

29  „ 

„  346— 

36  „ 

„  696— 

7  mm 

M  141— 

9  71 

7i  150— 

11  » 

„  189— 

13,5  „ 

„  264— 

16  „ 

,  276— 

21  „ 

„  432— 

23  „ 

7i  450— 

29  „ 

„  807— 

36  „ 

„  1500— 

Zweifache 

9  mm 

Jt  162— 

Pfeifen : 

11 

71 

7i  201— 

135 

n 

7i  264— 

16 

71 

„  339— 

23 

71 

7)  507— 

29 

n 

„  639.- 

36 

7) 

7i  789.- 

Dreifache 

11  mm 

M  357  — 

Pfeifen : 

13,5 

71 

7i  450— 

16 

7) 

»  546- 

23 

n 

„  750— 

29 

71 

„  975— 

36 

71 

„  1314— 

Vierfache 

11  mm 

Ji  525.- 

Pfeifen : 

13,5 

71 

„  639— 

16 

71 

jt  750— 

23 

TS 

„  1050.— 

29 

71 

„  1500  

36 

7) 

B  2064— 

Terkaufsbedingnngen  für  die  Aasfahr  von 
elektrotechnischem  und  technischem  Porzellan 

(gültig  ab  9.  März  1922). 

I.  Allgemeine  Bedingungen. 

1.  Die  Ausfuhr-Mindestpreise  verstehen  sich  fob  deutschem 
Ausfuhrhafen  bzw.  frei  deutscher  Grenze,  und  zwar  ausschließ- 
lich Verpackung. 

2.  Bei  allen  Arten  von  Hochspannungsporzellan  sowie 
Niederspannuugs-Freileitungs-Isolatoren  ist  für  Verpackung 
einschließlich  Kisten  ein  Mindestzuschlag  von  5  °/0  zu  erheben. 
Bei  allen  übrigen  Arten  von  elektrotechnischem  und  sonstigem 
technischen  Porzellan  sowie  bei  losen  Metallarmaturen  und  bei- 
gepackten losen  Armaturen  ist  für  Verpackung  einschließlich 
Kisten  ein  Aufschlag  von  mindestens  3  °/0  des  Rechnungswertes 
anzurechnen. 

3.  Den  Ausgangspunkt  für  die  Ausfuhrpreise  bilden 
Grundpreise  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik, 
wichtigsten  Exportartikel  samt  ihren  Grundpreisen  sind 
einem  besonders  erhältlichen  Preisblatt  zusammengestellt. 

4.  Gegenüber  den  Ländern  AI — A5,  B  und  C  wird  in  der 
Währung  des  Bestimmungslandes  fakturiert  (Ueberseeländer 
und  Ausnahmen  siehe  Fußnote)."')  Gegenüber  den  Ländern 
Dl — D3  und  E  ist  in  Reichsmark  zu  berechnen. 


die 
Die 
auf 


*)  Es  wird  fakturiert: 

nach  in 

Portugal   Pfand  Sterling  ** 

Britische  Dominions  und  Britische  Kolonien  Pfund  Sterling** 

Canada  wahlweise  Pfd.  Sterl.  oder  Ü.S.A.-Dollar 

Holländische  Kolonien  ,   holländischen  Gulden 

China   U  S.A.-Dollar 

Japan   Yen 

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika  .   .   .  Dollar 

Mexiko   mexikanischen  Goldpesos 

Sonstige  mittelamerikanische  Staaten .   .   .  U.S.  A.-Dollar 

**  Die  nachstehend  verzeichneten  Multiplikatoren  für  diese  Länder 
sind  auf  Schillings  bezogen. 


134  —  Nr.  11 


SPRECHSAAL  —  COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


5.  Die  Errechnung  des  Ausfubrmindestpreises  erfolgt,  indem 
der  Grundpreis  mit  der  Zahl  multipliziert  wird,  die  in  der 
nachstehenden  Tabelle  (II,,  3)  für  das  in  Frage  kommende  Land 
unter  Berücksichtigung  der  Artikelgruppen  vorgesehen  ist. 
Der  sich  ergebende  Wert  ist  der  fertige  Ansfuhrmindestpreis 
in  der  für  das  betreffende  Land  vorgeschriebenen  Währung  für 
100  Slück,  ausschließlich  Verpackung. 

II.  Preisbestimmungen. 

1.  Ländergruppen : 

A 1)  Holland,  Schweiz,  China,  Japan,  Vereinigte  Staaten  von 
Nordamerika,   Mexiko   und   sonstige   rr ittelamerikanische 

Staaten. 

A  2)  Großbritannien,     seine  Dominions    und    seine  Kolonien, 

sowie  Canada. 
A  3)  Spanien  und  Portugal. 
A  4)  Norwegen  und  Dänemark. 
A  5)  Schweden. 

B)     Belgien,  Frankreich  und  Luxemburg.  . 
Cl)  Italien. 

C  2)  Tschecho- Slowakei. 

Dl)  Deutsch-Oesterreich  und  Ungarn. 

D2)  Jugoslavien,  Balkanländer  und  Finnland. 

D3)  Ehemaliges  Rußland,  einschließlich  Polen  und  Finnland. 

E)     Südamerikanische  Staaten. 

2.  Artikelgruppen: 

I.  Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren  einschließlich  der 

Reichspostmodelle. 
II.  Elektrotechnische  Stanzartikel   und  sonstige  technische 
Artikel, 

III  a.  Freileitungs-Stützen-Isolatoren    bis    zur    Größe  entspr. 

Hermsdorf  I.  1387. 
III  b.  Freileitungs-Stützen-Isolatoren  größer  als  Hermsdorf  I. 

1387  bis  inkl.  Hermsdorf  1391. 
IIIc.  Freileitungs-Stützen-Isolatoren   größer  als  Hermsdorf  I. 

1391. 

IV.    Hänge-Isolatoren   und    leeres    Porzellan    zu  armierten 
Hänge-Isolatoren. 

V.  Durchführungen,  Stützer,  Griffe,  Rillen-Isolatoren. 
(III  bis  V  alles  ohne  Armaturen.) 

VI.  Hänge-  und  Abspann-Isolatoren  mit  Armaturen. 


Hierzu  eine  Beilage:  Prospekt  der  Firma  Siemens 
Automatische  Haus-Fernsprech- Anlagen. 


3.  Multiplikatorentabelle. 


PPe  II 

Land 

Artikel- Gruppen 

a  p 

I 

II 

IIU 

IHb 

IIIc 

IV 

V 

VI 

1A 

Holland 
Schweiz 
Japan 
Mexiko 

Vereinigte  Staa- 
ten von  Nord- 
Amerika,  restl. 
Mittelamerika, 
Canada  u  Chint 

0,029 
0,062 
0,024 
0,024 

0,012 

0,029 
0,062 
0,024 
0,024 

0,012 

0,022 
0,047 
0,018 
0,018 

0,007 

0,023 
0,049 
0  018 
0,018 

0,007 

0,024 
0,051 
0,019 
0,019 

0,007 

0,025 
0,054 
0,020 
0,020 

A  AA*7 

0,007 

0,023 
0,047 
0  018 
0,018 

A  AA*7 
U,UU7 

0,023 
0,049 
0,018 
0,018 

A  AAr, 

0,007 

A2 

England  nnd 
Kolonien 
Canada 

0,049* 

0,049* 

0,037* 

0,038* 

0,040* 

0,043* 

0,038* 

0,039* 

A3 

Spanien 
Portugal 

0,075 
0,068* 

0,075 
0,058* 

0,057 
0,044* 

0,060 
0;047* 

0,069 
0,053* 

0,074 
q,057* 

0,064 
0,050* 

0,067 
0,052* 

A4 

Norwegen  und 
Dänemark 

0,057 

0,057 

0,046 

0,053 

0,060 

0,066 

0,048 

0,060 

A.5 

Schweden 

0,044 

0,044 

0,033 

0,034 

0,034 

0,037 

0,034 

0,034 

B 

Belgien 

Frankreich 

Luxemburg 

0,125 

0,125 

0,073 

0,083 

0,083 

0,091 

0,083 

0,083 

f!  1 

V_/'  1 

Italien 

0  so 

0,19 

0,166 

0,172 

0,194 

0,22 

0,156 

0,20 

C2 

Tschecho- 
slowakei 

0,5 

0,5 

0,677 

0,577 

0,577 

0,6 

0,577 

0,6 

jdT 

Deutscß-Oester- 
reich  n.  Ungarn 

1,3 

1,3 

1,18 

1,12 

1,12 

1,12 

1,12 

1,12 

D2 

Jugoslavien  nnd 

Einnl  and 
Balkanländer 

1,6 

1,5 

1,25 

1,3 

1,3 

1,3 

1,8 

1,3 

D3 

Bußland  nnd 
Polen 

1,5 

1,5 

1,25 

1,3 

1,4 

1,4 

1,4 

E 

Südamerika- 
nische Staaten 

1,6 

1,6 

1,25 

1,3 

1,4 

1,4 

1,4 

1,4 

*  Obige  Multiplikatoren  sind  auf  Schillinga  bezögen. 


&  Halske  A.-G.  Wernerwerk,  Siemensstadt  bei  Berlin  über 


Töpferei  -  Beruf  sgeiiossensoli&ft 


Am  7.  März  verschied  zu  Hamburg  im  77.  Lebensjahre 

Herr  Hermann  Wessely 

Inhaber  der  Firma  A.  H.  Wessely,  Kunsttöpferei 

und  Ofenfabrik. 

Von  der  Begründung  der  Töpferei-Berufegenossenschaft  an  war  der  Verstorbene  mit  der  Verwaltung 
der  Berufsgenossenschaft  bis  zu  seinem  Lebensende  auf  das  innigste  verbunden  als  Mitglied  der  Genossen- 
schafteversammlung  sowie  des  Gesamtvorstandes  und  als  langjähriger  Vorsitzender  des  Vorstandes  der  Sektion  II. 

Mit  scharfem  Blick  für  die  Forderungen  der  Zeit  ausgerüstet,  hatte  der  Verstorbene  die  hohe  Be- 
deutung und  die  Mannigfaltigkeit  der  berufsgenossenschaftlichen  Aufgaben  erkannt;  ihnen  zu  dienen  war  ihm 
selbstverständliche  Pflicht,  der  er,  eiserne  Willenskraft  mit  seltener  Herzensgüte  vereinigendem  seiner  ge- 
samten ehrenamtlichen  Tätigkeit  aufopfernd,  selbstlos  und  getreu  bis  zum  Tod  nachgekommen  ist. 

In  Rat  und  Tat  allezeit  bereit  war  er  uns  Mitarbeiter  und  Freund  zugleich,  dessen  Scheiden  uns  mit 
tiefer  Trauer  erfüllt.    Seinem  Wirken  werden  wir  ein  dankbares  Gedenken  bewahren. 

Berlin,  den  9.  März  1922. 

Der  Vorstand  der  Töpferei-Berufsgenossenschaft 

Dr.  Ing.  Dr.  Heinecke,  Geheimer  Ober-Regierungsrat, 
Vorsitzender. 


(65.  Jahrgang.) 


Coburg,  den  23.  März  1932. 


ftts  Horner!"  12 


Zeitschrift  für  die  Keramischen,  (Sias*  und  verwandten  Industrien. 


Prflmiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bugra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


PernsprechanschluBNr.  59./Telegr. -Adresse  Sprechsaal 
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Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 

Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Orlginal-Beltrflge  verboten. 


Ein  merkwürdiges  Patent. 

Unter  obiger  Ueberschrift  wird  in  Nr.  9  dieser  Zeitschrift 
[ein  allerdings  mehr  als  merkwürdiges  Patent  besprochen.  Im 
Ab  schloß  hieran  wird  die  Frage  aufgeworfen,  ob  es  nicht  die 
Aofgabe  des  Ausschusses  für  gewerblichen  Rechtsschutz  der 
[Deutschen  Keramischen  Gesellschaft  sei,  die  Erteilung  derartiger 
Patente  zu  verhindern. 

Allerdings  sieht  es  der  genannte  Ausschuß  als  seine  Pflicht 
8n,  gegen  die  Erteilung  solcher  Patente,  die  der  keramischen 
(Industrie  von  Schaden  sein  könnten,  Einspruch  zu  erheben; 
;es  kann  jedoch  unmöglich  seine  Aufgabe  sein,  alle  eingehenden 
Patentanmeldungen  auf  allen  Gebieten  der  Keramik  zu  prüfen. 
iDiejenigen ,  Einzelmitglieder  bezw.  Pachverbände,  die  in  der 
[Erteilung  eines  Patentes  auf  ein  bestimmtes  Verfahren  eine 
iScbädigung  ihrer  Interessen  erblicken,  können  jederzeit  unter 
[näherer  Begründung  ihrer  Bedenken  bei  derartigen  Anmeldungen 
[die  Hülfe  der  D  K.  G.  anrufen,  wie  dies  bereits  mehrfach  ge- 
schehen ist,  und  diese  erhebt  dann  Einspruch  gegen  die  Er- 
teilung, wenn  sie  einen  solchen  für  berechtigt  und  durch- 
führbar hält. 

In  dem  vorliegenden  Falle  ist  die  D.  K.  G.  von  keinem  ihrer 
(Mitglieder  aufgefordert  worden,  Einspruch  zu  erheben,  und  es 
|wiid  wohl  auch  von  anderer  Seite  kein  Einspruch  erhoben 
prorden  sein,  da  sonst  die  erfolgte  Eiteilung  wohl  unmöglich 
gewesen  wäre. 

Eine  Schädigung  der  Steingutindustrie  ist  unseres  Er- 
achtens nicht  zu  befürchten,  da  das  Patent  völlig  bedeutungslos 
ist.  Jeder  Fabrikant  kann  nach  wie  vor  Steingutmassen  her- 
stellen, die  beliebige  Tone  und  Kaoline  enthalten,  auch  genau 
die  gleichen,  die  in  Anspruch  1  erwähnt  sind,  denn  das  hierin 
geschützte  Verfahren  bezieht  sich  auf  eine  ohne  Soda  oder 
Wasserglas  hergestellte  Gießmasse,  die  in  der  Steingutindustrie 
wohl  nicht  vorkommt;  nur  ein  Zusatz  von  Pottasche  ist  in 
Anspruch  4  geschützt.  Auch  „geglühten"  Meißener  Ton  und 
„geschlämmtes"  Quarzmehl  wird  wohl  kein  Fabrikant  verwenden, 
ebensowenig  wie  Magnesia  zur  Erhöhung  der  „Geschmeidigkeit" 
der  Masse. 

Wäre  es  nicht  Zeit-,  Arbeit-  und  Papierverschwendung, 
gegen  derartige  Patente  vorzugehen?  —  Was  das  Patentamt 
an  dem  Verfahren  als  neu  ansieht,  vermögen  wir  ebensowenig 
*u  sagen,  wie  der  Einsender  der  besprochenen  Zuschrift. 

Deutsche  Keramische  Gesellschaft. 
I.  A.:  Dr.  R. 


Das  Abstehen  des  Glases  in  Tafelglashütten 

(Nachdruck  verboten.) 

In  dem  Bestreben,  die  Fabrikationsziffer  zu  erhöhen  und 
die  Zeit  möglichst  rationell  auszunutzen,  wird  vielfach  in  den 
Tafelglashütten  auf  das  Kaltstehen  des  Glases  zu  wenig  Zeit 
und  Aufmerksamkeit  verwendet.  Gelingt  es,  in  möglichst  kurzer 
Zeit,  den  Ofen  und  das  Glas  soweit  abzukühlen,  daß  die  Ver- 
arbeitung des  letzteren  erfolgen  kann,  so  wird  oft  genug  nur 
die  auf  diese  Weise  erreichte  Zeitersparnis  berechnet,  während 
die  Schattenseiten  einer  so  schroffen  Abkühlung  entweder  über- 
sehen oder  die  üblen  Folgen  auf  andere  Ursachen  zurückgeführt 
werden.  Zuerst  wird  sich  ein  so  übereiltes  Abkühlen  an  der 
Glasmasse  selbst  bemerkbar  machen.  - 

Wird  sofort  nach  dem  sogenannten  Abgehenlassen,  sobald 
der  Gas-  und  Luftzutritt  zum  Schmelzofen  abgestellt  ist,  der 
Schornsteinschieber  tüchtig  hoebgezogen  und  setzt  man  die 
Arbeitslöcher  auf,  so  wird  durch  den  so  hervorgerufenen  starken 
Abzug  der  Ofenhitze  nach  dem  Schornstein  und  den  durch  die 
Arbeitslöcher  erfolgten  kalten  Luftzutritt  eine  verhältnismäßig,; 
schnelle  Abkühlung  des  Ofens  und  des  Glases  veranlaßt.  Bei 
der  Verarbeitung  der  so  jäh  gekühlten  Glasmasse  zeigen  sich 
allerdings  schon  manche  Unannehmlichkeiten,  die  jedoch  auch 
leicht  von  einem  nicht  mit  allen  Einzelheiten  der  Fabrikation 
gründlich  vertrauten  Fachmann  als  Arbeitsfehler  aufgefaßt 
werden  können.  Buchstäblich  genommen,  würde  auch  diese 
Bezeichnung  zutreffend  sein,  doch  kommen  die  Fehler  gerade 
bei  dem  zu  schnell  und  dadurch  ungleichmäßig  gekühlten  Glase 
weit  öfter  als  sonst  vor.  Ungleichmäßig  stark  gearbeitete 
Walzen,  die  in  der  Hütte  als  Rampen  und  Winden  bezeichnete: 
Fehler,  sowie  Verunreinigungen  des  Glases  beim  ersten  Rund- 
formen (wulgern)  u.  dgl.  werden  viel  häufiger  vorkommen,  als 
bei  langsam  abgekühlter  und  dadurch  zur  Verarbeitung  besser 
und  leichter  sich  eignenden  Glasmasse- 
Für  Hütten,  welche  die  Erzeugung  bester  Tafeln  erstreben, 
ist  es  daher,  entschieden  vorteilhafter,  das  Abstehen  des  Glases 
nicht  zu  übereilen,  denn  außer  der  durch  die  schwierige  Ver- 
arbeitung der  Glasmasse  bedingten  Mängel  werden  Häfen  und 
Ofen  weit  schneller  abgenutzt,  die  unter  dem  zähen  Temperatur- 
wechsel ganz  erheblich  leidem.  Die  in  Wirklichkeit  erzielte 
Zeitersparnis  isf  obendrein,  g  v  nicht  so  groß,  alsw^es,  deh 
Anschein  hat,  denn  durch  den  durch  das  starke  Ziehen  des 
Schornsteins  bewirkten  Abzug  kühlen  auch  die  Kammern  ganss  \ 
bedeutend  ab,  wodurch  das  Wiederanwärmen  des  Ofens  nach 
Feierabend  verzögert  wird.  Spiegelglashütten,  die  völlig  blankes, 
gispenfreies  Glas  haben  müssen,  lassen  letzteres  sehr  langsam 
abstehen.    Es  empfiehlt  sieh  aber  auch  für  Fecsterglashütten, 


136  —  Nr.  12 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1922.   (55.  Jahrgang.) 


nachdem  der  Luft-  und  Gaszntritt  abgesperrt  ist,  die  Arbeits- 
löcher noch  zugesetzt  zu  halten  und  durch  Herablassen  des 
Schornsteigschiebers  die  Hitze  noch  einige  Zeit  im  Schmelzofen 
zu  erhalten,  denn  dadurch  kommen  auch  noch  etwa  im  Glase 
enthaltene  Luftbläschen  (Gispen)  in  die  Höhe.  Nach  Bedarf 
wird  dann  der  Schornsteinschieber  gezogen,  und  die  Arbeits- 
löcher werden  aufgesetzt.  Derart,  behandeltes  Glas  ist  weit 
gefügiger,  läßt  sich  leichter  und  sicherer  verarbeiten  und  er- 
gibt auch  weit  weniger  Bruch  in  der  Streckhütte  und  der 
Schneidestube.  O.  Fr. 


Die  photographischen  Aufnahme -Verfahren. 

Von  C.  Fleck. 
(Schluß.) 

Um  eine  Kollodium-Emulsion  herzustellen,  bedarf  man 
folgender  Lösungen. 

Lösung  I: 

Destilliertes  Wasser  35  ccm 

Bromammonium  30  g 

Alkohol  50  ccm 

Lösung  II: 

Heißes  destilliertes  Wasser  ....    30  ccm 

Silbernitrat  50  g 

Milchzucker  ..........     1  „  in 

Ammoniak   7—10  ccm  gelöst. 

Zu  700  g  in  einer  geräumigen  Flasche  befindlichem  4  °/0-igem 
Roh-Kollodium  wird  in  sehr '  kleinen  Partien  und  unter  nach- 
folgendem Schütteln  der  Flasche  nach  und  nach  die  erkaltete 
Lösung  II  eingetragen.  Etwa  ausfallende  Flocken  müssen  durch 
Schütteln  beseitigt  werden.  Nunmehr  trägt  man  ebenso  vor- 
sichtig die  lauwarme  Bromammoniumlösung  unter  Schütteln 
der  Flasche  ein  (Lösung  I).  Die  Mischung  wird  noch  2—3 
Minuten  lang  geschüttelt  und  hierauf  die  Emulsion  mit  Wasser 
gefällt. 

Das  Fällen  der  Emulsion  erfolgt,  indem  man  sie  durch 
allmählichen  Wasserzusatz  (etwa  3  ccm  jedesmal)  bis  auf  ein 
Viertel  des  Emulsionsvolumens  aasfällt.  Die  gefällte  Emulsion 
gießt  man  in  eine  zehnfache  Wassermenge,  welche  durch  Um- 
rühren in  lebhafte  Bewegung  gesetzt  wird.  Die  Emulsion 
scheidet  sich  bei  diesem  Vorgang  in  Form  feiner  Flocken  ab. 
Man  läßt  absetzen,  gießt  erneut  Wasser  auf  und  wiederholt 
das  Waschen  der  Emulsion  4—5  Mal.  Man  sammelt  das 
EmuUionspulyer  auf  einem  leinenen  Filter,  gießt  destilliertes 
Wasser  darüber,  entfernt  dieses  zunächst  durch  Abpressen  und 
die  letzten  Reste  durch  Befeuchten  mit  Alkohol  und  Abpressen. 
Die  noch  alkoholfeuchte  Emulsion  übergießt  man  mit  250  ccm 
absolutem  Alkohol  und  läßt  sie  24  Stunden  stehen.  Nach 
dieser  Zeit  versetzt  man  die  Emulsion  mit  folgender  Aether- 
lösung: 

Aether  abs   250  ccm 

Alkohol  „   15  „ 

Eisessig   3  „ 

PhysoBtigminsalicylat  ......       1    „  - 

Diese  Lösung  ist  von  roter  Färbung  mit  grüner  Fluores- 
zenz und  verleiht  der  Emulsion  eine  gewisse  Empfindlichkeit. 
Nach  drei  Tagen  wird  die  konzentrierte  Emulsion  filtriert  und 
mit  500  ccm  Aether-Alkohol  verdünnt.  Diese  Bromsilber- 
Kollodinm-Emulsion  ist  noch  sehr  unempfindlich,  und  ihre 
Empfindlichkeit  muß  durch  Farbstoff-Silberzüsatz  gesteigert 
werden.  Zur  Erzielung  einer  fast  panchromatischer  Emulsion 
empfiehlt  sich  die  Mischung  von  Flaoreszein-(üranin-)Silber  für 
Grün,  Rhodamin  Silber  für  Gelbrot  und  Cyanin-Silber  für  Gelb 
und  Orange  oder  statt  letzterem  Aetbylviolett-Silber.  Ein 
kräftiger  Rotsensibilisator  ist  das  Dicyanin  der  Höchster  Farb- 
werke. Fluorenzein-Silber  wird  hergestellt,  indem  man  1  g 
Fluoreszein  in  150  ccm  Alkohol  löst  und  filtriert;  andererseits 
löse  man  0,5  g  Silbernitrat  in  100  ccm  destilliertem  Wasser, 
2  ccm  Ammoniak,  4  ccm  Glyzerin  und  50  ccm  Alkohol.  Die 
beiden  Lösungen  mischt  man  und  setzt  von  dieser  Mischung 
je  1  ccm  auf  je  100  ccm  der  Emulsion  zu.  Die  anderen  ge- 
nannten Farbstoffe  können  auf  gleiche  Weise  mit  Silbernitrat 
zu  Farbstoff-Silber  umgewandelt  werden.  Das  letztere  wirkt 
bedeutend  kräftiger  als  der  Farbstoff  allein.  Der  Zusatz  größerer 
Mengen  von  Farbstoff  würden  wie  ein  Farben-Filter  oder 
-Schirm  wirken  und  die  Sensibilisierung  ganz  anders  gestalten, 
also  ungünstig  beeinflussen.  Ueber  die  richtige  Menge  gibt 
dem  Praktiker  eine  aus  verschiedenen  Farben  zusammengestellte 
Kai  htafei  am  besten  Aufschluß.  Die  Kollodium-Emulsion  muß 
stets  gut  verschlossen  an  einem  sehr  kühlen  Orte  aufbewahrt 
werden,  weil  sie  sonst  zur  Schleierbildung  Veranlassung  gibt, 
.le  nachdem  eine  Emulsion  rot-  oder  grünempfindlich  Ist,  muß 
in  der  Dunkelkammer  stets  das  entgegengesetzte  Licht  (Be- 
leuchtung) vorherrschen,  also  für  rotempfindliche  Emulsionen 
grünes  Licht  und  umgekehrt. 


Ii 


Das  Begießen  der  sauber  geputzten  Glasplatten  mit 
Emulsion  geschieht  wie  beim  nassen  Kollodium-Verfahren.  Als 
Unterguß  diene  entweder  eine  Eiweiß-Gelatine-  oder  Knutschuk- 
löspng.  Vor  dem  Aufgießen  maß  die  Koliodi  um  -Emulsion 
2—3  Minuten  geschüttelt  werden,  um  dünne  (flaue)  Negative 
zu  vermeiden.  Der  gut  geschüttelten  Emulsion  wird  das  Färb 
stoffsilber  zugemischt  und  das  Ganze  wieder  gut  geschüttelt, 
Enthält  die  Emulsion  basische  Farbstoffe  wie  die  Chinaolinel 
usw.,  so  muß  die  präparierte  Platte  vor  der  Exposition  ge- 
waschen werden,  weil  dadurch  die  Farbenempfindlichkeit  wesent- 
lich erhöht  wird,  bei  Verwendung  saurer  Farbstoffe  dagegen 
%,  B.  von  Fluoreszeinen  wie  Eosin,  Erythrosin,  Rhodamin, 
Uranin  usw.  erst  nachher.  Das  Waschen  geschieht  unter  An- 
wendung eines  einfachen  Wasserstrahles,  der  durch  ein  am 
Hahn  befestigtes  Schlauchstück  läuft,  bis  die  Platte  keine  Streifen 
mehr  zeigt,  d.  h.  bis  eben  der  Aether-Alkohol  verdrängt  ist. 
Die  Platte  läßt  man  dann  gut  abtropfen.  Als  Entwickler  dienen 
Hydrochinon  oder  Rodinal  von  folgender  Zusammensetzung: 

Destilliertes  Wasser   1000  ccm 

Rodinal   50  „ 

Bromkalium  (10:100)   20  „ 

Als  Fixierbad  dient  eine  10°/0-ige  Fixiernatronlösung  undj 
zum  Verstärken  der  nachstehende  Sublimat- Verstärker. 

Wasser    .  >  .    1000  ccm 

Chlorammonium    .......       10  g 

Quecksilberchlorid   5  „ 

Salzsäure   .        5  ccm 

Sobald  die  Platte  eine  gleichmäßige  milchweiße  Färbung 
angenommen  hat,  wird  sie  gewaschen  und  mit  7 — 8°/0-igei 
Natriumsulfitlösung  (schwefligsaures  Natron)  Übergossen,  wobei 
das  Negativ  einen  blauschwarzen  Ton  annimmt,  worauf  es 
wieder  gewaschen  und  zum  Trocknen  auf  den  Bock  ge- 
stellt wird. 

VIII. 

Trockenplatte  wird  eine  mit  Bromsilbergelatine-EmulsioE 
überzogene,  gebrauchsfertige  Platte  genannt.  Wie  eine  solche 
Platte  hergestellt  wird,  haben  die  Leser  des  „Sprechsaal"  im 
Artikel  „Farbenphotographie"  erfahren.  Trocken  platten  müssen 
aus  farblosem  oder  nur  wenig  grünem  Glase  gegossen  sein 
dessen  Stärke  dem  Plattenformat  angemessen  ist.  Bezüglich 
des  für  Trockenplatten  nötigen  Glases  ist  die  deutsche  Glas 
Industrie  nicht  so  auf  der  Höhe  wie  beim  optischen  Glase 
denn  für  die  Trockenplattenherstellung  muß  das  Tafelglas  be 
sondere  Eigenschaften  haben,  und  seine  Erzeugung  erforder 
besondere  Vorrichtungen  und  langjährige  Erfahrungen.  Nai 
«wei  deutsche  Hütten  liefern  brauchbares  Trockenplattenglas 
das  jedoch  noch  nicht  10°'0  des  ganzen  Bedarfes  ausmacht 
alles  übrige  Glas  muß  vom  Ausland  —  hauptsächlich  Belgien  — 
bezogen  werden.  Die  deutsche  Trockenplattenfabrikation  i8 
heute  zum  großen  Teil  in  Händen  großer  Aktiengesellschaften 
deren  Produktion  fortwährend  steigt.  Manche  deutsche  Photo 
Trapben  benutzen  amerikanische  (Cramer  plates)  nnd  englisch« 
grocken platten  (Seed  plates),  weil  diese  Qualität  eine  vorzügi 
liehe  ist. 

Die  Rückseite  der  Trockenplatte  darf  keine  Verunreinigunj 
durch  anhängende  Emulsionsstreifen  oder  Tropfen  zeigen.  Dil 
richtige  Exposition  einer  Bromsilbergelatine-Trockenplatt« 
erfordert  jahrelange  Uebung,  will  man  unter  allen  Umständet 
seines  Erfolges  sicher  sein.  Die  Belichtungszeit  (Exposition 
einer  photographischen  Platte  hängt  von  einer  Reihe  von  Um 
ständen  ab,  deren  wichtigste  die  nachstehenden  sind: 

1.  Die  Lichtemplindlichkeit  der  Emulsion, 

2.  Die  Stärke  des  Lichtes, 

3.  Die  Lichtstärke  des  angewendeten  Objektivs,  und  diu 
Abbiendung  desselben, 

4.  Die  Natur  des  Aufnahme-Objekts  und 
5  Die  Entfernung  des  Aufnahme-Objekts  vom  Objektiv 
Die  Trockenplatten  selbst  einer  renommierten  Firma  sine 

nicht  immer  gleich  gut,  und  es  empfiehlt  sich  daher,  die  Sortei 
einer  Emulsionsnummer  vorher  auszuprobieren,  bevor  mai 
eine  größere  Sendung  bestellt.  Die  Gradation  (d.  i.  da. 
Scbwärzungsverhältnis,  in  welchem  die  Lichtabstufungen  wieder 
gegeben  werden)  einer  Platte  steht  im  innigen  Zusammenhang 
mit  ihrer  Lichtempfindlichkeit.  Wenig  lichtempfindliche  Plattet 
arbeiten  härter  als  hochempfindliche.  Für  die  Reproduktioi 
von  Strichzeichnungen,  Holzschnitten,  Kupferstichen  8in,_ 
weniger  lichtempfindliche  Platten,  sogenannte  „photomechanischi 
Platten"  vorzuziehen. 

Erreicht  das  auf  eine  Platte  fallende  Licht  eine  unten 
Helligkeitsgrenze,  so  wird  die  lichtempfindliche  Schicht  nich 
mehr  beeinflußt,  und  den  eben  noch  entwickelbaren  Eindrucl 
nennt  man  „Schwellenwert".  Dieser  gibt  das  Maß  ab  für  di<  ' 
Lichtempfindlichkeit  einer  Platte,  und  man  drückt  diesei 
ziffernmäßig  durch  Grade  verschiedener  Sensitometersystem« 
au«.  In  Deutschland  gilt  das  Senwitometersystem  von  Scheinet 
Was  die  Lichtstärke  des  Tageslichtes  betrifft,  so  ist  diesei 


I 


y 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL -CO  BÜRO. 


Nr.  12 


137 


permanenten  Schwankungen  unterworfen,  welche  sowohl  von 
der  Tages-  und  Jahreszeit,  als  auch  von  den  Witterangsver- 
hältnissen abhängen.  Letztere,  weil  unübersichtlich,  lassen 
sich  nur  durch  Erfahrung  in  Rechnung  ziehen.  Die  Belichtungs- 
zeit im  Atelier  ist  naturgemäß  weit  geringeren  Schwankungen 
unterworfen,  als  diejenige  im  Freien.  Leichter  und  bestimmter 
ist  die  Lichtstärke  des  angewendeten  Objektivs'  in  Rechnung 

f  zu  setzen.  Wenn  wir  anstelle  der  Blende  f/4  die  Blende  f/1B 
einschalten,  so  verhalten  sich  die  Belichtungszeiten  wie  42  zu 

l  ltr  oder  wie  1  :16.  Aus  dieser  leicht  übersichtlichen  Beziehung 
kann  man,  sobald  die  Belichtungszeit  für  eine  Blende  gefunden 
ist,  leicht  die  Belichtungszeit  für  jede  beliebige  Blende  nach 
Feststellung  ihres  Durchmessers  ermitteln.  —  Die  Lichtstärke 
des  angewendeten  Objektivs  nimmt  hauptsächlich  bei  Ver- 
größerungen außerordentlich  schnell  ab,  Einen  großen  Ein- 
fluß auf  die  Belichtungszeit  haben  die  Farbe  und  die  Hellig- 
keit des  Gegenstandes. 

IX. 

Der  Charakter  eines  Negativs  hängt  von  zwei  ineinander- 
greifenden Operationen  ab:  Von  der  Belichtung  und  von  der 
Entwicklung.  Weil  die  Abschätzung  der  richtigen  Belichtungs- 
zeit eine  sehr  schwierige  ist  und  nur  selten  gelingt,  so  muß 

'  der  Entwickler  der  Expositionszeit  derart  angepaßt  werden,  daß 
der  Belichtungsfehler  ausgeglichen  werden  kann.  Es  gibt  eine 
sehr  große  Anzahl  Entwickler,  und  ein  jeder  verhält  sich  der 

;  exponierten  Platte  gegenüber  anders.  Wer  die  Wirkungsweise 
seines  Entwicklers  genau  kennt,  wind  die  Exposition  danach 
einrichten.  Man  bleibe  bei  einer  Entwicklersorte,  sonst  wird 
man  niemals  einen  guten  Erfolg,  außer  einem  Zufallserfolg, 
haben.  Der  älteste  und  billigste  Entwickler  ist  der  Eisenoxalat- 
Entwickler,  mit  welchem  sehr  gute  Resultate  sich  erzielen 
lassen.  Er  wird  in  getrennten  Lösungen  angesetzt,  da  er  in 
einer  Lösung  nicht  haltbar  ist. 

Lösung  I: 

Destilliertes  Wasser   1000  ccm 

Neutrales  oxalsaures  Kali     .    .    .     300  g 

Lösung  II  : 

Destilliertes  Wasser   300  ccm 

Schwefelsäure   5  Tropfen 

Reines  Eisenvitriol  100  g 

Die  Lösungen  werden  tüchtig  geschüttelt,  worauf  man  3  Teile 
der  Lösung  I  mit  1  Teil  der  Lösung  II  mischt  und  die  ent- 
standene braunrote  klare  Flüssigkeit  in  die  Entwicklungsschale 
filtriert.  Die  Lösung  II  wird  in  die  Lösung  I  gegossen,  sonst 
gibt  es  einen  Niederschlag.  Bringt  man  eine  annähernd  normal 
belichtete  Platte  in  diese  Lösung,  so  zeigen  sich  nach  Ver- 
lauf von  3o — 4u  Sekunden  die  ersten  Spuren  des  Bildes.  Tritt 
die  Entwicklung  früher  ein,  so  setzen  wir  dem  Entwickler  einen 
„Verzögeret  zu.  Ein  solcher  ist  das  Bromkalium,  und  zwar 
nimmt  man  10 — 20  Tropfen  einer  Bromkalilösung  1:10  auf  je 
100  ccm  Entwicklerlösung.  Das  Bromkali  (Kaliumbromid)  ver- 
langsamt nicht  nur  die  Entwicklung  im  allgemeinen  und  läßt 
somit  den  Lichtern  Zeit,  an  Kraft  zu  gewinnen,  ehe  sich  die 
Schatten-Einzelheiten  zu  kräftig  entwickelt  haben  und  die  Platte 
dadurch  an  Kontrast  verliert,  sondern  es  hält  auch  die  Wirkung 
des  Entwicklers  an  Jen  weniger  stark  belichteten  Partien  des 
•negativen  Bildes  zurück,  hält  die  Schatten  klar,  wirkt  in  den 
Lichtern  schneller,  so  daß  diese  früher  die  nötige  Kraft  er- 
lhalten. Bei  sehr  großer  Üeberexposition  müssen  oft  2 — 5  ccm 
Bromkalium  zugesetzt  werden.  Außer  dem  Bromkalium  oder 
lindern  Bromsalzen  gibt  es  noch  weitere  Mittel,  um  die  Stärke 
irgend  eines  Entwicklers  abzuschwächen.  Von  diesen  ist  zu- 
nächst die  Verdünnung  des  Entwicklers  mit  Wasser  zu  nennen, 
oder  —  ohne  Wasserzusatz  —  die  Verminderung  des  Reduk- 
tionsmittels des  Entwicklers  —  hier  des  Eisens.  Durch  die 
Verdünnung  mit  Wasser  wird  die  Hervorrufung  des  Bildes  im 
lallgemeinen  und  gleichmäßig  verlangsamt.  Ein  solcher  Ent- 
wickler ist  gut,  wenn  man  die  Belichtungszeit  kennen  lernen 
i  will,  wenn  wir  beispielsweise  keine  Ahnung  haben,  wie  stark 
ipron  uns  belichtet  wntde.  Kommen  bei  der  Entwicklung  Lichter 
and  Schatten  zu  gleicher  Zeit,  so  war  die  Platte  unterbelichtet. 
iKommen  aber  nur  die  Lichter  im  Zeitraum  von  20  Sekunden 
hervor,  so  war  die  Belichtung  normal.  Der  verdünnte  Ent- 
wickler gibt  natürlich  weniger  Deckkraft,  und  hart  arbeitende 
^Platten  werden  dadurch  weicher  und  harmonischer  gestaltet. 
uDie  fehlende  Deckkraft  kann  später  durch  eine  geeignete  Ver- 
stärkung ersetzt  werden.  Anders  wirkt  ein  Eisenentwickler  mit 
vermindertem  Eisengehalt;  dieser  aibeitet  nicht  nur  langsamer, 
»ondern  auch  härter,  was  bei  stark  überbelichteten  Platten  von 
großem  Vorteil  ist.  Folgende  Zusammensetzung  eignet  sich 
ür  starke  Üeberexposition: 

Lösung  I: 

Reines  Eisenvitriol     ......  100  g 

Destilliertes  Wasser   200  ccm 

Eisessig   2  „ 


Lösung  II: 

Neutrales  oxalsaures  Kalium  .    .    .    100  g 
Destilliertes  Wasser   300  ccm 

Es  werden  gemischt  50  ccm  der  Lösung  II  mit  7  ccm  der 

Lösung  I. 

Ein  weiterer  Verzögerer  ist  ein  gebrauchter  Entwickler. 
Frischen  Entwickler  mit  gebrauchtem  zu  mischen  ist  Material- 
verschwendung. Sobald  man  durch  die  Anwendung  von  ge- 
brauchtem Entwickler  zur  richtigen  Erkenntnis  der  Belichtungs- 
zeit gekommen  ist,  schüttet  man  den  zum  zweitenmale  ge- 
brauchten Entwickler  fort  und  ersetzt  ihn  durch  frischen,  den 
man  nach  Maßgabe  der  Exposition  zurecht  gemischt  hat.  Die 
Temperatur  des  Entwicklers  spielt  eine  bedeutende  Rolle;  ein 
kalter  Entwickler  —  unter  15°  C.  —  ergibt  dünne,  kraftlose 
Platten  ohne  Details  in  den  Schatten;  er  wirkt  schwach  und 
je  nach  der  Sorte  hart.  Uebermäßig  erwärmter  Entwickler 
wirkt  schnell  und  veranlaßt  unter  sonst  normalen  Verhältnissen 
Schleierbildung.  Mit  kaltem  Entwickler  werden  selbst  auf  reich- 
lich belichteten  Platten  ungenügende  Negative  erzielt.  Kurz 
belichtete  Platten  vertragen  eine  Entwicklerwärme  bis  zu  20 0  C. 
—  Als  Beschleuniger  für  kurz  belichtete  Platten  dient  der  Zu- 
satz von  1—2  Tropfen  Fixiernatronlösung  1:500  auf  100  ccm 
Entwicklerlösung.  —  Gelbschleier  entfernt  man  durch  Baden 
der  fixierten  und  gewässerten  Platten  in  folgendem  Bad: 

Oxalsäure   lg 

Destilliertes  Wasser   .     10  ccm 

Alkohol  100  „ 

Ist  der  Schleier  hartnäckig,  so  tauche  man  ein  Wattebäusch- 
chen in  diese  Lösung  und  reibe  sanft  die  Schicht  damit  ab. 
Durch  Verwendung  kalkhaltigen  Brunnenwassers  entsteht  der 
sog  Kalkschleier,  der  durch  folgendes  Bad  sich  entfernen  läßt. 

Destilliertes  Wassel"  100  ccm 

Alaun   10  g 

Eisessig   10  ccm 

Eisenvitriollösung  1:4  35  „ 

Andere  Entwickler  als  der  Eisenoxalat-Entwickler  sind  die  alkali- 
schen Entwickler,  wie  Pyrogallol,  Hydrochinon  und  Rodinal 
(Paraamidophenolnatrium). 

Ein  sehr  empfehlenswerter  Entwickler  ist  der  Amidol-Ent- 
wickler  von  Andresen : 

Destilliertes  Wasser   1000  ccm 

Krist.  Natriumsulfit  (chemisch  rein)    200  g 

Amidol  .s   5„ 

Dieser  Entwickler  ist  ein  Rapid-Entwickler.  Der  Bromkalium- 
Zusatz  muß  ein  dreimal  größerer  sein  als  beim  Eisen-Entwickler. 
In  eine  andere  Gruppe  von  Entwicklern  gehören  das  Eikonogen, 
Glyzin,  Metol  und  Orto.1  —  Das  entwickelte  Negativ  wird  gut 
gewässert  und  in  folgendem  Bade  fixiert: 

Destilliertes  Wasser   1000  ccm 

Fixiernatron   250  g 

Sulfitlauge  (käuflich)  50  ccm 

Das  Fixierbad  muß  eine  Temperatur  von  mindestens  +15°  C. 
haben.  —  Ist  ein  Negativ  durch  zu  langes  Entwickeln  zu  dicht 
geworden,  so  kann  dem  durch  Abschwächen  der  Dichte  abge- 
holfen werden.    Der  folgende  „Abschwächer"  ist  gut. 

Lösung  I: 

Destilliertes  Wasser   .    .    .    .    .    .    100  ccm 

Fixiernatron   5  g 

Lösung  II: 

Destilliertes  Wasser  100  ccm 

Rotes  Blutlaugensalz   2  g 

Zum  Gebrauche  mische  man  50  ccm  von  Lösung  I  mit  5  ccm 
von  Lösung  II.  Die  Abschwächung  soll  nicht  zu  sehr  ausge- 
dehnt werden,  weil  sie  im  Bilde  immer  noch  etwas  nachwirkt. 
Hierauf  wird  da*  Negativ  wieder  gewässert  und  zum  Trocknen 
aufgestellt. 

Soll  ein  Negativ  jahrelang  aufbewahrt  werden,  so  ist  eine 
Lackierung  desselben  von  Vorteil.  Nachstehende  Vorschrift 
hat  sich  bewährt: 

Alkohol   500  ccm 

Lärchenterpentin  10  g 

Ricinusöl  10  ccm 

Dammarharz  .  40  g 

Sandarac  60  „ 

Kampfer  10  „ 

Das  trockene  Negativ  soll  vor  dem  Lackieren  vorsichtig  und 
gleichmäßig  leicht  erwärmt  werden.  Der  Lack  muß  vor  Ge- 
brauch geschüttelt  und  filtriert  werden.  Retuschen  mit  Kohinor- 
Bleistift  lassen  sich  auf  dem  Lack  gut  anbringen. 


Die  deutsch-spanischen  Handelsbeziehungen. 

(Schiaß.) 

Wie  schon  erwähnt,  hat  die  spanische  Regierung  einen 
ganz  neuen  Zolltarif  aufgestellt,  dessen  Inkrafttreten  jeden 
Augenblick    zu    erwarten    ist.     Dieser    neue  Zolltarifen!- 


138  —  Nr.  12 


SPRECHSAAL^C€j#Rg. 


1022.  (55.  jahrgangj 


warf  sieht  für  die  für  ans  in  Frage  kommenden  Erzeugnisse 
die  nachstehenden  Zollsätze  vor. 


4 
17 

18 

19 


20 
21 


22 
23 


24 
V5 
26 
27 

28 


29 


30 


59 


60 


61 


Zollsätze  des  neuen  spanisehen 
Zolltarif  entwarf  es. 


Tarif- 
Nr. 


Bezeichnung  der  Waren 


Gewichts 
einheit 


«2 

r;..  . 

v*X>.' 


M 

M 

CK 


Einzelne  Steine,  aas  einem  glas- 
artigen Konglomerat  hergestellt,  . 
weiß,  gefärbt  oder  vergoldet,  aus- 
schließlich für  künstliches  Mosaik 
bestimmt    .  100  kg 

Künstliches  Mosaik  ......  kg 

Kalk,  fetter  und  gewöhnlicher,  Roh- 
gewicht 100  kg 

Zement,  hydraulischer  Kalk  und 
Puzzolan,  Rohgewicht    ....  „ 

Zement,  zu  irgend  welchen  Gegen- 
ständen verarbeitet,  auch  mit 
metallischem  Kern   „ 

Erden  zum  Gebrauch,  in  Kunst  und 
für  gewerbliche  Zwecke: 

Kaolin,  Robgewicht   „ 

sonstige,  einschließlich  Gips,  ge- 
mahlen oder  in  Stücken,  Roh- 
gewicht  „ 

Gips,  verarbeitet  zu  Gegenständen 
aller  Art,  Rohgewicht     ....  „ 

Glimm  er,  in  Blättern  oder  verarbeitet, 
auch  in  Verbindung,  mit  anderen 
Stoffen  .    .    ...    .    .....    ...  „ 

Sandpapier  ..  ..  ..  .    .    .    .  „ 

Schmirgelpapier     „ 

Schmirgeltach  ........  „ 

Asbest:  unverarbeitet,  in  Fasern 
oder  Palver,  Rohgewicht    ...  „ 

— :  in  Blättern  oder  Tafeln,  mit  oder 
ohne  Beimischungen  von  anderen 
Stoffen  (ausgenommen  Kautschuk 
oder  Metallfäden)  einschließlich 
der  Ziegel  und  Röhren  aus  Asbest 
und  Zement,  Rohgewicht    ...  „ 

— :  (ohne  Beimischung  von  Kaut- 
schuk oder  Metallen)  zu  Fäden, 
Strängen,  Flechten  und  Geweben 
verarbeitet,  mit  oder  ohne  Bei- 
mischung von  Spinnfasern  ...  „ 
t — :  verarbeitet  mit  Beimischung 
von  Kautschuk  oder  Metallen,  zu 
Dichtungen  für  Maschinen,  in 
Flechten,  Tafeln,  Bändern  oder 
anderen  Gegenständen    ....  „ 

Hohlglas,  ungefärbt,  in  Flaschen, 
Flakons,  Korbflaschen  und  anderen 
Umschließungen,    geblasen  oder 
gegossen,  weder  geschnitten  noch  . 
geschliffen  auf  irgend  eine  Art 

(Tara)  

.Hohlglas,  gefärbt,  in  denselben 
Gegenständen,  nicht  geschnitten, 
Flaschen  oder  Flakons,  geschliffen, 

'and  Siphons  für  kohlensäure- 
haltige Getränke  (Tara)  ....  „ 

Sogenanntes  Präzisionsglas  oder 
Kristall,  nicht  graduiert,  in  Form 
von  Flakons,  Retorten,  Gegen- 
ständen und  Apparaten  für 
Laboratorien,  ausschließlich  aus 
diesem  Material  gefertigt,  mit  oder 
ohne  Fassang,  sowie  Fiolen  für 
Injektionslösungen  (Tara)   ...  „ 

•  Dieselben  Gegenstände  graduiert, 
einschließlich  der  graduierten 
Probierröhreu  (Tara)   kg 

Glas,  Kristall  und  Halbkristall,  un- 
gefärbt und  nicht  poliert,  weder 
geschnitten  noch  irgend  wie  ver- 
ziert, in  Gegenständen  aller  Art, 
in   and      a   Tarifnurnmern  nicht 

"  genanntM'ftra)    .  100  kg 

Dieselben"(Jegenstände,  gefärbt,  ge- 
schnitten,  poliert    oder  verziert 

(Tara).  '  

Glas  für  Fußböden  und  (  I  rlicht- 
,  fenster,  Glasdächer  ur  i  .hnliohe 


Zollsatz 
Tarifl  Tarifll 
Pesetas 


13,00  5,00 

6,00  1,20 

0,75  0,25 

3,00  1,00 

30,00  6,00 

1,60  0,76 

0,50  0,25 

100,00  40,00 


80,00  20,©0 

76,00  25,00 

100,00  60,00 

250,00  100,00 

8,00  3,00 


125,00  50,00 


260,00  100,00 


300,00  150,00 


35,00  14,00 


150,00  60,00 


240,06  80,00 
4,00  2,00 

210,00  70,00 
330,00  110,00 


Tarif- 
Nr. 


Bezeichnung  der  Waren 


72 


73 


74 


Gegenstände,  bei  einer  Stärke  von 
mehr  als  12  mm  (Tara)     .    .  . 

66  Tafelglas  und  Tafelkristall,  gebogen 

oder  nicht,  von  4 — 12  mm  Dicke 
einschließlich,  ungefärbt  oder 
farbig,  glatt  oder  mit  erhabener 
Arbeit  (Tara)  

67  Glas,  gerieft,  mattiert,  mit  erhabener 

Arbeit,  und  armiertes  Glas,  bis 
zu  4  mm  einschließlich  dick  (Tara) 

68  Glas  und  Kristall  für  Fenster,  bis 

4  mm  einschließlich  dick,  auch 
mit  abgeschliffenen  Rändern,  ge- 
bogen oder  gefärbt,  und  farbige 
Fensterscheiben  (Tara)  .... 

69  Photographische    Platten,  licht- 

empfindliche  

70  Glas  und  Kristall,  belegt  mit  Queck- 

silber, Silber,  Nickel  oder  Platin 
(Tara)  

71  Glaskorallen,  Glasperlen  und  ähn- 

liche Erzeugnisse  und  Gegen- 
stände daraus   

Nachahmungen  von   Perlen  und 

Edelsteinen  

Optisches    Glas    aller  Art,  ohne 

Fassungen  

Glas  und  Kristall  in  Figuren,  Vasen, 
Blumen  und  ähnlichen  Schmuck- 
gegenständen, sowie  Gläser  für 

Taschenahren  

75    Fliesen,  Backsteine,  Dachziegel  and 
allgemein  alle  groben  Artikel  aas 
gewöhnlichem    gebrannten  Ton, 
ohne  Glasur  «der  Schmelz  für 
den    Bau    and    Schmuck  von 
Häusern     .    .    .    .    ....    .  . 

dieselben  aus  natürlichem  feinen 
Ton,  nicht  glasiert,  keine  Fliesen, 
keine  Platten  und  Mosaik  .    .  . 
dieselben     mit  durchsichtigem, 
weißem  oder  farbigem  Ueberzug 

oder  Schmelz  

Kacheln,  Sockel,  Gesimse,  Geländer- 
säulen, Kapitäle  und  ähnlich« 
Artikel  für  Bauten  aus  weißer 
Masse,  mit  durchscheinendem  und 
durchsichtigem  Schmelz,  nur  in 
einer  Farbe,  glasiert  oder  bedeckt, 
ohne  Reliefs  

79  dieselben  wie  in  der  Tarifnummer 

78  in  mehreren  Farben,  glasiert 
oder  bedruckt,  mit  Verzierungen  . 
in  Gold  oder  mit  Reliefs    .    .  . 

80  Küchengeschirr,  Töpfe,  Demijohns, 

Röhren  und  ähnliche  Gegenstände 
aus  gewöhnlichem  Ton  .... 

81  Backsteine,    Fliesen,    Teile  von 

Backöfen  und  ähnliche  Gegen- 
stände aus  feuerfestem  Ton    .  . 

82  Röhren,  Retorten,  Muffeln,  Kapseln, 

Schmelztiegel  und  sonstige  nicht 
besonders  aufgeführte  feuerfeste 
Gegenstände  

83  Heizeinrichtungen,  Kamine,  Wasch- 
,       tische,     Spülklosetts,  Siphons, 

Filter  und  sonstige  in  Wohnun- 
gen für  Hoiz-  und  Gesundbeits- 
zwecke  gebrauchte  Gegenstände 
mit  weißem  oder  einfarbigem 
Schmelz,  ohne  Streifen  .... 

84  dieselben      mit  mehrfarbigem 

Schmelz,  mit  Streifen,  Druck, 
vergoldet,  bemalt  oder  mit  Ver- 
zierungen ........  .4 

86  Isolatoren  für  Lufttelegraphen- 
leitungen, Telephone  nnd  Leitun- 
gen für  elektrische  Kraft    .    .  . 

86  Sonstige  Isolierartikel  für  die  Elek- 
trizität, ohne  Metallteile  oder  Teile 
aus  anderen  Stoffen  


76 


77 


78 


^  •  ■  x.  Zollsatz 
ö,™  '"Tarifl   Tarif i; 
einhelt  Pesetas 

10t  kg     36,00  12,06 


r 

225,00 

S0,0( 

n 

125,00 

50,04 

n 

188,00 

»5,0( 

» 

200,00 

40.0C 

n 

500,00  200,0( 

kg 

5,00 

1,0t 

n 

15,00 

10,011 

n 

8,00 

2,5t 

10,00  4,0 


100  kg      6,00  4,0 


21,00  7,0« 


3,00  11,0 


30,00  16,0 

45,00  10,01 
27,00  6,0( 
17,00  6,6t 

18,00  12,0" 


108,00  36,0 

120,00  42,0 

100,00  40,0i 

90,00  45,0 


1922.  (66.  Jahrgang,) 


SPRE€öSAAL 


-۩BUR@.  Nr.  11  -IW 

Bezeiohnoog  der  Waren  TES»  Tm*»  t«"H 

Nr.  «inhsit  p<MtM 

639  Ferngläser  nnd  Operngläser,  nicht 

I         besonders  genannt.   kg       41,00  11,69 

640  Prismatische  Binokulare  ....       „         46,00  15,00 

641  £  Mikroskopische      nnd  sonstige 

optische  Apparate  für  den  Labo- 
§  ratorinmsgebranch  ......       „         43,00  14,00 

642  Stereoskope,  photographische  und 
|         kinematographische  Apparate, 

Teile  davon  nnd  Zubehör  ...       „         20,00  10,09 

643  Objektive  nnd  Okulare  aller  Art 

in  Fassungen  und  sonstige  optische 
Instrumente,  in  anderen  Tarif- 
nummern nicht  genannt ....  „  46,00  16,00 
648  Instrumente  und  Apparate  für 
Laboratorien,  die  Wissenschaft 
und  Kunst,  in  anderen  Tarif- 
nummern nicht  genannt,  aus  Olas 
oder  Kristall,   auch  mit  Teilen 

aus  anderen  Stoffen   .....       „        18,00  6,00 
766    Mineraloxyde  für  Glas  und  Emaille, 

Rohgewicht  100  kg     60,00  30,00 

1359  Knöpfe  aus  Porzellan  oder  Glas  .  kg  15,00  7,60 
1414  Spiele  und  Spielzeug  aus  Porzellan 

oder  Kristall   .,        15,00  6,00 

Ob  bezw.  in  welcher  Weise  die  Valutazuschläge  bei  dem 
Inkrafttreten  des  vorstehenden  Tarifes  in  Geltung  bleiben 
werden,  steht  noch  nicht  fest. 

Wie  verlautet,  sollen  verschiedene  Zollsätze  des  spanischen 
Zolltarifentwurfes  durch  das  Plenum  der  Zolltarifkommission 
eine  Aenderung  erfahren  haben.  Authentische  Nachrichten 
liegen  noch  nicht  vor.  Wir  teilen  nachstehend .  diese  Aende* 
rungen  mit,  soweit  sie  für  uns  in  Frage  kommen,  aber  nur  die 
Sätze  des  Minimaltarif  es,  der  für  deutsche  Erzengnisse  In 
Frage  kommt. 

Tarif-Nr.  18:  statt  1  =  9  Pesetas.  Tarif-Nr.  24:  statt  25  =  49 
Pesetas.  Tarif -Nr.  25:  statt  50=40  Pesetas.  Tarif-Nr.  59:  Hohl- 
glas, schwarz  oder  grünlich,  ungefärbt,  in  Flaschen,  Flakons  usw., 
geblasen  oder  modelliert,  statt  14<=12  Pesetas.  Tarif-Nr.  60 : 
Hohlglas,  weiß,  farblos,  statt  60  =  30  Pesetas.  Neue  Tarif-Nri: 
Flaschen  nnd  Flakons,  geschliffen,  und  Siphons  für  kohlen- 
säurehaltige  Getränke  =60  Pesetas.  Tarif-Nr.  73:  statt  2,50=26 
Pesetas.  Tarif-Nr.  638:  statt  12  =  30  Pesetas.  Tarif-Nr.  63*; 
statt  13,50  =  20  Pesetas.  Tarif-Nr.  641:  statt  14  =  10,  Pesetas. 
Tarif-Nr.  642:  statt  10  =  15  Pesetas.  (ng) 


Tarif- 
Nr. 

87 


88 


90 


91 


92 


638 


Bezeichnung  der  Waren 

Fayence,  feiner  Ton  und  Steinzeug 
mit  weißem  oder  einfarbigem 
Schmelz,  aber  ohne  Streifen  oder 
,  irgendwelche  Verzierungen,  in 
Form  von  Tisch-  und  Kaffee- 
geschirr, Toilettegerät  und  der- 
gleichen ;  ~5  Artikel  aus  den  ge- 
nannten Stoffen,  die  in  Parfüme- 
rien  und  von  Photographen 
gebraucht  werden,  und  allgemein 
alle  nicht  in  anderen  Tarif- 
nummern genannten  

Fayence,  feiner  Ton  und  Steinzeug, 
mit  mehrfarbigem  Schmelz  oder 
mit  Streifen  und  Verzierungen,  in 
gleichen  Gegenständen  wie  in  der 
Tarifnummer  87  .    .    .    .    .    .  . 

Weißes  Porzellan  in  Form  von 
Kaffee-,  Tischgeschirr,  Toilette- 
gerät und  dergleichen ;  auch 
Artikel  aus  diesem  Stoff,  die  in 
der  Chemie,  Pharmazie  und  Par- 
fümerie  gebraucht  werden,  und 
allgemein  alle  nicht  in  anderen 
Tarifnummern  genannten  Artikel 
Farbiges  Porzellan  oder  mit  Streifen, 
Verzierungen,  Malerei  oder  Ver- 
goldung in  Artikeln  der  vorigen 

Tarifnummer  

Steinzeug  in  Röhren  zum  Dränieren, 
Fliesen  oder  Pflaster  platten, 
Flaschen,  Stöpseln,  Hähnen  und 
anderen  Gegenständen  aus  Stein- 
zeug für  gewerbliche  Zwecke.  . 
Feiner  Ton,  Steinzeug,  Fayence  oder 
Porzellan  in  Figuren,  Blumen, 
Vasen,  Reliefs,  Blumenschalen 
und  ähnlichen  Ausschmückungs- 
gegenständen   

Brillen,  Kneifer,  Vergrößerungs- 
gläser und  dergleichen,  zum 
Gebrauch  fertig,  mit  Ausnahme 
solcher  mit  Fassungen  aus  Gold 
und  Silber  .  .  


ß    .„v.^  Zollsatz 


100  kg    135,09  45,00 


166,99  56,00 


kg 


150,90  60,00 

210,90  70,00 

90,00  30,00 

8,00  2,50 

36,00  12,00 


Wirtschaftlich-gewerblicher  Teil. 


Korrespondenzen. 

Jubiläum.  Auf  ein  175-jähriges  BeBtehen  konnte  vor  kurzem 
die  „Füj stei. berger  Porzellanfabrik,  Fürstenberg  (Weser)",  zurückblicken. 
Anläßlich  dieser  Feier  brachte  die  Manufaktur  verschiedene  als  Jubiläumsgabe 
anzusprechende  Porzellane,  u.  a.  ein  Tafelgeschirr  in  Barockform,  heraus. 

Arbeitsjubiläen.  Am  1.4.22  sind  es  25  Jahre,  seit  der  Seniorchef 
'  Herr  Fabrikbesitzer  Felix  Geitner  in  die  altangesehene  Fabrik  keramischer 
Farben  Geitner  &  Comp.,  Schneeberg  i.  Sa.,  eingetreten  ist. 

Das  25  jährige  Dienstjubiläam  feiert  am  22.  3.  22  Herr  Direktor 
Bruno  Hoff  (Berlin-Treptow,  Hoffmannstr.  17  a)  bei  der  Firma  von  Poncet 
Glashüttenwerke,  A.-G.,  Berlin  SO.  16. 


Gesetzgebung,  Steuern. 

Das  neue  Arbeitsgerichtsgesetz.  Die  Keichsregierung  beabsichtigt, 
eine  Neuregelung  des  Arbeitsgeiichtswesens  in  die  Wege  zu  leiten.  Das 
anstelle  des  Gesetzes  über  die  Kaufmanns-  nnd  Gewerbegerichte  sowie  der 
«entsprechenden  Bestimmungen  der  Demobilmachnngsverordnung  einzu- 
richtende Arbeitsgericht  soll  die  Schlichtungsausschüsse,  die  Gewerbe- 
tgerichte und  die  Kaufmannsgerichte  erBetzen.  Nach  dem  vom  Eeichs- 
larbeitsministerium  ausgearbeiteten  umfangreichen  Beferentenentwurf,  der 
97  Paragraphen  umfalit,  sollen  bei  den  Amtsgerichten  zur  Begelung  aller 
aus  dem  Arbeitsverhältnis  sich  ergebenden  bürgerlichen  Bechtsstreitig- 
keiten  zwischen  Arbeite eb mein  und  ihren  Arbeitgebern  Arbeitsgerichte 
gebildet  werden.  Diese  sollen  aus  einem  planmäßigen  Bichter  des  Amts- 
gerichts als  Vorsitzenden  und  zwei  Beisitzern  bestehen,  von  denen  der 
eine  ein  Arbeitgeber,  der  andere  ein  Arbeitnehmer  sein  muß.  In  zweiter 
Instanz  sollen  die  bei  den  Landgerichten  neu  au  bildenden  Landesarbeits- 
gerichte entscheiden.  Die  Arbeitsgerichte  sollen  ausschließlich  zuständig 
sein  für  Ansprüche,  die  auf  Grund  einer  gemeinsamen  Arbeit  von  Arbeit- 
nehmern gegeneinander  erhoben  werden,  ferner  für  Beehtsstreitigkeiten 
aus  Tarifverträgen  sowie  für  die  Fälle  §§  82—90  des  Betriebrätegesetzes, 
die  das  Mitbestimmungsrecht  des  Arbeiter-  nnd  Angestelltenrats  in  den 
Fällen  der  Kündigung,  das  Verfahren  vor  den  SchlichtungsausschüBsen 
usw.  regeln.  Sie  sollen  außerdem  ausschließlich  zuständig  sein  in  den 
Fällen  der  §§  89  und  90  des  Beichsversorgungsgesetzes  und  der  §§  8,  18 
and  19  der  Verordnung  betreffend  eine  vorläufige  Landesarbeitsordnung, 
auch  sollen  bei  den  Arbeitsgerichten  Klagen  gegen  Arbeitnehmer,  Arbeit- 


geber sowie  von  nnd  gegen  Dritte  erhoben  werden,  wenn  der  Ansprach 
mit  einem  Arbeitsverhältnis  in  rechtlichem  oder  wirtschaftlichem  2a- 
sammenhang  steht.  Der  Gesetzentwarf  unterliegt  zur  Zeit  der  Beratung 
mit  den  beteiligten  Spitzenverbänden  der  Arbeitgeber  and  Arbeitnehmer. 

Die  Dt  mobilmach  angs  Verordnungen.  Der  Wirtschaftspolitiken« 
and  der  Sozialpolitische  Ausschuß  des  vorläufigen  Baichswirtschaftsrats 
beschäftigten  sich  am  15.  3.  in  gemeinsamer  Sitzung  mit  dem  Entwarf 
eines  Gesetzes  über  Verlängerung  der  Geltangsdauer  von  Demobil- 
maehungsverordnungen.  Die  Aussprache  erstreckte  sich  nur  auf  die  beidea 
Verordnungen  über  die  „Einstellung  nnd  Entlassung  von  Arbeitern"  and 
betreffend  „Maßnahmen  gegenüber  Betriebsabbrüchen*  sowie  den  Ver- 
längerungstermin. Die  Abstimmung  ergab  gegen  die  Arbeitgeber  Annahme 
der  Aufrechterhaltang  der  beiden  umstrittenen  Verordnungen.  Ala  Termin 
fand  der  31.  10.  22  Annahme.  In  der  Gesamtabstimmung  ward«  der 
Gesetzentwurf  in  der  Fassung  der  Begierong  mit  großer  Mehrheit  an- 
genommen. 

Handel  und  Verkehr. 

Leipziger  Messe  nnd  Yalntafakturiernng.  Der  Beiehskommitsar 
für  Aus-  und  Einfuhrbewilligung  hat  auf  mehrfache  Anfragen,  ob  die 
gelegentlich  der  Leipziger  Messe  za  tätigenden  Abschlüsse  voll  den 
üblichen  Vorschriften  der  Außenhandelskontrolle  unterliegen,  diese  Frage 
bejaht,  jedoch  darauf  hingewiesen,  daß,  abgesehen  von  der  allgemeinen 
Befugnis  der  BeichsbevoUmäohtigten,  in  besonders  gelagerten  Fällen  Aas- 
nahmen zu  bewilligen,  es  ausnahmsweise  von  den  Außenhandelsstelles 
zugelassen  werden  mag,  unter  Einhaltung  der  vorgeschriebenen  Valuta- 
fakturierung  bei  vorschriftsmäßig  in  Hochvalota  vereinbarten  Preises 
zuzulassen,  daß  der  Gegenwert  in  Mark  zum  Korse  des  Zahlungstage« 
hereingenommen  wird,  falls  der  Ausländer  bereits  vorgangig  angeschaffte 
Markbeträge  verwenden  will. 

Telegrammabkfirzungen  „fob* ,  nnd  „elf  zugelassen.  Im  Tele- 
grammverkehr werden  vielfach  Ausdrücke  verwendet,  die  aas  den  abge- 
kürzten Handelsausdrücken  „tob"  oder  „eif"  anter  Anfügung  eines  Wortes 
der  offenen  Sprache  gebildet  sind.  Bisher  wurden  diese  bei  der  Berechnung 
der  Telegrammgebühren  als  sprachwidrige  Wortzusammensetzungen  be- 
handelt. Mit  Bücksicht  darauf,  daß  Wörter  wie  „fobpreiB",  „eifkaofe*, 
„eifspesen*  usw.  in  Handelskreisen  ständige  Ausdrücke  geworden 
and  auch  außerhalb  des  Telegrammverkehrs  gebräuchlich  sind,  sollen  diese 


HO  —  Nr.  12 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


auch  hier  nicht  mehr  als  sprachwidrig  betrachtet,  sondern  nur  als  Taxwort 
gezählt  werden,  soweit  die  Vorschriften  Uber  die  Länge  des  Wortes  nicht 
eine  andere  Zählang  bedingen  (bei  Telegrammen  der  oSenen  Sprache  15, 
bei  solchen  der  verabredeten  Sprache  10  Buchstaben  nach  dem  Morse- 
alphabet}« 

Bei  Postfrachtstücken  nach  Kanada  einschließlich  Britiscb- 
Kolnmbien  mit  Vancouver-Insel  ist  fortan  Nachnahme  nicht  mehr  zu- 
gelassen. 

Dringende  Postfrachtstfieke  nach  der  Schweiz  werden  vom  1. 4. 
an  auf  der  ganzen  Strecke  (vom  Aufgabe-  bis  zum  Bestimmungsort)  zu- 
gelassen.   

Ein-  and  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  Grobkerainik.  Die  Mindestpreise  für  die  Ausfuhr  von 
Quarzsand  und  Quarzmehl  nach  Dänemark  und  Schweden  haben  mit 
Wirkung  vom  10.  3.  22  eine  Aenderung  erfahren. 

Die  Mindestpreise  für  die  Ausfuhr  von  Floßspat  nach  den  öster- 
reichisch-ungarischen Nachfolgestaaten,  mit  Ausnahme  Tschechoslowakiens, 
erfahren  mit  Wirkung  vom  15.3  eine  Aenderung. 

Die  iusfuhrmindestpreise  für  Erdfarben  nach  Ländern  mit  ge- 
ringwertiger Valuta  sind  erhöht  worden  und  können  bei  der  Außenhandela- 
stelle Chemie  —  Nebenstelle  „Mineralfarben"  —  erfragt  werden. 

Die  deutsche  Außenhandelsstatistik,  deren  Veröffentlichung 
während  des  Krieges  unterblieben  war  und  im  Juli  1920  in  verkürzter 
Form  wieder  aufgenommen  worden  ist,  wird  vom  1.  4.  22  ab  in  der 
vor  dem  Kriege  Üblichen  Weise  veröffentlicht  werden. 

Ausfuhr  von  handelsüblichen  Mastern  and  Proben.  Es  ist 
darauf  hinzuweisen,  daß  die  Bekanntmachung  des  Reichswirtschafts- 
ministeriuma  vom  5. 4.  21  (§  1  Ziffer  19  a)  nach  wie  vor  gültig  ist  und 
nicht  etwa  durch  die  am  l. 12.  21  erlassene  Bekanntmachung,  betr.  das 
Verbot  der  Ausfuhr  von  Waren  des  2.  bis  19.  Abschnitts  des  Zolltarifs, 
berührt  wird. 

Die  Einfuhr  von  Mustern  und  Proben  aus  dem  Ausland  nach  Deutsch- 
land wird  unter  Anwendung  der  entsprechenden  Erleichterungen,  die  für 
die  Ausfuhr  maßgebend  sind,  unter  der  Bedingung  der  Wiederausfuhr 
zugelassen. 

Milderang  von  Härten  bei  der  Erhebung  der  erhöhten  Aus- 
fuhrabgabe. Der  Reichskommissar  für  Aus-  und  Einfuhrbewilligung  hat 
im  Einvernehmen  mit  dem  Heichswirtschaftsminister  und  dem  Reichs- 
finaozminister  die  Ermächtigung,  die  am  31.  1.  22  abgelaufene  Frist  zur 
Geltendmachung  des  niedrigeren  Ausfuhrabgabensatzes  mit  Bückeicht  auf 
die  in  letzter  Zeit  eingetretenen  Verkehrsstörungen  auf  Antrag  bis 
längstens  30.  4.  22  zu  verlängern,  auf  die  Ausfuhrbewilligungsstellen  über- 
tragen, soweit  die  durch  die  Fristverlängerung  eingetretene  Ermäßigung  der 
Ausfuhrabgabe  den  Betrag  von  Jt  1000  für  eine  Ausfuhrbewilligung 
nicht  übersteigt.  Ferner  gibt  der  Reichskommissar  bekannt,  daß  die  am 
1. 12.  21  abgelaufene  Frist  zur  Absendung  eines  Antrags  auf  Auwendung 
des  bisherigen  Tarifs  nachträglich  bis  zum  31.  12.  21  verlängert  wird. 

Die  Liefeirwerhsbescheinignng  im  Rahmen  der  Außenhandels' 
Kontrolle.  Der  Reichsverband  des  deutscheu  Ein-  und  Ausfuhrhandels 
hat  dem  Außenhandels- Kontrollausschuß  des  Vorläufigen  Beichswirtsehafts- 
rats  eine  Denkschrift  Überreicht,  in  der  der  Außenhandels  Kontrollausschuß 
ersucht  wird,  in  eine  Prüfung  der  Frage  einzutreten,  welche  Aufgabe  die 
Lieferwerksbescheinigung  im  Kähmen  der  Außenhandels- Kontrolle  zu  er- 
füllen hat.  Der  Beichsverband  beantragt  eine  grundsätzliche  Stellung- 
nahme in  folgendem  Sinne:  „Eine  Lieferwerksbescheinigung  darf  ledig- 
lich eine  Bescheinigung  des  Erzeugerwerks  sein,  welche  dahin  lautet, 
daß  das  Lieferwerk  mit  dem  Export  der  Ware  einverstanden  ist".  Ein 
zweiter  Antrag  gebt  dahin :  „Die  Prüfung,  ob  eine  Lieferwerkebescheinigung, 
welche  einem  Ausfuhrantrag  beigefügt  ist,  genügt  oder  nicht,  darf  in 
keinem  Falle  einer  Preisprüfungsstelle,  sondern  muß  in  allen  Fällen  der 
deu  Preisprüfung8stellen  Ubergeordneten  Außenhandelstelle  anheimfallen." 
Ein  letzter  Antrag  lautet:  „Der  Ausschuß  wolle  beschließen,  die  Reichs- 
regierung  zu  ersuchen,  auszusprechen,  daß  grundsätzlich  jede  Fabrik  das 
Becht  hat,  für  von  ihr  hergestellte  Waren  LieferwerkBDeBcheinigungen 
zu  erteilen". 

Ermäßigung  der  Gebühren  beim  Ausfuhramt  Ems.  Die  Kölner 
Handelskammer  gibt  bekannt:  Nach  einer  bei  dem  Wirtschaftsausschuß 
für  die  besetzten  Gebiete  eingelaufenen  telephonischen  Mitteilung  des 
Ausfuhramtes  Ems  sind  die  für  Erteilung  von  Ausfuhrbewilligungen  beim 
Ausfuhramt  Ems  zu  entrichtenden  Gebühren  mit  Wirkung  vom  16  3.  22 
von  6  auf  3%o  des  Warenwertes  ermäßigt  worden. 

Oesterreich.  Der  Zollaufschlag  für  die  nicht  unter  Goldzoll- 
pilicht  fallenden  Waren  ist  mit  Wirkung  ab  9.  3.  22  auf  das  700-fache 
des  Tarifsatzes  festgesetzt  worden.  Interessenten  erfahren  Näheres  bei 
der  österreichischen  Abteilung  des  Deutsch-Oesterr.-Ungar.  Wirtschafts- 
verbandes, Berlin  W.  35,  Am  Karlsbad  16. 

Portugal.  Ursprungszeugnisse.  Von  portugiesischer  amtlicher 
Seite  wird  als  vorteilnaft  empfohlen,  deutsche  Einfuhrwaren  von  einem 
Ursprungszeugnis  begleiten  zu  lassen,  um  auf  diese  Weise  die  Waren  als 
deutsche  zu  kennzeichnen,  wodurch  eine  vorteilhaftere  Behandlung  am 
Zollamt  ermöglicht  wird.  Beglaubigungen  werden  von  den  portugiesischen 
Konsulaten  vorgenommen ;  die  derzeitige  Gebühr  hierfür  beträgt  M  126. 

Tschechoslowaklen.  Fakturlerang  deutscher  Einfuhrwaren. 
Aus  Prag  liegt  von  zuverlässiger  Seite  die  Meldung  vor,  daß  deutsche 
Einfuhrwaren  in  tschechoslowakischen  Kronen  fakturiert  werden  können; 
die  Bezahlung  derselben  muß  aber  in  Mark  erfolgen. 


Die  Lage  In  Industrie  und  Handel. 

Die  Lage  der  feinkeramischen  Industrie  im  Monat  Februar 
weist  gegenüber  dem  vorangegangenen  Monat  keine  wesentliche  Aenderung 
nuf  Ks  ist  lediglich  festzustellen,  daß  die  Werke  ganz  besonders  stark 
u  nter  dem  Kohlen-  und  Rohstoffmangel  zu  leiden  hatten   Diese  Schwierig- 


keiten wurden  dnrch  den  Eisenbabnerstreik  und  seine  Folgen  noch  er- 
heblich gesteigert.  Zuverlässige  Unterlasen  für  die  Beurteilung  der 
nächsten  Zukunft  werden  sich  erst  auf  Grund  des  Ergebnisses  der  Leipziger 
Frühjahrsmesse  finden  lassen. 


Geschäftliche  Mittellungen. 

A.-G.  für  Glasindustrie,  vorm  Frledr.  Siemens,  Dresden.  Die 

a.  o.  G.-V.  genehmigte  gegen  den  Widerspruch  eines  Aktionärs  die  Um- 
wandlung der  bestehenden  M  10  Mill.  Vorzugsaktien  in  Stammaktien. 
Davon  werden  Ji  6  Mill.  den  alten  Aktionären  zum  Nennwert«  im  Ver- 
hältnis 4  : 1  angeboten  werden,  während  weitere  Jt  5  Hill  zur  Verfügung 
der  Gesellschaft  gehalten  werden  sollen,  ev.  werden  sie  auch  zur  Bereit- 
stellung größerer  Betriebsmittel  Verwendung  finden.  Ferner  wurde  die 
Ausgabe  von  M  15  Mill.  neuer  Vorzugsaktien  mit  einfachem  Stimmrecht 
beschlossen,  die  dieselben  Rechte  haben,  wie  sie  den  bisherigen  Vorzugs- 
aktien zukamen.  Diese  neuen  Vorzugsaktien  werden  an  die  B*nk  für 
Iudustriewerte,  A.-G.,  Berlin,  begeben  werden. 

Konkursverfahren.  Dessauer  Glasschleiferei  und  GlasBchilderfabrik 
Robert  Bohne,  Inhaber  Bohne' s  Erben,  Dessau:  Prüfungstermiu  für  nach- 
träglich angemeldete  Forderungen  3.  4.  22,  9»/,  Uhr  v.,  Amtsgericht  Dessau. 

Besitzübergang.  Die  Fabriken  Tuma  &  Vielgut,  Klösterle,  Gott- 
fried &  Vielgut,  Klösterle,  und  Ernst  Wahliss,  Turn-Teplitz,  sind  in  den 
Besitz  der  „Porzellan-Union,  Vereinigte  Porzellanfabriken,  A.-G.,  Karlsbad" , 
übergegangen.   


Gener  al -Versammlungen. 

Porzellanfabrik  Fraureuth,  A.-G ,  Fraureuth :  o.  G.-V.  3. 4.  22,  9  Uhr 
v.,  Verwaltungsgebäude,  Fraureuth 

Vereinigte  Porzellanwerke  zu  Lübeck,  A.-G ,  Lübeck :  o.  G  -V.  31  3. 
22,  11  Uhr  v.,  Direktion  der  Disconto-Gesellschaft.  Filiale  Lübeck.  T.-O. : 
u.  a.  Ankauf  eines  Porzellanwerkes  i.  Thür. ;  Erweiterung  des  Gegenstandes 
des  Unternehmens. 

Porzellanfabrik  Tettau,  A.-G.,  Tettau :  o.  G.-V.  5  4  22,  3  »/,  Uhr  n., 
Böhms  Weinschenke,  Gotha. 

Porzellanfabrik  zu  Kloster  Veilsdorf  :  o.  G.-V.  6.  4  22,  10  Uhr  v , 
Bank  für  Thüringen,  Meiningen  T.  0. :  u.  a.  Umwandlung  von  Jt  1,5 
Mill.  Vorzugsaktien  in  Stammaktien;  Kepit  aiser  höhung  um  J  1,6  Mil). 
Vorzugsaktien  auf  Ji  5  Mill. 

A-G.  Porzellanfabrik  Weiden,  Gebrüder  Bauscher,  Weiden :  o  G.-V. 
31.3.22,  10  Uhr  v.,  Geschäftsraum,  Weiden.  TO.:  u.  a.  Kapitalser- 
höhung am  Ji  5  Mill.  Stammaktien  auf  M  8  Mill. 

Düsseldorfer  Tonwarenfabrik,  A-G.,  Düsseldorf- Reisholz :  o.  G.-V. 
30  3  22,  12  Uhr  m.,  Bankhaus  C.  G.  Trinkaus,  Düsseldorf. 

Keramische  Werke  Offstein  und  Worms,  A  -G.,  Worms :  o.  G.-V.  30. 3. 
22,  11  Uhr  v.,  Handelskammer,  Worms. 

Rheinische  Schamotte-  und  Dinas- Werke,  Mehlem  a  Rh. :  o.  G.-V. 
7. 4.  22,  3  Uhr  n.,  Geschäftslokal,  Mehlem. 

TMersdorfer  Werke,  Nieder- Ullersdorf :  o.  G.-V.  3. 4. 22,  10  Uhr  v„ 
Hotel  Brose,  Sorau.  T.-O. :  u.  a.  Kapitalserhöhung  um  Jt  1  Mill.  Stamm- 
aktien ;  Satzungsänderungen. 

A.-G.  für  Glasfabrikation,  vorm.  Gebr.  Hoffmann,  Bernsdorf,  O.-L. : 
e.  G-V.  4.  4  22,  11  Va  Uhr  v.,  Dresdner  Bank,  Dresden  T.-O.:  u.  a. 
Kapitalserhöhung  um  Jt  1,76  Mill.  Stamm-  und  0,5  Mill.  Vorzugsaktien ; 
Gleichstellung  der  bisherigen  Vorzugsaktien  mit  den  nicht  bevorzugten 
Aktien  und  Benennung  sämtlicher  bisheriger  Aktien  als  Stammaktien. 

A-G.  der  Gerresheimer  Glashüttenwerke,  vorm.  Ferd.  Heye, 
Düsseldorf:  o.  G.-V.  11.  4.  22,  10  Uhr  v.,  Hotel  Breidenbacher  Hof, 
Düsseldorf.  T.-O. :  u  a.  Abänderung  des  Stimmrechtes  der  Ji  1  Mill. 
Vorzugsaktien  von  1919;  Satzungsänderungen. 

Deutsche  Spiegelglas  A.-G.,  Freden :  o.  G.-V.  11.  4  22,  12  V»  Uhr  m  , 
Kastens  Hotel,  Hannover.  T.-O  :  u.  a.  Kapitalserhöhung  um  Ji  12  Mill. 
Stamm-  und  M  1  Mill.  Vorzugsaktien. 

August  Walther  $  Söhne,  A-G.,  Moritzdorf:  o.  G-V.  1.  4.  22, 
12  Uhr  m.,  Dresdner  Bank,  Dresden.  . 

Oidenburgische  Glashütte,  A.-G.,  Oldenburg:  o  G.-V.  7.  4.  22,  4  Uhr  n., 
Bureau  des  Notars  E.  Edzard,  Stintbrücke  1,  Bremen. 

Gebrüder  Stoevesandt,  Komm.-Ges.  a.  Akt ,  Rinteln :  o.  G.-V.  7.  4  22, 
12  Uhr  m.  Bank  für  Handel  und  Industrie,  Filiale  Bremen.  T  O. :  u.  a. 
Anagabe  von  0,5  Mi  IL  Inhaber  Genußscheinen. 

A.-G.  für  pharmaceutische  Bedarfsartikel,  vorm.  Georg  Wenderoth, 
Cassel:  a.  o.  G.-V.  6.  4.  22,  4  Uhr  n.,  Geschäftsräume,  Cassel.  T.-O. : 
u.  a.  Kapitalserhöhung  um  Jt  3,05  Mill.  Inhaberaktien  und  Jt  0,5  Mill. 
Vorzugsaktien  auf  M  6,5  Mill. 

Sächsische  Emaillir-  und  Stanzwerke,  vorm.  Gebr.  Gnüchtel,  A-G., 
Lauter  i.  Sa.;  a.  o.  G.  V.  5.4.  22,  11  Uhr  v.,  Allgem.  Deutsche  Credit- 
Anstalt,  Leipzig.  T.-O.  u.  a.  Kapitalserhöhnng  um  Jt  4  Mill.  8tamm- 
und  Jt  0,2  Mill.  Vorzugsaktien  auf  Jt  10,1  Mill. 

Bauxitwerke,  A.-G.,  Gießen :  o.  G.-V.  7.  4  22,  10  V*  Uhr  v.,  Ver- 
waltungsgebäude, Gießen. 


Messen  und  Ausstellungen. 

Auf  dem  ersten  deutschen  Torflndustrietag,  der  von  der  Nord- 
westdeutschen  Arbeitsgemeinschaft  zur  Förderung  des  Torfwesens  auf 
den  23.  3.  nach  Hannover  (Stadthalle)  einberufen  ist,  sprechen  u.  a.  Ober- 
ingenieur Niesa  über  „Torfbrand  in  industriellen  Feuerungsanlagen"  ;  Ober- 
ingenieur Leder  über  „Sonderfeuerung  für  Torf  in  Dampfkesselanlagen" ; 
Prof.  Dr.  G.  Keppeler  über  „Mitteilungen  über  Torf  Verwertung  in  der 
Glas-,  keramischen  und  Ziegelindustrie",  und  Wenhold  über  „die  Kohlen- 
versorgung  im  Jahre  1922  und  die  Notwendigkeit  der  verstärkten  Heran- 
ziehung des  Torfes  für  industrielle,  gewerbliche  und  Hausbrandzweoke 
in  J\ordwestdeutschlandu.  In  Verbindung  mit  dieser  Tagung  wird  in  der 
Zeit  vom  18.  bis  23.3.22  die  Torf  aus  st  eilung  stattfinden,  über 
deren  Bedeutung  und  Ziele  bereits  mehrfach  an  dieser  «teile  eingehend 
berichtet  wurde. 


SPRECHE  AAL  -  COBURG. 


Nr.  12  —  141 


1922.   (55.  Jahrgang.) 

Die  Breslauer  Messen.  Trotz  ber  gewaltigen  Schwierigkeiten, 
die  sich  infolge  der  ungeklärten  politischen  Lage  dem  Ausbau  der  Bres- 
lauer Messen  ständig  entgegenstellten,  kann  heute  gesagt  werden,  daß 
sich  der  Messegedanke  durchgerungen  hat  und  daß  mit  der  Breslauer  Messe 
als  eine  Dauereinrichtung  zu  reebnen  ist.  Die  verworrenen  staatlichen 
und  sozialen  Zustände  Osteuropas  beginnen  sich  allmählich  zu  klären  und 
diese  Klärung  wird  eine  Krstaikong  des  gesamten  osteuropäischen  Wirt- 
schaftslebens im  Gefolge  haben.  Das  trifft  nicht  nur  auf  Polen  und  die 
Bandstaaten,  sondern  auch  auf  die  russische  Sowjetrepublik  und  auf  die 
Verhältnisse  auf  dem  Balkan  zu.  Breslau  wer  zu  allen  Zeiten  der  ge- 
gebene Mittelpunkt  für  den  Verkehr  von  der  Nord-  und  Ostsee  mit  den 
Donsuländern  und  Balkanstaaten,  sowie  zwischen  den  Mittelmeerländern 
uid  dtn  slawkehen  Oslstaaten.  Auch  in  seiner  größten  Blutezeit  war 
das  Böckgrat  des  Breslauer  Handels  der  Verkehr  mit  dem  Osten  Die 
Breslauer  Messe  knöpft  an  diese  alte  Tradition  wieder  an  und  hat  vor 
allem  die  Aufgabe,  die  kaufkräftigen  Abnehmer  des  Ostens  heranzuziehen. 
Daß  das  bisher  bereits  in  hohem  Maße  gelungen  ist,  beweist  einerseits 
die  Anwesenheit  zahlreicher  polnischer  Einkäufer  auf  den  Breslauer  Messen 
und  andererseits  die  Tatsache,  daß  die  russische  Sowjetrepublik  auf  der 
letzten  Breslauer  Herbslmesse  ein  eigenes  amtliches  Auskunftsbüro  er- 
r  chtet  hat,  das  von  den  verschiedensten  Interessenten  ungemein  stark  in 
Anspruch  genommen  worden  ist  Nachdem  nun  die  ober  schleBische  Frage 
vorläufig  entschieden  ist,  so  ist  damit  immerbin  für  die  nächste  Zeit 
wenigstens  der  gewichtigste  Streitpunkt  aus  den  Beziehungen  der  beiden 
Länder  beseitigt  und  es  darf  doch  der  Hcffnung  Aufdruck  gegeben  werden, 
daß  die  jetzt  aufgenommenen  Wirtschaftsverhandlungen  zwischen  den 
beiden  Staaten  zu  einem  gedeihlichen  Abschluß  führen  werden.  Die  Bres- 
lauer Messe  darf  daher  auch  künftig  der  Beachtung  aller  derjenigen 
Kreise  besonders  würdig  sein,  die  ihre  Geschäftsverbindung  nach  dem 
Osten  auszudehnen  beabsichtigen.  Andererseits  aber  kann  es  keinem 
Zweifel  unterliegen,  daß  auch  westindische  Einkäufer  mit  erheblichem 
Nutzen  die  Breslauer  Messe  besuchen  werden.  In  Schlesien  besteht  eine 
ungemein  reich  entwickelte  Industrie,  die  weit  Uber  die  schlesischen 
Grenzen  hinaus  geht.  Schlesisches  Glas  und  schlesisches  Porzellan  haben 
sich  den  Wellmarkt  erobert  dank  ihrer  vorzüglichen  Qualitäten,  ihrer 
technischen  Vollkommenheit  und  ihrer  künstlerisch  geschmackvollen  Form. 
Die  Keramik  in  Schlesien  ist  uralt.  Wem  ist  nicht  der  Name  der  alten 
Töpferstadt  Bunzlau  bekannt,  in  der  seit  jeher  Gebrauchsgeschirr  aller 
Art'  hergestellt  wird?  Die  Bnnzlaoer  Erzeugnisse  werden  nach  der 
Schweiz,  nach  Norwegen,  nach  England  Schweden,  ja  selbst  bis  nach 
Argentinien  hin  ausgeführt.  Im  schlesischen  Gebirge  blüht  nach  wie  vor 
das  Kunstgewerbe  der  feinsten  Schliffgläser  und  Ueberfanggläaer,  und 
namentlich  im  Waldenburger  Gebirge  hat  die  Porzellanindustrie  ihren 
Sitz,  die  hier  etwa  6000  Personen  beschäftigt.  Diese  Industrien  sind  auf 
den  Breslauer  Messen,  stattlich  vertreten.  Der  ausländische  Einkäufer 
findet  Bomit  reichlich  Gelegenheit,  auf  den  Breslauer  Messen  neue  Verbin- 
dungen aufzunehmen  und  hochwertige  Erzeugnisse  zu  erwerben,  für  die 
gerade  jetzt  allenthalben  die  regste  Nachfrage  herrscht. 

Fünfundzwanzig  Messen  in  Specks-Hof  zu  Leipzig  ist  der  Titel 
einer  stattlichen  Jabiläumsschrift,  die  soeben  der  Besitzer  des  bekannten 
Meßpalastes  Specks- Hof,  Herr  Paul  Schmutzler,  an  die  Freunde  und 
regelmäßigen  Gäste  seines  Hauses  verschickt.  Die  vornehm  ausgestattete, 
mit  reichem  und  wertvollem  Bildschmuck  versehene  Schrift  enthält  zu- 
nächst eine  Geschichte  des  Grundstücks,  die  bis  in  das  Mittelalter  zurück- 
geht, eine  Baugeschichte  des  Hauses  und  eine  fesselnde  Schilderung  seiner 
ganzen  Einrichtung,  die  in  Fachkreisen  als  musterhaft  bekannt  ist. 
Darüber  hinaus  enthält  das  Büchlein  eine  Entwicklungsgeschichte  der 
Leipziger  Messe  in  ihren  Hauptzügen  und  gibt  schließlich  über  die 
Organisation  eines  Meßkaufhauses,  das  unter  allen  Gesohäftsbanten  eine 
Sonderart  darstellt,  wissenswerte  Aufschlüsse,  die  gerade  jetzt  lebhafte 
Beachtung  rinden  dürften.  Zwischen  den  Ausstellern,  den  Vei mietern  und 
dem  Meßamt  in  Leipzig  schweben  so  mancherlei  Meinungsverschieden- 
heiten, daß  jeder  Beitrag  willkommen  ist,  der  zur  Klärung  und  friedlichen 
Beilegung  dieser  Differenzen  hilft.  Und  dazn  scheint  uns  das  Schrift- 
ehen ganz  besonders  geeignet.  Außerdem  ist  es,  da  es  nicht  nur  trockene 
Daten  gibt,  sondern  in  liebenswürdigem,  bie  und  da  humoristischem 
Plandertone  einen  an  sich  spröden  Stoff  interessant  zn  gestalten  weiß, 
eine  hübsche  Erinnerung  für  jeden  Leipziger  Meßbesucher,  der  sich  selbst 
zu  den  Stammgästen  von  Specks-Hof  zählen  darf. 


Verbände. 

Verband  Deutscher  Elektrotechnischer  Porzellanfabriken.  Der 
Verband  hat  beschlossen,  mit  Wirkung  ab  1  4  22  auf  die  März-Preise 
für  Niederspannnsgsporzellan  einen  Teuerungszuschlag  von  30%  zu 
erheben,  und  für  chemisch-technisches  Porzellan  den  Teuerungszuschlag 
von  100  auf  150%  zu  erhöhen. 

Preiserhöhungen.  Die  Vereinigten  Stein gutfabriken,  G.  m.  b.  H., 
Bonn,  haben  beschlossen,  einen  weiteren  Preisaufschlag  von  33Vs%  ein- 
treten zn  lassen,  und  zwar  ist  der  neue  Aufschlag  bereits  auf  die  in 
Leipzig  getätigten  Abschlüsse  zur  Geltung  gelangt. 

Die  Westdeutsche  und  die  Mittel-  und  Ostdeutsche  Schamotte-Kon- 
vention sowie  die  ostdeutsche  Silikat-Konvention  setzten  für  sämtliche 
Lieferungen  vom  1.3.  22  ab  den  Teuerungszuschlag  von  76  auf  100% 
herauf. 

Der  Verein  sächsischer  Tafel  glashütten  und  der  Verband  Schlesisch- 
Lausitzer  Tafel  glashütten  haben  mit  Wirkung  vom  2.3.  22  die  Preise 
von  Ende  Januar  1922  um  30%  erhöht. 

Der  Verband  deutscher  Herdfabrikanten  erhöhte  den  Preisaufschlag 
auf  die  bisherigen  Grundpreise  auf  110%. 

Der  Ton-  und  Schamotte-Industrie-  und  Handelsverband,  e.  T., 
bisher  Tonhandelsverband,  e.  V.,  Köln,  der  sich  über  ganz  Deutschland 
erstreckt,  hat  in  seiner  letzten  Mitglieder versammlnng  beschlossen,  seinen 
Sitz  von  Köln  nach  Bonn  zn  verlegen.  Zum  ersten  Vorsitzenden  wurde 
Herr  Carl  Groyen  gewählt.  Verbandssyndikus  ist  Dr.  W.  Wirtz  (Bonn, 
Argelandeistr.  123),  woselbst  sich  auch  die  Geschäftsstelle  befindet. 


Büohersohau. 

Der  Lohnabzug  vom  1.  Januar  1922  ab.  Auf  Grund  der  Ein- 
kommensteuernovelle  vom  20.  Dezember  1921  und  der  Durchführungs- 
bestimmungen vom  3  Dezember  1921.  Texte  mit  eingehenden  Erläute- 
rungen, Beispielen  und  Einführung  von  Kecbtsanwalt  Dr.  Fritz  Koppe, 
Hauptschriftleiter  der  „Deutschen  Steuer-Zeitung",  Berlin.  Berlin  C.  2, 
1922.   Industrieverlag  Spaeth  &  Linde.    Preis  M  17,60. 

Am  1.  Januar  1922  sind  die  Lohnabzngsbeslimmungen  abermals 
geändert  worden,  nachdem  der  Reichstag  noch  in  letzter  Stunde  durch 
die  Einkommensteuernovelle  vom  20.  12.  1921  eine  Neuregelung  vornahm. 
Infolgedessen  mußten  auch  die  Daichführungsbestimmungen  entsprechend 
geändert  werden,  was  für  Arbeitgeber  und  Arbeitnehmer  recht  unangenehm 
ist.  Hier  will  die  Schrift  ein  zuverlässiger  Führer  sein,  indem  sie  den 
neuesten  Stand  der  Gesetzgebung  wiedergibt  und  überdies  das  Gesetz 
eingehend  und  übersichtlich  erläutert.  Tabellen  und  anschauliche  Master- 
beispiele sowie  zahlreiche,  aus  der  Praxis  geschöpfte  Ratschläge  erhöhen 
den  Wert  des  Buches,  das  Arbeitgebern  und  Arbeitnenmern  willkommen 
sein  wird. 


Firmenregister. 

Deutsehland. 

Werra-Porzellanfabrik,  A.-G.,  Bremen.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen 
Leo  Freudenberg  wurde  Peter  L.  Bracklo  zum  Vorstand  bestellt. 

Metallwarenfabrik  Elektro  Kolb  &  Schmidt,  Komm.-Ges.,  Nürnberg. 
Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst  und  in  Liquidation  getreten.  Liquidator 
ist  Kaufmann  Hans  Kolb.  Das  Geschäft  ist  unter  Ausschluß  aller  im  bis- 
herigen Betriebe  begründeten  Forderungen  und  Verbindlichkeiten  auf  die 
nachgenannte  Firma  übergegangen. 

Porzellanmetall,  Porzellan-  und  Metallwarenfabriken,  A.-G ,  Nürn- 
berg (Humboldtstraße  5).  Grundkapital :  Ji  4  5  Mill.  Vorstandsmitglieder 
sind  Ingenieur  Fritz  Stadlinger  und  Kaufmann  Hans  Kolb.  Die  Gründer, 
die  sämtliche  Aktien  übernommen  haben,  sind :  Kommanditgesellschaft 
Metallwarenfabrik  Elektro  Kolb  &  Schmidt,  Postverwalter  G.  Stadlinger, 
lug'.  F.  Stadlinger,  Kaufmann  H  Kolb,  Witwe  M.  Flessa,  inzwischen  ver- 
storben, Kaufmann  F.  Flessa,  Dr.  K.  Flessa,  Kaufmann  K.  Flessa,  Meta 
Flessa,  Hermine  Durst,  L.  nnd  Chr.  Lommer  und  Justizrat  Dr.  A.  Bayer. 
Dem  ersten  Aufsichtsrat  gehören  an:  Dr.  A.  Bayer,  Fabrikbesitzer 
E.  Stadlinger,  Kaufmann  F.  Flessa,  Gutsbesitzer  G.  Bezold,  Kommerzien- 
rat  Karl  Hürner. 

PoKellanfabrik  Bavaria,  A.-G.,  üllersricht.  Der  Aufsichtsrat  setzt 
sich  jetzt  zusammen  ans :  Kaufmann  J.  Frisch,  Bankier  B.  Strauß,  Rechts- 
anwalt Dr.  Sartorius,  Geh.  Justizrat  Grimm,  Bankdirektor  Chr.  Höllerer, 
Bankdirektor  L  Hirsch,  Kaufmann  W.  Bühler. 

Düssel,  Roth  „  &  Co.,  Porzellanmanufaktur,  Rehau.  Porzellan- 
mannfaktur und  -Schmelzerei,  verbunden  mit  feiner  -Malerei  und  Groß- 
handlung. Persönlich  haftende  Gesellschafter  Bind  die  Fabrikbesitzer 
Hans  Both  und  Hans  Korbel,  Kaufmann  August  Pörner  und  Porzellan- 
malereiiuhaber  Andreas  Dössel.  Vertretungsbefugt  sind  je  zwei  Gesell- 
schafter gemeinsam. 

Verkaufsgesellschaft  deutscher  Steinzeugwerke  m.  b.  H.,  Berlin. 
Gegenstand  des  Unternehmens  ist  die  von  den  Gesellschaf tern 'hergestellten 
Artikel,  Ton-  nnd  Steinzeugröhren,  Formstücke,  Sinkkasten,  Fettfänge, 
Sandfänger,  Sohlsteine,  Sohlsteinschalen,  Sohlschaden,  Kanalbekleiduugs- 
platten,  Einlaßstücke  sowie  alle  übrigen  zu  Kanalisationen  dienenden 
Gegenstände  aus  glasiertem  Ton  und  Steinzeug,  ferner  Kammaufsätze, 
Trichter,  Klosettbecken,  ausgenommen  freistehende  Klosetts,  sowie  die 
dazn  gehörigen  HilfSBtücke,  endlich  Stallartikel,  sämtlich  aus  glasiertem 
Ton  oder  Steinzeug,  für  Rechnung  der  Gesellschafter  nnter  der  Firma  der 
Gesellschaft  zu  verkaufen.  Viereckige  Entlüftungsschächte,  ferner  Klosetts 
und  Klosettbecken  aus  Steingut,  Feuerton  oder  Fayence. fallen  nicht  unter 
die  in  diesem  Absatz  erwähnten  Artikel.  Die  Gesellschaft  besorgt  ferner 
die  Einziehung  der  von  der  Kundschaft  zu  zahlenden  Kaufpreise  für  die 
Gesellschafter.  Stammkapital:  M  190  000.  Geschäftsführer  sind  die 
Direktoren  Otto  Raisig,  Adolf  Anton  nnd  Claras  Köhnhold.  Sie  sind  ge- 
meinsam zu  je  zweien  oder  einzeln  in  Gemeinschaft  mit  einem  Prokuristen 
vertretun  gsbef  ugt. 

Vereinigte  Steinzeugfabriken  Höhr-Grenzhausen  und  Ransbach, 
G.  m.  b.  H.,  Grenzhausen.  Das  Stammkapital  ist  von  Jt  51 000  auf 
M  55000  erhöht  worden. 

Dr.  Reimar  Baer,  G.  m.  b.  H ,  Bruchsal.  Herstellung  von  Majolika- 
und  Töpferwaren  und  aller  mit  dieser  Industrie  verbundenen  verwandten 
Artikel.  Stammkapital:  M  20  000.  Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Fritz 
Karlebach. 

Banzlauer  Keramische  Industrie  Gebrüder  Braun,  Bunzlau.  Kaufmann 
Riehard  Januschowsky  hat  Prokura. 

Fr.  Feuerherd  &  Co  ,  Coswig.  Emma  Bachmann,  geb.  Feuerherd,  ist 
durch  Tod  ausgeschieden.  Kaufmann  Georg  Bachmann  führt  das  Geschäft 
allein  fort. 

Vereinigte  Lausitzer  Glaswerke,  A.-G.,  Zweigniederlassung  Berlin. 
Die  Eintragung  vom  6. 2.  22  (Nr.  10,  S.  116)  wird  dahin  berichtigt,  daß 
nicht  die  Zweigniederlassung,  sondern  die  Vertretungsbefagnis  des  Hütten- 
inspektors Mader  erloschen  ist. 

Spiegelfabrik  Groß-Hamburg  Franz  Haller,  Altona.  Firmeninhaber 
ist  Kaufmann  Franz  Haller. 

Aloys  Schmidt  s  Glasbläserei,  Breslau.  Die  Prokura  des  Kurt  Keiner 
ist  erloschen. 

Hugo  Schmidt,  Friedersdorf.  Glasinstrumentenfabrik.  Inhaber  ist 
Glasbläser  Hugo  Schmidt. 

Otto  Schneider,  Jlmenau.  Die  Firma  ist  durch  Uabergang  auf  die 
neu  gegründete  Firma  Bernh.  Otto  Schneider  &  Co.,  G.  m.  b  H.,  Jlmenau, 
erloschen. 


142  —  Nr.  12 


SPRICHSAAL-COBUR«. 


1922.   (66.  Jahrfanfc) 


Am  pullen- Fabrik  Erich  Kölln»,  Jena.  Die  Birma  lautet  jetzt;: 
„Jenampu,  Ampullenfabrik  Erich  Köllner,  Jena." 

Mathea  Fabriken,  A.-G.,  Zweigniederlassung  Kttstrin.  Die  General- 
vollmacht des  Generaldirektors  Otto  Mathea  ist  mit  Wirkung  vom  20.  S.  98 
widerrufen.  An  seiner  Stelle  worden  zu  Gesamtgeneralbevollmäoht  igten 
im  Umfange  von  §  54  HGB.  Direktor  Otto  K anneble y  und  Abteilungsleiter 
Otto  Mathes  bestellt. 

Kristallspiegelfabrik  Wittfeld  &  Jansen,  A.-G.,  Kempen  a.  Rh. 
Kaufmann  Heinrich  Jansen  und  Buchhalterin  Wilhelmine  van  de  Sand 
haben  Prokura  mit  einem  Vorstandsmitglied. 

Glashütte,  Kunstglas-  und  Spiegelfabrik  Wittfeld  &  Jansen,  Kempen 
a.  Rh.  Die  Prokura  der  Ehefrau  Karl  Jansen,  des  Kaufmanns  Heinrich 
Jansen  und  der  Buchhalterin  Wilhelmine  van  de  Sand  ist  erloschen. 

Halberstädter  Emaillierwerk  Pa.  Eyer  &  Co.,  Halberstadt.  Die  Ge- 
sellschaft ist  aufgelöst.  Fabrikant  Philipp  Eyer  ist  alleiniger  Inhaber- 
Die  Prokura  des  Kaufmanns  Paul  Gräber  ist  erloschen. 

Flaebglas-Großvertriebs-Gesellschaft  m.  b.  H.,  Leipzig.  Das  Stamm- 
kapital ist  auf  M  160  000  erhöht  worden. 


Wilhelm  Herrmann,  Hänchen  (Angustenstraüe  110).  Handel  mit 
Glas-,  Porzellan-  und  Staingutwareo,  sowie  mit  Haus-  und  K Ichengeräten. 
Inhaber  ist  Kaufmann  Wilhelm  Herrmann. 

Laboratoriumsbedarf-Handelsgeaellachaft  m.  b.  H.,  Berlin.  Stamm- 
kapital :  M  20  000.   Geschäftsführer  ist  Chemiker  Alexander  Klebansky . 

Eugen  Preh,  Kaiserslautern  (Marienplatz  19).  Fabrikation  und  Groß- 
handlung elektrokeramischer  Artikel.   Inhaber  ist  Kaufmann  Eugen  Preh. 

Smidt  &  Dnensing,  Bremen.  Die  Gesamtprokara  von  J.  R  R. 
Hoerdemann  und  H.  K.  Mayer  ist  erloschen.  Wilhelm  Lutze  und  Hana 
K.  Mayer  haben  Prokura 

Witthaner  &  Co ,  G.  m.  b.  H.,  Senbelsdorf  b.  Lichtenfels.  Die  Ver- 
tretungsbefugnis des  Liquidators  ist  beendigt,  die  Firma  erloschen. 

Deutsche  GlasmaBchinengeseüschaft  m.  b.  EL,  Hannover.  Der  Sitz 
der  Gesellschaft  ist  nach  Celle  verlegt.  Das  Stammkapital  ist  um 
Jt  1,725  Mill.  auf  M  1,8  Mill.  erhöht. 

Haineberger  Glasformenfabrik  Fritzeche  &  Co.,  Hainsberg.  Schlosser 
Richard  Lohse  und  Ziseleur  Georg  Thaut  sind  als  persönlich  haftende 
Gesellschafter  eingetreten.   Sie  sind  nicht  vertretungsbefugt. 


Fragekasten  des  Sprechsaal. 

KörftDallt»  I   ma88e  *m  doppelrotierenden  Quirl;  die  Verarbeitung  erfolgt  täglich  frisch 

"  vom  Bühffr  nach  vorherigem  Durchsieben. 

Erste  Antwort:  Der  Sodazusatz  hat  keinen  Einfluß  auf  die 
Gießlöcherbildung  im  gebrannten  Scherben,  sondern  der  Fehler  liegt  daran, 
daß  Sie  Ihre  Gießmasse  täglich  frisch  bereiten  und  vom  R (Ihrer  weg  nach 
vorherigem  Durchsieben  verarbeiten.  Die  Gießmasse  wird  im  doppel- 
rotierenden Quirl  ständig  kräftig  bewegt,  durchgesiebt  und  dann  in  die 
Formen  gegossen ;  sie  hat  also  nicht  einmal  Zeit,  sich  irgendwie  zu  be- 
ruhigen. Während  dieser  Aufbereitung  befinden  sich  immer  Luftbläschen 
in  der  Masse,  die  niemals  emporsteigen  und  an  der  Oberfläche  entweichen 
können;  sie  bleiben  dann  im  und  am  Scherben  und  zeigen  sich  am  ge- 
brannten Stück  in  Gestalt  von  Gießlöchern.  Der  Fehler  läßt  sich  nun 
dadurch  beseitigen,  daß  Sie  die  Masse  nach  dem  Verlassen  des  Quirla  in 
Reserve-Bottiche  bringen,  dort  einige  Tage  stehen  lassen  und  täglich  ein- 
mal mit  einem  durchlöcherten  ruderartigen  Holz  ganz  langsam  durch- 
rühren, damit  die  Bläschen  restlos  an  die  Oberfläche  gelangen  können. 
Sollten  dann  die  letzteren  nicht  von  selbst  zergehen,  so  schöpft  man  sie 
am  nächsten  Morgen  von  der  wässerigen  Oberfläche  ab.  Bei  dieser 
Gelegenheit  sei  noch  erwähnt,  daß  sich  eine  Gießmasse  viel  besser  ver- 
arbeiten läßt,  je  länger  sie  steht,  da  sich  dadurch  die  einzelnen  Bestand- 
teile viel  enger  miteinander  verbinden  und  Bläschen  so  gut  wie  gar  nicht 
mehr  vorhanden  sind. 

Zweite  Antwort:  Der  Fehler  liegt  an  dem  viel  zu  hohen 
Spänezusatz.  Späne  sind  kürzer  als  der  Kaolin,  und  die  Masse  hat  dann 
nicht  die  schlüpferige  Beschaffenheit  und  gießt  Bich  blasig  aus.  Auch 
begünstigen  zu  nasse  Gießformen  den  Fehler;  nach  jedem  zehnten  Gaß 
soll  man  die  Formen  trocknen.  Wenn  Sie  -js  Preßmasse  und  l/s  Späne 
nehmen,  so  ist  das  schon  reichlich  viel  von  den  letzteren;  je  wenige/,  um- 
so besser. 

Dritte  Antwort:  Da  die  Gießmasse  frisch  vom  Ruhrer  täg- 
lich zur  Verarbeitung  kommt,  könnte  man  annehmen,  daß  die  Gießlöcher 
von  Luftblasen  herrühren.  Jeder  Gießschiicker  soll  auf  dem  Quirl  oder 
nach  Entnahme  aus  demselben  einen  Tag  stehen  bleiben,  damit  die  beim 
Einrühren  eingedrungene  Luft  wieder  entweichen  kann,  Achten  Sie  ein- 
mal auf  diese  Fehlerquelle. 

Vierte  Antwort:  Hier  handelt  es  sich  lediglich  darum,  daß 
Ihr  Schlickerquirl  zu  rasch  geht  und  der  Schlicker  vom  Quirl  zu  hoch 
abgezogen  wird.  Durch  das  rasche  Laufen  des  Quirls  bilden  sich  im 
Schlicker  kleine  Blasen,  die  Bich  beim  Gießen  an  die  äußere  Seite  des 
Stückes  Betzen  nnd  im  Feuer  aufplatzen.  Die  Löcher  sind  sicher  auch 
Bchon  im  verglühten  Zustande  zu  sehen,  sobald  Sie  mit  der  Hand  über 
den  Artikel  fahren.  Versuchen  Sie,  Ihren  Schlickerquirl  langsamer  gehen 
zu  lassen  und  den  Schlicker  durch  ein  200-Mascheusieb  abzuziehen,  und 
der  Uebeletand  ist  Bicher  behoben. 

Fünfte  Antwort:  Die  Frage  der  Entstehung  und  Beseitigung 
feiner  Luftblasen  im  Gießsohlicker  ist  eine  derartig  wichtige  und  kompli- 
zierte, daß  sie  zur  Zeit  von  der  D.K.  G.  wissenschaftlich  bearbeitet  wird. 
Je  nach  den  Umständen  können  ganz  verschiedene  Ursachen  in  Betracht 
kommen.  Eine  der  hauptsächlichsten  scheint  .die  zu  sein,  daß  aus  den 
Gipaformen,  wenn  sie  oft  benutzt  werden,  beim  Trocknen  feine  Sodakristalle 
an  der  Oberfläche  der  Form  sich  bilden,  besonders  an  den  Rändern.  Die 
Sodakriställchen  beeinflussen  dann  den  Gießschiicker  derart,  daß  sich  feine 
Verdickungen  in  der  Gießmasse  bilden,  die  wie  kleine  Bläschen  aussehen. 
Ein  Beweis  für  diese  Annahme  scheint  darin  zu  liegen,  daß  die  Bläschen 
wegbleiben,  wenn  die  Formen  mit  Schlicker  ausgepinselt  werden.  Als 
weitere  Ursache  der  Entstehung  der  Gießlöcher  kann  die  bei  neuen  oder 
frisch  getrockneten  Formen  vorhandene  staubige  Oberfläche  derselben  gelten; 
der  Staub  verhindert  das  Ansaugen  des  Schlickers  durch  die  Gipsform, 
wodurch  sich  an  der  Oberfläche  des  gegossenen  Gegenstandes  die  Löcher 
bilden.  Wenn  Gießgeschirr  kleine  Löcher  aufweist,  so  ist  aber  auch  nicht 
ausgeschlossen,  daß  der  zur  Masse  verwandte  fettige  Ton  organiache 
Substanzen  enthält,  die  beim  Vermählen  mit  sodahaltigem  Wasser  infolge 
einer  teilweisen  Verseifung  Blasen  entwickeln.  Dieser  Fehler  wäre  am 
sichersten  dadurch  zu  beseitigen,  daß  die  Luft,  welche  mit  der  Oberfläche 
des  Breies  in  Berührung  kommt,  in  besonderen  Apparaten  mit  einer  Luft- 
pumpe verdünnt  würde;  die  Bläschen  würden  dann  an  die  Oberfläche 
fresaugt  und  zersprengt;  vielleicht  aber  genügt  es,  den  Brei  kurz  vor  der 
Verwendung  jedes  Mal  nochmals  durch  ein  feines  Sieb  (loüO  Maschen  auf 
1  fem)  laufen  zu  lassen,  wodurch  die  Bläschen  zerstört  und  die  Gießmaaae 
von  ihnen  befreit  wird.  Lösher  oder  Bläachen  entstehen  aber  auch  dann, 
wenn  die  verwendeten  Rohmaterialien  oder  daa  Anmachmaaaer  schwer 
zersetzbare  Stoffe,  wie  z.  B.  schwefelsauren  Kalk,  enthalten.  Dieser  zersetzt 
eich  in  höherer  Temperatur  (über  1000'  C.)  und  bei  reduzierender  Atmosphäre 
unter  Bntwiekelung  von  schwefliger  Säure,  die  beim  Entweichen  aus  dem 


50.  Wie  lasten  sich  zur  Trockenmahlung  etwa  600  kg  fetter  Ton, 
»rot«  800  kg  Kaolin  für  den  täglichen  Masseversatz  trocknen?  Das  Roh- 
material kommt  oft  sehr  naß  an,  und  luftige  Schuppen  sind  weder  vor- 
handen noch  können  sie  wegen  Raummangels  gebaut  werden.  Das  Trocknen 
auf  den  Brennöfen  ist  sehr  umständlich  und  dauert  zu  lange.  Braun- 
kohlenbrikettdbfall ist  reichlich  vorhanden.  Wer  liefert  brauchbare  Trocken- 
anlagen, die  möglichst  geringen  Raum  in  Anspruch  nehmen? 

Erste  Antwort:  Nachdem  Ihnen  für  die  geplante  Trocken- 
anlage nur  ein  geringer  Raum  zur  Verfügung  steht,  so  müaaen  Sie  die 
Höhe  desselben  möglichst  auszunutzen  versuchen.  Um  den  Braunkohlen- 
brikettabfall verwenden  zu  können,  iat  eine  Halbgasfeuerung  mit  Treppen- 
rost  einzubauen;  diese  eignet  Bich  für  alle  Brennstoffabfälle,  ist  leicht  zu 
bedienen  und  regulierbar.  Die  Züge  sind  so  zu  leiten,  daß  sie  ähnlich 
wie  bei  einer  Muffel  unter  der  Bodensohle  hinweg  durch  alle  vier  Wände 
nnd  über  der  Decke  nach  dem  Kamin  geführt  werden;  nötigenfalls  läßt 
sich  auch  ein  Zug  durch  die  Mitte  des  Raumes  anbringen,  der  gesondert 
aufzuführen  wäre.  Daa  Schüren  muß  sorgfältig  geachehen,  da  mit  der  eben 
erwähnten  Feuerung  leicht  eine  zu  große  Hitze  erzeugt  wird.  Die  Trocken- 
anlage wird  mit  praktischen  Gerüsten  versehen,  die  ea  ermöglichen,  daß 
die  Wärme  das  Material  von  allen  Seiten  umspülen  kann.  Der  fette, 
nasse  Ton  wird  in  etwa  2  cm  starke  Platten  geschnitten,  die  man  dann 
aufrecht  so  in  die  Gerüste  stellt,  daß  immer  ein  Luftdurchgang  zwischen 
zwei  Platten  entsteht  Der  Kaolin  in  Stücken  wird  ebenfalls  lose  in  den 
Gerüsten  aufeinandergelegt,  während  die  kleineren  Stückchen  und  das 
Mehl  auf  dem  sauberen  Boden  des  Raumes  getrocknet  werden  können. 
Nicht  zu  vergessen  Bind  einige  regulierbare  Luftlöcher  in  der  Decke, 
durch  welche  die  Feuchtigkeit  abziehen  kann.  Wenn  Sie  diese  Trocken- 
anlage ständig  in  Betrieb  halten,  dann  können  Sie  die  angegebenen 
Mengen  Ton  nnd  Kaolin  innerhalb  24  Stunden  bequem  trocken. 

Zweite  Antwort:  Die  Trockenanlage  können  Sie  eich  selbst 
bauen.  Sie  haben  jedenfalls  eine  Zentralf eueruug;  aus  dieaer  leiten  Sie 
Rohre  an  den  Wänden  hoch  und  führen  alle  15—20  cm  Abzweigrohre 
durch  die  Wände,  nnd  zwar  bo,  daß  sie  am  Fußboden  in  den  Trockenraum 
münden.  An  den  Wänden  stehen  Eisenstellagen  mit  Brettern  abgedeckt, 
durch  welche  die  Wärme  nach  oben  strömt,  und  dabei  den  auf  den  Stellagen 
aufgestapelten  Kaolin  nnd  Ton  trocknet.  Wenn  die  warme  Luft  mit  Feuch- 
tigkeit gesättigt  ist,  wird  sie  durch  Oeffnungen  an  oder  in  der  Decke 
entfernt,  nnd  zwar  durch  natürlichen  oder  künstlichen  Zug. 

Dritte  Antwort:  Das  tägliche  Trocknen  von  etwa  1400  kg 
Fetton  und  Kaolin  erfordert  ziemlich  Raum,  um  das  Material  in  Horden 
aufzustapeln,  da  es  in  einem  Tag  nicht  ganz  trocknet,  weshalb  auch  größere 
Mengen  in  den  Trockemäumen  unterzubringen  wären,  je  nachdem  der 
Trockenprozeß  langsam  oder  schneller  vor  sich  geht.  In  die  Trocken- 
kammern bringt  man  Ton  und  Kaolin  auf  Horden  nnd  Regalen  mit  nur 
engen  Gängen  unter  nnd  verwendet  zum  Trocknen  die  Abhitze  aus  den 
Oefen,  die  auf  der  einen  Seite  mit  einem  Ventilator  eingeblasen,  während 
auf  der  anderen  Seite  mit  einem  Exhanstor  die  verbrauchte  feuchte  Luft 
abgesogen  wird.  Dies  Verfahren  kostet  nnr  die  Betriebskraft  für  die 
Ventilatoren  und  Exbanstoren,  die  sicherlich  im  Betriebe  vorhanden  und 
deshalb  billig  ist.  Wenn  Sie  sich  aber  entschließen  sollten,  eine  Trocken- 
trommel anzuschaffen,  so  brauchten  Sie  etwas  weniger  Ranm,  doch  müßte 
dann  die  Trommel  periodisch  betrieben  werden,  da  die  größere  Feuchtig- 
keit nicht  bei  einmaligem  Durchgang  entfernt  werden  könnte.  Eine  Trocken- 
trommel, die  allerdings  heute  tener  ist,  könnte  ebenfalls  mit  Abhitze  be- 
trieben werden.  Die  Horden  fallen  dabei  weg,  und  nur  ein  Ventilator, 
der  die  Abhitze  von  den  Oefen  nach  der  Trockentrommel  zieht,  wäre  nötig.  — 
Trockenanlagen  baut  Ingenieur  Unger  in  DreBden-Blaeewitz. 

Vierte  Antwort:  In  Ihrem  Falle  Bei  eine  Hängetrookenanlage 
vorgeschlagen,  die  den  geringsten  Platz  einnimmt.  Das  frisch  ankommende 
nasse  Rohmaterial  wird  in  eine  Füllsilotasche  eingekippt,  durch  Schlepp- 
kette hochgezogen,  unterwegs  mit  den  reichlich  vorhandenen  Braunkoblen- 
bribettabfällen  getrocknet  und  vollständig  mechanisch  auf  daa  Trocken- 
mahlwerk geleitet,  alles  ohne  Menschenhand,  automatisch  und  Bieher. 
Derartige  Anlagen  baut  die  Fa.  Franz  Rauls,  Ingenieur-Geaellachaft  in 
Godesberg  a.  Rh. 

51.  Unser»  Gießmasse  mu»  1300  kg  Masse  (halb  Preßmasse,  halb 
Späne),  1500  g  Ammoniak- Soda  und  200  l  Wasser  seigt  seit  einiger  Zeit 
Gießlöcher  im  gebrannten  Scherben.  Früher,  als  wir  1800  g  Soda  und  180  l 
Wasser  verwendeten,  war  dieser  Fehler  nicht  verhanden,  doch  kam  es  öfter 
vor,  daß  bei  dem  einen  oder  andern  Artikel  nach  dem  Glattbrand  Sod» 
austritt  beobachtet  wurde,  weshalb  wir  eben  an  der  Soit  abbrachen.  Wir 
verwenden  in  unserer  Masst  nur  Ztttlitzor  Kaelm  und  hersiten  die  fHefi- 


MS».  (85.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  12  —  148 


Scherben  Blasen  wirft  nnd  hierdurch  die  kleinen  Löcher  hervorruft.  Es 
ist  desbfilb  darauf  zu  achten,  daß  die  Masse  frei  von  solchen  zersetzbaren 
Stoffen  ist.  Ist  der  Gießschiicker  aber  an  nnd  für  sich  schon  blasenfrei, 
so  können  die  dnrch  Lnftbläschen  hervorgerufenen  Löcher  aber  auch  dann 
entstehen,  wenn  der  Schlicker  zu  schnell  in  die  Forman  gegossen  wird. 
Stellt  man  beim  Eingießen  die  Formen  etwas  schräg,  so  werden  etwaige 
Lnftbläschen  sich  nach  der  höher  liegenden  Seite  zn  sammeln  nnd  natur- 
gemäß frUher  der  Oberfläche  zugeführt  werden,  als  der  Schlicker  steigen 
kann. 


Glas. 

33.  Wie  färbt  man  Glasblumen  aus  mattstumpfem  Milchglas  weiß, 
rot  oder  gelb?  Die  Farbe  muß  hitzebeständig  sein,  ähnlich  den  Glühlampen- 
tauehlacken,  und  darf  nicht  abblättern.  Ein  lauchverfahren  wäre  besonders 
erwünscht.  Die  Blumen  sind  aus  einzelnen  Blättern  zusammengeschmolzen 
und  müssen  den  Naturblumm  z.  B.  Bosen  vollständig  ähnlich  aussehen. 
Die  Blätter  dürfen  nur  bei  Licht  von  innen  einen  matten  Schein  hindurch- 
lassen. 

Erste  Antwort:  Zunächst  sind  die  Glasblumen  in  angesäuertem 
Wasser  oder  in  starkem  Sodawasser  gnt  zn  reinigen  nnd  dann  zu  trocknen. 
Ob  sie  sich  aber  dann  nach  dem  Tauchverfahren  präparieren  lassen, 
müßte  versucht  werden.  Jedenfalls  dürften  Sie  mit  Glühlampentauch- 
lacken  zum  Ziele  kommen.  Um  die  Glasblumen  den  Naturblumen  möglichst 
ähnlich  zn  machen,  müssen  die  verschiedenen  Farben  in  den  entsprechenden 
Tönen  aufgetragen  werden.  Große  Sorgfalt  ist  auch  darauf  zu  verwenden, 
daß  der  Trockenraum  oder  -ofen  vollkommen  staubfrei  ist.  Die  nötigen 
Lackfarben  beziehen  Sie  am  besten  gleich  fertig. 

Zweite  Antwort:  Glasblumen  ans  Milchglas  brauchen  doch 
nicht  mehr  gefärbt,  sondern  lediglich  mattiert  zu  werden,  um  ihnen  ein 
naturgetreues  weißes  Aussehen  zu  geben.  Ein  entsprechendes  gutes  Mitt- 
bad hierfür  finden  Sie  in  den  Antworten  zn  Frage  23  in  Nr  9.  Kote 
nnd  gelbe  Blumen  lassen  sich  dnrch  das  Lasieren  oder  die  Bog.  Farben- 
ätze  erzielen  ;  es  läßt  sich  aber  nicht  jedes  Glas  mit  gleich  gutem  Erfolg 
für  diesen  Zweck  verwenden.  Am  besten  eignet  sich  hierfür  französisches 
Bleiglas,  anch  böbmisches  Kristall ;  auch  ein  Kalikalkglas  ist  gut,  während 
Natron-  und  Kalinatrong1ä<<er  für  d«s  Lasieren  nicht  geeignet  sind.  Die 
Botätze  wird  in  folgender  Weise  erzeugt :  1  Teil  Kupferoxyd  und  5  Teile 
Pfeifenton  werden  fein  miteinander  verrieben  nnd  dann  mit  Terpentinöl 
oder  Leimwasser  so  dünn  angemacht,  daß  an  den  Blumen  ein  dünner 
Ueberzag  haften  bleibt,  wenn  sie  gnt  gereinigt  in  die  Masse  getaucht 
werden.  Ist  dieser  Ueberzug  gut  trocken,  so  werden  die  Gläser  in  einer 
Muffel  bei  starkem  Feuer  eingebrannt  und,  erst  nachdem  sie  in  der 
MufM  langsam  abgekühlt  sind,  herausgenommen.  Die  Glasoberfläche  er- 
scheint noch  grünlich  nnd  mit  einem  grauen  Hanch  überzogen.  Dieser 
Hauch  ist  abzuwaschen,  und  die  Blumen  werden,  nachdem  sie  wieder  gut 
trocken  sind,  in  die  Rednktionsmuffel  gebracht.  Es  ist  dies  eine 
gewöhnliche  Muffel,  in  welche,  sobald  Rotplut  erreicht  ist,  stark  harzige 
Holzstückchen  eingeworfen  werden,  welche  Dämpfe  entwickeln,  die  das  an 
der  Glasoberfläche  eingebrannte  Kupferoxyd  zu  Oxydul  reduzieren,  was 
dem  Glase  eine  rote  Farbe  verleiht  Iu  gleicher  Weise  wird  die  Gelbätze 
erzeugt,  nur  verwendet  man  hierzu  ein  Gemisch  von  1  Teil  Schwefelsilber 
und  5  Teilen  geschlämmtem  Ocker.  Die  Gelbätze  ist  schon  nach  ein- 
maligem Erhitzen  fertig,  einer  Beduktion  bedarf  es  bei  derselben  nicht. 

34.  Worauf  ist  das  sogenannte  Schmieren  (weißes  Anlaufen)  der 
Flaschen-Mundstücke,  die  im  Motz  gearbeitet  werden,  zurückzuführen,  das 
nur  zeitweilig  auftritt  und  teilweise  bei  Zugabe  bis  zum  doppelten  Quantum 
Marmormehl  verschwindet?  Selbst  das  l^-stündliche  Wechseln  der  Pfeifen 
nützt  nicht  vollständig. 

Erste  Antwort:  Das  weiße  Anlaufen  (sog.  Schmieren)  der 
Flaschenmundstücke  läßt  sich  auf  versehiedeue  Ursachen  zurückführen. 
Zunächst  tritt  es  auf,  wenn  die  Glasgalle  an  die  Arbeitsplätze  gelangt. 
Dann  muß  der  Motzstock  und  das  Pfahleisen  von  Zeit  zu  Zeit  gereinigt 
werden,  da  sich  hier  Teilchen  der  Galle  leicht  festsetzen,  mit  dem 
flüssigen  Glas  vereinigen  und  so  das  Anlaufen  der  Mündung  hervorrufen. 
Ebenso  sind  die  Pfeifen  öfters  zu  reinigen  nnd  zu  wechseln,  nnd  es  soll 
nur  eine  geeignete  Formenscbmiere  zur  Verwendung  kommen.  Ehe  der 
Glasposten  zur  Formung  des  Mundstückes  umgelegt  wird,  muß  der 
Flaschenhals,  sowie  der  Glasposten  frei  von  jedem  Aulauf  Bein.  Da  der 
Fehler  nur  zeitweise  auftritt,  so  ist  die  Fiammenzasammensetzung  zu 
prüfen,  denn  es  ist  nicht  abgeschlossen,  daß  der  Fehler  hier  zu  suchen 
ist,  namentlich,  wenn  in  den  Kammern  nicht  ganz  gleichmäßige  Druck- 
verhäitnisse  herrschen,  so  daß  sich  ein  Teil  des  Gases  nnd  der  Luft  erst 
in  der  Arbeitswanne  mischt,  bezw.  hier  zur  Verbrennung  gelangt.  Mög- 
licherweise wechseln  anch  Güte  nnd  Zusammensetzung  des  Brennstoffes. 
Vielleicht  sehen  Sie  die  .Einschaltung  eines  einfachen  Gasreinigers  vor. 

Zweite  Antwort:  Das  Anlaufen  der  Mundstücke  kann 
mancherlei  Ursachen  haben,  die  sich  hier  aber  nicht  ausführlich  erörtern 
lassen  Da  der  Fehler  nur  zuweilen  auftritt,  ist  es  wahrscheinlich,  daß 
der  Ofen  während  der  Arbeit  zeitweise  zu  kalt  geht.  Glaa  schmiert 
nämlich,  wenn  es  etwas  hart  eingeschmolzen  ist  und  die  Ofenwärme  beim 
Verarbeiten  za  niedrig  gehalten  wird.  Ein  größerer  Mirmorzusatz  steuert 
diesem  Uebel  etwas,  ebenso  eine  Zagabe  von  2 — 3  kg  Feldspat  Es  kann 
aber  anch  sein,  daß  Ihr  Ofen  zuweilen  mit  Banchfener  betrieben  wird; 
dadurch  werden  die  Näbei  der  Pfeifen  angeraucht,  nnd  dieses  hat  das 
weiße  Anlaufen  der  Mundstücke  znr  Folge. 

35.  Wir  wollin  eine  Wanne  für  Medizin-  und  Konservengläser  sowie 
Flakons  in  Weißglas  bauen  und  bitten  um  Auskunft,  wüche  Feuerung, 
Gas  oder  Oel,  dafür  am  vorteilhaftesten  ist.  Wer  baut  Wannen  mit  einer 
Oelfeuerung,  die  möglichst  wenig  Menschenkräfte  zur  Bedienung  erfordert? 

Erste  Antwort:  Eine  Weißbohlglaswanne  läßt  sich  gleich 
vorteilhaft  mit  Gas  aus  festen  Brennstoffen  und  mit  Oel  beheizen.  Den 
Ausschlag  bei  der  Wahl  der  Befenerungsart  gibt  lediglich  der  Preis  des 
Brennstoffes.  Stelle  sich  Oel  im  Verhältnis  nicht  teurer  wie  feste  Brenn- 
stoffe, so  nimmt  man  es,  denn  die  ganze  Wannen-Anlage  gestaltet  sich  ein- 
facher, und  die  Begenerativkammern  mit  den  Wechselapparaten,  sowie  die 
Gaserzeuger  fallen  weg.   Bei  der  Oelfeuernng  geschieht  die  Erhitzung 


der  Seknndärlnft  in  Rekuperatoren,  während  die  Zerstäubung  des  Oales 
mittels  Druckluft  erfolgt.  Beide  Wannen  arbeiten  mit  umkehrender 
Flamme.  —  Wannen  mit  Oelfenernng  baut  nach  den  neuesten  Erfahrungen 
Hütteningenieur  M.  von  Beiboldt  in  Cobnrg. 

Zweite  Antwort:  Eine  Weißglaswanne  kann  ebensogut  mit 
Gas  wie  mit  Oel  betrieben  werden;  was  ökonomischer  ist,  hängt  davon 
ab,  welchen  Brennstoff  Sie  am  vorteilhaftesten  ständig  beziehen  können. 

Dritte  Antwort:  Ob  für  die  von  Ihnen  projektierte  Wannen- 
anlage Gas-  oder  Oelfeuerung  vorteilhafter  ist,  hängt  ganz  davon  ab, 
welchen  Brennstoff  Sie  je  Wärme-Einheit  billiger  erhalten  können.  Liegt 
Ihr  Werk  im  Kohlengebiet,  so  daß  die  z.  B.  sehr  hohen  Frachten  in 
Wegfall  kommen,  so  ist  der  Gasfeuerung  der  Vorzug  zu  geben,  anderen- 
falls ist  aber  zur  Oelfeuerung  zu  raten.  Die  Anschafiungs-  nnd  Bedienungs- 
kosten sind  für  einen  Ofen  mit  Oelfeuerung  jedenfalls  wesentlich  niedriger 
als  für  einen  gasgefeuerten  Ofen.  —  Die  Gesellschaft  für  industriellen  Gas- 
und  Oel  Ofenbau  in  Dresden  19,  Tittmannstr.  23  b,  verwendet  für  ihre  Oefen 
eine  Oelfeuernng,  die  bei  normalem  Schornsteinzug  ohne  Druckluft  arbeitet 
nnd  sehr  wenig  Bedienung  benötigt. 

Vierte  Antwort:  Bei  der  Frage,  welche  Feuerung,  ob  Gas  oder 
Oel  für  eine  Wannenanlage  für  Weißglas  am  vorteilhaftesten  ist,  spielt 
lediglich  der  Kostenpunkt  des  zu  verwendenden  Brennstoffes  eine  Bolle. 
Bei  einer  kleinen  Wannenanlage  sind  die  Baukosten  für  die  Oelfeuerung 
etwas  geringer  wie  für  die  Gasfeuerung.  Im  übrigen  kann  man  für  1  kg 
Oel  etwa  2  kg  gute  Steinkohle  rechnen.  Näheres  hierüber  finden  Sie  in 
Nr.  1  des  Sprechsaal  1922,  „Die  Oelfeuerangen  in  den  Glashüttenbetrieben" 
von'  Ing.  H.  Muhlert. 

Fünfte  Antwort:  Wenn  die  Kohlenbeschaff ung  Schwierigkeiten 
macht,  empfehlen  wir  Ihnen  einen  Wannenofen  mit  Oelfeuerung.  Die 
Baukosten  für  einen  derartigen  Ofen  sind  wesentlich  geringer  als  wie  b«i 
einem  Kohlengasofen.  Außerdem  arbeitet  eine  Oelfeuerungsanlage  selbst- 
tätig, sodaß  sozusagen  keinerlei  Bedienung  nötig  ist.  —  Aeußerst  rationell 
arbeitende  Wannenöfen  zur  Weißglasfabnkation  mit  Oelfeuerung  baut 
Wolfs  Maschinenbau- Gesellschaft  m.  b.  H.  in  Köln  a.  Bh. 

Sechste  Antwort:  Wannenöfen  mit  Oelfeuerung  arbeiten 
wesentlich  einfacher  als  mit  Generatorgas.  Ist  jedoch  letzteres  bereits 
vorhanden,  so  läßt  sich  auch  eiae  Mischfeuerung  benutzen.  Da  die 
ölbefeuerten  Oefen  wesentlich  einfacher  in  der  Konstruktion  sind  als  Oefen 
mit  Generatorbetrieb,  so  ergibt  sich  eine  wesentliche  Ersparnis  an  Be- 
dienungspersonal und  Arbeitskraft;  außerdem  ist  der  Gestehungspreis  einer 
solchen  Anlage  niedriger,  was  ebenf  alls  inBatracht  zu  ziehen  ist.  —  Wannen 
mit  Beinöl-  oder  Oal-Mischgasfeuerung  baut  das  Oelfeuerungswerk  Mayer 
&  Co.  „Oemco"  in  Frankfurt  a.  M„  Franken-Allee  72. 


Nene  Fragen. 
Keramik. 

54.  Unsere  Steingutmasse  besteht  aus: 
21,79  °  o  Q'iarzsand  mit  7%  Tonsubstanz, 

20.06  %  Sand  mit  70,58  %  Quarz,  16,24%  Tonsubstanz,  13,18%  Feldspat, 
28,00  %  Ton  mit  69,40  %  Tonsubstanz,  28,92  %  Quarz,  1,6»  •/„  Feldspat, 
2,00%  Ton, 

28,15%  Kaolin  mit  71,52%  Tonsubstanz,  21,78%  Quarz,  6,70%  Ftldspat, 
während  die  Glaur  der  folgenden  Formel  entspricht: 
OjNatO  v 

0,125  K,0\n  p7~  A1  n  i  2,379  SiO, 
0,485  CaO  (  U'4f5  \  0,35  BiOs 

0,29  PbO> 

Schrühbrand  SK  8—9;  Glattbrand  SK  04  a— 03  a.  « 
Wenn  wir  nun  etwas  unter  SK  8  brennen,  wird  die  Glasur  rissig.  D<r 
Sand  wurde  zuerst  in  Irommeln  von  170  cm  0  und  180  cm  Länge,  und 
zwar  in  einer  Beschickung  von  1400  kg  etwa  12 — 13  Stunden  gemahlen 
und  war  dann  noch  etwas  zu  grob.  Da  wir  neue  Trommeln  von  180  cm  0 
und  2  m  Länge  aufgestellt  haben,  um  eine  feinere  Mahlung  zu  erhalten, 
ließen  wir  den  Sand  in  den  erstgenannten  Mühlen  20  Stunden,  in  den  neuen 
16  Stunden,  mahlen.  Es  zeigt  sich  nun,  daß  die  Glasur  am  Bande  der 
Teller  abspringt,  Brennen  wir  nun  einen  Kegel  niedriger,  so  zeigt  die  Ware 
auch  noch  langmaschige  Saarrisse.  Wir  brennen  daher  wieder  wie  früher 
und  lassen  den  Sand  in  den  größeren  Mühlen  14,  in  den  kleineren  16  Stunden 
mahlen.  Ist  dies  richtig?  Kann  der  Unterschied  von  einigen  Stunden  in 
der  Mahldauer  obige  Erscheinung  hervorrufen,  und  wurde  schon  anderweit 
beobachtet,  daß  Absplittern  der  Glasur  zugleich  mit  Raarrissen  auftritt? 
Was  ist  an  letzterem  schuld? 

55.  Bitte  um  Angabe  eines  bewährten  Versatzes  für  eine  Porzellan- 
masse und  Glasur  bei  SK  12  vollkommen  'ausbrennend  aus  böhmischen 
Materialien. 


Gias. 

38.  Wir  beabsichtigen,  eine  topasgelbe  Farbe  aus  einem  Hafen  für 
dünnwandige  Gläser  abzuschmelzen.  Mit  Ueberf angzapfen  hergestellte 
Gläser  sind  zu  hell  und  zu  teuer.  Die  Farbe  soll  darum  genügend  dunkel 
und  der  Bernsteinfarbe  ähnlich  sein.  Wir  bitten  um  einen  geeigneten 
Satz  ev.  mit  einer  kurzen  Erläuterung  der  Schmelze. 

39.  Wer  liefert  einen  Apparat  zur  Prüfung  von  Parfümflakons  und 
anderen  Stöpselgläsern  auf  Luftdiohtigkeit  ? 


Verschiedenes. 

2.  Es  sollen  farblose  und  gefärbte,  transparente  und  opake  Kunst- 
emaillen zum  Verzieren  von  Metallgegenständen  in  hessischen  Tiegeln 
von  4 — 6  kg  Inhalt  geschmolzen  und  nach  der  Schmelze  in  Form  von 
Plätten  gegossen  werden.  ( Diese  Platten  werden  später  von  Emailleur  zer- 
stoßen und  auf  die  gewünschte  Korngröße  gebracht.)  Wie  hat  dieser  Guß 
zu  geschehen,  bezw.  in  welches  Material  muß  die  dünnflüssige  Emailschmelze 
ausgegossen  werden,  ohne  daß  zu  befürchten  ist,  daß  die  Farblosigkeit  bezw. 
bestimmte  Farbtönung  der  Emaille  durch  di«  Gußform  (Eisen?)  infolge 
Aufnahme  von  MetaHo®y&  verändert  wird?  Ein  Eintrojjfenhwn  in 
Wasser  kommt  nicht  in  Frage. 


144  —  Nr.  12 


SPRECHSÄÄL-COBUlRf 


1922.   (65.  Jahrgang.) 


Veröffentlichungen  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik. 


Verkaursbedingungen  für  die  Ausfuhr  von 
elektrotechnischem  und  technischem  Porzellan 

(gültig  ab  9.  März  1922). 

I.  Allgemeine  Bedingungen. 

1.  Die  Ausfuhr- Mindestpreise  verstehen  sich  fob  deutschem 
Ausfuhrhafen  bzw.  frei  deutscher  Grenze,  und  zwar  ausschließ- 
lich Verpackung. 

2.  Bei  allen  Arten  von  Hochspannungsporzellan  sowie 
Nifiderspannungs-Freileitungs-Isolatoren  ist  für  Verpackung 
einschließlich  Kisten  ein  Mindestzuschlag  von  5  °/0  zu  erheben. 
Bei  allen  übrigen  Arten  von  elektrotechnischem  und  sonstigem 
technischen  Porzellan  sowie  bei  losen  Metallarmaturen  und  bei- 
gepackten losen  Armaturen  ist  für  Verpackung  einschließlich 
Kisten  ein  Aufschlag  von  mindestens  3  °/D  des  Rechnungswertes 
anzurechnen. 

3.  Den  Ausgangspunkt  für  die  Aasfuhrpreise  bilden  die 
Grundpreise  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik  (vergl. 
Drucksache  Nr.  236  vom  23.  Februar  1922).  Die  wichtigsten 
Exportartikel  samt  ihren  Grundpreisen  sind  auf  einem  be- 
sonders erhältlichen  Preisblatt  zusammengestellt. 

4.  Gegenüber  den  Ländern  AI — A5,  B  und  C  wird  in  der 
Währung  des  Bestimmungslandes  fakturiert  (Ueberseeländer 
nnd  Ausnahmen  siehe  Fußnote).*)  Gegenüber  den  Ländern 
Dl — D3  und  E  ist  in  Reichsmark  zu  berechnen. 

5.  Die  Errechnung  des  Ausfuhrmindestpreises  erfolgt,  indem 
der  Grundpreis  mit  der  Zahl  multipliziert  wird,  die  in  der 
nachstehenden  Tabelle  (II,  3)  für  das  in  Frage  kommende  Land 
unter  Berücksichtigung  der  Artikelgruppen  vorgesehen  ist. 
Der  sich  ergebende  Wert  ist  der  fertige  Ausfuhrmindestpreis 
in  der  für  das  betreffende  Land  vorgeschriebenen  Währung  für 
100  Stück,  ausschließlich  Verpackung. 


*j  Es  wird  fakturiert: 

nach  in 

Portugal   Pfund  Sterling  ** 

Britische  Dominions  und  Britische  Kolonien  Pf  nnd  Sterling** 

Canada   U.S  A.-Dollar  *** 

Holländische  Kolonien   holländischen  Gulden 

China   U  S.A.-Dollar 

Japan   Yen 

Vereinigte  Staaten  Ton  Nordamerika  .    .    .  Dollar 

Mexiko   mexikanischen  Goldpesos 

Sonstige  mittelamerikanische  Staaten  .    .    .  U  S  A. -Dollar  • 

**  Die  nachstehend  verzeichneten  Multiplikatoren  für  diese  Länder 
sind  anf  Schillings  bezogen. 

***  Bei  Artikelgruppen  I  und  II  wahlweise  auch  Pfund  Sterling. 

II.  Preisbestimmungen. 
1.  Ländergruppen: 


A  1) 


A2) 

A  3) 

A4) 

A  5) 

B) 

Cl) 

C2) 

Dl) 

D2) 

D3) 

E) 


Holland,  Schweiz,  China,  Japan,  Vereinigte  Staaten  von 
Nordamerika,  Canada,  Mexiko  und  sonstige  mittel- 
amerikanische Staaten. 

Großbritannien,   seine   Dominions    und    seine  Kolonien, 
sowie  Canada,  letzteres  nur  für  Artikelgruppen  1  und  II. 
Spanien  und  Portugal. 
Norwegen  und  Dänemark. 
Schweden. 

Belgien,  Frankreich  und  Luxemburg. 
Italien. 

Tschecho-  Slowakei. 

Deutsch-Oesterreich  und  Ungarn.  • 
Jugoslavien,  Balkanländer  und  Finnland. 
Ehemaliges  Rußland,  einschließlich  Polen. 
Südamerikanische  Staaten. 


2.  Artikelgruppen: 
Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren  einschließlich  der 

und   sonstige  technische 


L 

Reichspostmodelle. 
II.  Elektrotechnische  Stanzartikel 
Artikel. 

III  a.  Freileitungs-Stützen-Iso'atoren 

Hermsdorf  L  1387. 
III  b.  Freileitungs-Stützen-Isolatoren 

1387  bis  inkl.  Hermsdorf  J39L. 
III  c.  Freileitungs-Stützen-lHolatoren 

1391. 

IV.     Hänge-Isolatoren    und  leeres 
Hänge-Isolatoren. 

V.  Durchführungen,  Stützer,  Griffe,  Rillen-Isolatoren. 
(III  bis  V  alles  ohne  Armaturen.) 

VI.  Hänge-  und  Abspann- Isolatoren  mit  Armaturen. 


bis    zur    Größe  entspr. 
größer   als   Hermsdorf  1. 
größer   als   Hermsdorf  I. 
Porzellan    zu  armierten 


3.  Multiplikatorentabelle. 


id  er-  Ii 

ippe 

Land 

Artikel  Gruppen 

1 

1       T  f 
11 

J  III  a 

T  IT  U 

|  III  n 

T  T  T  _ 

III  c 

IV 

TT 

v 

VI 

AI 

Holland 
Schweiz 
Japan 
Mexiko 

Vereinigte  Staa- 
ten von  Nord- 
Amerika,  restl. 
Mittelamerika, 
Canada  u  Chins 

0,029 
),062 
\02i 
0,024 

0,029 
0,062 
0,024 
0,024 

0,022 
0.047 
0,01  & 
0,018 

u,tiu  / 

0023 
0,049 
0018 
0,018 

0,024 
0,061 
0,019 
0,019 

0,025 
0,054 
0^020 
0,020 

(i  C\(Y1 

u,uu/ 

0,023 
0,047 
0018 
0,018 

0,023 
0  049 
0,018 
0,018 

U,UU/ 

AS 

England  nnd 
Kolonien 
Canada 

0.049* 
0,049 

0,049* 
0,049 

0,037* 

0,038* 

0,040* 

0,043* 

0,038* 

0,039* 

A3 

Spanien 
Portugal 

),075 
0,068* 

0,075 
0,058* 

0,057 
0,044* 

0,060 
0  047* 

0.069 
0,053* 

0,074 
0,067* 

0,064 
0,050* 

0,067 
0,052* 

A4 

Norwegen  und 
Dänemark 

0,057 

0,067 

0,046 

9,053 

0,060 

0,066 

0,048 

0,060 

A5 

Schweden 

3,044 

0,044 

0,033 

0,034 

0,034 

0,037 

0,034 

0,034 

B 

R  Mai  an 

Frankreich 

Luxemburg 

0,125 

0,125 

0,073 

0,083 

0,083 

0,091 

0,083 

0,083 

Cl 

Italien 

0,20 

0,19 

0,166 

0,172 

0,194 

0,22 

0,156 

0,20 

C2 

Tschecho- 

kj  IW  TT  O&Cl 

0,50 

0,60 

0  677 

0,577 

0,577 

0,60 

0,577 

0,60 

DJ 

Hemsen-Oester- 
reich n.  Ungarn 

1,3 

1,3 

1,12 

1,12 

1,12 

1,12 

1,12 

1,12 

D2 

Jugoslavien  und 
Finnland 
Balkanländer 

1,5 

1,5 

1,25 

1,3 

1,3 

1,3 

1,3 

1,8 

D3 

Baßland  nnd 
Polen 

1,5 

1,6 

1,25 

1,3 

U 

M 

1,4 

1,4 

E 

Südamerika- 
nische Staaten 

1,6 

1,6 

1,25 

1,3 

1,4 

1,4 

1,4 

1,4 

Obige  Multiplikatoren  sind  anf  Schillings  bezogen. 


Preisblatt.    (Gültig  ab  9.  März  1922.) 

Nachstehend  sind  für  die  gängigsten  Exportartikel  die 
Grundpreise  für  100  Stück  in  Mark  zusammengestellt. 

Isolatoren. 
Hochspannunarsisolatoren 


(D  r  eimantelglocken) 


weiß 

entspr.  Nr.  1380 

.  Ji 

1  350.— 

» 

» 

1381 

•  n 

2  016.— 

„ 

w 

1382 

'  „ 

2  922.— 

» 

n 

1383 

•  » 

3  655  — 

,» 

n 

1384 

„ 

4  627.— 

M 

„ 

1385 

•  » 

5  696  — 

» 

,  „ 

1386 

„ 

6  692  — 

» 

„ 

1387 

„ 

8  044  — 

» 

n 

1388 

•  „ 

10  082  — 

» 

M 

1389 

•  „ 

12111.— 

» 

„ 

1390 

•  H 

14  570.— 

» 

1391 

17  452.— 

Reichspostmodelle 
EM  I     ......   Jl  825.— 

EM  II    ......    .     „  466.— 

EM  III   297  — 

EM  IV   „  210  — 

EM  V  „  147.— 


Einstecktttllen  bis  zu  16  mm  L*nge 
7  mm  Jt  J8.50 


Rollen,  Tüllen,  Lüster-Klemmen,  Pfeifen. 

Pußrollen 

R.  23   M  14.50 

E.  24  „  23.—       9  „  20  - 

R.  26   „  33.- 

R.  26  .    .   „  69.- 

R.  27   „  93.- 


9 
11 
13,5 
16 
21 
23 


35X35  mm 
46X45 
50X50 
60X60 
65X65 
75X76 
80X80 


Mantelrollen 
(sog.  Kellerisolatoren) 


63.— 
121.— 
163.— 
263.— 
321. — 
490. — 
610. — 


.7 

9 
11 
13,5 
16 
21 
23 
29 
36 


 •     „  »4.- 

 „26- 

  28.- 

»  n  38.- 

»  »    36. — 

Reformttlllen 
mm  M  18.60 

„  »  20.- 

»  „  22.- 

„  26.- 

„  »31. — 

»  „42- 

»  49— 

»  ,  ß3. — 

„   102.— 


Ltlsterklemmen 

einpolig    Jt  19. — 

zweipolig   „  29. — 

dreipolig   „  38.— 


1922.   (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  12  —  XVIM; 


Eicfiihrungspfeifeh 


Viertelbogen- 
Pfeifen 


Halbbogen- 
Pfeifen  : 


Doppelbogen- 
Pfeifen: 


7  mm 

Ji 

45.  

TCinf a^he 

JLli  l  IX  ■  CA  1 U  w 

9  mm 

M 

90.— 

9  » 

ri 

5L— 

Pfeifen : 

11  n 

71 

117.-«- 

11  „ 

n 

59.— 

13,5  „ 

n 

144.— 

13,5  „ 

71 

66.— 

16  » 

» 

177.— 

16  „ 

n 

81.— 

23  „ 

» 

294.— 

21  „ 

n 

108.— 

29  b 

K 

375.— 

5ä3  „ 

n 

126. — 

36  „ 

H 

600.— 

29  „ 

y> 

168 — 

36  „ 

n 

246.— 

7  mm 

M 

59.—  . 

Zweifache 

9  mm 

Ji 

162  — 

9  » 

yi 

66.— 

Pfeifen: 

11  B 

Yi 

201.— 

11  , 

f) 

87.— 

13,5  „ 

n 

264.— 

13,5  „ 

71 

102.— 

16  „ 

Y) 

339.— 

16  » 

71 

126.- 

23  „ 

n 

507.— 

21  „ 

162.— 

29  „ 

n 

639.— 

23  „ 

» 

207.— 

36  „ 

« 

789.— 

2«  „ 

I) 

34P.— 

Dreifache 

11  mm 

•Mo 

357  — 

36  „ 

» 

696.— 

Pfeifen : 

13,5  „ 

450.— 

7  mm 

141.— 

16  „ 

546  — 

9  „ 

B 

150.— 

23  „ 

750.— 

11  n 

M 

189  — 

29  „ 

975.— 

33,5  „ 

71 

264.— 

36  „ 

1314.— 

1«  „ 

n 

276.— 

Vierfache 

11  mm 

525.- 

21  „ 

71 

432.— 

Pfeifen : 

13,5  „ 

71 

639.— 

23  „ 

71 

450.— 

16  b 

750.— 

29  „ 

B 

807.— 

23  „ 

» 

1050.— 

36  „ 

„  1500.— 

29  „ 

» 

1500.— 

36  „ 

2064.— 

Infolge  eines  Schlaganfalles  verschied  während 
der  Messe  in  Leipzig  unser  seit  fast  25  Jahren  für 
uns  tätiger  Vertreter 

Herr  Jakob  Cifroen 

Amsferdam. 

Wir  betrauern  in  dem  mitten  in  regster  Arbeit 
so  plötzlich  Verstorbenen  ein  glänzendes  Vorbild 
an  unermüdlichem  Fleiß  und  hohem  Pflichtgefühl. 
Seine  edle  Gesinnung  und  sein  vornehmer  Charakter 
sichern  ihm  bei  uns  ein  dauerndes  Andenken. 

Bonn,  den  14.  März  1922, 

Der  Vorstand 
der  Ludwig  Wessel  A.-G 
für  Porzellan- und  Sfeinguffabrikation. 


Am  7.  März  verstarb  infolge  kurzer,  schwerer  Krankheit  nach  einem  arbeitsreichen 
Leben  mein  lieber  Mann,  unser  guter,  treusorgender  Vater,  Schwiegervater  und  Grossvater 

Hermann  Wessely 


in  seinem  77.  Lebensjahre. 


Hamburg,  März  1922. 


In  tiefster  Trauer 

Mathilde  Wessely  und  Familie. 


Töpferei  ■  Berufsgenossenscliaft, 


Wir  erfüllen  hiermit  die  schmerzliche  Pflicht,  den  Mitgliedern  von  dem  am  7.  März  d.  J.  erfolgten 
Ableben  unseres  langjährigen  Vorsitzenden,  des  ' 


Herrn 


esse 


Inhaber  der  von  ihm  begründeten  Firma  A.  H.  Wessely,  Kunst-Töpferei  und  Ofenfabrik, 

in  Hamburg 

Kenntnis  zu  geben. 

Der  Verewigte  hat  seit  Bestehen  der  Berufsgenossenschaft  dem  Vorstande  unserer  Sektion  angehört, 
deren  Vorsitz  er  15  Jahre  hindurch  führte. 

In  Treue  fest,  zu  Rat  und  Tat  allzeit  bereit,  hat  er  vorbildlich  an  der  Erfüllung  unserer  Aufgaben 
gewirkt.    Sein  Andenken  bleibt  bei  uns  in  Ehren. 


Der  Mand  der  Sektion  II  der  Töpferei-Berufsg 

Otto  H  ü  t  h  ,  Vorsitzender. 

Hamburg,  den  10.  März  1922. 


enossenschafi. 


I 


XVIlIb  —  Nr.  12 


m  - 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922  (65.  Jahrgang.) 


Wegen  Umstellung  geben  wir 
preiswert  ab 

mehrere  Stanzpressen 
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5000 
3000 
1000 
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Frankfurt  a.  M.  erbeten.  [U6c 


Od 

Oll 

t" 

4141 
4141 
41(1 
4  14» 
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4>4> 
4141 

Ii 


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(65.  /ahrgaftg.) 


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Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Golden©  Medaille 
Prämiiert:  Bogra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


Fernsprechanschluß  Nr.  59./Telegr.-Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
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Bezugspreis:  Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  durch  die  Post  vierteljährlich  Jt  17.—  anter  Streifband  M  43.—. 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  ond  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  1.—  (Stellengesuche  40  4). 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Ori|rlnal-Beltrage  verboten.   "   __ 


Elektrische  Entstaubung  von  Generatorgas. 

'  Hitgeteilt  von  der  W.  B.  0.  Frankfurt  a.  M. 

(Nachdruck  verboten.) 

Bei  den  mit  Generator-Gasfeuerung  arbeitenden  Oefen  der 
Glas-Industrie  werden  schon  seit  altersher  Einrichtungen  ge- 
troffen, am  die  im  Generatorgas  enthaltenen  staubförmigen 
Verunreinigungen  an  geeigneten  Stellen  niederzuschlagen,  so 
daß  sie  aus  der  Gasleitung  entfernt  werden  können. 

Diese  Verunreinigungen  bestehen  zum  größten  Teil  aus 
mitgerissener  Flugasche,  ferner  aus  staubförmigen  Brennstoff- 
teilen, aus  dem  Staub  des  in  den  Generator  gelangenden  Windes, 
sowie  aus  Roß,  der  sich  bei  der  Zersetzung  der  Kohlenwasser- 
stoffe im  Generatorgas  ausscheidet. 

Die  Menge  dieser  staubartigen  Verunreinigungen  schwankt 
erheblich;  sie  hängt  ab  z.  B.  von  der  Art  des  verstochten 
Brennstoffes,  von  seinem  Feuchtigkeitsgehalt,  von  der  Wind- 
pressung und  der  Belastung  des  Generators.  Durchgeführte 
Gewichtsbestimmungen  ergaben  je  nach  den  Verhältnissen  einen 
Staubgehalt  zwischen  2  und  18  Gramm  pro  1  cbm  Gas,  bezogen 
auf  0  Grad  und  760  mm  Q  -S.  Werden  beispielsweise  Braun- 
kohlenbriketts vergast,  welche  pro  kg  eine  Gasausbeute  von 
etwa  3  cbm  liefern,  so  ergibt  sich  bei  einem  Staubgehalt  von 
10  g  pro  cbm  die  Staubmenge  aus  einem  Generator  mit  einem 
Durchsatz  von  20  t  pro  24  Stunden  zu  dem  erheblichen 
Betrag  von 

20000.3.10  ,  ai    >  _ 

— jööö" —  =  600  kg  pro  24  stunden> 
welche  einen  . Raum  von  etwa  xj2  cbm  einnehmen. 

Es  ist  leicht  begreiflich,  daß  durch  solche  Staubmengen 
die  freien  Querschnitte  in  den  Kanälen  und  insbesondere  in 
den  Wärmespeichern  bald  erheblich  verringert  werden  und 
Störungen  im  Ofenbetrieb  entstehen  können,  falls  nicht  für 
Absonderung  und  Entfernung  des  Staubes  gesorgt  wird. 

Außerdem  ist  wohl  anzunehmen,  daß  Fehler  in  der  Rein- 
heit und  Färbung  des  Glases  zum  großen  Teil  auf  den  schäd- 
lichen Einfluß  des  mit  den  Gasen  in  den  Ofen  gelangenden 
Staubes  zurückzuführen  sind. 

Das  Problem  der  Entstaubung  des  Gases  verdient  also 
zweifellos  große  Beachtung. 

Bisher  erfolgte  die  Staubabsonderung  aus  den  Generator- 
gasen in  den  Glashütten  einmal  durch  Verringerung  der 
Gasgeschwindigkeit,  welche  durch  Erweiterung  der  Gasleitung 
zu  Staubsäcken  oder  Staubkammern  bewirkt  wird,  zum  andern 
X  durch  Umlenkung  der  Strömungsrichtung  des  Gases.  Dadurch 
■  fallen  die-  schweren  Staubteile  bereuter  und  können  von  Zeit 
zu  Zeit  entfernt  werden.    Die  Austragung  des  Staubes  aus  den 


Staubkammern  und  Staubsäcken  ist  unter  Umständen  eine  sehr 
beschwerliche  und  unangenehme  Arbeit. 

Bei  den  in  immer  steigendem  Maße  sich  einführenden  ge- 
blasenen Generatoren  wird  durch  die  verhältnismäßig  hohe 
Windpressung  so  viel  Staub  aus  dem  Generator  mitgerissen, 
daß  es  oft  nicht  möglich  ist,  durch  die  erwähnten  einfachen 
Mittel  konstruktiver  Art  eine  Staubabsonderung  in  wirkungs- 
vollem Maße  zu  erzielen,  insbesondere  nicht  bei  'Verwendung 
von  Braunkohlen  und  Torf,  bei  welchen  eine  reichlichere  Ab- 
scheidung  von  Staub  geringen  spez.  Gewichts  erfolgt  als  bei 
Steinkohlen.  Es  wird  dann  oft  erforderlich,  umfangreiche  Staub- 
kammern oder  lange  Staubkanäle  mit  großem  Querschnitt  an- 
zuordnen und  eine  mehrfache  Umlenkung  des  Gasstroms  vor- 
zunehmen, wobei  trotzdem  nicht  immer  die  gewünschte  Rein- 
heit des  Gases  erzielt  werden  kann.  Figur  1  zeigt  schematisch 
die  Anordnung  einer  solchen  Entstaubungsanlage. 


t.&ett 


?  '    .  .  Eiff.-l.         v    .'  ;    .  : 

Es  sind  nun  seit  einigen  Jahren  und  vornehmlich  in  der 
letzten  Zeit,  in  führenden  technischen  Zeitschriften  Aufsätze 
erschienen,  die  sich  mit  einem  Verfahren  der  Gasentstaubung 
auf  elektrischem  Wege  befassen.  Auch  wurden  auf  größeren 
Tagungen  technischer  Vereine,  insbesondere  im  letzten  Jahr, 
Vorträge  über  diesen  Gegenstand  gehalten,  und  die  dabei  mit- 
geteilten günstigen  Erfolge  dieses  Verfahrens  bei  der  Ent- 
staubung von  Gasen  in  verschiedenen  Industriezweigen  lassen 
es  wohl  angebracht  erscheinen,  daß  auch  die  Glas-Industrie  ihr 
Augenmerk  darauf  richtet. 

Die  Wirkungsweise  der  elektrischen  Gasreinigung  beruht 
darauf,  daß  das  zu  reinigende  Gas  durch  ein  elektrisches  Feld 
von  sehr  hoher  Spannung  geleitet  wird.  Dieses  Feld  verläuft 
entweder  in  Röhren  mit  achsial  durchgeführtem  Draht  oder 
zwischen  Platten,  zwischen  welchen  Drähte  angeordnet  sind. 
Figur  2  zeigt  schematisch  die  Anordnung  einer  elektrischen 
Staubanlage  mit  Röhren.  Von  den  Drähten  strömt  die  Elek- 
trizität in  Form  einer  Sprühentladung  aus  und  treibt  alle  im 


146  —  Nr.  13 


SPRECH  SAAL—  COBURG. 


1022.  (66.  Jahrgang.) 


Gas  befindlh  hen  festen  oder  nebeiförmigen  (flüssigen)  Teilchen 
gegen  die  Rohrwände  bzw.  gegen  die  Platten.    Dort  setzen 


*  Ofen 


Fig.  2. 

•ich  diese  Teilchen  zunächst  kurz  ab,  um  dann  bei  genügender 
Stärke  des  Niederschlags  von  den  Wandungen  in  den  Sammel- 
trichter abzufallen.  Das  Gas  strömt  gereinigt  aus  dem  elek- 
trischen Feld,  während  die  ausgeschiedenen  Verunreinigungen 
aus  dem  Staubtrichter  von  Zeit  zu  Zeit  leicht  abgezogen 
werden  können,  z.  B.  durch  Transportschnecken,  Kastenwagen 
und  dergl. 

Das  elektrische  Hochspannungsfeld  wird  meist  durch 
pulsierenden,  d.  h.  nicht  dauernd,  sondern  absatzweise  fließenden 
Gleichstrom  erregt,  der  durch  Gleichrichtung  von  Wechselstrom 
erzengt  wird. 

Die  Gleichrichtung  des  Stromes  und  »eine  Unterbrechung 
erfolgen  meistens  durch  eine  rotierende,  mit  Metall-Segmenten 
belegte  Scheibe.  Die  Anzahl  der  Stromstöße  ist  doppelt  so 
hoch  als  die  Periodenzabi  des  Wechselstroms,  durch  dessen 
Gleichrichtung  der  Gleichstrom  erzeugt  wird;  bei  der  in 
Deutschland  üblichen  Periodenzahl  von  50  treten  also  100 
Gleichstromstöße  in  jeder  Sekunde  auf,  ein  ebenso  häufiges 
Entstehen  und  Verschwinden  des  elektrischen  Feldes  bewirkend. 
Dadurch  wird  das  Gas  gewissermaßen  elektrischen  Schlägen 
ausgesetzt,  welche  die  Ausscheidung  der  Staubteilchen  fördern. 

Obwohl  das  Verfahren,  das  sich  auf  Patente  von  dem 
Amerikaner  Cottrell  und  dem  Deutschen  Möller  stützt  und  von 
der  Metallbank  und  Metallurgischen  Gesellschaft,  A-G.,  Frank- 
furt a.  M.  vertrieben  wird,  verhältnismäßig  neu  ist  (die  ersten 
größeren  Anlagen  wurden  kurz  vor  dem  Kriege  gebaut),  so  hat 
es  doch  schon  sehr  guten  Eingang  in  der  Industrie  gefanden. 
Zurzeit  bestehen  in  Deutschland  ungefähr  60  Anlagen,  im  Aus- 
land über  200,  von  denen  etwa  100  auf  die  Vereinigten  Staaten 
entfallen. 

Bisher  befinden  sich  Anlagen  nach  dem  Cottrell-Möller'schen 
Verfahren  in  Metallhütten,  Zement-,  Karbid-  und  Chemischen 
Fabriken  in  Verwendung;  außerdem  werden  in  neuester  Zeit 
Hochöfen  und  Generatorgas  von  den  staubförmigen  Verun- 
reinigungen befreit. 

Der  Wirkungsgrad  dieser  Anlagen  beträgt  bis  über  99°/0, 
d.  h.  es  werden  y9°/0  des  im  Gas  enthaltenen  Staubes  elek- 
trisch festgehalten,  sodaß  das  Gas  nach  Austritt  aus  dem  Apparat 
nur  noch  Spuren  von  Verunreinigungen  zeigt,  die  in  vielen 
Fällen  so  gering  sind,  daß  sie  selbst  mit  verfeinerten  Meßver- 
fahren kaum  noch  feststellbar  bleiben. 

Wenn  auch  hohe  Spannungen  angewendet  werden,  so  ist 
doch  die  Bedienung  infolge  guter  Durchbildung  der  Maschinen 
eine  äußerst  einfache.  Auch  besteht  keine  Gefahr  für  das  Be- 
dienungspersonal, da  unter  Spannung  stehende  Teile  von  außen 
nicht  zugänglich  sind  und  die  Stromstärke  außerordentlich 
gering  ist.  Sie  beträgt  nur  einige  Milli-Ampere,  das  Tausendstel 
eines  Amperes. 

Trotz  der  großen  Zahl  der  bereits  im  Betrieb  befindlichen 
Anlagen  sind  bisher  noch  keine  ernstlichen  Verletzungen  durch 
Kurzschluß  usw.  entstanden. 

Der  Kraftbedarf  der  Anlage  beträgt  nur  wenige  Kilowatt 
und  kann  z.  B.  aus  der  Üeberschuß-Energie  bestritten  werden, 
welche  in  Glashütten  bei  rationeller  Ausnutzung  der  Abhitze 
meist  zur  Verfügung  steht, 

Bs  wäre  wünschenswert,  wenn  von  Seiten  der  Glas-Industrie 
Gelegenheit  geboten  würde,  praktische  Versuche  mit  elektrisch 
gereinigten  Generatorgasen  auch  in  Glashütten  anzustellen. 

Der  Zolltarif  in  Chile. 

(Nachdruck  verboten.) 

Der  gegenwärtig  in  Chile  in  Kraft  befindliche  Zolltarif  sieht 
für  die  für  uns  in  Frage  kommenden  Erzeugnisse  die  nach- 
stehend aufgeführten  Zollsätze  vor.  Die  Zollsätze  verstehen 
•ich,  sofern  nicht  etwas  anderes  vermerkt  ist,  in  Peso  Gold  für 
J  Kilogramm  Reingewicht.  Abkürzungen  R-G.  =  Rohgewicht; 
Q.Q.  =  Gesetzliches  Gewicht.  Unter  Reingewicht  ist  das 
Gewieht  der  unverpackten  oder  solcher  Waren  zu  verstehen, 
die  ohne  Verpackung  oder  innere  Umschließungen  einfach 
gebündelt  clrgphen,  Unter  gesetzliahetn  Gewicht  ist  das  Gewicht 


der  Waren  mit  den  gesamten  unmittelbaren  Umschließungen 
(einschließlich  der  ■  Verschnürungen)  zu  verstehen,  die  sich 
innerhalb  der  ihnen  als  gemeinschaftlicher  Behälter  dienenden 
äußeren  Umschließung  befinden,  mit  Ausnahme  von  Stroh, 
Holzwolle,  Papier,  Sägemehl  und  sonstigen  Stoffen,  die  zur 
Ausfüllung  der  Packstücke  dienen.  Das  Gewicht  einer  Post- 
sendung ist  als  gesetzliches  Gewicht  anzusehen,  außer  wenn 
die  in  ihr  enthaltenen  Gegenstände  sich  in  ihren  eigenen  ge- 
wöhnlichen Verpackungen  oder  Umschließungen  befinden.  Unter 
Rohgewicht  ist  das  Gewicht  der  Waren  einschließlich  aller 
ihrer  äußeren  und  inneren  Verpackungen  and  Umschließungen 
zu  verstehen. 

Das  Gewicht  der  Waren,  die  nach  dem  gesetzlichen  Gewicht 
zu  verzollen  sind,  bestimmt  sich  wie  folgt: 

a)  Für  unverpackte  oder  gebündelte  Ware  in  Packstücken 
von  völlig  gleichem  Inhalt  gilt  das  gesetzliche  Gewicht  als 
Rohgewicht; 

b)  für  unverpackte  oder  nur  gebündelte  Waren,  die  mit 
anderen  vermischt  im  gleichen  Packstück  eingehen,  ist  das 
Rohgewicht  um  10°/0  zu  erhöhen; 

c)  für  Waren,  die  lose,  als  Sturzgut  oder  einfach  gebündelt 
zur  Verzollung  gelangen,  erhöht  sich  das  Reingewicht  um  10 °/0; 

d)  für  Waren,  .die  in  nach  ihnen  besonders  gformten  Hüllen 
oder  Umschließungen  eingehen,  erhöht  sich,  falls  letztere  für 
sich  au  verzollen  sind,  das  Reingewicht  um  i0°/0. 

Für  Waren,  die  nach  ihrem  Rohgewicht— verzollt^ werden 
und  in  demselben  Packstück  zusammen  mit  anderen  Waren 
eingehen,  die  anderen  Zollsätzen  unterliegen  oder  bei  denen 
diese  sich  nach  anderen  Einheiten  berechnen,  erhöht  eich  das 
gesetzliche  Gewicht  um  20  °/0,  wenn  sie  in  Verpackungen  oder 
inneren  Umschließungen  eingehen,  und  um  30  °/0  das  Reingewicht 
solcher  Waren,  die  ohne  solche  Verpackungsmittel  eingehen. 
Ausgenommen  von  dieser  R  gel  sind  Ki  istall-,  Fayence-  und 
Porzellanwaren.  Alle  diese  Waren  unterliegen  einem  Zuschlag 
von  80  °/0  auf  das  Reingewicht. 

Waren,  die  nach  dem  Rohgewicht  verzollt  werden  und  Ohne 
die  sonst  für  den  Seeweg  übliche  Verpackung  eingehen,  unter- 
liegen den  vorstehenden  Zuschlägen. 

Die  Zollsätze  der  Tarifnummern  für  Töpfer-,  Fayence-, 
Porzellan-,  Glas-  oder  Kristallwaren  mit  Fassungen  oder  Be- 
schlägen aus  Metall  oder  in  Verbindung  mit  Teilen  aus  anderem 
Stoff  wie  Holz  und  dergleichen,  finden  nur  dann  Anwendung, 
wenn  die  Metall-  oder  Holzteile  usw.  untrennbar  mit  den  vor- 
genannten Gegenständen  verbunden  sind.  Sind  dagegen  diese 
Teile  abnehmbar,  so  werden  sie  nach  eigenen  Zollsätzen  ge- 
trennt verzollt. 

Als  Kristall  ist  dasjenige  Glas  zu  behandeln,  das  mindestens 


25  °/o  Mennige  (Bleioxyd)  enthält. 


Tarif- 
Nr. 


470 
524 


525 
5fc6 
527 

528 


531 

532 


Bezeichnung  der  Waren 


Zollsatz 
Maßstab     tnr  1  kg 
der?Ver-       R- in- 
zollang gewicht  in 
Peso  Gold 


533 
536 


637 
540 

553 
&£>t» 


Zinn  oder  Blei,  in  Pulverform,  für  Spiegel    G.  G. 

Ton,  Erden  und  nicht  besonders  auf- 
geführte mineralische  Stoffe,  roh,  ge- 
geglüht, gewaschen  oder  gemahlen, 
ausgenommen  solche  für  Maler  R.  G. 

Asbest  oder  Amiant: 

— roh,  in  Gespinsten  oder  Pulverform    R;  G. 

— ,  in  Form  von  Pappe  oder  in  Platten  R.G. 

— ,  vermischt  mit  Zement  oder  anderen 

Stoffen,  zum  Ueberzug  von  Kesseln  R.G. 

— ,  in  beliebiger  Form  verarbeitet,  nicht 
besonders  aufgeführt,  zu  Verpackungs- 
zwecken, auch  mit  Teilen. -aus  ge- 
wöhnlichem Metall,  Kautschuk  oder 
Spinnstoffen  R  G. 

Zement :  Portlan  dzement  und  anderer,  100  kg  R.G. 

Zement,  gepreßt,  mit  Amiant  oder  ande- 
ren Stoffen  verarbeitet  oder  nicht, 
in  nicht  besonders  aufgeführten  Ar- 
tikeln für  Bau-  und  andere  Zwecke, 
sogenannter  künstlicher  Schiefer, 
Eternit,  Uralit  und  andere 

Ziegel  und  Fliesen  aus  Zement: 

,  ohne  Mosaik  oder  Bemalung  B  Ö, 

— ,  mit  Mosaik  oder  Bemalung  "  R.  G. 

Zement,  zu  "  Ziergegenständen  geformt, 
wie  Statuen,  Krüge,  Kranz  und  ändere 
Gesimse  -  RG. 

Schmirgel  Und  Tripel  R.G. 

Fliesen  und  Ziegel  aus  geschmolzener 

Schlacke  R  CK 

Ziegel  und  Fliesen  aus  Marmor  R.G. 

Glimmer  in  Blättern  R.G. 


i;80 


0,08 
0,03 

QjOfl 


0,526 
TJ20 


0;16 
0,Ji25 


0,226. 
1  0,076 

0,046 

l$o5 


192&  (65.  Jabrgaag.) 


S:P:R£CHSAA  L -^COBURG. 


Nr.l»  147 


Zollsatz 

Maßstab 

für  1  kg 

der  Ver- 

Bein- 

zollung 

gewicht  in 

Peso  Gold 

R.Q. 

1,125 

R.G. 

0,045 

R,  GL 

0,075 

R.  G. 

0,15 

R.  G. 

0,03 

R.G. 

0,03 

G.  G. 

0,225 

R  G. 

0,60 

R.G. 

0,15 

Njt"  Besdcannng  der  Waren 

557  Kunsterzeugnisse  aas  Glimmer 
556  Glaspapier  und  Schmirgeltuch 

559  Bimsstein,  roh  oder  gemahlen; 

560  Bimsstein,  verarbeitet,  in  Ziegeln 

anderer  Form 
563  Schiefertafeln  für  Schüler 
Gips : 

575  — ,  gewöhnlicher  oder  unreiner 

576  — ,  gereinigt,  für  Fachärzte 

577  — ,  verarbeitet  zu  Statuen^  Figuren,  p 

sehen  Verzierungen 

578  — ,  gegossen,  in  Form  von  Tafeln 

Ziegeln  zu  Bauten 

Ton  und  Fayence. 

579  Kunsterzeugnisse,  nicht  besonders  auf- 

geführt, mit  Rand  oder  Fassung  aus 
gewöhnlichem  Metall,  ausgenommen 
Nickel,  Argentan,  Berliner  Silber  und 
andere  ähnliche  Legierungen,  nicht 
versilbert  oder  vergoldet  R.  G.  0,45 

580  Kunsterzeugnisse,  nicht  besonders  auf- 

geführt, mit  Rand  oder  Fassung  aus 
Nickel,  Argentan,  Berliner  Silber  oder 
anderen  ähnlichen  Legierungen,  nicht 
versilbert  oder  vergoldet  R.G.  1,125 

581  Kunsterzeugnisse,  nicht  besonders  auf- 

geführt, mit  Rand  oder  Fassung  aus 
gewöhnlichem  Metall,  versilbert  oder 
vergoldet  GG.  3,00 

582  Kunsterzeugnisse,  nicht  besonders  auf- 

geführt, mit  Rand  oder  Fassung  au« 

feinem  Metall  G.  G.  7,50 

583  Kunsterzeugnisse,  nicht  besonders  auf- 

geführt, aus  Fayence  oder  aus  feinem 

Ton,  abgedreht  oder  geformt  R.G.  0,15 

584  Kunsterzeugnisse,  nicht  besonders  auf- 

geführt, aus  gewöhnlichem  Ton,  auch 
mit  Schmelzüberzug,  zum  Hausge- 
brauch, wie  Krüge,  Flaschen,  Ein- 
machtöpfe usw.  RG.  0,075 
586  Likörflaschen,  mit  oder  ohne  Stroh- 
umhüllung R.  G.  0,045 

586  Knöpfe  für  Kleidungsstücke,  Schuhwerk 

oder   Schmuck-   und  Kragenknöpfe 

ohne  Metallteile  G.G.  0,75 

587  Pfeifen  und  Spitzen  zum  Rauchen  G.  G.  1,50 

588  Röhren  oder  Leitungen  aus  Ton,  sowie 

Verbindungs-  und  gebogene  Stücke 

dazu,  gefirnißt  oder  nicht  R.G.  0,06 

589  Klosettapparate,     Pissoirs,  Tellerspül- 

apparate und  andere  ähnliche  Stücke    R.  G.  0,18 

590  Destillierapparate  und  Filter  R.  G.  0,u75 
Statuen,   Figuren,    Blumen  vasen,  Jar- 

dinieren  und  andere  ähnliche  Zier- 
stücke, auch  mit  Teilen  aus  anderen 
Stoffen: 

591 — ,  aus  feinem  Ton  (Terrakotta)  oder 
anderen  knetbaren  Stoffen,  nicht  be- 
sonders aufgeführt  R.G.  0,90 

592  — ,  aus  Fayence,  mit  Einschluß  der  so- 

genannten Majolika  R.G.  0,60 

Zierstücke,  die  Rand  oder  Fassung  aus 
Nickel,  Argentan,  Berliner  Silber, 
gewöhnlichem  versilberten  oder  ver- 
goldeten Metall  oder  aus  Edelmetall 
haben,  unterliegen  dem  Zollsatz  für 
nicht  besonders  aufgeführte  Kunst- 
erzeugnisse aus  Fayence,  die  mit 
den  genannten  Stoffen  verbunden  sind. 

Fliesen,  glasierte  Fliesen  und  Ziegel  für 
Fußböden,  Wandbekleidung  und  zu 
Zierzwecken,  glatt  oder  mit  einge- 
preßten Mustern,  mit  oder  ohne  Firnis: 

593  — ,  ohne  Mosaik  oder  Schmelz  R  G.       0. 15 

594  — ,  mit  Mosaik  oder  Schmelz  R.  G.  0,376 

Fliesen  aus  gewöhnlichem  Ton  für  Bauten, 
Hochöfen  usw. 

:595  — ,  ohne  Schmelz,  100  kg  R.  G.  1,05 

598  —  mit  Schmelz,  100  kg^  R.G.  3,75 


Tarif- 
Nr. 

597 


Beseichnnng  der  Waren 


Maßstab 
dar  Ver- 
zollang 


Ziegel  für  Herde  und  Küchen,  zum 
Scheuern  der  Messer  und  aus  ge- 
preßtem Sand  zum  Reinigen  von 
Fußböden 

598  Dachziegel    und    andere  Gegenstände, 

nicht  besonders  genannt,  aus  gewöhn- 
lichem Ton,  für  Bauten,  mit  oder  ohne 
Fassung  von  Holz  oder  Eisen 

Porzellan, 

599  Kunsterzeugnisse,  nicht  besonders  auf- 

geführt, mit  Rand  oder  Fassung  aus 
gewöhnlichem  Metall,  ausgenommen 
Nickel,  Argentan,  Berliner  Silber  oder 
andere  ähnliche  Legierungen,  nicht 
versilbert  oder  vergoldet 

600  Kunsterzeugnisse,  nicht  besonders  auf- 

geführt, mit  Rand  oder  Fassung  aus 
Nickel,  Argentan,  Berliner  Silber  oder 
anderen  ähnlichen  Legierungen,  nicht 
versilbert  oder  vergoldet 

601  Kunsterzeugnisse,  nicht  besonders  aufge- 

führt, mit  Rand  oder  Fassung  aus 
gewöhnlichem  Metall,  versilbert  oder 
vergoldet 

602  Kunsterzeugnisse,  nicht  besonders  auf- 

geführt, mit  Rand  oder  Fassung  aus 
Edelmetall 
Kunsterzeugnisse,  nicht  besonders  auf- 
geführt : 

603  — ,  bemalt,    vergoldet,    emailliert  oder 

verziert  \ 

604  — ,  weiß 

605  Knöpfe  für  Kleidungsstücke,  Schuhwerk 

oder  Schmuck-  und  Kragenknöpfe 
ohne  Metallteile 

606  Pfeifen  oder  Spitzen  zum  Rauchen,  auch 

mit  Teilen  aus  anderen  Stoffen 

607  Statuen,  Figuren,   Blumenvasen,  Jardi- 

nieren  und  andere  ähnliche  Zier- 
stücke, auch  mit  Teilen  aus  anderen 
Stoffen,  ausgenommen  Metall 

608  Weißes  Porzellan  in  Tafeln  oder  Blättern, 

zum  Schreiben  oder  zu  anderen 
Zwecken,  mit  oder  ohne  Holzrahmen 

Glaswaren. 

609  Kristall  oder  Glas,  in  nicht  besonders 

aufgeführten  Gegenständen,  mit  Rand 
oder  Fassung  aus  gewöhnlichem 
Metall,  ausgenommen  Nickel,  Argentan, 
Berliner  Silber  und  andere  ähnliche 
Legierungen,  nicht  versilbert  oder 
vergoldet 

610  Kristall  oder  Glas,  in  nicht  besonders 

aufgeführten  Gegenständen,  mit  Rand 
oder  Fassung  aus  Nickel,  Argentan, 
Berliner  Silber  oder  anderen  ähnlichen 
Legierungen,  nicht  versilbert  oder 
vergoldet 

611  Kristall  oder  Glas,  in  nicht  besonders 

aufgeführten  Gegenständen,  mit  Rand 
oder  Fassung  aus  gewöhnlichen 
Metall,    versilbert    oder  vergoldet 

612  Kristall  oder  Glas,  in  nicht  besonders 

aufgeführten  Gegenständen,  mit  Rand 
oder  Fassung  aus  Edelmetall 
Taschenfläschchen  aus  Kristall  oder  Glas : 

613  — ,  mit  Umhüllung  aus  Stroh  oder  Binsen 
— ,  mit  Umhüllung  aus  anderen  Stoffen. 

Solche  Fläschchen  unterliegen  dem 
Zoll  des  am  höchsten  zu  verzollenden 
Stoffes. 

iKristall. 

614  Kristall  in  nicht  besonders  aufgeführten 

Gegenständen 

Glas. 

615  Korallen,  Kügelchen,  Perlen, falsche  Steine 

und  andeie  ähnliche  Glasartikel,  un- 
gefaßt oder  aufgereiht 


R.G. 


R.G. 


R;  G. 

R.G. 

G.  G. 
G.  G. 


R.G. 
R.G. 


G.G. 
G.G. 

G.G. 
R.  G. 


R.G. 


R.  G. 


G.G. 


G.  G. 
G.G. 


Zoll  säte 
fOr  l  kg 

Rein- 
gewicht ia 

Peso  Goli 


0,046 


R.G. 


G.G. 


0,075 


0,90 

3,30 

9,00 


0,60 
0,24 


0,75 

3,60 

0,76 
©,«0 


0,60 


1,20 

3,30 

9,00 
2,2* 


1,125 


2,25 


148  —  Nr.  18 


SPRECH  SAAL  -  GOß  URO. 


1122.  (66.  Jahrgang.) 


Tarif- 
Nr. 

616 


Bezeichnung  der  Waren 


Mafistab 
der  Ver- 
zollang 


Gasogen-  Apparate  zur  Bereitung  von 
gashaltigen  Getränken  and  Siphons 
dazu,  auch  überzogen  oder  verstärkt, 
mit    Einschluß    der    Zabehörstücke  R.GL 

617  Spitzen  zum  Rauchen,  auch  mit  Teilen 

aus  gewöhnlichem  Metall  G.  G. 

Flaschen,  Fläschchen,  Demijohns  und 
andere  nicht  besonders  aufgeführte 
Gefäße  aus  gewöhnlichem  Glas,  aus- 
genommen solche,  die  zum  Tafelge- 
schirr gehören: 

618  — ,  nicht  poliert,  geschnitten,  graviert 

oder  emailliert  R.  G. 

619  — ,  mit  poliertem  Boden  oder  auch  ein- 

geschliffenem Stöpsel  R.  G. 

620  Glasflaschen,  gewöhnliche,  für  Mineral- 

wasser, Wein,  Bier  und  andere  wein- 
geisthaltige  Getränke,  mit  oder  ohne 
Strohhülsen  R.G. 

621  Flaschen  und  Fläschchen  mit  mecha- 

nischem Verschluß  ;  solche  mit  Metall- 
oder Holzverschluß,  auch  mit  Teilen 
aus  Kork,  sowie  solche  mit  Stöpsel 
aus  Glas  und  Gummiringen  R.  G. 

622  Knöpfe  für  Kleidungsstücke,  Schuhwerk, 

Schmuck-  und   Kragenknöpfe  ohne 
Metallteile  G.  G. 

Spiegel,  mit  abgeschliffenen  Rändern  oder 
ohne  solche,  deren  Fläche  nach  keiner 
Richtung  mehr  als  80  cm  mißt,  mit 
oder  ohne  Schrift,  Bemalung  oder 
Handgriff: 

623  mit  Rahmen  aus  Holz,  Karton, 
Papiermache  oder  aus  Sägemehl,  Zink, 
Eisen  oder  Weißblech  R  G. 

624  — ,  mit  Rahmen  aus  Kupfer,  Bronze  oder 

Messiog  R.  G. 

625  — ,  mit  Rahmen  aus  Nickel,  Argentan, 

Berliner  Silber  und  anderen  ähnlichen 
Legierungen;  aus  Zelluloid,  Gutta- 
percha, Leder  oder  Zeugstoff,  der  Seide 
enthält,  sowie  solche  aus  gewönlichem 
versilberten  Metall 
Spiegel  mit  abgeschliffenen  Rändern  oder 
ohne  solche,  deren  Fläche  in  ihrem 
größten  Durchmesser  mehr  als  80  cm 
mißt  R.  G. 

Glasglocken  mit  oder  ohne  Untersatz  R  G. 
Figuren,  Blumenvasen,  Jardinieren  und 
andere  ähnliche  Zierstücke,  auch  mit 
Teilen  aus  anderen  Stoffen,  ausge- 
nommen Metall,  auch  mit  Metallfarben 
verziert  R.  G. 

Lampen  für  Paraffin,  fertig  oder  nicht, 
.  auch  mit  Brennern  oder  Teilen  aus 
gewöhnlichem  Metall  oder  anderen 
Stoffen: 

629  — ,  mit  oder  ohne  Fuß  aus  Glas  R.G. 
636  — ,  mit  Fuß  oder  Stütze  aus  Blei,  Zinn, 

Kupfer  oder  Kupferlegierung  R.  G. 

631  — ,  mit  Fuß   oder  Stütze  aus  Nickel, 

Berliner  Silber  oder  anderen  ähnlichen 
Legierungen  R.  G. 

632  — ,  mit  Fuß  oder  Stütze  aus  nicht  be- 

sonders aufgeführten  Stoffen  R.  G. 

633  — ,  mit  Fuß  oder  Stütze,'  versilbert  oder 

vergoldet: 

dißf-.e  unterliegen  dem  Zoll  der  ent- 
sprechenden Klasse  mit  einem  Auf- 
schlag von  100  °/0. 
Glasscheiben,  belegt  oder  versilbert,  mit 
abgeschliffenem  Rand  oder  ohne 
solchen : 

634  — ,  in  der  größten  Länge  nicht  über 

80  cm  messend  R.  G. 

Ü35  — ,  in  der  größten  Länge  über  80  cm 

messend  R,  G. 

686  Reflektoren,  Gartenkugeln  und  andere 
ähnliche  Gegenstände,  nicht  besonders 
aufgeführt,  aus  bemaltem,  vergoldetem 
oder  versilbertem  Glas  R.G. 


Zollsatz 
für  1  kg 

Rein- 
gewiobt  in 
Peso  Gold 


0,875 
3,00 


6f6 


627 
628 


0,16 


0,21 
0,945 

3,09 
0,76 


0,46 

1,20 


R.  G.  1,875 


1,05 
0,45 


0,45 

0,15 
0,375 

0,90 
0,225 


0,61(6 
1,05 

0,46 


Tarif- 
Nr. 


637 
638 


639 

640 
641 
642 
643 


644 
645 
6 16 


647 


Bezeiahnung  der  Waren 


Maßstab 
der  Ver- 
zollung 


648 


649 


1133 
1236 
1269 

1273 


1278 
1279 
12al 
1300 
1301 

1320 

1845 


1580 
1681 
1582 

1583 

1684 

1685 
1586 
1587 


Rosenkränze  aus  Glas : 

— ,  mit  Kette  aus  gewöhnlichem  Metall  G.  G. 
— ,  mit  Kette  aus  Silber  G.G. 

Gewöhnliche   Glasscheiben  mit  glatter  . 
oder  narbiger  Oberfläche,  ohne  Farbe 
oder  Glanz: 
— ,  in  einer  Dicke  von  nicht  über  4  mm, 

jeder  Größe  R.G. 

— ,  in  einer  Dicke  von  über  4  mm: 

— ,  bis  zu  80  cm  in  der  größten  Läng« 

messend  R.  G. 

— ,  über  80  cm  in  der  größten  Länge 

messend  R  G. 

Gekrümmtes  Glas  und  Glas  mit  abge- 
schliffenen Rändern  R.  G. 

Glasscheiben,  verziert  mit  Farben,  mit 
oder  ohne  Figuren,  mit  oder  ohne 
Fassung  aus  Metall  (Glasmosaik)  und 
Lithophanien  (Glaslichtbilder)  aller  Art   R.  G. 

Glasscheiben,  nicht  besonders  aufgeführt   R.  G. 

Uhr-  und  Brillengläser  G.G. 

Glas  für  Pflasterung;  Luken  und  Ziegel 
aus  Glas,  von  mindestens  1  cm  Dicke, 
sowie  armiertes  Glas  (auf  Metallge- ' 
webe  gegossen)  '  R.G. 

Glasabfall  oder  Glas,  gemahlen  oder  in 
der  Masse,  für  gewerbliche  Zwecke, 
und  Ausschuß  R  G. 

Glas  von  natürlicher  Farbe  oder  gefärbt, 
verarbeitet  zu  nicht  besonders  auf- 
geführten Gegenständen,  auch  mit 
Teilen  aus  anderen  Stoffen,  außer 
wenn  es  wegen  seiner  Verbindung 
mit  diesen  Stoffen  anderen  Tarif  - 
nummern  mit  höheren  Zollsätzen 
unterliegt : 

— ,  geschnitten,  poliert,  mit  Säuren  oder 
durch  anderes  Verfahren  geätzt; 
mit  aufgetragenen  metallischen  und 
anderen  Farben  (zur  Verzierung)  so- 
wie solches,  das  zwei-  oder  mehr- 
farbig oder  einfarbig  mit  verschiedenen 
Tönen  ist  R.G. 

— ,  anderer  Art,  mit  Einschluß  der 
Gegenstände,  die  einfach  einge- 
schliffene Stöpsel  oder  bloß  polierte 
Böden  oder  Ränder  haben  R.  G. 

Abziehbilder  jeder  Form  G.G. 

Spritzröhren  aus  Glas  für  Injektionen  G.G. 

Etiketten  oder  Aufschriften  aus  Glas  für 

Fläschchen  G.G. 

Glasfläschchen,  mit  Schmirgel  abge- 
rieben, mit  Aufschrift  in  Glas  oder 
graviert,  bemalt  oder  emailliert,  für 
Apothekerschi  äcke  R.  G. 

Tropfenzähler: 

— :  aus  Glas,  mit  Teilen  aus  Kautschuk  G.G. 

— :  ans  Glas,  in  Form  von  Fläschchen  R.G. 

Glasspritzen  G.  G. 

Saugflaschen  aus  Glas  R.G. 

Saugflaschen  aus  Glas,  mit  Teilen  aus 

Kautschuk  oer  anderen  Stoffen  G.G. 

Milchentzieher  aus  Glas,  auch  mit  Teilen 

aus  Kautschuk  G.  G.- 

Röhren, kleine  Fläschchen  aus  Glas,  mit 
oder  ohne  Stöpsel,  für  homöopathische 
Heilmittel,  Serum  oder  andere  G.G. 
Augengläser: 

— :  mit  Drahtn  etz  aus  gewöhnlichem  Metall    G.  G. 

— :  Kneifer  oder  Brillen: 

— :  mit  Gestell  aus  Schildpatt,  Elfen- 
bein oder  Perlmutter  G.  G. 
— :  andere,  mit  Fassung  nicht  aus 

Edelmetall  G.  G. 

Operogläser  für  Theater: 

— :  mit  FaNsung  aus  Aluminium,  Schild- 
patt, Elfenbein  oder  Perlmutter  G.  G. 

— :  andere,  mit  Fassung  nicht  aus  Edel- 
metall G.G. 

Marine-  oder  Feldstecher  und  Fernrohre    G.  G. 

Prismatische  Gläser  Stück 

Vergrößerungsgläser  und  Stereoskope      G.  G. 


1,50 
18,00 


0,06 

0,18 
0,27 
0,45 


1,05 
0.80 
4,60 


0,09 
0,016 


0,3t 


9,00 


1,50 

2,25 
0,60 
0,76 
0,15 

0,60 

1,80 

3,00 
3,76 

87,50 

.  18,00 

'  45,00 

-  22,60 
7,50 
22,50 
'  3,00 


1989.  (öö.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL  -COBUßG. 


Nr.  13  —  149 


Bezeichnung  der  Waren 


Zollsatz 
Maßstab  für  1  kg 
der  Ver-  Reiu- 
sollung  gewicht  in 
Peso  Gold 


1640  Bogenlampen  and  Glühbirnen 

1649  Wetzsteine  und  Schmirgelsteine,  montiert 

oder  nicht 

1650  Feine  Steine  zam  Schleifen  von  Rasier- 

messern 

1651  Lithographiesteine 

1660  Glasröhren  für  Kessel  oder  Nivellier  angen 


R.G. 

R.G. 

R.  G. 
R.G. 
R.G. 


0,06 

0,03 

0,45 
0,045 
0,075 


Tarif- 
Nr. 

1742 

1747 
1763 
1766 

1789 


Bezeichnung  der  Waren 

Zubereitungen  und  Zemente  zum  Kleben 

von  Fayence,  Glas  usw. 
Künstliche  Zähne  und  Augen 
KinderspieJIzeug:  Steinkugeln 
Kinderspielzeug  aus  Glas,  Porzellan,  Ton 

usw.,  nicht  besonders  aufgeführt 
Schmirgeltuch  für  Schiefertafeln 


Zollsatz 
Maßstab  für  1  kg 
der  Ver-  Rein- 
aollung  gewicht  in 
Peso  Gold 


G.G. 

0,90 

G.G. 

37,50 

R.G. 

0,25 

G.G. 

1,50 

1,135 

Wirtschaftlich-! 

Korrespondenzen. 

ftesehäftsjublläen.  Am  1.  4.  22  blickt  die  Firma  August  E  a i  s s- 
mann,  Maschinenfabrik,  A - G ,  Saalfeld-Saale,  auf  ein 
'50  jähriges  Bestehen  zurück.  Unermüdlicher  Fleiß,  Tatkraft  und  Ausdauer 
des  Grinders  August  Reissmann  haben  ein  Werk  geschaffen,  das  in  den 
5  Jahrzehnten  einen  glänzenden  Entwicklungsgang  genommen  hat.  Am 
80.  11.  1850  in  Erfurt  geboren,  begann  August  Reissmann  seine  Laufbahn 
mit  Erlernung  des  Schlosserhandwerks  und  Besuch  einer  technischen 
Lehranstalt.  Nachdem  er  weitere  Erfahrungen  in  verschiedenen  Werken 
gesammelt  hatte,  kam  er  Anfang  der  siebziger  Jahre  nach  Saalfeld  und 
betätigte  sich  hier  zunächst  in  d°r  Nähmaschinenindnstrie.  Im  Jahre  1872 
gründete  er  unter  bescheidenen  Anfängen  eine  eigene  Firma,  die  sich  in 
den  ersten  10  Jahren  überwiegend  mit  dem  Ban  landwirtschaftlicher 
I  Maschinen  befaßte.  Der  fühlbare  Mangel  an  geeigneten  Maschinen  in  der 
keramischen  Industrie  veranlagte  August  Reissmann,  sich  intensiver  diesem 
Arbeitsgebiet  in  der  Maschinenindustrie  zuzuwenden  und  den  Ban  land- 
wirtschaftlicher Maschinen  einer  verwandten  Firma  zu  überlassen.  Ba- 
sonderes  Augenmerk  wandte  er  in  der  Anfangszeit  dem  Pressebau  zu. 
Neben  der  ihm  als  ersten  gelungenen  Anfertigung  einer  branchbaren 
Kapselpresse  gebührt  ihm  auch  die  Anerkennung,  die  ersten  maschinellen 
Einrichtungen  zur  Fressung  von  Gegenständen  ans  pulverisierter  Porzellan- 
masse geschaffen  zu  haben.  Der  ständige  Ausbau  der  Maschinen  und  die 
zunehmende  Vielseitigkeit  ihrer  Modelle  erforderten  im  Laufe  der  Jahre 
wiederholt  umfangreiche  STeubauten  und  Erweiterung  der  Arbeitsstätten. 
Die  Jahre  während  des  Krieges  benutzte  die  Firma  dazu,  ganze  Maschinen- 
gruppen neu  durchzukonstruieren.  Nach  Rücktritt  des  Gründers  von  der 
Geschäftsführung  im  Jahre  1918  wurde  das  Unternehmen  in  eine  A-G. 
umgewandelt,  deren  sämtliche  Anteile  Bich  im  Besitz  der  Familie  Reiss- 
mann  befinden  Die  Leitung  liegt  seitdem  in  den  Händen  der  beiden 
Söhne,  die  von  Kind  auf  die  keramische  Branche  kennen,  technisch  wie 
[kaufmänoisch  gut  durchgebildet  Bind  nnd  sich  die  langjährigen  Erfah- 
rungen ihres  Vaters  zu  eigen  gemacht  haben.  In  engster  Zusammenarbeit 
mit  der  Keramindustrie  und  in  dem  steten  Bestreben,  den  vielseitigen 
Wünschen  nach  Vervollkommnung  und  Verbesserung  der  Maschinen  gerecht 
zu  werden,  ist  denn  auch  der  Firma  die  Anerkennung  der  Annehmer  nicht 
versagt  geblieben,  den  jeweiligen  Zeitabschnitten  und  Bedürfnissen  durch- 
aus entsprechende  Maschinen  herausgebracht  zu  haben.  Unbeirrt  durch 
die  Steigerung  der  Preise  für  alle  Werkstoffe,  hält  die  Werkleitung  an 
dem  altbewährten  Grundsatz  fest,  dnrch  entsprechende  Ausgestaltung  der 
Konstruktion  die  Preiswürdigkeit  einer  Maschine  aufrecht  zu  erhalten, 
doch  aber  nie  dort  an  Materialien  zn  sparen,  wo  die  Haltbarkeit  nnd  Be- 
triebs icherheit  in  Frage  gestellt  würden.  Die  günstige  Aufnahme  der 
Erzeugnisse  nnd  die  steigende  Nachfrage  denten  die  Richtung  an,  in  der 
pich  die  weitere  Entwicklung  des  Werkes  bewegen  wird.  Dem  in  weiten 
Kreisen  bekannten  und  angesehenen  Begründer  möge  noch  lange  vergönnt 
sein,  sich  des  gedeihlichen  Weiterbaues  seines  Lebenswerkes  zu  erfreuen 

Am  1.  4.  22  begeht  die  in  der  gesamten  Beleuchtnngsbrahche  be- 
kannte Firma  C.  &  W.  Bohnert,  Frankfurt  a.  M.,  ihr  25  jahriges 
iGeschäftsjubiläum.  Im  Jahre  1897  unter  der  Firma  Bohnert  &  Wilberg 
als  Engroshaus  in  Beleuchtungsglas  für  Gas,  Petroleum  nnd  Elektrizität 
gegründet,  nahm  das  Geschäft  im  Laufe  der  Jahre  einen  derartigen  Um- 
fang an,  daß  wiederholt  größere  bauliche  Erweiterungen  vorgenommen 
werden  mußten.  Nach  Ausscheiden  des  Herrn  Wilberg  im  Jahre  1907 
King  das  Unternehmen  in  den  Besitz  der  beiden  Brüder  Carl  und  Willi 
Bohnert  über.  Durch  die  vorbüdliche  Leitung  der  beiden  Inhaber  darf 
das  Unternehmen  heute  als  das  größte  in  seiner  Branche  auf  dem  Kontinent 
angesprochen  werden.  Entsprechend  der  Entwicklung  in  der  B  aleuchtungs- 
branche  werden  gegenwärtig  fast  ausschließlich  elektrische  Beleuchtungs- 
gegenstände geführt. 

f  Das  25  jährige  Geschäftsjubiläum  feiert  au  1.  4.  22  die  Firma 
M,  Baer  &  Co.,  Haus-  und  Küchengeräte,  Frankfurt  a.  M.,  Stiftstr.  8/10. 

Das  25-jährige  Jubiläum  als  Vertreter  der  Porzellanfabrik 
C.  Tieisch  &  Co.,  A-G.,  Altwasser  i.  Schi.,  begeht  am  1.  4.  22  Herr 
Gustav  Matthaei,  Mitinhaber  der  Firma  Matthaei  &  Toftmann, 
Berlin  8  42,  langjähriger  Vorsitzender  und  Mitbegründer  des  Vereins 
Berliner  Musterläger,  sowie  Gründer  des  Verbandes  Berliner  Grossisten  für 
Glas  nnd  Keramik,  E  V.,  Berlin.  Außerdem  feiert  Herr  Gustav  Matthaei 
am  7.4.  das  Fest  seiner  silbernen  Hochzeit. 

Personalien.  Herr  Dipl. -log.  W.  Frommel,  der  fast  10  Jahre 
lang  dem  glastechnischen  Laboratorium  der  Vereinigten  Lausitzer  Glas- 
werke, A.-G.,  Weißwasser,  auch  nach  deren  Uebergang  an  die  Osram 
m.  b  H.  vorgestanden  hat,  übernimmt  am  1. 4.  22  die  Direktion  der 
'Reichsgräflich  Schaff gotschen  Josephinenhütte  in  Schreiberhau. 

Gesetzgebung,  Stenern. 

Das  Gesetz  über  den  Verkehr  mit  ausländischen  Zahlungs- 
mitteln, kurz  Devisengesetz  genannt,  ist  am  1.3.22  in  Kraft  getreten. 
Es  sucht  sein  Ziel,  die  Einschränkung  der  wilden  Devisenspekulation 


ewerblicher  Teil. 

privater  Kreise  dadurch  zu  erreichen,  daß  es  den  Abschluß  von  Devisen- 
geschäften nur  mit  oder  durch  Vermittlung  von  Banken  nnd  besonders 
I   berufenen  Stellen  zuläßt. 

Zahlkarten  für  Steuerentrichtung  und  Kapltalertragateuer 
werden  demnächst  eingeführt  werden,  um  einen  beqiemeu  und  billigen 
Weg  für  die  Abführung  der  Einkommen-,  Umsatz-,  Besitz-,  Erbschafts-  usw. 
Steuer,  des  Bäichsaotopfers  sowie  der  Kapitalertragätea«  für  Hypothekei- 
zinsen  an  die  Finanz-  und  Steuerkassen  za  schaffen.  Fdr  B  ichungszweeke 
sind  die  Rickseiteu  der  Abschnitte  nnd  der  Posteinlieferangsscheine  mit 
einem  Vordruck  versehen. 


Handel  nnd  Verkehr. 

Neuerliche  Erhöhung  der  Eisenbahntarife.  Die  seit  dam  1.3. 
geltenden  Gütertarife  sollen  vom  1. 4  22  ab  um  rund  40  %  erhöht 
werden.  Wegen  der  Kürze  der  zur  Verfügung  stehenden  Zeit  soll  hierzu 
die  Form  des  allgemeinen  Zischlags  gewählt  werden.  Die  Erhöhung  der 
Frachten  für  Eilgut  hat  auch  eine  entsprechende  Steigerung  der  Expreß- 
gutfrachten  zur  Folge;  jedoch  wird  von  einer  Erhöhung  der  Miudest- 
frachten  für  Expreßgut  abgesehen.  Eine  Erhöhung  der  Personentarife  ist 
nicht  in  Aussicht  genommen. 

Zu  einer  Erhöhung  der  Pos'j«9fihren  wird  auch  in  naher  Zu- 
kunft die  Reichsposc- Verwaltung  gegangen  Bein.  Eine  Tariferhöhung 
zum  1  4.  22  soll  jedoch  nieht  stattfinden. 

Daa  „ Wirtschaf tsinstitat  für  Rußland  und  die  Randstaaten«! 
Königsberg  Pr„,  hat  die  Form  eines  eingetragenen  Vereins  angen  mmen" 
Mitgliedsbeitrag  jährlich  M  1000.  Einzelpersonen  können  die  Mitglied 
schaft  auf  Lebenszeit,  Körperschaften  und  Gasellschaf ten  die  Mitgliedschaft 
auf  20  Jahre  (einmaliger  Mindestbeitrag  M  10000)  erwerb  .  Das  genannte 
Institut  ist  in  eine  engere  Arbeitsgemeinschaft  mit  der  in  Moskau  erschei- 
nenden offiziellen  Wirtschaftszeitung  „Ekonomitscheskaja  Shisn"  getreten. 


Ein-  nnd  Aasfahr,  Zollwesen. 

Die  A.  H.  N.  Glas,  Berlin  W.  57,  Goebenstraße  10,  gibt  folgendes 
bekannt:  „Bai  Ntchorüfang  einzelner  Firmen  haben  mt  festgestellt,  dal 
für  fiagierte  Aufträge  Ausfahrbewillieiagea  nach  dau  dttnals  gültigen 
Markpreisen  eingeholt  worden  sind.  Wie  uns  weiterhin  bekannt  giwjrdau 
ist,  werden  diese  Bewilligungen  jetzt  zu  Unterangeboten  beultet.  Wir 
machen  darauf  aufmerksam,  daß  dieses  Vorgehen  ei ae  strafbare  Unjrehang 
der  Außenhandelskontrolle  darstellt  und  behalten  uns  demgemäß  vor,  in 
allen  Fällen  gegen  dia  betreffenden  Firmen  vorzugehen." 

Die  von  der  A.  H.  N.  Feinkeramik  mit  Gültigkeit  ab  15.  12.  21 
herausgegebene  Tabelle  für  Inhaber  von  Lideogaschäften  beim  Verkauf 
von  Porzellangeschirr  hat  mit  sofortiger  Wirkung  fdr  den  Varkiuf  von 
Kristall-  und  Schleifglas  aller  Art  Gelting  Aas  dar  dem 
Aasfuhrantrage  beizufügenden  Proforma-Rschnung  muß  der  gemäß  dieser 
Tabelle  erhobene  Auslandsaufschlag  einwandfrei  ersichtlich  Bein.  S)wait 
Interessenten  diese  Tabelle  nicht  besitzen,  kann  sie  bei  der  A.  H.  N.  Glas 
angefordert  werden. 

Der  Unterausschuß  Ho  hl  glas  hat  in  seiner  Sitzung  am 
9.  3.  22  beschlossen,  bis  auf  weiteres  die  Genehmigung  dafür  za 
erteilen,  daß  Aafträge  in  Beleuchtuagsglas  nach  Frankreich  freibleibend 
zu  den  jeweiligen  Tages-Inlandspreisen  angenommen  werden  können,  wo- 
bei der  Eadbetrag  dar  Rachnang  in  Franken  zum  Kurse  des  Tages  der 
Fakturierung  umzurechnen  nnd  darch  Bunkakkreditiv  za  bezahlen  ist.  Die 
Bezahlung  der  Rechnung  hat  in  Franken  zn  erfolgen.  Der  Unterausschuß 
hat  ferner  neue  Preislisten  in  ausländischer  Währung  herausgegeben,  die 
bei  der  Preisprüfnngsstelle  Hohlglas,  Dresden  N.  6,  Glacisstraße  12,  an- 
gefordert werden  können. 

Die  Ausfuhrmindestpreise  für  „Kobaltpräparate«  sind  durch- 
gängig herabgesetzt  worden.  Näheres  durch  die  Außenhandelsstelle 
Chemie  —  Nebenstelle  „Mineralfarben". 

Zur  Vermeidung  mißbräuchlicher  Benutzung  der  Lieferwerl»* 
beseheinlgung  darch  unreelle  Exporteure  ist  es  für  die  Lieferfirmen 
unumgänglich  notwendig,  in  allen  Fällen,  in  denen  eine  Lieferwerks- 
bescheinigung bereits  erteilt  war,  der  Auftrag  später  aber  rückgängig 
gemacht  worden  ist,  diese  Bescheinigung  zurückzufordern.  Es  empfiehlt 
sich  ferner,  in  dem  Wortlaut  der  Lieferwerksbescheinigung  zum 
Ausdruck  zu  bringen,  daß  die  betreffenden  Waren  znr  Ausfahr  geliefert 
worden  Bind.  Erneut  wird  darauf  hingewiesen,  daß  die  Uebertraguag  der 
Lieferwerksbescheinignng  eines  bestimmten  Werkes  auf  ein  ähnliches 
Erzeugnis  eines  anderen  Werkes  dnrch  den  Exporteur  nicht  statthaft  ist 
und  einen  Verstoß  gegen  die  Außenhandelsregelung  bedeutet. 

Ausfuhrsperre  von  Firmen.  Der  Reichswirtschaftsrat  wird  demnächst 
einen  Gesetzentwurf  verabschieden,  durch  den  die  bisherigen  Härten  in 
der  Verhängung  von  Aasfahrsperren  gemildert  bezW.  völlig  beseitigt 
werden. 


160  —  Nr.  15 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (66.  Jahrgang./ 


Das  Emier  Ina-  and  Einfuhrunt  läßt  für  gewisse  Warengattungen 
wisdtr  Sammelbewilligungen  au. 

Brasilien,  Die  Einfuhr  tob  Warenmastern  ist  besonderen  Be- 
gtünninnveu  unterworfen. 

Dänemark.  Das  nene  Zollgeseta  wird  am  1. 4. 23  noch  nicht  in  Kraft 
ptsrtac  werden  können.  Infolgedessen  wird  es  notwendig  sein,  das  vor- 
läufige LuxuszoDgesetz,  daß  nur  bis  zum  81.3.  Gültigkeit  hat,  zu  ver- 
längern. 

Finnland.  Zollsätze  fflr  Porzellan-  nnd  Glaswaren.  Nach 
Aeußerungen  eines  Abteilungscbefs  bei  dem  bekannten  Warenbaas  Stock- 
mann in  Belsingfors  wird  die  Einfuhr  von  G!a?-  und  Porzellanwaren 
2.  Zt.  gänzlich  durch  die  hohen  Zollsätze  unterbanden.  Der  Zoll  für 
mehrfarbige  Porzellanwaren  beträgt  jetzt  Fmk.  40  für  1  kor.  Ein  Stein- 
gutartikel unterliegt  einem  Zoll  von  Fmk.  4  je  kg,  obgleich  Porzellan- 
waren in  mancher  Hinsicht  vorteilhafter  anzuwenden  sind  als  Steingut. 
Das  gleiche  gilt  für  Glaswaren.  Während  der  Zoll  für  Artikel  aas 
gewöhnlichem  Glas  Fmk.  2  je  kg  beträgt,  macht  er  fflr  andere  Glaswaren 
bis  Faik  80  je  kg  aus.  Für  manche  Glaswaren  beträgt  der  Zoll  das 
Mehrfache  des  Preises  der  Ware  selbst  Die  inländischen  Porgellanfabriken 
Arabia  Porslinsfabrik  in  Helsingfors  und  Abo  PorslinBfabrik  sind  vollauf 
beschäftigt,  um  den  Bedarf  des  inländischen  Marktes  zu  decken.  Hin- 
sichtlich des  Handels  mit  Porzellan-  und  Glaswaren  macht  sich  die 
ausländische  Konkurrenz  nicht  so  Bcharf  geltend,  wie  man  eine  Zeitlang 
befürchtete.  Das  einzige  Land,  dessen  Wettbewerb  ernstlich  in  Frage  kam, 
i»t  Deutschland,  von  wo  jedoch  jetzt  recht  wenig  Waren  zu  erb  »lten  sind. 
Die  deutschen  Preise  liud  im  übrigen  in  demselben  Maße,  wie  die  Beichs- 
mark  sinkt,  erhöht. 

Italien.  Das  Zollaufgeld  betrug  für  die  Zeit  vom  16.  bis  31.  3.  22 
272  •/„  (292). 

BumSnlen.  Der  künftige  Zolltarif  soll  u.  a.  die  Aenderung  auf- 
weisen, dato  an  Stelle  des  Gewiehts7oll*ystems  das  WertzolUystem  ange- 
wandt und  das  Tarifschema  den  veränderten  wirtschaftlichen  Verhält- 
nissen ingepsßt  wird.  An  eine  E'mäßigang  des  Zoilnive^ps  ißt  im  all- 
gemeinen nicht  gedacht,  nur  die  Zölle  auf  Boh-  nnd  Biifastoffe,  die  von 
heimi  eben  Industrien  benötigt  werden,  sollen  eine  Ermäßigung  erfahren. 
Ieri.tr  ist  die  Abteilung  eines  nenen  Warenverzeichnisses  beabsichtigt. 

Span'en.  Der  neue  Zolltarif  (vergl.  Nr.  12/1922,  S.  138/39)  ist 
em  1b  2  22  in  Kr.ft  getreten.  Die  Verordnung  vom  3.6  21,  wonach 
Waren  aus  valutaschwachen  Ländern  mit  einem  besonderen  Aufschlag  be- 
legt werden,  iBt  durch  eine  Verordnung  vom  21.  2.  22  aufgehoben.  Diese 
Verordnung  findet  nur  Anwendung  auf  diejenigen  Länder,  deren  Waren 
nath  dun  zweiten  Tarif  (Vergünstigungstaru)  verzollt  werden  Deutsch- 
land genießt  diese  Vergünstigung  noca  bis  zam  20.  12.  22,  und  es  ist 
zu  bifien,  daß  bis  dahin  ein  neuer  deutsch-spanischer  Handelsvertrag  ab- 
getchosten  ist,  der  Deutschland  auch  ferner  die  Meistbegünstigung  ein- 
räumt Die  spanische  Rgierung  bat  jedoch  erklärt,  daß  sie  den  Valuten- 
Zuschlag  demjenigen  Lande  gegenüber  unverzüglich  wieder  in  Anwendung 
bringen  werde,  welches  der  Einfuhr  spanischer  Produkte  Schwierigkeiten 
in  den  Weg  legt. 

Spanien.  Keine  Zollrücfczahlung.  In  letzter  Zeit  mehren  sich 
die  räue,  in  denen  unternommen  wird,  einmal  nach  Spanien  eingeführte 
Waren,  tür  die  bereits  der  Zoll  gezahlt  wurde,  wieder  nach  Deutschland 
anszalühren  unter  Bückforderung  des  entlichteten  Zollbetrages.  Es  ist 
darauf  hinzuweisen,  daß  die  spanische  Zollgesetzgebung  die  Rückzahlung 
einmal  gezahlter  Zölle  in  keinem  Falle  vorsieht. 

Die  Lage  in  Industrie  nnd  Handel. 

Belgien,  Die  Lage  In  der  Glasindustrie  hat  durch  das  beträcht- 
lich« Nachlassen  der  Auslandsaufträge  eine  neue  liehe  Verschärfung  er- 
fahren. Die  Frage  der  He  absetzung  der  Löhne  iBt  damit  in  ein  akutes 
Stadium  getreten.  In  den  Glasfabriken  Bind  bereits  Plakate  angeschlagen, 
in  denen  die  Arbeiter  aufgefordert  werden,  die  Lohnherabsetzung  anzu- 
nelmen,  da  sonst  mit  einer  alJgemenen  Ausperrnng  gerechnet  werden 
müßte.  Für  die  Glasarbeiter  bedeutet  diese  wirtschaftlich  leider 
notwendige  Maßnahme  einen  harten  Schlag,  da  ihre  Lage  an  sich  nicht 
mehr  gbnatig  ist,  da  sie  nur  das  Dreifache  des  Tagelobnes  von  1913  er- 
hklien,  während  die  meisten  anderen  Industrien  die  Löhne  um  das  Vier- 
fache eihönt  haben.  Man  rechnet  indes  damit,  daß  die  demnächst  statt- 
findend» d  Besprechungen  zwischen  Arbeitgebern  und  den  Arbeiterdelegierten 
zu  tiner  Einigung  führen  werden.  Besonders  scb.wi.rig  ist  die  L»ge 
in  den  Werken  Val-St  Lambert.  Dort  ist  ein  einziger  Ofen  in  Betrieb  ;  die 
übrigen  liegen  still.  Tiotzdem  die  dortigen  Arbeiter  die  Lohnherab- 
setzung bereits  angenommen  haben,  ist  eine  allgemeine  Wiederaufnahme 
der  Arbeit  erst  in  einigen  Monaten  zu  erwarten. 

Giiechenland.  Die  Erzeugung  von  Naxos-Scbmirgel  Im  Jahr 
15121  hat  beinahe  die  Höhe  der  dnichbcunitilicbtn  Jahreserzeugung  vor 
dem  Kriege  wieder  erreicht  Die  Grsnntpiodukiion,  die  bicq  auf  12  703  t 
g-gen  11  075  t  im  Jahre  1220  und  9  826  t  im  Jahre  1919  belief,  verteilt 
eich  wie  folgt  auf  die  einzelnen  Q.altäten:  Ausgesuchte  Qualität  kUioe 
Siücke  120U  t,  große  Stücke  360  t,  I.  Qualität  grobe  Stocke  2177  t, 
kleine  Stucke  3561  t,  II.  Qualität  grolle  Siücke  3165  t,  kleine  Siücke 
2220  t.  Der  gröute  Teil  des  gewonnenen  Schmirgels  gelangt  zur  Ausfuhr, 
die  in  den  eraien  10  Monaten  lfe2'  etwa  7500  t  betrug.  Eine  industrielle 
Verarbeitung  im  Iulund  kann  niefit  vorgenommen  werden,  da  einheimische 
Schmirgelpapier  fabriken  niefit  bestehen. 

Geschäftliche  Mitteilungen. 

gtelugutfabilk  W11t<burg,  A.-G-,  Farge.  Auszng  aus  dem  geneh- 
migten Abscbluß  vom  81.12  21:  Beiagewiun  Jt  5  191  (8  767);  Ab- 
schreibungen Jt  104  758  (261630). 

Bifbard  Blumeureld,  Veltener  Ofenfabrik,  A.-G..  Charlotten» 
bürg.  Die  o  G-V.  vom  28.2.  befechloß  du  Umwandlung  von  Ji  0,6  Mill. 
N«meas-Vorzugsakti«n  in  Inhaber-Vorzugsaktien.    Nach  Mitteilung  der 


Verwaltung  ist  der  derzeitige  Auftragseingang  gut  und  das  Werk  in  allen 

Abteilungen  stark  beschäftigt. 

Dorstener  Glashütte,  A.-G.,  Dorsten.  Das  Unternehmen  schließt 
das  Geschäft- jähr  1919/20  mit  einem  Verlust  von  M  449  918  ab. 

Sächsische  Emallllr-  nnd  Stanzwerke,  vorm.  Gebr.  Gnflcbtel, 
A.-G.,  Lauter  1.  Sa.  Aufzog  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom 
81.  12.  21:  Beingewinn  Jt  785910  (765393);  Dividende  20%  (20)  ;  Ab- 
schreibungen M  708  800  (495  387)  —  Die  Verwaltung  teilt  im  Geschäfts- 
bericht mit,  daß  das  Unternehmen  mit  einem  befriedigenden  Auftrags- 
bestand in  das  neue  Jahr  eingetreten  sei.  Die  bisherige  Entwicklung 
sichere  der  Gesellschaft  auerueuende  Beschäftigung  für  längere  Zeit. 


General -Versammlungen. 

Porzellanfabrik  Ph.  Eosenthai  &  Ca.,  A.-G.,  Berlin:  o.  G.-V.  12.4.  22, 
12^9  Uhr  m,  Bareau,  Berlin. 

AelteBte  Volkstedter  Porzellanfabrik,  AG.,  Volkstedt :  0.  G.-V.  II.  4. 22, 
12  Ubr  m.,  Bankhaus  Gebr.  Arnbold,  Dresden. 

Triptis  A-G.,  Triptis:  0.  G.-V.  29.4.  22,  12  Uhr  m,  Bankhaus  Gebr. 
Arnhold,  Dresden 

Deutsche  Steinzengwarenfabrik  für  Canalisntion  und  Chemische 
Industrie,  Friedri -hsfeld:  0.  G  -V.  21.4  22,  10»/«  Uar  v.,  Geschäftslokal, 
Friedrichsfeld.  T.-O. :  u.  a.  Kapitalserhönung  um  M  4  MilL  Inhaber- 
Stammaktien. 

Vereinigte  Servais  Werke,  A  -G.,  Trier:  0.  G.-V.  6. 6.  22,  11  Uhr  v., 
Hotel  Porta  Ni/ra,  Trier. 

Mindener  Kerament-W«rke,  A.-G.,  Minden  i  W.:  0.  G-V.  12  4  22, 
6  Ubr  n.,  Handelskammer,  Minden.  T.-O.:  u.  a.  Kapitalserhöhung  um  bis 
zu  3,25  Mill.  Inhaberaktien. 

Max  Bnesler,  Feinsteingutfabrik,  A.-G.,  Bodach:  0.  G.-V.  11.4.22, 
10  Ubr  v ,  Bankhaus  Gebr.  Arnhold.  Dresden. 

Keramik  A.-G.,  Velten:  0.  G.-V.  8  4.  22,  11  Uhr  v.,  Hotel  Bussisoher 
Hof,  Berlin 

F.  Ad.  Bichter  &  Cie.,  A-G.  Baukastenfabrik,  Rudolstadt:  0.  G.-V. 
8  4.  22,  8  Ubr  a  ,  Ge«häftsräome,iB»dd8tad6.  T.-O.:  u.a.  Kapitalserhflhaug 
um  Jt  3,75  Mill.  auf  Jt  7,5  Mul. 

Stralaaer  Glashütte,  A.-G..  Stralau:  0.  G.-V.  22. 4.  29,  11  Uhr  V., 
Bank  fflr  Handel  und  Iudnstrie,  Berlin.  T  -0. :  u.  a.  Kapitalierhöhung  um 
M  8  Mill.  6°/o  Vorzugsaktien. 

Voßwerke,  A.-G.,  Hannover:  0.  G.-V.  11.4.22,  4  Uhr  n.,  Sitzungs- 
saal, Hannover.  ■ 

Messen  nnd  Ausstellungen. 

Eine  Kölner  Messe  wird  erstmalig  für  des  Frühjahr  1928  geplant. 

Die  Bririebfefoim  der  Messe  soll  eiie  Privatwirtschaft!!  he  s»iu,  an  der 
Stadt,  Handelskammer  nnd  Handwerkskammer  sowie  die  maßgebenden 
Organisationen  von  Handel,  Industrie  und  die  Gewerkschaften  beteiligt 
sein  sollen. 

Die  deutsche  Oslmesse  Königsberg  1.  Pr.  bat  mit  dem 
glänzenden  Verlauf  ihrer  4  Veranstaltung  einen  wirtschaftlichen  Sieg 
nach  dem  Osten  errangen,  der  für  ganz  Deutschland  bedeutungsvoll  ist. 
Insgesamt  waren  20000  Einkäufer,  darunter  1400  Ausländer, 
zu  der  in  allen  Geschäftszweigen  reichlich  beschickten  Mdsee  ein- 
getroffen. Haushaltnngsartikel,  Porzellan  und  Glas  fanden  guten  Absatz. 
Die  ostpreußisebe  Kundschaft  war  wieder  geschlossen  am  Markt, 
ebenso  die  Einkäufer  aus  Mrmel  nnd  Danzig.  Letzteres  war  aber  durch 
seine  Zollunion  mit  Polen  stark  am  Kauf  behindert.  Polen  selbst  stand 
ganz  abseits.  Litauen  war  außerordentlich  stark  vertreten  nnd  kann  als 
ostpreubi^chea  Hinterland  angesprochen  werden.  Gleichmäßig  geblieben 
ist  der  Besuch  aus  Lettland,  das  auch  in  dem  gleichen  Mȧe  wie  Litauen 
einkaufen  konnte.  Bemerkt,  Wurde  der  lebhaftere  Verkehr  mit  Estland. 
Auch  nach  der  Ukraine  hin  konnten  größere  Aufträge  gebucht  werden. 
Sehr  wertvoll  für  die  zukünftige  Entwicklung  der  MeBse  wie  überhaupt 
für  die  Entwicklung  des  Handelsverkehrs  nach  dem  Osten  war  die  An- 
wesenheit von  Begierungs-  und  Pressevertretern  aus  den  Randstaaten  nnd 
Bißland.  Es  sind  tier  Beziehungen  angeknüoft  worden,  die  von  größter 
praktischer  Bedeutung  sein  werden.  Der  Verlauf  der  bisherigen  Ver- 
anstaltungen läßt  klar  erkennen,  daß  die  Deutsche  Ostmesse  mit  ihren 
Bestrebungen  auf  dem  rechten  Weg  i«t  und  daß  ihr  künftig  als  Mittlerin 
im  östlichen  Handel  eine  bedeutende  Rille  zufallen  wird. 

Sfldwestdeutsebe  W  ärmewirtoe.hafts-  and  Wfirmelndustrle- 
AassteLung  Ladwigshafen  a.  Bu.  1922.  Von  der  im  verflossenen  Janre 
in  Mün"brn  statt  gefundenen  Ausstellung  für  Wärmewirtschaft  ist  bekannt- 
lich ein  Teil  als  Wanderausstellung  ausgewählt  and  bisher  mit  großem 
Erfolg  in  Berlin,  Breslau,  Königsberg  und  Stettin  gezeigt  worden.  Zur 
Z-it  beiladet  sie  Bich  in  Düsseldorf,  von  wo  aus  sie  wieder  von  der 
Bayerischen  Landeskoblenstelle  übernommen  wird,  um  von  die  w  in  Ladwigs- 
hafen a  Bh.  unter  der  Bezeichnung  „Süd westdeutsche  Wä-nn-wirtscnafts-  und 
Wärmeindustrie-AuiBtellung1'  in  der  Zeit  vom  1  — 30. 6  22  vorgeführt  zu 
werden.  Wie  in  München  soll  auch  hier  wieder  eine  Firmenausetelluag  mit 
Beschränkung  anf  das  Gebiet  der  Wärme  Wirtschaft  stattfiuden,  wobei  j  .doch 
nnr  in  j  der  Hinsicht  einwandfreie  Gegenstände  Zulassung  finden  «nlien. 
Die  Bani-iche  Anilin-  und  Sodafabrik  hat  in  entgegenkommender  Weise 
das  große  Vereinshaus  nebst  umii  geudeui  Gelände  zur  Verfügung  gestellt. 
Den  1.  Teil  der  Lebr-Ansstellang  bildet  die  Allgemeine  Abteilung  mit 
den  vier  Gruppen:  Energie-  und  Brennstoff  Statistik,  Brennstoffaunde, 
Feuerungskunde  und  Meßtechnik.  Im  2.  Teil  erscheint  dann  die  Wärme- 
wirlBchuft  des  Htusbrandea,  gegliedert  nach  den  Gruppen:  Wärmescnutz 
der  Gebäude,  Haut-kamine,  Kachelöfen  und  Rnrhelherde,  eiserne  Oefen  und 
eiserne  Herde,  Zentralheizung  nnd  Gas  im  Haushalt.  Den  Schluß  bildet 
die  Abteilung:  I  iduetriefeuerungen  mit  den  fliuf  Gruppen:  Kohlenlagerang, 
SpeioeWdSBerreiuignng,  Dampferzengaog  and  Dauipfverweitinir,  Feuerungen 
der  keramiechen  und  verwandten  Iuduetrien.  Die  gleiche  Gliederung  soll 
auch  die  Fitmenausstellnng  erfahren.  Aufgabe  der  Lehraaesteilung  ist  es, 
die  Verbraucher  der  EienuBtoffs  über  die  technischen  Möglichkeiten  zur 


SPRECH  SAAL  —  COBURG.  Nr.  IS  ^  1S1 


1922.   (56.  Jahrgang.) 

Verbesserung  der  Anlagen  und  aur  sparsamen  Verbrennung  der  Brennttoffa 
aufzuklären.  Darüber  hinaus  soll  sie  aber  der  breitesten  Oeffentlichkeit 
ein  Bild  davon  geben,  was  das  Wort  „Wärmewirt schaft"  besagt  nnd 
welche  Bedeutung  den  Brennstoffen  für  die  gesamte  Volkswirtschaft 
ankommt.  Im  Anschloß  daran  soll  die  Industrie-Ausstellung  den  Firmen 
Gelegenheit  geben,  zu  zeigen,  wie  bei  ihren  Erzeugnissen  die  in  der  Lehr- 
ausstellusg  hervorgehobenen  Gesichtspunkte  in  möglichst  vollkommener 
Weise  verwirklicht  sind,  und  sie  soll  zugleich  den  Besuchern  der  Aus- 
stellung die  Möglichkeit  bieten,  die  Bezugsquellen  für  gute  Erzeugnisse 
kennen  za  lernen. 

Eine  deutsche  Kunstgewerbe  •  Ausstellung  In  Newyork  unter 
Förder ung  des  Deutschen  W^rkbundes  ist  am  20.8.22  «Töffoet  worden. 

Internationale  Ausstellung  Bio  de  Janeiro  1922.  Nachdem  eine 
geschlossene  dent  che  Abteilung  weder  inoffizieller  nocn.in  privater  Form 
zustande  gekommen  ist,  hat  e?  der  Verband  deutsch-brasilianischer  Firmen 
in  Bio  übernommen,  Bich  derjenigen  deutschen  Firmen,  die  an  der  Aus- 
stellen? teilnehmen  wollen,  anzunehmen.  Weitere  Auskünfte  erteilt  die 
Geschäftsstelle  der  deutschen  Handelskammer  in  den  lateinamerikanischen 
Ländern,  Hamburg  11,  Börse.  .-■  -'•  


Verbände. 

Preiserhöhung  für  Porzellan.  In  der  am  21.3.  22  in  Nürnberg 
abgehaltenen  Versammlung  des  Verbandes  deutscher  Porzellangeschirr- 
fabriken  wurde,  wie  wir  hören,  folgende  Preiserböaung  bescalos-en :  Die 
bisherigen  Preise  werden  mit  Wikung  vom  21.8.  um  50  0/0  erhöht.  Die 
Verpackungsspesen  werden  auf  3°/o  herabgesetzt.  Die  Frist  für  Annul- 
lierungen läuft  am  1.4.  22  ab. 

Preiserhöhung  für  elektrotechnisches  Hocbspannnngsporzellan. 
Die  Vereinigten  Porzellan-Isolatoren-Werke  erhöhten  infolge  Steigerung 
der  Gestehungskosten  ihre  Verkaufspreise  für  HocbBpannungs-I<olatoren 
für  Freileitungen  und  Apparate  mit  Wirkung  ab  1.  4  5:2  um  30°/0  der- 
gestalt, daß  auf  die  bisherigen  Iolandsgrundpreise  ein  siebtbarer 
Teuerungszuscblag  von  30°/0  erhoben  wird.  Auch  die  ab  1.  4.  22  in 
Kraft  tretenden  neuen  Inlandspreise  verstehen  sich  wie  bisher  frachtfrei 
deutschen  Empfangsstationen  und  gelten  für  alle  Lieferungen,  welche  bis 
zum  80  4.  2a  erfolgen 

Preiserhöhung  für  Tafelglas.  Nachdem  von  den  sächsischen  und 
schlesi»ch-lau8itzer  TafelglaBhütien  eine  Preiserhöhung  um  80  o/o  vor- 
genommen worden  ist,  hat  der  Verband  der  rheinischen  und  westfälischen 
Taielgiashtttten,  Bonn  a.  Eh.,  jetzt  eine  gleiche  Verfügung  betroffen. 


Bücherschau. 

Werkstoffe.  H°ndwörterbuch  der  technischen  Waren  und  ihrer 
Bestandteile,  unter  Mitwirkung  zahlreicher  faebwissenschaftlicher  Mit- 
arbeiter herausgegeben  von  Prof.  Dr.  Paul  Krais  Zweiter  Band  G— R, 
Dritter  Band  S— Z.  Leipzig  1921.  Verlag  von  Johann  Ambrosius  Barth. 
Preis  3  Bäude  brosch  M  450—,  geb.  Ji  540.— 

Wir  hatten  die  Gelegenheit,  bereits  in  Nr  26  des  Sprechsaal  1921 
dem  ersten  Band  des  prächtigen  Werkes  eine  ausführlichere  Besprechung 
zu  widmen;  heute  sind  wir  in  der  Lage,  den  2.  und  3  Band  des  Werkes 
anzi  zeigen,  womit  die  „Werkstoffe"  abgeschlossen  sind  Sie  wurden  in 
so  kurzer  Zeit  herausgebracht  daß  dies  entschieden  als  eine  Leistung  be- 
zeichnet werden  miß,  die  dem  Herausgeber  und  dem  Verlag  nur  zur  Ehre 
genichen  kann.  Aber  auch  für  das  Werk  selbst  ist  dies  ein  Vorteil  inso- 
fern, als  es  in  seiner  äußeien  und  inneren  Form  wie  ans  einem  Guß 
erscheint.  Inhaltlich  stehen  die  beiden  Bände  dem  ersten  gegenüber  auf 
gleicher  Höne,  ihr  Umfang  hat  jedoch  je  um  300  Seiten  zugenommen, 
obgleich  statistische  Angaben  anf  das  Notwendigste  beschränkt  wurden. 

Was  die  „Werkstoffe"  wollen  und  wie  ihr  Inhalt  gegliedert  ist, 
wurde  in  der  er^en  Besprechung  ausführlich  erörtert;  es  sei  daher  nur 
wiederholt,  daß  jeder  Werkstoff  als  technisches  Individuum  mit  allem  dem 
dargestellt  ist,  was  bezüglich  Beiner  Gewinnung,  Beiner  Eigenschaften, 
seines  Verhaltens  u.  dgL  wissenswert  ist.  Diese  gleichsam  monographische 
Behandlung  ist  ein  wesentlicher  Vorzug,  der  hei  dem  nunmehr  vollständig 
vorliegenden  Werk  recht  in  die  Erscheinung  tritt. 

Von  besonderem  Interesse  für  uns  sind  die  Abschnitte  Glas,  Por- 
zellan und  Tonwaren.  Das  Glas  hat  durch  H.  Thiene  eine  glänzende 
DarBtellnng  gefanden,  .wie  sie  bi-her  nirgends  gegeben  wurde;  der 
Literaturnachweis  allein  umfaßt  etwa  300  Hinweise  und  dürfte  so  voll- 
kommen anderweitig  kaum  zu  finden  sein.  F.  Singer  schrieb  über  das 
Poizelan;  die  sachliche  Behandlung  dieses  Gegenstandes  ist  von  anderen 
Veröffentlichungen  des  Verfassers  bekannt.  L.  Marckwald  hat  den  Ab- 
schnitt Über  die  Tonwaren  geschickt  verfaßt,  während  die  Steine  nnd 
Erden  von  verschiedenen  Fachleuten  trefflich  behandelt  wurden.  Aber 
auch  sonst  ist  die  Bearbeitung  der  einzelnen  Werkstoffe  einwandfrei  und 
die  Damellung  überall  trotz  der  vielen  Mitarbeiter  einheitlich  und  klar. 

Ein  derartiges  Werk  über  d>e  Werkstoffe  war  ein  Bedürfnis;  dieses 
iu  so  einwandfreier  Weise  befriedigt  zu  haben,  dafür  gebührt  dem  Heraus- 
geber volle  Anerkennung.  Weiteste  Kreise  werden  die  Neuerscheinung 
dankbar  begrüßen,  und  vor  allem  Nutzen  und  Anregung  daraus  schöpfen, 
denn  feie  vermittelt  Mateiialkenntnis  und  führt  damit  zur  Qualitätsarbeit. 


Firmenregister. 

Deutsehland. 

Porzellanfabrik  Schönwald,  Abteilung  Arzberg,  Arzberg.  Stellver- 
tretender Direktor  August  Schrumpf  hat- Gesamtprokura. 

Porzellanfabrik  Fraureuth,  A.-G.,  Fraureuth.  Der  zum  VörBtandsmit-, 
glied  bestellte  Direktor  Ernst  M  Bauer  ist  mit  einem  zweiten  Vorstandsmit- 
glied oder  einem  Prokuristen  vertretungsbefugt. 

Porzellanfabrik  Kahla,  Kahla.  Hermann  Waller  ist  durch  Tod  aus 
dem  Aufoichtsiat  ausgeschieden. 

Zahnfabnk  Wienand  Söhne  &  Co.,  G.  m.  b.  H„  Zweigniederlassung 
Berlin.  Unter  vorstehender  Firma  ist  von  dem  Unternehmen  (Hauptsitz 
Sprendlingen)  eine  Zweigniederlassung  iu  Berlin  errichtet  worden. 


Duxer  Porzellanmannfaktur,  A-G,  *e'Ja.  Ed,  Eichler,  Barlin- 
Heinrich   Cassel   wurde   als   weiteres  AufeichtsratBmitglied  zugewählt. 

Peter  Spang  Witwe,  Baumbaeh.    Alleinige  Inhaberin  ist  Witwe 
Margareta  Spang,  geb.  Kuch. 

Beinhold  Merkelbach,  Grenzhausen,  und  Steinzeugwerke  Höhr-Grenz- 
hausen, G  m.  b-  H.,  Grenzhausen.  Die  alleinige  Iahaberin  bezw. 
Geschäftsftthrerin  Witwe  Gertrude  Merkelbach  ist  wieder  verheiratet  und 
jetzt  die  Ehefrau  des  Professors  Dr.  Hans  Fr.  v.  Liebig. 

Norddeutsches  Ton  und  Steinzeugwerk  Wismar,  G.  m.  b.  H.,  Wismar. 
Ragnar  Nilsson  jan.  ist  ausgeschieden,  Kaufmann  Hans  Westendorf  als 
Gesellschafter  und  Geschäftsführer  eingetreten.  Seine  Proknra  ist  erloschen'. 

Suddeutsche  Keramik- Werke,  G.  m.  b.  H„  Karlsruhe.  Die  Vertretungs- 
befugnis  des  Gescbäftsiührers  Peter  Palm  ist  beendet. 

Rheinisehe  Kunstfigurenfabrik,   Bender   &  Werners,   Köln.  Die 
Prokura  der  Frau  Frieda  Bender  ist  erloschen. 

Bad-Nauheimer  Kunsttöpferei  und  Kachelofenwerke  Drillberg  uud 
Olsen,  Schwalheim  Keramiker  Jakob  Olsen  ist  ausgeschieden,  die  offene 
Handelsgesellschaft  aufgelöst.  Die  Firma  lautet  jetzt:  „Bad- Nauheimer 
Kunsttöpferei  und  Kachelofen  werke  Gastav  Düllberg,  Schwalheim". 

S.  Loevenich.  &  Co.,  Frechen.  Fabrikbesitzer  Heinrich  Hendrickx  ist 
als  persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten.  Er  ist  selbständig 
vertretungsbefugt. 

Loevenich  und  Hendrickx,  Frechen.  Frau  Rosa  Hendrickx  ist  aus- 
geschieden Fabrikbesitzer  Jakob  Cremer,  Kaufmann  Toni  Breuer,  Frau 
Justizrat  Marie  Platten,  Francios  van  Harn,  Marie  Cretner,  Dr  Mathias 
Oremer,  Frau  Theresa  Jakobshagen,  Rechtsanwalt  Josef  Hendrickx  und 
Landwirt  Mathias  Cremer  sind  als  persönlich  haftende  Gesellschaf i er  ein- 
getreten Vertretungsbefugt  sind  nur.  Jakob  Cxemer  und  Heinrich 
Hendrickx,  und  zwar  jeder  selbständig. 

Pfälzische  Schamotte-  und  lonwerke  (Schiffer  und  Kircher),  A.-G., 
Grttnstadt.  Die  Prokuristen  Wilhelm  Hasselberger  und  Alois  Kellermanu 
sind  aueb  gemeinsam  mit  einem  ordentlichen  oder  stellvertretenden  Vorstands- 
mitglied vertretungsbefugt. 

Glashütte  Neuwerk,  A.-G.,  Bsrlin.   Fritz  Weiland  und  Gart  Hertig 
haben  GeBamtprokura. 

Glasfabrik,  A.- G  ,  Brockwitz.  Die  Kapitalserhöhung  um  M  4  05  Mill. 
Stamm-  und  Jt  0,15  Mill.  Vorzugsaktien  auf  7,6  Mill.  ist  durchgeführt 
Za  Vorstundsmitgliedern  wurden  die  bisherigen  Prokuristen  Adolf  Gäbler. 
und  Max  Tachackert  bestellt.  Vorstandsmitglied  Julius  Mandt  ist  selb- 
ständig vertretungsbefugt.  Betriebsingenieur  Friedrich  Schütz  hat  Gesamt- 
prokura. 

Peill  &  Sohn,  G.  m.  b.  H.,  Hamburg.  Herstellung  und  Vertrieb  aller 
Sorten  ven  Glas-  und  Glaswaren,  sowie  Beteiligung  an  und  Uebernahme 
von  gewerblichen  Unternehmungen  gleicher  oder  ähnlicher  Art.  Stamm- 
kapital: Ä  300  000  Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer  Bind 
Geh.  Kommeizienrat  Leopold  Peill  und  Leopold  Ptill  jan. 

Glaswerke  Gelsdorf,  G.  m.  b.'H.,  Weißwasser,  O.-L.  Das  Stamm- 
kapital ist  um  M  200  000  auf  Jk  2  Mill.  erhöut. 

Albert  Nicolai,  Aatralflaschenfabrik,  Altenburg,  S.-A.  Fabrikation 
von  Isolierflaschen. 

Fürth  Aachener  Spiegel-Manufaktur  Karl  Romberg,  G.  m.  b.  H., 
Berlin.  An  Stelle  des  abgeschiedenen  Ernst  Lange  Warden  die  Kaufleute 
Mario  Luks  und  Wilhelm  Heinrich  zu  Geschäftsführern  bestellt. 

Ki«tall-Glassch!eiferei  und  Glasversand  Heinrich  &  Kollosohe, 
Döbern,  N.-L.  Penöulich  haftende  Gesellschafter  sind  die  Glasschleifer- 
meister  Max  Heinrich  nnd  Richard  Kollosehe. 

Glaespritzenschleiferei  Hermann  Straßenmeyer,  Frankenhain,  8,-G. 
Inhaber  ist  Fabrikant  Hermann  Straßenmeyer. 

Hugo  Heckert,  Halle.  Die  Prokura  des  Richard  Ebhardt  und  Albart 
Koch  ist  erloschen.  \ 

Arnold  Fliedner.  JImenau.  Thermometer-  und  Glasinstrumentenfabrik. 
Alleiniger  Inhaber  ist  Fabrikant  Arnold  Fliedner.  Betriebsleiter  Paul 
Fliedner  hat  Einzelprokura. 

Friedrich  Schmidt,  Thermometer  und  Glasinstrumente,  Langewiesen. 
Inhaber  ist  Glasbläsereibesitzer  Friedrich  Schmidt. 

Reklame- Fabrik  Hero,  G  m.  b.  H.,  Leipzig-Schlenßig  (Oeserstr.  7). 
Stammkapital:  JC  20000  Herstellung  und  Vertrieb  von  Glaspiakaten. 
Geschäftsführer  ist  technischer  Leiter  Erich  Härtel. 

Metallglas  A.-G.,  Ludwigsburg.  Herstellung  '  und  Vertrieb  ton 
Metallverglasungen  und  verwandter  Artikel.  Grundkapital:  Jt  1  MilL 
Vorstand  ist  Kaufmann  Erwin  Schell.  Die  Gründer,  die  sämtliche  Aktien 
übet  Bommen  haben,  Bind  die  Kaufleute  E.  Schell  und  K.  Petrich,  Fabri- 
kant P.  Schell,  Ingenieur  H  Formis,  C.  Scharr  und  K.  Wacker.  Mit- 
glieder des  ersten  Aufrichtsrates  Bind  C.  Schurr,  H.  Formis  und  K.  Petrich. 

Alfred  Siegmund,  vorm.  A.  E.  Lidwig  Witwe,  Mellenbach.  Inhaber 
ist  Glas-  und  KiBtenfabrikant  Alfred  Siegmund. 

IsolierflaBchenfabrik  H.  Qaandel  &  E  Göpfert,  G.  m  b.  H.,  Pirna. 
Die  Geschäftsführer  siud  nur  noch  gemeinsam  vertretungsbefugt. 

Fritz  Keßler,  Schmiedefeld,  Kr.  Schleusingen.  Thermometer-  und 
Glasinstrumentenfabrik  und  Exportgeschäft.  Inhaber  ist  Kaufmann  Fritz 
Keßler. 

Emaillierwerk  Gottartowitz  Max  Kaspar,  Gottartowitz.  Das  Handels- 
geschäft ist  auf  die  nachgenannte  G.  m.  b.  H.  übergegangen. 

Emaillierwerk  Gottartowitz,  vorm.  Max  Kaspar,  G.  m.  b.  H,  Got- 
tartowitz, Kr.  Rybnik.  Stammkapital:  M  300  000.  Geschäftsführer  ist 
Fabrikbesitzer  Max  Kaspar. 

Vereinigte  Eschebach'sche  Werke,  A.-G.,  Dresden  und  '  Radeberg. 
Neu  in  den  Anfsichtsrat  wurden  die  Direktoren  J.  G.  Kierdorf  und  Dr. 
R.  von  Klemperer  sowie  Hofrat  Dr.  L.  Antou  gewählt. 

Eisenwerk  Wertheim,  A.-G.,  vorm.  Wilh.  Kreß,  Wertbeim.  Her- 
stellung von  Herden  und  0«f3n,  Eisenwaren  und  Emaillewaren  aller 


162  —  Nr.  13 


SPRECHSAAL  - COBURG. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


Art,  insbesondere  Fortbetrieb  der  unter  der  Firma  Eisenwerk  Wertheim 
vorm  Wilh.  Kreß  betriebenen  Eisengießerei,  Emaillierwerk  und  Herdfabrik. 
Grundkapital:  Jt  1,6  Mill  Vorstandsmitglied  ist  Ingenieur  Ludwig  Gille. 
Die  Kaufleute  Michael  Zembsch  und  Wilhelm  Perabo  haben  Gesamtprokura. 
Die  Gründer,  die  sämtliche  Aktien  übernommen  haben,  sind:  Fabrikant 
0.  Langguth,  Hedwig  Langguth,  Kommerzienrat  W.  Langguth,  Kaufmann 
F.  Langguth  und  Prof.  A.  Eisenlohr.  Aufsichtsratsmitglieder  sind:  Fabrikant 
0  Langguth,  Vors.,  Kommerzienrat  W.  Langguth,  stellv.  Vors.,  und  Prof. 
A.  Eisenlohr. 

Eisenwerk  Wertheim,  vorm.  Wilh.  Kreß,  Wertheim.  Die  Gesamt- 
prokura des  Direktors  Josef  Aicher  und  des  Kaufmanns  Michael  Zembsch 
ist  erloschen.   Die  Firma  ist  erloschen. 

Nestler  &  Breitfeld,  G.  m.  b  H,  Zweigniederlassung  Wittigsthal. 
Das  Grundkapital  ist  um  M  2  Mill.  auf  Jt  4  Mill  erhöht  worden. 

Bamberser,  Leroi  &  Co.,  Köln,  G.  m.  b.  H.,  Köln  (AachenerstraBe  63). 
Handel  und  Fabrikation  von  sanitären  Artikeln  aller  Art  für  Gas,  Wasser 
und  Dampf,  und  zwar  sowohl  im  In-  wie  Ausland.  Stammkapital:  M  21 000. 
Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer  sind  Kommerzienrat  Simon 
Bamberger  und  die  Fabrikanten  Otto  L.  Benzinger  und  Alfred  Leroi. 

Deutsche  Porzellan  -  Verkaufsgesellschaft  Depoveg,  Ludwig  Riehl, 
Frankfurt  a.  M.  Die  Firma  ist  geändert  in :  „Rosenthal-Porzellan-Nieder- 
lage Ludwig  Kiehl".  Geschäftsinhaber  Ludwig  Kiehl  wohnt  jetzt  in 
Biebrich  a.  Eh.    Kaufmann  Hugo  Lehmann  hat  Einzelprokura. 

Glas-  und  Porzellanhandlung  Paul  Schwarz,  Berlin- Steglitz.  Inhaber 
ist  Kaufmann  Paul  Sehwarz. 


Heckert  &  Co.,  Halle.  Die  Prokaren  des  Bichard  Bbhardt,  Hugo 
Greiner,  Albert  Koch,  Franz  Böheim,  Martin  Kahne,  Hermann  Kühn  und 
Otto  Stenzel  sind  erloschen. 

Heckert  &  Co.,  A.-G.,  Halle  a.  8.  Der  Sitz  ist  von  Berlin  nach 
Halle  verlegt. 

Georg  Lenk,  Walderahof.  Kaufmann  Georg  Kropf  hat  Prokura. 
Otto  Bucker,  Hof,  Porzellangroßhandlung.    Inhaber  ist  Kaufmann 

Otto  Backer. 

Sack  &  Voit,  Bahnhof  Selb-Plö?berg.  Das  bisher  bestandene  Pacht- 
verhältnis des  Kaufmanna  Willy  Flessa  ist  beendigt.  Persöalich  haftende 
Gesellschafter  sind  Witwe  Lotte  Sack  und  die  Kanflente  Rudolf  und 
Martin  Sack. 

Otto  Sempf,  Porzellan-Großhandlung  und  Export,  Nenhaldenaleben. 
Inhaber  ist  Kaufmann  Otto  Sempf. 

Schwarzglas- Vertriebs-Gesellachaft  m.  b.  H.,  Leipzig.  Die  Gesell- 
schaft ist  aufgelöst.    Liquidator  ist  Kaufmann  Ernst  B.  Thiele. 

Technische  Glaswaren,  G.  m.  b.  H,  Siamensotadt,  Zweignieder- 
lassung Berlin-Wilmersdorf.  Stammkapital:  Jt  260  000.  Geschäftsführer 
sind  Kaufmann  Wilhelm  Stiller,  Fabrikdirektor  Willi  Krüsrer  und  Ü3er- 
ingenieur  Fritz  Laschen.  Sie  sind  nar  gemeinsam  za  je  zweien  oder 
einzeln  ia  Gemeinschaft  mit  einem  Prokaristen  vertretungsbefugt. 

Elektro- Osmose,  A.-G.  (Graf-Sihwerin-Gesellschaft),  Berlin.  Professor 
Dr.  W.  Büppel,  bisher  stellvertr.  Vorstandsmitglied,  ist  zum  ordentlichen 
Vorstandsmitglied  ernannt. 


Fr a  gekästen  d 

Keramik. 

52.  Wir  beabsichtigen,  die  abmiehendtn  Feuergase  nach  dem  Brande 
«in es  Porzellanofens  mit  durchschnittlich  60  cbm  Glattbrennraum  und 
darüberlieaendem  Glühofen  zur  Dampferzeugung  zu  verwenden,  und  zwar 
soll  ■  die  abziehende  Eitze  unmittelbar  nach  dem  Abbrennen  durch  einen 
Röhrenkessel  geleitet  werden,  woraus  wir  genügend  Dampf  für  eine  Nieder- 
druckleitung  zu  gewinnen  gedenken.  Zu  diesem  Zwecke  möchten  wir  wissen, 
wieviel  Hitzegrade  sich  etwa  1  m  über  dem  Kaminaufsatz,  von  der  Glüh- 
ofenkuppel an  gerechnet,  im  Kamin  befinden,  und  in  welch  ungefährem 
Verhältnis  der  Bückgang  der  Sitze  innerhalb  24  Stunden  vor  sich  geht. 
Die  Ofenmasse  sind:  a)  Glattbrennraum :  5  m  Durchmesser,  3,20  m  Höhe 
bis  zum  Widerlager;  b)  Glühraum:  5,20  m  Durchmesser,  2,40  m  Höhe 
bis  zum  Widerlager  bezw.  5  m  bis  zum  Schornsteinansatz.  Es  wird  bei 
SK  14  abgebrannt,  und  die  Brennzeit  beträgt  durchschnittlich  24—28 
Stunden.  Wir  nehmen  an,  daß  bei  Oefen  kleinerer  Konstruktion  bei  der- 
selben Brenntemperatur  sich  im  Schornstein  dieselbe  Hitze  entwickelt. 

Erste  Antwort:  Der  Gedanke,  die  Abhitze  in  der  von  Ihnen 
beabsichtigten  Weise  auszunützen,  ist  wohl  schon  bei  manchem  aufgetaucht. 
Ausführbar  ist  derselbe,  ob  aber  wirtschaftlich,  ist  eine  andere  Frage. 
Ueber  die  Temperaturabnahme  werden  kaum  Behr  viele  Messungen  vor- 
liegen; im  allgemeinen  liegt  die  Sache  so,  daß  man  bestrebt  ist,  die  Ab- 
kühlung der  Oefen  nach  Möglichkeit  zu  beschleunigen,  um  den  Ofen 
möglichst  rasch  entleeren  zu  können.  Diese  Abkühlung  könnte  man  nnn 
natürlich  gerade  so  gut  auch  im  Interesse  der  Heizung  dadurch  verzögern, 
daß  man  den  Zutritt  kalter  Außenluft  verbindert  oder  regelbar  gestaltet. 
Nan  aber  die  Wirtschaftlichkeit!  Die  zur  Dampferzeugung  zur  Verfügung 
stehenden  Wärmemengen  sind,  wenn  nur  diejenigen  ausgenützt  werden 
sollen,  die  während  der  Abkühlperiode  sich  ergeben,  i  verhältnismäßig 
gering,  und  man  müßte  demzufolge  große  Heizflächen  schaffen,  um  einiger- 
maßen genügende  Dampfmengen  zu  erzeugen.  Solche  Kessel  aber  kosten 
heutzutage  eine  Menge  Geld.  Bei  Einzelrundöfen  kommt  nnn  noch  der 
Umstand  dazu,  daß  man  über  eine  Anzahl  von  Oefen  Kessel  bauen  müßte, 
nm  die  Heizung  dauernd  in  Betrieb  zu  halten,  und  hier  entsteht,  abgesehen 
von  den  Kosten  für  die  Kessel,  eine  neue  Schwierigkeit,  nämlich  die 
Aufstellung  der  Kessel  an  sich.  Auf  das  Ofenmanerwerk  wird  man  dieselben 
kanm  stützen  können,  denn  dieses  würde  dadurch  derart  belastet,  daß  es 
der  durch  den  Temperatarwechsel  bedingten  Ausdehnung  und  Zasammen- 
ziehang  nicht  mehr  folgen  köante  und  rascher  Zerstörung  ausgesetzt  wäre; 
die  Kessel  müßten  also  unabhängig  vom  Ofanmauerwerk  gelagert  werden. 
Daß  dieses  unter  Umstäoden  nicht  ganz  einfach  ist,  ergibt  sich  ohne 
weiteres,  wenn  man  bedenkt,  welches  Gewicht  abgefangen  werden  muß. 
Ihre  Ansicht,  daß  im  Schornstein  kleinerer  Oafen  bei  der  gleichen  Gär- 
temperatur auch  gleiche  Temperaturen  herrschen,  wie  in  größeren  Oefen, 
ist  an  sich  wohl  richtig,  aber  der  kleinere  Ofen  stellt  natürlich  geringere 
Wärmemengen  zur  Verfügung,  denn  diese  sind  vom  Wärmespeicher  abhängig, 
den  das  Ofenmauerwerk  und  der  Einsatz  bilden  und  der  demzufolge  beim 
kleinen  Ofen  auch  kleiner  ist,  als  beim  großen.  Selbstverständlich  muß 
diesem  Umstände  bei  Bemessung  der  Kessel  Rechnung  getragen  werden. 
Wirtschaftlich  wird  die  ganze  Anlage  nur  dann,  wenn  nicht  nur  die  Ab- 
hitze des  abgebrannten  Ofens  ausgenützt  wird,  sondern  wenn  man  die 
ganze  Anlage  darauf  stützt,  auch  die  in  den  Rauchgasen  während  des 
Brandes  abziehenden  Wärmemengen  der  Heizung  nutzbar  zu  machen. 
Auf  dieser  Grundlage  hat  das  Ingenieurbareau  H.  Herda  in  Nürnberg, 
WelBers'raße  83,  eine  Konstruktion  ausgearbeitet,  welche  eine  weitgehende 
Ausnutzung  der  sonBt  nutzlos  abziehenden  Wärmemengen  verwirklicht  und 
es  ermöglicht,  die  gewonnenen  Wärmemengen  nicht  nur  für  Heizungs- 
und Trockenzwecke  nutzbar  zu  machen,  sondern  diese  für  die  Zeit,  in  der 
eine  Heizung  nicht  nötig  ist,  dem  Kessel  zuzuführen. 

Zweite  Antwort:  Der  Rückgang  der  Hitze  eines  keramisehen 
Brennofens  ist  nicht  nur  abhängig  von  der  Konstruktion  des  Ofens  — 
insbesondere  von  derjenigen  der  Oasableitungiwege  und  der  Wandstärke 
des  dieHelben  umgebenden  Mauerwerks  —  sondern  sehr  wesentlich  auch 
von  der  Monge  und  dem  WArmeleitungivermögen  des  im  Ofen  aufge- 
stapelten B.'euagatei,  also  der  gebrannten  Ware  und  itt  Kapseln.  Ihre 
Angaben  sind  also  für  die  Bäarteiluag  unzureichend,  W;n'i  die  nar  den 
Hackgang  der  Hitze  feststellen  wollen,  so  wäre  es  do;h  an  eiafacasten, 


es  Sprechsaal. 

sich  eines  elektrischen  Pyrometers  zu  bedienen,  das  mit  einem  selbst- 
tätigen R sgistrierapparat  verbanden  ist. 

Dritte  Antwort:  Theorie  und  Praxis  sind  nun  doch  verachieien ; 
dies  gilt  auch  für  Ihre  Frage.  Mit  der  Abhitze  eines  Porzellanofens  kann 
man  einen  Röhrenkessel  nicht  so  beheizen,  wie  Sie  es  annehmen.  Wie 
wollen  Sie  die  vorhandene  Wärme  nach  dem  Kessel  fördern?  Dies  wäre 
doch  nur  möglich  durch  einen  Ventilator  nnd  eine  Rohrleitung,  wobei 
aber  ein  großer  Teil  der  Wärme  verloren  gehen  würde.  Ist  es  ferner  für 
die  erzeugte  Ware  von  Vorteil,  einen  Ofen  rasch  abzukühlen?  Ihre 
Waren  werden  darunter  leiden,  nnd  viel  Kapselbrnch  neben  Kühlrissen 
beim  Geschirr  wird  das  Ergebnis  sein.  Außerdem  ist  die  Wärme  bald 
verbraucht,  -  nnd  womit  soll  dann  der  Kessel  weiter  geheizt  werden  ? 
Wenn  Sie  die  Ofenwärme  znm  Heizen  der  Räume  verwenden  wollen,  nnd 
dieB  soll  man  heute  auch  tun,  so  ist  es  doch  bedeutend  einfacher  nnd 
vorteilhafter,  Sie  bauen  eine  Luftheizung  ein  nnd  verwenden  auf  diese 
Weise  die  Wärme  des  Ofens  am  besten,  denn  Sie  können  unmöglich  den 
Röhrenkessel  direkt  an  die  Oefen  anbauen.  Lassen  Sie  sich  zu  solchen 
Experimenten  eicht  verleiten,  Sie  gäben  nur  Geld  aus,  und  das  Endresultat 
wäre  srleich  Null. 

Vierte  Antwort:  Jeder  Ofen  verhält  sich  bezüglich  der  Abküh- 
lung nach  dem  Abbrennen  verschieden,  so  daß  es  nötig  ist,  durch  ein 
elektr.  Pyrometer  die  Abhitze  zu  messen.  Ohne  weiteres  kann  man  die 
Temperatur  nicht  zuverlässig  abschätzen.  Wohl  läßt  sich  die  Abhitze 
der  ausgebrannten  Oefen  in  Ihrem  Sinne  benutzen,  ös  müßte  aber  laufend 
ein  abkühlender  Ofen  zur  Verfügung  stehen,  sonst  hat  es  wegen  der  sich 
ergebenden  Störungen  keinen  Zweck,  nur  zeitweilig  die  Abhitze  zu  be- 
natzen. Die  Zuleitung  zum  Rlhrenkessel  müßte  auch  wegen  der  hohen 
Temperaturen  in  gemanerten  Kanälen  erfolgen.  Sie  tun  am  besten,  einen 
Fachmann  zu  Rate  za  ziehen. 

58.  Wir  leiden  an  verrauchtem  Porzellan,  und  zwar  tritt  der  Fehler 
nur  in  neuen,  das  erste  Mal  im  Glattbrand  befindlichen  Kapseln  auf.  Das 
Geschirr  wird  in  der  zweiten,  die  Kappeln  in  der  dritten  Etaqe  vorgebrannt. 
Wir*  führen  den  Rauch  auf  zu  schwach  vorgebrannte  oder  zu  fett  ver- 
setzte Kapseln  zurück,  denn  bei  scharf  vorgibrannten  Kapseln  odjr  bei 
stark  mageren  —  dafür  weniger  hallbaren  —  Kapneln  tritt  der  Rauch 
nicht  auf.  Wir  benutzen  dieselben  Materialien,  Kohlen  und  dergl.  wie  vor 
dem  Kriege,  an  den  Ofenquer  schnitten  ist  nichts  geändert,  und  die  Oefen 
sind  in  tadellosem  Zustand;  auch  die  Aenderung  der  Brennmethode  war 
vergebens.  In  einer  anderen  Fabrik  tritt  bei  fettem  Kapselvermtz  und 
gleicher  Brennmethode  der  Behler  nicht  auf;  die  Oefen  gehen  allerdings  dort 
länger.  Ein  Verlegen  des  Glühgeschirrs  in  die  dritte  und  der  Kapseln  in  dit 
zweite  Etage  ist  aus  örtlichen  Gründen  ausgeschlossen,  und  wir  möchten 
auch  nur  ungern  einen  mageren  Kapselversatz  einführen  (wegen  des 
Streuens).  Die  Oefen  haben  6,10  m  0  und  3  m  lichte  Höhe  am  Wider- 
lager.   Gebrannt  wird  bei  SK  14. 

|       Erste  Antwort:   Sie  werden  den  Fehler  am  einfachsten  ver- 

! 'meiden,  wenn  Sie  das  Vorbrennen  der  Kapseln  in  der  dritten  Etage  ganz 
aufgeben,  das  Ihnen  an  Bich  keine  Vorteile  bietet.   Die  Temperatur  in 
dieser  dritten  Kuppel  ist  schon  nicht  hoch;  nun  bringen  die  vom  Glatt- 
und  Glühbrand  kommenden  Rauchgase  während  der  ersten  Stunden  des 
.Brandes  eine  Menge  Feuchtigkeit  mit  in  die  Kapselkuppel  und  erzeugen 
hier  eine  starke  Rußablagerung.   Kommen  nnn  diese  verrußten  Kapseln 
in  den  Glattbrand,  so  wird  beim  mageren  Kapselveraatz,  infolge  der 
größeren  Porosität  des  Scherbens,  der  eingelagerte  Kohlenstoff  naturge- 
mäß leichter  vergast  und  verbrannt,  als  bei  einer  fetten  Kapselmasse,  bei 
'  der  sich  der  Scherben  eher  verdichtet.  Der  anf  der  Innenseite  der  Kapsel 
rabgelagerte  Ruß  wird  erst  bei  fortgeschrittenem  Brand  verbrennen,  nnd 
der  sich  dabei  entwickelnde  Bauch  lagert  sich  dann  natürlich  im  Einsatz 
,ab.  Eine  Abstellung  des  Fehlers  wäre  nur  durih  ganz  vorsichtige  Feuer- 
i  fuhrung  unter  Verlängerung  der  Brenndauer  möglich.   Geben  Sie  doch 
Ihre  Kapseln,  allerdings  sehr  gut  getrocknet,  direkt  in  den  Glühbrand, 
[dann  kommt  das  Verrauchen  des  Geschirres  sicher  nioht  mehr  vor,  nnd 
•>Sie  ersparen  eich  noch  eine  Menge  Arbeit. 

Zweite  Antwort:  Verrauchte  Ware  läßt  sich  im  allgemeinen 

! dadurch  vermeiden,  daß  man  die  im  Vorfeuer  anf  den  noch  kalten  Einsatz 
sieh  niederschlagenden  teerigen  Koblenstoffverbindungen  vollständig  ver- 
brennt, bevor  die  Sinterung  des  Scherbens  nnd  der  Glasur  eintritt.  Di 


1922.*  (66.  Jahrgang.) 


SPRECHSÄAL  -  GÖBÜftÖ. 


Nr.  18 


168 


restlose  Verb rennung  unter  hinreichender  Luftzufuhr  kann  aber  erat  dann 
erfolgen,  wenn  sämtliche  Feuchtigkeit  aus  dem  Säherben  entwichen  ist. 
Es  ist  daher  bia  zum  Niedergehen  des  SK  010  a  bei  einer  stündlichen 
Temperatursteigeran?  von  etwa  140  •  C  und  von  da  ab  bis  zum  Nieder- 
scbmelzen  des  SK  05  a  bei  einer  stündlichen  ;Temperaturstelgerung  von' 
rund  20—25°  C  bei  gleichmäßiger  Bedeckung  der  Koste  und  Erhaltung 
einer  nnr  niedrigen  Brennstoff  «ein  cht  vorsichtig  zu  brennen.  Nunmehr  ist 
alle  Feuchtigkeit  ans  dem  Eineatz  entwichen,  und  es  beginnt  jetzt  die 
Verbrennung  der  in  dem  Scherben  von  Natur  ans  enthaltenen  Hamus- 
stoffe  uid  der  von  ihm  während  des  Vorfeoers  ans  dem  Brennmaterial 
aufgenommenen  Kohlenstoff  Verbindungen.  Die  Verbrennung  derselben 
erfolgt  unter  möglichster  Verwendung  von  sekundärer  (vorgewärmter)  Luft 
and  reichlicher  Lnftznf ahr  während  einer  standlichen  Temperatursteigerung 
von  etwa  80—120 0  und  ist  beim  Umgehen  des  SK  02  a  beendet.  Nun- 
mehr kann  das  Vollfeuer  einsetzen.  Wenn  Sie  verrauchtes  Porzellan  nur 
in  schwach  vorgebrannten  Espsein  vorfinden, .  so  ist  diese  Erscheinung 
wohl  damit  zu  erklären,  daß  , die  betreffenden  Kapseln  einen  zu  flotten, 
Verglühbrand  passiert  hatten,  in  dem  ein  eigentliches  „Verglühen",  d.  i. 
eine  rechtzeitige  Austreibung  .  des  gesamten  hygroskopischen  und  Hydrat- 
Wassers  überhaupt  nicht  stattfand,  wodurch  der  ans  den  Feuergasen 
stammende  Kohlenstoff  den  Kapselscherben  graphitartig  verdichten  maßte 
(erkennbar  durch  den  grauen  Farbton  der  Kapsel)  und  somit  den  regel- 
rechten Zntiitt  der  Luft  zu  der  eingeschlossenen  Ware  verhinderte. 

Dritte  Antwort:  Sie  haben  in  ihrer  Frage  eigentlich  selbst 
alles  gesagt !  Von  Vorteil  ist  es  auf  keinen  Fall,,  wenn  Sie  Ihre  Kapseln 
in  der  dritten. Etage  des  Ofens  brennen;  der  Brand  ist  viel  zu  niedrig, 
and  bei  der  Temperatur,  die  dort  herrscht,  kann  der  eingeschlossene  Baach 
nicht  verbrennen.  Fette  Kapselmassen  zeigen  diese  Erscheinung,  wenn  sie 
sieht  hoch  genug  gebrannt  werden.  Sie  können  nnr  dadurch  einigermaßen 
Abhilfe'  schaffen,  daß  Sie  Ihre  Kapselmasse  so  stark  als  möglich  mit  grober 
Schamotte  magern.  An  Ihrer  Antipathie  gegen  magere  Kapselmassen  ist 
nicht  das  Bestreuen  schuld,  denn  bei  sauberer  Arbeit  ist  dag  letztere  kaum 
möglich.  Das  Brennen  von  Kapseln  in  der  dritten  Etage  ist  von  vorn- 
herein za  verwerfen,  denn  die  Erhitzung  ist  so  gering,  daß  man  von 
„gebrannten"  Kapseln  kaum  noch  reden  kann.  Verfahren  Sie  doch  so, 
daß  die  in  der  dritten  Etage  gebrannten  Kapseln'  nicht  sofort  zum  Glatt- 
brand benutzt  werden,  sondern  erst  im  Schrühbrand  Verwendung  finden. 
Ohne  Äenderang  der  Brennweise  and  des  Kapselversatzes  werden  Sie  den 
Fehler  kaum  beseitigen. 

Vierte  Antwort:  Der  Fehler  ist  auf  falsche  Feuerführung 
zurückzuführen  and  wird  durch  die  wenig  porösen  Kapseln  begünstigt. 
Verrauchte  Ware  tritt  auf  bei  dolomitfreier  Kalkglasur,  bei  Aufwurf  von 
großen  Koblemengen,  bei  ungenügendem,  nicht  flammenfreien  Niederbrand, 
ferner  wenn  nach  dem  Vorbrand  kein  Waschfeuer  einsetzt  oder  wenn  es 
nicht  lange  genug  unterhalten  wird.  Verfahren  Sie  folgendermaßen : 
Führen.  Sie  in  Ihre  Glasur  etwas  Dolomit  ein,  und  zwar  kann  das  MgO 
in  der  Glasurformel  0,3— 0,5  Mol.  betragen.  Werfen  Sie  je  Vorschüre 
nie  mehr  als  84  Pfund  Kohle  auf  and  brennen  Sie  diese  stets  flammen- 
frei nieder.  Bei  SK  02  a  beenden  Sie  das  Vorfeuer,  entleeren  drei 
Feuerungen  von  aller  Glut,  Öffnen  die  ßostspalteu  and  lassen  die  fertig 
entleerten  Feuerungen  mit  offenem  Deckel  so  lange  stehen,  bis  die  dritte 
fertig  ist,  damit  sehr  viel  Luft  in  den  »Ofen  treten  und  den  Baß,  der  beim 
Aufwurf  im  Vorfeuer  sich  gebildet  hat,  verbrennen  kann.  Dieses  Luft- 
einlassen kann  8—10  Minuten  dauern  and  ist  der  wichtigste  Prozeß  beim 
Brennen.  Man  nennt  den'  Vorgang  Waschfeuer.  Die  oben  genannte 
Kohlemenge  ist  für  einen  Bost  von  100X54  cm  bestimmt;  ist  Ihr  Bost  größer, 
so  müssen  Sie"  die  Kohlemengen  entsprechend  vergrößern.  Ist  die  dritte 
FeneraDg  dann  wieder  mit  Kohle  beworfen,  so  behandeln  Sie  die  übrigen 
Feuerungen  ebenso.  EiDe  andere  Ursache  für  das  Auftreten  von  ver- 
rauchter Ware  ist  die  folgende :  In  einem  gut  geleiteten  Betrieb  öffnet 
man  alle  halbe  Jahre  das  Podium  and  erweitert  die  verengten  Katiäte. 
Viele  Finnen  brennen  aber  ohne  diese  Beparatur  ihre  Oefen  so  lange,  bis 
sie  überhaupt  nicht  mehr  gehen.  Die  Kanäle,  die  18  cm  weit  sein  sollen, 
sind  dann  oft  bis  za  5  cm  verengt  und  können  natürlich  keinen  Baach 
mehr  .abfuhren,  und  dieser  bleibt .  dann  eben  im  Ofen.  Kontrollieren  Sie 
also  die  Kanäle  und  Abzüge. 

Fünfte  Antwort:  Ihrer  Beschreibung  nach  liegt  das  Ver- 
rauchen des  Geschirres  an  verrauchten  Kapseln.  Die  Kapseln  in  der 
dritten  Etage  werden  wahrscheinlich  nicht  allzuhohe  Temperatur  be- 
kommen, infolgedessen  nur  sehr  schwach  verglüht  sein  und  in  diesem  Zu- 
stand außen  and  innen  schwarze  Stellen  zeigen.  Wehn  sie  nun  gut  auf- 
einander passen,  so  wird  der  Kohlenstoff,  der  in  den  Kapseln  einge- 
schlossen ist,  zu,  einer  Zeit  vergast,  wo  das  Geschirr  ihn  in  Gasform  noch 
ohne  weiteres  aufsaugt.  Sobald  nun  .die  Per  jode  des  oxydierenden 
Brennens  bei  ihrem  großen  Ofen  nicht  lange  genüg  aasgedehnt  wird,  so 
kann  der  Kohlenstoff  ans  der  Ware  nicht  herausbrennen,  und  es  entsteht 
verrauchtes  Geschirr.  Verlängern  Sie  die  Oxydations-Periode  au  1 — 2 
Standen,  dann  wird  der  Fehler  sicher  verschwunden  sein. 

Sechste  Antwort:  Der  von  Ihnen  angeführte  Fehler  tritt  sehr 
häufig  auf  and  ist  nichts  Außergewöhnliches  für  einen  Fachmann.  Es  ist 
klar,  daß  schwach  gebrannte  Kapseln  eine  größere  Menge  Kohlenstoff  aa- 
lückhelten,  ais  die  schon  einmal  gebrannten  Kapseln,  und  wenn  Sie  dieselben 
dann  zum  Glattbrand  verwenden,  so  kommt  der  durch  das  Vorfeuer  and 
die  Bednktion  entstehende  Bauch  noch  dazu,  sodaß  ein  Ueberschuß  von 
Kohlenstoff  sich  bildet,  der  wahrscheinlich  bei  Ihrer  Brennweite  vor  der 
beginnenden  Sinterung  bei  SK  3  a  noch  picht  vollständig  verbrannt  ist, 
Der  Kohlenstoff  dringt  dann  infolge  der  Hitze  dorthin,  wo  er  unbehindert 
Aufnahme  findet,  and  zwar  vor  allem  zum  Porzellan,  gerade  in  dem 
Augenblick,  wenn  Spat  nnd  Glasur  za  fließen  beginnen.  Versuchen- Sie 
dann,  den  Kohlenstoff  durch  Zafahr  von  Sauerstoff  erst  nachher  heraus- 
zubrechen, so  entstehen  noch  viel  ärgere  Fehler,  wie  Pocken,  auf- 
gekochtes und  eierschaligeB  Porzellan.  Ich  will  Ihnen  nun  einen  von  mir 
mit  Erfolg  gemachten  Versuch  angeben,  wobei  Sie  vielleicht  Ihren  Kapsel- 
voibrand  and  Kapeelversatz.  nicht,  jedoch  nur  Ihre  Brennmethode'  etwas 
ändern  müssen,  wodurch  möglicherweise  eine  3— 3  Stunden  längere  Brenn- 
dauer, jedoch  keine  größere  Kohlenmenge  nötig  wird.  Wenn  Sie  Ihren 
Ofen  anbrennen,  schüren  Sie  das  erste  Feder  mit  offenen  Feuerlöchern  und 


brennen  danach  mit  ziemlich  vielLVt  bis  zum  ersten'  Schlacken.  Hierauf 
brennen  Sie  langsam  vorwärts  nnd  treiben  auch  nach  der  Beduktion  Ihren 
Ofen  nnr  langsam  vorwärts,  bis  Sie  das  Vorfeuer  beenden  und  abrosten. 
Es  werden  nicht  alle  Feuerungen  zugleich  abgerostet,  sondern  nur  die 
Hälfte,  nnd  dann  nicht  za  stark  bedeckt,  damit  nicht  wieder  zuviel  Baach 
entsteht.  Beim  Hosten  !  soll  zwar  genug,  jedoch  nicht  zuviel  Sauerstoff 
in  den  Ofen  dringen,  am  den  noch  vorhandenen  Kohlenstoff  vollständig  za 
verbrennen,  denn  gerade  da  scheint  auch  bei  Ihnen  der  Fehler  za  liegea. 
Das  Vollfeuer  bis  zum  Garbrand  können  Sie  wie  gewöhnlich  leiten,  denn 
Ihre  Masse  scheint,  wie  viele  andere,  gerade  beim  Uebergang  gegen  Bauch 
sehr  empfindlich  za  sein.  Ich  glaube,  daß  Sie  hiernach  ohne  Äenderang 
Ihres  Kapselvorbrandes  and  Versatzes  zum,  Ziele  gelangen,  denn  ich  habe 
denselben  Fehler  wiederholt  durch  diese  Brennmethode  beseitigt. 


Glas. 

36.  Wir  bitten  um  Angabe  einiger  guter  Sätze  für  Hamhaltglt* 
mit  Soda  in- verschiedenen  Färbungen  (weiß,  violett,  grün  usw.). 

Erste  Antwort:  Für  '  weißes"  Haashaltungsglas  eignet  sich 
der  nachstehende  Gemengejsatz,  den  man  mit  Soda  allein  schmelzen  kann. 
Um  aber  das  Glas  etwas  milder  za  machen,  damit  es  sich  gut  verarbeiten 
läßt  und  auch  haltbarer  wird,  gibt  man  mitunter  einige  kg  Pottasche  za 
und  nimmt  dafür  etwas  weniger  Soda. 

Weißglas;  Violett: 

Sand  100  kg     Sand  .   .    .  ■  100  kg 

Soda,  90—98  0/»  ....     33  „      Soda  25  „ 

Kalkspat   18  „      Kalkspat  20 

Salpeter   2  »      Pottasche   8  „ 

Braunstein  .  .   .   .   200  g     Braunstein  ......      7  „ 

Antimon     .    .    .   .    .    .    150  „ 

Kobaltoxyd  1  „ 

Grün:  Hellblau: 

Sand  .    100  kg     Sand  .  100  kg 

Soda  ........     35  „      Soda  35  „ 

Kalk  .    .    .    .    .    .    .    .     18  „      Kalkspat  18  „ 

Salpeter 2  „      Salpeter   2  „ 

Antimon     ......   200  g      Kobaltoxyd   200  g 

Chromsaares  Kali  ...  760  „ 
Kupferoxyd    .....   150  „ 

Aqaamarinblaa : 

Sand  100  kg 

Soda    .   25  „ 

Pottasche  8  „ 

Kalkspat   20  „ 

Salpeter    .    .    .  •  1    2  „ 

Kupfervitriol   3  „ 

Kobaltoxyd  10  g 

Das  Chromkali  wird  für  Grttn  in  ejfcwas  warmem  Wasser  gelöst  und  auf 
den  Sand  gegossen,  sonst  entstehen  leicht  schwarze  Punkte  im  Glas. 
Die  Farben  können  nach  Belieben  heller  oder  etwas  dunkler  eingestellt 
werden,  man  braucht  das  Farbmittel  qaan  tum  nur  etwas  zu  vermindern 
oder  zu  erhöhen. 

Zweite  Antwort:  Sie  hätten  angeben  sollen,  ob  die  Glassätz* 
für  geblasenes  oder  gepreßtes  Hanshaltungsglas  bestimmt  Bind.  Nachstehend 
ein  Satz  für  Haashaltnngsglas,  der  sich  sowohl  zum  Pressen  als  auch  zum 
Blasen  eignet: 

Sand   300  kg 

Soda,  98  0/,  HO  „ 

Kalkspat   80  „ 

Natronsalpeter   .      6  ■  » 

Arsenmehl  .    .    .      1,25  „ 

Braunstein   500  g 

Antimon   375  „ 

Scherben  50    kg  ( 

Violett  erhält  man  durch  Zasatz  von  20  kg  Braunstein  und  60  g  Kobalt- 
oxyd, Grttn  durch  1  kg  chronnaures  Kali,  300  g  Chromoxyd,  1  kg  Kupfer- 
oxyd.    Za  empfehlen  ist,  diesen  Gemengen  2  kg  Borax  zuzufügen. 

Dritte  Antwort:  Für  Haushaltungsglas  eignet  sich  der  folgende 
Satz  als  Grandsatz  recht  gut: 

Sand  100  kg 

Soda.    .    .   .  32—35  „ 

Kalk    .   15  „ 

Hierzu  kommen  nun  die  lutfärbangs-  oder  Färbemittel,  und  zwar  für: 
Weiß:  100  g  Braunstein  oder  6—8  g  Nickeloxyd  oder  P/a— 2  g  Selen/ 
Bleu,  hell:  2  kg  Kupfervitriol, 

Blau,  dunkel:  2  kg  Kupfervitriol  nnd  30  g  Kobaltoxyd, 

Grün,  gewöhnlich:  41/«  kg  Eisenoxyd  und  200  g  chromsaures  Kali,, 

Grüngelb  :  2  kg  Eisenoxyd  and  21/»  kg  Braunstein, 

Blaugrün:  3  kg  Kupfervitriol  and  150  g  chromsaures  Kali, 

Gelb:  2  kg  Graphit, 

Goldgelb:  1,6  kg  Graphit  und  1,2  kg  Braunstein, 
Schwarz:  20  kg  Braunstein  nnd  60  g  Kobaltoxyd, 
Violett:  8 '/»  kg  Braunstein. 

Bs  lassen  eich  natürlich  durch  Äenderang  der  Zugabemengen  der  einzelnen 

Farbkörper  noch  hunderte  ton  Farbennttancen  erzielen. 

37.  In  der  Generatorenanlage  meiner  Hütte,  die  aus  vier  Siemens- 
Generatoren,  teils  mit  Plan-  teils  mit  Treppenrost  versehen,  besteht,  wird 
neben  geringen  Quantitäten  Braunkohlenbriketts  Rohbraunkohle  mit  50 — 60  % 
Wassergehalt  vergast.  Der  hohe  Wassergehalt  des  Brennstoffes  hat  schon 
wiederholt  Anlaß  zu  mangelhaften  Schmelzen  gegeben.  Wie  läßt  sich  der 
Wassergehalt  ,ohm  Atnderung  des  Generatorensystems  auf  ein  erträgliches 
Maß  verringern? 

Erste  Antwort:  Der  Wassergehalt  Ihrer  Bihbraunkohle  könnte 
wohl  zunächst  durch  längeres  Lagern  an  der  Luft  etwas  verringert 
werden;  natürlich  darf  das  Lager  aber  nicht  dem  K;gen  ausgesetzt  sein, 
sondern  es  muß  überdacht  werden.  Jetzt  im  Frühjahr  aud  Sommer 
trocknet  ja  die  Luft  recht  gut,  und  liegt  die  Kohle  einige  Tage,  so  wird 


154  —  Nr.  13 


SPRECH SAAL  -  COBURG 

■I'!  I 


1922.  (56. Jahrgang,) 


sie  an  Feuchtigkeit  schon  viel  verlieren,  ebe  sie  vergast  wird.  Vielleicht 
wäre  es  möglirb,  an  den.  Schöttlingen  größere  Mengen  Kohle  zu  Usern, 
wo  es  ja  ohnehin  etwa«  warm  ist.  W'iter  mußten  die  Kanäle  ziemlich 
l»Dg  sein,  ehe  sie  in  die  Kammern  mttnden,  damit  sieh  die  überschüssigen 
Wasserdämpfe  kondensieren  und  absetzen  können.  Das  wird  sich  aber 
nickt  ändern  lassen,  aoßer  Sie  könnten  noch  einen  TJeberfnbrungsbogen  auf 
dem  Gaskanal  anbringen,  wodurch  das  Gas  mehr  abgekühlt  würde,  um 
die  Wasserdfimpfe  besser  auszuscheiden  Die  Reserve-Kammer  dürfte  euch 
nicht  zu  klein  sein,  damit  sich  dort  schon  viel  Wasser  absetzen  kann. 
Die  Kanäle  sollen  Gefälle  haben  und  mit  Senkgruben  versehen  sein,  ans 
denen  sich  des  Wasser  leicht  entfernen  läßt.  Läßt  sich  mit  dem  hier 
Gesagten  keine  Besserung  erreichen,  so  bliebe  nnr  übrig,  etwas  mehr 
Briketts  oder  bessere  Braunkohle  mit  zu  vergasen  und  dafür  etwas  weniger 
Bohbraunkoble,  vielleicht  %  Rohbraunkoble  und  ä/a  Briketts  oder 
bessere  Koble.  Immerhin  wird  letzteres  noch  vorteilhafter  sein,  als  wenn 
die  nötige  Eitze  zum  Einschmelzen  rieht  emicht  wird  und  die  Schmelze 
infolgedessen  mangelhaft  ausfällt.  Ein  großer  Verlust  entsteht  schon  bei 
den  heutigen  Verhältnissen,  wenn  die  Schmelze  nur  um  eine  halbe 
Stunde  verlängert  wird  und  die  Glasmacher  deshalb  später  zum  Anfangen 
kommen. 

Zweite  Antwort:  Es  ist  leicht  verständlich,  daß  der  hohe 
Wassergehalt  der  Bohbraunkoble  die  Schmelze  nicht  günstig  beeinflußt. 
Wenn  Sie  an  den  Gaserzengern  keine  Aendernng  vornehmen  wollen,  so 
müssen  Sie  der  Bob  brannkohle  auf  mechanischem  Wege  einen  Teil  des 
Wassers  entziehen,  und  zwar  zunächst  dadurch,  das  Sie  dieselbe  sehr 
luftig  lagern,  damit  ein  Teil  der  Feuchtigkeit  entweichen  kann;  dann  muß  sie 
anf  den  Gaserzengern  und  dem  Gassemmelkanal  weiter  getrocknet  werden. 
Am  einfachsten  erreicht  man  den  Zweck,  indem  man  eine  längere  schiefe 
Ebene  baut,  diese  mit  Abhitze  etc.  erwärmt  und  die  nasse  Kohle  selbsttätig 
langem  darüber  rollen  läßt,  eodaß  sie  Gelegenheit  hat  einen  großen  Teil 
des  Wassers  dnreh  Verdunsten  abzugeben.  Ferner  empfiehlt  es  sich,  die 
Generatorgase  einen  einfachen  Gasreiniger  passieren  zu  lassen,  durch 
welchen  den  Gasen  der  giößte  Teil  der  wässerigen  Beimengungen  entzogen 
und  so  die  Intensität  der  Flamme  erhöht  wird. 

Dritte  Antwort:  Der  Wassergehalt  Ihres  Gases  läßt  sich  anf 
zwei  Arten  auf  ein  erträgliches  Maß  verringern,  und  zwar  durch  Trocknen 
der  Kohle  vor  dem  Gebrauch  oder  durch  Ausscheiden  des  Wasserdampfes 
ans  dem  gewonnenen  Gas.  Der  erstere  Weg  ist  der  bessere ;  hierbei  kann 
aneh  die  Abhitze  des  Schmelzofens  mit  Verwendung  finden,  und  nur  da, 
wo  sb  die  Orts-  nnd  Baum  Verhältnisse  durchaus  nicht  zulassen,  vergast 
man  das  nasse  Material.  Das  Wasser  entzieht  man  dem  Gas  durch  Ein- 
bau einer  Waseerabscheidungsanlage  zwischen  Sammelkanal  und  Gasstell- 
trommel.  Es  ist  dies  eine  Bohranlage,  durch  welche  man  das  Gas  passieren 
läßt:  ihre  Aufgabe  besteht  darin,  das  Gas  durch  mehrmaliges  Auf-  und 
Ableiten  soweit  abzukühlen,  daß  sich  die  darin  befindlichen  Wasserdämpfe 


zu  Wasser  kondensieren.  Das  Wasser  wird  in  Senkgruben  gesammelt 
und  von  da  von  Zeit  zu  Zeit  herausgepnmpt. 

Vierte  Antwort:  Der  Wassergehalt  Ikres  Garns  ans  Boh- 
brannkohle  läßt  sich  durch  Verwendung  eines  langen  Leitungskanals  zum 
O'en  oder  dnreh  Einbau  eines  WasBerabscbeiderB  auf  ein  erträgliches  Maß 
vermindern. 


Neue  Fragen. 
Keramik. 

56.  Wir  haben  ein  Kaolinvorkomnen  erschlossen,  dessen  Mächtig* 
keit  und  Güte  eine  Vetedehmg  des  Material»  gestattet  Welchesssind  nun- 
die  besten  und  zweckmäßigsten  maschinellen Einrichtungen,'  und  wer  liefert 
Bit  ?  Sehr  erwünscht ist  die  Spezifitierteng  der  einzelnm  Masehinen-in  der 
Reihenfolge,  in  der  das  Rohmaterial  sie  zu  passieren  hat. 

57.  In  letzter  Zeit  reißen  in  der  Druckerei  die  Buntdrucke  st&tkf 
und  zwar  besonders  bei  Untertassen.  Nach'  Aussage  der  in  Frage  kom 
menden  Arbeiterin  mußte  we,"  nachdem  der  Buntdruck  bereits  lackiert  ttfflry 
auf  einen  Tag  andere  Arbeit  machen^  und  der  Buntdruek sei  infolgedessen 
verstaubt  und  dann  gerissen.  Auch  der  Obermaler  ist  dieser  Ansicht, 
Ist  sie  richtig? 

58.  Wie  teerden  an  TerraMtawaren{MgUrm,  Yasmin.)  jlämende- 
Stellen  mattiert?   Die  Glanzflecken  stören  oft  den  Gesamteindruok. 

59.  Ist  heute  bei  der  Freisbemessung  von  Maschinen  da*  Geweht 
von  ausschlaggebender  Bedeutung,  nachdem  die1  Eisenpreise  so  l sehr  hoch 
stehen?  Sind  bei  einem  angenommenen  Gewichte  von  ztmmnwv700&k§- 
Unterschiede  bis  10GO  hg  zulässig  und  händelsüblick? 

,  Glaa. 

40.  Uns  steht  in  unserer  Hütte  hinreichend  Leuchtgas  mr  Verfügung, 
und  wir  könnte*  damit  fahrbare  Trommeln  späten.  Wer  liefert  solche, 
und  wie  ist  deren  Bedienung  und  Leistung? 

41.  Wer  liefert  PantographiermascMnen  zum  Be^orieren_jm 
Glasern?   

Briefkasten  der  Redaktion. 

Danaig.  Wannen  mit  0*lfeuerung  für  Medizin-,  Konservengläser 
und  Flakons  baut  auch  H.  G.  Scherrer  in  Z  tri] ndrecht  (Holland). 

Isola.  Das  Aetzen  von  Glas  mit  Kautschucketempel  ist  im  Frage- 
kasten so  oft  erörtert,  daß  wir  von  einer  Wiederholung  vorläofig  absehen 
müssen.  Lesen  Sie  die  Antworten  zu  Frage  98  in  Nr.  42f  1920,  ferner 
den  Abschnitt  „Aetzen0  im  Sprechsaal- Kalender. 

K.  &  J.  f.  P.  Die  im  Anzeigenteil  und  in  der  Bezogenen enliste 
genannten  Farben-Fabriken  liefern  das  gewünschte  leuchtende  Eisenrot 
für  Glas. 


Veröffentlichungen  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik. 


Für  Auslandsverkäufe  von  elektrotechnischem  und  tech- 
nischem Porzellan  sind  nette  Verkaufsbedingungen  (gültig  ab 
1.  April  19^2)  unter  Drucksachen  Nr.  138  erschienen,  deren 
Inhalt  wir  nachstehend  vollständig  geben. 

Yerhaufsbedingungen  für  die  Ausfahr  von 
elektrotechnischem  und  technischem  Porzellan 


(gültig  ab  1.  April  1922). 


,wöje 


I.  Allgemeine  Bedingungen 

1.  Die  Ausfuhr-Mindestpreise  verstehen  sich  fob  deutschem 
Ausfuhrhafen  bzw.  frei  deutscher  Grenze,  und  zwar;)  ausschließ- 
lich Verpackung.  ,  S  1 

2.  Bei  allen  Arten  von  Hochf=p&nnung8pofrz!le|an  sowie 
Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren  ist  für  Verpackung 
einschließlich  Kisten  ein  Mindestzuschlag  von  5  °/0  zu  erheben. 
Bei  allen  übrigen  Arten  von  elektrotechnischem  und  sonstigem 
technischen  Porzellan  sowie  bei  losen  Metallarmaturen  und  bei- 
gepackten losen  Armaturen  ist  für  Verpackung  einschließlich 
Kisten  ein  Aufschlag  von  mindestens  3  °/0  des  Rechnungswertes 
anzurechnen.  *r 

3.  Den  Ausgangspunkt  für  die  Ausfuhrpreise  bilden  die 
Grundpreise  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik  (vergl. 
Drucksache  Nr.  235  vom  23.  Februar  1922).  Die  wichtigsten 
Exportartikel  samt  ihren  Grundpreisen  sind  auf  einem  be- 
sonders erhältlichen  Preisblatt  zusammengestellt. 

4.  Gegenüber  den  Ländern  unter  Ländergruppe  la)  wird 
in  der  Währung  des  Bestimmungslandes  fakturiert  (Ueber- 
seeländer  und  Ausnahmen  siehe  Fußnote).1)    Gegenüber  den 

*)  Es  wird  fakturiert: 

nach  in 

Portugal  Pfund  Sterling** 

Britische  Dominions  und  Britische  Kolonien   Pf  und  Sterling** 

Canada  Ü.8  A.-Dollar  *** 

Holländische  Kolonien  holländischen  Gulden 

ßnina  US  A.-Dollar 

J»pan  Yen 

Verbilligte  Staaten  vun  Nordamerika  .    .    .  Dollar 

Mexiko  wahlweise  in  U.8  A.-Dollars 

od.  m  mt  xikaniBchen  Goldpeso» 
Sonstige  mittelamerikanische  Staaten  .    .    .    U  Ü  A.-Dollar 

**  Die  nachstehend  verzeichneten  Multiplikatoren  für  diese  Länder 
-sind  anf  Schillings  bezogen. 

'*"■*  Bei  Artikelgruppen  I  und  II  wahlweise  auch  in  Pfund' «terling. 


Ländern  unter  Ländergruppe  lb  ist  in  Reichsmark  zu  berechnen. 

5.  Die  Errechnung  des  Ausfuhrmindestpreises  erfolgt,  indem 
der  Grundpreis  mit  der  Zahl  multipliziert  wird,  die  in  der 
nachstehenden  Tabelle  (II,  3)  für  das  in  Frage  kommende*  Land 
unter  Berücksichtigung  der  Artikelgruppen  vorgesehen  ist. 
Der  sich  ergebende  Wert  ist  der  fertige  Ausführmindestpreis 
in  der  für  das  betreffende  Land  vorgeschriebenen  Währung  für 
100  Stück,  ausschließlich  Verpackung. 

II.  Prei s bestimmunge a. 

1;  Ländergruppen: 

a)  Fremdwährungsländer. 

Solland,  Schweiz,  China,  Japan,  Vereinigte  Staaten 
von  Nordamerika,  Canada,  Mexiko,  sonstige  mittel- 
amerikanische  Staaten,  Großbritannien,  seine  Dominions 
und  seine  Kolonien,  Spanien,  Portugal,  Norwegen, 
Dänemark;  Schweden,  Belgien,  Frankreich,  Luxemburg« 
Italien,  Tschecho- Slowakei. 

b)  Markländer. 

Deutsch-Oesterreich  und  Ungarn,  Jugoslavien,  Finn- 
land,  ehemaliges  Rußland,  Polen,  Südamerikanische 

Staaten: 

2.  Artikelgruppen: 

I.  Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren  einschließlich  der 

Reichspostmodelle. 
II  Elektrotechnische  Stanzartikel'  und  sonstige  technische 
Artikel. 

lil  a.  Fr eileitangs-Stützen- Isolatoren     bis    zur    Größe  entspr. 

Hermsdorf  I.  1387. 
111  b.  Freileitungs-Stützen- Isolatoren  größer  als  Hermsdorf  I. 

1387  bis  inkl.  Hermsdorf  1391. 
III  c.  Freileitungs- Stützen- Isolatoren   größer  als  Hermsdorf  1. 

1391. 

IV.    Hänge-Isolatoren    und    leeres    Porzellan    zu  armierten 
Hänge-Isolatoren. 

V.  Durchführungen,  Stutzer,  Griffe,  Rillen-Isolatoren. 
(III  bis  V  alles  ohne  Armaturen.) 

VI.  Hänge-  und  Abspann-  Isolatoren  mit  Armaturen. 


1922-  m.  JahrgAng.) 


..3. 


Ü 

Land 

Artikel- Gruppen 

I 

II 

lila 
... 

Illb 

nie 

IV 

v 

VI 

| 

Holland 
Schweiz 
Japan 
Mexiko 

bei  Eaktnr,  in 
mex,  Goid-Pesos 

1,029 
»,062 
0^024 

0.029 
0,062 
0,024 

0,016 

OiÖ22 
0,047 
0,018 

0,014 

0,023 
0,04» 
0,018 

0,014 

0,024 
0,061 
0,019 

0  014 

0,025 
0,054 
0,020 

0,014 

0,023 
0,047 
0,018 

0,014 

0,023 
0,049 
0,018 

0,014 

■  bei  Faktur.,  in 
U.S.A.-Dollara 

Vereiuigte  Staa- 
ten von  Nord- 
Amerika,  restl. 
Mittelamerika, 
Canada  n  Chint 

0,008 
0,008 

0,1008 
0,008 

0,007 
0,007 

0,007 
0,007 

0,007 
0,007 

0,007 
0,007 

0,007 
0,007 

0,007 
0,007 

a 

B 

1 

England  und 
Kolomen 
Qnnada 

)049* 

0,049* 

0,037* 

0,038* 

0,040* 

0,043* 

0,038? 

0,039* 

Spanien 
Portugal 

0,078 

0,075 
0,068* 

0,067 
0,044* 

0,060 
0,047* 

0,069 
0,053* 

0,074 
0,067* 

0,064 
0,060* 

0f067 
0,052* 

-  * 

:  1-1 

Norwegen  und 
Danemark 

A  Ai  Li 

a  HKS 

V,UOO 

A  A£A 

a  nßfi 

A  A<IO 

U,U4ö 

U,vDv 

Schweden 

0,044 

0,044 

0,033 

0,034 

0,034 

0,037 

0,034 

0,034 

Belgien 

Frankreich 

Luxemburg 

0,125 

0,078 

0,083 

0,083 

0,091 

0,083 

0,083 

Italien 

0,18 

0,18 

0,166 

0,172 

0,194 

0,22 

0,156 

0,20 

Tschecho- 
slowakei 

0,60 

0,60 

0,677 

0,577 

0,577 

0,60 

0,677 

0,6© 

i 

•e 
p 

as 

Sa 

i « 

[  M 

Deutsca-Oester- 

Tfiifth  n  TTinrarri 

1,7 

1,7 

1,5 

1,5 

1,6 

t,6 

1,5 

1,6 

Jugoslawien  und 
Finnland 
Balkanländer 

*,95 

1,96 

1,65 

1,7 

1,7 

1,7 

1,7 

1,7 

Rußland  und 
Polen 

1,96 

f,96'i 

l;65 

1,7 

1,85 

1,85 

1,86 

1,86 

Südamerika- 
nische Staaten 

2,1 

2,1 

1,8 

1,9 

2,0 

2,0 

2,0 

2,0 

*  Obige  Multiplikatoren  sind  auf  Schillings  bezogen. 

Zur  Beachtung!  Vorstehende  Multiplikatoren  beziehen 
«ich  auf  diei  Grundpreise  der  Drucksache  Nr.  23ö  vom 
28.  Februar  1922. 


JAHRESSCHAU  DEUTSCHER  TöRMlT  DRESDEN 
lUNI-SEpT  \Q22 

DEUTSCH  E  E  R  D  EN 

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».  R.  P.  S34977  and  338389. 
maschinelle  Einrichtungen.  K 


Hierzu  eine  Beilage:  Prospekt  des  Verlages  von  Johann  Ambrosius  Barth  in  Leipzig  über  „Werkstoffe",  Han d- 
wörterbuch  der  technischen  Waren  und  ihrer  Bestandteile. 


Verschiedenes 


i  beim  Neu-,  und  Umbau  von 
I  Glasfabriken,  Schmelzöfen  und 
I  Generatoren,  Betriebsstörung 
s  usw.  erteilt,  Baupläne  litten 
f  H.  vi  Reiboidt,  Coburg. 
*lBHro!  besteht  seit-  1889.  , 


voif  Glasfabriken  ver- 
mittelt streng  diskret  [5*2 

Cur*  Herold, 

Hüttenmeister  a.  D. 
Lausa  b.  Dresden. 


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Beichsstraße  6.  [54d 


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sind  fortlaufend 

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SprechsaaL 


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Angebote  unter  P  42« 
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Sprecbsaal. 


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Sprecbsaal,  .„J| 


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schäftsstelle des  Sprechsaal. 


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P  4828  an  die  Geschäftsstelle  des 
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halbftark,  3  mm  Goldband  und  Linie, 
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stelle des  Sprecbsaal  erbaten. 


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Coburg.  [565 


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geben. Geh*.  Zaschrifcen  erbeten 
anter  P  419»  an  die  Geschäftsstelle 
des  Spreehsaal. 


iVIHa  —  Nr.  18 


145  - 


SPRUCHS  AAL'-  COBURG. 


1922  (66.  Jahrgang.) 


Unbelegte 


110  mm, 
Säulendurchmesser  je 
60  mm 


Schuiarzglas-  und 
Alabasierglasscherben 

je  etwa  10000  &g,  gegen  Gebot  ab- 
zugeben. Anfragen  erbeten  nnter 
P  4235  an  die  Geschäftsstelle  des 
Sprechsaal. 

Infolge  Umstellung  des  Betriebes 
habe  ich  preiswert  abzugeben : 

3  Stanze«9, 

4  tl*umm  Säalendarchmesser 

I  JlCHlZC)  135  mm,  mit  Bäder- 
vorgelege. 

5 PI  am  »am  mit  T-Träger  nnd 
jlaU&t»  Kädervoreelege, 

1  PttWtrisitrmaschine 
1  jfiiscbtnsjckinc, 
1  ScblendcrmaschfHe. 
1  HolUr9a«j,MÄTr 
sowie  Matrizen  Ä 

Die  genannten  Gegenstände  sind  fast 


wie  neu. 


Neuhaidensleben. 


[57b 


2 


in  nenem  Z  asten  de,  billigst  abzugeben. 
Angebote  nnter  P  4247  an  die  Ge- 
schäftsstelle des  Sprechsaal. 


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bote nnter  P  4242  an  die  Geschäfts- 
stelle des  Sprecbsaal.  _ 


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großen  Brennofen,  Massemuhle  usw , 
alles  komplett  nnd  modern  einge- 
richtet, mit  Wasserkraft  und  großem 
Auftragsbestand  in  Gebrauchsge- 
schirren, wird  um  Ec.  1,5  Million  ver- 
kauft, oder  auch 

Teilhaber 

mit  800  Mille  Kc.  gesucht. 

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in  Königsberg 7;  pr.:  Steindamm  56/57, 
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(&6  jähtgang.) 


Coburg,  den  6.  April  1922. 


Nummer  U 


Teilschritt  im  die  Keramischen,  Glas-  und  verwandten  Industrien. 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille. 
Prämiiert:  St.  Lonis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bogra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Pr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


FernsprechanschloßNr. 59./Telegr.- Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto :  Cobarg-Gothaische  Bank  A.-G.,  Coburg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  durch  die  Post  vierteljährlich  JC  17.—  unter  Streifband  M ,43.— . 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  Jt  2.—  (Stellengesuche  JC  1.—). 
Für  das  Ausland  werden  die  Be2ugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


Mitglied  von :  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten.  .  ■ 


Töplerel-Berufsgenossenschalt  Sektion  VI. 

Sektionsversammlung.  - 

Die  diesjährige  Sektionsvörsammlung,  zu  wfelcher  die  Mit- 
dieder  der  Sektion  VI  gemäß  §  24  Abs.  2  der  Satzung  vom 
!7.  Juni  1912  hierdurch  eingeladen  werden,  findet  statt  am 

Dienstag,  den  9,  Mai  1922,  vormittags  11  Uhr, 

im  „Hotel  zum  Löwen"  in  Rudolstadt. 


Tagesordnung: 

L  Geschäftsbericht., 

\.  Abnahme  der  Jahresrechnung  für  1921. 

J.  Wahl  eines  Ausschußes  zur  Prüfung  der  .Jahresrechnung 
von  1922. 

L<  Festsetzung  des  Haushaltpläns  für  1923. 
^Sonstiges. 

Anträge  von  Sektionsmitgliedern  müssen  spätestens  eine 
Woche  vor  dem  Versammlungstag  schriftlich  eingereicht  werden. 
Rudolstadt,  den  10.  April  1922. 

Per  Vorstand  der  SeKtiott  VI  der  Töpfwi-BNufsgenossenscltaft. 

Alfred  Beyer,  Kommerzienrat,  Vorsitzender,  [585 

Widerstand  feuerfester  Erzeugnisse  bei 
Belastung  bei  verschiedenen  Temperaturen. 

Eine  Studie  ,  über  dieses  Thema  von  V.  Bodin  in  den 
Transactions  of  The  Ceramic  Society,  Vol.  XXI,  Session  1921—22, 
Part  I,  S.  44,  sei  im  folgenden  auszugsweise  wiedergegeben. 

Von  den  charakteristischen  Eigenschaften  feuerfester  Er- 
zeugnisse ist  die  Bestimmung  der  Fähigkeit,  Belastung  bei  den 
verschiedenen  Temperaturen  zu  ertragen,  von  besonderem 
Wert,  denn  tatsächlich  hat  z.  B.  das  Mauerwerk  von  Oefen,  sei 
es  infolge  des  eigenen  Gewichts,  sei  es  infolge  einer  dauernden 
©der  vorübergehenden  Belastung  des  Oberteils  der  Oefen, 
nennenswertes  Uebergewicht  zu  tragen,  und  in  den  Gewölben 
können,  werm  die  verwendeten  Baustoffe  ihr  Volumen  vergrößern, 
ganz  beträchtliche  Belastungen  entstehen. 

Man  hat  sich  lange  Zeit  mit  Rücksicht  auf;  die  Schwierig- 
keiten bei  Versuchen  in  der  Hitze  darauf  beschränkt,  die  Bruch- 
festigkeit feuerfester  Erzeugnisse  bei  gewöhnlicher  Temperatur 
festzustellen,  die  jedochmit.  derjenigen  bei  der  Belastung  bei  ver- 
schiedenen Temperaturen  nicht  zusammenhängt  und  infolge- 
dessen nur  beschränkten  Wert  hat. 

Der  Schmelzpunkt  ^ibt  in  dieser  Beziehung  auch  keinen 
Aufschluß,  denn  der  Unterschied  zwischen  dem  Erweichungs- 


und dem  Schmelzpunkt  ist  bei  verschiedenen  Produkten  ein 
ganz  bedeutender. 

Man  hat  daher  naturgemäß  nach  Methoden  gesucht,  um 
direkt  die  Bruchfestigkeit  bei  Belastung  bei  verschiedenen 
Temperaturen  zu  bestimmen.  Gary  hat  als  erster  dahingehende 
Versuche  angestellt  und  zu  dem  Zweck  einen  besonderen 
Apparat  erdacht.  Er  bestimmte  den  Widerstand  verschiedener 
feuerfester  Steine  bei  Belastung  bei  gewöhnlicher  Temperatur 
und  bei  1000°  und  erhielt  im  Mittel  die  folgenden  Werte: 


Bruchfestigkeit  in  kg/qcm 
bei  gewÖhnl.  Temp.    bei  1000° 
169  218 
148  163 


1.  Rheinischer  Ziegel 

2.  Ziegel  P.  W.  10 
Gary  glaubte  daraus  schließen  zu  können,  daß  die  Gefahr  des 
Zerdrücktwerdens  nicht  bestand,  nachdem  der  Widerstand  bei 
1000°  größer  war  als  bei  gewöhnlicher  Temperatur,  was  sich 
aber  in  der,Folge  als  nicht  zutreffend  erwies.  Bodin  beschreibt 
nun  die  von  ihm  benutzte  Apparatur,  eine  entsprechend  umge- 
baute Maschine  nach  Fremont,  bezüglich  welcher  auf  das  Original 
mit  der  Abbildung  verwiesen  sei.  Er  benutzte  zur  Prüfung 
Würfel  von  2  cm  Kantenlänge  und  zur  Temperaturmessung  ein 
Piatin  —  Platin -Rhodium -Pyrometer,  während  die  Erhitzung  in 
einem  mit  Gas  und.  Druckluft  beheizten  Ofen  erfolgte. 

Die  Bruchfestigkeit  bei  gewöhnlicher  Temperatur  läßt  keinen 
Schluß  zu  bezüglich  des,  Verhaltens  eines  Stoffes  bei  höherer 
Temperatur,  ,  wie  die  nachstehende  Zusammenstellung  zeigt, 
welche  die  Prüfungsergebnisse  bei  verschiedenen  Stoffen  bei 
20,  800,  1000,  1300  und  1500°  enthält. 


1  Gegenstand  und 

Bruchfestigkeit  in 

kg/qcm  bei 

Bezeichnung 

20» 

800» 

1000» 

1300 » 

1500» 

Tonsubstanzhaltige 

Stoffe 

Ton  A 

195 

125 

105 

•  740 

40 

*  CL 

920 

■555 

575 

360 

65 

1110 

485 

1755 

115 

20 

Tonerdehaltige 

.  Produkte 

Bauxit 

395 

270 

715 

55  . 

20 

Korund 

.790 

530 

.  615 

3^0 

\  9Q 

Agglomerat  aus 

Karborundum 

415 

'425 

:  585 

150 

!  '70 

Silikasteine'  A 

277 

'116 

B 

276 

,27, 

244 

53 

D 

■>  Ä^  S 

171 

1 

180 

90 

80 

60 

40 

158  —  Nr.  H 


SPRECH-SAAL  rr  COBURG. 


1923.  (65.  Jahrgang.) 


Gegenstand  und 

Bruchfestigkeit  in 

kg/q^m  bei 

1600« 

Bezeichnung 

20" 

800«. 

1000« 

1300  • 

Geschmolzener  Quarz 

2650 

1040 

.780 

1670 

100 

Unreiner  Zirkon 

895 

275 

345 

90 

10 

Produkte  aas  Magnesia : 

110 

Euböa 

260 

265 

230 

5 

Steiermark 

450 

205 

190 

155 

30 

Produkte  aus 

Chromeisenstein 

4S0 

450 

425 

215 

75 

Hieraus  lassen  sich  die  folgenden  Schlüsse  ziehen: 

1.  Die  meisten  feuerfesten  Erzeugnisse,  und'  namentlich  all« 
Produkte  aus  Tonsubstanz,  Tonerde  und  Kieselsäure  er- 
fahren beim  Erhitzen  eine  Abnahme  ihrer  Widerstandsfähig- 
keit mit  einem  Minimum-Darchschnitt  bei  etwa  800°. 

2.  Dieselben  Erzeugnisse  erfahren  bei  fortgesetzter  Erhitzung 
eine  schroffe  Vergrößerung  ihrer  Widerstandsfähigkeit  mit 
einem  Maximum-Durchschnitt  bei  etwa  1000°.  Der  Wert  für 
dieses  Maximum  kann  bei  gewiesen  Tönen  denjenigen  für 
das  Minimum  um  das  4-fache  erreichen  oder  sogar  über- 
schreiten. 

3.  Bei  fortgesetzter  Steigerung  der  Temperatur  fällt  bei  allen 
feuerfesten  Erzeugnissen  die  Widerstandsfähigkeit  schritt- 
weise und  strebt  dem  Werte  Null  bei  1600°  zu. 

4.  Allgemein  werden  die  feuerfesten  Erzeugnisse  von  etwa 
1200°  an  plastisch  oder  halbplastisch  ;  sie  haben  dann  keinen 
scharfen  Bruch  mehr,  sondern  werden  nur  zerdrückt  wie 
etwa  Prüflinge  aus  Blei  oder  Messing. 

1.  Durch  die  Versuche  Wurde  das  Bestehen  des  Minimums 
in  den  Vordergrund  gestellt.  In  der  Tat  geht  alles  feuerfeste 
Mauerwerk  während  der  Anwärmung  und  der  Abkühlung  durch 
die  kritische,  dem  Minimum  an  Widerstand  entsprechende  Tem- 
peratur, und  es  können  Unfälle  dabei  eintreteü,77deren  Ent- 
stehungsursache bisher  unbekannt  war  und  die  sich  nur  auf 
Grund  der  Kenntnis  der  Widerstandsfähigkeit  der  Materialien 
und  ihrer  Zugrundelegung  bei  der  Konstruktionsberechnung 
vermeiden  lassen.  wfj! 

Während  es  bisher  als  unmöglich  erkannt  wurde,  den 
Schmelzpunkt  eines  feuerfesten  Steins  durch  Aenderung  seiner 
mechanischen  Zusammensetzung,  der  Stärke  der,;  Schamotte- 
körner, der  Dichtigkeit  usw.  ändern  zu  können,  ist  es  wahr- 
scheinlich, daß  sich  auf  diese  Weise  der  Wert  für  das  Minimum 
der  Widerstandsfähigkeit  beeinflussen,  demnach  die  Qualität 
verbessern  lassen  wird. 

Le  Chätelier  hat  gezeigt,  daß  eine  Erhöhung  der  Brenn« 
„Temperatur  wohl  auch  die  feuerfesten  Eigenschaften  eines  Tones 
zu  heben  vermag.  Zur  Feststellung  dieses  wurden  mit  ein  und 
demselben  Bauxit  zwei  Reihen  von  Versuchen  unternommen, 
und  zwar  die  eine  mit  bei  1300°  und  dielandere*  mit  bei  1500° 
gebrannten  Würfeln. 

Der  Bauxit  hatte  die  folgende  Zusammensetzung: 
Si02  13,30 

Ti02   .    .    .    .  3,35 

AlaOs  .   .    .  61,05 

FeaOs  .    .    .  4,75 

CaO    .    .    .    .    .    .  0,95 

MgO   0,10 

S08   .   .   .    .    .   .  Spuren 

Glühverlust   1«**5 

Nicht  bestimmt  und  Verluste  .    .    .   .  0,05 

100,00 

Die  Ergebnisse  der  Prüfung  sind  nachstehend  zusammen- 


gestellt: 

Temperatur 

Bruchfestigkeit       in  kg/qcm  von  Bauxit 

in  «C. 

1800°             gebrannt  bei  1600° 

20 

696 

660 

«00 

300 

380 

700  ; 

286 

360 

800 

270  Minimum 

350  Minimum 

900 

350 

570 

1000 

716  Maximum 

685  Maximum 

1100* 

380 

400 

1200 

120 

260. 

1800 

55 

95 

1400 

30 

40 

1600 

16 

15 

-  Ton  dieser  Temperatur  an  wird  die  Probe 

wie  ein  plastisch 

KOrper  zerdrückt. 

Nach  dieser  Zusammenstellung  ist  in  den  beiden  Fällen, 
wo  der  Bauxit  plastisch  wird,  die  Temperatur  die  gleiche,  ferner 
liegen  Minimum  und  Maximum  offensichtlich  bei  derselben 
Temperatur,  aber  die  Bruchfestigkeit  der  bei  1500°  gebrannten 
Würfel  ist  stets  größer  als  diejenige  der  bei  1300°  gebrannten, 
was  die  Beobachtung  von  Le  Chätelier  zu  bestätigen  scheint 
und  beweist,  daß  das  feuerfeste  VeVbaMeti  des  Bauxitn  ein 


besseres    wurde,    nachdem    seine    Brenntemperatur  erhöh 
worden  war. 

2.  Das  Maximum 1  hat  nicht  dieselbe  Bedeutung  wie  da 
Minimum,  doch  verdient  es  ein  gewisses  Interesse.  All 
Produkte  haben  nämlich  nicht  ihr  Maximum  bei  derselbe)  Ü 
Temperatur,  und  es  bedürfte  systematischer  Untersuchungen 
um  die  Bedingungen  zu  ermitteln,  die  dessen  Wert  und  dl 
Temperatur  zu  ändern  vermögen.  Es  ist  aber  klar,  daß,  wem 
man  die  feuerfesten  Materialien  so  auswählen  könnte,  daß  dl 
Temperatur,  bei  der  sie  verwendet  werden,  auch  diejenige  ihre' 
Maximums  an  Widerstandsfähigkeit  wäre,  dann  Bedingungen 
geschaffen  würden,  die  ihrer  Erhaltung  außerordentlich  günstig 
wären.  > 

Man  hat  angenommen,  daß  dieser  Wechsel  in  der  Wider 
Ständsfähigkeit  auf  Kristallisationen  beruhe,  die  sich  in  dei 
Stoffen  unter  der  Wirkung  der  Hitze  bildeten ;  diese  Erkläruni 
ist  aber  .  wenig  befriedigend,  wenn  man  bedenkt,  mit  welche 
Schnelligkeit  der  Prozeß  vor  sich  geht,  der  kaum  eine  Stund* 
dauert.  Wahrscheinlicher  ist,  wie  Bigot  es  ausgesprochen  hat 
daß  physikalische  Veränderungen  vor  sich  gehen,  z.  B 
Aenderungen  im  Ausdehnungskoeffizienten.  Es  ist  auch  mög 
lieh,  daß  die  Zerbrechlichkeit  eines  Produkts  von  einer  bei 
stimmten  Temperatur  an  stark  abnimmt,  und  daß  man  soll 
wenigstens  in  bestimmtem  Maße,  das  Wachsen  der  Brach 
festigkeit  erklären  kann. 

3.  und  4.   Die  Abnahme  der  Widerstandsfähigkeit  jenseitjf 
des  Maximums  bei  zunehmender  Temperatur  und  die  Fes1 
Stellung  eines  plastischen  oder  halbplastischen  Zustandes  üb«; 
raschen  weiter  nicht,  denn  alle  Stoffe,  die  bei  entsprechende 


Temperatur 


Izen,  durchlaufen  naturgemäß  zuvor  eines 


1400° 
1100° 
1400° 
1400° 
1000° 


mehr  oder  weniger  teigartigen  Zustand,  währenddessen  si 
weniger  widerstandsfähig  sind  und  die  Konsistenz  plastische 
Substanzen  haben. 

Wie  bereits  gesagt,  zeigt  sich  die  Erscheinung  bei  et 
1200°;   doch   kommen   auch  je  nach  den  Materialien  AI 
weichungen  vor,  wie  die  nachstehenden  Ergebnisse  von  Ve, 
suchen  zeigen : 

'     Ton  A   1300° 

„    CL  .   1200° 

„    P   1100° 

Korund  .    .    .  . 
«l       Bauxit  .... 
Silikasteine    .  . 
Geschmolz.  Quarz 
Magnesia    .  . 
Bei  genauer  Betrachtung  dieser  Zahlen  wird  man  si 
fragen,    wie    es    möglieh    ist,    daß   diese   Materialien  b< 
Temperaturen  ffrwendet  werden  können,  die  höher  sind  a)  I 
diejenigen,  bei  \  denen  sie  plastisch  werden,  und  dabei  haltei  i> 
Die  Erklärung  ist  ziemlich  einfach :  Würden  die  Produkt  » 
vollständig  den  hohen  Ofentemperaturen  ausgesetzt,  so  würde  1 
sie  wahrscheinlich  schon  bei  geringer  Belastung  oder  infolg 
des  eigenen  Gewichts  schmelzen  oder  die  Form  verlieren.  I 
Wirklichkeit  ist  aber  nur  eine  Seite  derselben  der  Ofe; 
temperatur  ausgesetzt,  und  da   die  Wärmeleitfähigkeit  de 
Stoffe  schlecht  ist,  so  nimmt  die  Temperatur  schnell  ab  in  dei 
Maße,  als  man  sich  von  dieser  Seite  entfernt.    Mag  diese  dan 
auch  erweichen,  der  übrige  Teil  bleibt  widerstandsfähig  un 
sichert  die  Standfestigkeit  des  Baus. 

Verfasser  macht  dann  einige  Bemerkungen  über  die  vofll 
J.  W.  Mellor   in  Stoke-on-Trent    angewandte  Methode  uo 
empfiehlt  zum  Schluß  das  Weitere  Stadium  der  Frage  mit  ein 
zu  erbauenden  Spezialmaschine  zur  Erweiterung  unserer  Kenn 
nisse  über  die  Eigenschaften  feuerfester  Erzeugnisse 


Abhitzekessel  in  Glashütten. ) 

(Nachdruck  verboten.) 
Sind  in  der  Eisenhüttenindustrie  Abhitzekessel  in  Ve 
bindung  mit  dem  Siemens-Martin-Ofen  allgemein  verbreitet,  ij 
haben  dieselben  in  Glashütten  bisher  nur  bescheidenen  Eiogatj 
gefunden.    Um  Anregungen  zu  einem  fortschrittlichen  Wand  j 
zu   geben,   hat   die  „Wärmetechnische   Beratungsstelle  di 
Deutschen  Glasindustrie"  ihr  Augenmerk  auch  auf  die  Ve 
besserung  der  Wärmewirtschaft  in  Glashütten  in  dieser  Hi 
sieht  gerichtet.    In  .  einer  bemerkenswerten  Abhandlung  brin, 
sie  ihren  Mitgliedshütten  die  verschiedenen  Gesichtspunkte  zi 
Kenntnis,  welche  bei  der  Errichtung  von  Abhitzkesseln  in  Glai 
hüttenbetrieben  zu  beachten  sind.    Diese  den  besonderen  B 
dürfnissen  angepaßten  Leitsätze  werden  ergänzt  durch  die  B 
nprechung  vorbildlicher  Ausführungen.    Auszugsweise  sei  d 
Inhalt  der  ausführlich  gehaltenen  Druckschrift  wiedergegebej 
der  sicherlich  auch  diejenigen  Glashütten  interessiert,  welclS 
den  Begebungen  der  W.B.G,  fernstehen. 


i 


:t)  „Abhitzekessel  in  ülashtUteu"  erscheint  im  Selbstverlag, 
W.B.Ö.,  Frankfurt  ».  k.  1921/  J.7  Seiten  „ud  10  Abbildung. 


1922.  (65-  Jahrgang./ 


SPRECHSAAL 


Bekanntlich  stecken  in" den  Abgasen  der  Glasschmelzöfen 
nach  '  stattgehabten  Untersuchungen  nooh  etwa  25%  in  Form 
von  fühlbarer  /Wärme  derjenigen  Wärmeeinheiten,  weiche  zu 
100  °/0' in* denl Generator  mit  dem  Brennstoff  eingeführt  werden. 
(Abb.  1)  Durch  'die  Aufstellung  eines  Abhitzekessels,  d.  i.  ein 
Dampfkessel,  welcher  an  Stelle  der  direkten  Feuerung  durch 


!ie  Abgase  beheizt  wird,  soll  von  dieser  Wärme,  die  sonst 
'lutzlos  in  den  Schornstein  steigt,  der  noch  zu  erfassende  Teil 
herausgezogen  werden. 

Die  rechnerische  und  praktische  Behandlung  dieses  Pro- 
zents hat  gezeigt,  daß  ein  Rückgewinn  von  mindestens  8  °/0 
iles  gesamten  Brennstoffverbrauches' der  Generatoren  auf  diesem 
Wege  möglich  ist.    in  vereinzelten  Fällen  stieg  die  Ausnutzung 
Glasschmelzöfen  selbst  bis  zu  10°/0,  sogar  12,5  °/0  hinauf. 
Nun  sind  aber  Vorgänge  von  Wärmeumsetzung  in  ihrer 
Wirkungsweise  nicht  allein  bedingt  durch  die  .tatsächlichen 
Wärmemengen  (quantitativ),  sondern  auch  durch  das  Auftreten 
lestimmter  Temperaturen  bezw.  Temperaturgefälle  (qualitativ), 
beträgt  die  Abgastemperatur  beim  Eintritt  in  den  Abhitzekessel 
veniger  als  450°  C  oder  gar  400 0  C,  so  ist  die  Dampferzeugung 
lurch  [denselben  nicht  mehr  wirtschaftlich,    In  diesen  Fällen 
rürd  die  Abgaswärme  vorteilhaft  zur  Vorwärmung  von  Speise- 
Tasser,  Erzeugung  von  Warmwasser  für  .  Heizzwecke  oder  aber 
e|iur  Vorwärmung  des  Windes  für  Gaserzeuger  benutzt.  Liegt 
Üe  Temperatur  der  Abgase  höher  als  450°  C,  so  wird  die 
i|  Umstellung  eines  Abhitzekessels   stets  gewinnbringend  sein. 
)E)iese  Temperaturen  werden  «meistens  sich  in  denjenigen  Be- 
irieben vorfinden,    wo   längere  Kanäle  zwischen  Ofen  und 
Schornstein  fehlen,  eine  erhebliche  Abkühlung  der  Gase  nach 
/erlassen  des  Ofens  somit  nicht  erfolgt.    Um  eine  unnütze 
I  kbkühlung  zu  vermeiden  wird  der  Kessel  so  nahe  als  möglich 
n  den  Ofen  zu  setzen  sein. 

Die  Temperatur,  mit  welcher  die  Abgase  hinter  dem  Kessel 
iita  den  Schornstein  abziehen,  soll  möglichst  niedrig  sein.  Sie 
ist  aber  wärmetechnisch  nach  unten  begrenzt  durch  die  Siede- 
temperatur, welche  dem  Druck  im  Kessel  zugeordnet  ist,  und 
eträgt  beispielsweise  bei  einem  Ueberdruck  von  4  Atm.  rd. 
31  «C  und  bei  14  Atm.  rd.  197 0  C.     Die  niedrigste  Abgas- 
mjemperatur  muß  über  diesen  Siedetemperaturen  liegen,  weil  ja 
ieVärme  von  Abgasen  an  den  Kessel  abgegeben  werden  soll, 
iipozu  ein  Temperaturgefälle  nötig  ist.    Wird  die  Vorwärmung 
(es  Speisewassers  von  der  Dampferzeugung  durch  Anordnung 
Ines  Vorwärmers  getrennt,  so  können  die  Abgase  zu  weiterer 
Wärmeabgabe  gezwungen  werden.    Im  Gegensatz  zum  Betrieb 
er  direkt  gefeuerten  Dampfkessel  liegen  also  bei  den  Abhitze- 
essein  zunächst  die  Hauptschwierigkeiten  in  den  verhältnis- 
enäßig  niedrigen  Temperaturen  der  Abgase. 

Der  Abkühlung  der  Abgase  sind  aber  in  Glashüttenbetrieben 
nßerdem  besondere  Grenzen  gesetzt  und  zwar: 


*  ■  ■■■    ,  A     Abb.  a.    ,  - 

hältnis  zur  gesamten  Zogstärke  des  Schornsteins  sehr^geringer 
Betrag  ist. 

Bei  Abgasen,  die  Schwefeldioxyd,  SO.,,  und  Schwefeltriosyd, 
SOg  in  merklichen  Mengen  enthalten,  darf  die  Temperatur  er- 
fahrungsgemäß nicht  unter  etwa  180 — 160°  C  erniedrigt  Werden. 
Andernfalls  bilden  sich  durch  örtliche  Kondensationen  des  in 
den  Abgasen  stets  enthaltenen  Wasserdampfes  an  den  kalten 
Wänden  schweflige  Säure,  H2S03,  und  Schwefelsäure,  H2SO4, 
welche  Schmiedeeisen  angreifen  und  zerstören.  In  Glashütten 
sollte  man  daher  grundsätzlich  die  Abgase  vorher  einer  genauen 
chemischen  Untersuchung  auf  ihren  Gehalt  an  säurebildenden 
Bestandteilen  unterziehen,  sofern  die  Absicht  besteht,  einen 
Abhitzekessel 1  aufzustellen. 

In  der  Literatur  finden  sich  bisher  nur  spärliche  Angaben 
über  Abhitzekessel  bei  industriellen  Oefen.  Es  muß  daher  der 
einzelnen  Hütte  überlassen  bleiben,  die  jeweiligen  Betriebs- 


Sicherheitsventil, 

 -Jjl  — Jßk 


xJ)ampfent/njhsie^faiEeii. 


b) 


bei  natürlichem  Zug  durch  die  Abnahme  der  Zugstärke 
mit  der  Temperatur; 

bei  Abgasen,  welche  Suhwefelverbindungen  enthalten; 
durch  Bildung  von  schädlichen  Säuren  bei  niedrigen 
,  Temperaturen. 
Die  Beachtung  der  Zugstärke  tritt  gerade  -bei  Glashütten  - 
Betrieben  in  den  Vordergrund.  Ist  schon  bei  Anläge  des  Ofens 
Biaf  die  Erzielung  einer  reichlichen  Zagstärke  Rücksicht  ge- 
kommen, so  wird  bei  normalem  Betrieb  mit  gedrosseltem 
Schieber  gearbeitet  Werden.   Es  wird  darin  stets  möglich  sein, 
cli  ine  schädliche  Beeinflussung  des  Ofenbetriebes  einen  Abhitze - 
assel  anzuschließen,  in  welchem  die  Abwärme^bis'zu^Tömpe- 
ituren  von  300°  C  auch  250°  C  hinab,  ausgenutzt  wird  Durch- 
geführte Versuche  haberi  feezeigt,  daß  ,ip  verschiedenen^  Fällen 
9t  Druck  verlast  infolge  des  KesselwiderstandeB  ein  im  Ver- 


Abb.  3 

zustände  durch  sachgemäß  ausgeführte  Vor  versuche  und 
Messungen  zu  ermitteln.  Die  Konstruktionsbedingangen,  welche 
von  einer  guten  Kesselanlage  erfüllt  werden  sollen,  sind  im 
Einvernehmen  mit  führenden  Kesselbaufirmen  unter  Anpassung 
an  die  gewünschte  Betriebsführung  festzusetzen.  Nach  Auf- 
zählung der  verschiedenen  Konstrüktionsbedingungen  für  Ab- 
hitzekessel gelangen  die  Ausführungen  zu  dem  Ergebnis,  daß 
den  Betriebsforderungen  Walzenkessel  und  Flammrohrkessel 
nicht  gerecht  werden  können.  Als  Abhitzekessel  kommen  nur 
in  Betracht: 

r  8       1.  Rauchrohrkessel,  is 

i  Sä.  Wasserrohrkessel.  js©f       iMa^cfc  3  :- 

Bei  den  Rauchrohrkessein  werden  die  Abgase  in  engen. 
Röhren  durch  den  Wasserraum  geführt.  Der  Durchmesser  der 


160  —  Nr.  14 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1922.  (55.  jfahrgang.)) 


Röhren  wird  zur  Erzeugung  einer  entsprechend  hohen  Strö- 
mungsgeschwindigkeit geringer  als  bei  direkt  gefeuerten  Rauch- 
rohrkesseln sein  müssen.  Um  diese  Geschwindigkeit  zu  errei- 
chen, ist  bei  Rauchrohrkesseln  die  Anwendung  des  künstlichen 
Zuges  meist  unumgänglich.  Der  hierzu  erforderliche  Kraft- 
bedarf ist  verhältnismäßig  gering.  Dem  Rauchrohrkessel  kommt 
aber  vor  anderen  Systemen  der -Vorzug  Jdes  Wegfalls  jeder 
Einmauerung  zu. 


Wasser-Einlrill 


Explosionsfr/appe 


Abb.  4. 

Bei  den  Wasserrohrkesseln  wird  im  'Gegensatz  zu  den 
Rauchrohrkesseln  nicht  das  Abgas,  sondern  das  Wasser  durch 
enge  Röhren  geführt,  um  welche  die  Abgase  streichen.  Diese 
Röhren  sind  durch  sog,  Wasserkammern  miteinander  verbunden, 
welche  ihrerseits  mit  dem  als  Dampf  Sammler  dienenden  walzen- 
förmigen Oberkessel  in  Verbindung  stehen.  Wasserrohrkessel 
arbeiten  durchweg  mit  natürlichem  Zuge. 

Von  vorbildlichen  Ausführungen  von  Abhitzekesseln  in 
Glashütten  werden  eine  Reihe  in  der  Abhandlung  besprochen. 
Besonders  in  der  Spiegelglasindustrie  haben  die  Abhitzekessel 
bevorzugt  Verwendung  gefunden.  Abb.  2  veranschaulicht  einen 
Wasserrohrkessel  für  natürlichen  Zug  mit  stehenden  Röhren 
in  Verbindung  mit  Ueberhitzer.  Der  Kessel  besitzt  eine  Heiz- 
fläche' von  150  qm  (ohne  Ueberhitzer)  und  ist  für  20  Atm. 
Dampfüberdruck  bestimmt.  Wegen  dieser  verhältnismäßig 
hohen  Spannung  ist  auch  die  obere  Wasserkammer  zur  Ver- 
größerung der  Festigkeit  aus  einzelnen  nahtlosen  Kasten  zu- 
sammengesetzt. 

Ein  Wasserrohrkessel  für  natürlichen  Zug  'mit  liegenden 
Röhren  ist  in  Abb.  3  wiedergegeben.   Interessant  ist  an  dieser 


Ausführung  die  Abdeckung  der  Wasserkammern  durch  eil 
Schamotteschicht.  Auf  diese  Weise  wird  verhindert,  daß  d 
säurehaltigen  Abgase  lebenswichtige  Teile  des  Kessels  b 
streichen  und  beschädigen.  Die  Kesselröhren  allein  sind  d< 
Gasen  ausgesetzt.  Ein  Ersatz  derselben  ist  nach  einiger  Z< 
zu  bewerkstelligen  und  muß  eben  in  Kauf  genommen  werde 

Abb.  4  zeigt  einen  Rauchrohrkessel  für  natürlichen  Zi 
mit  liegenden  Röhren.  Um  die  Strömungswiderstände  zu  vt 
ringern  und  dadurch  die  Anordnung  einer  künstlichen  Sau, 
zuganlage  zu  ersparen,  werden  die  Abgase  nur  in  einer  Richtur, 
ohne  Bewegungsumkehr  durch  die  Röhren  geleitet.  Die  Raucl 
kammer  auf  der  Eintrittseite  der  Abgase  ist  durch  feuerfes 
Ausmauerung  gegen  Wärmeverluste  nach  außen  isoliett,  so  dl 
ein  guter  Kesselwirkungsgrad  zu  erwarten  ist. 

Während  die  bisher  beschriebenen  Abhitzekessel  in  Ve 
bindung  mit  Regenerativ-  oder  Rekuperativ-Oefen  innerhal 
der  Fachgruppe  der  Spiegelglas-  und  Tafelglas- Industrie  Au 
Stellung  gefunden  haben,  wurde  das  Anwendungsgebiet  b 
Tafelglashütten  mit  Erfolg  auch  auf  Nebenöfen,  wie  Kühl-  ui 
Strecköfen,  Anwärme-  und  Auf  treib  etrommeln,  ausgedehi 
Abb.  5  zeigt  eine  zweckmäßige  Anordnung  für  die  Ausnutzui 
für  die  Abgase  von'  zwei  Trommelöfen.  Der  Kessel  ist  üb 
den  beiden  Trommeln  so  angeordnet,  daß  die  Achse  des  Kessc 
parallel  zur  Achse  der  Trommeln  läuft.  Reicht  die  Abhit 
beider  Oefen  allein  zur  Erzeugung  der  notwendigen  Damr 
mengen  nicht  aus,  so  wird  eine  durch  Generatorgas  gespeis 
Zusatzfeuerung  eingeschaltet.  Die  Temperatur  der  Abgai 
hinter  dem  Abhitzekessel  betrug  nach  angestellten  Messung« 
etwa  200°  C. 

In  einem  Anhang  zu  den  Ausführungen  wird  eine  ang 
näherte  Berechnung  der  Dampferzeugung  durch  Abhitze  t 
Verwendung  verschiedener  Brennstoffsorten  im  Generator  durc 
geführt.  Dieselbe  soll  eine  Anleitung  geben  zur  möglich 
einfachen  und  überschlägigen  Bestimmung,  der  Dampfmeng 
welche  durch  Ausnutzung  der  in  den  Abgasen  der  Glasschmel 
Öfen  steckenden  Wärme,  erzeugt  werden  kann. 

Zusammenfassend  sprechen  sich  die  Ausführungen  dab 
aus,  daß  die  gesammelten  Beispiele  zur  Genüge  beweisen,  n 
welchen  Erfolgen  die  vorwärtsstrebende  Kesselbautechnik 
verstanden  hat,  ihre  Ereugnisse  den  Forderungen  der  Hütte 
industrie  anzupassen.  Es  sind  eine  Reihe  ven  Typen  führend 
Firmen  durchgebildet,  welche  den  besonderen  Verhältnissi 
der  Glasindustrie  Rechnung  tragen.  Aufgabe  der  Glasindustr 
sollte  es  sein,  sich  künftighin  durch  Aufstellung  von  Abhita 
kesseln  die  Ausnutzung  der  Abgaswärme  in  weit  größere 
Umfange  als  bisher  zu  Nutze  zu  machen  und  dadurch  ein 
erheblichen  Schritt  zur  Verbesserung  ihrer  Wärmebilanz 
zu  tun.  H.  Mch. 


Dampf -Entnahme 


ylbi  'ase  von  Trorqmel 2. 


Generatorgas_ms 


Abb.  5. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL -COBURG. 


Nr.  14  —  161 


Wirtschaftlich-? 

Korrespondenzen. 

Das  50-jährIge  Bestehen  feiert  in  diesem  Jahre  die  Sächsische 
Porzellanfabriti  zu  Potschappel  Carl  Taieme,  Inn.  Carl  Kantzsch,  Pot- 
schapnel-Freital. 

Das  25jährige  Dienstjabiläum  bei  der  Rheinberger  Stein  gutfabrik 
C.  &  B.  Carstens,  Rheinsberg  (Mari),  beging  am  29. 3.  22  Herr  Ober- 
dreher Hei  mm  an. 

Totenschau.  Eine  in  Branchekreisen  vielfach  bekannte  und  ge- 
achtete Persönlichkeit,  Herr  Hermann  Saedtler,  der  fast  40  Jahre 
lang  als  Beamter  in  Diensten  der  Porzellanfabrik  Franreuth,  A.-G.,  Frau- 
jeuth,  gestanden  hatte,  ist  im  Alter  von  nahezu  81  Jahren  heimgegangen. 
Vier  Generationen  der  Familie  gehörten  dem  Porzellangeschäftszweig  an; 
der  Sohn  des  Verglichenen  ist  Direktor  der  Porzellanfabrik  Hermann  Ohme 
in  Niedsrsalzbrunn. 

Im  72  Lebensjahr  verschied  am  29.3.22  nach  langem,,  unheilbarem 
Leiden  Fabrikbesitzer  Alfred  Voigt  ans  Sitzandorf.  Es  war  ihm  ver- 
gönnt, sein  50-jähriges  Geschäft3]  ibiläum  am  1. 3.  22  noch  zu  erleben, 
aber  leider  nur  fern  von  seinem  Wirkungskreise  auf  schwerem  Kranken- 
lager. Klein  nnd  unbedeutend  war  die  Fabrik,  als  er  dieselbe  von  seinem 
Onkel  Herrn  Wilhelm  Oertei  übernahm.  Durch  seine  rastlose  Schaffens- 
kraft und  seinen  eisernen  Willen,  gepaart  mit  reichem  Wissen  und 
hervorragenden  Geistesgaben,  hat  er  das  Uatarnehmen  zu  seiner  heutigen 
hohen  Blüte  gebracht  und  dem  Namen  Alfred  Voigt  einen  guten  Klang 
in  der  ganzen  Welt  verschafft. 

Die  Herstellung  von  Kirchenglocken  ans  Porzellan  ist  nach 
langen  Versuchen  der  Meißner  Porzellanmanufaktur  gelungen.  Die  Stadt- 
kirche in  Meißen  wird  in  diesem  Sommer  ein  Glockenspiel  von  60  Glocken 
erhalten.  Die  Formen  für  die  Glocken,  deren  größte  eine  Höhe  von  70 
und  einen  Durchmesser  von  50  cm  haben  wird,  sind  von  dem  bekannten 
Meißner  Keramiker  Börner  geschaffen  worden  —  Auf  der  Dresdner  Jahres- 
schan  wird  die  Meißner  Manufaktur  ihre  neuesten  Versuche  in  blauweißer 
Malerei  zeigen,  die  in  ihrer  dekorativen  Wirkung  an  orientalische  Ent- 
würfe erinnern.  Eine  Neuerung  in  betriebstechnischer  Hinsicht  wird  darin 
bestehen,  daß  die  Brennöfen  künftighin  ausschließlich  mit  Gas  geheizt 
werden  sollen. 


Fachschulen,  Unterricht,  Forschung. 

Akademisch  wissenschaftlicher  Fachverein  für  Silikattechnik, 
e.V.,  Döthen -Anhalt.  Vorstehenden  Namen  träaft  künftighin  der  bis- 
herige „Fachverein  für  Keramik,  e.  V  Anlaß  zu  dieser  Aeuderang  gaben 
mehrfache  Verwechslungen  mit  beruflichen  Vereinen  auf  dem  Gebiete  der 
Keramik.  Feiner  umfaßt  die  neue  Bezeichnung  sämtliche  Fachrichtungen 
(Glas-,  Zement-,  Eisenemailliertechnik,  Grob-  und  Feinkeramik). 


Gesetzgebung*  Steuern. 

Entrichtung  der  Umsatzsteuer  bis  31. 3.  Bis  zum  31.  3.  muß 
die  Umsatzsteuer  für  das  Jahr  192t  von  allen  Steuerpflichtigen  entrichtet 
werden,  ganz-  gleichgültig,  ob  sie  den  Umsatzsteuerbescheid  erhalten 
haben  oder  nicht.  Wird  die  Umsatzsteuer  nicht  entrichtet,  so  ist  der 
Fiskus  berechtigt,  5%  Zinsen  vom  1.4  ab  in  jedem  Falle  zu  verlangen. 


Handel  und  Verkehr. 

Der  Gegenwert  des  Goldfranken  im  Auslandspostverkehr  ist 

auf  <M  66  erhöht  worden,  womit  eine  entsprechende  Erhöhung  der  Aus- 
landsgebühren für  Pakete,  Postfrachtstücke  und  Telegramme  eingetreten  ist. 

Verwertung  von  Exportdevisen.  Um  die  über  die  Anwendung 
des  von  der  Reichebank  herausgegebenen  Merkblatts  vom  November  21 
über  den  Ankauf  von  Wechseln,  Schecks  und  Auszahlungen  in  ausländischer 
Währung  vielfach  noch  herrschenden  Unklarheiten  zu  beheben,  haben  der 
Reichsbevollmächtigte  der  Außenhandelsstelle  der  Lederwirtschaft,  Dr. 
Coper,  und  Herr  Gipkens  vom  Verein  deutscher  Maschinenbauanstalten 
Erläuterungen  ausgearbeitet,  die  diejenigen  typischen  Fälle  behandeln,  bei 
denen  sich  bisher  in  der  Praxis  der  Verwertung  von  Exportdevisen 
''Schwierigkeiten  ergaben.  Beigegeben  sind  noch  die  Verfügung  des  Raichs- 
kommissars  für  Ans-  nnd  Einfuhrbewilligung  vom  23.2.  22  über  Devisen- 
ablieferung nnd  KursBichernng,  das  Randschreiben  der  Reichsbank  vom 
20. 1.  22  über  die  Verwertung  nicht  in  Berlin  notierter  Valuten,  der  Wort- 
laut des  von  der  Reicbsbank  herausgegebenen  Merkblatts  vom  November  21, 
ein  Verzeichnis  der  Korrespondenten  der  Reiehsbank  und  die  Wieder- 
gabe eines  Antragsformulars  bei  Uebernabme  von  Termindevisen.  Die 
Erläuterungen,  die  für  aUe  Exporteure  von  Wichtigkeit  sind,  können  von 
jeder  Außenhanäelsstelle  zum  Preise  von  etwa  Ji  2  zuzüglich  Versand- 
kosten  bezogen  werden. 

Wieder  feste  Lieferfristen  hei  der  Reichsbahn  ab  1.  5.  22. 
Das  Reichsverkehrsministerium  teilt  mit:  Obwohl  die  Betriebslage  der 
Reichsbahn  noch  nicht  die  frühere  Höhe  erreicht  hat,  werden  zum  1.  5.  22 
feste  Lieferfristen  eingeführt.  Sie  betragen :  für  beschleunigtes  Eilgut 
Abfertigungsfrist  »/s  Tatr,  Beförderungsfrist  für  je  auch  nur  angefangene 
300  Tarifkilometer  1  Tag;  für  Eilgut  Abfertigungsfrist  1  Tag,  Be- 
förderungsfrist für  je  auch  nur  angelangte  300  Tarifkilometer  2  Tage; 
für  Frachtgut  Abfertigungfrist  2  Tage,  Beförderung  efrist  bei  einer  Ent- 
fernung bis  zu  100  Tarif kilometer  2  Tage,  bei  giöfieren  Entfernungen 
für  weitere  je  angefangene  100  Tarifkilometer  1  Tag.  Die  Fristen  Bind 
gegenüber  denen  der  Vorkriegszeit  etwas  verlängert.  Die  Lieferfrist  be- 
ginnt jetzt  allgemein  mit  der  auf  die  Annahme  folgenden  Mitternacht. 
Der  Lauf  der  Fristen  ruht  für  die  Dauer  einer  ohne  Verschulden  der 
Eisenbahn  eingetretenen  Betriebsstörung,  während  des  Bestehens  von 
Sperren  und  während  der  Aufenthalte,  die  durch  Maßnahmen  der  Be- 
Batzungsbehörden  verursacht  werden.  Die  Lieferfristen  sollen  im  übrigen, 
um  sie  beweglicher  zu  gestalten,  bis  auf  weiteres  nicht  mehr  einen  ße 


ew  erblich  er  Teil. 

standteil  der  Verkehrsordnung  bilden,  sondern  dirch  den  Tarif  bestimm* 
werden. 

Handelsanfragen  an  die  amtlichen  deutschen  Vertretungen  in 
Mittel-  and  Südamerika.  Im  allgemeinen  empfiehlt  es  si-h,  vor  Ein- 
holung von  Auskünften  von  den  amtlichen  Vertretungen  im  Ausland  zu- 
nächst die  in  Deutschland  selbst  zur  Verfügung  stehenden  Hilf  jq  teilen  in 
Anspruch  zunehmen.  Sofern  die  von  dort  erteilten  Auskünfte  unzureichend 
sein  sollten,  begnüge  man  sich  für  jedes  Land  mit  einer  Anfrage  an  die 
dort  bestehenden  deutschen  Berufsbehörden  (Gesandtschaft,  Berufskonsulat). 
In  Mittel-  und  Südamerika  kommen  dafür  die  folgenden  Vertretungen  in 
Betracht:  die  Deutseben  Gesandtschaften  in  M°xiko,  San  Salvador,  San 
Jose"  de  Costa  Ries,  Bigotä  (Kolumbien),  Caracas  (Venezuela),  Rio  de 
Janeiro  (Brasilien,  mit  Berufskonsulaten  in  S*o  Paulo  nnd  Porto  Alegre)* 
Montevideo  (Uruguay),  Baenos  Aires  (Argentinien),  La  Paz  (Bolivien), 
Lima  (Peru),  Asuncion  (Paraguay),  Quito  (Ecuador),  und  endlich  für  Chile 
das  Deutsche  Generalkonsulat  in  Valparaiso  (nicht  die  Deutsche  Gesandt- 
schaft in  Santiago).  —  In  manchen  dieser  mittel-  und  südamerikanischen 
Länder  liegt  der  deutsche  Einfuhrland- 1  größtenteils  in  Händen  einiger 
großer  Firmen,  die  als  Zweigniederlassungen  ihrer  Stammhäuser  in  Deutsch- 
land anzusehen  sind.  Die  Benutzung  dieser  Firmen  in  Mittel-  und  Süd- 
amerika und  ihrer  Stammhäuser  in  Deutschland  wird  oft  vor  Schaden  be- 
wahren. Mit  anderen  Firmen  ist  erst  auf  Grund  zuverlässiger  Erkun- 
digungen in  Verbindung  zu  treten.  —  Die  Landessprache  ist  überall  das 
Spanische,  mit  Ausnahme  von  Brasilien,  für  das  die  portugiesische  Sprache 
anzuwenden  ist. 


Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

Die  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik.  Unter  vorstehendem 
Titel  erscheint  eine  von  dem  Referenten  der  A.  H.  N.  Feinkeramik,  Hartwig 
Machts,  bearbeitete  Schrift,  die  in  umfassender  Weise  den  Aufbau  und  die 
Richtlinien  der  A.  H.  N.  Feinkeramik  und  ihrer  Organe  sowie  alle  mit 
der  Ein-  und  Ausfuhr  zusammenhängenden  Fragen  nach  dem  Stande  vom 
1.  3.  22  behandelt.    Preis  Jt  10. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Die  Mindestpreise  für  die  Ausfahr  von 
Qaarzit  nach  Deutsch-0 asterreich  haben  ab  20.  3  eine  Erhöhung  erfahren. 
—  Die  Mindestpreise  für  die  Ausfuhr  von  Tontabakspfeifen  sind  mit 
Wirkung  ab  25.  3,  nva.331ja0j0  erhöht  worden.  —  Die  Teuerungsauf  Schläge 
für  Steinzeugröhren  für  Oesterreich,  russische  Rindstaaten,  Sarbien, 
Tschechoslowakien,  Italien  und  Ramänien  haben  eine  Aeuderang  erfahren. 

A.  H.  N.  Glas.  Der  Unterausschuß  für  K  r  i  s  t  a  1 1  g  1  a  s  hat  be- 
schlossen, daß  bei  Lieferung  nach  Ländern  mit  Unterwährang  Berechnung 
in  Markwährung  mit  50  %  Aufschlag  auf  den  Inlandspreis  zu  erfolgen  hat. 

Anßenhandelsstelle  für  den  Exporthandel.  Seit  dem  15.  3.  22 
ist  eine  Aenderung  der  Fakturier nngsvorschrif cen  für  Sammei-  und 
Ueberseegeschäfte  in  Kraft  getreten. 

Milderung  von  Härten  bei  der  Erhebung  der  erhöhten  Aus- 
fuhrabgabe. In  Verfolg  der  Verordnung  vom  20  3.  22,  betreffend  Frist- 
verlängerung für  Geltendmachung  der  niedrigeren  Ausfuhrabgabe  mit 
Rücksicht  auf  die  in  letzter  Zeit  eingetretenen  Verkehrsstörungen 
(vergl.  Sprechsaal  Nr  10,  S.  113,  nnd  Nr.  12,  S  140),  herrschen  vielfach 
noch  Unklarheiten  darüber,  ob  auch  solche  Fälle  unter  die  vorgesehenen 
Erleichterungen  fallen,  in  denen  infolge  der  Verkehrsstörungen  Fertig- 
stellung und  Ausfahr  der  Ware  verzögert  wurden,  ferner,  ob  in  solchen 
Fällen  auch  Rückzahlung  auf  bereits  entrichtete  erhöhte  Ausfahrabgaben- 
beträge  erfolgen  kann.  Diese  Fragen  dürften  zu  bejihen  sein,  sofern  die 
Verkaufsverträge  vor  dem  20. 10.  21  abgeschlossen  worden  Bind  und  die 
Verzögerung  einwandfrei  durch  bahnamtlich  beglaubigte  Bescheinigungen 
nachgewiesen  werden  kann.  Wie  wir  ferner  erfahren,  sollen  Schritte 
unternommen  werden,  daß  die  getroffenen  Erleichterungen  auch  für  das 
besetzte  Gebiet  Gültigkeit  erlangen. 

Die  freie  Einfuhr  aus  Danzig  ist  über  den  31.  3.  22  hinaus  nicht 
mehr  verlängert  worden. 

Das  Goldzollaufgeld  wird  mit  Wirkung  vom  1.  4.  22  bis  auf 
weiteres  von  4400  auf  6900  %  erhöht. 

Belgien.  Der  Gesetzentwurf  über  Abänderungen  des  Zoll, 
tarifs  für  Waren,  die  aas  Deutschland  eingeführt  werden,  ist  von  der 
Kimmer  in  erster  Lesung  angenommen  worden.  Der  Gesetzesvorschl&g 
ermächtigt  ferner  die  Regierung,  die  Erhöhung,  der  Einfuhrzölle  eventuell 
auch  auf  andere  Länder  mit  entwerteter  Valuta  auszudehnen. 

England.  Zum  Gesetz  über  die  26  °/0  ige  Abgabe  von  der  Ein- 
fuhr deutscher  Waren.  Nach  einer  Verordnung  des  Handelsamces  vom 
16.2.  22  sollen  von  den  Bestimmungen  des  Gesetzes  ausgenommen  sein 
Waren,  hinsichtlich  deren  der  Zollbehörde  genügend  Beweise  erbracht 
werden,  daß  sie  a)  in  das  Vereinigte  Königreich  zum  Zwecke  der  Ver- 
edelung eingeführt  und  nach  vollzogener  Verarbeitung  wieder  nach 
Deutschland  ausgeführt  werden;  b)  von  Deutschland  unmittelbar  an  den 
Fabrikanten  im  Vereinigten  Königreich  konsigniert  werden,  durch  den  die 
Verarbeitung  vorgenommen  werden  soll;  c)  nicht  in  das  Eigentum 
irgendeiner  Person  im  Vereinigten  Königreich  übergehen,  daß  keiae 
Zahlung  für  sie  an  Deutschland  erfolgt  und  hinsichtlich  deren  der  Zoll-' 
behörde  seitens  des  Fabrikanten  die  genügende  Sicherheit  dafür  gegeben 
wird,  daß  die  Waren  innerhalb  eines  Zeitraumes  von  einem  Monat  nach 
Beendigung  des  Veredelungsprozesses  wieder  nach  Deutschland  zurück- 
gesandt werden. 

Tschechoslowakien.  Ein-  und  Ausfuhrerleichterungen.  Nuchdem 
bereits  vor  einiger  Zeit  die  Einfuhrverbotsliste  eine  grundlegende  Ver- 
änderung erfahren  hatte,  werden  nunmehr  neuerlich  für  uns  Ausfuhr- 
erleichterungen getroffen,  und  zwar  unterliegt  mit  Wirksamkeit  ab  20  3. 
eine  Reihe  von  Waren  (u.  a.  optische  Instrumente)  ledi^ica  dem  Anme  de- 
verfahren, d.  h.  ihre  Einfahr  wird  auf  Grund  einer  vom  Haudelsmi  isterium 
bestätigten  Anmeldung  gestattet.  Desgleichen  ist  da*  V^rzeichnn  der 
Waren,  die  ohne  Bewilligung  und  ohne  Gebühren  ausgeführt  werden 


162  —  Nr.  14 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (M.  Jahrgang.) 


dürfen,  nea  ergänzt  worden.  Interessenten  erfahren  Näheres  bei  der 
deutsch-tschechoslowakischen  Abteilang  des  Deutsch  Oesterreich-Ungarischen 
Wirtschaftsverbandes,  Berlin  W.  35,  Am  Karlsbad  16. 

Y ereinigte  Staaten.  Die  Einfahr  von  dekorierten  Irden-, 
Porzellan-  nnd  Steinzeugwaren  1921  betrag  dem  Werte  nach  $  7  019  236 
(gegen  $  6262249  in  1920  and  3698  454  in  1919);  davon  entfielen  auf 
Deutschland  $  1 902  329  (gegen  799  766  and  671  766  in  den  beiden  voran- 
gegangenen Jahren).  Gegen  1913/14  hat  sich  der  Wert  des  deutschen 
Anteils  nahezu  vervierfacht.  Die  Führung  hatte  in  1921  Japan  mit 
$  3,1  Mill.  gegen  3,9  nnd  18  in  1920  and  19.19.  Frankreich  and  Groß- 
britannien blieben  weit  hinter  Deutachland  zurück. 


Die  Lage  in  Industrie  nnd  Handel. 

Die  Lage  der  Keram-  nnd  Glasindustrie  im  Monat  Februar  hat 
im  allgemeinen  keine  wesentliche  Aenderong  erfahren.  Die  Industrie  im 
ganzen  hat  sogar  ihre  Arbeiterzahl  nm  2,2%  gegenüber  dem  Vormonat 
erhöht  In  der  Porzellan-  und  St  ein  gut- Industrie  hat  der  Kohlen- 
oxid Bobstoffmangel,  verursacht  durch  Wagenmangel  and  Eisenbahnerstreik, 
verschiedentlich  Betriebsstillegungen  nnd  -einschränkungen  zur  Folge  ge- 
habt. Hiervon  aber  abgesehen  hat  die  keramische  Industrie  nach  den 
Berichten  aas  Begensbarg  und  Bonn  weiterhin  einen  günstigen  Geschäfts- 
gang. Ebenso  wird  von  der  übetwiegenden  Mehrheit  der  an  das  Reichs- 
Arbeitsblatt  berichtenden  Firmen  die  Geschäftslage  der  gesamten  Porzellan- 
und  Steingut  Industrie,  sowohl  in  Luxus-  wie  auch  in  Gebrauchsware, 
als  gut  oder  sehr  gut  bezeichnet.  Porzellan-  und  Steingutgeschirr  fand 
im  In-  und  Aasland  regen  Absatz.  Der  Eingang  der  Aufträge  erfolgte 
jedoch  noch  zögernd,  doch  sind  solche  noch  genügend  vorhanden.  Einige 
Arbeitsnachweise  (Schlesien,  Oberfranken,  S.-Anhalt)  fordern  Spezialarbeiter 
an.. —  Die  Sanitätssteingntindustrie  konnte  die  Nachfrage  kaum 
befriedigen,  znmal  diese  infolge  des  starken  Frostes  plötzlich  anwuchs 
(Handelskammer  Bonn).  —  Feinsteinzeug-,  Kachelofen-  und 
Wandplatten industrie  können  ebenfalls  Uber  ein  befriedigendes  Geschäft 
berichten.  Der  Absaiz  an  gewöhnlichem  Steinzeag  hat  sieht  nicht 
gebessert.  Die  schwierige  Lage  dieses  Geschäftszweiges  wurde  besonders 
durch  die  starken  Erhöhungen  der  Bahnfrachten,  die  gewaltigen  Preis- 
steigerungen iür  Boh-  nnd  Brennmaterialien  nnd  ebenso  die  gesteigerten 
Löhne,  die  auch  in  den  anderen  Zweigen  der  keramischen  Industrie  zu 
verzeichnen  Bind,  noch  weiter  verschlechtert.  —  Die  eingangs  erwähnte 
Mehrbescbäftigung  gilt  besonders  für  die  G 1  a  s  industrie,  was  zum  Teil  auf 
die  Beendigung  von  Streiks  in  einigen  schlesischen  Werken  und  in  einer 
Glashütte  bei  Hamburg,  aber  auch  auf  die  Erweiterung  (B -aunschweig) 
oder  Wiederaufnahme  von  lange  'stilliegenden  Betrieben  (Niederlausitz) 
zurückzuführen  ist.  Die  Arbeitsnachweise  melden  Bedarf  an  Glasmachern 
in  Thüringen  nnd  Glasschleifern  in  Hambarg;  dagegen  scheint  in  der 
Niederlausitz  starkes  Angebot  an  männlichen  und  weiblichen  Arbeitskräften 
zu  besteben.  Wegen  Ablehnung  eines  Schiedsspruches  beschlossen  nach 
dem  „Vorwärts"  Ende  Februar  in  Fürth  die  Arbeitgeber  die  Aussperrung 
von  etwa  2500  Glasarbeitern  and  -arbeiterianen.  Verschiedentlich  sind 
Lohnerhöhungen  erfolgt.  Auch  die  übrigen  Produktionskosten  unterliegen 
dauernden  Steigerangen.  Die  Befürchtang  der  Händlerschaft,  daß  wegen 
der  dadurch  notwendig  gewordenen  Preiserhöhung  für  Fertigwaren  der 
Absatz  nachlassen  würde,  hat  sich  nach  dem  Bericht  der  Handelskammer 
Bonn  und  eines  Fachverbandes  bisher  nicht  erfüllt.  Annaiiierungen  er- 
teilter Aufträge  sind  nicht  erfolgt.  Schweren  Schaden  erlitt  allerdings 
die  gesamte  Glasindustrie  durch  den  Eisen  bahnerstreik.  Eine  graße  Zahl 
von  Fabriken  wurde  infolge  der  zum  Teil  vollständig  angenügenden  Zufahr 
von  Rohmaterial  und  Kohlen,  welch  letztere  schon  yor  dem  Streik  nirgends 
in  nennenswerter  Menge  vorhanden  waren,  zum  vollständigen  Stillstand 
für  längere  oder  kürzere  Zeit  verurteilt.  Wegen  der  infolge  des 
böhmischen  Bergarbeiferstreikes  ausbleibenden  Auslandskohle  fanden  auch 
im  Osten  und  Süden  Störungen  statt;  die  Lausitzer  Werke  konnten  aber 
ungestört  arbeiten.  Die  Betriebe  im  Saargebiet  kommen  bei  der  ständigen 
Entwertung  der  Mark  und  dem  starken  Steigen  des  Franken  in  eine 
immer  schwierigere  Lage.  Ueber  Wagen-,  Brennstoff-,  Boh-  und  Hilfs- 
stoSmangel  (Soda,  Pottasche)  wird  häutig  geklagt.  —  Im  einzelnen  war 
die  Nachfrage  nach  Tafelglas  nach  wie  vor  stark,  und  zwar  derart, 
daß  die  Fabriken  infolge  der  beschränkten  Produktionsmöglichkeit  auch 
nicht  entfernt  den  Bedarf  decken  konnten.  Der  Handel  erteilt  weiterhin 
Aufträge.  Auch  die  Ausfuhr  ist  ungefähr  stetig  geblieben.  —  Auftrags- 
bestand und  Auslandsgeschäft  für  Kristallglas  haben  Bich  verschlechtert, 
der  BohBtoffbezug  war  wegen  des  Eisenbahnerstreiks  unmöglich  (Begens- 
barg). —  Für  Medizinglas  war  das  Inlands-  nnd  Auslandsgeschäft 
gut.  Auch  hier  sind  Preissteigerungen  erfolgt.  Ebenso  in  der  Hohl- 
glas industrie,  die  sich  ebenfalls  eines  äußerst  regen  Geschäfts  im  Inland 
wie  nach  dem  Ausland  erfreut. 

Chile.  Marktlage  für  Glas-  und  Emailwaren.  Der  Bedarf  an 
gewöhnlichen  Bier-  und  Weinflaschen,  die  ersten  mit  Korkkapselverschluß, 
wird  seiner  ganzen  Ausdehnung  nach  wohl  im  Lande  gedeckt  und  die 
ausländische  Konkurrenz  kommt  wohl  nicht  mehr  in  Frage.  Weißwein- 
Haschen  und  bessere  Gläser  (Kristall,  Halbkristall  and  Glas)  müssen  im  allge- 
meinen importiert  werden,  denn  das  einheimische  Fabrikat  ist  minder- 
wertig, zu  teuer  und  für  die  wenigen  Fabriken,  die  den  Artikel  her- 
stellen, eigentlich  nicht  lohnend,  weil  der  Konsam  zu  gering  ist.  Sobald 
das  Ausland,  zumal  Deutschland  wieder  mit  günstigeren  Angeboten  auf  dem 
Markte  erschiene,  dürfte  die  einheimische  Fabrikation  aufgegeben  werden. 
—  Zar  Herstellung  von  Emailwaren  Bind  während  des  Krieges  und  in 
der  Folgezeit  einige,  zum  Teil  von  Deutschen  geleitete  Fabriken  errichtet 
worden,  die  in  der  gangbaren,  billigen  Ware  recht  leistungsfähig  ge- 
worden sind.  Doch  bleibt  bei  dem  großen  Bedarf  auch  in  diesen  Artikeln 
in  den  verschiedensten  Preislagen  dem  Import  «in  weites  Feld  offen. 


Geschäftliche  Mitteilungen. 

Ludwig  Weisel,  A.-G.  fdr  Porzellan,  und  Steingutfabrikation, 
Bonn.  Antrag  aus  dem  genehmigten  Abschloß  vom  8l.  12.  21:  Rein- 
gewinn M  2  862  661  (1665366);  Dividende  26%  (15)-  Konus  10".'.  (10); 


Abschreibungen  M  141628  (148133);  Zuweisungen  an  Werkerhaltaogs- 
fonds  M  1  Mill.  (0,5),  an  Arbeiterunterstützangsfonds  Jl  60000.  —  Durch 
den  hohen  Auftragsbestand  im  neuen  Jahr  dürfte  ein  weiterer  günstiger 
Geschäftsgang  gesichert  erscheinen. 

Porzellanfabrik  Fraureuth,  A.-G.,  Fraureutb.  Die  Gesellschaft 
plant  umfangreiche  Erweiterungen  ihrer  Fabrik,  die  600  Arbeiter  neu  be- 
schäftigen soll.  Zur  Errichtung  von  Wohnungsbauten  für  diese  Arbeiter 
werden  Jl  30  Mill.  gebraucht.  Die  Gesellschaft  hat  bei  dem  Staate 
Thüringen  eine  Anleihe  von  M  15  Mill.  beantragt. 

Greppiner  Werke,  Greppin.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Ab- 
schluß vom  31.  12.  21:  Beingewinn  M  4589762  (1207874);  Dividende 
22%  (22);  Bonus  22%  (22);  Abschreibungen  Ji  687  940  (267  636);  Rlck- 
stellang  für  Werkerhaltang  M  1.25  Mill.  (760000),  für  Uaterstützungs- 
and  Gratifikationszwecke  Ji  800000  (525000).  —  In  den  Auf.ichtsrat 
wurde  Bankier  H.  Schoof  wiedergewählt. 

Vereinigte  Zwieseler  und  Pirnaer  Farbenglaswerke,  A.-G., 
München.  Die  a.  o.  G  -V.  vom  28.  3.  stimmte  der  Kapitalserhöhung  um 
M  4  5  Mill.  Inhaber-Stammaktien  und  Ji  0  25  Mill.  Namens- Vorzugsaktien 
auf  M  10  Mill.  zu.  Beide  Aktiengattungen  sind  ab  14.  22  dividenden- 
berechtigt. Die  Durchführung  ist  der  Deutschen  Bank,  Filiale  München, 
übertragen. 

Erste  Darmstädter  Herdfabrik  und  Eisengießerei  Gebrüder 
Boeder,  Darmstadt.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom 
31.  12.  21:  Reingewinn  M.  2873478  (652611);  Dividende  16°/,  (15);. 
Bonus  10  o/o.  (9);  Abschreibungen  Ji  35872  (116  289);  Bücklage  für  Er- 
neuerungskonto Ji  1,75  Mill.,  Zuweisung  an  Pensionsfonds  M  100  000,  an 
Altpensionäre  M  20000.  —  Die  im  Laufe  des  Jahres  angesammelten 
Vorräte  konnten  ebenso  wie  die  seit  dem  Herbst  bis  aufs  äußerste  ge- 
steigerte Produktion  bei  zunehmenden  Preisen  abgesetzt  werden,  wobei 
auch  der  Export  gegenüber  dem  Vorjahr  an  Ausdehnung  zunahm.  Der 
am  Jahresschluß  vorliegende  Auftragsbestand  läßt  die  Aussichten  für  das 
laufende  Jahr  nicht  angünstig  beurteilen.  —  Die  aasscheidenden  Aufsichts- 
ratsmitglieder Bankdirektor  F.  Bausback  und  Fabrikant  E.  Schenck  wurden 
wiedergewählt. 

Deutsche  Fensterglas-A.-G.,  Berlin.  Aaszug  aus  dem  genehmigten 
Abschluß  vom  31.12.21:  Reingewinn  M  2010422  (1595477);  Dividende 
25%  (25);  Abschreibungen  M  956  522  (300  000).  —  Das  Unternehmen 
vermochte  im  abgelaufenen  12.  Geschäft  jähr  wiederum  den  Gesamtumsatz 
zu  erhönen,  woran  die  stetigen  Preissteigerangen  für  alle  Arten  von  Flach- 
glas sowie  die  weitere  Entwicklung  des  Ausfuhrgeschäftes  wesentlichen 
Anteil  hatten.  Die  Befürchtung,  daß  die  Niederlassungen  in  Danzig, 
Königsberg  and  Breslau  durch  die  Neugestaltung  der  politischen  Verhält- 
nisse dauernd  schweren  Schaden  nehmen  würden,  hat  sich  erfreulicherweise 
nicht  bestätigt.  Dagegen  maßten  die  Zweigniederlassangen  in  Posen  and 
Bromberg  aufgegeben  werden,  wobei  jedoch  Verlaste  vermieden  werden 
konnten. 

Wiedemannsche  Druckerei,  A.-G.,  Saalfeld  a,  8.  Auszag  ans 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  31. 12.  21:  Reingewinn  Jt  365386  (.124  944) ; 
Dividende  15%  (15);  Abschreibungen  Ji  216  311  (75822).  —  Die  Gesell- 
schaft war  im  abgelaufenen  Geschäftsjahr  in  allen  Zweigen  des  Betriebes 
dauernd  bis  an  die  Grenze  der  Leistungsfähigkeit  beschäftigt.  Stets 
steigender  Export  and  vollständige  Modernisierung  des  Betriebes  lassen 
auch  für  das  laufende  Jahr  ein  günstiges  Ergebnis  erwarten.  —  Dem  Auf- 
eichtsrat wurde  Bankier  J.  Perlis  nea  hinzagewählt. 

Eine  neue  Aktiengesellschaft  unter  der  Firma  „Deutsche  Kaolin- 
A.-G.,  Spergau"  wurde  zur  Ausbeutung  der  Kaolinfelder  bei  Spergau  and 
Kirchdorf -Merseburg  gegründet.   Kapital:  Ji  5  Mill. 

Französische  Neugründung.  Unter  der  Firma  „L'Electro  Porcelaine, 
Lyon",  wurde  eine  A.-G.  mit  einem  Kapital  von  Fr.  700000  gegründet, 
die  sich  mit  der  Herstellung  von  Isolatoren  nnd  anderen  elektrischen 
Porzellanen,  insbesondere  mit  der  Herstellung  von  Porzellanisolatoren  nach 
dem  Verfahren  Renaadin  befaßt. 


General  -  Versammlungen. 

Porzellanfabrik  Joseph  Schachtel,  A.-G.,  Charlottenbrann:  o.  G.-V. 
6. 5.  22,  5  Uhr  n.,  Bankfirma  Carsch  Simon  &  Co.,  Berlin. 

Roschützer  Porzellanfabrik -Unger  &  Schiide,  A.-G,  Roschütz:  o.  G.-V. 
22.4.22,  11  Uhr  v.,  Hotel  Schwarzer  Bär,  Gera-Beuß. 

Tonwerke  Kandern,  A.-G.,  Kandern:  o.  G.-V.  12.4.22,  2l/8  Uhr  n., 
Notariat,  Kandern. 

Vereinigte  Mosaik-  und  Wandplattenwerke,  A.-G.  (Friedland  Sinzig- 
Ehrang),  Sinzig:  o.  G.-V.  25. 4. 22,  5  Uhr  n„  Geschäftsräume,  Ehrang. 
T.-O.:  u.  a.  Satzungsänderungen, 

Steingutfabrik  Amberg,  A-G  ,  Amberg:  a.  o.  G-V.  19. 4.  22,  11  Uhr  v., 
Hotel  Boter  Hahn,  Nürnberg.  T.-O. :  Kapitalserhöhung  nnd  Abschloß  eines 
Pachtvertrages. 

Tafel-,  Salin-  uud  Spiegelglasfabriken,  A.-G.,  Fürth:  a.  o.  G.-V. 
12.4.22,  11%  bezw.  II1/»  Uhr  v.,  Sitzungssaal,  Fürth.  T.-O.:  Kapitals- 
erhöhung um  Ji  7,8  Mill.  Inhaber-Stamm-  und  Ji  0,3  Mill.  Namens- 
Vorzugsaktien. 

Hallesche  Pfännerschaft,  A.-G,  Halle  a.  S.:  0.  G.-V.  24.  4.  22, 
12%  Uhr  m.,  Gasthaus  „Stadt  Hamborg",  Halle.  T.-O. :  n.  a.  Kapitals- 
erüöhung  um  M  19  Mill.  Inhaber-Stammaktien. 

Houbenwerke,  A.-G.,  Aachen:  0.  G.-V.  26.  4.  22,  11  Uhr  v.,  Sitzungs- 
saal der  Rheinischen  Handelsgesellschaft  m.  b.  H ,  Düsseldorf. 

Eisenhüttenwerk  Tnale,  A.-G.,  Thale:  0.  G.-V.  19.4.  22,  11  Uhr  v., 
Verwaltungsgebäude,  Taale. 

Kaerlicher  Tonwerke,  A.-G.,  Kaerlich:  0.  G.-V.  21.4.  22,  4  ■/«  1  hr  n., 
Bahnhofshotel,  Koblenz. 


Messen  nnd  Ausstellungen. 

Die  Frankfurter  Internationalen  Messen  werden  in  Gemein- 
schaft mit  der  Hamburg-Amerika-Linie  demnächst  eine  Verkehrs-  and 
WirtnohmftH  Zeitschrift  anter  dem  Namen  „Oer  Bund"  herausgeben. 


1922.   (55.  Jahrgang.) 


SPRICH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  U  —  163 


Die  Breslaues  Frühjahrsmesse  hat  mit  einem  vollen  Erfolge  ge- 
endet, obwohl  der  Geschäftsgang  in  den  letzten  Tagen  unter  der  großen 
Kälte  in  den  nicht  heizbaren  Riesenhallen  gelitten  hat.  In  allen  Ab- 
teilungen war  das  Geschäft  gnt.  Besonders  großer  Nachfrage  erfreuten 
sich  die  Waren,  die  für  den  täglichen  Bedarf  unentbehrlich  sind.  Es  ist 
natürlich,  daß  angesichts  der  fortschreitenden  Verteuerung  eine  gewisse 
Zurückhaltung  im  Kauf  solcher  Waren  bestand,  die  Uber  den  täglichen 
Bedarf  hinausgehen.  Das  bezieht  sich  aber  nicht  auf  ausgesprochene 
Lnxuswaren,  die  guten  Absatz  fanden.  Zorn  ersten  Male  seit  Beendigung 
des  Krieges  zeigte  sich  ein  starker  internationaler  Einschlag.  Das  Haupt- 
geschäft war  aber  nach  Deutschland  gerichtet,  und  zwar  nach  Ober- 
schlesirn,  aus  dem  erhebliche  Käuferscharen  gekommen  waren.  Vom  Aus- 
land waren  vertreten  in  erster  Linie  die  Nachbarstaaten,  Tschechoslo- 
wakien,  Polen,  Ungarn,  Deutschösterreich  und  Bamänien,  ven  dem  sehr 
viele  Vertreter  erschienen  waren,  Jugoslawien,  Baßland,  die  Türkei,  ja 
selbst  Syrien,  Persien,  Aegypten,  Nordamerika,  Brasilien,  Italien,  Däne- 
mark, Schweden  und  Norwegen,  Litauen,  Finnland  und  Rußland.  Der 
Gesamtumsatz  der  Breslauer  Frühjahrsmesse  ist  auf  'weit  Uber  eine 
Milliarde  Mark  zu  schätzen.  Der  Erfolg  ist  in  jader  Weise  größer  als 
anf  der  letzten  Herbstmesse  und  wird  viel  zur  Befestigung  der  Messe 
beitragen. 

Die  endgültigen  Besucherzahlen  der  Leipziger  Frühjahrsmesse* 
Unter  Zugrundelegung  der  Anschreibangen  des  Meßamts  Uber  ausgegebene 
Meßabzeichen  und  Meßausweise  ist  nunmehr  festgestellt  worden,  daß 
mindestens  155  000  geschäftliche  Besucher  auf  der  Frühjahrsmesse  ge- 
weilt haben.  Rechnet  man  noch  die  jenigen  Ausweise  hinzu,  die  als  Ehren- 
abzeichen,  ferner  an  Studenten  bezw.  Schüler,  als  Dienstkarten  für  die 
Angestellten  von  Reiche-,  Staats-  und  Kommunalbehörden,  als  Arbeiter- 
karten  usw.  abgegeben  worden  sind,  sowie  diejenigen  Karten,  die  an  den 
Verlängerungstagen  der  'Technischen  Messe  ausgegeben  wurden,  so  kommt 
man  der  Gesamtzahl  von  200000  Meßbesuchern  sehr  nahe.  Unter  Mit- 
berücksichtigung der  polizeilichen  Anmeldungen  kann  die  in  der  Gesamt- 
zifier  enthaltene  Zahl  der  ausländischen  Meßbeeueher  auf  gegen  32000 
augegeben  werden. 

Eine  ständige  deutsche  Musterausstellung  in  Riga  ist  von  der 
Wi'tschaftsabteilung  der  Deutschen  Gesandtschaft  in  ihren  Bäumen  ein- 
gerichtet worden.  Es  ist  beabsichtigt,  eine  Katalogsammlung  deutscher 
Firmen  anzugliedern. 

4.  London  Fair  und  Market  1922.  Von  der  von  der  „International 
Trade  Exbibitions  Ltd."  in  der  Zeit  vom  3.  bis  14.  7.  22  geplanten  Ver- 
anstaltung, die  in  diesem  Jahre  zum  ersten  Male  vollkommen  internationalen 
Charakter  tragen  wird  und  auf  eine  lebhafte  Beteiligung  der  in  Betracht 
kommenden  deutschen  Kreise  besonderen  Wert  gelegt  hat,  sind  dem  Aus- 
stellungs-  und  Messe-Amt  der  Deutschen  Industrie  jetzt  die  Standpreise 
bekannt  geworden,  die  Interessenten  von  diesem  gern  übermittelt  werden. 
Deutsche  Waren,  die  in  den  vergangenen  Jahren  infolge  des  Widerstandes 
der  Übrigen  Aussteller  überhaupt  nicht  zugelassen  waren,  müssen  von  in 
England  niedergelassenen  (deutsehen  oder  englischen)  Firmen  ausgestellt 
werden.  Für  Firmen,  deren  Waren  durch  einen  deutschen  Vertreter  aus- 
gestellt werden,  dürften  keine  Schwierigkeiten  vorhanden  sein,  seitens  des 
zuständigen  englischen  Konsulats  das  Visum  zu  erhalten,  wenn  es  nnter 
Vorlage  entsprechender  Nachweise  rechtzeitig  beantragt  wird. 

Eine  Ausstellung  wissenschaftlicher  Apparate  und  Instrument«, 
Padua  1922,  soll  vom  15.  5.  bis  15.  6.  in  Verbindung  mit  der  4  Inter- 
nationalen Paduaer  Mustermesse  (1. — 15.  6.  22)  veranstaltet  werden. 

Beichenberger  Messe.  Ingenieurtagung,  Der  Hauptverein 
deutscher  Ingenieure  in  der  C.  S.  B ,  Sitz  Reicaenberg,  hat  den  Beschluß 
gefaßt,  die  diesjährige  Iogenieurtagung  zu  Beginn  der  Messewoche  1922 
in  Beichenberg  abzuhalten.  Die  Messeleitung  wird  Vorsorge  treffen,  daß 
die  Teilnehmer  alle  Begünstigungen  der  Messebesucher  erhalten.  Für  die 
Ingenieurtagung  einschließlich  des  Wärmewirtschafts-  und  des  anschließen- 
den Bergmannstages  wurden  im  Einvernehmen  mit  der  Messeleitung  die 
Tage  vom  13.  bis  einschl.  17.  8.  22  in  Aussicht  genommen.  Es  werden 
lediglich  fachwissenschaftiiche  Vorträge  von  hervorragenden  Fachautori- 
täten für  die  verschiedenen  Fachgruppen  unter  besonderer  Berücksichtigung 
der  Kraft-  und  Wärmewirtschaft  gehalten  werden,  welche  für  Technik  und 
Industrie  allgemeines  Interesse  bringen.  Zuschriften  und  Anfragen  sind 
an  die  Geschäftsstelle  des  H.  D.  J.  Beichenberg,  Schloßgasse  11  (Fern- 
sprecher 42)  zu  richten. 


Soziale  Bewegung. 

Zur  gleitenden  Lohnskala.  Der  große  Ausschuß  der  Vereinigung  der 
deutschen  Arbeitgeberverbände  hat  sich  mit  der  im  Reichearbeitsministerium, 
im  Reichstag  und  in  der  Presse  in  der  letzten  Zeit  vielfach  erörterten  Frage 
der  „gleitenden  Lohnskala"  eingehend  beschäftigt  und  ist  hierbei  in  Ueber- 
einstimmung  mit  der  ständigen  Auffassung  des  Tarifausschusses  zu  folgendem 
Standpunkt  gekommen :  Die  Lohnhöhe  kann  Bich  nicht  lediglich  nach  den 
Lebenshaltungskosten  richten,  sondern  ist  in  besonderem  Maße  von  der 
Leistung  des  einzelnen  Arbeiters,  der  Art  seiner  Arbeit,  den  Verhältnissen 
des  Unternehmens  und  der  wirtschaftlichen  Gesamtlage  abhängig.  Ist  es 
schon  danach  grundsätzlich  falsch,  die  Lohnhöhe  lediglich  auf  einen 
Lebenshaltungsindex  abzustellen,  so  birgt  das  System  automatischer'  Lohn- 
festsetzung  außerdem  die  große  Gefahr  in  sich,  daß  es  das  eigene  Ver- 
antwortungsgefühl des  Arbeiters  beim  Streben  nach  höherer  Entlohnung 
verringert  oder  gar  beseitigt  und  damit  die  Arbeitsmoral  und  die  Arbeits- 
leistung ungünstig  beeinflußt.  Es  würde  sich  auch  gar  nicht  vermeiden 
lassen,  daß  automatisch  eintretende  Lohnerhöhungen  eine  ungünstige  Ein- 
wirkung auf  die  Preisgestaltung  der  gesamten  Lebensbedürfnisse  haben, 
da  sie  zu  einer  ebenso  automatischen  Verteuerung  der  gesamten  Lebens- 
haltung führen  nnd  so  wiederum  Anlaß  zu  neuen  Lohnsteigerungen  geben. 
Neben  diese  sozialen  und  wirtschaftlichen  Gründe  tritt  das  weitere 
Bedenken,  daß  ein  fester,  von  künftigen  Entwicklungen  unabhängig 
bleibender  Ausgangspunkt  für  die  zeitliche  Gestaltung  der  gleitenden  Löhne 
fehlt  und  dtfffceicfc  kaum  einwandfrei  nnd  praktisch  brauchbare  Indexzahlen, 
au^welchtir  Grundlage  man  sie  auch  errechnen  mag,  werden  finden  lassen. 


Daher  ist  eine  Durchführung  der  gleitenden  Lohnskala  unter  ausreichender 
Berücksichtigung  aller  wirtschaftlichen,  fachlichen,  örtlichen  und  persön- 
lichen Verhältnisse  nicht  möglich.  Sie  würde,  wenn  durch  zentrale,  Mau 
nahmen  oder  gar  gesetzlichen  Zwang  erfolgt,  eine  ernstliche  8törungjdes 
gesamten,  in  natürlicher  Entwicklung  aufgebauten  Systems  fachlicher  und 
örtlicher  Tarifverträge  nach  sich  zieheu  und  deshalb  den  Wirtschaftsfrieden 
nicht  fördern.  Wenn  die  gleitende  Lohnskala  nach  vorliegenden  Erfahrungen 
vereinzelt  in  eng  begrenzten  Fällen  auch  ohne  Nachteil  zur  Auwendung 
kam,  vielleicht  sogar  gewisse  Vorteile  geboten  haben  mag,  so  kann  sie 
doch  aus  den  dargelegten  Gründen  weder  für  die  Priratindustrie,  noch 
für  die  von  denselben  Voraussetzungen  wirtschaftlicher  Lohngestaltung 
abhängige  Staatsverwaltung  und  8taatswirtschaft  als  allgemeines  Ent- 
lohnungssystem übernommen  werden  und  ist  deshalb  abzulehnen. 


Verbände. 

Die  Vereinigung  Mitteldeutscher  Hoblglasfabriken,  E,  V., 
Dresden j  sieht  sich  veranlaßt,  die  bisherigen  Preise  um  abermals  rund 
40%  zu  erhöhen.  Zwecks  vereinfachter  Berechnung  werden  alle  Auf- 
schläge zusammengezogen;  es  kommen  mithin  auf  die  Grundpreise  zur 
Anrechnung:  175 °/0  Aufschlag  für  Hell-  und  farbiges  Glas,  200 °/0  Auf- 
schlag für  Opal-,  Seladon-  und  Ueberfangglas,.  und  zwar  mit  sofortiger 
Wirkang  für  alle  Lieferungen.  Des  weiteren  gelten  fortan  alle  Offerten 
unl  Auftragsbestätigungen  nur  unter  Vorausannahme  der  am  Tage  der  Lie- 
ferung geltenden  Vereinigungspreise  sowie  unter  Vorbehalt  der  Lieferungs- 
möglichkeit. 

Verband  Deutseher  Glasfabriken  für  Medizinglas,  chemisch- 
pharmazeutischer  Gläser  und  Fiakons,  e.  V,  Dresden.  Nach  dem 
Geschäftsbericht  über  das  Jahr  1921  ist  der  Etat  der  Geschäftsstelle  sowie 
der  angeschlossenen  Preisprüfungsstelle  entsprechend  der  Geldentwertung 
und  der  erhöhten  Arbeitsleistung  gestiegen.  Durch  Aufnahme  schärferer 
Kontroll-  und  Strafbestimmungen  in  die  Satzungen  wurde  eine  straffere 
Verbandsorganisation  erzielt.  Es  fanden  statt:  4  ordentliche  Mitglieder- 
versammlungen, 7  Vorstandssitzungen,  5  Sitzungen  der  Inlandpreis-  und 
6  Sitzungen  der  Exportpreiskommission.  Ende  des  Jahres  zählte  der  Verband 
46  Mitgliedsfirmen.  Dem  derzeitigen  Vorstand  gehören  an :  Fabrikbesitzer 
Carl  Heinz,  Vors.,  die  Direktoren  Oscar  Winkler.  stellv.  Vors.,  Franz 
Weberbauer,  Erich  Tiemer,  W.  Holländer,  Oscar  Mudrack  und  Ernst  W. 
Müller.  Die  Inlandpreiskommission,  der  noch  Direktor  Helmes  und  Fabrik- 
besitzer Friedrich  zugewählt  wurden,  die  Exportpreiskommission  und  der 
Vertranensausschuß  wurden  in  der  G.-V.  wiedergewählt.  Die  Geschäfts- 
stelle, deren  Leitung  Dr.  Hugo  Kratz  und  Max  Ulrichsohn  oblag,  versandte 
37  Randschreiben  und  erledigte  einen  Schriftverkehr  von  19 180  Schrift- 
stücken. Die  Preisprüfungsstelle  bearbeitete  rund  9000  Anträge.  Die 
Ausfahrabgabe,  die  für  die  Mehrzahl  der  Verbandserzeugnisse  5%  betrug, 
wurde  auf  6°/0  festgesetzt  und  in  dieser  Höhe  aufrechterhalten.  Der 
Preisprüfungsstelle  wurde  das  Preisprüfangsrecht  für  Kognak-,  Likör-  und 
Milchflaschen  der  Weißhohlsrlasindustrie  zuerkannt  Der  Unterausschuß 
tagte  in  3  Sitzungen.  Die  Mitglieder  der  Tropf-  und  Pipettenglasvereini- 
gung  beschlossen  die  Gründung  eines  Syndikats  für  Tropfgläser,  das  am 
1. 1.  22  als  „Syndikat  Deutscher  Tropfglasfabriken,  0.  m.  b.  H."  seine 
Arbeit  unter  der  Leitung  von  Dr.  Kratz,  Dresden-A.,  Bergstr.  5,  aufnahm. 
Der  Verband  konnte  am  8.  Ii.  21  auf  eine  20- jährige  Tätigkeit  zurück- 
blicken, nachdem  er  eis  lose  Interessengemeinschaft  schon  vordem  15  Jahre 
bestanden  hatte. 

Nach  anfänglichen  Stockungen  im  Frühjahr  erfahr  der  Geschäftsgang 
'  der  Verbandshütten  im  Laufe  des  Jahres  1921  durch  die  vermehrten  Aus- 
landslieferungen und  die  verstärkte  Inlandsnachfrage  eine  wesentliche  Be- 
lebung, sodsß  am  Jahresende  die  Werke  in  zufriedenstellender  Weise  be- 
schäftigt waren.  Bei  den  Preisfestsetzungen  wurde  eine  möglichst  stabile 
MarktgeBtaltung  erstrebt.  Die  am  8. 4.  21  als  notwendig  erachtete  Preis- 
herabsetzung wurde  bis  zum  20.  9.  21  aufrecht  erhalten.  Die  seitdem 
vorgenommenen  Erhöhungen  waren  indessen  so  mäßig  bemessen,  daß  die 
weiter  anhaltende  Teuerung  eine  neue  Preisrevision  erforderlich  machen 
wird.  Nicht  ohne  Rückwirkung  sind  die  Preise  für  Medizinglas  ge- 
blieben auf  die  Preisfestsetzungen  für  Fiakons,  Kleingläser  usw.,  für  die 
besondere  Listen  und  Richtlinien  aufgestellt  worden.  Znm  Deutschen 
Medizinglas-Verband,  Cassel,  konnten  auch  weiterhin  gute  Beziehungen 
gepflegt  werden.  Für  das  Exportgeschäft  wurden  entsprechende  Bichtlinien 
ausgearbeitet.  Die  Ausfuhr  der  Verbandserzeugnisse  stieg  auf  rund 
M.  115  Mill.  Die  Gestehungskosten  erfuhren  durch  die  Lohnzugeständ- 
nisse eine  wesentliche  Verteuerung.  Gegenstand  besonderer  Sorgen  waren 
auch  die  mangelnden  Zufuhren  und  die  gewaltigen  Preissteigerungen  von 
Soda  (bis  Jahresende  um  ca.  100  «/„),  Sulfat,  Sand  und  Kohle.  Die  von 
den  Kohlengruben  abseits  liegenden  Hütten  waren  mehrfach  zu  zeit- 
weiligen Stillegungen  bezw.  Einschränkungen  gezwungen.  Diese  Schwierig- 
keiten wurden  noch  vermehrt  durch  die  sonstigen  wirtschaftlichen 
Störungen  wie  auch  durch  die  Fülle  von  Gesetzesmaßnahmen  und  Verord- 
nungen in  betriebstechnischer  und  steuerlicher  Beziehung. 


Bücherschau. 

Das  neue  Postbuch  1922.  Vollständige  Gebührentarife  und  Vor- 
schriften des  Post-,  Telegraphen-  und  Fernsprechverkehrs  für  das  In-  und 
Ausland  (Postscheckverkehr,  Luftpost)  nach  dem  Stande  vom  1.  Januar 
1922.  Vollständiger  Tarif  für  Pakete  nach  dem  In-  und  Auslande.  Haft- 
pflicht und  Ersatzleistung  der  Postverwaltung.  Von  Kurt  Delling,  Ober- 
postinspektor. Berlin  C.  2,  1922.  Industrieverlag  Spaeth  &  Linde.  Preis 
JC  19,20. 

Am  1.  Januar  1922  traten  ganz  außerordentlich  erhöhte  Posttarife 
sowie  neue  Postbestimmungen  in  Kraft.  Um  sich  vor  Schaden  zu 
bewahren,  ist  es  für  jeden  kaufmännischen  und  industriellen  Betrieb  von 
größter  Wichtigkeit,  sich  mit  den  neuen  Bestimmungen  und  zahlreichen 
Neuerungen  bekannt  zu  machen.  Das  neue  Postbuch  1922  enthält  in 
übersichtlicher  Zusammenstellung  sämtliche  Post-,  Telegraphen-  und  Fern- 
sprechgebühren nach  dem  neuesten  Stande,  die  neuen  Bestimmungen  der 
Postordnung,   der   Madrider   Weltpostvereinsverträge,    der  Firnsprech- 


164  —  Nr.  14 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.   (55.  Jahrgang.) 


pehflhrenordnung,  des  Lufrpogtverkehrs  nsw.  sowie  die  Vorschriften  «her 
Haftpflicht  nnd  Ersatzleistung  der  Post.  E*  enthält  weifer  u.  a.  die 
gesamten  Gebühren  fü-  den  Anslanrfopaketverkehr  neTJsij  Leitwegen  nnd 
besonderen  Angaben  (W^rtang^,  Rückscheine  usw.).  ferner  den  voll- 
ständigen Teleirrammgehübrentarif  nebst  den  erforderlichen- Bemerkungen 
über  Leitung,  Sprache,  besondere  Beschränkungen  n  a.  mehr.  D*dujcb 
daß  diese  groBen  Tarife  n°eh  Einheitssätzen  (Goldfranken)  abgestellt 
sind,  ist  vermieden,  daß  das  Bncb  schnell  veraltet  Bei  dem  Umfang  der 
einschneidenden  Aenderungen  im  Postverkehr,  ist  das  Bach  wegen  seiner 
Vollständigkeit  ein  n^.ht  w  entbehrender  Eiteeber  für  jedermann,  besonders 
für  die  Industrie-  und  Hand  eis  weit 

Die  Iudnstrle  feuerfester  Steine  nnd  ihre  Antraben  für  Gas- 
werte  nnd  Kokereien.  Von  Dr.  P  G.  Straßmann  (C;-ef>ld)  Bücher 
der  Dsntsch«n  Keramischen  Gesellschaft,  Band  1.  Bonn, 1921.  Seibat- 
verlag der  Datschen  Keramischen  Gesellschaft.    Preis  HC  10  — 

Der  Gepflogenheit,  größte  Arbeiten,  die  in  Zeitschriften  einen 
zu  großen  Rs.um  einnehmen  würden,  als  Sonderhefte  heranszugfben.  folgte 
die  D  K  G,  und  es  ist  zu  begrnß»n,  d*ß  sie  einen  in  der  42.  Jahres- 
versammlung des  Märkischen  Ve-eins  von  Gas-,  E!ektriziläts-  und  Wasser- 
fachmännern in  Berlin  am  18.  3.  21  gehaltenen  Vortrag  des  bekannten 
Fachmannes  als  Sonderschrift  erscheinen  ließ.  Ia  der  Abhandlung  be- 
spricht der  Vcfasser  die  Anforderungen,  welche  die  Industrie  der  fener- 
festen  Erzeugnis  an  ihre  Robstoffe,  insbesondere  an  Tone.  Tonschiefer 
und  Qnarzite  stellt,  nnd  behandelt  im  Anschluß  hieran  die  Eigenschaften 
feuerfester  Produkte  und  ihre  Verwendncg  zu  Koksöfen  nnd  in  Gasan- 
stalten. Interessant  ist  vor  allem  der  Vergleich  der  tonreichen  Erzeug- 
nisse mit  den  übe-wiegend  aus  Kieselsäure  bestehenden  Dinas-  und  Silika- 
steinen, der  die  Ueberlegenheit  de^  letzteren  für  viele  Zwecke  deutlich 
veranschaulicht.  Der  Verfasser  gibt  ferner  eine  kurze  Darstellung  der 
modernen  Aufbereitung  und  Verarbeitung  von  Qiarziten  zu  feuerfesten 
Produkten,  wobei  er  besonders  die  verschiedenen  Q aarzitvorkommen 
bespricht  . 

Jeder,  der  mit  feuerfesten  Erzeugnissen  zu  tun  hat,  wird  aus  der 
übersichtlichen  Darstellung  Belehrung  nni  Anregung  schöpfen  können. 

Ueber  die  Zähigkeit  keramischer  Massen.  (Mitteilung  ans  dem 
Laboratorium  der  Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  &  Co  ,  A.-G.,  in  Selb). 
Von  Dr.  Ing.  Dr.  phil.  Felix  Singer,  Charlottenburg.  Bücher  der  Deutschen 
Keramischen  Gesellschaft,  Band  2  Charlottenburg  1921.  Selbstverlag  der 
Deutschen  Keramischen  Gesellschaft.    Preis  JC  25. — 

Materialkenntnis  und  Materialprüfung  führen  zur  Qaalität,  auch  in 
der  Keramik.  Von  diesem  Standpunkt  aus  betrachtet,  ist  jede  Arbeit  zu 
begrüßen,  welche  die  Prüfangsmethoden  in  der  Keramik  erweitert  und  uns 
in  die  Lage  versetzt,  Eigenschaften  der  keramischen  Werkstoffe  zu  be- 
stimmen and  zu  messen.  Die  vorliegende  Abbandlang  enthält  nun  die 
Ergebnisse  außerordentlich  zahlreicher  Messungen  der  Sehlaghiegefestigkeit 
mit  dem  Pend°lhammer  und  gibt  auf  Grand  umfangreicher  Versuche  die 
geeignetsten  Bedingungen  au,  unter  denen  diese  neuerdings  in  den 
Vordergrund  getretene  Prüfangsmethode  ausgeführt  werden  muß,  wenn  sie 
zuverlässige  Vergleichs  werte  liefern  soll. 

Die  anf  dem  Gebiete  der  keramischen  Materialprüf ang  grandlegende 
Arbeit  ist  daher  für  jeden  unentbehrlich,  der  Interesse  an  der  Prüfang 
tecimi^ch  verwendeter  keramischer  Erzeugnisse  hat  nud  ,  auf  Grund  der 
in  einfacher  und  zuverlässiger  Weise  festgestellten  Werte  die  Güte  und 
Haltbarkeit  seiner  Fabrikate  zu  erhöhen  bestrebt  ist. 

Ueberwachung  des  Feuemugsbetriebes  in  der  Glas-,  Email- 
nnd  Tonindustrie.  Von  Dr.Ing.  Ludwig  Springer,  Zwiebel  (Bay). 
(Fachbücher  der  Keramischen  Randschau,  Band  12.)  Berlin  1-921.  Verlag 
Keramische  Randschau.    Preis  M  5 — . 

In  der  Schri't  gibt  der  Verfasser  eine  kurze  lieber«' cht  über  die 
Untersuchung  der  Brennstoffe,  die  Prüfang  der  Heiz-  und  R-uehgase,  die 
Zug-  nnd  Temperaturmessung,  die  für  eine  schnelle  Orientierung  über  die 
Methoden  und  die  bekannteren  Apparate  sieb  bestens  eignet.  Die  Bro- 
schüre sei  daher  allen  empfohlen,  die  ihren  Brennstoffverbrauch  sparsam 
und  wirtschaftlich  gestalten  und  dabei  den  Gang  der  Oefen  kontrollieren 
wollen. 


Firmenregister. 

Deutschland. 

Werra-Porzellanfabrik,  A.-G,  Brfmsn.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen 
P.  L.  Bracklo  wurde  Kaufmann  Leo  Freudenberg  zum  Vorstand  bestellt. 
Dem  Anfsichtsrat  gehören  jetzt  an  die  Bankiers  G.  L'ehning,  Vors., 
G.  Bohlken,  stellv.  Vors ,  nnd  Kaufmann  K.  Warnecke. 

Porzellanfabrik  Kalk,  G.  m.  b.  H,  Eisenberg  i.  Thür.  Witwe  Minna 
Geyer  wurde  zum  Geschäftsführer  bestellt. 

Porzellanfabrik  C.  M.  Hutscbenrenther,  A.-G.,  Hohenberg  a.  E.  Als 
weiteres  Vorstandsmitglied  wurde  Direktor  Georg  Faist  bestellt. 

Porzellanfabrik  Kahla,  Kahla.  Direktor  Dr.  H.  Lange  ist  als  Vor- 
standsmitglied ausgeschieden. 

Wiek-Werke,  vereinigte  Fabriken  Merkelbach  &  Wiek,  Merkelbach, 
Stadelmann  &  Co.,  Grenzhausen.  Grundkapital:  M,  600  000.  Vorstands- 
mitglieder sind  die  Fabrikbesitzer  Willi  Wiek  und  Arthur  Weidenhammer. 
Sie  sind  nur  gemeinsam  oder  einzeln  in  Gemeinschaft  mit  einem  Prokuristen 
vertietungsbefngt.  Die  Gründer,  die  sämtliche  Aktien  übernommen  haben, 
sind  Kommerzienrat  K  Gretschel,  Bankhaus  Gebr.  Arnhold,  Dresden,  Frau 
Emma  Wiek,  R.  G.  F.  Wiek  nnd  W.  Wiek.  Dem  ersten  Anfsichtsrat 
gehören  au  Kommerzienrat  K.  Gretschel  und  die  Baukdirektoren  Dr.  J.  Krüger 
und  0.  Kreidl. 

Wessel«  Wandplattenfabrik,  Lonis  Wessel,  Bonn.  Die  Firma  ist 
erloschen.  Die  Prokuren  von  Willy  Wessel  und  die  Gesamtprokura  von 
Anton  Alef  und  Maria  Verueck  smd  erloschen. 

Ludwig  Wessel,  A.-G.  für  Porzellan-  und  Steiogntfabrikation,  Boon. 
Die  Kapitalserhöbiiug  um  JC  0,6  Mill  Stamm  und  M  0,5  Mill.  Vor- 
zugsaktien auf  JC  6,5  Mill.  ist  erfolgt.    Kaufmann  Max  Robisch  hat 


Gesamtprokura.    Bei  dem  eingetragenen  Prokuristen  Engelbert  Rooaeu 

ist  die  Bezeichnung  Fabrikdirektor  gelöscht  worden 

Hessische  Kunsttöpferei,  G.  m.  b.  H„  Bad  Nauheim.  Fabrikation 
von  Kachelöfen,  Töpferwaren  und  Erzeugnissen  aller  Art  der  mit  dieser 
Industrie  verbundenen  Artikel  Stammkapital:  J6  30  000.  Geschäfts- 
führer ist  Keramiker  Jakob  Olsen, 

Kattowitzer  Ofenfabrik  Franz  Lissy,  Kattowitz.  Nunmehriger  In- 
haber sind  die  persönlich  haftenden  Gesellschafter  Witwe  Gertrad  Lissy, 
Student  Theodor  A.  Lissy,  Keramiker  Johann  A.  Lissy  und  Monika  A. 
Jjissv 

Colditzer  Tonwerke,  G.  m.  b.  H ,  Colditz.  Der  Sitz  der  Gesellschaft 
ist  nach  Bad  Lausick  verlegt. 

Töpferwerk  Oetisheim  Friedrich  &  Cie„  Odisheim.  Die  Firma 
lautet  jetzt:  „Schamottewerk  Oetisheim,  Friedrich  &  Cis  " 

Quarzplattenwerk  Rastatt,  G.  m.  b.  H.,  Rastatt.  Das  Stammkapital 
ist  auf  M  600  000  erhöht. 

Rohstoffverein  der  Krugbäeker,  e.  G.  m.  unbeschr.  Nachschußpflicht 
Mogendorf.  An  Stelle  der  ausgeschiedenen  Vorstandsmitglieder  Albiu 
Ströder  nnd  Friedrich  Heß  wurden  Reinhold  J.  Ströder  und  Reinhold 
H.  Ströder  in  den  Vorstand  gewählt. 

Bayerische  Spiegel-  und  Spiegelglasfabriken,  A-G  ,  (vorm.  W.  Bech- 
mann,  vorm  Ei.  Kupfer  &  Söhne),  Fürth  Die  Firma  lautet  jetzt: 
„Bayerische  Spiegelglasfabrikeu  Bachmann-Kupfer  A.-G.«  Als  weiteres 
Vorstandsmitglied  wurde  Kaufmann  Bruno  Offenbarer  nnd  als  stellver- 
tretendes Vorstandsmitglied  Kaufmann  Stefan  Wassermann  bestellt. 
Kaufmann  Emil  Staedtler  bat  Prokura  mit  einem  Vorstandsmitglied.  Die 
Kapitalserhöhung  um  JC  3,3  Mül.  Inhaber-Stamm-  und  M  09 _  Mill. 
Namens-Vorzugsaktien  auf  M  18,6  Mill.  ist  durchgeführt.  Ausgabekura 
105  bez.  100  o/o  ■        L        '   _  .. 

Emil  Gundelach,  Gehlberg.  Frau  Klara  Reichenbaeher  und  Emil 
Gnndelach  sind  als  persönlich  haftende  Gesellschafter  eingetreten  Ver- 
tretungsbefugt sind  nur  die  bisherigen  Gesellschafter  Engen  und  Max 

Gnnd  Päd'  Müller  &  Co.,§Niederputzkau.   Die;  Gesellschaft  ist  aufgelöst, 

die  Firma  erloschen.  ,    „    t>„i;„  m<nn 

Berliner  Spiegelglas-Verkaufs-Kontor^  G.  in  b  H.  Berlin.  Eine 
Zweigniederlassung  ist  in  Königsberg  i.  Pr.  errichtet  worden. 

Postulka  &  Kratzert,  Bremen  (Glücksburgerstraße  15  Glas- 
warenSation  Import  und  Export.  Persöalich  haftende  Gesellschafter 
sind  die  Kaufleute  Simon  Postulka  und  Alfred  Kratzsrt. 

Crefelder  Glas-  und  Spiegelmanufaktar  Heil  &  Cie.,  G  m.  b.  H , 
Crefeld  Das  Stammkapital  ist  um  Ji  200000  auf  M  300000  erhöht 
worden.  Bei  Bestellung  mehrerer  Geschäftsführer  ist  jeder  selbständig  ver- 
tretungsbefagt.  . 

C.  Otto  Henkel,  Cursdorf.    Inhaber  ist  Glaswarenfabrikant  Carl 

0tt°  Sx^Wandner,    Cursdorf.    Inhaber   ist   Glaswarenfabrikant  Max 

WandLeonhard  Wening,  Fürth  (Mahlstraße  29).   Die  Firma  ist  erloschen. 

Max  Offenbacher,  Fürth  (Kargartenstraße  44).    Die  Gesellschaft  ist 
aufgei?s?und  in  LTqaTdation  getWn.   Liquidatoren  sind 
Max  and  Luitpold  Offenbacher.   Die  Prokura  von  Johanna  Offenbacher  und 
von  Emil  Staedler  ist  erloschen.  > 

o      tt»«^»*  a  m  h  TT   Halle    Frau  Anna  Heckert  ist  nicht  mehr 

Heckert  und  Albert  Koch  sind  erloschen.  _ 

Deutsch-russische  Glühlampenfabrik,  G.  m .  b.  H  : Be *"  jf  Z™% 
niederlassunc  Kattowitz.  An  Stelle  der  ausgeschiedenen  Hans  ürieaeöerg 
und l^SweSlti^rde  als  Geschäftsführer  Kaufmann  Fritz  Karosse* 
bestellt. 

Karl  Naß.  Lauscha,  S  -M.    Die  Firma  ist  erloschen. 

Richard  Horn  &  Söhne,    Schmiedefeld  Kr.  Schleusingen  Glas- 
instraSeSabrik.11  Persönlich  haftende  ^ellschafter  sind  Gtajgjju- 
mentenfabrikant  Richard  Horn,  Kaufmann  Otto  Horn ^  und die  F^nkanten 
Rudolf,  Wilhelm  und  Cart  Horn.   Jeder  Gesellschafter  ist  selbständig  ver 
tretungsbefagt.  _  .....  „  . 

Karl  Greiner-Tbeodors  Sohn,  Steinach,  S.-M.  Versandgeschaft  von 
Glaswten.   Inhaber  ist Glaswarenfabrikant  Karl  Greiner-Tbeodors  Sohn 

Ootisches  Werk  Fortuna«,  G.m.b.H.,  Zwiesel.  Stammkapital : 
^  2100?t:scSihrIrOrsind  die  ^^J^ÄSÄ 
Welter  Sie  sind  nur  beide  gemeinsam  oder  einzeln  in  Gemeinschaft  mit 
einem  Prokuristen  vertretungsbefugt. 

Honbenwerke,  A.-G.,  Aachen.  Die  Kapitalserböhung  um  JC  4,4  Mill. 
Inhaber  StammaktSn  auf  JC  11  Mill.  ist  erfolgt.  Ansgabekurs  JC  J,6  Mill. 
zu  100  %  M  1,9  Mill.  zu  176  %.  .    °..  '  Cn 

Emaillier-  und  Stanzwerk  Aschaffenburg  Harte,  *hftCrJt' 
Aschaffenburir  Der  nerBönlich  haftende  Gesellschafter  Ludwig  ljeonnarai 
ht8Can?geSdenerDParGeschäft  -rd  als  Kommanditgese  sc  aft  von  den 
übrigen  Gesellschaftern  unter  unveränderter  Firma  fortgeführt 

Eisenhütte  Silesia,  A.-G,  Berlin  (Markgraf ens* ;  46) BrtrjJ  *« 
Blech-  und  Emaille-Werks  „Eisenhütte  8Ue  ia»,  P"J«howJj  SnderS 
sowie  Verarbeitung  und  Verwertung  se  bstgewonneuer  oder  «J«weltJ8 
erworbener  Montanprodukte  Grundkapital:  M  25  M i  .  Vur 
Generaldirektor  Sigfrid  Winkler.  Die  Gründer  X  ll^tlkTk^  ^ 
nommen  haben,  sind  die  Firma  Oberpchles.sche  ^^-^S^ 
Bernau  und  Huttenbetrieb,  Gleiwitz,  Kommerzienrat  0.  Caro  die  D  ""oren 
Dr.  R  Freund  und  Otto  Lnbowski  und  Dr  jur.  C  W^hner.  I)e  ersten  Anf- 
sichtsrat bilden  Geh.  Kommer^ierat  0.  Caro,  Vors.,  Generaldirektor  Dr.-Iag. 
Zackerkandl,  stellv  Vors ,  und  Direktor  Otto  Lubowski.  \ 

Gebr.  Schultheiß'sche  Emaillierwerke,  A.-G  ,  St.  Georgen.  ,ln  den 
Anfaichtsrat  berufen  wurden  R.  Mayer  als  Vorsitzeuder,  L.  Weißer,  A. 
Schittenhelm  und  F.  Lohr.   Ausgeschieden  Bind  F.  Schiele  und  E.  Bruchsaler. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  14  —  165 


Deutsche  Glasbelieferang,  G.  m.  b.  H.,  Berlin.  Belieferung  von 
Hotels,  Cafes  and  Reataurationsgeschäften  mit  Glas-  und  Porzellanwaren 
und  anderen  Bedarfsartikeln  für  daa  Hotel-  und  G  tat wirta  bewerbe.  Stamm- 
kapital: Jd  45000.  Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Gabriel  Neascuul. 
Josef  Krämer  hat  Einz.elprokara. 

Frankfurter  Flachglas-Handelsgeaellschaft  m.b.H.,  Frankfurt  a.  M. 
Kaufmann  Ernst  Tyrofi  hat  Einzelprokura. 

Friedrich  Ktthndahl,  G.  m.  b.  H  ,  Dortmund  (Mühlenstraße  12).  Groß- 
handel in  Porzellan-  und  Glaswaren  sowie  von  Haus-  und  Küchengeräten 
aller  Art.  Stammkapital:  JL  1  Mill.  Geschäftsführer  ist  Kaufmann 
Friedrich  Ktthndahl. 

Batti  &  Vallenzasca,  Michelau.  Korb-,  Spiel-  und  Porzellanwären. 
Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  die  Kaufleute  Antonio  Batti 
und  Giovanni  Vallenzasca. 

Deutsche  Gold-  und  Silherscheideanstalt,  vorm.  Roeßler,  Frank- 
furt a.  M.  Direktor  Hermann  Winkler  wurde  zum  Vorstandsmitglied  be- 
stellt. .  ,  ,  , 

Fabian  &  Co.,  Dresden.  Gesellschafterin  Marie  Louise  Helene,  ledige 
Maysel,  ist  ausgeschieden. 

Graphitwerk  Kropfmüh],  A.-G.,  München.  Max  Nonnenbruch  ist  durch 
Tod  aus  dem  Aufsichtsrat  ausgeschieden. 

Quarzsand-Industrie,"  A-G,  Pleinfeld.  Erwerb  und  Auabeute  von 
Quarzsandgruben  sowie  Betrieb  aller  d*mit  verwandten  Industrien  und 
Gewerbe.  Grundkapital:  M  1,2  Mill.  Vorstand  ist  Kaufmann  Wilhelm 
Paptistella.  Gründer  sind:  Fabrikant  Wilhelm  Bleyle,  Kaufmann  P.  v. 
Jacobs,  die  Oberbayerische  Handelsgesellschaft  m.  b.  H.,  München,  Kunst- 
maler H.  Ebers  nnd  Fabrikbesitzer  F.  Neidhardt.  Dem  ersten  Aufsichts- 
rat gehören  an:  Rechtsanwalt  A  Frieß,  Diploming.  H.  H.  v.  Lieben  und 
Hauptmann  a.  D.  H.  Ebers. 

Oesterreich. 

Deutsche  Keramik-Gesellschaft  m.  b.  H.,  Wien.  Ingenieur  Ferdinand 
Mares  hat  Gesamtprokura. 

Emmaillieranstalt  Josef  Hölz,  Wien.  Emaillieren  von  Gaßeisen  nnd 
Eisenblech.   Paaline  Dolezal  hat  Prokura. 


Tschechoslowakien. 

Bohemia  Karlsbader  keremische  Werke,  G.m.b.H.,  Karlsbad.  Die 
Firma  ist  erloschen. 

Nesselsdorfer  Tonwarenfabrik  (vormals  A.  Raschka)  Ig.  Schustala, 
Nesselsdorf.  Ig.  Schustala  ist  aasgeschieden.  Die  Prokura  von  Adolf 
Schustala  ist  erloschen.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  Gertrade 
nnd  Helene  Schustala.    Adolf  Raschka  hat  Prokura. 

Antonin  Rückl  &  Söhne,  A.-G.,  Prag.  Uebernahme  der  Firma 
Antonin  Rückl  &  Söhne  und  Betrieb  der  Glashütte  in  Nizbor,,  Ein-,  Aus- 
fuhr and  Erzeugung  von  Glas.  Aktienkapital;  Kc.  3  Mill.  Verwaltungs- 
rat: A.  Rückl,  F.  Rückl,  J.  Rückl  und  H  Rückl. 

Glashttttenwerke  vormals  J.  Schreiber  &  Neffen,  A.-G ,  Rapotin,  Bez. 
Snmperk.  Im  Anschluß  an  die  in  Nr.  10,  S.  116,  veröffentlichte  Eintragung 
geht  uns  von  der  Firma  folgende  Berichtigung  zu:  Die  Verwaltungs- 
räte Maxim.  Krassny-Krassmien  und  Hermann  Riemerschmied  wurden  aas 
dem  Verzeichnisse  der  Verwaltangsiäte  gelöscht  und  die.  neu  gewählten 
Herren  Josef  L.  Tüsky,  Direktor  der  Gesellschaft  in  Reitendorf,  und  JUDr. 
Bedrich  Dlabac  in  Prag  H,  Porfc  Nr.  10,  als  Verwaltungsräte  eingetragen. 
Franz  Miäcefc  und  August  Sedlatschek  in  Groß-Ullersdorf  haben  Gesamt- 
prokura. 

Slärha  Nowä  hnt,  spol.  s.  r.  o.  (Glasfabrik  Neuhütte,  G.m.b.H.), 
Tarmitz.  Die  Gesellschaft  ist  in  Liquidation  getreten.  Liquidator  ist 
Eduard  Lakes. 

Bärtel  &  Schinkel,  Haida.  Glasraffinerie  and  Export.  Die  Firma 
ist  erloschen. 

Felix  &  Co.,  Nendorf  a  N.  Glasperlenerzeugung.  Persönlich  haftende 
Gesellschafter  sind  Julias  Felix  and  Ernst  Felix.  Jeder  Gesellschafter  ist 
selbständig  vertretungsbefugt. 

Haardt  &  Co.,  Emaillierwerke  und  Metallwarenfabriken,  Neschwitz  bei 
Tetschen,   Das  Aktienkapital  beträgt  jetzt  Kc  8  Mill. 

Tovärna  na  Meidingerova  kamna  a  domaci  nacini  H.  Heim,  spol. 
!.  r.  o.  (Fabrik  für  Meidinger  Oefeu  und  Hausgeräte  H.  Heim,  G.  m. 
b.  H),  Prag  Stammkapital:  Kc.  400000.  Geschäftsführer  ist  Adolf 
D.  Morgenstern. 

Franz  Scheibler  &  Co.,  Karlsbad.  Handel  mit  Porzellan  und  anderen 
Waren.   Die  Firma  ist  erloschen. 

Steiner  &  Richter,  Aich  b.  Karlsbad.  Handel  mit  Porzellan,  Glas- 
nnd  Tonwaren.  Otto  Steiner  ist  ausgeschieden.  Nunmehriger  Inhaber  ist 
Josef  Richter. 

Karlsbader  Kaolin-Elektro-Osmose,  A.-G.,  Karlsbad.  Verwaltungsrat 
Dr.  J.  Koritschoner  und  P.  J.  Lengersdorff  sind  aasgetreten.  Eingetreten 
sind  Dr.  B.  Böttcher,  A.  Sommer  und  E.  Trinks. 

Jakob-  Gerner,  Zweigniederlassung  Karlsbad.  Die  Prokura  von 
Georg  Wunderlich  ist  erloschen  Adolf  Schnster  hat  Prokura. 


Jugoslawien. 

Ziga  Fuhrmann,  Bjelovar,  Kroat.  Glas-  und  Porzellanwarenhandel. 
Samuel  Laos  and  Dimitrije  Podkonjak  haben  Prokura. 

Jakob  Sommer,  Novagradiska,  Kroat.    Glas-  und  Porzellanhandel. 

Zrnic  i  Sommer.  Novagradiska,  Kroat.  Glas-  und  Porzellanhandel. 
Die  Firma  ist  erloschen. 

Pero  Stanisic  i.drug,  Sarajevo,  Bosnien.  Glas-  and  Porzellanhandel. 
Pero  Stanisic  ist  aasgeschieden.  Jetziger  Alleininhaber  ist  Mihajlo  Trebic. 


„Impex"  impnrt  i  export  stakla,  poraulaua,  mstalne,  tekatüne  i 
glanterijske  robe  (Neumann  i  drug)  („Impex",  Import  und  Export  von 
Glas-,  Porzellan-,  Metall-,  Textil-  und  Galanteriewaren  (Naumann  &  Co.),' 
Siaak.  Kroat.  Filip  Neumann  ist  ausgeschieden.  Dar  Zusatz  zum  Firmen- 
wortlaut:  (Neumann  &  Co.)  ist  gelöscht.    Eingetragen:  Eduard  Strigl. 


Patente. 

Deutsches  Reich. 
Anmeldungen. 

80  c,  5.   L.  47  593.   Verfahren  zum  Betriebe   von  Gaskanalöfen' 
80  c,  5.   L.  49  198.  .  Gaskanalöfen  mit  Frischluftzuführung  zu  den 
Gasdüsen. 

Peter  Joseph  Lengersdorff,  Berlin,  Kneaebeckstr.  45.    13,  1.  19. 

80  c,  11.  B.  100  466.  Schachtofen  für  pulverförmiges  Gut,  ins- 
besondere für  Gips.    Andie  Paul  Edouard  Bourdet,  Paris.    30  6.  21. 

80  c,  14.  St.  32  805.  Vorrichtung  zum  Brennen  von  Zement, 
Magnesit,  Kalk  u.  dgl.  Harry  Stehmann,  Berlin-Hohenschönhauseil. 
14.  1.  20 

80  d,  1.  0.  11  498  Verfahren  zur  Herstellung  von  Schneide-  oder 
Trennscheiben  und  Schneide-  oder  Trennscheibe  zum  Schneiden  von  Glas 
oder  ähnlichem  harten  Material.  Optische  Anstalt  C.  P.  Goerz,  A-Gi, 
Berlin-Friedenau    3  3.  20. 

80  b,  8.  K  79  152.  Verfahren  zur  .  Herstellung  von  Gußstücken 
aus  geachmolzenem  Basalt  o.  dgl.  Johann  Klein,  Obercassel  b.  Bonn. 
16.  9,  21. 

81  a,  1.  N.  19 123.  Maschine  zum  Zabringen  von  Dosenkörpern, 
Dosendeckel  and  ähnlichen  hohlen  Gegenständen  von  einem  angeordneten 
Haufen.  The  Nugget  Polish  Company  Limited,  London.  11.  8.  20.  Eng- 
land 11.8. 19. 


Zurücknahme  von  Anmeldungen. 

4  b.  S,  42  767.  Scheinwerfer  mit  elektrischer  Bogenlampe  nnd 
Hohlspiegel  aas  einem  Stück  Glas  mit  abgetrennter  Scheitelkalotte. 
23.8.20. 


Versagung. 

48  c.  K.  55  670.  Verfahren  zur  Herstellung  weißer  Emails  und 
Glasuren  mit  Hilfe  von  Zirkonverbindungen.   22.  3.  15. 

48  c.  K.  56  478.  Verfahren  zur  Herstellung  von  zur  Emailtrübuug 
geeigneten  Zirkonflaorverbindungen.   8  6.  15. 


Erteilungen. 

350318.  21a,  15.  Entladungsrohre,  insbesondere  Röntgenröhre  mit 
einer  zum  Schntz  gegen  Durchschlagen  durch  innere  Ladungen  ganz  oder 
nur  in  den  gefährdeten  Teilen  doppelwandig  ausgeführten  Glaswandung. 
Siemens  &  Halske,  A.-G.,  Siemensatadt  b.  Berlin.   28.10  20. 

350355.  48  c,  4.  Verfahren  und  Ofen  zum  Emaillieren.  Charles 
Bickmeier,  Daniel  Aloysius  Liston  und  Robert  Herman  Engelhardt,  Bellaire, 
Ohio,  V.  St.  A.   12.  6  15. 

350  389.  32  b,  6.  Verfahren  zum  Mustern  von  Glas  durch  Unter- 
tauchen in  Aetzsäure.    Anton  Scblögel,  Berlin,  Prinzenstr.  72    6. 3.  19. 

350  587.  21  g,  12.  Einführungsisolator  für  die  Elektroden  von  Qaeck- 
silbergroßgleichrichtern.  Allgemeine  Elektrizitäts-Gesellschaft,  Berlin. 
12. 12.  20. 

350  770.  48  c,  1.  Emaille  zur  Bekleidung  der  schädlichen  Flächen 
von  Kolbendampfmaschinen*  Heinrich  Willmer,  Mülheim,  Ruhr-Broich, 
Haagerfeld  6.    27.  10.  20. 

350771.  48  d,  2.  Verfahren  zum  Beizen  von  Eisen  und  Stahl  mit 
Säuren  unter  Verwendung  von  Zusätzen  zur  Säure;  Zus  z.  Pat.  309  264. 
Dr.  Otto  Vogel,  Düsseldorf-Oberkassel,  Wildenbruchstr.  52.   31.  3.  20. 

350854.  67  a,  15  Maschine  zum  Einschieifen  gerader  oder  kurven- 
förmiger Rillen  oder  Nuten  in  Glasplatten  mittels  umlaufenden  Werk- 
zeuges.  Franz  Liebl,  Wien.    10.3.  21. 

350855.  67  a,  17.  Maschine  zum  Schleifen  der  Ränder  von  Por- 
zellantassen u.  dgl.  Robert  Bosch,  A.-G ,  Stuttgart,  Adolf  Krauß,  Cannstadt, 
Bryestr.  8,  u.  Karl  Krauß,  Stuttgart,  Rotebühlstr.  118.   26. 10.  20. 

350918.  80  b,  12.  Verfahren  zur  Gewinnung  von  Kaolin.  Reinhold 
Froelich,  Meißen  i.  Sa.   22.  10.  20. 

350942.  26  a,  14.  Flüssigkeitsverschluß  für  den  herabklappbaren 
Boden  von  Retorten  o.  dgl.  Adolfshütte  Kaolin-  uud  Schamottewerke, 
A.-G.,  Crosta-Adolfshütte.    9.  12,  20. 

350  963  75  d,  4.  Verfahren  zur  Herstellung  künstlicher  Perlen  und 
Edelsteine    Fernand.  Sauvage,  Paris.    16.1.  21.    Frankreich  8.1.  19. 

350  966.  80  b,  21.  Verfahren  zur  Erzeugnng  von  Steinen,  Platten 
u.  dgl.  aus  Bimssand.  Wilhelm  Ludwig  Paul  Cleff,  im  Haag,  Holland. 
20. 11.  20. 

351011.  26  a,  6.  Liegende  Gasretorte  aus  Formsteinen.  Stettiner 
Chamotte-Fabrik,  A.-G,,  vorm.  Didier,  Stettin.   20.7.  19. 

351026.  421,  4.  Gasbürette  mit  Kühlmantel.  Dr.  Fritz  Täurke, 
Dortmund,  Saarbrttcker  Str.  29.    9.4.  21. 

351069.  80  b,  12.  Verfahren  zur  Herstellung  von  keramischen 
Massen    Gesellschaft  für  Tuff-  und  Ton-Technik  m.  b.  H.  Neuwied.  21  7.  20. 

351070.  80  c,  5.  Kanalofen.  Peter  Joseph  Lengersdorff,  Berlin, 
Knesebeckstr.  45.   14. 1.  19. 

351078.  21g,  15.  Röntgenröhre  mit  auswechselbarem  und  einstell- 
barem Brennpunkt.   E.  R.  P.  Schmidt,  Berlin,  Moabit  131.   16.12.  19. 


Beschreibungen. 
Maschine  zum  Schleifen,  Polieren  oder  sonstigen  Bearbeiten 
der  Mantelflächen  von  Hohlkörpern  ans  Glas  oder  Metall,  wie  Gläser, 
Becher,  Schüsseln  u.  dgl.,  bei  der  die  Werkstücke  auf  einem  umlaufenden 
Halter  befestigt,  der  Wirkung  mehrerer  in  Radialebenen  schwingbarer  oder 
nnr  achsial  beweglicher,  der  Werkatückform  sich  anpassender  nachgiebiger 
Werkzeuge  ausgesetzt  werden.   Zwecks  Polierens,  gleichzeitigen  Trocknens 
der  Werkstücke  an  den  inneren  und  den  äußeren  Mantelflächen  mit  einer 


166  -  Nr.  14   SFKECHS ÄAL- COBURG. 


und  derselben  Haschine  ist  an  einer  oberen  umlaufenden  Welle  das  Arbeits- 
glied für  die  innere  Mantelfläche  mit  schwamm-  nnd  lederarmierten  Polier- 
körpern vorgesehen,  und  auf  einem  in  der  Höhe  einstellbaren  Gestell  das 
Arbeitsglied  für  die  äußere  Mantelfläche,  bestehend  aus  mehreren  winkel-  I 
förmigen,  durch  ein  Gelenk  noch  unterteilten  Rahmen  für  "die  Polier- 
armierung, die  durch  eine  gemeinsame  Mnffe  in  bekannter  >i  Weise  radial 
beweglich  sind.  Die  relativen  Schleifbewegungen  werden  dadurch  hervor- 
gebracht, daß  die  Werkstücke  das  eine  Mal  von  dem  äußeren  Arbeitsglied 
festgehalten  werden,  das  andere  Mal  von  dem  inneren  Arbeitglied  durch 
Hineinpressen  mittels  der  zentralen  Druckstange,  so  daß  sie  mitgenommen 
werden  nnd  sich  gegen  die  äußeren  Werkstücke  drehen.  67  a,  17.  Nr. 
345  618.   23. 3.  21.   Henry  Alfred  Cole,  Weston-Super-Mare, Engl.  • 

Yerfahren  zur  Herstellung  von  Alkalisilikaten.  Man  bebandelt 
ein  Barinmsilikat  mit  Wasser  und  einem  Alkalikarbonat  oder  -sulfat  in 
der  Wärme.  12  c,  37.  Nr.  345  669.  2. 2.  21.  Canaille  Deguide,  Enghien, 
Frankreich. 

Verfahren  zur  Herstellaug  von  Formkörpern  aas  Ansschläm- 

mnngen  von  Ton,  Graphit  oder  anderen  mineralischen  Stoffen.  Die  Auf- 
schlämmungen  werden  in  der  Form  der  Einwirkung  eines  elektrischen 
Stromes  so  unterworfen,  daß  der  niederzuschlagende  feste  Stoff  nach  der 
Formwandung  hingezogen  wird.  80  a,  45.  Nr.  345  752.  18.9.17. 
Bernard  James  Allen,  Stoke-on- Trent,  Stafford,  Epgl. 

Verfahren  zum  Imprägnieren  von  Steinplatten  für  elektrische 
Zwecke.  Dieselben  werden  mit  Kohlenwasserstoffen  der  Methanreihe  ge- 
tränkt. 21  c,  2.  Nr.  345  764.  13. 11.  20.  Adolf  Klein,  Behringersdorf 
bei  Nürnberg. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 

Tiegelsohmelzofen  mit  In  einen  Isolierten  Außenmantel  ein 

gebautem,  den  Brennstoff  mit  dem  Schmelztiegel  aufnehmendem  fener 
sicheren  Einsatz.  Der  Gassammeiraum  ist  durch  eine  auf  den  feuersicheren 
Einsatz  aufgesetzte  feuersichere,  kegelförmige  Haube  nach  oben  erweitert 
und  letztere  mit  einer  inneren  nnd  äußeren  Armierung  versehen,  die  aas 
an  den  Deckplatten  angeschweißten,  durch  Niete  oder  Schrauben  mit- 
einander verbundenen  Leisten  besteht.  31a,  3.  Nr.  345  822.  10.2.21. 
Adolf  Bauer,  München. 

Verfahren  znr  Erzeugung  eines  sehr  hohen  Vakuums  mittels 

Strömung  elektrisch  geladener  Teilchen.  Die  elektrisch  geladenen  Teilchen 
werden  durch  «inen  Qaecksilberlichtbogen  oder  einen  glühenden  Beinmetall- 
draht erzeugt  21g,  20.  Nr.  345882.  25.3.20.  Hannoversche  Glas- 
instrnmenten-Fabrik  Dr.  North  &  Looali,  K.  G.,  Hannover. 


Warenzeichen-Eintragungen. 

Erklärung  der  Abkürzungen:  G.  Geschäftsbetrieb;  W.  Waren- 
verzeichnis; (A.)  Auszug;  (B.)  Der  Anmeldung  ist  eine  Beschreibung 
beigefügt ;  A.  Tag  der  Anmeldung ;  B.  Tsg  der  Eintragung 


279  884.  Porzellanfabrik  Carl  Hans  Tuppaok,  Tiefes- 
furt i.  Schi.    G. :  Porzellanfabrik.    W. :  Porzellanwaren. 

A.:  23.  5,  21.   E. :  6  2.  22. 


»e  f  o  s  ee 


Frage  kästen  des  Sprechsaal. 


Keramik. 

54.    Unsere  Steingutmasse  besteht  aus; 
21,79  %  Quarzsand  mit  7%  Tonsubstanz, 

20,06%  Band  mit  70,58  %  Quarz,  16,24  %  Tonsubstanz,  13,18%  Feldspat, 
28,00  %  Ton  mit  69,40  %  Tonsubstanz,  28,92  %  Quarz,  1,62  %  Feldspat, 
?,00%  Ton, 

28,15%  Kaolin  mit  71,52%  Tonsubstanz,  21,78%  Quarz±  6,70%  Feldspat, 
während  die  Olaur  der  folgenden  Formel  entspricht  : 
O.lNa.O  . 

0,125  K*0  {  n  s_  /  2,379  SiO, 
0,485  CaO  (  0,4/0  AkUa  \  0,35  B*0« 
0,29  PbO> 

Schfühbrand  SK  8—9;  Qlattbrand  SK  04  a— 03  a. 
Wenn  wir  nun  etwas  unter  SK  8  brennen,  wird  die  Glasur  rissig.  Bet 
Sand  wurde  zuerst  in  Trommeln  von  170  cm  0  und  180  cm  Länge,  und 
zwar  in  einer  Beschickung  von  1400  kg  etwa  12—13  Stunden  gemahlen 
und  war  dann  noch  etwas  zu  grob.  Da  wir  neue  Trommeln  von  180  cm  0 
und  2  m  Länge  aufgestellt  haben,  um  eine  feinere  Mahlung  zu  erhalten, 
ließen  wir  den  Sand  in  den  erstgenannten  Mühlen  20  Stunden,  in  den  neuen 
16  Stunden  mahlen.  Es  zeigt  sich  nun,  daß  die  Glasur  am  Bande  der 
Teller  abspringt.  Brennen  wir  nun  einen  Kegel  niedriger,  so  zeigt  die  Ware 
auch  noch  langmaschige  Haarrisse.  Wir  brennen  daher  wieder  wie  früher 
und  lassen  den  Semd  in  den  größeren  Mühlen  14,  in  den  kleineren  16  Stunden 
mahlen.  Ist  dies  richtig?  Kann  der  Unterschied  von  einigen.  Stunden  in 
der  Mahldauer  obige  Erscheinung  hervorrufen,  und  wurde  schon;  anderweit 
beobachtet,  daß  Absplittern  der  Glasur  zugleich  mit  Haarrissen  auftritt? 
Was  ist  an  letzterem  schuld? 

'  Ihre  Glasur  von  der  Segerformel: 


Erste  Antwort: 


0,100  N820 
0,125  K,0 
0,485  CaO 
0,290  PbO 


0,275  AI203 
0,350  B,03 


2,379  SiO, 


■  .L  ttttt',%. 
*fn>« 


hat  unter  Zugrundelegung  der  Ausdehnungskonstanten  von  Winkelmarm 
&  Schott  in  rander  Zahl  den  Ausdehnungskoeffizienten  (A.-K.)  250X10'7- 
Fttr  Daren  geschrühten  Scherben  berechnet  sich  der  A..E.  jedoch  nur  auf 
rund  175X10"7'  Da  aber  bei  gegenseitiger  Haltbarkeit  von  Scherben 
und  Glasur  die  A.-K.  annähernd  gleich  sein  sollen,  so  zeigen  die  genann- 
ten Zahlen,  daß  die  Zusammensetzung  Ihres  Fabrikates  nicht  einwandfrei 
ist.  Sie  müssen  daher  bestrebt  Bein,  die  A.-K.  von  Scherben  und  Glasur 
einander  zu  nähern.    Zu  diesem  Ziele  führen  zwei  Wege:  , 

1.  Durch  Abänderung  des  Seherbens.  Ibr  bisheriger  Scherben  enthält 
nach  Beiner  rationellen  Zusammensetzung  rund: 

Quarz  &A  ' 

Feldspat  Z% 

Plastische  Tonsnbstanz   21  °/0 

Kaolintonsubstanz  25  % 

1ÖÖ~ 

Bei  Steingutscherben  pflegt  man  im  allgemeinen  die  Tonsubstanz  aber  im 
Verhältnis  von  wenigstens  3  :  2  anf  plastische  nnd  Kaolin-Tonsnbstanz  zu  ver- 
teilen, weil  eretere  —  abgesehen  davon,  daß  die  Masse  sich  dann  besser 
verarbeiten  läßt  dem  Auftreten  von  Haarrissen  entgegenwirkt,  Kaolio- 
tonsubBtanz  die  letzteren  aber  begünstigt.  Diese  vorteilhafte  Eigenschaft  der 
feiten  Tone  erklärt  Bich  dadurch,  daß  die  in  denselben  von  Natur  aus 
meist  in  größerer  Menge  vorhandenen  Flußmittel  ' beim  Brennen  eine  ge- 
wisse Sctmelze  ergeben,  die  einen  hohen  A.  K  besitzt,  während  dieser 
beim  KeoJin  sich  um  so  mehr  verringert,  je  höber  der  letztere  gebrannt 
wird.  Haarrisse  aber  treten  in  der  Glasur  dann  auf,  wenn  diese  einen 
zu  hohen  und  der  Scherben  im  Verhältnis  zur  Glatur  einen  zu 
niedrigen  A  K  hat.  Die  Erhöhung  der  plastischen  TonsubBtanz  in 
der  MaBBe  auf  Kosten  der  KaolintonsubBtanz  ist  also  ein  Mittel  zur  Be- 
seitigung der  UaarriBBe.  Um  aber  die  Anpassungsfähigkeit  von  Scherben 
und  Glasur  noch  weiter  zu  begünstigen,  wäre  zu  empfehlen,  der  Masse 
atrf  Kosten  des  Quarzes  einige  Prozent  Schlämmkreide  (2t*-5<y0)  einzu- 


verleiben, weil  auch  hierdurch  die  Reaktionsfähigkeit  des  Scherbens  mit 
der  Glasur  gefördert  wird.  Bei  Massen,  die  Kreide  enthalten,  kann  auch 
mit  dem  Schrühbrand  um '2— 8  Segerkegel  heruntergegangen  werden,  ohne 
daß  man  befürchten  muß,  hierdurch  Haarrisse  hervorzurufen ;  das  Ab- 
springen der  Glasur  an  den  Tellerrändern  aber  wird  durch  diese  Maßnahme 
gemildert.  Die  Mahlfeinheit  des  Sandes  branchen  Sie  dann  nicht  zu 
ändern,  denn  je  feiner  der  Sand  in  der  Masse  verteilt  ist,  desto  intensiver 
wirkt  er  in  Bezug  auf  Erhöhung  des  A  -K.  des  Scherbens  und  dadurch 
anf  Vermeidung  der  Haarrisse  in  der  Glasur;  andererseits  wächst  aber 
die  Sprödigkeit  einer  Masse  nnd  ihre  Neigung  zum  Springen  mit  der 
feineren  Mahlung  des  Sandes.  Ein  Unterschied  von  einigen  Stunden  in 
der  Mahldaner  kann  anf  die  Korngröße  des  Mahlgutes  natürlich  einen  sehr 
wesentlichen  Einfluß  ausüben,  der  nm  so  mehr  ins  Gewicht  fällt,  je  größer 
die  Differenz  zwischen  Mahlgut  and  Mahlfläche  ist.  Unter  Beibehaltung 
der  längeren  Mahldaner  des  Sandes  nnd  Abbruch  des  Schrühbrandes  nm 
etwa  2  Segerkegel  möchte  ich  empfehlen,  die  Masse  folgendermaßen  zu- 
sammenzusetzen: 

Qaarzsand   .   .    ...    .    .   .   .    .    .       .   20°/,  , 

FeldSpatbahiger  Sand    .    .  20°/0 

Fetter  Ton  40  %  * 

Kaolin  18  «/0 

Schlämmkreide   2  % 

löö 

2.  Durch  Abänderung  der,  Glasur.  Unter  Beibehaltung  der  bisherigen 
Sänernngsstnfe  der  Glasur,  die  mir  übrigens  etwas  zu  zähflüssig  erscheint, 
wäre  dieselbe  dahin  abzuändern,  daß  ah  den  Flußmitteln  mit  hohem  A-K. 
(K»0,  N»80,  CaO)  in  af äquimolekularem  Verhältnis  zn  Gansten  des  PbO, 
und  an  der  Al«Op  zu  Gunsten  der  Bt0g  vorsichtig  abgebrochen  würde 
Die  Glasur,  die  Bich  Ihrem  bisherigen  Scherben  jedenfalls  besser  anpassen 
dürfte,  entspräche  dann  z.  B.  folgender  Segerformel: 
0,075  NbbO  ) 

0,075  KsO    I  0,250  Al,Os  \  9}m 
0,400  CaO      0,375  Ba03  /  a,37H  MUs 
0,460  PbO  J 

Abspringen  von  Tellerrändern  nnd  gleichzeitiges  Auftreten  von  Haarrissen 
kann  sehr  wohl  dann  auftreten,  wenn  die  Tellerränder  gegenüber  den 
übrigen  Flächen  des  Tellers  durch  mechanischen  Einfluß,  wie  anrichtige 
Herstellung  durch  den  Dreher  —  z.  B.  Strecken  der  Tellerfahnen  beim 
Ueberformen  —  oder  dnroh  Stichflammen  eine  stärkere  Verdichtung  erlitten 
haben;  hierdurch  wird  an  den  verdichteten  Flächen  ein  genügendes  Ein- 
dringen der  Glasur  in  den  Scherben  nnd  damit  gewissermaßen  die  Bildung 
einer  Bindeschicht  zwischen  Scherben  nnd  Glasur  verhindert,  und  der  an 
dem  Tellerrande  verdichtete  Scherben  wird  infolge  seiner  im  Verhältnis 
zur  Glasur  nunmehr  größeren  Ausdehnungsfähigkeit  gegen  diese  einen 
Drnck  ausüben,  wodurch  letztere  am  Bande  des  Tellers  abspringt.  Die 
übrigen  Flächen  des  Tellers  dahingegen  behalten  ihre  normale  Struktur 
und  zeigen  infolge  ihrer  stärkeren  Porosität  nnd  ihres  hierdurch  bedingten 
kleineren  A.-K.  Neigung  znr  Bildung  von  Haarrissen,  die,  wenn  einmal 
vorhanden,  über  die  ganze  Fläche  des  Tellers  hinweg  sich  verbreiten  können. 

Zweite  Antwort:  Das  Abspringen  der  Glasur  an  den  Bändern 
ist  anf  zu  hohen  Quarzgehalt  und  zu  feine  Mahlung  desselben  zurück- 
zuführen Mit  den  Haarrissen  hat  dies  allgemein  nichts  zu  tun;  treten 
solche  anf,  so  liegt  dies  daran,  daß« Masse  nnd  Glasur  verschiedene 
Schwindung  haben.  Die  rationelle  Analyse  Ihrer  Masse  ist  nach  Ihren 
Angaben  ungefähr  die  folgende: 

Quar«  48,5  Gew.-T. 

Tonsubstanz   46  5  „ 

Feldspat  5  0  „ 

100,0  Uew-T. 

Aus  dieser  Zusammensetzung  sieht  man  schon,  wo  der.  Fehler  steckt  , 
der  Qaarzgehalt  der  Masse  ist  doch  etwas  zu  hoch,  weshalh  Ihnen 
empfohlen  Bei,  ihn  herabzusetzen  und  dafür  die  Tonsubstanz  zu  erhöhen. 
Wie  weit  Sie  damit  gehen  können,  kann  man  Innen  nicht  bestimmt  sagen, 
sondern  nur  durch  Versuche  feststellen.    Versuchen  Sie  folgenden  Versatz: 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


s  p  r  e  c  h  s  a  a  l  *  Wt&swm 


Nr.  1.4 


p7 


Qnerzsand    .   .   .    ...   .   .   ,   .  40.0Gew-T. 

Tonsubstanz  .    .    .    .    .    .    .    .    .    .    66,0  „ 

Feldspat  ...........     5,0  „ 

100,0  Gew.-T. 

An  der  Glasur  ist  vorläufig  nichts  zu  ändern;  sollten  die  Haarrisse 
nicht  verschwinden,  so  können  Sie  den  Si02-  Gehalt  derselben  erhöhen. 
Haarrisse  sind  oft  eine  Folge  von  zu  schwach  verglühter  Rohware,  nnd 
man  darf  sich  dadurch  nicht  verleiten  lassen,  die  Glasur  zu  ändern.  Auf 
einen  möglichst  gleichmäßigen  Rohbrand  muß  man  immer  achten.  Die 
Mebldaufr  Ihrer  Trommelmühlen  ist  wahrscheinlich  etwas  za  lang,  sodaß 
der  Sand  eine  zu  feine  Mahlung  erhält.  Es  ist  aber  nicht  schwer,  die 
richtige  Laufzeit  herauszufinden;  Ihre  Aendernng  auf  14  bezw.  16  Stunden 
ist  jedenfalls  richtig,  vorausgesetzt,  daß  der  Feinheitsgrad  erreicht  ist. 
Achten  Sie  aber  mit  darauf,  daß  "genügend  Flintsteine  in  der  Trommel 
vorhanden  sind.  Alle  Monate  muß  man  ungefähr  10%  des  Gewichtes  der 
Steine  ernenern,  denn  sind  zu  wenig  davon  in  der  Trommel,  so  dauert 
der  Mahlprozeß  viel  länger.  Das  Abspringen  der  Glasur  kommt  öfters 
vor  und  verschwindet  meistens  von  selbst,  wenn  auf  einmal  die  Masse 
die  passende  Feinheit  aufweist. 

Dritte  Antwort:  Ihr  Feldspatsteingut  hat  nach  Ihren  Angaben 
etwa  die  Zusammensetzung: 

Tonsubstanz  ...   45  % 

Quarz   60  o/o 

Feldspat  5  o/0 

Kantenabsprengnngen  treten  besonders  dann  auf,  wenn  die  Masse  zu  viel 
Quarz  enthält.  Je  feiner  8ie  den  Qaarz  vermählen,  desto  stärker  tritt  er 
in  dieser  Art  in  Wirkung.  Es  wäre  vor  allem  zu  raten,  den  Versatz  etwas 
Dermaler  zu  gestalten,  so  daß  er 

Tonsubstanz  ....   50  % 

Qaarz   45  % 

Feld'pat   5  % 

enthält.  Sie  können  dies  am  einfachsten  dadurch  erreichen,  daß  Sie  den 
Quarzsand  nm  etwa  8%  vermindern  und  den  Kaolin  nm  ebensoviel  erhöhen. 
Vermutlieh  werden  dann  nach  dem  höheren  Rohbrand  bei  SK  8  die  Ab- 
sprengungen  der  Glasur  nicht  mehr  vorkommen,  und  die  Risse  sind  dadurch 
dann  Jedenfalls  auch  vermieden.  Daß  beide,  eigentlich  entgegengesetzten 
Fehler  zugleich  auftreten,  fällt  ja  tatsächlich  auf,  aber  es  beweist  nur, 
daß  Masse  und  Glasur  bezüglich  ihres  Zussmmenpassens  auf  der  Grenze 
balancieren.  Vermutlich  wäre  auch  die  Zumischung  von  etwa  6  %  Kalk- 
spat zur  Masse  sehr  günstig.  Sie  würden  dann  voraussichtlich  den  Rohbrand 
nur  bis  8K  6—7  führen  —  bei  höherer  Temperatur  würde  der  Scherben 
wohl  zu  dicht  —  und  ohne  Haarrisse  zum  Ziel  kommen. 
Vierte  Antwort:   Ihr  Feldspatsteingut  aus : 

Tonsubstanz   46,35% 

Quarz     .   .   .   .   .   .   .   .   .   .   .   .   .   48,66  % 

Feldspat  .   ....   .   ......    .  4,99% 

ist  durchaus  normal,  darf  aber  niemals  unter  SK  8  gebrannt  werden.  Die 
Haarrisse  sind  die  Folge  zu  niedrigen  Brennens.  Springt  die  Glasur  ab, 
so  ist  der  Bleigehalt  der  Glasur  zu  gering.  Sie  können  bis  0,85  Mol! 
PbO  gehen  unter  Erniedrigung  des  Kalks,  der  bis  zu  0,2  Mol.  sinken 
kann.  Bei  Erhöhung  des  Bleies  kann  die  Kieselsäure  vermindert  werden. 
Eine  ftlasur :. 

0,2  K20 

0,25  Na,0  l08g  0  /2,1  Si02 
0,2  OaO  f0"*8  A,2°3  \  0,6  B.0, 
0,36  PbO  J 

ist  normal.  Aendem  Sie  Ihre  Glasur  dahin  ab,  nnd  das  Abspringen  ist 
beseitigt.  _Mit  der  Mahlung  des  Sandes  haben  Ihre  Fehler  nichts  zu  tun. 
Das  Absplittern  nnd  die  Haarrisse  haben,  wie  Sie  sehen,  zwei  ganz  ver- 
sehiedme  Ursachen. 

Fttnfte  Antwort:  Zur  Veimeidung  der  Haairisse  muß  die 
Mahlung  des  Sandes  für  Ihre  Masse  die  feinste  sein,  und  der  Kaolin  ist 
teilweise  durch  plastischen  Ton  zjn  ersetzen,  während  der  Schrühbrand 
stets  bei  SK  9  durchzuführen  ist.  Nachdem. langmaschige  Haarrisse  auf- 
treten und  die  Glasur  von  den  Rändern  der  Teller  abspringt,  so  ist  die 
Ausdehnung  von  Scherben  und  Glasur  ungleichmäßig;  es  schwindet  in 
Ihrem  Falle  der  Scherben  mehr  als  die  Glasurdecke.  Sie  müssen  sich 
also  daza  entschließen,  Aenderungen  in,  der  Masse  oder  in  der  Glasur 
vorzunehmen.  Sollten  Sie  auf  obengenanntem  Wege  nicht  vollständig 
zum  Ziele  kommen,  so  würde  ich  an  Ihrer  Stelle  einmal  wesentliche 
Aenderungen  bei  der  Zusammenstellung  der  Glasur  vornehmen  und  dabei 
einige  Versuche  anstellen,  wobei  besonders  der  Zusatz  von  Kalk  auf 
Kosten  des  Bleioxydes  zu  erhöhen  wäre. 

SS'  *^%te  um  Anynb*  bewährten  Versatzes  für  eine  Porzellan- 
masse und  Glasur  bei  SK  12  vollkommen  ausbrennend  am  böhmischen 
Materialien, 

Erste  Antwort:  In  Böhmen  gibt  es  gar  viele  Rohstoffe,  die 
sich  für  die  Porzellanfabrikation  eignen,  und  es  kommt  nur  darauf  an,  iu 
welcher  Gegend  die  Fabrik  liegt.  Um  die  teueren  Transportspesen  nach 
Möglichkeit  zu  sparen,  werden  Sie  die  am  nächsten  liegenden  Rohstoffe 
verwenden  müssen.  Was  nützen  Ihnen  aber  da  Versätze,  die  aus  Stoffen 
bestehen,  die  von  weit  her  bezogen  werden  müssen.  Es  sei  Ihnen  daher 
nachstehend  die  ungefähre  Zusammensetzung  von  Porzellan  genannt,  und 
Sie  müssen  selbst  an  Hand  der  Analysen  der  Ihnen  zur  Verfügung  stehenden 
Rohstoffe  die  Versätze  berechnen. 

Tonsubstanz .   .   55,0—48  0% 

Quarz  .   .   .   .   .   .    .   .   .   ...  225—24,0% 

Feldspat  .   82,5—28,0% 

(Kalkspat.   0,5—  2,0%) 

Die  Porzellanglasuren  haben  etwa  die  Formel: 
RO .  0,6— 1,2  Ala03 .  6-12  SiO„ 
wobei  das  RO  aus  OaO,  MgO,  K,0,  NatO,  ZuO  besteht. 
Eine  bewährte  Glasur  hat  die  Zusammensetzung 
0,2  K,0  ' 


0,5  MgO  UsiO^O/:  A1,0„ 
».3CaOj 


und  der  Versatz  besteht-  aus: 

:  s lt  .Feldspat  ...    .  ..   .   ....    .    .    .   .  111,2 

Dolomit  55^2 

Magnesit   \  16*8 

Gebrannter  Kaolin    .   .       .   .   .   .   .   .   .  no,0 

m       %arz  ...............  228*0 

Zweite  Antwort:  Eine  Porzellanmasse  für  SK  12  aus 
böhmischen  Materialien  müßte  ein  Keramiker  eigentlich  ohne  weiteres 
zusammenstellen  können.  Lesen  Sie  denn  nicht  den  Fragekasten  und  die 
einschlägigen  Lehrbücher?    Versuchen  Sie  einmal  folgenden  Versatz 

Masse: 

•  Zettlitzer  Kaolin    .       .  "  350  Gew.-T. 

Wildsteiner  Ton     ........  50 

'i  ©ölmischer  Feldspat  (Bohemia)   ...   280  "„ 
<?uarzaand     .   .   .   .   ...   .   .   .  3go 

Glasur: 

Scherben  (aus  obigem  Versatz)    ...     61  Gew.-T, 
Böhmischer  Feldspat  .......  220 

Dolomit    ...........     19  " 

Kalkspat   .......  50 

Kaolin  11  " 

Quarzsand  100  " 

Dritte  Antwort:   Die  Masse : 

p!l7  CaQ,  MgO,  FeO  7  3'7  A,2°3  18  5  Si°2 
Sa.  1,00 

brennt  bei  SK  11—12  tadellos  transparent  aus  und  läßt  sieh  gießen  und 
drehen.   Sie  besteht  aus : 

Zebisch-Kaolin  .   .   ;   .   .   .   ,   .   .   14,5  Gew.-T.  ' 

Gottl.  Kaolin    .........  145 

Wildsteiner  Ton  B,  Kredorfer  Tonwerke, 
Bger  11,0  „ 

Quarz,  Gebr.  Drechsler,  Pilsen   .   .   .  16,0 

Rab-Spat,  Richter,  Eisenach   ....  44,0 

w  ,a  «     ,  Sa.  100,0  Gew..T. 

Mahlung  18  Stunden.  Sodaznsatz  für  Gießmasse  0,2%.  Die  Glasur  ent- 
spricht  der  Formel : 


0 189  K,0 
0,092  ZnO 
0,330  MßO 
0,389  CaOf 


0,422  Al»03  8,822  8i08 


Sa.  1,000 
und  der  Versatz  lautet: 

Rab-Feldspat   37  @ew  ,<f 

Qaarz     ..........   \   \  24 

Porzellanscherben    jo  " 

Zinkoxyd   2  " 

Dolomit  .   .   .   ...    ""'  .   .       \   \  iß 

Zebisch-Kaolinj  glatt  gebrannt  .   7  .   .     9  "n 

f,A  l°°/e  ®laBur„10  «  Kobaltnitrat  und  26**  g1  Pottasche.'  Mahlung 
140  Stunden  mit  großen,  60  Stunden  mit  kleinen  Steinen. 

Glas. 

...  $8?j£]%F  J}*Mchtigen,  eine  iopasgelbe  Farbe  aus  einem  Mafen  für 
dünnwandige  Gläser  abzuschmelzen.  Mit  Ueberfangzapfen  hergestellte 
Glastr  smd  zu  hell  und  zu  teuer.  Die  Farbe  soll  dämm  genügend dunkel 
und  der  Bernsteinfarbe  ähnlich  sein. 


Wir  bitten  um  einen  geeigneten 
Satz  et)  mit  evrier  kurzen  Erläuterung  der  ScKjnelze. 
Erste  Antwort:   Satz  für  Bernsteingelb- 

fand    100  kg 

Soda   30  8 

Pottasche   in 

Kaik  .  ::::::  IS : 


Salpeter   .   .  . 
UraWxydnatron 
Antimon 


^Bernsteingelb  benötigt  beim  Einschmelzen  gegenüber  der  gewöhnlichen 
Gelbglasschmelze  keine  besondere  Behandlung.  Dem  echten  Bernstein 
täuschend  ähnlich  wird  das  Glas,  wenn  es  am  Ofen,  an  der  Trommel  oder 
an  der  Muffel  nochmals  kurz  überwärmt  wird- 

♦  a  *  Zwdeite^n^wor^ :  Da8  *elbe  Glas  i8t  Benr  empfindlich  und  ver 
trägt,  wefln  es» blank  geschmolzen  ist,  keinen  schroffen  Temperaturwechsel 
Bei  steigender  und  sinkender  Ofenbitze  wird  es  in  der  Regel  gispig,  und 
es  so  1  auch  nie  in  direkte  Berührung  mit  der  Luft  kommen.  Ein  weiterer 
Uebelstand  besteht  darin,  daß  dieses  Glas  während  der  Schmelze  sehr 
stark  schäumt,  wehalb  man  die  Häfen  nicht  ganz  voll  legen  darf.  Beim 
^gehenlassen  werden  nicht  die  Arbeitslöcher  geöffnet,  sondern  nur  die 
Verscblußsteine  der  Aufbrechlöcher  gelockert.  Da  dieses  gelbe  Glas  einen 
ziem  ich  hohen  Gehalt  an  Flußmitteln  aufweist,  so  braucht  es  nur  eine 
ziemlich  niedere  Ofentemperatur,  und  man  verwendet  deshalb  einen  Eok- 
oder  Seitenhafen.  Der  Schmelzer  muß  große  Erfahrungen  haben.  Nach- 
stehender Satz  gibt  das  gewünschte  Glas: 

Sand  

Pottasche  ...... 

Soda   ' 

Kalk   .  ." 

Arsenik  ........... 

Salpeter  ...   .   .    .  , 

Schwefelblüte  .   .    .   .    .   „  .  " 

Birkenkohle  .......... 

Braunstein  ........'*  ; 

Seherben  

J*    dritte  Antwort:  Nachstehend  bewährte  Glassatze  fttr 
Glas,  Topasgelb  für  Weinkelche,  Römer  usw.: 


100 

kg 

20  , 

B 

20 

n 

20 

n 

2 

n 

n 

1 

n 

2,2 

5  n 

1 

n 

Pi  ■ 


168"—  Nr.  14 


SPRECHSAAL -COBURÖ. 


1022.  (56.  Jahrgang.) 


I. 

II. 

III. 

120 

120 

120  kg 

18 

18 

18  „ 

18 

18 

18  „ 

18 

18 

18  „ 

5 

7 

•6  » 

7 

7 

■  > — .  «ü 

■  » 

1,6 

n 

1,2* 

0,5 

» 

25„ 

Sand  ........ 

Soda  

MelaBsepottasche  .... 

Kalk  .    .  ,  

Natronsalpeter  .... 

Braunstein  ...... 

Eisenvitriol     .    .    .  . 

Uranoxyd  ...... 

Arsenik  

Knpferoxyd  

Birkenrinde  

Die  Gemenge  werden  gut  gemischt  und  in  den  leeren,  aber  zuvor  gut 
geheizten  Hafen  eingetragen  uDd  langsam  abgeschmolzen;  man  feuert 
eine  Stunde  rein,  aber  nicht  zu  scharf,  und  arbeitet  bei  ziemlich  warmen 
Ofen  aus. 

39  Wer  liefert  einen  Apparat  zur  Prüfung  von  Parfümflakons  und 
anderen  Stöpselgläsern  auf  Luftdichtigkeit? 

Erste  Antwort:  Wenn  die  Stöpsel  in  die  Parfttmflakons  und 
andere  StöpseJgläser  richtig  eingebohrt  und  eingeschliffen  werden,  so  muß 
der  Verschluß  luftdicht  sein.  Der  Vorgang  ist  doch  kurz  folgender:  Zu- 
nächst wird  der  Hals  des  Flakons  mit  Sand  aufgerieben  und  der  Glas- 
stöpsel gleichfalls  aufgerauht  und  vorgeschliffen,  worauf  man  ihn  in  den 
Flakonhals  einschleift.  Vielleicht  liefern  die  Spezialfabriken  für  Schleiferei- 
einrichtungen den  gewünschten  Apparat. 

Verschiedenes. 

2  Ms.  sollen  farblose  und  gefärbte,  transparente  und  opake  Kmst- 
emaillen  zum  Verzieren  von  Met allgegen ständen  in  hessischen  Tiegeln 
von  4 — 6  kg  Inhalt  geschmolzen  und  nach  der  Schmelze  in  Form  von 
Platten  gegossen  werden.  (Diese  Platten  werden  später  von  Emailleur  zer- 
stoßen und  auf  die  gewünschte  Korngröße  gebracht )  Wie  hat  dieser  Guß 
zu  geschehen,  bezw.  in  welches  Material  muß  die  dünnflüssige  EmaiLichmelze 
ausgegossen- werden;  ohne  daß  zu  befürchten  ist,  daß  die  Farblosigkeit  bezw. 
bestimmte  Farbtönung  der  Emaille  durch  die  Gußform  (Eisen?)  infolge 
Aufnahme  von  Metalloxyd  verändert  wird?  Ein  Eintr.opfenlassen  in 
Wasser  kommt  nicht  in  Frage. 

Erste  Antwort:  Wenn  Sie  ein  Eintropfenlassen  in  Waaser 
nicht  wünschen,  so  müssen  Sie  die  flössige  Emaille  auf  feste  Unterlagen 
ausgießen.  Am  besten  eignen  sich  hierzu  Platten  aus  starkem  Hart-  oder 
Drahtglas,  die  mit  einem  leichten  Fetthaucb.  überzogen  werden,  um  ein 
Anhaften  der  Schmelze  zu  verhindern.  Ia  vielen  Fällen  benutzt  man  an 
Stelle  der  Glasplatten  polierte  Stahlplatten,  die  oft  noch  gekühlt  werden. 
Um  zu  verhüten,  daß  eine  Farbtönung  der  Emaille  durch  die  Gußform 
eintreten  kann,  schöpft  man  den  Tiegelinhalt  aus.  Hierbei  läßt  man  dia 
Emaille  in  der  Kelle  schon  so  weit  erstarren,  daß  der  Abkühlungsprozeß 


in  der  Form  nur  kurz  ist,  so  daß  eine  Beeinflussung  der  Emaille  nicht 
eintreten  kann. 

Zweite  Antwort:  Am  besten  sind  polierte  Eisenformen,  die 
natürlich  stets  ganz  rein  und  blank  sein  müssen.  Vielleicht  lassen  sich 
auch  Schämotteformen  verwenden  aus  einer  gegen  schroffen  Temperatur- 
wechsel unempfindlichen  Masse,  bei  denen  die  mit 'der  Schmelze  in  Be- 
rührung kommende  Fläche  ganz  glatt  ist  wie  bei  den  Strecksteinen  für 

Tafelglas.   - — 

Keae  Fragen. 
Keramik. 

60  Wir  haben  bisher  unsere  Stanzmasse  für  elektrotechnische  Artikel 
mit  Oel  und  Wasser  von  Hand  gemischt  und  wollen  dazu  übergehen,  sie 
mit  Hilfe  einer  Misch-  und  Knetmasckine  und  einer  Schleudermühle,  wie 
sie  von  Dorst,  Oberlind,  gebaut  werden,  maschinell  zu  mischen.  Die  Stanz- 
masse benötigt  nun  einen  Feuchtigkeitsgehalt  von  etwa  18 — 20%. 
Das  Material  für  die  Schleudermühle  darf  aber  laut  Vorschrift  der 
Maschinenfabrik  nicht  mehr  als  12°/o  Feuchtigkeit  enthalten  und  durch 
ein  nochmaliges  Auf  mischen  und  Sieben  würde  die  Schleudermühle  illusorisch. 
Wie  und  mit  welcher  Maschiw  ist  das  Mischen  der  Stanzmasse  mit  Od 
und  Wasser  am  praktischsten  und  billigsten  zu  gestalten?  Wie  gestaltet 
man  überhaupt  die  Behandlung  und  Ausgabe  der  Stanzmasse  an  die  einzelnen 
Stanzen  am  rationellsten? 

61.  Beim  Gießen  größerer  Schwefelformen  zeigt  sich  der  Uebelstand, 
daß  die  Formen  nach  dem  Erkalten  mehr  oder  weniger  springen.:  Durch 
welche  Maßnahmen  kann  dem  abgeholfen,  werden?  , 

62.  Wegen  Platzmangels  muß  ich  einen  Viereckofen  bauen  und 
möchte  wissen,  wie  sich  diese  Oefen  praktisch  bewährt  haben.  Er  soll  mit 
überschlagender  Flamme  gebaut  werden,  und  ich  will  darin  Luxusvasen 
mit  Kunstglasuren  brennen.  Größe:  etwa  20—30  cbm  Einsatzraum; 
Brenntemperatur  SK  8.    Beines  Feuer  ist  Bedingung. 

63.  Wer  liefert  sogen.  Hartquarzit  für  Trommelfutter? 

64.  Wer  liefert  Kontur enstempel  für  Heiligenbilder,  Madonnen  usw.  ? 
1     85.    Welchen  Einfluß  hat  die  Soda  auf  die  Porzellanmasse  beim 

Garbrand?   Es  kommt  nur  Gießgeschirr  in  Frage. 


Glas. 

42.  Wie  muß  Bleiglas  zusammengesetzt  bezw.  verschmolzen  werden, 
damit  es  sich  beim  Schleifen  weich  arbeiten  läßt? 

43  Wie  kittet  man  Metallschraubringe  auf  die  angerauhten  Hälse 
kleiner  Parfümfiäschchen  ?  Diese  sind  mit  eingeschliffenem  Stopfen  vergehen, 
über  welchen  noch  eine  Metallkapsel  geschraubt  wird.  , 


Briefkasten  der  Redaktion. 

S.  P.  I.  P..F.  Im  Sprechsaal-Kalender  1922  finden  Sie  S.  188  ff. 
Analysen  und  Bezugsquellen  für  alle  möglichen  Tone  nnd  Kaoline,  darunter 
auch  für  schlesisohe  Kapseltone. 


Veröffentlichungen  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik. 


Preisblatt  für  Flaschen -Verschlüsse. 

(Gültig  ab  24.  2.  22.) 

1.  Die  nachstehenden  Preise  verstehen  sich  frei  deutscher 
Grenze  bezw.  fob.  deutschem  Ausfuhrhafen  ausschließlich 
Verpackung 

2.  Verpackung  für  leere  und  fertige  Verschlüsse  einschließlich 
Verpackungsmaterial  3°/0. 

q  3,  Preise. 


Länder 

Modell  2 
leer 

(Bügel  verschloß) 
fertig 

Modell  11 
leer 

(Hebelverschluß) 
fertig 

Holland  .  .  . 
Schweiz  .  .  . 
Vertia.  Staaten 

.  9  —  tfl 
16  —  frs. 
3  50  % 
Mod 

18—  hfl 
32.—  fre 
7.—  $ 
eil  3  siehe 

22  5)* 
Faßnol 

18  —  bfl 
28.—  frs. 
7.-$ 

.6  **) 

36.—  hfl. 
55  —  lr« 
14.- | 

(45.-) 

England  .  .  . 
Spanien  .  .  . 
Portogal  .  .  . 
Norwegen  .  . 
Dänemark  .  . 
Schweden  .  . 
Belgien,  Frankr. 

u.  Lnxemburg 
Italien  .  .  . 
Tschechoslowak. 

Türkei,  Rumän  , 
Griechenland 

Südamerika  .  . 

Gebiet  d.  ehem. 
Oester  Ungar. 
Monarchie, 
ausschließlich 
Tschechoslowak. 

Altes  Serbien 
und  Balgarien 


15—  sh. 
25  — pes 

15  —  sh 
19  —  Kr. 
17.5  Kr. 

16  —  Kr. 

35  —  frs. 


58- 
200.- 


lire 
Kr 


60.—  frs. 
9.—  bfl 

600.—  M 
200—  Kr, 


30.— 

sb. 

(35-) 

21.— 

sh. 

42  —  sh. 

(48  _) 

50.— 

pes. 

45.— 

pes. 

90.— pes 

30  — 

sh. 

21  — 

8b. 

42  —  sh 

30  — 

Kr. 

33  — 

Kr. 

55  —  K 

28  — 

Kr. 

31  — 

Kr. 

42.  Kr 

26  — 

Kr 

28.— 

Kr. 

36  —  Kr. 

65  — 

frs. 

50  — 

frs 

90.—  frs. 

HO  — 

lire 

87  — 

lire 

165  —  lire 

350  — 

Kr. 

300  — 

Kr 

525.—  Kr. 

(tschechos 

lowak.) 

100  — 

frs. 

90.— 

frs. 

150.—  fre. 

(franz.) 

18  — 

bfl 

18  — 

hfl 

36  —  hfl 

1200- 

-M 

900.— 

%M 

1 800  —  M 

400  — 

Kr. 

300.— 

Kr 

600  —  Kr. 

(tschechoslowak  ) 

1200.- 

M 

«00.— 

1800.—  Jt 

1 

*;  Bei  Angabe  von  gleichzeitig  zwei  Preisen  versteht  sich  der  in 
Klenmwn  befindliche  für  Verbraucher,  während  der  andere  für  Wieder- 
veikä»fer  (Klesi  1  enversrhloß- Fabriken  und  Händler)  in  Frage  kommt. 

**)  Vtr.  Staaten  Modell  3  leer  3.80$,  auch  nach  Südamerika,  fertig  6.30  | 


Zu  den  vorstehenden  Preisen  treten  folgende  Aufschläge : 

1.  Montage  Messing  vernickelt  100  °/0. 

2.  Druckaufschläge 

a)  für  leeres  Porzellan  einfarbig  10°/0,  zweifarbig  20°/0. 

b)  für  fertige  Verschlüsse  einfarbig  5  °/0,  zweifarbig  1  lli°Ut 
Unterdruck  oder  Seitendruck  5%. 

c)  Relief schrift  wird  einfarbigem  Druck  gleichgestellt. 

Für  Gummiringe  werden  vorläufig  folgende  Mindest-Auf- 
schläge  festgesetzt: 

bei  Bügelverschlüssen  12°/0 
bei  Hebelverschlüssen  8°/n. 


Für  die  Ausfuhr  von  Luxusporzellan  nach 

untervalutarischen  Ländern  sind  die  Preise  um  50°/0  über  den 
bisherigen  Stand  erhöht  worden.  Sie  betragen  also  den 
doppelten  Inlandsgrundpreis  +  50+50  +  25  °/0  Aufschlag  in  Mark. 


Sprechsaal  -  Kalender 
1922 

Preis:  Gebunden  bei  freier  Zu- 

 1  Sendung  für  Deutschland, 

Deutsch  -  Oesterreich  M  20. — , 
Ungarn  M  23.—,  Tschechoslowa- 
kien  M36.—,  für  das  Ausland  mit 
hochstehender  Währung:  Frs  5.—, 
Lire  6.—,  Sh  4.—,  Dollar  1.—, 
Kroner  3.60,  Flh  2,50. 

Geschäftsstelle  des  Sprechsaal 
Coburg. 


Coburg,  den  13.  April  1922. 


Nummer  15 


Zeitschrift  für  die  Keramischen,  Glas-  und  verwandten  Industrien. 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bugra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


FernsprechanschluBNr.  59./Telegr.-Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto:  Cobarg-Gothaische, Bank  A.-Q.,  Cobnrg 


Bezugspreis:  Für  Dentschland  and  Dentsch-Oesterreich  durch  die  Post  vierteljährlich  Jt  17.-  anter  Streifband  «4!  43.  . 
Ansteigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  and  40  mm  Breite  für  das  Inland  Jt  2.-  (Stellengesuche  Jt  1.— ). 

Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  nnd  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt.  


Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  B.  V.  -  Deutscher  Schutzverband  for  gelsttges  Eigentum. 
.  Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Bote  Chrom-Zinn-Glasuren  für  Temperaturen 
zwischen  SK  2  und  8. 

(Nachdruck  verboten.) 

Schon  wiederholt  ist  in  dieser  Zeitschrift  über  pinkrote 
Glasuren  berichtet  worden,  wobei  die  betreffenden  Unter- 
suchungen teils  von  deutschen,  teils  von  ausländischen  Keramikern 
stammten.  Um  unsere  Leser  über  diese  Frage  auf  dem  laufen- 
den zu  erhalten,  seien  in  folgendem  die  hauptsächlichsten  Er- 
'  gebnisse  einer  neueren  Arbeit  von  B.  S.  Badcliffe  und  C.  L. 
Walduck  mitgeteilt,  die  in  den  Transactions  of  the  Amer. 
Ceram  Society,  Band  XVII,  S.  278  ff,  veröffentlicht  ist. 

Die  Erzeugung  solcher  Chrom-Zinn-Pinkrote  ist  in  den 
meisten  Fällen  auf  Temperaturen  zwischen  SK  04  und  2  be- 
schränkt worden,  dagegen  gelang  es  den  Steinzeugfabrikanten  in 
den  meisten  praktischen  Fällen  nicht,  ein  tiefes,  gleichmäßiges 
Bot  zu  erzielen.  Die  Verfasser  richteten  ihr  Augenmerk  daher 
vor  allem  auf  solche  Glasuren,  die  für  die  Garbrandtemperaturen 
von  Steinzeug,  SK  6  bis  8,  in  Frage  kommen,  dehnten  ihre 
Untersuchung  dann  aber  auch  auf  einige  interessante  Glasuren 
mit  niedrigerer  Schmelztemperatur  aus. 

Als  Farbkörper  diente  bei  allen  Glasuren  ein  solcher,  den 
schon  Purdy  bei  seinen  Untersuchungen  über  Pinkrot1)  be- 
nutzt hat.  Er  besaß  die  Zusammensetzung  1  Sn02,  1  SiO„ 
0  076  PbCr04,  2,25  CaO.  Von  diesem  Botkörper  wurde  jeder 
Glasur  soviel  zugefügt,  daß  mit  ihm  0,18  Aeq.  Sn02  in  die- 
selbe eingeführt  wurde,  was  der  Formel 

0,2660  CaO\  onnft8  rp  0  /  0,118  Si02 
0^088  PbO/  °'0088  Cr2°3  \  0,118  Sn02 

bezogen  auf  die  molekulare  Menge  des  eingeführten  Farb- 
körpers, entspricht.  Der  Chromgehalt  wurde  etwas  höher  ge- 
wählt als  Purdy  vorschreibt,  da  bei  den  gewählten  höheren 
Versuchstemperaturen  mit  einer  stärkeren  Verflüchtigung  des 
Chromoxyds  zu  rechnen  war.  Durch  die  Versuche  sollte 
ermittelt  werden: 

1.  das  für  SK  6— 8-Glasuren  geeignetste  A1208  -  SiO^Ver- 
-  hältnis, 

2.  der  Einfluß  verschieden  zusammengesetzter  Glasuren 
auf  den  Pinkkörper  bei  SK  2,  4  und  8,  wobei  A1208  und 
Si02  konstant  blieb  und  der  Ba03-Gehalt  wechselte, 
ebenso  der  an  PbO,  CaC03  und  BaC03  im  BO. 


Der  Farbkörper  hatte  folgende  empirische  Zusammensetzung : 

Zinnoxyd   311,2  g 

Flint  •    •    123,8  „ 

Kreide  ...    *   465,0  v 

Bleichromat   ■   .    100  0  w 

1000,0  g 

Zur  gleichförmigen  Mischung  wurden  diese  vier  Bohstoffe 
mehrmals  trocken  durchgesiebt,  die  Mischung  in  eine  Schamotte- 
kapsel gekracht  und  in  20  Stunden  bis  zu  SK  8  erhitzt,  dann 
mit  Wasser  behandelt,  zweimal  ausgewaschen  und  getrocknet 
Die  angewandten  Glasuren  zerfielen  in  mehrere  Gruppen 
Gruppe  A.  Ermittelung  des  günstigsten  Verhältnisses 
Al203:SiOj  für  SK  6—8.  Die  BO-Bestandteile  und  der  Farb- 
körper blieben  konstant,  während  A1203  und  Si02  variierten  (vgl. 
Fig.  1).  Die  Zusammensetzung  der  vier  Eckglasuren  war  folgende : 
0,095  KaO  ) 

0,4700  Al2Os 
0,00b8  Cr203 


/  1,440  SiOa 
\  0,118  Sn02 


0,620  CaO 
0,188  BaO 
0,097  PbO 

.   Afl    0,095  KaO 

0,620  CaO  I  0,4700  Al2Os  /  3,680  Si02 

0,188  BaO  I  0.0088  Cr„0,  \  0,118  SnOa 

0,097  PbO 
Jj    0,096  K20 

0,620  CaO 

0,1 88  BaO 

0,097  PbO 
J9    0,095  K20 

0,620  CaO 

0,188  BaO 

0,097  PbO 

Aus  diesen  Segerformeln  berechnen  sich  folgende  Versätze: 


0,0950  A\20, 
0,0088  Cr2Oj 


0,0950  A1203 
0,0088  Cr203 


(3, 
\0, 

\0, 

/3, 
\0, 


440  Si02 
118  SnO, 


680  Si02 
118  SnO, 


>)  Transaktion  Amer.  Oer.  Soc.  XI,  S.  231  fi. 


Ai 

A9 

Ji 

J9 

63 

63 

53 

53 

62 

62 

62 

62 

Bariumkarbonat  .... 

37 

37 

37 

37 

25 

£5 

25 

25 

97 

97 

7,2 

142 

52 

187 

17,8 

17,8 

17,8 

17,8 

5,7 

5,7 

6,7 

5,7 

|  304,7 

439,5 

252,5 

387,5 

1F0  —  Nr.  1& 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


Die  Tier  Eckglasuren  wurden  nach  zweistündigem  Fein- 
mahlen in  Trommelmühlen  zur  Herstellung  der  übrigen  Glasuren 

verwendet  and  die  Misch- 

W  'l  9oÄ>sn  L.^  t  + — F=4 :  ungen  auf  U  S.  Encaustic 

iile2)  aufgetragen  nnd  bei 
einer  12-wtündigen  Brenn- 
dauer völlig  oxydierend 
bei  SK  7  in  einem  kleinen 
Oelf  enerungsof  en  mit  nie- 
derschlagender Flamme 
gebrannt.  Die  Beschaffen- 
heit der  einzelnen  Gla- 
suren nach  dem  Ein- 
brennen ist  aus  Figur  1 
ersichtlich. 

Die  u  beste  £  Glasur 
ist  E8. 

In  den  roten  Chrom- 
Zinnglasuren  hat  das 
AI2CySi02- Verhältnis  also  auf  die  Farbe  einen  aufgesprochenen 
Einfluß.  Das  beste  Rot  erhielt  man  bei  einem  Al3CySiÖ2- 
Verhältnis  gleich  1 : 7. 

Das  AloCySiCvVerhältnis  von  Ea  wurde  15 


oogs 


■ff,  ffZ  2.60  2,2t  2s6  21+  4"  J.ve  J<3 


Kg.  1. 


Grnppe  B. 

neuen  Glasuren  zu  Grande  gelegt,  bei  denen  die  Zusammen- 
setzung des  RO  sowie  auch  der  Borsäuregehalt  wechselten. 
Gruppe  B  stellt  somit  ein  dreiachsiges  System  mit  folgenden 
drei  Eckgliedern  dar: 

0,2840  A1208 
0  4730  B208 
0,0088  Cr203 


A  0,189  KjO 
0,716  CaO 
0,095  BaO 

Ei  0,189  KaO 
0,473  PbO 
0,8ö8  CaO 


2,000  Si02 
0,118  Sn02 


0,2840  A1208 
0,0088  Cr203 


2,000  Si02 
0,118  Sn09 


0,2840  AIa03 
0,0088  Cr203 


2,000  Si02 
0,118  Sn02 


Eg  0,189 
0,716 
0,095 

der  Glasur  A,  sämtliche  Borsäure  enthaltend, 
Die  Formel  der  Fritte  war  folgende: 


Die  eine  Hälfte 
wurde  gefrittet. 

0  2  BaO  1  °'80  A,«°8  /  5 
0,5  CaO  I  W  B'°«  {    '  * 
entsprechend  der  Zusammensetzung: 

Kalifeldspat    .........  .157,5 

Bariumkarbonat   39,4 

Calcinmkarbonat    50,0 

.   FJint   18,0 

Borsäure                                          .  124,0 

388  9 

Die  Fritte  wurde  durch  mehrmaliges  Sieben  trocken  ge- 
mischt, geschmolzen  und  in  kaltem  Wasser  abgelöscht,  dann 
feingemahlen. 

Die  Behandlang  der  Glasaren  war  die  gleiche  wie  unter 
A  geschildert.  Das  Brennen  erfolgte  in  3  Abteilungen  bei 
SK  8,  4  und  2. 

Aus  den  oben  angegebenen  Glasurformeln  berechnen  sich 
folgende  Versätze: 


1  A 

B5 

128,8 

25,8 

157,05 

29,9 

111,6 

,  111,6 

25,8 

25,8 

25,8 

Flint  

27,0 

36,0 

36,0 

22,5 

7,5 

47,5 

48,4 

48.4 

48,4 

308,69 

358,14 

295,14 

Brand  bei  SK  8:  Mit  zunehmendem  Gehalt  an  Borsäure 
und  Bleioxyd  geht  die  rote  Farbe  in  ein  grünliches  Braun  über. 
Diese  verfärbten  Glaxuren  zeigten  infolge  Bildung  von  Gasen 
kleine  Löcher  und  Spuren  eines  zweiten  Aufkochens  infolge  zu 
hohen  Brennens.  Die  beste  Glasur  war  I)4;  sie  besaß  den 
stärksten  Glanz,  himbeerrote  Farbe,  war  undurchsichtig  und 
wurde  weder  haarrissig  noch  rollte  sie  sich  zusammen. 

Brand  bei  SK  4:  Hier  hatte  die  weniger  hohe  Brenn- 
ten peratur  die  Entstehung  einer  größeren  Zahl  roter  Glasuren 
ermöglicht. 

2)  Man  verateht  hierunter  Platten,  die  der  Lange  nach  geteilt  aind 
and  an  der  Stelle  verwendet  werden,  wo  daa  Dach  gegen  eine  senkrechte 
Fische  atOBt.  Sie  zeigen  «ine  mehrfarbige,  ans  einzelnen  Zellen  bestehende 
Obei fliehe;  bei  der  Füllung  der  einzelnen  Zellen  mit  den  verschiedenen 
Farben  werden  toviel  besonders  eingerichtete  Siebe  benatzt,  als  Farben 
im  Fragt  kommen. 


Immerhin  trat  auch  hier  in  verschiedeneu  Fällen  Grün- 
färbung auf. 

Brand  bei  SK  2:  Sämtliche  Glasuren  waren  frei  von  Grün. 
Die  borsäure-  und  bleireichen  Glasuren  sind  etwas  überbrannt 
und  etwas  fleckig,  mit  Ausnahme  der  E-glieder,  jedenfalls 
infolge  teilweisen  Aufkochens.  Ihre  Garbrenntemperatur  liegt 
wahrscheinlich  bei  SK  01 — 1.  Cs  i»t  die  beste  Glasur,  undurch- 
sichtig und  völlig  fehlerfrei. 

Glasur  E-  wurde  auf  ein  Stück  Steinzeug  aufgetragen  und 
bei  SK  8  gebrannt.  Sie  zeigte  guten  Glanz,  ebensolche  rote 
Farbe  und  haftete  gut  am  Scherben. 

Die  besten  Glasuren  der  Gruppe  B  sind  also: 


o:i?83B!b033{^OOSi°2 

0,0088  Cra03  ' 


,118  SnO„ 


bei  SK  4:1), 


bei  SK  2  :  C,  = 


0,2840  A1203  /  n 
0,1183  B208  {  i> 
0,0088  Cr20«  ' 


2,000  Si02 
118  Sn02 


0,2840  Al803 
0,2366  B208 
0,0088  Cr2Og 


l  2,000  Si02 
X  0,1.18  Sn02 


bei  SK  8:D4  =  0,1890  KaO 
0  7160  CaO 
0,0713  PbO 
0,0238  BaO , 
0,1890  K20  : 
0,62 1 5  CaO 
0,1656  PbO 
0,0238  BaO 
),1890  KaO  : 
0,6215  CaO 
0,1419  PbO 
0,0476  BaO 

Es  lassen  sich  also  in  Gruppe  B  zwischen  SK  2  und  H 
sehr  wohl  mit  einem  Chrom-Zinn-Farbkörper  rote  Glasuren  her- 
stellen, vorausgesetzt,  daß  man  für  jede  Temperatur  die  richtige 
Glasur  auswählt.  Bei  gleichbleibendem  Gehalt  an  Al203  und 
SiOe  nnd  bei  Zunahme  des  B2Og  geht  die  Farbe  von  Him- 
beer-  in  Kirschrot  über.  Bei  den  überbrannten  Glasuren,  die 
Borsäure  enthalten,  tritt  ein  zweites  Aufkochen  oder  eine  Gas- 
entwicklung ein,  wobei  der  Chrom-Zinn-Farbkörper  zerfällt,  so 
daß  eine  hellgrüne  oder  eine  grüne  und  rot  gefleckte  Färbung 
entsteht,  je  nach  dem  Grade  des  Ueberhitzens  und  der  dabei 
eintretenden  Zersetzung.  Bei  Glasaren,  in  denen  das  Calcium 
durch  Blei  ersetzt  ist,  geht  die  Farbe  von  Himbeerrot  in  Lila 
über,  wenn  sie  bei  der  richtigen  Temperatur  gebrannt  sind. 
Wurden  sie  überhitzt,  so  entstehen  grüne  oder  grün  and  rot 
gefleckte  Glasaren. 

Gruppe  C.  Za  ihr  gehörten  fünf  Glasuren,  in  denen  das 
CaO  der  Glasur 

0,189  K20 
0,716  CaO 
0,071  PbO 
0,024  BaO 

der  Reihe  nach  durch  0,2  CaF2,  0,2  MgO,  0,2  BaO  und  0,2  Bi203 
ersetzt  worden  war. 

Die  Einführung  des  CaF2  hatte  keine  sichtbare  Wirkung, 
doch  entstand  eine  etwas  weniger  glänzende  und  anscheinend 
schwerer  schmelzbare  Glasur.  Die  MgO-haltige  Glasur  war 
weiß  und  rot  gefleckt.  Der  Zusatz  des  BaO  bewirkte  einen 
Uebergang  der  Farbe  von  Tiefkirschrot  in  Braunrot.  Bi2Oa 
machte  die  Glasur  etwas  leichter  schmelzbar  und  grün-  und  rot- 
fleckig. Hieraus  folgt,  daß  die  Zusammensetzung  des  RO  einer 
Glasur  einen  sehr  wesentlichen  Einfluß  auf  die  Farbe  von 
Chrom-Zinn-Glasuren  besitzt. 

Gruppe  D.  Eine  weitere 
Versuchsreihe  von  25  Farb- 
körpern hatte  die  Zusammen- 
setzung : 

2,25  CaO,  0.2—1,0  Cr203, 
1,0  Si02,  0,2—1,0  Sn02. 
Sie  wurden  der  Glasur  D4, 
Gruppe  B,  zugesetzt,  wobei 
die  Glasur  in  jedem  Fall 
0.118  Aeq  So02  enthielt.  Das 
Brennen  erfolgte  auf  biskuit- 
gebrannten  Wandplatten  bei 
SK  8.  Farbkörper  Mr.  13 
ergab  eine  gute  durchsichtige 
tiefrote  Farbe.  Mit  keiner  der 


0,2840  Ala03 
0,1180  B2~ 
0,0088  Cr2 


3  I  0 

*os  l U' 


000  SiOa 
118  SnO, 


SSW 


j. 

4» 

7 

9 

ff 

*f  i 

c 

20 

T 

ZZ 
■6* 

Zf 

2S 

Fig.  2. 


anderen  Proben  ließen  sich  abter  so  gute  Ergebnisse  erzielen 
wie  bei  den  weiter  oben  beschriebenen  Versuchen.    (S.  Fig.  2.) 


Der  Reichskohlenrat 
zur  Frage  der  industriellen  Wärme  wir  tschaft. 

Dem  Reichskohlenrat  ist  durch  das  Kohlenwirtschaftsgesetz 
vom  23.  März  1919  u  a.  die  Aufgabe  zugewiesen  worden,  einen 
Technisch-  Wirtschaf  tlichen  Sachverständigenaussohuß  für  Brenn- 
stoff Verwendung  zu  bilden  und  durch  diesen  dafür  Sorge  zu 
tragen,  daß  die  bestmöglichen  Wege  zur  Ausnutzung  der  Kohle 
in  den  Kreisen  der  Kohlenwirtschaft  allgemein  bekannt  und 
beschritten  würden,  j 


1922^  (65.  Jahrgang.) 


S  P_  REG  HSAÄL  —  COBUR  Q. 


Nr.  15 


171 


Dieser  Sachverständigenausschuß  hat  seit  seiner  Bildung 
zu  Anfang  des  Jahres  1920  eine  rege  Tätigkeit  entfaltet.  In 
den  Ausführungsbestimmungen  zum  §  113  des  Kohlenwirtschafts- 
gesetzes (bezirkliche  bezw.  länderweise  Zusammenfassung  der 
Brennstoffverbraucher-Interessen)  hatte  der  Reichswirtschafts- 
minister :  durch  i Verfügung  vom  31.  August  1919  ausdrücklich 
die  Notwendigkeit  lebendigen  Zusammenwirkens  der  auf  dem 
Gebiete  der  Brennstoff  Verwendung  arbeitenden  Selbstverwaltungs- 
körper und  Organisationen  mit  dem  Sachverständigenausschuß 
für  Brennstoff  Verwendung  beim  Reichskohlenrate  hervorgehoben. 
Ohne  im  einzelnen  in  die  Erfüllung  ihrer  Aufgaben  einzugreifen, 
ist  der  Ausschuß  bemüht  gewesen,  neben  seinen  sonstigen  Ob- 
liegenheiten einen  richtunggebenden  Einfluß  auf  die  Entwicklung 
der  wärmewirtschaftlichen  Gemeinschaftsarbeit  auszuüben,  die 
Aufbringung  der  dafür  nötigen  Geldmittel  in  die  Wege  zu  leiten, 
auf  eine  zweckmäßige  Arbeitsteilung  hinzuwirken  und  die  An- 
regung zu  wärmewirtschaftlicher  Betätigung  in  immer  weitere 

"Kreise  zu  tragen. 

Gegenüber  extremen  Schlagwortforderungen  wie  „gesetz- 
liche Zwangsüberwachung  für  die  Kohlenvergeuder"  oder 
„rückhaltlos  freie  Wirtschaft  im  Brennstoffverbrauch"  ist  der 
Sachverständigenausschuß  stets  bestrebt  gewesen,  den  prak- 
tischen Verhältnissen  und  Bedürfnissen  in  zweckentsprechender 
Weise  Rechnung  zu  tragen.  Als  im  Herbste  1920  unter  dem 
Einflüsse  des  Spaa-Diktates  eine  behördliche  Ueberwachung 
des  Brennstoffverbrauchs  zum  Zwecke  der  Ersparnis  von  der 
über  die  Verhältnisse  wenig  unterrichteten  öffentlichen  Meinung 
gefordert  und  von  der  Regierung  ernstlich  erwogen  wurde,  hat 
der  Sachverständigenausschuß  des  Reichskohlenrats  durch  Ver- 
breitung eines  Berichtes  seiner  Geschäftsführung  über  den 
„Stand  der  Arbeiten  auf  dem  Gebiete  der  Brennstoffersparnis" 
die  maßgebenden  Kreise  und  auch  das  Ausland  darüber  unter- 
richtet, wieviel  auf  diesem  Gebiete  bereits  in  Deutschland  ge- 
arbeitet wird,  und  hat  dadurch  die  obwaltende  Nervosität 
beseitigt.  Der  Bericht  sprach  klar  aus,  daß  eine  ersprießliche 
Amtstätigkeit  einer  Ueberwachungsbehörde  für  den  Brennstoff- 
verbrauch an  der  bestehenden  Knappheit  an  geeigneten  Wärme- 
ingenieuren scheitern  müsse  ;  er  wies  auf  die  bereits  im  Gange 
befindliche,  von  dem  Ausschusse  ständig  beobachtete  und  eifrig 
geförderte  Entwicklung  der  Selbsthilfe  der  Industrie  hin  und 
erzielte  den  Erfolg,  daß  diese  Entwicklung  in  gesundem  Zeit- 
maß aus  sich  selbst  heraus-  und  ohne  behördliche  Treibhaus- 
versuche weiter  wachsen  konnte.  Diese  klare  Stellungnahme 
des  Reichskohlenrates  war  besonders  zu  begrüßen,  da  es  bei 
rein  verwaltungstechnischer  Betrachtung  verhältnismäßig  einfach 
hätte  erscheinen  können,  die  bestehende  Zwangsverteilungs- 
organisation des  Reichskohlenkommissars  schematisch  auch  zur 
Ueberwachung  der  Brennstoff  Verwendung  auszubauen ')• 

Inzwischen  haben  sich  die  Anzeichen  gemehrt,  als  ob  die 

-  Tage  des  Reichskohlenkommissars  gezählt  seien.  Damit  wächst 
die  Bedeutung  des  Reichskohlenrates  als  der  bleibenden  Selbst- 
verwaltungsspitae  der  Kohlenwirtschaft;  gleichzeitig  entsteht 
aber  auch  die  Forderung,  daß  sich  die  Herauslösung  der  wärme- 
wirtschaftlichen Gemeinschaftsarbeit  aus  ihrem  zurzeit  bestehen- 
den Zusammenhang  mit  der  Organisation  des  Reichskohlen- 
kommissars stoßlos  und  ohne  schädliche  Nebenwirkungen  voll- 
zieht. 

Die  Reichsregierung  hat  bei  dieser  Sachlage  den  Reichs- 
kohlenrat ersucht,  sich  durch  einen  Sachverständigenausschuß 
für  Brennstoff  Verwendung  zu  dieser  Frage  zu  äußern,  so  daß 
es  von  besonderem  Interesse  ist,  in  der  Frage  der  Weiterent- 
wicklung der  praktischen  Wärme  Wirtschaft  dessen  Stellungnahme 
kennen  zu  lernen.  Dieselbe  ist  am  Schluß  eines  Berichtes 
seiner  Geschäftsführung  über  „Die  Förderung  der  praktischen 
Wärmewirtschaft  in  der  Industrie"  abgedruckt,  den  der  Sach- 
verständigenausschuß kürzlich  veröffentlicht  hat 2).  Die  Stellung- 
nahme lautet  wie  folgt: 

„Der  Sachverständigenausschuß  für  Brennstoffverwen- 
dung beim  Reichskohlenrat  gibt  nach  reiflicher  Prüfung 
auf  Grund  der  Stellungnahme  seiner  Sonderausschüsse  für 
industrielle  Wärmewirtschaft  und  für  Hausbrandfragen  das 
Folgende  als  seinen  Standpunkt  in  der  Frage  der  Weiter- 
entwicklung der  gemeinnützigen  wärmewirtschaftlichen  Tätig- 
keit kund: 

1.  Ziel  dieser  Tätigkeit  ist,  j e d e m  d e u t s c h e n  Industrie- 
betrieb und  jedem  Deutschen  überhaupt  eine  geord- 
nete    und     sparsame    Wärmewirtschaft  zur 

')  Die  Stellungnahme  der  Hauptstelle  für  Wärmewirtschaft  in  dieser 
Frage  ist  durch  das  Referat  von  Prof.  Eberle  „Die  Selbstverwaltung  in 
der  industriellen  Wärmewirtschaft"  gegeben.  Vergleiche  Sprechsaal  1921, 
Nr.  44,  S.  520. 

-')  Der  Bericht  hat  dem  Januarheft  des  Archives  für  die  inländischen 
Bezieher  beigelegen  Weitere  Abdrucke  des  Berichtes  Biad  von  der  Ge- 
schäftsführung des  Reichskohlenrates,  Berlin  W.  62,  Wichmannstraße  19, 
gegen  Erstattung  der  Selbstkosten  von  M  2  j«  Abdruck  und  des  Portos 
zu  beziehen. 


Selbstverständlichkeit  werden  zu  lassen  und 
die  hochwertigste  Beratung  zur  Verbesserung  der  Wärme- 
wirtschaft billig  und  ausreichend  zur  Verfügung  zu  stellen. 

2.  Dieses  Ziel  wird  am  besten  durch  bestehende  gemein- 
nützige Organisationen  und  in  freier  Selbst- 
verwaltung erreicht. 

3.  Nur  solange  die  staatliche  Bewirtschaftung  der  Brenn- 
stoffe durch  den  Reichskommissar  für  die  Kohlenver- 
teilung besteht,  ist  die  Anlehnung  der  gemeinnützigen 
wärmewirtschaftlichen  Organisationen  an  die  wärmetech- 
nischen Abteilungen  der  Landeskohlenstellen  und  die  auf 
diesem  Wege  mögliche  Zuführung  von  Mitteln  aus  den 
Industriebeiträgen  das  Gegebene. 

4.  Sobald  jedoch  die  staatliche  Bewirtschaftung 
wegfällt,  ist  es  wünschenswert,  daß  die  für  die 
gemeinnützige  wärmewirtschaftliche  Tätig- 
keit auf  dem  Gebiete  der  Industrie  erforder- 
lichen Geldmittel  im  allgemeinen  von  der 
Industrie  selbst  aufgebracht  und  an  ihre  ge- 
meinnützigen Organisationen  unmittelbar, 
d.  h.  ohne  Mitwirkung  von  Behörden,  abge- 
führt werden.  Bei  Eintreten  dieses  Zeitpunktes  wird 
zu  prüfen  sein,  ob  die  Gewähr  für  eine  Finanzierung  auf 
diesem  Wege  gegeben  ist,  ehe  die  bisherige  Mitwirkung 
der1  Behörden  eingestellt  wird. 

Für  die  Industrie  wird  es  also,  da  ihr  eine  völlige 
Befreiung  von  behördlicher  Einwirkung  erwünscht  zu  sein 
scheint,  in  der  nächsten  Zeit  besonderer  Anstrengungen 
bedürfen.  Diese  Erkenntnis  zu  verbreiten  und  die  An- 
strengungen in  die  richtige  Bahn  zu  lenken,  ist  der  Zweck 
des  Berichtes.  Er  weist  zu  Beginn  auf  die  große  Bedeutung 
hin,  die  die  wärmewirtschaftliche  Bewegung  für  die  Hebung 
unserer  industriellen  Produktivität  und  damit  unserer  Wett- 
bewerbefähigkeit besitzt,  um  so  mehr,  als  heute  in  fast  allen 
Industriestaaten  (Amerika,  England,  Frankreich,  Tschecho- 
slowakei, Deutsch-Oesterreich,  Dänemark,  Holland)  ähnliche 
Bestrebungen,  zum  Teil  nach  deutschem  Vorbilde,  kräftig  ge- 
fördert werden. 

Der  Bericht  wendet  sich  auch  gegen  die  Auffassung,  eine 
geordnete  Wärmewirtschaft  sei  unsinnig,  solange  nicht  die 
gleichmäßige  Zufuhr  ausreichender  und  bestgeeigneter  Brenn- 
stoffe gewährleistet  sei;  gerade  zur  Anpassung  an  die  nun 
einmal  gegebenen  Beschaffungsschwierigkeiten,  die  auch  nach 
Aufhebung  der  Zwangswirtschaft,  insbesondere  für  kleinere 
Betriebe  in  hohem  Grade  weiter  bestehen  würden,  sei  es  nötig, 
besonders  auch  bei  der  Verwendung  der  Wärme,  alle  nur 
möglichen  Verbesserungen  durchzuführen.  Die  Ziele  der  wärme- 
wirtschaftlichen Bewegung  faßt  der  Bericht  wie  folgt  zusammen : 

Dauernde  Selbstüberwachung  der  Werke  auf  möglichst 
wärmewirtschaftliche  Betriebsführung;  regelmäßig  wiederholte 
Wärmebilanzen;  Verwendung  bestgeeigneter  Brennstoffe  und, 
wo  dies  nicht  möglich  ist,  bestmögliche  Anpassung  an  die 
erhältlichen ;  gesamtwirtschaftlich  richtige  Auswahl,  Einordnung 
und  Ausnutzung  der  wärmetechnischen  Betriebseinheiten. 

Diese  Ziele  sind  von  bleibender  Bedeutung,  Unabhängig 
von  der  augenblicklichen  Brennstoffknappheit.  Um  sie9izu 
erreichen,  ist  die  Gemeinschaftsarbeit  der  gewiesene  Weg:  er 
erfordert  den  geringsten  Aufwand  an  Geldmitteln  und  verviel- 
fältigt am  schnellsten  das  Wissen  und  die  Erfahrungen  der 
wenig  zahlreichen  Wärmeingenieure. 

Als  Träger  dieser  Gemeinschaftsarbeit  kommen  hauptsäch- 
lich in  Betracht: 

1.  Für  eine  Reihe  von  Industrien  mit  besonderen  wärme- 
technischen Verhältnissen  (z.  B.  Eisen-,  Metall-  und  G 1  a  s  - 
hütten,  Gießereien,  Fein-  und  Grobkeramik  usw.) 
die  von  ihnen  freiwillig  geschaffenen  „fachlichen 
Wärmestellen". 

2.  Für  alle  übrigen  Industrien,  bei  denen  „Wärmewirt- 
schaft" mit  „Dampfwirtschaft"  gleichbedeutend  ist,  ört- 
liche Organisationen,  die,  abgesehen  von  einigen  selb- 
ständigen Wärmestellen  (z.  B.  Oldenburg,  Waldenburg), 
den  Dampfkesselüberwachungsvereinen  als  .wirtschaft- 
liche Abteilungen"  angegliedert  sind,  ferner  der  Verein 
für  Feuerungsbetriebe  und  Rauchbekämpfung  (Hamburg) 
u.  a,  m. 

3.  Die  Zusammenfassung  dieser  Gemeinschaftsarbeit  für  das 
ganze  Reich  und  alle  Industriezweige  durch  die  als 
zentrales  Organ  dieser  Art  allein  anerkannte  Hauptstelle 
für  Wärmewirtschaft". 

Ueber  das  Verhältnis  der  Hauptstelle  zum  Sachverständigen- 
ausschnß  für  Brennstoff  Verwendung  bemerkt  der  Bericht: 

„Die  Geschäftsführung  dieses  Ausschusses  hat  nach  ein- 
gehender Prüfung  der  Lage  und  Besprechung  mit  dem  Leiter 
der  Hauptstelle  für  Wärmewirtschaft  dieser,  als  einer  von 
der  Industrie  aus  freiem  Antrieb  geschaffenen  Organisation, 
die  praktische  Durchführung  der  Funktionen  einer  Spitzen- 


i 


172  —  Nr.  15 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1993.  (56.  fahrgang.) 


Organisation  bald  nach  ihrer  Gründung  anvertraut  und  sich 
der  eigenen  direkten  Betätigung  auf  diesem  Gebiet  absicht- 
lich enthalten,  um  nicht  etwa  zu  einer  hinderlichen  Vielheit 
der  Organisation  zu  gelangen.  Die  Hauptstelle  für  Wärme- 
Wirtschaft,  deren  Vorstandsmitglieder  und  deren  Geschäfts- 
führer Mitglieder  des  Sachverständigenausschusses  für  Brenn- 
stoffverwendung sind  und  zum  Teil  in  seinem  geschäfts- 
führenden Ausschusse  sitzen,  bildet  daher  die  Verkörperung 
eines  wichtigen  Teiles  des  Personen-  wie  des  Aufgaben- 
bestandes des  Sachverständigenausschusses  für  Brennstoff- 
verwendung." 

Neben  den  von  der  Industrie  selbst  geschaffenen  und  teil- 
weise mit  beträchtlichen  geldlichen  Opfern  gestützten  Stellen 
stehen  z.  Zt.  die  wärmetechnischen  Abteilungen  der  Landes- 
kohlen- und  Kohlen  wirtschaftssteilen.  Auch  ihre  Tätigkeit  wird 
im  Bericht  eingehend  gewürdigt,  und  es  wird  davor  gewarnt, 
sie  kritiklos  als  „sämtlich  überflüssig"  zu  betrachten.  Sie 
führen  Betriebe,  die  wärmewirtschaftlich  nicht  auf  der  Höhe 
zu  sein  scheinen,  der  Beratung  durch  die  genannten  Selbst- 
verwaltungskörper zu,  sie  wirken  für  zweckmäßige  Brennstoff- 
sortenzuteilung und  beraten  vielfach  die  Industrie  —  besonders 
kleinere  Betriebe  —  im  Brennstoff-  und  Energiebezug;  vor 
allem  aber  verwenden  sie  die  ihnen  aus  den  Beiträgen  der 
Industrie  zufließenden  Mittel  zum  weitaus  größten  Teil  zur  geld- 
lichen Unterstützung  der  Arbeiten  jener  Selbstverwaltungskörper. 

Der  Bericht  hebt  hervor,  daß  nach  der  Rechtslage  kein 
zwingender  Grund  dafür  vorliegt,  daß  die  wärmetechnischen 
Abteilungen  der  Landeskohlen-  und  Kohlenwirtschaftsstellen 
bei  Einschränkung  oder  Einstellung  der  staatlichen  Kohlen- 
verteilung ihrerseits  ihre  Tätigkeit  einstellen  müßten.  Aller- 
dings wäre  es  zu  begrüßen,  wenn  die  Industrie  die  genannten 
Selbstverwaltungsorgane  so  ausbauen  und  unterstützen  würde, 
daß  von  behördlicher  Mitwirkung  ganz  abgesehen  werden  könnte. 
Angesichts  der  großen  volkswirtschaftlichen  Bedeutung  der 
wärmewirtschaftlichen  Bestrebungen  wären  jedoch  die  Reichs- 
und Landesbehörden  nicht  in  der  Lage,  bestehende  Einrich- 
tungen aufzugeben,  wenn  nicht  die  volle  Gewähr  gegeben  ist, 
daß  das,  was  an  ihre  Stelle  tritt,  zumindest  die  gleichen  Vor- 
teile bietet: 

„Es  genügt  demgemäß  nicht,  daß  die  beteiligten  Kreise 
in  noch  so  geschlossener  Stellungnahme  die  Ueberführung 
der  wärmewirtschaftlichen  Gemeinschaftsarbeit  in  die  freie 
Selbstverwaltung  fordern,  wenn  sie  nicht  gleichzeitig  die 
Mittel  aufbringen,  die  Selbstverwaltungskörper  finanziell  zu 
erhalten,  und  wenn  sie  dieselben  nicht  auch  im  übrigen  derart 
stützen,  daß  es  sicher  ist,  daß  Anregungen,  die  diese  Selbst- 
verwaltungskörper geben,  nicht  auf  unfruchtbaren  Boden 
fallen,  sondern  sogar  kräftiger  wirken,  als  dios  die  behörd- 
liche Anregung  vermag." 

Der  Zeitpunkt,  zu  dem  die  Brennstoffzwangswirtschaft  ganz 
aufhört,  ist  hoffentlich  nicht  mehr  allzufern.  In  der  Zwischen- 
zeit erwachsen  der  Industrie  und  insbesondere  den  Industrie- 
verbäoden  folgende  Aufgaben: 

1.  Fachliche  Wärmestellen,  da,  wo  sie  bestehen,  reichlich 
zu  finanzieren  und  verständnisvoll  zur  Arbeit  heranzu- 
ziehen, damit  sie  die  bisherigen  behördlichen  Beihilfen 
in  Zukunft  entbehren  können; 

2.  überall  die  Entwicklung  wärmewirtschaftlicher  Abteilungen 
bei  den  Dampfkesselüberwachungsvereinen  durch  Be- 
willigung ausreichender  Mittel  und  Beiträge  und  allge- 
meine Inanspruchnahme  zu  fördern;  insbesondere  emp- 
fiehlt es  sich,  die  außerordentlich  großen  Aufwendungen 
für  die  Einrichtung  und  Einführung  (Anschaffung  der 
Meßeinrichtungen,  erstmalige  kostenlose  Beratung  zögern- 
der Betriebe  usw)  durch  Erhebung  einmaliger  Umlagen 
seitens  der  Dampfkessel  vereine  aufzubringen; 

3.  die  Hauptstelle  für  Wärmewirtschaft  hinreichend  zu 
finanzieren. 

Neben  die  finanzielle  muß  die  moralische  Unterstützung 
treten.  Geordnete  Wärmewirtschaft  sollte  ebenso  selbstver- 
ständlich für  jedes  Werk  werden,  wie  geordnete  Geldwirtschaft. 
Wärmewirtschaftliche  Rückständigkeit  ist  bei  den  Mitteln,  die 
sich  schon  gegenwärtig  zu  ihrer  Behebung  bieten,  nicht  nur 
der  Allgemeinheit  gegenüber  unverantwortlich,  sondern  auch 
eine  Beeinträchtigung  der  Wettbewerbsfähigkeit  mit  wärme- 
wirtschaftlich besser  arbeitenden  Werken. 

Wie  groß  die  geldlichen  Vorteile  geordneter  Wärmewirt- 
schaft sind,  wird  in  einem  wertvollen  Anhang  des  Berichtes 
vor  Augen  geführt.  An  einer  großen  Reihe  von  Beispielen 
tatsächlich  erzielter  Erfolge  wird  gezeigt,  wie  mit  oft  geringem 
Aufwand  JahreHersparnisse  erzielt  werden,  die  in  manchen 
Fällen  Millionenbeträge  darstellen. 

Die  hier  gegebene  Uebersicht  faßt  nur  einen  Teil  des  Be- 
richtes zu-ammen.  Es  ist  zu  wünschen,  daß  die  klaren,  sehr 
übersichtlich  und  eindringlich  zusammengestellten  Ausführungen 
in  allen  mit  Brennstolf Wirtschaft  befaßten  Kreisen,  bei  Finanz- 


leuten, Industriellen,  Behörden,  Technischen  Hochschulen  und 
nicht  nur  unter  den  Ingenieuren  selber  recht  aufmerksam  ge- 
lesen  werden,  und  daß  die  an  die  Industrie  gerichtete  Mahnung, 
behördliche  Bevormundung  durch  entschiedene  Selbsthilfe 
überflüssig  zu  machen,  das  nötige  Verständnis  finde.  Denn,  J 
wie  das  Geleitwort  des  Berichtes  sagt: 

„Die  Kohlennot  mag  vergehen.    Die  Wärmewirtschaft ! 
bleibt  dauernd  wichtig.    Mit  Wärme  haushalten,  heißt  Be- 
triebskosten verringern,  die  Produktivität  steigern.    Das  be- 
deutet: wettbewerbskräftiger  werden.    Wer  wettbewerbsfähig! 
bleiben  will,  muß  Wärmewirtschaft  treiben.    Dies  gilt  in 
erster  Linie  für  jeden  einzelnen  Betrieb.     Es  gilt  nicht 
minder  für    Industriezweige,  für  Industriegebiete,  für  die 
Länder,  für  unser  ganzes  Reich." 
Ein  Kernproblem  der  Wiedergesundung  Deutschlands  ist 
die  Hebung  unserer  wirtschaftlichen  Produktivität.    Die  Ver- 
besserung der  Wärmewirtschaft  spielt  dabei  eine  nicht  un- 
wesentliche Rolle. 

'  W.B.G.  Frankfurt  a.  M. 


Vorschriften  für  die  Ausfertigung:  der 
Konsulatsfakturen  für  Sendungen  nach  den 
Vereinigten  Staaten  von  Amerika. 

Folgende  Bestimmungen  über  die  Ausfertigung  der  Kon- 
sulatsfakturen sind  in  den.  Vereinigten  Staaten  von  Amerika 
gesetzlich  vorgeschrieben,  und  Fakturen,  die  denselben  nicht 
entsprechen,  werden  zurückgewiesen. 

Alle  Ladungen,  deren  Wert  100  Dollar  übersteigt,  bedürfen 1 
einer  Konsulatsfaktura,  welche  nur  eine  Sendung  an  denselben 
Empfänger  enthalten  darf,  und  müssen  dreifach  oder  vierfach! 
ausgefertigt  werden  (für  Ladungen  nach  den  Philippinen-Inseln  j 
werden  vier  Ausfertigungen  verlangt). 

Alle  Konsulatsfakturen  müssen  in  der  Währung  desjenigen 
Landes  auegestellt  werden,  von  welchem  aus  die  betreffenden 
Waren  exportiert  werden  oder,    wenn  die  Waren  käuflich  i 
erworben  sind   oder  ein  Kaufvertrag  besteht,  so  müssen  di« 
Fakturen  in  derjenigen  Währung  ausgestellt  sein,  in  welcher 
die  Güter  tatsächlich  bezahlt  worden  sind,  resp.  für  deren  Zah-  j 
lung  eine  Vereinbarung  getroffen  ist  oder  deren  Bezahlung1 
noch  aussteht.    Sollte  der  Betrag  der  Faktura  in  einer  anderen  i 
Währung  als  in  Dollar  ausgestellt  sein,  so  muß  die  Summe  für 
statistische  Zwecke  auch  noch  in  die  Währung  der  Vereinigten 
Staaten  umgerechnet  werden,  und  zwar  zu  dem  offiziell  fest- 
gesetzten Tageskurs  desjenigen  Datums,  an  welchem  die  Faktura 
legalisiert  wird.    Konsulatsfakturen  müssen  eine  richtige,  voll- 
ständige und  detaillierte  Aufstellung  der  Waren  und  der  Kolli, 
sowie  der  Verpackung,  in  der  sich  die  Ware  befindet,  enthalten 
und    in    der  Kanzlei    des    zuständigen   Konsulats    der  Ver- 
einigten Staaten  von  Amerika  zwecks  Beglaubigung  eingereicht! 
werden,  in  deren  Konsulatsdistrikt  die  Ware  hergestellt  oder  I 
käuflich   erworben  wurde  oder  laut  Kontrakt  geliefert  wird. 
Falls  Kaufabschlüsse  oder  Vereinbarungen  für  den  Ankauf  von 
Waren  in  verschiedenen  Orten  getroffen  wurden,  so  muß  die 
Konsulatsfaktur  für  diese  Waren  in  demjenigen  Konsulats- 
distrikt beglaubigt  werden,  von  dem  aus  die  Güter  als  Sammel- 
ladung nach  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  verladen 
werden. 

Als  Ort,  in  welchem  die  Ware  gekauft  wurde,  gilt  der- 
jenige Platz,  wo  der  Kontrakt  abgeschlossen  worden  ist,  falls 
dieser  Abschluß  an  dem  Orte  zustande  gekommen  ist,  wo  sich 
die  Geschäftslokalität  des  betreffenden  Exporteurs  befindet. 

Wenn  eine  Konsulatsfaktura  oder  eine  Deklaration  von 
einem  Vertreter  des  Verkäufers  oder  Käufers  unterzeichnet  I 
werden  soll,  so  muß  vorher  eine  in  aller  Form  ausgefertigte 
Vollmacht  ausgestellt  werden,  laut  welcher  der  Betreffende 
von  der  zuständigen  Partei  bevollmächtigt  wird,  für  letztere  zu 
zeichnen.  Diese  Vollmacht  muß  dann  bei  demjenigen  Konsulate 
niedergelegt  werden,  in  welchem  die  betreffende  Konsulats- 
faktura legalisiert  werden  soll.  Ein  Vertreter  ist  nur  dann  be- 
rechtigt, eine  Konsulatsfaktura  oder  eine  Erklärung  zu  zeichnen, 
wenn  es  für  die  Partei,  welche  die  Vollmacht  erteilt,  unmöglich 
ist,  die  Dokumente  selbst  zu  unterfertigen.  Der  Bevollmächtigte 
muß  dieselbe  genaue  persönliche  Kenntnis  aller  in  der  Kon- 
sulatsfaktura oder  Deklaration  angeführten  Tatsachen  haben, 
wie  der  Bevollmächtigende;  dieselben  werden  beim  ersten  als 
ebenso  bekannt  vorausgesetzt,  als  ob  er  selbst  der  Bevoll- 
mächtigende wäre.  Eine  Deklaration,  die  für  die  Unterzeich- 
nung durch  einen  Vertreter  bestimmt  ist,  muß  im  Namen  der- 
jenigen Partei  ausgestellt  werden,  welche  die  Vollmacht  erteilt 
hat,  und  zwar  genau  in  derselben  Form,  als  ob  die  Deklaration 
von  der  letzteren  selbst  unterschrieben  werden  sollte.  Die  Er- 
klärung muß  auch  im  Namen  des  Bevollmächtigenden  unter- 
schrieben werden,  so  daß  der  Name  des  Bevollmächtigten  wie 
folgt  dem  Namen  des  Bevollmächtigenden  angefügt  wird : 
John  Doe  &  Co.,  by  James  John,  Agent. 


1922.  (öö.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL- 


COBURO. 


Nr.  15  —  173 


Der  Name  des  Bevollmächtigten  maß  im  Texte  der  Dekla- 
ration anerwähnt  bleiben,  die  Handlangen  des  Bevollmächtigten 
sind  bindend  für  die  bevollmächtigende  Partei. 

Die  Konsalatsbeamten  haben  strikte  Instruktionen,  von  den 
Verladern  in  jedem  Falle  za  verlangen,  daß  in  den  Konsulats- 
fakturen alles  genau  spezifiziert  wird,  auch  über  die  Art  der 
Verpackung  der  Ware,  den  Inhalt  und  den  Wert.  Wenn  Kon- 
sulatsfakturen zwecks  Legalisierung  eingereicht  werden,  so 
müssen  dieselben  eine  genaue,  ausführliche  Aufstellung  in  den 
Ausdrücken  einer  eigens  dafür  vorgesehenen  Tabelle,  dem  so- 
genannten „Schedule  covering  the  Statistical  Classification  of 
Imports,  1920",  über  die  Arten  und  Qualitäten  aller  in  die  Ver- 
einigten Staaten  von  Amerika  eingeführten  Waren,  sowie  über 
den  Wert  der  gesamten  Quantitäten  jeder  einzelnen  Sorte 
enthalten. 

Falls  eine  Faktura  über  mehrere  Kolli  ausgestellt  ist,  die 
Waren  gleicher  Art  enthalten,  und  wenn  der  Inhalt  eines  jeden 
Kollo  getrennt  aufgeführt  ist,  oder  wenn  eine  Konsulatsfaktura 
aus  mehreren  getrennten  Aufstellungen  über  Waren  gleicher 
Art  besteht,  so  muß  am  Schluß  eine  zusammenfassende  Ueber- 
sicht  oder  eine  Wiederholung  der  einzelnen  Beträge  gegeben 
werden,  aus  welcher  die  Gesamtsumme  der  Quantitäten  der 
einzelnen  Warengattungen,  sowie  die  Endsumme  des  dafür  zu 
t   berechnenden  Preises  ersichtlich  ist. 

Konsulatsfakturen  müssen  auch  außer  den  Quantitäten  der 
verladenen  Güter,  den  Gewichten  und  den  Maßen  desjenigen 
Landes,  von  welchem  aus  die  Ware  exportiert  wird,  die  Quan- 
titäten jeder  einzelnen  Sorte  in  derjenigen  Maßeinheit  ent- 
halten, welche  dafür  in  der  oben  erwähnten  Tabelle  vorgesehen 
ist,  oder  aber  in  einer  Maßeinheit,  welche  leicht  in  die  be- 
treffende Einheit  umzurechnen  ist.  Ferner  muß  die  Faktura 
Angaben  über  das  Datum  und  den  Ort  des  Kaufabschlusses 
enthalten,  sowie  darüber,  in  welcher  Währung  die  Konsulats- 
faktura aufgemacht  worden  ist,  ob  in  Gold,  Silber  oder 
Papiergeld. 

Konsulatsfakturen,  die  den  vorstehenden  Anforderungen 
nicht  entsprechen,  werden  zurückgegeben  und  sind  zu  vervoll- 
ständigen bezw.  zu  berichtigen. 

Im  übrigen  sind  noch  die  nachstehenden  Vorschriften  zu 
beachten. 

Es  darf  kein  minderwertiges  Papier  Verwendung  finden. 
Die  Schrift  muß  leserlich  und  dauerhaft  sein.  Fakturen  müssen 
mit  schwarzer  Tinte  oder  mit  der  Schreibmaschine  geschrieben 
sein.  Rote  Tinte  ist  nicht  erlaubt.  Unter  der  Rubrik  „Einfuhr- 
häfen" muß  auch  der  Name  desjenigen  Staates,  in  welchem  die 
betreffende  Stadt  liegt,  hinzugefügt  werden.  Die  einzelnen 
Fortsetzungsseiten  müssen  genügend  fest  aneinander  geheftet 
sein.    Stecknadeln  z.  B.  sind  unzulässig. 

Konsulatsfakturen,  die  für  Waren  ausgestellt  werden, 
welche  bereits  verkauft  worden  sind  oder  für  deren  Verkauf 
ein  Kontrakt  besteht,  müssen  folgende  genaue  Angaben  ent- 
halten: Datum,  wann  verkauft;  Ort,  wo  verkauft;  Name  und 
Adresse  der  Persönlichkeit,  welche  die  Ware  verkauft  hat. 
Konsulatsfakturen,  die  über  verschiedene  Partien  von  Waren 
ausgestellt  sind,  müssen  die  obigen  Angaben,  jeden  einzelnen 
Verkäufer  und  jede  einzelne  Partie  betreffend,  enthalten. 

Hektographierte  and  gedrackte  Unterschriften  sind  an- 
zulässig. 

Alle  Spesen,  einschließlich  der  Versicherung,  Maklerge- 
bühren, Kommission,  Inlandsfrachten,  Exportzölle,  Packkosten 
und  Spesen,  Unkosten  für  Quai- Arbeiter,  sowie  Konsulatsge- 
bühren für  -Fakturen  und  [andere  müssen  genau  angegeben 
werden  und,  falls  die  Ware  auf  einer  cif  oder  c-  und  f-  Basis 
verkauft  worden  sind,  die  Fracht  nach  den  Vereinigten  Staaten 


Wirtschaft  lich-g 

Korrespondenzen. 

Totenschau.  Nach  längerem  Leiden  verschied  am  6.  4.  22  in 
Charlotten  barg  Generaldirektor  Carl  Albert  Schultz,  Leiter  der 
Industrie-Gesellschaft  Briesen  m.  b.  EL,  Briesen-Mark. 

Ein  wichtiges  Urteil  gegen  den  Kartellzwang  ist  am  1.  3.  vom 
Landgericht  I  Berlin  gefällt  worden:  Der  Verein  Berliner  Bachdruckerei- 
besitzer hatte  ein  sogenanntes  Eundenschatzabkommen  getroffen,  wonach 
ein  ihm  angeschlossenes  Vereinsmitglied  einen  neuen  Kunden  nur  beliefern 
durfte,  wenn  die  Offerte  des  bisherigen  Dracklieferanten  eingeholt  war 
und  die  neue,  daraufhin  abgegebene  Offerte  mit  einem  Zuschlag  zur 
Grundlage  eines  neuen  Angebotes  gemacht  wurde.  Damit  glaubte  man 
ein  bequemes  Mittel  gefunden  zu  haben,  um  trotz  aller  Preiserhöhungen 
ein  Abspringen  von  Kunden  zu  vermeiden,  da  ja  die  Konkurrenz  stets 
etwas  teurer  sein  maßte.  —  Die  Entscheidung  des  Landgerichts  I  Berlin 
stellt  fest,  daß  diese  Kundenschutzklausel  nichtig  ist.  Die  Bedeutung 
der  Entscheidung  ist  um  so  höher  zu  bewerten,  als  das  Landgericht 
keinerlei  Beweis  -darüber  erhoben  hat,  ob  im  einzelnen  Falle  die  Kunden- 
schutzklausel katastrophale  wirtschaftliche  Koaaeqienzea  hatte.  Das 
Gericht  ist  vielmehr  Behoa  auf  Grand  des  feststehenden  Inhalts  der  Kunden- 


von  Amerika  muß  genau  spezifiziert  werden,  und  ferner  muß 
aus  der  Faktura  auch  zu  ersehen  sein,  welche  von  diesen  Un- 
kosten in  dem  angegebenen  Preise  enthalten  sind  und  welche 
nicht.  Falls  es  jedoch  nicht  möglich  ist,  irgend  welche  dieser 
Unkosten  detailliert  anzugeben,  da  dieselben  zur  Zeit  der  Ver- 
ladung noch  nicht  bekannt  waren,  oder  aus  anderen  Gründen, 
dürfen  solche  Unkosten  ausnahmsweise  unerwähnt  bleiben, 
vorausgesetzt,  daß  die  Gründe,  aus  welchen  die  Angaben  unter- 
bleiben mußten,  angeführt  werden. 

Nach  dem  Gesetz  muß  die  Konsulatsfaktura  bei  oder  vor 
der  Verladung  der  Güter  eingereicht  werden.  Sollten  die 
Waren  bereits  verladen  worden  sein,  ohne  daß  eine  Faktura 
dafür  beglaubigt  worden  ist,  so  können  weitere  Schritte  von 
seiten  des  Konsulats  erst  unternommen  werden,  nachdem  dem 
Konsulat  eine  schriftliche  Darstellung  des  Tatbestandes  unter- 
breitet worden  ist,  aus  der  hervorgeht,  aus  welchem  Grunde 
den  Vorschriften  des  Gesetzes  nicht  genügt  ist.  Ferner  muß 
die  Aussage  die  Bestätigung  enthalten,  daß  bisher  noch  keine 
Konsulatsfaktura  für  die  betreffende  Verladung  legalisiert 
wurde. 

Konsulatsfakturen-  über  Transaktionen,  die  nicht  durch 
Kaufkontrakte  gedeckt  sind,  das  heißt  über  Konsignationen, 
müssen  den  Marktpreis  in  der  betreffenden  Landeswährung 
enthalten. 

Die  Gebühren  sind  dem  Konsulate  zugleich  mit  der  Kon- 
sulatsfaktura zu  übermitteln.  Konsulatsbeamte  sind  nicht  be- 
fugt, die  Gebühr  zu  stunden  und  haben  strikte  Anweisung,  die 
auf  die  Dokumente  als  Gegenwert  für  die  zu  entrichtenden 
Gebühren  geklebten  Marken  nicht  eher  zu  entwerten,  bevor 
die  betreffenden  Gebühren  bezahlt  worden  sind. 

In  der  Deklaration  darf  als  Einfuhrhafen  nur  ein  Ort  an- 
gegeben werden,  der  als  „Port  of  Entry"  bezeichnet  ist. 
Waren  können  nur  in  besonders  bezeichneten  Plätzen  in  den 
Vereinigten  Staaten  von  Amerika  eingeführt  werden.  Es 
ist  zu  beachten,  daß  in  diesem  Falle  die  Deklaration  so 
gefaßt  wird,  daß  entweder  der  Ort  als  „Port  of  Entry"  ange- 
geben wird,  in  welchem  die  Ware  ankommt,  oder  derjenige,  in 
welchem  die  Verzollung  stattfinden  soll. 

Der  Name  des  Dampfers,  auf  welchem  die  Waren  verladen 
werden  sollen,  muß  angegeben  werden. 

Selbst  adressiertes  Freikuvert  zur  Rücksendung  der  zweiten 
und  vierten  Kopien  muß  beigelegt  werden. 

Fakturen  können  nicht  beglaubigt  oder  zurückgesandt 
werden,  bevor  die  Konsulatsgebühren  eingegangen  sind.  Gebühr 
für  Fakturen  in  drei-  oder  vierfacher  Ausfertigung  Dollar  2,50 
amerikanischer  Währung.  Extra  Exemplare  =  1,00  Dollar. 
Fakturen  für  zurückgesandte  amerikanische  Waren  =  1,00  Dollar. 
Der  Gegenwert  für  die  Konsulatsgebühr  wird  in  deutscher 
Währung  zu  dem  jeweiligen  Tageskurs  zuzüglich  M  50  um- 
gerechnet, um  eventuellen  Kursschwankungen  Rechnung  zu 
tragen.  Das  Konsulat  behält  sich  vor,  Kursdifferenzen  nachzu- 
fordern, respektive  Kursüberschuß  zusammen  mit  der  Faktura 
zu  retournieren. 

Jede  Konsulatsfaktura  muß  eine  genaue  Angabe  darüber 
enthalten,  ob  die  Waren,  über  welche  die  betreffende  Faktura 
ausgestellt  ist:  a)  keinem  Ausfuhrzolle  unterliegen  oder  b)  wie 
hoch  sich  der  Betrag  des  erhobenen  Ausfuhrzolles  beläuft,  und 
ob  derselbe  in  dem  Fakturabetrage  enthalten  ist  oder  nicht. 
Ferner  muß  angegeben  werden,  ob  Verkäufe  derselben  Art  von 
Waren,  wie  die,  über  welche  die  Konsulatsfaktura  ausgestellt 
ist,  falls  solche  Waren  zum  Verbrauche  im  Inland  bestimmt 
sind:  a)  keinen  Inlandssteuern  unterliegen  oder  b)  wie  hoch 
sich  diese  Steuern  belaufen  und  ob  dieselben  zurückbezahlt 
oder  auf  die  ausgeführten  Waren  nicht  aufgeschlagen  werden. 


e  werblicher  Teil. 

Schutzklausel  rein  objektiv  zu  der  Auffassung  gekommen,  daß  ein  der- 
artiges Abkommen  ohne  Rücksicht  auf  seine  praktischen  Wirkungen  als 
unsittlich  zu  betrachten  ist. 


Fachschulen,  Unterricht,  Forschung« 

Fachschule  für  Porzellan-Industrie,.  Selb.  Das  Schuljahr  beginnt 
jetzt  am  1.  Mai  und  nicht  wie  in  den  vorhergehenden  Jahren  erst  im 
Oktober. 


Gesetzgebung,  Steuern. 

Die  Novelle  zum  Umsatzsteuergesetz  ist  vom  Reichstag  angenommen 
und  mit  rückwirkender  Kraft  vom  1. 1.  1922  ausgestattet  worden.  Der 
Satz  beträgt  2%.  Die  Ausfuhr  durch  den  Fabrikanten  unterliegt  fttr 
umsatz-  und  luxussteuerpflichtige  Gegenstände  seit  dem  1.  1.  22  demselben 
Satze.  Die  ersten  Umsätze  nach  der  Einfuhr  sind  grundsätzlich  steuer- 
pflichtig, soweit  es  sich  nicht  um  Gegenstände  handelt,  die  sich  auf  der 
Freiliste  lb  befiaden.  Die  Ausfuhrungsbeätimmungen  werden  etwa  Eade 
April  im  „Zentralblatt  für  das  Deutsche  Rsiob."  und  gleichzeitig  in  einer 
amtlichen  Ausgabe  veröffentlicht  werden. 


i 


m  —  Mr.  15 


S  PRZCWS A  AL  -COBURG. 


1922.  (55.  |ahrgang.) 


Die  Novelle  zum  Umsatzstenergesetz  hat  das  System  der  viertel- 
jährlichen Vorauszahlungen  eingeführt.  Die  im  letzten  Vierte) j  shr  verein- 
nahmten Entgelte  (getätigten  Lieferungen)  Bind  für  die  Höhe  der  Voraus- 
zahlung maßgebend  nnd  nicht  die  Veranlagung  für  das  Vorjahr.  Die 
Steuerpflichtigen,  die  nicht  vierteljährlich  ihre  Steuererklärungen  abzu- 
geben haben  (Loxussteuerpüichtige),  haben  im  Laufe  des  April  in  einer 
kurzen  Voranmeldung  den  Gesamtbetrag  der  in  den  Monaten  Jannar, 
Februar  nnd  März  1922  vereinnahmten  (gegebenenfalls  der  für  die  be- 
wirkten Leistungen  vereinbarten)  Entgelte,  soweit  sie  nach  dem  Umsatz- 
stenergesetz steuerpflichtig  sind,  anzugeben.  Gleichzeitig  mit  der  Abgabe 
der  Voranmeldung  hat  eine  entsprechende  Vorauszahlung  (2°/0  dieses 
Betrages)  zu  erfolgen. 

Haben  Steuerpflichtige  in  den  abgelaufenen  3  Monaten  einen  Um- 
satz von  nicht  mehr  als  M  6000  gehabt,  so  wird  ihnen  nachgelassen,  die 
entsprechende  Vorauszahlung  erst  zusammen  mit  der  nächsten  Vorauszah- 
lung zu  leisten.  Die  im  übrigen  nicht  rechtzeitig,  d  h.  innerhalb  des 
Monats  April,  eingehenden  Vorauszahlungen  werden  ohne  weiteres 
im  Zwangswege  beigetrieben,  wobei,  wenn  auch  keine  Voranmeldung  an- 
gegeben ist,  die  Vorauszahlungen  mindestens  auf  ein  Viertel  der  für  das 
vorangegangene  Kalenderjahr  geschuldeten  Steuer  berechnet  werden. 

Die  Vorauszahlungen  werden  auf  die  nach  der  Erklärung  im  Januar 
1928  zu  veranlagende  Umsatzsteuer  verrechnet  Sollte  sich  bei  der  ent- 
galtigen Veranlagung  ergeben,  daß  der  Gesamtbetrag  der  Voranszahlungen 
um  mehr  als  20%  hinter  der  Veranlagung  zurückbleibt,  so  erhöht  sich 
die  Steuer  um  10%  dieses  überschießenden  Betrages. 

Gewerblicher  Rechtsschutz. 

Patentgebührenerhotaung  in  Polen»  Tschechoslowakien  und 
Türkei.  Polen  hat  die  amilichen  Gebühren  um  das  Fünfzigfache  erhöht. 
Die  Anmeldegebühr  beträgt  poln.  M.  3750,  Einsprachsgebtthr  poln.  M  1600 
und  Beschwerdegebühr  2500.  Die  Jahresgebühren  betragen  poln  M  2000 
bis  30000  Tschechoslowakien  will  die  Gebühren  um  das  Fünffache  er- 
höhen. In  der  Türkei  beträgt  die  Anmeldegebühr  für  ein  Patent  jetzt  12, 
für  ein  Warenzeichen  30  türkische  Pfand. 


Handel  und  Verkehr. 

Im  Postverkehr  mit  Polen  (auch  Westpolen)  empfiehlt  es  sich  in 
der  Aufschrift  neben  der  deutschen  auch  die  polnische  Ortsbezeichnnng 
anzugeben. 

AntrSge  auf  Frachtruckzahlungen  sind  vom  1.  4.  22  ab  im  Güter- 
verVehr  zwischen  Deutschland  einerseits,  Belgien,  Frankreich  und  Luxem- 
burg andererseits  künftig  an  die  Verkehrskontrollen  IIa)  in  Köln,  b)  in 
Darmstadt  zu  richten,  wenn  an  der  Erstattung  nur  ausländische  Bahnen, 
und  zwar  bei  e)  die  belgischen  Bahnen  und  die  französische  Nordbahr, 
bei  b)  die  übrigen  französischen,  die  elsaß-lothringischen  und  luxemburgischen 
Bahnen  beteiligt  sind  —  Sind  auch  deutsche  Bahnen  oder  nur  deutsche 
Bahnen  an  der  Erstattung  beteiligt,  so  sind  die  genannten  beiden  Kon- 
trollen in  allen  den  Fällen  zuständig,  wo  es  sich  um  Richtigstellung  von 
Fehlern  in  der  Frachtberechnung,  sei  es  durch  falsche  Anwendung  der 
Bestimmungen  oder  durch  unrichtige  Gewichtsangaben  oder  Irrtum  des 
Absenders  oder  um  Anwendung  von  Bttckvergütungstarifen,  handelt. 

Eine  Zweigstelle  des  Auswärtigen  Amtes  für  Außenhandel  ist 
in  Leipzig  (Neue  Börse,  Tröndlinring  2)  errichtet  worden.  Mit  der 
Leitung  iBt  Dr.  W.  Becker  beauftragt. 

Vertretung  deutscher  Arbeit  in  Moskau.  Der  Deutsch-Rassische 
Verein  zur  Förderung  der  gegenseitigen  Handelsbeziehungen  hat  jetzt 
wieder  eine  Geschäftsstelle  in  Moskau  eingerichtet  (Mjasnizkaja  Nr.  1). 
Dorthin  zu  richtende  Briefe  müssen  vorläufig  noch  über  die  Zentrale, 
Berlin  S.  W.  11,  Hallesche  Straße  1,  geleitet  werden. 

Der  Meistbetrag  für  Postanweisungen  nach  Oesterreich  ist  auf 
Kr.  30000  erhöht  worden. 

Im  PoBtfrachtstüekverkehr  mit  Dänemark  betragen  die  dänischen 
Gewicüisgebühren  ab  1  4.  22:  über  6  bis  6  kg  Fr.  1  nnd  für  jedes  weitere  kg 
je  25  et»,  mehr.  Die  deutsch-schwedischen  Seege  btthren  für 
Postfrachtstücke  nach  Schweden  werden  vom  gleichen  Zeitpunkt  an  in 
der  Höhe  der  vorstehend  angegebenen  dänischen  Gewichtsgebühren  erhoben. 

Ein-  and  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Die  Teuerungszuschläge  für  chemiech- 
läurefeste  Sieinzeugwaren  haben  eine  Aenderung  erfahren.  —  Bei  der 
Ausfuhr  von  Kreide  sind  die  AuBfubrmindeBtpreise  von  Fall  zu  Fall  zu 
erfragen.  —  Die  Mindestpreise  für  die  Auafuhr  von  Kaolin  erfahren  mit 
Wirbung  vom  1  4.  eine  Aenderung.  Die  Mindestpreise  für  die  Ausfuhr 
von  BimBzementdielen  nnd  Schwemmsteinen  nach  Holland  Bind  geändert 
worden. 

A.  H.  N.  Glas.  Der  PreiB  für  die  von  der  A.  H.  N.  herausgegebenen 
Aus-  und  Einfuhrvordrucke  beträgt  ab  1.  4.  22  für  den  Satz  Jl  1.  Dem 
ersten  Satz  wird  ein  Merkblatt  der  A.  H  N.  Glas  kostenlos  beigefügt.  Die 
Verwaltungsgebühren  werden  mit  Wirkung  vom  1.5  22  ab  von  2%  auf 
3«/o  erhöht.  Vorschriftsmäßige  LieferwerkBbescheinigangeD  werden  zu 
M  0,15  je  Stück  zazugl.  Versandkosten  abgegeben. 

Ausfuhr  von  Kelch-  und  Schleif  glas:  Die  Preise  und  Verkauf  s- 
bediogungen  sind  geändert  worden.  Näheres  ist  durch  die  A.  H.  N.  Glas 
zn  erfahren. 

Die  Ueberleitnng  des  lteichsbeauftragten  für  die  Ueber- 
wachuug  der  Ein-  and  Ausfuhr  an  die  Zollverwaltang  ist  am 
1.3.22  erfolgt.  Aufragen  sind  daher  künftighin  an  die  Zolldienststellen 
des  Ortes  zu  leiten,  wo  die  bisherige  Kontrollstelle  des  Rba.  ihren  sitz 
hatte.  Iq  der  Handhabung  der  Außenhandelskontrolle  hat  sich  damit 
in  Bachlicher  Hinsicht  nichts  geändert,  da  die  Zolldienststellen  die  Tätig- 
keit der  Kontrollstellen  übernommen  haben. 

Neuregelung  der  Ausfuhr  nach  Uanzlg.  Der  Freien  Stadt  Danzig 
wurden  bisher  deutsche  W  aren  zu  Inlandspreisen  geliefert,  sofern  durch 


eine  Bedarfsbescheinigung  der  Dauziger  Handelskammer  die  Verwendung 
der  Waren  für  den  Danziger  Eigenverbrauch  erwiesen  wurde.  Diese 
Regelung  kommt  vom  1.  4.  22  ab  in  Fortfall.  Es  treten  neue  Bestimmungen 
in  Kraft.  Deutscherseits  sind  jedoch  Danzig  zur  Deckung  des  Eigen- 
bedarfes auch  weiterhin  bestimmte  Warenkontineente  eingerannt  worden, 
bei  deren  Festsetzung  besonders  auf  die  Bedürfnisse  der  Danziger  Industrie, 
des  Kleingewerbes  und  der  arbeitenden  Bevölkerung  Rücksicht  genommen 
worden  ist.  Die  Außenhandelsstellen  werden  nach  bestimmten  Richtlinien 
im  Rahmen  dieser  Kontingente,  die  auch  weiterhin  zu  Inlandspreisen  oder 
wenig  darüber  geliefert  werden,  Ausfuhrbewilligungen  erteilen.  Für  nicht 
kontingentierte  Waren  und  für  solche  Mengen,  die  über  die  einzelnen 
Kontingente  hinausgehen,  werden  deutscherseits  jedoch  Ausfuhrbewilligungen 
nur  zn  Ausfahrmindestpreisen  erteilt.  Ausfuhrabgaben  werden  in  allen 
Fällen  erhoben.  Diese  Regelung  ist  autonom  von  Deutschland  getroffen 
worden. 

Der  deutsch-lettische  Wirtschaftsvertrag,  der  am  27.3.  22  unter- 
zeichnet worden  ist,  sichert  beiden  Vertragschließenden  grundsätzlich  das 
MeietbegUnstigungsrecht  zu.  Nach  verschiedener  Richtung  hin  ist  jedooh 
hierin  eine  Einschränkung  erfolgt.  Zunächst  mußte  Deutschland  daran 
liegen,  die  Begünstigungen,  die  auf  Grund  des  Friedensvertrages  mittelbar 
oder  unmittelbar  zugestanden  sind,  nicht  auch  Lettland  gewähren  zu 
müssen.  Auf  der  anderen  Seite  lag  Lettland  daran,  in  seiner  Wirtschafts- 
politik gegenüber  den  übrigen  baltischen  Staaten  (Finnland,  Estland, 
Litauen)  freie  Hand  zn  bekommen.  Es  iBt  infolgedessen  vereinbart 
worden,  daß  die  in  dieser  Beziehung  von  dem  einem  Vertragsteile  ge- 
währten Vergünstigungen  vom  Vortragsgegner  nur  in  Ansprach  genommen 
werden  können,  wenn  der  betreffende  Staat  sie  auch  dritten  Staaten  ge- 
währt. Des  weiteren  erstreckt  sich  das  Deutschland  gewährte  Meist- 
begttnstigungsrecht  nicht  auf  diejenigen  Zollvergünstigungen,  iie  Lettland 
an  Rußland  gewährt.  Hinsichtlich  der  Ein-  und  Ausfahr  verbleibt  es  bei 
der  bestehenden  Regelung,  die  Deutschland  die  Kontrolle  seiner  Ein-  und 
Ausfuhr  gewährleistet.  —  Das  Abkommen  vom  5  7.  20  hat  eine  Ergänzung 
erfahren  durch  die  Bestimmungen  über  die  Gewährung  eines  Warenkredits 
an  Lettland.  Es  handelt  Bich  hier  um  die  Ausführung  des  §  7  des  vor- 
läufigen Abkommens,  nach  dem  die  deutsche  Regierung  sien  dafür  ein- 
setzen will,  daß  Lettland  nach  Maßgabe  der  von  einer  besonderen  Kom- 
mission festzusetzenden  Bedingungen  ein  Warenkredit  gewährt  wird. 
Dieser  Warenkredit  in  Höhe  von  Ji  500  Mill.  soll  nach  lettländischen 
Aeußerungen  nicht  von  der  deutschen  Regierung,  sondern  von  privaten 
Organisationen  znr  Verfügung  gestellt  werden,  die  mit  lettländischen 
Firmen  nnd  Organisationen  in  Verbindung  treten  sollen.  Der  Wirtschafts- 
vertrag soll  zunächst  3  Jahre  gelten. 

Balgarien.  Der  Entwurf  zum  neuen  Einfahrzolltarifgesetz 
ist  in  dritter  und  letzter  Lesung  vom  Parlament  am  2.  3.  angenommen 
worden.  Ueber  den  Zeitpunkt  des  Inkrafttretens  ist  noch  nichts  bekannt 
gegeben. 

Chile.  Ein  Zollaufsehlag  von  10  Centavos  für  je  100  kg  wird 
neuerdings  auf  alle  ein-  und  ausgeführten  Waren  gelegt. 

England.  Kein  Schutzzoll  auf  deutsche  Spielwaren.  Auf 
Grund  des  Berichtes,  den  die  vom  Handelsamt  eingesetzte  Untersuohüngs- 
kommission  erstattet  hat,  beschloß  das  Handelsamt,  daß  ein  Schatzzoll 
auf  deutsche  Spielwaren  nicht  erhoben  werden  soll. 

Griechenland.  Das  Zollaufgeld,  das  bisher  160%  betrug,  wird 
seit  dem  21.  3.  nach  dem  jeweiligen  Tageskurs  berechnet,  wobei  als 
Grundlage  der  Tageskurs  des  englischen  £  dient.  Die  Neuregelung  be- 
deutet eine  wesentliche  Erhöhung  des  Einfuhrzolles,  da  jetzt  für  1  Dr. 
Gold  etwa  4  Dr.  Papier,  gegen  früher  2,50  Dr.  Papier  zu  entrichten  sind. 

Italien.  Das  Zollaufgeld  beträgt  für  die  Zeit  vom  1.— 16.  4.  22 
282  o/0. 

Jugoslawien.    Das  Einfuhrverbot  für  Luxuswaren,  das  am 

1  3.  22  erlassen  worden  ist,  trifft  von  unseren  Erzengnissen  die  nachstehend 

aufgeführten  Tarif nummern  des  Allgemeinen  Zolltarifs : 

T.-Nr. 

auB  504  Waren  aus  Majolika  oder  Fayence,  sowie  anderweit  nicht  genannte 
Waren  aus  Steingut:  3.  Gegenstände  für  Zimmerschmuck  und  Galanterie- 
waren wie  Figuren,  Figürchen,  Stataetten  und  ähnliche  Luxas- 
gegenstände. 

aus  506  Waren  aus  Porzellan  oder  porzellanartige  Waren:  (Weichporzellan: 
englisches  oder  Frittenporzellan,  unglasiertes  Porzellan;  Biskuit, 
Parian  und  Jaspis)  mit  oder  ohne  anderen  Verzierungen:  2.  Luxas- 
oder  Galanteriewaren  zum  Z>mmerschmack,  wie  Vasen,  Statuetten, 
Figürchen,  Blumen,  Pflanzen,  Bukette,  Kränze  und  dergleichen: 
a)  weiß  und  einfarbig,  ohne  Malerei  und  Vergoldung,  aus  Kupfer 
oder  Kupferlegierungen,  b)  mehrfarbig,  mit  Vergoldung,  Maierei  und 
Verzierungen  von  Kupfer  und  Kapferlegierangen. 

aus  506  Waren  aus  Ton  und  SteinmasBe,  Porzellan,  Fayence  und  ähn- 
lichen Materialien,  anderweit  nicht  vorgesehen  und  nicht  in  höhere 
Sätze  fallend:  3.  in  Verbindung  mit  feinsten  Materialien;  4.  in  Ver- 
bindung mit  fidelmetallen:  a)  mit  Gold,  b)  mit  Silber. 

519  Glasplättchen,  Glasperlen,  Glasschmelz,  fimaille-  und  Glaskörner, 
lediglich  zur  leichteren  Verpackung,  Aufbewahrung  und  Versendaug 
aufgereiht:  1.  weiße  und  farbige ;  2.  bemalt,  vergoldet,  versilbert. 

520  Edelsteidmitationen  aus  Glas,  Glasschmucksteine,  Glajperlen  und 
wlaskorallen:  1.  nur  zwecks  leichterer  Verpackung,  Aufbewahrung 
und  Versendung  aufgereiht;  2.  als  Schmuck  aufgereiht 

521  Waren  aas  Glasimitationen  als  Edelsteine,  von  Glaskorallen,  Glas- 
plättchen, anch  in  Verbindung  mit  anderen  Materialien,  falls  sie 
dadurch  nicht  unter  höhere  Zollsätze  fallen 

522  Glas  anderweit  nicht  benannt  oder  inbegriffen:  geprtßt,  poliert  usw.; 
3.  gemustert,  vergoldet,  versilbert. 

aus  625  Erzeugnisse  aus  Glas  oder  Emaille  und  Glasimitationen  von 
Edelsteinen  und  Korallen  in  Verbindung  mit  anderen  Materialien. 

Marokko.  Die  deutsche  Einfuhr  hat  nach  vorübergehender  Zu- 
nahme im  Laufe  des  vergangenen  Jahres  wieder  einen  Rückgang  durch 
die  neuerlichen  Einfuhrerschwerungen  erfahren.    An  Stelle  der  früher 


1922.  (56.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL  -  COBURG. 


Nr.  II  —  175 


üblichen  generellen  Einfchrba  willigung  muß  jetzt  Ton  Fall  zu  Fall  «in* 
behördliche  Bewilligung  erwirkt  werden.  Das  Zollverfahren  ist  ausge- 
sprochen gegen  die  deutsche  Einfahr  gerichtet.  Nachdem  zahlreiche 
deutsche  Artikel  sich  als  unentbehrlich  erwiesen  haben,  wurde  durch 
Dekret  vom  9.  1.  20  eine  Einfuhrbewilligung  u.  a.  für  Steingut,  Glas  und 
Kristall  zugestanden.  Zur  Erschwerung  der  Einfuhr  wird  von  den  Zoll- 
bebörden  nicht  der  Faktnrierungswert,  sondern  der  übliche  Großhand-ls- 
verkaufspreis  abzüglich  20— 45%  zugrunde  gelegt.  Reichsdeutsche  Ver- 
treter kommen  gegenwärtig  für  französisch  Marokko  nicht  in  Frage,  da 
die  Niederlassung  deutscher  Staatsangehöriger  noch  untersagt  ist.  Gegen 
Vertreter  französischer  Nationalität  bestehen  naturlich  erhebliche  Be- 
denken Jedenfalls  empfiehlt  es  sich,  nur  mit  durchaus  zuverlässigen 
Vertretern  zu  arbeiten.  Da  die  wirtschaftliche  und  finanzielle  Krisle 
noch  immer  andauert,  sind  die  Absatzaussichten  nicht  günstig  zu  nennen. 

Schweden.  Antidompingbewegung.  Der  Iodustrieverband  hat 
die  Erbebung  einer  Valutaausgleichsabgabe  vorgeschlagen,  die  in  Form 
eines  Zuschlages  zu  den  gleitenden  Zollsätzen  an  der  Grenze  erhoben 
werden  soll.  Ueber  die  Stellungnahme  des  handelspolitischen  Ausschußes 
des  schwedischen  Reichstages  zn  diesen  Vorschlägen  ist  bisher  noch 
nichts  bekannt  geworden.  Vor  einiger  Zeit  hatte  er  sich  gegen  den  Er- 
laß eines  Antidumpinggesetzes  ausgesprochen;  es  scheint  aber  nicht  un- 
möglich, daß  einzelne  Artikel,  vornehmlich  Loxuserzeugnijse,  einer  be- 
sonders scharfen  Behandlung  bei  der  Einfuhr  unterworfen  werden. 

,  Schweden.  Zollt  arifentscheidnngen.  Tabletten:  öhren,  Glas- 
röhren mit  flachem  Boden  (T.  Nr.  697),  versehen  mit  lose  aufsitzendem 
Deekel  aus  vernickeltem  Eisenblech. 

Teile  au  elektrischen  Glühlampen.  Glasballoni  mit  einmontierten 
Metallfäden.   T.-Nr.  1070  (1921) 

Schweiz.  Zolltarifen)  Scheidungen  zum  Gebrauchstarif  vom 
8.6.21     Bekanntmachung  des  eidgen.  Zolldepartements  vom  6.2.22: 

T.-Nr.  ^^p,*2  Bezeichnung  der  Waren: 

698        18  Siphonflaschen  aus  farbigem  Glas,  nicht  in  Verbindung 

mit  Metall,  nicht  geschliffen,  nicht  graviert. 
Spanien.  Das  Zollaufgeld  ist  für  den  Monat  April  auf  23,19«/» 
(24,81)  festgesetzt. 

Süd  afrikanische  Union.  Die  Zollbereehnung  deutscher  Ein- 
fuhrwaren  wird  vom  4.  4.  22  ab  zum  Umrechnungskurs  von  Jt  700  je 
Lstrl.  vorgenommen. 

Geschäftliche  Mitteilungen. 

Fürstenberger  Porzellanfabrik,  Fflrstenberg  a.  Weser.  Auszug 
aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21:  Beingewinn  M  1  703  259 
(8V6062);  Dividende  25%  (25);  Abschreibungen  Jt  90962  (77  918);  Zu- 
weisungen für  Wohlfahrts-  und  gemeinnützige  Zwecke  M  130000,  für 
Kleinwohnungsbauten  für  Werkangehörige  M  300000.  —  Das  abgelaufene 
Geschäftsjahr  brachte  dem  Unternehmen  von  Anfang  bis  Eade  volle  Be- 
schäftigung und  gegen  Eade  desselben  sogar  außergewöhnliche  Nachfrage, 
sodaß  die  Anlagen  im  Bahmen  der  noch  immer  unzureichenden  Kohlen- 
zuteilung voll  ausgenutzt  werden  konnten.  Das  Jubiläumsjahr  (176.)  hat 
"  für  die  Firma  mit  einem  sehr  guten  Auftragsbestand  begonnen.  —  Iu  den 
Aufsichtsrat  worden  0.  Bichter  wieder-  und  G.  Bellers  an  Stelle  des 
verstorbenen  D.  Ahrens  neugewäblt. 

Purzeli anfabrik  Günthersfeld,  A.-G.,  Gehren.  Das  Unternehmen 
verzeichnet  für  das  Geschäftsjahr  1921  einen  Reingewion  von  Jt  1157293 
(701814),  über  dessen  Verwendung  nichts  veröffentlicht  worden  ist. 

Porzellanfabrik  Limbach,  A.-G-,  Limbach.  Auszug  aus  dem  ge- 
nehmigten Abschloß  vom  81  12.  21:  Beingewinn  Jt.  164  802  (135  284); 
Dividende  15%  (15);  Bonus  13%  (5);  Abschreibungen  M  8600  (24573)  — 
Wie  im  Geschäftsbericht  ausgeführt  wird,  litt  der  Betrieb  unter  der  Un- 
gunst der  allgemeinen  Verhältnisse.  Die  Nippes-  und  Loxusabteilung 
konnten  moiatelang  nur  knrz  arbeiten.  Bei  den  übrigen  Erzeugnissen 
aber  erholte  sich  das  Geschäft  und  die  eingeführte  Geschirrerzeugung 
konnte  bereits  fruchtbar  wirken.  Der  allgemeine  Porzellanarbeiterstreik 
blieb  in  seiner  Wirkung  nicht  ohne  Einfloß  auf  das  Betriebsergebnis.  Für 
das  neue  Geschäftsjahr  ist  der  Auftragsbestand  je  nach  Art  der  Erzeug- 
nisse gänzlich  ungenügend  bis  recht  gut.  Dem  Unternehmen  können 
günstige  Aussiebten  zugesprochen  werden. 

Porzellanfabrik  Kauenstein,  vorm.  Fr.  Chr.  Greiner  &  Sohne, 
A.-G.,  Rauenstelu.  Auszug  aas  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.21: 
R-m  gewinn  M  838  998  (654593);  Dividende  25%  (20);  Sondervergütung 
15%  (0);  Abschreibungen  M  300364  (142486);  Büchs  tellung  für  Werk' 
erhaltungs-Konto  Jt  400000;  Zuweisung  an  Arbeiter  wohlfahrts-  Fonds 
M  100000  (100000),  für  gemeinnützige  Zwecke  M  120000  (165  000)  — 
Das  Geschäft' jähr  1921  brachte  große  Schwierigkeiten,  besonders  iu  der 
KohlenbeBchaüang,  mit  Bich.  Das  günstige  Ergebnis  ist  dem  regen  Aus- 
landsgeschäft zu  danken.  Im  Inland  war  der  Absatz  gleichfalls  rege, 
jedoch  weniger  lohnend.  Im  neuen  Jahr  liegen  für  die  nächsten  Monate 
reichlich  Aufträge  vor.  —  Dem  Aufsichtsrat  gehören  gegenwärtig  an: 
Bankdirektor  M.  David,  Vors.,  Bankdirektor  0.  Beseler,  stellv.  Vors., 
Generaldirektor  H.  Filimann,  H.  Georgii,  Fabrikdirektor  M.  Heubach,  Bank- 
direktor P.  Kallensee,  Bankdirektor  Ca.  W.  Paimie. 

Porzellanfabrik  Waldsassen  Barenther  &  Co.,  A  -G-,  Wald» 
sassen.  Auszug  aus  dem  Benehmigten  Abschluß  vom  31.12.  21:  Rein- 
gewinn M  1276094  (709907);  Dividende  20%  (20),  Sondervergütung 
Jt  16%  (10);  Abschreibungen  Ji  816U0  (82916).  —  Nach  dem  Geschäfts- 
bericht hatte  die  noch  immer  zunehmende  gewaltige  Verteuerung  aller 
Betriebskosten  eine  weitere  erhebliche  Steigerung  der  Verkaufspreise  zur 
Foige.  Bei  der  großen  Entwertung  unserer  Valuta  ist  an  einen  Preisabbau 
noch  nicht  zn  denken,  es  besteht  vielmehr  die  Gefahr,  daß  bei  deren  Fort- 
schreiten auch  die  für  den  täglichen  Bedarf  benötigten  Geschirre,  wie  solche  die 
Fabrik  hauptsächlich  erzeugt,  zu  hoch  im  Preise  kommen  werden  nnd  der 
Verbrauch  derselben  dann  verringert  wird.  Das  Aasland  hält  in  den 
letzten  Monaten  mit  dem  Kaufe  zurück.  Die  Beschäftigung  ist  noch 
ausreichend. 


Düsseldorfer  Tonwarenfabrik,  A.-G.,  Belsholz.  Auszug  aus  dem 
genehmigten  Abschluß  vom  31  12  21:  Verlost  Jt  8894,  der  sich  um  den 
Verlustvortrag  auf  Jt  220  960  erhöht;  Abschreibungen  Jl  45754.  —  Der 
Betrieb  der  Tonwarenfabrik  ruhte  während  des  ganzen  Jahres.  Der  Pro- 
zeß gegen  die  für  den  Brandfall  verantwortlich  zu  machende  Behörde 
konnte  noch  immer  zu  keinem  Anschluß  gebracht  werden. 

Somag*  SSchslsche  Ofen«  and  Wandplatten.Werke,  A  -6., 
Meißen.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31. 12.  21 :  Rein- 
gewinn Jt  2179875  (1339000);  Dividende  30%  (25);  Abschreibungen 
Jt  742768  (624309).  —  Während  des  abgelaufenen  Geschäftsjahres  waren 
die  Werke  durchweg  bis  an  die  Grenze  der  Leistungsfähigkeit  beschäftigt, 
wobei  auch  der  Export  in  angemessener  Weise  gepflegt  werden  konnte. 
Der  Umsatz  erfuhr  eine  bedeutende  Steigerang.  Beschäftigung  und  Auf- 
tragsbestand im  laufenden  Jahr  versprechen  auch  weiterhin  eine  günstige 
Entwicklung.  —  Die  o.  G.-V.  genehmigte  die  vorgeschlagene  Kapitals- 
erhöhung om  M  2  Mill.  Stamm-  und  Jt  0  2  Mill.  Vorzugsaktien.  Die 
neuen  Stammaktien  werden  den  bisherigen  Aktionären  im  Verhältnis  4 : 1 
zu  200%  angeboten. 

Dachziegelwerke  Ergoldsbach,  A.-G.,  Ergoldsbach.  Auszug  aus 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  31  12.  21:  Reingewinn  M  1  963  658; 
Dividende  24  %  ;  Abschreibungen  M  321 303 ;  Zuweisung  für  Arbeiterwoh- 
hungsfürsorge  Jt  300000  —  Nach  allen  Erzeugnissen  der  Gesellschaft 
war  die  Nachfrage  äußerst  rege.  Iu  das  neue  Jahr  konnte  ein  umfang- 
reicher Auftragsbestand  übernommen  werden.  Darch  Fortsetzung  des  im 
Vo' jähre  begonnenen  Ausbaues  der  'Werke  können  nunmehr  sämtliche  An- 
lagen voll  ausgenutzt  werden. —  Ia  den  Aufsichtsrat  wurde  Kaufmann 
A  Strauß  wieder-  und  an  Stelle  des  verstorbenen  J.  Mußgnug  Rechts- 
anwalt Dr.  A.  Fürnrohr  neagewäult. 

Glas-  nnd  SpiegeLManufaktur,  A.-G.,  Gelsenkirchen. Schalke. 
Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21:  Reingewinn 
M  9  337  658  (8  809  678) ;  Dividende  30  %  (20);  Sondervergütung  60  %  (50) ; 
Abschreibungen  M,  46  000  1 498  362);  Zuweisung  an  Beamten-  nnd  Arbeiter- 
nnterstützungs-Fonds  M  600  000  (600000).  —  Dem  Geschäftsbericht  zufolge 
hielt  die  zu  Anfang  vorigen  Jahres  eingetretene  Abflauang  im  Geschäft 
bis  gegen  Mitte  des  Jahres  an  und  machte  dann  einer  lebhaften,  stellen- 
weise stürmischen  Nachfrage  Platz,  so'  daß  die  angesammelten  Lager- 
bestände glatt  abgesetzt  werden  konnten.  Die  Gestehungskosten  gingen 
besonders  im  letzten  Qaartal  sprunghaft  in  die  Höhe,  wogegen  die  Ver- 
kaufspreise nicht  im  gleichen  Maße  erhöht  werden  konnten.  Beim  Aus- 
fahrgeschäft sei  mit  dem  ausländischen  Wettbewerb  bereits  ernstlich  zu 
rechnen.  —  Das  ausscheidende  AufsichtBratsmitglied  Dr.  F.  Eitzbacher 
wurde  wiedergewählt. 

Krenznacher  Glashütte,  A.-G.,  Kreuznach.  Das  Unternehmen 
schließt  das  Geschäftsjahr  1921  mit  einem  Beingewinn  von  Jt  35  256 
(63  796)  ab,  aus  dem  15  %  (4<ä5)  Dividende  zur  Verteilung  gelangen.  — 
In  den  Aufsichtsrat  worden  G.  Dammeyer  nnd  W.  Heye  neu  hinzugewählt. 

Sächsische  Glasfabrik,  Badeberg.  Auszug  aus  dem  genehmigten 
Abschluß  vom  31.12.21:  Reingewinn  Jt  2  217  097  (1033  272);  Dividende 
40  %  (40);  Sondervergütung  20%  (0);  "Abschreihungen  Jt  884  508 
(546  248) ;  Rücklage  anf  neugebildetes  Werkerhaltungskonto  Jt  971  685, 
dem  gleichzeitig  der  auf  dem  bisherigen  Erneuerungskonto  verbliebene  Rest- 
betrag von  M  28  415  zugeführt  worden  ist;  soziale  Zuwendungen 
Jt  250  000  (175  000)  —  Im  abgelaufenen  Jahr  hatte  die  Gesellschaft 
wieder  mit  vielen  Fabrikationsschwierigkeiten  zn  kämpfen,  kann  aber  doch 
ein  sehr  gutes  Ergebnis  vorlegen,  da  entsprechende  Preise  erzielt  wurden, 
wobei  auch  das  Auslandsgeschäft  günstig  mit  eingewirkt  hat.  Im  Dezember 
brannte  ein  Lagerschuppen  ab,  der  Geschäftsbetrieb  wurde  dadurch  nicht 
beeinträchtigt.  Ueber  die  Aussichten  vermag  die  Verwaltung  nichts  zu 
sagen.  —  Der  jetzige  AuMchtBrat  besteht  aus:  Bankdirektor  M.  Reimer, 
Vors.,  Kommerzienrat  W.  Hirsch,  stellv.  Vors.,  Rechtsanwalt  A.  Schlechte, 
Kommerzienrat  W.  Döderlein,  Bankdirektor  B.  Wagner,  Rechtsanwalt 
G.  Eckenbrecht. 

Stanz-  nnd  Emaillierwerke,  vorm.  Carl  Thiel  &  Söhne,  A.-G,, 
Lübeck.  Auxzng  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.12.21:  R»in- 
gewinu  Jl  1262  354  (631945);  Dividende  15%  (10);  Abschreibungen 
Jt  357  081  (354899);  Rückstellung  für  Wohlfahrtszwecke  JL  60000  (40000). 

—  Im  Berichtsjahr  war  die  Nachfrage  lebhafter  und  gleichmäßiger  als  im 
Vorjähr.  Durch  Vervollkommnung  nnd  Ausbau  der  Produktionsmittel 
gelang  es,  die  Betriebsschwierigkeiten  einigermaßen  auszugleichen  und  ein 
unter  Berücksichtigung  der  schwierigen  Verhältnisse  nicht  ungünstiges 
Ergebnis  zu  erzielen. 

Th.  Goldsehmidt,  A.-G.,  Essen.  Auszug  aus  dem  genehmigten 
Abschluß  vom  81.12.21:  Reingewinn  Jt  19  Mill.  (7,5);  Dividende  30% 
(20);  Abschreibungen  M  839  246  (845  500);  Buckstellung  für  Boziale  und 
gemeinnützige  Zwecke  Jt  3  Mill  (u  8);  für  Kleinwohnungsbau  Jt  2  Mill. 

—  Nach  dem  Vorstandsbericht  Bind  die  Werke  nicht  gleichmäßig  beschäftigt 
gewesen.  Bei  verbesserter  Rohstoff  Versorgung  konnte  die  Gütererzeugang 
vergrößert  werden.  Dennoch  beträgt  diese  erst  die  Hälfte  der  des  Jahres 
1913.  Da  die  Aufwärtsbewegung  der  Erzeugungskosten  offenbar  noch 
nicht  abgeschlossen  ist,  muß  ein  hoher  Stand  dieser  Kosten  bei  einer 
etwaigen  erheblichen  Erholung  der  Mark  die  Wettbewerbsfähigkeit  der 
Industrie  auf  dem  Weltmarkt  ernstlich  gefährden.  —  Die  ausscheidenden 
Aufsichtsratsmitglieder  A.  von  Back,  Dr.  Frhr.  von  Hirsch  und  Dr.  Vierling 
worden  wieder-  und  Bankdirektor  M.  Schnitze  neu  in  den  Aufsichtsrat 
gewählt. 

Ingenienrgesellschaft  für  Wärmewirtschaft,  A.-G.,  Köln.  Das 
Geschäftsjahr  1921  brachte  eine  wtitere  Eut Wicklung  der  Gesellschaft 
und  einen  weiteren  Auebau  der  Organisation.  Das  verfügbare  Iagenienr- 
personal  war  ständig  voll  für  die  Durchführung  wärmewirtschaftlicher 
Verbesserungen  von  Industriebetrieben  in  Ansprach  genommen.  lasbe- 
sondere wurden,  wie  bereits  im  Vorjahre,  weitere  Abschlüsse  für  die  Be- 
arbeitung ganzer  Industriegruppen  getätigt.  Die  mit  Beginn  des  Ge- 
schäftsjahres angegliederte  keramische  Abteilung,  die  als  Warmestelle  der 
Deutscnen  Keramischen  Geaellscnaft  arbeitet,  hat  die  Verbesserungsmög- 
lichkeiten  für  die  keramischen  Brennöfen  geklärt  und  die  Durchführung 


—  Nr.  15 


SPRECH  SAAL  --COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


der  Verbesserungen  zahlreicher  Betriebe  eingeleitet.  Gleichzeitig  worden 
grundlegende  Forschungsarbeiten  über  den  keramischen  Brennbetrieb  im 
Auftrag  der  Deutschen  Keramischen  Gesellschaft  in  Angriff  genommen. 
Der  Auftragsbestand  bei  Eintritt  ins  neue  Geschäftsjahr  ist  beträchtlich. 
Außer  der  im  Vorjahr  errichteten  Zweigniederlassung  Stuttgart  wurde  im 
Berichtejahr  eine  weitere  Zweigniederlassung  in  Nürnberg  eröffnet.  Die 
Eröffnung  einer  Zweigniederlassung  in  DreBden  steht  bevor.  Die  am 
13  3  22  stattgefundene  Generalversammlung  genehmigte  die  Ausschüttung 
einer  Dividende  von  20%  (i.  V.  20<>/0)  auf  die  volleingezahlten  und  von 
llo/0  auf  die  zu  ein  Viertel  eingezahlten  Aktien.  Nach  Ablauf  des  Be- 
richtsjahres wurde  das  Aktienkapital  von  Jt  1  Mill.  voll  eingezahlt  und 
eine  weitere  Erhöhung  um  Jt  500  000  beschlossen.  . 

Zettlitzer  Kaolinwerke,  A.-6.,  Zettlitz  bei  Karlsbad.  Die 
o  G-V  vom  30  3.  22  beschloß,  den  Kupon  für  das  Jahr  1921  mit 
Kc  48 '  (im  Vonahre  Kc.  60)  je  Aktie  an  den  Kassen  der  Böhmischen 
Eakomptebank  und  Kreditanstalt  in  Prag,  sowie  deren  sämtlichen  Filialen 
zur  Auszahlung  zu  bringen.  Auf  Antrag  des  Verwaltungsrates  Wurden 
auch  für  dieses  Jahr  größere  Beträge  für  Arbeiterwohnungen  und  Be- 
amtenfftrsorge  zurückgestellt.  . 

Nene  Glasfabrik  in  Oesterreich.  Das  unter  Führung  Dr.  Braun- 
Stammfest  (Wien,  I.,  Mahlergasse  3)  stehende  Konsortium,  das  die 
Oberösterr.  Porzellanindustrie  und  die  Oberösterr.  Elektrotechnischen 
Werke  beide  in  Wels,  gründete,  schreitet  nunmehr  an  die  Errichtung  einer 
Glasfabrik  gleichfalls  in  Wels.  Das  neue  Unternehmen  wird  lediglich  auf 
die  Herstellung  von  Massen-Bedarfsartikel  eingestellt  Bein.  Vorerst  ist 
nur  die  Fabrikation  von  Wein-  und  Bierflaschen  und  von  Tafelglas  vor- 
gesehen. Die  Jahresleistungsfähigkeit  der  neuen  Fabrik  wird  mit 
6  Mill  Flaschen  und  mit  630  000  m*  Fensterglas  angegeben.  Mit  dem 
Bau  der  neuen  Fabrik  wurde  vor  kurzem  begonnen.  Die  Betriebsauf- 
nahme  ist  für  Ende  Juni  zu  gewärtigen.  DaB  Unternehmen  soll  als 
Aktiengesellschaft  unter  der  Firma  „  Glasindustrie,  A.-G.,  Fried- 
richshütte,  Wels",  mit  einem  Aktienkapital  von  Kr.  800  Mill.  ins 
Leben  treten.  

General  -  Versammlungen. 

Steatit Magnesia,  A-G.,  Berlin:  o.  G.-V  29.4.  22,  4  Uhr  n.,  Bank- 
haus Gebr.  Arnhold,  Dresden.  T.-O.:  u.  a.  Kapitalserhöhung  um 
M  7,5  Mill.  Inhaberaktien.  ;     .■  V,  tt.-«.  1  0<i 

Vereinigte  Iaolatorenwerke,  A.-G.,  Berlin-Pankow :  o.  G.-V.  24. 4.  22, 
12  Uhr  m.,  Berlin,  Dorotheenstr.  36.  T.O.:  u.  a.  Kapitalserhöhung  um 
M  4  Mill.  Inhaberaktien  auf  Jt  7  Mill.  ttu        w«.  i 

Jlse  Bergbau,  A-G.,  Grube  Jlse:  o.  G.-V.  27. 4.  22,  3  Uhr  ^  Mittel- 
deutsche Creditbank,  Berlin.  T.-O.:  u.  a.  Kapitalserhöhung  um  M  40  Mill. 
Stammaktien;  Umschreibung  von  Vorzugsaktien. 

Tonofenfabrik  Wallner,  A-G.,  Tirschenreuth:  o.  G.-V.  19. 4.  22,  2  Uhr 
n.,  Geschäftsräume  der  Fa  Gebr.  Zehendner,  Mitterteich.  ,  • 

Glasfabrik,  A.-G,  Brockwitz:  o.  G.-V.  3.5.  22,  8*/«  Uhr  n.,  Hotel 
Goldner  Löwe,  Meißen.   T.-O. :  u.  a.  Abschluß  eines  neuen  Gesellschafts- 

^"Bheinische  Glashütten,  A.-G.,  Cöln-Ehrenf  eld :  a.  o.  G.-V.  21.  4.  22, 
12  Uhr  m,  Bankhaus  J.  H.  Stein,  Cöln.  TO.:  u.  a.  Kapitalserhöhung 
um  Jt  6  Mill.  Stamm-  und  M  1  Mill.  6°/0  Vorzugsaktien. 

Glashütte  Friedrichsthal,  A.-G.,  Friedrichsthal  bei  Costebrau:  a.  o.  G.-V. 
21  4  22  5  Uhr  n,,  Bankfirma  Garsch  Simon  &  Co,  Berlin.  T.-O  :  u.  a. 
Kapitalserhöhung  um  Jt  2  Mill.  Stammaktien;  Zusammenlegung  des  Ge- 
schäftsjahres mit  dem  Kalenderjahr.  /•>  • , 

Glas-  und  Spiegel-Manufaktur,  A.-G.,  Gelsenkirchen-Schalke  :  a.  o.  G.-V. 
\.  6.  22,  II1/»  Uhr  v.,  A.  Schaaffhausen'scher  Bankverein,  A.-G.,  Cöln. 
f.-Ö. :  Satzungsänderungen.  . 

GlaBhüttenwerke  Holzminden,  A.-G.,  Holzminden  a.  Weser :  o.  G.-V. 
27.  4.  22,  9  Uhr  v.,  Edenhotel,  Berlin. 

Thüringische  Glas-Iustrumenten-Fabrik  Alt,  Eberhardt  &  Jäger,  A.-G., 
Jlmenau:  o.  G.-V.  20  4  22,  2  Uhr  n„  Gasthof  Zur  Tanne,  Jlmenau: 
T.-O  :  u.  a.  Kapitalserhöhung  um  M  2,6  Mill.  Stamm-  und  M  1  Mill. 
6°/o  Vorzugsaktien.  „       _,„  .  ,  BL       .  „ 

Annweiler  Email-  und  Metallwerke,  vorm.  Franz  Ullrich  Söhne,  A.-G., 
Annweiler  (Pfalz):  a.  o.  G.-V.  6.  5.  22,  10  Uhr  v.,  Geschäftalokal,  Annweiler. 
T-O.:  Aenderung  des  Gesellschaftsvertrages. 

Erste  Darmatädter  Herdfabrik  und  Eisengießerei  Gebrüder  Boeder, 
A.-G.,  Darmatadt:  a.  o.  G.-V.  22.  4.  22,  10  V,  Uhr  v.,  Deutsche  Bank, 
Filiale  Darmatadt.  T.  0.:  u.  a.  Kapitalserhöhung  um  Jt  1,75  Mill.  Stamm- 
und  Ji  0,3  Mill.  7  «/0  Vorzugsaktien. 

F.  Kuppersbuach  &  Söane,  A-G.,  Gelsenkirchen:  o.  G.-V.  28.  4.  22 
5  Uhr  n.,  Hotel  Kaiserhof,  Easen-Rahr. 

Bartsch  Quilitz  &  Co.,  A.-G.,  Berlin :  o.  G.-V.  21.  4.  22,  4  Uhr  n., 
Bankfirma  Carsch  Simon  &  Co.,  Barlin.  T.-O. :  u,  a.  Abachluß  einer 
lnteressengemeiaschaft ;  Kapitalserhöhung  um  M  2,5  Mill. 

Eisenhüttenwerk  Keula  bei  Maskau,  A.-G.,  Keula :  a,  o.  G.-V.  25.  4. .  , 
11  Uhr  v.,  Börsengebäade,  Barlin.  T.-O.:  u.  a.  Kapitalserhöhung  um 
JL  5,9  Mill.  Stamm-  und  Jt  0,3  Mill.  Vorzugsaktien. 

Messen  and  Ausstellungen. 

Hat  das  Wort  „auBstellungsmüde«  im  Deutschland  der  Segen- 
wart  Sinn  und  Berechtigung  1  Victor  Ottmann  verneint  diese  Frage 
in  dem  von  ihm  verfaßten  Geleitwort  zu  der  vornehm  ausgestatteten  und 
wegen  ihres  reichhaltigen  und  hochinteressanten  Iohalts  bemerkenswerten 
Broschüre  der  „Jahresschau  Deutscher  Arbeit  Dresden  1922«, 
die  ihre  erste  Ausstellung  unter  dem  Namen  „Deutsche  Erden"  vom 
16  bis  15  9.  abhalten  wird.  Ottmann  kommt  zu  dem  Schluß,  daß  es 
heute  unter  den  so  einschneidend  veränderten  Verhältnissen  geradezu  eine 
Notwendigkeit  geworden  ist,  wieder  gute  Ausstellungen  zu  veranstalten 
und  zu  beschicken,  um  dem  Inland  und  dem  Ausland  zu  zeigen,  welche 
Leiatungen  unsere  Industrie  nach  langen  Jahren  schwerster  Nöte  und  in 
einer  Zeit  Beelischer  und  wirtschaftlicher  Bedrückung  ohnegleichen  auf- 
wehen kann  —  wie  sie  bestrebt  ist,  verlorenes  Gelände  zurückzugewinnen 
und  sich  auf  dem  Weltmarkte  wieder  gebührende  Geltung  zu  verschaffen. 


—  Die  andern  Beiträge  aus  der  Feder  hervorragender  Fachmänner  geben 
Aufschluß  über  die  Ziele  und  Absichten,  die  die  „Jahresschau  Deutscher 
Arbeit"  in  Dresden  mit  ihren  alljährlich  wiederkehrenden  Ausstellungen 
verbindet.  Professor  Karl  Groß,  der  Direktor  der  Staatlichen  Akademie 
für  Kunstgewerbe  in  Dresden,  zergliedert  in  feinsinniger  und  anschau- 
licher Weise  die  Bestrebungen  der  „Jahresschau",  indem  er  das  wohl- 
durchdachte Ausstellungsprinzip,  den  Qualitätsgedanken  (Höchstleistungen), 
einer  überzeugenden  Betrachtung  unterzieht.  Dr.  Paul  Krais,  Professor 
am  Deutschen  Forschungsinstitut  für  Textilindustrie  in  Dresden,  ergeht 
Bich  in  belehrenden  Ausführungen  über  die  Qualitätsarbeit  vom  tech- 
nischen Standpunkt.  Die  nächsten  Abhandlungen  befassen  sich  mit  den 
Gebieten  Glas  und  Keramik,  die  die  Jabreschau  in  diesem  Jahre  zur  Aus- 
stellung bringt.  Dr.  Gustav  Keppeler,  Professor  der  technischen  Hoch- 
schule in  Hannover,  klärt  über  die  Glasindustrie  und  ihre  Bedeutung  für 
die  deutsche  Volkswirtschaft  auf,  während  der  Syndikus  des  Verbandes 
keramischer  Gewerke  in  Deutschland,  Dr.  Heinrich  Schermann,  über 
„Deutsche  Keramik"  plaudert.  —  Die  Broschüre  enthält  ferner  ein  Ver- 
zeichnis der  verschiedenen  Ausschüsse  der  Jahresschau  sowie  mehrere  gute 
Aufnahmen  des  Städtischen  Ausstellungsgeländes  (auch  einen  Grundriß  der 
Ausstellung)  und  der  Stadt  Dresden. 

Torfausstellung  und  Torfindustrietag  in  Hannover.    Die  vom 
18  —27. 3.  22  von  der  Nordwestdeutschen  Arbeitsgemeinschaft  zur  Förderung 
des  Torfwesens  veranstaltete  Torfausstelluug  war  vom  besten  Erfolge 
begleitet.    Gut  ausgearbeitete  Reliefs  und  Kartenmaterial  sowie  eine  Fülle 
von  wissenschaftlichem,  statistischem  und  Anschauungsmaterial  gaben  ein 
übersichtliches  Bild  der  Torfgewinnung  von  Hand  und  mit  Maschinen. 
Die  Technische  Hochschule  in  Hannover  führte  die  Ergebnisse  von  wissen- 
schaftlichen Versuchen  in  Präparaten,  Bildern  und  Tabellen  vor  und  ver- 
anstaltete während  der  Ausstellung  FeuerungsverBuche  in  den  Heiz-  und 
Kraftanlagen  der  Hochschule,  die  auf  Plan-,  Wander-  und  Treppenrosten, 
sowie  in  einer  Lederschen  Torfsonderfeuerung  sämtlich  überraschend  gute 
Ergebnisse  mit  gebrochenem  Torf  erzielten.   Die  Nord  westdeutsche  Arbeits- 
gemeinschaft und  die  Torf  erzeugerverbände  Stade,  Oldenburg,  Hannover, 
Meppen,  Papenburg  hatten  in  anschaulicher  Weise  die  verschiedenen  Arten 
ihrer  Erzeugnisse  und  die  für  ihr  Gebiet  besonders  markanten  Gewinnungs- 
und  Verwendungsarten  von  Brenn-  und  Streutorf,  sowie  figürliche  Statistiken 
ausgestellt,  die  u.  a.  interessante  Vergleiche  der  Raumbeanspruchung  bei 
den  wichtigsten  Brennstoffen  und  deren  Asche-,  Schlacken-  usw.  Verluste 
darstellen.   Die  Ausstellung  hatte  finanziell  ein  sehr  günstiges  Ergebnis. 
Die  Aussteller,  besonders  auch  die  Fabrikanten  von  Torffeuerungsanlagen, 
waren  von  dem  Resultat  sehr  befriedigt,  da  sie  umfangreiche  Aufträge 
erhalten  haben.   Daß  für  die  Torfindustrie  die  Ausstellung  von  größter 
Bedeutung  gewesen  ist,  wird  die  nächste  Zukunft  zeigen,  da  bereits  jetzt 
die  Anfragen  nach  Torf  bei  den  Verbänden  sich  häufen.   Danach  ist  zu 
hoffen,  daß  sich  in  den  Verbraucherkreisen   die  Ueberzeugung  weiter 
durchsetzt,  daß  durch  den  Bezug  von  den  Landesverbänden  des  Reichs- 
verbandes der  Brenntorferzeuger  die  beste  Gewähr  für  gute  und  zuverlässige 
Torflieferungen  gegeben  ist.   In  der  Ausstellnngswoche  tagten  verschiedene 
wirtschaftliche  Verbände  der  Tortindustrie  und  der  am  Torfverbrauch  be- 
sonders interessierten  Industrien  in  Hannover.   Dem  am  23.  3.  in  Hannover 
veranstalteten  Torfindustrietag  wohnten  300  Personen  bei,  worunter  neben 
Vertretern  der  Behörden  u.  a.  auch  Vertreter  der  schwedischen  und  norwegi- 
schen Industrie  zu  sehen  waren.    Es  sprachen  u.  a.  Prof.  Dr.  *ran*e> 
Hannover,  über  die  Resultate  der  von  ihm  geleiteten,  oben  bereits  erwähnten 
Feuerungsversuche  in  der  Technischen  Hochschule;  Prof.  Dr.  Keppeier, 
Leiter  der  Versuchsstation  für  techn.  Moorverwertung  an  der  Technischen 
Hochachule  in  Hannover,  über  Torfverwertung  in  der  Glas-,  keramischen- 
und  Ziegeliudustrie.    Von  größtem  Allgemeininteresse  war  der  Vortrag 
des  Vorstandes  der  Kohlenwirtschaftsstelle  Bremen,  Herrn  Wenhold,  über 
die  Kohlenversorgung  im  Jahre  1922  und  die  Notwendigkeit  der  ver- 
stärkten Heranziehung  des  Torfes  für  Industrie  und  Hausbrand. 

Die  Wiener  Frühjahrsmesse,  die  vom  19.  bis  25.3.  stattgefunden 
hat  hat  nicht  jenen  stürmischen  Verlauf  genommen,  den  die  erste  Wiener 
Messe  im  März  1921  charakterisierte.  Der  damalige  Tiefstand  der  Krone 
hatte  zu  Massenabschlüssen  geführt,  die  allerdings  in  der  Folge  in  vielen 
Fällen  nicht  ausgeführt  werden  konnten.  Dieses  veranlaßte  viele  Ein- 
käufer diesmal  zu  einer  gewissen  Zaruckhaltung  in  der  Erteilung  von 
Aufträgen  auf  Anfertigung.  DaB  Frühjahrsmesse  Geschäft  war  ruhiger 
und  solider  Da  die  österreichischen  Erzeugnisse  in  vielen  Produktions- 
zweigen in  den  letzten  Monaten  die  Weltparität  zum  Teil  erreicht,  zom 
Teil  sogar  überschritten  haben,  spielte  diesmal  die  Qaalität  der  Ware  die 
ausschlaggebende  Rolle.  Die  Zahl  der  ausländischen  Einkäufer  war  viel 
größer  als  zur  Herbstmesse.  Nicht  unwesentlich  beeinträchtigt  warde  das 
Meßgeachäft  durch  die  Einfuhrachwierigkeiten,  die  in  den  verschiedenen 
Staaten,  vor  allem  aber  in  den  Nationalstaaten  bestehen. 

Verbände. 

Band  deutscher  Fabriken  feuerfester  Erzeugnisse.  Die  dies- 
jährige ordentliche  Tagung  findet  am  16.  5.  22  in  Königswinter  a.  Rh.  statt, 

Der  Arbeitgeberbund  der  feuerfesten  Industrie  Deutschlands 
hält  Beine  ordentliche  Bundesversammlung  am  17. 5.  22  in  Königs- 
winter a.  Rh.  ab. 

Die  Verkaufsstelle  der  Drahtglasfabriken,  6.  m.  b.  H.,  Berlin, 
hat  mit  sofortiger  Wirkung  den  Packungszusohlag  von  Jt  8  auf  Jt  16 
je  am  erhöht.  —  Die  Verkaufsstelle  hat  vom  1. 4  ab  den  Verkauf  der 
Produktion  in  6  bis  8  mm  starkem  Drahtglas  der  Firma  „Guß-  und  Tafel- 
glashtttten,  A.-G.,  vorm.  Paul  Müller,  Niederputzkau"  für  das  deutscht 
Zollinland  übernommen. 

Ein  Ausschuß  zum  Kampf  gegen  die  Außenhandelsstellen, 
Wie  aus  Hamburg  gemeldet  wird,  hat  sich  im  Anschluß  an  dem  in  dei 
Presse  bereits  Beit  längerer  Zeit  gegen  die  Außenhandelaatellen  geführten 
Kampf  nunmehr  in  Hamburg  ein  Ausschuß  gebildet,  der  ohne  mit  den. 
vom  Reichskommissar  ausgesprochenen  Vorwurf  in  sachlicher  Weise  belastet 
zu  sein,  sioh  die  Aufgabe  gestellt  hat,  diesen  Kampf  fortzusetzen.  Dem 
Ausschuß  gehört  neben  anderen  hervorragenden  Vertretern  der  Hamburg« 


im.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


Nr.  15  —  17T 


Kaufmannschaft  auch  der  Präsident  des  Norddeutschen  Hansabandes, 
Dr.  W.  Fehling,  Mitglied  der  Bürgerschaft,  an. 

Leipziger  Mastermessen- Verband  (vorm.  Verband  der  Aussteller 
der  Leipziger  Großmesse,  Sitz  Altona).  In  der  in  Leipzig  abgehaltenen 
Mitgliederversammlung  wurden  in  den  Vorstand  gewählt:  M.  Löffler, 
1.  Vors.,  Hollerer,  i.  F.  Gebr.  Koch,  Neukölln,  2.  Vors.  Die  Geschäfts- 
stelle befindet  sich  Mb  auf  weiteres  in  Altona  a.  E,,  Kronprinzenstr.  4. 


Industrielle  Neuheiten. 

Die  pneumatische  Glasmacherpfeife  (Patent  Lippold-Lorentz). 
Das  Wesen  der  pneumatischen  Glasmacherpfeife  besteht  darin,  daß 
die  Herstellung  von  Glasgegenständen  mittels  der  Pfeife  erfolgen  kann, 
ohne  daß  der  Glasmacher  mit  dem  Munde  bezw.  mit  der  Lunge  zu  blasen 
hat.  Der  Pfeifengriff  ist  mit  komprimierter  Luft  gefüllt.  Durch  einen 
kleinen,  ebenfalls  im  Pfeifengriff  untergebrachten  Apparat  wird  durch 
Ausströmen  von  komprimierter  Luft  so  viel  Außenluft  angesaugt,  als  zum 
Ausblasen  der  Glasgegenstände  nötig  ist.  Die  Pfeife  ist  sowohl  für 
Tafel-  und  geblasenes  Spiegelglas,  als  anch  für  Flaschen-,  Medizin-  und 
Hohlglas  geeignet.  Dieselbe  gleicht  äußerlich  genau  der  jetzt  in  Betrieb 
befindlichen  Pfeife  und  das  Gewicht  ist  dasselbe.  Die  Handgriffe  der  Glas? 
macher  bleiben  dieselben  wie  bisher,  aber  das  Blasen  mit  dem  Munde 
kommt  in  Fortfall.  Die  Patentpfeife  ist  als  betriebsttichtig  erprobt  und 
durch  sie  wird  die  ganze  Glasbläserei  auf  eine  neue  Grundlage  gestellt. 
Der  Glasbläserberuf  war  bisher  wegen  der  Mund-  und  Lungenbläserei 
ein  gesundheitsschädlicher;  dadurch,  daß  bei  der  Arbeit  ein  und  dieselbe 
Pfeife  von  verschiedenen  Leuten  in  den  Mund  genommen  werden  mußte, 
wurden  die  Pfeifen  zum  Träger  ansteckender  Krankheiten.  Da  die  Hälfte 
bis  zwei  Drittel  der  Arbeitsleistung  des  Glasmachers  in  der  Bläserei  be- 
steht, wird  ihm  dieser  wesentliche  Teil  der  Arbeit  durch  die  Patentpfeife 
abgenommen.  Er  arbeitet  wie  .bisher,  anstatt  aber  die  Pfeife  in  den  Mund 
zu  nehmen  und  mit  der  Lunge  zu  blasen,  drückt  er  mit  dem  Kinn  oder 
mit  dem  Finger  auf  einen  am  oberen  Pfeifenrand  angebrachten  Führungs- 
Btift.  Die  Pfeife  leistet  in  Bezug  auf  Druck  und  Menge  ein  Vielfaches 
der  menschlichen  Lunge,  wodurch  die  der  Lungenkraft  gezogenen  Grenzen 
fallen.  Das  Auf-  und  Ausblasen  des  Glases  geht  viel  rascher  vor  sich  und 
die  einzelnen  Gegenstände  können  gfößer  und  rationeller  hergestellt 
werden.  Das  Füllen  der  pnecmatischen  Pfeife  mit  komprimierter  Luft 
erfolgt  in  der  einfachsten  Weise  und  kann  von  jedermann  besorgt  werden 


Firmenregister. 

Deutschland. 

Thüringer  Porzellan-Industrie,  G.  m.  b.  H.,  Beutelsdorf.  Das  Stamm- 
kapital ist  von  M  20000  auf  M  35000  erhöht  worden. 

Oskar  Schlegelmilch,  Langewiesen.  Frau  Helene  Schwartz,  geb. 
Heinrichs,  und  Fräulein  Toni  Schlegelmilch  sind  als  persönlich  haftende 
Gesellschafter  unter  Ausschluß  der  Vertretangsbefugnis  eingetreten. 

Lübecker  Porzellan-  und  Fayence-Fabrik,  G.  m.  b.  H,  Lübeck  (Dorne- 
straße  48—68).  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst.  Die  Gläubiger  wollen 
sich  bei  derselben  melden. 

Forschungsgesellschaft  vereinigter  Porzellanfabriken  m.  b.  H, 
Meiningen.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen  Geschäftsführers  Ortelli  wurde 
Dr.  J.  Dorfner  zum  Geschäftsführer  bestellt. 

Porzellan-  und  Tonwarenfabrik  Steinau,  Littmann  &  Kontny,  Steinau 
a.  0.   Die  Firma  ist  erloschen. 

Porzellanfabrik  Wiefel  und  von  der  Wehd,  G,  m.  b.  H,  Steinbach 
bei  Sonneberg.  Herstellung  und  Vertrieb  von  Porzellan.  Stammkapital: 
Ji  100  000.  Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer  sind  die  Kauf- 
leute Hugo  Wiefel  und  Adolf  von  der  Wehd. 

Deutsche  Steinzeugwarenfabrik  für  Kanalisation  und  chemische  In- 
dustrie, Friedrichsfeld.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen  Otto  Raisig  wurde 
Dr.  Friedrich  Müller  als  stellv.  Vorstandsmitglied  bestellt.  Seine  Prokura 
ist  erloschen. 

A.-G.  Norddeutsche  Steingutfabrik,  Grohn  bei  Vegesack.  Die 
Prokuristen  Carl  J.  D,  Landwehr,  Johannes  B.  P.  Freise  und  Philipp 
K.  Kroemer  wurden  zu  stellv.  Vorstandsmitgliedern  bestellt.  Die  Kaufleute 
Johann  Cappelmann  und  Heinrich  E.  F.  Sievers  haben  Gesamtprokura. 

Bremer  Wandplattenfabrik  m  b.  H,  Aumund.  Die  Kaufleute  Carl 
J.  D.  Lindwehr,  Johannes  B.  P.  Freise  nnd  Philipp  K.  Kroemer  haben 
Gesamtprokura. 

Steingutfabrik  Grttnstadt,  A.-G.,  Grünstadt.  Die  Kapitalserhöhung 
um  M  600000  auf  M  900000  ist  durchgeführt.   Ausgabekurs  120%. 

Deutsche  Kachelofenwerke,  A.-G,  Braunschweig.  Herstellung  und 
Vertrieb  von  Oefen  jeder  Art  sowie  Fabrikation  und4  Handel  jeder  Art,  die 
hiermit  im  Zusau. menhange  stehen.  Grundkapital:  M  1  Mili.  Vorstands- 
mitglied ist  Kaufinan  Otto  Mewes.  Die  Gründer,  die  sämtliche  Aktien 
übernommen  haben,  sind  Bankherr  H.  Huch,  die  Kaufleute  R.  Dentler, 
P.  Dentler,  A.  Wüstefeld  und  A.  Homann.  Den  ersten  Aufsichtsrat  bilden 
Generaldirektor  M.  Dentler,  Rechtswalt  B.  Hennecke,  Architekt  0.  Kratzsch 
und  Bankherr  P.  Schlüter. 

Schamotte-Ofenfabrik  Tietze  &  Schneider,  Liebenwerda.  Persönlich 
haftende  Gesellschafter  sind  die  Kaufieute  Moritz  Tietze  nnd  Otto  Schneider. 

Emil  Kranse  Nachf.,  Veltener  Keramische  Werke  Dr.  ing.  Alfred 
Sadlon  &  Co ,  Velten.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst.  Alleiniger  Inhaber 
ist  Dr.- Ing.  Alfred  Sadlon. 

Tonwarenfabrik  und  Schamottewerk,  Bauer  u.  Fröhler,  Schwarzen- 
feld.  Herstellung  von  -Tonwaren  und  Schamotteerzeugnissen  jeder  Art. 
Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  Grubenbesitzer  Hans  Bauer  und 
Baumeister  Josef  Fiöhler. 


Sieg-Rbeinische  Fabrik  feuerfester  Produkte,  G.  m.  b.  H,  Siegburg. 
Dr.  Theodor  Faßhöller  ist  als  Geschäftsführer  ausgeschieden. 

Schamotte-Fabrik  Witterschlick  Friedrich  Boehme,  Witterschlick. 
Die  Prokura  von  Hans  Tackenberg  ist  erloschen.   Die  Firma  ist  erloschen. 

Benrather  Schmirgelproduktengesellschaft  m.  b.  H,  Benrath.  Die 
Gesellschaft  ist  aufgelöst.   Liquidator  ist  Albert  Seuthe. 

Erwin  Frank  &  Co.,  Fabrikation  von  Schleifpapieren,  Schmirgel- 
waren aller  Art,  Offenburg.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  die 
Kaufleute  Erwin  Frank  und  Max  Frank  jun. 

Glaswerke,  A.-G ,  Berlin.  Mark  Paenson  hat  Prokura  mit  einem 
Vorstandsmi  fcglied. 

Vereinigte  Lausitzer  Glaswerke,  A.-G.,  Weißwasser,  0.-L.  Dr.  Walther 
Rathenau  ist  aus  dem  Aufsichtsrat  ausgeschieden. 

Glashütte  am  Deister  m.  b.  H,  Münder  am  Deister.  An  Stelle  der 
ausgeschiedenen  Albert  F.  und  Ernst  R.  Borstelmann  wurden  Fabrikant 
Heinrich  (genannt  Hans)  Becker  und  Kaufmann  Georg  Rittstieg  zu  selbst- 
ständig vertretungsbefugten  Geschäftsführern  bestellt. 

Hermann  Pröscholdt,  Gotha.    Kaufmann  Curt  Lapp  hat  Prokura. 

Thüringische  Glaswollindustrie,  vorm.  S.  Koch,  G.  m.  b.  H ,  'Ham- 
burg. Fabrikation  und  Vertrieb  von  Glaswolle  zu  technischen  und  anderen 
Zwecken  in  größten  Mengen  mit  den  der  Gesellschaft  allein  zur  Verfügung 
gestellten  patentierten  Maschinen  des  Gesellschafters  S.  Koch.  Stamm- 
kapital: M  30000.  Geschäftsführer  sind  die  Fabrikanten  Septinius  Koch 
und  Karl  Greiner-Petter  jun.  und  die  Kaufleute  Heinz  Goldmann  und  Hans 
Cordts.   Sie  sind  gemeinsam  zu  je  zweien  vertretungsbefugt. 

Andreas  und  Hans  Birk,  G.  m.  b.  H,  Ilmenau.  Die  Gesamtprokura 
von  Albert  Mevs  und  Karl  Schuch  ist  erloschen.  Kaufmann  Karl  Schuch 
hat  Einzelprokura. 

Johannes  Kämpf,  Langewiesen.  Inhaber  ist  Thermometerfabrikant 
Johannes  Kämpf. 

Eschrich  &  Co.,  G.  m.  b.  H.,  Schmiedefeld,  Kr.  Schleusingen. 
Kaufmann  Hermann  F.  Eschrich  ist  nicht  mehr  Geschäftsführer. 

Franz  Schneider  (Benjamin  Sohn),  Schmiedefeld,  Kr.  Schleusingen. 
Glasinstrumentenfabrik  und  Exportgeschäft.  Inhaber  ist  Glasfabrikant 
Franz  Schneider. 

Arno  Köhler  &  Co.,  G.  m.  b.  H.,  Glasinstrumenten-,  Thermometer- 
und  Spritzenfabriken,  Schmiedefeld,  Kr.  Schleusingen.  Fabrikant  Karl 
Paßmann  ist  nicht  mehr  Geschäftsführer. 

Christian  Keßler  &  Sohn,  Schmiedefeld,  Kr.  Schleusingen.  Fabrikation 
nnd  Export  von  Thermometern  und  Glasinstrumenten  sowie  von  Bedarfs- 
artikeln zur  künstlichen  Brut.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind 
die  Glasinstrumentenfabrikanten  Christian  und  Bruno  Keßler. 

Kristallglasschleiferei  Therese  Hilz,  Spiegelau.  Inhaberin  ist 
Therese  Hilz.    Kaufmann  Anton  Hilz  hat  Prokura. 

Eisenhüttenwerk  Marienhütte  bei  Kotzenau,-  A.-G.  (vorm.  Schlittgen 
&  Haase),  Kotzenau.  Die  Kapitalserhöiiung  um  Jt  10  Mill.  Stammaktien 
auf  Ji  20  Mill.  ist  erfolgt. 

Reinstrom  &  Pilz,  A.-G.,  Schwarzenberg.  Die  Kapitalserhöhung  um 
M  2,5  Mill.  Inhaberaktien  auf  Ji  10  Mill.  ist  durchgeführt. 

Richard  Heitmann,  Bremerhaven.  Die  Firma  lautet  jetzt:  „Rosenr 
thal-Porzellan-Niederlage  Richard  Heitmann".  Die  Prokura  von  Käthe 
Heitmann  besteht  fort. 

F.  Kalthoff,  Beuel.  Kaufmann  Fritz  Kalthoff  ist  ausgeschieden  und 
die  Firma  Glasmanufaktur  Beuel,  G.  m.  b.  H,  Beuel,  als  persönlich 
haftender  Gesellschafter  eingetreten.  Ein  neuer  Kommanditist  ist  ein- 
getreten. 

Sahm-Merkelbach,  ®.  m.  b.  H.,  Grenzhausen.  Das  Stammkapital  ist 
von  M  20  000  auf  Jt  100  000  erhöht  worden. 

Bayerische  Silikatgesellschaft  m  b.  H,  München.  Die  Gesellschaft 
ist  aufgelöst.    Liquidator  ist  Großkaufmann  Bernhard  Ullmann. 

M.  Fried  &  Cie.,  Klingenberg.  Die  Prokura  des  Kaufmanns  Mayer 
Fried  ist  erloschen. 

Wiedemann'sche  Druckerei,  A.-G,  Saalfeld.  Die  Kapitalserböhnng 
um  M  2  Mill.  Stamm-  und  Jt  0,2  Mill.  Vorzugsaktien  auf  M  4,3  Mill. 
ist  erfolgt. 


Gebrauchsmuster. 

Deutsches  Beleb. 
Eintragungen. 

806  161.  80  b.  Künstlicher  Mühlstein.  KU.  Josef  Lender,  München. 
12.  12.  21. 

806163.  80  a.  Transportvorrichtung  mit  Reibungskupplung.  Süd- 
böhmische Ton-  und  Keramik-Fabrik,  Neuhaus,  G.  m.  b.  H  ,  Neuhaus, 
Böhmen    14.  12  21. 

805  209.  80  d.  Horizontal  verstellbarer  Tisch  für  BriUenglasbohr- 
maschinen.  „Wumra*  Werkzeug-  und  Maschinenfabrik,  Rathenow. 
27.  12.  21. 

805  219.  34 1.  Kanne  mit  Isoliernasche.  Ernst  Oppenheim,  Berlin, 
Elisabeth-Ufer  53.   6.  1.  22.  / 

8t5  226.  80  a.  Topfformmaschine.  Alfelder  Maschinen-  und  Modell- 
fabrik Künkel,  Wagner  &  Co.,  Alfeld.   9.  1.  22. 

805  272.  4  a.  Lampenzylinder  mit  in  Höhe  und  Länge  des  Glüh- 
strumpfes  am  Zylinderumfang  gleichmäßig  verteilten  kleinen  Oeffunngen. 
Johannes  Siebert,  Häverstädt,  Wernigeröderstraße  48,  und  Dr.  Paul  Siebert, 
Sangerhausen.   7.  1.  22. 

805  299.  341.  Kaffeetrichter.  Bunzlaner  Keramische  Werkstätten 
Reinhold  &  Co,,  Bunzlau.   3.  12.  21. 

805  316.  36  a.  Transportables  Kachelöfchen.  Curt  Heinze,  Dresden, 
Nicolaistraße  22.  7.1.22. 


J?8 


Nr.  Ii 


SPRECKSÄAL  •  CÖBU R"Ö. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


806  634.  77  f.  Poppen- bezw.  Tierange.  Bruno  Schmidt,  Walters- 
hansen i.  Tu.   5. 1.  22. 

805  636.  42  i.  Thermometer  für  Automobile  in  starker  Metall- 
fassung,  Bicher  gegen  Stoß  nnd  Scblasr.  Glastecbnische  Piäzisionsfabrik 
für  Laboratoiiom-  nnd  Fabiikbedarf  Widder  &  Co.,  Schmiedefeld,  Kr. 
Schleusungen.   9.  1.  22. 

805  568.  36  a  Ofen  aus  feuerfester  Kunststeinmasse.  Emil  Voitel, 
KJeiDPaübemitz,  Post  Guttat).    11.  11.  21. 

805  628.  341.  Detachierbrettauflage  ans  Email.  Bobert  Katzen- 
stein,  Berlin- Wilmersdorf.   27  12  21. 

805  684.  34 1.  Vorrichtung  zum  gegenseitigen  Abstreifen  von  zu 
verspiegelnden  doppelwandigen  Gefäßen,  insbesondere  von  Isolierflascben. 
Chemische  Werke  vormals  Auergesellschaft  m.  b.  H.,  Komm.-Ges.,  Berlin. 
7.1.22. 

805  725.  64  a.  Flaschenverschluß.  Gehe  &  Co.,  A-G,  Dresden. 
28.  12  21 

805  782.  32  a.  Vorrichtung  znm  Nachbearbeiten  von  Glasgegen- 
ständen. 

805  783.  32  g.  Vorrichtung  zum  Nachbearbeiten  von  Glasgegen- 
ständen. 

805  784.  32  a.  Vorrichtung  zum  Nachbearbeiten  von  Glasgegen- 
ständen. 

Richard  Cmok,  G  m.  b.  H,  Berlin.   29  10.  21. 

805  856.  42  n.  Porositätsapparat.  Carl  Woytacek,  Glastechnische 
Werkstätten,  G.  m.  b.  H ,  Hamburg.    13.  1.  22 

805  866.  32  a  Absprengvorrichtung  für  Hohlglilser  aller  Art. 
Richard  Cmok,  Berlin,  Walditraße  43.   4  3  21. 

805  904.   21  f.   Glühbirne.   Rudolf  Zapf,  Würzen.   27.  5.  21. 


806  069.  42 1.  Vorschaltflasche  zur  Titriereinrichtung.  Paul  Elees, 
Düsseldorf.   27.  10.  21. 

806 177.  24  a.  Feuerung  für  Kachelöfen  u.  dgl.  Hans  Barlach, 
Berlio,  Stromstraße  9.    18.  1  22 

806195.  30  a.  Glaszylinder  mit  Innengewinde.  Gertrud  Rusten- 
baeh,  CbaH  Ottenburg,  Schloß  «fräße  19.    14  9.  21. 

806  236  30  s.  Kinderflaschenverschluß.  Willy  Schwedland,  Marien- 
bürg  i.  We*tpr.    17.  1.  22. 

806  241.  21  c.  Isolator.  Porzellanfabrik  Eahla,  Filiale  Hermsdorf- 
Klosterlausnitz,  Hermsdorf,  S-A.    24.  11.  19. 

806  290.  21  c.  Elektrischer  Stützisolator  für  Freiluftanlagen.  All- 
gemein« Elektrizitäts-Gesellschaft,  Berlin.    20  1.  22. 

805  607.  53  b.  Einkochglas  mit  Vorrichtung  zum  leichten  Oeffuen. 
Rudolf  Arndt,  Freiburg  i.  Br ,  Lorett  wtraße  49    28  6.  21. 

806  656.  30  b  Künstlicher  Zahn.  Dr.  Victor  v.  Donat,  Remscheid, 
Hindenhnrpstraße  72    1.  10.  21. 

806  663.  36  a.  Kachelofen  mit  liegender  und  stehender  Wärmröhre 
sowie  mit  Flugaschen-  und  LuftzufübrUngBkammer.  Friedrich  Fuetas,  Ober- 
hausen, Rhld  ,  Hoffnungstraße  80    29.  12  21. 


Verlängerung  der  Schutzfrist. 
696  278.   SO  a.   TonbescbickuDgsapparat.   Fritz  Grone,  Magdeburg, 
Lttbeckeretmße  41.   9.  1.  22. 

716  194.    21  e.    Isolator.    A-G.  Brown,  Boveri  &  Cie.,  Baden, 
Sehweix    28  1.  22. 

737  872.  21  c,  Doppelkopf isolator.  Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  & 
Co.,  A-G.,  Selb,  Bay.   28.  1.  22. 


Fragekasten  des  Sprechsaal. 

Keramik. 


86.  Wir  haben  ein  Kaolinvorkommm  erschlossen,  dessen  Mächtig- 
keit und  Güte  eine  Veredelung  des  Materials  gestattet.  Welches  sind  nun 
die  besten  und  zweckmäßigsten  maschinellen  Einrichtungen,  und  wer  liefert 
sie?  Sehr  erwünscht  ist  die  Spezifizierung  der  einzelnen  Maschinen  in  der 
Reihenfolge,  in  der  das  Rohmaterial  sie  zu  passieren  hat. 

Erste  Antiwort:  Die  übliche  Aufarbeitung  von  Kaolin  ist  die 
folgende:  Der  Robkaolin  wird  abgegraben  und  wenn  nötig  auf  einem 
Walzwerk  zerkleinert.  Hierauf  gelangt  er  mittels  Becherwerks  nach  den 
Schlämmbottichen  mit  dem  Qiirl.  Das  Schlämmen  erfolgt  kontinuierlich, 
indem  Wasser  ia  genügender  Menge  und  Kaolin  dem  Bottich  zugeführt 
werden.  Durch  die  rotierende  Bewegung  des  Quirls  wird  der  Kaolin 
auf  geschlämmt,  gröbere  Beimengungen,  wie  S*nd,  Steine  usw.  fallen  zu 
Boden,  während  der  im  Wasser  fein  verteilte  Kaolin  an  einer  Stelle  des 
Bottichs  überläuft.  Entweder  ist  schon  hier  ein  Absatzbassin  vorgesehen, 
ehe  der  Schlamm  in  die  Scblämmrinne  läuft,  oder  die  Rinne  ist  später 
durch  verschiedene  kleinere  Bassins  unterbrochen.  In  diesen  wie  auch  in 
der  Rinne,  die  entsprechend  der  Menge  des  überlaufenden  Kaolinwassers 
gebaut  ist,  setzt  sich  der  feine  Sand  ab.  Die  Länge  der  Rinne  hängt 
von  der  Größe  der  Anlage  ab,  soll  aber  nicht  unter  60  m  betragen.  Die 
Rinne  selbst  wird  schlangenartig  gewunden  angelegt  und  erhält  nur  das 
allernötigste  Gefälle.  Zu  rasches  Schlämmen  ist  zu  vermeiden,  da  sonst 
der  feine  Sand  mit  in  die  Semmelbassins  gelangt  nnd  die  Qualität  des 
Kaolins  herabsetzt.  Am  Ende  der  Schlämmrinne  sind  Klopfsiebe  ange- 
bracht, die  mitgeführte  Verunreinigungen  zurückhalten.  In  den  Sammel- 
bassins  setzt  eich  der  Kaolin  zu  Boden,  und  das  darüberstehende  Wasser 
wird  abgezogen  nnd  zuweilen  wieder  zum  Aufschlämmen  verwendet. 
Der  Kaolinsrhlamm  wird  mittels  Membranpumpe  in  Filterpressen  gepumpt, 
wobei  das  Wasser  znm  größten  Teil  entfernt  wird.  Die  festen  Kaolin- 
kuchen werden  in  2  oder  4  Teile  zerschnitten  nnd  gelangen  dann  in  die 
Trockenräome.  Letztere  können  im  Sommer  frei  liegen,  für  den  Winter 
und  die  nasse  Jahreszeit  sind  jedoch  Räume  mit  Heizung  vorzusehen. 
Wie  diese  erfolgt,  hängt  von  der  Anlage  und  der  evtl.  vorhandenen  Wärme- 
quelle ab. 

Zweite  Antwort:  Zur  Entfernung  von  Quarz-  und  Feldspat- 
körnern und  ähnlichen  Beimengungen  ans  dem  Robkaolin  bedient  man  Bich 
fast  überall  des  Schlämmverfahrens.  Der  ans  der  Grube  kommende,  fenchte 
Bohkaolin  wird,  wenn  die  erforderlichen  Wärmemeogen  dazu  zur  Ver- 
fügung Bteben,  bis  zu  einem  Höchstgehalt  von  6—7%  Wasser  getrocknet 
und  dann  anf  irgend  einer  Mahlmaschine,  z.  B  einem  Kollergang  oder 
einer  Kugelmühle,  welche  kontinuierlich  arbeitet,  zerkleinert.  Muß  die 
Zerkleinerung  des  Rohkaolins  in  feuchtem  Znstande  durchgeführt  werden, 
dann  eignet  sich  das  Nockenwalzwerk  oder  ein  Desintegrator  am  besten. 
Für  das  Aufschiämmen  und  für  die  Afcicheidung  der  sandigen  Bestand- 
teile gibt  es  verschiedene  Verfahren,  welche  sich  im  Prinzip  aber  gleich 
lind.  Gewöhnlich  kommt  der  Kaolin  in  ein  Rührwerk,  wo  er  nach  seinem 
Aufschluß  mit  Wasser  in  Form  von  Kaolinmilch  abgelassen  wird  und  durch 
mehrere,  zuerst  kleine,  dann  größere  Behälter  fließt.  Der  gröbste  Teil 
der  loBge'östen  Feldspat-  und  Quarzkörner  wird  sich  sofort  zu  Boden 
setzen;  mit  zunehmender  Größe  der  Behälter  nnd  abnehmender  Ge- 
schwindigkeit des  Wassers  setzen  sich  znletzt  auch  die  feinsten  Sand- 
teilchen am  Boden  ab.  Die  reine  Kaolinmilch  fließt  entweder  in  große 
Bebälter,  wo  sich  der  Kaolin  zu  Boden  setzt,  während  das  klare  Wasser 
durch  Hähne  abgelassen  oder  mit  einem  Gnmmischlanch  abgehebert  wird, 
oder  sie  wird  in  Filterpreseen  zu  Kuchen  gepreßt,  welche  dann  getrocknet 
werden.  Der  Kaolinschlamm  im  Behälter  muß  entweder  so  lange  lagern, 
bis  er  sich  ausstechen  laßt,  oder  er  muß  in  Behälter  zum  Trocknen  ge- 
füllt weiden.  Handelt  es  sich  nicht  dämm,  reinen,  trocknen  Kaolin  her- 
zustellen, sondern  kann  der  Schlamm  zur  Herstellung  von  Porzellan-  oder 
anderen  Massen  direkt  verwendet  werden,  so  läßt  sich  derselbe  am  ein- 
fachsten dadurch  trocknen,  daß  man  ihm  entsprechende  Mengen  von  Feld- 
spat, Qaare  oder  andere  trocken«  M «ssebestandteile  zusetzt,  bis  er  knet- 
bar und  transportfähig  ist.  Dir  Aufbereitung  des  Kaolins  mit  Wasser 
haften  große  Nachteile,  besonders  die  des  großen  Wasser-  und  Piatzbe- 


darfes  nnd  der  znr  Verdampffing  des  Wassers  erforderlichen  Wärme-  nnd 
Zeitmengen  an.  Es  kann  daher  vor  jeder  Nenanlage  nur  ein  V*  such  mit  der 
Trockenaufbereitung  von  Rohkaolin  —  j«der  Kaolin  dürfte  sich  nicht 
dafür  eignen  —  empfohlen  werden,  bevor  man  umfangreiche  S'hlämm- 
anlagen  baut.  Im  Sprechsaal  1921,  Nr.  34,  ist  eine  ausführliche 
Abhandlung  darüber  veröffentlicht. 

Dritte  Antwort:  Es  lassen  sich  hier  nur  allgemeine  Richt- 
linien geben,  wie  der  Veredelungsprozeß,  d.  h.  das  Ausschlämmen  oder  das 
Sichten  von  Kaolin  erfolgen  kann.  Manche  Kaoline  eignen  sich  zum 
Schlämmen  besser  als  zum  Sichten,  da  im  letzteren  Falle  der  Rohkaolin 
ziemlich  frei  von  Eisenoxyd,  Schwefelkies  nnd  anderen  Verunreinigungen 
sein  muß,  was  jedoch  nur  Belten  der  Fall  i*t.  —  Der  Schlämmprozeß  geht 
folgendermaßen  ver  sich:  Au'  einer  schiefen  Ebene,  mit  einem  Fahr- 
stuhl oder  Elevator  wird  das  Rohmaterial  gehoben  und  nach  Durchlaufen 
eines  Walzwerkes  auf  den  Schlämmqairl  gegeben.  Die  hier  entstehende 
Kaoliamilch  läuft  dann  durch  ein  System  von  Rinnen  mit  entsprechenden 
Sieben  und  ergießt  sich  in  die  Absetzbaseins.  Das  nach  einiger  Zeit 
abgeschiedene  Wasser  wird  dann  so  oft  abgezogen  bis  der  Kaolinsahlamm 
eingedickt  ist  nnd  in  den  Filterprassen  ausgepreßt  werden  kann.  Von  den 
Filterpressen  weg  werden  die  Kaolinkuchen  auf  Horden  an  der  Luft  oder  in 
geeigneten  Trockenräumen  getrocknet  nnd  dann  in  Säcke  gefüllt.  Je 
nachdem  die  Anlage  größer  oder  kleiner  geplant  ist,  sind  die  Maschinen 
dementsprechend  groß  zu  wählen,  ebenso  die  Absatzrinnen  nnd  die  Absatz- 
bassins. Der  Reihenfolge  nach  Bind  folgende  Maschinen  nötig:  Aufzug 
oder  Elevator,  Walzwerk,  Schlämmqairl,  Absetzrinnen  und  Absetzbassins, 
Pumpen  nach  dem  Miscbqoirl,  Filterpressen  mit  Memoranpampeu  od*r 
Montejus  mit  Lnftdruckpumpen,  Trockenhallen  oder  Trockeukanäle.  Die 
nötigen  Arbeitsräume  richten  sich  nach  der  Größe  der  Schlämmerei,  wie 
auch  die  Betriebskraft  —  besser  eigene  Dampfmaschine  wegen  der  Trocken - 
und  Heizgelegenheit  —  hiernach  bemessen  wird.  —  Immerhin  ist  eine 
Schlämmerei  nicht  billig  in  der.  Herstellung,  wenn  eine  tägliche  Leistung 
von  mindestens  10  t  Feinkaolin  vorgesehen  ist.  Bei  einer  kleineren  Leistung 
ist  eine  Schlämmerei  sowieso  weniger  oder  gar  nicht  rentabel.  Dient  die 
Schlämmerei  nur  für  den  eigenen  Bedarf,  so  branchte  der  Kaolin  nicht 
ausgepreßt  zu  werden,  sondern  der  eingedickte  Kaolinschlamm  ließe  sich 
ohne  weiteres  verwenden,  in  welchem  Falle  auch  die  Sehlämm-Aalage  k  ein 
gehalten  werden  und  wegen  Wegfalls  der  Entwässerung  rentabel  sein 
könnte.  Das  Aussichten  von  (Kaolinen  mit  Windsichter  kann  da  ange- 
wendet werden,  wo  es  Bich  um  trockenen  pulverförmigeu  Feinkaolin 
handelt;  die  Anlage  ist  hierbei  auch  billiger,  ebenso  die  Bedienung.  Es 
köonen  aber  dabei,,  wie  oben  bemerkt,  nur  dafür  geeignete  Rohkaoline 
verwendet  werden.  Bevor  man  an  die  Veredelung  von  Rohkaolinen  heran- 
geht, müssen  dieie  unbedingt  erst  auf  ihre  Zusammensetzung  nnd  auf  ihre 
sonstigen  Eigenschaften  untersucht  werden,  nm  festzustellen,  ob  sich  das 
Material  überhaupt  zu  keramischen  oder  anderen  Zwecken  eignet.  —  Pläne 
für  Schlämmereien  nnd  Siohtanlagen  liefert  Ingenieur  ünger  in  Dresden- 
Blasewitz. 

Vierte  Antwort:  Um  sich  über  die  Kaolinsohlämmerei  zn 
orientieren  ist  es  am  besten,  Sie  sehen  sich  eine  solche  an  Nach  dem ' 
Auflösen  des  Kaolins  mit  Wasser  im  Schlämmquirl  wird  der  abgeschlämmte 
Kaolin  in  Bassins  geleitet  und  hieraus  der  Scnlamm  nach  dem  Absetzen 
in  Pressen  gepnmpt,  wo  er  zu  Kuchen  gepreßt  wird.  Suhlämmqairl, 
Pressen  nnd  Pumpe  sind  die  einzigen  Maschinen,  die  Ihr  Betrieb  braucht. 
Rohkaolin  muß  zuweilen  zuerst  zerkleinert  werden,  bevor  er  in  den 
Schlämmquirl  gelangt,  und  dazu  eignet  sich  am  besten  ein  Walzwerk. 

Fünfte  Antwort:  Die  im  Anzeigenteil  genannten  Spezialf abriken 
für  keramische  Maschinen  werden  Ihnen  gern  Vorschläge  unterbreiten 
nnd  Pläne  sowie  Maschinen  liefern.  In  eigener  Zuschrift  melden  sich  die 
Gerser  Induetriewerke  Philipp  Frankenberger  in  Gera-Reuß  zum  Bau  von 
Kaolin- VeredelungB-Anlagen. 

87.  In  letzter  Zeit  reißen  in  der  Druckerei  die  Buntdruoke  stark, 
und  zwar  besonders  bei  Untertassen.  Nach  Aussage  der  in  Frage  kom- 
menden Arbeiterin  mußte  sie,  nachdem  der  Buntdruck  bereits  lackiert  war, 
auf  einen  Tag  andere  Arbeit  maohm,  und  der  Buntdruck  sei  infolgedessen 


1982.   (55.  Jahrgang.) 


S  PR.E C  HS  A  A  L  -  cprB4  ',R-0. 


Sir.  \b  ~  i?f 


verstaubt  und  dann  gerissen.  Auch  der  Obermaler  ist  dieser  Ansicht. 
Ist  sie  richtig? 

Erste  Antwort:  Die  Ansicht  Jas  Ohermalers  und  der  Druckerin 
ist  richtig.  Doch  können  auch  andere  Ursachen  dem  Beißen  der  Drucke 
zn  gründe  liegen,  z.  B  anreine  Ware,  verstaubte  Buntdrucke,  schlechtes 
Abwaschen,  minderwertiger  mitunter  auch  zu  dünner  oder  zn  dicker  Lack, 
feuchtes  Einfüllen  nnd  zn  starkes  Aufbrennen.  Jedenfalls  ist  es  ganz  ver- 
werflich, Buntdrucke  mit  Lack  überstrichen  längere  Zeit  als  notwendig 
liegen  zn  lassen,  da  sich  überall  Staub  anf  ihnen  ablagert,  der  nicht  ent- 
fernt werden  kann  nnd  dann  eine  Isolierschicht  zwischen  Scherben,  nnd 
Drnck  bildet,  die  das  Beißen  der  Bilder  znr  Folge  hat. 

Zweite  Antwort:  Ob  sich  die  Annahme  der  Arbeiterin  nnd  des 
ObermBlerB  bestätigt,  können  Sie  doch  selbst  leicht  feststellen,  indem  Sie 
bei  einem  Teil  der  Untertassen  den  Buntdruck  lackieren  nnd  einen  Tag 
stehen  lassen,  wobei  sich  dann  derselbe  Fehler  zeigen  muß.  Nachdem  Sie 
jedoch  schreiben,  daß  in  letzter  Zeit  in  der  Druckerei  die  Buntdrucke 
stark  reißen  und  besonders  bei  Untertassen,  so  ist  anzunehmen,  daß  der 
Fehler  an  den  Materialien  liegt,  die  vielleicht  nen  bezogen  wurden.  Leider 
ist  Ibrer  Frage  nicht  zn  entnehmen,  ob  die  Buntdrucke  vor  oder  nach  dem 
Schmelzen  reißen;  sollte  letzteres  der  Fall  sein,  so  können  Sie  mit  Be- 
stimmtheit annehmen,  daß  feuchte  Dämpfe  in  der  Mnfftl  die  Ursache  sind. 

Dritte  Antwort:  (Wenn  besonders  die  Untertassen  reißen,  die 
leicht  Stanb  aufnehmen,  so  ist  die  Ansicht  Ihrer  Leute  richtig,  denn  dem 
Druckpapier  ist  der  Fehler  keinesfalls  zuzuschreiben.  In  Frage  kirne 
noch  die  Beschaffenheit  des  Lackes,  womit  die  Papiere  überzogen  werden 
und  die  Stärke  des  Auftrags. 

58.  Wie  werden  an  Terrakottawaren  (Figuren,  Vasen  usw.)  glänzende, 
Stellen  mattiert  ?   Die  Glanzflecken  stören  oft  den  Oesamteindruck. 

Erste  Antwort:  Zum  Mattieren  glänzender  Stellen  eignet  sich 
sowohl  das  Standstrahlgebläse  als  auch  die  Flußsäure,  deren  Stärke  nnd 
Daner  dfr  Einwirkung  auszuprobieren  ist.  Auch  das  im  Handel  erhält- 
liche Mattsalz.  Flnorammonium,  Sann  benutzt  werden;  es  wird  mit 
Glyzerin  angerieben  und  mit  einem  Pinsel  anf  die  betreffende  Stelle  auf- 
getragen. Nach  erfolgter  Aetzung  wird  diese  mit  warmen  Sodawasser  ab- 
gewaschen und  die  ganzen  Stücke  werden  in  Wasser  abgespült  und  ge- 
trocknet. Vor  allem  ist  beim  Arbeiten  mit  Flußsäure  und  deren  Salzen 
daranf  zn  achten,  daß  die  Arbeiter  Gummihandschuhe  tragen,  da  sonst 
gefährliche  Aetzungen  vorkommen  können. 

Zweite  Antwort:  Wenn  es  sich  um  Figuren,  Vasen  usw.  ans 
Bob-Terrakotta  handelt,  so  können  die  angeführten  Glanzflecken  doch  nur 
dadurch  hervorgerufen  werden,  daß  Stoffe  im  Bohmaterial  geschmolzen 
nnd  glasig  geworden  sind.  Derartige  Flecken  lassen  sich  nur  dann  durch 
Schleifen  entfernen,  wenn  sie  nur  anf  der  Oberfläche  erscheinen  nnd  also 
nicht  tief  in  den  Scherben  eingedrungen  sind.  Ist  letzteres  der  Fall,  so 
ist  ein  Entfernen  der  Flecken  kaum  möglich.  Vielleicht  verträgt  es  Ihr 
Terrakottaton,  daß  Sie  denselben  etwas  niedriger  garbrennen ;  dadurch 
können  Sie  vielleicht  das  Schmelzen  der  schädlich  wirkenden  Stoffe  ein- 
dämmen nnd  den  angeführten  Fehler  schon  von  Grund  anf  vermeiden. 
Noch  besser  ist  es,  wenn  Sie  den  Ton  genau  untersuchen  lassen.  Vielleicht 
lassen  Bich  die  fraglichen  Stoffe  leicht  durch  Schlämmen  oder  dergl.  ans 
dem  Ton  entfernen,  nnd  Sie  bekommen  dauernd  saubere  Terrakottawaren. 
Da  nun  Terrakottaväsen  nnd  Figuren  vielfach  kalt  bemalt  werden  (Patina 
usw.)  und  hierbei  glänzende  Stellen  sehr  oft  auftreten,  so  liegt  die  Ver- 
mutung nahe,  daß  dies  auch  bei  Ihren  Artikeln  zutrifft.  In  diesem  Falle 
können  Sie  den  Glanz  mit  Terpentin  wegnehmen. 

Dritte  Antwort:  Sie  können  die  glänzenden  Stellen  beseitigen, 
indem  Sie  dieselben  mit  einer  Mischung  von  Flußsäure  nnd  Wasser  an- 
pinseln nnd  dann  in  Wasser  abspülen.  Einfacher  wäre  es,  wenn  Sie  Ihre 
Masse  etwfis  ändern  würden,  denn  Ihr  Ton  sintert  wahrscheinlich  leicht. 

59.  Ist  heute  bei  der  Preisbemessung  von  Maschinen  das  Gewicht 
von  ausschlaggebender  Bedeutung,  nachdem  die  Eisenpreise  so  sehr  hoch 
stehen?  Sind  bei  einem  angenommenen  Gewichte  von  zusammen  7000  kg 
Unterschiede  bis  1000  kg  zulässig  und  handelsüblich? 

Erste  Antwort:  Sie  hätten  bei  Ibrer  Frage  mit  angeben  müssen, 
um  welche  Maschine  es  sich  eigentlich  handelt.  Kaufen  Sie  eine  Maschine, 
so  ist  der  Preis  entweder  fest  oder  der  Kauf  erfolgt  freibleibend.  Bei 
festem  Preis  ist  es  nnn  nicht  Ihre  Sache,  ein  evtl.  Mehrgewicht  zu  be- 
zahlen, dagegen  bei  freibleibender  Lieferung.  Handelt  es  sich  aber  um 
eine  Spezialanfertigung  nnd  iat  der  Preis  nach  dem  Gewicht  festgesetzt, 
so  müssen  Sie  das  Mehrgewicht,  wie  bei  der  Kalkulation  vorgesehen, 
ebenfalls  tragen.  Bei  den  heutigen  Maschinenpreisen  ist  der  Preis  des 
Isisens  maßgebend,  denn  dieser  steigt  andauernd.  Als  Kaufmann  sollten 
Sie  dies  doch  wissen,  denn  die  Preise  Ihrer  Erzeugung  gehen  sicherlich 
auch  in  die  Höhe  nnd  nicht  herunter. 

Zweite  Antwort:  Nachdem  die  Eisenpreise  wieder  bedeutend 
gestiegen  sind,  so  ist  heute  mehr  denn  je  bei  der  Preisbemessung  von  Ma- 
schinen das  Gewicht  von  ansschlaggtbender  Bedeutung.  Bei  einzelnen 
Neuanfertigungen  von  Maschinen  nach  Zeichnungen  oder  Angaben  sind 
bei  einem  angenommenen  Gewicht  von  7000  kg  Unterschiede  bis  1000  kg 
wohl  möglich  nnd  in  Berechnung  zu  ziehen.  Bei  Maschinen,  die  laufend 
gleichmäßig  angefertigt  werden,  dürften  derartig  große  Gewichtsunter- 
schiede nicht  in  Frage  kommen. 

Dritte  Antwort:  Je  höher  die  Bisenpreise,  umso  ausschlag- 
gebender ist  das  Gewicht  für  den  Preis  der  Maschine.  Bei  Gußstücken 
von  großem  Gewicht  mit  geiioger  Bearbeitung,  d.  h.  wo  das  Material  und 
nicht  die  Arbeitslöhne  bei  der  Festsetzung  des  Preises  ins  Gewicht  fallen, 
ist  das  Gewicht  maßgebend;  bei  Maschinen  oder  Maschinenteilen,  welche 
viel  bearbeitet  werden  müssen  oder  durch  schwierige  Montage  viel  Arbeits- 
kraft erfordern,  kommt  natürlich  nicht  mehr  das  Gewicht  als  Maßstab 
für  die  Bewertung  der  Maschine  in  Betracht.  Wenn  Ihnen  von  ver- 
schiedenen Firmen  ein  und  dieselbe  Maschine  mit  verschiedenem  Gewicht 
angeboten  wurde,  müssen  Sie  die  Konstruktion  der  einzelnen  Maschinen 
prüfen,  denn  wenn  eine  Maschine  gleicher  oder  ähnlicher  Art  6000  kg 
wiegt,  die  andere  dagegen  7000  kg,  so  wird  erstere  entweder  zn  schwach 
oder  letztere  unnötig  stark  gebaut  sein. 

Vierte  Antwort:  Bei  der  Preisbemessung  von  Maschinen  ist 
heutzutage  ebenso  das  Gtwieht  wie  die  Bearbeitung  ausschlaggebend.  Ob 


dabei  das  Gewicht  oder  die  Bearbeitung  mehr  in  die  Wagschale  fällt, 
hängt  allein  von  der  Konstruktion  der  Maschinen  ab.  Nicht  nur  die 
Eisenpreise  sind  sehr  hoch,  auch  die  Löhne  sind  es,  so  daß  man  Ihre  Frage 
ohne  weiteres  laicht  beantworten  kann,  wenn  man  nicht  weiß,  um  welche 
Maschinen  es  sich  handelt.  Es  fragt  sich  allerdings,  ob  das  von  Ihnen 
bemängelte  größere  Eisengewicht  unnützer  Weise  bei  der  Maschine  ver- 
braucht worden  ist. 


(Hai. 

40.  Uns  steht  in  unserer  Hütte  hinreichend  Leuchtgas  zur  Verfügung, 
und  wir  könnten  damit  fahrbare  Trommeln  speisen.  Wer  liefert  solche, 
und  wie  ist  deren  Bedienung  und  Leistung? 

Erste  Antwort:  Leuchtgas  eignet  sich  vorzttzlich  zur  Be- 
heizung von  Trommelöfen,  da  man  durch  größere  oder  geringere  Zufuhr 
vonf  Gas  oder  Luft  die  erforderliche  Temperatur  und  auch  die  geeignete 
Fiammenzusammensetzung  leicht  erreichen  kann.  Sahr  augenehm  macht 
sich  die  Reinheit  der  Flamme  bemerkbar.  Die  Bediennng  der  Oefen  ist 
an  Hand  der  Betriebsvorschriften  de?  Lieferanten  sehr  einfach.  Die 
Leistnng  des  Ofens  richtet  sich  nach  der  Größe  desselben,  die  je  nach  den 
zur  Erwärmung  kommenden  Gläsern  verschieden  ist.  Vor  der  Anschaff  mg 
von  Trommelöfen  mit  Leuchtgasbeheiz ung  empfehle  ich  Ihnen,  die  Sache 
vom  wirtschaftlichen  Standpankt  zu  betrachten,  da  die  Leuchtgisbe- 
beizung  im  Vergleich  zur  Beheizung  mit  festem  Brennstoff  sehr  teuer  ist. 
Leiden  Sie  allerdings  derart  unter  Kohlenmangel,  daß  bei  Beheizung  Ihrer 
Trommelöfen  mit  festen  Brennstoffen  der  Betrieb  Ihrer  Hauptöfen  in 
Frage  gestellt  ist,  so  ist  die  Leuchtgasbeheizung  natürlich  augebracht.  Ent- 
sprechende Oefen  baut  die  Fa.  Berg  &  Co.,  Gesellschaft  für  ludustrie- 
ofenbau  und  Feuerungsbedarf  m.  b  H,  B-rg-Gladbach  b.  Köln.  Diese 
baut  auch  transportable  Auftrieb-Trommelöfen  zur  Verteuerung  von  Koks 
und  minderwertigen  Brennstoffen.  Die  Oefen  sind  der  Eigenart  der  znr 
Verteuerung  kommenden  Brennstoffe  angepaßt,  so  daß  es  mög  ich  ist,  sie 
mit  gmbenfeuchten  Bohbraunkuhlen  gemischt  mit  Steinkohlen,  Feinkohlen, 
getrockneten  Bohbraunkohlen  oder  Braunkohlenbriketts  zu  betreiben.  Gut 
bewährt  haben  sich  ferner  die  von  dieser  Firma  gelieferten  Trommelöfea 
mit  Oelbeheizung. 

Zweite  Antwort:  Die  Beheizung  von  Anf  treibtrommeln  mit 
Leuchtgas  stellt  sich  teurer  wie  mit  Generatorgas  Fahrbare  Trommeln 
verwendet  man  nur  dann,  wenn  die  Benutzung  der  Trommel  eine  unregel- 
mäßige nnd  der  Arbeitsplatz  um  den  Ofen  zu  klein  ist.  In  solchen  Fällen 
greift  man  zur  fahrbaren  Auftreibtrommel;  benötigt  man  dieselbe  nicht 
mehr,  so  wird  sie  bei  Seite  geschoben.  In  der  Begel  sucht  man  sich  die 
Häfen  heraus,  woraus  Sachen  geblasen  werden,  die  man  dann  an  der  Auf- 
treibtrommel fertig  macht.  M*n  legt  die  Gasleitung  in  die  Httttensohle 
und  versieht  sie  an  den  betreff mden  Stellen  mit  Auschlußstutzen,  welche 
eine  leichte  Verbindung  mit  Leitung  und  Auftreibtrommel  ermöglichen. 
Außerdem  muß  in  die  Gasleitung  ein  Druckregler  eingeschaltet  werden, 
damit  das  Gas  nnter  konstantem  Druck  in  die  Trommel  tritt.  Die  Be- 
dienung ist  genau  so,  wie  die  eines  stationären  Auftreibet  ans.  —  Aaftreib- 
trommeln  liefert  Hütteningenieur  M.  von  Beiboldt  in  Coburg. 

Dritte  Antwort:  Fahrbare  Trommeln,  mit  Leuchtgas  beheizt, 
liefert  laut  Zuschrift  Ingenieur  P.  K.  El.  Schnurpfeil  in  Berlin  N.  113, 
Stolpische  Straße  17. 

4L  Wer  liefert  Pantographiermasßhinen  zum  Dekorieren  vsn 
Gläsern? 

Antwort:  Pantographier-Maschinen  liefern  Gotthold  KSchert 
&  Söhne  in  Jlmenau  i.  Thür.,  Fr.  Wilhelm  Kutzscher  in  Deuben  Dresden. 


Neue  Fragen. 
Keramik. 

66.  In  Anbetracht  der  prinzipiellen  Vorzüge  des  Tunnelofen-Systems 
wird  dieser  zur  Zeit  in  stärkerem  Umfange  bei  höheren  Temperaturen  ver- 
wendet. Welche  ^Erfahrungen  liegen  aber  damit  vor  beim  Brennen  kera- 
mischer Artikel  bei  8K  012— 014?  Welche  Art  der  Befeuerung  wurde 
dabei  angewendet,  tunä  hat  die  Generatorfeuerung  Erfolge  gezeitigt  ?  Welche 
Länge  müßte  ein  solcher  Ofen,  wie  er  praktischtn  Bedürfnissen  entspricht, 
haben,  wenn  das  zu  brennende  Material  als  Rehmaterial  etwa  40%  Feuch- 
tigkeit hat?   Die  Leistung  soll  5000—10000  Steine  pro  Tag  sein. 

67.  Mein  Versatz  aus: 

Sand  (62,55  0lo  Quarz,  29,06%  Feld- 
spat, 8,39%  Tonsubstanz)    .    .   .    9000  Gew.-T. 
Hallesche  Erde  von  Boitze- Salzmünde   6000  „ 

Schwedischer  Feldspat   450  „ 

steht  beim  Gießen  von  großen  Vasen  sehr  gut,  dagegen  verzieU  sich  die 
Masse  beim  Drehen  von  Tassen  und  Schalen.  Woran  kann  das  liegen, 
und  was  muß  event.  am  Versatz  geändert  oder  ihm  zugesetzt  werden? 
Kann  man  auch  eine  andere,  z.  B.  bayrische  Erde  zu  dem  Versatz  ver- 
wenden, und  wie  müßte  der  Versatz  dann  lauten? 

68.  Wer  liefert  argentinischen  Glimmer,  rein,  ungespalten,  für 
Feuertüren  ? 


Glas. 

4:4.  Wir  haben  bei  unserer  Flaschenfabrikation  bisher  immer  Hole- 
späne verwendet,  jedoch  zeigen  sich  hier  erhebliche  Mißs'ände  (Mangel  an 
jungen  Burschen,  Zeitverlust  der  Auftreiber  durch  das  Späneeinlegen, 
schmutzige  Arbeitsstätte).  Wäre  es  möglich,  geschmierte  Formen  bei 
größeren  Flaschen  bis  zu  1  l  Inhalt,  auch  bei  dekorierten  Flaschen  zu  ver- 
wenden? Lassen  sich  dekorierte  Flaschen  einwandfrei  in  ausgeschmierten 
Formen  unter  Benutzung  von  Wasserkästen  blasen,  und  welche  Schmiere 
wird  hierbei  am  besten  verwendet? 

45.  Wir  bitten  um  Angabe  eines  guten  Satzes  für  kupferrotes  Glas, 
im  Hafenofen  zu  schmelzen,  das  bei  der  Verarbeitung  nicht  lebrig  wird. 
Es  sollen  schwache  Nachtlämpchen  und  auch  stärkere  Sohlifartikel,  toie 
Kafftebechw  usw ,  direkt  aus  dem  Hafen  gearbeitet  werden.  Ist  diese  Art 
gegmübtr  der  Uebsrfangarbeit  dwah  Zapfen  rentablen'? 


XX  —  Nr.  15 


m  - 


SPRECHSAÄL  -  COBURG. 


1922.  (56.  Jahrgang.) 


46  Ich  bitte  um  Angabe  eines  verläßlichen  Gemengesatzes  für 
Granatrot,  das  zum  Ueberfangen  gut  geeignet  ist  und  während  der  Ver- 
arbeitung nicht  Übrig  wird.  Ist  es  möglich,  Granatrot  im  offenen  Hafen 
zu  schmelzen? 

47.  Es  soll  eine  Maschine  geben,  die  mit  einem  Arbeitsgang  50  bis 
100  Glasstopfen  herstellt.    Wer  liefert  sie? 


3. 

Formel . 


Verschiedenes. 

In  eine  schwarze  Deckemaille  für  Blech  von  der  rationellen 


0,63  Na,0 
0,08  KtO 
0,18  MnO 
0,05  FeO 
0,03  CoO 
0,03  FbO 


0,19  AkOs 


i  1 

\  o, 


1,41  SiOs 
63  BtOt 


wird  das  CoO  durch  0,68  kg  Kobaltoxyd  in  die,  100  kg- Mischung  ein- 
geführt Wegen  des  hohen  Preises  des  Kobaltoxydes  möchte  ich  dieses 
durch  billigeres  Material  ersetzen.  Was  kann  man  mit  einiger  Aussicht 
auf  Erfolg  probieren,  und  welche  besonderen  Gesichtspunkte  sind  bei  einem 
Ersatz  zu  beachten? 


Briefkasten  der  Redaktion. 

„B"  i.  N.  Sie  klagen  über  Haarrisse  bei  Ihrem  Porzellan  nnd 
wollet  Rat  haben;  dabei  geben  Sie  weder  Masse,  noch  Glasur,  noch 
Brenntemperatur  u.  dgl.  an.   Wie  soll  man'  da  helfen? 

Glaswerk  i.  L.  Vorschriften  zu  Formenschmiere  ohne  Rttböl  finden 
Sie  in  den  Antworten  zu  Frage  18  in  Nr.  6  des  Sprechsaal  1921. 

H.  Sc»,  i.  F.  Holzdeckel  für  Kuchengarnituren  liefern  Wilhelm 
Rausch  in  Langewiesen  i.  Th ,  Herrn.  W.  Rieß  in  Arzberg  i.  Bayern. 


Am  6.  April  1922  verschied  nach  längerem,  schwerem  Leiden  in  Charlottenburg  unser  hochverehrter  Chef 

Herr  Generaldirektor 

Carl  Albert  Schultz. 

Wir  verlieren  in  dem  Dahingeschiedenen  ein  Vorbild  von  Schaffensfreudigkeit  und  offenem,  geraden 
Charakter,  dem  das  Wohl  seiner  Arbeiter  und  Beamten  stets  am  Herzen  gelegen  hat.  Wer  ihn  gekannt, 
wird  ermessen,  was  wir  an  ihm  verloren.    Sein  Andenken  werden  wir  stets  in  Ehren  halten. 

Briesen,  Mark,  den  7.  April  1922. 

Die  Werksleitung,  Beamten  und  Arbeiter 
der  Industrie -Gesellschafft  Briesen  m.  b.  H. 


II 


Kotlergang, 

gut  erhalten,  zu  verkaufen.  Ange- 
bote unter  P  4242  an  die  Geschäfts- 
Btelle  des  Sprechsaal.  

JUrdjlas, 

ungepatzt,  etwa  100  t,  haben  abzu- 
geben. T587 

Eichhorn  &  Weis,  G.  m.  b.  H , 

Heidenau  -  Nord,  Bez.  Dresden. 


hlediziollascheo, 

halbweiß,  rund,  6  Ouncen  Inhalt, 
76  000  Stuck,  in  Lattenkisten  ver- 
packt, sofort  ab  Hamburger  Freihafen 
zu  verkaufen.   Anfragen  an  [5S2 

Hans  Seixss, 

Seusen  in  Oberfranken. 


auB  elfenoeingelbem  Steinzeug,  lU,  V» 
und  "Ii  Liter  Inhalt  fassend,  greifbar 
billigst,  direkt  vom  Hersteller.  Be- 
rechnetes Master  zu  Diensten.  An- 
fragen unter  R  4291  an  die  Geschäfts 
stelle  deB  Sprechiaal.  


3  Sätze 


Adler-Progreli  usw.  sowie  eine 


270  mm  Säulenweite  und  Tritt  für 
2  teilige  Formen,  noch  neu  und  un 
ungebraucht,  Friedeneqaalität,  sind 
zu  verkaufen.  Angebote  nnter  B  4283 
an  die  Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 


Fabrikat  Jacobiwerk,  neuester  Konstruktion,  für 
Maschinenbetrieb,  300  mm  Zylinder  0  i.  L ,  mit 
zwei  Speisewalzen  und  aufmontiertem  Feinwalz- 
werk, gekapselte  Bäder,  Abrolltisch  usw.,  Ge-  . 
samtgewicht  etwa  3500  kg,  K>aftbedarf  etwa 
5_7  ps,  Leistung  in  der  Stunde  etwa  3000  Kilo 
Masse  (bezw.  Pressung  von  etwa  800  Stück 
Normalziegel),  noch  wie  neu,  sofort  zu 
verkaufen  bei 

Junjhähnel  &  Taejfmeyer, 

Glasurenfabrik, 

Meissen  i.  Sa. 


[596 


«Mt  Kemmlitzer  Kaolin  werke 

/ \  vormals  F.  Max  Wolf  G.  m.  b.  H. 


1 


Gee 


Post  Mügeln     Kemitllitz     Bez.  Leipzig 


Gegr. 


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Kaolin  ieJÄ^  1  .hochfeuerfest  _  Quarzsand 


f  einstens      \  hochfeuerfest 
geschlämmt  lrein  weißbrennend 

RohkaOlin         j  hohe  Tonsubstanz     USfid  aCHlliT. 


HalbweiBe  Glasscherben 

Fensterschnittscherben 

bunte  Scherben,  Kapselscherben 
und  Herdfllasscherben 

liefern  prompt  sowie  auf  Abschluß  und  erbitten  Anfragen 
Lübeck  ■■Iii-  p   r>„  Mamburg 

Telegramm -Adresse:    ff[.  H.  LlSSSUGP  «  tO.      brücke  8 

_LiHB  meroo".  


[»95 
,  BÖrs»n- 
Tel.-Adr.: 
.Animallissaaer". 


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[M7I 


(56.  /aftrgang.) 


Coburg,  den  20.  April  1922. 


Nummer  18 


#9 


Zeitschrift  für  die  Keramischen,  Glas-  und  verwandten  Industrien. 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Lonis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bogra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


PernsprechanschlaONr.  59./Telegr.-Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto :  Cobarg-Gothaische  Bank  A.-G.,  Cobnrg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  nrid  Deutsch-Oesterreich  durch  die  Post  vierteljährlich  </K,  17.—  unter  Streifband  JC  43.—. 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  nnd  40  mm  Breite  für  das  Inland  Jt  2.—  (Stellengesuche  Jt  1.—). 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschtands  E.V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 
 ;  Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Ueber  Selenrot.") 

(Nachdruck  verboten.) 

I  Wie  es  vom  Maler  verwendet  wird,  ist  Kadminmrot  ein 
joter  Farbstoff,  der  einen  wichtigen  Vorzug  besitzt:  er  bleibt 
hochrot,  während  Zinnober  die  Neigung  hat,  mit  der  Zeit  dunkler 
ssa  werden.  Wird  der  gleiche  Farbstoff  in  einen  geeigneten 
Fluß  eingeführt,  so  gibt  er  ein  schönes,  glänzendes  Email,  be- 
sonders bei  Verwendung  zur  Emaillierung  von  Stahl.  Auch  die 
Glasmacher  vermögen  diese  Farbe  herzustellen,  aber  sie  bringen 
jenen  Farbstoff  nicht  als  solchen  in  ihren  Glassatz,  sondern 
mischen  alle  Bestandteile  des  Gläsgemenges  und  der  Farbe 
einzeln  zusammen  und  lassen  die  Farbe  in  der  Schmelze  ent- 
stehen. Der  rote  Farbstoff  ist  in  diesem  Falle"  als  „Selenrot" 
bekannt.  -f 

Die  chemische  Zusammensetzung  sowohl  des  Kadmium- 
ais auch  des  Selenrots  ist  unbekannt.  Manche  Chemiker  nehmen 
an,  daß  der  Farbstoff  ein  Kadmiumsulfoselenid  sei,  aber  diese 
Vermutung  ist  nicht  bestätigt  worden. 

Es  gibt  zahlreiche  Vorschriften  für  die  Herstellung  des 
Selenrots.  Sie  lauten  im  wesentlichen  dahin,  daß  man  Schwefel, 
Selen  und  Kadmium  miteinander  erhitzen  soll.  Hinsichtlich 
der  Einführung  des  Schwefels  hat  man  die  Wahl  zwischen 
elementarem  Schwefel,  Natriamsulfid,  Natriumthiosulfat  oder 
Natriumsulfit.  Selen  wird  als  Element,  Natriumselenid,  Selenit 
oder  Selenat  und  Kadmium  als  Oxyd,  Karbonat  oder  Sulfid 
eingeführt.  Der  Erfolg  hängt  weniger  von  den  Mengenverhält- 
nissen ab  als  hauptsächlich  von  der  Erhitzungsart  und  der 
Temperatur.  Es  ist  nicht  leicht,  ein  sicher  zum  Erfolge  führendes 
Verfahren  anzugeben,  jd#ch  kann  ein  methodisch  arbeitender 
Chemiker  nach  einigen  Versuchen  sein  Ziel  erreichen. 

Bei  ungenügender  Erhitzung  entsteht  die  Rotfärbung  nicht 
und  bei  zu  hoch  getriebener  eine  braune  oder  schwarze  Farbe. 
Am  besten  verfährt  man  so,  daß  man  die  Mischung  alfmählich 
in  ausgebreiteter  Schicht  erhitzt,  dabei  langsam  umrührt  und 
von  Zeit  zu  Zeit  durch  Herausnehmen  einer  Probe  und  Ab- 
kühlenlassen die  Farbe  prüft,  denn  in  der  Hitze  ist  die  Färbung 
brauner  als  in  der  Kälte.  Bei  etwa  700  °C  erleidet  dieselbe 
Veränderungen. 

Die  Untersuchung  des  Farbstoffs  gibt  kein  Anzeichen  für 
eine  Kristallisation,  und  die  Tatsache,  daß  zur  Entstehung  des 
Farbkörpers  keine  bestimmten  Mengenverhältnisse  der  Kompo- 
nenten erforderlich  sind,  berechtigt  zu  der  Annahme,  daß  das 
entstandene  Produkt  keine  bestimmte  Verbindung  ist. 


*)  Nach  A.  A.  Granger,  Sitzungsberichte  der  ent 
Qesellschaft,  Band  XXt  (1921  22),  Teil  1, 'S.  89 


keramischen 


Während  des  Erhitzens  entweichen  Dämpfe,  und  es  ist  ein 
schwacher  Schwefel-  und  Selengeruch  wahrnehmbar.  Rasche 
Erhitzung  bewirkt  die  Entzündung  des  Schwefels,  und  nach 
dem  Aufhören  des  Brennens  ist  überall  da,  wo  der  Schwefel 
gebrannt  hat,  eine  schöne  rote  Färbung  zu  beobachten.  Sie 
besteht  aber  nur  an  der  Oberfläche.  Ist  das  Gemisch  infolge 
zu  hoher  Erhitzung  braun,  so  muß  man  unter  Umrühren  noch 
etwas  Schwefel  zusetzen.  Wenn  die  Temperatur  genügend  hoch 
ist,  beginnt  die  Verbrennung  des  Schwefels  von  neuem,  und 
es  entsteht,  wie  vorher,  überall  da,  wo  der  Schwefel  gebrannt 
hatte,  oberflächlich  eine  hochrote  Färbung. 

Erhitzt  man  ein  Schwefel-Selen-Gemisch,  so  wird  man 
beobachten,  daß  der  Schwefel  zuerst  schmilzt  und  dann  das  Selen 
auflöst.  Die  Masse  ist  sehr  zähflüssig  und  besitzt  eine  außer- 
ordentlich schöne  Farbe.  Ohne  Frage  liegt  hier  eine  Vereinigung 
des  Selens  mit  dem  Schwefel  vor.  Nach  dem  Abkühlen  ist  die 
Mischung  rubinrot  gefärbt  und  zeigt  harzartige  Beschaffenheit. 
Sie  stellt  aber  nicht  Selensulfid,  sondern  eine  feste  Lösung  des 
Selens  in  Schwefel  dar. 

Erhitzt  man  Schwefel  mit  Kadmiumsulfid,  so  ergibt  das 
keine  neue  Färbung,  sondern  den  orangegelben  Farbton  des 
Gemisches. 

Ein  Gemisch  von  Kadmiumsulfid  und  Selen  wird  rot,  wenn 
die  Erhitzung  genügend  lange  fortgesetzt  wird.  Das  Selen 
tritt  hier  mit  dem  in  dem  Schwefelkadmium  vorhandenen 
freien  Schwefel  in  Reaktion.  Wird  das  Schwefelkadmium  zur 
Entfernung  des  freien  Schwefels  schwach  geröstet,  so  ist  die 
Reaktion  mit  dem  Selen  sehr  langsam,  und  die  entstehende 
Rotfärbung  ist  das  Ergebnis  der  Wirkung  zwischen  Selen  und 
dem  mit  dem  Kadmium  verbundenen  Schwefel.  Während  des 
Erhitzens  verdampfen  Schwefel  und  Selen  und  können  kon- 
densiert werden. 

Die  Versuche  führen  zu  dem  Schlüsse,  daß  die  Rotfärbung 
durch  Auflösung  des  Selens  im  Schwefel  hervorgerufen  wird, 
wobei  Kadmiumsulfid  als  Lösungsmittel  wirkt.  War  diese  An- 
nahme richtig,  so  mußten  auch  andere  Sulfide  so  wirken  und 
mit  Selen  und  Schwefel  rote  Farbstoffe  geben.  Diese  Ver- 
mutung traf  aber  für  andere  gelbe  Sulfide,  wie  As2Sa  und 
SnS2,  oder  für  rote  Sulfide,  wie  AsS  (Realgar),  nicht  zu.  Mit 
ZnS  wurde  eine  schwache  Färbung  erzielt. 

Es  wurden  nun  weitere  Untersuchungen  darüber  vorge- 
nommen, in  welcher  Weise  sich  das?  Kadmiumsulfid,  das  bei 
der  Entstehung  der  Färbung  eine  wichtige  Rolle  spielt,  ver- 
ändert. Hierüber  soll  später  berichtet  werden,  wenn  diese 
Frage  genügend  geklärt  ist 


182  —  Nr.  16 


SPRECH  SAAL  -COBURG. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


Günstige  Bezugsmöglichkeiten 
in  Deutschland. 

Eine  wohl  nie  wiederkehrende  günstige  Gelegenheit  zum 
Einkauf  billiger,  dabei  erstklassiger  Waren  jeder  Art  bietet 
sich  gegenwärtig  für  Interessenten  aller  Länder  in  Deutschland. 
Die  berufsmäßigen  Jmporteure  sowohl  als  auch  Fabrikunter- 
nehmen und  Gewerbebetriebe,  welche  darauf  angewiesen  sind, 
ihre  Anlagen  oder  Warenbestände  und  Betriebsmittel  aufzu- 
frischen oder  zu  vergrößern,  können  dort  z.  Z.  ihren  ein- 
schlägigen Bedarf  zu  staunend  billigen  Preisen  und  durchweg 
in  verhältnismäßig  kurzer  Zeit  eindecken.  Und  dabei  in  "aller- 
bester Qualität. 

Was  sind  die  Gründe  hierfür  ? 

Zunächst  der  niedrige  Stand  der  deutschen  Valuta,  der 
Mark,  deren  Entwertung  in  letzter  Zeit  noch  weitere  Fortschritte 
gemacht  hat.  Welche  Wirkung  diese  Erscheinung  auf  das 
deutsche  Ausfohrgeschäft  notwendigerweise  zeitigt,  sei  nach- 
stehend kurz  erläutert: 

Ein  amerikanischer  Dollar  z.  B.  galt  vor  Ausbruch  des 
Weltkrieges  im  internationalen  Handelsverkehr  rund  Ji  4,  am 
7.  März  1922  dagegen  Ji  260.  Die  Entwertung  der  deutschen 
Münzeinheit  stellt  sich  also  gegenwärtig  auf  das  64  fache. 
Kommentar  überflüssig.  Aehnlich  ist  der  Valütastand  in  anderen 
kapitalkräftig  gebliebenen  Ländern  in  ihrem  Verhältnis  zur 
deutschen  Mark.  Gewiß  sind  auch  die  Valuten  in  manchen 
anderen  Ländern  infolge  der  langjährigen  Kriegsverhältnisse 
mehr  oder  weniger  entwertet  worden,  aber  doch  bei  weitem 
nicht  so  wie  in  dem  die  allerschwersten  Kriegskosten  tragenden 
Deutschland.  Diese  Entwertung  der  Mark  ist  indessen  —  und 
gerade  dies  ist  für  jeden  Ausländer,  der  billig  einkaufen  will,  be- 
sonders beachtenswert  —  gegenwärtig  im  eigenen  Lande  nicht  in 
gleicher  Weise  fortgeschritten  wie  im  Ausland,  das  den  Deutschen, 
die  die  gewaltigen  Kriegslasten  der  Ententeländer  nach  den 
Bestimmungen  des  Versailler  Friedens  zu  ersetzen  haben, 
den  Kredit  entzogen  hat.  Der  General-Direktor  der  Laurahütte, 
Geheimer  Bergrat  Hillger,  wies  bei  der  Gelegenheit  der  dies- 
jährigen Leipziger  Messe  darauf  hin,  daß  die  deutschen  Inland- 
preise noch  keineswegs  den  Stand  der  Weltmarktpreise  erreicht 
hätten  ,  die  Spannung  zwischen  beiden  betrage  z.  Z.  etwa  Ji  400; 
dies  ist  ein  sehr  wichtiges  Moment  für  die  besondere  Leistungs- 
fähigkeit der  deutschen  Industrie  gegenüber  dem  Wettbewerb 
aller  anderen  Länder  auf  dem  Weltmarkt,  zugleich  aber  auch 
für  jeden  Jmporteur  in  den  verschiedensten  Ländern  ein  un- 
trüglicher Fingerzeig,  wo  er  gegenwärtig  am  besten  und 
billigsten  kaufen  kann. 

Daß  die  Erzeugnisse  der  deutschen  Industrie  durchweg 
erstklassig  sind,  bedarf  keines  Beweises.  Warum  werden  sie 
sonst  in  allen  Ländern  der  Welt  so  sehr  gekauft?  Schon  vor 
Auebruch  des  Weltkrieges  war  der  Aufdruck  „Made  in  Germany" 
zu  einem  Ehrentitel  geworden,  zu  einer  ungeteilten  Anerkennung 
für  hochwertige  Qualitätsware  bei  billiger  Preisstellung. 

Der  deutsche  Industriearbeiter  ist  bekanntlich  fleißig  und 
tüchtig  bei  verhältnismäßig  bescheidenen  Ansprüchen.  Und 
gerade  dieserhalb  sind  die  Industriebetriebe  Deutschlands,  die 
zudem  über  die  allerbesten  Maschinenanlagen  und  wissenschaft- 
lich bestgeschulten  Techniker  und  Ingenieure  verfügen,  so 
ganz  besonders  leistungsfähig. 

Und  die  deutsche  Industrie  muß  arbeiten,  und  zwar  auf 
das  intensivste  und  schwerste,  wenn  nicht  das  ganze  Land 
unter  dem  Drucke  der  Kriegsfolgen  zugrunde  gehen  soll. 
Deutschland,  das  hinsichtlich  des  Bezugs  von  Rohstoffen  und 
Lebensmitteln  auf  das  Ausland  angewiesen  ist,  kann  wirtschaft- 
lich nur  dann  gesunden,  wenn  es  ihm  gelingt,  durch  die  Aus- 
fuhr von  Industrieerzeugnissen  sich  wieder  Guthaben  im  Aus- 
land zu  verschaffen. 

An  und  für  sich  sind  für  eine  gesunde  Weiterentwicklung 
der  deutschen  Volkswirtschaft  —  trotz  aller  Kriegshemmungen 
nBW,  _  alle  Voraussetzungen  gegeben,  Arbeitswille  und  Fleiß, 
Leistungsfähigkeit  und  hohe  Qualitätsarbeit.  Und  mit  Hochachtung 
vor  den  letztjährigen  Leistungen  kann  als  festgestellt  gelten,  daß 
Deutschlands  Wirtschaftsleben  nach  dem  Kriege  sich  wieder 
gut  erholt  und  durch  Anspannung  aller  Kräfte  bereits  beträcht- 
liche Fortschritte  aufweist:  Die  erste  Quelle  deutscher  Kraft, 
die  Steinkohlenförderung,  zeigt  im  letzten  Jahre  mit  186  Millionen 
Tonnen  einen  kleinen  Fortschritt  gegenüber  dem  Jahre  1920 
mit  181  Millionen.  Die  Eisen-  und  Stahlproduktion  hat  sich 
1921  gegenüber  dem  Vorjahre  ebenfalls  gehoben.  Die  Leistungen 
Deutschlands  wären  zweifellos  noch  größer  —  und  dies  ver- 
dient gleichfalls  die  besondere  Beachtung  des  Auslands  — , 
wenn  seine  gesunden  Kräfte  sich  frei  entfalten  könnten;  sie 
werden  aber  niedergehalten  durch  die  schweren  Lasten,  die 
dem  geschwächten  und  verstümmelten  deutschen  Wirtschafts- 
körper durch  die  Verpflichtungen  des  Versailler  Friedensvertrages 
auferlegt  sind.  Eine  ganz  verkehrte  Maßnahme,  den  Krieg  auf 
dem  Gebiete  der  Wirtschaft  fortsetzen  zu  wollen,  was  nur  Un- 


heil bringen  kann  für  ganz  Europa!  Diese  Ansicht  teilen  < 
freulicherweise  z.  Zt.  schon  weite  und  wachsende  Kreise  d 
Auslands.  Nur  eine  internationale  Valutagesundung  kann  d 
kranken  Weltwirtschaft  wieder  Erfrischung  und  Genesung  bringe 
Das  gegenseitige  Vertrauen  im  Geschäftsleben  muß  unter  all« 
Umständen  wieder  hergestellt  werden,  sonst  ist  alles  Abmüht 
umsonst,  nicht  allein  für  Deutschland! 

In  Deutschland  haben  die  zahlreichen  und  großen  Waffe 
und  Munitionsfabriken  auf  Grund  des  Versailler  Friedensve 
trags  ihre  Tore  schließen  müssen.  Aber  aus  diesen  Kriegsbj 
trieben  sind  jetzt  überaus  leistungsfähige  Werke  entstände! 
die  nur  Friedenswerte  schaffen  und  somit  die  an  sich  sehn 
bedeutenden  Leistungen  Deutschlands  auf  diesem  Gebiete  no< 
weiter  erheblich  vergrößern.  Auch  dieses  Moment  ist  da: 
angetan,  die  ausländischen  Interessenten  davon  zu  überzeuge 
daß  die  deutsche  Industrie  die  an  6ie  herantretenden  Aufträji 
verhältnismäßig  schnell  auszuführen  vermag. 

Wer  sich  ein  richtiges  Bild  von  der  Leistungsfähigkeit  d 
deutschen  Industrie  verschaffen  will,  besuche  bei  nächster  G 
legenheit  die  Leipziger  Messe,  die  immer  mehr  international«! 
Charakter  annimmt  insofern,  als  sich  das  Ausland  immer  stärki 
an  dieser  Schaustellung  als  Aussteller  beteiligt:  Auf  der  die 
jährigen  Frühjahrsmesse,  die  sosben  geschlossen  wurde,  war» 
bereits  mehr  als  700  ausländische  Kirmen  und  Aussteller  ve 
treten.  Ein  sehr  beachtenswerter  Hinweis  für  diejenigen  Firmti 
des  Auslandes,  die  sich  bisher  von  einem  Besuch  bezw.  einil 
Ausstellung  ihrer  Erzeugnisse  in  Leipzig  ferngehalten  habe 
Denn  Deutschland,  dessen  Industrie  in  erster  Linie  für  d<» 
gewaltigen  Eigenverbrauch,  in  zweiter  Linie  für  den  Expoli 
arbeitet,  ist  ein  großes  Absatzgebiet  für  alle  möglichen  E 
Zeugnisse.    Was  schadet  es,  wenn  der  ausländische  Fabrika 
oder  Kaufmann  sich  zuweilen  von  der  Leistungsfähigkeit  sein: 
Konkurrenz  auf  dem  Weltmarkt  überzeugt?  —  Im  Gegente 
er  kann  nur  Nutzen  für  sich  daraus  ziehen.    Ganz  abgesebc 
davon,  daß  er  in  Leipzig  Gelegenheit  hat,  gleich  an  Ort  ui 
Stelle,  bevor  er  seine  Aufträge  erteilt,  Vergleiche  anzustelle 

Die  diesjährige  Frühjahrsmesse  war  nach  den  vorliegend« 
Berichten  außergewöhnlich  stark  besucht;  der  Ausländsbesm 
hat  außergewöhnlich  stark  zugenommen.  Die  geschäftlicl 
Entwickelung  war  überaus  günstig  und  hat  alle  Erwartung* 
übertroffen.  Manche  Aussteller  haben  soviel  Aufträge  herei 
bekommen,  daß  sie  bis  zur  nächsten  Messe  voll  beschäfti 
sind. 

Was  die  an  dieser  Stelle  besonders  interessierenden  E 
Zeugnisse  unserer  Spezialbranche  anbetrifft,  so  seien  nac 
stehend  die  einschlägigen  Ergebnisse  der  amtlichen  Auße 
handelsstatistik  Deutschlands  seit  dem  Jahre  1912  bis  zu 
Jahre  1920  (unter  Ausschluß  der  Kriegsjahre,  die  zu  Vt 
gleichszwecken  sich  nicht  eignen)  der  Menge  n*ch  Wiedel 
gegeben.  Der  ausländische  Interessent  erhält  auf  diese  Wei 
ein  objektives,  untrügliches  Bild  der  Entwicklung  des  deutsch! 
Ausfuhrh anders,  soweit  dieser  für  ihn  besonders  wisser 
wert  ist,  bis  in  die  neueste  Zeit  hinein  unter  Gegenüberstelle 
mit  den  für  ihn  ebenfalls  sehr  wichtigen  entsprechenden  Ei 
fuhrziffern;  vorab  sei  bemerkt,  daß  zuverlässiges  Zahle 
material  für  das  Jahr  1921  gegenwärtig  noch  nicht  vorliegt. 
Auf  diese  Weise  kann  sich  u.  E.  jeder  Importeur  am  best 
und  schnellsten  von  der  großen  Leistungs-  und  Aufnahmefähi 
keit  der  für  ihn  vornehmlich  in  Betracht  kommenden  Industri 
Deutschlands  überzeugen. 

m  Ausfuhr  =  A.    Menge  in  dz  (100  kg) 

Alt  der  Ware  Einfuhr  =E.    1913       1912  19S 

Röhren  aus  Ton  ..    A.  140  049    168197     20  6 

E.  101275    101019     36  C 

Waren  aus  gemeinem  Steinzeug:  Röhren, 
Sohlsteine,  Senkkasten,  Ausgüsse,  Klosett- 
becken und  dergj. ;  Krippen,  Viehtröge ; 
Steine  und  Platten  zu  technischen 
Zwecken  


A. 

E. 


112  821 
5  509 


67  145 
9  180 


614 

96 


— ,  Kruge  ond  andere  Gefälie  zu  Wirt- 
schaftszweoken ;  Faß-,  Abzugshäone, 
Kühlschlangen,  Pumpen  usw.  zu  tech- 
nischen Zwecken  

Töpfergeschirr  aus  farbig  sich  brennendem 
Tone,  unglasiert  und  glasiert  .    .    .  . 

Oefen  (Kamine,  Kochherdt),  Ofenteile,  weiß 
oder  mehrfarbig,  auch  mit  Lttster-  oder 
Metallüberzug  

Feuerfeste  Erzeugnisse  aus  toniger  Masse  : 
Schmelztiegel,  Muffeln,  Kapseln,  Röhren, 
Zylinder,  Düsen  und  andere  Hohlwaren, 
außer  Retorten ;  Platten  und  andere  Er- 
zeugnisse außer  Steinen ;  Schmelztiegel 
aus  Magnesiazement  oder  Speckstein 


A. 

66  663 

58  754 

65  £ 

E 

1  953 

1  864 

A. 

32  624 

33  921 

17  C 

E. 

18  777 

16b54 

30 

A. 

27  118 

32  151 

10  f 

E. 

1  121 

1082 

A. 

25  955 

36  617 

24  t 

E. 

22  185 

26  063 

1  t 

1922.  (66.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL -CO  BURG. 


Nr.  16 


188 


Art  der  Ware 


— ,  Retorten 


stände  aus  Graphitmasse 

Bodenplatten  aus  Tod  oder  gefrittetem  Ton- 
zeag,  bis  3  cm  Dicke,  Pflasterplatten 
.  aas  Ton  oder  gemeinem  Steinzeog  .  . 

Waren  ans  Steingut,  feinem  Sfceinzeug, 
feinem  Tonzeug,  anderweit  nicht  genannt 

Porzellan  und  porzellanartige/ Waren  .  . 

s)  Glasmasse,  Schmelzglasmaase,  Schmelz- 
farben, Glasarmasse ;  gemahlenes 
Glas  

b)  Hohe  Stangen  nnd  Röhren  ans  natur- 

f arbigem  Glase ;  Glasröhren  nnd  Glas- 
stängelohen  

c)  Hohlglas  aller  Art  

d)  Spiegel-  und  Tafelglas  aller  Art     .  . 

Trockenplatten    für  photographische 
Zwecke  .   .   .   .  :  

Ie  f)  Drahtglas     .    .    .    .    .  •  .    .       .  . 

g)  Dachpfannen,  Dachziegel  ans  Roh-, 
Tafel-  oder  Drahtglas  ...... 

4r)  Rohes,  sowie  roh  vorgepreßtes,  optisches 
Glas   .  , 

HS)  Robglas  in  Kugeln  oder  Kugelkappen 
zu  Uhr-  oder  Brillengläsern     .    .  . 

Uhrgläser  für  Taschenahren,  auch  aas 
tll      gefärbtem  Glase.*  .  .-  

'f  I)  Brillen-  nnd  andere  Augen-,  Stereoskopen- 
gläser, angeschliffen,  angefaßt  .    .  . 


Aasfahr  = 

M  An  OTA 

in  dz  (100  kg) 

xbiiimur  — 

—  Ei  i 

Xu  lo 

1  tll  9 
XV  La 

XvaVJ 

A. 

70  178 

47  630 

18  269 

"  E. 

936 

292 

1 

andere  Gegen- 

A. 

30  388 

30  376 

9  753 

E. 

1240 

2  097 

106 

g)  Brillen- and  andere  Augen  .Stereoskopen- 
gläser,    geschliffen;  Brenngläser; 
jf    Lupen ;  alle  diese  ungefaßt  .... 


uo)  Optisches  Glas,  geschliffen,  ungefaßt 

V 

le))  Brillen   und  andere  gefaßte  Augen-, 
Brenngläser,  Lupen  aller  Art 

,D  i)  Ferngläser,  terrestrische ;  Operngläser 

Sonstiges  optisches  Glas,  geschliffen 
und  gefaßt  (Fernrohrobjektive);  Ste- 
reoskope, Mikroskope  aller  Art;  an- 
gefaßte Linsen  für  optische  Zwecke 

"I')  Photographische  Linsen,  geschliffen  and 
ii  |    gefaßt ;  photographische  Obj  aktive  and 
Apparate  aller  Art ;  angefaßte  Linsen 
für  photographische  Zwecke     .    .  . 

ÜK 

i)  Glasbebänge  zn  Leuchtern ;  Glasksöpfe 

)  Glaeplättchen ;   Glas-,  Porzellanperlen, 
■  Glasschmelz,     -schuppen,  -tropfen, 
-körner  

»)  Glasflüsse,  -steine,  -korallen,  ohne  Fas- 
sung; auch  Waren  daraus  .... 

H  Glas-,     Porzellanperlen,  Glasflüsse, 
-steine,  -korallen  n.  dgl.  als  Schmuck ; 
,     Besatzartikel   aas   Glasperlen  usw. 


r)  Glas,  a.  n.  g ,  Glasgespinst,  Glaswolle, 
Luxferprismen,  bemalte,  vergoldete 
oder  versilberte  Glaskcöpfe  .... 

)  Glasmalereien,    -mosaik,  -lichtbilder 
Photographien  auf  Glas;  künstliche 
Augen  ohne  Verbindung  mit  anderen 

Stoffen  


|  Zähne  ans  Schmelz,  Kitten  oder  ähn- 
lichen Formerstoffen,  mit  Stiften  oder 
Röhrcuen  ans  Piatin;  auch  Gebisse 
aus  solchen  Zähnen  


A. 

328  944 

269  185 

157  880 

E. 

347 

559 

68  287 

A. 

320  745 

294  939 

106  663 

E. 

19  542 

25  633 

18  600 

A. 

580  442 

520  515 

229  700 

E. 

9  815 

11230 

2  810 

23  504 
2  183 


23  900 
2  792 


A.  4  909  4  846 
E.  4  689  3  590 
A.  1809  729  1601174 
E  39  745  42  886 
A.  284  058  194  714 
E.     70  875     93  020 


A. 


14  435 
3  798 


11  676 

3  490 


A. 

40  620 

Ol  OC7 

34  817 

E. 

16 

24 

A. 

4  033 

2  299 

E. 

4 

1 

4  630 

5  546 

E. 

672 

716 

A. 
E. 

371 

— 

478 

<?i  ~^\'' 

A. 

2  456 

2311 

E. 

95 

im 

A 

680 

i 

E. 

10 

26 

A 

A. 

1  398 

1  9f)K 

E. 

503 

612 

A. 

E. 

163 

180 

A. 

1  367 

1064 

E. 

86 

89 

A. 

1821 

1  618 

E. 

494 

577 

A. 

1  861 

1  764 

E. 

97 

105 

A. 

4181 

3  053 

E 

241 

235 

A. 

1008 

855 

E. 

7  173 

8  464 

A. 

9  880 

10  376 

E. 

13  363 

17  865 

A. 

281 

233 

E. 

1054 

963 

A. 

2  980 

3136 

E. 

171 

211 

A. 

5  702 

3  740 

E. 

„4517 

3  868 

A. 

491 

610 

E. 

46 

37 

15  606 
1595 


2  206 
693 
713  618 
44  380 
253  173 
69  380 

12  602 
305 
840 
1  382 

1991 
69 

vorsteh, 
inbegr. 
unter  i 
3 

847 
469 

5  014 
1 

unter  1 
iafiegr. 
85 


unter  1 
inbegr. 

47 
unter  1 
inbegr. 
11 

unter  1 
inbegr. 
2 

unter  1 
inbegr. 
64 


unter  1 
inbegr. 
Ii 


unter  1 
inbegr. 
14 

2  520 

3  672 


3  875 

5  972 

61 
577 


2010 
221 


4  885 
1  888 


71,71 
90,74 


578 

6 


52.88  inbegr. 
84,41  51,67 


Art  der  Ware 


Aasfahr  = 
Einfuhr 

z)  Glas-  und  Schmelzwaren,  in  Verb,  mit 
and.  Stoffen:  bemalt,  vergoldet,  ver- 
silbert usw. ;  Opaleszentglas,  Glas- 
malereien, -mosaik,  Kanstverglasungen, 
Lichtbilder;  Photographien  auf  Glas 

aa)  _(  Glaeflaschen  und  Siphons  aus  Glas 

— ,  künstliche  Augen  und  andere  Glas- 
und  Schmelzwaren  ...    .    .  . 

bb)  Thermometer  aus  Glas,  auch  in  Ver- 
bindung mit  Stoffen  aller  Art  .   .  . 

cc)  Apparate  und  Instramente  aas  Glas 
(einschl.  Glasröhren),  auch  in  Ver- 
bindung mit  Stoffen  aller  Art  .   .  . 

Glasbrocken,  -brach,  -galle,  -schäum,  Herd- 
glas; Scherben  von  Glas  und  von 
Glaswaren  


:  A.    M«ng«  in  de  (100  kg) 
B.     1918       1912  1920 


28  637 
391 

unttr  z 
inbegr. 
163 


A. 

2108 

2  539 

E. 

968 

960 

A. 

23  570 

20  492 

E. 

133 

123 

A. 

44  323 

35  145 

E. 

1  763 

2  041 

A. 

3  576 

3195 

E. 

A. 

15  322 

13  699 

E. 

A. 

147  880 

148  166 

E. 

12  209 

16  323 

unter  z 
inbegr. 
465 

19  485 


•*Bnt.  bb 
inbogr. 


8  01.9 
6  755 


Zu  vorstehendem  Zahlenbild  sei  zunächst  bemerkt,  daß  be- 
den  Einfahrziffern  in  der  Statistik  für  1920  nur  die  Mengen, 
nicht  auch  die  Einfuhrwerte  angegeben  sind,  da  ihre  Wert- 
bemessung infolge  der  Valutaschwankungen  unüberwindbare 
Schwierigkeiten  bot.  Des  weiteren  ist  bezüglich  der  Gliederung 
der  Statistik  beachtenswert,  daß  die  Wertziffern  vor  dem  Kriege 
(1912—1913)  in  Goldmark  verzeichnet  stehen,  daß  aber  die 
Ausfahrwerte  für  1920  in  Papiermark  angegeben  sind.  Man 
darf  sich  also  bei  Einsichtnahme  in  die  Statistik  für  1920  durch 
die  außergewöhnliche  Höhe  der  Ausfahrwerte  nicht  beirren 
lassen;  der  beste  Gradmesser  bleibt  auf  jeden  Fall  die  Aas- 
fahrmenge. Deshalb  haben  wir  uns  auch  vorstehend  auf  deren 
Darstellung  beschränkt. 

Jedenfalls  zeigen  die  obigen  Zahlen  deutlich  die  große 
Bedeutung,  welche  Deutschland  als  Absatzgebiet  für  die  Er- 
zeugnisse des  Auslands  trotz  des  hohen  Standes  seiner  Eigen- 
indastrie  nach  wie  vor  hat.  Und  ganz  zweifellos  würde  sich 
die  einschlägige  Aufnahmefähigkeit  des  deutschen  Marktes  noch 
ganz  wesentlich  erhöhen,  wenn  erst  wieder  normale  Verhält- 
nisse eingekehrt  sein  werden.  Garnicht  zu  sprechen  von  den 
äußerst  großen  Absatzmöglichkeiten  für  ausländische  Rohstoffe 
und  Halbfabrikate,  deren  die  hochentwickelte  Industrie  Deutsch- 
lands in  großen  Mengen  jederzeit  bedarf.  Dies  ist  auch  ein 
wichtiger  Punkt,  den  die  ausländischen  Interessentenkreise 
stets  besonders  würdigen  sollten:  Die  Möglichkeit  einer  erheb- 
lichen Steigerung  des  gegenseitigen  Warenaustausches,  die 
zweifellos  im  Interesse  aller  beteiligten  Länder  liegt.  Diese 
ist  aber  nur  dann  möglich,  wenn  dem  deutschen  Wirtschafts- 
leben wieder  seine  freie  Entfaltung  zugesichert  wird.  Und 
dies  ist  nach  Lage  der  heutigen  Verhältnisse  naturgemäß  in 
erster  Linie  Sache  und  Aufgabe  der  Ententeländer,  die  die 
Macht  hierzu  haben,  deren  gegenwärtig  stark  geschwächte 
Industrien  und  Volkswirtschaft  aber  nur  dann  in  absehbarer 
Zeit  wieder  gesunden  und  von  neuem  wieder  emporblühen 
können,  wenn  die  alle  Länder  aufs  höchste  interessierende 
Valutafrage  international  für  alle  Beteiligten  geregelt,  wenn  die 
Mittelmächte  Europas,  in  normalen  Zeiten  die  besten  Kunden 
der  Ententeländer,  wieder  kredit-  und  zahlungsfähig  gemacht 
werden,  damit  sie  auch  wirklich  von  neuem  in  den  Stand  ge- 
setzt werden,  ihre  alten  geschäftlichen  Beziehungen  mit  allen 
Ländern  frei  und  ungebunden  wieder  zu  pflegen  und  nach 
Möglichkeit  zu  erweitern.  Denn  nur  durch  einen  ungezwungenen, 
auf  Vertrauen  gestützten,  gegenseitigen  Warenaustausch  kann 
das  Wirtschaftsleben  Europas,  ja  der  ganzen  Welt,  wieder 
hergestellt  werden.  Dies  dürfte  auch  die  Ansicht  jedes  ver- 
nünftig und  parteilos  denkenden,  modernen  Geschäftsmannes 
sein.  Auf  dem  Gebiete  des  Handels  müssen  Erwägungen  der 
Außenpolitik  ausgeschaltet  werden,  sonst  gehen  wir  darüber 
alle  zu  Grunde.  Erfreulicherweise  gewinnt  diese  Ansicht  auch 
in  allen  ernst  denkenden  Handels-  und  Industriekreisen  des 
Auslandes  stetig  an  Boden. 

Jeder  unparteiische  Geschäftsmann  wolle  sich  nur  einmal 
nachstehende  Frage  vorlegen:  Wie  kommt  es,  daß  in  den' 
Hochvaluta-Ländern  die  Industrien  gegenwärtig  darniederliegen 
und  Arbeitslosigkeit  herrscht,  während  in  den  Ländern  mit 
niedriger  Valuta  die  industriellen  Betriebe  vollauf  beschäftigt 
sind?  Wie  kommt  es,  daß  die  in  der  Hauptsache  Rohstoffe 
liefernden  Länder  völlig  unzureichende,  geradezu  ruinöse 
Preise  für  ihre  Erzeugnisse  erzielen  können  ?  Das  sind  zweifel- 
los die  Folgen  des  Versailler  Friedensvertrags,  dessen  wirt- 
schaftliche Bestimmungen  zum  mindesten  aufgehoben  werden 
müßten,  wenn  nicht  das  Wirtschaftsleben  der  ganzen  Welt 
darunter  zu  Grunde  gehen  soll! 


184  —  Nr.  16 


SPRECH  SAAL -COBURG. 


1992. 

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(55.  Jahrgang.) 


1  Die  Rechtsgültigkeit  der  Kostbarkeits- 
bestimmung* ist  jetzt  vom  Rdchsge  rieht 
endgültig  ausgesprochen. 

Von  Dr.  jur.  Boeder,  Berlin. 

(Nachdruck  verboten.) 

Seit  dem  verflossenen  Kriege  und  der  damit  eingesetzten 
Demoralisierung  des  Volkes  hatte  sich  die  Eisenbahn  infolge 
der  zunehmenden  Diebstähle  auf  dem  Transportwege  veranlaßt 
gesehen,  durch  Tarifbestimmung  ihre  Haftpflicht  für  Kostbar- 
keiten zu  beschränken,  und  zwar  150  Mark  für  das  Kilogramm 
Ware.  Die  Eisenbahn  erklärte  demzufolge  jedes  Frachtstück, 
das  hinsichtlich  seines  Wertes  und  seines  Umf anges  im  Ver- 
gleich mit  anderen  Sendungen  in  einem  Mißverhältnis  stand, 
für  eine  „Kostbarkeit"'  Mit  der  Zunahme  der  Diebstähle  wuchs 
auch  die  Zahl  der  Entschädigungsklagen,  die  gegen  den  Eisen- 
bahnfiskus geführt  wurden. 

In  diesen  Prozessen  wurde  aber  immer  nur  von  den  Ge- 
schädigten behauptet,  daß  die  gestohlene  Ware  keine  Kostbar- 
keit war.  Das  Reichsgericht  hielt  aber  an  dem  aufgestellten 
Satze  fest,  daß  Sachen,  die  früher  keine  Kostbarkeit  waren, 
durch  die  im  Werte  gesunkene  Reichsmark  eine  solche  werden 
können.  Zuerst  wurden  leichte  und  teure  Waren  im  Werte 
von  320  Mark  pro  Kilogramm  für  eine  Kostbarkeit  erklärt, 
nach  einem  neuen  Urteile  (vergl.  Verkehrsrechti.  Rundschau 
1922,  Heft  18)  sind  es  aber  schon  Waren  im  Werte  von 
612  Mark  pro  kg. 

Aber  das  merkwürdigste  bei  allen  diesen  Prozessen  war, 
daß  das  Reichsgericht  noch  nicht  Gelegenheit  hatte,  sich  über 
die  Rechtsgültigkeit  der  besagten  Tarifbestimmung  auszusprechen, 
obwohl  die  Literatur  (hier  vor  allem  Senckpiehl)  und  mehrere 
Untergerichte  sich  gegen  die  Rechtsgültigkeit  derselben  aus- 
gesprochen hatten.  Der  Eisenbahndirektion  Hannover  blieb  es 
vorbehalten,  die  Rechtsfrage  vor  dem  Reichsgericht  zur  end- 
gültigen Entscheidung  zu  bringen,  und  unser  oberster  Gerichts- 
hof hat  nunmehr  in  seinem  Urteil  vom  25.  Januar  (vergl.  Ver- 
kehrsrechti. Randschau  1922,  Heft  18)  sich  auf  den  Standpunkt 
gestellt,  daß  die  Eisenbahn  nach  §  89  der  Eisenbahn-Verkehrs- 
Ordnung  berechtigt  sei,  Ausnahmebestimmungen  für  eine 
Haftungsbeschränkung  für  Kostbarkeiten  festzusetzen  und  daß 
der  Nachtrag  V  zum  deutschen  Eisenbahn-Gütertarif,  der 
"Näheres  über  diese  Haftungsbeschränkung  ausführt,  seine  volle 
Rechtsgültigkeit  habe. 

Diese  Entscheidung  wird  in  der  Geschäftswelt 
großes  Aufsehen  erregen.  Begründet  wird  sie  vom  Reichs- 
gericht mit  der  Entstehungsgeschichte  des  §  462  des  Handels- 


gesetzbuches und  §  89  der  Eisenbahn- Verkehrsordnung,  den 
darüber  bestehenden  gleichen  Anschauungen  des  österreichischen 
Rechts  sowie  der  auffälligen  Ausdrucksweise  unseres  Handels- 
gesetzbuches in  §  462,  wonach  die  von  der  Eisenbahn  zu 
leistende  Entschädigung  auf  einen  „Höchstbetrag"  beschränkt 
werden  kann,  daß  schon  unser  früheres  HGB.  an  eine  solche 
Haftungsbeschränkung  gedacht  hat  und  daß  die  Gesetzgeber 
unseres  jetzigen  HGB.  bei  der  Fixierung  des  §  462  die  gleiche 
Ansicht  vertreten  haben,  Ausführungen,  die  schon  Sperber  in 
der  Verkehrsrechtlichen  Rundschau  1922  (Spalte  286)  ausführ- 
lich dargelegt  hatte.  Es  heißt  dann  weiter  in  den  Entschei- 
dungsgründen des  Reichsgerichts: 

Endlich  erscheint  auch  die  Erwägung  der  Revision  nicht 
zutreffend,  daß  die  in  der  Ausführungsbestimmung  getroffene 
Höchstbetragsfestsetzung  auf  Ji  150 'für  das  kg  Ware  nichtig 
sei,  weil  sie  dem  gegenwärtigen  Stande  der  deutschen  Valuta- 
verhältnisse in  keiner  Weise  gerecht  werde  und  daher  in  un- 
billiger und  unzulässiger  Weise  gegen  die  Interessen  der  Ver- 
sender wertvoller  Güter  verstoße.  Dem  ist,  vom  allgemeinen 
wirtschaftlichen  Standpunkt  entgegenzuhalten,  daß  es  nicht  un- 
bedingt erforderlich  erscheint,  den  Höchstbetrag  zu  hoch  zu 
bemessen,  daß  der  Versender  beim  Verlust  von  Kostbarkeiten 
eine  ausreichende  Entschädigung  erhält. 

Es  bleibt  zu  berücksichtigen,  daß  die  Eisenbahn  für  die 
Beförderung  von  Kostbarkeiten  keine  besonderen  Tarife  erhält 
und  daß  andererseits  die  große  Masse  der  mit  der  Eisenbahn 
beförderten  Güter  auch  unter  den  gegenwärtigen  wirtschaft- 
lichen Verhältnissen  einen  Kilogramm  wert  von  Ji  150  nicht 
erreicht.  Deshalb  kann  es,  wenn  auch  das  Gesetz  grundsätz- 
lich die  Haftung  der  Eisenbahn  für  den  gemeinen  Wert  aus- 
spricht, doch  nicht  als  schlechthin  unzulässig,  insbesondere1 
als  nicht  gegen  die  guten  Sitten  verstoßend  angesehen  werden, 
wenn  der  Höchstbetrag,  zu  dem  die  Eisenbahn  für  Kostbar- 
keiten haften  soll,  nur  auf  Ji  150  für  ein  kg  bestimmt  wird. 

Das  hierbei  zu  Tage  tretende  Ergebnis,  daß  die  Eisenbahn 
unter  Umständen  für  gewöhnliches  Frachtgut  eine  höhere  Ent- 
schädigung leisten  muß  als  den  für  Kostbarkeiten  geltenden 
Höchstsatz,  mag  auf  den  ersten  Blick  befremden.  Es  findet 
seine  Erklärung  aber  in  der  Eigenart  der  Bestimmung  eines? 
Höchstsatzes..  Als  gesetz-  oder  sittenwidrig  kann  es  nicht  be- 
zeichnet werden,  zumal  kein  Anhalt  dafür  besteht,  daß  der  be- 
zeichnete Uebelstand  vermieden  werden  könnte,  wenn  die  Fest- 
setzung des  Höchstbetrages  der  Haftung  in  der  Eisenbahn- 
Verkehrsordnung  selbst  erfolgen  würde. 


Wir  tschaft  lich-ge  werblicher  Teil. 


Korrespondenzen. 

Das  50-jährige  öescMftejubilänm  feiert  am  20. 4.  22  die  Firma 
„Glasmanuf  aktnr  A.Lorenz,  Baruth  i.  Mark8.  Das  Unternehmen 
wurde  von  Herrn  Albert  Lorenz  1872  gegründet,  nahm  unter  der  Leitung 
seines  Sohnes  Carl  Lorenz  einen  gewaltigen  Aufschwang  and  durfte  heute 
za  den  bedeutendsten  Firmen  der  Glas-Iadastrie  za  zählen  sein. 

Tntensebau.  Nach  kurzer  Krankheit  verschied  am  10. 4.  22  in 
Gotha  Fabrikbesitzer  Fritz  Pfeffer,  langjähriger  Teilhaber  der  Por- 
«ellanfabrib  Fr.  Pfefier,  Gotha. 

Am  8.4  22  starb  nach  längerem  schweren  Leiden  im  Alter  von 
56  Jahren  Herr  Eduard  v.  Kralik,  derzeitiger  Direktor  der  Glas- 
fabriken and  Raffinerien  Josef  Inwald,  A  G.,  Werk  „Rudolf shütte",  Töplitz. 
Einer  hochangesehenen  südbö  ionischen  Glashüttenbesitzersfamilie  entstam- 
mend, lernte  er  frühzeitig  den  Betrieb  einer  Glashütte  kennen,  hatte  nach 
erfolgreichen  Stadien  leitende  Stellangen  in  ersten  Unternehmen  des  Ia- 
und  Auslandes  inne,  u.  a.  stand  er  18  Jahre  als  Direktor  den  Rheinischen 
Glashütten,  A.-G.,  Cdln-Eirenfeld,  vor.  Bssonders-  große  Erfolge  hatte  er 
auf  dem  Gubiete  der  Preßglasherstellung  zu  verzeichnen.  Der  eingangs  er- 
wähnten Weltfirma  gehörte  er  seit  3  Jahren  an;  trotz  seines  leidenden  Zu- 
standes  vermochte  er  aach  hier  mit  Erfolg  an  der  weiteren  Ausgestaltung  der 
„R  idolf  ahütte"  mitzuarbeiten.  Liren  sein  einnehmendes  Wesen  erfreute 
er  sich  überall  großjr  Wartachätzuug. 

Fachschulen,  Unterricht,  Forschung. 

Akademisch-wissenschaftlicher  Fachverein  für  Silikattechnik, 
e.  V.,  Göthen,  Anh.  Die  rege  Tätigkeit  des  Vereins  im  vergangenen 
Semester,  die  sich  darin  besonders  äußerte,  daß  9  Versammlungen  abge- 
halten wurden,  zeitigte  insofern  Erfolge,  als  durch  Entsendung  von  Werbe- 
schreiben  an  verschiedene  Verbände  der  keramischen  Industrie  einige 
Firmen  in  richtiger  Erkenntnis  des  infolge  Hangels  an  Mitteln  leidenden 
Ausbaus  wissenschaftlicher  Institute,  eine  nennbare  Summe  dem  Fachverein 
zur  Vervollkommnung  der  Einrichtungen  in  der  Bilikattechn.  Abteilung 
zur  Verfügung  stellten.  Ihnen  sei  auch  an  dieser  Stelle  der  Dank  des 
Vereinst  ausgesprochen !  —  An  drei  Vereinsabenden  wurden  zur  Weiter- 
bildung und  Anregung  im  Studium  folgende  Vorträge  gehalten:  Herr  stad. 
ing  Machwirth :  „Herstellung  von  Blechemaillegegenständen" ;  Herr 
stud.  ing.  A.  König :  „Meine  Ferienpraxis  in  der  Portlandzementindustrie^ ; 
Herr  cand.  ing.  Krause:  BMeine  FerienpraxiJ  in  der  feuerfesten  Industrie 
and  die  Herstellung  feuerfester  Baustoffe  nach  keramisch-wissenschaft- 


lichen Gesichtspunkten. a  —  Angenehme  Abwechslang  bot  sich  den  Vereins  j 
mitgliedern  durch  die  Gelegenheit,  bei  verschiedenen  Exkursionen  inte- 
ressante moderne  Werke  za  besichtigen,  n.  a.  die  neuzeitlich  eingerichtete; 
Versachsanstalt  von  ftrapp-Grason,  Magdeburg-Buckau.  —  Der  Verein  be- 
steht zurzeit  aas:  144  ordentlichen  Mitgliedern,  15  auswärtigen  and  4  Ehren-! 
mitgliedern.  Der  Vorstand  für  das  Sommer-Semester  1922  setzt  sich  wie 
folgt  zusammen:  Herr  eand.  ing.  Hilger,  Vorsitzender;  B.Braune,  Schrift- 
führer ;  Frl.  stud.  ing.  Kolb,  Kassierer.  —  Der  Fachverein  hofft  auf  die  bei 
reits  erfolgten  Neuanmeldungen  von  Studierenden  der  silikattechnischen 
,  Abteilung  hin  aach  einen  Zuwachs  seiner  Mitgliederzahl  im  Sommer« 
Semester  und  auf  eine  mindestens  ebenso  erfolgreiche  Tätigkeit  wie  ir 
vergangenen  Winter-Semester.  

Gesetzgebung,  Steuern. 

Wann  ist  dem  Betriebsrat  eine  Betriebsbilanz  und  eine  Be 
triebsgewinn-  und  Verlustrechnung  vorzulegen  ?  Ueber  diese  Frage 
bringt  die  Nr.  44  der  Mitteilungen  des  Deutschen  Industrieschutzverbandet 
Sitz  Dresden  eingehende  Ausführungen.  Die  Voraussetzungen  für  die  Vorlegung 
und  Erläuterung  der  Betriebsbilanz  and  Gewinn-  und  Verlastrechnung  sind 
in  §  72  des  BRG.  niedergelegt.  Danach  besteht  die  Vorlegungspflicht 
grundsätzlich  nur  für  solche  Betriebe,  die,  .zur  Führung  von  Handel» 
büchern  verpflichtet  sind  und  in  der  Regel  mindestens  300  Arbeitnehmer 
oder  50  Angestellte  beschäftigen.  Keine  Betriebsbilanz  braucht  dort  vor 
gelegt  za  werden,  wo  die  Eigenart  des  Betriebes  dies  bedingt.  Schlieft 
lieh  können  auch  noch  Betriebe  von  der  Vorlegungspflicht  auf  Antrag  bei 
der  Reichsregierung  befreit  werden,  wenn  wichtige  Staatsinteressen  dief 
erfordern.  Bestimmte  Vorschriften  darüber,  in  welcher  Weise  die  Erläu- 
terungen der  Bilanz  vor  sich  gehen  sollen,  sind  im  Gesetz  selbst  niohl 
enthalten.  Eine  Verpflichtung  zur  Vorlegung  von  Unterlagen  für  dii 
Bilanz  besteht  für  den  Arbeitgeber  nicht. 

Novelle  zum  Uinsatzsteuergesetz  und  Befreiung  der  erstes 
Umsätze  nach  der  Einfuhr.  Zur  Umsatzstenernovelle  sind  vom  Reichs 
finanzminister  Uebergangsbestimmangen  erlassen  worden,  aus  denen 
folgendes  hervorgehoben  wird:  Die  Verhandlungen  darüber,  welche  Roh 
Stoffe  und  HalberzengnisBe  auf  die  Freiliste  1  b  (Befreiung  der  ersten  Um 
Bätze  nach  der  Einfahr)  gehören,  sind  erat  durch  die  Sitzung  des  Zwölfer 
ausschasses  des  vorläufigen  Reichswirtschaftsrates  Vom  22.  2.  22  za  'einen 
gewissen  Abschloß  gelangt.  Mit  Rücksicht  darauf,  daß  über  die  Gegen- 
stände, die  auf  die  Freiliste  1  b  kommen,  Unklarheiten  bestehen  könnten 
beabsichtigt  der  Reichsminister  der  Finanzen,  dem  Raichsrat  vorzuschlagen 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  16  -  185 


die  ersten  Umsätze  nach  der  Einfuhr  von  der  Umsatzsteuer  zu  befreien, 
sofern  sie  vor  dem  1.  4.  22  getätigt  sind  und  sofern  es  sich  nm  Kohstofle 
und  Halbfabrikate  handelt,  die  nicht  für  die  Hanswirtschaft  unmittelbar 
gebrauchsfähig  sind. 


Handel  and  Verkehr. 

Abermalige  Erhöhung  der  Gütertarife.  Zum  1.  5.  22  werden  die 
Güter-,  Tier-  nnd  Expreßguttarife  erneut  nm  20%  der  seit  dem  1.  4.  22 
geltenden  Tarife  erhöht.  Von  einer  Steigerung  der  Personentarife  wird 
abgesehen.  Die  organische  Einarbeitung  der  Tariferhöhungen  in  die 
Tarife  erfolgt,  wie  bekannt,  zum  1.  7.  22,  und  zwar  nach  Anhörung  der 
Eisenbahnbeiräte. 

Deutsch-spanische  Handels  Vertragsverhandlungen.  Das  Handell- 
abkommen Deutschlands  mit  Spanien  vom  12. 2.  1899,  das  zuletzt  durch 
einen  Notenwechsel  im  Jahre  1907  bis  auf  weiteres  verlängert  worden  ist 
und  ein  gegenseitiges  Meistbegünstigungsabkommen  war,  ist  von  der 
spanischen  Regierung  mit  einjähriger  Frist  auf  den  20. 12.  22  gekündigt 
worden.  Die  spanische  Regierung  hat  dabei  zum  Ausdruck  gebracht,  daß 
sie  die  Fortsetzung  normaler  Handelsbeziehungen  mit  Deutschland  wünscht 
und  deutschen  Vorschlägen  wegen  zukünftiger  Regelung  entgegensieht. 
Die  schon  seit  längerer  Zeit  geplanten  Verhandlungen  Uber  ein  neues 
Handelsabkommen  werden  voraussichtlich  in  allernächster  Z -it  anfgicomxen 
werden.  Die  deutsche  Regierung  hofft,  erreichen  zu  können,  daß  alle 
Waren  deutscher  Herkunft  auch  weiterhin  nach  den  günsn'g  ran  Sitzen 
der  zweiten  Kolonne  des  neuen  spanischen  Zolltarifs  verzollt  werden.  Ob 
es  aber  auch  gelingen  wird,  darüber  hinaus  für  riizelne  Wtran  Ver- 
günstigungen und  die  allgemeine  Meistbegünstigung  zu  erhalten,  läßt  sich 
noch  nicht  übersehen.  Die  am  Export  nach  Spanien  interessierten 
Industrie-  und  Handelskreise  werden  gebeten,  ihre  besonderen  Wünsche 
für  die  bevorstehenden  deutsch-spanischen  Handelsvertragsverhandlnngen 
alsbald  bei  den  Zweigstellen  des  Auswärtigen  Amtes  für  Außenhandel 
(Nürnberg,  Leipzig  n.  a.  m.)  einzureichen.  Es  wird  besonders  Wert  auf 
solche  Ausführungen  gelegt,  in  welchen  der  Nachweis  erbracht  wird,  daß 
sich  die  Wünsche  der  deutschen 'Exportinteressenten  mit  denen  der  spani- 
schen Wirtschaftskreise  decken. . 

Eine  italienische  Handelskammer  in  Frankfurt  a.  M.  soll  er- 
richtet werden.  Nähere  Auskunft  erteilt  der  Geschäftsführer  des  Grün- 
dungsausschusses, Syndikus  Dr.  Theodor  Metz,  Frankfurt  a.  M. 

Tariflerung  von  Porzellanwaren  nach  dem  Deutsehen  Eisen- 
bahn-Gütertarif. Die  entstandenen  Zweifel  in  der  Tariflerung  von  Por- 
zellanwaren will  die  Zeitschrift  „Deutscher  Eisenbahn-Tarif-  und  Verkehrs- 
Anzeiger",  Berlin  S.  59  beseitigen,  indem  sie  in  ihrer  neuesten  Ausgabe 
mitteilt:  Der  tarifarische  Begriff  „Tonwaren 14  umfaßt  im  allgemeinen 
neben  den  gemeinen  Tonwaren  (Porzellan-,  Steingut-  (Fayence-)  einschließ- 
lich Majolika-,  ferner  Steinzeug-,  Schamotte-  nnd  Terrakottawaren.  Dem- 
nach sind  Porzellanwaren  ebenfalls  Tonwaren,  und  zwar  sind  sie,  da  sie 
zu  den  wertvollsten  Tonwaren  gehören,  der  Klasse  A  zugewiesen  worden. 


Ein-  nnd  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Die  in  der  Ton-Mindestpreisliste  vom  12. 1 .22 
genannten  Ausfuhrmindestpreise  für  weißbrennenden  Rohkaolin  und  sonstige 
magere  Tone  aus  Mittel-  und  Ostdeutschland,  sowie  Kapselkaolin  sind 
nicht  mehr  zutreffend,  sodaß  Bewilligungen  unter  Zugrundelegung  dieser 
Preise  nicht  mehr  erteilt  werden  können.  Es  wird  deshalb  erforderlich, 
für  diese  Tone  von  Fall  zu  Fall  die  Preise  einzufordern,  bis  diese  eine 
endgültige  Festsetzung  erfahren  haben.  —  Die  Mindestpreise  für  die  Aus- 
fuhr von  Neuburger  Kieselkreide  erfahren  mit  Wirkung  vom  10.  4.  eine 
Aenderung. 

A.  H.  N.  Glas.  Der  Unteransschnß  Hohlglas  hat  für  Dänemark 
einen  Umrechnungskurs  von  6  dänischen  Kronen  =  100  Mark  festgesetzt. 
Für  Belgien  nnd  Luxemburg  hat  der  für  den  französischen  Franken  ge- 
gebene Kurs  Gültigkeit. 

Ausgleichung  der  Ausfuhrmindestpreise.  In  einem  Rundschreiben 
macht  der  Reichskommissar  für  Aus-  und  Einfuhrbewilligung  auf  folgende  Ge- 
sichtspunkte aufmerksam :  Die  Erfahrung  hat  gezeigt,  daß  die  Schiebungen 
von  Waren  über  valutaschwache  Länder  sich  trotz  aller  Gegenwirkungen 
nicht  verhindern  lassen.  Das  einzig  wirksame  Hilfsmittel  hiergegen  ist 
eine  Preisstellung  derart,  daß  der  Weiterverkauf  nach  höhervalutarischen 
Ländern  allenfalls  den  normalen  Handelsgewinn,  aber  keinen  eigentlichen 
Valutagewinn  mehr  ergibt.  Dies  hat  nicht  nur  für  die  untervalutarischen 
Länder  des  Ostens  nnd  Südostens  Bedeutung,  sondern  auch  für  Länder, 
deren  Valuta  hochvalutarisch  ist,  aber  sich  doch  noch  in  Entfernung  von 
Dollar  und  Pfund  hält,  wie  z.  B.  Dänemark,  Italien,  Belgien  usw.  So 
hat  sich  z.  B.  ein  dänischer  Zwischenhandel  mit  deutschen  Waren  nach 
Schweden  entwickelt,  über  den  sich  die  schwedischen  Importeure,  die  un- 
mittelbar von  Deutschland  höhere  Preise  gestellt  bekommen,  mit  Recht 
beschweren.  Auch  die  Tatsache  gewinnt  mehr  und  mehr  Bedeutung,  daß 
KommissionBhäuser  in  den  westlichen  Ländern  deutsche  Waren  kaufen, 
um  sie  in  die  höchstvalutarischen  Länder  weiter  abzusetzen.  Dieser 
Handel  mag  in  mancher  Hinsicht  erfreulich  sein,  aber  unerwünscht  ist  es, 
daß  auf  diesem  Wege  die  höchstvalutarischen  Länder  vielfach  zu  nied- 
rigeren Preisen  beliefert  werden  können  als  durch  den  deutschen  Export- 
handel unmittelbar,  der  sich  an  die  für  diese  höchstvalutarischen  Länder 
festgesetzten  Mindestpreise  halten  muß.  Es  erscheint  daher  notwendig, 
die  Ausfnhrpreispolitik  mit  dem  Ziel  nachzuprüfen,  daß  eine  größere 
Ausgleichung  der  Ausfuhrmindestpreise  nach  den  einzelnen  Ländern  er- 
folgt. Hierbei  ist  zn  berücksichtigen,  daß  doch  die  konkurrierenden  In- 
dustrien anderer  vorwiegend  hochvalutarischer  Länder,  wie  England, 
Belgien  usw.,  von  ihren  in  hochvalutarischer  Währung  entstehenden  Ein- 
standspreisen ausgehen  müssen  und  auch  nach  untervalutarischen  Ländern 
im  allgemeinen  nur  entsprechend  diesen  Kosten  verkaufen  können. 

Handbuch  Aber  die  Ein-  und  Ausfuhrgesetzgebung.  Unter  dem 
Titel  „Gesetzgebung  über  Ein-  und  Ausfuhr  mit  besonderer  Berücksich- 
tigung der  Rechtsprechung  des  Reichswirtschaftsgerichts  nach  dem  Stande 


vom  2. 1.  22"  hat  der  Rechtsanwalt  am  Kammergericht  und  Notar  Dr 
Georg  Baum,  Dozent  an  der  Handelshochschule  in  Berlin,  soeben  den 
ersten  Band  eines  umfassenden  Kommentars  über  die  Ein-  und  Ausfuhr- 
kontrolle erscheinen  lassen.  Das  Buch,  das  allen  am  Ausfuhrhandel  be- 
teiligten Kreisen  angelegentlich  empfohlen  sei,  ist  durch  unsere  Geschäfts- 
stelle zum  Preise  von  M  100  zuzüglich  Sortimentszuschlag  und  Versand- 
kosten zu  beziehen. 

Einlösung  von  Beparationsgutseheinen.  Die  in  England  auf 
Grund  des  German  Reparation  (Recovery)  Act  einbehaltenen  Beträge  sind 
bisher  den  deutschen  Exporteuren  in  deutscher  Währung  nur  insoweit 
erstattet  worden,  als  ea  sich  um  Reparationsgutscheine  handelte,  die  nach 
dem  1. 5.  21  (einschließlich)  ausgestellt  waren.  Die  Verhandlungen  mit 
der  Reparationskommission  und  der  englischen  Regierung  haben  inzwischen 
zu  einer  Einigung  über  die  Anrechnung  {auf  Reparationskonto  auch  für 
die  Reparationsbeträge  geführt,  für  die  Gutscheine  vor  dem  1.5.21  aus- 
gestellt worden  sind.  Die  Friedensvertragsabrechnungsstelle,  G.  m.  b.  H., 
Berlin  NW.  7,  Am  Weidendamm  1  a,  ist  daher  zur  Einlösung  der  fraglichen 
Gutscheine  angewiesen  Worden. 

Neuregelung  der  Ausfuhr  nach  Danzig.  Im  Anschluß  an  die 
Notiz  in  Nr.  15,  Seite  174,  teilen  wir  zur  Ergänzung  noch  folgendes  mit: 
In  Danzig  besteht  eine  Verteilungsstelle,  welche  die  für  den  Danziger 
Eigenbedarf  bestimmten  Kontingente  (2  Listen:  A  und  B)  den  einzelnen 
Danziger  Gewerbezweigen  zuteilt.  Die  Verteilungsstelle  erteilt  den 
Danziger  Abnehmern  Kontingentscheine,  die  längstens  3  Monate  Gültig- 
keit haben  und  auf  eine  bestimmt  bezeichnete  Ware  und  Mange  ent- 
sprechend den  Bezeichnungen  der  Kontingentslisten  lauten  Die  Scheine, 
die  für  Waren  der  Liste  A  von  roter,  und  für  Waren  der  Liste  B  von 
blauer  Farbe  sind,  werden  den  deutschen  Lieferanten  ausgehändigt  und 
sind  von  diesen  mit  dem  Ausfuhrantrag  der  zuständigen  deutschen  Aus- 
fuhrbewilligungsstelle einzureichen. 

Australien.  Das  Einfuhrverbot  für  Waren  aus  Deutschland, 
Oesterreich  Ungarn,  der  Türkei  oder  Bulgarien  ist  bekanntlich  mit  Wirkung 
vom  1.  8.  22  ab  aufgehoben  worden.  In  wieweit  jedoch  diese  Aufhebung 
des  Verbotes  sich  praktisch  auswirken  wird,  ist  mehr  oder  minder  dem 
Ermessen  des  Ministers  für  Handel  und  Zölle  und  dem  Tarifamt  in 
Melbourne  überlassen.  Diesen  beiden  Behörden  steht  die  Festsetzung  der 
Warengruppen  zn,  auf  die  die  Zölle  im  Verein  mit  den  neuen  Dumping- 
zollen zur  Erhebung  kommen  sollen.  Die  Dumpingzölle  bilden  den  Haupt- 
inhalt des  Ende  vorigen  Jahres  in  Australien  erlassenen  Industrieschutz- 
gesetzes, das  sich  zwar  auf  den  Grundlinien  ähnlicher  Gesetze  in  anderen 
Ländern  aufbaut,  über  diese  jedoch  noch  hinausgeht.  Der  Begriff  des 
Dumping  ist  im  australischen  Gesetz  insofern  weiter  gezogen,  als  das 
Gesetz  nicht  nur  die  eigene,  sondern  auch  die  britische  lad astrie  schützen 
soll,  und  insbesondere,  daß  es  auch  rückwirkende  Kraft  haben  kann,  da 
die  Zölle  vom  Importeur  auf  Anfordern  zu  jeder  Zeit  nachträglich  zu  ent- 
richten sind,  falls  sie  beim  Eingang  der  Ware  nicht  bezahlt  worden  sind. 
Das  genannte  Industriesohutzgesetz  sieht  nun  8  Fälle  von  Dumping  vor 
und  zwar  je  4  Fälle  von  eigentlichem  und  von  sogenanntem  Valuta- 
Dumping.  Als  eigentliches  Dumping  wird  erachtet,  wenn  in  Australien 
in  der  gleichen  Art  und  Gattung  hergestellte  Einfuhrwaren  an  einen 
Importeur  zu  einem  Preis  verkauft  werden,  der  unter  dem  im  Ausfuhrland 
zur  Zeit  ihrer  Verschiffung  in  Geltung  gewesenen  Marktpreis  liegt.  Die 
weiteren  drei  Fälle  des  eigentlichen  Dampiugs  kennzeichnen  sich  durch 
die  Ueberschriften  der  betreffenden  Absätze  des  Gesetzes,  Diese  lauten : 
„Dumpingzoll  auf  unter  Selbstkosten  verkaufte  Waren",  „Bastimmungen 
bezüglich  Konsignationswaren"  und  „Fracht- Dumping-Zoll".  —  Als  Valuta- 
dumping wird  erachtet,  wenn  Einfuhrwaren  infolge  entwerteter  Währung 
des  Ursprungs-  oder  Ausfuhrlandes  an  einen  Importeur  zu  Preisen  verkauft 
werden,  die  der  australischen  Industrie  abträglich  sein  können.  Außerdem 
werden  noch  genannt:  „Dumping  mit  Bezug  auf  bevorzugte  Länder", 
„Materialien-Dumping"  nnd  „Umgehung  der  Verzollung  durch  Konsignation1". 
Die  verschiedenen  durch  dieses  Gesetz  auferlegten  Zölle  sollen  getrennt 
von  einander  erhoben  werden,  ohne  Rücksicht  darauf,  daß  mehr  als  ein 
Zoll  auf  eine  bestimmte  Ware  zur  Anwendung  kommen  könnte.  Hierbei 
soll  jedoch  der  Betrag  von  15%  des  Zollwertes  der  Ware  nicht  überstiegen 
werden.  —  Wie  schon  eingangs  erwähnt,  wird  es  von  der  noch  zu  er- 
wartenden näheren  Auslegung  des  Gesetzes  abhängen^  ob  nach  dem  1. 8. 22 
wieder  deutsche  Waren  in  Australien  eingeführt  werden  können,  oder  ob 
sie  nach  wie  vor,  wenn  auch  nicht  verboten,  so  doch  mehr  oder  minder 
ausgeschlossen  bleiben..  —  Interessenten  können  nähere  Auskunft  bei  der 
Zweigstelle  des  Auswärtigen  Amtes  für  Außenhandel,  Nürnberg,  erhalten. 

Belgien.  Der  Gesetzentwurf  über  die  Errichtung  eines 
Differentlal-ZoUtarifs  für  deutsche  Waren  hat  die  Zustimmung  des 
Senats  gefunden.  Es  handelt  sich  um  eine  außerordentliche  Maßnahme 
bis  zum  30.  11.  22. 

Holland.  Einfuhrverbote  mit  einjähriger  Geltungsdauer  werden 
in  einem  der  zweiten  Kammer  vorgelegten  Gesetzentwurf  gefordert. 

Polen.  Zollbestimmungen.  Für  Warensendungen  nach  Polen 
werden  als  Handelsdokumente,  die  unzweifelhaft  den  Wert  der  einge- 
führten Güter  angeben,  bis  anf  weiteres  nur  die  Originalfakturen  oder 
die  von  der  Handelskammer  des  Versandlandes  bestätigten  Rechnungen 
angesehen. 

Schweiz.  Rückerstattung  von  Gebühren  für  nichtbenutzte 
Einfuhrbewilligungen.  Nach  einer  Bekanntmachung  der  Sektion  für 
Ein-  und  Ausfuhr  des  eidgenössischen  Volkswirtschaftsdepartements  sind 
entsprechende  Gesuche  der  erwähnten  Amtsstelle  spätestens  10  Tage 
nach  Ablauf  der  Bewilligungsdauer  einzureichen  unter  Beilage  des  Be- 
willigungsformulars. Verspätet  eingereichte  Gesuche  rinden  keine  Be- 
rücksichtigung. Bei  Gutheißung  des  Gesuches  werden  für  Kanzleispesen 
Vb  der  Gebühren,  mindest  aber  Fr.  2  und  höchstens  Fr.  20  einbehalten. 

Vereinigte  Staaten.  Zur  Zolltarifrevision.  Nach  einer 
Washingtoner  Meldung  hat  der  Finanzausschuß  des  Senats  mit  7  gegen 
3  Stimmen  eine  republikanische  Entschließung  angenommen,  wonach  dem 
in  Vorbereitung  befindlichen  endgültigen  Zolltarif  die  Schätzung  auf 
Grund  des  Wertet  im  Ursprungslande  zugrunde  gelegt  werden 


186  —  Nr.  16 


SPRECH  SAAL -COBURG. 


1923.  (65.  Jahrgang.) 


Boll.  Der  Piäsident  der  Vereinigten  Staaten  soll  jedoch  den  Zollsatz  bil 
zu  KO<>/0  dei  im  Gesetzentwurf  bestimmten  Satzes  erhöhen  können,  falle 
die  Waren  nach  der  einfachen  Verzollung  auf  dem  amerikanischen  Markte 
billiger  an  stehen  kommen  als  amerikanische  Waren.  Notwendigenfalls 
kßnne  der  Präsident  auch  zunächst  die  Verzollung  auf  Grund  des 
amerikanischen  Großhandelspreises  anordnen  und  dann  den  Ausgleich  durch 
Herabsetzung  oder  Erhöhung  des  Zollsatzes  bis  zu  50%  vornehmen. 


Die  Lage  in  Industrie  und.  Handel. 

Sie  Lage  der  feinkeramischen  Industrie  im  Monat  März  1922 
muß  unter  denselben  eigentümlichen  Voraussetzungen  betrachtet  werden, 
die  fttr  die  Wirtschaft  gegenwärtig  im  allgemeinen  maßgebend  Bind.  Die 
Auftragserteilung  insbesondere  auch  während  der  Leipziger  Messe  war 
geradezu  sturmisch,  gleichwohl  aber  nach  dem  Urteil  erfahrener  Männer 
der  Wirtschaft  in  Bich  ungesund  und  auf  die  Dauer  unhaltbar.  Die 
Produktion  leidet  teilweise  in  immer  noch  steigendem  Maße  unter  dem 
fortdauernden  Kohlenmangel  und  den  schlechten  Qualitäten  der  gelieferten 
Brennstoffe.  Die  häufig  wiederkehrenden  Verkehrssperren,  die  zu  einer 
regelmäßigen  Erscheinung  an  allen  Hafenplätzen  und  wichtigen  Üebergangs- 
Btationen  geworden  sind,  üben  einen  äußerst  schädlichen  und  hemmenden 
Einfluß  auf  die  Betriebsftthrung  aus.  Nach  welcher  Bichtung  die  Ent- 
wickelung  der  Inlandspreise  im  allgemeinen  die  Arbeitsmöglichkeiten  der 
Industrie  beeinflussen  wird,  steht  vorläufig  noch  dahin.  Jedenfalls  aber 
lieht  man  dieser  Entwicklung  verschiedentlich  in  zunehmendem  Maße  mit 
ernsten  Sorgen  entgegen. 

Die  wirtschaftliche  Lage  in  den  Nachfolgestaaten. 

Deutsch-Oesterreich:  Der  Besct  äftigungsgrad  der  Industrie 
Deutsch-Oesterreichs  ist  Ende  1921  und  zu  Beginn  des  laufenden  Jahres 
verhältnismäßig  gut  gewesen.  Die  Industrie  war  reichlich  mit  Aufträgen 
aus  dem  In-  und  Ausland  versehen.  Erst  der  Rückgang  der  Valutenkurse 
und  die  mehrmals  erfolgten  Steigerungen  der  Löbne  haben  eine  Aenderung 
geschaffen.  Heute  kann  die  österreichische  Industrie  nicht  mehr  in  allen 
ihren  Zweigen  den  Wettbewerb  mit  dem  Ausland  aufnehmen.  Selbst  die 
deutsche  Industrie  hat  in  den  letzten  Monaten  mit  Erfolg  die  Konkurrenz 
aufgenommen.  — Für  die  Wareneinfuhr  ist  zu  beachten,  daß  die  zuständigen 
österreichischen  Stellen  mit  Wirkung  vom  9.  3.  eine  Erhöhung  des  Zoll- 
agios auf  das  700  fache  vom  Tarifsatz  vorgenommen  haben.  Diesem  er- 
höhten Zoll  unterliegen  alle  diejenigen  Waren,  welche  nicht  auf  Grund 
der  Zoll  goldliste  den  Vorschriften  Uber  die  Zollzahlung  in  Gold  unter- 
worfen Bind,  Unter  letztere  fallen  vor  allem  Luxuswaren.  —  Hinsichtlich 
der  Kronenttberweisung  ist  seitens  des  österreichischen  Finanzministeriums 
in  der  Handhabung  des  Ueberweisungsverbotes  eine  Erleichterung  vor- 
gesehen worden.  Es  ist  neuerdings  die  Erlegung  und  die  Ueberweisung 
von  KronenbetrBgen  zugunsten  ausländischer  Geschäftsleute  zulässig,  ohne 
daß  es  wie  bisher  einer  schriftlichen  Genehmigung  bedarf.  Aller- 
dings beschränkt  sich  diese  Möglichkeit  einer  erleichterten  Kronenttber- 
weisniig  ohne  Genehmigung  nur  auf  die  Mitglieder  der  Devisenzentrale, 
welche  im  Verkehr  mit  den  im  Auslände  ansässigen  Geschäftsfreunden 
und  Kunden  nicht  mehr  behindert  sind. 

Ungarn:  Der  Warenbedarf  Ungarns  ist  in  den  Nachkriegszeiten 
zum  großen  Teil  von  Tschechoslowakien  aua  gedeckt  worden.  Die  Aus- 
eichten fttr  den  Absatz  der  Fabrikate  der  tschechischen  Industrie  sind 
aber  zurzeit  infolge  des  hohen  Kurses  der  tschechischen  Krone  verringert 
worden,  was  fttr  die  deutsche  Industrie  als  der  gegebene  Zeitpunkt  fttr 
eine  Bearbeitung  des  ungarischen  Absatzmarktes  erscheinen  mag.  Hier- 
bei ist  es  allerdings  notwendig,  daß  sich  die  deutsche  Industrie  hinsicht- 
lich der  Zahlungsbedingungen  den  ungarischen  Wünschen  in  demselben 
Meß  anzupassen  vermag,  wie  dies  die  tschechische  Industrie  bis  jetzt 
getan  hat.  Der  ungarische  Geschäftsmann  gilt  im  allgemeinen  als  deutsch- 
freundlich und  deckt  Beinen  Bedarf  gern  durch  Bezüge  aus  Deutschland. 
Absatzmöglichkeiten  bieten  sich  trotz  aller  Einfuhrerschwerungen  u.  a. 
fttr  Glas-  und  Porzellanwaren,  Haus-  und  Küchengeräte  sowie  sanitäre 
Artikel. 

Tschechoslowakien:  Die  InduBtriekrise  dauert  noch  weiter 
an.  Viele  Industrien  beschäftigen  ihre  Arbeiter  nur  noch  wenige  Tage 
in  der  Woche,  Man  hat  in  Kreisen  der  tschechischen  Industrie  von  der 
vorübergehend  eingetretenen  Abschwächung  der  tschechischen  Krone  eine 
Erweiterung  der  Exportmöglichkeit  erwartet,  welche  aber  in  dem  nötigen 
Umfang  nicht  eingetreten  ist.  Die  Industriellen  glauben  die  Absatz- 
stockungen nur  dadurch  beheben  zu  können,  daß  sie  durch  Lohnabbau 
die  Gestehungskosten  wesentlich  herabdrücken.  In  der  Durchführung 
dieser  Bestrebung  begegnen  die  Industriellen  dem  Widerstand  der  Arbeiter- 
schaft, was  in  manchen  Industriezweigen  schon  zu  Differenzen,  Streiks 
größeren  Umfangs  und  Aussperrungen  geführt  hat.  —  Die  Handelsbe- 
ziehungen zwischen  Deutschland  nnd  Tschechoslowakien  Bind  durch  das 
Wirtschaftsabkommen  vom  Juni  1920  geregelt;  tschechischerseitB  ist  je- 
doch noch  nicht  eine  endgültige  Ratifizierung  erfolgt.  Eingehende 
WütBchaftsverhandlungen,  insbesondere  über  wichtige  Fragen  der  gegen- 
seitigen Ausfuhr  werden  durch  Begierungsvertreter  beider  Staaten  in 
einigen  Wochen  beginnen.  Vorbesprechungen  über  gewisse  Fragen  wurden 
dieser  Tage  in  Berlin  geführt.  Bis  zum  Beginn  der  eigentlichen  Ver- 
handlongen wird  die  endgültige  Batifizierung  erwartet.  —  Bei  der  Offert- 
stellung  deutscher  Firmen  ist  zu  beachten,  daß  das  tschechische  Handels- 
ministerium die  Bezahlung  deutscher  Waren  in  tschechischer  Währung, 
soweit  es  Bich  nicht  um  Rohstoffe  und  andere  fttr  den  Eigenbedarf 
dringend  benötigte  Halb-  und  auch  Fertigfabrikate  handelt,  verbietet  und 
nur  mit  besonderer  Genehmigung  zuläßt.  Praktisch  ist  es  den  deutschen 
Exporteuren  auch  meist  noch  möglich,  nach  Tschechoslowakien  iu  Mark 
anzubieten,  da  nur  einige  wenige  Außenhandelestellen  bei  Ausfuhr  dort- 
hin die  Bezahlung  in  tschechischen  Kronen  vorschreiben.  —  In  Bratislava- 
Preßburg  findet  in  der  Zeit  vom  9. — 16.  7.  22  die  zweite  Internationale 
Mustermesse  statt.  Zu  beiden  Veranstaltungen  ist  den  reichsdeutschen 
BeBuchern  eine  Gebuhrenermäßigung  fttr  die  Bahnfahrten  auf  der  tschecho- 
slowakischen Staatsbahn  zugesichert. 

In  Jugoslavien  ist  aus  Gründen  der  Sanierung  des  Dinars  eine 
Devisenordaung  erlaiien  worden.    Darnach  ist  die  Ausfuhr  von  Devisen 


und  fremden  Valuten  neuerdings  wieder  verboten  und  darf  nur  noch  mit 
Genehmigung  der  Nationalbank  in  Belgrad  erfolgen.  Ebenfalls  zum  Zweck 
der  Verhinderung  eines  weiteren  Kurssturzes  des  Dinars  hat  die  Regierung 
kürzlich  ein  weitgebendes  Verbot  der  Einfuhr  von  Luxuswaren  erlassen 
(vergl.Nr.15,8.174).  Beide  Maßnahmen  scheinen  auch  tatsächlich  einigermaßen 
von  Erfolg  begleitet  zu  sein,  da  der  Dinar  an  den  meisten  Börsenplätzen  eine  stt  i- 
gende  Tendenz  aufweist.  Diese  liegt  allerdings  nicht  zuleztt  auch  darin  be- 
gründet, daß  die  Weite rberatuDj?  des  Gesetzentwurfes  über  ein  Moratorium 
fttr  Schulden  in  ausländischer  Währung  zurückgestellt  worden  ist.  —  Die 
deutsch  jugoslawischen  Handelsbeziehungen  werden  durch  einen  vorläufigen 
Handelsvertrag  geregelt  werden.  Der  Vertrag  selbst  ist  von  der  jugo- 
slawischen Regierung  bereits  ratifiziert  und  liegt  auf  deutscher  Seite  dem 
Reichsrat  in  Form  eines  Gesetzentwurfes  vor.  Mit  der  Ratifizierung  des 
Vertrages  auf  deutscher  Seite  ist  demnächst  zu  rechnen.  —  Für  den 
Handelsverkehr  mit  Jugoslawien  ist  von  wesentlicher  Bedeutung,  daß  die 
jugoslawische  Regierung  kürzlich  auf  die  Rechte,  welche  ihr  aus  dem  §  18 
des  Anhangs  2  zum  Teil  VIII  des  Friedensvertrags  zukommen,  Verzicht 
geleistet  hat.  Die  Gefahr,  daß  Warenlieferungen,  welche  nach  Jugoslawien 
eingeführt  werden,  der  Beschlagnabmegefahr  ausgesetzt  Bind,  ist  nicht 
mehr  vorhanden.  —  Das  Interesse  der  jugoslawischen  Geschäftsleute,  mit 
deutschen  Fvmen  in  Handelsbeziehungen  zu  treten,  ist  allgemein  sehr 
groß.  Absatzmöglichkeiten  bestehen  fast  fttr  alle  Fertigfabrikate  der 
deutschen  Industrie,  u.  a.  insbesondere  fttr  Glas  und  Haushaltungsgegen- 
stände.  Der  Geschäftsverkehr  mit  Jugoslawien  hat  während  der  letzten 
Monate  an  Umfang  außerordentlich  zugenommen  und  dürfte  neuerdings, 
nachdem  durch  den  Handelsvertrag  allgemeine  Erleichterungen  gewährleistet 
werden  und  vor  allem  auch  die  Beschlagnahmegefahr  nicht  mehr  besteht, 
weiter  steigen.  Es  wird  den  deutschen  Kaufleuten  jetzt  vor  allem  möglich 
sein,  nach  Jugoslawien  nicht  mehr  mit  der  Maßgabe  der  Vorauszahlung 
zu  verkaufen,  was  sie  bisher  oft  Geschäfte  verlustig  gehen  ließ.  Es  dürfte 
sich  empfehlen,  zur  Errichtung  von  Warenlagern  im  Lande  selbst  zu 
schreiten  und  den  Abnehmern  Kredite  einzuräumen.  Derartige  Handels- 
gebräuche werden  jedenfalls  von  englischen  und  vor  allem  von  tschechischen 
Firmen  bereits  seit  langem  geübt.  —  Iu  Zagreb  findet  in  der  Zeit  vom 
3.— 15.  6.  22  die  erste  Mustermesse  statt.  Interessenten,  welche  auf 
eine  Beteiligung  an  dieser  Messe  Wert  legen,  können  nähere  Angaben, 
insbesondere  hinsichtlich  der  Preise  fttr  Platzmieten  bei  der  Zweigstelle 
des  Auswärtigen  Amtes  fttr  Außenhandel,  Nürnberg,  erfahren. 


Geschäftliche  Mitteilungen. 

A.-6.  Porzellanfabrik  Weiden  Gebrüder  Baaseher,  Weiden. 

Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.12.  21:  Reingewinn 
Ji  6108905  (2433483);  Dividende  35%  (25),  Sondervergütung  16  %  (0); 
Abschreibungen  Jt  1765663  (316278);  Zuweisungen  fttr  soziale  Zwecke 
Ji  700000  (120000);  fttr  Wohnungsneubauten  Ji  1  Mill.  (0,5);  fttr  feuer- 
techniBChe  Versuche  M  1  Mill.  (0,6) ;  Rückstellung  fttr  Aktien-Einzahlungs- 
Konto  M  760000.  —  Der  Geschäftsgang  1921  war  überaus  lebhaft. 
Durch  Erweiterung  der  Inlandsverkaufsorganisationen  und  Pflege  des  Aus- 
fuhrgeschäftes konnte  der  Umsatz  wesentlich  erhöht  werden.  Im  laufen- 
den Jahr  soll  die  Fabrikanlage  eine  Vergrößerung  erfahren.  Die  zwecks 
Schaffung  der  erforderlichen  Betriebsmittel  vorgeschlagene  Kapitalserhöhung 
um  Jt  6  Mill.  auf  M  8  Mill.  fand  die  Genehmigung  der  o.  G.-V.  Den 
seitherigen  Aktionären  wird  auf  eine  alte  Aktie  eine  junge  zum  Kurs  von 
100  °/0  angeboten,  wobei  die  Gesellschaft  aus  eingangs  erwähntem  Aktien- 
Einzahlungs-Konto  25%  Einzahlung  selbst  trägt.  Ueber  den  Geschäfts- 
gang urteilte  die  Verwaltung  günstig.  / 

Keramische  Werke  Offstein  &  Worms,  A.-G.,  Worms.  Auszug 
aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31. 12  21 :  Reingewinn  Jt  1 135  228 ; 
Dividende  20%;  Abschreibungen  M  193504.  —  Im  Geschäftsbericht  fttr 
das  abgelaufene  erste  Geschäftsjahr  werden  als  besondere  Erschwernisse 
die  Sanktionen  und  die  überaus  schlechte  Belieferung  der  Werke  mit 
Kohlen  vermerkt.  Die  Zuhilfenahme  von  Holz  hatte  naturgemäß  eine  be- 
deutende Verteuerung  und  Erschwerung  der  Fabrikation  zur  Folge.  Für 
die  wenig  lohnenden  Inlandspreise  brachte  das  Ausfuhrgeschäft  einen  ent- 
sprechenden Ausgleich.  Zwecks  möglichst  ausgiebiger  Ausnutzung  der 
Brennstoffe  wird  die  Ofenanlage  einem  Umbau  unterzogen.  Die  Aussichten 
fttr  die  Zukunft  werden  von  der  Verwaltung  nicht  ungünstig  beurteilt.  — 
Gegenwärtige  Aufsichtsratsmitglieder  sind:  H.  J.  von  Oheimb,  Vors.,  Bank- 
direktor R.  Merkelbach,  stellv.  Vors.,  Kommerzienrat  S.  Bamberger,  Dr. 
F.  van  Endert,  Frau  K.  von  Oheimb,  Bankdirektor  H.  Ott,  Fabrikdirektor 
F.  Schick. 

Bonner  Kachelofen-Fabrik,  A.-G.,  Bonn.  Auszug  aus  dem  geneh- 
migten Abschluß  vom  31.12.  21:  Reingewinn  M  48528,  der  sich  um  den 
Verlustvortrag  aus  1920  auf  M  31258  ermäßigt;  Dividenle  6%;  Ab- 
schreibungen M  24727. 

Annawerk,  Schamotte-  nnd  Tonwarenfabrik,  A.-G.,  vorm. 
J.  B.  tieith,  Oeslau.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom 
31.12.  21:  Reingewinn  ji  2  872  756  (1994  633);  Dividende  30%  (30); 
Sondervergütung  M  200  (0);  Abschreibungen  M  347  666  (283  821);  Zu- 
weisungen an  Arbeiter  zur  Vereinigung  der  Lebenshaltung  JI  300  000, 
an  Beamten-Pensionsfonds  Jt  100  000.  —  Der  äußerst  regen  Nachfrage 
im  vergangenen  Jahre  konnte  in  vielen  Fällen  nicht  genügt  werden,  da 
durch  unzureichende  Zufuhr  von  Kohlen  nnd  Rohmaterialien  eine  volle 
Ausnutzung  der  Produktionsmittel  nicht  möglich  war.  In  der  Abteilung 
„feuerfeste  Fabrikate"  konnte  bei  gutem  Absatz  und  lohnenden  Verkaufs- 
preisen ein  befriedigendes  Ergebnis  erzielt  werden.  Dasselbe  gilt  für 
die  Röhrenfabrik,  deren  Erzeugnisse  sich  gleichfalls  großer  Nachfrage 
erfreuten.  Nach  Dachziegeln  hielt  die  stürmische  Nachfrage  an.  Die 
Hartsteingutfabrik  mußte  den  wachsenden  Anfordernngen  wegen  eine 
BetriebBvergrößerung  erfahren.  An  dem  zufriedenstellenden  Resultat  hat 
das  Ausfuhrgeschäft  nicht  unwesentlichen  Anteil.  Fttr  das  laufende  Jahr 
sichert  ein  hoher  Auftragsbestand  reichliche  Beschäftigung,  dennoch  ver- 
mag die  Verwaltung  mit  Rücksicht  auf  die  derzeitigen  Verhältnisse  ein 
Urteil  Ober  die  weitere  Entwicklung  nicht  abzugeben.  —  Die  aus- 
scheidenden AnfsichtBratsmitglieder  Bankier  W.  Kogerup  und  Dr.  J.  Koerner 
wurden  wiedergewählt. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


S  P  RECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  16  —  187 


Siegeradorfer -Werke,  vorm.  Frledr.  Hoffmann,  A.-6.,  Siegers- 
dorf* Die  a.  o.  G.-V.  beschloß  die  Kapitalserböhnng  um  i  3  Mill. 
Stamm-  und  Jl  1  Mill.  7%  Vorzugsaktien  auf  M  7  Mill.  Von  dea 
Stammaktien  werden  M  1,6  Mill  den  bisherigen  Aktionären  im  Verhält- 
nis 2:1  zu  160 %  angeboten,  während  der  Best  zugunsten  der  Gesell- 
schaft Verwendung  finden  soll.  Die  Vorzngsaktien,  die  mit  vierfachem 
Stimmrecht  ausgestattet  und  vom  Jahre  1927  zu  108%  rückzahlbar  sind, 
werden  zu  108  °/0  an  Verwaltungsmitglieder  begeben.  Beide  Aktien- 
gattungen  sind  für  das  Geschäftsjahr  1921/22  zur  Hälfte  dividendenbe- 
rechtigt. 

Tafel-,  Salin-  and  Spiegelglasfabrihen,  A.-G.,  Fürth  i.  B.  Die 
a.  o.  G.-V.  Btimmte  der  Kapitalserhöhunar  um  M  7,8  Mill.  Stamm-  und 
jH  0,3  Mill.  Vorzugsaktien  auf  M  16,6  Mill.  zu.  Die  neuen  Stammaktien 
werden  von  der  Dresdner  Bank,  Filiale  Nürnberg,  zu  175%  übernommen 
and  hiervon  Jt  7,2  Mill.  den  alten  Aktionären  im  Verhältnis  1:1  zu 
200  %  angeboten.  Die  neuen  Vorzugsaktien  werden  gieichsfalls  von 
der  Dresdner  Bank  zu  106%  übernommen.  Beide  Aktiengattungen  sind 
für  das  laufende  Geschäftsjahr  zur  Hälfte  dividendenberechtigt.  Die 
restlichen  Aktien  werden  freihändig  begeben;  an  dem  Gewinn  ist  die 
Gesellschaft  beteiligt. 

A.-G.  Glashüttenwerke  Adlerhütten,  Penzlg,  0,-L.  Auszug  aus 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.12.21:  Reingewinn  Jt  1321806 
(1  125  459);  Dividende  25%  (25);  Abschreibungen  .#  81  071  (116  895); 
Zuweisungen  an  Werkerhaltungskonto  Jt  750  000  (Rückstellung  für  Hütten- 
hau  Jt  100  000);  für  gemeinnützige  Zwecke  M  100  000  (100  000).  — 
Dem  Aufsichtsrat  gehören  zurzeit  an:  M.  Doertenbach,  M.  Baumann, 
Dr.  G.  von  Doertenbach,  H.  Hecht,  Dr.  H.  Kratz,  M.  Fedter,  F.  Lange. 

W.  HirBch,  Ai-Cr.  für  Tafelglasfabrikation,  Badeberg.  Auszug 
aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.12.  21:  Reingewinn  M  845  363 
(1033176);  Dividende  20%  (30%  -f  6%  BonuB);  Abschreibungen 
M  401  482  (106  588).  —  Nach  dem  Vorstandsbericht  setzte  bereits  im 
|  Januar  1921  in  der  Nachfrage  ein  Rückgang  ein,  demzufolge  wiederholt 
weitere  Preisermäßigungen  vorgenommen  werden  mußten.  Durch  die  im 
Sommer  erfolgte  Gründung  des  Vereins  Sächsischer  Tafelglashütten, 
G.m.b.H.,  Dresden,  dem  sämtliche  Tafelglashütten  Sachsens  beigetreten 
Bind,  gelang  es  zunächst,  die  Preise  zu  stabilisieren.  Gleichzeitig  trat 
eine  erfreuliche  Belebung  des  Marktes  ein,  die  Nachfrage  wurde  lebhaft 
und  die  Preise  konnten  angemessen  erhöht  werden.  Vom  1.1.22  ab  über- 
nahm der  Verein  die  Verkauf stätigkeit  für  seine  Mitglieder.  Die  Betriebs- 
anlagen der  Gesellschaft  wurden  1921  weiter  ausgebaut.  Der  derzeitige 
Geschäftsgang  wurde  von  der  Verwaltung  als  gut  bezeichnet.  —  Die  o.  G.-V. 
stimmte  ferner  der  Kapitalserhöhung  um  M  1,8  Mill.  Stamm-  und  Jt  0,4 
Mill.  Vorzugsaktien  zu.  Die  bisherigen  Stammaktionäre  erhalten  ein  Be- 
zugsrecht im  Verhältnis  2 : 1  zu  225  %. 

Höhna  &  Sehaal,  Glasmannfaktur,  Weißwasser,  O.-L.  Die 
Firma  bittet  ans  darauf  hinzuweisen,  daß  ihre  neuen  Abbildungen  über 
Beleuchtuugs-  nnd  elektrotechnisches  Hohlglas  fertiggestellt  sind  und  allen 
Interessenten  auf  Wunsch  zur  Verfügung  stehen. 

Konkurseröffnung:  Schutt  u.  Reichel,  G.  m.  b.  H,  Freiwaldau. 
Eonkurb Verwalter :  Rechtsanwalt  Hamann,  Haibau.  Anmeldefrist :  15.  6.  22. 
Erste  Gläubigerversammlung:  26.  4.  22,  12  Uhr  m.  Prüfnngstermin: 
31.  6.  22,  12  Uhr  m.   Offener  Arrest  mit  Anzeigepflicht  bis  1.  5  22. 


General-Versammlungen. 

Porzellanfabrik  Fraureuth,  A.-G,  Fraureuth:  o.  G.-V.  26.4.  22, 
tl'/j  Uhr  v.,  Bank  für  Handel  und  Industrie,  Berlin. 

Buckauer  Porzellan-Manufaktur,  A-G.,  Magdeburg-Buckau:  o.  G.-V. 
29. 4.  22,  11  Uhr  v.,  Frankezimmer  der  Handelskammer,  Magdeburg. 
T.-O. :  u.  a.  Satzungtändeningen. 

Porzellanfabrik  Zeh,  Scherzer  &  Co.,  A.-G.,  Behau:  o.  G.-V.  6.5.22, 

3  Uhr  n.,  Fabrikgebäude,  Behau. 

Deutsche  Ton-  und  Steinzeugwerke,  A.-G.,  Charlottenburg:  o.  G.-V. 
29.  4.  22,  9  Uhr  v.,  Bankhaus  Gebr.  Arnhold,  Dresden.  T.-O  :  u.  a.  Kapi- 
talserhöhung  um  Jt  16  Mill.  Stamm-  und  Jt  3  Mill.  Vorzugsaktien  auf 
M  40  Mill. 

Keramische  Werke  Off  stein  &  Worms,  A.-G.,  Worms:  a.  o.  G.-V. 
26.  4.  22,  2  Unr  n.,  Bureaugebäude,  Offstein.  T.-O  :  u.  a.  Kapitalserhöhung 
am  Jt  6,5  Mill.  Inhaber-Stammaktien  auf  Jt  12,5  Mill. 

Arloffer  Tonwerke,  A.-G.,  Arloff:  a.  o.  G.-V.  29.4.  22,  1  Uhr  n., 
Weinrestaurant  „Zur  Steipe",  Trier.   T.-O. :  Satzungsänderungen. 

Guß-  und  Tafelglashütten,  A.-G.,  vorm.  Paul  Müller  &  Co.,  Nieder- 
putzkau :  o.  -G.-V.  4.  5.  22,  3  Uhr  n.,  Fremdenhof  König  Albert,  Bischofs- 
werda.  T.-O. :  u.  a.  Kapitalserhöhung  um  M  0,3  Mill.  8  %  Inhaber- Vor- 
zugsaktien. I 

OptiBche  WerkelErnst Löhrbach  &  Co.,  A.-G.,  Rathenow:  o.  G.-V. 
25.4  22,  9l/8  Uhr  v.,  Rathenower  Bankverein,  Rathenow.  T.-O.:  u.  a. 
Kapitalserhöhung  um  M  3  Mill.  Stammaktien  auf  M  5  Mill. 

Vereinigte  Kschebach'sche  Werke,  A.-G.,  Dresden :  o.  G.-V.  5. 5.  22, 

4  Uhr  n.,  Sitzungszimmer,  Dresdner  Werk.  T.-O. :  u.  a.  Kapitalserhöhung 
um  Jt  12  Mill.  Inhaber-Stammaktien. 

Eisenwerk  Kaiserslautern,  Kaiserslautern :  a.  o.  G.-V.  1.  5.  22,  3  Uhr 
n..  Rheinische  Creditbank,  Filiale  Kaiserslautern.  T.-O  :  u.  a.  Kapitals- 
erhöhung um  Jt  6  Mill.fcStamm-  und  M  0,6  Mill.  7%  Vorzugsaktien  auf 
M  12,6  Mill. 

Älieianderwerk  A.  von  i,der  Nahmer,  A.-G ,  Remscheid:  a.  o.  G.-V. 
28,  4.  22,  6  Uhr  n.,  Gasthof  zum  Weinberg,  Remscheid.  T.-O.:  u.  a. 
Kapitalserhöhung  um  M  10  Mill.  Inhaber-Stammaktien. 

Badem i*i*euwerke,  A.-G.,  Wetzlar:  o.  G.-V.  3. 5.  22,  11  Uhr  v>> 
Verwaltungsgebäude,  Wetzlar.  T.-O. :  u.  a.  Kapitalserhöhung  um  M,  67,25 
Mill.  Inhaber-Stammaktien. 

Chemische  Fabrik  von  J.  R.  Devrient,  A.-G.,  Zwickau:  o.  G.-V. 
28. 4.  22,  5  Uhr  n.,  Leipzig,  Ferdinand-Rhode-Str.  38.  T.-O. :  u.  a.  Satzungs- 
änderungen.  


Verbände. 

Verband  Deutscher  Elektrotechnischer  Porzellanfabriken.  Die 
im  Verbände  Deutscher  Steatit-Fabriken  zusammen  geschlossenen  Firmen: 
Doebrich  &  Heckel,  Steatitwerke,  G.  m.  b.'H.,  Liuf  bei  Nürnberg, 
Elektro-Steatitwerke,  G.  m.  b.  H.,  Fürth  in  Bayern, 
Speckstein-Steatit-Gesellschaft,  Lanf  bei  Nürnberg, 
Steatit-Magnesia-A.-G.,  Nürnberg- Oätbahnhof, 
haben    die   Mitgliedschaft  des  Verbandes  Deutscher  Elektrotechnischer' 
Porzellanfabriken  erworben.    Der  Anschluß  des  Steatit- Verbandes  an  den 
Elektroverband  ist  in  der  Absicht  vollzogen  worden,  in  allen  Artikeln 
elektrotechnischen  Isolationsmaterials  mit  dem  Elektroverband  eine  gemein- 
same Preispolitik  zu  treiben. 

Preiserhöhungen.  Der  Verband  Deutscher  Herd-Fabrikanten  er- 
höhte den  Aufschlag  för  Herde  und  Ersatzteile  auf  200%  für  alle  Liefe- 
rungen nach  dem  6.  4.  22. 

Die  Vereinigten  deutschen  Glühlampen-Fabriken  haben  beschlossen, 
den  Teuerungszuschlag  auf  luftleere  und  gasgefüllte  Metalldrahtlampen 
von  400  auf  650%,  für  Glimm-,  Taschen-  und  Telephonlampen  von  500 
auf  650  %  zu  erhöhen. 

Firmenregister. 

Deutschland. 

Kronacher  Porzellanfabrik  Stockhardt  &  Schmidt  Eckert,  Kronach. 
Kaufmann  Otto  Stockhardt  hat  Prokura. 

Porzellanfabrik  Niedersachsen,  G.  m.  b.  H.,  Lamspringe.  Die  Firma 
ist  geändert  in  „Harzer  Knopffabrik  G.  m.  b.  H  "  Gegenstand  des  Unter- 
nehmens ist  fortan  Errichtung  und  Batrieb  einer  Knopffabrik.  Die 
Prokura  des  Karl  Raue  ist  erloschen.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen 
Heinz  Julius  Mackenthun  und  Kurt  Zickert  wurde  Kaufmann  Willi  Denker 
als  alleiniger  Geschäftsführer  bestellt. 

Keramik,  A.-G.,  Berlin.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen  Ausrast  Fricke 
worden  Kaufmann  Edwin  Schubert,  Töpfermeister  Wilhelm  Kundi  und 
Keramiker  Carl  A.  Hammer  zu  Vorstandsmitgliedern  bestellt. 

Stein gutfabrik,  A.-G.,  Sörnewitz-Meißen.  An  Stelle  des  susgeschie- 
denen Willy  B.  L.  S.  Heckmann  wurde  Generaldirektor  Julius  Mandt  als 
selbständig  vertretungsbefugtes  Vorstandsmitglied  bestellt. 

Union-Kachelfabrik  Velten,  G.m.b.H.,  Velten.  Die  Gesellschaft  ist 
aufgelöst.   Liquidator  ist  Kaufmann  Herbert  Döhn. 

Schamotte-,  Ton-  und  Ziegelwerke,  G.  m.  b.  EL,  Dingelsdorf.  An 
Stelle  des  ausgeschiedenen  Otto  Schulze  wurde  Dr.  jar.  Franz  Hange  als 
Geschäftsführer  bestellt. 

Gebrüder  Sachs,  Münster  a.  Ts.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst,  die 
Firma  erloschen. 

E.  Hochgesand,  Eppelheim.   Ein  Kommanditist  ist  ausgeschieden. 

M  Greiner-Blank,  Lauscha.  Kaufmann  Max  Greiner-Blank  jun.  ist 
als  persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten. 

Deutsche  Dewaiflaschen-Gesellschaft  m.  b.  H  ,  Langewiesen.  Weiterer 
Gegenstand  ist  noch :  Herstellung  und  Vertrieb  von  Glasartikeln  aller  Art 
sowie  Beteiligung'  an  gleichartigen  und  ähnlichen  Unternehmungen.  Das 
Stammkapital  ist  um  Jt  200  000  auf  Jt  300000  erhöht.  Kaufmann 
Georg  Höfler  wurde  znm  weiteren  Geschäftsführer  bestellt.  Jeder  Ge- 
schäftsführer ist  selbständig  vertretungsbefugt. 

Vereinigte  Spiegelfabriken,  A-G.,  Fürth.  Als  weitere  Vorstands- 
mitglieder wurden  die  Kaufleute  Max  Weinberger  und  Felix  Bloch  bestellt. 
Die  Kapitalserhöhung  nm  Jt  3  Mill.  auf  Jt  19  Mill.  ist  erfolgt. 

Heckert  &  Co  ,  A.-G.,  Halle.  Hugo  Greiner,  Franz  Bö  heim,  Martin 
Kühne  und  Otto  Stenzel  haben  Prokura  gemeinschaftlich  zu  je  zweien. 

Königsberger  Glas-  und  Spiegelmanufaktur  B.  Klose,  G.  m.  b.  H., 
Königsberg  i.  Pr.  (Jerusalemerstraße  22).  Weiterbetrieb  der  bisher  von 
B.  Klose  betriebenen  Glasschleiferei  sowie  allgemein  An-  und  Verkauf, 
Bearbeitung  von  Glas,  Verglasutig  sowie  Abschluß  anderer  ähnlicher  Ge- 
schäfte. Stammkapital :  Jt  200  000.  Geschäftsführer  ist  Glasschleiferei- 
besitzer Berthold  Klose. 

Petzold  &  Dohmen,  Mülheim-Ruhr.   Die  Firma  ist  erloschen. 

Wiche  &  Co.,  Naumburg  (Qaeis).    Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst. 

Bichard  Wiche,  Glasmalerei  und  Glasgroßhandlung,  Naumburg 
(Qaeis).   Alleiniger  Inhaber  ist  Glasmalereibesitzer  Richard  Wiche. 

Artur  A.  Holland,  Schmiedefeld,  Kr.  Schleusingen.  Fabrikation  und 
Vertrieb  von  Thermometern  und  Glasinstrumenten  aller  Art.  Inhaber  ist 
GlaBinstrumentenfabrikant  Artur  A.  Holland. 

Gebrüder  Schilling  &  Co ,  ©.  m.  b.  H„  Stützerbach,  Pr.  Ant.  Her- 
stellung und  Vertrieb  von  Thermometern  und  Glasinstrumenten  aller  Art. 
Stammkapital:  M  100  000.  Vertretungsbefugt  ist  nur  Geschäftsführer 
Fabrikant  Otto  Schilling  bezw.  dessen  Vertreter  Fabrikant  Fritz  Schilling. 

0.  &  P.  Leroi,  G.  m.  b.  H.,  Neu-Isenburg.  Die  Zweigniederlassung 
Berlin  ist  aufgehoben. 

Eisenhütte  Silesia,  A.-G,  Berlin.  Der  Sitz  der  Gesellschaft  befindet 
sich  in  Paruschowitz  b.  Rybnik  i.  Oberschi. 

Kommanditgesellschaft  Eisenhütten-  und  Emaillirwerk  Paulinenhütte 
Edmund  Glaeser,  Neasalz  a.  0.  Ein  Kommanditist  ist  ausgeschieden. 
Vier  Kommanditisten  sind  neu  eingetreten. 

Weimarische  Emaille-Schilderfabrik,  Stark  &  Riese,  Tannroda.  Die 
beiden  Gesellschafter  Anton  Stark  und  Hngo  Nauber  können  während  der 
Dauer  dea  zwischen  ihnen  beim  Landgericht  Weimar  anhängigen  Rechts- 
streits 2  0.  30/22  die  Firma  nur  gemeinschaftlich  vertreten  und  zeichnen. 

Eisen-  und  Glas-Handelsgesellschaft  m.  b.  H  ,  Hamburg.  Das  Stamm- 
kapital ist  nm  Jt  30000  auf  Jt  60000  erhöht  worden.  Kaufmann 
Heinrich  C.  Wells  wurde  zum  weiteren  Geschäftsführer  bestellt. 

Kemphausen  &  Liebig,  G.  m.  b.  H ,  Breslau.  Der  zum  Geschäfts- 
führer bestellte  Kaufmann  Wilhelm  Wolf  ist  nur  gemeinschaftlich  mit 


188  —  Nr.  16 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1982.  (66.  Jahrgang.) 


einem  anderen  ordentlichen  oder  stellvertretenden  Geschäftsführer  oder 
Prokuristen  vertretungsbefugt.    Heinrich  Gundlach  hat  Gesamtprokura. 

Joseph  Eober,  Breslau.  Aron  Eober  ist  durch  Tod  ausgeschieden. 
Seine  Erben:  Lea  Cahn,  Max  Eober,  Toni  Eober,  Bahel  Eober,  Helene 
Eober,  Abraham  Eober  und  Fanny  Eober  sind  in  ungeteilter  Erben- 
gemeinschaft als  persönlich  haftende  Gesellschafter  eingetreten  und  zwar 
unter  Ausschluß  der  Vertretungsbefugnis. 

I  Wilhelm  Minner,  Arnstadt.  Eaufmann  Hermann  Heinemann  hat 
Prokura. 


Oesterreich. 

Johann  Partsch,  Theresienfeld.  Tonpfeifenerzeugung.  Earl  und  Paul 
Seiler  sind  als  persönlich  haftende  Gesellschafter  eingetreten.  Jeder  ist 
selbständig  vertretungsbefugt.   Johann  Partsch  ist  ausgeschieden. 

Dill  &  Beiß,  Wien.  Glasbläserei.  Persönlich  haftende  Gesellschafter 
sind  Jakob  Johannes  Dill  und  Adolf  Beiß.  Jeder  ist  selbständig  ver- 
tretungsbefugt. 

Spiegelfabrik  und  Glasschleiferei  Tiefenthaler  &  Adamek,  G.  m.  b.  H., 
Wien.   Rudolf  Schmitt  hat  Einzelprokura. 

Friedrich  Gnggi  Emailgeschirr,  Haus-  und  Küchengeräte,  Graz.  Die 
Firma  lautet  jetzt:  „Fiiedrioh  Guggi  &  Co.,  Emailgeschirr,  Haus-  und 
Küchengeräte."  Eaufmann  Hans  Guggi  ist  als  persönlich  haftender  Ge- 
sellschafter eingetreten.  Jeder  Gesellschafter  ist  selbständig  vertretungs- 
befugt. 

Vereinigte  Magnesitwerke,  G.  m.  b.  H.,  Eraubath  bei  Leoben.  Dr. 
Edmund  Berndt  ist  nicht  mehr  Geschäftsführer,  als  solcher  wurde  Dr.  Anton 
Apold  bestellt.   Dr.  Edmund  Berndt  hat  Prokura. 


Tschechoslowakien. 

Malirna  skia  a  porcelanu,  Hubrt  a  Sedlak  v  kamenici  nad  Lipon, 
Eamenitz  a.  L.   Malerei  von  Glas  und  Porzellan. 

Karlsbader  Glasindustrie-Gesellschaft  Ludwig  Maser  &  Sähne,  A.-G., 
Meierhöfen  bei  Karlsbad.  Aktienkapital:  Ec  6  Mill.  Verwaltungsrats- 
mitglieder sind:  Camillo  Castiglioni,  Hugo  Holzner,  Emil  Kux,  Gustav 
Gaston,  Moser-Milot,  L3o  Moser,  Bichard  Moser,  Viktor  Muntendorf, 
Arthur  Sommer  und  Hugo  Wertheimer.  Sie  sind  gemeinsam  zu  je  zweien 
oder  einzeln  mit  einem  Prokuristen  vertretungsbefugt. 

Penhaswerke,  Glasfabriken,  A.-G.,  vorm.  Knfzek  &  Co.,  Trnovany  bei 
Teplitz.  Verwaltungsratsmitglieder  sind  Jos.  Penhas,  Albert  Penhas, 
Johann  Krätzer,  Dr.  Frantisek  Plzäk  und  Budolf  Stalmach.  Sie  Bind 
gemeinsam  zu  je  zweien  oder  einzeln  mit  einem  Prokuristen  vertretungs- 
befugt. 

Cristallerie  de  Turn,  Trnovany  bei  Teplitz.   Glasschleif  Werkstatt  und 
Handel  mit  Glaswaren.  Inhaber  ist  Bobert  de  Mouillac. 
>  i     Crystallerie  P.  Chandelier-Germon,  Turn.    Fabriksmäßiger  Betrieb 
einer  Glasschleiferei. 

„Gupa"  Deveg  6s  Porcelläu  Eereskedelmi  B.  T.  („Gupa",  Glas-  und 
Porzellan  Handels  A.-G),  Bratislava.  Aktienkapital  nunmehr:  Ec  4  Mill. 
An  Stelle  des  ausgeschiedenen  Dr.  Gero  Wolf  wurde  Märton  Bazus  als 
Direktionsmitglied  eingetragen.  Miksa  Delikat  hat  Prokura.  In  Eosice 
und  Brunn  wurden  Zweigniederlassungen  errichtet. 

Anton  Dvorä:ek,  Kunst ät.   Töpferwaren  und  Keramische  Industrie. 


Patente.  3»1*,f 

Deutsches  Reich. 
Beschreibungen. 
Verfahren  zur  Herstellung  von  Silikasteinen  (Qaarztonziegeln). 
Unreine,  sogenannte  Felsquarzite  werden  mit  Kraterzement  in  allerfeinster 
Mahlung  und  Aufschlemmung  mit  Wasser  eingebunden.   80  b,  8.  Nr. 
345  949.    17.  4.  21. 

1.  Glasmacherpfeife.  Sie  ist  gekennzeichnet  durch  eine  auf  dem 
Pfeifenblasemundstück  längsverschiebbare  und  nur  in  der  vorgeschobenen 
Stellung  das  Blasemundstück  abdeckende  und  dann  als  Ueb erblas emundstück 
dienende  Hülse. 

2.  Ausführungsform  der  Glasmacherpfeife  gemäß  Anspruch  1.  Das 
außen  mit  Gewinde  versehene  Ueberblasemundstück  schraubt  in  der  Muffe 
mit  Innengewinde,  welche  an  der  Pfeife  drehbar,  aber  nicht  längeverschieb- 
bar befestigt  ist  und  bei  Drehung  das  darin  steckende  Ueberblasemund- 
stück in  der  Längsrichtung  verschiebt.  32  a,  7.  Nr.  345  978.  29. 10.  20. 
Paul  Klysch,  Neuwelzow,  N.-L 

1.  Einrichtung  zur  Luftzuf iihrung  beim  Ziehen  von  Tafelglas* 
walzen.  In  der  Luftzuleituog  zur  Walze  ist  eine  seitliche  Luftöffoung 
und  eine  in  einem  weiteren  Teil  der  Leitung  einblasende  Mündung  ange- 
ordnet, wobei  sowohl  die  seitliche  Oeffaung  als  der  erweiterte  Leitungs- 
teil einen  kleineren  Querschnitt  haben  als  die  zu  ziehende  Walze.  Die 
seitliche  Luftöffnung  ist  symmetrisch  um  die  Achse  der  Luftzuleitung 
angeordnet. 

2.  Ausführungsform  der  Einrichtung  zur  Luftzuführung  gemäß  An- 
spruch 1.  Die  symmetrische  Anordnung  der  seitlichen  Luftöänung  um 
die  Luftleitungsachse  erfolgte  in  der  Weise,  daß  die  in  die  Leitung  ein- 
geschaltete Mündung  von  dem  folgenden  erweiterten  Leitungsabschnitt 
durch  einen  freien,  geeignet  bemessenen  Abstand  getrennt  ist.  32  a,  24. 
Nr.  845  979.  6. 3.  20.  Empire  Machine  Company,  Pittsburg,  Penns., 
V.  8t.  A. 

Glasflaschchen  zur  Aufbewahrung  medizinischer  Flüssigkeiten, 

dessen  Hals  einen  rechten  Winkel  bildet.  Der  zu  einem  rechten  Winkel 
gebogene  Hals  besitzt  im  Scheitel  des  rechten  Winkels  eine  Stelle  ge- 
ringsten Widerstandes.  30  k,  4.  Nr.  346  015.  13.  5.  20.  Lodovico 
Beccari,  Bologna,  Italien. 


Oesterreich. 
Aufgebote. 

12  b.  Verfahren  zur  Gewinnung  reiner  Tonerde  durch  saures 

Aufschließen  von  mit  Kieselsäure  und  Eisenoxyd  verunreinigten  und  tonerde- 
haltigen  Materialien.  Die  vom  Ungelösten  getrennte  saure  Tonerdesalz- 
lösung wird  weitgehend,  gegebenenfalls  bis  zur  Trockne  eingeengt,  mit 
flüssigem  oder  gasförmigem  Ammoniak  im  Ueberschuß  behandelt,  worauf 
man  aus  dem  Niederschlag  in  üblicher  Weise  die  Tonerde  mit  Alkali 
herauslöst  und  schließlich  durch  neuerliche  Fällung  rein  zur  Abscheidung 
bringt.  Dr.  Max  Buchner,  Chemiker,  Heidelberg.  11. 8. 15,  A  3251—15. 
Deutsches  Beich  25. 11. 14.  1 

21a.  Vakuumröhre  mit  Glasgefäß  für  die  Zwecke  der  draht- 
losen Telegraphie.  Unter  Anordnung  einer  in  an  Bich  bekannten  Weise 
durch  einen  leitenden  Ueberzug  des  Böhreninneren  erzeugten  Anode  ist 
die  Wandlung  des  Glasgefäßes  auf  Abmessungen  beschränkt,  die  nach  der 
Anodenform  der  üblichen  Böhren  gewählt  sind.  Dr.  Erich  F.  Huth, 
G.m.b.H.,  u.  Dr.  Siegmund  Loewe,  Berlin.  1.12.17,  A  5703—17. 
Dentsches  Beich  3. 4. 17. 

36  a.  Heizofen  mit  seitlich  von  einem  Feuerkasten  angeordneten 

Heizsäulen.  Die  aus  Formsteinen  bestehenden  Heizsäulen  Bind  an  den 
Feuerkasten  angebaut,  und  ihre  Fußenden  stehen  mit  diesem  in  unmittel- 
barer Verbindung.  C.  A.  Schuppmann,  Berlin.  3. 11. 17,  A  4067—19. 
Deutsches  Beich  21. 11. 18. 

53  b.  Dichtungsring  für  Eonservengläser.  In  denselben  ist  ein 
Ventil  eingebaut,  welches  zum  Aufheben  des  Vakuum  für  das  Oeffnen  der 
Dose  dient.  Hugo  Hoheisel  und  Alois  Orawetz,  beide  Techniker,  Finster- 
walde.   5. 8.  20,  A  4482—20. 

64  a.  Verschloß  für  Eonservengläser.  Der  die  Mittelöffnung  des 
Deckels  verschließende  Stopfen  ist  aus  elastischem  Material  mit  einer 
durchgehenden,  achsialen  Oeffnung  von  flachovalem  Querschnitt  versehen, 
in  welche  ein  Stift  aus  Hartgummi,  Glas,  Porzellan,  Zelluloid,  Galalith 
oder  einem  ähnlichen,  vom  Inhalte  des  Glases  nicht  angreifbaren  Stoff  vor 
dem  Evakuieren  des  Gefäßes  eingesetzt  wird.  Durch  dessen  Drehung  um 
90°  wird  der  Schlitz  so  weit  auf  gespreizt,  daß  Außenluft  einzutreten  ver- 
mag, wobei  die  nach  unten  konisch  verjüngte,  am  Boden  abgerundete  und 
mit  einer  Oeffnung  versehene  Eintiefung  des  Deckels  und  der  elastische 
Stopfen  bo  bemessen  sind,  daß  der  Stopfen  nicht  bis  auf  den  Boden  der 
Eintiefung  reicht.  Heinrich  Geering,  Kaufmann,  Basel.  17.  11.  20, 
A  6307—20.   Zus.  z.  Pat.  Nr.  84561. 

80  d.  Verfahren  zur  Herstellung  von  feuerfesten  Gefäßen  und 
Geräten  aus  Titanoxyd,  Berylloxyd,  Zirkonoxyd,  Thoroxyd  und  anderen 
seltenen  Erden  unter  Verwendung  von  kolloidalen  Lösungen  als  Bindemittel. 
Ein  oder  mehrere  Oxyde  rührt  man  gleichzeitig  mit  verdünnten  Säuren 
und  mit  in  den  kolloidalen  Zustand  übergeführten  Oxydhydraten  an,  gießt 
die  so  hergestellte  Paste  in  Formen  oder  preßt  die  Masse  und  brennt  die 
Gußstücke  oder  Preßlinge  wie  bekannt  nach  dem  Trocknen.  Dr.O.  Enöfler 
&  Co.,  Berlin-Plötzensee.   8. 2. 15,  A  532—15. 


Erteilungen. 

86  852.  80  c.  Eanalofen  mit  im  Ofenkanal  längsgeführter  ge- 
schlossener Verbrennungskammer.  Dressler'Tunnel  Ovens  Ltd.  Argyle  Works, 
Stoke  on  Trent  (Großbritannien).  15.  6.  20.  (Abhängig  von  Pat.  Nr.  59  390.) 

87199.  12  b.  Verfahren  zur  Herstellung  von  zusammenhängenden 
Eörpern  aus  Nitriden.   Dr.  Emil  Podszus,  Neukölln.   15. 8.  21. 

87  218.  21  c.  Hängeisolator  für  elektrische  Starkstromleitungen. 
Societä  Ceramica  Bichard  Ginori,  Mailand.   15.  7.  21. 

87  235.  80  d.  Verfahren  zur  Herstellung  von  ungebrannten  Scha- 
mottewaren für  bautechnische  nnd  ähnliche  Zwecke.  Theodor  Gürtler, 
Techniker,  Eleinzschachwitz  bei  Dresden.   15. 8.  21. 

87  464.  12  c.  Verfahren  zum  Trennen  fein  verteilter  Substanzen 
von  groben  oder  fremden  Beimischungen.  Elektro-Osmose,  A.-G.  (Graf 
Schwerin  Gesellschaft),  Frankfurt  a.  M.   15.  9.  21. 


Versagung.  * 

42  h.  In  optischen  Apparaten  zur  Anwendung  gelangende  Platte 
mit  reflektierenden  und  Licht  durchlassenden  Teilen  zum  Zweck  der  Licht- 
verteilung.  15. 12.  20,  A.  Z.  3037—17. 


Aufrechterhaltongen. 
32  c.   67  791.   Verfahren  zur  Herstellüng  von  Malereien  zwischen 
zusammengeschmolzenen  Gläsern.    Bobert  Gebert,  Trau,  und  Hermann 
Posselt,  Eösten. 

80  d.  66  342.  Verfahren  zur  Herstellung  eines  elastischen  teuer-, 
und  säurebeständigen  Materials.   Nino  Mageissen,  Christiania. 


Höchstdaaerverlängerangen. 

12  a.  60  650.  Verfahren  zur  Herstellung  von  feuerfesten,  elektrisch 
leitenden  Formkörpern.   Gebr.  Siemens  &  Co.,  Lichtenberg. 

32  a.  14  477.  Verfahren  nnd  Vorrichtung  zur  Herstellung  von 
Glashohlkörpern  durch  Ziehen  und  Blasen. 

32  a.   18  167.   Verfahren  und  Vorrichtung  zum  Ausziehen  von  Glas. 

32  a.  22  019.  Verfahren  und  Vorrichtung  zur  Herstellung  von 
Glasplatten  durch  Ausheben  eines  Fangstückes  aus  der  Schmelze. 

82  a.  32  363.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Glashohlkörpern  durch 
Ziehen. 

Empire  Machine  Co.,  Pittsburg. 

82  a.   33  051.   Glasblasmasohine.    Adolf  Schiller,  Berlin. 

32  a.  33  335.  Verfahren  und  Vorrichtung  zur  Herstellung  von 
Hohlglaskörpern  durch  Ziehen.   Empire  Machine  Co.,  Pittsburg. 

32  a.  34  503.  Zum  Fertigblasen  vorgeformter  Glashohlkörper 
dienende  Glasblasmaschine.   Adolf  Schiller,  Berlin. 

32  a.  85  034.  Hebevorrichtung  zum  Ziehen  von  Glaskörpern  ans 
der  geschmolzenen  Glasmasse. 


1922.  (ÖB.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  16  —  189 


32  a.  38  502.  Verfahren  und  Einrichtung  zum  Schmelzen  und.  I 
Ziehen  von  Glas. 

Empire  Machine  Co.,  Pittsburg. 

32  a.   39  635/  Flaschenblasmaschine.   Adolf  Schiller,  Berlin. 

32  a.  40  979.  Einrichtung  zur  Herstellung  von  Hohlglaskörpern 
durch  Ausheben  aus  der  geschmolzenen  Masse  unter  gleichzeitigem  Ein- 
blasen  von  Luft. 

32  a.   41 287.   Ofen  zur  Beheizung  von  Glas-Ziehgefäßen. 

32  a.  42  576.  Aushebevorrichtung  mit  Schutzschirm  für  die  Ver- 
bindungsstelle des  Fangstuckes  mit  dem  Glaszylinder. 

32  a.  46  364.  Verfahren  zur  Herstellung  ven  Glaskörpern  durch 
Ausheben  aus  der  geschmolzenen  Masse. 

Empire  Machine  Co.,  Pittsburg. 

32  a.     49  333.     Glasblasmaschine      Benjamin   Day  Chamberlin, 
Washington. 

32  a.  49  576.  Zum  Fertigblasen  vorgeformter  Glashohlkörper 
dienende  Glasblasmaschine.  (Zus.  zu  Pat.  Nr.  34  503.)  Adolf  Schiller, 
Schöneberg.  .  , 

32  a.  50  822.  Haltevorrichtung  für  Glaszylinder  während  des 
Sprengens.   Empire  Machine  Co.,  Pittsburg. 

32  a.   53  416.  Glasblasmaschine. 

32  a.    54  553.  Glasblasmaschine. 

Empire  Machine  Co.,  Portland. 

32  a.  60  796.  Einrichtung  zur  Herstellung  von  Hohlglaskörpern, 
insbesondere  Glaswalzen  durch  Ausheben  aus  der  geschmolzenen  Masse. 

32  a.   61  924.   Vorrichtung  zum  Ablegen  von  Glaszylindern  u.  dgl. 

32  a.  62  941.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Glaskörpern  durch 
Ausheben  aus  der  geschmolzenen  Masse. 

Empire  Machine  Co.,  Pittsburg. 

32  a.   66  939.    Glasblasmaschine.   Empire  Machine  Co.,  Portland. 

32  a.  76  203.  Verfahren  und  Vorrichtung  zur  Umbildung  eines 
Glaspostens  in  ein  zur  Verarbeitung  des  Fertigfabrikates  geeignetes 
Külbel.    Emuire  Machine  Co.,  Maine. 

32  a.  81362.  Bekuperativtiegelofen  für  Glasfabrikation.  Empire 
Machine  Co.,  Pittsburg. 

32  a.  85  931.  Verfahren  und  Maschine  zum  Pressen  und  Blasen 
von  dttnnwandigen  Glashohlkörpern,  besonders  Glühlampenkolben.  Empire 
Machine  Co.,  Portland. 

64  a.  66  964  Flaschenverschluß  zur  glasweisen  Entnahme  von  gas- 
haltigen Flüssigkeiten.   Siegmund  Fränkel,  Biala. 

80  b.   25  634.   Tonmosaik  für  Fußboden-  und  Wandbelag. 

80  b.  41556.  Verfahren  zur  Erzeugung  von  trocken  gepreßten 
Kacheln  mit  Bümpfen  oder  Stegen. 

80  b.   44  748.   Verfahren  zur  Herstellung  von  Hohlsteinen. 

Emil  Sommerschuh,  Bakonitz. 

80  b.  65  447.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Kunststeinplatten 
aus  breiigem  Gut.   G.  Both,  A.-G.,  Wien. 

80  d.  18  511.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Bau-  und  Isolier- 
material aus  Eorkklein. 


80  d.  21 629.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Bau-  und  Isolier- 
material aus  Korkklein.    (Zus.  z.  Pat.  Nr.  13  511.) 

80  d.  21680.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Bau-  und  Isolier- 
material aus  Korkklein.   (Zus.  zu  Pat.  Nr.  13  511.) 

A.-G.  für  pat.  Korkstein-Fabrikation  und  Korksteinbauten  vormals 
Kleiner  &  Bokmayer,  Mödling. 

80  d.  24  775.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Tonwaren  aller  Art. 
C.  F.  Boehringer  &  Söhne,  Mannheim-Waldhof. 

80  d.  24  783.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Bau-  und  Isolier- 
material aus  Korkklein.  (Zus.  zu  Pat.  Nr.  13  511.)  A.-G.  für  pat.  Kork- 
stein  Fabrikation  und  Korksteinbauten  vormals  Kleiner  &  Bokmayer, 
Mödling. 

80 d.  34  794.  Verfahren  zur  Herstellung  geformter  fester  Körper, 
aus  Siliziumkarbid.   Gebr.  Siemens  &  Co.,  Charlottenburg. 

80  d.  46  648.  Verfahren  zum  Imprägnieren  keramischer  und  anderer 
poröser  Gegenstände.  A-G.  für  pat.  Korkstein- Fabrikation  und  Korkstein- 
bauten vormals  Kleiner  &  Bokmayer,  Wien. 

80  d.  60118.  Verfahren  zur  Herstellung  feuerfester  Gegenstände 
oder  feuerfester  Ueberzüge  auf  Gegenständen. 

80  d.  66  342.  Verfahren  zur  Herstellung  eines  elastischen  feuer-, 
wasser-  und  säurebeständigen  Materials. 

80  d.  68  055.  Baumaterial  aus  in  Kapseln  eingeschlossener  Isolier- 
substanz und  Verfahren  zu  seiner  Herstellung. 

Nino  Mageissen,  Christiania. 

80  d.  72  054.  Verfahren  zur  Herstellung  dichter  und  fester  Preß- 
korkplatten, insbesondere  für  Fußböden  und  Wandbeläge.  A-G.  für 
patentierte  Korkstein-Fabrikation  und  Korksteinbauten  vormals  Kleiner  & 
Bokmayer,  Wien. 

80  d.  73  371.  Verfahren  und  Form  zur  Herstellung  von  Korkisolier- 
steinen. 

80  d.  73  372.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Korksteinelementen 
für  Barackenbauten  oder  dgl.   (Zus.  zu  Fat  Nr.  73371.) 

A.-G.  für  pat.  Korkstein-Fabrikation  und  Korksteinbauten  vormals 
Kleiner  &  Bokmayer,  Mödling. 

80  d.  74  643.  Verfahren  zur  Herstellung  kohlehaltiger  oder  poröser 
Lsichtsteine.  A-G.  für  patentierte  Korkstein-Fabrikation  und  Korkstein- 
bauten vorm.  Kleiner  &  Bokmayer,  Wien. 

80  d.  74  548.  Auskleidung  für  Drehrohröfen.  Dynamidon-Ges.  m. 
b.  H,  Mannheim- Waldhof. 

80  d.  84  070.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Kunststeingegen- 
ständen. A.-G.  für  patentierte  Korkstein-Fabrikation  und  Korksteinbauten 
vormals  Kleiner  &  Bokmayer,  Wien. 

80  e.  42  289.  Verfahren  zur  Gewinnung  eines  zur  Mörtelbereitung 
geeigneten  Sandes  aus  den  BKckständen  der  Kaolinsohlämmerei.  Terranova- 
Industrie  8.  A.  Kapferer  &  Co.,  Freihung. 

80  e.  44  530.  Verfahren  zur  Herstellung  keramischer  Waren. 
A.-G.  für  pat.  Korkstein-Fabrikation  und  Korksteinbauten  vormals  Kleiner 
&  Bokmayer,  Wien.   


Fr  a  gekästen  des  Sprechsaal. 

Zur  Beachtung  bei  Benutzung  des  Fragekastens. 

1.  Der  Fragekasten  dient  dazu,  technische  und  andere  für  unseren  Leserkreis  wissenswerte  Fräsen  und  Fabrikationsfehler 
offen  eu  erörtern,  ferner  Hilfsmittel,  Materlallen,  Maschinen  und  Werkzeuge  für  unsere  Industrien  nachzuweisen.  Soweit  sich  Bezugs- 
quellen Im  Anzeigenteil  finden,  wird,  wenn  nicht  besondere  Meldungen  erfolgen,  nur  darauf  hin  verwiesen. 

8.  Die  direkte  Vermittelung  des  An-  oder  Verkauf»  von  Rezepten,  fertigen  Fabrikaten  usw.  und  die  Weitergabe  von  Angeboten 
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3.  Die  Namen  der  Fragesteller  werden  nach  keiner  Welse  hin  genannt,  anonyme  Zuschriften  jedoch  nicht  berücksichtigt. 

4.  Die  Antworten  werden  nur  in  die  zweite  auf  die  Frage  folgende  Kummer  aufgenommen.  Verspätet  eingehende  Antworten 
können  nur  ausnahmsweise  Berücksichtigung  finden. 

5.  Die  Redaktion  behält  sich  vor,  ohne  Angabe  von  Strunden  sowohl  Fragen  als  auch  Antworten  abzulehnen;  fflr  brauchbare 
Beantwortungen  technischer  Fragen  gewahrt  sie  ein  angemessenes  Zellenhonorar.  Eine  zivilrechtliche  Haftpflicht  Übernimmt  die 
Redaktion  nicht. 

6.  Jeder  Frage  ist  Rückporto  beizufügen. 

Keramik. 

# 

60.  Wir  haben  bisher  unsere  Stanzmasse  für  elektrotechnische  Artikel 
mit  Oel  und  Wasser  von  Hand  gemischt  und  wollen  dazu  übergehen,  sie 
mit  Hilfe  einer  Misch-  und  Knetmasckine  und  einer  Schleudermühle,  wie 
sie  von  Dorst,  Oberlind,  gebaut  werden,  maschinell  zu  mischen.  Die  Stanz- 
masse benötigt  nun  einen  Feuchtigkeitsgehalt  von  etwa  18—20°/0- 
Das  Material  für  die  Schleudermühle  darf  aber  laut  Vorschrift  der 
Maschinenfabrik  nicht  mehr  als  12°/0  Feuchtigkeit  enthalten  und  durch 
ein  nochmaliges  Aufmischen  und  Sieben  würde  die  Schleudermühle  illusorisch. 
Wie  und  mit  welcher  Maschine  ist  das  Mischen  der  Stanzmasse  mit  Oel 
und  Wasser  am  praktischsten  und  billigsten  zu  gestalten?  Wie  gestaltet 
man  überhaupt  die  Behandlung  und  Ausgabe  der  Stanzmasse  an  die  einzelnen 
Stanzen  am  rationellsten? 

Erste  Antwort:  Um  das  Mischen  der  Stanzmasse  mit  Oel  und 
Wasser  praktisch  und  zugleich  am  billigsten  zu  gestalten,  ist  eine  maschi- 
nelle Einrichtung  nicht  einmal  nötig.  Die  fertige,  trockene  Masse  wird 
gemahlen  und  auf  eine  große  Platte  aus  mehreren  Brettern,  die  in  der 
Mitte  des  Mischraumes  auf  dem  Boden  liegt,  aufgehäuft  Mit  Breitgabeln 
wird  dann  die  Masse  in  Bewegung  gehalten,  ähnlich,  wie  wenn  Beton 
aufbereitet  wird.  Die  bestimmten  Mengen  Oel  und  Wasser  gibt  man 
währenddessen  in  Nebelform  mit  einer  Nebelspritze  zu.  Auf  diese  einfache 
Weise  werden  Oel  nnd  Wasser  mit  der  Masse  innig  und  gleichmäßig  ver- 
mischt, und  es  bilden  sich  keine  Brocken,  die  übermäßig  mit  Oel  oder 
Wasser  gesättigt  sind.  In  1 — 2  Stunden  läßt  sich  ein  großes  Quantum 
Stanzmasse  fertig  zum  Stanzen  herrichten.  Um  die  Ausgabe  der  Stanz- 
masse an  die  einzelnen  Stanzen  rationell  zu  gestalten,  ist  es  angebracht, 
daß  jede  Stanze  eng  anschließend  einen  Massebehälter  hat,  der  mindestens 
für  einen  halben  Tag  Masse  faßt.  Aus  dem  Massebehälter  muß  der  Stanzer 
die  Masse  bequem  herausstreichen,  also  auf  das  Blech  an  der  Matrize  bringen 
können.  Der  Masseträger  beginnt  seine  Tätigkeit  eine  Stande  früher  als 


die  Stanzer  und  füllt  die  Behälter;  die  Mittagspause  liegt  für  ihn  dann 
anch  eine  Stunde  früher,  und  er  kann  während  der  Mittagspause  der 
Stanzer  die  Behälter  wiederum  füllen.  Auf  diese  Weise  werden  die 
Stanzen  rationell  nnd  ohne  jede  Störung  bedient. 

Zweite  Antwort:  Sie  werden  am  besten  tun,  die  Stanzmasse 
mit  12  o/0  Wasser  auf  der  Maschine  zu  mischen  nnd  die  fehlenden  6 — 8  % 
Wasser  nachzugießen.  Allerdings  'erfordert  dieses  ein  Nachkneten.  Ein 
erneutes  Sieben  ist  nicht  nötig.  Am  besten  geschieht  das  Mischen  auf 
einem  Knettische  mit  Holzrahmen,  von  wo  dann  die  Masse  an  die  Ver- 
braucher abgegeben  wird. 

Dritte  Antwort:  Ein  Oel-  und  Wassergehalt  der  Stanzmasse  von 
18 — 20%  ist  ganz  normal,  und  wenn  Sie  eine  Schleudermühle  zur  Auf- 
bereitung von  Porzellanstanzmasse  gekauft  haben,  so  können  Sie  auch 
verlangen,  daß  diese  eine  Masse  mit  bis  zu  20°/0  Feuchtigkeit  —  davon 
aber  mindestens  die  Hälfte  Oel  nnd  Petroleum  —  verarbeitet.  Eine  andere, 
besser  geeignete  Maschine  dürfte  es  für  diesen  Zweck  nicht  geben.  Das 
Zerkleinern  und  Mischen  der  Masse  mit  Oel  und  Wasser  geschieht  am 
besten  derart,  daß  man  die  Filterkuchen  trocknet,  auf  einem  Kollergang 
vermahlt,  das  gemahlene  Gut  in  einem  periodisch  arbeitenden  Mischtrog 
mit  der  abgemessenen  Menge  Wasser  und  Oel  versetzt  und  einige  Minuten 
durchmischen  läßt,  woran!  die  Mischung  noch  die  Schleudermühle  zu 
passieren  hat.  Von  dieser  wird  es  mittels  Wagen  oder  einer  anderen 
Transportvorrichtung  in  ein  Silo  oder  in  eine  Kiste  bei  den  Stanzpressen 
befördert.  Das  Silo  oder  die  Kiste  soll  abgedeckt  sein,  damit  das  Material 
nicht  austrocknet.  Je  länger  die  fertige  Masse  liegen  und  die  Feuchtig- 
keit sich  ausgleichen  kann,  um  so  besser  ist  es  für  die  spätere  Verarbei- 
tung derselben. 

Vierte  Antwort:    Ich  kann1  gar  nicht  einsehen,  warum  eine 
Stanzmasse  durchaus  18—20  %  Feuchtigkeit  haben  maß,  nnd  wenn  dies 
in  bestimmten  Fällen  doch  erforderlieh  ist,  so  kann  min  sich  wjuI  leicht 
helfen.  Die  Schleudermühle  wird  trotzdem  noch  lauge  nicht  entbehrlich, 


190  —  Nr.  16 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1922.  (56.  Jahrgang.) 


läßt  sich  doch  mit  Dorsts  Schleudermtthle  auch  meiner  Erfahrung  nach 
Masse  bis  za  15  °/0  Feuchtigkeitsgehalt  aufbereiten,  die  sich  wohl  zum 
Stanzen  eines  jeden  Artikels  eignet.  Sollten  Sie  aber  gezwungen  sein, 
Ihre  Masse  feuchter  zu  verarbeiten,  so  können  Sie  dieselbe  folgendermaßen 
zurichten.  Sie  nehmen  die  entsprechende  Menge  Wasser  wie  gewöhnlich 
und  ereben  nur  die  Hälfte  des  bisher  verwendeten  Stanzöls  zu,  machen 
die  Masse  fertig,  lassen  sie  2 — 3  Tage  lagern  und  fügen  dann  vor  dem 
Gebrauch  als  Ersatz  für  die  weggelassene  Hälfte  Stanzöl  ebensoviel 
Petroleum  bei,  das  auch  nicht  teuerer  sein  dürfte.  Die  so  hergestellte 
Masse  kann  ein  Mann  ganz  gut  mit  der  Hand  intensiv  mischen,  und  sie 
eignet  sich  sehr  gut  zum  Stanzen. 

61.  Beim  Gießen  größerer  Schwefelformen  zeigt  sich  der  UebeWand 
daß  die  Formen  nach  dem  Erkalten  mehr  oder  weniger  springen.  Durch 
ivelclie  Maßnähmen  kann  dem  abgeholfen  werden? 

Erste  Antwort:  Wenn  beim  Gießen  größerer  Schwefel- 
formen diese  nach  dem  Erkalten  mehr  oder  weniger  springen,  so  kann 
dem  durch  folgende  Maßnahmen  abgeholfen  werden  Es  ist  besonders 
darauf  zu  achten,  daß  frischer  gelber  Schwefel  niemals  allein  Ver- 
wendung findet,  sondern  daß  ihm  eine  Beimischung  bis  zur  Hälfte  von 
altem,  also  bereits  verwendetem  Schwefel  zugegeben  wird.  Führt  dies  noch 
nicht  zum  Ziele,  so  setzt  man  der  flüssigen  Mischung  etwa  '/8— 1 4  °/0 
Eisenfeilspäne  in  fast  grober  Beschaffenheit  zu.  Naturgemäß  setzen  sich 
diese  in  dem  Schwefelschmelztopf  zu  Boden,  was  für  das  gute  Gelingen 
der  Abgüsse  sogar  erwünscht  ist.  Man  schütte  also  dem  flüssigen  Schwefel 
(ohne  die  Eisenfeilspäne  stark  aufzurühren)  in  das  Formbett  und  benetze 
das  Modell  vollständig  damit.  Ist  dieses  geschehen,  so  wartet  man  einige 
Augenblicke,  rührt  dann  die  Eisenfeilspäne  kräftig  auf  und  gießt  die 
Form  fertig.  Sollten  sich  wider  Erwarten  trotzdem  noch  kleine  Bisse 
bilden,  so  kann  man  in  die  frisch  gegossenen  Formen,  solange  der  Schwefel 
noch  heiß  und  flüssig  ist,  immer  noch  von  oben  etwas  Eisenfeilspäne 
hineingeben.  ES  sei  noch  bemerkt,  daß  die  letzteren  den  Schwefel 
nicht  verunreinigen  oder  für '  später  unbrauchbar  machen.  Wenn  die 
Formen  für  andere  Zwecke  umgegossen  werden  müssen,  so  setzen  sich 
die  Späne  nach  dem  Schmelzen  wieder  auf  dem  Boden  des  Topfes  ab. 
Man  gibt  der  Mischung  dann  wieder  etwas  frischen  gelben  Schwefel  bei 
und  gießt  die  Form  wie  oben  ausgeführt. 

Zweite  Antwort:  Um  das  Zerspringen  der  Scbwefelformen 
besonders  auch  in  der  Kälte  ganz  zu  beseitigen,  mischen  Sie  2/3  Baumteile 
alten  vergossenen  Schwefel  mit  1j3  neuem  und  schmelzen  beides.  In  die 
Schmelze  geben  Sie  so  viel  als  möglich  scharf  gebrannten,  gesiebten 
Qaarzsand,  wie  er  auf  dem  Podium  der  Brennöfen  liegt  Durch  dieses 
Verfahren  reißen  die  Schwefelformen  auch  in  der  strengsten  Winterkälte 
nicht  mehr.  So  wie  anf  der  Oberfläche  des  Schmelzgefäßes  Sterne  von 
kristallisiertem  Schwefel  erscheinen,  gießen  Sie  mit  einem  viereckigen 
Löffei  mit  verschieden  breiten  Seitenwänden.  Der  Goß  muß  in  einem 
Augenblick  beendet  sein,  denn  dadurch  vermeiden  Sie  die  Bildung  von  Blasen. 

62.  Wegen  Platzmangels  muß  ich  einen  Viereckofen  bauen  und 
möchte  wissen,  wie  sich  diese  Oefen  praktisch  bewährt  haben.  Er  soll  mit 
überschlagender  Flamme  gebaut  werden,  und  ich  will  darin  Luxusvasen 
mit  Kunstglasuren  brennen.  Größe:  etwa  20—30  cbm  Einsatzraum; 
Brenntemperatur  SK  8.    Reines  Feuer  ist  Bedingung 

Erste  Antwort:  Vierecköfen  haben  Sien  in  der  Praxis  leidlich 
gut  bewährt,  und  es  werden  z.  Zt.  mehrere  in  verschiedenen  Fabriken  ge- 
baut. Es  kommt  bei  einem  Viereckofen  besonders  auf  die  Feuerkasten- 
Konstruktion  an,  und  Sie  dürften  bei  Ihrem  Ofen  von  20 — 30  cbm  mit 
4  Feuerungen  mit  je  6  Boststäben  von  70  cm  Länge  auskommen;  Wenn. 
Ihnen  Holz  zur  Verfügung  steht,  dann  ist  es  nicht  schwer,  reines  Feuer 
zu  erzielen. 

Zweite  Antwort:  Eine  Feuerung  bedient  8  cbm  Ofenraum.  Jede 
Seite  müßte  daher  eine  Feuerung  erhalten,  dann  geht  der  Viereckofen 
genau  wie  ein  Bundofen.  Hauptsache  ist,  daß  der  Ofen  richtig  kon- 
struiert wird.  In  das  Podium  bauen  Sie  keine  Kanäle,  sondern  lassen  es 
hohl  und  stellen  das  Gewölbe  auf  vier  Stützen.  Dadurch  sparen  Sie  die 
halbjährlich  erforderlichen  Podiomreparaturen,  die  sehr  kostspielig  sind. 

Dritte  Antwort:  Ein  periodischer  Kammerofen  mit  überschlagen- 
der Flamme  eignet  sich  ohne  weiteres  zum  Brennen  von  Lnxuswaren  mit 
Kunstglasuren,  sowohl  Porzellan  als  Steingut.  Es  ist  aus  Ihrer  Frage 
nicht  ersichtlich,  nm  welches  von  diesen  es  sich  handelt.  Die  Ware  muß 
natürlich  in  Kapseln  gebrannt  werden.  Um  keine  zu  großen  Temperatur- 
unterschiede zu  bekommen,  soll  der  Ofen  nicht  zu  hoch  sein.  Auf  beiden 
Längsseiten  sind  je  drei  Feuerungen  anzubringen;  welcher  Art  diese  sein 
müssen,  richtet  sich  nach  der  Art  des  Brennstoffes.  Beines  Feuer  ist 
nicht  allein  vom  Ofen,  sondern  von  den  Zugverl  ältnissen  nnd  vor  allem 
von  dem  verwendeten  Brennstoff  und  der  Konstruktion  der  Feuerung 
abhängig. 

Vierte  Antwort:  Sollte  der  Viereckofen  für  Porzellan  bestimmt 
sein,  so  werden  Sie  kein  Glück  damit  haben.  Wenn  Sie  die  Porzellan- 
öfen von  normaler  Bauart  studieren,  so  finden  Sie,  daß  dieselben  ver- 
schiedene Zonen,  sog.  Feuerwinkel  haben,  selbst  wenn  bei  hoher  Temperatur 
gebrannt  wird.  Viel  ärger  wird  das  in  dem  von  Jhnen  geplanten  Viereck- 
ofen auftreten,  denn  die  Ecken  werden  Anlaß  zu  verrauchter  Ware  geben, 
weil  tich  in  denselben  sehr  viel  Bauch  entwickelt,  der  von  den  Kanälen 
nicht  sofort  abgesaugt  wird.  Sollten  Sie  aber  keinen  runden  Ofen  bauen 
können,  so  empfehle  ich  Ihnen,  da  es  sich  vermutlich  um  die  Breite 
handelt,  Ihren  Ofen  nicht  viereckig,  sondern  oval  zu  bauen.  Der  von 
Ihnen  angeführte  Ofen  von  30  cbm  Inhalt  wird  dann  6  Feuerungen  er- 
halten, und  zwar  je  eine  an  den  Spitzseiten  und  je  zwei  an  den  Längs- 
seiten. Bei  einem  solchen  Ofen  haben  Sie  die  Gewähr,  ohne  Schwierig- 
keiten brennen  zu  können,  genau  wie  bei  einem  Bundofen. 

63.  Wer  liefert  sogen.  Hartquarzit  für  Trommelfutter? 

Erste  Antwort:  Es  kann  Ihnen  nicht  geraten  werden,  zur  Aus- 
fütterung von  Trommelmühlen  Qaarzitfutter  zu  verwenden,  nachdem  heute 
ein  bedeutend  besseres  Material  zur  Verfügung  steht,  welches  nach  und 
nach  in  allen  Trommelmtthlenbetrieben  daB  Quarzitfutter  verdrängt.  Ea 
fabrizieren  einige  Werke  als  Spezialität  Porzellan- 'J'rommelfutterBteine 
besonderer  Qualität.  Dieselben  bestehen  aus  einer  steinzengartigen,  zähen 


aber  dichten,  gegen  Schlag-  und  Schleifwirkung  höchst  widerstandsfähigen 
Masse,  welche  auf  hydraulischen  Pressen  unter  hohem  Druck  trocken  zu 
Steinen  gepreßt  wird,  die  bei  hohen  Temperaturen  gebrannt  werden.  Die 
Härte  dieses  Trommelsteines  ist  der  des'iQaarzitsteines  überlegen;  zufolge 
seiner  Zähigkeit  splittert  er  auch  nicht  so  leicht  ab  wie  jener.  Durch 
die  Trockenpressung  wird  eine  Exaktheit  in  der  Form  (scharfe  Kanten) 
erzielt,  welche  ein  vollkommen  fageoloses  Verlegen  gestattet.  Zur  Auf- 
nahme des  Mörtels  sind  an  zwei  Seiten  des  Steines  versenkte  Billen  ein- 
gepreßt, die  mit  denen  des  danebenliegenden  Steines  korrespondieren  und 
darin  den  Mörtel  als  Bindeglied  aufnehmen.  Diese  Porzellantromtnel- 
futtersteine  werden  für  alle  Trommelgrößen  angefertigt,  und  ein  Behauen 
der  Steine  fällt  weg. 

Zweite  Antwort:  Die  Firma  Hermann  Oeckel  Ingenieur  in 
Selb  in  Bayern  liefert  die  bekannten,  als  Futter  für  Trommelmühlen  be- 
währten Silex  Steine. 

64.  Wer  liefert  Konlurenstempel  für  Heiligenbilder,  Madonnen  usw.  ? 
Antwort:   Wenden  Sie  Bich  an  die  im  Anzeigenteil  genannten 

Stempelfabriken. 

65.  Welchen  Einfluß  hat  die  Soda  auf  die  Porzellanmasse  beim 
Garbrand?   Es  kommt  nur  Gießgeschirr  in  Frage.  ' 

Erste  Antwort:  Es  kann  sich  bei  Ihrer  Frage  nur  um  über- 
schüssige Soda  handeln,  denn  bei  einem  richtig  zubereiteten  Schlicker, 
dessen  Sodazusatz  genau  ausprobiert  wurde,  ist  der  letztere  so  klein,  daß 
er  als  Flußmittel  praktisch  nicht  in  Frage  kommt.  Bei  einem  wachsenden 
Ueberschuß  an  Soda  macht  sich  naturgemäß  auch  die  Flußmittelwirkung 
in  entsprechendem  Maße  bemerkbar  und  außerdem  treten  nnangenehme 
Erscheinungen  auf,  die  hauptsächlich  auf  das  Austreten  der  Soda  an  den 
Bändern  nnd  sonstigen  erhabenen  und  vorspringenden  Stellen  zurück- 
zuführen sind.  Deshalb  empfiehlt  es  sich,  die  zur  Verflüssigung  eines 
Scblickers  nötige  Sodamenge  genau  zu  ermitteln,  was  nach  der  im  Sprech- 
saal-Kalender 1922,  S.  60,  angegebenen  Methode  nicht  schwer  ist. 

Zweite  Antwort:  Ueberschttssige  Soda  wirkt  bei  Porzellan- 
Gießgeschirr  oft  derart,  daß  infolge  Austretens  der  Sa  da  im  Garbrand 
große  Mengen  von  Geschirr  vollständig  unbrauchbar  werden.  Za  einem 
guten  Schlicker  nimmt  man  am  besten  zur  Hälfte  trockenen  Abgang  und 
zur  Hälfte  fest  gepreßte  frische  Masse.  Auf  1  Ztr.  Masse  kommen  50  g 
Soda  und  7  1  Wasser ;  die^erstere^. wird  vorher  in  letzterem  aufgelöst  und 
dann  zugegossen. 

Dritte  Antwort:  Wenn  Sie  auf  1000  Gew.-T.  Trockenmaterial 
2  Gew.-T.  Soda  nehmen,  so  wirkt  diese  nicht  weiter  schädlich;  nehmen 
Sie  aber  mehr,  so  können  schwarze  Kanten  und  Verdichtung  derselben 
entstehen,  und  möglicherweise  wird  auch  die  Schwindung  etwas  beeinfluit. 

G-laft. 

42.  Wie  muß  Bleiglas  zusammengesetzt  bezw.  verschmolzen  werden, 
damit  es  sich  beim  Schleifen  weich  arbeiten  läßt? 

Erste  Antwort:  Ein  Bleiglas,  das  sich  beim  Schleifen  weich 
arbeiten  läßt,  darf  nicht  zu  weich  zusammengesetzt  Bein,  das  heißt,  es 
darf  vor  allem  nicht  mehr  Alkalien  enthalten,  als  zur  Erzeugung  eines 
guten  reinen  Bleiglases  gerade  notwendig  sind  Ein  mit  Alkali  über- 
sättigtes Gemenge  schmilzt  wohl  etwas  leichter  und  braucht  daher 
weniger  Hitze,  es  läßt  sich  aber  nicht  so  leicht  schleifen,  so  ädern  ist 
etwas  spröde ;  dagegen  benötigt  ein  alkaliärmerer  Gemengesatz  wohl  mehr 
Hitze,  ergibt  aber  ein  milderes  Glas.  Das  Gemenge  muß  bei  hoher 
Temperatur  und  reiner  Flamme  geschmolzen  werden ;  bei  rauchigem  Feuer 
wird  die  Mennige  leicht  reduziert,  wodarch  das  Glas  einen  dunklen  Farb- 
ton erhält.  Ein  gutes  Bleiglas  soll  in  höchstens  9  Stunden  abgeschmolzen 
sein.  Das  Gemenge  wird  erst  eingelegt,  wenn  der  Schmelzofen  schon 
tüchtig  heiß  ist  und  kein  Bauchfeuer  mehr  hat,  damit  die  Hitze  das  Ge- 
menge gleich  scharf  angreift.  Ein  gut  heißgehender  Hafen  ist  für  die 
Bleiglasschmelze  Bedingung.  Beim  Verarbeiten  darf  der  Schmelzofen 
nicht  zn  kalt  werden,  sonst  entstehen  leicht  Winden  oder  Schlieren. 
Vor  dem  Ausarbeiten  soll  die  Oberfläche  des  Hafens  etwas  abgefehmt 
werden,  nm  etwaige  Unreinigkeiten  von  der  Oberfläche  des  Hafens  nicht 
mit  in  das  Arbeitsstück  zu  bringen.  Eine  gute  und  langsame  Abkühlung 
ist  für  Bleiglas,  das  , geschliffen  wird,  unerläßlich.  Folgender  Gemenge- 
satz ergibt  ein  gutes  Schleifglas: 

Sand    .  100  kg 

Soda   7  „ 

Pottasche  24  „ 

Mennige  30  „ 

Kalk   .     10  „ 

Salpeter  2— 3  „ 

Nickeloxyd  oder  Selen    .   .   .   .   .   .   .   .  2—3  g 

Zweite  Antwort:  Die  Erzeugung  eines  guten  Bleiglases  setzt 
reiche  Erfahrung  und  guten  Ofengang  voraus.  Zunächst  dürfen  nur  die 
allerreinsten  Rohmaterialien  zur  Verschmelzung  gelangen,  vor  allem  der 
Sand  muß  gewaschen,  rein  und  frei  von  Eisen  sein.  Besondere  Aufmerk- 
samkeit ist  auch  dem  Bleioxyd,  der  Mennige,  zu  widmen,  die  kein  Kupfer, 
Eisen  und  Antimon  enthalten  darf.  Die  finzelnen  Gemengebestandteile 
bind  auf  das  innigste  zu  mischen.  Die  Schmelzung  des  Bleiglases  ist  mit 
besonderen  Schwierigkeiten  verbunden,  da  das  Bleioxyd  höchst  empfiadlich 
auf  alle  reduzierenden  Einflüsse  reagiert.  Eine  geringe  Beimengung 
organischer  Substanzen  zu  dem  Gemenge  ruft  eine  Beduktion  des  Blei- 
oxydes zu  metallischem  Blei  hervor  und  würde  daB  Glas  rauchig  erscheinen 
lassen.  Desgleichen  ist  bei  der  Schmelze  und  Läuterung  gewissenhaft 
darauf  zu  achten,  daß  die  Flamme  staub-  und  rußfrei  ist,  da  sonst  auch 
dadurch  eine  Beduktion  des  Bleioxydes  stattfindet.  Nachstehender  Satz 
gibt  bei  heißem,  gleichmäßigem  Ofengang  das  gewünschte  Glas : 

Sand   100  kg 

Mennige  42  „ 

Kalkspat  10  „ 

Pottasche  .    ,  36  „ 

Salpeter   8  „ 

Scherben  SO  „ 

Braunstein   0,26  „ 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL 


-  COBUR  ü.    Nr.  16  -  191  ^ 

Fünfte  Antwort:  Für  das  Znsammenkitten  von  Glas-  nnd 
Metallteilen  soll  sich  folgende  Klebemasse  bewährt  haben: 

Schwefel  .3  Teile 

Harz  (davon  1  Teil  Mastix)  4  „ 

Schellack   .  '/»  » 

Fein  gemahlenes  Ziegel-  oder  Steinmehl  ,   .   3  „ 


Dritte  Antwort:  Wie  schon  so  oft  hier  erwähnt,  erhält  man 
ein  gutes,  schönes  Bleiglas  nur  dann,  wenn  die  reinsten  nnd  besten 
Materialien  innigst  vermischt  verschmolzen  werden,  der  Ofen  zndem  gnt 
heiß  nnd  gleichmäßig  geht  nnd  nnr  mit  ganz  reiner  oxydierender  Flamme 
betrieben  wird,  damit  vor  allem  keine  Reduktion  des  Bleioxydes  zu  Metall 
eintritt.  Werden  außer  Bleiglas  noch  härtere  Glaskompositionen  in  dem- 
selben Ofen  geschmolzen,  so  ist  das  Bleiglasgemenge  nm  soviel  später 
einzulegen,  als  es  schneller  durchschmilzt.  Bleiglas  darf,  sobald  es 
blank  geschmolzen  ist,  nicht  mehr  länger  der  Schmelzhitze  ausgesetzt 
werden,  da  es  sonst  die  Hafenwände  sehr  stark  angreift,  was  Veranlassnng 
zur  Bildung  von  Schlieren,  Steinen  usw.  gibt,  lin  schönes,  zum  Schleifen 
sehr  weiches  Bleiglas  erhält  man  aus  nachstehendem  Gemengesatz: 

Sand  100  kg 

Pottasche  37  „ 

Mennige    .  .    .    .    .    .    .    .    .    .    .     45  „ 

Salpeter   4  „ 

Borax   4  „ 

Scherben  .....    25  „ 

Braunstein   250  g 

Antimon  -   300  „ 

Vierte  Antwort:  Bleiglas  ist  in  jeder  Zusammensetzung  milder 
als  jedes  andere  Glas  und  läßt  sich  daher  beim  Schleifen  gut  verarbeiten. 
Sehr  mild  nnd  gut  schleifbar  aber  ist  es,  wenn  es  möglichst  hart,  also 
mit  viel  Sand  eingeschmolzen  werden  kann,  wozu  natürlich  ein  recht  heiß 
gehender  Ofen  gehört.   Nachstehend  ein  guter  Bleiglassatz: 

Sand    .  100  kg 

Pottasche  32  „ 

Soda  ,   6  „ 

Mennige  30  „ 

Baryt   10  „ 

Marmor  15  „ 

Abfärbung:  Nickeloxyd  l'/a  g. 
43.    Wie  kittet  man  Metallschraubringe  auf  die  angerauhten  Sähe 
kleiner  Parfilmfläschchen  ?  Diese  sind  mit  eingeschliffenem  Stopfen  versehen, 
Uber  welchen  noch  eine  Metallkapsel  geschraubt  wird 

Erste  Antwort:  Zum  Auf  kitten  der  Metallschraubrhige  auf 
kleine  Parfümfläschchen  bereitet  man  sich  einen  Kitt  aus  Wasserglas  nnd 
Federweiß,  der  nicht  zu  dick  ist  nnd  sich  schön  verstreichen  läßt.  Mit 
diesem  Kitt  wird  der  Schraubring  innen  bestrichen  nnd  dann  über  den 
Flaschenhals  gedrückt,  von  dem  zuvor  der  Stopfen  abgenommen  wurde. 
Etwaiger  Kittuberschuß  am  Flaschenhals  wird  gleich  sauber  abgeputzt, 
damit  das  Glas  rein  bleibt.  Der  Stopfen  wird  sodann  wieder  aufgesteckt 
und  das  FJäschchen  einige  Zeit  stehen  gelassen,  bis  der  Kitt  erhärtet  ist. 
Zu  beobachten  ist  dabei,  daß  die  Stopfen  nicht  verwechselt  werden. 

Zweite  Antwort:  Zum  Aufkitten  von  Metallringen  anf 
Parfümfläschchen,  bereitet  man  sich  nachstehenden  sehr  haltbaren  Kitt. 
Man  befeuchtet  100  g  Schellack  mit  ca.  30  g  Alkohol  und  bringt  ihn  dann 
in  eine  10%-ige  Borsxlösung,  Nach  Ablauf  einiger  Zeit  findet  man,  daß 
eine  Verbindung  beider  Stoffe  eingetreten  ist,  nnd  setzt  nun  im  Verhältnis 
2 : 10  mit  Borax  gelöstes  technisches  Kasein  zu  Dieser  Kitt  hat  den 
Vorteil,  daß  er  sich  sehr  schwer  löst,  aber  verhältnismäßig  schnell  trocknet. 

Dritte  Antwort:  Nachstehend  einige  Kitte,  mit  denen  Metall- 
schraubringe auf  die  angerauhten  Hälse  kleiner  Parfümflaschen  sich  be- 
festigen lassen  und  die  widerstandsfähig  gegen  den  Einfluß  von  Wasser, 
Alkohol  und  Säuren  sind:  1.  ein  Gemisch  von  Schamottemehl  mit  Stein- 
kohlenteer, sog.  Teertonkitt;  2  ein  Leinö!kitt  aus  Leinöl  und  Bleiweiß; 
3  ein  Glyzerinbleioxydkitt  aus  100  Gew.-T.  Bleioxyd  und  12  Gew.-T. 
Glyzerin;  4  Mischungen  von  Wasserglas  mit  Kalk,  Kreide,  Magnesia, 
Zinkoxyd,  Schamottemehl,  Zement  usw. 

Vierte  Antwort:  Das  Aufkitten  der  Schraubringe  auf  ge- 
rauhte Gläser  geschieht  am  besten  durch  Gips,  wie  an  den  Lampenglocken 
nnd  Petrolenmbehältern.  Der  Gips  darf  nicht  zu  steif  angemacht  sein 
und  mnß  öfter  erneuert  werden. 


Nene  Fragen. 
Keramik. 


69. 


Unter  einer  Glasur  von  der  lormel: 
0,06  K*0  v  ,  , 

0,20  Na,0  I  n  „o  n  <  2,23  SiO, 
0,35  CaO  f  U'4S  m% Us  \  0,33  B2  03 
0  39  PbO  > 

erhalten  wir  kein  reinfarbiges  und  festsitzendes  Mattblau.  Die  Glasur 
blättert  meist  zusammen  mit  der  Farbe  ab  oder  rollt  sich  auf.  Da  die 
Glasur  mit  Rücksicht  auf  die  übrigen  Farben  nicht  ohne  zeitraubende 
Versuche  geändert  werden  kann,  soll  versucht  werden,  die  Farbe  zu  ändern. 
Wir  bitten  daher  um  Angabe  von  praktisch  erprobten  Versätzen  zur  Selbst- 
herstellung von  Unterglasur-Matlblau.  Die  Farbe  liegt  auf  einem  Kalk- 
steingutscherben, der  bei  SK  3  a — 5  a  glatt  gebrannt  ist, 

70  Welche  Temperaturdifferenzen  zwischen  Ofensohle  und  -Scheitel 
sind  bei  Rundöfen  von  55—75  cbm  Inhalt  mit  sechs  Feuerungen  und 
von  115  cbm  Inhalt  mit  acht  Feuerungen  zum  Brennen  von  Kalksteingut  als 
normal  zu  bezeichnen? 

71.  Wie  und  womit  lassen  sich  an  Isolatoren  die  bekannten  roten 
Streifen  im  Glatt f euer  des  Porzellanofens  hervorbringen?  Muffelbrand  ist 
ausgeschlossen. 


Glas. 


48  Wir  möchten  gern  von  der  Dampf-  zur  elektrischen  Kraft 
überg"hen;  das  einzige.  Hindernis  dabei  ist  aber  das  Dampfgebläse  unter 
den  Rosten  der  Gaserzeuger.  Läßt  sich  dieses  heutzutage  nicht  ander- 
weitig ersetzen?    Wir  vergasen  englische  Gaskohlen. 

49.  Wir  beabsichtigen,  die  Fabrikation  von  gebogenen  Gläsern  auf- 
zunehmen, insbesondere  wollen  wir  gewölbte  runde  Gläser,  wie  sie  für 
Fahrrad-  und  Automobillaternen,  Uhren  usw.  gebraucht  werden,  herstellen. 
Mit  derselben  Einrichtung  möchten  wir  möglichst  auch  Gläser  bis  etwa  zu 
einer  Größe  von  120 — 150X75  cm  einfach  biegen  können.  Welche 
neuzeitlichen,  praktisch  erprobten  Einrichtungen  kommen  hierfür  in  Be- 
tracht? Lassen  sich  beide  Bedürfnisse  zweckdienlich  mit  derselben  Ein- 
richtung befriedigen  oder  erfordert  die  rationelle  Fabrikation  runder  ge- 
wölbter Gläser  eine  Spezialeinrichtung  ?    Wer  liefert  eine  solche? 

50  Ich  bitte  um  eine  kurze  Anleitung  zur  Herstellung  von  Thermos- 
flaschen.   Glassätze  brauche  ich  nicht. 


Briefkasten  der  Redaktion. 

U.  &  Co.  i.  N.  Nach  der  rationellen  Analyse  des  Schlämmsandes 
allein  läßt  sich  nicht  beurteilen,  wozu  das  Material  sich  verwenden  läßt; 
man  müßte  auch  die  chemische  Zusammensetzung  und  vor  allem  die 
physikalischen  Eigenschaften  kennen,  welch  letztere  Sie  selbst  am  besten 
durch  praktische  Versuche  studieren  können. 

W.  K.  &  Co.  i.  F.  Achten  Sie  auf  die  Antworten  zu  den  Fragen 
45  und  46  in  Nr.  17;  nach  den  Sätzen  ,  läßt  sich  auch  kirschrotes  Glas 
zusammenstellen  und  schmelzen. 

D.  B.  E.  1.  Z.  In  einer  verspäteten  Zaschrift  macht  die  Fa.  Bavari«- 
Maschinenfabrik  J.  Hilber  in  Neu -Ulm  in  Bayern  auf  ihre  neuesten 
Schlämmanlagen  aufmerksam. 


Veröffentlichungen  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik. 

Salbenkruken  aus  Porzellan,  Steingut  und  Steinzeug.  Die  Prüfung  der  Anträge  für  Kraken  ans  Porzellan, 
Steingut  und  Steinzeng  findet  von  jetzt  ab  lediglich  durch  die  Prüfungsstelle  Luxusporzellan  statt.  Preislisten  können  von  dieser 
Stelle  bezogen  werden. 

Für  die  untervalutarischen  Länder  haben  sich  die  bisherigen  Preise  um  50  °/0  erhöht. 


Wir  erfüllen  hiermit  die  traurige  Pflicht,  von  dem  Ableben  unseres  Disponenten 

Herrn  Arnold  Witthöft 


Kenntnis  zu  geben.  Wir  betrauern  in  dem  Verschiedenen  einen  treuen  Mitarbeiter,  dessen  ganzes  Streben  dem 
Gedeihen  des  Geschäftes  gewidmet  war,  und  werden  ihm  stets  ein  ehrenvolles  Angedenken  bewahren. 


Berlin  C,  den  10.  April  1922. 


E.  Heckmann  &  Co. 


XVÜi  —  Nr.  16 


161  - 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (56.  Jahrgang.) 


1 


Wir  geben  Nachricht  von  dem  am  8  April  1922  erfolgten  unerwarteten  Hinscheiden  des  verdienten 

Mitarbeiters  unseres  Werkes  „Rudolfshütte"  Töplitz 


Herrn  Direktor 


Eduard  Ritter  von  Kralik. 

Ein  in  jeder  Beziehung  gediegener  Fachmann  hat  er  freudig  seine  reichen  Erfahrungen  und  Kenntnisse 
in  den  Dienst  unserer  Firma  gestellt. 

Wir  werden  dem  Verblichenen  jederzeit  ein  ehrendes  Gedenken  bewahren. 

Glasfabriken  und  Raffinerien  Josef  Inwald  A.-G. 

Wien         Teplitz  Prag. 


Töplitz,  am  10.  April  1922 


^^^^^ 


Wir  geben  hiermit  Nachricht  von  dem  Ableben  unseres  hochverehrten  Direktors 

Herrn  Eduard  Ritter  uon  Kralik. 

Er  war  uns  ein  Vorbild  von  unermüdlichem  Eifer  und  wurde  in  seiner  besten  Schaffensfreudigkeit 
aus  unserer  Mitte  gerissen. 

Der  Verlust  des  Dahingesehiedenen,  dem  in  seiner  offenen  und  gerechten  Art  das  Wohl  seiner 
Beamten  stets  am  Herzen  lag,  trifft  uns  hart. 

Beamtenschaft  der  Glasfabrik  „Rudolfshütte" 
Josef  Inwald,  A.-Q. 


Teplitz,  am  10.  April  1922. 


Heute  morgen  entschlief  nach  kurzer,  schwerer  Krankheit  mein  lieber  Vetter 
und  Geschäftsteilhaber 

Herr  Fabrikbesitzer 

Fritz  Pfeffer. 

27  Jahre  lang  war  er  mir  ein  treuer  Gefährte.    Sein  Leben  war  Arbeit  und 
Pflichterfüllung.  Ehre  seinem  Andenken! 

Gotha,  den  10.  April  1922.  "WcbCF 

i.  Fa.  Fr.  Pfeffer,  Porzellanfabrik. 


(65.  jahsgang.) 


Coburg,  den  27.  April  1922. 


Nummer 


Zeitschrift  für  die  Keramischen,  Glas-  und  verwandten  Industrien. 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Lonis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bngra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


FernsprechanschlaDNr.  59./Telegr. -Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1 509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto :  Coborg-Gothaische  Bank  A.-G.,  Coburg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  und  Dentsch-Oesterreich  dorch  die  Post  vierteljährlich  Jt  25.—  anter  Streifband  M  50.—. 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  nnd  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  2.—  (Stellengesache  dt  1.—). 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  nnd  Anzeigenpreise  anf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten.  


Bekanntmachung. 

Gezwungen  durch  die  allgemeinen  wirtschaftlichen  Verhältnisse  haben  die  unterzeichneten 
Fachblätter  in  einer  am  10.  April  d.  J.  in  Berlin  stattgefundenen  gemeinsamen  Besprechung  eine  Erhöhung 
der  Anzeigenpreise,  geltend  ab  1.  April,  beschließen  müssen. 

Die  neuen  Preise  sind  am  Kopf  unserer  Zeitschriften  zu  finden. 

Die  Porzellan-  und  Glashandlung  —  Das  Haus-  und  Küchen 
Magazin,  Berlin -Wilmersdorf,  Rüdesheimer  Platz  6. 

Keramische  Rundschau,  Berlin  NW  21,  Dreysestraße  4. 

Nord  und  Süd,  Berlin  SW  68,  Rätterstraße  73/74. 

Nürnberger  Warte,  Nürnberg,  Aeußere  Bayreuther  Straße  28/30. 

Sprechsaal,  Coburg.  


Tüpferei  -  Berufsgenossenschaft,  Sektion  Uli. 

_E  inladung 

zn  der  am 

Mittwoch,  den  31.  Mai  1923,  vormittags  11  %  Uhr, 

im  Hotel  „Riesen-Fürstenhof"  in  Coblenz  a.  Rhein, 
stattfindenden  38.  ordentlichen  Sektionsversamm- 
lung laden  wir  die  Mitglieder  hierdurch  ergebenst  ein. 
Tagesordnung: 

1.  Verwaltungsbericht. 

2.  Abnahme  der  Jahresrechnnng  für  1921. 

3.  Wahl  des  Aasschusses  zur  Vorprüfung  der  Jahresrechnung 
für  1922. 

4.  Antrag  des  Sektionsvorstandes  auf  Nachbewilligung  der  Ver- 
waltungskosten für  1922. 

5.  Aufstellung  des  Voranschlags  für  1923. 

6.  Beschlüsse  über  Anträge  von  Sektionsmitgliedern,  wenn 
solche  nach  §  24  Abs.  7  der  Satzung  eine  Woche  vor  dem 
Versammlungstage  bei  dem  Sektionsvorsitzenden  schriftlich 
eingereicht  werden. 

7.  Wahl  des  Ortes  der  nächstjährigen  Versammlung. 

8.  Sonstiges. 

Mettlach,  den  21.  April  1922.  [619 
Der  Sektionsvörstand : 
L.  v.  Boeh-Galhau,  Vorsitzender. 


fiias-Beruisgenossenschafl,  Sektion  l. 

Gemäß  §  24  unserer  Satzung  laden  wir  hiermit  unsere 
Mitglieder  zu  der  am 

Montag,  den  15.  Mai  1922,  um  11  Uhr, 

im  Büro  des  Verbandes  Bayerischer  Spiegel glasfabriken 
in  Fürth  i.  B.,  Rosenstraße  3/1, 
stattfindenden  Sektionsversammlung  ergebenst  ein. 
Tagesordnung: 

1.  Bericht  des  Vorstandes,  Prüfung  und  Abnahme  der  Jahres- 
rechnnng für  1921  sowie  Erteilung  der  Entlastung. 

2.  Wahl  des  Rechnungsprüfnngsausschusses  für  1922. 

3.  Feststellung  des  Verwaltungskosten-Voranschlags  für  1923. 

4.  Bericht  über  erfolgte  und  beabsichtigte  Aenderungen  in  der 
sozialen  Gesetzgebung,  insbesondere  in  der  gewerblichen 
Unfallversicherung. 

5.  Rentenfeststellungs-Kommissionen. 

6.  Mitteilung  über  die  Geschäftsergebnisse  der  Haftpflicht- Ver- 
sicherungsanstalt. 

7.  Etwaige  sonstige  Verwaltungsangelegenheiten  und  Anträge 
der  Herren  Mitglieder. 

Berlin,  den  22.  April  1922.  [618 

9er  Vorstand  der  S*Ktioti  I  der  Glas-Bcrufsgeuossetiscbaft. 

Der  Vorsitzende:    Chr.  Winkler,  Glashüttenbesitzer. 


194  —  Nr.  17 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


Feintonverarbeitung  in  Bayern. 

Von  Prof.  Dr.  Dr.  Georg  Kitter  v.  Ebert,  Vorstand  des  Instituts 
für  bayerische  Wirtschaftsforächnng. 

(Nachdruck  verboten.) 

„Ich  und  Du  sind  aus  Erd'  gemacht",  uralte  Weisheit 
zwischen  uralten  Wellen-  und  Sonnenradmotiven  in  rührend 
einfachem  Stil  unter  der  bescheidenen  Bleiglasur  mancher 
Banernmajolika,  gleichzeitig  ein  systematischer  Schlüssel  für 
die  Vereinignng  von  Gewerbearten  in  Gruppe  IV  der  amt- 
lichen Statistik:  Industrie  der  Steine  und  Erden,  und  die  Ab- 
teilungen IV  d)  bis  IV  f)  tLebm-  und  Tongräberei,  Kaolin  gräberei 
und  Schlämmerei,  Massemühlen,  Quarz-  und  Glasurmühlen ; 
Lehm-  und  Tonwaren;  Glas)  umfassen  etwa  das,  was  wir  als 
Keramik  im  engeren  Sinne  bezeichnen.  Die  Amerikanische 
Keramische  Gesellschaft  erstreckt  mit  zielbewußter  wirtschaft- 
lich-organisatorischer Tendenz  das  Anwendungsgebiet  „Keramik" 
über  die  reine  Topindustrie,  d.  i.  über  die  Rohstoffgruppierung 
hinaus  auf  Industrien,  die  durch  Einwirkung  von  Hitze  auf  meist 
erdige  Rohstoffe  zu  ihren  Erzeugnissen  gelangen.  Es  liegt  auf 
der  Hand,  daß  eine  Systematik,  welche  den  Schwerpunkt  der 
wirtschaftlichen  Verwandtschaft  statt  im  Rohstoff  im  Brenn- 
prozeß erkennt,  eine  Anregung  nicht  nur  zu  neuen  Organi- 
sationsgedanken  in  sich  birgt,  sondern  daß  sie  auch  den  Blick 
des  Emzelerzeugers  hinsichtlich  Modulaiionsfähägkeit  bei  Tätig- 
keits-  und  Betriebsumstellnng  weitet.  Daß  ihr  ein  tiefer  prak- 
tischer Geist  innewohnt,  davon  zeugt  die  Einteilung  der 
Deutschen  Töpferei  -  Berufsgenossenschaft  im  Gefahrentarif. 
Wieder  anders  gliedert  das  Adreßbuch  der  Keramischen 
Industrie  seine  Gewerbearten,  anders  seine  Fabrikate,  und 
wieder  anders  ordnen  die  amtlichen  Nachweise  des  Reichs- 
statistischen Amtes.  In  der  Kontrolle  des  Außenhandels 
arbeiten  unter  der  fiktiven  Außenhandelsstelle  „Steine  und 
Erden"  5  Außenhandelsnebenstellen  (Grobkeramik,  Glas,  Natur- 
steine, Zement  usw.,  Feinkeramik)  und  die  Außenhandelsneben- 
stelle  Feinkeramik  unterscheidet  als  Warengruppen  Porzellan- 
erzeugnisse,  Steinguterzeugnisse,  Feinsteinzeug,  Mosaikplatten, 
Wandplatten  und  Kachelöfen.  Weder  ehrwürdigen  Alter  der 
Töpferei,  noch  wissenschaftliche  Statistik,  noch  deutsches  Orga- 
nisationstalent haben  die  gezeigte  Inkommeneurabilität  der 
Systeme  verhindert,  die  tatsächliche  Entwicklung  entfernt  eich 
von  der  alten  Einteilung,  die  Grenzen  fließen  und  die  Begriffe 
schwanken.  Unter  Wegfall  des  Gröbsten  (Mauersteine,  Dach- 
ziegel, Schamotte)  und  Feinsten  (Porzellan)  seien  im  folgenden 
behandelt,  Töpfergeschirr  und  Kachelöfen,  Braungeechirr,  Stein- 
gut, Feinsteingut  und  Siderolith. 

Jeder  der  vorerwähnten  Klassen  entspricht  ein  ihr  eigenes 
wirtschaftliches  Befinden,  sichtbar  in  die  Erscheinung  tretend, 
im  Umfange  der  Produktionsmittel,  aber  nach  seinen  Ursachen 
ruhend  im  Rohstoffe  und  in  der  Kenntnis  von  dessen  Ver- 
wertungsmöglichkeiten; denn  der  Rohstoff  hat  eine  wirtschafta- 
geograpbische  Lage,  die  im  Zusammenhang  mit  Transport- 
kosten und  Arbeitskräften  zur  Standortlehre  führt,  und  er  hat 
eine  Reihe  von  Eigenschaften,  die  den  Umfang  des  au  den 
Produktionsprozeß  heranschaffbaren  Kapitals  und  damit  die 
Stellung  des  Produzenten,  ob  Handwerk,  Industrie  usw.'  be- 
stimmen. In  diesem  Sinne  geht  die  Linie  fortschreitender 
Kapitalisierung  etwa  in  der  Richtung:  Bauerntöpferei  — Kunst- 
töpferei —  Siderolith  —  Braungeschirr  —  Kachelöfen  —  Stein- 
gut —  Wandplatten  —  Feinsteinzeug  —  (Porzellan). 

Bauerntöpferei. 
Aus  uralten  Zeiten  stammend  und  zunächst  ziemlich  wahl- 
los auf  jedes  irgend  brauchbare  Tonvorkommen  aufgebaut,  hat 
sie  den  verkehrstechnisch  unentwickelten  Wsrtscbaftskörper  mit 
ihren  kleinen  handwerksmäßigen  Betrieben  dicht  und  einiger- 
maßen gleichmäßig  durchsetzt.  Wo  Zahlen  vorhanden  sind, 
sind  dieselben  überraschend  groß.  Eisleben  besaß  1790  12  Meister 
mit  11  Gesellen,  1757—1808  wurden  29  Meister  in  die  Innung 
aufgenommen,  auf  dem  Kröning  sollen  im  17.  Jahrhundert  200 
Meister  sitzen,  in  Treuchtlingen  war  noch  im  vergangenen  Jahr- 
hundert jedes  dritte  und  vierte  Haus  eine  Hafnerei,  vor  einem 
halben  Jahrhundert  gab  es  noch  60 — 70  Töpfereien,  in  einem 
Schwarzwalddorf  saßen  25,  in  einem  Spes6artdoi  f  15  Töpfermeister. 
Die  Produktionsmittel  sind  einfach:  die  uralte,  schon  in  Aegypten 
bekannte  Töpferscheibe  gelegentlich  abgeändert,  im  Kröning 
zur  Kreuzscheibe,  bei  fortschrittlichen  Töpfern  mit  Kurbel  zum 
kontinuierlichen  Betrieb,  die  Glasurmühle  aus  zwei  aufeinander- 
liegenden  Mühlsteinen  nach  Art  römischer  Getreidemühlen 
ohne  Rad  und  Kurbel  und  der  alte  deutsche  liegende  Töpfer- 
ofen. Wo  die  Töpferscheibe  zur  Formgebung  nicht  gebraucht 
wird,  z.  B.  bei  Ofenkacheln,  erscheinen  Matrizen  aus  gebranntem 
Ton,  wie  solche  heute  noch,  aus  dem  17.  Jahrhundert  Htammend, 
z.  B.  ein  Sonnefelder  Töpfer  in  beträchtlicher  Zahl  für  gelegent- 
liche Herstellung  altdeutscher  Oofen  oder  Reparaturen  an 
solchen  besitzt.  Die  Gipsform  ist  erst  neuen  Datums.  Zum 
Malen  dient  die  Gießbüchse.    Mit  diesem  Rüstzeug  wurde  der 


Bedarf  des  Bauern  und  Kleinstädters  von  der  Werkstatt  odei 
Marktbude  aus  gedeckt.  Der  eiserne  Kochtopf,  der  eiserne 
Ofen  und  das  Emailgeschirr,  alles  schon  kapitalistisch  erzeug! 
im  neuen  Zeichen  des  keimenden  Wohlstandes,  ihre  größere 
Billigkeit,  nicht  absolut,  aber  unter  Berücksichtigung  ihrer 
geringeren  Zerbrechlichkeit,  verdrängen  seit  der  Mitte  des 
19.  Jahrhunderts  das  Erzeugnis  des  Bauerntöpfers  aus  dem 
kleinen  Haushalt;  dazu  kam  mit  der  Entwicklung  der  Verkehrs 
mittel  und  Anfang  der  80er  Jahre  durch  Sperrung  der  ö-ter 
reichischen  und  russischen  Grenze  für  Banzlauer  Geschirr  die 
volle  Stoßkraft  des  konkurrierenden  sächsischen  Braungeschirres, 
das  nach  obiger  Stufenfolge  kapitalistischer  und  damit  billiger 
Produktionsweise  zugänglicher  ist,  und  als  mit  dem  steigenden 
Wohlstande  des  neuen  Deutschlands  die  Kaufkraft  auch  der 
untersten  Schichten  stieg,  verdrängten  Teller,  Suppenschüsseln, 
Kaffeeservice  usw.  aus  Steingut  oder  Porzellan  mehr  und  mehr 
solche  aus  Ton.  Die  Zentrifugenmolkereien  haben  weithin 
Milchbecken  und  Milchweitlinse  überflüssig  gemacht,  und  was 
noch  blieb,  wurde  durch  die  Konkurrenz  von  Glas  und  Blech 
vernichtet. 

Die  Lage  der  Bauerntöpferei  wurde  wirtschaftlich  immer 
schwerer,  für  100  Stück  „Groß  wie  Klein"  zahlte  der  Händler 
M  8— 10— 12,  das  unrentable  Handwerk  lockte  keine  juDgen 
Leute  mehr  zum  Erlernen,  es  erwuchs  kein  Lehrlings-  und 
kein  Gesellenstand,  und  das  Vorkriegsende  sieht  die  Bauern- 
töpferei auf  dem  Aussterbeetat.  Und  Was  der  Staat  auf  der 
einen  Seite  als  Gewerbepolitiker,  in  Mittelstandspolitik,  durch 
Fachschulen  und  sonst  zu  erhalten  suchte,  das  zerstörte  er  um 
so  rücksichtsloser  auf  der  anderen,  indem  er  durch  den  Kamp! 
gegen  die  Bleiglasur  (Reichsgesetz  vom  25.  6  1887  betr  der 
Verkehr  mit  blei-  und  zinkhaltigen  Gegenständen)  die  ganze 
Wucht  staatlicher  Autorität  dem  wegen  seiner  höheren  Preise. 
schwer  konkurrierenden  Emailgeschirr  zur  Verfügung  stelltej 
Die  Bleiglasur  ist  eine  der  ältesten  und  schönsten  Glasuren 
Das  hohe  spezifische  Gewicht  des  Bleies  kommt  optisch  zum 
Ausdruck  im  Hochglanz  der  Glasur  auf  Grund  ihres  hohenj 
Lichtbrechungsvermögens.  Die  Möglichkeit,  sie  bei  der  ver- 
hältnismäßig niedrigen  Temperatur  von  900°  aufzubringen,  ent- 
spricht einer  einfachen  Technik  mit  einfachem  Ofen,  einfachem 
Brennstoff,  gewöhnlichem  Ton.  Je  dicker  glasiert,  um  so  schöner 
der  Glanz,  um  so  größer  die  Verkäufliehkeit ;  je  dicker  glasiert; 
je  niedriger  die  Brenntemperatur,  je  schlechter  der  Platz  im 
Ofen,  um  so  leichter  die  Löslichkeit  der  Glasur.  WTird  dann 
das  auf  dem  Markte  feilgebotene  Geschirr  bei  der  behördlichen 
Untersuchung  als  bleihaltig  befanden,  dann  wird  der  Töpfer  be- 
straft, er  muß  die  hohen  Untfersuchungskosten  bezahlen,  es 
wird  ihm  zugemutet,  sein  ganzes  Geschirr  zu  zerschlagen,  und 
das  Urteil  wird  öffentlich  bekannt  gemacht.  Der  Wirtschaft- 
liehe  Ruin  eines  solchen  Meisters  ist  klar.  Dabei  sind  natur- 
gemäße  Gefabrenzentren  für  den  Meister  fast  nur  die,  wo  er 
gemeinsam  mit  Email  in  die  Schranken  des  freien  Marktes 
tritt:  Messen,  Jahrmärkte,  Siädte;  denn  nur  so  weit,  zum 
Massenabsatz,  reicht  die  Verkaufsorganisation  des  Emails. 
Hausiert  der  Meister  in  zeitraubender  Tätigkeit  sein  Geschirr 
auf  das  Land,  so  läuft  er  wenig  Risiko  für  eine  Begegnung 
mit  verkäuflichem  Email  und  auch  mit  behördlichen  Gesund- 
heitsprüf ungen.  —  Nun  steht*  die  Giftigkeit  von  Ble^er" 
bindungen  zweifellos  fest;  alle  löslichen  Bleisalze  sind  giltig. 
Aber  giftig  sind  auch,  und  zwar  dauernd  giftig,  schlecht  ver- 
zinnte Kapfergeschirre,  Nickelgeschirre,  sogar  Alummiumge- 
schirre  bei  saurer  Lösung,  gegen  die  niemand  zu  Felde  zieht. 
Bleifrei  werden  die  Geschirre  nicht  einmal  in  den  keramischen 
Fachschulen,  Bleiglasuren  werden  durch  Auskochen  ent- 
giftet, Ersatzglasuren  (Borax,  Alkali  u.  a.)  sind  kostspieliger 
in  der  Anschaffung  oder  umständlicher  im  Gebrauch  ^müssen 
z.  B.  Beispiel  vor  Anwendung  gefrittet  werden)  oder  sie  ver- 
langen höhere  Brenntemperaturen,  worauf  der  ganze  Betrieb 
in  allen  Teilen  nicht  eingestellt  ist,  oder  sie  mangeln  des 
Glanzes,  setzen  jedenfalls  summa  summarum  die  Konkurrenz- 
fähigkeit des  Töpfers  herab.  Jede  Hausfrau  weiß  Bescheid  bei 
Kupfer,  Nickel,  Aluminium,  warum  nicht  auch  bei  Blei! 

So  kam  der  Krieg  heran,  der  Umsturz  am  Ende.  Schon 
im  Kriege  stiegen  die  Me<allpreise.  Der  Liter  Emailgefaß- 
raum kostete  im  Frieden  30  Pfennige;  1917  stand  der  Grund- 
preis auf  110  Pfennigen.  Fiübjahr  1920  nach  dem  Verlust  von 
Kohle,  Gold  und  Eisen  war  der  Grundpreis  5l/s  Mal  hoher. 
200  Zentner  Blech  von  allen  Stärken  standen  im  Frieden  bei 
2500  Mark,  Frühjahr  1920  bei  90000  Mark,  um  dann,  freilich 
vorübergehend,  auf  die  Hälfte  zu  sinken.  Deshalb  auch  galten 
Email verbandspreise  nur  mehr  gegen  das  Ausland,  während  im 
Inland  freier  Markt  herrscht,  um  erträgliche  Konkurrenzpreise 
zustande  zu  bringen.  Die  Emailgeschirrpreise  als  Ergebnis 
der  ganzen  Arbeiterbewegung,  Arbeitszeit-  und  Arbeits- 
lohnverhältnisse usw.  schafften  naturgemäß  dem  kleinen  Meister 
—  und  um  solche  handelt  es  sich  bei  der  Töpferei  fast  aus- 
schließlich —  Luftjdenn  für  ihn  gab  es  zwar  höhere  Summen 


;      1922.   (55.  Jahrgang.) 

1  für  Fracht,  Brennstoff  und  Ton,  aber  keine  10-  bis  20-fache 
1  Wochenlohnsnmme  bei  bedeutend  verminderter  Arbeitszeit  und 
1  noch  mehr  herabgesetzter  Leistung;  denn  er  arbeitet  von  früh 
bis'l  spät,  meist  ohne  Gesellen,  ohne  kostspielige  Verkaufs- 
1    Organisation,  er  ließ  die  Geschirrpreise  nur  langsam  steigen, 

I  und  so  wurde  die  Nachfrage  nach  irdenem  Geschirr  stärker, 
als  die  bis  dahin  immer  kleiner  gewordene  Produktion  zu 
leisten  vermochte.    Freilich  ist'  der  Bauer  inzwischen  reich 

!  geworden,  er  kauft  sogar  Aluminiumgeschirr,  und  die  Mög- 
i  lichkeit  eines  Umschwunges  in  absehbarer  Zeit  ist  nicht  von 
'    der  Hand  zu  weisen. 

Die  so  für  die  Bauerntöpferei  gewordene  Situation  läßt 
[  eine  Anzahl  verschiedener  Stufen  der  Entwicklung  bzw.  des 
i  Niederganges  unterscheiden,  natürlich  mit  fließenden  Grenzen, 
r    aber  mit  allen  Kriterien  in  die  Erscheinung  tretend. 

Der  kleine  Bauerntöpfer  als  reiner  Gewerbebetrieb  des 

■  platten  Landes  stellt  heute  wohl  den  am  reinsten  erhaltenen 
Nachkommen  längst  verlassener  Zustände  dar.  Die  Vererbung 
dauernden  Mangels  an  wirtschaftlicher  Handlungsfähigkeit  vom 

r    Großvater  auf  den  Enkel  mag  ihn  auf  den  heutigen  Tag  hernber- 
r  gefrettet  haben,  der  einen  immer  aussichtsloseren  Wirischafts- 
J   kämpf  führt,  der  augenblicklich  vielleicht  noch  einmal  hoffnungs- 
voller in   die  Zukunft  schaut,   während  seine  Nachkommen, 
Untertan  dem  großen  Wandergesetz,  das  für  alles  Leben  hieuieden 
r  gilt,  andere  Existenzmöglichkeiten  ergriffen  haben.    Er  übt  sein 
"   Gewerbe  noch  vereinzelt  aus  in  Dörfern  und  kleinen  Städtchen, 
"  im  Besitze  eines  Häuschens,  das  die  oben  genannten  primitiven 
Produktionsmittel  häufig  in  der  Wohnstube  birgt.    Da  Grund- 

II  besitz  fehlt,  bildet  die  Töpferei  seinen  einzigen  Erwerb.  Ohne 
6  Gesellen  oder  Lehrling  sitzt  er,  solange  Absatzmöglichkeit  besteht, 
e  von  früh  bis  spät  hinter  der  Töpferscheibe,  oder  er  trägt  seine 
!'  oft  minderwertige  Ware  zum  Händler,  der  ihm  für  Schüsseln 
jj  und  Töpfe,  Bratpfannen  und  Blumenscherben,  Milchweitlinge 
a;  und  die  allerg) ößten  Teigschüsseln,  glasiert  oder  unglasiert, 

I  „Groß  wie  Klein"  Jt  2  für  das  Stück  bezahlt.  Bei  Verkauf 
'j  in  der  Werkstatt  unmittelbar  an  seine  spärlichen  Kunden  fordert 
r  er  für  große  Stücke  je  nach  Größe,  Ausfall  und  Kaufkraft  des 
"I-Käufers  <Al  6 — 12.  Vor  allem  fehlt  ihm  das  alte  Milieu  des 
'  Robstoff bezuges;  die  Landinnung  besteht  nicht  mehr,  auf  viele 
'»  viele  Stunden  im  Umkreis  steht  keine  zweite  Töpferscheibe,  die 

II  alten  Tonäcker  der  Innungen  sind  in  der  Gemeinheitsteilung 
s  aufgegangen,  die  alten  Waldrechte  sind  abgelöst,  die  Glasur 
1  wird  nicht  mehr  gemeinsam  beschafft.    So  wird  der  Ton  weit 

her  bezogen;  die  Treuchtlinger  Töpfer  holten  Ton  von  den 
18  lji  Stunde  entfernten  Dietfurt,  dann  ö  Stunden  weit  von  Monheim; 
,  ■  die  Nürnberger  Töpfer  besaßen  ein  Tonrecht  in  Kalchreuth. 

*  Heute  hört  man  in  Franken  als  Herkunftsorte  Schwandorf,  sogar 
"  Sachsen.  In  12- stündiger  Arbeitszeit  erzeugt  der  Töpfer  mit 
r  allen  Nebenarbeiten  auf  der  Scheibe  30 — 40  große,'  60—70 
8  kleinere  Gefäße  am  Tage;  einfachste  Ware  entsprechend  mehr. 
1  Der  Ofen  faßt  lOüO— 1200  Stück,  und  der  nur  alle' 1—3  Monate 

wiederkehrende  Brand  verbraucht  1  Zentner  Erz  für  die  Glasur 

1  und  1 — 1^2  Klafter  Holz.    So  geht  er  in  schlechten  Zeiten  lieber 

°  als  Tagelöhner  zum  Bauern,  als  daß  er  die  Herstellung  billiger 
Massenware  versucht,  denn  für  Blumentöpfe  ist  Ton  und  Brenn- 
stoff zu  teuer,  da  die  Ziegeleien  mit  Ton  di>  ekt  aus  de>  Grube, 

>'  Gleisanschluß  für  Brennstoffzufuhr,  rationeller  Wärmewirtschaft, 
Blumentopfpressen  usw.  um  die  Hälfte  billiger  sind. 

Die  Zahl  der  Töpfer  dieser  Gruppe  in  ganz  Bayern  mag 

D  einige  Dutzend  betragen.    JSie  sind  nur  noch  vorhanden  in 

:  Dörfern  und  kleinen  Städten. 

Dieser  Gruppe  nahe  verwandt  nach  Ausbildung  der  Pro- 
duktionsmittel, Einfachheit  der  Technik,  Leistung,  Preis  und 
Abssatz  sind  die  Kröninger  Töpfer.   Verschieden  sind  sie  dnrch 

,  ihre  Ausstattung  mit  Grundbesitz,  so  daß  sie  mit  ganz  anderem 
materiellen  Befinden  auch  in  der  Ausstattung  der  Werkstatt 
auftreten,  was  dann  nicht  auf  dem  Gewerbe  und  dessen  Leistung, 

''.  sondern  auf  der  Landwirtschaft  beruht.  „Der  Kröning",  ein 
verkehrsleerer  Höhenzug  in  dem  Räume  östlich  Landshut,  führt 
seinen  Namen  von  einem  Einödshof  namens  Kröning,  der  in 

1  Gemeinschaft  mit  anderen  Höfen?  alle  vom  ausgesprochenen 
Typus  der  alten  bayerischen  Siedelung,  für  die  „Gemeinde 

■  Kröning"  namengebend  geworden  ist.  Wenn  einige  dieser 
1  Höfe  ortsbildend  zusammentreten,  entstehen  Ortschaften  wie 

Gramelt-brurn,  Magersdorf,  Triendoif,  Ohnersdorf,  Kirchberg, 
i  Jesi*endoif,  Großbettenrain,  Pattendorf,  Nierschlkofen  u.  a.,  jede 
1  Ortschaft  von  der  anderen  nur  wenige  Minuten  entfernt.  Dabei 
)  macht  der  ganze  Raum  einen  außerordentlich  dünn  besiedelten 
1  und  menschenleeren  Eindruck.  Das  Tonvorkommen  ist  lokali- 
s  siert  in  Jessendorf  und  Kleinbettenrain ;  es  mag  hier  als  Mulden- 
s  ausfüllang  entstanden  sein.     Nirgends  becteht  der  Eindruck 

•  einer  Tongrube;  denn  die  beiden  Jessendorfer  Töpfer  holen 
r  ihren  Ton  im  Garten,  wo  das  ausgehobene  Loch  alsbald  unter 

■  der  Grasnarbe  verschwindet.  Und  für  alle  übrigen  Kröninger 
i  Töpfer  kommt  der  Ton  von  Kleinbettenrain  in  Betracht.  Der 

Grundbesitzer  sticht  alle  paar  Jahre  20-30  Fuhren  Ton  ab  und 


Nr.  17  ~-  195 

bringt  ihn  zu  den  Töpfern  gegen  entsprechende  Entschädigung. 
Eine  tönerne  Zunfttafel  der  Kröninger  Hafnerei  aus  dem  Jahre 
1651  befindet  sich  im  Besitze  des  Wirtes  von  Kirchberg;  am 
Ausgang  des  30-jährigen  Krieges  soll  das  Gewerbe  mit  200 
Meistern  besetzt  gewesen  sein,  Ende  des  17.  Jahrhunderts  soll 
die  Zahl  der  Meister  125  betragen  haben,  ein  Akt  vom  Jahre  1863 
enthält  54  Namen,  eine  Ankaufsgenossenschaft  vom  Jahre  1904 
umfaßt  noch  23  Mitglieder.  Heute  befindet  sich  noch  je  ein 
Töpfer  in  Nierschlkofen,  Ohnersdorf,  Magersdorf,  Oberschnitten- 
kofen,  und  je  zwei  in  Jessendorf,  Pattendorf  und  in  Bettldorf. 
Vor  allen  Dingen  ist  für  die  Kröninger  Töpferei,  wie  erwähnt, 
festzuhalten,  daß  sie  mit  ganz  wenigen  Ausnahmen  einen  Neben- 
erwerb mehr  oder  weniger  großer  Landwirte  darstellt.  Erst 
wenn  der  Grundbesitz  klein  und  kleiner  wird,  nimmt  die  ge- 
werbliche Tätigkeit  zu,  und  die  alten  Töpfer  fertigen  auch  noch 
die  alten  Kröninger  Nähkörbchen  in  Durchbrucharbeit,  Weih- 
wassergefäße, durchbrochene  Krüge,  Tintengefäße  usw.  Der 
Absatz  geht  an  die  Händler  oder  Märkte  nach  Vilsbiburg  und 
München,  „Groß  wie  Klein"  um  den  üblichen  Preis;  denn  das 
Geschirr  steht  technisch  selten  höher  als  ordinäres  Bauern- 
geschirr. Gesellen  im  üblichen  Sinne  sind  nirgends  vorhanden; 
Achtstundentag,  und  was  dazu  gehört,  liegt  den  Bauern  so  in 
den  Gliedern,  daß  sie  nur  mit  Widerwillen  darüber  reden. 
Zusammenfassend  darf  man  sagen,  daß  die  Kröninger  Töpferei 
als  Gewerbe  zu  der  vorbesprochenen  Gruppe  gehört;  wie  ander- 
wärts durchsetzte  sie  auch  hier  den  Wirtschaftskörper  dicht, 
und  nur  ihre  Verkehrsabgelegenheit  hat  ihr  Schicksal  hinaus- 
geschoben. Ihre  Eingliederung  in  den  wohlhabenden  bäuer- 
lichen Haushalt  und  die  Ausbildung  der  Produktionsmittel  — 
der  ovale  Ofen  ohne  Gewölbe  in  Stufenbau  und  die  manchmal 
reich  geschnitzte,  schwere  Kröninger  Kreuzscheibe  —  haben 
wohl  mehr  wirtschaftsgeschichtliches  als  gewerbepolitisches 
Interesse. 

Diesen  Formen  niedergehenden  Gewerbes  reihen  sich 
andere  an,  welche  zwar  noch  als  Handwerk,  aber  auf  moderner 
Linie,  einen  Beharrungswiilen  in  die  Tat  umsetzen.  Es  sind 
handwerksmäßige  Töpfer  mit  einigen  Gesellen,  Motor  zum  An- 
trieb von  Tonwalze,  Tonschneider,  Glasurmühle  und  dem  Ab- 
satz im  allgemeinen  an  Händler;  der  Absatz  unmittelbar  an  den 
Verbraucher  ist  von  wechselnder  Bedeutung.  Die  Zahl  der- 
artiger Betriebe  ist  sehr  gering,  beträgt  in  Bayern  vielleicht 
ein  paar  Dutzend,  und  als  typische  Beispiele  mögen  die 
Thurnauer  Töpfer  angeführt  werden.  Sie  sind  als  Handwerker 
modern  eingerichtet  und  verfügen  über  genügende  Mittel,  um 
ihre  Produktionsmittel  auf  dem  laufenden  zu  erhalten.  Die 
Tonbeschaffung  geht  durch  Stollenabbau  der  nahen  Tonlager 
auf  Gemeindeboden  vor  sich.  Die  Oefen  fassen  1000—3000 
Stück  und  liefern  jährlich  je  30-40  Brände.  Die  Gesellen 
arbeiten  in  Akkord,  und  die  Erzeugnisse  sind  teils  Blumentöpfe, 
Tassen,  Kannen,  Bratpfannen,  gewöhnliches  Koch-  und  Ge- 
brauchsgeschirr, alles  in  sehr  guter  Ausführung  frei  mit  der 
Hand  auf  der  Scheibe  gedreht,  teils  künstlerisch  geformte  und 
mit  der  GieSbüchse  dekorierte  Teller,  Vasen,  Krüge  usw.,  die 
sehr  gute  Preise  erzielen.  Die  starke  Nachfrage  nach  tönernem 
Kochgeschirr  beschäftigt  die  Betriebe  gut,  und  die  Dreher  er- 
reichen verhältnismäßig  hohe  Wochenlöhne,  weshalb  neuer- 
dings der  Zustrom  an  Lehrlingen  ein  reger  wird.  Die  meisten 
Töpfer  sind  auf  Hoizbrand  eingestellt  und  leiden  daher  unter 
dem  für  alle  derartigen  Betriebe  außerordentlich  mißlichen 
HolzmangeJ,  der  ihre  Lieferfähigkeit  stark  herabsetzt.  Die 
Bayerische  Landesgewerbeanstalt  hat  sich  daher  mit  Erfolg  für 
genügende  Holzbelieferung  der  Töpfereibetriebe  eingesetzt. 

Damit  ist  das  handwerksmäßige  Töpferhandwerk,  soweit  die 
Erzeugung  von  Gebrauchsgeschirr  in  Betracht  kommt,  erschöpft. 
Das  Mitgliederverzeichnis  des  Verbandes  Bayerischer  Häfner- 
hq  eist  er  aber  enthält  gegenüber  den  bisher  betrachteten,  nur 
nach  Dutzenden  zählenden  Töpfern  weit  über  1000  Mitglieder. 
Welches  ist  deren  Tätigkeit?  Die  große  Masse  der  Töpfer 
gehört  nach  ihrem  wirtschaftlichen  Zusammenhang  in  die  Kate- 
gorie der  Kachelfabrikanten;  die  Bezeichnung  „Töpfer"  oder 
„Häfner"  hat  für  sie  nur  noch  geschichtlichen  Sinn;  deshalb 
seien  sie  an  dieser  Stelle  erwähnt.  (Fortsetzung  folgt.) 


Ueber  die  Herstellung  von  optischem  Glas.1) 

.  (Nachdruck  verboten.) 

I.  Einleitung. 

Die  Geschichte  der  Fabrikation  des  optischen  Glases 
zerfällt  in  vier  Kapitel:  1.  Eiste  Versuche,  2.  Zeit  von  1790 
bis  1886,  3.  Zeit  von  1886  bis  1914,  4  Zeit  von  1914  ab.  Die 
letzte  genannte  Periode  umfaßt  große  Fortschritte,  besonders 
in  England.  Von  ihnen,  wie  sie  die  Erfordernisse  des  großen 
Krieges  mit  sich  brachten,  soll  in  dieser  Abhandlung  vor  allem 
die  Rede  sein.    Um  aber  einen  zusammenhängenden  Bericht 

x)  Nack  C.  J.  Pedelle,  Trans.  Opt.  Soc.  Vol  XXIII  (1921—1922),  !fi.  2 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


SPRECH  SAAL -COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang^ 


über  alle  Phasen  der  Entwickelung  dieser  Fabrikation  zu  geben, 
sollen  auch  die  drei  anderen  Perioden  kura  berührt  werden. 

1.  Erste  Versuche,  üeber  die  vor  dem  Ende  des  18^ Jahr- 
hunderts benutzten  Verfahren  zur  Herstellung  optischen  Glases 
ist  nur  wenig  bekannt.  Auf  alle  Fälle  konnten  damals  nur 
sehr  kleine  Stücke  solchen  Glases  erzeugt  werden  Die  haupt- 
sächlichste  Verwendung  von  optischem  Glase  bestand  im  Bau 
ron  Fernrohren,  und  die  Besprechungen  von  Dollond,  ums 
Jahr  1753,  über  die  richtige  Krümmung  der  Krön-  und  *lint- 
glaslinsen  für  Fernrohre  erweckten  von  neuem  das  Interesse  rar 
die  Herstellung  von  Glasstücken,  die  sich  für  jenen  Zweck 
eigneten.  Im  Jahre  1768  wurden  von  der  Society  of  Arts  Preise 
für  Fabrikationsverbesserungen  ausgesetzt,  und  ums  Janr  iöw 
nahm  ein  Ausschuß  der  Royal  Astronomical  Society  von  London, 
dem  Herschel,  Faraday,  Dollond  und  Roget  angehorten,  eine 
Untersuchung  über  Flintglas  für  optische  Zwecke  vor.  Üs  ist 
bemerkenswert,  daß  dieser  Ausschuß  zu  dem  Ergebnis  kam, 
die  erforderlichen  Verbesserungen  seien  hauptsächlich  mecna- 
nischer,  nicht  chemischer  Art,  und  Streifenfreiheit  könne  nur 
durch  Bewegung  des  geschmolzenen  Glases  erzielt  werden. 

Die  Glasbereitung  scheint  um  jene  Zeit  folgendermaßen 
gehandhabt  worden  zu  sein:  Ein  Hafen  mit  Glas  wurde  in 
gewöhnlicher   Weise   geschmolzen,  wobei  man  die  reinsten 
Materialien,  die  damals  erhältlich  waren,  verwendete  ™d  Jlie 
Oberfläche  durch  Abschäumen  reinigte.  Ein  eiserner  Schopüolfel, 
geformt  wie  ein  Kegelstumpf,  von  7  engl.  Zoll  Tiefe  und  5  Zoll 
im  Durchmesser  am  weiteren  Ende,  wurde  vorsichtig  in  das 
geschmolzene  Glas  getaucht  und  ebenso  sorgsam  herausgezogen. 
Nach  kurzer  Abkühlung  wurde  das  die  Form  eines  Zuckerhutes 
besitzende  Glasstück  mit  dem  weiten  Ende  an  einem  Blaseeisen 
befestigt,   dann  über  der  Hafenöffnung  wieder  erhitzt  und, 
wenn  genügend  erweicht,  zu  einem  Hohlzylinder  aufgeblasen, 
ein  Verfahren,  das  heute  als  Vorbereitung  beim  Rohrenziehen 
dient.    Die  Enden  dieser   Walze  wurden  dann  abgebrochen, 
indem  man  um  sie  ein  Stück  kaltes  Eisen  zog.    Der  übrig- 
gebliebene Teil  wurde  innen  der  Länge  nach  geritzt  und  in 
iinen  Kühlofen  gebracht,  wo  er  sich  streckte  und  zu  einer 
flachen  Tafel  von  den  ungefähren  Abmessungen  14X1UA  /2  ^ou 
wurde.    Diese  Glasplatten  verkaufte  man  an  den  Instrumenten- 
macher,   der  aus  ihnen  durch  Zerschneiden   und  Schleifen 
Scheiben  herstellte  und  diese   dann  zu  Linsen  ™arbe»ete- 
Da  nur  selten  eine  nach  diesem  Verfahren  hergestellte  Glas- 
tafel homogen  war,  konnten  aus  ihr  auch  nur  kleine  Linsen 
gefertigt  werden.    Zwei  berühmte  Wissenschaftler  jener  Zeit, 
Macquer  Roux  von  St.  Gobain  und  Auut  von  Langres,  erhielten 
niemals  größere  Linsen  als  solche  von  3  bis  Z%  Zoll  Durch- 
messer.   Auch  Dartiques,  ein  bedeutender  franzosischer  Flint- 
glasfabrikant,  gelang  es  nicht,  große  Linsen  herzustellen. 

2.  Die  Zeit  von  1790-1886.    Ums  Jahr  1790  erregte  ein 
schweizer  Uhrmacher,  namens  Guinand,  in  der  optischen  Fach- 
welt Aufsehen  dadurch,  daß  er  eine  Flintglaslinse  von  9  Zoll 
Durchmesser  fabrizierte.    Er  teilte  sein  Verfahren  Utzschneider 
und  Frauenhofer  mit  und  gründete  mit  ihnen  zusammen  ein 
Unternehmen  in  München.    Mehrere  Jahre  stellten  sie  optisches 
Glas  her,  ohne  daß  das  Geheimnis  des  Verfahrens  verraten 
wurde.    Letzteres  bestand  darin,  daß  sie  das  geschmolzene  Glas 
mit  einem  Rührwerkzeug  aus  feuerfestem  Ton  durchrührten 
und  dann  langsam  abkühlen  ließen.    Danach  wurde  das  Glas 
zerbrochen   und   das   gute   vom   schlechten   getrennt.  Nach 
Guinands  Tode  im  Jahre  1823  setzten   seine  beiden  Sohne, 
denen  er  das  Geheimnis  anvertraut  hatte,  die  Fabrikation  des 
optischen  Glases  fort.    Der  eine  arbeitete  in  Neufchatel,  der 
andere  verband  sich  mit  Bontemps  in  Choisy-le-Roi.    Ueber  das 
Werk  in  Neufchatel  ist  wenig  bekannt,  und  in  Choisy  arbeitete 
man   anfänglich    erfolglos,   so  daß  die  Verbindung  zwischen 
Bontemps  und  Guinand  gelöst  wurde.    Bontemps  probierte  nun 
aber,  ohne  Guinand  auszuschließen,  ausdauernd  weiter,  bis  es 
ihm  im  Jahre  1828  gelang,  Scheiben  bis  zu  14  Zoll  Durch- 
messer anzufertigen.    In  Folge  politischer  Schwierigkeiten  ging 
Bontemps  im  Jahre  1848  von  Frankreich  nach  England,  wo  er 
sich  mit  den  Brüdern  Chance  verband,  und  dieses  Unternehmen 
wurde  nun  die  führende  Firma  in  der  Herstellung  großer 
Fernrohrlinsen.    In  Frankreich  setzte  Feil,  ein  Enkel  Guinands, 
die  Fabrikation  fort,  und  es  ist  vielleicht  von  Interesse,  zu 
hören,   daß  die  Ueberlieferungen  aus  dem  Hause  teil  jetzt 
durch  die  Firma  Parra-Mantois  in  Paris  weiter  gePfle«*we7Geön; 
Während  dieser  zweiten  Entwickelungspenode  von  1790— lböb 
wurden   nur  zwei  Glasarten  hergestellt,   nämlich  Krön-  und 
Flintglas,  und  von  diesen  Arten  waren  nur  sehr  wenig  borten 
benutzbar.    In  der  früheren  Zeit  dieser  Periode  wurde  das  Glas 
gewöhnlich  nach  der  Dichte  eingeteilt,  späterhin  wurden  aber 
vom  Fabrikanten  Angabe  der  Brechungsexponenten  verlangt. 
Ums  Jahr  1875  «tollten  Chance  Bros,  etwa  sechs  Glassorten 
her     hartes    Kronglas,    weiches    Kronglas,    leichtes  Hint-, 
dichtes  Flint-,  extradichtes  und  doppeltextradichtes  Mintglas. 
Man  sieht  also,  daß  um  jene  Zeit  der  Berechner  eines  Linsen- 


systems sehr  wenig  Auswahl  unter  den  ihm  zur  Verfügung 
stehenden  Gläsern  hatte,  und  da  außer  den  Fernrohren  auch 
andere  optische  Apparate  erfunden  wurden,  so  mußte,  wenn 
nicht  neue  Gläser  hergestellt  wurden,  jeder  Fortschritt  in  dieser 
Wissenschaft  jedenfalls  ernstlich  verzögert  werden.  Besonders 
war  dies  der  Fall  hinsichtlich  der  Anwendung  des  Mikröskopes 
auf  wissenschaftliche  Probleme,    Während  der  früheren  Jahre 
des  19.  Jahrhunderts  wurden  Versuche  gemacht,  Gläser  mit 
größerer  Veränderlichkeit  in  der  Beziehung  zwischen  Dispersion 
und    mittlerem    Brechungsindex    zu    erhalten,    als    sie  die 
damals  zur  Verfügung  stehenden  Flint-  und  Krongläser  besaßen. 
Als  wichtig  ist  von  diesen  Versuchen  besonders  die  Arbeit  von 
Harcourt  zu  nennen,  der  zwischen  1834  und  1859  viele  syste- 
matische kleine  Schmelzversuche  machte  und  geringe  Mengen 
neuer  Glassorten  herstellte.    Später  führte  Stokes  solche  Ver- 
suche aus,  die  zwar  keine  praktischen  Ergebnisse  zeitigten,  aber 
Aufklärung  über  den  besonderen  Einfluß  gewisser  Basen  und 
Säuren  auf  die  Brechung  des  Lichtes  brachten  und  die  Grundlage 
für  die  spätere  erfolgreiche  Arbeit  in  dieser  Richtung  bildeten. 

3.  Die  Zeit  von  1886—1914.  Es  war  den  Deutschen  vor- 
behalten, in  der  Herstellung  des  optischen  Glases  einen  Um- 
sturz hervorzurufen  durch  Schaffung  einer  großen  Reihe  neuer 
Glastypen  und  zahlreicher  Abarten  von  ihnen.  Die  klassische 
Arbeit  von  Abbe  und  Schott  in  Jena  ist  heute  zu  gut  bekannt, 
daß  man  sie  eingehend  erwähnen  müßte.  Mit  geduldiger  Be- 
harrlichkeit und  ohne  sich  durch  Fehlschläge  beirren  zu  lassen 
schufen  sie  für  optische  Zwecke  viele  neue  Glassorten,  wie 
Bariumkronglas,  Bariumflintglas,  Zinkkronglas,  Borosilikat- 
kronglas,  Phosphatkron-  und  Bqratflintglas.  Später  stellten 
die  Jenaer  Werke  auch  Fluorkrongläser  und  Fernrohr-Flint- 
gläser, ferner  neue  sehr  durchsichtige  Gläser  für  ultraviolettes 
Licht  und  auch  Gläser  her,  die  nur  für  Licht  gewisser  Wellen- 
länge durchlässig  sind.  Die  Fabrikation  dieser  neuen  Glas- 
typen in  Jena  führte  zu  einer  Wiederbelebung  des  Interesses 
für  die  optische  Glasindustrie  sowohl  in  Frankreich  als  auch 
in  England,  und  im  Jahre  1914  führten  Chance  Bros,  und  Parra- 
Mantois  in  ihren  Listen  alle  die  neuen  Glastypen,  die  zuerst 
in  Deutschland  hergestellt  worden  waren. 

Sowohl  im  Jahre  1914  als  auch  heute  noch  ist  das  Her- 
stellungsverfahren im  wesentlichen  noch  das  gleiche  wie  zu 
Guinands  Zeiten.  Jede  Fäbrikationsverbesserung  hinsichtlich 
der  Schmelzung  und  Vorbereitung  des  Glases  war  mehr  eine 
Vervollkommnung  der  bisherigen  Methode  als  eine  Veränderung 
letzterer  ihrer  Art  nach.  So  sind  die  Schmelzöfen  ganz  be- 
deutend verbessert  worden,  und  man  hat  den  alten  für  Holz, 
Holzkohle  oder  Kohle  eingerichteten  Ofen  durch  einen  solchen 
für  Generator-  oder  städtisches  Gas  ersetzt.  Das  alte  Rühren 
mit  der  Hand  ist  durch  maschinelle  Rührvorrichtungen  ver- 
drängt worden,  und  auch  für  das  Formen  und  Abkühlen  des 
Glases  hat  man  neue  Verfahren  eingeführt. 

4.  Die  Zeit  von  1914  ab.  Der  Ausbruch  des  Krieges  im 
Jahre  1914  fand  England  hinsichtlich  der  Versorgung  mit 
optischem  Glas  schlecht  vorbereitet.  Vor  1914  waren  etwa 
60°/0  aus  Deutschland  und  30°/0  aus  Frankreich  eingeführt 
worden,  sodaß  nach  der  Kriegserklärung  praktisch  die  Zufuhr 
von  90°/0  des  Bedarfs  Englands  aufhörte,  da  Frankreich  seine 
ganze  Erzeugung  für  sich  und  Rußland  benötigte.  Günstig  für 
England  war,  daß  die  Firma  Chance  Bros.  1914  voll  tatig  sein 
konnte,  und  sie  sorgte  dann  auch  allein  länger  als  zwei  Jahre 
hindurch  für  den  englischen  Bedarf.  Im  Jahre  1916  bewirkten 
die  großen  Fortschritte  in  der  Luftlichtbildnerei  und  die  starke 
Vergrößerung  der  englischen  Streitkräfte,  daß  sich  die  Nach- 
frage nach  optischem  Glase  um  ein  Vielfaches  erhöhte,  sodaß 
sich  die  Regierung  nach  anderen  Bezugsquellen  umzusehen  be- 
gann Demzufolge  beschlossen  auch  Wood  Bros.  Glass  Co., 
Ltd.,  in  ihren  Derby'er  Werken  die  Fabrikation  versuchsweise 
aufzunehmen.  Die  Firma  begann  hiermit  im  Juni  1916  und 
war  noch  vor  Kriegsende  im  Stande,  alle  benötigten  haupt- 
sächlichen Glassorten  in  großem  Maßstabe  herzustellen,  sodaß 
einige  siebzig  verschiedene  Abarten  optischen  Glases  für  die 
Industrie  optischer  Instrumente  verfügbar  waren.  Seitdem  sind 
noch  mehrere  neue  Glassorten  eingeführt  worden,  sodaß  z.  Zt. 
mehr  als  hundert  verschiedene  Gläser  in  Derby  hergestellt 
werden. 

II.  Herstellungsverfahren. 
Bei  der  Herstellung  von  optischem  Glas  sind  viele  Ge- 
sichtspunkte in  Rücksicht  zu  ziehen,  unter  anderem  folgende 
1  Jedes  Glas  muß  für  Licht  verschiedener  Wellenlang« 
bestimmte  Brechungsindizes  haben,  und  verschiedene  Schmelzei 
des  gleichen  Glastyps  dürfen  in  ihren  entsprechenden  Indizei 
nur  wenig  voneinander  abweichen.  • 

2.  Das  Glas  muß  möglichst  blasenfrei  sein. 
3   Es  darf  keine  Adern  enthalten.    Es  genügt  nicht,  da) 
solche  Adern  oder  Streifen  dem  unbewaffneten  Auge  nich 
sichtbar  sind,  sondern  das  Glas  muß  auch  mit  einem  beson 
deren  Instrument  auf  feine  Streifen  untersucht  werden. 


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Nr.  17 


4  Sogar  in  Stücken  von  1  bis  2  Zoll  Dicke  darf  das  Glas 
keine  Farbe  zeigen,  nnd  zwar  muß  dieses  Freisein  von  jeder 
Färbung  ohne  Zusatz  von  Entfärbungsmitteln,  wie  Braunstein, 
Nickeloxyd  oder  Selen,  erzielt  werden,  weil  das  «las  höchste 
Lichtdurchlässigkeit  besitzen  muß.  _ 

5  Es  ist  wichtig,  daß  das  Glas  sehr  dauerhaft  ist,  d.  h. 
seine  ungetrübte  polierte  Oberfläche  bewahrt,  ohne  jede  Be- 
schädigung, auch  nach  langem  Gebrauche  unter  allen  klima- 
tischen Verhältnissen. 

6.  Das  Glas  muß  frei  von  Spannungen  sein  und  bedingt 
deshalb  eine  vorzügliche  Abkühlung,  die  bei  dicken  Glasstucken 
eine  besonders  große  Vorsicht  erfordert. 

7  Das  Glas  muß  sich  gut  verarbeiten,  also  leicht  in  Linsen 
und  Prismen  zerteilen  lassen.  Es  darf  weder  zu  hart  noch  zu 
spröde  sein,  sodaß  es  geschliffen  und  poliert  werden  kann. 

8.  Die  rohe  Mischung  muß  ein  leichtes  Schmelzen  unter 
normalen  Glasschmelzverhältnissen  zulassen  und  ein  Glas  von 
genügend  niedriger  Zähflüssigkeit  im  geschmolzenen  Zustande 
ergeben,  um  das  Durchrühren  zu  erleichtern. 

9  Nach  dem  Rühren  läßt  man  den  Glashafen  am  Stand- 
orte abkühlen  nnd  zerbricht  ihn,  wenn  dies  vollendet  ist.  Dieser 
Kühlungsprozeß  muß  ziemlich  langsam  erfolgen  und  dauert 
tagelang,  damit  man  recht  große  Glasstücke  erhält.  Diese 
langsame  Abkühlung  birgt  aber  ebenfalls  eine  Gefahr  in  sich, 
nämlich  die  Ausscheidung  eines  oder  mehrerer  Bestandteile 
aus  der  Glasmasse,  was  Entglasung  verursacht.  Daher  muß 
man  die  Zusammensetzung  des  Glases  und  die  Abkuhlungs- 
dauer  so  wählen,  daß  keine  solche  Abscheidung  eintreten  kann. 

Der  Erzeugung  erstklassigen  optischen  Glases  stehen  viele 
Hindernisse  entgegen,  und  oft  sind  weniger  als  10°/0  der  er- 
schmolzenen Glasmenge  verkäuflich.  Vielleicht  die  größte 
Fehlerquelle,  die  oben  noch  gar  nicht  erwähnt  wurde,  ist  das 
Gefäß,  in  dem  die  Glasschmelzung  stattfindet.  Es  ist  dies  die 
einzige  Schwierigkeit,  die  die  Herstellung  eines  Glases  verhin- 
dert, wie  es  bisher  hinsichtlich  Güte  unerreichbar  war.  «e- 
schmolzenes  Glas  übt  auf  den  Ton,  aus  dem  die  Schmelzhafen 
bestehen,  eine  stark  fressende  Wirkung  aus,  und  infolgedessen 
nimmt  das  Glas  Eisen,  Tonerde  und  Kieselsäure  auf.  Die 
Eisenaufnahme  ist  die  Ursache  der  Farbe  im  optischen  Glase, 
und  die  Einverleibung  der  Tonerde  und  Kieselsäure  gibt  in 
hohem  Maße  Anlaß  zur  Streifenbildung,  vergrößert  auch  gleich- 
zeitig die  Schwierigkeit,  ein  Glas  mit  den  gewünschten  optischen 
Konstanten  zu  erzielen.  Wenn  man  einen  passenden  feuer- 
festen Stoff  fände,  auf  den  geschmolzenes  Glas  wenig  oder  gar 
keine  Wirkung  hätte,  so  würden  viele  Schwierigkeiten  beim 
Glasschmelzen  verschwinden.  In  der  Fabrik  in  Derby  ist  man 
unaufhörlich  darauf  bedacht,  ein  solches  feuerbeständiges  Hafen- 
material zu  finden,  und  hat  für  dieses  Ziel  schon  viel  Zeit  und 
Geld  geopfert. 

Nach  kurzem  Hinweis  auf  einige  dieser  bestehenden 
Schwierigkeiten  ist  es  notwendig,  zu  zeigen,  wie  man  sie  zu 
überwinden  versucht,  denn  es  ist  klar,  daß  in  einer  Fabrikation 
kein  Fortschritt  gemacht  werden  kann,  wenn  man  nicht  jeden 
der  erwähnten  Punkte  einer  eingehenden  Untersuchung  unter- 
wirft. In  der  Fabrikation  sind  folgende  Vorgänge  notwendig: 
1  Experimentelle  Vorbereitungsarbeit,  2.  Mischung  des  Satzes, 
3.  Schmelzen,  4.  Rühren,  5.  Kühlen,  i.  Aufbrechen  und  Prüfen, 
7.  Formen  und  rohes  Kühlen,  8.  Polieren  und  Prüfen,  9.  Feines 
Kühlen,  10.  Untersuchung  der  optischen  Eigenschaften. 

Experimentelle  Vorbereitungsarbeit.    Bei  der  Be- 
stellung eines  Glases  gibt  der  Optiker  bestimmte  Brechungsindizes 
an,  gewöhnlich  für  die  C-,  D-,  F-  und  G-Linien  des  Spektrums.  Für 
die  Einschränkung  dieser  optischen  Konstanten  in  die  zulassigen 
Grenzen,  die  gewöhnlich  +  0,001  bei  der  D-Linie  und  ±  0,1  für 
den  v-Wert  sind,  ist  es  nötig,  bei  der  Zusammensetzung  des  Glas- 
gemenges  die  Materialien    in    richtigen  Verhältnissen  anzu- 
wenden.   Seit  1916  hat  der  Verfasser  Untersuchungen  über  die 
Beziehung  zwischen  Zusammensetzung  und  optischen  Eigen- 
.  schatten  eines  Glases  vorgenommen,  und  er  wird  später  auf 
diese  Untersuchungen  eingehender  zurückkommen.    Auf  Grund 
der  erhaltenen  Werte  ist  es  gewöhnlich  möglich,  eine  Zu- 
sammensetzung zu  wählen,  die  der  für  das  benötigte  Glas  sehr 
nahekommt.    Dann  werden  mit  dieser  Zusammensetzung  im 
Laboratorium  kleine  Schmelzen  ausgeführt.     Die  Erfahrung 
hat  aber  gelehrt,  daß  man  bei  diesen  Schmelzungen  im  kleinen 
Maßstabe  nicht  die  gleichen  optischen  Konstanten  erhält,  als 
wenn  man  den  gleichen  Satz  im  großen  schmilzt.    Sie  sind 
stets  kleiner,  was  darauf  beruht,  daß  im  kleinen  Schmelzgefäß 
die  lösende  Wirkung  pro  Gewichtseinheit  des  geschmolzenen 
Glases  größer  ist.   Infolgedessen  wird  mehr  Kieselsäure  von 
der  geringen  Menge  des  schmelzenden  Glases  aufgenommen, 
was  einen  niedrigeren  Brechungsindex  ergibt.    Die  erhaltenen 
Werte  genügen  aber,  um  die  beim  Laboratoriumsversuche  ge- 
wonnenen Kenntnisse  auf  die  Schmelzung  im  großen  Fabrik- 
maßstabe zu  übertragen.  Erweisen  sich  die  bei  den  Schmelzen 
jm  kleinen  erhaltenen  Brechungsexponenten  als  ungenügend, 


so  führt  man  neue  Schmelzen  mit  abgeänderten  Mischungs- 
verhältnissen aus,  bis  man  ein  richtiges  Gemenge  erhält.  Diese 
Schmelzversuche  im  kleinen  dienen  also  dazu,  Auskunft  über 
die  Widerstandsfähigkeit  des  Glases,  seine  beste  Kühltemperatur, 
Neigung  zur  Entglasung  usw.  zu  erhalten,  auch  über  sein  Ver- 
halten beim  Schmelzen  und  seine  Zähflüssigkeit. 

Mischung  des  Satzes.  Hat  man  eine  Mischung  fest- 
gestellt, so  ist  es  nötig,  sie  im  großen  vorzubereiten.  In  der  Regel 
schwankt  die  Menge,  in  der  dies  erfolgt,  von  rund  500—750  kg, 
je  nach  dem  zu  schmelzenden  Glastypus  und  dem  Fassungs- 
raum des  Glashafens.  Man  bezeichnet  eine  so  vorbereitete 
Mischung  als  Glassatz.  Den  Satz  für  Flintglas  erhält  man 
durch  Mischen  von  Sand,  Mennige,  Natriumkarbonat,  Kalium- 
karbonat und  Kaliumnitrat  in  den  erforderlichen  Verhältnissen, 
und  man  gibt  demnach  die  Analyse  eines  Flintglases  in  Gewichts- 
teilen der  Oxyde  des  Siliziums,  Bleis,  Natriums  und  Kaliums 
an.  Der  Satz  für  ein  Kronglas  enthält  Calciumkarbonat  an 
Stelle  der  Mennige.  Bariumkronsätze  bestehen  hauptsächlich 
aus  Sand,  Bariumkarbonat,  Zinkoxyd,  Tonerde  und  Borax  oder 
Borsäure.  Bariumflintsätze  enthalten  außer  den  Bestandteilen 
des  Bariumkronglases  noch  Mennige.  Alle  zum  Schmelzen  von 
optischem  Glase  erforderlichen  Rohstoffe  werden  in  so  reinem 
Zustande  wie  möglich  verwendet,  wobei  man  besonders  darauf 
achtet,  daß  sie  möglichst  frei  von  Eisenverbindungen  sind.  Die 
genannten  Stoffe  werden  getrocknet  und  gesiebt  und  dann  in 
einer  rotierenden  Trommel  in  den  richtigen  Mengenverhältnissen 
sorgfältig  gemischt. 

Schmelzen.  Der  Glassatz  wird,  vor  Feuchtigkeit  geschützt, 
gelagert  und  möglichst  bald  nach  dem  Mischen  geschmolzen. 
Dieses  Schmelzen  geschieht  in  besonderen  Häfen  von  etwa 
90  cm  Höhe  und  90  cm  Durchmesser,  die  7,6  bis  10  cm  dicke 
Wandungen  besitzen.  Die  Stärke  der  geschmolzenen  Glas- 
schicht beträgt  etwa  40  bis  50  cm.  In  der  Regel  werden  die 
Häfen  für  optisches  Glas  zugedeckt,  und  die  Hafenoffnung  steht 
weit  über  den  Hohlraum  vor,  um  das  Hineingelangen  von 
schädlichen  Stoffen  zu  verhüten.  Die  Glashäfen  werden  aus 
sehr  feuerfestem  Ton  hergestellt.  Ihre  Fertigung  ist  eine 
Industrie  für  sich  und  kann  hier  nicht  näher  besprochen  werden. 
Die  Oefen,  in  denen  die  Häfen  erhitzt  werden,  sind  bezuglich 
der  konstruktiven  Einzelheiten  verschieden,  auf  die  hier  aus 
Raummangel  ebenfalls  nicht  eingegangen  werden  kann.  ) 

Gewöhnlich  baut  man  die  Oefen  so,  daß  man  nur  eine 
Schmelze  auf  einmal  unterbringen  kann,  weil  jede  Schmelze 
hinsichtlich  der  Temperatur,  Schmelzdauer  usw.  besondere  Be- 
handlung erfordert  und  ein  solcher  Ofen  genaue  Kontrolle 
erlaubt.  Die  neuzeitlichen  Oefen  werden  mit  Gas  beheizt,  das 
entweder  in  Generatoren  erzeugt  oder  der  städtischen  Leitung 
entnommen  wird.  Letzteres  System  ist  bequemer  aber  auch 
kostspieliger.  .  ° 

Vor  dem  Einsetzen  in  den  Ofen  müssen  die  Hafen  auf  die 
in  ersterem  herrschende  Temperatur  erhitzt  werden.   Der  Hafen 
kommt  in  trocknem,  aber  ungebranntem  Zustande  auf  dem 
Werke  an,  ist  daher  sehr  zerbrechlich  und  erfordert  vorsichtige 
Behandlung.   Er  wird  zunächst  in  eine  Wärmekammer  gebracht, 
in  der  die  Temperatur  gleichmäßig  gesteigert  wird,  bw  sie 
nach  mehreren  Tagen  etwa  1000°  C  beträgt.    Der  Hafen  hat 
dann  helle  Rotglut  und  ist  nun  zum  Einsetzen  m  den  Ofen 
fertig,  der  ebenfalls  eine  Temperatur  von  1000°  C  besitzt.  Die 
Entfernung  des  Hafens  aus  der  Wärmekammer  und  der  Umsatz 
in  den  Ofen  ist  eine  sehr  beschwerliche  Operation,  die  viel 
Vorsicht  erfordert,  um  ein  Zerbrechen  des  Hafens  zu  vermeiden. 
Nach  dem  Einsetzen  in  den  Ofen  wird  die  Temperatur  ge- 
steigert und  der  Glassatz  eingefüllt.    Das  Fortschreiten  der 
Schmelzung  wird  sorgsam  verfolgt  und  die  Temperatur  ent- 
sprechend dem  zu  schmelzenden  Glastyp  geregelt.  Manche 
Gläser,  wie  Borosilikatkron-  und  harte  Krongläser,  können 
Temperaturen  bis  zu  1500°  C  erfordern.    Flintgläser  schmelzen 
wesentlich  leichter,  und  zwar  benötigen  die  dichteren  Typen 
Temperaturen,  die  von  1000°  C  wenig  entfernt  smd.    Die  Zeit 
zum  Schmelzen,  d.  h.  zur  Verwandlung  des  pulverigen  Ge- 
menges in   das    als   Glas   bekannte,   geschmolzene  Material, 
schwankt  und  beträgt  durchschnittlich  20  Stunden.    Bei  manchen 
Glasschmelzen  wird  Glasbruch  von  früheren  Schmelzungen 
ähnlicher  Art  mit  dem  neuen  Gemenge  geschmolzen.    Der  Zu- 
satz solcher  „Glasbrocken"  zum  Glasgemenge  befördert  dessen 
Schmelzung.   Nach  der  Beendigung  der  letzteren  bleibt  kein 
Gemenge  mehr  zurück,  sondern  die  geschmolzene,  mit  Gas- 
blasen erfüllte  Glasmasse.    Die  Entfernung  dieser  Blasen  ist 
als  Läuterung"  bekannt,  dauert  für  gewöhnlich  mehrere  Stunden 
und"  erfordert  Temperaturwechsel.    In  gewissen  Gläsern,  be- 
sonders in  schweren  Barium-Krongläsern,  ist  es  fast  unmöglich, 

*)   Wegen  Einzelheiten  ttber  Herstellung  von  Glashafen  wird  auf 
eine  Abhandlung  von  Brownlee  und  Gorton,  Journ.  Amer.  Ceram  Soc.  4 
H921}  S  97,  und  solcher  ttber  Oefen  auf  Fenner,  ebenda  2  (1919),  s.  114, 
erner  auf  Williams  und  Rand,  ebenda  2(1919),  S ,  426,  und  French, 
Optician,  Vol.  59  nnd  60,  S.  59,  3^5,  3^1  bezw.  S.  3,  18  und  28  verwiesen. 


V'- 


198       Nr.  17 


SPRECHSAAL  —  COBURG. 


1922.  (B6.  Jahrgang.) 


alle  Gasblasen  zu  entfernen.  Nach  dem  Läutern  werden  alle 
anf  der  Oberfläche  des  Qlases  schwimmenden  Unreinigkeiten 
durch  Abstreifen  entfernt.  Nunmehr  ist  das  Glas  fertig  für 
den  Rührprozeß. 

Rühren.  Ein  Zylinder  aas  Feuerton  oder  Porzellan,  den 
man  vorher  auf  Ofentemperatur  erhitzt  hat,  wird  in  das  ge- 
schmolzene Glas  eingeführt.  Der  Zylinder  ist  hohl,  und  in 
dem  Hohlraum  ist  ein  wassergekühlter  Rübrer  befestigt. 
Letzterer  ist  mit  einer  Rühi  Vorrichtung  (Kurbel  mit  Motor- 
antrieb) verbunden,  die,  wenn  sie  in  Bewegucg  gesetzt  wird, 
den  Tonzylinder  in  dem  Hafen  umherbewegt.  Das  Rühren 
dauert  fort,  bis  der  Rührer  sich  nur  noch  schwierig  bewegen 
läßt.  Dann  wird  die  Maschine  ausgeschaltet,  der  Rührer  ent- 
fernt und  der  Glashafen  an  Ort  vnä  Stelle  oder  auch  in  einer 
geeigneten  Kühlkammer  abkühlen  gelassen.  Es  gibt  Rühr- 
maschinen  verschiedener  Konstruktion. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Neuregelung  der  deutschen  Ausfuhr  nach 

Danzig. 

(Nachdruck  verboten.) 

Bis  zum  1.  April  1922  hatte  Danzig  das  Recht,  eine  eigene 
Ein-  und  Ausfuhrkontrolle  auszuüben.  Dieses  Recht  ist  mit 
dem  genannten  Zeitpunkt  erloschen.  Bisher  bezog  die  freie 
Stadt  Danzig  deutsche  Waren  zu  Inlandspreisen,  soweit  sie  für 
den  Danziger  Eigengebrauch  bestimmt  waren.  Die  Belieferung 
Danzigs  mit  deutschen  Erzeugnissen  mußte  infolgedessen  einer 
Neuregelung  unterworfen  werden.  Der  freien  Stadt  Danzig 
sind  nunmehr  zur  Deckung  ihres  eigenen  Bedarfes  an  deutschen 
Waren  bestimmte  Warenkontingente  eingeräumt  worden.  Die 
deutschen  Erzeuger  und  Händler  haben  sich  bereit  erklärt, 
diese  Kontingentswaren  auch  weiterhin  zu  Inlandspreisen  oder 
wenig  darüber  zu  liefern.  Die  Außenhandelsstellen  haben 
Anweisung  erhalten,  im  Rahmen  dieser  Kontingente  Ausfuhr- 
bewilligungen zu  erteilen.  Die  Ausfuhrabgaben  müssen  in 
allen  Fällen  bei  der  Ausfuhr  nach  Danzig  nach  den  allgemeinen, 
zur  Zeit  gültigen  Bestimmungen  entrichtet  werden. 

In  Danzig  ist  jetzt  eine  Verteilungsstelle  errichtet  worden, 
welche  die  Kontingente  den  einzelnen  Danzige?  Gewerbezweigen 
zuteilen  und  hierbei  deren  wirtschaftliche  Interessen  berück- 
sichtigen wird.  Die  Kontingentsverteilungsstelle  wird  dafür 
sorgen,  daß  bei  der  Preisbemessung  der  Kontingentswaren  die 
Interessen  der  Verbraucher  nach  Möglichkeit  gewahrt  werden. 

Die  Verteilungsstelle  wird  den  Danziger  Abnehmern 
Kontingentsscheine  erteilen,  die  längstens  3  Monate  Gültigkeit 
haben  und  auf  eine  bestimmt  bezeichnete  Ware  und  Menge, 
entsprechend  den  Bezeichnungen  der  Kontingentsliste,  lauten. 
Die  Scheine  werden  für  die  Waren  der  Liste  A  von  roter 
Farbe,  für  die  Waren  der  Liste  B  von  blauer  Farbe  sein  und 
außer  der  Bezeichnug  des  Antragstellers  folgende  Angaben 
enthalten : 

1.  Die  laufende  Nummer  des  Kontingentes  der  in  Betracht 
kommenden  Liste. 

2.  Die  laufende  Nummer  der  für  das  betreffende  Kontingent 
ausgestellten  Scheine. 

3.  Den  noch  nicht  in  Anspruch  genommenen  Restbetrag 
des  betreffenden  Kontingentes. 

Die  Verteilungsstelle  wird  dafür  sorgen,  daß  Kontingents- 
scheine nicht  über  die  Kontingentsmengen  hinaus  ausgestellt 
werden,  daß  von  den  einzelnen  Kontingenten  solche  Waren,  die 
in  der  Regel  nur  in  kleineren  Mengen  gehandelt  werden,  nicht 
in  unverhältnismäßig  großen  Mengen  gleichzeitig  oder  in  kurzen 
Zeitabständen  abgerufen  werden,  daß  auf  Kontingente,  die  ver- 
schiedenartige Warenarten  umfassen,  nicht  unverhältnismäßig 
große  Mengen  einzelner  Warenarten  bezogen  werden. 

Die  KontingentsBcheine  sind  den  deutschen  Lieferanten 
auszuhändigen  und  von  diesen  mit  dem  Ausfubrantrag  der 
zuständigen  deutschen  Ausfuhrbewilligungsstelle  einzureichen. 

Die  Außenhandelsstellen  und  sonstigen  Stellen  sind  ange- 
wiesen worden,  unter  den  vorstehenden  Voraussetzungen  Aus- 
fuhrbewilligungen zu  erteilen,  und  zwar  für  die  Kontingentswaren 
der  Liste  A  zu  Inlandspreisen  und  für  diejenigen  der  Liste  B 
dann,  wenn  der  verabredete  Preis  über  dem  Inlandspreis  liegt. 
Die  Ausfuhrbewilligung  soll  aber  im  letzteren  Falle  nicht  ver- 
sagt werden,  wenn  der  Ausfuhrmindestpreis  nicht  erreicht  ist. 

Sofern  in  den  Listen  A  und  B  die  Nummer  des  statistischen 
Warenverzeichnisses  ohne  den  Zusatz  „aus"  neben  der  Waren- 
bezeichnung angegeben  ist,  können  für  alle  unter  diese  Nummer 
fallenden,  auch  nicht  in  der  Liste  genannten  Waren  Ausfuhr- 
bewilligungen unter  den  gegebenen  Vergünstigungen  erteilt 
werden.  Steht  das  Wort  „aus"  vor  der  Nummer  des  statistischen 
Warenverzeichnisses,  uo  genießt  nur  die  ausdrücklich  genannte 
Ware  die  entsprechende,  den  Kontingentswaren  zustehende 
Vergünstigung. 


Es  sind  Maßnahmen  getroffen,  daß  die  zugestandenen 
Kontingente  nicht  überschritten  werden.  Sind  auf  Grund  von 
Kontingentsscheinen  erteilte  Bewilligungen  garnicht  oder  nur 
zum  Teil  ausgenutzt,  so  können  solche  durch  die  Kontingents- 
verteilungsstelle der  freien  Stadt  Danzig  anderweit  vergejen 
werden. 

Für  Waren,  die  in  den  Kontingentslisten  nicht  verzeichnet 
sind,  und  für  Warenmengen,  die  über  die  einzelnen  Kontingente 
hinausgehen,  werden  deutscherseits  Ausfuhrbewilligungen  nach 
Danzig  nur  im  Rahmen  der  allgemeinen  Vorschi iften  über  den 
Warenverkehr  nach  dem  Auslande  zu  Ausfuhrmindestpreisen 
erteilt. 

Nachstehend  ist  ersichtlich  gemacht  worden,  ob  bezw. 
welche  für  uns  in  Frsge  kommenden  Erzeugnisse  in  der  Liste 
A  bezw.  B  enthalten  sind. 

Liste  A. 


Lfd. 
Nr. 

Bezeichnung  der  Waren 

Nummer  des 
Sta  i  tischen 

Waren- 
verzeichnisses 

Hohe  des 
in  Tonnen 

1 

et  n  a 

230  a 

15  C00 

2 

228 

1000 

3 

227  d-h 

12  000 

4 

224  c 

200 

5 

Gebrannte  Mauersteine 

nie 

715 

10  000 

6 

699  b 

7  500 

7 

717/18 

6  000 

8 

Kunstgranitfliesen     .    .      qm  aus 

o98  b 

1000 

9 

682 

5  000 

10 

681 

5  000 

11 

681 

1  COO 

12 

Schleifsteine,  natürliche  . 

.  aus 

694/95 

50 

„          künstliche  . 

.  aus 

10 

13 

684 

100 

15 

Drahtziegelgewebe    .    .  . 

aus 

732 

100 

16 

698  a 

3  000 

17 

6»9a 

2  000 

51 

Stück 

891  i 

100 

Stück 

891  d 

50 

53  b 

Stück 

891  d 

30 

54 

Stück 

757  c 

10 

55 

Stück 

757  b 

100 

78 

Putz-,  Polier-  und  Reinigungsmittel 

262/263 

40 

150 

5s2öb 

35 

151 

Putz-,  Schleif-  und  Poliermittel  aus 

2a5 c  und 

0,3 

aus 

263 

153 

Scbmirgelfabrikate    .    .  . 

.  aus 

694/695 

15 

154 

724 

40 

176 

Bedarf  des   städtischen  Betriebs- 

amtes für  das  Jahr  1922 

Stück 

3  000 

Stück 

2  000 

Liste 

B. 

101 

Metalldrahtlampen    .    .  . 

Stück 

911a 

150  000 

149 

Schamottemehl  und  Ton, 

Schamottesteine    .    .  . 

.  aus 

223  c, 
724  a/b 

800 

157 

Glasierte  Tonröhren     .  . 

.  aus 

719 

500 

158 

Geschirr  aus  Steingut  und  Stein- 
zeug und  Bedarf  an  Tonwaren 

für  industrielle  Zwecke  . 

.  aus 

720c,  721  a/b  9no 
73 i  ^UU 

159 

722 

1000 

160 

Fnßbodenplatten    und  einfarbige 

728  a-c 

200 

und  729 

Anmerkung  zu  den  Nummern  157 
bis  160 :  Für  besonders  umfangreiche 
Danziger  Anfragen  ist  Erteilung  von 
Ausfuhrbewilligungen  über  das  Kontingent 
hinaus  in  Aussicht  gestellt  worden. 


161  Isolatoren  für  Hochspannung  Stück  733  a  4000 

162  Isolatoren  H  M  1,  2,  3  .    .    Stück  73a  a         10  000 

163  Isolationsrollen     ....    Stück  733  a  7000 

164  Isolationsstullen    ....    Stück  733  a  15000 

165  Schaltereinsätze    ....    Stück  733  a  2000 

166  Porzellangeschirr     (nicht  Luxus- 

waren)                                 aus  733 e  170 

167  Gebrauchswaren   aus   Glas  (nicht 

Luxuswaren)  aus  737  a-c,  738     ,  9n 

739  a-b,  740  IiäU 

168  Bauglas  (Fensterglas)    .    .    .    aus  741  a-e  200 

169  Rohglas  für  Brillen  ....    aus  753  0,5 

170  Preßhartglas  für  Schiffsbedarf    aus  763  75 

  (ng) 


1922.   (65.  Jahrgang.) 


SPRECHSAA 


L  —  COBURG. 


Nr.  17  —  199 


Wirts  chaftlich-g- 


Arbeitsjnbiläen.  Anf  eine  ununterbrochene  40  jährige  Tätigkeit  bei 
der  Firma  W.  Goebel,  Porzellanfabrik,  Oeslau  WilbeJmsfeld,  konnte  am 
17.4  Herr  Werkmeister  G.  Wohn  er,  Mönchröden,  zurückblicken. 

Das  50-jährige  Arbeiipjubilänm  feiert  am  1.  5.  Herr  Albin 
Greiner,  Prokurist  und  G>sci  äft-leitcr  der  Porzellsnfabrik  A.  W.  Fr. 
Kister,  G.  m.  h.  H.,  Scheibe,  Scbwarzburtr-Rudolstartt  Im  J«hre  1872  als 
Lehrling  eingetrett-D,  vermochte  er  sich  im  Laufe  der  Jahre  durch  eiBernen 
.Fleiß  nnd  große  Zuverlässigkeit  zn  seiner  jetzigen  Stellung  emporzu- 
arbeiten. Bei  den  Angehörigen  des  Werkes  wie  auch  bei  der  Kundschaft 
erfreut  er  sich  des  besten  Ansehens.  Seit  Gründung  der  G.  m.  b.  H.  im 
Jahre  1904  ist  er  der  eigentliche  Leiter  des  Weltruf  genießenden  Unter- 
nehmens. 

Das  40-jährige  Bestellen  feierte  vor  kurzem  die  angesehene  und 
bestens  bekamte  Firma  „Herrn.  Scholle,  vorm  Scholle  &  Schöne, 
Nürnberg",  Großhandlung  in  Glas,  Porzellan,  Beleuchtungsartikeln  usw. 

Personalien.  Herr  Dr.  Carl  Vogel,  Berlin,  der  seither  als  Ge- 
scbäft»fübrendes  Vorstandsmitglied  sowohl  des  „Verbandes  Keramischer 
Gewerke  in  Deutschland"  als  auch  des  *  Arbeitgeber  verbandes  der  Deutschen 
Feinkeramischen  Industrie"  sowie  als  Reichsbevollmächujrter  der  „A  H.  N. 
Feinkeramik"  an  der  Spitze  der  keramischen  Gesamtorganisation  tätig 
war,  legt  am  1.  5.  22  seine  Aemter  nieder,  um  einem  Rufe  in  die  Finanz- 
welt zu  folgen.  Für  das  letztgenannte  Amt  ist  der  Geheime  Regiemngs- 
rat  Nebring,  der  bisherige  Referent  für  Steine  und  Erden  im  Reichs- 
w  rtäcbaftsministerium,  vcm  Ausschuß  der  Außenhandelenebenstelle  beim 
Reichskommissar  für  Aus-  und  Einfuhrbewilligung  in  Vorschlag  gebracht 
worden. 


Gesetzgebung,  Steuern. 

Um  das  Arbeltszeitgesetz.  Im  Sozialpolitischen  Ausschuß  des  vor- 
läufigen Reicht wirtstbaftsrats  kamen  die  Sachverständigenvernebmungen 
zum  Arbeitszeitgesetz  durch  Vernehmung  Dr.  Hilferdings  zcm  Abschluß 
Dr.  Hilferding  erklärte,  daß  man  zwücben  Arbeitsprozessen  unterscheiden 
müsse,  die  eine  starke  Anspannung  der  Arbeitskraft  erforderten  und 
zwischen  solchen,  bei  denen  der  Arbeiter  im  wesentlichen  nur  Beobachter 
sei.  In  Industrien  erster  Art,  wie  der  Eisenindustrie  und  der  Textil- 
industrie, habe  sich  der  Achtstundentag  durchaus  bewährt.  Die  Kompen- 
saiionsmöglichkeit  sei  zwar  nicht  bei  allen  Arbeiterkategorien  gegeben, 
aber  auch  hier  sollte  man  den  Achtstundentag  aus  kulturellen  Gründen 
als  obere  Grenze  gelten  lassen.  —  In  der  anschließenden  Aussprache  er- 
klärten die  Arbeitgeber,  daß  sie  absolut  nicht  gegen  den  Achtstundentag 
und  dessen  gesetzliche  Festlegung  wären.  Sie  hielten  aber  die  Darch- 
führncg  in  diesem  Zeitpunkt  aus  wi  tschnftlichen  Gründen  nicht  für  an- 
gebracht und  müßten  deshalb  die  vorläcfige  Satpendierung  des  Gesetzes 
auf  fünf  Jahre  verlangen.  —  Die  Arbeitnehmer  bestritten,  daß  eine  Ver- 
längerung der  Arbeitszeit  ein  /wirksames  Mittel  zur  Vermehrung  des  Ga- 
samtproduktes sei.  Man  solle  den  Organisationen  freie  Hand  lassen,  die 
erforderlichen  Ausnahmen  von  der  achtstündigen  Arbeitszeit  tariflich,  zu 
regeln.  Gegen  eine  Suspendierung  des  Gesetzes  müsse  die  Arbeiterschaft 
aber  ganz  entschieden  Stellung  nehmen.  —  Ein  Mitglied  der  Abteilung  III 
erklärte,  daß  die  erwartete  Steigerung  der  Intensität  der  Arbeit  in  vielen 
Gewerben  nicht  eingetreten  sei  Das  bedinge  einen  Ausfall  an  Produkten, 
der  bei  der  gegenwä;tigen  Lage  Deutschlands  nicht  zu  ertragen  sei  Die 
Verengerung  der  Arbeitszeit  in  gewissem  Umfange  wäre  zwar  nieht  das 
einzige  Mittel  zur  Vermehrung  des  Gesamtprodukts,  müsse  aber  doch  als 
dasjenige  Mittel  bezeichnet  werden,  das  am  schnellsten  zu  einer  Ver- 
mehrung des  Gesamtprodukts  zu  führen  vermöge.  Er  empfehle  daher 
ebenfalls  die  vorläufige  Suspendierung  des  Gesetzes,  obwohl  er  prinzipiell 
Anhänger  des  Achtstundentages  sei. 

Zur  Einkommensteuer  vom  Arbeitslohn.  Nach  §  46  Abs.  6  des 
Gesetzes  über  die  Einkommensteuer  vom  Arbeitslohn  vom  11.4.  21  konnte 
wenn  sich  bei  vorübergehender  Arbeit  im  Akkord  die 
Arbeitszeit  nicht  feststellen  ließ,  an  Stelle  der  Ermäßigung 
nach  §  46  Abs.  2  eine  feste  Ermäßigung  v^n  4  %  des  Arbeitslohns  treten. 
Nach  §  46  Abs.  6  des  EStG.  in  der  nunmehr  geltenden  Fassung  hat 
dagegen  an  die  Stelle  der  Ermäßigung  nach  §  46  Abs.  2  eine  feste  Er- 
mäßigung von  4%  des  Arbeitslohns  zu  treten,  wenn  der  Arbeits- 
lohn nicht  für  eine  bestimmte  Zeit  gezahlt  wird.  —  Einzelne 
Landesfinanzämter  haben  die  Frage  aufgeworfen,  ob  mit  der  vorgenommenen 
Fa8sungsänderung  eine  sachliche  Aenderung  gegenüber  der  seitherigen 
Vorschrift  des  §  46  Abs.  6  beabsichtigt  gewesen  ist.  Die  Frage  wird  von 
dem  Reichsminister  der  Finanzen  in  einem  Erlaß  vom  21.  3.  21  verneint. 
Der  Minister  ver,tritt  die  Auffassung,  daß  §  46  Abs  6  nur  die  Fälle  treffen 
will,  bei  denen  die  Anwendung  des  §  46  Abs.  2  überhaupt  ausgeschlossen 
ist.  Für  die  Anwendung  des  §  46  Abs  2  ist  aber  jedenfalls  dann  Raum, 
wenn  die  Auszahlung  des  Arbeitslohns  regelmäßig  nach  Zeitabschnitten 
erfoJgt,  da  die  W  irte  „Zahlung  für"  im  §  46  Abs.  2  nicht  gleichbedeutend 
sind  mit  den  Wurten  „Berechnung  nai-h"  und  es  daher  für  die  An- 
wendung der  Ermäßigungabätze  des  §  46  Abs.  2  nicht  darauf  ankommt, 
ob  der  Arbeitslohn  nach  der  Zahl  der  Monate,  Wochen,  Tage  oder  Stunden, 
in  denen  gearbeitet  wurde,  berecbnet  wird.  Für  die  Anwendung  des 
§  46  Abs  6  bleiben  daher  nur  die  Fälle  übrig,  in  denen  der  Zeitraum, 
mr  den  der  Arbeitslohn  gezahlt  wird,  nicht  festgestellt  weiden  kann.  Der 
ReiCLsminister  der  Finanzen  hat  nichts  dagegen  einzuwenden,  die  Anwendung 
das  §  46  Abs.  2  bei  Heimarbeitern  oder  Heimarb  eiterinnen  auch 
dann  zuzulassen,  wenn  zwar  ihr  Arbeitslohn  nicht  nach  einer  bestimmten 
Arbeitszeit  berechnet  wird,  jedoch  die  Auszahlung  des  Arbeitslohns  ebenso 
wie  bei  anderen  Arbeitern  regelmäßig  nach  Zeitabschnitten  erfolgt. 

Eni  Scheidungen  des  ßeichsfi  uanzbofes.  Lohnlisten  undVor- 
standsgehälter.  Da  Vorstandsmitglieder  einer  A.-G.  in  festem  Dienst- 
verhältnis zur  Gesellschaft  stehen,  sind  ihre  Gehälter  sowie  sämtliche 
weiteren  Bezüge  (Tantiemen,  Dividenden  usw.)  in  die  Lohnlisten  aufzu- 
nehmen.   Dasselbe  gilt  für  die  G.  m.  b.  H.    (III  A.  228/31.) 


e werblicher  TeiL 

Stempelpflicht  derFirmenein  bringung.  Die  Einbringung 
einer  Firma  (0  H.  G.)  in  eine  G»sellschaft  (G.  m.  b  H )  gegen  Pest- 
setzung eines  Preises  für  das  Fortfflbrnngsrecht  ist  stemoelpflichtig 
(Tar  Nr.  1  A  d  R.  Stemp.  G.),  da  die  Firma  als  übertragbares,  sariben- 
artig  gegen  Dritte  wirkendes  Recht  zu  den  bewarben  Geo-enständin  im 
Sinne  des  Stempelrechtes  gehört    (U.  v.  21  2.  22.    II  A  2/22.) 

Vergütung  für  Fortnildungsschul/eit  d*r  Lehrlinge.  Der  Lehr- 
herr ist  ve'pfiu-btei,  den  Le»rÜDgen  d  e  für  d*n  Besuch  der  Fortbildungs- 
schule erforderliche  freie  Z-it  zu  gewähren.  Darüber,  inwieweit  für  diese 
Zeit  im  Rahmen  des  Achtstundentages  Vergtttaug  zu  gewähren  ist,  be- 
steht zur  Zeit  völlige  Unklarheit,  da  eine  einheitliche  gerichtliche  Prnxis 
sich  bislang  nicht  entwickelt  hat  Der  Entwarf  des  Aibritszeitsresetzes 
siebt  zwar  für  Arbeit  und  Besnch  der  Fortbildungsschule  54  Wochen- 
stunden vor,  so  daß  also  6  Fortbildungeschulstunden  wöchentlich  nicht  zu 
vergüten  wären.  Er  läßt  aber  den  B?zirkswirtschaft*räten  bezw.  den 
höheren  Verwaltungsbehörden  freie  Hand,  je  nach  der  Art  der  Arbeit  be- 
sondere Anordnungen  zn  treffen  Darüber,  in  welcher  Form  dieser  Ent- 
wurf Gesetz  wird,  läßt  sich  zur  Zeit  noch  nichts  sagen.  Jedenfalls  gilt 
aber  schon  nach  den  bestehenden  Bestimmungen  der  Besuch  der  Fort- 
bildungsschule als  notwendiges  Erfordernis  zur  Ausbildung  des  Lehrlings. 
Schon  daraus  muß  die  Vergütungspflicht  des  Lehrherrn  für  diese  Zeit  ge- 
folgert werden. 


Handel  und  Verkält?. 

Der  Gegenwert  des  Goldfranken  im  Auslandspost  verkehr  ist 

mit  Wirkung  vom  18.  4.  von  Jt  66  auf  M  56  ermäßigt  worden,  womit 
eine  entsprechende  Verbillignng  der  Auslandgebühren  für  Pakete,  Post- 
frachtstücke,  Telegramme  und  Ferngespräche  eingetreten  ist. 

Im  Postfrachtstückverkehr  nach  Holland  hat  in  den  Zollinhalts- 
erklärungen fortaö  die  Angabe  des  Wertes  der  Waren  in  deutscher  und 
holländischer  Währung  za  erfolgen.  Maßgebend  ist  der  Börsenkurs  am 
Tage  des  Kaufes  (der  Bestellung  oder  der  Auftragsbestätigung).  Dieser 
Tag  ist  gleichfalls  in  den  Zollinhaltserklärungen  anzugeben. 


Ein«  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Die  Ausfahrmindestpreise  für  Quarzit  nach 
Deutschösterreich  haben  ab  1  4.  eine  weitere  Erhöhung  erfahren.  —  Die 
Ausfahrmindestpreise  für  Qaarzsand  und  Qaarzmehl  nach  Deutscbösterreich, 
Rumänien,  Ungarn,  Jugoslawien  und  Balkan  erfahren  ab  20. 4.  eine 
Aenderung.  —  Die  Ausfuhrmiadestpreise  für  Flußspat  nach  den  (Gebieten 
der  ehemaligen  Österreich-ungarischen  Monarchie  mit  Ausnahme  Tschacho- 
slowakien«,  sowie  nach  den  russischen  Randstaaten  (Kurland  und  Livland) 
sind  mit  Wirkung  ab  15.  4.  geändert  worden.  —  Die  Aisfahrmindestpreiiie 
für  Bimszementdielen  und  Schwemmsteiue  nach  Holland  haben  ab  20.  4. 
eine  Aenderung  erfahren. 

Die  Mindestpreise  für  die  Aasfahr  von  Glasinatrumenten  und 
Glasröhren  haben  eine  Aeudarung  erfahren.  Naüeres  be*i  der  Preis- 
prüfuiigsstelle  für  Glasinstrumente,  Ilmenau  (Thür),  Schloßätraße,  bezw. 
bei  der  Preisprüfungsstelle  für  Röhren  und  Hublglas  für  wissenschaftliche 
und  technische  Zwecke,  Lmenau  (Thür),  Lindenstraße. 

Fiume.   Die  Einfahr  bedarf  keiner  besonderen  Einfahrerlaubnis. 

Frankreich.  Zollvorschriften.  Bei  der  Einfahr  muß  dem  Fracht- 
brief in  j-dem  Falle  eine  Zolldeklaration  beigefügt  werden,  auf  die  in 
ersterem  Bezug  zu  nehmen  ist.  Die  sonst  noch  erforderlichen  Zjllbelege 
(Rechnung,  Ursprungszeugnis  usw )  können  dem  Warenempfänger  gesondert 
zugestellt  werden;  doch  ist  dann  im  Frachtbrief  ein  entsprechender  Ver- 
merk anzubringen. 

Italien.  Das  Zollanfgeld  beträgt  für  die  Zeit  vom  16.— 30.4.  22 
268  o/0  (282). 

Oesterreich.  Zur  Zolltarifrevision.  In  den  Kreisen  des  Handels 
hat  der  Aufbau  des  neuen  Zoiltarifes  die  größte  Beunruhigung  hervor- 
gerufen. Bekanntlich  sollen  im  Zolltarif  zwei  Zoll-ätae  durch  das  Gesetz 
festgelegt  werden.  Der  Anwendangssatz,  das  ist  janer  Zill,  der  im  Zeit- 
punkte des  Inkrafttretens  des  Gesetzes  zur  Einhebung  gelangt  und  der 
allgemeine  Satz  als  Höchstsatz  der  Zollbelastung  Die  Regierang  soll 
ermächtigt  werden,  durch  Verordnung  den  Anwendungssatz  bis  zum  all- 
gemeinen Satz  zu  erhöhen.  Während  jetzt  bei  der  Beratung  des  Zoll- 
gesetzes die  wirtschaftlichen  Kreise  die  Möglichkeit  haben,  sowohl  zu  dem 
System  des  Zoiltarifes  sowie  zu  den  einzelnen  Zollsätzen  Stellang  zu 
nehmen,  also  das  Importinteresse  gegenüber  dem  Produktionsinteresse  ab- 
zuwägen, soll  es  in  der  Folge  der  Re  ierung  überlassen  bleiben,  die  ein- 
zelnen Zollpontionen  zu  erhöhen.  Nach  den  Bekanntmachangen  der 
Regierungsvertreter  ist  z.  B.  geplant,  bei  einer  Steigerung  des  Kronen- 
wertes  die  Anwendungssätze  zu  steigern,  damit  das  Zolierträgnis  durch 
die  Steigerung  der  Krone  nicht  herabgedrückt  werde.  Die  grökite  Gefahr 
liegt  jedoch  darin,  daß  auch  außerwütschaftliche  Momente  für  eine  Er- 
höüung  der  Zölle  maßgebend  sein  werden.  Politische  Erwägungen,  die 
Begehrlichkeiten  der  Industrie  werden  vielfach  veranlassen,  eiuer  Erböaung 
der  Zölle  zuzustimmen.  Wenn  berückiientigt  wird,  daß  der  Zjlit»rif  ein 
handelspolitisches  Iustrument  sein  soll,  das  in  den  einzelnen  Zulltarif- 
kiassen  gegeneinander  abgestimmt  ist,  würde  eine  jede  Erhöhung  einzelner 
Züllpositionen  eine  vollständige  Zerreißung  des  einheitlichen  Zoll«yitems 
bedeuten.  Es  maß  unbedingt  verlangt  werden,  daß  jede  Abänderang  des 
Anwendangssatzes  nach  sorgfältiger  Vorbereitung  und  Diakassion  in  der 
Oeffentlicbkeit  durch  das  Gesetz  selost  durchgeführt  wird.  Es  ist  absolut 
unmöglich,  daß  Wünsche  Einzelner  berücksichtigt  werden  können. 

Peru.  Konsulatsfaktaren.  Bei  Warensendungen  nach  Peru 
konnten  die  Faktaren  bisher  nur  von  den  für  den  Verschiffungshafen  zu- 
ständigen peruanischen  Konsulaten  beglaubigt  werden.  Neuerdings  können 
außer  ihnen  auch  die  peruanischen  Konsalate  die  Beglaubigung  vor- 
nehmen, in  deren  Amtsbezirk  der  Ort  der  Erzeugung  oder  des  Erwerbs 


200  —  Nr.  17 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (5B.  Jahrgang.) 


der  betreffenden  Ware  liegt.  Zur  Zeit  gibt  ea  peruanische  Konaular- 
behörden  in  Berlin,  Bremen,  Kassel,  Dresden,  Frankfort  a.  M.,  Hamburg, 
Leipzig,  Lübeck,  Mannheim,  München,  Stettin  und  Stuttgart.  Die  Beglau- 
bigungsgebühr ist  Beit  dem  28. 3.  22  von  2  auf  4  o/0  erhöht  worden. 

Tereinigte  Staaten.  Zar  Zolltarifrevision.  Nach  Schätzung  der 
Sachverständigen  des  Finanzausschusses  des  Senats  weist  der  dem  Senat 
am  11.4.  zugegangene  Zolltarif-Entwurf,  der  im  Ausschuß  Aenderungen 
erfahren  hat,  durchschnittlich  etwas  höhere  Sätze  auf,  als  der  Payne- 
Aldrich  Tarif.  Im  Vergleich  mit  dem  Tarif entwurf  des  Repräsentanten- 
hauses Bind  die  spezifizierten  Zölle  im  allgemeinen  höher,  aber  die  Wert- 
zölle im  allgemeinen  niedriger,  da  die  Sätze  des  Entwurfs  des  Repräsen- 
tantenhauses nach  dem  amerikanischen  Geldwerte  berechnet  waren.  Nach 
der  Senatsbill  betiägt  der  Zoll  u.  a.  für  optische  Gläser  55%,  für  Stein- 
gutgeschirr 25— 28°/0  und  für  Porzellan  70%. 

Vereinigte  Staaten.  Konsulatsfakturen.  Eine  Nichtbeachtung 
der  Bestimmungen  bezüglich  der  Ausfertigung  von  Konsulatsfakturen  beim 
Warenversand  nach  den  Vereinigten  Staaten  hat  vielfach  zu  schwerer 
pekuniärer  Schädigung  der  betreffenden  Firmen  geführt,  da  die  ameri- 
kanischen Zollbehörden  genaueste  Beachtung  dieser  Vorschriften  unbe- 
dingt verlangen  und  Sendungen,  bei  denen  gegen  diese  Bestimmungen 
verstoßen  ist,  zurückhalten  oder  die  Zollgebühren  nach  Gutdünken  fest- 
setzen. Es  ist  deshalb  im  eigensten  Interesse  jedes  Exporteurs  gelegen, 
sich  über  diese  Verordnung  zu  unterrichten.  Die  amtlichen  Verfügungen 
sowie  Erläuterungen  dazu  liegen  in  den  Geschäftsräumen  der  Zweigstellen 
des  Auswärtigen  Amtes  für  Außenhandel  auf  und  können  dort  jederzeit 
eingesehen  werden. 


Dia  Lage  In  Industrie  und  Handel. 

Die  deutsche  Porzellan  geschirrindustrie  in  1921.  Das  Jahr  1921 
brachte,  wie  der  Verband  Deutscher  Porzellangeschirrfabriken,  G.  m.  b.  H., 
Berlin,  berichtet,  im  ganzen  eine  Steigerung  der  Produktion  der  deutschen 
Porzellangeschirrindustrie  gegenüber  dem  Vorjahre.  Die  Gesamtproduktion 
von  92  im  Verband  Deutscher  Porzellangeschirrfabriken  G.  m.  b.  H.  orga- 
nisierten Werken  betrug  im  Jahre  1920  48 151,3  To.,  während  die  Pro- 
duktion von  durchschnittlich  97  organisierten  Fabriken  im  verflossenen 
Jahr  62  935,58  To.  betragen  hat.   Es  ergibt  sich  also  im  Jahre  1920  eine 
Werkdurchschnittsproduktion  von  523,4  To.,  der  1921  durchschnittlich 
650  To.  gegenüberstehen.    Diese  letztere  Zahl  gibt  ein  um  so  zuver- 
lässigeres Bild  der  gesamten  Porzellangeschirrindustrie,  als  die  Bedeutung 
der  nicht  organisierten  hinsichtlich  ihrer  Produktionskraft  nicht  mehr  als 
2%  der  organisierten  Werke  beträgt.   Wenn  durch  die  erfreulicherweise 
gesteigerte  Produktion  auch  noch  nicht  die  volle  Produktionskapazität  der 
Industrie  ausgenutzt  ist,  so  liegt  das  daran,  daß  die  Erzeugungsmöglich- 
keit eine  Funktion  der  Kohlen  Versorgung  ist.   Während  im  Jahre  1920 
die  Versorgung  mit  Steinkohle  41  %,  die  Versorgung  mit  Braunkohle  30  %, 
die  Versorgung  mit  Briketts  63,7%  des  Bedarfs  betrug,  waren  die  ent- 
sprechenden Zahlen  für  das  verflossene  Jahr :  48,92  °/0,  42,6%  md  80,4  %. 
Die  unzulänglich  gelieferte  Kohle  mußte  in  beiden  Jahren,  wenn  auch  in 
völlig  unzureichendem  Maße,  durch  Holz  als  Brennmaterial  ersetzt  werden. 
—  Es  worden  im  Jahre  1920  im  Monatsdurchschnitt  13238  männliche 
und  12  242  weibliche  Arbeitskräfte  beschäftigt;  dazu  kamen  2039  männ- 
liche und  244  weibliche  Angestellte.   Die  entsprechenden  Zahlen  für  das 
letzte  Jahr  betrugen:  13929  und  13  329,  sowie  für  die  Angestellten  2090 
und  279.   Die  Löhne  zeigen,  wie  in  allen  anderen  Industrien,  fortwährend 
steigende  Tendenz ;  dem  entsprachen  die  steigenden  Kosten  des  Produktes. 
Die  Produktionskosten  für  die  Weißware  wurden  im  Monatsdurchschnitt 
Bämtlicher  Fabriken  in  beiden  Jahren  ermittelt  und  basieren  auf  dem 
Kostenpunkt  für  1  kg  Masse  für  Gießer-  und  Dreherlohn  je  kg  Masse  und 
auf  dem  Brennen  je  Raummeter.  Während  am  5. 4.  20,  an  welchem  Tage 
die  Inlandspreise  die  15-fache  Höhe  der  Grundpreise  erreichten,  ein  kg 
Masse  M  0,61.  der  Gießer-  und  Dreherlohn  je  kg  Masse  Jt  0,61  und  das 
Brennen  je  Raummeter  Jt  122,30  kosteten,  waren  die  entsprechenden 
Kosten  im  Dezember  1921  gestiegen  auf:  Jt  2,01,  1,71  und  320.  Dem 
entsprach  ein  Iulandskostenpreis  des  Produktes  gleich  dem  30-fachen 
Grundpreis:  d.  h.  also:  es  hatte  Bich  der  Verkaufspreis  weniger  scharf 
als  die  Produktionskosten  entwickelt.  (Die  Ziffern  für  Januar  1922  stiegen 
bereits  auf  M  2,54,  1,95  und  377,  während  im  Januar  immer  noch  zu 
30  fachen  Grundpreisen  verkauft  wurde  )  —  In  normalen  Zeiten  sind  rund 
60°/0  der  deutschen  Porzellangeschirrproduktion  ins  Ausland  verkauft 
worden.    Im  Jahre  1920  gingen  28,4%  ins  Ausland,  während  71,6%  im 
Inland  abgesetzt  wurden.    Den  Hauptabsatzmarkt  für  Porzellangeschirr 
stellten  traditionell  vor  dem  Krieg  die  Vereinigten  Staaten  von  Nord- 
amerika dar,  die  z.  B.  im  Jahre  1912  41,9%  ihrer  gesamten  Porzellan- 
einfnhr  aus  deutechen  Fabrikaten  deckten.    Im  Jahre  1919  war  dieser 
Anteil  Deutschlands  an  der  Versorgung  des  amerikanischen  Marktes  auf 
4%  gesunken  und  erreichte  1920  12,77%,  1921  27,1%.   Der  Anteil 
Japans  kommt  in  folgenden  Zahlen  zum  Ausdruck:   1912  12,9%,  1919 
63%,  1920  61,91%,  1921  44,48%.    Frankreich  war  an  der  Einfuhr  1921 
mit  12,29%  beteiligt,  während  sein  Anteil  1920  9,23%  und  1912  16,5% 
gewesen  war.    Der  Anteil  der  tschechoslowakischen  PorzellaninduBtrie 
war  1912  6,8%  und  erreichte  1921  wieder  rund  die  alte  Höhe.  —  Aus  diesen 
letzteren  Angaben  ergeben  sich  die  Aufgaben,  die  der  deutschen  Porzellan- 
geBchirrindostrie  auf  dem  Weltmarkt  noch  warten;  ala  ihr  wichtigster 
Konkurrent  erscheint  heute  ganz  unbezweifelbar  Japan. 

Frankreich.  Die  Lage  In  der  Porzellan-  und  Glasindustrie. 
Aua  der  Porzellanindustrie  (Gegend  von  LimogeB)  wird  über  befriedigende 
Aufträge  berichtet,  eine  Tatsache,  die  hauptsächlich  dem  hohen  Zollechutz 
zuzuschreiben  Bein  dürfte,  denn  die  Kleinhandelspreise  für  Porzellan  sind 
aehr  hoch.  —  In  der  Glaainduatrie  ist  eine  anhaltende  Besserung  fest- 
zuBtellen,  mehrere  Oefen  haben  wieder  in  Betrieb  genommen  werden 
können  und  man  hofft,  daß  ganz  besondere  in  den  kommenden  Wochen 
unter  dem  Einfloß  der  in  den  tschechischen  Glasfabriken  erfolgten  Aus- 
sperrung von  etwa  60000  Arbeitern  eine  stärkere  Tätigkeit  der  französischen 
Fabriken  eintreten  wird. 


Gesohäftliohe  Mitteilungen. 

Porzellanfabrik  Kahla,  Kahla.    Auszug  aus  dem  genehmigen 

Abschluß  vom  31.  12.  21:  Reingewinn  Jt  12,395  Hill.  (11,654);  Dividende 
36  o/o  (35),  Bonus  Jt  150  (0);  Abschreibungen  M  2.985  Mill.  (1,466); 
Instandhaltungen  Jt  4,063  Mill.  (1,688);  Erneuerungsfonds  und  Werker- 
haltungskonto Jt  0,884  Mill.  (3,112);  Zuwei8ung  an  Konto  für  techn 
Verbesserungen  und  Forschungsarbeiten  M  1  Mill.  (1,25);  Zuwendungen 
für  Wohlfahrts-,  Siedlungs-  und  wissenschaftliche  Zwecke  Jt  6,5  MilL 
(4,75).  —  Im  Rechenschaftsbericht  wird  darauf  hingewiesen,  daß  die  Ge- 
winnsteigerung bei  weitem  nicht  der  Erhöhung  der  Umsatzziffer  im  Ver- 
gleich zum  Vorjahre  entspricht.  Diea  ist  darauf  zurückzuführen,  daß 
es  erat  gegen  Jahresschluß  möglich  war,  die  Inlandapreise  den  aehr  er- 
heblich gestiegenen  Gestehungskosten  anzupassen.  Andererseits  mußte 
zur  Aufrechterhalten  ff  des  Auslandsgeschäftes  für  die  wichtigsten  Absätz- 
en der  zn  Preisermäßigungen  während  des  Geschäftsjahres  geschritten 
werden.  Für  die  nächsten  Monate  sind  sämtliche  Abteilungen  mit  Auf- 
trägen versehen.  Das  Ergebnis  dea  laufenden  Jahrea  wird  von  der  Weit- 
wirtschaftslage abhängen.  —  Die  o.  G.-V.  genehmigte  dea  weiteren  die 
Kapitalaerhöhnng  um  Jt  4  Mill.  Stamm-  und  Jt  3  Mill.  Vorzugsaktien 
mit  6  fächern  Stimmrecht  auf  insgesamt  M  23  Mill.  Die  neuen  ab  1.  1.  22 
dividendenberechtigten  Stammaktien  werden  den  bisherigen  Aktionären  zn 
300  %  im  Verhältnis  1 : 1  zum  Bezug  angeboten.  —  Nen  in  den  Auf- 
sichtsrat  wurde  F.  ürbig,  Geachäftainhaber  der  Berliner  Diskonto-Ge- 
aellschaft,  gewählt. 

Porzellanfabrik  Schönwald,  Schönwald.  AuBzng  aus  dem  ge- 
nehmigten Abachluß  vom  31.12.21:  Reingewinn  Jt  1351115  (918051); 
Dividende  20<>/0  (15);  Abachreibungen  M  860053  (642153);  Rückstellungen 
für  Wohnhauaneubauten  JH  500000,  für  Penaionabeiträge  M  150000.— 
—  Trotz  mannigfacher  Schwierigkeiten  konnte  der  Umsatz  erhöht  und 
ein  günstiges  Ergebnis  erzielt  werden.  In  Schönwald  wurde  eine  neue 
MasBemühle  errichtet.  In  das  neue  Jahr  ist  die  Gesellschaft  mit  einem 
reichlichen  Auftragabeatand  eingetreten.  —  Die  o.  G.-V.  genehmigte 
ferner  die  Kapitalaerhöhnng  um  Jt  2,4  Mill.  Stammaktien  auf  Jt  6,4  Mill. 
Die  neuen  Aktien  werden  den  alten  Aktionären  im  Verhältnis  1:1  zu 
250  %  zum  Bezug  angeboten.  Das  Bezugsrecht  läuft  bis  einschl.  5. 5.  22. 

Porzellanfabrik  zu  Kloster  Veilsdorf,  Kloster  Veilsdorf.  Aus- 
zug aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.12.  21:  Beingewinn 
Jt  1323966  (1354480);  Dividende  18%  (18);  Abschreibungen«^  191291 
(252678);  Zuwendungen  für  notwendige  Bauten  M  700  000,  für  aoziale 
Zwecke  Jt  160000.  —  Dem  Geachäftbericht  zufolge  hatte  die  Nachfrage 
im  In-  und  Ausland  vorübergehend  eine  rückläufige  Bewegung  erfahren. 
Durch  vermehrte  Ausnutzung  der  FabrikationBeinriehtnngen  und  Wieder- 
inbetriebnahme der  Zweigfabrik  in  Eisfeld  konnte  ungeachtet  verschiedent- 
licher  Betriebsschwierigkeiten  ein  befriedigendes  Ergebnis  erzielt  werden. 
Ueber  die  künftige  Entwicklung  vermag  die  Verwaltung  eine  Voraussage 
nicht  zu  erteilen.  —  Die  o.  G.-V.  beschloß  die  beantragte  Umwandlung 
von  Ji  1,6  Mill.  Vorzugsaktien  in  Stammaktien.  Die  neuen,  ab  1. 1.  22 
dividendenberechtigten  Aktien  werden  den  Aktionären  im  Verhältnis  2 : 1 
zu  250%  zum  Bezug  angeboten.  —  Den  Aufsichtarat  bilden  zurzeit: 
Bankdirektor  M.  David,  Vora.,  Bankdirektor  Ch.  W.  Palmie,  atellv.  VorB., 
Geh.  Rat  A.  Ambronn,  Geh.  Komm.-Rat  G.  Gagel,  H.  Haas,  Finanzrat 
J.  Schloß,  Bankdirektor  Dr.  E.  Schoen. 

Grohner  Wandplattenfabrik,  A.-G.,  Grohn-Vegesack.  Auszug 
aus  dem  genehmigten  Abachluß  vom  31.  12.  21 :  Beingewinn  M  2  740  917 
(2  481165),  Dividende  50%  (25);  Abachreibungen  Jt  260  698  (268  353); 
Rückatellung  für  Ofenerneuerung  Jt  1  Mill.  (0,3).  —  Die  Gesellachaft  war 
im  verflossenen  Jahr  vollauf  beschäftigt.  Ein  genügender  Auftragsbestand 
läßt  unter  Vorauaaetzung  ruhiger  Entwicklung  auch  für  das  laufende 
Jahr  ein  befriedigen  dea  Resultat  erwarten. 

Ofen-  und  Tonindustrie,  A.-G.,  Augerburg.  Auszog  aus  dem 
genehmigten  Abachluß  vom  31. 12.  21 :  Reingewinn  M  77  690  (9  613) ; 
Dividende  5%  (0);  Abschreibungen  Ji  86  700  (39  394);  Rückatellung  auf 
WerkerhaltungBkontö  M  350  000. 

Rheinische  Schamotte-  und  Dinas-Werke,  A.-G.,  Mehlein.  Aus- 
zug aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21:  Reingewinn 
jt  8164  947  (6  412  607);  Dividende  40%  (25  +  50);  Abschreibungen 
M  503  086  (500  410) ;  Rückstellungen  für  Werkerhaltung  Jt  2  Mill.  (1,5) ; 
für  Wohnungsbau  Jt  0,5  Mill.  (0,5) ;  für  Wiederaufbau  Ottweiler  M  1  Mill. ; 
für  Untersttitzungsfonds  Jt  0,5  Mill.  (0,3).  —  Im  Geschäftsjahr  1921 
war  die  Gesellschaft  auf  umfangreiche  Käufe  ausländischer  Kohlen  ange- 
wiesen. Trotz  aller  Schwierigkeiten,  von  denen  in  erster  Linie  die 
Sanktionen  angeführt  werden,  gelang  ea,  ein  befriedigendea  Ergebnia  zn 
erzielen,  wobei  die  auf  umfangreichen  Materialbeaitz  gegründete  Unab- 
I  hängigkeit  von  fremden  Rohstoffen  sowie  die  durch  die  günstige  Lage 
der  einzelnen  Werke  zu  den  verschiedenen  Verbraucherzentren  erreichte 
FrachterBparnia  uaw.,  der  günstige  Abschluß  der  Bauabteilung  und  umt 
fangreiche  Rohmaterialverkänfe  aehr  wesentlich  beitrugen.  Für  das 
aeqaeatrierte  Werk  Hagendingen  konnte  eine  Entschädigung  noch  nich- 
erhalten  werden.  Im  laufenden  GeaohäftBjahr  liegen  wohl  genügende  Auf- 
träge vor,  über  die  Auasichten  laaae  aich  aber  niohta  Bestimmtes  voraus- 
i  sagen.  Die  Kohlenfrage  gebe  zu  ernsthaften  Beaorgniaaen  Anlaß.  —  An 
Stelle  dea  verstorbenen  AufsichtaratsmitgliedB  Geheimrat  F.  Görz  wurde 
Generaldirektor  Th.  Müller  und  ferner  Generaldirektor  P.  Böhm  neu  in 
den  Aufsichtsrat  gewählt. 

August  Walther  &  Söhne*  A.-G.,  Moritzdorf,   Auazug  ans  dem 
genehmigten  Abachluß  vom  31.12.  21:  Reingewinn  Jt  1335581  (746  607); 
Dividende   26%    (25);    Sondervergütung   16  %   (18);  Abachreibungen 
|    Jt  227262  (206083);  Zuwendung  für  Beamtenunterstützung  M  30000.  — 
'    Im  verfloaaenen  7.  Geachäftsjahr  wurde  der  Betrieb  in  der  Abteilung  Glas- 
I   fabrik  noch  immer  durch  die  Fortdauer  der  Zwangawirtschaft  behindert. 

Trotz  Inbetriebsetzung  eines  zweiten  Ofena  konnte  der  wachaenden  Naoh- 
I   frage  nur  teilweiae  enteproohen  werden.   Zum  Schutz  vor  Betriebsstörungen 
Boll  im  neuen  Geschäftsjahr  daa  während  das  Kriegea  niedergelegte  Glaa- 
I   hüttengebäude  nebst  Ofen  durch  eine  neuzeitliche  Anlage  ersetzt  werden. 
I   Der  derzeitige  Auftragseingang  läßt  auch  für  daa  laufende  Jahr  wieder 


1922.  (56.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL -COBURG. 


Nr.  17 


201 


einen  zufriedenstellenden  Abschluß  erwarten.  -  Das  ausscheidende  Auf- 
siehtsratmitglied  Kommerzienrat  M.  Hirsch  wurde  wiedergewählt. 

Chemische  Werke  Schuster  &  Wilhelmy,  A.-G.,  Beichenbach, 
0  -L.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  81. 12.  21:  BMng«winn 
M  870710  (565909);  Dividende  30%  (20);  Abschreibungen  M  73  502 
(100  291)  —  Das  Unternehmen  fand  für  alle  seine  Erzeugnisse  guten 
Absatz.  Auch  das  Exportgeschäft  nahm  an  weiterer  Ausdehnung  zu.  Für 
das  laufende  Jahr  hofft  die  Verwaltung  bei  normalen  Verhaltnissen  mit 
einem  angemessenen  Ergebnis  rechnen  zu  dürfen. 

Optische  Anstalt  C.  P.  Goerz,  A.-G.,  Berlln-Friedenau.  Auszug 
aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  30. 9.  21 :  Reingewinn  Jt  8  760  291 
(2692599);  Dividende  24»/0'(15);  Abschreibungen  Jt  1 992 1083  (1008  WM); 
Überweisung  an  P.  Goerz-Stiftung  M  500000.  -  In  den  Aufsichtsrat 
wurde  Generaldirektor  M.  Kosegarten  wieder-  und  Direktor  W.  üoerz 
neugewählt. 

A.-G.  Hahn  fttr  Optik  und  Mechanik,  Cassel.  Auszug  aus  dem 
genehmigten  Abschluß  vom  30  9.  21:  Raingewinn  M  446  628;  Dividende 
6  o/0;  Abschreibungen  M  198  730.  —  Neu  in  den  Aufsichtsrat  wurde 
Direktor  L.  Leonhard  gewählt. 

Bauxitwerke,  A.-G.,  Gießen.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Ab- 
schluß vom  31.12.  21:  Verlust  M  128  971  (Gewinn  M  461 101,  Dividende 
6»/0);  Abschreibungen  Jt  231059  (147  037). 

Geschäftsübergang.  Das  bisher  von  der  „Freistädter  Tonwaren- 
erzeugung s-Gesellschaft  Gerber,  Chiappani  &  Sauter,  Freistadt  (Ober- 
Oesterreich)"  betriebene  Fabrikationsunternehmen  ist  von  der  Freistädter 
Tonwarenfabrik  und  Torfindustrie  Bauer  &  Hrusa,  Freistadt  (Ober-Qester- 
reich)"  übernommen  worden. 

General  -  Versammlungen. 

Keramag,  Keramische  Werke,  A.-G,  Meiningen:  o.  G.-V.  6.5.  22, 
10  Uhr  v.,  Bank  für  Thüringen,  Meiningen.  T.-O. :  u. a.  Kapitalserhöhung  um 
M  5  Mill.  Stammaktien  auf  M  15  Mill. 

Fabrik  feuerfester  und  säurefester  Produkte,  A.-G.  in  Liga.,  Berlin : 
o.  G.-V.  6.  5.  22,  10  Vi  Uhr  v.,  Bureau  des  Rechtsanwalts  Paul  Hennig, 

BerlinS/W.  42^  ^  Co.-Olasindustrie  Schreiber,  A.-G,  Berlin:   o.  G.-V. 
13. 5.  22,  12  Uhr  m.,  Geschäftslokal,  Berlin. 

Glashütte  Brunshausen,  A.-G.  in  Liqu.,  Brunshausen:  o.  e-V.  b.  5.  22, 
4 Va  Uhr  n.,  Geschäftszimmer,  Stade.  T.-O.:  u.  a.  Verteilung  einer 
Liquidationsrate.   ___ 

Messen  und  Ausstellungen. 

Die  5.  Deutsche  Ostmesse  Königsberg  i.  Pr.,  die  vom  13  —18.  8. 22 
stattfindet,  wird  unter  dem  Zeichen  des  erwachenden  deutsch-russischen 
Handelsverkehrs  stehen.  Die  hervorragende  Bedeutung  fttr  die  Anknüpfung 
von  Handelsbeziehungen  ist  von  dem  Berichterstatter  der  „Ekonomitsches- 
kaja  Shisn",  der  einzigen  großen  Wirtschaftszeitung  Sowjetrußlands, 
richtig  erkannt  worden."  In  ausführlichen  Berichten  über  die  vergangene 
Frühjahrsmesse  wei«t  er  die  Vertreter  der  Regierungsstellen,  die  sich  mit 
dem  Einkauf  von  Waren  zu  befassen"  haben,  die  Vertreter  der  Konsum- 
genossenschaften und  auch  die  Privaten  auf  die  wichtige  Rolle  hin,  die 
der  Ostmesse  für  den  russischen  Einkäufer  zukommt.  Die  spezielle  Ein- 
stellung auf  den  russischen  Bedarf  sei  der  große  und  einzigartige  Vor- 
zug der  Königsberger  Messe.  Die  bevorstehende  Herbstmesse  habe 
zweifellos  einen  starken  Besuch  russischer  Kaufleute  zu  erwarten.  Das 
Meßamt  habe  bereits  mit  der  Propaganda  in  Rußland  begonnen.  Die 
Ausstellungsräume  werden  eine  beträchtliche  Erweiterung  erfahren.  Die 
Ausstellerbedingungen  werden  allen  Interessenten  kostenlos  zugestellt; 
Platzbestellungen  liegen  bereits  in  großer  Zahl  vor,  und  es  empfiehlt  sich 
daher  für  alle  Firmen,  die  an  eine  Beschickung  der  Herbstmesse  denken, 
so  frühzeitig  wie  möglich  mit  dem  Meßamt  in  Verbindung  zu  treten. 

Auf  der  Jahresschau  Deutscher  Arbeit  Dresden  1922  (1.  6.  bis 
15. 9.  22)  wird  eine  eigens  für  die  Ausstellung  errichtete  Porzellanfabrik 
den  Besuchern  den  Werdegang  der  keramischen  Erzeugnisse  anschaulich 
vor  Augen  führen.   Auf  dem  Ausstellungsgelände,  rechts  vom  Eingang  der 
Lenneatraße  ist  bereits  mit  der  Errichtung  der  Fabrik  begonnen  worden, 
in  der  nicht  nur  der  Herstellungsprozeß  der  Tonwaren,  sondern  auch  die 
Fortschritte  der  modernen  Technik  und  die  Erkenntnisse  der  heutigen 
Chemie  in  unserer  Porzellanindustrie  gezeigt  werden  sollen.   Die  Besucher 
werden  in  die  Mysterien  des  Rohmaterials  (Kaolin,  Kieselerde  und  Feld- 
spat) und  des  Modellierens  eingeweiht  werden.   Mit  staunenden  Augen 
wird  der  Laie  die  Verarbeitung  der  Teigmassen  durch  die  Knetmaschinen, 
das  Formenf  das  Abdrücken,  das  Trocknen,  die  Ueberziehung  der  ver- 
glühten Gegenstände  mit  Glasur,  kurz  und  gut,  die  „Geburt"  des  Porzellans 
vom  Rohmaterial  bis  zur  Vollendung  im  Brennofen  in  den  verschiedenen 
Räumlichkeiten  verfolgen  können.   Die  fertigen  Erzeugnisse  werden  in 
besonderen  Vitrinen  ausgestellt.   Durch  eine  Gegenüberstellung  der  ver- 
schiedenen Aetzungen  und  Tupfungen  wird  der  Fortschritt  der  einzelnen 
Techniken  der  Unterglasur-  und  Aufglasurmalerei  vor  und  nach  dem  Brande 
bewiesen  werden.   Eine  andere  Gegenüberstellung  zeigt  fehlerhafte  Aus- 
führungen infolge  Schwindungen  des  Materials  und  durch  Fehlbrände. 
Die  Errichtung  der  Porzellanfabrik,  eines  Gebäudes  von  29  m  Länge  und 
12  Vi  m  Breite,  mit  dem  anschließenden  7ViX7V*m  großen  Ofenhaus  mit 
dem  Miniaturbrenn ofen  (letzterer  ist  eine  Stiftung  der  Firma  Paul  Schulze, 
Dresden),  das  auch  von  innen  besichtigt  werden  kann,  ist  auf  die  Initiative 
des  Direktors  Kreidet  der  Keramischen  Bank  zurückzuführen  und  wird 
nach  einem  Vorprojekt  des  Architekten  Mittmann  (Dresden-Loschwitz)  von 
diesem  als  Bauleiter  und  von  dem  Architekten  Rudolf  Kolbe  (Dresden- 
.  Loschwitz)   ausgeführt.   Das  Unternehmen  liegt   in  den  Händen  der 
Jahresschau  selbst  und  des  Verbandes   feinkeramischer  Maschinenbau- 
anstalten.  Der  Außenputz  in  Lithin  ist  eine  Stiftung  der  Firma  Hatschen- 
reuther  und  der  Dachputzanstrich  Preeolith,  eine  solche  der  Firma  A.  Pree 
in  Dresden.   Die  Gesamtanlage  wird  nach  dem  Muster  der  Porzellanschule 
in  Selb  angelegt;  der  Betrieb  der  Fabrik  wird  von  Arbeitern  der  Meißner 


Porzellanmanufaktur  eingerichtet  und  während  der  Dauer  der  Ausstellung 
durchgeführt  werden. 

Deutsche  Gewerbeschau  Mönchen  1922.  Die  Ausstellungsleitung 
hat  als  Zeitpunkt  für  die  Einlief eruug  der  Ausstellungsgüter  den  15. 
festgesetzt.  Jedes  Kolli  muß  an  deutlich  sichtbarer  Stelle  den  Namen  des 
Absenders  tragen.  —  Während  der  Dauer  der  Veranstaltung  wird  im 
Hauptbahnhof  München  (Südlicher  Hof)  ein  offizielles  Nachweisbureau 
für  Unterkunft  in  Privatzimmern  errichtet.  Vorbestellungen  von 
Zimmern  sind  an  dieses  Bureau  und  außerdem  noch  an  folgende  btellen 
zu  richten:  Amtliches  Bayerisches  Reisebureau,  vorm.  Schenker  &  Co., 
Promenadeplatz  16,  Geschäftsstelle  des  Bayerischen  Fremdenverkehrsvereins, 
Hauptbahnhof.  Nordbau,  Hamburg-Amerika-Linie,  Arcisstraße  9,  Lloyd 
Triestino,  Maöeistraße  14,  Norddeutscher  Lloyd,  Residenzstraße  3,  Oester- 
reichisches Verkehrsbureau  im  Kaufhaus  Oberpollinger,  Neuhauserstr.  44. 
Die  Reisebureaus  nehmen  auch  Bestellungen  auf  Hotel-  und  Pensions- 
zimmer entgegen.  Das  Nachweisbureau  am  Hauptbahnhof  vermittelt  nur 
Privatzimmer.   

Soziale  Bewegung. 

Leistung  von  Ueberstunden  für  gemeinnützige  Zwecke.  In 
Altenburg  ist  Anfang  Dezember  eine  Einigung  zustande  gekommen  wo- 
nach zugunsten  der  Lungenkranken  die  Arbeiter  vierteljährlich  eine  Ueoer- 
stunde  leisten  und  die  dafür  verdienten  Beträge  in  eine  gemeinnützige 
Kasse  zahlen.  Die  Arbeitgeber  haben  sich  verpflichtet,  den  gleichen  Be- 
trag ebenfalls  abzuführen.  Die  Beteiligung  an  der  Ueberstunde  ist 
durchaus  freiwillig,  und  sie  wird  nicht  nur  in  der  Industrie,  sondern  auch 
beim  Handel  und  in  Gewerbeinnungen  geleistet.  Die  Kasse  wird  von 
einer  paritätischen  Kommission  verwaltet. 


Die  Vereinigten  Porzellan-Isolatoren-Werke  „Hochspannungs- 
Isolatoren-Syndikat«  erhöhten  infolge  Steigerung  der  Gestehungskosten 
ihre  Verkaufspreise  fttr  Hochspannungs-Isolatoren  fttr  Freileitungen  und 
Apparate  mit  Wirkung  ab  1.  5.  22  um  rund  30o/0  dergestalt,  daß  der 
bisherige  30 „/"ige  Teuerungszuschlag  auf  die  Märzgrundpreise  auf  70»/0 
heraufgesetzt  wird.  Auch  die  ab  1.  5.  22  in  Kraft  tretenden  neuen  In- 
landspreise verstehen  sich  wie  bisher  frachtfrei  deutschen  Empfangs- 
stationen und  gelten  für  alle  Lieferungen,  welche  bis  zum  31.  5.  AA  er- 
folgen. 

Die  Verkaufsgesellschait  deutscher  Steinzeugwerke  hat  be- 
schlossen, alle  Artikel  der  Deutschen  Steinzeugwerke  und  Tonrohrfabriken 
vom  1.4  22  ab  franko  Station  des  Empfängers  zu  liefern.  Der  Verkaufs- 
preis ist  nunmehr  fttr  alle  Orte  Deutschlands  der  gleiche,  ohne  Unterschied 
der  Entfernung.  Das  Syndikat  verteilt  jedoch  die  Aufträge  auf  die  dem 
Besteller  zunächstliegende  Fabrik. 

Bund  deutscher  Fabriken  feuerfester  Erzeugnisse.  Mit  Rucksicht 
auf  die  wirtschaftliche  und  politische  Lage  ist  beschlossen  worden,  die 
diesjährigen  Tagungen  in  Dresden  in  der  Zeit  vom  16.— 18  5.  abzuhalten. 

Arbeitgeberbund  der  feuerfesten  Industrie  Deutschlands.  Die 
diesjährige  Tagung  wird  nicht  in  Königswinter,  sondern  in  Dresden  am 
17.  und  18.  5.  stattfinden. 

Der  Verein  Deutscher  Spiegelglasfabriken,  Köln,  erhöhte  ab 
5.  4.  die  Preise  fttr  Spiegelglas  sämtlicher  Kategorien  um  60  %■ 

Preiserhöhung  för  Tafelglas.  Der  Verein  der  rheinischen  und 
westfälischen  Tafelglashütten,  Bonn,  sowie  der  Verein  sächsischer  Tafel- 
glashütten, Dresden,  und  die  Vereinigung  Schlesisch-Lausitzer  Tafelglas- 
hütten, Cottbus,  haben  den  jüngsten  Tenerungs Zuschlag  mit  Wirkung  vom 
1.  4.  auf  80  o/o  erhöht. 

Der  Verband  deutscher  Emaillierwerke  hat  den  Aufschlag  für 
Kistensendungen  im  Inlandsgeschäft  auf  2950  °/0  festgesetzt. 

Versicherungen. 

Die  Grenze  für  die  Zwangsversicherang  der  Betriebsbeamten. 

Der  Reichstag  hat  am  7.  4.  22  das  Gesetz  über  Aenderung  von  Geld- 
beträgen in  der  Unfallversicherung  in  dritter  Lesung  beschlossen.  Da- 
durch wird  die  «Grenze  für  die  Zwangsversieherung  der  Betaej>B°e*"^ 
und  die  Selbstversicherung  der  Unternehmer  von  M  40  000  auf  Jt  150  000 
hinaufgesetzt  Gleichzeitig  wird  die  Grenze,  bis  zu  welcher  der  Jahres- 
arbeitsverdienst in  der  Unfallversicherung  der  Berechnung  der  Leistungen 
und  Beiträge  unverkürzt  zu  Grande  gelegt  wird,  von  M  \_ 800  auf 

36  000  erhöht.  Der  Mindestbetrag  für  das  Sterbegeld  in  der  Unfallver- 
sicherung wird  auf  M  1000  (bisher  M  50)  festgesetzt. 

Bücherschau. 

Messung  großer  Gasmengen.  Anleitung  zur  praktischen  Er- 
mittelung großer  Mangan  von  Gas-  und  Laftströmeu  in  technischen 
Betrieben  von  L.  Litinsky,  Oberingenieur,  Leipzig.    Mit  138  Abbildungen, 

37  Rechenbeispielen,  sowie  13  Sehaubildern  und  Rachentafeln  im  Anhang. 
Leipzig  1922.   Verlag  von  Otto  Spamer.    Preis  geh.  M  175—,  geb. 

Jt   195,—.  .       „.  --■  .;, 

Die  bekannte  Sammlung  „Chemische  Technologie  in  Einzeldarstel- 
lungen" hat  durch  das  vorliegende  Werk  eine  wesentliche  Bereicherung 
erfahren,  denn  zum  ersten  Mal  wird  darin  das  Gesamtgebiet  der  Gasmessung 
behandelt  und  eine  vergleichende  Uebersicht  der  sämtlichen  bis  jetzt 
bekannten  Gasmessungsarten  gegeben.  Der  Verfasser  darf  das  Verdienst 
für  sich  in  Anspruch  nehmen,  eine  fühlbare  Lücke  in  der  Fachliteratur 
ausgefüllt  zu  haben  und  zugleich  durch  die  besondere  Berücksichtigung 
der  praktischen  Anwendbarkeit  der  Gasmessung  der  Wirtschaf  t  im  allgemeinen 
und  der  Wärmewirtschaft  im  besonderen  zu  dienen.  Ei  ist  ein  reiches 
Material,  das  in  dem  Werk  zusammengetragen  und  auf  Grund  von  prak- 
tischen Erfahrungen  kritisch  gesichtet  ist,  wie  die  nachstehend  angeführten 
Hauptabschnitte  dartun:  Einige  Eigenschaften  der  Gase;  Das  spezifische 


202  —  Nr.  17 


Gewicht  der  Gase;  Drurkmessung  und  Druckmeßinstrnmente;  Volumetriscbe 
Bestinmung  von  Gesmengen;  Gasmengenermittelung  durch  Gescbwindig- 
keitsmessung;  Registrierende  Gaurjellapparate;  Gaemengenermittelung 
minels  DurclflußwiderBiänden;  Chemisch  kalorische  Gasmengenermittelung; 
Verschiedene  Methoden  der  Gasmengenermittelang;  Vergleichende  Ueber- 
sicht  verschiedener  Meßverfahren ;  Beispiele  praktischer  Anwendung  einiger 
Meßmethoden.  — 

In  der  Kersm-  und  Glas  Industrie  bat  sich  das  Messen  irgendwelcher 
Gase  kaum  eingebürgert;  es  war  bisher  noch  nicht  nnumcäuglich  DÖ'itr, 
aber  b*i  der  zunehmenden  Vertenernng  der  Brennstoffs  nid  der  dadarcb! 
bedingten  Notwendigkeit  größi möglicher  Ausnutzung  durch  Vergasung 
wird  die  Industrie  geradezu  gezwungen  werden,  auch  bH  der  Gasfeuerung 
die  Gannengen  zu  messen  zwecks  der  Feststellung  der  Wirtschaftlichkeit 
beim  Brennstr ffverbranch.  Bei  derartigen  Aufgaben  wird  nun  das  Buch 
von  großem  Nutzen  sein,  da  es  auf  die  Bedürfnisse  der  Praxis  eingestellt 
ist  und  die  Wabl  einer  entsBreeh enden  Gssnieiimethode  erleichtert.  Die 
vielen  Rechen  beispiele,  Tabellen,  Schaubilder  nnd  Zahlentafeln  dienen  der 
Ergänzung  des  Innalts  ui.d  sind  für  den  Praktiker  vcn  besonderem  Wert. 
Jedenfalls  bietet  das  Werk  reici  1  cq  Anregung,  auch  bei  Gasen  im  großen 
Messungen  vorzunehmen,  also  praktische  Wirtschaft  da  zu  treiben,  wo 
bisher  vermeintliche  Schwierigkeiten  dies  zu  verbieten  schienen,  und  das 
berechtigt  zu  einer  weitgehenden  Empfehlung  des  Baches  in  den  ein- 
schlägigen industriellen  Kreisen. 

Chemische  Technologie  der  Emailrohmaterialien  für  den  Fabri- 
kanten, Emailchemiker,  Emailtechniker  usw.  Von  Dr.-Iug  Julius 
Grünwald,  gew.  Fabiikdirektor,  berat.  Ingenieur  für  die  Eiseuemail- 
indngtrie.  Zweite,  verbesserte  und  erweiterte  Auflage.  Mit  25  Text- 
abbildungen. Berlin  1922.  Verlag  von  Julius  Springer.  Preis  geh  M  76  — . 

In  zweiter  Auflege  erscheint  das  Buch  des  bekannten  Email  Fach- 
mannes und  beweist  damit  seine  Brauchbarkeit  und  überhaupt  Existenz- 
berechtigung. Die  Kenntnis  der  zu  einem  Werkstoff  benötigten  Roh- 
materialien iBt  von  so  außerordentlich  großer  Wichtigkeit,  daß  man  Bich 
oft  wundern  muß,  wie  schlecht  es  darum  in  vielen  Kreisen  der  Erzeuger 
bestellt  ist.  Und  gerade  in  der  Emailindustrie,  dem  Mittelding  zw  sehen 
Eisen-  und  Keramin  ustrie,  spielen  A't  und  Qualität  der  Rufest'  fie  eine  j 
weBentJicbe  Rolle.  Dem  in  den  ietzten  20  Jahren  und  besonders  neuer- 
dings bei  vorgetretenen  Streben  nach  Vertiefung  der  Kenntnis  der  kerami- 
schen Rohmaterialien  kommt  das  Buch  in  weitestem  Maße  entgegen, 
indem  es  die  chemisch-technologische,  mineralische  und  auch  praktische 
Seite  der  be-onders  emtiltechnisch  wichtigsten  Stoffe  /behandelt,  wodurch 
dem  Leaer  offenbar  wird,  in  welchem  Zusammenhang  jedes  Material  mit 
dem  Endprodukt  steht  und  in  welchem  M^ße  es  das  letztere  zu  beein- 
flussen vtrmag  Die  tre l  iehe  Darstellung  in  dem  Bache  rechtfertigt  den 
Wunsch  einer  möglichst  weiten  Verbreitung  auch  der  zweiten  Aullage  in  j 
dtn  Kreisen  der  Praktiker  in  der  Emailinduatrie. 


Deutschland. 


Hertwig  &  Co.,  Katzbütte.  Kaufmann  Arno  Gössinger  und  Betriebs- 
leiter Edwin  Langert  haben  Gesamtprokura. 

Niedersachsenwerke,  A.-G.,  Lamspringe.  Die  Kapitalserhöhang  nm 
M  3  Mill.  auf  Ji  6  Mill.  ist  durchgeführt. 

Czuday  Werke,  G.  m  b,  H.,  Roedzin-Schoppinitz.  Das  Grund- 
kapital ist  von  M  150  000  auf  Jt  175  000  erhöat  worden  Als  weiterer 
Geschäftsführer  wurde  Kaufmann  Benjamin  V.  Hemming  bestellt. 

„Union"  Veltener  Tonindustrie,  A-G,Bsrlin.  Die  Kapitalserhöhnng 
nm  M  2,8  Mill.  auf  M  4  Mill.  ist  erfolgt. 

„Vtto"  Veltener  Touwarenfabrik  Rudolf  Grosser,  G  m  b.  H,  Velten. 
An  Stelle  des  ausgeschiedenen  Direktor  Rudolf  Grosser  wurden  Kaufmann 
Edwin  Schubert  und  Töpfermeister  Wilhelm  Kundi  zu  Geschäftsführern 
besteilt. 

Tonwerk  Kolbermoor  Steinbeis  und  Genossen,  A.-G.,  Kolbermoor. 
Als  stellvertretendes  Vorstandsmitglied  wurde  Waliher  Koppisch  bestellt. 
Seine  Prokura  ist  erloschen. 

Scbmirgelwerke,  A-G,  Berlin.  Das  Grundkapital  soll  um  M  3  Mill. 
erhöht  werden.  Zu  stellvertretenden  Vorstandsmitgliedern  wurden  Kauf- 
mann JoHef  Montag  und  lug.  Carl  Schumann  bestellt.  Die  Prokura  von 
Joseph  Montag  ist  erloschen. 

Mitteldeutsche  Scbmirgelwerke,  A.-G.,  Butzbach.  Die  Kapitalser- 
höhnng um  M  4  Mill.  Stammaktien  auf  Ji  5  Mill  ist  durchgeführt.  / 

Nexos-Scbmirge  werk  Phönix,  G.  m.  b  H.,  Flörsheim  a.  M.  Das 
Stammkapital  ist  auf  M  32000  erhöht  worden 

Oberhausener  Glasfabrik  Funke  &  Becker,  Oberhausen.  Handlungs- 
gehilfe Christian  Riehtsteig  hat  Eiuzelprokura. 

Vereinigte  ZwieBeler  &  Pimaer  Farbenglaswerke,  A.-G.,  München. 
Die  Kapitttlserhöbuog  um  Jl  4  5  Mill  Stamm-  und  M  0,25  Mill.  7% 
VorzugfBktien  auf  Jl  10  Mul.  ist  ertolgt. 

„Zemth"  IsolieiflaschengeseUftchaft  m.  b.  H.,  Berlin.  Direktor 
Friedn  h  0.  Hofmann  und  GlttBb)äoerm*iHter  Waller  Schulz  sind  nicht 
mehr  Geschäftsführer,  als  solcher  wurde  Kaufmann  Franz  Schmidt  bestellt. 

Isolieiflischenfabrik  „Urania"  Fritdrich  &  Schiller,  Jlmenau  Per- 
sönlich haftende  Gesellschafter  sind  die  Fabrikanten  Louis  Friedrich  und 
Gotthold  Schiller.    Jeder  Gesellsehafter  ist  einzeln  Vertretungsbefugt. 

Alexander  Ktlcbler  &  Söhne,  Jlmenau.  Kaufmann  Rudolf  Thiene  hat 
Eiuzelprokura.   Die  Prokura  von  Reiuhold  Liebetrau  ist  erloschen. 

A.  Otto  Müller,  Neuhans  a.  R.  Nelly  Dehler,  geb.  Müller,  und  Else 
RoBenbhi,m,  geb.  Möller,  sind  als  persönlich  haftende  Gesellschafter  unter 
Aasschluß  der  Vertretungtbefagnis  eingetreten. 

Ptnziger  Glasnnanufaktur  Karl  Wurzberger,  l'enzig,  O.-L.  Inhaber 
ist  Kaufmann  Karl  Wurzberger. 


1922.   (55.  Jahrgang.) 

Albert  Ziegler,  Schleusingen.  Fabrikation  and  Versand  von  Thermo- 
metern, Glasinstrumenten  nnd  Hohlglasartikeln.  Inhaber  ist  Fabrikant 
Albert  Ziegler. 

Adolf  Fink,  Scbmiedefeld,  Kr.  8chleusingen.  Fabrikation  nnd  Ver- 
trieb von  Thermometern  und  Glasinstrumenten  Inhaber  ist  Fabrikant 
Adolf  Fink. 

Schindler  &  Co.,  Zweigniederlassung  Stfinach,  S-M.  (Hauptnieder- 
lassung in  Gablonz  a.  N.)  Adolf  S  hindler  ist  darch  Tod  ausgeschieden. 
Die  Kaufleute  Felix  Schindler  und  Dr.  Emst  Blumenfeld  sind  als  persönlich 
haftende,  selbständig  vertretungsbefugte  Gesellschafter  eingetreten. 

Metallwerke  B  Rudolph  &  Co.,  G  m.  b.  H .  Allstedt.  Die  Gesell- 
schaft ist  zwecks  Umwandlung  in  eine  A.-G.  aufgelöst  worden.  Selbständig 
vertretungsbefugte  Liquidatoren  sind  die  Geschäftsführer  Direktor  Bernhard 
Rudolph  und  Kaufmann  Kerl  Wölfl 

Hecker  &  Sohn,  A.-G.,  Bernsbach.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen 
Direktors  Heinrich  Leonhardt  wurde  Direktor  Martin  Frank  zum  Vorstands- 
mitglied bestellt 

F.  C.  Klötzer  Nachf ,  Emaillier-  und  Stanzwerke,  Martin  &  Bausch, 
Lauter.  Die  Firma  lautet  künftig:  „Bausch  W<-rke".  Kaufmann  Georg 
G.  A.  Fritze  ist  ausgeschieden.  Buchhalter  Johannes  Richter  und  Ingenieur 
Fritz  Klötzer  haben  Einzelprokura. 

„&.nker"  Konservenglas-Gesellschaft  m.  b.  H.,  Finsterwalde.  Die 
Vertretungsvollmacht  des  Liquidators  Richter  ist  erloschen 

Fritz  Bonsack,  Schleusingen,  Medizinglasspezialgeschäft.  Inhaber 
ist  Kaufmann  Fritz  Bonsack. 

„Date"  Laboratoriums-  und  Industriebedarf,  m.  b.  H„  Hamburg. 
An  Stelle  des  ausgeschiedenen  J  W.  Ditne  wurde  Kaafmaaa  Nithan 
Lunz  zum  Geschäftsführer  bestellt.   Paul  Beutel  hat  Prokura. 

Glas-Gesellschaft  m.  b.  H  ,  Berlin,  Dai  Stammkapital  ist  um  M  30  000 
auf  M  50000  erhöht  worden.  Zum  zweiten  Geschäftsführer  wurde  Kauf- 
mann Zttlman  S.  Urison  bestellt 

Glas-  and  Keramik-Vertriebsgesellschaft  m.  b.  H.,  Berlin.  Handel 
mit  Glaswaren  nnd  keramischen  Artikeln  sowie  mit  Waren  anderer  Art. 
Stammkapital:  M  200000  Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer 
sind  die  Kaufleute  Jacob  Verliebter,  Mirena  Desser,  Paul  Kriske  und  Fritz 
Kindermann. 

Elizabeth  Helbsing,  Bad  Salzuflen.  Die  Firma  laatet  jetzt:  „Rosen- 
thal-Niederlage Bad  , Salzuflen  Inh.  Elisabeth  Helbsiag.  G.  m.  b.  H." 

Ostdeutsche  Tafelglas-A-G.  für  Industrie  and  Baubedarf,  Breslau. 
Erwerb  and  Vertrieb  von  Tafelglas  jader  Art  sowie  AbschlaO  aller  mit  diesem 
Fache  zusammenhängenden  Gescbäfte.  Grundkapital:  JL  1  Mill.  Vorstand  ist 
Kaufmann  Conrad  May.  Die  Gründer,  die  sämtliche  Aktien  übernommen 
haben,  sind  die  Kaufleute  C.  May,  S  Imbach,  Bankdirektor  A  Kraase, 
Kaufmann  B  Ueberschaer,  Oberingenieur  M.  Grosdidier,  Bürgermeister 
H  Wolff.  Den  ersten  Aufsichtsrat  bilden  Birgerm Meter  H.  Wolff,  Vors., 
Architekt  A.  Böttcher,  stellv.  Vors.,  Kaufmann  8.  Imbach,  Ooeiingeniear 
M.  Grosdidier,  Kaufmann  P.  Cohn. 

Otto  Tränkner,  Berggießhübel.  Handel  mit  Drogen,  Farben,  Kolonial- 
waren, Eisen-,  Giss-  und  Kurzwaren.  Inhaber  ist  Kaufmann  Otto  Tränkner. 

Vereinigte  Glasgroßhandlungen  A.  K'üger  &  Paul  Fahrenwaldt, 
G  m.  b.  H ,  Stettin.  Wiliy  Lichterbeck  nnd  Marie  Meifert  haben  Prokura 
mit  einem  Geschäftsführer  oder  einem  anderen  Prokuristen. 

Tntiringer  Braunstein  und  Mineralmahlwerke,  G.  m.  b.  H.,  Arnstadt. 
Kaufmann  Adolph  Büttner  hat  Gesamtprokura. 

Vereinigte  Talkam-  und  Speckstein- Werke  Hermann  Kopf,  München. 
Die  Firma  ist  erloschen. 

Vereinigte  Hohenbockaer  GlasBandgraben  von  H.  Weichelt  &  Co., 
Dresden.    Emil  Meinike  and  Johannes  Aßmann  haben  Gesamtprokura. 

Werkzeugfabrik  für  die  Glasindustrie,  G  m.  b.  H.,  Dresden,  (Bürger- 
wiese 18).  Herstellung  und  Vertrieb  von  Werkzeugen  zur  Herstellung 
von  Glas  und  den  zu  innen  gehörenden  Nebenanlagen,  insbesondere  Aus- 
beutung der  von  Ing.  Valentin  Lorentz  beim  Rcichepatentamt  in  Berlin 
angemeldeten  Erfindungen  bzw.  vom  Patentamt  dazu  zu  erteilenden 
Schotzrechte.  Stammkapital:  M  20  000.  Geschäftsführer  Bind  Fabrik- 
besitzer Kurt  W.  Lippold  und  log  Valentin  Lorentz.  Sie  sind  nur  beide 
gemeinsam  oder  einzeln  in  Gemeinschaft  mit  einem  Prokuristen  ver- 
tretungsbefugt. 


Patente. 

Den  tue  he«  Reich« 
Anmeldungen. 

7  c,  26.  B  100  954.  Vorrichtung  zum  Justieren  von  Blechkapseln 
für  Glastuben.    Radolt  Bornkessel,  Mellenbach.    2.  8  21. 

10  a,  13.  A  33  226  Formst  ein  zum  Aufbau  gitterwerkartiger  Heiz- 
wände von  Kammeröfen.  American  Coke  &  Chemical  Company,  Chicago 
1.4.  20. 

12  a,  2  H  84  963.  Trocknnngsaulage  zur  Gewinnung  von  Stoffen 
oder  festen  Bestandteilen,  die  in  Flüssigkeiten  gelöst  oder  verteilt  sind 
6.4  21. 

12  a,  2.  H  86499.  Vorrichtung  zur  Trocknung  und  Gewinnung 
von  Stoffen,  die  in  F»tissigkeiten  gelöst  oder  verteilt  sind;  Zus.  z.  Anm. 
H.  84  963.    4  8.  21. 

Traugott  Hffnann,  Brnushaupten,  Mecklbg. 

12  i,  37.  B.  102  967.  Ofen  zum  Kalziuie  ei  von  Kieselgur.  Dr. 
Wilhelm  Bünte,  Hannover  Linden,  Doisterstr.  8,  u.  Karl  Radeloff,  Bremen, 
Liebfr»uenkirchhof.    23.  12.  21. 

21c,  10.  S.  65170.  DurchfUhrungsisolator  nach  dem  Kondensator- 
prinzip für  Hochspaanungsapparate,  Siemens  &  Htlske,  A.-G.,  Siemens- 
stadt b.  Berlin.    31.  12  20. 

21c,  13.  P.  88  036.  Hänge-  oder  Abspannisolator  der  Kappentype. 
Porzellanfabrik  Ph.  Jtusenthal  &  Co.,  A.-G.,  Selb  i.  Bayern.   9.  7.  19. 


SPRECHSAAL  -  COBURG. 


1922.  (ftö.  Jahrgang.) 


-COBURG. 


Nr.  17  —  203 


21  g,  11.  P.  39945  Eotladungsgefäß  ans  Glas,  bei  dem  eine  oder 
mehrere  Eiettroden  ans  einem  metallischen  Be!8g  der  Innenwand  beuteten 
Patent-Trenhand-Gesellachaft  für  elektrische  Glühlampen  m.  b.  H.,  Berlia. 
3.6.  20 

21g,  15  S.  55  737.  Hochvakuumröntgeniöhre.  Siemens  &  Halske, 
A.-G,  Siemen ssts dtr  b.  Berlin.   2  3  21 

26  a,  14.  0.  30  823  Verscblnßvorrichtunar  für  die  unteren  Oefi 
nungen  Btebender  Retorten  oder  Kammern.  Chamottefabrik  Thonberg, 
A.-G.,  Thonberg,  Besr.  Dresden.   23  6.  21. 

30  b,  14  K  75  335  Antwechselbarer  künstlicher  Zahn  mit  Rücken- 
platte Wilhelm  v  Kondratowiez,  Berlin,  Alte  Schönhauser  Str  60  26. 1 1.  20. 

30  d,  26  B  102475.  Künstliches  Auge.  Dr.  Paul  Bendix,  Frank- 
furt a.  M,  Rttckerstr.  50.   23.11.  21 

30  g,  3.  Sch.  69  223  Sieberbeitaversehloß  für  Flaschen.  Carl 
Schnuerle,  Frankfurt  a.  M.,  Waldschmidtstr.  57.    30  8.  20 

32a,  7.  C.  28  866.  Baiter  für  Glasmacheipfeifen.  Coming  Glass 
Works.  Coming,  Newyork.    13.3.  20 

32  a,  15.  H  8'6«5  Giar-blapfmaschine  mit  drehbarem  Gestell. 
Robert  Fred-riek  Hall.  Birmingham,  Engl    7.  7.  20    Großbritannien  10  7. 17. 

32  a,  27  B  91561  Verfahren  zum  Drehen  zylindrische.-  Körper, 
besoiders  ft  a«kö  per    Paul  Bornkessel,  Frohnau,  Mark.    12.11.  19 

32  a,  27  Verfahren  zum  Zusemmenscbmelzen  von  Glasgegenständen 
aus  Teilen.   E'nst  Angn9t  Krüger,  Zeuthen.  M»rk    13  3  20 

82a,  27  P.  40  768  Verfahren  zur  Erzeugung  eines  verfieebtbaren, 
verseilbaren  oder  veiwebbaren  Glaegespinstes.  Gedern  v.  Pazsiczky, 
Wand-bek.    11.10.  20. 

32  a  33  L  60  948  Verfahren  zcro  Ritzen  oder  Schneiden  von  Glas. 
Dr.  Erxh  Liebreich,  B  rlin- Halensee,  Joachim  Friedrich- Str.  51.  10.7.20. 

42',  1.  K  78168  Thermometer.  Wilhelm  K  amer,  Tnermometer- 
fabiih,  Kimmanditgesellschaft,  Zerbst,  Anh.   27.6  21. 

42i,  1.    ü  7475.   KapilJarrobr  für  Theimometer.    11.5.  21. 

42  i,  1.    V  7514,    KapillfTrohr  für  Thermometer.    16  6  21. 

Wilhelm  Uebe,  G  m  b.  H ,  Z«rbst,  Anh. 

42i,  9.  L  51882.  Optisches  Pyrometer.  Michael  Lockhoven,  Köln- 
EhreiMd,  GeißeMr.  78    4  12.  20. 

42  i,  9  H.  84  091.  Optisches  Pyrometer.  Dr.  Rudolf  Hase, 
Hannovt-r,  Josefstr  26    25. 1.  21. 

42  i,  9.  S.  55  277.  Strahlungspyrometer  mit  Thermoelement  und  vor 
diesem  liegender  Blende.  Siemens  &  Halske,  A.-G ,  SiemenBStadt  b.  Berlin. 
10. 1.  21. 

44  b,  18  _P.  42  432.  Etoi  für  Zigarren  oder  Zigaretten  u.  dgl. 
Porzellsufabrik  F.  Tbomas,  Marktredwitz,  Bayern.   7  7.  21. 

64  a,  35  L  45127  Druckschraubenverschluß  für  Flaschen  u.  dgl. 
Julius  Lovas,  Budapest.    26  3.  17. 

75  b,  13.  W.  57  568  Verfahren  zur  Herstellung  von  Glaemosaiken. 
Werketätten  für  dekorative  Kunst  Racz  &  Co.,  Berlin.    19.  2.  21. 

80  a,  25  B.  94925.  Strangpresse  mit  schwingbaren  Preßflügeln. 
Gebrüder  Bnhler,  Uzvii,  Schweiz.    6.7.  20.   Schweiz  1  11.  19 

80  a,  44  A  83  736  Maschine  zum  Formen  unronder  keramischer 
Gegenstände  mit  Drehscheibe  und  Formate».  Aktiebolagct  Gustafsb'erg 
Fabriks  Intressenter,  Gostafsberg,  Schwed.   8  7.  20.    Schweden  15.  8  19 

80  a,  67  T  23184  Verfahren  und  Vorrichtung  zur  Herstellung 
von  an  der  Obeifiache  verzierten  Gegenständen  aus  keramischer  oder 
ähnlicher  Masse.    Heinrich  Tbein,  Hofheim,  TJuterfranken.    10.  10.  19. 

80  a,  47.  J.  20  423.  Presse  für  Porzellangegenstände  mit  Innen- 
gewinde.   Franz  Jawansky,  CaTlowitz.    10.  6.  20. 

80  b,  7.  D  «0473  Verfahren  zur  Herstellung  von  Kunstmeerschaum; 
Zus.  z.  Pat.  340  533.    Paul  Deussing,  Runla,  Tuür.  23.9.21. 

8üb,  12.  V  16  021.  Verfahren  zur  Herstellung  feinkeramischer 
Erzeugnisse.    Dr  Wili-elm  Vershofen,  Sohneberg.  18.11.20. 

80  b,  19.  M.  75  275.  Verfahren  zur  Herstellung  einer  säure-  und 
wasserfesten  Politur  auf  Kunststein  durch  Aufbringen  von  Kunstharzlösung 
und  Erhitzen.  Märkische  Marmorwerke,  G.  m  b.  H.,  Dortmund -Hafen, 
Speicberstraße  98.   27  9  21. 

80c,  5.  W.  50  997.  Ringförmiger  Kanal-Mafielofen.  C  B.Winzer, 
Hamburg,  Winterhuderweg  14    19.  6.  18. 

80  a,  14.  T.  19  652.  Verfahren  zum  Sintern  und  Rösten  im  Dreh- 
rohrofen. 

80  c,  14  T  21  087.  Verfahren  zum  Sintern,  Agglomerieren,  Brennen, 
©alcinieren,  Bösten  und  dergl.  im  Drehrohrofen. 

Bertha  Culin,  Hamburg,  Borgfelder  Str.  ,85.  11.4.14. 

82  a,  1.  M.  70  993.  Trockenverfahren  für  Tonerzengnisse.  Carl 
Münzel  u.  Alois  PoetzJ,  Röhrsdorf  a.  d.  B ,  N  -B.    12. 10.  20. 

Zurücknahme  von  Anmeldungen. 
80b.   A.  27  923.    Verfahren,  Körper  aus  Ton,  Steingut,  Porzellan 
oder  dergl.  keramisch  dichter  Masse  unempfindlich  gegen  plötzliche  starke 
Temperaturunterschiede  zu  machen.  7.11.22. 


Versagimg. 

67  a.  K.  70  680.  Einrichtung  zur  bequemen  Anordnung  mehrerer 
Einheiten  gleichartiger  Schleif-  nnd  Poliermaschinen  für  optische  Gläser 
und  zur  beliebigen  Vermehrung  der  Einheiten.   29.3  20. 


Erteilungen. 

352  344.  12  d,  6.  Vorrichtung  zum  Oeffnen  von  Filterpressen. 
Elektro-0  mose,  A.-G  (Graf  S  :hwerin-Gesellschiif  i),  Berlin.    18.10.  19 

352  367.  341,  1.  Irdene  feuerbeständige  Gefäße  oder  Tiegel. 
F.  M.  Eufcen  Bleß,  Kö  n-Mllheim,  KranenBtr.  6.    16.9.  17. 

352  569.  80  a,  25.  Schneckenpresse  für  Ton  und  andere  plastische, 
keramische  Massen.   Griesemann  &  Co  ,  Magdeburg-Naustadt.    7.  9  19. 

352  560.  80  a,  47  Verfah  en  und  Vorrichtung  zur  Herstellung  von 
Isolatoren  u.  dgl.  Hellwig  Schröder,  Koblenz  a.  Rh.,  Schenkendorfstr.  35. 
13.1.20. 

362  569.  4  a,  39.  Verfahren  zum  Fassen  von  Glasscheiben,  besonders 
iür  Deckgläser.    Robert  Bosch,  A.-G.,  Stuttgart.    1.  8.  20. 


352  675.  30  b,  14.  Künstlicher  Porzellanzahn  mit  Räckenplatte. 
Paul  Andre  Jouvellier,  Paris.    12.  6.  21.    Frankreich  15  6  20. 

352  732  32  a,  5,  Verfahren  zur  Verkleinernng  der  in  einem  Glase 
enthaltenen  Blasen.    Schott  &  Gen.,  Jena.    8.12  14,  '  M:::ZZ 

352  802.  30  b,  14.  Künstlicher  Zahn  für  Kieferprothesen.  -  Jean 
Louis  Philippe  Roume^uere,  Auch,  Gers,  Frankreich.  ^4.  8  20.  Frankreich 
6  9. 19. 

352  805  36  a,  13.  Hintermauerung  von  Kachelöfen.  Dr.  Karl  Brabbe 
Charlottenhurg,  Weimarer  Str.  50.    16.  5.20. 

352  829.  75  c,  22.  Spritzapparat  für  Farben  u.  dgl.  Leipziger 
Tangier-Manier  Alexander  Grabe,  Leipzig-Piagwitz.    27. 11.  20. 


Beschreibunsren« 

Medizinisch-chirurgische  liest» nmente  aus  Glas.  Auf  rtai  Glas 
wird  eine  beliebig  dicke  GummielaBtimm-Schicht  aufvnlkanisiert.  30k,  19. 
Nr,  346  016.    15  2  21     Dr.  Aibrecht  M  yenberg,  Berlin. 

Verfahren  zorn  Schmelzen  von  Quarz.  Derselbe  wird  in  einem 
Raum  elektriech  geschmolzen,  der  solange  aufgepumpt  wird,  bis  der  Quarz 
flüssig  ist,  nnd  der  mit  gepreßtem  Gas  gefüllt  wird,  sobald  der  Q narz  ge- 
schmolzen ist,  und  mit  gepreßtem  Gas  gefüllt  bleibt,  bis  der  Q  >arz  er- 
starrt ist  Dies  zn  dem  Zweck,  ein  blasenfreies  Schmelzest  zu  erhalten. 
£2»,  35.    Nr.  310134.    10.12.13.    Hago  H4berger,  München. 

Schlagstempelpresse  zur  Herstellung  von  Platten  und  anderen 
massiven  Gegenständen  aus  keramischen  Massen  mit  einem  durch  das 
Lichte  des  Formrabmens  gebenden  Scblagstempe),  dessen  Arm  beim 
Niederfallen  bei  wagerechter  Luge  der  Schlagfläche  abgefangen  wird. 
Zam  Abfangen  des  Schlagarmes  dient  die  für  sich  bestehende  und  auf 
der  Unterlage  feste  Rückwand  des  Formrahmens  80  a,  13.  Nr.  346  426. 
11  7.  19.   Emil  Ahrens,  Halle  a.  S. 

Verfahren  zum  Formen  von  nicht  hiidsamer  körniger  Masse, 
besonders  von  gemahlenem  Ganiiter.  Die  Misse  wird  aus  solcher  Ent- 
ff  nung  in  die  Form  fallen  gelassen  oder  geschleudert,  daß  ihre  Teilchen 
ich  auf  dem  Wege  zur  Form  voneinander  trennen  und  nicht  gleichzeitig 
dichte  Masse,  sondern  als  aufgelockerter  Schwärm  zu  verschiedenen 
Zeten  aufschlagen.  80  a,  45.  Nr.  346  503  17.  2.  20  Refractories 
Maihinery  Manufacturng  Company,  Pittsburg,  Pa.,  V.  St.  A. 

Büttelmaschine  zum  Verdichten  hörniger  Ms  pulvriger,  sowie 
auch  plastischer  Missen  in  Fosmen  oder  anderen  Behältern,  bei  welcher 
dem  Forn träger  Zitterbewegungen  von  hoher  Schwingangszahl  erteilt 
werden  Die  Bewegungen  werden  durch  umlaufende  unausgeglichene 
Schwungmassen  hervorgebracht,  welche  in  einem  in  einer  Eoene  oder 
gleichzeitig  in  mehreren  einander  schneidenden  Ebenen  frei  beweglichen 
(iestell  drehbar  gelagert  sind.  80  a,  46.  Nr.  346  557.  6  11.  19.  Frank 
Gsorg  Price,  Limpet  Works,  Scotstoua,  Glasgow,  Schottland. 

Isolator  für  elektrische  Leitungen.  Der  Isolierkörper  ist  mit 
einem  ini  eren  durchgehenden  Kanal,  durch  den  tiia  das  E  ement  mit  dem 
Anßenteil  des  nächstfolgenden  Elementes  verbindenden  Organe  hindnrch- 
sre/üart  sind,  versehen  und  weist  an  der  Aaßenseite  Nuten  auf,  die  zum 
Festhalten  des  Verbindnngsseiles  oder  -bandes  dienen,  wobei  die  Ver- 
wendung von  ZemeDt  oder  einem  ähnlichen  Material  vermieden  ist. 
21c,  13  Nr.  346  589.  2  9.  20  Sucieta  Ceramica,  RiQaard-Ginori, 
Mailand,  Italien. 

1  Verfahren  zur  Emaillierung  eines  aus  einem  Außenmantel, 

einem  Flammrohr  und  den  diese  verbindenden  Böden  bestehenden  Bade- 
ofenzylinders. Der  B»deofen zylinder  wird  in  einzelnen  getrennten  Teilen 
emailliert,  die  nach  dem  Emaillieren  unter  Erhaltung  des  Emailleüber- 
zuges miteinander  verschweigt  werden. 

2.  Verfahren  nach  Ansprach  1.  Der  mit  beiden  Böden  verschweißte 
Mantel  einerseits  nnd  das  Flammrohr  andererseits  werden  je  für  sich 
emailliert  und  danach  verschweißt.  48  c,  5.  Nr.  346  601,  31.  5.  19. 
Carl  Gollnm,  Eisenach. 

Befestigung  von  Konstruktionsteüen  irgendwelcher  Art  an 
Körpern  von  Porzellan  oder  ähnlichem,  keramischem  Material.  Die  Ver- 
bindung erfolgt  mitteis  Holzschrauben  oder  Schrauben  mit  holzschrauben- 
artigem Gewinde,  um  auch  bei  größeren  Differenzen  iu  bezog  auf  die 
Gewindetiefen  noch  ein  sicheres  Featnalten  der  zu  befestigenden  Teile  am 
Isolierkörper  zu  erreichen  und  auch  nicht  ganz  einwandfreie  Isjlations- 
teile  noch  verwenden  zu  köanen.  21  c,  17.  Nr.  346  632.  10.  11.  20. 
Voigt  &  Haiffaer,  A.-G.,  Frankfurt  a.  M. 

Presse  zur  Herstellung  von  Pendeleiern  und  ähnlichen  Gegen- 
ständen aus  Porzellan,  Steingut  oder  Ton,  mit  Gewindelöchern,  mit  Hilfe 
eines  in  der  Matrize  verschraubbaren,  den  Gewindeiöchern  entsprechenden 
Gewindeschntilbolzens.  Der  Gewindeschneider  und  der  Preßkopf  werden 
in  solcher  mechani  scher  Verbindung  miteinander  angetrieben,  daß,  während 
der  Preßkopf  die  M*sse  in  die  Matrize  eingedrückt  hält,  der  Gewinde- 
BchEeider  in  die  Masse  hineingeschraubt  und  wieder  herausgeschraubt 
wird.  80  a,  47.  Nr.  346  867.  23  5.20.  Franz  Jawansky,  Breslau-Carlowitz. 

Expiosionspipette  für  &ssana)yse.  Sie  besitzt  außer  der  oder 
den  in  ihrem  baserzeugungsraum  befindlichen  Elektroden  noch  eine 
EUktrode  für  die  Erzeugung  vonZisatzgas  in  einem  Nebengefäß,  das  mit 
der  Pipette  in  leitender  Verbindung  steht.  42  b,  4.  Nr.  346910.  2.2.21. 
Allgemeine  Vergasungsgesellschaft  m.  b.  H.,  Berlin-Halensee. 

Verfahren  zur  Herstellung  von  dichten  «egenständen  aus  Bauxit. 
Gebrannter  Bauxit  wird  in  feinst  gemahlenem  Zustande  zum  Gegenstand 
verformt  und  dieser  gebrannt.  80  b,  8.  Nr.  346 944  24. 10. 15.  Dyaamidon- 
Werk  Engelhorn  &  Co.,  G.  m.  b.  H.,  Minnheim -Waidüof. 

Isolator.  Er  besteht  aus  einer  in  der  Mitte  angebrachten  Stange 
ans  Isoiieisii  ff,  von  hoher  mechanischer  Festigk<it,  die  gegen  atmosphärische 
Einritts  e  durch  ein  Rohr  aus  ii-oliereudem  und  gegen  Fcucntigkeit  un- 
eini  bildlichem  Material  geschützt  wird,  das  keiner  mechaniscnen  Be- 
B^pruchung  durch  die  Ldiung  ausgesetzt  ist.  In  seinem  lauern  befindet 
sich  ein  trocknes,  unter  Druck  befindliches  Gas,  dessen  Druck  jederzeit 
durch  eine  besondere  Leitung  kontrolliert  werden  kann.  21  c,  13.  Nr.  347024 . 
20.  8.  20,    M.  Paul  Bergeon,  Grenobie,  Frankreich. 


204  —  Nr.  17 


SPRECHSAAL  — 


COBURG.! 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


Yerbüider  für  Seilschlaufen  von  Hängeisolatoren  nach  Patent  I 

344  050.  Auf  der  Innenfläche  der  beim  Zusammensetzen  des  Verbinders 
außen  liegenden  größeren  Halbkugeln  sind  Erhöhungen  angebracht,  die 
beim  Zusammenfügen  in  die  das  Seil  aufnehmenden  Schlitze  der  innen 
liegenden  kleineren  Halbkugeln  eintreten  und  hier  die  Anlageflächen  für 
die  Seilverdickungen  vervollständigen.  21  c,  13.  Nr.  347  078.  7.  12.  20. 
(Zusatz  zum  Patent  344  050).  Porzellanfabrik  Kahla,  Filiale  Hermsdorf- 
Klosterlausnitz,  Hermsdorf,  S.  A. 

Zweiteiliger  Verbinder  für  die  Zusammensetzung  von  Hänge, 
isolatorenketten  nach  Patent  344  050.  Die  Schalen  sind  so  gekrümmt, 
daß  sie  sich  in  ihrer  Bogenform  dem  durch  den  Isolator  geführten  Seil 
anpassen  Zusammengelegt  bilden  sie  Schlitze,  die  zur  Aufnahme  der  für 
die  Endaufhängungen  von  Isolatorketten  üblichen  Ringösen  oder  Klöppel 
dienen.  21  c,  13.  Nr.  347  079.  2.7.20.  (Zusatz  zum  Patent  344  050). 
Porzellanfabrik  Kahla,  Filiale  Hermsdorf-Klosterlausnitz,  Hermsdorf,  S.A. 


Gebrauchsmuster. 

Deutsches  Beleb. 
Eintragungen. 

806  869.  75  d.  Handgemaltes  Glasbild.  Berthold  Schilling,  Langen- 
kamp 2,  und  Otto  Wenk,  Raboisen  63,  Hamburg.    19.  1.  22. 

806  877.  421.  Hochvakuum-Exsiccator.  F.  Jhlow,  Berlin-Grune- 
wald, TVplitzerstraße  5.    21.  1.  22 

806  982.  53  b.  Deckel  für  Einkocheläser.  August  Zur,  Hannover, 
Listerstraße  33  c,  und  A.  Lampel  &  Co.,  Kommandit- Gesellschaft,  Berlin. 
17.  3.  19. 

807289.  24  k.  Feuerbrttckenformsteiu.  Fritz  Wagener,  Linden  a,  Ruhr. 
19.  1.  22 

807  442.    64  a.   üeberkapsel  mit  King  für  Schraubgläser. 

807  443.   64  a.   Schablonendeckel  für  Deckelstopfen.   1.  2.  22. 
807  452.    64  a.    Verschluß  für  Gefäße,  insbes.  Flaschen,  Kruken 
o.  dergl.   8.  6,  21. 

Paul  Bornkessel;  Frohnau. 

807  540.  45  f.  Blumentopf  mit  glasiertem  Band  und  glasierten  Ver- 
zierungen, die  auf  dem  rohgebrannten  Scherben  angebracht  sind.  Friedrich 
Hudler,  Dießen  a.  Ammersee,  Oberbayern.   9.  2.  22. 


807  548.   42  i.   Fieberthermometer  in  runder  oder  ovaler  Form  mit 

Bundskala.   Bother-Thermometer,  K  -G.,  Zerbst.   28.  12.  21. 

807  583.  80  c.  Gasgeheizter  Porzellanbrennofen.  Franz  Rohrwasser, 
Halle  a.  S.,  Talstraße  29  a.   30  8  20. 

807  627.  70  c.  Immer  fließendes  Tintenglas  bezw.  Tintenfaß. 
Schmidt  &  Köhler  Nachf.  und  Otto  Both,  Frankfurt  a.  M.   3.  12.  21. 

807  637.  33  c.  Flasche  *  für  Riechstoffe  u.  dergl.  Gustav  Lohse, 
Teltow  b.  Berlin.   28. 1.  22. 

807  755.  42  i.  Thermometer  für  die  Kabine  von  Personenauto- 
mobilen. Glastechnische  Präzisionsfabrik  für  Laboratorium-  und  Fabrik- 
bedarf Widder  &  Co.,  Schmiedefeld,  Kr.  Schiensingen.   9.  1.  22. 

807  867.  42  n.  Karton  mit  den  einzelnen  Phasen  der  Thermo- 
meterherstellung. Carl  Woytacek,  Glastechnische  Werkstätten,  G.  m.  b.  H., 
Hamburg.    13.  1.  22. 

807  953.  53  c.  Vorrichtung  zum  Schließen  von  Konservengläsern. 
31.  12.  20. 

807  958.   53  b.   Vorrichtung  zum  Schließen  von  Konservengläsern. 

29.  4.  21. 

Otto  Witte,  Leisnig  i.  S. 

807  982.  36  a.  Kachel  für  Oefen,  Wandbekleidungen  usw.  Ernst 
Schirrmacher,  Berlin-Steglitz,  Filandastraße  28.   8.  2  22. 


Verlängerung  der  Schutzfrist. 

678  774.  32  a.  Formenschließwerk  usw.  Fr.  Wilhelm  Kutzscher, 
Deuben-Dresden.  1.3.22. 

681  729.  53  b.  Verschlußvorrichtung  für  Konservengläser.  Heinrich 
Langhorst,  Grohn- Vegesack.    1.  3. 22. 

679  751  32  a.  Preßling  zur  Herstellung  von  Glashähnen  usw. 
Wilhelm  Joffa,  Jlmenau  i.  Th.    14. 12.  21. 

699  985.   21  c.   Hänge-  und  Abspannisolator  uaw. 

700  483.    21  c.   Hochspannungsisolator  usw.  10.2.22. 
703  370.   21c.   Isolator  usw.  23.2.22. 

714  632.  21  c.  Vorrichtung  zur  Befestigung  der  Kappe  auf  Iso- 
latoren.  10.2  22. 

Porzellanfabrik  Kahla,  Filiale  Hermsdorf  -  Klosterlausnitz,  Herms- 
dorf, S.-A.   


Fragekasten  des  Sprechsaal. 

Zup  Beachtung  bei  Benutzung  des  Fragekaatene. 

1.  Der  Fragekasten  dient  dazu,  technische  und  andere  für  unseren  Leserkreis  wissenswerte  Fragen  und  Fabrlkatloi^fehleif 
offen  ku  erörtern,  ferner  Hilf  «mittel,  Materialien,  Maschinen  und  Werkzeuge  für  unsere  Industrien  nachzuweisen.  Soweit  sich  Bezugs- 
quellen im  Anzeigenteil  finden,  wird,  wenn  nicht  besondere  Meldungen  erfolgen,  nur  darauf  hin  verwiesen. 

».  »ie  direkte  Vermittelung  des  An-  ©der  Verkaufs  von  Rezepten,  fertigen  Fabrikaten  usw.  und  die  Weitergabe  von  Angeboten 
oder  Antworten  an  die  Fragesteller  sind  ausgeschlossen. 

8.  »ie  Kamen  der  Fragesteller  werden  nach  keiner  Weise  hin  genannt,  anonyme  Zuschriften  jedoch  nicht  berücksichtigt. 

4.  »le  Antworten  werden  nur  In  die  zweite  auf  die  Frage  folgende  Nummer  aufgenommen.  Verspätet  eingehende  Antworten 
kOnnen  nur  ausnahmsweise  Berücksichtigung  finden. 

R  in«  Redaktion  behält  sich  vor.  ohne  Angabe  von  «runden  sowohl  Fragen  als  aueh  Antworten  abzulehnen;  für  brauchbare 
Beantwortungen  tecScherFragen  gew&hrt  sie  ein  angemessenes  Zellenhonorar.  Eine  zlvUreehtUehe  Haftpflicht  übernimmt  die 
Redaktion  nicht. 


6.  Jeder  Frage  ist  Rückporto  beizufügen. 

Keramik. 

66.  In  Anbetracht  der  prinzipiellen  Vorzüge  des  Tunnelofen-Systems 
wird  dieser  zur  Zeit  in  stärkerem  Umfange  bei  höheren  Temperaturen  ver- 
wendet. Welche  Erfahrungen  liegen  aber  damit  vor  beim  Brennen  kera- 
mischer Artikel  bei  SK  012— 011?  Welche  Art  der  Befeuerung  wurde 
dabei  angewendet,  und  hat  die  Generatorfeuerung  Erfolge  gezeitigt?  Welche 
Länge  müßte  ein  solcher  Ofen,  wie  er  praktischen  Bedürfnissen  entspricht, 
haben,  wenn  das  zu  brennende  Material  als  Rohmaterial  etwa  40  %  -Feuch- 
tigkeit hat?   Die  Leistung  soll  5000—10000  Steine  pro  Tag  sein. 

ErsteAntwort:  Das  Tunnelofensystem  ist  ebensogut  bei  niederen 
als  bei  höheren  Temperaturen  wirtschaftlich.  Die  Gasgeneratorfeuerung 
ist  der  direkten  Feuerung  vorzuziehen,  da  damit  allerlei  Vorteile  und 
auch  eine  höhere  Kohlenersparnis  erzielt  werden.  Man  wählt  bei  Anlage 
eines  Tunnelofens  entweder  die  direkte  oder  indirekte  Beheizung,  im 
letzteren  Falle  den  sogenannten  Muffeltunnelofen.  Derselbe  ist  insbesondere 
ftir  Glasurware  zu  empfehlen  und  dort,  wo  die  Flamme  mit  der  zu 
brennenden  Ware  nicht  in  Berührung  kommen  soll.  Wie  lang  der  Ofen 
sein  muß,  wird  Ihnen  jeder  Tunnelofenbauer  berechnen  können,  wenn  Sie 
ihm  nähere  Angaben  machen.  Welcher  Art  die  Steine  sind,  die  Sie  brennen 
wollen,  und  wie  schwer  sie  sind,  danach  richtet  sich  hauptsächlich  die 
Konstruktion.  Auf  jeden  Fall  wird  der  Tunnelofen  grolie  Ersparnisse 
zeitigen,  wenn  es  Ihnen  nicht  auf  die  hohen  Baukosten  ankommt. 

Zweite  Antwort:  Warum  soll  das  Tunnel-Ofensystem  sich 
nicht  für  SK  012—014  eignen?  Und  warum  soll  Generatorfeuerung 
ungeeignet  sein?  Die  Länge  des  Ofens  erfragen  Sie  am  besten  bei  einem 
Tunnelofen-Konstrukteur.  Der  Faugeron-Ofen  wurde  in  seiner  ersten  Ge- 
stalt bei  Steingut  angewandt.  Die  Koblefeuerung  ist  dabei  ebenso  an- 
wendbar als  der  Gasbrand.  Sie  werden  im  Tunnelofen  bedeutend  mehr 
als  10  000  Steine  im  Tag  brennen  können;  es  kommt  allerdings  auf  die 
Größe  der  Steine  an. 

Dritte  Antwort:  Es  scheint  sich  bei  Ihnen  ledisrlich  um  ge- 
wöhnliche Mauersteine  zu  handeln,  die  bei  etwa  830—880°  gebrannt 
werden.  Hierzu  eignen  fcich  die  Gasfeuerung  und  der  Tunnelofen  keines- 
wegs, denn  die  Wirtschaftlichkeit  setzt  erfahrungsgemäli  erst  über  1100° 
ein.  Am  besten  bauen  Sie  einen  Kanalofen,  der  mit  einer  automatischen 
Trockenanlage  versehen  ist,  die  unmittelbar  vor  dem  Ofen  Aufstellung 
findet,  um  die  Wege  kurz  zu  gehalten.  Die  beste  automatische  Anlage 
ist  die  nach  D.  B.  P.  288  248,  weil  hier  ein  Kanalofensystem  mit  Kanal- 
trocknerei  kombiniert  int  bei  denkbar  kleinster  Grundfläche,  daher  anch 
naturgemäß  geringsten  Transporten,  was  sehr  wichtig  ist.  Der  Ofen  hat 
bei  der  angegebenen  Tagesleistung  eine  Breite  von  etwa  8  m  und  eine 


Länge  von  etwa  16  m;  doch  spielt  bei  der  Bemessung  der  Brennlänge  un* 
daher  des  Ofens  selbst  die  Empfindlichkeit  des  Brennguts  eine  wesentliche 

Rolle. 

Vierte  Antwort:  Die  Frage  der  Verwendbarkeit  von  Tannelöfen 
ist  in  letzter  Zeit  im  Fragekasten  genügend  behandelt  worden,  um  daraus 
zu  entnehmen,  daß  der  Tunnelofen  sich  zum  Brennen  keramischer  Artikel 
auf  SK  012—014  genau  so  gut  eignet,  als  für  höhere  Temperaturen.  Zur 
Beheizung  kommt  aus  Sparsamkeitsgründen  am  besten  die  Generatorgas- 
feuerung in  Betracht,  doch  muß  der  Ofenbauer  diese  Frage  entscheiden. 
Der  Ofen  müßte  wohl  60  m  lang  Bein,  doch  hängt  dieses  von  der  zu 
brennenden  Ware  ab;  der  Ausdruck  Steine  ist  sehr  dehnbar  und  für  die 
einwandfreie  Beantwortung  Ihrer  Frage  nicht  eindeutig  genug.  Im  übrigen 
sprechen  beim  Bau  von  Tunnelöfen  so  viele  Umstände  mit,  daß  man  im 
Rahmen  des  Fragekastens  nicht  auf  alles  eingehen  kann,  sondern  dies 
einem  Fachmann  an  Ort  und  Stelle  überlassen  muß. 

67.   Mein  Versatz  aus: 

Sand  (62,55  °j0  Quarz,  29,06  *lo  Feld- 
spat, 8,39  °/o  Tonsubstanz)    .    .   .    9000  Qew.-T. 
Hallesche  Erde  von  Boitze- Salzmünde   6000  „ 

Schwedischer  Feldspat  450  „ 

steht  beim  Gießen  von  großen  Vasen  sehr  gut,  dagegen  verzieht  sich  die 
Masse  beim  Drehen  von  Tassen  und  Schalen.  Woran  kann  das  liegen, 
und  was  muß  event.  am  Versatz  geändert  oder  ihm  zugesetzt  werden? 
Kann  man  auch  eine  andere,  z.  B.  bayrische  Erde  zu  dem  Versatz  ver- 
wenden, und  wie  müßte  der  Versatz  dann  lauten? 

ErsteAntwort:  Ihr  Versatz  leidet  an  zu  geringem  Kaolinznsatz, 
um  daraus  gut  stehende  Tassen  und  Schalen  fertigen  zu  können.  Anch 
würde  es  sich  empfehlen,  noch  einen  anderen  Kaolin,  z.  B.  den  Hohbnrger 
beizugeben.  Setzen  Sie  Ihrem  Versätze  noch  600  Gew.-T.  Hohbnrger 
Kaolin  zu  oder  auch  Kemmlitzer,  der  aber  weniger  plastisch  ist  als  der 
erstere,  weshalb  Sie  vielleicht  noch  etwas  höher  mit  diesem  Zusatz  gehen 
müßten.   Leider  haben  Sie  nicht  mitgeteilt,  wie  hoch  Sie  brennen. 

Zweite  Antwort:  Vom  Sand  geben  Sie  die  rationelle  Zusammen- 
setzung an,  vom  Boitze-Kaolin  nicht ;  infolgedessen  läßt  sich  kein  sicheres 
Urteil  über  die  Zusammensetzung  Inrer  Masse  gewinnen.  Wenn  Vasen 
gut  stehen,  muß  dies  auch  beim  Geschirr  der  Fall  Bein.  Der  Fehler  ist 
wahrscheinlich  in  ungeeigneten  Schablonen  zu  Buchen;  Sie  geben  unge- 
nügende Spannung  in  die  Schablone  oder  geben  sie  an  falscher  Stelle. 
Wenn  sich  die  Masse  beim  Drehen  schon  verzieht,  so  ist  falsche  Arbeits- 
weise schuld  oder  die  Masse  ist  eben  falsch  zusammengesetzt. 

Dritte  Antwort:  Wenn  Bich  Ihr  Versatz  beim  Gießen  von 
großen  Vasen  bewährt  und  diese  sich  im  Brande  nicht  verziehen,  so 


1922  (55.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL 


dürfte  ein  Verziehen  von  gedrehten  Tassen  nnd  Schalen  ans  derselbe« 
Masse  nicht  vorkommen.  Im  allgemeinen  magert  man  die Gießniasse 
stärker  als  die  Drehmasse  des  besseren  Gießens  wegen.  In  Ihrem  Falle 
ist  es  aber  sehr  leicht  möglich,  daß  der  Fehler  durch  ^richtige  Behand- 
lung der  Drehmasse  vor  dem  Bindrehen  hervorgerufen  wird,  «ei  einer 
Drehmasse  z.  B.,  die  ungleichmäßig  ist,  verziehen  sich  Tassen  und  leller 
regelmäßig,  und  auch  Masse,  die  von  der  Filterpresse  weg,  also  ganz 
frisch  verarbeitet  wird,  begünstigt  den  Fehler.  Ich  empfe hie  I^en  den 
Versatz  vorerst  nicht  zu  ändern.  Lassen  Sie  die  Masse  nach  dem  Ver- 
lassen der  Filterpresse  gleichmäßig  schlagen  und  bringen  Sie  Heseine 
dann  einige  Wochen  in  den  Massekeller.  Vor  dem  Verarbeiten  muß  die 
Masse  dann  nochmals  gut  geschlagen  werden,  damit  sie  ganz  homogen 
wird,  Sie  werden  dann  bessere  Ergebnisse  erzielen  .  Allenfalls  konnten 
Sie  in  Ihrem  Versatz  1000  Gew,T.  Hallesche  Erde  herausnehmen 
Bayerische  Erde  und  Hallesche  Erde  je  zur  Hälfte  würden  «^  ebenfalls 
für  Ihren  Versatz  eignen ;  erstere  müßte  natürlich  von  bester  reiner 

Qua  '«*  ■«»•  Antwort.  Um  Ihre  Frage  beantworten  zu  können,  müßten 
die  Analysen  der  übrigen  Rohstoffe  auch  angegeben  sein.  Das  Verziehen 
der  Schalen  und  Tassen  braucht  nicht  an  der  Massezusammensetzung  zu 
liegen,  sondern  kann  auch  in  der  Aufbereitung  derselben  zu  suchen  sein 
über  die  Sie  nichts  sagen.  Ungleichmäßige  Masse,  fehlerhaftes  Auf- 
orehen ?  einseitiges  zu  rasches  Trocknen,  zu  feuehtes  Einsetzen  in  den 
Schrühbrand,  krumme  Kapselböden  usw.  können  den  Fehler  hervorrufen. 
^£kJL  können  an  Stelle  der  Halleschen  Erde  ohne  weiteres 
verwendet  werden,  wenn  sie  so  ziemlich  die  gleichen  Eigenschaften  haben 
wie  die  verwendete  Hallesche  Erde.  Das  Verziehen  kann  aber  auch  am 
Ton  liegen,  nnd  es  ist  daher  nie  ratsam,  nur  einen  Ton  oder  Kaolin  zu 
verwenden.  Welche  bayrischen  Erden  Sie  am  besten  einführen,  wird 
lieh  bei  praktischen  Versuchen  ergeben ;  ihre  Zusammensetzung  ist  natür- 
ich  von  vornherein  in  Betracht  zu  ziehen.  Sind  Sie  *^t  Fachmann, 
so  unterlassen  Sie  die  Aenderungen  nnd  betrauen  Sie  damit  ein  Fach- 
laboratorium oder  einen  Fachmann. 

Glas. 

U.  Wir  haben  bei  unserer  Flaschenfabrikation  bisher  immer  Holz- 
späne verwendet,  jedoch  zeigen  sich  hier  erhebliche  Mißstände  (Mangel  an 
%ngen  Burschen,  Zeitverlust  der  Auftreiber  durch  das  Spameinlegen 
schmutzige  Arbeitsstätte).  Wäre  es  möglich,  geschmierte  Formen  bei 
gTößereJmaschen  bis  zu  1  l  Inhalt,  auch  bei  dekorierten  Flaschen  zu .  ver- 
wenden? Lassm  sich  dekorierte  Flaschen  einwandfrei  in  <^<*™*£» 
Formen  unter  Benutzung  von  Wasserkästen  blasen,  und  welche  Schmiere 
wird  hierbei  am  besten  verwendet?  -         _  „aArahta 

Erste  Antwort:  Möglich  iBt  es  wohl,  die  Formen  für  gedrehte 
Flaschen  mit  einer  Masse  zu  präparieren,  damit  das  Späneeinlegen  weg- 
fällt- doch  auch  dann  muß  das  Einblasen  namentlich  anfangs  vorsichtig 
geschehen,  bis  sich  die  Masse  zu  einer  festen  glatten  Ernste  angebrannt 
hat  Die  Formen  werden  folgendermaßen  vorbereitet:  Zunächst  werden 
sie  von  der  anhaftenden  Kruste  gereinigt  und  mit  Schmirgelleinwand  aus- 
gerieben, darauf  werden  die  inneren  Formwände  mit  dickem  Firm i  oder 
Leinöl  bestrichen  nnd  nun  mit  fein  gepulverter  Holzkohle  gleichmaßig 
eingestaubt.  Hierzu  verwendet  man  eine  Büchse,  die  mit  einem  feinen 
Sieb  überzogen  ist  (ähnlich  wie  ein  Teesieb)  oder  einen  Beutel  aus  grober 
Leinwand  und  sehr  fein  gemahlene  Holzkohle.  Sind  die  Formen  ein- 
gestaubt, so  läßt  man  sie  einige  Zeit  trocknen.  Das  Einstauben  kann 
Ipäter  wiederholt  werden,  so  daß  sich  eine  ganze  Kohlenkruste  an  der 
Formwand  bildet.  Die  ersten  Flaschen  müssen  nun  J»8™; 
sehr  vorsichtig  eingeblasen  werden,  damit  der  Kohlestaub  gleichmäßig 
anbrennt,  und  nach  jedem  Einblasen  ist  die  Form  in  Wasser  zu  tauchen. 
Die  innere  Formwand  wird  dabei  ganz  glatt,  und  man  erhält  Flaschen, 
die  den  in  Holzformen  eingeblasenen  an  Glanz  nicht  nachstehen  und  sich 
vorzüglich  zum  Dekorieren  eignen.  Die  Größe  spielt  dabei  keine  Rolle. 
Es  gehört  wie  gesagt  anfangs  etwas  Vorsicht  dazn  und  bald  finden  die 
Glasbläser  selbst  die  Vorteile  heraus.  .  .  .,  .  , 

Zweite  Antwort:  Mit  der  Steigerung  der  Arbeitslohne  sind  die 
Holzspäne  oder  Strohhalme  bei  der  Herstellung  von  gedrehten  Flaschen 
immer  mehr  nnd  mehr  verschwunden,  und  man  verwendet  dafür  eine 
bewährte  Formenschmiere.  Man  bereitet  aus  Abfallschmieröl  und  Kleie 
einen  dicken  Brei  und  verdünnt  ihn  mit  Wasser  derart,  daß  sich  die 
Formen  bequem  mit  dem  Pinsel  ausstreichen  lassen.  Für  dekorierte,  fest- 
eeblasene  Flaschen  verwendet  man  auch  Formen  mit  Wasserkästen,  genau 
so  wie  für  Formen  zur  Fabrikation  gedrehter  Flaschen.  Zuweilen  werden 
auch  die  Formen  mit  einer  Schmiere  ans  mit  Wasser  dünn  angerührtem 
Graphit  ausgestrichen.  .     ,    ,  ... 

Dritte  Antwort:    Aus  geschmierten  Flaschenformen,  gleich- 
gültig welcher  Größe,  erhält  man  anstandslos  einwandfreie  Flaschen,  so- 
bald die  Behandlung  der  Formen  Bachgemäß  erfolgt.   Die  Verwendung 
einer  guten  Formenschmiere  ist  zunächst  Hanptbedingnng ;  mit  dieser 
sind  die  Formen  rechtzeitig  und  gut  zu  schmieren.    Großer  Wert  ist 
auch  auf  eine  bestimmte  Temperatur  der  Formen,  zu  legen,  weswegen  sie 
zu  kühlen  sind.    Wasserkästen  lassen  sich  für  die  Kühlung  im  allge- 
meinen nur  dann  verwenden,  wenn  bei  den  Formen  nur  der  Oberteil  ge- 
öffnet ist;  öffnet  sich  aber  die  Form  in  der  ganzen  Länge,  so  ist  eine 
Luftkühlung  das  beste.   Die  von  einem  Ventilator  erzeugte  Preßkühlluft 
wird  durch  Rohre  und  Schläuche  bis  zum  Standort  der  Formen  geleitet; 
den  Luftstrom  läßt  man  nun  so  stark  auf  die  Form  einwirken,  daß  dieBe 
die  geeignetste  Temperatur  beibehält.   Läßt  sich  die  Luftkühlung  nicht 
gut  einrichten,  so  kann  man  die  Form  durch  öfteres  Kaltschütten  mit 
Wasser  kühlen.   Es  läßt  Bich  aber  auch  in  zwei  Formen  arbeiten,  sodaß 
jeder  Einbläser  in  eine  Form  einbläst.  Die  Zwischenpausen  zwischen  dem 
Einblasen  Bind  dann  so  groß,  daß  Bich  die  Form  während  dieser  Zeit  von 
selbst  genügend  abkühlt.    Zur  Formenschmiere  eignen  sich  die  ver- 
schiedensten Fette.  Oele,  Harze  usw.,  und  es  werden  u.  a.  folgende  Ge- 
mische angewendet:  Graphit  nnd  Petroleum,  Graphit  mit  Leinöl  oder 
Firnis,  Leinöl  nnd  Schwarzmehl,  Fett  nnd  Mehl,  Abfallöl  mit  Kleie, 
Kolophonium  und  feinem  Holzkohlenmehl  usw. 


-COBURG.  Nr-  17  -  205 

45.  Wir  bitten  um  Angabe  eines  guten  Satzes  für  kupferrotes  Glas, 
im  Hafenofen  zu  schmelzen,  das  bei  der  Verarbeitung  nicht  lebrig  wird. 
Es  sollen  schwache  Nachtlämpchen  und  auch  stärkere  Schliffartikel,  wie 
Kaffeebecher  usw ,  direkt  aus  dem  Hafen  gearbeitet  werden.  Ist  diese  Art 
qeqenüber  der  Ueberfangarbeit  durch  Zapfen  rentabler?  _ 

Erste  Antwort:  Das  Schmelzen  von  kupferrotem  Glas  ist  nicht 
so  einfach,  und  es  gehört  immerhin  etwas  Erfahrung  dazu.  Der  Ofen 
muß  gleichmäßig  heiß  gehen  und  reines  Feuer  haben.  Je  schneller  das 
Gemenge  schmilzt,  desto  sicherer  ist  ein  gutes  Glas  zu  erhoffen.  Das  Ge- 
menge muß  sehr  gut  gemischt  sein,  und  das  Glas  ist  beim  Blankschüren 
mehrmals  zu  blasen.  Bei  plötzlicher  Abkühlung  erscheint  das  Glas  farb- 
los und  nur  das  nach  dem  Einblasen  wieder  erwärmte  oder  sehr  langsam 
abgekühlte  Glas  weist  die  rote  Farbe  auf.  Deshalb  wird  das  Glas  nach 
dem  Blankschmelzen  in  ein  Gefäß  mit  kaltem  Wasser  geschöpft,  dann 
wieder  eingelegt  und  bei  mäßiger  Hitze  geschmolzen.  Im  Kühlofen  muß 
eine  ziemlich  hohe  und  gleichmäßige  Temperatur  herrschen;  bei  sehwan- 
kender oder  zu  niedriger  Hitze  werden  die  Gläser  leicht  lebrig.  Die 
kleinen  Artikel  sollen  nicht  in  Ktihltöpfe  u.  drgl.  gebracht,  sondern  auf 
den  Herd  gelegt  werden,  damit  sie  die  Hitze  besser  bestreichen  kann  und 
sie  gleichmäßig  anlaufen  können.  Bei  stärkeren  Schliffartikeln  müßten  die 
Gläser  eventuell  nach  dem  Einblasen  nochmals  eingewärmt  werden,  um 
den  gleichmäßigen  Farbton  zu  erhalten.  Das  Verarbeiten  des  roten  Glases 
aus  dem  Hafen  ist  wohl  rentabler  als  das  Ueberfangen,  denn  einmal  geht 
die  Arbeit  schneller  vor  sich,  und  es  werden  in  derselben  Zeit  mehr  Stücke 
fertig  und  dann  können  die  Artikel  von  einem  etwas  geschickten  Glas- 
macher angefertigt  werden,  während  für  den  Ueberfang  ein  besonders  ein- 
gearbeiteter Glasmacher  nötig  ist.  Nachstehend  ein  Satz  für  kupfer- 
rotes Glas: 

Sand  100  feg 

Pottasche  20  „ 

Mennige  20  „ 

Soda   9  „ 

Borax   a" 

Salpeter   3  „ 

Kupferoxydul   *  » 

Zinnoxydul   j»  „ 

Weinstein   2  » 

Eisenoxydul  •      *  » 

Dieses  Gemenge  ist  für  die  erste  Probeschmelze  vielleicht  nur  zur  Hälfte 
einzulegen  oder  zuzurichten,  damit  man  sieht,  ob  das  Glas  nach  Wunsch 
ausfällt.  Das  Blasen  soll  nur  mit  einem  Holzklötzchen  erfolgen,  nicht  mit 
Kartoffeln  oder  Rüben  u.  dgl.  ,        „     .  V 

Zweite  Antwort:  Das  Schmelzen  und  die  Verarbeitung  von 
Rubinglas  setzen  große  Erfahrung  und  Geschicklichkeit  voraus.  Eine 
Hauptaufgabe  ist,  die  einzelnen  Rohmaterialien  auf  ganz  gleiche  Korngröße 
zu  bringen  und  auf  das  innigste  zu  mischen.  Um  das  Lebrigwerden 
nach  Tunlichkeit  zu  vermeiden,  empfiehlt  es  sich,  das  Glas  auszuschöpfen. 
Ein  schönes  Rubinglas,  das  direkt  aus  dem  Hafen  gearbeitet  werden  kann, 
erhält  man  mit  nachstehendem  Satz: 

Sand  1°°  kg 

Pottasche  30  » 

Borax  J°  » 

Salpeter  •    •     10  » 

Mennige  ■     20  „ 

Weinstein   2  „ 

Kupferoxydul  ;   •      6  » 

Zinnoxydul  •   6  » 

Eisenoxyd   1  » 

Dritte  Antwort:  Kupferrubin  zählt  mit  zu  den  Glassorten, 
die  besonders  schwierig  zu  schmelzen  sind.  Die  Behandlung  während 
der  Schmelze  ist  hier  ebenso  wichtig,  wie  die  Zugabe  der  Färbemittel  im 
richtigen  Verhältnis.  Es  sind  nur  ganz  reine  Rohmaterialien,  innigst  ge- 
mischt, zu  verwenden;  das  Einschmelzen  ist  nur  bei  ganz  heißem  Ofen- 
gang vorzunehmen,  da  der  Schmelzprozeß  schnell  durchgeführt  werden 
muß;  ebenso  ist  auch  beim  Ausarbeiten  der  Ofen  gut  heiß  zu  halten,  um 
ein  Lebrigwerden  des  Glases  zu  verhüten.  Kupferrubin  direkt  aus  dem 
Hafen  gearbeitet  ist  natürlich  der  üeberfangarbeit  gegenüber  viel  ren- 
tabler ist  doch  schon  die  Arbeitsweise  bedeutend  einfacher.  Ein  guter 
Gemengesatz  für  Kupferrubin,  direkt  aus  dem  Hafen  zu  arbeiten,  ist  der 

folgende: Sand  100  kg 

Pottasche  60/65   20  „ 

Soda   9  » 

Mennige  30  „ 

Borax   8  » 

Kupferoxydul   5  » 

Zinnasche   5  „ 

Weinstein   1>& » 

Eisenoxyd   °>5  » 

46.  Ich  bitte  um  Angabe  eines  verläßlichen  Gemengesatzes  für 
Granatrot,  das  zum  Ueberfangen  gut  geeignet  ist  und  während  der  Ver- 
arbeitung nicht  lebrig  wird.  Ist  es  möglich,  Granatrot  im  offenen  Hafen 
zu  schmelzen? 

Erste  Antwort:  In  offenen  Häfen  kann  Granatrot  geschmolzen 
werden,  nur  darf  keine  zu  rauchige  Flamme  vorherrschen.  Ein  heiß 
gehender  Hafen  ist  Bedingung,  damit  das  Glas  schnell  schmilzt.  Man 
macht  das  Gemenge  nicht  zu  groß,  legt  es  jeine  Stunde  später  als  das 
übrige  Gemenge  auf  einmal  ein,  wenn  der  TJfen  nach  dem  allgemeinen 
Einlegen  wieder  gut  erwärmt  ist,  und  läßt  das  Glas  nach  dem  Durch- 
schmelzen mehrmals  blasen  und  nach  dem  Blankwerden  in  Wasser  aus- 
schöpfen. Das  Glas  wird  dann  nochmals  eingelegt,  möglichst  mit  ungefähr 
1u  seines  Gewichtes  Bleiglasscherben.  Das  Glasgemisoh  schmilzt  jetzt 
leicht,  und  es  entwickelt  sich  dabei  die  rote  Farbe.  Um  das  Lebrigwerden 
zu  verhindern,  ist  das  Glas  auf  einer  ziemlich  hohen  und  gleichmäßigen 
Temperatur  zu  halten.  Ein  heißer  Ktthlofen  ist  unerläßlich ;  natürlich  darf 
er  nicht  so  heiß  Bein,  daß  die  Ware  schmilzt.  Mit  folgendem  Gemenge- 
satz  läßt  sich  bei  etwas  Erfahrung  seitens  des  Schmelzers  das  gewünschte 
Glas  erzielen: 


206  —  Nr.  17 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1922.   (55.  fahrgang.) 


Sand  50  kg 

Pottasche   15  „ 

Mennige  10  „ 

Borsx   5  „ 

Salpeter   4  „ 

Kupferoxydul   8  „ 

Zinnoxyd   3  „ 

Weinstein   1  „ 

Eiseuoxyd  V«  « 

Zweite  Antwort:  Bei  gleichmäßigem  beißen  O'engang  nnd 
reiner  Flamme  pcbmilzt  man  Granatrot  im  offenen  Hafen.  Mit  Rücksicht 
sof  die  Empfindlichkeit  des  Glanes  em>  fiehlt  eB  sich,  den  Hafen  nicht 
allzngroß  i\n  wählen  Der  Scbroelzprozeß  setzt  genau  dieselbe  Aufmerk- 
samkeit voraus,  wie  das  Rabinglas.  Von  großem  Vorteil  ist  es,  wenn  das 
Urberfangglas  dreimal  geschmolzen  wird  Der  erste  8*tz  wird  geschmolzen, 
ansgeochöpft,  ebenso  der  zweite;  beide  Sätze  werden  dann  fein  zerkleinert 
nnd  gemeinsam  verschmolzen. 


I. 


II 


Sand   100  feg 

Pottasche   28  „ 

Salpe'er   28  „ 

Mennige   28  „ 


Sand   .    100  kg 

Borax  60  „ 

Pottasche  20  „ 

Mennige  10  ^ 

Kupferoxydul   4  „ 

Zin>  oxydol   4  B 

Weinstein   2  „ 

Das  Gemenge  wird  in  einen  heißgebenden  Hafen  eingelegt  nnd  während 
der  Schmelz*  einigemale  geb'asen.  Nach  einer  Schmelzzeit  von  5 — 6  Stunden 
schöpft  man  die  Glasmasse  in  kaltes  Wasser  ans,  mischt  sie  mit  dem 
gleichen  Gewicht  weicher,  reiner  Bleiglasscherben  und  legt  die  zerkleinerten 
Scherben  nnd  Brocken  wieder  in  den  Hafen  ein.  Vor  dem  Blankscbüren 
muß  der  Hafeninhalt  noch  einigemale  gehlasen  werden.  Vor  dem  Anfangen 
ist  das  Kupferglas  gut  und  so  lange  abzufebmen,  bis  sich  keine  rauhe 
Haut  mehr  zeigt,  nnd  dieses  mnß  bei  der  Ausarbeitung  nach  Bedarf 
wiederholt  werden.  Die  Flamme  soll  ganz  rein  sein,  weshalb  man  das 
Gas  einen  einfachen  Gasreiniger  passieren  läßt  loa  Kühlofen  zeigt  sich 
dann  die  rubinrote  Farbe.  Nucbtlämpchen  würden  sich  j*  nach  dem 
Zapfenverfahren  Überfangen  lassen,  jedoch  kann  dies  nur  durch  erfahrene 
und  geübte  Arbeiter  geschehen.  Wenn  natürlich  stärkere  Scbliffartikel 
wie  KaSeebecher  erzeugt  werden  sollen,  so  müssen  diese  massiv  gearbeitet 
werden,  da  der  Ueberfang  sich  nicht  so  stark  auftragen  läßt,  daß  die 
Becher  nach  dem  Schleifen  noch  eine  gleichmäßige  rubinrote  Farbe  zeigen. 

Dritte  Antwort:  Sie  hätten  vor  allem  den  gewünschten  Farb- 
ton genau  angaben  solleD,  denn  unter  Granatrot  kann  man  vielerlei  Arten 
von  Bot  verstehen.  Nachstehender  Satz,  im  offenen  Hafen  geschmolzen, 
ergibt  ein  rotes  Glas,  las  nnter  Granatrot  in  den  Handel  gebracht  wird: 

Sand  100  kg 

Pottasche  60/65    \   .    .     20  „ 

Soda  12  „ 

Borax   8  „ 

Salpeter   7  „ 

KAk  14  „ 

Selen  r  140  g 

Kupferoxylul   300  „ 

Zinnoxydul  '   ..    150  „ 

Weinstein   450  „ 

Wird  eine  dunkeJrote  Farbe  gewünscht,  so  läßt  sich  auch  der  in  der  3.  Ant- 
wort zu  Frage  45  angegebene  Kopferrnbinglassatz  verwenden  D  e  dort 
angegebenen  Bestimmungen  über  die  Bohmaterialien  und  die  Behandlung 
der  Schmelze  gelten  auch  für  vorstehenden  Satz.  Beide  Sätze  halten  mit 
nachstehendem  Weißglas  zusammen,  lassen  sich  also  mit  diesem  überfangen  : 
8»nd  100  kg 


8 
24 
15 
2 
7 


g 


Pottasche  60/65 
Soda    .  . 
Kalk    .  . 
Glaubersalz 
Nickeloxyd 

47.  Es  soll  eine  Maschine  geben,  die  mit  einem  Arbeitsgang  SO  bis 
100  Glasstopfen  herstellt.    Wer  liefert  sie? 

Erste  Antwort:  Um  Glasstopfen  in  einem  Arbeitsgang  ia 
größerer  Anzahl  herzustellen,  bedient  man  sich  der  Revolverpressen  Die 
im  Inseratenteil  genannten  Firmen  der  Glaema^cbiuenbranche  geben  gerne 
Auskunft,  auch  über  die  Leistungsfähigkeit  der  Maschinen. 

Zweite  Antwort:  Glas-  und  Stopfenmascbinen  liefert  die 
Fa.  Franz  Rauls  Ingeniear-G.  m.  b.  H.  in  Godesberg  a.  Rb. 


Verschiedeues. 


5 

Formel 


0,19  AkO»  {  $ 


63  BtO» 


In  eine  schwarze  Deckemaille  für  Blech  von  der  rationellen 

0,68  Na,0 
0,08  K,0 
0,18  M>,  0 
0,05  FeO 
0,03  CoO 
0,03  PbO 

wird  das  CoO  durch  0,68%kg  Kobaltoxyd  in  die  100  kg- Mischung  ein- 
geführt. Wegen  des  hohen  Preiset  des  Kobaltoxydes  möchte  ich  dieses 
durch  billigeres  Material  ersetzen  Was  kann  man,  mit  einiger  Aussicht 
auf  Erfolg  probieren,  und  welche  besonderen  Gesichtspunkte  sind  bei  einem 
Ersatz  zu  beachten? 

Ai'twort:  Es  ist  gewagt,  das  Kobalt  xyl  durch  einen  andern 
8toff  zu  t-rsetzen,  nmsom-tir  ah  ein  vollwertiger  Ersatz  d-für  noch  nicbt 
gefunden  wurde.  Vernncheu  Sie  das  Kunaltoxyd  ganz  oder  wenigstens 
teilweiie  durch  Nickebxyd  zu  ersetzen,  wie  dies  häutig,  namentlich  bei 
billigen  Emails  geschient. 


Keue  Fragen. 
Keramik. 

72.  Unsere  blauen  Glasuren  sind  alle  ultramarinblau  Wie  wird 
eine  schöne  feurige,  dunkelblaue  Glasur  erzeugt?  Außerdem  möchten  wir 
noch  eine  violettblaue  und  bordeauxrote  Glasur  herstellen.  Wir  erzeugen 
Blumenvasen  nach  dem  Gießverfahren.  Die  Masse  brennt  sich  gelblich- 
weiß und  besteht  aus  ff.  Ton,  Sand  und  10  °/0  Marmor.  Verglüht  wird  bei 
SK  010  a,  glatt  gebrannt  im  Muffelofen  bei  SK  05  a  Die  blaue  Glasur 
ist  haarrißfrei  und  besteht  aus: 

Mennige  24,0  Gew.-T. 

Quarz  11,5  „ 

Kaolin  4,3 

Kobaltoxyd  RKO  0,5  „ 

73.  Der  uns  zur  Verfügung  stehende  rote  Ton  hat  folgende  Zu- 
sammensttzung  >. 

SiOt   53.48  o/0  ' 

AkOs   24  36% 

FeyOt   5,74% 

CaO  2,10°  0. 

MqO  0.83  V, 

Glü'tverlust   12  38% 

Trotz  aller  angewandten  Mittel,  wie  langsames  Trocknen,  Zusatz  von 
Magerungsmitteln,  Sani,  Biskuitmehl,  auch  beides  zusammen  bis  zu  50  %, 
haben  wir  bei  dm  Kacheln  und  großen  Einmachetöpfen  bis  zu  60  "/„  Bruch. 
Die  Töpfe  werden  auf  dem  Exzenter  geformt  und  haben  Bodenrisse; 
die  Kacheln  werden  auf  Kach-lpressen  hergestellt.  Wo  ist  der  Fehler  zu 
suchen?  Der  Ton  wird  geschlämmt.  Läßt  sich  derselbe  auch  zum  Gießen 
verwenden  ?  Auch  bitten  wir  um  Angabe  einer  gut  deckenden  weißen  und 
rissefreien  Glasur  für  SK  013a— 011a.  Ein  Aescher-  und  Fritteofen 
steht  nicht  zur  Verfügung,  könnte  aber  ev  gebaut  werden 

74.  Wer  liefert  Leuchtfarben  für  Porxellandtkore  ? 


Glas. 

51.  Wieviel  Liter  Gas  muß  1  kg  vorgetrocknete  Kohle  liefern,  um 
sie  in  Generatoren  für  die  Beheizung  eines  Glasofens  vergasen  zu  können  ? 

52.  In  letzter  Zeit  hatte  ich  ständig  rauhes  Schirmglas,  obgleich  es 
gut  'durchgeschmolzen  war,  und  zwar  stellte  sich  der  Fehler  entweder  vor- 
mittags um  11  Uhr  oder  nachmittags  um  2  Uhr  ein.  Bis  Februar  dieses 
Jahres  habe  ich  mit  schwedischem  Feldspat  gearbeitet  und  bis  dahin  keine 
Beschwerden  gehabt.  Der  Satz  ist  noch  derselbe,  nur  wird  anstelle  von 
schwedischem  Meißner  Feldipat  verwendet.   Dir  Schirmsatz  lautet: 

Sand   70—72,5  kg 

Soda  »   19  „ 

Pottasche   2  n 

Flußspat   8,5  „ 

Meißner  Feldspat   14  „ 

Kaolin  .    .   5  „ 

Künstlicher  Kxyolith   4—5  „ 

Braunstein   .  0,5  „ 

Salpeter   0.5  „ 

Ist  die  Zusammenstellung  richtig?  Wenn  nicht,  so  bitte  ich  um  Angabe 
eines  Satzes  mit  Meißner-  oder  Ströbel-Spat.  Der  Ofen  gang  läßt  viel  zu 
wünschen  übrig. 

53.  Ich  bitte  um  Angabe  der  Versätze  für  rötliches,  helles  und 
grünliches  Polier-  und  ebensolches  Reliefgold  für  Glas. 


Briefkasten  der  Redaktion. 

Gr.  B.  i.  B.  Bohrmaschinen  für  Porzellan.  Steingut  u.  dorl.  liefern 
Richard  Fritzsche  in  Bischofswerda,  Dr.  Lange-Str.  4,  Emil  Offanbacher 
in  Marktred wiiz  i.  Bay. 

B.  A.  Gl.  i.  K,  Sie  geben  die  Zusammensetzung  Ihrer  böhm  Roh- 
materialien nicht  an,  weshalb  sich  nicht  beurteilen  läßt,  woher  die  Glasar- 
risse  bei  Ihrem  Porzellan  rühren. 


Tabelle 

für  Inhaber  von  Ladengeschäften  beim  Verkauf  von 
Porzellangeschirr.  —  Gültig  ab  21.  März  1922. 
Wir  setzen  die  seit  15.  Dezember  1921  gültige  Tabelle  mit  dem 
heutigen  Tage  außer  Kraft. 


kostet  1  $  =  ?  M. 


145.- 
160.- 
173  - 
182- 
200  - 
216- 
230- 
244  - 
260.- 
273  - 
!*68- 
30H- 
316  - 


bis  160  — 

„  173  — 

„  182  — 

„  2n0.- 

n  816.— 

„  230- 

»  244.- 

„  2h0— 

»  2  3- 

„  2H8- 

»  302  — 

„  316.- 

„  331  — 


so  beträgt  der 
Aufschlag  auf  den 
Lidenpreiä 
=  ?  % 


kostet  1  $  =  ?  M. 


so  beträgt  der 
Aufschlag  auf  den 
Ladenpreis 

=  ?% 


10  o/o 
20  •/„ 
30  % 
40  % 
50»/, 
60  % 
70  o/o 
80  o/0 
90o/0 
100  o/o 
110  «/„ 
120  o/o 
130  o/o 


331.— 

bis 

345 

345  — 

360. 

.^60.— 

» 

374, 

374  — 

H 

390 

390  — 

)) 

403 

408  — 

n 

418 

418  — 

» 

432 

432  — 

n 

446 

446  — 

» 

460. 

460  — 

476, 

475.— 

» 

490 

490  — 

503. 

140  o/o 
150  o/o 
160  o/0 
170  % 

180  o/0 
190 »/, 
200  o/0 
210  o/0 
220  o/o 
230  o/0 
2iOo/0 
260  o/0 


Verband  Deutscher  Porzellangesehirrfabriken 

G  m.  b.  M. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL- COBURG. 


Nr.  17  —  207 


Veröffentlichnng-en  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik, 


Terfeaufsbediogungen  für  die  Ausfuhr  von 
«lebtrotecliniscliem  und  technischem  Porzellan 

(gältig  ab  1.  Mai  1922). 

I.  Allgemeine  Bedingungen. 

1.  Die  Ausfuhr- Mindestpreise  verstehen  sich  fob  deutschem 
Ausfohrhafen  bzw.  frei  deutscher  Grenze,  und  zwar  ausschließ- 
lich Verpackung.  1 

2.  Bei  allen  Arten,  von  Hochspannungsporzellan  sowie 
Niederspannungs-Freileitunge-Isolatoren  ist  für  Verpackung 
einschließlich  Kisten  ein  Mindestzuschlag  von  5  °/0  zu  erheben. 
Bei  allen  übrigen  Arten  von  elektrotechnischem  und  sonstigem 
technischen  Porzellan  sowie  hei  losen^Metallarmaturen  und  bei- 
gepackten losen  Armataren  ist  für  Verpackung  einschließlich 
Kisten  ein  Aufschlag  von  mindestens  3  °/0  des  Rechnungswertes 
anzurechnen.  * 

3.  Den  Ausgangspunkt  für  die  Ausfuhrpreise  bilden  die 
Grundpreise  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik  (vergl. 
Drucksache  Nr.  235  vom  23.  Februar  1922).  Die  wichtigsten 
Exportartikel  samt  ihren  Grundpreisen  sind  auf  einem  be- 
sonders erhältlichen  Preisblatt  zusammengestellt. 

4.  Gegenüber  den  Ländern  unter  Ländergruppe  la)  wird 
in  der  Währung  des  Bestimmungslandes  fakturiert  (Ueber- 
seeländer  und  Ausnahmen  siehe  Fußnote).*)  Gegenüber  den 
Ländern  unter  Ländergruppe  1  b  ist  in  Reichsmark  zu  berechnen. 

5.  Die  Errechnung  des  Ausfuhrmindestpreises  erfolgt,  indem 
der  Grundpreis  mit  der  Zahl  multipliziert  wird,  die  in  der 
nachstehenden  Tabelle^II,  3)  für  das  in  Frage  kommende  Land 
unter  Berücksichtigung  der  Artikelgruppen  vorgesehen  ist. 
Der  sich  ergebende  Wert  ist  der  fertige  Ausfuhrmindestpreis 
in  der  für  das  betreffende  Land  vorgeschriebenen  Währung  für 
100  Stück,  ausschließlich  Verpackung. 

II.  Preisbestimmungen. 

1.  Ländergruppen: 

a)  Fremdwährungsländer. 

Holland,  Schweiz,  China,  Japan,  Vereinigte  Staaten 
von  Nordamerika,  Canada,  Mexiko,  sonstige  mittel- 
amerikanische Staaten,  Großbritannien,  seine  Dominions 
und  seine  Kolonien,  südamerikanische  Staaten, 
Spanien,  Portugal,  Norwegen,  Dänemark,  Schweden, 
Belgien,  Frankreich,  Luxemburg,  Italien,  Tschecho- 
slowakei. 

b)  Markländer. 

Deutsch- Oesterreich  und  Ungarn,  Jugoslawien,  Balkan- 
länder, Finnland,  ehemaliges  Rußland,  Polen,  wahl- 
weise Südamerikanische  Staaten. 

2.  Artikelgruppen: 

I.  Niederspannungs-Freileitungs-lsolatoren  einschließlich  der 
Reichspostmodelle. 
I  II.  Elektrotechnische  Stanzartikel   und  sonstige  technische 
Artikel. 

III  a.  FreiMtungs-Stützen-Isolatoren    bis    zur    Größe  entspr. 

Hermsdorf  I.  1387. 
Elb.  Freileitungs-Stützen-lsolatoren-  größer  als  Hermsdorf  I. 

1387  bis  inkl.  Herrrsdoif  J391. 


*)  Sa  wird  fakturiert: 

dbcIi  in 

Portugal  Viani  Sterling  ** 

Britische  Dominions  und  Britische  Kolonien   Pfand  Sterline** 

Canada  U.8  A.-Dollai  *** 

Holländische  Kolonien  hollandischen  Guide» 

Ghina  ,U  8  A.-Dpllar 

Japan  •    ...    •  Yen 

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika  .    .    .  Dollar 

Mexiko  wahlweise  in  U.S  A.-Dollars 

od.  in  mexikanischen  Goldpesos 
Sonstige  mittelamerikanische  Staaten .    .    .  U.S.A.-Dollar 
Argentinien     .    .    ...    .    .    .   •   .   •   wahlweise  in  Pfund  Sterling** 

argent.  Goldpesos  oder  in 
deutscher  Mark 

Paraguay   wahlweise  inPfundSterling**, 

argent.  Goldpesos  oder  in 
deutscher  Mark 

Uruguay   wahlweise  in  Pfund  Sterling**, 

urug.  Goldpesos  oder  in 
deutscher  Mark 

Chile  •   •   wahlweise  in  P/und  Sterling**, 

chilen.  Goldpesos  oder  in 
deutscher  Mark 

Sonstige  südamerikanische  Staaten  .    .   .    .   nur  in  Pfund  Sterling** 

oder  in  deutscher  Mark 

**  Die  nachstehend  verzeichneten  Multiplikatoren  für  diese  Länder 
lind  anf  Schillings  bezogen.  '  x 

***  Bei  Artikelgruppen  I  und  II  wahlweise  auch  ia  Pfund  Sterling. 


III  c.  Freileitung«- Stützen-Isolatoren    größer   als   Hermsdorf  I. 

139L 

IV.    Hänge-Isolatoren    und    leeres    Porzellan    zu  armierten 

Hänge-Isolatoren. 
V.    Durchführungen,  Stützer,  Griffe,  Rillen-Isolatoren. 

(III  bis  V  alles  ohne  Armaturen.) 
VI.    Hänge-  und  Abspann-Isolatoren  mit  Armaturen. 

3.  Multiplikatorentabelle. 


Land 

Artikel-Gruppen 

I 

II 

 - 

in  a 

1  r 

III»  | 

 ■  r 

Illc  1 

 r 

IV  1 

V  | 

VI 

—  

Holland 

0,029 

0,029 

0,022 

0,023 

0,024 

3,025 

0,023 

0,023 

Ubli  fTDIu 

0,062 

0,062 

0,047 

0,049 

0,051 

0,054 

0,047 

0  049 

Japan 

0,024 

0,024 

0,018 

0  018 

0,019 

0,020 

0,018 

0,018 

Vereinigte  Staa- 

ten von  Nord 

Amerika,  restl. 

l>,UUö 

(\  AAQ 

0,007 

0,007 

0,007 

0,007 

0  007 

0  007 

Mittftl  fkmflrikft 

Canada  u  Chin 

England  und 
Kolonien 

0  049* 

0.049* 

0,037* 

0,038* 

9,040* 

0,043* 

0,038* 

0,039* 

Canada 

0,049* 

— 

—  - 

— 

— 

Mexiko 

|    bei  Faktur,  in 
mex.  Gold-Pesos 

0,016 

0,016 

0,014 

0,014 

0,014 

0,014 

M*xiko 

bei  Faktur,  in 
TT.S.A.-Dollars 

0,008 

0,008 

0,007 

0,007 

0,007 

0,007 

* 

r0,007 

0,007 

Argentinien 

bei   Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

0,04»* 

A  A  A  O  - 
U,U4»  ' 

0,037* 

0,038* 

0,040* 

0,043* 

0,038* 

0,039* 

Argentinien 

« 

bei   Faktur,  in 
arg-.  G-.-Pes. 

0,013 

A  AI  3 

0,010 

0,011 

0,011 

0,012 

0,011 

0  011 

s 

Paraguay 

903 

'S 
& 

bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

0,049* 

0,049* 

0,037* 

0,038* 

0  04C* 

0,043* 

0,038* 

0,039* 

e 
c 

Paraguay 

s- 

I'j 

fi 

bei   Faktur,  in 
ar°*.  G.-Pes. 

0,013 

0,013 

0,010 

0,011 

0,011 

0,012 

0,011 

0,011 

UrngQfy 

a 

w 

hei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling- 

fi  n^G* 

A  r.QHi: 

U,l.!o  /  ' 

A.  A9C=1: 

0,U4lJ ' 

0,038* 

0,039* 

T7f.fi  an  n  v 

bei  Faktur,  iri 
urug-.  Gh-Pes. 

Chile 

A  AI  A 

U,Ol4 

U,U1» 

0,010 

0,011 

0,011 

0,012 

0,011 

0,011 

bei   Faktur,  in 
Pfd.  Sterling- 

0,049* 

0,049* 

0,037* 

0,038* 

0,040* 

0,043* 

0038* 

0,039* 

C"ile 

bei   Faktur,  in 
chil.  G.-Pes. 

0,032 

0,032 

0,025 

0,026 

0,027 

0,029 

0,026 

0,026 

Sonstige  Süd 

amerikanische 

Staaten 

bei   Faktur,  in 
Jriu.  öreriirig 

0,049* 

0  049* 

U,Uö  4 

A  AI!?* 

0,038* 

0,039* 

0,075 

0,075 

0,057 

0,060 

0,069 

0,074 

0,064 

0,067 

Portugal 

0,058* 

0,058* 

0,044* 

0,047* 

0,053* 

0,057* 

0,050* 

Dänemark 

0,050 

0,050 

0,041 

0,047 

0,053 

0,059 

0,043 

0  053 

Norwegen 

0,057 

0,057 

0,046 

0,053 

0,060 

0,066 

0,048 

0,060 

,  Schweden 

0,044 

0,044 

0,033 

0,034 

0,034 

0,037 

u.uo* 

a  aöj 

Belgien 

A  AOO 
U,Uöö 

0,083 

Frankreich 

0,125 

0,125 

0,073 

0,083 

0,083 

0,091 

Luxemburg 

Italien 

0,18 

0,18 

0,156 

0,172 

0,194 

0,22 

0,156 

0,20 

Tschecho- 
slowakei 

0,50 

0,50 

0,577 

0,577 

0,677 

0,60 

0,577 

0,69 

Deutsch-Oester- 

1 

2,2 

2,2 

2,0 

2,0 

2,0 

2,0 

2,0 

2,0 

reich  u.Ungan 

fc. 
*> 

TS 

Jugoslawien  und 

2,2 

Q 

Finnland 

2,5 

2,5 

2,2 

2,2 

2,2 

2,2 

2,2 

M 

•r  ) 
*  » 

s 

Balkanländer 

Rußland  und 
Polen 

2,5 

2,5 

2,2 

2,2 

2,5 

2,5 

2,5 

2,5 

Südamerika- 
nische Staaten 

bei   Faktur,  in 
Beichsmark 

3,0 

3,0 

2,8 

2,9 

3,0 

3,0 

3,0 

3,0 

*  Obige  Multiplikatoren  sind  auf  Schillings  bezogen. 

Zur  Beachtung!  Vorstehende  Multiplikatoren  beziehen 
sieh  auf  die  Grundpreise  der  Drucksache  Nr.  23i  vom 
23.  Februar  1922.  ,      ^V^ffi;  V^'^ 


XVllla  —  Nr.  17 


193  — 


SPRECHSAAL-COBURO. 


1922  (55.  Jahrgang.) 


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an  die  Geschäftsstelle  des  Sprechsaa! 


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HILDEBRAND,  DRESDEN  A. 

Beichsstraße  6.  [Mö 


(66.  jafofgang.) 


Coburg,  den  4.  Mai  1922. 


Nummer  18 


Zeitschrift  für  die  Keramischen,  Glas-  und  verwandten  Industrien. 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St  Louis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bogra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Pr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1 868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


PernsprechanschlaöNr.  59./ Telegr.- Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto :  Cobarg-Gothaische  Bank  A.-G.,  Coborg 


Bezugspreis :  Für  Dentschland  ond  Deutsch-Oesterreich  durch  die  Post  vierteljährlich  Jt  25.—  anter  Streifband  JL  50.  — . 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  ond  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  2.—  (Stellengesuche  Jt  1.—). 
PÜr  das  Ausland  werden  die  Bezogs-  ond  Anzeigenpreise  aof  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 

Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 
 £  Nachdruck  der  Original -Beitrag-©  verboten. 


TOpferei-Berufsgenossenschaft,  Sektion  II. 

Zu  der  am 

Donnerstag,  den  18.  Mai  1933.  nachmittags  1  Uhr, 

in  Altona,  im  Restaurant  Topp,  Bahnhofstraße  62/64, 
stattfindenden 

ordentlichen  Sektions  Versammlung 
werden  die  Mitglieder  der  Sektion  II  gemäß  §  24,  Abs.  2  der 
Satzung  hierdurch  ergebenst  eingeladen. 

Tag  es  Ordnung : 

1.  Geschäftsbericht. 

2.  Abnahme  der  Jahresrechnung  für  1921. 

3  Wahl  eines  Ausschusses  zur  Vorprüfung  der  Jahresrechnung 
von  1922 

4.  Feststellung  des  Haushaltplans  für  1923. 

5.  Wahl  des  Ortes  für  die  nächstjährige  Sektions  Versammlung, 

6.  Sonstiges. 

Hamburg,  den  22.  April  1922. 

Der  Sektionsvorstand:  Otto  Huth,  Vorsitzender. 

Glas-Berufsgenossenschaft,  Sektion  II. 

Gemäß  §  24  unserer  Satzung  laden  wir  hiermit  unsere 
Mitglieder  zu  der  am 

Freitag,  den  19.  Mai  1922,  nachmittags  1  Uhr, 

in  Dresden,  Hot^l  Continental, 
stattfindenden  $ekf  ionsversammlang  ergebenst  ein. 
Tagesordnung: 

1.  Bericht  des  Vorstandes,  Prüfung  und  Abnahme  der  Jahres- 
rechnung für  1921  sowie  Erteilung  der  Entlastung. 

2.  Wahl  des  Rechnung«prüfungsausschusses  für  1922. 

8.  Feststellung  des  Verwaltungskosten -Voranschlags  für  1923. 

4.  Bericht  über  erfolgte  und  beabsichtigte*  Aenderungen  in  der 
sozialen  Gesetzgebung,  insbesondere  in  der  gewerblichen 
Unfallversicherung. 

5.  Rentenfeststellungs-Kommissionen. 

6.  Mitteilung  über  die  Geschäftsergebnisse  der  Haftpflicht- 
Versicherungsanstalt. 

7.  Etwaige  sonstige  Verwaltungsangelegenheiten  und  Anträge 
der  Herren  Mitglieder. 

Berlin^Lankwitz,  den  29.  April  1922. 

Der  Vorstand  der  Sektion  II  der  Glas-Berufsgenossenschaft. 

.  (Dar  Vorsitzende:    tt  Lieb  ig,  Kommerzienrat. 


Feintonverarbeitung  in  Bayern. 

Ton  Prof.  Dr.  Dr.  Georg  Bitter  v.  Ebert,  Vorstand  des  lastitats 

für  bayerische  Wirtschaftaforschong. 
v  , 
(Fortsetzung ) 

Der  alte  Töpfermeister  stellte  ohne  Kenntnis  der  Unter- 
schiede „Töpfergeschirr"  und  „Fayence  oder  Majolika"  aus 
seinem  Töpfertone  auch  Kacheln  her.  Und  die  alte  z.  B.  Nürn- 
berger Kachel  aus  Ton  war  so  dauerhaft,  daß  sie  mehrfaches 
Umgesetztwerden  vertrug.  Formelement  für  die  Kachel  ist 
nicht  die  Töpferscheibe,  sondern  die  Matrize,  früher,  wie  er- 
wähnt, aus  Ton,  erst  später  aus  Gips.  Die  Zahl  der  Modelle 
war  beschränkt,  und  der  ausgebildete  Töpfer  war,  wie  der 
Zuckerbäcker,  Drucker  u.  a.,  in  der  Lage,  seine  Modeln  selbst 
zu  fertigen.  Der  sich  seit  Mitte  des  vergangenen  Jahrhunderts 
entwickelnde  Wohlstand  und  die  verfeinerten  Geschmacks- 
ansprüche verlangten  größere  Abwechslung  auch  in  den  Kachel- 
mustern, die  Zahl  der  Gipsmodelle  wuchs,  in  Gipsmodellen 
wurden  Vermögen  angelegt,  an  die  Tone  und  Glasuren  wurden 
größere  Ansprüche  gestellt,  das  Behaupten  mit  teuren  Tonen 
wurde  eingeführt,  und  die  Kachelfabrikatiön  wuchs  über  den 
Rahmen  des  Handwerksmäßigen  hinaus,  teilweise  zum  Riesen- 
betrieb. Einige  Töpfer,  meist  in  Städten,  versuchten  mitzutun; 
unter  Vernachlässigung  der  Töpferscheibe  wurden  einige  zu 
kleinen  Kachelfabrikanten;  die  große  Masse  der  Töpfer  aber 
sank  hinab  zum  Geschirr-  und  Kachelhändler,  der  als  Ofen- 
setzer und  Ofenputzer  in  die  Reihe  der  Bauhandwerker  ein- 
trat, die  wie  Schlosser,  Spengler  usw.  in  diesem  neuen  Rahmen 
ein  erträgliches  Dasein  führen.  Dementsprechend  gibt  es  einen 
„Verband  der  Arbeitgeber  des  Töpfer-  und  Ofensetzgewerbes 
in  Deutschland" ;  im  Rahmen  des  Verbandes  Bayerischer 
Hafnermeister  haben  Kachelöfen  und  Heiztechnik  fast  allein 
das  Wort,  und  mit  dem  Mitgliederverzeichnis  werden  „Grund- 
sätze für  Kachelofen-  und  Herdbau,  gültig  für  Meister  und  Ge- 
hilfen des  Hafnergewerbes  in  Bayern"  versandt.  Der  Verband 
Bayerischer  Hafnermeister  teilt  auf  Anfrage  mit,  daß  nach 
seiner  Schätzung  etwa  ö°/0  seiner  Mitglieder  noch  mit  Dreh- 
scheibe arbeiten,  und  die  Größenordnung  dieser  Zahl  deckt 
sich  etwa  mit  dem  durch  zahlreiche  Besuche  und  Nachfragen 
gewonnenen  Ergebnis.  Auch  der  Töpferverband  der  Arbeit- 
nehmer, bestehend  aus  lauter  gelernten  „Töpfern"  enthält  fast 
keine  Dreher  mehr,  sondern  in  einer  die  ganze  Situation  be- 
herrschenden Mehrzahl  fast  lauter  Ofensetzer.  Daher  wurde 
bei  der  zentralen  Regelung  der  Lehrzeit  im  Töpferverband  am 
8.  12.  1920  bestimmt,  daß  jeder  Lehrling  nach  Ablauf  des 
ersten  Vierteljahres  der  Lehrzeit  auf  seine  Eignung  für  den 
Ofenformerberuf  zu  prüfen  sei,  und  zu  entlassen,  wenn  er  sieh 


208  —  Nr.  18 


SPRECHSAAL  -  COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


als  oiigeeignet  erweise.  Fast  die  ganze  „Töpferei"  oder 
„Hafnerei"  ist  demnach  in  Arbeitgebern  und  Arbeitnehmern 
zur  Verteilungsorganisation  der  Kachelfabrikanten  geworden, 
auf  die  an  anderer  Stelle  zurückzukommen  ist.  Auch  die 
Statistik  gibt  Auskunft  über  diese  „Umstellung"  der  kleinen 
Betriebe  im  niedergehenden  Handwerk: 

1895  1907 
Personen   Betriebe        Personen  Betriebe 
Ofensetzer  560  241  1863  868 

Endlich  noch  die  Versuche  einer  Fortentwicklung  des 
Produktionsprinzipes  der  Bauerntöpferei  zum  fabrikmäßig 
organisierten  Betrieb.  Braungeschirr,  Steingut  und  Porzellan 
baben  zum  Ersatz  des  gelernten  Drehers  durch  Ungelernte 
(Angelernte),  zum  Ersatz  der  teueren  Männerarbeit  durch  Jugend- 
liche und  Weibliche  und  zum  Ersatz  der  Handarbeit  durch  den 
viel  leistungsfähigeren  Maschinenbetrieb  das  Drehen  in  der 
Gipsform  eingeführt.  Blumentöpfe  werden  gepreßt.  Solches 
liegt  auch  für  Gebrauchsgeschirr  nahe,  und  manche  Tonwaren- 
fabrik trat  im  Drang  der  Verhältnisse  zur  Eröffnung  neuer 
Produktions-  und  Absatzgebiete  an  die  Industrialisierung  der 
Geschirrtöpferei  heran.  Der  Erfolg  entspricht  nicht  den  Er-, 
Wartungen ;  maschinell  gedrehtes  oder  gepreßtes  Geschirr  ist 
schwer,  patzig,  seine  Spannungen  springen  beim  Erhitzen,  und 
der  Erzeuger  hat  die  größte  Not,  seine  Ware  dauernd  an  den 
Mann  zu  bringen.  Gebrauchsgescbirr  zum  Kochen  muß  frei 
mit  der  Hand  auf  der  Scheibe  gedreht  werden,  wobei  der 
Scheibenantrieb  statt  durch  Fuß  mascbinell  bewerkstelligt  werden 
kann.  So  wird  der  Großbetrieb  für  Kochgeschirr  günstigsten- 
falls zur  Manufaktur,  die  gewisse  Spezialisierungen  zuläßt  und 
und  ihre  Produkte  durch  das  Mittel  ihrer  für  andere  Fabrikate 
bestehenden  Vertriebsorganisation  auf  die  Märkte  leitet. 
Eine  wesentliche  Verbilligung  wird  dabei  kaum  erzielt,  im 
Gegenteil  arbeitet  sie  in  dem  für  den  kleinen  Meister  un- 
bekannten Zwang  der  modernen  Errungenschaften  (8-Stunden- 
tag,  Tarifverhältnisse  usw.),  so  daß  für  derartiges  Töpfergeschirr 
der  Konkurrenzkampf  gegen  Email-  und  Bunzlauer  Geschirr 
sich  ungünstiger  gestaltet  als  für  das  Erzeugnis  des  kleinen 
Bauerntöpfers.  Deshalb  geht  auch  außerhalb  Bayerns  die 
Entwicklung  ähnliche  Wege,  z.  B.  in  Württemberg,  wo  noch 
einige  hundert  kleine  Töpfer  auf  Bauerngeschirr  tätig  sind. 

Aus  diesen  Gründen  handelt  es  sich  beim  irdenen  Koch- 
geschirr nicht  mehr  um  einen  Kampf  von  Betriebsformen  gegen- 
einander, sondern  um  die  Fortexistenz  eines  Produktionsprinzipes 
überhaupt,  dessen  Niedergang  alle  daran  gebundenen  Produ- 
zenten mit  sich  reißt,  wenn  diesen  nicht  eine  Umstellung  auf 
anderes  gelingt. 

Als  Wirtschaftsgeschirr  und  Kunstgegenstand  hat  das 
Bauerngeschirr  den  Charakter  des  Siedlungshauses  und  mag, 
wenn  die  Tätigkeit  der  Erzeuger  durch  die  Fachschulen  und 
die  Geschmacksrichtung  des  Publikums  in  gleicher  Bichtung 
gelenkt  werden,  in  dieser  Form  einen  bescheidenen  Markt  be- 
halten; denn  Form,  Dekoration  und  Glasur  vermögen  mit 
einfachen  Mitteln  durch  künstlerische  Wirkung  einen  beträcht- 
lichen Anreiz  auf  die  Kauflust  verständnisvoll  erzogener  Kreise 
auszuüben. 

Kunsttöpferei. 
In  der  zuletzt  angedeuteten  Richtung  der  ausgesprochen 
künstlerischen  Behandlung  von  Form,  Dekoration  und  Glasur 
bewegt  sich  eine  kleine  Gruppe  von  Töpfereien,  bei  denen  in 
besonderem  Maße  das  Geltung  hat,  was  man  häufig  als  Vorteil 
des  ganzen  Handwerks  als  Betriebsform  rühmen  hört,  nämlich 
das  persönliche  Mitwirken  des  Meisters  im  Arbeitsprozeß,  hier 
der  Kunsttöpferei.  Rein  wirtschaftlich  betrachtet  sind  diese 
Kunsttöpfereien  häufig  genug  hauptsächlich  gut  geleitete  hand- 
werksmäßige Betriebe  mit  geringen  Produktionsmitteln  (die 
Werkstatt  mit  Töpferscheibe,  Tonwalze  und  Ofen  sowie  Vorrat 
an  Ton,  Brennstoff  und  Glasur  stellt  gewöhnlich  das  ganze 
sichtbare  „Kapital"  dar),  die  -von  der  Kunst  in  erster  Linie 
nicht  leben  ;  denn  die  künstlerische  Fähigkeit  und  gestaltende 
Formkraft  als  imponderabiles  Kapital  werden  in  ihren  Erzeug- 
nissen entsprechend  der  aufgewandten  Zeit  und  Energie  auf 
einem  nur  kleinen  Markte  gewertet.  Einige  Gesellen  stellen 
daher  handwerksmäßige  Töpferware  her,  die  den  Betrieb  im 
Flusse  hält  und  vielleicht  sein  wirtschaftliches  Rückgrat  bildet. 
In  jener  handwerksmäßigen  „Massenware"  liegt  aber  vielleicht 
die  volkswirtschaftliche  Mission  solcher  Betriebe;  denn  auch 
auf  ihre  Massenware,  Gebrancbsgeschirr,  Bratformen,  Ofen- 
kapheln  usw.  träufelt  von  der  künstlerischen  Atmosphäre  der 
Werkstatt,  und  so  entstehen  für  die  Durchschnittskaufkraft  des 
Volkes  erschwingliche  Produkte,  welche  auf  die  Geschmacks- 
richtung von  Publikum  und  Alltagsmeister  erzieherisch  einwirken 
und  dem  mit  einfachen  Mitteln  herzustellenden  Gebrancbs- 
geschirr dauernd  eine,  wenn  auch  kleine  Nachfrage  erhalten. 
Daneben  gehen  aus  solchen  Werkstätten  unter  Mitwirkung  von 
Akademikern  oder  Schülern  der  keramischen  Fachschulen 
Kunnterzeagnisse  hervor,  schön  modelliert  und  mit  oft  pracht- 


voll leuchtenden,  der  einfachen  Technik  angepaßten  Dekorationen, 
die  zu  einem  beträchtlichen  Teil  unmittelbar  aus  der  Werkstatt 
(Fremdenindustrie  in  Rothenburg,  Oberammergau,  Partenkirchen) 
oder  über  den  Händler  ins  Ausland  wandern.  Die  Mehrzahl 
derartiger  bayrischer  Betriebe  liegt  z.  Zt.  südlich  der  Donau. 

Siderolith. 

Dem  modernen  Töpferhandwerk  recht  nahe,  in  der  Ent- 
wicklung der  Technik  tiefer,  in  der  Ausbildung  und  der  Absatz- 
organisation höher,  weil  Verkauf  an  den  Verbraucher  kaum 
stattfindet,  ihm  etwa  gleich  im  lebensfähigen  Betriebsmindest- 
umfang  und, in  der  Größe  des  Betriebskapitals  steht  die  Her- 
stellung lackierter  Tonware,  Lackware,  des  Terraliths  oder 
Sideroliths.  Die  Erde  wird  verarbeitet  wie  sie  aus  dem  Boden 
kommt,  ohne  Sumpfen,  ohne  Treten,  ohne  Tonwalze  und  Ton- 
schneider, so  daß  ein  ganz  ordinärer  Scherben  entsteht,  mit 
keinen  weiteren  Leistungen  als  den  kompakten  Zusammenhalts. 
Produktionsmittel  sind  die  Arbeitsräume,  eine  mehr  oder  minder 
große  Anzahl  von  Gipsmodellen,  eine  Töpferscheibe  und  der 
Ofen.  Von  angelernten  Arbeitern  werden  weitaus  die  meisten 
Stücke  in  der  Gipsform  erzeugt,  die  wenigsten  vom  Freidreher 
auf  der  Scheibe,  weil  letzterer,  verhältnismäßig  gut  bezahlt,  in 
der  Hauptsache  als  Modelleur  neue  Formen  ersinnt.  Glasiert 
wird  nicht,  und  auch  an  den  Brand  werden  keine  irgend  höheren 
Ansprüche  gestellt;  denn  alle  Gegenstände  (Zeichenmodelle, 
Tonleuchter,  griechische  Vasen,  römische  Gefäße,  Köpfe,  Büsten, 
Heinzelmännchen,  Wölfe,  Rotkäppchen,  Pilze  u.  a.  Gartenfiguren, 
Phantasiegefäße  für  Blumengeschäfte  usw  )  werden  lackiert,  in 
Kisten  verpackt  und  versandt.  Daher  spielt  die  Emballage  eine 
große  Rolle.  Sie  kostete  früher  durchschnittlich  5°/0  des 
Warenwertes,  heute  20 — 25°/0,  und  es  gibt  Fälle,  wo  die  Kiste 
mehr  kostet  als  der  Inhalt.  Die  bayerische  Erzeugung  an 
Siderolith  findet  z.  Z.  im  Coburgischen  statt. 

Braungeschirr. 

Braungeschirr,  weil  von  brauner  Farbe;  denn  die  Glasur 
ist  eine  bei  hoher  Temperatur  aufgebrannte  Lehmglasur,  deren 
Eisengehalt  sich  zum  dunkelbraunen  Ferrioxyd  bezw.  Ferrisilikat 
oxydiert;  da  der  Glasurlebm  schmilzt,  liegt  die  Brenntemperatur 
beträchtlich  über  der  des  Bauerntöpfers;  daher  hat  Braunge- 
schirr keinen  porösen,  saugenden,  sondern  einen  gesinterten 
Scherben  und  springt  heim  Erhitzen,  ist  also  zum  Kochen  un- 
brauchbar und  kommt  nur  für  Aufbewahrungsgefäße,  Milch- 
töpfe, Schüsseln,  Einmachhäfen  usw.  in  Betracht.  Deshalb  ist 
es  andererseits  zugänglich  für  das  Gedrehtwerden  in  der  Gips- 
form, und  es  tritt  ein  in  die  Gruppe  der  Massenpropnktion  mit 
Hilfe  ungelernter  (angelernter)  Arbeiter,  des  Massenabsatzes  an 
große  Händler,  in  die  Gruppe  der  keramischen  Produktionen, 
welche  erhebliches  Kapital  an  den  Produktionsprozeß  heranzu- 
bringen gestattet:  Der  gelernte  Freidreher  fertigt  bei  einem 
Stundenlohn  von  5  Mark  (August  1921)  täglich  100  Stück  auf 
der  Scheibe ;  aber  die  ungelernte  Arbeiterin  mit  einem  Stunden- 
lohn von  nur  2  Mark  fertigt  in  der  Gipsform  bOO  Stück  in 
8  Stunden,  so  daß  der  gelernte  Dreher  mindestens  siebenmal 
so  teuer  ist.  Vom  niederbayerischen  Litertopf  macht  ein  Mäd- 
chen mit  16  Jahren  400  Stück  in  8  Stunden  in  der  Gipsform, 
der  Dreher  mit  5  Mark  Stundenlohn  fertigt  höchstens  160  Stück 
in  der  gleichen  Zeit.  Dazu  kommt  gegenüber  dem  gewöhn- 
lichen Töpfergeschirr  die  billigere  Lehmglasur  und  die  ge- 
ringere Empfindlichkeit  beim  Brande.  Der  Betriebsmindest- 
umfang  muß  also  beim  Braungeschirr  über  die  genannten  Pro- 
duktionsmittel,, die  dazugehörige  Kapazität  der  Arbeitsräume 
und  beträchtliche  Geldmittel  verfügen. 

So  gilt  für  die  Braungeschirrtöpferei  ein  höheres  wirt- 
schaftliches Tempo,  und  mit  der  Größe  der  Betriebe  wächst 
nicht  nur  die  Leistungsfähigkeit  überproportional,  es  wächst 
auch  der  Gewinn.  Störend  macht  sich  in  Bayern  die  Kon- 
kurrenz des  sächsischen  Braungeschirres  bemerkbar,  auf  das 
deshalb  hier  kurz  einzugehen  ist. 

Die  niederschlesischen  Töpferorte  sind  Bunzlau,  Naumburg 
a.  Queis,  Freiwaldau,  Rothenburg,  Muskau,  Gassen  in  Branden- 
burg; ihre  Ware  führt  die  merkantile  Bezeichnung  „Bunzlauer 
Geschirr" ;  dazu  kommen  die  sächsischen  Töpferorte  Pulsnitz 
und  Königsbrück  im  Kreise  Kamenz,  ferner  Ziesar  und  Görzke. 
Durch  Regierungsmaßnahmen  wurde  das  Gewerbe  seit  Ausgang 
des,  18.  Jahrhunderts  entwickelt,  die  große  Nähe  von  ausge- 
zeichnetem Ton,  Waldungen  und  Kohle  schufen  günstige 
Produktionsbedingungen,  und  die  Arbeitslöhne,  die  schon  vor 
dem  Krieg  ein  reichliches  Drittel  der  Produktionskosten  aus- 
machten, waren  dauernd  sehr  niedrig.  Der  Jahresverdienst 
eines  Gesellen  stellte  sich  vor  dem  Kriege  auf  JL  600 — 900! 
In  Bunzlau-Naumburg  allein  entstanden  60 — 70  Betriebe  mit 
etwa  700  Personen,  ausgestattet  mit  allen  wirtschaftlichen  Fort- 
schritten der  letzten  Jahrzehnte,  wirtschaftlichste  Produktions- 
mittel, günstigste  Standortverhältnisse,  billige  Arbeitslöhne.  Die 
ganze  Erzeugung  ging  auf  die  aufnahmefähigen  österreichisch* 
russischen  Märkte,   denn  die  Industrie  ist  durchaus  Export- 


1992.  (66.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  18  —  209 


Industrie.  1880  erfolgte  die  Sperrung  der  österreichischen 
Grenze,  welcher  bald  die  der  russischen  folgte.  Die  hohen 
Schutzzölle  wirkten  als  Erziehungszölle  im  Sinne  Fr.  List's,  in 
Rußland,  Oesterreich,  besonders  in  Nordböhmen,  ,  wo  unter 
günstigen  Standortverhältnissen  in  wenigen  Jahren  eine  blühende 
keramische  Industrie  erwuchs;  denn  auch  die  folgenden  Zoll- 
reduktionen erschlossen  für  Bunzlauer  Geschirr  keine  Absatz- 
gebiete mehr.  Der  ganze  Druck  des  Bunzlauer  Absatzes  stellte 
sich  auf  die  Innenmärkte  um,  teilweise  auch  auf  das  unter 
ungünstigeren  Standortverhältnissen  und  vorübergehend  mit 
höheren  Löhnen  arbeitende  Bayern,  so  daß  es  hier  lange  Zeit 
zu  einer  bedeutenderen  Braungeschirrfabrikation  überhaupt 
nicht  kam.  Eingeführt  wurde  die  Braungeschirrfabrikation  in 
Bayern  erst  in  den  80- er  Jahren  des  vorigen  Jahrhunderts,  und 
sie  blieb  lange  Zeit  unter  der  Bunzlauer  Konkurrenz  unbedeutend. 
Die  Atempause  der  Preisrevolution  von  1919  mit  ihrer  Um- 
wandlung aller  Verpflichtungen  in  die  sich  rasch  entwertende 
Papiermark,  indes  die  Produktionsmittel  und  Produkte  einiger- 
maßen dem  Niveau  der  alten  Goldmark  zustrebten,  war  ziel- 
bewußtem Unternehmertum  günstig  und  ließ  größere  bayerische 
Braungeschirrbetriebe  in  der  Oberpfalz  entstehen,  die  durch 
Fleiß  und  Tüchtigkeit  den  Kampf  gegen  die  sächsische  Kon- 
kürrenz erfolgreich  durchzuführen  vermögen. 

Elektrof  ay  ence. 

Im  Gegensatz  zu  Braungeschirr  und  den  einfacheren  Ton- 
waren sind  Elektroartikel  außerordentlich  exportfähig.  Sie 
sind  anscheinend  das  Produkt  geworden,  mit  dessen  Hilfe  sich 
die  gröbere  Feinkeramik,  die  sonst  in  Bayern  schwer  an  fremde 
Valuten  herankommt,  zum  Exporte  drängt.  Zur  Erzielung 
reiner  Ware  sind  reine  Tone  und  reine  Glasuren,  also  kost- 
spielige Verfahren  und  Rohstoffe  erforderlich,  die  Fabrikation 
ähnelt  der  von  Steatit  und  Elektroporzellan,  und  die  Artikel 
.  gehen  nach  Armierung  in  den  großen  deutschen  Metallwerken 
der  A.E.G.,  S.S.W,  usw.  massenhaft  ins  Ausland. 

Ofenfabrikation. 

Der  Ersatz  offener  Kaminfeuer  durch  Kachelöfen  ist  schon 
früh  erfolgt,  das  Kloster  St.  Gallen  hatte  Kachelöfen  bereits 
im  Jahre  820.  Kacheln  machen  einen  beträchtlichen  Teil  der 
uns  überkommenen  Reste  mittelalterlicher  Keramik  aus,  und 
der  älteste  Typus  der  Kachel  war  vermutlich  der  Napf.  Vom 
14.  Jahrhundert  an  wurde  die  Kachel  im  südlichen  und  mittleren 
Deutschland  vervollkommnet  (Schweiz,  Schwaben,  Bayern, 
Franken),  die  Renaissance  bedeutet  auch  für  die  Ofenher- 
stellung eine  Periode  der  Weiterentwicklung,  im  18.  Jahr- 
hundert blüht  das  Gewerbe  ganz  besonders  in  Nürnberg. 

Die  Kachel  entsteht  also  ursprünglich  auf  der  Töpfer- 
scheibe wie  das  Gebrauchsgeschirr,  sie  entspringt  somit  aus 
der  Werkstatt  des  Scheibentöpfers,  und  selbst  als  die  Formung 
längst  mit  Hilfe  der  Matrize  vorgenommen  wurde,  scheint  eine 
Produktionsverteilung  auf  verschiedene  Werkstätten  nicht  vor- 
genommen worden  zu  sein.  Die  verschiedensten  Kategorien 
der  vorbesprochenen  Bauerntöpferei  stellen  heute  noch  Ofen- 
kacheln in  geringem  Umfange  her,  aber  bei  ihnen  allen  spielt 
die  Ofentöpferei  eine  nur  untergeordnete  Rolle.  Ein  bis  einige 
Oefen  sind  das  ganze  Jahreserzeugnis.  Die  Entwicklung  der 
Matrizen  und  die  Notwendigkeit  der  Beschaffung  größerer 
Matrizenmusterlager  hat  anscheinend  erst  im  19.  Jahrhundert 
die  Töpfer  spezialisiert  in  Geschirrtöpfer  und  Ofentöpfer. 
Ihre  Zahl  ist  gering,  und  ihre  Produktion  ist  unbe- 
deutend. Eine  Betriebsgröße  von  4 — 6  Arbeitern  ist  ungefähr 
der  Punkt,  wo  sich  der  Meister  über  seine  Zukunft  klar  zu 
werden  hat ;  die  meisten  bleiben  in  dieser  Größenordnung,  ver- 
zichten auf  ihre  paar  Brände  im  Jahr,  beziehen  die  Kacheln 
von  den  Größeren  und  werden  zu  Ofenhändlern  und  Ofensetzern, 
wie  früher  erwähnt.  Andere  entwickeln  den  Betrieb  zur  Manu- 
faktur, die  erheblichen  Umfang  annehmen  kann,  und  wovon 
Bayern  etwa  10  Betriebe  besitzt.  Maschinell  geht  meist  nur 
die  Massezubereitung  vor  «ich,  die  Kachelherstellung  und 
alle  fernere  Tätigkeit  ist  reine  Handarbeit.  Es  gibt  zwar 
Kachelpressen,  aber  sie  werden  wenig  angewendet  selbst  dort, 
wo  sie  vorhanden  sind;  denn  die  Kachel qualität  scheint  ähnlich 
wie  bei  Kochgeschirr  durch  maschinelle  Herstellung  zu  leiden. 
Infolge  der  geringen  Bautätigkeit  sind  die  Betriebe  z.  Zt. 
meist  nicht  voll  ausgenützt,  und  die  Siedelungen,  die  an  Geld 
sparen  müssen,  bevorzugen  den  in  der  Anschaffung  billigeren 
Blechofen;  daß  er  im  Gebrauche  schneller  zerstört  wird  und 
unrationeller  heizt  als  der  Kachelofen,  bleibt  meist  unberück- 
sichtigt. Dazu  gibt  es  in  Sachsen,  Württemberg  und  Baden 
große,  zum  Teil  sehr  große  Ofenfabriken.  Sie  haben  früher 
nach  dem  Elsaß  geliefert  und  drücken  jetzt  auf  den  engeren 
deutschen  Markt.  Auch  die  Frachtverhältnisse  werden  für  den 
Rückgang  des  Kachelgeschäftes  verantwortlich  gemacht.  Größe- 
ren Export  ins  Ausland  verhindern  auch  zum  Teil  dessen  un- 
geheure Zölle, 


Zusammenfassend  darf  man  für  die  Kachelindustrie  sagen, 
daß  die  lebensfähigste  Betriebsform  die  der  großen  Manufaktur 
darstellt,  so  daß  die  kleineren  und  kleinsten  Betriebe  unter 
Aufgabe  der  Selbstherstellung  von  Kacheln  sich  mehr  und  mehr 
in  Handlanger  der  ersteren  verwandeln.  Dieser  Prozeß  wird 
beschleunigt  durch  die  Uebersetzung  Deutschlands  an  großen 
Kachelmanufakturen,  deren  Gesamtproduktion  bei  steigenden 
Exportschwierigkeiten  vom  Inland  nicht  aufgenommen  werden 
kann.  Die  Folge  ist  Betriebsumsteliung  und  Betriebseinschrän- 
kung auch  bei  den  großen  Erzeugern.      (Fortsetzung  folgt) 


Ueber  die  Herstellung  von  optischem  Glas. 

(Fortsetzung.) 

Kühlen.  Die  Abkühlung  eines  Hafens  mit  optischem  Glas 
ist  eine  Kunst  für  sich  und  erfordert  sorgsame  Üeberwachung. 
Unmittelbar  nach  dem  Rühren  ist  rasches  Abkühlen  von  Vorteil, 
da  es  eine  nachträgliche  Tätigkeit  und  Bewegung  des  Glases 
verhindert,  was  beides  Streifen  verursacht.  Unterhalb  einer 
gewissen  Temperatur,  die  vom  Glastyp  abhängt,  ist  dann  ein 
viel  langsameres  Abkühlen  notwendig,  damit  das  Glas  nach 
dem  Erkalten  keine  Spannungen  aufweist.  Es  platzt  sonst  in 
kleine,  wertlose  Stücke  auseinander.  Doch  hat  auch  langsame 
Abkühlung  ihre  Nachteile,  und  zwar  kann  bei  übermäßiger 
Verlängerung  derselben  zwischen  gewissen  Temperaturg  enzen 
Entglasung  des  Glases  eintreten,  d.  h.  Ausscheidung  «uuiger 
Bestandteile  in  opakem  Zustande.  Die  Abkühlung  eines  Hafens 
mit  optischem  Glas  dauert  mehrere  Tage. 

Zerbrechen  und  Prüfen.  Ist  der  Hafen  kalt  geworden, 
so  wird  die  Haube  entfernt  und  der  Hafen  aufgebrochen.  An 
vielen  Stellen  zeigt  das  Glas  Risse.  Ist  die  Abkühlung  aber 
befriedigend  verlaufen,  so  erhält  man  ziemlich  große  Stücke 
von  regelmäßiger  Form.  Diese  werden  auf  irgendwelche  Fühler, 
wie  Streifen,  Steine  und  Blasen,  untersucht,  wobei  fehlerhafte 
Teile  losgelöst  werden,  während  das  übrige  nun  für  den 
Formprozeß  fertig  ist.  Selbst  in  einer  als  befriedigend  an- 
gesehenen Schmelze  müssen  hierbei  mindestens  50°/0  ver- 
worfen werden. 

Formen.  Die,  wie  soeben  geschildert,  vorbereiteten  Glas- 
stücke werden  in  rechteckige  Formen  von  passenden  Ab- 
messungen gelegt  und  dann  in  den  Formofen  gebracht.  Dies 
ist  ein  langer  Tunnel,  dessen  eines  Ende  erhitzt  wird.  Das 
Glas  wird  am  kühlen  Ende  eingesetzt  und  dann  allmählich  im 
Tunnel  weiter  bewegt,  bis  das  heiße  Ende  erweicht  ist.  Dieses 
Verfahren  ermöglicht  ein  Heißwerden  des  Glases,  ohne  daß 
Risse  entstehen,  bis  es  zuletzt  erweicht  und  die  Formen  aus- 
füllt. Die  geformten  rechteckigen  Platten  läßt  man  dann  lang- 
sam abkühlen,  was  man  „rohes  Kühlen"  nennt.  Sie  sind  nun 
für  die  zweite  Prüfung  fertig. 

Zweite  Prüfung.  Zunächst  werden  die  entgegengesetzten 
Enden  mit  Karborundum  geschliffen  und  mit  Eisenrot  poliert 
Man  prüft  sie  dann  mit  bloßem  Auge  auf  augenfällige  Mängel, 
wie  Streifen,  Formfehler,  Steine  und  große  Blasen.  Fehlerhafte 
Stücke  werden  verworfen.  Die  für  gut  befundenen  werden 
darauf  mit  dem  Polariskop  mehr  oder  weniger  genau  auf  Streifen 
untersucht.  Mittels  dieses  Instruments  kann  man  Streifen  er- 
kennen, die  dem  unbewaffneten  Auge  zwar  nicht  sichtbar  sind, 
aber  das  Glas  für  erstklassige  optische  Arbeiten  doch  unge- 
eignet machen.  Das  Glas  bester  Beschaffenheit,  das  nach  der 
Prüfung  übrig  bleibt,  ist  nun  fertig  für  die  feine  Kühlung. 
Das  Ergebnis  gilt  als  zufriedenstellend,  wenn  die  in  Frage 
kommende  Menge  20°/0  des  ursprünglich  geschmolzenen  Glases 
boträgt.  Oefters  wird  aber  nicht  einmal  dieser  Prozentsatz 
erreicht. 

Feine  Kühlung.  Das  Glas  macht  nun  den  Prozeß  der 
feinen  oder  optischen  Kühlung  durch.  Sie  besteht  in  all- 
mählicher Steigerung  der  Temperatur  des  Glases  bis  fast  zum 
Erweichungspunkt  und  darauffolgender  langsamer  Abkühlung 
während  mehrerer  Tage.  Die  modernste  Einrichtung  für  diesen 
Zweck  besteht  in  einem  gut  isolierten  Behälter  aus  feuerfestem 
Stoff  mit  elektrischer  Heizung.  Dann  ist  eine  vollkommene 
Regelung  der  Erhitzung«-  und  Abkühlungsgeschwindigkeit 
möglich.  Jede  besondere  Glassorte  erfordert  ihre  eigene  Be- 
handlung, und  es  hat  vieler  Versuche  bedurft,  um  die  für  jedes 
Glas  erforderlichen  Unterlagen  zu  gewinnen. 

Endgültige  Prüfung.  Nach  der  feinen  Abkühlung  wird 
das  Glas,  wenn  notwendig,  wieder  poliert  und  im  Polariskop  ge- 
prüft. Die  Kühlung  wird  als  nicht  genügend  angesehen,  wenn 
das  Glas  bei  gekreuzten  Nikols  nicht  ein  gleichmäßig  dunkel- 
graues Gesichtsfeld  ergibt. 

Optische  Konstanten.  Von  einigen  der  feingekühlten 
Platten  werden  kleine  Würfel  abgeschnitten  und  an  zwei  zu- 
einander rechtwinklig  liegenden  Schauseiten  poliert.  Dann 
werden  an  einem  Pulfrich'schen  Refraktometer  die  Brechungs- 
indizes für  die  C-,  D-,  F-  und  G-Linie  des  Spektrums  abgelesen. 
Ist  der  Brechungsindiz  für  die  D-Linie  größer  als  1,7,  so  müssen 


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SPREGHSAAL  -  COBURG. 


192S.  (65.  Jahrgang.* 


die  Indizes  des  Glases  mittels  Spektrometers  bestimmt  werden. 
Es  kommt  sehr  selten  vor,  daß  bei  einer  nenen  Qlassorte 
gleich  die  erste  Schmelzung  innerhalb  der  dritten  Dezimale  den 
für  die  optische  Fabrikation  erforderlichen  Brechnngsindex  er- 
gibt, und  oft  sind  hierzu  drei  oder  vier  Versuche  notwendig, 
bis  das  richtige  Glas  erhalten  wird.  Ist  einmal  ein  Glas  von 
besonderen  optischen  Konstanten  erschmolzen,  so  können  in 
der  Regel  weitere  Schmelzen  ausgeführt  werden,  die  dann 
Brechungsindizes  mit  einer  Abweichung  bis  zu  +  0,001  zeigen. 

Obgleich  das  optische  Glas  vom  Hersteller  gewöhnlich  in 
Platten  geliefert  wird,  die  an  den  entgegengesetzten  Flächen 
poliert  sind,  wird  es  gelegentlich  auch  in  anderer  Form,  wie 
runden  Scheiben,  Linsen  und  Prismen  verwandt.  Diese  stellt 
man  in  besonderen  Formen  her,  und  es  bedarf  großer  Sorg- 
falt, de  mit  durch  die  Formgebung  in  dem  fertigen  Glase  keine 
Fehler  entstehen.  In  den  Derby-Werken  werden  alle  Scheiben, 
Linsen  und  Prismen  aUs  Glasplatten  gefertigt,  die  zuvor  auf 
Streifen  geprüft  worden  waren,  so  daß  für  das  fertige  Stück 
Gewahr  übernommen  werden  kann.  Dieses  Verfahren  ist  zwar 
teurer,  als  wenn  man  die  Scheiben  usw.  aus  einem  rohen  Stück 
optischen  Glases  preßt,  aber  auch  sicherer,  da  man  einen  solchen 
rohen  Glasbrocken  nicht  richtig  auf  feine  Streifen  untersuchen 
kann.  Der  Preis  der  Scheiben  und  Linsen  verbietet  das 
Polieren  und  die  Prüfung  auf  Streifen  nach  dem  Verlassen  der 
Fabrik,  weshalb  das  Verfahren,  bei  dem  die  Untersuchung  des 
Glases  vor  der  Formgebung  erfolgt,  vorzuziehen  ist. 

Die  einzige  zuverlässige  Methode  der  Prüfung  auf  feine 
Streifen  im  Glase  ist  die  Untersuchung  auf  entgegengesetzten 
Flächen  polierter  Glasstücke  mit  dem  Polariskop,  und  dieses 
Verfahren  wird  in  Derby  angewandt. 

III.  Die  wissenschaftliche  Seite  der  Fabrikation. 

Als  Abbe  und  Schott  ihre  berühmten  Gläser  ausarbeiteten, 
gingen  sie  von  willkürlichen  Formeln  aus,  und  die  Brechungs- 
indizes, die  sie  erhielten,  waren  für  den  Optiker  feststehende, 
Zahlen.  Er  traf  danach  seine  Anordnungen  und  entwarf  seine 
Apparate  in  Anpassung  an  diese  Gläser.  In  der  ersten  Zeit 
der  optischen  Glasfabrikation  in  Derby  war  das  Problem  ge- 
rade das  umgekehrte  und  daher  um  so  schwieriger.  Es  mußte 
für  Gläser  mit  ganz  bestimmtem  Brechnngsindex  gesorgt 
werden,  um  alle  bisher  aus  dem  Ausland  bezogenen  zu  ersetzen, 
sodaß  der  Optiker  weder  seine  Apparate  zu  verändern  noch 
neue  Berechnungen  vorzunehmen  brauchte.  Hierbei  verfuhr 
man  zuerst  so,  daß  man  Proben  schon  vorhandener  Glastypen 
untersuchte  und  auf  Grnnd  der  ermittelten  Zusammensetzung 
Glasmischungen  herstellte  und  schmolz,  in  der  Erwartung,  ein 
Glas  von  der  gleichen  Beschaffenheit  wie  die  analysierte 
Probe  zu  erhalten.  Aber  die  Versuche  schlugen  fehl,  denn  ob- 
gleich optische  Gläser  entstanden,  zeigten  sie  nicht  die  so 
dringend  benötigten  optischen  Konstanten.  Man  ging  daher 
von  dieser  rohen,  lediglich  kopierenden  Methode  ab,  die  weder 
zu  neuen  Glastypen  noch  zu  einer  Verbesserung  der .  alten 
führen  konnte.  An  ihrer  Stelle  begann  der  Verfasser  das 
Studium  des  Einflusses  der  glasbildenden  Oxyde  auf  die  opti- 
schen und  anderen  Eigenschaften  des  Glases.  Dieses  Verfahren 
hat  sich  sehr  gut  bewährt,  und  alle  Gläser,  die  man  jetzt  in 
Derby  herstellt,  sind  auf  diese  Weise  ausgearbeitet  worden. 
So  weit  wie  möglich  wird  dieses  Studium  durch  die  Analyse 
ergänzt,  aber  viele  Glastypen,  die  vor  dem  Kriege  benutzt 
wurden,  sind  zusammengesetzt  worden,  ohne  daß  etwas  von 
dem  Originalglas  zur  Verfügung  stand. 

Bei  der  Untersuchung  des  Einflusses  der  Zusammensetzung 
des  Glases  auf  seine  Beschaffenheit  wnrden  hauptsächlich 
folgende  Eigenschaften  berücksichtigt:  1.  Dichte,  2.  Brechungs- 
index, 3.  Widerstandsfähigkeit,  4.  Neigung  zur  Entglasung. 
Gleichzeitig  wurde  das  Verhalten  beim  Schmelzen  untersucht, 
sowie  ermittelt,  wie  die  Entstehung  der  verschiedenen  im  Glase 
vorhandenen  Kehler  zu  vermeiden  ist.  Hierbei  wurden  mehrere 
neue  und  wichtige  Tatsachen  hinsichtlich  der  Eigenschaften  des 
Glases  gefunden.3) 

Zunächst  wurde  mit  den  einfachen  Gläsern  gearbeitet,  und 
dann  wurden  die  komplexeren  untersucht.  Das  Normalglas 
kann  angesehen  werden  als  das  Ergebnis  der  Einwirkung  ver- 
schiedener chemischer  Verbindungen  aufeinander  unter  Bildung 
neuer  Verbindungen,  die  bei  der  hohen  Bildungstemperatur 
ineinander  löhlich  sind  und  dies  auch  im  erkalteten  Zustande 
bleiben.  Das  einfachste  Normalglas  besteht  aus  einem  basi- 
schen und  einem  sauren  Bestandteile,  und  Gläser  dieses  Typs 
kann  man  herstellen  durch  Zusammenschmelzen  von  Kiesel- 
säure mit  einer  Natrium-  oder  Kaliumverbindnng.  Schmilzt 
man  also  Sand  und  Natriumkarbonat  miteinander,  so  gibt  dies 
ein  Glas,  dessen  Zusammensetzung  man  in  Anteilen  Si02  und 

"j  (Jeher  die  hierbei  angewandten  UnteraachnngBinethoden  Tgl.  die 
Veröffentlichungen  C  J.  PeddJee  im  Journal  of  the  Society  of  Glans 
TfCDnology  I  (1917),  «7—61,  IV  (1920),  3—107,  226-238,  281—283, 
299-366,  V  (1921),  8—16,  72-106,  195—267. 


N»20  ausdrückt.  Die  ersten  erschmolzenen  Gläser  bestanden 
daher  aus  Kieselsäure  und  einem  Alkalloxyd. 

Obgleich  diese  aus  Sand  und  Alkalioxyden  hergestellten 
Gläser  vom  Gesichtspunkte  der  Dauerhaftigkeit  wertlos  sind, 
so  entsteht  aus  ihnen  bekanntlich  bei  Zusatz  der  Oxyde  des 
Calciums,  Bariums,  Strontiums,  Zinks,  Magnesiums  oder  Bleis 
doch  ein  dauerhaftes  Glas.  Daher  ist  ein  Studium  von  Gläsern, 
die  diese  Oxyde  zusammen  mit  Kieselsäure  und  den  Alkali- 
oxyden enthalten,  von  Wichtigkeit.  Es  wurde  beschlossen,  von 
den  Gläsern  100  SiO, .  20  Na20  und  100  Si02 .  20  K,0  auszu- 
gehen und  sie  als  Grundlage  zum  Aufbau  andrer  Gläser  zu  be- 
nutzen. Um  die  Wirkung  der  Alkalioxyde  im  Glas  zu  unter- 
suchen, wurden  auch  die  Gläser  100  SiU2 . 40  Na20  und 
100  SiO,, .  40  K20  als  Grundgläser  benutzt.  Es  können  hier 
nicht  die  bei  den  verschiedenen  Glasserien  erhaltenen  Ergeb- 
nisse erörtert  werden.  Wohl  kann  es  aber  von  Interesse  sein, 
einige  der  Ergebnisse  zu  besprechen,  welche  die  besonderen 
Wirkungen  der  Oxyde  des  Calciums,  Bariums  usw.  in  Gläsern 
mit  100  Mol.  Kieselsäure  und  20  Mol.  Natriumoxyd  veran- 
schaulichen. 

Das  Schmelzschema  für  diese  Gläser  von  der  allgemeinen 
Formel  100  SiOa .  20  NaaO  .  RO  war  folgendes  : 

Glas-Nr.  Moleküle  SiO,    Moleküle  Na,0    Moleküle  RO 

1  100  20  5 

2  100  20  10 

3  100  20  lö 

4  100  20  20 

5  100  20  25 

6  100  20  30 
Hierbei  bedeutet  RO  das  Monoxyd  eines  der  Metalle  Calcium, 

Barium,  Strontium,  Zink,  Magnesium,  Blei.  So  wurde  z.  B.  für 
die  Calciumoxydgläser  eine  Reihe  von  sechs  Schmelzen  durch- 
geführt,  ebenso  in  der  nächsten  eine  solche  für  Barium  oxyd- 
gläser  u.  s.  f.  Die  Schmelzungen  erfolgten  so  weit  als  möglich 
unter  ähnlichen  Bedingungen,  und  die  Eigenschaften  der  ge- 
schmolzenen Gläser  wurden  untersucht.  Aus  den  Ergebnissen 
ließen  sich  Schlüsse  auf  die  Wirkung  der  Vergrößerung  des 
Gehaltes  an  jedem  einzelnen  Oxyd  ziehen,  ebenso  konnte  auch 
ein  Vergleich  der  Einflüsse  der  verschiedenen  Oxyde  unter- 
einander stattfinden.  Die  Schmelzmethoden  und  die  Unter- 
suchungsverfahren für  die  verschiedenen  Eigenschaften  der 
Gläser  werden  hier  nicht  behandelt  werden,  vielmehr  sei 
betreffs  ihrer  auf  die  übrigen  Veröffentlichungen  des  Verfassers 
verwiesen.  f 

A)  Beziehung  zwischen  Zusammensetzung  und  Dichte. 
Wirkung  des  molekularen  Zusatzes. 


Kar/1!. 


riß-.  *. 


Fitr-  1.  Beziehung  zwischen  molekularer  Zusammensetzung  und  Dichte  in  der 

Reihe  20  Mol.  Na20  .  x  Mol.  EO  .  100  Mol.  SiO,. 
Eig.  2.  Prozentuale  Zusammensetzung:  und  Dichte  (SiO;.  gleichbleibend  =a  70 •/«). , 

Fig.  1  zeigt  die  Wirkung  steigender  Zusätze  verschiedener 
Oxyde  zu  dem  Glase  100  SiO„ .  20  Na,0.  Die  Dichte  dieses 
Glases  ist  2,35.  Das  Glas  loO  S.02 .  20  NaaO  .  5  CaO  hat  die 
Dichte  2,41,  d.  h.  der  Zusatz  von  ö  Mol.  Calciumoxyd  zu  dem 
„Kern"  100  SiOa .  20  Na20  vergrößert  dessen  Dichte  um  0,06. 
Das  Glas  100  SiOa  .  20  NaaO  .  5  PbO  hat  die  Dichte  2,63.  Der 
Zusatz  von  5  Mol.  Bleioxyd  zu  dem  „Kern"  erhöht  also  dessen 
Dichte   um  0,28.     Besonders    ist   folgendes  beachtenswert: 

1.  Der  Zusatz  irgend  einer  Menge  der  RO-Oxyde  zu  dem 
„Kern"  100  SiOa .  20  NasO  bewirkt  eine  Erhöhung  der  Dichte. 

2.  Letztere  nimmt  in  dem  Maße  zu,  als  der  Betrag  an  jedem 
einzelnen  Oxyd  erhöht  wird.  Daher  verläuft  jede  Kurve  an- 
steigend. Man  sieht  aber,  daß  gleiche  Erhöhungen  des  RO- 
gehaltes  nicht  eine  gleiche  Zunahme  der  Dichte  bewirken.  Der 
Einfluß  auf  die  Dichte  wird  vielmehr  kleiner,  je  höher  der 
molekulare  Gehalt  an  RO  in  dem  Glase  steigt.  3.  Von  den  in. 
Frage  kommenden  Oxyden  wirkt  Bleioxyd-  am  stärksten  bei 
molekularem   Zusätze   zum  Glase,   während  Magnesium  den 


1922.  (55.  Jahrgang,) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  18  —  tll 


geringsten  Einflafi  hat.  Die  nachstehende  Tabelle  zeigt,  daß 
die  Wirkung  eines  Oxydes  auf  die  Dichte  des  Glases  umso 
größer  ist,  ein  je  höheres  Molekulargewicht  das  Oxyd  besitzt: 
_     ,  Molekular-  Dichte  von 

0x7d  gewicht      100  SiO., .  20  Na20  . 10  RO 

Bleimonöxyd  (PbO)  223  2,91 

Bariumoxyd  (BaO)  153  2,71 

Strontiumoxyd  (SrO)  104  2,57 

Zinkoxyd  (ZnO)  81  2,52 

Calciumoxyd  (CaO)  56  2,46 

Magnesiumoxyd  (MgO)  40  2,39 

Wirkung  des  prozentualen  Zusatzes. 
■  In  den  unter  Berücksichtigung  der  prozentualen  Zusammen- 
setzung untersuchten  Gläsern  wurde  in  den  ersten  Versuchs- 
reihen das  Glas  70  %  Si02,  b0°/0  Na20  als  Ausgangspunkt 
genommen.  Dabei  blieb  der  Kieselsäuregehalt  konstant,  während 
ein  schrittweise  gesteigerter  Gehalt  an  Natriumoxyd  durch  RO 
ersetzt  wurde. 

m  Außer  diesen  Gläsern  mit  konstantem  Kieselsäuregehalt 
von  70  °/0  wurden  auch  andere  geschmolzen  und  untersucht, 
bei  denen  der  konstante  Kieselsäuregehalt  der  Reihe  nach  65, 
60,  50  und  40  °/0  betrug.  Für  alle  Reihen  galten,  wie  gefunden 
wurde,  die  gleichen  Dichtigkeitsgesetze.  Fig.  2  zeigt  die  Be- 
einflussung der  Dichte  in  den  Reihen  mit  70  °/0  Kieselsäure 
durch  Einführung  des  RO  in  Form  der  verschiedenen  Oxyde 
in  zunehmenden  Mengen,  wobei  sich  folgendes  ergibt: 

1.  In  den  Gläsern  vom  Typus  a  Si02,  b  Na?0,  c  RO,  wo 
a-fb  +  c  =  100  ist,  tritt  bei  konstantem  Kieselsäuregehalt  und 
Ersatz  des  Natriumoxyds  durch  steigende'Gewichtsmengen  eines 
Oxydes  vom  RO-Typus  eine  zunehmende  Vergrößerung  der 
Dichte  ein,  außer  in  den  Gläsern,  die  Magnesiumoxyd  enthalten. 
Bei  Magnesiagläsern  wird  durch  Ersatz  des  Na20  durch  MgO 
eine  Abnahme  der  Dichte  hervorgerufen,  bis  das  Glas  etwa 
10°/0  Magnesia  enthält. 


2.  In  ähnlichen  Gläsern  ist  die  Dichte  um  so  größer,  je 
größer  das  Molekulargewicht  des  als  RO  in  das  Glas  einge- 
führten Oxydes  ist.  So  hat  das  Glas  70  Si02 .  20  Na20 . 10 
PbO  die  Dichte  2,61  und  70  Si02 . 20  Na20 . 10  CaO  die 
Dichte  2,52. 

3.  Nach  den  erhaltenen  Versuchsergebnissen  läßt  sich 
sagen,  daß  die  obigen  beiden  Dichtigkeitsgesetze  auch  gelten, 
wenn  Kaliumoxyd  an  Stelle  von  Natriumoxyd  vorhanden  ist. 

4.  Auch  eine  andere  interessante  Tatsache  sei  hier  er- 
wähnt. Wenn  der  prozentuale  Gehalt  an  Si02  und  RO  in  dem 
Glase  konstant  gehalten,  der  an  Na20  aber  gänzlich  oder  teil- 
weise durch  K20  ersetzt  wird,  so  tritt  eine  Verminderung  der 
Dichtigkeit  ein,  z.  B. 

Glas  70  Si02 .  20  Na20  .  10  PbO  Dichte  2,610 

„  70  SiO, .  10  Na,0  .  10  KaO  .  10  PbO  „  2,570 
„     70  SiO, .  20  K2Ö  .  10  PbO  „  2,546 

Vier  Reihen  von  Gläsern  wurden  studiert,  bei  denen  der 
Prozentgehalt  an  Na20  gleichblieb  und  ein  Teil  der  Kiesel- 
säure durch  RO  ersetzt  wurde.  In  der  ersten  geschmolzenen 
Reihe  betrug  der  Natrongehalt  konstant  25°/0,  in  der  zweiten 
20°/0.  Zwei  weitere  Reihen  enthielten  konstante  Beträge  von 
15  und  10°/0  Na20.  In  allen  Fällen  galten,  ungeachtet  der 
Höhe  des  konstanten  Natrongehaltes,  die  gleichen  Dichtigkeits- 
gesetze, nämlich  folgende  : 

1.  In  einer  Reihe  von  Gläsern  vom  Typus  a  Si02  +  b  Na20 
-f  c  RO,  wobei  a  +  b  +  c  =  100  ist,  wächst  die  Dichte,  wenn 
der  prozentuale  Natrongehalt  gleichbleibt  und  gleiche  Kiesel- 
säuregehalte durch  RO  ersetzt  werden. 

2.  In  ähnlichen  Gläsern  ist  die  Dichte  um  so  größer,  je 
größer  das  Molekulargewicht  des  Oxydes  vom  RO-Typus  ist. 

Die  gleichen  Gesetze  gelten,  wenn  Natriumoxyd  gänzlich 
oder  teilweise  durch  Kaliumoxyd  ersetzt  wird. 

(Fortsetzung  folgt.) 


Wirtschaftlich-gewerblicher  Teil. 

Fachschulen,  Unterricht,  Forschung. 


Handels- Hochschule  Berlin.  Das  Vorlesungsverzeichnis  für  das 
SommersemeBter  1922  ist  soeben  erschienen  (Verlag :  Vereinigung  wissen- 
schaftlicher Verleger,  Berlin  W.  10)  und  beim  Sekretariat  der  Handels- 
Hochschule,  Berlin  C.  2,  Spandauerstraße  1,  zum  Preise  von  M  3  er- 
hältlich. ______ 

Gesetzgebung,  Steuern. 

Gesetz  Aber  Kündigungsbeschränkung  zugunsten  Schwerbe- 
schädigter. Nach  dem  am  1.  4.  22  in  Kraft  getretenen  Gesetz  vom 
34.  3.  22  wird  die  in  §  18  Abs.  1  des  Gesetzes  Uber  die  Beschäftignng 
Schwerbeschädigter  vom  6.  4.  20  bestimmte  Frist,  innerhalb  deren  eine 
Kündigung  nach  §  12  Abs.  1  d  G.  einem  Schwerbeschädigten  gegenüber 
erst  wirksam  wird,  wenn  die  Hauptfürsorgestelle  zugestimmt  hat,  wird 
bis  zum  1  10.  22  verlängert.  Bis  zum  gleichen  Zeitpunkt  bleibt  die  er- 
lassene Verordnung  des  Reichsarbeitsministers  über  die  Verlängerung  der 
Kündigungsbeschränkung  zugunsten  Schwerbeschädigter  vom  28.  4.  21 
in  Geltung. 

Zur  Umsatzsteuernovelle.  Ueber  d'e  Ausführungsbestimmungen 
hat  eine  Aussprache  der  Spitzenverbände  im  Rrichsfinanzministetium  statt- 
gefunden. Hierbei  ist  von  Seiten  der  Regierung  die  Zusage  gegeben 
worden,  daß  Steuerpflichtige  für  die  Zeit  vom  1.  1.— 31.  3.  22  nur  mit 
dem  bisherigen  Satze  von  1  %%  zor  Umsatzsteuer  herangezogen  werden 
Bollen,  wenn  sie  nachweisen  können,  daß  es  ihnen  nicht  möglich  gewesen 
ist,  die  im  übrigen  mit  rückwirkender  Kraft  vom  1.1.  22  ab  erfolgende 
Erhöhung  der  Umsatzsteuer  auf  2°/0  einzukalkulieren.  Die  Spitzenver- 
bände haben  gebeten,  eine  dieser  Zusage  entsprechende  Vorschrift  in  die 
Ausführungsbestimmungen  aufzunehmen. 

Körperschaftssteuer.  Der  Steuersatz  für  Erwerbsgesellschaften 
wird  auf  20  %  des  steuerpflichtigen  Reingewinnes  erhöht.  Unter  Wegfall 
der  bisherigen  Staffelung  und  ohne  Berücksichtigung  der  Ergiebigkeit  ist 
ein  Zuschlag  von  16%  der  verteilten  Dividende  für  die  nach  dem  31. 12.  21 
abgeschlossenen  Bilanzjahre  vorgesehen.  Bei  der  Veranlagung  der  Ein- 
kommensteuer bezw.  der  Körperschaftssteuer  der  steuerpflichtigen  Gesell- 
schafter der  Erwerbsgesellschaften  werden  bei  einem  Jl  300000  nicht 
übersteigenden,  steuerbaren  Einkommen  15°/0,  bei  M  300  Ü00  bis  Jl  2  Mill. 
Einkommen  12»/*%  nnd  bei  als  M  ^  MiU-  100/°  dea  auf  volle  Mark 
nach  unten  abgerundeten  Betrages  der  um  die  Kapitalertragsteuer  ge- 
kürzten Gewinnanteile  angerechnet.  Steuerfreie  Erneuerungsrücklagen 
sind  für  die  in  der  Zeit  vom  1.  1.  22  bis  31.  12.  27  abgeschlossenen  Ge- 
schäftsjahre im  Umfange  des  §  69  a  des  E.  St.  G.  zulässig.  Die  üeber- 
teuerangBkosten  bei  Neubauten,  die  in  den  Jahren  1922  und  1923  baulich 
beendet  worden  sind,  können  in  Abzug  gebracht  werden,  sofern  die  Ver- 
wendung der  Bauten  zu  Kleinwobnungszweeken  16  Jahre  von  der  Fertig- 
stellung ab  gesichert  ist;  ebenso  Beträge,  welche  solchen  Vereinigungen 
und  Gesellschaften,  die  die  Förderung  des  Kleinwohnungsbaues  bezwecken, 
in  den  Jahren  1922  und  1923  zufließen.  Das  Gesetz  gilt  für  alle  nach 
dem  31. 12.  21  abgeschlossenen  Geschäftsjahre.  Die  vorläufigen  Zahlungen 
auf  die  Körperschaftssteuer  werden  für  die  nach  dem  31.  12.  21  abge- 
schlossenen Geschäftsjahre  auf  15%  des  in  der  Bilanz  ausgewiesenen 
Reingewinns  erhöht.  Der  Mehrbetrag  der  vorläufigen  Zahlung  ist  grund- 
sätzlich einen  Monat  nach  Inkrafttreten  des  Gesetzes  zu  entrichten, 


Handel  und  Verkehr. 

Nochmalige  Erhöhung  der  Gütertarife.  Kaum  ist  am  1.  5.  die 
20%  Erhöhung  der  seit  dem  1.4.22  geltenden  Tarife  in  Kraft  getreten, 
werden  bereits  im  Reicbsverkehrsministerium  abermalige  Tariferhöhungen 
zum  1  6.  fwogen,  die  sämtliche  Eisenbahngtttertarife  umfassen  und 
ungefähr  20%  betragen  sollen.  Diese  Neuerhöhung  der  Gütertarife 
soll  einen  Ausgleich  schaffet!  für  die  bevorstehende  Erhöhung  der 
Beam  tengehält  ar  und  Arbeiteriöhne,  wodurch  auch  der  Eisenbahnverwal- 
tang erhebliche  Mehrausgaben  erwachsen.  Die  Personentarife  sollen 
auch  diesmal  von  einer  Erhöhung  verschont  bleiben. 

Zur  Neuregelung  der  Postgebühren.  Bei  den  letzhin  stattgefundeneu 
Beratungen  des  Verkehrsbeirates  im  Reichspostministerium  wurde  eine  Er- 
höhung des  Auslandsportos  zum  Ausgleich  für  die  Ermäßigung  des  Post- 
kartentarif es  (im  Fernverkehr)  von  Jl  2  auf  M  1,50  vorgeschlagen.  Die  Fern- 
sprech-  und  Telegraphentrebühren  wurden  im  wesentlichen  im  Sinne  des  Vor- 
schlages des  Reichspostministeriums  angenommen.  Die  Fernsprechgebühren 
werden  sich  voraussichtlich  um  80%  erhöhen,  die  Telegrammgebühren 
werden  M  1,50  je  Wort  (mindestens  M  15)  im  Fernverkehr  und  M  1 
(mindestens^  10)  im.  Ortsverkehr  betragen.  Dar  Entwurf  geht  nunmehr 
zunächst  dem  Reichsrat  zu. 

Zum  Uebergang  des  Ileicbsbeauftragten  für  Ueberwachungen 
der  Ein-  und  Ausfuhr  an  die  Zollverwalung.  Nachdem  die  Außen- 
stellen des  Reichsbeauftragten  bereits  mit  der  Zollverwaltung  verschmolzen 
sind,  wird  nunmehr  im  Einvernehmen  mit  dem  Reichswirtschaftsmiuister 
die  Zentrale  (Verwaltungsabteilung)  des  Reichsbeauftragten  mit  der  Be- 
zeichnung „Hauptfahnduugsstelle  der  Reichszoll  Verwaltung",  Berlin  SW.  48, 
Verlängerte  Hedemannstraße  1,  dem  Landesfiuanzamt  Brandenburg,  Abt. 
für  Zölle  und  Verbrauchsabgaben,  angegliedert. 

Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Der  Gesamtausschuß  hat  beschlossen, 
daß  die  Geltungsdauer  voa  Ausfuhrbewilligungen,  wenn  keine  aus- 
reichenden Gründe  vorliegen,  nur  einmal  verlängert  werden  soll.  Aus- 
nahmeanträge sollen  von  Fall  zu  Fall  entschieden  werden.  —  Der 
Ausfuhrmindestpreis  von  Qaarzit  nach  Tschechoslowakien  hat  ab  20.  4. 
eine  Aenderung  erfahren.  —  Die  Ausfuhrmindestpreise  für  Schleif- 
scheiben für  die  Länder  Frankreich,  Italien,  Deutschösterreich,  Ungarn, 
Rindstaaten,  Balkan  und  Rußland  sind  geändert  worden.  —  Die  Aus- 
fahrmindestpreise für  feuerfeste  Erzeugnisse  für  die  Ukraine  —  Groß- 
iußland  —  Litauen  und  Randstaaten,  sowie  für  Polen  und  Freistaat  Danzig 
haben  eiue  Aenderung  erfahren.  —  Die  Ausfahrmindestpreise  für  Korund 
and  Schmirgel  haben  eine  Aenderung  erfahren.  —  Die  Ausfuhrmindest- 
preise für  feaerfeste  Erzeugnisse  nach  Schweden,  Dänemark,  Norwegen, 
Finnland,  Saargebiet  und  Deutschöaterreich  Bind  geändert  worden. 

A.  H.  N.  Glas.  Der  Unterauaschuß  Ho  hl  glas  hat  in  seiner 
Sitzaug  am  4. 4.  22  Aenderungen  zu  dem  Umrechnungsschlüssel  vom 
16.11.21  beschlossen.  Die  Aenderungen  können  bei  der  Preisprüfungs- 
stelle für  Hohlglas,  Dresden-N.  6,  Glacisstraße  12,  angefordert  werden. 

Ausfuhrabgabengesetz.  Dar  Entwurf,  der  Ende  Februar  den 
Reichsrat  und  den  Wirtschaftspolitischen  Ausschuß  des  Reichswirtschafts- 
rates beschäftigt  hatte,  sieht  bekanntlich  die  allgemeine  Erhebung  einer 
Abgabe  von  der  Ausfuhr  aller  Waren  vor.   Die  Reichsregierung  kann  in 


2J£  —  Hi.  1$ 


SPRICH  SAAL  —  COBURG. 


um.  (&&.  Jahrgang,)) 


beeonderen  Fallen  die  Ausfubrabgabe  erlanen  oder  ermaßigen  sowie  mit 

Zustimmung  des  Reichsrats  allgemeine  Ausnahmen  zulassen.  Der  end- 
gültige Abgabentarif  soll  erst  nach  Anhörung  zahlreicher  Sachverständiger 
Torgelegt  werden.  Bis  zn  seiner  Festlegung  bleibt  der  znrzeit  gültige 
Tarif  vom  27. 10  21  in  Kraft.  Die  Ansfnhrabgabe  soll  bei  den  ausfuhr- 
freien Waren  von  den  Zollstellen,  bei  den  ansfnhrverbotenen  Waren  so 
wie  bisher  von  den  Außenhandelsstellen  veranlagt  werden.  Die  Erhebung 
erfolgt  in  beiden  Fällen  bei  den  Zollstellen.  Die  Reichsregierung  bestimmt 
den  Zeitpunkt  des  Inkrafttretens  des  Gesetzes  und  das  Außerkrafttreten, 
wenn  eich  durch  die  Entwicklung  unserer  Wirtschaftlage  eine  schnelle 
Aufhebung  der  Ausfuhrabgaben  als  notwendig  erweisen  sollte. 

Das  deutsch-finnische  Wirtschaftgabkommen«  das  am  22.4.  im 
Auswärtigen  Amt  unterzeichnet  worden  ist,  bezieht  Bich  insbesondere  auf 
die  Begelung  des  gegenseitigen  Verkehrs  der  Handlnngsreisenden,  gewissen 
Fragen  des  beiderseitigen  Schiffahrts-  und  Eisenbahnverkehrs  nnd  der 
Befugnis  der  beiderseitigen  Konsularbebörden.  Das  Abkommen  enthält 
ferner  eine  Erklärung,  wonach  beide  Teile  bereit  sind,  demnächst  in  Ver- 
handlungen Uber  ein  Wirtschaftsabkommen  auf  breiter  Grundlage  einzutreten. 
Das  Abkommen  tritt  mit  dem  Tage  des  Austausches  der  Batifikatio  ns- 
nrkanden  in  Kraft. 

Besetztet  Gebiet.  Zur  Rückerstattung  doppelt  erhobener  Ans* 
fahrabgaben.  Wie  der  Beichskommissar  für  Ein-  und  Ausfuhrbewilligung 
(11.  4.  1922  —  BV  4641—)  mitteilt,  ist  es  richtig,  daß  der  leitende 
Zollausschuß  verfügt  hat,  daß  seit  dem  15  1.  22  Rückerstattungen  für 
Rechnung  der  Alliierten  ans  den  Zollkassen  nicht  mehr  erfolgen  dürfen. 
Eine  Regelung  der  hierbei  aufgetretenen  weiteren  Fragen  wird  im  rAa- 
sammenhang  mit  der  Begelung  der  Bückerstattung  doppelt  erhobener 
Aasfuhrabgaben  im  besetzten  Gebiet  überhaupt  erfolgen.  Die  Ver- 
handlungen, die  vom  BeiobsfinanzmiDisterium  geführt  werden,  sind  noch 
nicht  abgeschlossen.   Eine  Begelung  wird  aber  in  Kürze  erwartet. 

Saargebiet.  Zoll-  nnd  Versandrorschriften.  Die  Verkehrs-  nnd 
Zollabteilung  der  Handelskammer  zu  Saarbrücken  hat  als  Merkblatt  Nr.  9 
•ine  Zusammenstellung  sämtlicher  Zoll-  nnd  Versandvorschriften  für  den 
Warenverkehr  des  Saargebiets  mit  Berücksichtigung  dar  durch  die  Sanktionen 
bewirkten  Aenderungen  nach  dem  Stand  vom  1.  3.  22  herausgegeben,  die 
vom  Verlag  Gebr.  Hofer,  A.-G.,  Saarbrücken-Völklingen,  bezogen  werden 
kann. 

f  hile.  Znr  Anbahnung  von  Geschäftsbeztehuhgen  empfiehlt  der 
Vertrauensmann  des  Außenhandels- Verbandes  in  Valparaiso  den  am  Export 
interessierten  Firmen,  möglichst  mit  der  Anfrage  zugleich  ein  Muster 
vorzulegen,  nnd  eine  ungefähre  Preisbasis  anzugeben.  Die  Interessenten 
seien  zu  einer  etwaigen  Bezahlung  wertvollerer  Muster  nicht  abgeneigt. 

Ecuador.  Geschaftswinke.  Nach  einer  Zuschrift  des  Vertrauens- 
mannes des  Außenhandels- Verbandes  in  Cuenca  wird  noch  immer  über  das 
Geschäftsgebaren  deutscher  Firmen  Klage  geführt.  Die  neuerdings 
geübte  Berechnung  in  Dollar  hat  größtes  Befremden  erregt,  da  der  Dollar 
jetzt  in  Ecuador  das  Doppelte  seines  früheren  Wertes  habe.  Ein  weiterer 
Uebelstand  ist  die  durchweg  atsbedungene  lange  Lieferfrist.  Die  Ver- 
packungs-  und  Versandkosten  werden  als  unangemessen  hoch  bezeichnet. 
Die  Verpackung  ließe  auch  die  frühere  Sorgfalt  vermissen.  Zum  Herein- 
holen von  Bestellungen  ist  das  Vorlegen  von  Mustern  unerläßlich,  andern- 
falls sollte  dieser  Mangel  durch  wirkungsvolle  Kataloge  wettgemacht 
werden.  Viele  Zahlen  nnd  sachliche  Erlänterungen  erübrigen  sich.  Der 
Südamerikaner  schätzt  die  Ware  nach  der  mehr  oder  weniger  gefälligen 
Aufmachung  des  Kataloges  ein.  Als  Sprache  kommt  die  spanische,  sonst 
die  deutsche  in  Trage.  Möglichst  genaue  Gewichtsangaben  sollen  einen 
TJeberschlag  über  die  Zollkosten  ermöglichen. 

Oesterreich.  Der  Zollaufschlag  für  die  nicht  nnter  Goldzoll- 
pfiiebt  fallenden  Waren  ist  mit  Wirkung  ab  2.6.  vom  700  fachen  auf  das 
1000  fache  des  Tarifsatzes  festgesetzt  worden.  Interessenten  erfahren 
Näheres  bei  der  österreichischen  Abteilung  des  Deutsch- Oesterr.-Ungar. 
Wirtschaftsverbandes,  Berlin  W.  35,  Am  Karlsbad  16. 

Tschechoslowakien.  Die  Fakturierung  deutscher  Einfuhrwaren 

kann  in  tschechoslowakischen  Kronen  vorgenommen  werden ;  die  Bezahlung 
mnß  jedoct  einer  neuerlichen  Verfügung  zufolge  in  Mark  erfolgen.  Der 
Beichekommissar  für  Ein-  und  Ausfuhrbewilligung  hat  keine  Bedenken, 
wenn  bei  Faktnrierung  in  tschechoslowakischen  Kronen  von  den  Außen- 
handelBstellen  allgemein  Zahlung  in  Mark,  nnd  zwar  möglichst  zum  Kurse 
des  ZablungBtages,  zugelassen  wird. 

Eine  solche  ZahlungBweise  dürfte  eich  auch  bei  der  Ausfuhr  nach 
anderen  Ländern  empfehlen  —  selbst  wenn  von  den  dortigen  Finanz- 
ministerien keine  Bezahlung  in  Mark  vorgeschrieben  ist  —  in  allen  den 
Fällen,  wo  «Me  beziehenden  Firmen  Wert  darauf  legen,  die  eingeführten 
deutschen  Waren  mit  ihren  MarkbeBtänden  zu  bezahlen,  nnd  wo  im  Falle 
einer  Weigerung  von  deutscher  Seite  die  ausländische  Konkurrenz  den 
Vorteil  ziehen  würde. 

Ungarn.  Das  Zollaufgeld  ist  für  alle  in  den  Listen  A — C  (vergl. 
Nr.  10,  8.  113)  nicht  aufgeführten  Waren  ebenso  wie  das  Waggeld  auf 
16  9ü0<>/0  nnt  Wirkung  vom  6.  4.  ab  erhöht  worden. 

Vereinigte  Staaten.  Zur  ZolltarifrevMon.  Ueber  die  vom 
Finanzausschuß  des  Senats  an  dem  Entwurf  des  Repräsentantenhauses 
vorgenommenen  Aenderungen  werden  aus  New  York  noch  folgende  Einzel- 
heiten berichtet:  Die  Bill,  die  in  der  ihr  vom  (Finanzausschuß  gegebenen 
Fassung  seit  dem  11  4  dem  Senat  unterliegt,  steht  dort  nunmehr  zur 
Vtrhandlung  Man  nimmt  an,  daß  diese  etwa  2  Monate  beanspruchen  und 
nicht  ohne  lebhafte  Auseinandersetzungen  seitens  der  interessierten  Kreise 
vor  Bich  gehen  wird  Neben  den  bereits  an  früherer  Stelle  dieses  Blattes 
erwähnten,  dem  Präsidenten  zum  Schutze  dar  amerikanischen  Iuduitrie  zu 
erteilenden  Vormächten  (Erhöhung  der  tarifmäßigen  Zollsätze  um  50%, 
nötigenfalls  Anwendung  des  amerikanischen  Großhandels-  anstatt  des  in 
der  Bill  allgemein  vorgesehenen  Exportwertes  als  Grundlage  der  Ab- 
schätzung der  Einfuhrw«rm)  will  der  Ausschuß  in  Anlehnung  an  die  in 
der  Kougreßbottehaft  des  Präsidenten  vom  Dezember  v.  J.  gegebene  An- 
regung einei  „dehnbaren*  Zolltarifs  das  Bundesoberhanpt  weiterhin  auch 
zur  Vornahme  von  Aenderungen  in  der  tarifmäßigen  Klassifizierung  von 


Einfuhrwaren,  beispielsweise  zur  Ueberleituug  dieser  ans  der  Frei-  in  die 

Zollpflichtliste,  ermächtigen.  Ferner  soll  der  Präsident  die  Befaguis  be- 
sitzen, Waren,  deren  Preis  in  den  Vereinigten  Staaten  von  ausländischen 
Zweckverbänden  kontrolliert  wird,  solange  die  die  amerikanische  Produktion 
differenzierenden  Verbandsmaluahmen  nicht  beseitigt  sind,  von  der  Ein- 
fuhr gänzlich  auszuschließen.  Die  in  dem  „American  valuationplan"  der 
„Fordney  Bill"  enthaltenen  Bestimmungen  über  die  Einfuhr  von  Waren 
ans  valutaichwachen  Ländern  hat  der  Ausschul  fallen  lassen. 


Die  Lage  in  Industrie  nnd  Handel. 

Die  bayerische  PorzellantndustrU,  die  noch  über  einen  ziemlieh 
beträchtlichen  alten  Auftragsbestand  verfügt  nnd  nene  Aufträge  hinzu- 
erhalten hat,  klagt  über  außerordentliche  Kohlenknappheit,  die  nur  durch 
Zuhilfenahme  von  Holzfeuerung  und  böhmischer  Kohle  behoben  werden 
kann.  Die  gleichen  Schwierigkeiten  bestehen  für  die  oberfränkisehe 
elektrotechnische  Porzellanindustrie.  Die  Beschäftigung  in  der  Steingat- 
indnstrie  ist  teilweite  gut,  teilweise  zurückgegangen  nnd  gleicherweise 
durch  Kohlenmangel  in  Frage  gestellt. 

Die  Lage  in  der  bayerischen  Spiegelglasindustrie.  Die  Htttteu- 
betriebe  des  Böhmerwaldes,  die  Polierwerke  des  oberpfälzischen  Stufen- 
landes und  die  Veredlungsindustrie  Mittelf  rankens  bilden  in  der  Glasindustrie 
hinsichtlich  der  Produktion  ein  aufs  engste  zusammenhängendes  Ganze, 
als  dessen  Brennpunkt  Fürth  anzusprechen  ist.  Die  Stärke  der  bayerischen 
Glasindustrie  liegt  heute  in  der  Herstellung  von  Spiegelglas,  dem  auf  dem 
Weltmarkt  nur  eine  geringe  Konkurrenz  seitens  Böhmens  gegenübersteht. 
Ihre  Bedeutung  verdankt  sie  einzig  und  allein  ihrem  Charakter  all  Aus- 
fuhrindustrie. Mit  dem  Exportrückgang  setzten  allerdings  eine  bis  heute 
noch  immer  nicht  behobene  Stagnation  und  ein  schwerer  Existenzkampf 
ein.  Der  Einfluß  der  Separationen  macht  sich  in  unheilvoller  Weise  geltend. 
Dies  gilt  vor  allem  anf  dem  Gebiete  der  Kohlenversorgung.  Infolge  des 
Ausfalles  der  oberschlesischen  Kohle  werden  seitens  der  Kohlenverteilungs- 
stelle der  bayerischen  Spiegelglasindustrie  einheimische  Kohlen  überhaupt 
nicht  mehr  zugewiesen,  und  sie  ist  heute  nur  noch  von  der  böhmischen  i 
Kohle  abhängig,  die  im  Bezüge  außerordentlich  teuer  iet.  Vor  dem  Kriege 
kostete  ein  Waggon  böhmischer  Kohle  ungefähr  Jf  80,  während  er  heute 
mit  etwa  M  9000  und  mehr  berechnet  wird.  Noch  im  vorigen  Jahre 
wurde  böhmische  Kohle  in  Markwährung  fakturiert,  heute  dagegen  nur  in 
tschechischen  Kronen.  Das  gleiche  gilt  auch  bezüglich  der  Frachten,  die 
bis  znr  Grenze  in  tschechischer  Währung  berechnet  werden  nnd  infolge- 
dessen ungleich  höher  sind.  Eine  große  Belastung  stellen  auch  die  vielen 
Steuern  dar,  als  deren  drückendste  die  Kohlensteuer  angeführt  wird. 
Während  die,  böhmischen  Kohlen  noch  bis  Anfang  Dezember  1921  Steuer-  ] 
frei  waren,  werden  auch  sie  neuerdings  mit  der  nun  40°/»-igen  Kohlen- 
Steuer  belegt.  Di«  26  °/,-ige  -Abgabe,  der  die  deutschen  Waren  in  England 
unterworfen  sind,  hat  insofern  keinen  Einfluß,  als  der  Export  nach  England 
kein  nennenswerter  ist.  Die  Entwertung  der  Mark  allerdings  begünstigt 
den  Export  der  Erzeugnisse  nach  den  valutastarken  Ländern.  Die  Vorschrift 
der  Außenhahdelsnebenstelle,.  nach  welcher  ab  1. 2.  22  bei  der  Ausfuhr  nach 
Ländern  mit  höherer  Valuta  ausnahmslos  in  ausländischer  Währung  zn 
fakturieren  ist,  wird  in  den  Kreisen  der  Spiegelindustrie  ablehnend  beurteilt.  I 
Eine  nicht  unwesentliche  Bolle  in  dem  gesamten  Produktionsprozeß  spielen 
die  fortgesetzten  Lohnstraitigkeiten  nnd  die  damit  verbundenen  Streik-  j 
bewegungen.  Die  ständig  steigenden  Gestehungskosten  lassen  den  Zeit- 
punkt immer  näher  rücken,  an  dem  die  bayerische  Spiegelglasindustrie  dem 
erfolgreichen  Wettbewerb  der  rheinischen  Kristallglasfabrikation  mit  ihrer 
günstigen  Lage  im  Kohlenrevier  nnd  am  Wasserwege  nicht  mehr  stand 
zn  halten  vermag.  Die  Rohstoffversorgung  bietet  verhältnismäßig 
noch  die  wenigsten  Schwierigkeiten,  wenn  auch  das  Sodasyndikat  die 
inländische  Soda  in  zu  geringen  Mengen  zuteilt  nnd  die  Fabriken  damit 
zum  Bezug  verhältnismäßig  teurer  Auslandsware  zwingt.  Die  für  die 
Spiegelfabrikation  erforderlichen  Bohstoffe  wie  indischer  Schellack  nnd 
französische  Terpentine  köonen  in  genügenden  Mengen,  allerdings  gleich- 
falls nur  zu  äußerst  hohen  Preisen  bezogen  werden  Die  Gestehungskosten 
für  das  Fertigerzeugnis  neigen  sich  mehr  nnd  mehr  einem  Preisstand  zu, 
der  Spiegel  und  Spiegelglas  nachgerade  zu  ausgesprochenen  Luxusartikeln 
werden  läßt.  (Sbt.) 

Ausländische  Konkurrenz  gegen  deutsche  Glühlampen*  Englische 
nnd  schwe  tische  Glühlampenfabriken  rechnen  mit  einer  Beseitigung  der 
deutschen  Konkurrenz  in  verschiedenen  Ländern,  nachdem  die  deutschen 
Verkaufspreise  jetzt  erhöht  worden  sind  nnd  eine  Besserung  des  Mark- 
kurses in  Aussicht  stehe.  Einen  etwaigen  Export  nach  Bußland  glauben 
die  Bchwedischen  Fabriken  unter  den  deutschen  Verkaufspreisen  durch- 
führen zu  können.   In  Bußland  Bei  jedoch  die  Kreditfrage  nnr  entscheidend. 

Frankreich.  Wettbewerb  gegen  deutsches  Porz«IIan.  Die 
Limoger  Werke  machen  erneut  ernstliche  Anstrengungen  zur  Verdrängung 
der  deutschen  Erzeugnisse  und  haben  bereits  vor  der  Leipziger  Messe 
eine  Preisherabsetzung  von  20°/.  vorgenommen.  Der  billige  Einkauf 
deutscher  Reparationskohle  trägt  nicht  unwesentlich  zum  Gelingen  ihrer 
Bestrebungen  bei.   


Geschäft  lieh©  Mitteilungen. 

Porzellanfabrik  Kahla  —  H.  Schomburg  Sc  Söhne,  A.-G.  Die 
Verwaltungen  beider  Gesellschaften  schlagen  ihren  Generalversammlungen ' 
den  Abschluß  eines  Interessen  Gemeinschafts- Vertrages  auf  99  Jahre  vor. 
Beide  Gesellschaften  sind  anf  dem  Gebiet  der  Herstellung  von  elektro- 
technischem Porzellan  führend  und  wollen  im  Hinblick  auf  den  Ausbau 
ihrer  Werke  und  die  Herbeiführung  weiterer  technischer  Fortschritte  das 
engste  Zusammengehen  vereinbaren.  Durch  den  Austausch  ihrer  Erfahr- 
ungen auf  technisch- wissenschaftlichem  und  fabrikatorischem  Gebiet, 
ferner  durch  die  Verbilligung  der  Produktion  und  des  Vertriebes  dürften 
nicht  nur  den  Aktionären,  Bondern  auch  der  elektretechnischen  Industrie', 
wesentliche  Dienste  geleistet  werden.  Auch  auf  dem  Gebiet  der  Her* 
Stellung  von  Gebrauchsporzellan  wird  die  Annäherung  der  beiden  Werke 
günstige  Aussichten  bieten.   Schomburg  beabsichtigt  in  seinem  Schwan- 


1822.   (66.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL -COBURG. 


Nr.  18  —  213 


dorfer  Werk  auch  eine  umfangreiche  Gescbirrabteilung  einzurichten  und 
sich  fttr  den  Vertrieb  der  Verkaufsorganisation  von  Kahla  anzuschließen. 
Die  beiden  Gesellschaften  besitzen  Werke  in :  Kahla,  Hermsdorf,  Freiberg, 
Zwickau,  Margarethenhöhe,  Roßlau,  Wiesau,  Pirkensee,  Schwarzenfeld 
und  8chwandorf.  Die  Porsellanfabrik  Schombnrg  wird  ihr  Kapital  von 
Jt  8  Mill.  auf  Ji  25  Hill,  erhöhen,  während  Kahla  eine  Erhöhung  von 
M.  20  Hill,  auf  M  35  Hill,  vornimmt.  Je  Ji  10  Hill.  Aktien  werden  von 
beiden  Gesellschaften  ausgetauscht  und  zunächst  nur  mit  25  %  eingezahlt. 
Die  Dividendenberechtigung  dieser  Austauschaktien  ruht  während  der 
Daner  des  Gemeinschaftsvertrages.  Diese  Kapital-Transaktion  soll  von 
den  führenden  Bankhäusern  der  betreffenden  Gesellschaften,  der  Bank  für 
Thüringen,  vormals  B.  H.  Strnpp,  A.-G.,  Heiningen,  und  dem  Bankhans 
C.  H.  Kretzschmar,  Berlin,  durchgeführt  werden.  Die  Vorstände  beider 
Gesellschaften  vereinigen  sich  zu  einem  Gesamtvorstand,  ferner  werden 
Aufsichtsräte  beider  Gesellschaften  gegenseitig  ausgetauscht.  Die  Ge- 
winne sollen  nach  einem  zu  vereinbarenden  Schlüssel  verteilt  nnd  eine 
gleiche  Dividende  für  beide  Aktien  ausgeschüttet  werden. 

Pörzellanfabrik  Ph.  Kosenthai  &  Co.,  A.-G.,  Berlin.  Auszug 
ans  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31. 12.  21 :  Reingewinn  M  14.08  Hill. 
(5,0);  Dividende  50%  (50);  Abschreibungen  M  7,25  Hill.  (5,55);  Zu- 
weisungen an  Wohlfahrtsfonds  M  3  Hill.  (0),  an  neugebildeten  Dividenden- 
Ergänzungsfonds  M  6  Hill.  —  Laut  Rechenschaftsbericht  ging  die  Be- 
schäftigung stets  Ms  an  die  Grenze  der  Leistungsfähigkeit.  Das  Ueber- 
einkommen  mit  der  A.  E.  GL  hat  ein  engeres  Zusammengehen  der  Abteilungen 
für  Elektrotechnik  mit  der  A.  E.  G.  gebracht.  Die  Gesellschaft  hat  sich 
ferner  an  der  Firma  A.  Weber  &  Co.,  Specksteinwerke,  Nürnberg,  beteiligt 
und  das  Aktienkapital  der  A.-G.  Krister,  Waldenburg,  erworben  Der  vor- 
liegende Auftragsbestand  sichert  auf  Monate  hinans  reichliche  Beschäftigung. 
Pläne  zu  weiterer  Ausdehnung  oder  Angliederung  anderer  Porzellanfabriken 
bestehen  augenblicklich  nicht.  Es  sei  auch  nicht  beabsichtigt,  eine 
Kapitalserhöhnng  vorzunehmen.  —  Neu  in  den  Aufsichtsrat  wurde 
0.  Schweitzer  gewählt, 

Pörzellanfabrik  Fraureuth,  A.-G«.  Fraureuth.  Auszug  aus  dem 
genehmigten  Abschluß  vom  31.12.-21:  Reingewinn  M  4,6  Hill.  (1,2); 
Dividende  35  %  (35) ;  Sondervergütung  Jt  250  (0) ;  Abschreibungen 
Jt  0,6  Hill.  (0,7);  neu  errichteter  Baufonds  für  Arbeiterwohnungen 
M  4  5  Hill.  (Wiederaufbau-  und  Erneuerungsfonds  Jt  2  Hill);  Zuweisung 
an  Beamten-  und  Arbeiterpensionsfonds  M  0,6  Hill.  (0,3).  —  Das  Unter- 
nehmen vormochte  1921  die  Gesamtumsätze  auf  das  2%-fache  des  Vor- 
jahres zu  steigern.  Die  Geschirrfabrik  Fraureuth  war  ebenso  gut  beschäftigt 
wie  die  in  ihrer  Produktionsleistung  rasch  entwickelte  Fabrik  Wallendorf 
nnd  die  Malereien  in  Dresden  nnd  Lichte,  die  sich  nur  mit  der  Herstellung 
von  Kunst-  nnd  Luxusporzellanen  befassen.  Die  im  Ban  befindliche  neue 
Geschirrfabrik  in  Fraureuth  soll  im  Laufe  des  Jahres  in  Betrieb  gebracht 
werden.  Die  Gesamtsumme  der  Reserven  stellt  Bich  auf  rund  Jt  9  Hill., 
womit  also  das  dividendenberechtigte  Aktienkapital  nicht  unbeträchtlich 
überschritten  wird.  Das  Aktienkapital  ist  im  laufenden  Jahr  erhöht  auf 
Jt  0,85  Hill.  Vorzugs-  nnd  auf  Jt  10,5  Hill  Stammaktien.  Von  diesen 
Stammaktien  und  der  Emission  des  Jahres  1921  sind  Jt  2,55  Mill.  vom 
Bezugsrecht  der  Aktionäre  ausgeschlossen  worden,  nm  aus  dem  Erlös  und 
Agiogewinn  die  Mittel  zum  Bau  der  neuen  Tunnelofenfabrik  zu  schaffen. 
Nach  Mitteilung  der  Verwaltung  werden  voraussichtlich  mit  den  bereit- 
stehenden Mitteln,  dem  Agiogewinn  nnd  dem  Erlös  aus  den  emittierten 
nnd  noch  zu  emittierenden  Obligationen  die  gesamten  Bauaufwendungen 
bestritten  werden  können.  Wie  der  Vorstand  erklärt,  verfügen  sämtliche 
Werkstätten  Uber  einen  reichlichen  Auftragsbestand,  so  daß  die  Aussichten 
für  das  laufende  Jahr  als  günstig  bezeichnet  werden  können,  sofern  nicht 
unvorhergesehene  Zwischenfälle  eintreten.  —  Dem  derzeitigen  Aufsichts- 
rat gehören  an :  Bankdirektor  Dr.  K.  Beheim-Schwarzbach,  Vors.,  Landrat 
a.  D.  Dr.  W.  Drahota,  Btellv.  Vorl.,  Oberst  a.  D.  D.  v.  Kommerstaedt, 
Bankier  W.  Lswinsky,  Oberstallmeister  a.  D.  G.  v.  Römer. 

Steingutfabrik  Colditz,  A.-G.,  Colditz.  Auszug  aus  dem  ge- 
nehmigten Abschluß  vom  31.  12.  21:  Reingewinn  Jt  2107  924  (895  566); 
Dividende  40  %  (26  %  +  10  %  Bonns) ;  Abschreibungen  nicht  ersichtlich 
(690000).  —  Das  15  Geschäftsjahr  der  Gesellschaft  bot  im  allgemeinen 
die  gleiche  Unsicherheit  der  Geschäftslage  wie  im  Vorjahr,  gekennzeichnet 
durch  mehr  oder  weniger  heftige  Valntaschwankungen.  Der  sich  ständig 
verschärfende  Kohlenmangel  zeitigte  Betriebseinschränkungen  aller  Art. 

Max  Roesler,  Feinsteingutfabrik,  A.-G.,  Rodach.  Auszug  aus 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21 :  Reingewinn  M  930  797 
(604348);  Dividende  20%  (12)  ;  Abschreibungen  M  14  995  (125  074);  Zu- 
weisung an  Erneuernngs-  und  Dispositionsfonds  M  125000  (70000),  Ge- 
winnanteil an  Beamte  und  Arbeiter  Ji  163185;  für  soziale  Zwecke 
JK  60  000  (50000).  —  Nach  dem  Vorstandsbericht  hielt  die  große  Nach- 
frage bis  zum  Frühjahr  an.  Der  späterhin  einsetzende  Käuferstreik  ließ 
das  Inlandsgeschäft  merklich  abflauen.  Der  Absatz  besserte  sich  jedoch 
im  Herbst  und  nahm  zu  Weihnachten  großen  Umfang  an.  Das  Anfang 
des  Jahres  schwache  Auslandsgeschäft  brachte  im  zweiten  Halbjahr  gute 
Beschäftigung.  Der  derzeitige  Geschäftsgang  ist  nach  Hitteilung  der  Ver- 
waltung recht  zufriedenstellend.  Auf  der  Leipziger  Hesse  seien  ansehn- 
liche Aufträge  erteilt  worden. 

Rheinische  Glashütten,  A.-G.,  Cöln-Ehrenfeld.  Die  a.  o.  G.-V. 
genehmigte  die  vorgeschlagene  Kapitalserhöhnng  nm  M  6  Hill.  Stamm- 
und  Jt  1  Hill.  Vorzugsaktien  auf  Ji  10  Hill.  Der  Aufsichtsrat  wurde 
ermächtigt,  die  Einzelheiten  der  Begebung  nnter  Ausschluß  des  gesetz- 
lichen Bezugsrechtes  der  Aktionäre  festzusetzen. 

A.-G.  Glashüttenwerke  Adlerhütten,  Penzig,  O  L  Die  o.  G.-V. 
gab  ihre  Genehmigung  zu  der  Kapitalserhöhnng  um  JI  3  Mill.  Stamm- 
nnd  Jt  1,2  Mill.  Vorzugsaktien.  Die  neuen  ab  1. 1.  22  dividendenberech- 
tigten Stammaktien  werden  an  ein  aus  dem  Bankhaus  S.  Bleichröder, 
Berlin,  nnd  dem  Bankhanse  Doertenbach  &  Cie ,  G.  m.  b.  H ,  Stuttgart; 
bestehendes  Konsortium  mit  der  Verpflichtung  begeben,  Jt  2  Hill,  den 
alten  Aktionären  im  Verhältnis  2:1  zu  170  %  zum  Bezug  anzubieten. 
Das  Bezugsrecht  läuft  bis  10. 5.  22. 


Gesch&ftsverlegung.  Die  Firma  Flachglas-GroSvertriebs-Gesellsehaft 
m.  b  H.,  Leipzig,  hat  ihre  Geschäftsräume  naeh  ihrem  eigenen  Grund- 
stück Leipzig- Gohlis,  Breitenfelderstr.  30,  verlegt.  Die  Fernruf-Nummer 
lautet  jetzt  50  371. 


General  »Versammlungen. 

Porzellanfabrik  Joseph  Schachtel,  A.-G.,  Sophienau :  o.  G.-V.  6.  5.  21, 
5  Uhr  n.,  Bankfirma  Carsch  Simon  &  Co.,  Komm.-Ges.,  Berlin.  T.-O. : 
n.  a.  Kapitalserhöhung  um  bis  zu  J6,  3,5  Mill. 

Hiby  &  Schroer,  A.-G.,  Bergisch-Gladbach :  o.  G.-V.  11.  5.  22, 
5%  Uhr  n.,  Gesellschaft  Erholung,  Berg.-Gladbach. 

C.  P.  Goerz,  A.-G,  Berlin-Friedenau:  a  o.  G.-V.  15.  5.  22,  11  Uhr  v., 
Geschäftsräume,  Berlin-Friedenau.  T.-O.:  u.  a.  Kapitalserhöhung  nm 
JK  22  Mill. 

A.-G.  Hahn  für  Optik  und  Mechanik.  Cassel:  a.  o.  G.-V.  12.5.  22, 
3  Uhr  n.,  Berlin,  Dorotheenstraße  35.  T.-O-:  n.  a.  Kapitalserhöhung 
um  Jt  6  Hill. 

A.-G.  der  Holler'schen  Carlshütte  bei  Randsburg,  Hamburg :  o.  G.-V. 
11.  5.  22,  2  V»  Uhr  n.,  Börsanhalle,  Hamburg. 

Senkingwerk,  A.-G,  Hildesheim:  o.  G.-V.  18.  5.  22,  4  Uhr  n.,  Ver- 
waltungsgebäude, Hildesheim. 

Emaillier-  und  Stanzwerke,  vorm.  Gebr.  Ullrich,  Haikammer:  a.  o. 
G.-V.  16.  5.  22,  3  Uhr  n.,  Gasthof  zum  Rebstock,  Haikammer.  T.-O.:  u.  a. 
Kapitalserhöhnng  um  M  3  Mill.  Stamm-  nnd  M  0,3  Hill.  7%  Vorzugs- 
aktien. 


Messen  nnd  Ausstellungen. 

Jahressehau  deutscher  Arbeit  Dresden.  Die  Beteiligung  der 
Keramindustrie  wird  eine  dieses'  Gebiet  völlig  umfassende  sein.  Die 
Schaffung  der  einzelnen  Abteilungen  nnd  Verkaufsstände  wird  durch  die 
ausstellende  Industrie  selbst  in  künstlerischer  Weisedurchgeführt.  Die  drei 
großen  staatlichen  Hanufakturen  Berlin,  Heißen  und  Nymphenburg  finden 
in  einer  gemeinsamen  Halle  Unterkunft.  In  besonderen  Hallen  werden 
die  Fabriken  Rosenthal,  Hntschenreuther,  Fraureuth  u.  a.  m.  sowie  die 
Fachverbände  der  Porzellanindustrie,  die  Steingut-,  Töpfer-,  Ton-  und 
Glasindustrie  vertreten  sein.  Neben  der  bereits  in  Nr.  17,  S.  201,  be- 
sprochenen Sondererrichtung  einer  Porzellanfabrik,  die  Laien  und  Fach- 
leuten ein  lückenloses  Bild  von  der  Herstellung  des  Porzellans  bieten  wird, 
sollen  in  einer  historischen  Abteilung  die  reichen  Kunstschätzs  Dresdens 
zusammengestellt  werden.  Die  Veranstaltung  will  nicht  Wertarbeit  im 
vielfach  mißverstandenen  Sinne  von  Luxuserzeugnissen  bieten,  vielmehr 
dem  Gedanken  der  Wertware  im  einfachen  Haushalt  die  Wege  ebnen 
und  auf  die  breite  Masse  geschmacksveredelnd  wirken.  Sonderzüge  wie 
zur  Leipziger  Messe  sind  vom  Reichsverkehrsminister  bereits  zugesagt. 
Die  Jahresschau  wird  so  schließen,  daß  die  Aussteller  noch  rechtzeitig  zur 
Leipziger  Herbstmesse  eintreffen  können. 

Die  2.  Nordische  Messe  Kiel,  die  vom  13.— 17. 9.  1922  von  der 
„Nordischen  Messe  in  Kiel,  e.  G.  m.  b.  H.,"  unter  Hitwirkung  der  Han- 
delskammer in  Kiel  und  des  Handels-  und  Industrieamtes  der  Stadt  Kiel 
veranstaltet  wird,  ist  in  36  Fachgruppen  eingeteilt,  deren  eine  Keramik, 
Porzellan-,  Steingut-  und  Glaswaren  umfaßt.  Ueber  die  Zulassung  der 
Anmeldungen  und  der  angemeldeten  Gegenstände  entscheidet  daß  Heßamt. 
Die  Platzmiete  im  Gebäude  beträgt  je  nach  Lage  Ji  160  bis  200  je  qm 
nackter  Raum  (bevorzugte  Plätze  entsprechend  mehr),  im  freien  Gelände 
Jt  40  je  qm.  Ein  Teuerungszuschlag  von  25%  bleibt  vorbehalten.  Der 
Schlußtermin  für  die  Anmeldung  ist  der  1.  6.  22  Für  später  eingehende 
Heldungen  kann  ein  Zuschlag  von  33'/3%  erhoben  werden.  Die  Zuwei- 
sung der  Plätze  erfolgt  durch  die  technische  Abteilung  des  Meßamtes. 
Ein  Wohnnngsnachweis  sorgt  für  die  Zuteilung  von  Meßwohnungen.  Heß- 
aufschläge irgend  welcher  Art  sollen  in  Kiel  nicht  erhoben  werden. 

2.  Internationale  Mustermesse  Neapel  1922  (16  —30. 9.  22).  Den 
am  Export  nach  Süditalien,  Sizilien,  den  Balkanländern  und  dem  nahen 
Orient  interessierten  deutschen  Firmen  kann  eine  Beteiligung  empfohlen 
werden.  Die  Beschickungskosten  werden  allerdings  verhältnismäßig  hoch 
sein;  doch  ist,  einem  Bericht  des  Ausstellungs-  und  Hesseamts  der 
Deutschen  Industrie  zufolge,  anzunehmen,  daß  vom  Neapler  Meßamt 
deutschen  Ausstellern  in  finanzieller  Hinsicht  Entgegenkommen  gewährt 
wird.  Zur  Ausstellung  würden  sich  n.  a.  Hausrat,  Geschirr,  Porzellan 
und  Glas  eignen. 


Verbände. 

Der  Reichskohlenverband  Berlin  veröffentlicht  im  „Reichsanzeiger" 
Nr.  93  vom  21.  4.  die  neuen  Brennstoff  Verkaufspreise,  die  ab  20.  4.  Geltung 
haben. 

Der  Verband  Deutscher  Elektrotechnischer  Porzellanfabriken 

hat  beschlossen,  den  Tauerungszuschlag  für  den  Honat  Hai  für  Nieder- 
spannungs-Porzellan  von  30%  auf  70%  heraufzusetzen.  Nachdem  sich 
die  im  Verband  Deutscher  Steatitfabriken  Nürnberg  zusammengeschlossenen 
Steatitfabriken  dem  Verband  Deutscher  elektrotechnischer  Porzellanfabriken 
angeschlossen  haben,  gilt  diese  Preiserhöhung  auch  für  Elektro-Steatit- 
Artikel. 

Preiserhöhung  für  Schamotteerzeugnisse.  Die  Westdeutsche  und 
die  Mittel-  und  Ostdeutsche  Schamotte-Konvention,  sowie  die  West- 
deutsche und  Ostdeutsche  Silikq-Konvention  haben  beschlossen,  für  sämt- 
liche Lieferungen  vom  10.  4.  ab  die  bisherigen  Preise  um  50  %  zu  er- 
höhen, indem  der  Teuerungszuschlag  von  100%  auf  200%  festgesetzt 
wird, 

Der  Verband  Deutscher  Exporteure  nahm  auf  seiner  am  1.  4. 
abgehaltenen  Delegierten-Konferenz  u.  a.  auch  zu  der  Frage  der  Fakturierung 
in  ausländischer  Währung  im  In-  und  Auslandsverkehr  erneut  Stellung 
und  faßte  nach  lebhafter  Aussprache  folgenden  Beschluß: 

„Der  Verband  Deutscher  Exporteure  stellt  mit  Genugtuung  fest,  daß 


1 


214  — Nr.  18 


SPRECHSAAL- COBURG. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


der  von  d<m  Beichswirtsehaftsministerium  nnd  der  Beichsbank  in  den 
letzten  Monaten  propagierte  nnd  festgesetzte  Zwang  der  Valutafakturierung 
schon  jetzt  zu  den  schwersten  Bedenken  bei  eioem  Teil  der  Industrie  and 
der  BeichsbaDk  geführt  hat.  wobei  er  auf  das  Burdschreiben  des  Beiehs- 
verbandes  der  Deutseben  Industrie  vom  28.  3.  und  des  Beiehsbankdirektoiiams 
vom  3.  3.  verweist.  Nach  wie  vor  tritt  der  Verband  dafür  ein,  jedem 
Exporteur  die  Wahl  der  Fakturierungsart  freizustellen.  Kr  bekämpft  es 
folgerichtig,  wenn  jetzt  wieder  ein  Zwang  eingeführt  werden  soll,  der  die. 
Art  der  Bezahlung  der  Fabrikantenrechnung  durch  den  Exporteur  im 
innerdeutschen  Verkehr  betrifft  Jeder  Zwang  durch  Gesetze,  Außen- 
handelsstellen  oder  Indnstrieverbände  ist  falsch  und  volkswirtschaftlich 
schädlich.  Im  Interesse  des  Schutzes  der  deutschen  Währung  ist  jedoch 
nötig,  anzuordnen,  daß  der  Exporteur  den  Fabrikanten  unter  allen  Umständen 
auch  dann  in  deutscher  Mark  bezahlen  darf,  wenn  ihm  die  Rechnung  in 
Valuta  ausgestellt  ist."  ■   

Firmenregister. 

Deutschland. 

Zahnfabrik  Union  Schulten  &  Co.,  Durlach.  Kaufmann  Georg  Schulten 
ist  ausgeschieden,  Ingenieur  Dr.  Fritz  Winkelstroeter  als  persönlich 
haftender  Gesellschafter  eingetreten    Seine  Prokura  ist  erloschen. 

Porzellanfabrik  Kahla,  Kahla.  Die  Kapitalserhöhung  am  14  Mill. 
Stamm-  und  Jt  3  Mill.  Vorzugsaktien  auf  Jt  23  Mill.  ist  erfolgt. 

Isolatorenwerke  Mutzschen,  G.  m  b.  H.,  Mutzschen.  An  Stelle  des 
ausgeschiedenen  Hermann  Jörke  wurden  Ineeniur  Arthur  Greve,  Kaufmann 
Heinrich  Nedderm<yer  und  der  bisherige  Prokurist,  Direktor  Jalius  Zack 
zu  Geschäftsführern  bestellt.  Die  Prokura  des  technischen  Direktors 
Walther  Grahner  besteht  als  Einzelprokura  weiter.  Die  Geschäftsführer 
Arthur  Greve  und  Heinrich  Neddermeyer  sind  ausgeschieden.  Zam  Ge- 
schäftsführer wurde  Kaufmann  Emil  Bode  bestellt. 

Elektro-Porzellanfabrik  S.  Bergmann  jr.  &  Co.,  Neuhaus  a.  B,  Kauf- 
mann Erich  Geier  hat  Prokura. 

Porzellanfabrik  Schönwald,  Schönwald.  Die  Kapitalserhöhung  um 
Jt  2,4  Mill.  Stammaktien  auf  Jt  5,4  Mill.  ist  durchgeführt. 

A.-G.  Pprzellanfabrik  Weiden  Gebrüder  Bauscher,  Weiden.  Die 
Kapitalserhöhung  nm  M  5  Mill.  Stammaktien  auf  M  8  Mill.  ist  erfolgt. 

Verband  Deutscher  Lnxasporzellanfabiiken,  G.  m.  b.  H.,  Weimar. 
Begiernngsrat  a.  D.  Dr.  Paul  Fischer  wurde  als  weiterer  Geschäftsführer 
bestellt.  Jeder  Geschäftsführer  ist  selbständig  vertretungsbefugt.  Die 
Prokura  des  Kaufmanns  Paul  Benz  ist  erloschen. 

Sächsische  Schamotteofen-Fabrik,  Otto  Hummel,  G.  m  b.  H.,  Königs- 
brück. Das  Stammkapital  ist  auf  Jt  850000  erhöht  worden.  An  Stelle 
des  ausgeschiedenen  Edwin  A,  W.  Beuter  und  Max  G.  C.  Beuter  wurde 
Fabrikbesitzer  Max  G.  C.  Eeuter  als  (ieschäftsführer  beateilt  Stellvertreter 
der  Geschäftsführer  ist  Fabrikbesitzer  Ferdinand  W.  Beuter. 

Edwin  Werner,  Tonwarenfabrik,  B  unzlau.    Die  Firma  ist  erloschen. 

Steingntfabrik  Staffel,  G^  m.  b.  Hr- Staffel  a.  Lahn.  Die  Prokura 
des  Isidor  Waldmann  ist  erloschen. 

Keramische  Werke  Strehla,  Otto  Türcke,  Strehla.  Die  Firma  ist 
erloschen. 

Keramische  Werke,  Strehla,  G.  m.  b.  H.,  Strehla  a.  E  Ausbau  des 
biBher  unter,  der  Firma  Keramische  Werke  Strehla,  Otto  Türcke,  betriebenen 
FabrikunternehmenB  für  die  Steingut-  und  Majolikafabrikation  sowie  Er- 
werb oder  Beteiligung  an  in  die  Feinkeramik  einschlagenden  Unternehmungen 
und  Einrichtung  solcher.  Stammkapital:  Jt  300000.  Selbständig  ver- 
tretungsbefugte Geschäftsführer  sind  die  Fabrikbesitzer  Paul  0.  Türcke 
und  Johannes  Griesbach. 

Ullersdorfer  Werke,  A-G.,  Nieder-Ullersdorf.  Die  Kapitalserhöhung 
nm  1  1  Mill.  Stammaktien  auf  Jt  2,1  Mill.  ist  durchgeführt. 

Bheinis-cher  Vulkan,  Schamotte  und  Dinaswerke  m.  b.  H.,  Ober- 
dollendoif.   Die  Prokura  des  Kaufmanns  Mathias  Lentzen  ist  erloschen. 

Altenburger  Glashütte,  A.-G.,  Altenburg.  An  Stelle  der  ausge" 
schiedenen  Oskar  und  Paul  BeBser  wurde  Kaufmann  Hugo  Jungwirth  in 
den  Vorstand  berufen. 


Hohlglas-A.-G.,  Dresden  (Neustädter  Elbquai)  Erzeugung  von  Glas 
und  Glaswaren  aller  Art  sowie  Betrieb  von  Handelsgeschäften  mit  allen 
Erzeugnissen  nnd  Materialien  der  Glasindustrie.  Grundkapital:  Jt  2  Mill. 
Vorstand  ist  Geschäftsführer  Fritz  A.  Kretzschmar.  Die  Gründer,  die 
sämtliche  Aktien  übernommen  haben,  sind  Prokurist  P.  W.  Herrmann, 
Kaufmann  H  0.  Schubert,  Geschäftsführer  G.  E.  Schüller,  Fabrikdirektor 
H.  W.  W.  Piefky,  Kaufmann  M.  Spillner.  Aufsichtsratsmitglieder  sind 
die  Kaufleute  K.  Bätzel  und  F.  W.  A.  Peperkorn  und  Fabrikdirektor 

A.  Andrae. 

Fürstenberger  Glashütt«nwerke,  A.-G.,  Fürstenberg  a.  0.  Fabrikation, 
Vertrieb  und  Handel  mit  Glaswaren,  Beleuchtungskörpern  und  Metall- 
waren aller  Art.  Grundkapital:  Jt  6  Mill  Vorstand  ist  Fabrikdirektor 
Gottlob  von  Kralick.  Die  Gründer,  die  Bämtliche  Aktien  übernommen 
haben,  sind  die  Kaufleute  Tb  Pallme  König,  Dr.  B.  Großmann,  die  Bank- 
direktoren K.  Hassenetein,  M  Levi,  die  Kaufleute  Dr.  jur.  K.  Jacobs, 
M.  Beieh.  Den  Aufsiehtsrat  bilden  Bankdirektor  Dr.  H.  Fieischmann  und 
die  Kaufleute  A.  C.  Becker  und  F.  Isida. 

Internationale  Vacuum  -  Flaschen-  Compagnie,  G.  m.  b.  EL,  Berlin 
(Tegeler  -  Str.  6).  Herstellung  und  Vertüeb  von  Isoliergefäßen  Stamm- 
kapital: Jt  200000.  Geschäftsführer  sind  die  Kanfleute  Emil  Dippmann 
und  Dr.  George  Plehn. 

Süddeutsche  Hartglaswerkstätte  Heinrich  Weickel,  Stuttgart- Cann- 
statt. Fabrikationsgeschäft  und  Handel  von  technischen  Gläsern.  Inhaber 
ist  Kaufmann  Heinrich  Weickel. 

Weiße  &  Co.,  Gräfenthal.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst.  Kaufmann 
Bernhard  Weiße  führt  das  Geschäft  unter  Uebernahme  sämtlicher  Aktiven 
und  Passiven  unter  bisheriger  Firma  weiter. 

Adolf  Ziechner,  Meißen.  Der  Sitz  ist  nach  Naundorf  bei  Dresden 
verlegt  worden. 

Greiner  &  Co.,  Steinach  8.-M.  Die  Kaufleute  Max  Egli  und  Walther 
Kühnert  sind  als  persönlich  haftende  Gesellschafter  eingetreten.  Die 
Prokura  des  Kaufmanns  Max  Egli  ist  erloschen. 

Alexanderwerk  A.  von  der^Nahmer,  A.-G.,  Remscheid.  Oberingenieur 
Friedrich  C.  Mehrtens  und  Kaufmann  Angnst  H.  F.  Pirl  haben  Gesamt- 
prokura. J3ie  Prokura  des  Oberingenieurs  Dr.  Karl  Hennig  ist  erloschen. 

Eisenhütte  Silesia,  A.^G.,  Paruschowitz  bei  Bybnik,  O.-S.,  früher 
Berlin.  Stammkapital:  Jt  25  Mill.  Vorstandsmitglieder  Bind  General- 
direktor Hegfried  Winkler  mit  Einzelvertretungsbefugnis  und  Direktor 
Heinrich  Schweißfurth. 

Carl  Edler  von  Querfurth,  Schönheiderhammer.  Diplomkaufmann 
Hugo  Edler  von '  Qaerfurth  ist  als  persönlich  haftender  Gesellschafter 
eingetreten. 

Karl  Grohmann,  Berlin  S.  42.  Karl  Grohmann  jun.  ist  als  persönlich 
haftender  Gesellschafter  eingetreten.  Seine  Prokura  ist  erloschen.  Die 
Prokura  von  Cart  Kusche  bleibt  bestehen. 

Chemische  Fabrik  Eeno,  G.  m.  b.  H.,  Düsseldorf.  Die  Firma  ist  ge- 
ändert in :  „Zapp  Conservenglas-Gesellschaft  m.  b.  H."  Gegenstand  des 
Unternehmens  ist  nunmehr  Fabrikation  und  Vertrieb  von  Konservengläsern 
nnd  Einkochgeräten  aller  Art. 

Keramische  Gesellschaft,  A.-G..  Köln  (Kamekestraße  39).  Handel  mit 
keramischen  nnd  ähnlichen  Waren,  Beteiligung  an  ähnlichen  Handels-  nnd 
Fabrikationsnnternehmungen  derselben  und  ähnlicher  Geschäftszweige. 
Grundkapital:  Jt  1  Mill.  Vorstand  ist  Kaufmann  Alexander  A.  Both. 
Die  Gründer,  die  sämtliche  Aktien  übernommen  haben,  sind  die  Kanfleute 
Alexander  A.  Both,  P.  Strauch,  W.  Oatermann  nnd  A.  Boebruck  und  Bank- 
direktor B.  Geilenkirchen.   Den  eisten  Aufsichtsrat  bilden:  Bankdirektor 

B.  Geilenkirchen  und  die  Kaufleute  P.  Strauch  und  W.  Ostermann. 

Franz  Mendt,  Stettin.  Die  Prokura  des  David  Carhson  ist  erloschen. 
Heinz  Mandt  hat  Einzelprokura.  Alfred  Prohn  und  Werner  Mandt  haben 
Gesamtprokura. 

Hayessen,  Lehmann  &  Maaß,  Hannover.  Wilhelm  Hayessen  ist  aus- 
geschieden. Das  Geschäft  wird  unter  unveränderter  Firma  von  den  bis- 
herigen Teilhabern  Ludolf  Lehmann  urd  Bobert  Maaß  in  offener  Handels- 
gesellschaft fortgeführt.  Die  Kaufleute  Wilhelm  Kiene  und  Heinrich  Iburg 
haben  Gesamtprokura. 


Fragekasten 

Keramik. 

Unter  «hier  Glasur  von  der  Formel: 


des 


«9. 


0,06  K^O  . 
0,20  Na20  \ 
0,85  CaO  ( 
0,89  FbO  > 


erhalten  wir  keift  rein  farbiges  und  festsitzendes  Mattblau.  Die  Glasur 
blättert  meist  zusammen  mit  der  Farbe  ab  oder  rollt  sich  auf.  Da  die 
Glasur  mit  Bücksicht  auf  die  übrigen  Farben  nicht  ohne  zeitraubende 
Versuche  geändert  werden  kann,  soll  versucht  werden,  die  Farbe  zu  ändern. 
Wir  bitten  daher  um  Angabe,  von  praktisch  erprobten  Versätzen  zur  Selbst- 
hersiellung  von  Unterglasur-Matlblau.  Die  Farbe  liegt  auf  einem  Kalk- 
»teingutscherben,  der  bei  ÜK  .ia--L5a  glatt  gebrannt  ist. 

Erste  Antwort:  Da«  Abblättern  und  Bollen  der  Glasur  auf  der 
mattblanen  Unterglac urfarbe  liegt  nicht  an  der  Glasur,  sondern  lediglich 
an  der  Farbe.  Bevor  Sie  ein  neues  Mattblau  verwenden,  versuchen  Sie 
einmal  folgendes:  Si«  verglühen  den  mattblauen  Farbkörper  bei  ziemlich 
hoher  Temperatur  (8K  5—«)  versetzen  ihn  mit  ttlasur  bis  zu  20%  und 
ev.  mit  5°/„  geglühtem  Kaolin  oder  Bisknitscberben  und  mahlen  den 
ganzen  Versatz  auf  der  Topfmüble  nicht  7«  fein.  Die  Farbe  darf  dann 
auch  nicht  zu  stark  aufgetragen  werden.  Wenn  Sie  selbst  das  Mattblau 
herstellen  wollen,  so  seien  Ihneu  dafür  nachstehende  Vorschriften  gegeben  : 


Sprechsaal. 

Farbkörper  bei  SK  6  geblüht: 


A. 


I 

II 

III 

IV 

V 

Kobaltkarbonat  .    .  . 

62 

Kobaltoxyd  BKO   .  . 

50 

15 

10 

15 

Sand  von  Hohenbocka 

33 

38 

Kalisalpeter  .... 

8 

Pottasche  

8 

Tonerdebydrat   .    .  . 

300 

50 

300 

76 

Kaolin,  roh  .... 

16 

50 

15 

76 

Die  Farbkörper  werden  nach  dem  Glühen  fein  zerrieben,  ev.  auf  der  Topf- 
mühle gemahlen  und  nach  nachstehenden  Versätzen  gemischt: 

B.   Versätze : 

Farbkörper  1  

„  II  

III  .... 

IV  ...  . 
n       V  .    .,  .   .  .. 

Kaolin,  roh  

Glasur     ........  40 

Durch  Mischen  in  verschiedenem  Verhältnis  werden  Sie  bald  den  richtigen 
Farbton  heransgefundeu  haben. 


I 

II. 

m 

17,6 

50 

50 

150,0 

75,0 

100 

5 

tTb 

40 

500 

36 

1922.  (55.  Jahrgang.) 


S  P  R  E  G  HSAAL-C  O  B  W  R  G, 


Ufr.  18  -  215 


Zweite  Antwort:  -Wie  oft  ist  nicht  daB  Abblättern  »nd  Ab- 
rollen der  Glasur  von  den  Farben  hier  behandelt  worden!  Bs  mögen  da- 
her nnr  andeutungsweise  die  möglichen  Fehle: quellen  angeführt  worden: 
Zn  feine  Mahlung  der  Farbe,  zu  geringer  Glasurgehalt< derselben,  zu  dicker 
Auftrag  von  Farbe  oder  Glasur,  Entwicklung  von  Wasserdampfen  n.  drglt 
Eine  Aenderung  der  Farbe  ist  nur  in  der  Bichtung  angebracht,  dsß  Sie 
ihr  mehr  Glasurr  zuBetzen,  damit  sie  nicht  so  „mager"  ist  und  den  Glasur- 
uberzug dann  auch  besser  annimmt.  —  Der  Name  „Mattblau"  ist  eine 
jener  und<  flnierbaren  Farbnuancenv  deren  es  in  der  Keramik  so  viele  gibt, 
und  es  gibt  dafür  keine  bestimmte  Zusammensetzung.  Gehen  Sie  von 
folgendem  Farbkörper  ans: 

Kobaltoxyd  ......    33  V  fein9tKemahien  im  A 

rp1e.,de4.  fBiskuitofen  glühen 

Feldspat  .......   27  )  ° 

Entspricht  die  Nuance  nicht  Ihren  Wünschen,  so  können  Sie  dieselbe 

durch  teilweieen  Ersatz  der  Kreide  durch  Tonerde,  Zinkoxyd,  Kieselsäure 

n.  a.  m.  ändern.   Durch  Herabsetzung  des  Gehalts,  an  Kobaltixyd  wird 

die  Farbe  beller.   Ein  Blau  auf  anderer  Basis  besteht  aus: 

Aluminiumoxyd    ....  34 

Zinkoxyd  45 

Kobaltoxyd  BKO  ....  21 


>aais  l 

1  fei 
f  Bis 


feinstgemahlen  im 
Biskuitofen  glühen 


TO.  Welche  Temperaturdifferenzen  zwischen  Ofensohle  und  -Scheitel 
sind  bei  Bundöfen  von  55— 75  cbm  Inhalt  mit  sechs  Feuerungen  und 
von  IIS  cbm  Inhalt  mit  acht  Feuerungen  zum  Brennen  von  Kalksteingut  als 
normal  m  bezeichnen  ?  ',; 

Erste  Antwort:  Ein  Temperaturunterschied  von  3  Kegeln  ist 
bei  Oefen  als  normal  anzusprechen,  denn  meistens  beträgt  er  mehr,  was 
am  Brennen  und  anch  an  der  Banart  der  Oefen  liegt.  Daß  Sie  aber  bei 
Oefen  von  55 — 75  cbm  BrennrBum  mit  sechs  Feuerungen  und  einem  solchen 
von  115  cbm  mit  acht  Feuerungen  eine  viel  größere  Differenz  haben,  ist 
bestimmt  anzunehmen,  da  die  Oefen  zu  wenig  Feuerungen  haben.  Man 
rechnet  anf  eine  Feuerung  6—7,  höchstens  8  cbm  Brennraum,  letzteren 
nnr  dann,  wenn  eine  sehr  gnte  Kohle  mit  langer  Flamme  zur  Verfügung 
steht.  Nebenher  spielt  das  Brennen  eine  Hauptrolle  und  nicht  minder  die 
Höhe  des  Brandes.  Wird  der  Ofen  lange  vorgebrannt,  so  kann  man  die 
Differenz  zwischen  Scheitel  und  Sohle  wesentlich  herabmindern,  wenn  auch 
nicht  ganz  beseitigen.  Zu  langsames  Brennen  hat  aber  auch  seine  Nach- 
teile. In  der  Praxis  haben  sich  allzu  große  Oefen  nie  so  recht  bewährt, 
und  ans  Ihrer  Frage  ist  zu  entnehmen,  daß  anch  Sie  an  ungleichmäßigem 
Brande  leiden. 

Zweite  Antwort:  Die  Temperaturdifferenz  zwischen  Ofensohle 
und  Scheitel  bei  Bundöfen  für  Steingut  ist  je  nach  den  Umständen  oft 
sehr  verschieden  nnd  richtet  sich  in  erster  Linie  nach  dem  Ofensystem 
und  dann  nach  dem  Einbau  der  Kapselstöße.  Bei  einem  normalen  Stein- 
gutbrenuofen,  der  richtig  gesetzt  ist,  darf  die  Temperatur  an  der  Ofen- 
sohle höchstens  20°  niedriger  als  am  Scheitel  sein.  .  Wenn  Sie  an 1  der 
Ofensohle  eine  giößere  Temperaturdifferenz,  z.  B.  40—60«  haben,  so  gibt 
es  zwei  Möglichkeiten,  diese  auf  20°  und  weniger  herabzumindern. 
Liegt  der  Fehler  am  Ofen,  so  müssen  Sie  die  Abzcgslöcher,  die  von  der 
Ofensoble  in  die  Abzugskanäle  lühren,  entsprechend  verkleinern.  Sie 
können  eich  aber  bei  dem  ersten  Versuchsbrand  anch  dadurch  helfen,  daß  Sie 
jene  Löcher  mit  Schamotteplatten  etwas  abdecken.  Liegt  jedoch  der 
Fehler  am  Setzen  der  Kapselstöße,  so  ist  zu  beachten,'  daß  der  Aueschnitt  bei 
den  Ansatzkapseln,  die  über  den  Abzugslöchern  der'  Ofensohle  bei  jedem  Stoß 
angesetzt  werden,  möglichst  gering  ist.  Wenn  keine  derartigen  Ansatz-' 
kapseln^  sondern  Schamottesteine  unter  jeden  Stoß  gesetzt  werden,  so'  sind 
diese  ebenfalls  möglichst  eng  zu  stellen.  Durch  diese  beiden  Maßnahmen 
Wird  der  Abzug  des  Feuers  durch  die  Löeher  der  Ofensohle  mehr  gehemmt, 
die  Temperatur  an''  dieser  Stelle  wesentlich  erhöht  nnd  eine  Gleichmäßig- 
keit der  Temperatur  im  ganzen  Ofeninnern  herbeigeführt. 

Dritte  Antwort:  Zur  Angabe  der  zulässigen  Temperaturunter- 
schiede in  Bundöfen  zwischen  Öfensohle  und  Ofens cheitel  müßte  man 
die  Höhe  der  betreffenden  Oefen  kennen,  denn  ein  4J/s  m  hoher  Ofen  hat 
andere. Abweichungen  als  ein  solcher'  von/  nur  3  m  flöhe.  An  und  für 
dich  brennen  große  Oefen, ,  weniger  gleichmäßig  als  kleinere,  namentlich 
bei  niedrigen  Hitzegraden.  Da  nun  auch  nicht  abgegeben  ist,  bei  Welcher 
Temperatur"  das  Steingut  gebrannt  wird,  so  ist  es  unmöglich,  genaue  An- 
gaben zu  machen.  Im  allgemeinen  Werden  Unterschiede  bis  höchstens 
2—3  SK  den  wirtschaftlichen  Betrieb  der  Brennöfen  bedingen,  bei  größeren 
Unterschieden  werden  Störungen  eintreten,  namentlich  bei  tilasurbränden, 
die  bei  niedrigen  Hitzegraden  erfolgen.  Der  gleichmäßige  Brennausfall 
hängt  aber  auch  von  der  Verwendung  guten  Heizmaterials  und  guten 
Bedienung  und  nicht  allein  Von  der  Ofenkonstruktion  ab.  '  '. 

Vierte  Antwort:  Die  Temperaturdifferenz  in  einem  Bundofen 
steigt  und  fällt  mit  der  Höbe  desselben;  Sie' geben  nnr  den  Rauminhalt, 
aber  nicht  die  Höhe  des  Ofens  an.  Die  Temperaturunterschiede ,  sind 
außerdem  von'  den  Zog  Verhältnissen  und  der,  Art ,  der  Fenerf  ührung  nnd 
besonders  auch  Von  der  Temperatur  des  Abbrandesf  die  Sie  auch  nicht' 
angeben,'  abhängig.  Eine  Differenz  von  nur  2  Segerkegeln  muß  als 
ßtustig,  eine  solche  von  6  bis  7  Kegeln,  —  obwohl  in  Oefen  mit1 120  cbm 
Breunraum  und  5  m  flöhe  auch  TemperaturabweiChnngen  von  10  Kegeln 
auftreten  —  als  sehr  ungünstig  bezeichnet  werden.  Man  gibt  deshalb 
den  Bundöfen  nicht  gerne  über  60  bis  80  cbm  Bauminhalt.  Bei  einem 
Ofeh  von  115  cbm  Inhalt  ist  es  vorteilhafter,  die  Bostfläche  auf  10  statt 
auf  8  Feuerungen  zu  verteilen,  da  dadurch  die  Befeuerung  des  Ofens 
gleichmäßiger,  wenn -  auch  umständlicher  erfolgt  und  die  Temperatnr- 
difierehz  daher  auch  hiebt  so  groß  wird.  Um  diese  möglichst  herabzu- 
mindern, setzt  man  den  Ofen  ziemlich  dicht  und  brennt  mit  möglichst 
geringer  Zugstärke ;  gegen.  Ende  des  Brandes  kann  man  den  Ofen,  nach- 
dem die  Feuerungen  autgebrannt  sind  nnd  der  Schieber  herabgelassen  ist, 
zt  machen  und  ihn  einige  Zeit  sich  selbst  überlassen,  worauf  er  wieder 
beteuert  wird.  Diesen  Vorgang  kann  man,  wenn  erforderlich^  mehrere 
Male  wiederholen.  Natürlich  muß  hei  all  diesen  Manipulationen  berück- 
sichtigt werden,  wieweit  sie  sich  ohne  schädliche  Einwirkung  ■  auf  den 
Einsatz  durchführen  lasse«. 


Fünfte  Antwort:  Steingutöfen  von  55—75  cbm  gibt  man 
nicht  8,  sondern  8,  und  Oefen  von  115  cbm  Inhalt  10  Feuerungen.  Die 
Große?  der  Temperatur-Differenz  ist  abhängig  von  der  Konstruktion  des 
Ofens,  von  der  Einsetzweise,  von  der  Bedienung  und  von  dem  Brenn- 
material, das  verwendet  wird.  Bei  gut  konstruierten  und  gut  bedienten 
Oefen  soll  bei  geeignetem  Brennmaterial  die  Temperatur-Differenz  zwischen 
Ofensohle  und  Ofendecke  nicht  mehr  als  zwei  Kegel  betragen.  Es  ist 
auch  durchaus  möglich,  die  Temperatur  zwischen  Ofensohle  und  Ofendecke 
gleichmäßig  zu  bekommen  oder  auf  der  Ofensohle  noch  etwas  schärfer  zu 
brennen,  als  an  der  Ofendecke. 

71.  Wie  und  womit  lassen  sich  an  Isolatoren  die  bekannttn  roten 
Streifen  im  Glattfeuer  des  Porzellanofens  hervorbringen?  Muflelhrand  ist 
ausgeschlossen. 

Erste  Antwort:  Bote  Streifen  an  Isolatoren  lassen  sich  im 
Glattfeuer  des  Porzellanofens  nicht  anbringen,  denn  es  gibt  kein  schönes 
Unterglasurrot  für  so  hohes  Feuer.  Sie  werden  wohl  den  Muffel  brand 
mit  in  Kauf  nehmen  müssen,  zumal  die  Preise  für  Isolatoren  diese  Mahr- 
arbeit zulassen. 

Zweite  Antwort:  Die  bekannten  roten  Streifen  an  Isolatoren 
sind  mit  Schmelzfarben  im  Muffelbrand  erzielt.  Man  ist  wegen  dieser 
teueren  Ausführung  von  den  roten  Streifen  etwas  abgekommen  und  ist 
dafür  auf  Grün,  Braun  und  Blau  übergegangen,  also  auf  Farben,  die 
sich  unter  der  Glasur  verwenden  lassen.  Bot  läßt  Bich  bekanntlich  nicht 
mit  Unterglasurfarben  erzielen. 

Glas. 

48.  Wir  machten  gern  von  der  Dampf  zw.  elektrischen  Kraft 
übergehen ';  das  einzige  Hindernis*  dabei  ist  aber  das  Dampfgebläse  unter 
den  Bosten  der  Gaserzeuger1.  Läßt  sich  dieses  heutzutage  nicht  ander- 
weitig ersetzen?  Wir  vergasen  englische  Gaskohlen. 
"  ,  Erste. Antwort:  Wenn  Sie  von  der  Dampf-  zur  elektrischen 
Kraft  übergehen,  so  gibt  es  zw;ei  Möglichkeiten,  die  eng  ischen  Gaskohlen 
weiter  wie  bisher  zu  vergasen.  Sie  steilen  in  unmittelbarer  Nähe  der 
Gaserzeugeranlage  einen  stehenden  kleinen  Dampfkessel  auf,  der  nur  den 
Dampf  zum  Betriebe  des  bisherigen  Dampfgebläses  liefert,  und  verwenden 
zur  Erzeugung  des  Dampfes,  wenn  angängig,  die  Abhitze  des  Glasschmelz- 
ofens, oder  .Sie  beheizen  den  kleinen  Kessel  mit  den  bei  der  Schlacken- 
aufbereitung gewonnenen  brennbaren  Buckständen.  Die  zweite  Möglichkeit 
ist  die,  das  Dampfgebläse  durch  ein  Luftgeblä*e  zu  ersetzen.  Um  den 
Wasser  dampf  teilweise  zu  ersetzen,  bringt  man  unter  die  Boste  der 
Gaserzeuger  ansreichend  Wasser,  so  daß  durch  die  Verdunstung  des  im 
Aschenfall  immer  vorhandenen  Wassers  der  Generatoreninhalt  genau  so 
gelockert  wird,  wie  bei  der  Verwendung  eines  Dampf gebläses.  Zudem 
ist  die  Benutzung  eines  Luftdruckgebläses  einfacher  wie  die  eines  Dampf- 
gebläses. 

Zweite  Antwort:  Für  das  wegfallende  Dampf gebläse  beim 
Uebergang  zur  elektrischen  Kraft  käme  ein  Unterwind-Gebläse  in  Frage. 
Sollte  dieses  allein  nicht  genügen,  die  Schlackenbildung  etwas  zu  verhindern, 
so  müßte  durch  eine  praktische  Wasserzuführung  unter  die  Boste  etwas 
Dampf  erzeugt  werden,  der  durch  das  Unterwind- Gebläse  mit  in  die  Glut 
gedrückt  würde.  Die  Wasserzuführung  könnte  von  einer  Druckleitung 
aus  erfolgen  und  wird  dann  so  eingestellt,  daß  immer  das  gleiche  benötigte 
Quantum  Wasser  in  feinen  Strahlen  nnter  die  Boste  gespritzt  wird. 
Der  Antrieb  für  das  Unterwind- Gebläse  kann  durch  einen  Elektromotor 
geschehen. 

Dritte  Antwort:  Sie  können  anf  zweierlei  Weise  zum  Ziele 
kommen,  entweder  durch  Erstellung  eines  weiteren  Generatora,  um  mit 
natürlichem  Zug  arbeiten  zn  können,  oder  durch  Aufstellung  eines  kleineren 
Kessels.  Ersterem  ist  nach  meinen  Erfahrungen  der  Vorzng  zu  geben, 
denn  bei  natürlichem  Zug  gehen  die  Generatoren  nicht  zu  scharf,  nnd  die 
Kohle  wird  demzufolge  rationeller  ausgenutzt.  Sollte  dabei  in  Zeiten 
erhöhten  Gasverbrauchs  (bei  Beginn  der  Schmelze)  die  Gaserzeugung  unzu- 
reichend sein,  so  ließe  sich  diesem  Uebel  durch  Einschalten  eines  Luft-, 
gebläses  —  ebenfalls  elektrisch  betrieben  —  steuern,  das  also  nur  in  Betrieb 
zu  setzen  wäre,  wenn  die  Generatoren  in  schärferen  Gang  zu  bringen  Bind. 
Für  ständig  ist  das  Luftgebläse  nicht  zu  empfehlen,  da  muß  schon  Dampf- 
gebläse in  Anwendung  kommen,  nm  dem  Schmelzen  der  Koststäbe  durch 
allzugroße  Hitze  vorzubeugen.  Für  das  Dampfgebläse  genügt  ein  einfacher 
stehender  Kessel  mit  Sparfeuerung. 

Vierte  Antwort:  Einen  Ersatz  für  Dampf  bei  englischen 
Steinkohlen  gibt  es  nicht ;  bei  Braunkohlen  nnd  Briketts  kommt  man  bei 
geeigneten  Bosten  schon  mit  einem  Luftgebläse  aus.  Bei  Steinkohlen 
träte  mit  letzterem  zn  schnell  Verscblacknng  ein. 

Fünfte  Antwort:  Wenn  Sie  von  der  Dampf-  zur  elektrischen 
Kraft  übergehen  wollen,  werden  Sie  zweckmäßig  den  großen  Kessel,  von 
dem  Sie  bisher  den  Dampf  entnommen  haben,  durch  einen  kleinen,  ev. 
mit  Generatorgas  beheizten  Kessel  erBetzen.  Das  Dampf  gebläse  als  solches 
läßt  sich  nicht  ersetzen.  Wohl  gibt  es  mit  Preßluft  betriebene  Generatoren, 
nnd  wenn  es  auch  die  Aufgabe  des  in  den  Generator  geblasenen  Dampfes 
ist,  demselben  Luft  zuzuführen,  so  leistet  der  Dampf  doch  auch  andere 
Arbeit.  Er  kühlt  den  Bost  nnd  schützt  ihn  vor  frühzeitiger  Zerstörung, 
er  hat  aber  außerdem  bedeutenden  Einfluß  auf  die  Zusammensetzung  und 
Heizkraft  des  Gases,  indem  sich  das  Wasser  nach  der  bekannten  Formel 
C-j-H20=CO-{-2  H  einerseits  in  Wasserstoff  und  anderseits  in  Sauerstoff, 
der  sich  mit  dem  Kohlenstoff  zu  Kohlenoxyd  verbindet,  zerlegt  und  zwei 
brennbare  Gase  —  davon  der  Wasserstoff  besonders  heizkräftig  —  ergibt. 
Ganz  abgesehen  von  dem  größeren  Verschleiß  des '  Generators  beim  Ein- 
blasen  von  trockener  Luft,  ersehen  Sie  aus  obigem,  daß  man  nicht  so  ohne 
weiteres  einen  mit  Dampfgeblä^e  betriebenen  Generator  auf  reines  Luft- 
geblase  umstellen  kann.  Es  bleibt  also  nichts  anderes  übrig,  als  eine 
kleine  Kesselanlage  —  am  besten  Köhrenkessel  —  für  diesen  Zweck  auf- 
zustellen. Da«  i  der  Dampf  möglichst  trocken  und  hocherhitzt  in  den 
Generator,  gehlasen  werden  soll,  nm  diesen  nicht  die  für  den  Vergasungs- 
vorgang  erforderlichen  Wärmemengen  zn  entziehen,  so  kann  auch  nicht 
die  Einführung  von  kaltem,  zerstäubtem  .Wasser  durch  ein  Drucklnftge- 
/M8ee  in  Frage  kommen,  .    .  v  ...  ..  afc          u.  ., 


216  —  Nr.  18 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1921  (66.  Jahrgang.) 


Sechste  Antwort:  Falls  Ihrer  Absicht,  den  Betrieb  zn  elektri- 
sieren, keine  anderen  Bedenken  entgegenstehen,  so  können  Sie  sich  leicht 
helfen,  indem  Sie  den  bisher  vom  Dampfstrahlgebläse  gelieferten  Unter - 
wind  für  die  Generatoren  durch  einen  Ventilator  erzengen,  der  mit  einem 
Elektromotor  betrieben  wird.  Da  Sie  den  Durchsatz  der  Generatoren 
nicht  angeben,  läßt  sich  die  Größe  des  Ventilators  ohne  weiteres  nicht 
bestimmen.  Als  Anhaltspunkt  möge  Ihnen  dienen,  daß  für  einen  stünd- 
lichen Durchsatz  von  100  kff  Steinkohlen  ein  Ventilator  erforderlich  ist, 
der  etwa  10  cbm  Lnft  pro  Minute  mit  einer  Pressung  von  etwa  200  mm 
WS  erzengt.  Den  Wind  föhren  Sie  an  derselben  Stelle  zu  wie  bieher. 
Um  Druckverluete  zu  vermeiden,  soll  die  Windleitung  nicht  zn  lang  sein 
und  keine  scharfen  Knicke  haben.  Der  Durchmesser  der  Windleitung 
richtet  sich  nach  der  AusblaBeöffnung  des  Ventilators.  Zur  Regulierung 
der  Windmenge  wird  ein  Schieber  in  die  Leitung  eingebaut.  Neigt  die 
zur  Vergasung  kommende  Koble  leicht  zur  Schlackenbildung,  so  ist  die 
Zufuhr  von  Dampf  unter  den  Rost  nicht  zu  entbehren.  Sie  können  sich 
dann  helfen,  indem  Sie  einen  mit  Generatorgas  zn  beheizenden  Verdampfer 
aufstellen,  wie  diese  von  Berc  &  Co..  Gesellschaft  für  Industrie-Ofenbau 
nnd  Feuerunesbedarf  m  b.  H.  in  München-Gladbach  geliefert  werden. 
Sie  können  aber  auch  in  die  Gas-  oder  Abgaskanäle  einen  Verdampfer 
einbauen  nnd  auf  diese  Weise  die  Eigenwärme  des  Gases,  bezw  der  Ab- 
gase zur  Dampfeizeugung  nutzbar  raachen.  Anch  diese  Einrichtung  hat 
eich  in  der  Praxis  gut  bewährt.  Um  Dampfverluste  zu  vermeiden,  ist 
die  Dampfleitung  gut  zu  isolieren. 

49.  Wir  beabsichtigen,  die  Fabrikation  von  gebogenen  Gläsern  auf- 
zunehmen, insbesondere  wollen  wir  gewölbte  runde  Gläser,  wie  sie  für 
Fahrrad-  und  Automobillaternen,  Uhren  usw.  gebraucht  werden,  herstellen. 
Mit  derselben  Einrichtung  möchten  wir  möglichst  auch  Gläser  bis  etwa  zu 
einer  Größe  von  120—150X75  cm  einfach  biegen  können.  Welche 
neuzeitlichen,  praktisch  erprobten  Einrichtungen  kommen  hierfür  in  Be- 
tracht? Lassen  sich  beide  Bedürfnisse  zweckdienlich  mit  derselben  Ein- 
richtung befriedigen  oder  erfordert  die  rationelle  Fabrikation,  runder  ge- 
wölbter Gläser  eine  Speziäleinrichtung  ?    Wer  liefert  eine  solche? 

Erste  Antwort:  Die  Herstellung  von  eckigen  oder  runden  ge- 
wölbten und  gebogenen  Gläsern  erfolgt  im  kontinuierlichen  Biegeofen.  Der 
Biegevorgang  ist  genau  derselbe,  ob  runde  oder  eckige  Gläser  gebogen 
werden.  Die  Hauptsache  ist,  daß  die  Biegeformen  genau  den  Wölbungen 
der  gewünschten  Gläser  entsprechen.  Das  Erwärmen  und  Biegen  der 
Gläser  erfolgt  in  besonders  konstruierten  kontinuierlichen  Biegeöfen  mit 
anstoßenden  Kanalkühlöfen.  —  Biegeöfen  mit  Einrichtung  liefert  Hütten- 
ingenieur M.  von  Reiboldt  in  Coburg. 

Zweite  Antwort:  Zur  Herstellung  von  gebogenen  Gläsern 
brauchen  Sie  einen  Biegeofen,  worin  die  rundgeschnittenen  Tafeln  wieder 
erweicht  und  der  Fasson  entsprechend  gebogen  werden.  Kommen  nur 
kleinere  Artikel  in  Frage,  so  braucht  der  Ofen  nicht  allzugroß  zu  sein, 
auch  nicht  übermäßig  hoch,  nur  so,  daß  sich  die  Flamme  entwickeln  kann. 
Der  Abzug  ist  in  der  Ofensohle  nach  unten  anzulegen,  denn  dadurch  er- 
weichen die  Tafeln  besser,  und  das  Biegen  geht  schneller  vor  sich.  In 
einem  derartigen  Ofen  können  dann  runde,  längliche  und  ovale  Gläser  ge- 
bogen werden,  je  nach  den  Formen  Für  alle  Arten  von  Gläsern,  Laternen- 
scheiben, Uhrgläser  oder  sonstige  gebogene  Tafeln,  werden  Schamotteformen 
benutzt,  die  der  Biegung  entsprechend  vertieft  und  ganz  glatt  poliert 
sind.  In  diese  Formen  werden  die  Gläser  gelegt  nnd  damit  in  den  Biege- 
ofen gebracht;  sind  sie  hier  genügend  erweicht,  so  werden  sie  auf  den 
Arbeitstisch  gezogen  und  erhalten  mittels  eines  hölzernen  Drückers,  welcher 
der  inneren  Gestalt  entsprechend  abgedreht  ist,  die  gewünschte  Fasson, 
indem  man  mit  dem  Holzdrücker  die  weiche  Tafel  an  die  Sohamotteform 
gleichmäßig  andrückt.  Die  Tafeln  müssen  etwas  größer  sein  als  die  Form, 
weil  durch  das  Einbiegen  der  äußere  Durchmesser  etwas  kleiner  wird. 
Die  Gläser,  die  ihren  ursprünglichen  Glanz  behalten,  werden  am  Rand 
auf  ein  bestimmtes  Maß  nachgeschliffen  Die  verschiedenen  Laternen- 
scheiben werden  meistens  aus  Abfällen  von  Spiegelglas  geschnitten,  das  etwas 
stärker  und  anch  geschliffen  sein  kann.  Für  Uhrgläser  werden  runde 
Kugeln  von  entsprechender  Wandstärke  nnd  entsprechendem  Durchmesser 
geblasen,  woraus  dann  die  Uhrgläser  ausgeschnitten  und  im  Biegeofen 
auf  die  vorbeschriebene  Art  nachgebogen  werden.  Feinere  Gläser  werden 
dann  noch  geschliffen. 

Dritte  Antwort:  Gewöhnlich  gebogene  Gläser  für  Laternen, 
Uhren  usw.  lassen  sich  vielfach  schon  am  Glasofen  in  der  gewünschten 
Wölbung  herstellen;  besondere  Spezialgläser  werden  im  Biegeofen  in  die 
gewünschte  Form  gebracht.  Das  Biegen  geschieht  in  gut  polierten 
Schamotteformen,  die  entsprechend  hergestellt  sind.  Als  Biegeofen  eignet 
Bich  für  den  kontinuierlichen,  also  Groß-Betrieb  ein  dem  Bieyez-Streckofen 
ähnlicher  Ofen  ganz  vorzüglich.  Auf  der  einen  Seite  lassen  Bich  die 
großen  und  auf  der  anderen  Seite  die  kleinen  Gläser  herstellen.  Die  Größe 
des  Streck-  bezw.  Biegeofens  richtet  sich  nach  der  Größe  des  größten  zu 
biegenden  Glases.  Die  kleinen  Gläser  werden  auf  die  Formen  gelegt, 
damit  in  einen  angebauten  Vorwärmeofen  gebracht  und  nach  genügender 
Erwärmung  auf  den  Streck-  oder  Biegewagen  geschoben.  Sind  die  Gläser 
vollständig  gebogen,  so  kommt  der  Wagen'  in  den  Kühlraum,  woselbst  die 
Formen  in  den  mit  endlosem  Band  ausgerüsteten  Kühlkanal  gestoßen 
werden.  Bei  den  großen  Gläsern  wird  wie  beim  Strecken  von  Tafelglas 
verfahren,  an  Stelle  des  glatten  Strecksteines  tritt  der  entsprechend  ge- 
formte Wölbstein. 

Vierte  Antwort:  Größere  gebogene  Gläser  können  in  Eisen- 
formen geblasen  und  dann  an  der  Maschine  abgesprengt  werden.  Kleinere 
gebogene  Gläser  für  Unren  werden  aus  Kugeln  geschnitten. 

Fünfte  Antwort:  Die  Herstellung  kleiner  gebogener  Gläser  wird 
im  kontinuierlichen  Betriebe  am  besten  in  kleinen  Muffelöfen,  welche  aus 
Vorwärmer,  Biegemuffel  und  Kühler  bestehen,  als  Massen-Artikel  vorge- 
nommen. Kör  grißere  Gläser,  von  denen  gewöhnlich  nur  wenige  Stücke 
herzustellen  sind,  bedient  man  sich  dann  eines  besonderen  Ofens,  der  ganz 
einfach,  ohne  Muffel  sein  kann  nnd  mit  Holz  gefeuert  wird.  —  Biegeöfen 
dieser  Art  baut  die  Firma  H.  T.  Padelt  in  Leipzig-Schleußig. 

Sechste  Antwort:  Zar  Lieferung  der  Einrichtung  für  Glas- 
biegereien  melden  sich  K.ngel  &  Jeremias  in  Riieberg  i.  8. 


50  Ich  bitte  um  eine  kurze  Anleitung  zur  Herstellung  von  Thermal  - 
Haschen.    Glassätze  brauche  ich  nicht. 

Erste  Antwort:  Die  ausführliche  Beantwortung  Ihrer  Frage 
geht  weit  über  den  Rahmen  des  Fragekastens  hinaus.  Die  Herstellung  von 
Thermosflaschen  zerfällt  in  zwei  Hauparbeitsvorgänge,  und  zwar  in  die 
Fabrikation  der  Robflaschen  in  der  Glashütte  am  Ofen  und  in  die  Ver- 
arbeitung derselben  zur  Thermosflasche  am  Gebläse  usw.  Iu  der  Glashütte 
werden  zunächst  die  zwei  Flaschen  geblasen,  die  dann  am  Gebläse  nach 
verschiedenen  Manieren  fest,  aber  mit  Luftschicht  in  einander  gearbeitet 
werden.  Hierauf  wird  der  zwischen  den  zwei  Flaschen  befindliche  Isolier- 
raum gereinigt,  versilbert  und  nach  dem  Austrocknen  luftleer  gepumpt. 
Nach  dem  Verschmelzen  des  Ansatzes  wird  die  Flasche  fertig  montiert. 

Zweite  Antwort:  Zur  Herstellung  von  Thermosflaschen 
braucht  man  ein  gut  durchgeschmolzenes  und  ganz  reines  Glas.  Die 
Flaschen  werden  übers  Kttlbel  gearbeitet,  und  zwar  müssen  Boden,  Wand 
und  Hals  gleich  stark  sein,  d.  h.  nicht  allzu  dick.  Die  Gläser  können  in 
Holz-  oder  auch  Eisenformen  eingeblasen  werden;  in  letzteren  sind  sie 
nicht  festzublasen,  sondern  beim  Binblasen  zu  drehen.  Große  Aufmerk- 
samkeit ist  auf  die  Kühlung  der  Flaschen  zn  legen.  Diese  sollen  im 
Kühlofen  gut  anlaufen,  jedoch  nicht  überhitzt  werden.  Nach  Schluß  der 
Arbeit  wird  der  Ktthlofen  an  allen  Seiten  gut  verschlossen  und  erst  am 
nächsten  Tag  entleert,  damit  die  Flaschen  ganz  allmählich  abkühlen, 
denn  dann  erst  können  sie  Temperaturwechsel  besser  aushalten. 

Dritte  Antwort:  Eine  Anleitung  zur  Herstellung  von  Thermos- 
flaschen ist  für  den  Fragekasten  denn  doch  zn  weitgehend  und  würde 
Ihnen  auch  nichts  nützen.  Wollen  Sie  diesen  ziemlich  komplizierten 
Fabrikationszweig  mit  Erfolg  aufnehmen,  so  müssen  Sie  schon  etwas  Fach- 
mann auf  diesem  Gebiete  sein;  daß  Sie  dies  aber  nicht  sind,  das  beweist 
Ihre  Frage.  Hier  lassen  sich  wohl  Ratschläge  für  einzelne  Handgriffe 
geben,  niemals  aber  läßt  sich  die  gesamte  Herstellung  der  Thermosflaschen 
so  erläutern,  daß  Sie  ohne  Vorkenntnisse  danach  die  Fabrikation  der 
Flaschen  rentabel  betreiben  könnten 

Vierte  Antwort:  Die  innere  Flasche  von  Thermosflaschen  bis 
Vs  1  kann  überm  Nabel  in  Eisenformen  geblasen  werden,  die  äußere, 
weitere  und  längere  wird  übers  Külbel  gearbeitet  nnd  gut  gekühlt.  Man 
sprengt  die  Hälse  ab,  die  äußere  Flasche  auch  am  Boden,  und  setzt  die 
innere  Flasche  am  unteren  Ende  der  äußeren  in  die  letztere  ein,  wo  sie 
durch  Asbest  festgehalten  und  am  Halse  mit  der  äußeren  zusammenge- 
schmolzen wird.  Dann  wird  das  untere  Ende  der  äußeren  Flasche  heiß 
gemacht,  zusammengedrückt  und  rund  abgeschmolzen.  Sind  die  beiden 
Flaschen  zusammengeschmolzen,  so  wird  ein  kurzes  Röhrchen  von  ungefähr 
8  mm  Weite  und  3  cm  Länge  heißgemacht  und  an  die  äußere  Flasche, 
nachdem  über  deren  Boden  an  der  Stichflamme  ein  Loch  eingebrannt 
wurde,  angesetzt  Durch  dieses  Röhrchen  wird  dann  die  äußere  Flasche 
zunächst  inwendig  versilbert  und  dann  luftleer  gemacht,  worauf  es  am 
Ende  heiß  gemacht  und  zugezogen  wird.  Die  Thermosflasche  ist  dann 
fertig  zum  Einsetzen  in  die  Blechhülse.  Das  Zusammenschmelzen  erfordert 
geschickte  Lampenbläser,  da  alles  am  Blasetisch  gearbeitet  wird  nnd  viel 
Gas  erfordert. 


f      Vene  Fragen. 
Keramik. 

75.  Ich  besitze  einen  Langmuffelofen  mit  Oberofen  zum  Brennen  von 
Ofenkacheln,  wobei  die  obere  Kammer  zum  Verglühen  der  Kachelware 
dient.  Der  Ofen  geht  immer  ungleichmäßig,  sodaß  an  der  hinteren 
Seite,  also  Eingangsseite,  SK  07  a  schmilzt,  während  an  der  vorderen, 
also  Feuerungsseite,  erst  SK  011a  sich  neigt.  Das  Brennergebnis  ist 
immer  das  gleiche:  die  hinteren  Kacheln  sind  krumm,  blasig  und  nicht 
verkäuflich.  Die  Brenndauer  beträgt  36—38  Stunden;  gefeuert  wird  mit 
böhmischer  Braunkohle.  Der  Ofen  hat  auch  sehr  guten  Zug  und  ungefähr 
12  cbm  Inhalt  Die  obere  Kammer  ist  so  eingerichtet,  daß  das  Feuer  erst 
am  Boden  nach  hinten  und  durch  die  zu  schrühende  Ware  nach  dem  Kamin 
abzieht.  Die  Rostfläche  ist  50X100  cm  lang  und  65  cm  hoch,  erweitert 
sich  aber  über  dem  Rost  um  15  cm,  sodaß  sich  eine  Weite  von  65  cm 
ergibt.  Eine  Feuerung  hat  11  Roststäbe  von  4,5  cm  Breite  und  100  cm 
Länge;  die  Luftschlitze  sind  1,5  cm  breit.  Der  Kamin  ist  40~X40  cm 
weit  und  12  cm  hoch,  und  das  umliegende  Gelände  ist  ganz  frei  und 
flach.  Der  Ofen  steht  aber  auf  ganz  feuchtem  Sandboden,  sodaß  wohl 
Grundwasser  in  Betracht  kommen  könnte.  Wie  kann  ich  einen  gleich- 
mäßigen Brand  erzielen?  _____ 


Glas. 

54.  Wir  haben  hier  eine  Glasblasemaschine  „Schiller"  B.  I,  die  s<hr 
gute  Resultate  bei  weithalsigen  Gläsern  mit  dem  gleichen  Glase  ergibt, 
das  dte  Glasmacher  an  der  Wanne  verarbeiten.  Wenn  wir  aber  enghalsige 
Gläser  mit  dieser  Maschine  erzeugen  wollen,  so  entsteht  der  Fehler,  daß  die 
Mündungsöffnung  statt  20  mm  nur  16 — 17  mm  groß  ist.  Das  Mundstück 
hat  außen  30  mm  0,  der  Hals  26,5  mm  0,  und  die  Oeffnung  im  Mund- 
stück sollte  20  mm  0  haben.  Ich  empfahl,  mit  etwas  heißerem  Glase  zu 
arbeiten,  aber  davon  will  niemand  etwas  wissen.  Habe  ich  damit  recht? 
Eine  große  Glasmasse  hält  sich  doch  viel  länger  heiß,  wie  eine  kleine 
für  Gläser  von  60  g  Inhalt.   


Briefkasten  der  Redaktion. 

P.-F.  K.  i.  K.  Versätze  zu  Porzellan-Trommelfuttersteinen  finden 
Sie  in  den  Antworten  zu  den  ,  Fragen  63  in  Nr.  17  des  Sprechsaal  1921 
nnd  62  in  Nr.  18,  1919. 

A.  K.  1.  R.  Die  Herstellung  der  Thermometer  läßt  sich  unmöglioh 
im  Fragekasten  beschreiben;  dafür  ist  dieser  auch  nicht  da.  —  Die 
Literatur  über  den  Gegenstand  ist  düiftig,  und  Sie  können  nicht  viel 
damit  anfangen. 

J.  Seh.  i.  W.  Galalith  wird  aus  Kasein  nnd  Formalin  hergestellt, 
und  zwar  in  Deutschland  von  der  Internationalen  Galalith- Gesellschaft 
Hoff  &  Co.  in  Harburg  a.  E. 


im.  (66.  Jahrgang.) 


SPRECHSAÄL  —  COBURG. 


181  —  217 


Veröffentlichungen  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik. 


Ab  1.  Mai  1922  treten  folgende  Gebühren  in  Kraft. 

Inlandswährung  bis  Ji  5000. —  Mindestsatz  Ji  15. — , 

„  über  Ji  6000  —     für     jede  angefangene 

Ji  1000—  Ji  3—,  also  3  °/00, 
Auslandswährung  bis  Ji  5000. —  Mindestsatz  Ji  15. — , 

„  über  Ji  5000.-—  3  °/00  vom  wöchentlichen 

Umrechnungskurs. 
Verlängernngen  Ji  15. — . 
Ausfertigung  von  Duplikaten  Ji  15. — . 
Bei  Anträgen,  die  durch  Neueinreichung  von  Teilbewilligungen 
annulliert  werden,  werden  die  Gebühren  unter  Anrechnung  der 
Hälfte  der  erstgezahlten  Gebühren  nach  Höhe  der  eingereichten 
Teilbewilligungen  erhoben. 

Für  noch  nicht  bewilligte,  auch  noch  nicht  bearbeitete, 
d.  h.  zur  Prüfungsstelle  gesandte  Anträge,  ist  bei  Annullierung 
der  Mindestsatz  von  Ji  15. —  zu  entrichten. 


Für  beanstandete  Anträge,  die  bearbeitet  sind,  wird  der 
Mindestsatz  von  Ji  15. —  erhoben. 

Für  Anträge,  deren  Bewilligung  jedoch  erfolgt,  d.  h.  der 
Antrag  bearbeitet  und  dem  Antragsteller  zugestellt  ist,  werden 
die  Gebühren  bei  Annullierung  zur  Hälfte  zurückerstattet,  so- 
fern die  Gebühren  Ji  30. —  und  mehr  betragen.  Ünter  Ji  30. — 
wird  nur  die  Differenz  zwischen  der  Mindestgebühr  und  der 
zu  zahlenden  Gebühren  zurückgezahlt,  wenn  dieselben  den 
Betrag  von  Ji  10. —  übersteigen. 

Bei  sämtlichen  Bewilligungen,  bei  denen  die  Gebühren 
durch  Nachnahme  erhoben  werden,  wird  das  Porto  mitein- 
gezogen. 

Verzichtsbescheinigungen  über  Wiedereinfuhr  von  Mustern 

Ji  5.—. 

Jede  Aenderungsbescheinigung  Ji  15. — . 


Hierzu  eine  Beilage:  Prospekt  der  Firma  Allgemeine  Vergasungs-Gesellschaft  m.  b.  H.  in  Berlin-Halensee  über 
Teergewinnungsanlagen  System  A.  V.  GL  und  Gaskühlanlagen  System  A.  V.  G. 


Am  26.  4.  1922  verschied  unerwartet  an  Herzschlag  mitten  in  regster  Arbeit 

Herr  Kaufmann  Franz  Hannig 


erlin. 


Seit  22  Jahren  stand  der  Verstorbene  in  engster  Fühlung  zu'uns.  Wir  verlieren  in  ihm  einen  treuen 
Mitarbeiter,  dessen  Scheiden  uns  mit  tiefer  Trauer  erfüllt.    Sein  Andenken  werden  wir  in  Ehren  halten. 


Weißwasser  (O.-L.). 


Aufsichtsrat  und  Vorstand 
der  Hirsch,  Janke  &  Co.  Aktiengesellschaft. 


Bonbonglaser 

im  Jani  lieferbar,  abzugeben. 
Angebote  anter  T  4412  ansehe  Ge- 
schäftsstelle des  Sprechsaal. 


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toilr^Äw,lIldplatte,,' 

fnr  Inland  und  Export. 

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Schmelzfarben-Fabrik 

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LMfrits  im  Erzgebirge,  k 


halbweiß,  nur  für  den  Export,  auch  in  großen 
Mengen  promt  lieferbar,  desgleichen 


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Anfragen  unter  Y  4487  an  die  Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 


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in  allen  gewünschten  Größen,  von  12jnm  anfwärtsTstark, 
fertig  zusammengenagelt,  sowie  in  Teilen, 
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koiten.  Ausprobierung  von  Rohmaterial 
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TJtensilien.Maschinenmeuu.gebraucbt) 
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Provinz  Sachsen. 


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2T>7  - 


S  PRTE CftSA A L' -  C Ö B  Ü  R  Ö 


1922  (65.  Jahrgang 


Im 


Urteil. 


Verkündet  am   18.  März   1  92  2. 


In  Sachen  der  Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  &  Co.,  Aktiengesellschaft  Ift 

Berlin,  gesetzlich  vertreten  durch  ihren  Vorstand  Geheimrat  Rosenthal  in  Berlin,, 

Prozessbevollmächtige:   Rechtsanwälte  JRT.  Dr.  Drucker,  Dr.  Eckstein  und  Dr.  Cerf 

in  Leipzig  Antragstellerin 
gegen 

die  Porzellanfabrik  Fraureuth  Aktiengesellschaft  in  Berlin,  gesetzlich  vertreten 
durch  ihren  Vorstand  Generaldirektor  Felix  Singer  und  Direktor  Ernst  Maria  Bauer  in 
Fraureuth, 

Prozessbevollmächtigte:    Rechtsanwälte  DY.  Riedel  und  Dr.  Hammer  in  Leipzig, 

Antragsgegnerin 

erkennt  die  dritte  Zivilkammer  des  Landgerichts  zu  Leipzig  unter  Mitwirkung  des  Land- 
gerichtsdirektors Reerink,  des.  Landgerichtsrats  Pfeiffer  undr  des  Hilfsrichters  Gerichts- 
assessors Dr  beissler  für  Recht: 

'Jak W: WVrolCa*T$*  "  ••••"Wtf»l»«i 

Die  einstweilige  Verfügung  des  Landgerichts  Leipzig  vom  6./8.  März 
1922  gegen  die  Porzellanfabrik  Fraureuth  A.-G.  wird  aufgehoben. 

Die  Antragstellerin  (Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  &  Co.)  hat  die  Kosten 
des  Verfährens  zu  tragen. 
-   Das  Urteil  ist  vorläufig  vollstreckbar. 


Reerink. 


Pfeiffer. 


G  e  i  s  s  1  e  r. 


Durch  vorstehendes  Urteil  ist  der  Antrag  der  Porzellanfabrik  Ph.  Rosenhai  &  Co., 
der  Porzellanfabrik  Fraureuth  A.-G.  die  Ausführung  des  Fraureuther  Drachens  auf  mattrotem 
Grunde  zu  untersagen,  abgelehnt  worden,  da  die  Porzellanfabrik  Fraureuth  A.-G.  diese  von 
der  Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  &  Co.  neuerdings  als  Rosenthalrot  bezeichnete  mattrote 
Farbe  nachweislich  seit  1887,  also  vor  der  Grünau  g  der  Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  &  Co. 
hergestellt  und  den  Fraureuther  Drachen  nach  alt-chinesischen  Stickereien  ausgeführt  hat. 

Porzellanfabrik  Fraureuth  A.-Q. 

Fraureuth. 


w  w 


(65.  jafsrgang.) 


Coburg,  den  11.  Mai  1922. 


Nummer  19 


Zeitschrift  für  die  Keramischen,  Glas-  und  verwandten  Industrien. 


Prflmiiert;  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Loois  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bngra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


FernsprechanschloflNr.  59./Telegr.-Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erf ort  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto :  Cobarg-Gothaische  Bank  A.-G..  Coburg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  nnd  Deutsch-Oesterreich  durch  die  Post  vierteljährlich  Jl  25. —  unter  Streifband  Jt  50.—. 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  2. —  (Stellengesuche  J  1. — ). 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 

Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Orlfrlnal-Beiträire  verboten.  


löpierei-Beruisgeissensciiafi  Sektion  Ulli. 

Sektionsversammlung. 

Die  diesjährige  Sektionsversammlung,  zu  der  die  Mitglieder 
der  Sektion  gemäß  §  24  Abs.  2  der  Satzung  hierdurch  eingeladen 
werden,  findet  statt  am 

Samstag,  den  27.  Mai  1923,  vormittags  11  I  hr, 

in  Baden-Baden,  im  „Hotel  zum  Hirsch". 

Tagesordnung : 

1.  Geschäftsbericht. 

2.  Abnahme  der  Jahresrechnung  für  1921. 

3.  Wahl  eines  Ausschusses  zur  Prüfung  der  Jahresrechnung 
von  1922. 

Festsetzung  des  Haushaltplans  für  1923. 
5.  Beratung  über  etwaige  Anträge  von  Sektionsmitgliedern, 
"wenn  solche  (nach  §  24  Abs.  7  der  Satzung)  eine  Woche 
vor  dem  Verhandlungstag  beim  Sektionsvorsitzenden  schrift- 
lich eingereicht  sind. 

Wahl  des  Ortes  der  nächstjährigen  Sektionsversammlung. 
1.  Sonstiges. 

Aussprache  über  die  Zuziehung  der  Versichertenvertreter 
zur  Bentenfestsetznng. 

Fr  ei  bürg  im  Breisgau,  den  8;  Mai  1922. 

Der  Vorstand 
der  Sektion  VIII  der  Töpferei-Berufsgenossenschaft. 


Georg  Schmider, 


[641 


w 

Töpferei  -  Beruf  sgenossensctaaft,  Sektion  II,  Regensburg. 

Einladung. 
Zu  der  am 

Montag,  den  29.  Mai  1922,  nachmittags  2  Uhr, 

im  Bahnhof-Hotel  iu  Marktredwitz 
stattfindenden 

orden  tlichen  Sektions  Versammlung 
•rird  hiermit  eingeladen. 

Tagesordnung. 
L.  Geschäftsbericht. 

i,  Abnahme  der  Jahresrechnung  für  1921. 
5.  Wahl    ines  Ausschusses  zur  Prüfung  der  Jahresrechnunz 
für  1922. 


Festsetzung  des  Haushaltplanes  für  1923. 
Beratung  etwaiger  Anträge  von  Sektionsmitgliedern,  wenn 
solche  mindestens  eine  Woche  vor  der  Versammlung  ein- 
gereicht werden  sind.    -  ]Uo 
Der  Sektions  vorstand: 
H.  Dorfner,  Vorsitzender. 


Glas-Berutsgenossenschafl,  Sektion  IV. 

Gemäß  §  24  unserer  Satzung  laden  wir  hiermit  unsere 
Mitglieder  zu  der  am 

Montag,  den  29.  Mai  1922,  nachmittags  3  Uhr 

im  Büro  des  Fachverbandes  der  Tafeigla^industrie, 
Berlin  W  35,  Am  Karlsbad  23,  UI 
stattfindenden 

Sekfions-Versammlung 

ergebenst  ein.  Tagesordnung: 

1.  Bericht  des  Vorstandes,  Prüfung  und  Abnahme  der  Jahres- 
rechnung für  1921  sowie  Erteilung  der  Entlastung. 

2.  Wahl  des  Rechnungsprüfungsausschusses  für  1922. 

3.  Feststellung  des  Verwahungskosten  -Voranschlags  für  1923. 

4.  Bericht  über  erfolgte  und  beabsichtigte  Aenderungen  in  der 
sozialen  Gesetzgebung,  insbesondere  in  der  gewerblichen 
Unfallversicherung. 

5.  Rentenfeststellungskommissionen. 

6.  Mitteilungen  über  die  Geschäftsergebnisse  der  Haftpflicht- 
Versicherungsanstalt. 

7.  Etwaige  sonstige  Verwaltungsangelegenheiten  und  Anträge 
der  Herren  Mitglieder. 

Berlin-Lankwitz,  den  5.  Mai  1922. 

Der  Vorstand  der  Sektion  IV  der  Glas-Berufsgenossenschaft, 

Der  Vorsitzende:  W.  Kohrs,  Direktor. 


Gias-Berulsgenossenschaft,  Sektion  v. 

Gemäß  §  24  unserer  Satzung  laden  wir  hiermit  unsere 
Mitglieder  zu  der  am 

Freitag,  den  26.  Mai  1922,  vormittags  12  Uhr, 

in  Hannover,  Kastens  Hotel 

stattfindenden 

Sektions  Versammlung 

ergebenst  ein. 


220  —  Nr.  19 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (5B.  Jahrgang.) 


Tagesordnung: 

1.  Bericht  des  Vorstandes,  Prüfung  und  Abnahme  der  Jahres- 
rechnung für  1921  sowie  Erteilung  der  Entlastung. 

2.  Wahl  des  Rechnungsprüfungsausschusses  für  1922. 

3.  Feststellung  des  Verwaltungskosten- Voranschlags  für  1923. 
4  Bericht  über  erfolgte  und  beabsichtigte.  Aenderungen  in  der 

sozialen  Gesetzgebung,  insbesondere  in  der  gewerblichen 
Unfallversicherung. 

5.  Rentenfeststellungskommissionen. 

6.  Mitteilung   über    die  Geschäftsergebnisse   der  Haftpflicht- 
Versicherungsanstalt. 

7.  Etwaige  sonstige  Verwaltungsangelegenheiten  und  Anträge 
der  Herren  Mitglieder. 

Berlin-Lankwitz,  den  5.  Mai  1922. 

Der  Vorstand  der  Sektion  V  der  Gias-Berufsgenossenschaf l. 

Der  Vorsitzende:  G.  Reuter,  Direktor. 


Reiclis-lJiifallvei'sicherung. 

Gias-Berufspuossenschi,  Sehtlon  VI. 

Düsseldorf. 

In  Gemäßheit  des  §  24  der  G^eossenschaftssatzung  beehren 
wir  uns,  unsere  Mitglieder,  zu  der  am 

Mittwoch,  den  24.  Mai  1922,  mittags  12  Uhr, 
im  Palast-Hotel  Breidenbacher  Hof,  II  («Idenburg  wall  34/36 

hierselbst, 

stattfindenden 

37.  ordentlichen  Sektfons-Tersammlung 

ergebenst  einzuladen. 

Tagesor dnun  g: 

1.  Geschäftsbericht  für  das  Jahr  1921. 

2.  Bericht  des  Ausschusses  über  die  Prüfung  und  Abnahme 
der  Jahresrechnung  für  192  i. 

3.  'Festsetzung  des  Haushaltplans  für  1923  soVie  Wahl  des 

Ausschusses  zur  Prüfung  der  Jahresrechnung  für  1922. 

4.  Beschlußfassung   über  etwaige  Anträge  von  Sektioasmit- 
gliedern. 

Düsseldorf,  den  2.  Mai  1922. 

Dar  Vorstand  der  Sektion  VI  der  Gl as-Berufsgenossenschaft, 

Frdr.  Wetekamp,  Vorsitzender.  [6ii 


Feintonverarbeitung  In  Bayern. 

Von  Prof.  Dr.  Dr.  Georg  Ei'tter  v.  Ebert,  Vorstandes  Instituts 
für  bayerische  Wirtschaftsforachung. 

^ 

(Fortsetzung ) 
Wandplattenfabrikation. 

Die  Wandplattenfabrikation  erfordert  als  Rohstoffe  gut  vor- 
bereitete Tone  von  spezieller  Eignung  und  guten  Brennstoff 
für  die  Sinterung.  Sie  sind  fast  ausschließlich  außerbayerischer 
Herkunft:  Tone  und  Kaoline  aus  Böhmen  und  Sachsen,  die 
Kohlen  sind  böhmische  Braunkohle,  die  Massezubereitung  er- 
fordert große  kostspielige  Anlagen:  außer  Tonwalzen,  Ton- 
schneidern m  t  großem  Kraftbedarf  auch  Schlämmeinrichtungen 
und  große  Filterpressen.  Die  PlaUen  werden  entsprechend  der 
großen  für  jede  Platte  erforderlichen  Tonmenge  in  maschinell 
betriebenen  großen  Friktionspressen  gestanzt,  >  mit  der  Hand 
einseitig  in  fast  jeder  gewünschten  Farbnuance  glasiert  und 
schließlich  in  Kapseln  bis  zur  Sinterung  bei  130u°  gebrannt/ 
Also  kostspielige  Produktionsmittel  und  große  Goldmittel  für 
das  umlaufende  Kapital,  aber'  keine^  gelernten  Arbeiter.  Nur 
so  entstehen  wirtschaftlich  arbeitende  Betriebe,  diese  dann  aber 
von  großer  Leistungsfähigkeit.  Aus  diesen  Gründen  kommen 
in  der  Wandplattenfabrikation  nur  mehr  große  Betriebe  in 
Betracht.  Plattenton.  brennt  weiß ;  neuerdings  werden  Platten 
aus  bayerischem  Ton  hergestellt,  dessen  rötlichgelbe  Farbe  die 
Glaeuifavben  beeinflußt  und  dessen  billigerer  Bezugspreis  den 
Plaltenprcis  erniedrigt. 

Da  trotz  der  hohen  Zölle  etwa  die  Hälfte  der  Erzeugung 
ins  Ausland  geht  (Schweden,  Schweiz,  Spanien,  Italien),  ist  die 
Beschäftigung  eine  gute.  Für  Frankreich  und  westliche  Ab- 
nehmer liegen  allerdings  die  rheinischen  und  pfälzischen 
Fabriken  günstiger. 

Steingut-  und  Feinsteingutindustrie. 

Steingut  und  Feinsteingut  bilden  die  Verbindungsglieder 
zwiscluri  den  bisher  betrachteten  Gruppen  und  dem  Porzellan. 
Sorgfältigste  Massezubc-i  titung  wie  in  der  Wandplattenindustrie, 
Formung  nur  mehr  gelegentlich   durch  Freidreher  wie  beim 


Bauern gesebirr,  gewöhnlich  durch  Drehen  in  der  Gipsform  wie  j 
beim  Braungeschirr,  hin  und  wieder  durch  Formen  auf  der 
Matrize  wie  bei  der  Kachel,  in  seltenen  Fällen  durch  Stanzen 
wie  bei  Elektrofayence,  häufig  durch.  Gießen  des  Masseschlickera 
in  Gipsformen  wie  bei  Porzellan.  Sehr  viel  Steingut  für  ein- 
fachere Zwecke  (Teller,  Tassen,  Kannen,  Schüsseln,  Vasen  usw.)' 
wird  nur  glasiert.  Für  höhere  Ansprüche  wird  es  dekoriert. 
Die  Aufbringung  des  Dekors  erfolgt  dann  wie  bei  Porzellan 
gewöhnlich  erst  nach  einem  Verglühen  bei  hoher  Temperatn^ 
in  der  verschiedenartigsten  Weise  durch  Aufschablonieren, 
durch  Abziehbilder,  durch  Aufmalen  mit  der  Hand.  Nochmaliges: 
Brennen  befestigt  die-  Farben.  Aus  diesen  Gründen  erfordert 
jede  Phase' des  Produktionsprozesses  kostspielige  Produktions- 
mittel von  großer  Leistungsfähigkeit,  die  Formgebung  und  das 
Dekor  den  Einsatz  künstlerischer  Intelligenz,  die  oft  hoch! 
wertigen  Endprodukte  die  Verwendung  hochwertigen  Rohstoffes 
und  die  große  Menge  der  dann  in  solchen  Betrieben  erzeugtet! 
Produkte  eine  leistungsfähige  Vertriebsorganisation,  kurz,  alle« 
in  allem  kapitalistische  Betriebe  mit  großem  Aufwand  an 
Personal,  Betriebsmitteln  und  umlaufendem  Kapital,  wobei  Fein- 
steingut  noch  mehr  auf  Luxus  eingestellt  ist  als  das  große 
Mengen  Gebrauchsgeschirr  liefernde  gewöhnliche  Steingut.  Dia 
bayerische  Steing^tfabrikatlon  umfaßt  nur  wenige  Betriebe  und 
ist  in  noch  weniger  Händen  vereinigt.  .Eine  Sonderstellung 
nimmt  die  Feinsteingutfabrik  Rodach  ein,  insofern,  als  sie  neben 
gewöhnlichem  Gebrauchsgeschirr  unter  der  zielbewußten  Leituni 
ihres  aus  dem  Handwerkerstände  hervorgegangenen  Schöpfers 
Max  Roesler  künstlerisch  hochwertige  Produkte  erzeugt,  die  in 
Formgebung  und  Verzierung  eine  Wertware  besonderer  An 
bedeuten ;  denn  außer  den  üblichen  Dekors  kommen  an  Schalen! 
Körbchen  und  hohen  Vasen  Flecht-,  und  Durchbrucharb eitel 
von  feiner  Wirkung  ia  Betracht,  die  z.  Zt.  begehrte  Export 
artikel  darstellen.  Zum  geschmackvollen  Küchen steingut  (Mehl 
und  Salzfässer,  Gewurzdosen  und  Gewürzschubladen,  Essig* 
und  Oelflaschen;  Besteckkästen,  Kakesdosen,  Kuchenplatten 
usw.)  werden  in  der  Schreinerei  der  Fabrik  dazu  passend] 
Küchenmöbel,  teils  mit  stilvoll  zusammengestimmten  Steingut- 
einlagen gefertigt. 

Feinsteinzeug. 

An  dieser  Stelle  einige  Bemerkungen  über  die  nur  noaj 
geschichtliches  Interesse  beanspruchende  Töpferkunsjt  u 
Kreussen!  Schon  im  Jahre  1005  wird  die  von  Kaiser  Hein 
rieh  II.  zerstörte  Burg  von  Krenssen  urkundlich  wieder  auf 
gebaut;  das  Wappen  von  Kreussen  enthält  in  gevierteilteffl 
hohernzollernsyhen  Schild  einen  Krug,  in  älteren  Urkunde! 
heißt  die  Stadt  Ousen,  Creusen  usw.,  und  „Krause",  „Kruse' 
bedeutet  so  viel  als  Deckelkrug.  Demnach  muß  die  Kreussen« 
Töpferei  eine  sehr  alte  sein,  aber  urkundlich  genannt  werde! 
Töpfer  erst  seit  dem  Anfang  des  16.  Jahrhunderts,  dann  aller 
dings^  —  worauf  früher  schon  hingewiesen  —  zugleich  alt 
Schnitzer  und  Bossierer,  als  Selbsthersteller  ihrer  Modell 
Außer  Oefen  mit  reichem  plastischen  Schmuck  wurden  in  de 
Hauptsache  hergestellt  Deckelkrüge,  Birnenkrüge,  Deckel 
Haschen,  Flaschen  für  Essig,  Qel,  Gewürze,  Vasen  und  HeDkeJ 
krüge.  Dazu  wurden  die  Formen  nach  ''sorgfältigster  Masse, 
Zubereitung  frei  auf  der  Scheibe  gedreht,  manchmal  vier-  ode 
sechseckig  gedrückt,  und  dann  wurden  auf  sie  die  in  den  Ton 
modeln  hergestellten  Figuren,  Wappen,  Zierornamente,  Sprue» 
bänder  Stück  für  Stück  aufgeschlickert,  um  schließlich  noÄj 
mit  dem  Ziselierholz  ausgearbeitet  zu  werden.  Die  Figure» 
kombination  auf  den  einzelnen  Gefäßen  ist  eine  außerordeii 
lieh  große,  doch  lassen  sich  Typen,  wie  Jagdkrüge,  Apostf 
krüge,  Planetenkrüge,  Zunftkrüge,  Kurfiirstenkrüge  u.  a.  untfjjj, 
scheiden.  Das  Brennen  geschah  mit  Holz  im  alten  deutsch« 
liegenden  Ofen  bei  sehr  hoher  Temperatur  und  wurde  mit  dm 
Salzen  beendet:  Farbe  hell-  bis  dunkelbraun,  sehr  hart  nn 
schwer  zerbrechlich,  völlig  durchgesintert,  bäure  widerstände 
fähig,  Oberfläche  prachtvoll  glänzepd.  Dann  erst  folgt  das  Bf 
malen  mit  Metalloxyden  unter  Zusatz  von  leicht  schmelzbar* 
Fluß,  endlich  das  Aufbrennen  der  Farben  in  Kapseln  b< 
schwachem  Feuer  oft  in  eigenen  „Farböfen".  Die  Farbpalette» 
noch  nicht  reichhaltig;  wir  treffen  nur  an:  Rot,  Gelb,  Gröl 
Blau,  Weiß  und  Gold.  Die  Deckel  hat  wohl  der  Zinngießf 
"  aufgebracht.  Die  Produkte  waren  weit  bei  ühmt  und  wurden  in  all 
Laniie  gefühlt.  Unter  den  berühmten  Meistern  kommen  haup 
sächlich  4  Werkstätten  in  Betracht:  die  Familie  Vest  seit  1Ö7. 
etwas  später  treten  hinzu  die  Namen  Speckner,  Schmidt  nD 
Sayler;  die  Nachkommen  der  letzteren  gründeten  die  Bai 
reuther  Ofenfabrik,  in  deren  Besitz  sich  noch  alte  Tonmodel  i 
großer  Anzahl  befinden. 

Ton. 

Die  anscheinend  recht  gleichmäßige  Verbreitung  von  Tqi 
vorkommen  in  Bayern  wird  fraglich  schon  durch  die  Ergol 
nisse  der  Gewerbezähinngen:    1882  sind  von  34  bayerisch« 


U>22.  (60.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL -COBURG. 


Nr.  19  —'221 


Lehm-  und  Tongräbereien  mit  283  in  diesen  beschäftigten 
Personen;  -Betriebe  mit  beschäftigten  Personen 

in  Rheinpfalz   29  260 

in  Niederbayern    .....     2        '  18 
~in  Mittelfranken     .....     1  2 
in  Unterfranken     .    .    .    .    !     2  3 
Dieses  Verhältnis  verschiebt  sich  in  der  Folge  nur  insofern, 
als  Unterfranken  und  dann  vor  allem  die  Oberpfalz  mit  einer 
rasch  wachsenden  Zahl  von  beschäftigten  Personen  hinzutreten. 
Bas  Jahr  1917  arbeitet  die  Leistungsfähigkeit  der  einzelnen 
Landesteile  durch  den  Fortbestand  der  Höchstleistungsbetriebe 
vielleicht  auch  in  dieser  Gewerbegruppe  scharf  heraus,  denn 
es  sind  Betriebe  mit  beschäftigten  Personen 

in  Rheinpfalz   16  543 

in  Oberpfalz   9  45  L 

in  Oberbayern  ......     2  87 

in  Unterfranken     .    ....     3  83 

in  Niederbayern    .....     2  25 

Diese  Darstellungen  bilden  nur  einen  Anhalt  für  die  Ver- 
breitung der  genützten  Vorkommen,  sind  aber  in  Ermangelung 
besserer  Grundlagen  immerhin  beachtenswert.  Berücksichtigt 
man  noch  die  großen  Qualitätsverschiedenheiten  der  Tongesteine 
oder  Erden  nach  Farbe,  Körnung,  Plastizität,  chemischer  Zu- 
sammensetzung, Sinterungsverhältnissen  und  Schmelzbarkeit, 
so  wird  man  im  Hinblick  auf  den  verschiedenartigen  Ton- 
qualitätsbedarf der  vorbesprochenen  auf  Ton  schlechthin  auf- 
gebauten keramischen  Gewerbegruppen  eine  auch  nur  annähernd 
gleichmäßige  Verbreitung  von  Tonvorkommen  und  darauf  be 
gründeter  Industrien  nicht  mehr  erwarten.  Benn  Ton  ist  ein 
Sammelbegriff  von  durch  Wasser  (selten  Wind)  verfrachteten 
Gesteinsmehlabsätzen  verschiedenster  Herkunft  (in  der  Haupt- 
sache feldspathaltiger  Gesteine)  und  —  in  Bayern  hauptsäch- 
lich—jurassischen bis  diluvialen  Alters.  Ein  Vergleich  zwischen 
der  Verbreitung  der  Lehm-  und  Tongräberei  einerseits  und  der 
Feintongewerbe  andererseits  ergibt  nun,  daß  auf  den  großen 
Tonvorkommen  der  Rheinpfalz  und  Unterfrankens  eine  relativ 
kleine  Feintonindustrie  aufgebaut  ist,  während  die  Feinton- 
gewerbe von  Oberbayern,  Niederbayern,  auch  der  Oberpfalz, 
vor  allem  aber  (  Mittelfrankens  eine  Entwicklung  aufweisen, 
welche  über  die  Tongrundlage  der  näheren  Umgebung  hinaus- 
geht, und  bei  der  Untersuchung  ergibt  sich  Punkt  für  Punkt, 
daß  die  feinere  Keramik  sich  relativ  unabhängig  vom  Ton- 
vorkommen zu  entwickeln  und  zu  behaupten  vermag.  Für  die 
Standortfrage  ergeben  sich,  soweit  -  die  Tonbeschaffung  in  Be- 
tracht kommt,  folgende  volkswirtschaftlich  wichtige  Schlüsse : 
Für  die  Bauerntöpferei  spielt  eine  Rolle  wesentlich,  -  ob  Ton  aus 
eigener  Grube  mit  eigenem  Fuhrwerk  beschafft  wird,  oder  ob 
dies  nicht  möglich  ist;  ist  letzteres  der  Fall,  dann  wird  der 
Bauerntöpfer  unter  Aufgabe  seines  Gewerbes  gewöhnlich  zum 
Landmann;  ist  letzteres  nicht  der  Fall,  dann  kommt  weit  her 
bezogener  guter  Ton  wegen  des  geringeren  Arbeitsaufwandes 
für  die  Massezubereitung  kaum  teurer  zu  stehen  als  einheimischer. 
Der  ordinäre  Scherben  der  Kachel  ermöglicht  daher  auch  ein 
Entstehen  von  Kachelfabriken  mit  eigenem  Fuhrwerk  und 
eigenen  Gruben  in  der  Nähe  von  Tonlagern  ohne  spezielle 
Eignung.  Ber  natürliche  Standort  der  Braungeschirrfabrikation 
ist  die  B unzlauer  Gegend  mit  ihren  Tonen  besonderer  Eignung. 
[Die  übrige  Feintonindustrie  braucht  so  viele  verschiedene  Ton-, 
'Kaolin-  und  Sandqualitäten,  und  ihre  Rohstoffkosten  spielen  im 
Fertigerzeugnis  eine  so  geringe  Rolle,  daß  ihr  Standort  Inner- 
halb einer  großen  Zone  um  die  Rohstofflager  frei  gewählt 
werden  kann. 

Holz. 

Wegen  seiner  allgemeinen  Verbreifung  scheint  das  Holz 
als  Standortfaktor  eine  untergeordnete  Rolle  zu  spielen,  und 
das  ganze  Handwerk  war  und  ist  auf  Holzfeuerung  eingestellt. 
Holz  ist  als  Brennstoff  in  der  Keramik  leistungsfähig  genug; 
aus  seiner  Zusammensetzung  läßt  sich  ein  Heizwert  von  rund 
4900  WE,  daraus  eine  theoretische  Flammentemperatur  von 
i960  Grad  berechnen,  die  erfahrungsgemäß  infolge  Wärme- 
frerluste  nur  1450  Grad  erreicht.  Deshalb  können  die  größten 
keramischen  Betriebe  mit  Holz  betrieben  werden,,  und  insofern 
spielt  Holz  als  Standortfaktor  eine  Rolle,  weil  große  Betriebe 
öhne  genügende  Holzvorräte  in  der  Nähe  nicht  lebensfähig 
sind.  Hiervon  scheint  die  Wirtschaftlichkeit  viel  mehr  ab- 
zuhängen als  von  der  Frage  Holz  oder  Kohle,  und  die  Oefen 
werden  dem  jeweiligen  Brennstoff  angepaßt. 

Manche  Betriebe  mit  holzreichen  Forstämtern  in  der  Nach- 
barschaft haben  schon  in  der  Vorkriegszeit  nur  mit  Holz  ge- 
heizt, und  sie  finden  ihre  Holzheizung ,  wirtschaftlicher  als 
Kohlenheizung,  nicht  nur  wegen  Einsparung  der  hohen  Kosten 
für  den  Ofenumbau,  sondern  auch  wegen  Einsparung  der  heute 
sehr  ins  Gewicht  fallenden  Arbeitslöhne  durch  Verkürzung  der 
Brenndauer  um  25 — 3©°/0.  Im  allgemeinen  brennen  aber  große 
Betriebe  Kohle  und  haben  sich  nur  unter  dem  Zwang  der 
letzten  Jahre  vorübergehend  auf  Holz  umgestellt;  ihre  Oefen 


sind  für  Kohle  eingerichtet,  so  daß  die  Holzfeuerung  für  sie 
im  allgemeinen  wesentlich  teurer  kommt.  In  den  Bunzlauer 
Oefen  kostet  die' Holzfeuerung  40 — 50°/0  mehrr  als  Braunkohlen- 
feuerung. Kohlesteuer  und  Bergarbeiterlöhne  können,  aber  das 
Preis  Verhältnis  zwischen  Holz'  und  Kohle  derart  verschieben, 
daß  die  Spannung  zwischen  beiden  Brennstoffen  auch  für 
große,  auf  Kohle  eingestellte  Betriebe  grundsätzlich  geändert 
wird.  Dazu  tritt  für  Holz  die  erwähnte  kürzere  Brenndauer 
und  die  größere  Reinheit  der  Glasuren,  so  daß  unter  Umständen 
einem  großzügigen  Holzanschlag  auch  von  Seite  der  keramischen 
Industrie  nichts  mehr  im  Wege  steht. 

Kohle. 

Die  Kohlebelieferung,  obschon  nach  Menge  und  vor 
allem  nach  Qualität  besser  geworden,  ist  immer  noch  das  große 
Schmerzenskind  vieler  mit  Kohle  arbeitenden,  größeren  kerami- 
schen Betriebe,  die  zur  Erreichung  einer  höheren  Qekonomie 
in  Wärmebilanz  und  Lohnaufwand  sogar  die  gewaltigen  Kosten 
neuer  Ofensysteme  nicht  zu  scheuen  unternommen  haben. 

Welches  sind  die  Standortverhältnisse  der  Betriebe  in  Be- 
zug auf  die  Kohlenbeschaffung  ?  Der  Hauptkehlebedarf  geht 
nach  der  jetzigen  Konstruktion  der  Oefen  auf  Stein-  und  Braun- 
kohle aus  Böhmen,  Sachsen,  Zwickau,  Mitteldeutsche  Briketts, 
so  daß  auch  hier  die  Oberpfalz  am  günstigsten ,  liegt.  ,  So  er- 
klärt sich,  unter  gleichzeitiger  Berücksichtigung  des  Tonbezuges 
ebenfalls  hauptsächlich  aus  Böhmen  und  Sachsen,  daß  im  Ver- 
breitungsdiagramm der  Feintonindustrie  die  Oberpfalz  den 
größten  Raum  einnimmt ;  dann  folgt  das  benachbarte  Mittel- 
franken,  darum  lagern  sich  Oberfranken,  Oberbayern,  Nieder- 
bayern und  Schwaben,  am  weitesten  weg  liegen  Unterfranken 
und  die  Pfalz.  Das  Zentrum  des  großen  Raumes  aber,  um  das 
die  bayerischen  Kreise  zonenförmig  in  der  genannten^  Reihen- 
folge sich  gruppieren,  ist  hinsichtlich  Ton-  und  Kohlebeschaffung 
.Sachsen,  Böhmen,  Schlesien,  so  daß  die  Standortfrage  der 
bayerischen  Betriebe  durch  die  erwähnten  Lagebeziehungen 
genügend  geklärt  erscheint ;  denn  das  Gewichts  Verhältnis  zwischen 
Ton-  und  Brennstoffaufwand  scheint  so  zu  sein,  daß  schon  bei 
der  Bauerntöpferei  das  Brennstoffgewicht  höher  ist  als  das 
Tongewicht;  je  höher  die  Veredelung  geht  (höherer  Kraftbedarf 
für  Massezubereitung,  größerer  Kohlenbedarf  für  den  doppelten 
Brand  usw.),  um  so  mehr  Brennstoff  wird  erforderlich,  so  daß 
schließlich  auf  ^  100  Gewichtsteile  Ton,  Sand,  Kaolin  usw. 
150—200  Gewichtsteile  Brennstoff  treffen.  Daher  kann  ziel- 
bewußte Frachttarifpolitik  erheblichen  Einfluß  auf  die  Stand-.- 
ortverhältnisse  gewinnen.  Jedenfalls  erscheint  der  Standort 
bislang  mehr  beeinflußt  durch  den  des  Brennstoffes. 

_____   (Fortsetzung  folgt.) 

Ueber  die  Herstellung  von  optischem  Glas. 

(Fortsetzung.) 

B)  Beziehung  zwischen  Zusammensetzung  und  Brechurigs  index 
Einfluß  des  molekularen  Zusatzes. 
Aus  jeder  Schmelze  wurden  nach  dem  Kühlen  kleine 
Würfel  geschnitten,  diese  an  zwei  aneinanderstoßenden  Flächen 
poliert  und  die  Brechungsindizes  für  die  C-,  B-  und  F -Linie  des 
Spektrums  in  einem  Pulfrich  sehen  Refraktometer  bestimmt. 
Es  werden  hier  nur  die  im  vorhergehenden  Abschnitt  A)  schon 
besprochenen  Gläser  behandelt,  sodaß  die  Beziehungen  zwischen 
Bichte  und  Brechungsindex  ersichtlich  sind: 


Fig.  3  Bigi;  4  Mg.  5 

b'ig-.  3.    Beziehung'  zwischen  molekularer  Zusammensetzung-  und  Brecliungsindex 

(H-b)  iu  der  Reilie  20  Mol.  i\a2U  .  x  Mol.  HO  .  100  Mol.  Si02.- 
Fig.  4-   Beziehung-  zwischen  molekularer  Zusammensetzung-  und  totaler  Dispersion 

in  der  Iteihe  '20  Mul.  Na,<)  .  x  Mol.  HO  .  100  Mol.  Si02. 
Fig.  5.    Beziehung-  zwischen  molekularer  Zusammensetzung-  und  y-Wi'tt  in  der 
Iteihe  20  Mul.  Ka,0  .  x  Mul.  J«>  .  KIO  Mul.  Sil),. 

Fig.  3  zeigt  den  Einfluß  auf  den  Brechungsindex  bei  Zu- 
satz von  wachsenden  Molekularbeträgen  an  RO  zu  dem  Glas- 
kern 100  SiOs .  20  Na20.    Babei  ist  folgendes  zu  beachten : 

1.  Molekulare  Zusätze  irgend  eines  Oxydes  vom  RÖ-Typus 
zu  dem  Glase  100  Si02 . 20  Na20  bewirken  eine  Zunahme  von 
ij.d,  wobei  letzteres  um  so  größer  ist,  je  größer  der  Zusatz  an 
RO  ist.    ([J,D-Brechungs-Index  für  die  B-Linie). 

2.  In  den  Gläsern  vom  Typus  100  Si02  .  20  Na20  .  RO  ist  — 
abgesehen  von  Zinkoxyd  —  der  ,Wert  für  [J  D  um  so  größer, 


222  —  Nr,  19 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1922.  (65. 


je  höher  das  Molekulargewicht  des  Oxydes  vom  RO-Typus  ist. 
Dagegen  ergibt  Zinkoxyd,  obgleich  sein  Molekulargewicht  (82) 
zwischen  denen  des  Strontiumoxyds  (104)  und  Calciumoxyds  (56) 
liegt,  niedrigere  Werte  für  [*D  als  die  entsprechenden  Calcium» 
exydgläser. 

Fig.  4  zeigt  die  totale  Dispersion  (t*.  F — H-c )  derselben 
(Bläser,  die  in  Fig.  3  veranschaulicht  sind.  Molekulare  Zusätze 
eines  der  Oxyde  vom  RO-Typus  verursachen,  wie  man  sieht, 
•ine  Zunahme  der  totalen  Dispersion.  Besonders  treffend 
bringt  das  Diagramm  die  große  Wirkung  des  Bleioxyds  zum 
Aasdruck  im  Vergleiche  zu  dem  der  anderen  RO-Oxyde.  Die 
Werte  für  Zinkoxyd  fallen  praktisch  mit  denen  für  Strontium- 
•xyd  zusammen,  die  nur  wenig  höher  sind,  obwohl  das  Mole- 
kulargewicht des  Zinkoxyds  niedriger  als  das  des  Strontium- 
•xyds  ist. 

Fig.  5  zeigt  die  v.  Werte  der  Gläser,  deren  [tD-Werte  in 
Fig.  8  angegeben  sind.  Außer  bei  Bleioxyd  liegen  die  v-Werte 
bei  allen  Oxyden  nahe  aneinander  und  sind  viel  höher  als  bei 
llalexyd. 

Einfluß  des  prozentualen  Zusatzes. 

Fig.  6  veranschaulicht  die  Wirkung  des  Ersatzes  von  NajO 
durch  Oxyde  vom  RO  Typus  bei  gleichbleibendem  Gehalte  des 
•lases  an  Si02  (=  70°/0). 


Fig.  6- 


Fig.  8. 


Eig  H.  Beziehung  zwischen  prozentualer  Zusammensetzung  und  Brechungsindex 

fSiO,  gleichbleibend  =  70 »/,). 
Hg  7.  Beziehung  zwischen  prozentualer  Znsammensetzung  und  totaler  Dispernon 

(SiO,  gMchbleib' nd  =  70  •/,).  _    .  ,„.„ 

Kg.  8.  Beziehung  zwischen  prozentualer  Zusammensetzung  und  V-Wert  (oiua 

gleichbleibend  =.-  70»/.). 

Hierbei  ergibt  sich  folgendes: 

1.  Die  Werte  für  ^  steigen  in  dem  Maße,  wie  Na20  durch 
RO  ersetzt  wird.  So  beeinflußt  1  e/e  jedes  beliebigen  RO- 
Oxydes  den  Brechungsindex  stärker  als  1  %  Na20,  au  dessen 
Stelle  es  tritt. 

2.  In  den  entsprechenden  Gläsern  (d.  h.  Gläsern  mit  gleichen 
Gewichtsprozenten  Si04,  NaaO  und  RO)  richtet  sich  die  Größe 
des  Brechungsindex  nicht  nach  dem  Molekulargewicht,  wie  dies 
bei  der  Dichte  der  Fall  ist.  Das  ist  ein  sehr  auffälliges  und 
«»erwartetes  Ergebnis.  Weil  die  für  optische  Zwecke  benutzten 
Flintgläser  viel  höhere  Brechungsindizes  aufweisen  als  Kron- 
gläser, sieht  man  gewöhnlich  Bleioxyd  als  dasjenige  Oxyd  an, 
das  dem  Glas  einen  hohen  Brechungsindex  verleiht,  besonders 
im  Vergleiche  zu  anderen  Oxyden,  etwa  Calciumoxyd.  Fig.  6 
zeigt  an,  daß  sowohl  Calcium-  als  auch  Strontinmoxyd  größeren 
Einfloß  auf  den  Brechungsexponenten  ausüben  als  Bleioxyd, 
wenn  sie  als  Ersatz  für  Natriumoxyd  in  ein  Glas  eingeführt 
werden.  Oft  wird  beim  Vergleiche  der  Brechungsexponenten 
ron  Flint-  und  Krongläsern  die  Tatsache  übersehen,  daß  Flint- 
glas 40°/e  PbO  oder  mehr  enthalten  kann,  während  Kronglas 
selten  mehr  als  15°/0  CaO  enthält.  So  kommt  ein  falscher 
Vergleich  zu  stände.  Sind  die  Prozentgehalte  an  CaO  und  PbO 
in  einem  Glase  gleich,  so  wird  das  Kalkglas  einen  höheren 
Breehungsindex  haben  als  das  Bleiglas.  So  besitzt  z.  B.  das 
Glas  70°/e  SiO„  15°/ö  Na20,  16°/0  CaO  einen  p^-Wert  =  1,5320, 
während  bei  dem  entsprechenden  Glase  70°/0  Si02,  15°/0Na2O, 
15  •/,  PbO  itr,  =  1,6204  beträgt. 

3.  Da  die  Dichte  der  Bleioxydglaser  vom  geschilderten  Typus 
gröler  ist  als  die  der  entsprechenden  Calciumoxydgläser,  so 
felgt  hieraus,  daß  eine  Zunahme  der  Dichte  von  einer  Abnahme 
des  Wertes  für  [j.,,  begleitet  ist.  Eine  ähnliche  Erscheinung 
ist  bei  einer  Vergleichung  der  Magnesiumoxydgläser  unter- 
einander zn  beobachten.  Wird  in  einem  Glase  mit  konstantem 
Kieselsäuregehalt  Na./)  durch  MgO  ersetzt,  so  nimmt  die  Dichte 
■tändig  ab,  bis  das  ülas  10°/0  MgO  enthält,  aber  der  Wert  für 

nimmt  ständig  zu. 

4.  Die  [*o -Werte  für  die  Oxyde  des  Calciums,  Strontiums 
und  Bariums  zeigen  die  umgekehrte  Reihenfolge  wie  ihre 
Molekulargewichte. 

Fig.  7  gibt  Aufschluß  über  die  totale  Dispersion  der  Gläser 
mit  eins*  konstanten  Kieselsäuregehalt,  nämlich  70°/,  SiCy 


Wiederum  entspricht  die  Reihenfolge  der  Werte  für  die  totale 
Dispersion  nicht  der  der  Molekulargewichte  der  RO-Oxyde, 
obgleich  Bleioxyd  mit  dem  höchsten  Molekulargewicht  auch  die 
größte  totale  Dispersion  und  Magnesiumoxyd  mit  dem  niedrigsten 
Molekulargewicht  die  geringste  totale  Dispersion  besitzt.  Dagegen 
ergeben  wiederum  die  Oxyde  des  Calciums,  Strontiums  und 
Bariums  anormale  Zahlen,  und  zwar  ist  die  Reihenfolge  der 
totalen  Dispersionen  bei  ihnen  die  umgekehrte  wie  die  der 
Molekulargewichte. 

Vielleicht  das  auffälligste  an  diesen  Ergebnissen  der  totalen 
Dispersion  ist  die  Tatsache,  daß  bei  SrO,  BaO  und  MgO  der 
Wert  der  tot.  Disp.  mit  steigendem  RO  abnimmt.  Die  Wirkung 
hiervon  geht  aus  Fig.  8  hervor,  in  der  der  v-Wert  dargestellt 
ist.  In  allen  Fällen,  wo  Na20  durch  RO  ersetzt  wird,  außer 
bei  PbO,  steigt  bei  gleichbleibendem  Kieselsäureghalt  mit  dem 
Werte  für  f*D  weh  der  für  v,  wobei  die  Wirkung  besonders 
deutlich  bei  MgO,  BaO  und  SrO  ist. 

Die  obigen,  für  Gläser  mit  konstantem  Gehalt  an  SiOa 
(=  70  °/0)  ausgearbeiteten  Regeln  gelten  auch  für  Gläser  mit 
konstantem  Gehalt  von  65  bezw.  60°/0  Si02.  Fig.  9  zeigt  den 
Einfluß  auf  den  Brechungsindex,  wenn  Na20  konstant  20°/0 
bleibt  und  Si08  durch  RO  ersetzt  wird.  Wiederum  sieht  man, 
daß  der  Brechungsindex  in  jedem  Falle  größer  wird,  wobei  die 
Zunahme  rascher  vor  sich  geht,  als  wenn  Na20  durch  RO 
ersetzt  wird  (Fig.  6).  Auch  die  Einführung  von  CaO  hat  größere 
Wirkung  als  die  von  Blei,  während  die  Wirkungen  von  CaO, 
SrO  und  BaO  in  umgekehrter  Reihenfolge  ihrer  Molekular- 
gewichte stehen. 

Fig.  10  veranschaulicht  die  totale  Dispersion  dieser  Gläser. 
In  jedem  Falle  nimmt  die  totale  Dispersion  zu,  so  daß  der 
v-Wert  (Fig.  11)  in  diesen  Gläsern  mit  zunehmendem  [*J(  ab- 
nimmt. 


f     Fig.  9  Kg.  10  Fig.'Jl 

Fig.  9.  Prozentuale  Zusammensetzung  und  Brechungsindex  (Na^O  gleichbleibend  ; 
.  =20»/,). 

Fig.  10.  Prozentuale  Zusammensetzung  und  totale  Bispersion  (Na^O  gleichbleibend , 
^=20«/,). 

Fig.  11.  Prozentuale  Zusammensetzung  und  V-Wert  (Na^O  gleichbleibend  -  20 

Ein  Vergleich  der  Fig.  6 — 11  lehrt  also,  daß  in  einem  i 
Glase  von  der  allgemeinen  Zusammensetzung  a  SiOs .  b  Na,0 . 
cRO  bei    Ersatz  von    Si02   durch   RO    der   v-Wert   mit  Ii 
steigendem  [xD  fällt,  während,  wenn  RO  das  Na20  ersetzt,  den 
v-Wert  steigt  und  [*D  kleiner  wird,  ausgenommen  bei  Bleioxyd. 

Die  oben  von  Natriumoxydgläsern  abgeleiteten  Gesetze 
sind  in  gleicher  Weise  auf  Gläser  anwendbar,  die  Kaliumoxyd 
enthalten.  Ersetzt  man  in  einem  Glase  Natriumoxyd  durch 
Kaliumoxyd,  so  bewirkt  dies  eine  Verkleinerung  des  Brechungs- 
index und  der  totalen  Dispersion. 

Nachdem  die  notwendigen  Werte  für  Gläser  vom  Typus 
Kieselsäure-Alkali-RO  ermittelt  worden  sind,  blieb  noch  übrig,' 
die  etwas  komplizierter  zusammengesetzten  Gläser  zu  be- 
handeln. Sehr  wichtig  war  die  Erforschung  des  Einflusses  den 
Borsäure  in  verschiedenen  Gläsern.  Dann  wurde  geprüft,  welche 
Rolle  die  Oxyde  vom  R208-Typus,  wie  A1203.  Sb208  und  As208,  im 
Glas  spielen.  Später,  bei  Bearbeitung  der  Bariumflintgläser,  wurde 
die  Wirkung  des  einen  Oxydes  vom  RO-Typus  in  Gegenwart  | 
eines  anderen  RO-Oxydes  untersucht.  Mangel  an  Raum  ver- 
bietet, die  hierbei  erhaltenen  Ergebnisse  zu  erörtern;  es  wurden 
aber  hinsichtlich  der  Brechungsindizes  genügend  verwertbare 
Daten  gefunden,  sodaß  für  eine  große  Zahl  von  Gläsern  die 
Zusammensetzung  festgestellt  werden  konnte.  In  der  Regel 
konnten  beim  Suchen  nach  einem  bestimmten  Glase  mit  spezi- 
fischem Brechungsexponenten  mehrere  Vorschriften  ausge- 
arbeitet werden,  und  es  lag  dann  vor  allem  die  Aufgabe  vor,' 
die  am  besten  brauchbare  Zusammensetzung  auszuwählen. 

Hat  man  die  Frage  der  Brechungsindizes  entschieden,  soi 
kommen  für  die  Auswahl  der  Glaszusammensetzung  haupt- 
sächlich weitere  drei  Gesichtspunkte  in  Frage:  1.  Verhalten 
beim  Schmelzen,  2.  Dauerhaftigkeit,  3.  Neigung  zur  Entglasung, 
Im  allgemeinen  ließen  sich  für  das  Verhalten  beim  Schmelzen! 
aus  den  Schmelzversuchen  im  kleinen  gute  Aufklärungen  ent- 
nehmen, aber  betreffs  der  Dauerhaftigkeit  und  Entglasung  war 
noch  weitere  Forschung  nötig.  (Schluß  folgt.) 


1922.  (56.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


Nr.  19  —  223  J 


Vorläufiger  Händelsvertrag*  zwischen  dem 
deutschen  Reiche  und  Jugoslawien. 

(Kachdruck  verboten.) 

Um  die  wirtschaftlichen  Beziehungen  zwischen  Deutschland 
und  Jugoslawien  zu  fördern  und  zu  beleben  und  ihnen  eine 
feste  Grundlage  zu  geben,  ist  zwischen  beiden  Staaten  ein 
vorläufiger  Handelsvertrag  abgeschlossen  worden,  der  nach 
Genehmigung  durch  den  Reichsrat  dem  Reichstag  vor- 
gelegt worden  ht.  Das  Abkommen  stellt  das  Ergebnis  der 
Verhandlungen  dar,  die  in  Belgrad  vom  Dezember  1920  bis 
Februar  1921  geführt  worden  sind.  Bei  den  Verhandlungen 
war  es  unseren  Vertretern  daran  gelegen,  den  Wirtschaftsver- 
kehr mit  Jugoslawien  möglichst  auf  den  Grundsätzen  aufzu- 
bauen und  zu  regeln,  die  bereits  in  den  Verträgen  mit 
Oesterreich,  der  Tschechoslowakei  und  Ungarn  festgelegt 
worden  sind.  Diese  Bestrebungen  sind  von  Erfolg  begleitet 
gewesen.  Die  mit  Jugoslawien  getroffenen  Abmachungen  ent- 
sprechen ihrem  Aufbau  und  ihrem  wesentlichen  Inhalt  nach  tat- 
sächlich den  mit  jenen  Staaten  geschlossenen  Verträgen.  Die 
Unterzeichnung  des  fertiggestellten  und  von  dem  deutschen 
Bevollmächtigten  am  5.  2.  21  unterschriebenen  Abkommens 
begegnete  jedoch  auf  jugoslawischer  Seite  in  letzter  Stunde 
Schwierigkeiten,  die  damals  nicht  behoben  werden  konnten. 
Erst  gegen  Ende  des  vergangenen  Jahres  hat  die  jugoslawische 
Regierung  vorgeschlagen,  das  Abkommen  ihrerseits  nachträg- 
lich zu  unterzeichnen.  Es  erschien  angezeigt,  diesen  Vorschlag 
zuzustimmen,  da  bei  der  Aufnahme  neuer  Verhandlungen  mit 
dem  Auftreten  neuer,  vielleicht  wieder  nicht  zu  beseitigender 
Schwierigkeiten  gerechnet  werden  mußte.  Nach  erfolgter 
deutscher  Zustimmung  ist  daher  das  Abkommen,  das  lediglich 
als  vorläufige  Grundlage  für  die  Wiederaufnahme  eines  ge- 
regelten Handelsverkehrs  gedacht  ist,  von  jugoslawischer  Seite 
am  ö.  12.  21  gezeichnet  worden.  Der  Vertrag  tritt  mit  dem 
Tage  der  Ratifikation  in  Kraft  und  soll  bis  zum  1.7.  22  und 
nach  diesem  Zeitpunkt  so  lange  gelten,  als  er  nicht  von  einem 
der  beiden  Teile  mit  dreimonatiger  Frist  gekündigt  wird. 

Auch  der  vorliegende  Vertrag  enthält  keinerlei  Ab- 
reden über  den  Zolltarif  und  die  für  einzelne  Waren- 
klassen zu  zahlenden  Zollbeträge.  Es  zeigte  sich  schon  bei 
Beginn  der  Verhandlungen,  daß  die  jugoslawische  Regierung 
aus  den  gleichen  Gründen  wie  wir  (Umgestaltung  aller  Wirt- 
schaftsverhältnisse durch  den  Krieg,  völlige  Unsicherheit  über 
deren  künftige  Entwickelung,  Verschiebung  der  Rohstoff-, 
Arbeiter-  und  Geldverhältnisse,  Unübersehbarkeit  der  Trag- 
weite etwaiger  Tarifkonzessionen)  durchaus  abgeneigt  war,  eine 
Bindung  in  dieser  Richtung  einzugehen  oder  auch  nur  irgend 
eine  Zusage  zu  machen. 

Deutschen  Erzeugnissen  ist  aber  die  Meistbegünstigung 
und  die  freie  Durchfuhr  zugesichert  worden,  Rechte,  die  den 
Jugoslawen  bereits  auf  Grund  des  Friedensvertrages  in  Deutsch- 
land zustehen.  Bei  der  Zulassung  zum  Betriebe  von  Handel 
und  Gewerbe  war  das  Recht  auf  die  Meistbegünstigung  nicht 
zu  erreichen.  Ausdrücklich  ausgenommen  von  der  Meistbe- 
günstigung sind  die  Begünstigungen  im  kleinen  Grenzverkehr 
und  solche,  die  sich  aus  einer  etwa  abzuschließenden  Zoll- 
union mit  dritten  Staaten  ergeben,  ferner  mit  Rücksicht  auf 
neuerdings  praktisch  gewordene  Fälle  die  Bewilligung  von 
Einzelausnahmen  von  allgemeinen  Ein-  und  Ausfuhrverboten 
sowie  Zugeständnisse  im  Falle  von  besonderen  Kontingents- 
und Kompensationsverträgen. 

Im  übrigen  ist  bezüglich  des  Inhalts  des  Vertrags  folgendes 
zu  bemerken. 

Es  sollen  keine  Ausfuhr-  und  Einfuhrverbote  und  -be- 
schränkungen  erlassen  werden  und  keine  Eingangs-  und  Aus- 
gangsabgaben erhoben  werden: 

a)  Für  Gegenstände,  die  in  das  Gebiet  des  einen  der  ver- 
tragschließenden Teile  eingeführt  werden,  zum  Zwecke,  da- 
selbst repariert  und  nach  der  beendigten  Reparatur  wieder  aus- 
geführt zu  werden: 

b)  für  Muster,  welche  als  solche  von  Kaufleuten,  Fabri- 
kanten oder  anderen  Gewerbetreibenden  oder  ihren  Reisenden 
oder  Agenten  eingeführt  werden,  sofern  genügende  Sicherheit 
dafür  geleistet  wird,  daß  die  Muster  nicht  im  Lande  verbleiben, 
■  sondern  binnen  bestimmter  Frist  wieder  ausgeführt  werden. 

Die  beiden  vertragschließenden  Teile  werden  in  ihren 
wechselseitigen  Handelsbeziehungen  den  Grundsatz  der  Meist- 
begünstigung in  folgenden  Fällen  anwenden: 

1.  Für  die  Einfuhr-,  Ausfuhr-  und  Durchfuhrverbote,  die 
Einfuhr-,  Ausfuhr-  und  Durchfuhrbestimmungen  und  -be- 
schränkungen  sowie  für  die  Anwendung  derselben. 

2.  Für  die  Eingangs-  und  Ausgangszölle  sowie  für  alle 
Zollförmlichkeiten,  die  inneren  Verbrauchsabgaben  und  ähn- 
liche Steuern. 

3.  Für  die  Behandlung  von  Geschäftsleuten  (Fabrikanten, 
Kaufleuten  und  anderen  Gewerbetreibenden),  einschließlich  der 


Handels-,  Erwerbs-  und  Finanzgesellschaften,  wenn  sie  persön- 
lich die  Reise  zu  kaufmännischen  Zwecken  in  das  Gebiet  eines 
der  vertragschließenden  Teile  unternehmen,  oder  wenn  sie  solche 
Reisen  durch  ihre  Kommis,  Agenten,  Reisenden  oder  sonstigen 
Vertreter  unternehmen  lassen. 

Als  Gewerbserzeugnisse  aus  dem  Gebiet  eines  der  ver- 
tragschließenden Teile  werden  auch  die  dort  durch  Bearbeitung 
ausländischer  Stoffe  im  Veredelungsverkehr  erzeugten  Gegen- 
stände angesehen. 

Unter  dem  beiderseitigen  Vorbehalt  der  vollen  Freiheit  in 
der  Gestaltung  ihres  Zolltarifes  wahren  sich  die  vertrag- 
schließenden Teile,  solange  die  durch  die  wirtschaftlichen  Folgen 
des  Krieges  veranlagten  außerordentlichen  Verhältnisse  be- 
stehen, das  Recht,  die  Ein-  und  Ausfuhr  von  Waren  auch  in 
ihrem  gegenseitigen  Verkehr  Verboten  und  Beschränkungen 
zu  unterwerfen,  doch  werden  die  vertragschließenden  Teile 
grundsätzlich  bestrebt  sein,  entsprechend  der  wirtschaftlichen 
Lage  auf  den  Abbau  derartiger  Beschränkungen  hinzuwirken. 

Neue  Ausfuhr-  oder  Einfuhrverbote,  das  heißt  Ausfuhr« 
oder  Einfuhrverbote  für  Waren,  die  bisher7  frei  zur  Ausfuhr 
oder  Einfuhr  zugelassen  wurden,  sollen  keine  Anwendung  finden 
auf  Waren,  die  am  Tage  der  Bekanntmachung  des  Verbots 
bereits  nachweislich  zur  Beförderung  auf  der  Bahn,  auf  dem 
Schiffe  oder  auf  anderen  Wegen  aufgegeben  waren.  Diese 
Waren  müssen  aber  im  Laufe  von  sechs  Wochen,  von  der  Be- 
kanntmachung des  Ein-  nnd  Ausfuhrverbotes  an  gerechnet,  ein- 
■  oder  ausgeführt  werden. 

Sofern  die  allgemeine  Erteilung  von  Einfuhr-  und  Ausfuhr- 
bewilligungen notwendig  sein  sollte,  sollen  neue  Ein-  und  Aus» 
fuhrverbote  keine  Anwendung  finden  auf  Waren,  für  die  eine 
Ein-  und  Ausfuhrbewilligung  bereits  erteilt  ist,  während  des 
Laufes  der  Gültigkeit  der  dafür  ausgestellten  Bewilligung. 

Die  Einführung  von  Ausfuhr  abgaben  oder  die  Erhöhung 
bestehender  Ausfuhr  abgaben  bleibt  während  eines  Zeitraumes 
von  sechs  Wochen  nach  ihrem  Inkrafttreten  ohne  Einfluß  auf 
vorher  erteilte  und  noch  gültige  Ausfuhrbewilligungen.  Das 
gleiche  gilt  für  die  bisher  frei  zur  Ausfuhr  zugelassenen  Waren, 
falls  sie  bei  Einführung  der  Ausfuhrabgaben  bezw.  ihrer  Er- 
höhung sich  bereits  unterwegs  befinden. 

Soweit  für  die  Frage  der  Erteilung  von  Ausfuhrbewilli- 
gungen die  Preishöhe  der  Ausfuhrware  entscheidend  ist,  werden 
die  vor  der  Aufstellung  von  Preisbestimmungen  oder  von  neuen 
Preisbestimmungen  abgeschlossenen  Verträge  hiervon  in  der 
Regel  nicht  berührt,  wenn  beim  Abschluß  der  Verträge ,  den 
damals  geltenden  Preisbestimmungen  Rechnung  getragen  worden 
ist  und  entweder 

a)  der  Käufer  bereits  Anzahlungen  geleistet  oder 

b)  der  Lieferer  bereits  Leistungen  aus  dem  Vertrage  be- 
wirkt oder 

c)  der  Käufer  bereits  entsprechende  Preiserhöhungen  be- 
willigt hat. 

Diese  grundsätzlichen  Bestimmungen  finden  jedoch  auf 
Verträge,  die  bis  zum  16.  Juli  1919  abgeschlossen  worden  sind, 
keine  Anwendung. 

Kaufleute,  Fabrikanten  und  andere  Gewerbetreibende,  die 
sich  durch  den  Besitz  einer  von  den  zuständigen  Behörden  des 
Heimatlandes  ausgefertigten  Gewerbelegitimationskarte  darüber 
ausweisen,  daß  sie  in  dem  Staate,  wo  sie  ihren  Wohnsitz  haben, 
die  gesetzlichen  Steuern  und  Abgaben  entrichten,  sollen  befugt 
sein,  persönlich  oder  durch  in  ihren  Diensten  stehende  Reisende 
in  den  Gebieten  des  anderen  vertragschließenden  Teiles  bei 
Kaufleuten  oder  in  offenen  Verkaufsstellen  oder  bei  solchen 
Personen,  die  die  Waren  erzeugen,  Warenankäufe  zu  machen, 
oder  bei  Kaufleuten  in  deren  Geschäftsräumen  oder  bei  solchen 
Personen,  in  deren  Gewerbebetriebe  Waren  der  angebotenen 
Art  Verwendung  finden,  Bestellungen  zu  suchen,  ohne  aus  diesem 
Anlaß  einer  weiteren  Steuer  oder  Abgabe  unterworfen  zu  sein. 
Die  Inhaber  der  Gewerbelegitimationskarten  dürfen  nur  Waren- 
muster, aber  keine  Waren  mit  sich  führen.  Die  mit  einer  Ge- 
werbelegitimationskarte  versehenen  Gewerbetreibenden  (Handels- 
reisenden) dürfen  für  andere  als  die  in  der  Karte  genannten 
Gewerbetreibenden  Geschäfte  weder  abschließen  noch  vermitteln. 
Sie  dürfen  ausschließlich  im  Umherreisen  Bestellungen  suchen 
und  Ankäufe  machen. 

Die  Frage  des  Urheberrechtes  sowie  des  gewerblichen 
Rechtsschutzes  (Patent-,  Marken-,  Musterschutz  usw.)  soll  durch 
ein  besonderes  Abkommen  geregelt  werden. 

Wenn  zwischen  den  beiden  vertragschließenden  Teilen 
Meinungsverschiedenheiten  über  die  Auslegung  oder  Anwendung 
des  Vertrages  entstehen,  so  können  dieselben  auf  Verlangen 
des  einen  oder  des  anderen  Teiles  durch  Schiedsspruch  erledigt 
werden. 

Für  den  Fall,  daß  in  Jugoslawien  die  bisherige  Freiheit  der 
Einfuhr  Verboten  oder  Beschränkungen  unterliegen  wird,  sollen 
für  die  in  einer  Liste  D  genannten  Waren  Einfuhrverbote  oder 
-beschränkungen  erst  drei  Monate  nach  ihrem  Erlasse  Geltung 


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SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


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haben  and  diejenigen  Lieferangen  nicht  betreffen,  die  nach- 
weisbar vor  ihrem  Erlaß  abgeschlossen  worden  sind. 

Für  uns  kommen  in  dieser  Liste  D  die  nachstehenden  Er- 
zeugnisse in  Frage: 

1.  Technische  Erzeugnisse'der  Glas-  and  Porzellanindustrie. 

2.  Bauglas  (Tafel-  und  Fensterglas),  Spiegelglas,  einfache 
Glas-  und  Tonwaren,  einfaches  Gebrauchsporzellan. 

3.  Medizinische  Apparate  und  Geräte,  optische  Feinmechanik, 
photographische  Artikel. 

4.  Emailwaren,  einschließlich  ider  iOefen,  Kachelöfen  und 
Herde. 

Hierzu  muß  bemerkt  werden,  daß  der  Handelsvertrag  von 
der  Skupschtina  in  Belgrad  bereits  angenommen  worden  ist, 
und  daß  die  jugoslawische  Regierung  nachträglich  beschlossen 
hat,  auf  die  Anwendung  des  §  18  der  Anlage  2  zu  Teil  VIII 
des  Vertrages  von  Versailles  zu  verzichten,  und  zwar  in  dem 


gleichen  Umfange  wie  Belgien.  Damit  ist  ein  großes  Hindernis 
für  die  freie  Entwickelang  der  Handelsbeziehungen  zwischen 
Deutschland  und  Jugoslawien  beseitigt. 

Die  in  Rede  stehende  Bestimmung  verleiht  Jugoslawien 
unter  bestimmten  Voraussetzungen  z.  B.  das  Recht,  heute  nach 
dort  gelangende  deutsche  Exportgüter  oder  heute  dort  ent- 
stehende private  deutsche  Guthaben  zu  beschlagnahmen. 

Die  Deutschland  auf  Grund  des  neuen  Handelsvertrages 
gewährte  Meistbegünstigung  erfordert  die  Vorlegung  von  Ur- 
sprungszeugnissen, die  von  den  zuständigen  Handelskammern 
der  Versender  auszustellen  sind.  Der  Ursprung  kann  auch  auf 
den  Originalrechnungen  bescheinigt  werden.  Auch  direkte 
Frachtbriefe  für  Eisenbahnen  oder  Schiffe  sind  als  Ursprungs- 
beweis zugelassen,  ebenso  Bescheinigungen  des  Ausfuhrzoll- 
Samtes  auf  den  Rechnungen  oder  Ausfuhrerklärungen.  Die 
Visierung  durch  einen  serbischen  Konsul  ist  nicht  erforderlich. 


Wirtschaftlich-gewerblicher  Teil. 


Korrespondenzen. 

Personalien.  Mit  dem  1.  5.  22~  hat  der  Geheime  Regierungsrat 
und  Ministerialrat  Nehring  an  Stelle  des  Herrn  Dr.  Vogel  die  Leitung 
der  A.  H.  N.  Feinkeramik  übernommen,  nachdem  er  durch  den  Reichs- 
kommissar  für  Aus-  und  Einfuhrbewilligung  zum  stellvertretenden  Reichs- 
bevollmfichtigen  ernannt  worden  ist.  Als  sein  Stellvertreter  ist  Herr 
Dr.  Schermann  bestellt  worden,  der  aus  seiner  Tätigkeit  als  Syndikus  des 
Verbandes  Keramischer  Gewerke  in  Deutschland  ausgeschieden  ist.  Ge- 
heimer Regierungsrat  Nehring  ist  gleichzeitig  an  Stelle  des  Herrn 
Dr.  Vogel  als  geschäftsführendes  Mitglied  in  das  Direktorium  des  vor- 
genannten Verbandes  eingetreten.  j 

Am  8.  5.  22  konnte  der  in  der  Porzellanbranche  s.  Zt.  bestens  be- 
kannte, gegenwärtig  in  Fechenheim  a.  M.  wohnende  Herr  Ouwens  mit 
seiner  Gemahlin  das  Fest  der  Goldenen  Hochzeit  begehen. 


Fachschulen,  Unterricht,,  Forschung. 

Die  keramische  Fachschule  in  Znaim  dürfte  bei  Beginn  des 
nächsten  Schuljahrs  nach  Karlsbad  verlegt  werden,  Ueber  den  Modus 
der  Umgestaltung  der  Schule  in  eine  spezielle  Fachschule  der  Porzellan- 
indastrie sind  die  kompetenten  Faktoren  einig. 

Gesetzgebung,  Steuern. 

Beschäftigung  von  Arbeiterinnen  und  jagendlichen  Arbeitern 
in  Glashütten,  Glasschleifereien  und  Glasbeizereien  sowie  Sand- 
bläsereien.  Nach  *iner  Verordnung  des  Reichsarbeitsministers  vom  20.  4. 
wird  in  Abänderung  der  Bekanntmachungen  und  Verordnungen  vom 
,9.  3.  13,  22.  8.  17,  5.  11.  ,18,  23.  1.  20  und  28.  1.  21  die  Gültigkeitsdauer 
der  Bestimmungen  bis  zum  1.  4.  23  verlängert. 

Zur  Umsatzsteuernovelle.  Im  Anschluß  an  die  Veröffentlichung 
in  Nr.  15,  S  173/174,  wird  darauf  hingewiesen,  daß  die  Novelle  das 
System  der  vierteijährlichen  Vorauszahlungen  eingeführt  hat.  Für  die 
Uebergangszeit  iBt  von  Bedeutung:  Wenn  für  Lieferungen  aus  Verträgen, 
die  vor  dem  Tage  der  Verkttndnng  des  Gesetzes,  d.  h.  vor  dem  20.  .4.  22 
mit  festen  Preisen  abgeschlossen  worden  sind,  Entgelte  nach  diesem  Zeit- 
punkt zu  entrichten  sind,  so  ist  der  Abnehmer  mangels  abweichender  Ver- 
einbarung verpflichtet,  dem  Lieferer  einen  Zuschlag  zum  Entgelte  in 
Höhe  von  0,5°/0  des  Kaufpreises  zu  leisten.  Der  Preiszuschlag  gibt  keinen 
'Grund  zur  Vertragsaufhebung. 

Uebergangsvorschriften.  Nach  Art.  4  der  Novelle  kommt 
st  eis  der  neue  erhöhte  Satz  in  Anwendung,  wenn  „sowohl  Verein- 
nahmung als  auch  Lieferung  oder  sonstige  Laistnng"  nach  dem  31.  12.  2L 
liegen.  Diese  Vorschrift  ist  für  die  Praxis  von  großer  Bedeutung.  An 
Steuerarten,  d.  h.  je  nachdem,  ob  nach  den  Zahlungen  (Istbeträge) 
oder  nach  den  Lieferungen  (Sollbeträge)  die  Steuer  entrichtet  wird, 
sind,  wie  Rechtsanwalt  Dr.  Koppe  in  der  „I.-  und.  H.-  Ztg.*  des  näheren 
ausführt,  die  folgenden  zu  unterscheiden: 

1,  Die  Versteuerung  erfolgt  nach  den  Zahlungen:  a)  Die 
Zahlnrg  iBt  noch  im  Jahre  1921  erfolgt,  dann  kommt  ohne  weiteres  der 
alte  niedrige  8atz  zur  Anwendung,  weil  nach  den  Zahlungen  versteuert 
wird  und  unter  den  Zahlungen  des  Jahres  1921  auch  die  hier  in  Frage 
kommende  Zahlung  unterschiedslos  mitaufznführen  ist.  Der  Zeitpunkt  der 
Lieferung  ist  belanglos.  Nur  in  den  Grenzfällen,  wo  die  Einzahlung 
noch  im  Jahre  1921,  die  „Vereinnahmung",  von  der  das  Gesetz  spricht, 
erst  im  Jahre  1922  erfolgt  ist,  gilt  b).  b)  Die  Zahlung  (Vereinnahmung) 
ist  im  Jahre  1922  erfolgt,  Hnd  zwar  vor  dem  1.  12.  22,  dann  kommt  der 
,alte  Satz  nur  dann  zur  Anwendung,  wenn  die  Lieferung  bereits  im 
vorigen  Jahr  erfolgt  iBt,  denn  sonst  gilt  die  eingangs  genannte  Gesetzes- 
bestimmung, weil  dann  Zahlung  (Vereinnahmung)  und  Leistung  nach  dem 
31.  12.  21  liegen.  Da  für  das  Jahr  1922  an  sich  grundsätzlich  der  höhere 
Satz  gilt,  müssen  in  der  Steuererklärung  für  diesen  Zeitraum  die  be- 
treffenden Umsätze,  für  die  noch  die  alten  Sätze  in  Anspruch  genommen 
werden,  gemäß  §  142  der  Ausf.-BeBt.  getrennt  aufgeführt  werden.  Da 
fortan  bei  der  allgemeinen  Umsatzsteuer  anstelle  der  JahreBdeklaration 
•vierteljährliche  „Voranmeldungen"  treten,  ist  auf  diese  Vorschrift  besonders 
zu  achteD.  c)  Erfolgt  die  Zahlung  (Vereinnahmung)  ab  1.  12.  22,  so 
kwximt  stets  der  neue  Satz  zur  Anwendung,  einerlei  wann  die  Lieferang 
erfolgt  iBt,  denn  Art  4  der  Novelle  bestimmt  im  Abs.  3,  daß  die  Ver- 
günstigung des  Abs.  2  mit  dem  1.  12  22  außer  Kraft  tritt. 

2.  Die  Versteuerung  erfolgt  nach  den  Lieferungen:  a)  Die 
Lieferung  ist  noch  im  Jahre  1921  erfolgt,  dann  kommt  Btets  der  alte 
niedrige  Satz  zur  Anwendung,  weil  nach  den  Lieferungen  versteuert  wird. 
lUsr  Z.itpunkt  der  Zahlung  ist  belanglos,  b)  Die  Lieferung  ist  im  Jahre 
J922,  und  zwar  vor  dem  1.  12.  22  erfolgt,  dann  kommt  der  alte  Satz  nur 


dann  zur  Anwendung,  wenn  die  Zahlung  bereits  im  vorigen  Jahre  er- 
folgt ist,  denn  sonst  gilt  die  eingangs  genannte  Gesetzesbestimmung, 
weil  dann  Zahlung  und  Leistung  nach  dem  31.  12.  21  liegen.  Auch  hier 
ist  die  getrennte  Aufführung  in  der  Steuererklärung  bezw.  Voranmeldung 
gemäß  §  142  der  Ausf.-Best.  zu  beachten,  c)  Sowie  die  Lieferung  ab 
1.  12.  22  erfolgt,  kommt  stets  der  neue  Satz  zur  Anwendung,  einerlei, 
wann  die  Zahlung  erfolgt  ist. 

3.  In  den  vorerwähnten  Fällen  kam  es  auf  den  Zeitpunkt  des  Ver- 
tragsabschlusses nicht  an.  a)  Liegt  der  Vertragsabschluß  vor  dem  1  1.  22 
und  liegen  sowohl  Vereinnahmung  als  auch  Lieferung  nach  diesem 
Zeitpunkt,  so  kommt  an  sich,  wie  eingangs  erwähnt,  stets  der  hohe  Satz 
in  Anwendung ;  der  Laistende  kann  aber  nach  Art.  4  Abs.  5  den  Mehr- 
betrag der  neuen  Steuer,  d.  h.  V»  %.  dem  Käufer  in  Rechnung  stellen, 
b)  Auf  Teilleistungen  finden  die  vorstehenden  Ausführungen  in  der  Weise 
entsprechende  Anwendung,*  daß  die  auf  diese  Teilleistungen  entfallenden 
Teilzahlungen  entsprechend  zerlegt  werden  und  nur  der  entsprechende 
Teil  steuerlich  begünstigt  wird,  auf  den  die  betreffenden  zeitlichen  Vor- 
aussetzungen zutreffen. 

Keine  Ermäßigung  der  Umsatzsteuer  bis  31.  3.  22.  Die  „Barl. 
Pol.  Nachr  "  sind  vom  Reichsfinanzministerium  zu  der  Feststellung  er- 
mächtigt, daß  von  einer  Herabsetzung  der  Umsatzsteuer  auf  ll/«°/o  für  die 
Zeit  vom  1. 1.  bis  31.  3.  22  nicht  die  Rade  sein  kann.  Da  die  Steuer- 
pflichtigen im  Dezember  vorigen  Jahres  darauf  hingewiesen  worden  sind, 
sich  womöglich  auf  3°/0,  den  ursprünglich  vorgesehenen  Satz,  einzurichten, 
kann  nach  Ansicht  des  Reichsfinanzministeriums  in  der  ausnahmslosen 
Erhebung  von  2%  in  keinem  Fall  eine  Härte  erblickt  werden.  Die 
Leistung  der  ersten  Vierteljahrszahlung  bis  30.  4.  kann  nur  dringend  an- 
geraten werden,  weil  bei  Nichteinhaltung  dieses  Termins  der  Steuer- 
pflichtige zur  Zahlung  von  Verzugszinsen  herangezogen  werden  kann. 

Handel  und  Verkehr. 

Deutsch-mexikanischer  Nachrichtendienst.  Die  Initiative  in  der 
deutschen  Auslandspropaganda  in  Mittelamerika  ergriff,  wie  schon  im 
letzten  Kriegsjahre,  der  „Deutsche  Pressedienst  für  Mexiko,  Mittel-  und 
Südamerika",  der  heute  in  ganz  Lateinamerika  unter  der  Bezeichnung 
„Agencia  Duems"  bekannt  iit  und  vermöge  einer  zuverlässigen  Bericht- 
erstattung die  führende  Presse  der  latein-amerikanischen  Länder  zum  ersten 
Mal  wieder  dem  deutschen  Nachrichtendienst  erobert  hat.  Der  „Deutsche 
Pressedienst"  (Zentrale  in  Berlin)  sorgt  durch  ein  weitverzweigtes  Netz 
von  Agenturen  in  Mexiko  und  den  übrigen  lateinamerikanischen  Ländern 
für  die  tägliche  Nachrichtenverbindung  mit  den  einzelnen  Ländern. 
Andererseits  unterhält  die  „Agencia  Dnems"  einen  lateinamerikanischen 
und  im  besonderen  einen  promexikanischen  Aufklärungs-  und  Nachrichten- 
dienst,  dessen  Umschlagstelle  für1  die  mitteleuropäischen  Staaten  gleicher- 
weise die  Berliner  Zentrale  ist.  Ianerhalb  Deutschlands  haben  die 
besonderen  Verhältnisse  deB  Südens  die  Errichtung  einer  Zweigstelle  für 
Bayern  und  das  übrige  Süddeutschland  erforderlich  gemacht.  Dieselbe  ist  , 
der  Geschäftsstelle  der  O/tsgruppe  Nürnberg  der  bekannten  Deutsch- 
mexikanischen Gesellschaft  (Sitz  München)  Nürnberg,  Frommannstraße  19, 
angegliedert.  Ihr  Tätigkeitsgebiet  umfaßt  ganz  Bayern,  einschließlich 
Pfalz,  Baden,  Württemberg,  Thüringen  und  Main-Bezirke,  insbesondere 
Frankfurt.  Interessenten  aus  diesen  Gebieten  können  bei  der  oben  ge- 
nannten Zweigstelle  Näheres  in  Erfahrung  bringen. 

Die  Anbahnung  direkter  Handelsbeziehungen  mit  Indien  be- 
zweckt eine  neuerdings  von  dem  indischen  Nachrichten-Informationsbüro, 
G.  m.  b.  H.,  Berlin  C.  2,  Bureauhaus  der  Börse,  herausgegebene  Handels- 
zeitschrift, die  in  großer  Auflage  allen  •  indischen  Handelshäusern  und 
Körperschaften  zugestellt  wird.  Der  nationalen  Verselbstäudigung  der  1 
indischen  HandelsbeziehungenÄent  ferner  das  von  dem  National-Indischen 
Verlag  in  Bombay  nach  Art  des  Kelleyschen  Jahrbuohes  herauszugebende  r 
Welthandelsadreßbuch.  Die  Generalvertretung  liegt  für  Ddutschlaud, 
Oesterreich,  Schweiz,  Skandinavien  und  den  Osten  ebenfalls  in  den  Händen 
obengenannten  Bureaus,  an  dessen  Handelsabteilung  sämtliche  Aufragen 
zu  richten  sind, 

Rußland.  Eine  neue  Wechselordnung  ist  eingeführt  unM  in  der 
Isweetija"  vom  30  3.  22  veröffentlicht  worden.  Im  Auftrage  des  Wirt- 
.Bchaftsinstituts  für  Rußland  und  die  Randetaaten  (Königeberg  i.  Pr.)  hat 
Prof  Dr  jur.  Litten  die  Wechselordnung  herausgegeben  und  mit  einer 
Einleitung,  sowie  zahlreichen  für  den  Juristen  und  Kaufmann  wertvollen 
Erläuterungen  versehen.  In  ihrer  wirtschaftlichen  und  juristischen  Grund- 
anBehauung  ist  sie  von  der  alten  kaiserlichen  Wechselordnung  von  1912 
und  von  der  geltenden  deutschen  Wechselordnung  nicht  sehr  verschieden. 
Die  Schrift  kann  vom  obengenannten  Wirtaohaftsinstitut  zum  Preise  von 
Jt  10  bezogen  werden. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  19  —  225 


Güterverkehr  zwischen  Deutschland  und  Litauen  durch  "das  ^ 
Kemel  gebiet.  Der  Güterverkehr  mit  Litauen  über  Bajohren  und 
Laugszargen  ist  aufgenommen.  Bis  zur  Einrichtung  eines  direkten  Ver- 
kehrs  sind  die  Sendungen  mit  deutschen  Frachtbriefen  nur  bis  zu  den 
Grenzstationen  Bajohren  und  Lasg:zargen  abzufertigen,  woselbst  Weiter- 
abfertigung (Neueufgabe)  durch  einen  Spediteur  stattfindet.  Die  Pracht- 
briefe haben  nicht  unmittelbar  auf  die  litauische  Bestimmungsstation, 
sondern  an  einen  Gren Spediteur  in  Laugszargen  oder  Bajohren  zu  lauten. 
Für  den  Uebergang  Laugszargen  ist  auch  die  Adressierung  an  einen 
Tilsiter  Grenzspediteur  in  Laugnzargen  zulässig.  Mitzugeben  ist  ein 
deutscher  Frachtbrief,  ein  statistischer  Anmeldeschein,  eine  Ausfuhrerklärung 
und  eine  Ausfuhrbewilligung,  soweit  erforderlich. 

Güterverkehr  tob  Deutschland  and  dem  Saargebiet  nach  und 
ton  Oesterreich.  Am  1.  4.22  iBt  ein  neuer  EiseDbahngÜtertarif  in  Kraft 
getreten,  der  wesentliche  Neuerungen  enthält.  Folgende  Erleichterungen 
Bind  eingetreten:  1.  Aufhebung  des  Fakturazwanges  für  Sendungen  nach 
Oesterreich,  ausgenommen  im  Verkehr  mit  Stationen  der  Südbahn,  der 
Eisenbahn  Wien — Aspang,  der  Aktiengesellschaft  der  Wiener  Lokalbahnen 
und  der  niederösterreicfaiechen  Landesbahnen  mit  Durchgang  durch 
Tschechoslowakieti.  2.  Zulassung  der  Frankiernng  für  die  Gesamtstrecke 
bis  zur  österreichischen  Bestimmungsstation.  3  Aufhebung  des  Nachnahme- 
Verbots,  ausgenommen  im  Verkehr  mit  den  obenerwähnten  Bahnen  im 
Durchgang  durch  Tschechoslowakien. 

Postpaketverkebr  nach  Belgien.   Postpakete  nach  Belgien  müssen 
von  zwei  Zollinhaltserklärungen  begleitet  sein. 

Direkter  Postverkehr  zwischen  Deutschland  und  England.'  Von 
Anfang  Mai  ab  werden  Postpakete  mit  und  ohne  Wertangabe  bis  zu  5  kg 
von  deutschen  Häfen  auch  mit  deutschen  Schiffen  auf  den  Lsitwegea  über 
Hamburg  und  Bremen  nach  London  und  Hull  befördert. 


Ein-  find  Aul,.. 

A.  H.  N.  Grobfceramit.  Die  Ausfuhrmindestpreise  für  Flußspat  nach 
den  Gebieten  der  ehemaligen  österr.-ungar.  Monarchie  mit  Ausnahme 
Tschechoslowakiens,  sowie  den  russischen  Randstsaten  (L'vland  und  Kur- 
land) haben  ab  1.  5.  eine  Aenderung  erfahren,  —  Die  Aasfahrmindestpreise 
für  Walkerde  sind  am  1,5.  geändert  worden. 

A.  Hi  N.  Glas.  Die  Ausland  Mindestpreise  für  Isoli er f laschen 
haben  eine  Aenderung  erfahren.  Interessenten  erhalten  die  Listen  über 
die  Heinerzeit  festgesetzten  Grundpreise  sowie  die  neuen  Beschlüsse  gegen 
Erstattung  des  Selbstkostenpreises  und  Beifügung  des  Eickportos  bei  der 
A.  H.  N.  Glas,  Berlin  W  57,  Göbens'raße  10.  —  Für  Bon  bong  läser  sind 
neue  Ausfuhrmindestpreise  festgesetzt,  die  bei  der  A  H.  N.  Glas  oder  bei 
der  Preisprüf angsstelle  für  Hohlglns,  D.esden  N.  6,  Glacisstraße  12,  er- 
fragt werden  können.  —  An  Stelle  des  auf  seinen  Wunsch  von  seiner 
Tätigkeit  am  1.  5.  zurückgetretenen  Herrn  Dr.  Paul  Jason  ist  der  bis- 
herige Stellvertreter  der  Preisprtifungsstelle  für  B  ihren  und  Hohlglas  für 
wissenschaftliehe  und  technische  Zwecke,  Harr  Abichfc,  mit  dar  Führung 
der  Preieprfifungegescbäfte  beauftragt  worden.  Die  Anschrift  lautet: 
^PreieprüfuDgSBtelle  für  Röhren  und  Hoblgläser  für  wissenschaftliehe  und 
technische  Zwecke,  Jimenan,  Lind?nstraße?.  —  Die  Ausfuhrpreise  für 
G.anzglasspritzen  Bind  im  Auftrage  des  Unterausschusses  für  Glaa- 
instrumente  .usw.  von  dar  Fachgruppe  Ganzglasspritzen  des  Verbandes 
Deutscher  Glasinstrnmentenfabriken  für  die  einzelnen  Läader  ausgearbeitet 
worden  und  können  von  der  Preisprüf üngsstelle  Glasinstramente;  Jlinenau, 
Schloßstr.  11,  bezogen  werden. 

Ermächtigung  zu  Zollerhöhungen.  Mit  d sm  Entwurf  eines  dies- 
bezüglichen Gesetzes  beschäftigte  sich  letzthin,  der  wirtschaftspolitische 
Ausschuß  .des  'vorläufigen  Riichswirtachaftsrats.  Das  Gesetz  soll  die 
Regierung  ermächtigen,  nach  Anhörung  eine3  ans  ja  vier  Mitgliedern  des 
Reichstages,  Reichsrats  und  vorläufigen  Rsichswirtächaftsrats  gebildeten 
AuBschoßea  im  Falle  eines  dringenden  wirtschaftlichen  Bedürfnisses  be- 
stehende Zölle  zu  erhöhen  oder  für  bisher  zollfreie  Waren  Zölle  einzu- 
führen. Bei  der  heutigen  Unsicherheit  der  Wirtschaftslage,  kann  sehr 
schnell  das  Bedürfnis  zu  derartigen  Z  ollmaßaahmeu  eintreten,  deren  be- 
schleunigte Durchführung  nicht  der  schwerfälligen  Gesetzgebungsmaschine 
sondern  dem  einfachen  Verwaltungsweg  übertragen  werden  soll.  Eine 
gleiche  Regelung  ist  bereits  in  anderen  Ländern  (z.  B,  Belgien,  Frank- 
reich, Italien,  Schweiz)  durchgeführt.  Nach  eiuer  Erklärung  des  Vertreters 
des  Reicaswirtachaftsministeriums  sei  nicht  beabsichtigt,  auf»Waren,  für 
die  heute  keine  Einfuhrverbote  bestehen,  Zölle  zu  legen,  und  Ausnahmen 
nur  für  solche  Fälle  in  Frage  kämen,  wo  die  betreffende  Ware  andernfalls 
mit  einem  Einfuhrverbot  zu  belegen  wäre.  Der  Ausschuß  stimmte  darauf- 
bin dem  Gesetzentwurf  mit  den  Aenderungen  zu,  daß  die  Zahl  der  ein- 
gangs erwähnten  Ausschußmitglieder  auf  ja  6  erhöht  und  das  Iukraft- 
bleiben  des  Gesetzes  bis  zum  31.  12,  23  befristet  wird. 

Ersatz  der  im  Sanktionswege  erhobenen  Zölle.  Nach  einer  Er- 
klärung des  Röiohsfiaauzmmisters  ist  ein  Gesetzentwurf  in  Vorbereitung, 
nach  dem  für  die  im  Sauktioaswege  erhobenen  Zölle,  Gebühren  und  Ab- 
jaben  ein  Ersatz  vom  Räche  insoweit  gewätirt  werden  soll,  als  eine  Ab- 
wälzung der  dadurch  entstandenen  Liste'i  auf  die  Allgemeinheit  nach: 
weislich  nicht  erfolgt  ist.  Hiernach  kann  es  sich  also  lediglich  nm  den 
Ersatz  eines  tatsächlich  erlittenen  Schadens  handeln.  , 

Zur  Neuregelung  der  Ausfuhr  nach  Danzig.  Die  bisherigen  Ver- 
bleibsbescheimgungen  der  Handelskammer  Danzig  haben  mit  dem  1.  4  22 
ihre  Gültigkeit  verloren  und  können  von  diesem  Zeitpunkt  ab  nicht  mehr 
als  Grundlage  für  Ausfuhrauträge  dienen.  Verlängerungen  auf  vor  dem 
1.  4.  erteilte  Ausfuhrbewilligungen  köinen  nicht  mehr  vorgenommen 
werden.  Die  Anßeahandelsstellen  bind  angewiesen,  derartige  Anträge  wie 
neue  Anträge  zu  behandeln.  v: 

England.  Zum  Industrie-Schutzgesetz.  Es  ist  beantragt  worden, 
Reagenzflaschen,  Hydrometerglä«er,  Museumsgläser,  Probiergläser,  chirur- 
gische Glaswaren,  zylindrische  (glockenförmige)  und  konische  Meßgläser 
vom  Indnstrieschutzzoll  auszunehmen. 


Holland.  Zollbestimmungen.  Der  Beruf ungsrat  für  die  Einfuhr- 
zölle hat  beschlossen,  daß  die  Verzollung  der  Warensendungen  aus  dem 
Ausland,  die  in  ausländischer  Währung  und  nicht  in  Gulden  fakturiert 
sind,  zum  Knrse  des  Kauftages  zu  erfolgen  hat.  Von  holländischer  Seite 
wird  nunmehr  dem  ausländischen  Absender  empfohlen,  den  Kauftag  und 
Kurs  dieses  Tages  bereits  in  den  Zollinhaltserklarangen  anzugeben.  Jeden- 
falls muß  dringend  davor  gewarnt  werden,  Ware,  die,  aus  Deutschland 
nach  Holland  in  Golden  verkauft  wird,  anders  als  iu  Gulden  zu  deklarieren, 
während  andererseits  Ware,  die  in  Mark  verkauft  ist,  nur  in  Mark  nach 
dem  Rechnungsbeträge  deklariert  werden  darf.  Die  holländischen  Zoll- 
behörden weisen  ständig  darauf  hin,  daß  die  Zollinhaltserklärungen  mit 
den  Fakturenbeträgen  übereinstimmen  müssen,  wenn  Schwierigkeiten  ver- 
mieden werden  sollen. 

Italien.  Das  Zollaufgeld  beträgt  für  die  Zeit  vom  1.— -15,  5.  22 
256%  (268). 

Palästina.  Auszug  aus  dem  jetzt  geltenden  Zolltarif.  In  der 
Regel  werden  ll°/0  vom  Werte  aller  aus  dem  Auslande  eingeführten 
Waren  eingehoben.  Baumaterialien  zahlen  3%  vom  Wert.  Hierzu 
zählen  u.  a.  Glas,  gewöhnliches  Fensterglas,  feuerfeste  und  glasierte 
Ziegel.  Dieser  Tarif  ist  bis  31.  8.  22  in  Kraft.  Voa  allen  Artikeln  wird 
ein  Zuschlagszoll  in  Höhe  von  1%  erhoben. 

Portugal.  Preisstellung  für  deutsche  Einfuhrwaren.  Wie  in 
einer  dem  Reichsverband  der  deutschen  Industrie  von  einem  in  Portugal 
ansässigen  deutschen  Kaufmann  zugegangenen  Zuschrift  zum  Ausdruck 
gebracht  wird,  herrscht  Über  die  deutsche  dem  Ausland  gegenüber  ge- 
übte Verkaufspolitik  allseitige  Mißstimmung.  Der  Wirrwarr  von  Währungen 
und  die  Unsicherheit,  mit  nachträglichen  Preiserhöhungen  bedacht  zu 
werden,  halten  den  Käufer  von  Bestellungen  ab.  Vielfach  wird  der  eng- 
lische Konkurrent  ungeachtet  ,  seiner  höheren  Preise  als  zuverlässigerer 
Lieferant  vorgezogen,  zumal  er  auch  in  der  Zahlungsregulierung  wesent- 
lich größeres  Entgegenkommen  zeigt.  Als  besonders  fehlerhaft  wird  der 
Verkauf  in  Pesetas  bezeichnet,  da  die  spanische  Peseta  in  Portugal  sehr 
unbeliebt  ist.  Am  besten  sind  die  Angebote  in  Landeswährung,  also 
in  Eskudos,  oder  in  Mark  abzugeben.  Im  letzten  Falle  körnte  ganz  gut 
den  Offerten  eine  Klausel  beigefügt  werden  (ähnlich  der  vor  dem  Kriege 
bei  Kupfer  angewandten)  mit  ungefähr  folgendem  Wortlaut:  „Der  Preis 
der  Offerte  ist  fest  und  versteht  sich  in  deutscher  Reichsmark,  unter 
Voraussetzung  einer  Börsennotierung  von  1  Pfund  Sterling  =  x  Mark.  Bei 
Bestellung  wird  der  dem  Eingangstag  vorhergehende  Karsstand  zugrunde, 
gelegt  nnd  der  Preis  proportional  berichtigt".  Einer  derartigen  Regelang 
würde  der  Käufer  zweifellos  Verständnis  entgegenbringen. 

Schweden.  Zollerhöhungen  sind  mit  Wirkung  vom  27. 3  22  ein- 
getreten u.  a.  für  folgende  Tarif nummern:  671  Fayence-  und  Porzellan- 
waren in  Verbindung  mit  Gold  oder  Silber,  das  Gewicht  der  Schachteln, 
des  Papiers  und  ähnlicher  Verpackung  eingerechnet:  1  kg  Kr  "10  (5) ; 
702  Glas-  nnd  Emaillewaren  in  Verbindung  mit  Gold  oder  Silber,  das 
Gewicht  der  Etuis,  Schachteln,  Papier  und  ähnlicher  Verpackungen  ein- 
gerechnet :  1  kg  Kr  10  (5).  , 

Tschechoslowakien.  Auf  die  Eiofahrfreillste  ist  mit  Wirkang 
vom  20.  3,  u  a.  T.-Nr.  575  a  (Optische  Instrumente,  Zwicker,  Brillen, 
Lorgnetten  und  andere  Augengläser  mit  anderen  Fassungen  als  aus  Edel- 
metall)'gesetzt  worden. 

Tschechoslowakien.  Einfahrgebühren  sind  mit  Wirkung  vom 
25.  3.  für  die  nachstehend  genanntea  Erzengnisse  wie  folgt  festgesetzt 
worden:  T.-Nr.  404  Künstliche  Schleif»  und  Wetzsteine  5-%,  413  feuer- 
feste Ziegel  2%,  414  Klinker  und  Pflastersteine  aus  gewöhnlichem 
Steingut,  stärker  als  30  Millimeter  2%,  415  Tonrohre  2%,  416  Rohre 
aus  gewöhnlichem  Steingut  oder  aus  feuerfestem  Material  2%,  417  Ver- 
kleidungsziegel nnd  Pflastersteine  bis  30  Millimeter  Stärka  (ausgenommen 
aus  Porzellan)  2%,  419  gewöhnliche  Osfen "und  ihre  Bistandteile  5%, 
425  Tonwaren,  nicht  besonders  benannte  (ausgenommen.  Porzellanwaren) 
a)  1/,  2/,  b)  1/,  2/,  5%,  426  andere  Tonwaren  (ausgenommen  Porzellan- 
waren) 5%. 

Tschechoslowakien.  Die  Ausfuhrgebühr  für  Porzellanwaren 
ist  voa  2  %  auf  1  %  des  Fakturenwertes  mit  Rückwirkung  vom:  1.  4. 
herabgesetzt  worden. 

Spanien.  Das  Zollaufgeld  ist  für  den  Monat  Mai  auf  25,02%  (23,19) 
festgesetzt  worden. 

Die  Lage  in  Industrie  nnd  Handel. 

Dar  internationale  Warenaustausch  weist  auch  im  neuen  Jahre 
im  allgemeinen  noch  eine  rückläufige  Bewegung  auf.  In  einzelnen 
Staaten,  wie  namentlich  England  und  Vereinigte  Staaten,  beginnt  sich 
die  Wirtschaftslage  zu  bessern.  Die  Aasfuhr  der  Vereinigten  Staaten  ist 
zwar  dem  Werte  nach  noch  etwas  weiter  zurückgegangen,  der  Menge 
nach  dürfte  aber  eher  eine  Steigerung  eingetreten  sein.  Englands  Aus- 
fuhr weist  dem  Werte  nach  im  Januar  eine  Sseigerung,  im.  Februar  wieder 
eine  Senkung  auf  den  Stand  des  Dezember  auf;  hier  trat  bereits  gegen 
Eada  des  letzten  Jahres  eine  leichte  Besserung  des  Wirtschaftslehens  ein. 
Keine  Besserung  zeigt  sich  in  den  Niederlanden;  auch  für  den  Februar 
wird  die  Wirtschaftslage  noch  durchaus  ungünstig  beurteilt  und  vor 
allem  mit  der  ständig  sinkenden  Kaufkraft  Deutsehlands  begründet. 
Deutschlands  Einfuhr  ist  auch  tatsäcülich,  wie  die  Zahlen  der  letzten 
Monate  gezeigt  haben,  stark  im  Rückgang  begriff  u ;  aber  auch  seine 
Aasfuhr  weist  im  Januar  1922  dsr  Manga  nach  auf  wichtigen  Gebieten 
trotz  der  Verschlechterung  der  Valuta,  bedenkliche  Zeichen  eines  un- 
günstigen Konjankturumschwanges  auf.  Die  Abwehrmaßnahmen  des 
Auslandes  gegen  die  Ueberschwemmung  mit  deutschen  Waren  werden 
immer  wirksamer ;  außerdem  wirkt  aber  auch  die  wachsende  Wettbewerbs- 
fähigkeit des  Auslandes  hemmend.  Belgien  leidet  neuerdings  stark  unter 
der  Konkarrenz  Englands,  die  Frage  der  Lohnverminderung  wird  immer 
dringlicher.  Aehnliches  gilt  auch  für  Frankreich.  Die  Schweiz  leidet 
ebenso  wie  die  Niederlande  anter  den  —  durch  ihre  besonders  hohe  Valuta 
noch  stark  verschärften  —  Schwierigkeiten  des  Absatzes  nach  Deutschlaad. 


226  —  Nr.  19 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


Die  WirtschaftskrisU  in  Italien  läßt  noch  kein  Ende  absehen,  scheint  sich 
im  Gegenteil  noch  zu  verschlimmern.  Die  Lage  der  nordischen  Industrie 
wird  als  bedrohlich  geschildert  und  macht  Lobnvermindernngen  anscheinend 
unvermeidlich ;  die  für  Schweden  und  Finnland  vorliegenden  Ausfuhrzahlen 
für  Januar  zeigen  einen  geradezu  sturzartigen  Kückgang.  In  Dänemark 
stehen  schwere  ArbeitBkBmpfe  bevor,  da  sich  auch  hier  die  Industrie  nur 
durch  Herabsetzung  der  Löhne  auf  dem  Weltmarkt  konkurrenzfähig 
erhalten  kann. 

Die  Lage  der  Keram-  nnd  Glasindustrie  Im  Monat  März  hat 
insofern  eine  Besserung  erfahren  als  Betrieben  mit  gutem  und  sehr  gutem 
Geschäftsgang  87%  (im  Vormonat  80%)  der  Arbeiter  angehören;  der 
Anteil  der  unbefriedigend  beschäftigten  Betriebe  hat  sich  allerdings  von 
2  auf  7%  erhöht.  Nach  Angabe  der  Arbeitsnachweise  herrscht  bis  auf 
einige  Ausnahmen  meist  guter  und  flotter  Geschäftsgang  und  Mangel  an 
Facharbeitern.  Einige  Porzellanfabriken  in  Thüringen  wie  sächsische 
keramische  Betriebe  mußten  wegen  Kohlen-  und  Bohmaterialmangel  ver- 
kürzt arbeiten.  Brennstoff-,  Rohstoff-  (Kaolin,  Soda)  und  Wagenmangel 
und  infolgedessen  Versandschwierigkeiten  werden  häufig  gemeldet  Die 
Abwärtsbewegung  der  Löhne  wie  der  Preise  vollzieht  sich  weiter.  — 
Ir  der  P  o  r  z  e  1 1  a  n  industrie  herrscht  nach  Mitteilung  der  Handelskammer 
Coburg  im  allgemeinen  Hochkonjunktur.  Die  Leipziger  Frühjahrsmesse 
hat  lohnende  Ed grosauf träge  gebracht,  die  jedoch  zum  größten  Teil  nicht 
erledigt  werden  können,  weil  die  Kundschaft  auf  schnellste  Lieferung  der 
Waren  dringt,  die  Arbeiter  Ueberstundenarbeit  zum  Teil  verweigern  und 
vor  allem  die  Betriebsanlagen  wegen  de*  Kohlennot  nicht  ausgenutzt  zu 
werden  vermögen.  Das  Detailgeschäft  bewegt  sich  teilweise  in  mäßigen 
Grenzen.  Eine  Fabrik  für  elektrotechnische  Porzellane  meldet 
sehr  schwachen  Auftragseingang.  —  Die  Feinst  ein  gutindustrie  hat 
nach  dem  Bericht  der  Handelskammer  Coburg  durch  die  Leipziger  Messe 
an  Bestellungen  aus  In-  wie  auch  Ausland  für  die  nächsten  Monate  aus- 
reichende Beschäftigung.  Rohstoffe,  Kohlen  und  Wagen  sind  in  der 
gesamten  keramischen  Industrie  fast  ständig  weniger  vorhanden,  als  der 
Bedarf  erfordert.  —  Die  Schamotte  industrie  ist  nach  dem  Bericht 
der  Handelskammer  Bayreuth  normal  beschäftigt.  —  DieTafelglas- 
industrie  hat  einen  auffallenden  Rückgang  in  der  Ausfuhr  zu  verzeichnen 
(Januar  10%,  März  3%  Anteil  der  Erzeugung).  Hauptursachen  sind  die 
weitere  Annäherung  der  Inlands-  an  die  Weltmarktpreise,  die  belgische 
und  tschechische  Konkurrenz  und  eine  gewisse  Zurückhaltung  der  aus- 
ländischen Käufer.  Die  Nachfrage  im  Inland  ist  stark.  Aber  noch  immer 
sind  die  Störungen  der  letzten  Monate  für  Roh-  und  Hilfsstofibeschaftung 
und  den  Warenversand  nicht  überwunden.  Nach  Fensterglas  und 
G  u  ß  g  1  a  s  ist  im  Inland  außerordentlich  starker  Bedarf  vorhanden,  in 
geblasenem  F  a  r  b  e  n  g  1  a  s  war  das  Geschäft  etwas  ruhiger.  Bei  einigen 
Werken  soll  das  Auslandsgeschäft  nach  Berichten  aus  Görlitz  und  auch 
auB  Bonn  merklich  nachgelassen  haben.  Das  Ausland  sei  gesättigt  nnd 
•  kaufe  nur.  wo  günstiges  Angebot  vorliege.  Die  Preiserhöhungen  für 
Fenster-,  Spiegel-,  Roh-  und  Drahtglas  haben  auf  die  rege  inländische 
Nachfrage  keinen  Einfluß  ausgeübt.  Das  Verkaufsgeschäft  in  Trocken- 
platten war  in  den'  letzten  Monaten  unbefriedigend.  In  der  H  o  h  1  g  1  a  s  - 
indnstrie  ist  mit  Ausnahme  der  besseren  Gläser  (insbesondere  Kelch-, 
Schleif-  und  Kristallglas)  ein  Rückgang  in  der  Ausfuhr  noch  nicht  in 
Erscheinung  getreten.  England  und  Ostindien  nehmen  viel  Ware  auf. 
Immerhin  mache  sich  der  Wettbewerb  der  belgischen,  lothringischen  nnd 
tschechischen  Industrie  geltend,  die  scheinbar  unter  den  Gestehungskosten 
verkaufen,  um  nur  wieder  ins  Geschäft  zu  kommen  (Handelskammer  Bonn). 
Ans  der  Beleuchtungaglasindustrie  wird  über  Sodamangel  ge- 
klagt; in  den  M e di z i n g  1  a s -  und  Flaschenglashütten  besteht 
Brennstoff-,  Rohstiff-,  Hilfsstoff-  wie  Wagenmangel,  was  auch  für  die 
Glasröhren-  und  -stäbchenindustrie  gilt. 


Geschäftliche  Mitteilungen. 

Fflrstenberger  Porzellanfabrik,  Fürstenberg  a.  Weser.  Die 
o.  G.-V.  gab  ihre  Zustimmung  zu  der  Kapitalserhöhung  um  ,1  1  Mill.  auf 
Jt  2  Mill.  Die  neuen,  für  1822  voll  dividendenberechtigten  Aktien  werden 
von  der  Hildesheimer  Bank,  Eildesheim,  mit  der  Verpflichtung  übernommen, 
sie  den  bisherigen  Aktionären  im  Verhältnis  1 : 1  zu  115  %  zum  Bezug 
anzubieten.  Die  Geltendmachung  des  BezugsrechteB  hat  bis  zum  15.  5. 
zu  erfolgen. 

Meißener  Ofen-  nnd  Porzellanfabrik  (vorm.  C.  Teiehert),  Meißen. 
Auszog  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21:  Reingewinn 
Jt  2  221899  (1  524  308);  Dividende  30%  (20%  +  5%  Sondervergütung); 
Abschreibungen  Jt  511  129  (626  750);  Zuweisungen  zum  Erneuerun ga-Fonds 
Jt  300  000  (300000),  zum  Unterstützungsfonds  M  100000  (50000).  — 
DaB  Geschäftsjahr  1921  brachte  dem  Unternehmen  außerordentlich  rege 
Nachfrage  in  den  einzelnen  Artikeln  sowohl  vom  Inland  wie  vom  Ausland. 
Vor  allem  konnten  in  Wandplatten  größere  Umsätze  nach  Uebersee  erfolgen. 
Im  Laufe  des  Jahres  wurde  eine  Betriebserweiterung  vorgenommen.  Im 
Bitterfelder  Werk  wird  zurzeit  ein  großes  neuzeitliches  Ofen -System 
errichtet.  Für  die  nächsten  2—3  Monate  ist  reichlich  Beschäftigung  vor- 
handen. Die  weitere  Entwicklung  laße  sich  nicht  übersehen.  —  Die 
o.  G.-V.  beschloß  des  weiteren  die  Kapitalserhöhung  um  M  2,5  Mill.  Stamm- 
ond  JK  0,2  Mill.  Vorzugsaktien,  die  an  die  Commerz-  und  Privatbank 
begeben  werden.  Die  bisherigen  Stammaktionäre  erhalten  ein  Bezugsrecht 
im  Verhältnis  2  : 1  zu  190% 

Porzellanfabrik  Tirschenreuth,  A.H.,  Tirschenreuth.  Auszug 
auB  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.12.21:  Reingewinn  M  3  065  119 
(2028  865);  Dividende  30%  (26),  Sondervergütung  10  °/0  (10);  Abschreibungen 
Jt  60  000  (70  762),  Zuweisungen  an  PensionBkasse  300  000  (300  000),  an 
allgemeine  Fnrsorge  Jt  160  000  (160  000).  —  Laut  Geschäftsbericht  ver- 
ursachte der  Mangel  an  hochwertigen  Kohlen  und  die  weiterschreitende 
Teuerung,  sowie  der  Einfloß  der  über  dem  Wirtschaftsleben  stäudig 
schwebenden  Beunruhigungen  große  Schwierigkeiten.  Durch  gesteigerte 
Inbetriebnahme  der  vorhandenen  hinricntungen  konnten  indessen  Produktion 
und  Absatzmöglichkeit  gehoben  werden.    Das  Auslandsgeschäft  hat  haupt- 


sächlichsten Anteil  an  dem  erzielten  Ergebnis.  Die  Weiterentwicklung 
des  Geschäfts  im  neuen  Jahr  wird  von  der  schwierigen  Lösung  der  allge- 
meinen wirtschaftspolitischen  Vorgänge  abhängen.  Der  Auftragsbestand 
ist  reichlich.  —  Das  ausscheidende  Aufsiohtsratsmitglied  A.  Heilbronner 
wurde  wiedergewählt. 

Aelteste  Volkstedter  Porzellanfabrik,  A.-G.,  Volkstedt.  Die 
Gesellschaft  beabsichtigt  den  Erwerb  der  Elektro-Porzellanfabrik  S.  Berg- 
mann jun.  b  Co ,  Neuhaus  a.  Rwg.  Der  Kaufpreis  soll  durch  Hingabe 
von  Aktien  gezahlt  werden. 

Sächs.  Stelozeug-  und  Schamotte- Werk,  vorm.  Hugo  Wleßner, 
A.-G.,  Beiersdorf.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  81. 12.  21 : 
Rungewinn  M  232  596  (190  272);  Dividende  20%  (15);  Abschreibungen 
Jt  118  976  (41514).  —  Die  bis  Anfang  August  1921  herrschende  Geschäfts- 
stille  zwang  di?  Gesellschaft,  ihre  Erzeugung  auf  Lager  zu  nehmen.  Die 
für  den  laufenden  Betrieb  notwendigen  Mittel  konnten  nur  mit  Mühe 
beschafft  werden.  Erst  die  in  den  Jbetzten  Monaten  einsetzende  starke 
Nachfrage  sowohl  aus  In-  als  auch  Ausland  vermochte  das  Ergebnis  günstig 
zu  beeinflussen.  Das  laufende  Geschäftsjahr  konnte  mit  hohen  Aufcrag  - 
beständen  angetreten  werden.  Die  Aussichten  werden  von  der  Verwalturar 
nicht  ungünstig  beurteilt,  zumal  durch  Aufstellen  weiterer  Maschinen  eiie 
erhöhte  Leistungsfähigkeit  gewährleistet  wird.  —  In  den  Aufsichtsrat  warde 
S.  Weinberg  neu  hinzugewählt. 

Deutsche  Steinzeugwarenfabrik  ffir  Canalisation  und  chemische 
Industrie,  Friedrichsfeld  (tiaden).  Auszug  aus  dem  genehmigten  Ab- 
schluß vom  31.  12.  21:  Reingewinn  Jt  1313102  (1131654);  Dividende 
20%  (20, ;  Abschreibungen  Jt  492  795  (308  449).  —  Neben  hochwemjen 
Kohlen  fehlte  es  dem  Unternehmen  1921  auch  monatelang  an  Aufträgen. 
Im  letzten  Halbjahr,  in  dem  ein  besserer  Geschäft  gang  z  i  verzeichnen 
war,  gingen  die  Herstellungskosten  so  sprunghaft  in  die  flöhe,  daß  die 
Verkaufspreise  nicht  folgen  konnten.  Das  Ergebnis  wurd*  vornehmlich 
durch  den  lohnenden  Auslandsabsatz  günstig  beeinflußt.  Der  derzeitige 
Auftragsbestand  ist  gut,  dennoch  müssen  die  Aussichten  der  leidigen 
Kohlenfrage  und  der  fortgesetzten  Steigerung  der  Produktionskosten  wegen 
als  unübersichtlich  bezeichnet  werden.  Die  Gesellschaft  ist  mit  der 
Kanalisationsabteilung  der  neugegründeten  Verkaufsgesellsehaft  deatacher 
Steinzeugwerke  m.  b.  H ,  Berlin,  beigetreten.  —  Die  o  G.-V.  beschloß  des 
weiteren  die  Kapitalserhöhung  um  M  4  Mill.  auf  Jt  10  M  11.  Die  neuen 
Aktien  werden  von  dem  Bankhaus  Gebrüder  Bonte,  Berlin,  mit  der  Ver- 
pflichtung übernommen,  sie  den  Stammaktionären  im  Verhältnis  2:1  und 
den  Vorzugsaktionären  im  Verhältnis  1:1  zu  140%  anzubieten. 

Ilse  Bergbau-A.-G.,  Grnbe  Ilse.  Auszug  aus  dem  genehmigten 
Abschluß  vom  31.12.21:  Reingewinn  M  24,27  Mill.  (12  44);  Dividende 
30%  (22);  Absehreibungen  und  Wertverminderung  der  Gruben  M  43,70  Mill. 
(14,88).  —  Die  Wtrke  konnten  1921  zufriedenstellende  Leistungen  erreichet , 
die  auf  das  Erträgnis  in  günstiger  Weise  einwirkten  Nach  Mitteilung 
der  Verwaltung  ist  auch  im  neuen  Jahr  mit  einem  befriedigenden  Ergebnis 
zu  rechnen.  —  Die  o  G.-V.  stimmte  der  Kapitalserhöhung  um  Jt  40  Mill. 
Stammaktien  auf  Jt  190  Mill.  zu.  Die  neuen  Aktien  (mit  halber  Dividenden- 
berechtigung ab  1. 1.  22  und  voller  ab  1.  1.  23)  werden  von  einem  Kon- 
sortium unter  Verzichtleistung  auf  jeden  Gewinn  übernommen.  —  Ia  den 
Aufsichtsrat  wurden  Bankdirektor  C.  Momaen,  Komm.-Rat  M.  Coswig  und 
Komm -Rat  K.  v.  Borsig  gewählt. 

Arloffer  Tonwerke,  A.-G ,  Arloff.  Auszug  aus  dem  genehmigten 
Abschluß  vom  31.12.  21:  Reingewinn  Jt  1802782  (336652);  Dividende 
2ö%  (26),  Sondervergütung  Jt  700  (0);  Abschreibungen  JL  57  359  (47195). 

Annawerk,  Schamotte-  und  Tonwarenfabrik,  A.-G.,  vorm. 
J.  R.  Gelth,  Oeslau.  Die  o.  G.-V.  stimmte  der  Kapitalserhöhung  um 
.#3  5  Mill.  Stammaktien  auf  M  6,5  Mill.  zu.  Die  neuen,  ab  1.  1.  22 
dividendenberechtigten  Aktien  werden  den  alten  Aktionären  durch  die 
Commerz-  und  Privat-Bank,  A.-G.,  Filiale  Coburg,  und  das  Bankhaus 
Gebr.  Arnhold,  Berlin,  im  Verhältnis  3:2  zu  2t0%  zum  Bezug  angeboten. 
Das  Bezugsrecht  läuft  bis  24.  5.  22. 

4  Hallesehe  Pfännerschaft,  A.-G.,  Halle.  Die  o.  G.-V.  beschloß 
die  Kapitalserhöhung  um  M  19  Mill  Inhaber- Stammaktien  auf  M  40  MilL 
Die  neuen,  ab  1.  1.  22  dividendenberechtigten  Aktien  werden  den  bis- 
herigen Aktionären  im  Verhältnis  3:2  zu  160%  zum  Bezug  angeboten. 
Das  Bezugsrecht  ist  bis  einschl.  15.  5.  auszuüben. 

Tnermos-A.-G.,  Berlin.  Die  a.  o.  G.-V.  genehmigte  die  Kapitals- 
erhöhung um  Jt  960  000  auf  Jt  2  Mill.  Von  den  neuen,  ab  1.  1.  22 
dividendenberechtigten  Aktien  werden  Jt  625  000  den  alten  Aktionären 
im  Verhältnis  2:1  zu  126%  zum  Bezug  angeboten.  Das  Bezugsrecht 
ist  bis  zum  16  5.  geltend  zu  machen. 

Eisenhüttenwerk  Keula  bei  Muskau.  A.-G.,  Keula,  Die  a.  o. 
G-V  beschloß  die  Kapitalserhöhung  um  Jt  5,9  Mill.  Stamm-  nnd 
M  0,3  Mill.  Vorzugsaktien.  Von  den  jungen  Stammaktien  werden 
Jt  4,4  Mill.  den  Aktionären  im  Verhältnis  1:  1  zu  195%  zum  Bezug  an- 
geboten. Die  restlichen  M  1,5  Mill.  werden  zugunsten  der  Gesellschaft 
verwertet.  Die  Vorzugsaktien  werden  zar  Verfügung  der  Gesellschaft 
gehalten.  . 

Verschmelzung.  Unter  der  Firma  „Vereinigte  Greiner'sche  Glas- 
werke, Korn -Ges.,  Rauscha"  wurden  die  Firmen  „Glasfabrik  A.  Hentschel 
Nachfl.,  Inhaber  Wilhelm  und  Erich  Greiner"  und  „Glasfabrik  Robert 
Greiner"  vereinigt.  Herr  Robert  Greiner  ist  als  Kommanditist  in  die 
neue  Firma  eingetreten.   Geschäftsführer  Max  Weineok  hat  Einzelproknra. 

Betriebserweiterung.  Die  Zettlitzer  Kaolinwerke- A.-G ,  Zettlitz 
bei  Karlsbad,  hat  auf  ihrem  Grubenbenitz  in  Zettlitz  eine  neue  Zement- 
fabrik errichtet,  so  daß  die  genannte  Gesellschaft  nunmehr  23  Betriebe 
umfaßt:  8  Kaolinschächte.  10  KaolinBchlämmereien,  2  Ziegeleien,  1  Por- 
zellonfabrik  (Spezialität:  Hochspannungs  Isolatoren),  1  Kohlenwerk  und 
1  Zementwarenfabrik. 

Betrlebswiederaufnahme.  Die  „Wittener  Glashütten  m.  b.  H» 
Witten"  werden  demnächst  den  Betrieb  der  aufgelösten  Wittener  Glas- 
hütten, A.-G.,  wieder  aufnehmen  und  sich  mit  der  Herstellung  von  Fenster- 
glas rhein.  Stärke,  von  Matt-  und  Mousselin-Glas,  Rippenglas  und  Glas- 


t 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


Nr.  10  —  22? 


dacbpfannen  befassen.  Die  Leitung  ist  dem  langjährigen  Direktor  der 
früheren  Firma,  D.  Friemann,  übertragen.  Er  wie  Direktor  W.  Hack- 
länder sind  selbständig  vertretungsbefugt. 

Konkorsverfahren.  E.  Brüchner  &  Co.,  Glasbilder  and  Rabmen- 
fabrikation,  ö.  m  b.  H,  Badeberg:  Konkursverwalter:  Lokalrichter  Müller; 
Anmeldefrist  bis  SO.  5.;  Wahl-  nnd  Prüf angstermin :  29.  5.  22,  10  Uhr 
v ;  Offener  Arrest  m.  A.  bis  20.  5.  22. 


General  -  Versammlungen. 

Porzellanfabiik  C.  Tieisch  &  Co,  A.-G.,  Altwasser:  o.  G.-V. 
16.5.  22,  10  Uhr  v.,  Bankhaus  Gebr.  Arnhold,  Dresden 

Werra-Porzellanfabrik,  A.-G.,  Bremen:  a.  o.  G.-V.  17.  5.  22,  1  Uhr  m , 
Hillmanns  Hotel,  Bremen.  T  0  :  Genehmigung  eines  Kaufvertrages ; 
Kapitalserhöhung  um  js  1,5  Mill. 

Porzellanfabrik  Kahla,  Kahla:  a.  o.  G.-V.  23.  5.  22,  10  Uhr  v., 
Bank  für  Thüringen,  Meiningen.  T -0  :  Iuteressehgemeinschaftsvertrag 
mit  H.  Schemburg  &  Söhne,  A-G.,  Margarethenbütte ;  Umwandlung  von 
Jt  3  Mill.  Vorzugs-  in  Stammaktien ;  Kapitalserhöhung  um  Ji  12  Mill. 
Stamm-  und  M  3  Mill.  Vorzugsaktien  auf  insgesamt  Ji  38  Mill. 

Gebrüder  Heubach,  A.-G.,  Lichte:  o.  G-V.  22  5.22,  11  Uhr  v, 
Leipzig,  Eeichsstr.  14  n.    T.-O. :  u.  a.  Kapitalserhöhung  um  M  1  Mill. 

H.  Scbomburg  &  Söhne.  A.-G,  Margarethenhütte :  a.  o.  G-V.  23.  5.  22, 
4  Uhr  n.,  Bankhaus  C.  H.  Kretzschmar,  Berlin  W.  T.-O.:  Kapitals- 
erhöhung um  M  7  Mill.  Inhaber-Stammaktien  und  um  weitere  M  10  Mill. 
Inhaberaktien,  die  an  die  Aktionäre  der  Porzellanfabrik  Kahla  begeben 
werden ;  Beseitigung  des  Rechts  der  Vorzugsaktionäre  auf  Umtausch  ihrer 
Aktien  in  Stammaktien,  Interessengemeinschaftsvertrag  mit  Kahla  und 
entsprechende  Abänderung  des  GesellBchaftsvertrages. 

\\  flrttembergiache  Porzellan-Manufaktur,  A.-  G ,  Schorndorf :  a.  o  G-.V. 
18.5.22,  5  Uhr  n.,  Chr.  Pfeiffer,  A.-G.,  Stattgart.  T.-O:  Satzungs- 
änderungen. 

Aelteste  Volkstedter  Porzellanfabiik,  A.-G.,  Volkstedt,  a  o.  G-V. 
24.  5.  22,  10  Uhr  v.,  Geschäftsräume,  Volkstedt.  T.-O. :  Erwerb  eines 
verwandten  Unternehmens;  Kapitalserhöhang  um  bis  zu  j$  1  Mill. 
Stammaktien. 

Annaburger  Steingutfabrik,  A.-G ,  Annabnrg.  a.  o.  G.-V.  26  5.  22, 
11  Uhr  v  ,  Sitzungszimmer  der  Fa.  F.  Wulff,  Berlin.  T.-O  :  n.  a.  Kapitals- 
erhöhang am  M  1,75  Mill.  Stamm-  und  M  1,75  Mill.  41/,  %  Vorzugs- 
aktien. 

Pfälzische  Cuamotte-  and  Thonwerke  (Schiffer  &  Kircher),  A.-G., 
Grünstadt:  o.  G.-V.  31  5.  22,  12  Uar  m ,  J  Schiffer-Bank,  Grünstadt. 

Württembergische  Metallwarenfabrik,  Üeislingen-Stg. :  o.  G.-V.  23. 5  22, 
101/»  Uhr  v.,  Württembergische  Vereinsbank,  Stuttgart. 

Optische  Werke,  A.-G.,  vorm.  Carl  Sahtttz  &  Co.,  Cassel :  o.  G.-V. 
27.5.  22,  12  Uhr  m.,  Hotel  Schirmer,  Cissel. 

Orivit,  A  -G.  für  kunstgewerbliche  Metallwarenfabrikation,  Cöln- 
Braunsfeld:  o.  G.-V.  23  5.  22,  11  Uhr  v.,  WOrttembergische  Vereinsbank, 
Stattgart. 

Keramische  Oesellschaft,  A-G.,  Cöln:  a  o.  G.-V  25.5.  22,  3  Uhr  n., 
Geschäftslokal,  Cöln.  T-O. :  Kapitalserhöhung  um  Jt  100000  Vorzugs- 
aktien. 

Deutsche  Evaporator  A  -G.,  Berlin :  o.  G.-V.  24.  5.  22,  11  Uhr  v. 
Verwaltungsgebäude,  Lüneburg.  T.-O. :  u.  a.  Kapitalserhöhang  um 
bis  zu  Jt  20  Mill.  Vorzugsaktien. 

Maschinenfabrik  vorm.  Georg  Dorst,  A.-G.,  Oberlind:  o.  G.-V. 
30,  5  22,  Erholung,  Sonneberg.  T.  0. :  u.  a.  Kapitalserhöhung  um 
M  1  Mill.  auf  M  2  Hill.  

Messen  nnd  Ausstellungen. 

III.  Rothenberger  Internationale  Messe  (12.  bis  20. 8.  22).  Für 
die  Rückbeförderung  der  Ausstellungsgüter  wird  seitens  der  tschecho- 
slowakischen Staatsbahnen  and  der  beteiligten  Privatbahnen  auf  den 
tschechoslowakischen  Strecken  Frachtfreiheit  gewährt.  Ausländischen 
Firmen  wird  die  zweckmäßige  Beteiligung  als  Aussteller  durch  messeamt- 
licherseita  eingeholte  Einfuhr- Vorentscheidungen  für  ihre  auf  der  Messe 
zu  verkaufenden  Erzeugnisse  sichergestellt.  Als  vollwertige  Beiseausweise 
zur  Ueberschreitang  der  tschechischen  Grenze  anstatt  der  Reisepässe  werden 
die  von  der  Messe  aasgegebenen  und  zur  Fahrpreisermäßigung  aaf  der 
Bahn  berechtigten  Legitimationen  anerkannt. 

Eisenbahntarif-Ermäßigung  für  Rigaer  Ausstellungsgut.  Das 
lettische  Verkehrsministenum  hat  die  Tarife  für  Ausstellungsgut  um  25% 
ermäßigt.  Für  Aussteller  und  Besucher  der  Messe  ist  zwar  keine  besondere 
Eisenbahnermäßignng  vorgesehen,  jedoch  kommen  ihnen  die  herabgesetzten 
Eisenbahn- Fahrpreise  im  Laufe  des  Sommers  zugute. 


iE 


Verbände. 

Verband  Deutscher  Elektrotechnischer  Porzellanfabriken. 
In  die  Geschäftsführung  des  Verbandes  ist  mit  dem  1.  5.  22  neben 
errn  Dr.  Huth,  Herr  Dr.  Folz  als  zweiter  Geschäftsführer  eingetreten. 
Der  Verein  sächsischer  Tafelglashütten,  Dresden,  teilt  mit,  daß 
die  Verkaufspreise  der  Liste  vom  27.  1.  sich  mit  Wirkung  ab  22.4.  22 
mit  120%  Aufschlag  verstehen.  Dies  kommt  einer  neuerlichen  Preis- 
erhöhung von  etwa  22°/0  gleich. 

Die  Vereinigung  Schleeisch-Lansitzer  Tafelglashfitten  hat  den 
Teuerungszuschlag  ab  22.  4.  von  80  auf  120%  erhöht. 

Die  Preise  für  Matt-  nnd  [Mousselinglas  sind  seitens  der  Hütten 
um  etwa  JI  35  je  qm  ab  24.  4.  heraufgesetzt  worden. 

Der  Verein  Deutscher  Farbenglaswerke,  G.  m.  b.  H ,  Berlin,  hat 
gleichfalls  die  Preise  vom  1.4.  22  am  22%  erhöht. 

Die  Osramgesellschaft  m.  b.  H.  Komm.. Ges.  hat  den  Teuerungs- 
Zuschlag  für  luftleere  und  gasgefüllte  Metalldrahtlampen  von  550  auf 
700  o/0,  für  Glimm-,  Taschen-  und  Telephonlampen  von  650  auf  800% 
für  Heizlampen  von  1000  auf  1600%  erhöht.  —  Die  Gesellschaft  hat  m 


Gemeinschaft  mit  den  maßgebenden  Abnehmerverb äuden  die  neuen  Ver- 
kaufsbedingungen für  Großhändler  nnd  Wiederverkäufer  fertiggestellt  and 
bringt  solche  zum  Versand. 

Leipziger  Mustermesse-Verband  (früher  Verband  der  Aussteller 
der  Leipziger  Großmesse).  Eine  außerordentliche  Versammlung  findet 
am  20  5  ,  3  7a  Uhr  n  ,  in  der  Handelskammer  za  Berlin,  Dorotheenstr.  8, 1, 
Zimmer  13,  statt.  Mitgliedskarte  für  1922  dient  als  Ausweis.  T.-O. : 
Eröffnung  und  Bericht  durch  den  Vorsitzenden  Herrn  Löffler;  Meßmieten 
und  Mieteverträge;  Werbebeilage  zur  Auslandspropaganda  (Mietesteuer); 
Angriffe  in  der  Presse  auf  den  Verband ;  Antrag  betr.  korporativen  Anschluß 
au  den  Rsichsverband  Deutscher  Messen;  Satzungsänderungen ;  Er- 
höhung des  Mitgliedsheitrages;  Verschiedenes. 

Firmenregister. 

Deutschland. 

Porzellanfabrik  zu  Kloster  Veilsdorf,  Klo3ter  Veilsdorf.  Ji  1,5  MilJ. 
Vorzugsaktien  sind  in  Stammaktien  umgewandelt  worden.  Die  Kapitals- 
erhöhung um  Ji  1,5  Mill.  Vorzugsaktien  auf  jt  5  Mill.  ist  erfolgt. 

Vereinigte  Porzellanwerke  zu  Lübeck,  A-G.,  Lübeck.  Der  Gegen- 
stand des  Unternehmens  ist  wie  folgt  erweitert  worden:  Die  Gesellschaft 
kann  außer  der  Fabrikation  and  dem  Vertrieb  von  anderen  Erzeugnissen 
der  Porzellanindustrie  sich  an  anderen  Unternehmungen,  die  mit  der 
Porzellanindustrie  oder  der  Elektroindustrie  im  Zusammenhang  stehen,  in 
jeder  zulässigen  Form  beteiligen,  auch  dureh  den  Handel  mit  Aktien  oder 
Geschäftsanteilen  an  Unternehmungen  aus  dem  Gebiet  der  Porzellanindustrie 
und  der  Elektrotechnik. 

Meißner  Ofen-  und  Porzellanfabrik  (vorm.  C.  Teichert),  Meißen.  Die 
Kapitalserhöhang  am  ./,'  2,5  Mill.  Stamm-  and  ji,  0,2  Mill.  Vorzugsaktien 
auf  Ji  7,5  Mill.  ist  durchgeführt. 

Biedel  &  Fleßa,  Schönwald.  Kaufmann  Bichard  Agier  ist  als  weiterer 
Gesellschafter  eingetreten. 

Oskar  Schaller  &  Cie.  in  Liqn.,  Schwarzenbach  a.  S.  Liquidation 
and  Vertretungsbefugais  des  Liquidators  sind  beendigt  Die  Firma  ist 
erloschen. 

Bayerische  Porzellankunst,  G.  m.  b.  H.,  München.  Augast  Beaavais 
ist  nicht  mehr  Geschäftsführer. 

Nikolaus  Kißling,  Vegesack.  Nikolaus  Kißling  ist  verstorben  und 
die  Gesellschaft  hierdurch  aufgelöst  worden.  Da«*  Geschäft  wird  von  dem 
bisherigen  Gesellschafter  Josef  Ehrenberg  unter  Uebernahme  der  Aktiven 
und  Passiven  unter  anveränderter  Firma  fortgeführt.  Kaufmann 
Karl  H  A.  Brand  ist  unter  Erlöschen  seiher  Prokura  als  persönlich  haftender 
Gesellschafter  eingetreten.  / 

Deutsche  Ton-  &  Steinzeugwerke,  A.-G.,  Charlottenburg.  Direktor 
Dr.  Dr.  Fe.: ix  Singer  wurde  in  den  Vorstand  berufen.  Er  ist  in  Gemein- 
schaft mit  einem  Vorstandsmitglied  oder  einem  Prokuristen  vertretungs- 
befugt. Ingenieur  Wilhelm  Letz  und  Kaufmann  Georg  Hesse  haben 
Gesamtprokura. 

Simon  Peter  Gerz  I,  G.  m.  b.  H.,  Höhr.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen 
Johann  Uebeiacker  wurde  Konsul  Hans  Aschoff  zum  Geschäftsführer  ernannt. 

Rheinische  Steinzeugwerke,  G.  m.  b.  H.,  Köln.  Die  Gesellschaft  ist 
aufgelöst.  Liquidator  ist  Direktor  Wilhelm  Henemann.  Die  Prokaren 
von  Artur  Vogt  und  Karl  Heidenreich  sind  erloschen. 

Severin  &  Cie.,  Bünde.  Die  Kaufleute  Karl  Kaufmann  und  Artur 
Keim  haben  Prokura.   Die  Firma  lautet  jetzt:  „A.  Saverin  &  Co." 

Franz  Malmendier  &  Sohn,  Kachelofen-Frischluftheizung,  Duisburg. 
Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  Kaufmann  Franz  Malmendier  und 
Ofensetzer  Carl  Malmendier. 

Lugknitzer  Tonwarenfabrik  Kanter  &  Co.,  Lugknitz.  Die  Firma 
ist  erloschen. 

Somsg  Sächsische  Ofen-  und  Wandplatten- Werke,  A.-G.,  Meißen.  Die 
Kapitalserhöhung  um  M  2  Mill.  Stamm-  und  Ji  0,2  Mill.  Vorzugsaktien 
auf  Ji  6,5  Hill  ist  erfolgt. 

Vereinigte  Töpfermeister  für  Ostpreußen,  G.  m.  b.  H.,  Gambinnen. 
Die  Vertretungsbefugnis  der  Jvqaidatoren  ist  beendet. 

„Reußengrube",  A.-G.,  Kretzschwitz.  Die  Kapitalserhöhang  am 
Jt  0,6  Mill.  auf  Ji.  1,8  Mill.  ist  durchgeführt. 

F.  Ad.  Richter  &  Cie.,  A-G.,  Baukastenfabrik,  Rudolstadt,  Oskar 
von  Eicken  hat  Gesamtprokura  mit  einem  Vorstandsmitglied.  Das  Grund- 
kapital ist  um  Ji  3,75  Mill.  auf  JL  7,5  Mill.  erhöht. 

Glaswerke  Sachsenhütten,  G.  m.  b.  H  ,  Bischof swerda.  Büroohef 
Emil  Steiger  nnd  Buchhalter  Georg  Neumeister  haben  Gesamtprokura. 

Tafelglashütte  „Hansa"  Inhaber  Johannes  Vieweg,  Carlshöfen  bei 
Gnarrenburg.   Ingenieur  Wilhelm  Dieckmann  hat  Prokura. 

Niederrheinische  Glasfabrik  L'icking  und  Lsrenz,  G.  m.  b.  H., 
Kapellen- Wevelinghoven.  Die  Vertretungsbefugnis  dos  L'qaidators  ist 
beendet,  die  Firma  erloschen. 

H.  Lamprecht,  Glasfabrik,  Immenhausen.  Kaufmann  Friedrich  Haake 
hat  für  den  Betrieb  der  Zweigniederlassung  ImmenhauBen  Prokura. 

Otto  Oesterreicher,  Liebau.  Inhaber  ist  Fabrikbesitzer  Otto  Oester- 
reicher. , 

„Guß-  &  Tafesglashütten,  A.-G.,  vorm.  Paul  Müller  &  Co,  Nieder- 
putzkau.   Die  Kapitalserhöhung  um  Ji  1  Mill.  auf  M  3  Mill.  ist  erfolgt. 

W.  Hirsch,  A-G  für  Tafelglasfabrikation,  Radeberg.  Die  Kapitals- 
erhöhung um  M  1,8  Mill.  Stamm-  und  Ji  0,4  Mill.  Vorzugsaktien  auf 
jt  5,8  Mill.  ist  durchgeführt. 

H.  Heye  Glasfabrik,  Sjhauenstein.  Die  Einzelprokura  des  Direktors 
Ernst  Delion  ist  erloschen.   Direktor  Rido  Mövius  hat  Einzelprokura. 

Christian  Eichhorn  &  Söhne,  Steinach.  Kaufmann  Albert  Eichhorn 
ist  als  persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten.  Er  ist  zur  Ver- 
tretung ermächtigt.   Seine  Prokura  iat  erloschen. 


—  Hr.  10 


SPRECH SAAL  -  COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


Wittener  Glashütten,  A.-G.  in  Liq.,  Witten.    Die  Liquidation  ist 
beendet,  die  Firma  erloschen. 

„Triumph",-  Schockglas-Fabrikation,  G.m.b.H.,  Berlin.  Die  Firma 
lautet  jetzt:  „Nordekla  Norddeutsche  Klarglas-Gesellschaft  m.  b.  H."  An 
Stelle  des  ausgeschiedenen  Alfred  Schneider  wurde  Kaufmann  Erich  Dieterich 
zum  Geschäftsführer  bestellt. 

•Berliner  Glas-  und  Spiegel-Manufaktur,  A.-G.,  Berlin.  Kaufmann 
Georg  Schulyater  ist  nicht  mehr  Vorstand. 

Thermos-A.G.,  Berlin.   Die  Kapitalserhöhung  um  Ji  0,95  Mill.  auf 
M  -2  Mill.  ist  durchgeführt. 

Sommer  &  Kern,  G.  m.  b.  H.,  Friedersdorf.   Frau  Sophie  Kern,  geb. 
Barheuer,  hat  Prokura. 

Weckotherm,  A..-G.,  Schmiedefeld,  Kr.  Schleusiogen.  Der  Sitz  ist 
nach  Frankfurt  a.  M.  verlegt  worden.  Fabrikation  und  Handel  von  Ein- 
kochthermometern. Grundkapital:  M  100  000.  Vorstand  ist  Fabrikant 
Alois  Karolag.  Paul  Ostermann  und  Walter  Langhoff  sind  aus  dem  Vor- 
stand ausgeschieden. 

Ernst  Kern,  Glasinstrumente  und  Thermometer,  Friedersdorf  bei 
Jlmenau  i.  Taür, -Hamburg.  Die  Gesellschafter  Schonebobm  und  Kern 
sind  ausgeschieden;  gleichzeitigv  ist  Kaufmann  Erwin  A.  E.  Straatmann 
als  persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten.  Die  Gesellschaft  wird 
unter  der  Firma:  „Spezialhaus  für  chirurgisch-medizinische  Instrumente 
Otto  &  Straatmann"  fortgesetzt. 

Fiitz  Glatt  jung,  Konstanz.  Glas-  und  Spiegelgroßhandlung,  Glas- 
schleiferei, Spiegelbelegerei,  Glasmalerei.  Inhaber  ist  Kaufmann  Fritz 
Glatt  jung. 

Deutsche  Glas-Dekcraticn  und  Kunstgewerbliche  Anstalt  Gebauer  & 
Comp,  Leipzig.  Die  Fiima  lautet  künftig:  „Gebauer  &  Comp,  Kunst- 
anstalt". 

Optische  Glasschleifern  Julius  Ernst  Sill,  Nürnberg.  Fabrikant 
Hanz  fiorr  :ist  als  persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten.  Seine 
Prokura  ist  erloschen. 

Edmund  Graf,  Oberweißbach.  Inhaber  ;ist  Glaswarenfabrikant 
Edmund  Graf. 

Franz  R.  Kirchner,  Stützerbach,  W.-A.  Die  Geschäftsführer  Fritz 
Kirchner  und  Rdnfcold  Liebetrau  haben,  Einzelprokura.  Die  Prokura 
von  Bichard  Marowski  ist  erloschen. 

Verband  der  Glasindustriellen  der  Grafschaft  Glatz,  G.  m.  b.  H, 
Glatz.  Föiderung  der  Glas-  bezw.  Kristallglasindustrie  der  Grafschaft 
Glatz  und  der  Interessen  der  einzelnen  Gesellschafter  in  allen  wirt- 
schaftliehen Fragen,  d.  h.  Wahrnehmung  der  Interessen  gegenüber  den 
Behörden,  Erzielung  angemessener  Verkaufspreise  und  allgemeiner  Ver- 
■>  kaufs-  und  Zahlungsbedingungen  für  das  In-  und  Ausland,  Einführung 
von  Maßnahmen  zur  Verhinderung  der  Ueberproduktion,  soweit  sie  durch 
das  gesamte  Interesse  der  Glas-  bezw.  Kristallglasindustrie  geboten  ist, 
Wahrung  deB  Urheberschutzrechts,  Wahrnehmung  der  Arbeitgeberinteressen 
innerhalb  der  Gesellschaft  und  gegenüber  den  Arbeitnehmern  und  deren 
Organisationen.  Stammkapital:  M.  20  000.  Geschäftsführer  ist  Rechts- 
anwalt Dr.  Arnold  Stiller.  Die  Gesellschaft  besteht  bis  zum  31.  3.  24. 
Sie  verlängert  sich  stillschweigend  jeweils  um  3  Jahre  für  diejenigen  Ge- 
sellschafter, welche  nicht  spätestens  6  Monate  vor  Ablauf  der  Gesellschaft 
aufkündigen,  wenn  die  Zahl,- der  kündigenden  Gesellschafter  weniger  als 
V*  aller  Mitglieder  beträgt.  . 

A-G.  Adolph  H.  Neufeldt,  Metallwarenfabrik  und  Emaillierwerk, 
Elbing.  Das  Grundkapital  ist  um  M  Z$  Mill.  auf  M  3,047  Mill.  erhöht. 
'  Emaillierwerk,  A.-G.,  Fulda.  Die  Prokura  des  Willy  Knabe  ist 
erloschen. 

Gebrüder  Wandesieben,  jjtromberg.  Zu  weiteren  Geschäftsführern 
wurden  Direktor  Max  Bachmann  nnd  Oberingenieur  Paul  Kno blich  be- 
stellt. 

Brandes  &  Schwartz,  Hamburg.  Die  Prokura  der  Ehefrau  Schwartz, 
|  geb.  Blaß,  ist  erloschen. 

GlaB- Handels- Gesellschaft  m.  b.  H,  Forst  (Lausitz).  Die  Ver- 
tretungsbefugni8  des  Kaufmanns  Wolfgang  Mader  ist  erloschen.  Alleiniger 
Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Walter  Pfitzner. 

Glühlampen-Versand  „Union"  Heinrich  Groß,  Leipzig  (Sophien- 
Btraße  12).  Handel  mit  elektrischen  Bedarfsartikeln.  Inhaber  ist  "Kauf- 
mann Friedrich  H.  Groß. 

Glasindustrie  „Hansa",  Stoeimer,  Letmathe  &  Co.,  Bremen.  August 
F.  W.  Letmathe  ist  ausgeschieden.  Die  Firma  lautet  jetzt :  „Glasindustrie 
„Hansa"  Th.  Stoermer  &  Co." 

Wilhelm  Letmathe,  Bremen  (Langenstraße  101).  Hohlglashandlung. 
Inhaber  iot  Kaufmann  August  F.  W.  Letmathe. 

Bernhard  Krause,  Porzellan-,  Glas-  und  Haushaltungsgeschäft,  Lehe. 
Die  Niederlassung  ist  nach  Geestemünde  verlegt. 

Karlsbader  Porzellan- Niederlage  Woclaw  BadomBki,  Berlin.  Die 
Firma  ist  erloschen. 

Fritz  Miytr,  Glas  &  Porzellan  Geschäft,  Hannover.  Kaufmann  Karl 
Meyer  ist  als  pertönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten.  Seine 
Prokura  ist  erloschen.  ■ 

Bichard .  Kröger,  Eisenwaren,  Haus-  und  Küchengeräte,  Berlin- 
Lichtenberg.    Inhaber  ist  Kaufmann  Richard  Krüger. 

Palm  &  Baer,  Berlin.    Martin  Jsraelowitz  hat  Prokura. 

Piebl  &  Fehling,  S  biffuhrtkontor,  G.  m.  b.  H.,  Lübeck.  Kaufmann 
Friedrich  W.  Dirks  hat  Prokura. 

Patent-Treuhand-GeseJluchaft  für  elektrische  Glühlampen  m.  b.  H  , 
Berlin.   Dr.  Paul  Herme  hat  Proknra  mit  einem  Geschäftsführer. 

Radeberger  Glasgroßhandlung  Eduard  Hirsch  &  Co.,  G.  m.  b.  H„ 
Radeberg.  Bin-  und  Verkauf  von  Glas  und  verwandten  Artikeln.  Stamm- 
kapital: jK  *«00e.   Selbständig  vertretungsbefugte  öesehäftstübrer  sind 


Glashändler  Viktor  A  E.  Hirsch  und  die  Kaufleute  Artur  F.  Gommlich 
und  Alfred  B.  Greiner. 

Vüleroy  &  Boch,  Mosaiklagpr,  München.  Gesellschafterin  Helene  Frei- 
frau von  Zedlitz  ist  ausgeschieden,  gleichzeitig  ist  Georg  Freiherr 
von  Zedlitss  und  Leipe  unter  Ausschluß  der  Vertretungsbefugnis  als  Gesell- 
schafter eingetreten. 

Deutsche  Glasmaschinengesellschaft  m.  b.  H.,  Celle  (bisher  Hannover- 
Linden).  Stammkapital  Jl  1,8  Mill.  Geschäftsführer  sind  Techniker 
Johann  Mainzer  und  Kaufmann  Ludwig  Ahrens.  Sie  Bind  nur  gemeinsam 
oder  einzeln  in  Gemeinschaft  mit  einem  Prokuristen  vertretungsbefugt. 

Walther  Feld,  Keramisch  Chemische  Werke,  Höuningen  a.  Rh.  Die 
Firma  ist  erloschen. 

Graphitbergwerk  Bayern,  G.  m.  b.  H.,  Untergriesbach.  Die  Gesellschaft 
ist  aufgelöst.   Liquidator  ist  Rechtsanwalt  Dr.  Ludwig  Freundlich. 

Hermann  T.  Padelt,  Leipzig.  Der  Inhaber  Padelt  führt  die  Vor- 
namen Gustav  Hermann  Traugott.    Erika  Padelt  hat  Prokura. 

Oesterreich. 

A  G.  für  Glas-  und  optische  Industrie,  Wien.  Das  Aktienkapital 
beträgt  nunmehr  Kr.  50  Mill. 

Kunstgewerbliche  Anstalt  für  Schildermalerei,  Glasätzerei  und  Glas- 
schleifern „Oster",  G.  m  b  H,  Wien.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen 
KarL  Czeschka  wurde  Kränz  Jäkel  als  Geschäftsführer  bestellt.  Stell- 
vertretender Geschäftsführer  ist  Karl  Czeschka. 

Gesellschaft  für  Wärmewirtschaft  m.  b.  H,  Pohnsdorf.  Stammkapital:. 
Kr.  500  000  Selbständig,  vertretungsbefugte  Geschäftsführer  sind  Marie 
Kackstein  und  Georg  Hillbricht. 

Oberdorfer  Magneüt-Werie,  G.m.b.H.,  Wien.  Ing.  Eduard  Snpan. 
ist  als  Geschäftsführer  ausgeschieden.  Nunmehriger  Geschäftsführer  ist 
Dr.  Edmund  Berndt-Bergrath.   

Tschechoslowakien, 

Kristallglas-  und  SipboufUschenfabrik,  Feigl,  Moiävek  &  Cie.,  G.  m. 
b  E  ,  Libochowitz.  Die  Gesellschaft  befiüdet  sich  in  Liquidation.  Liqui- 
datoren sind  Dr.  jur.  Maximilian  Zävesljy,  Järoslav  Simek  und  Ladislav 

Moiä?ek. 

Böhmische  Glasfabriks-A.  G.,  Prag.  Verwaitungsrat  Josef  Fischer 
und  Dr.  med.  Ernst  Fuchs  sind  ausgeschieden. 

A.  Heide  &  Söhne,  B.-Kaninitz.  Glasraffinerie.  Arthur  und  Arnold 
Heide  sind  als  pertönlich  haftende,  selbständig  vertretungsbefugte  Gesell- 
schafter eingetreten. 

Stella,  tovärna  hodinkovych  a  öptickych  ekel  a  bruu'rna  skia  v  Praze, 
spol.  s.  r.  o.  (Stella,  Erzeugung  von  Uhr»  und  optischen  Gläsern  und  Glas- 
schleifern in  Prag,  G.  m.  b.  H.J,  Prag.  Das  Stammkapital  beträgt  jetzt 
Kc  1,4  Mill. 

„Elektra"  akeiova  tovarna  na  2ärovky  („Eektra",  Gltthlampenfabrik, 
A  -G.),  Prag-Karl iu.  An  Steile  der  aussiescniedenen  Dr.  Frantisek  Malinsky, 
Dr.  Ladislav  Sourek  und  Frantisek  Udrzal  wurden  Josef  KaBr/ärek,  Dr. 
Wilhelm  Nessel  und  Dr.  Vaclav  Kubr  in  den  Verwaltungsrat  berufen. 

„Osram".  akc.  spol.  („Oram",  A.-G),  i*rag.  An  Stelle  der  aus- 
geschiedenen Dr.  Iuwald  und  Dr  Nebesär  wurden  Ing.  Karl  Stehr  und  Dr. 
Vaclav  Boucek  in  den  Verwaltungsrat  berufen.  1 

Gablonzer  KompositioDsbrennerei  und  Glashandel  Horn,  Hollmann 
&  Wüdner,;  G.  m.  b.  H.,  Gablonz.  Richard  Horn  und  Anton  Wildner 
sind  nicht  mehr  Geschäftsführer. 

„Fenestra",  prodejna  spojenych  to\ären  tabulo\eho  skia,  spol  s.  r.  o 
(„Ferestra",  Verkaufsgesejlschaft  vereinigter  Tafelglasfabriken,  G.  m.  b.  E), 
Prag,  Stammkapital:  Kc  500  000.  Geschäftsführer  ist  Dr.  jur.  Rudolf 
Ekstein. 

Magyar  Zcmäuc-  ea  Femärogyär  r.  t.  Ligetfalu  (Ungarische  Email- 
und  Metallwarenfabrik,  A.-  G ),,  Petrzalka.  Die  Firma  lautet  jetzt :  „Emaii- 
und  Metallwarenfabrik,  A.-G.  in  Ligetfalu".  Otto  Zucker  und  Fäl  Benea 
sind  aus  der  Direktion  ausgeschieden.  Die  Prokura  von  AgoBton  Lengsfeld 
ist  erloschen.   L 

Jugoslawien. 

Novigradska  tvomica  glinene  robe  d.  d.  (Novigrader  Tonwarenfabrik, 
A.-G.),  Zagreb.    Präsident  der  Direktion  ist  Rajmun  Fanton. 

Prva  srpsko-f;eBka  fabrika  ogledala  i  radnja  za  obradjivanje  stakla 
Josifa  Spihala  i  OsKara  Jarolimoka  (Erste  serbisch- rechis  che  Spiegelfabrik 
und  Gles-Bearbeitunas-Unternehmen  d.  Josif  Spihai  u.  Oskar  Jarolimok), 
Beögrad. 

„Svetla"  d.  d.  za  zarnice  in  elektrotehniko  („Svetla",  A.-G.  für 
Glühlampen  und  Elektrotechnik),  Ljnbljana.  Aktienkapital:  K  1  Mill. 
Verwaltungsrat:  Dr.  Juro  Adlesic,  Mian  Bogady,  Dr.  Mirko  Bosic,  Ing. 
DuBan  Saruec,  Dr.  Jvan  Slokar. 

Rudolf  Vlaiceric,  Jakov  Altaras  i  drug.  (Rudolf  Vlaicevic,  Jakov 
Altaras  &  Co.),  Split.  Spiegel-  und  Glasschleifern.  Persönlich  haftende 
Gesellschafter  sind  Rudolf  Vlaicevic  Joripov,  Jokov  Altaras  Rahaminov  und 
Abel  Zavorovic  pok.  Ante. 

Stojanovic,  Milojevic  i.  Korn.  (Stojanovic,  Milojevic  &  Co ),  Beograd. 
Kolonial-  und  Glaswarenhandlung.  Sfccjan  Chaci  Tomic  ist . ausgeschieden. 
Nunmehrige  Gesellschafter  sind  Dusan  Stojanovic,  Milovan  Z.  Milojevic 
und  Mihojlo  8.  Pavlovic. 

Jiratja  G.  Zuuana  (BiUder  G.  Zunan),  Beograd.  Glas-  und  Por- 
zellanwartnhandlung.  Derzeitige  Gebellschatter  sind  Samuilo  G.  Zunana, 
Mevorach  G.  Zunana  und  lsak  G.  Zunana. 

Bratja  St.  Petrovic  (Brüder  St.  Petrovic),  Prokupl.je.  Kolonial- 
Glas-  und  Manufakturwarenhandel.  Pertönlich  haftende  Gaiellichftfte, 
Bind  Jovan  St.  Petrovic  und  Svetozar  St.  Petrovic.  , 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  -  COBURO. 


Fragfekasten  des  Sprechsaal. 

Keramik. 

72.  Unsere  blauen  Glasuren  sind  alle  ultramarinblau.  Wie  wird 
eine  schöne  feurige  dunkelblaue  Glasur  >  erzeugt?  Außerdem  möchten  wir 
noch  eine  violettblaue  und  bordeauxrote  Glasur  herstellen.  Wir  erzeugen 
Blumenvasen  nach  dem  Gießverfahren.  Dis  Masse  brennt  sich  gelblich- 
weiß  und  besteht  aus  ff.  Ton,  Sand  und  10  %  Marmor.  Verglüht  wird  bei 
SK  ,010  a,  glatt  gebrannt  im  Muffelofen  bei  SK  05  a  Die  blaue  Glasur 
ist  haarrißfrei  und  besteht  aus :  . 

Mennige:   24,0  Gew.-T. 

Quarz  .    :  .    .    .    11,5       „  , 

Kaolin  .    .   ......    ...    .     4,3  „ 

Kobaltoxyd  BKO  ........     0,5  „ 

Brate  Antwort:   Hocbglänzende  Glasuren  für  SK  05a  erhalten 
Sie,  wenn  Sie  den  Glasurversatz  nicht  als  Kohglasur,  sondern  gefrittet 
verwenden  und  ihm  außer  Mennige    als  Flußmittel    auch    Borax  oder 
BorBäure  zusetzen.  Nachstehend  ein  bewährter  Versatz  für  Dunkelblau: 
Mennige   .    .   ...   .    .    .   .   „  .   53,5  Gew.-T. 

Qaarz   10,5  „ 

Borax  ............    10  „ 

Feldspat   .   16  „ 

Kaolin      ...........    10  „ 

Marmor  13  „ 

Kobaltoxyd   3,7  „ 

Eisenoxyd   .,   .     0,5  „ 

Die  Mischung  wird  gefrittet  und  dann  folgender  Mtihlenversatz 
zusammengestellt: 

Fritte    .    .   500  Gew.-T. 

Mennige    .    .    .   .    .  .  .  320  „ 

Kaolin   20  „ 

I  '  Feldspat   96  „ 

.    Quarz    ...    .    .    .    .    ,    ,   .    .  64  „ 

Für  violette  und  bordeauxrote  Glasuren  können  Sie  denselben  Versatz 
verwenden,  nur  müssen  die  färbenden  Oxyde  in  einem  anderen  Verhältnis 
zugesetzt  werden,  und  zwar  für  Violett : 

fr    Kobaltoxyd   .   .   2  Gew.-T. 

.   Mangancxyd   1 

Eisenoxyd   0,2  l 

Bordeauxrot: 

Kobaltoxyd  ;    ....    1,0  Gew.-T. 

Manganoxyd   .  •  3(0  B 

73.  Der  uns  zur  Verfügung  stehende  rote  TonJhat  folgende  Zu- 
sammensetzung : 

l\.      '    SiOt    53,48% 

i  Al203  ...    .    .    .   .    .  .  24,36% 

FetOa  ..-5,74%  , 

\  CaO.  .......  2,10°/0 

MgO  .   ....   .   .   .   .   .   .    .  ..   .     0,83 Vo 

i  Glühverlust  12,38  % 

'Trotz  aller  angewandten  Mittel,  wie  langsames  Trocknen,  Zusatz  von 
Magerungsmitteln,  Sand,  Biskuitmehl,  auch  beides  zusammen  bis  zw' 50%,- 
haben  wir  bei  den  Kacheln  und  großen  Einmachetöpfen  bis  zu  60  %  Bruch. 
Die  Töpfe 'werden  auf  dem  Exzenter  geformt  und  haben  Bodenrisse ; 
die  Kacheln  werden  auf  Kachelpressen  hergestellt.  Wo  ist  der  Fehler  zu 
suchen?  Der  Ion  wird  geschlämmt.  Läßt  sich  derselbe  auch  zum  Gießen 
verwenden  ?  Auch  bitten  .wir  um  Angabe  einer  gut  deckenden  weißen  und 
rissefreien  Glasur  für  SK  013a— 011a.  Ein  Aescher-  und  Fritteofen 
steht  nicht  zur  Verfügung,  könnte  aber  ev.  gebaut  werden. 

,  Erste  Antwort:  Das  Beißen  des  Tones  können  Sie  dadurch 
verhindern,  daß  Sie  ihn  weniger  fein  schlämmen,  ihn  also  Bandhaltiger 
lassen.  Außerdem  müssen  Sie,  wenn  Sie  haarrissefreie  Schmelzglasuren 
erzielen  wollen,  den  Ton  beim  Schlämmen  mit  kohlensaurem  Kalk  in 
Form  von  Kreide  verBeizen.  Eine  Masse  für  Schmelzglasuren  muß  be- 
kanntlich 25—30%  kohlensauren  Kalk  enthalten;  Massen  mit  weniger 
Kalk  sind  für  Schmelzglasuren  nicht  geeignet.  —  Durch  den  Zusatz  von 
Kalk  verringern  Sie  auch  die  Plastizität  des  Tones  und  begegnen  auch 
damit  dem  Beißen  desselben.  —  Nachstehend  ein  Versatz  für  eine  gut 
deckende  weiße  Schmelzglasur: 

Aescher,  1  Zinn:  4,3  Blei  168  Gew.-T. 

Salpeter   6 

Feldspat   16      "  \  ~ 

Kaolin  .   .      3  , . 

Magnesit   1 

Sand  von  Fürstenwalde  180  " 

Kochsalz    .    .    .    .    ,  10 

Der  Versatz  wird  in  sogenannten  Sahmelzöfen  gefutust,  die  Fritte, 
der  Schmelz,  dann  zerkleinert  und  ohne  weitere  Znsätze  gemahlen.  Das 
Aeschern  geschieht  ebenfalls  in  besonderen  Aeschermuffeln.  Wenn  derartige 
Oefen  und  Muffeln  nicht  vorhanden  sind,  empfehle  ich  Ihnen,  die  Glasur 
in  einer  GlaBurfabrik  anfertigen  zu  lassen  oder  ähnlich  zusammengesetzte 
Glasur  fertig  zu  bezifhen.  ,  Der  Bau  der  Oefen  ist  jetzt  mit  sehr  großen 
Unkosten  verbunden  und  rentiert  sich  nur,  wenn  der  Verbrauch  an  Sctimelz- 
glasur  ein  großer  ist. 

2 weite  Antwort:  Das  Beißen  der  Kacheln  und  Einmachetöpfe 
dürfte  weniger  an  der  chemischen  Zusammensetzung  des  Tones  liegen, 
wie  aD  seinen  physikalischen  Eigenschaften  Bowie  an  seiner  Verarbeitung 
bezw  Verformung  und  weiteren  Behandlung.  Mit  Sicherheit  läst  sich  die 
Fehlerquelle  nur  an  Ort  und  Stelle  feststellen,  ebenso  kann  man  aus  der 
Ferne  nicht  ohne  weiteres  sagen,  ob  der  Ton  sich  zum  Gießen  eignet  und 
welche  ^ätze  er  dafür  erhalten  müßte.  Es  ist  überhaupt  leicht  möglien, 
daß  er  für  die  Kachel-  und  Topfpresserei  zu  mager  ist  nn*  eine  Zu- 
mischung eines  feUui  Tones  eifmdeit. 


74.    Wer  liefert  Leuchtfarben  für  Porzellandekore?' 

Antwort:  Wegen  Leuchtfarben  wenden  Sie  sich  aa  E,  de  Haen 
ehem.  Fabrik  „List",  G.  m.  b.  H.  in  Seelze  bei  Hannover,  Bachler  &  Co  in 
Braunschweig,  Leppin  &  Masche  in  Berlin,  SO.  16,  E,  Merck  in  Darmstadt' 

•.  51  -  Wieviel  Liter  Gas  muß  1  kg  vorgetrocknete  Kohle  liefern,  um 
sie  in  Generatoren  für  die  Beheizung  eines  Glasofens  vergasen  zu  können? 

Erste  Antwort:  Es  ist  nicht  gerade  bestimmt,  daß  bei  der  Be- 
heizung eines  Glasofens  mit  Generatorgas  1  kg  Kohle  eo  und  soviel  Liter 
Gas  liefern  muß,  um  in  Generatoren  vergast  werden  zu  können,  denn  man 
kann  auch  minderwertige  Kohle  vergasen,  nur  mit  dem  Unterschied  daß 
größere  Mengen  davon  verbraucht  werden.  Von  einer  guten  Braunkohle 
mit  5000  W.-I.  wird  bedeutend  weniger  gebraucht  als  von  einer  minder- 
,  wertigen  mit  nur  2500  W.-E.  Dagegen  wird  von  einer  Steinkohle  von 
6500  W.-E;  noch  Weniger  verbraucht,  als  von  der  Braunkohle  von  geringerem 
Heizwert.  Hat  man  nur  eine  Kohle  von  niedrigem  Heizwert  zur  Ver- 
fügung, so  müssen  statt  zwei  Generatoren  deren  drei  angelegt  werden 
um  die  nötige  Hitze  im  Schmelzofen  zu  erzeugen.  Um  eine  gute  Braun- 
kohle zu  vergasen,  sind  nur  zwei  Generatoren  nötig;  100  kg  böhmische 
Braunkohle  ergeben  etwa  28  cbm  Generatorgas..  Ein  richtig  konstruierter 
Glasofen  erzeugt  bei  sachgemäßer  Bedienung  mit  1,2  kg  Kohle  1  kg  Glas. 
Die  zum  Vergasen  bestimmte  Kohle  wäre  zweckmäßig  vorher  auf  ihren 
Heizwert  zu  untersuchen  und  danach  die  Generatoren-Anlage  einzurichten. 
Um  nicht  unnötige  Geldausgaben  zu  haben,  wäre  es  am  besten,  sich  mit 
einem  Fachmann  in  Verbindung  zu  setzen,  der  an  Ort  und  Stelle  die  Ver- 
hältnisse prüft. 

Zweite  Antwoxt:  Ihre  Frage  ist  nicht  recht  verständlich! 
Um  zu  entscheiden,  ob  eine  Kohle  sich  vorteilhaft  zur  Beheizung  eines 
Glasschmelzofens  eignet,  muß  man  zunächst  ihren  Heizwert  kennen.  Im 
frinzip  lassen  sich  alle  Brennstoffe  verwenden,  von  der  besten  Steinkohle 
bis  herab  zur  jüngsten  Bohkohle,  aber  natürlich  müsseh  die  Gaserzeuger 
der  Beschaffenheit  und  dem  Verhalten  "des  Brennstoffes  angepaßt  sein 
Eine  andere  Frage  ist  die,  ob  sich  ein  Brennstoff  gegenüber  einem  anderen 
noch  rationell  verwerten  läßt.  Enthält  z.  B.  eine  Kohle  sehr  viel  ' 
Feuchtigkeit  oder  gibt  sie  beim  Vergasungsprozeß  viel  unverkennbare 
Bttckstände,  so  verträgt  diese  Kohle  keine  höhen  Frachten  und  Anfuhr- 
kosten. So  kann  sich  ein  Brennstoff,  der  d#pelt  und  dreifach  so  teuer 
ist  wie  eine  Kohle  jüngerer  Formation,  in  diesem  Falle  für  den  Betrieb 
bedeutend  günstiger  stellen,  wie  eine  scheinbar  billige  Kohle  Z  B 
können  100  kg  Steinkohle  370  cbm  Gas  liefern,  während  100  kg  Braun- 
kohle nur  280  cbm  ergeben. 1  Der  Fabrikant  muß  demnach  genau  aus- 
rechnen, bei  welchem  Brennstoff  er  am  besten  fährt. 

Dritte  Antwort:  Wieviel  Liter  Gas  1  kg  Kohle  liefert,  hängt 
ganz  von  deren  Zusammensetzung  und  den  sonstigen  äußeren  Umständen 
ab.  Es  läßt  sich  deswegen  unmöglich  eine  allgemeine  gültige  Angabe  - 
machen.  Im  Durchschnitt  liefert  1  kg  Steinkohle  300  1  und  1  kg  Braun- 
kohle 250  1  Gas.  DieBes  Volumen  gilt  aber  nur  für  0»  Temperatur 
während  es  sich  bei  einer  Temperaturerhöhung  von  je  273°  ,um  seinen 
ursprünglichen  Betrag  vergrößert.  Bei  einer  Temperatur  von  819°  be- 
trüge somit  die  Gasmenge  von  1  kg  [Steinkohle  900  1  und  von  1  ke 
Braunkohle  750  1.  '  ., 

52.  In  letzter  Zeit  hatte  ich  ständig  rauhes  Schirmglas,  obgleich  es 
gut  durchgeschmolzen  war,  und  zwar  stellte  sich  der  Fehler  entweder  vor- 
mittags um  11  Uhr  oder  nachmittags  um  2  Uhr  ein.  Bis  Februar  dieses 
Jahres  habe  ich  mit  schwedischem  Feldspat  gearbeitet  und  bis  dahin  keine 
Beschwerden  gehabt.  Der  Satz  ist  noch  derselbe,  nur  wird  anstelle  von. 
schwedischem  Meißner  Feldspat  verwendet.  Der  Schirmsatz  lautet  • 
Sand.    .  \    .    ....    .   .    .    .    .    70—72,5  kg 

Soda   2q 

Pottasche   .    '.   ...  2  " 

Flußspat    ........,.[  8,5  "„ 

Meißner  Feldspat  ........  24 

Kaolin  g  " 

Künstlicher  Kryolith  .    .    .    .    .    ,    .      4—5  p 

Braunstein   ,  0  5  " 

Salpeter     .    .    .    .    .   0,5  l  ' 

Ist  die  Zusammenstellung  richtig?    Wenn  nicht,  so  bitte  ich  um  Anqabe 
eines  Satzes  mit  Meißner-  oder  Ströbel-Spat.   Der  Ofenganq  läßt  viel  zu 
wünschen  übrig.  > 
ErBte  Antwort:   War  das  Schirmglas  am  Anfang  der  Arbeit  gut 
und  rem  und  wurde  erst  gegen  11  Uhr  rauh,  wenn  die  Temperatur  während 
der  Arbeit  im  Glasofen  zurückging,  so  ist  es  für  die  niedrige  Ofenhitze 
zu  hart  eingestellt.   So  lange  der  Ofen  heiß  genug  ist,  bleibt  das  Glas 
gut;  geht  aber  die  Temperatur  zurück,  dann  entglast  es,  d.  h.  die  geringe 
Hitze  hält  nicht  mehr  alle  Substanzen  des  Glases  gebunden,  und  es  scheiden 
eich  einzelne  aus.   Man  Bagt,  das  Glas  wird  rauh.   Trat  dieses  Uebel  an 
manchen  Tagen  erst  nachmittags  auf,  so  war  vielleicht  der  Ofengang 
am  Vormittag  etwas  besser  oder  der  Ofen  wurde  über  die  Mittags-Pause 
etwas  heißer  geschürt.   Es  ist  nun  auch  möglich,  daß  der  schwedische 
Feldspat,  der  früher  verwendet  wurde,  etwas  besser  War  als  der  jetzt  ver- 
wendete Meißner.    Wenn  das  Glas  sonst  den  Ansprüchen  genügt  so 
braucht  der  Gemengesatz  nur  etwas  milder  eingestellt  zu  werden.  Statt 
19  kg  Sodat  nehmen  Sie  deren  20  kg  und  5  kg  Pottasche,  evtl.  noch 
2— 4  kg  Menhige.    Dann  muß  darauf  geachtet  werden,  daß  der  Ofen 
während  der  Ausarbeit  nicht  zu  kalt  wird,  weshalb  er  während  der  Pausen 
etwas  mehr  aufzuschüren  ist.   Sie  sagen :  Der  Ofengang  läßt  viel  zu 
wünschen  übrig;  wenn  aber  genügend  Gas  vorhanden  ist,  so  muß  auch 
die  richtige  Hitze  im  Schmelzofen  erreicht  werden.    Wird  etwa  das 
Schirmglas  später  eingelegt,  so  daß  es  nicht  genügend  durchschmilzt? 
Sonst  könnte  der  Fehler  nur  noch  an  der  Einstellung  des  Ofens  liegen 
bezw.  an  der  Sdhornstein-Schieber-  und  Luft- Stellung,  weil  die  richtisre 
Hitze  nicht  erreicht  wird. 

Zweite  Antwort:  Zunächst  wttre  Ihnen  zu  empf ehlea  den 
Meißner  Feldspat  analysieren  zu  lassen  und  dessen  Zasamruenaetzung  mit 


230_Nr<19   SP  RECH  SAAL  —  COBURG.   1922.  (65.  Jahrgang.)^ 

derjenigen  deB  schwedischen  Feldspates  zu  vergleichen.   Es  werden  ver-  I  Heue  Fragen, 

schiedeiie  Arten  von  Feldspat  in  der  Industrie  verwandt  und  je  nach  I  Keramik. 

ihrer  Zusammensetzung  ist  auch  ihr  Verhalten  im  Glasfluß  ganz  ver-  |  7ß  woUm      .  dem  Bodm  umere8  porzeuans  Mrmemtempel 

schieden.   Da  nun  der  Fehler  sich  ««k^'«1^^ J^^wA-k.SSS'TSSS  I   anbringen,  und  zwar  mittels  Gummistempel.    Welche  Färbt  eignet  sich 

Zeiten  einstellt,  so  achten  Sie  doch  auf  den  Schttrer.   Bearbeitet  dieser  l  ft         ^  ^  muß  ^  präpariert  werdm>        scharfe  und 

die  Gaserzenger  kurz  hintereinander  und  nimmt  er  den  zweuen  in  An-  i  Abirucke  zu  erzielen?    Unterglasurfarbe  kommt  nicht  tn  Frage. 

griff,  bevor  sich  der  erste  erholt  hat,  so  muß  die  Temperatur  im  Schmelz-  I  "«nw  ^owruc^      er»   y 

ofen  plötzlich  zurückgehen,  und  das  Glas  wird  rauh    Gerade  Mchg  aa 

ist  sehr  empfindlich  gegen  schroffen  Temperaturwechsel.   Derselbe  Fehler  I  G|as, 

zeigt  sich,  wenn  die  Temperatur  ff*M0rt j jwrd  **du JSJJJ;  55.    Wir  beabsichtigen,  die  Fabrikation  von  gepreßten  Glasisolatorm 

Um  ihn  zu  ergründen,  müssen  an  Ort  und  f^^^^^^X^  ™  den  gebräuchlichsten  Dimensionen  aufzunehmen.  Was  ist  bei  der 
gemacht  werden.  Der  Satz  ist  ja  etwas  «ic.h J^™1' ™  nnd  nur  die  Fabrikation,  Kühlung  usw.  zu  beachten?  Wer  liefert  bewährte,  zweck- 
sich  bewahrt  hat  so  liegt  kein  Grund  ™J  und  ™  *J       entsprechende  Maschinen? 

Zugabe  von  Meißner  Feldspat  muu  evenweu  an  uer  ™JW  gg    ^  mhmppamte 

zum  Rühren  des  Glases  im  Hafen? 

korrigiert  werden.  _  I  57    jf%r  weJcÄe  Zwecke  und  in  welchen  Industrien  wird  Glasgalle 

Dritte  Antwort:   Meitoer  Fel^at  bat  emegm«  andere  Zu       verwmdä  und  ^  lautet  de}.  chemigehe  Äusdruck  für  Glasgalle? 

sammeusetzung  als  schwedischer,   uid  ^e8en  Sl*  ™V"n  58.    Wer   Ke/erf  Stärkesortiermaschinen   für  optisches  Glas  von 

Schirmsatz  dementsprechend  ändern  sollen,  um  gutes  Glas  zu  e™aiten,  I  Ä  _j_  ' 

zumal  der  Ofengang  noch  viel  zu  wünschen  übrig  läßt.   Nachstehend  ein       1  01s  lo  myn.   

mit  Meißner  Feldspat  zugerichteter  guter  Schirmsatz: 

Sand  100  kg  I  Briefkasten  der  Redaktion. 

Soda  ^   »  j;  TT.  H.  i.  A.    Auch  Franz  Borgmeyer  &  Helle  in  Hamburg  liefern 

Pottasche   «  I    komplette  Einrichtungen  zur  Herstellung  von  Thermosflaschen. 

Flußspat  ic    "  I  

Meißner  Feldspat   r   "  I   

Sicher  Kryoiiih :  \  <                \    Li  Ii      Verband  Deutscher  Elektrotechnischer 

Salpeter   gg »  j  Porzellanfabriken. 

Bei  der  AuaTeitang  ist 'der  Ofen  gut  warm  zu  halten.     '  "  j         Die  Fachgruppe  Cbemisch-technisches  Porzellan  hat  be- 

Vitrte  Antwort:   Der  letzte  Satz  in  Ihrer  Frage  gibt  ja  aehon  I   schlössen,    den  Teuerungszuschlag    für  chemisch-technisches 

in  der  Hauptsache  die  richtige  Antwort  :  „Der  Ofengang  läßt  viel  zu  I  Porzellan  anf  300  °/0  mit  Wirkung  ab  10.  Mai  d.  Js.  zu  erhohen, 

wünschen  übrig".   Darin  liegt  die  Hauptursache  des  rauhen  Glases  bei  I  gQ  dftß  y(m  die9em  Zeitpunkte  ab  die  40-fachen  Friedenspreise 
der  Arbeit.   Das  Glas  ist  nicht  richtig ^  durchgeschmolzen  und  so  wie  bei       berechnet  werden. 

der  8cbmelze  geht  auch  bei  der  Arbeit  der  Ofen  nicht  heiß  genug;  er  I  ^^^===========x===========^^ 

wird  infolge  dieses  Fehlers  zu  leicht  kalt  und  dann  wird  das  Glas  eben   — 

rauh    Daß  dies  vormittags  um  11  Uhr  bereits  geschieht,  hegt  daran,  daß  \^$%^$&mmäfflfl^ 

dann  der  Ofen  die  wenige  Grundwärme,  die  er  von  der  Schmelze  aus  noch 

hat,  verliert  und  durch  Oberfeuer  allein  nicht  oder  doch  nur  sehr  schwer  I  M 

warm  gehalten  werden  Man    Zu  Mittag  wird  dann  der  Ofen  tüchtig      g|  unerwartet  schneller  Tod  infolge  Schlag- 
warm  ireBchürt;  fangen  nun  die  Glasmacher  da  an,  so  ist  aas  tuas  zu  1  .„..  /.  , 
weich  so  daß  alle  nach  weniger  Feuer  schreien.   Der  Schürer  sperrt  nun  I  m     anfalles  hat  meinen  Geschaftsteilhaber 
zu  viel  Feuer  auf  einmal  ab,  erneuert  es  aber  nicht  wieder  zur  rechten       H  . 
Zeit,  und  so  ist  dann  um  2  Uhr  das  bißchen  Oberwärme  wieder  verflogen  und        ■                            Tflf  flllflflff    If  fllflflll 
Ter  Ofen  wieder  zu  kalt.    Weiter  ist  aber  auch  das  Glas  nicht  richtig       ■         U0|tHI1    I  P21III1II1I  HHIKI*! 
zusemmeDgestellt  und  muß  sich  nicht  verarbeiten  lassen;  es  wird  seh  n   M                   B  II       1  flUUUll  llUlOUl 
kurz  und  spröde  sein,  dann  auch  zu  weich,  so  daß  es,  sobald  es  etwas       WM         IIUI  I  II    II  UU«JUU  IIUIVVI 
warm  im  Ofen  wird,  einfach  wegläuft.    Aendern  Sie  den  Satz  einmal  EH 

wie  folgt  ab"  |  1    im  Alter  von  55  Jahren  aus  seinem  Wirkungskreise 

Sand     ,  ?|  kg  1  Hl    und  LeKen  abgerufen. 

Pottasche  6  »  f  $m  Er  war  mir  ein  treuer  Freund,  ein  ermüdlicher, 

Flußspat  8  »  I   Hj     schaffensfreudiger  und  pflichtgetreuer  Mitarbeiter, 

Ktyoüth    .'  .                          •       •     6— 7  "  <   H     dessen  frühzeitigen  Heimgang  ich  aufs  Schmerz- 
Kaolin  .  .   .  .   ~g »  |  lichste  bedauere. 

Ist  duGUs  noch  zu 'hell,  dann  können  noch  1-*  kg  EryoUth  mehr  I-  B  j  1  m  e  n  a  u 

.TÄVCS                    /*  rtffic»»,  «e.  -  I  P«Se.Aprt.1922.      lD  FM  SCtlM  «  ■* 

grünliches  Polier-  und  ebensolches  Reliefgold  für  Glas.  ||  POrZGllSllm DrlK.  9 

Erste  Antwort:    Die  Beantwortung  Ihrer  Frage  geht  weit  I   H  H 

über  den  Rahmen  des  Fragekastens  hinaus.    Die  Herstellung  der  ver-  g|    ^ 

sehiedenen  Goldsorten  ist  meistens  Geheimnis  der  Firmen,   üm  Polier-  ;;lpiliKi^niiSHP 

aold  herzustellen,  wird  metallisches  Gold  in  Königswasser  aufgelöst,  die  — MHi^i^— 

Lösung  vom  Säureüberschuß  befreit,  verdünnt  und  solange  mit  bisen-  !!■  ■!  II  !■■  III  ■■IUI  Uli  Ulli  ■IT— 

vitriollösung  tropfenweise  versetzt,    bis  sich  kein  Niederschlag   mehr  j   .%&J  H  BHLWHHH 

bildet    Nachdem  Bich  das  Gold  abgesetzt  hat,  wäscht  man  es  zunächst  = 

mit  BalzBäurehaltigem,  dann  mit  reinem  Wasser  aus,  bis  es  rein  und  vm 

säurefrei   ist.     Das   Pulver  wird  hierauf   getrocknet  und  mit  basisch  im  II  ARURIIpl 

salpetersaurem  Wismut  als  Flußmittel  versetzt.    Man  streckt  zuweilen  IM  II  A  U  il  tl  U  T  - 

dieses  Gold  auch  mit  etwas  ausgeglühtem  Kienruß.   Beim  Gebrauch  wird  || 

das  PoUergold  mit  Terpentinöl  verrieben,  mit  Dicköl  versetzt,  aufge-  I  L3  Am  30.  April  starb  ganz  plötzlich  an  Herzschlag 

tragen  und  eingebrannt.   Nach  dem  Einbrennen  werden  die  vergoldeten  •  /J  nnger  Betriebsleiter 

Stellen  mit  Achatstein,  Blutstein  oder  Zinnasche  poliert    Die  Nüancierung  B  U~wmw 

des  Poliergoldes  erfolgt  durch  verschiedene  Zusätze,  die  geheimgehalten  En  liePP 

werden.   Das  Reliefgold  erhält  eine  besondere  Unterlage.  I    ■  ___                          H      mai  mm 

Zweite  Antwort:    Wollen  Sie  nur  für  den  eigenen  Gebrauch  |,    gl  llf  «Bflj^Wfal  Rflrilfl. 

die  gewünschten  Gold-Präparate  heretellen,  bo  fahren  Sie  entschieden  besser  M|  ^|  CSlIiZISI      ImUM  IUl 

und   auch  biüiger,  wenn  Sie  dieselben  gebrauchsfertig  beziehen    Eine  I    D  ™ 

einfache  Angabe  der  Versätze  würde  Ihnen  nichts  nützen,  es  müßte  da  1   HB  Wir  veriieren  in  dem  Entschlafenen  einen  Beamten 

auch  die  Behandlungs-  bezw.  ZubereitungBweise  der  tuntiai  dazu  ge-  «  8eltener  Treoe  und  Arbeitsfreudigkeit,  der  sein 

hörigen  Materialien  angegeben  werden     2^™ELffi_?ta  Karate  H  ganzes  umfangreiches  Wissen  und  seine  ganze  Arbeits- 

nicht  so  eingehend .erläutern,  daß  Sie.danach  die  Herstellung  der  Präparate  fl  ßetriebe  widmete.    Dafä?  danken  wir 

selbBtjornehmen^önnen     ^  ^  Versätzen  allein  wäre  Ihnen  nicht  ■  ihm  an  disser  Stelle;  wir  werden  seiner  immer  ehrend 

aedient,  und  die  Angabe  der  ganzen  Aufbereitung  des  GoldeB  usw.  würde  j&l  gedenken.  [6*8 

fSSen^eS  Ä^usat  5SSÄ  ^JS^AS  i    SäcfisBsctie  PopzellaniaDriH  zu  Polscnappel 

Kupfer  es  rötlich  macht.  Das  Reliefgold  ist  für  gewöhnlich  Poliergold  das  ■  Qgpj  J|]jßrr|ß 
um  es  recht  dick  und  erhaben  erscheinen  zu  lassen,  auf  eine  gelb  gefärbte       ■  «««   Iü,,,ü- 

und  aufgeschmolzene  Unterlage  fKmail)  aufgetragen  »nd  dann  wie  sonst  J   

gebrannt  und  poliert  wird.  |     .  ^, •  - ^  ^^y-'t^Jyü^A^'J^ 


(56.  jaihr^ang.) 


Coburg,  den  18.  Mai  1922. 


Nummer  20 


Zeitschrift  für  die  Keramischen,  Qlas-  und  verwandten  Industrien. 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Qoldene  Medaille 
Prämiiert:  Bogra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


FernsprechanschloDNr.  59./Telegr.-Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr. 4747 
Bankkonto:  Cobarg-Qothaische  Bank  A.-Q.,  Coburg 


Bezugspreis;  Für  Dentschland  nnd  Deutsch-Oesterreich  durch  die  Post  vierteljährlich  Jl  25.—  unter  Streifband  Jt  50.—. 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  2.—  (Stellengesuche  M  1.—). 

Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt.   

Mitclied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.V.  —  Deutscher  Schuteverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten.  


Aufruf 

zur  Unterstützung  der  keramischen  Unterrichtsanstalten. 
Die  glänzende  Entwicklang  der  keramischen  Industrie  und 
ihre  technischen  und  wirtschaftlichen  Erfolge  sind  zum  größten 
Teil  der  Tüchtigkeit  und  guten  Schulung  der  Leiter  der  einzelnen 
Werke  und  der  ihnen  zur  Seite  stehenden  Mitarbeiter  zu 
verdanken. 

Die  heutige  Zeit  mit  ihren  erhöhten  Ansprüchen  an  die 
Qualität  der  Waren  und  die  dringende  Notwendigkeit  weiteren 
technischen  Fortschritts  erfordern  in  ganz  besonderem  Maße 
eine  gründliche  und  sachgemäße  Ausbildung  des  technischen 
und  künstlerischen  Nachwuchses  für  die  keramische  Industrie. 

Hochschulen,  Techniken,  Fachschulen  und  andere  aus 
öffentlichen  Mitteln  erhaltene  Unterrichtsstätten,  aus  denen  der 
Nachwuchs  für  unsere  Industrie  hervorgeht,  sind  trotz  erhöhter 
staatlicher  oder  städtischer  Zuwendungen  nicht  mehr  in  der  Lage, 
den  Bestand  an  Unterrichtsmitteln,  Apparaten,  Laboratoriums- 
cinrichtungen,  Chemikalien,  Maschinen  und  sonstigem  Rüstzeug 
auf  derjenigen  Höhe  zu  erhalten,  die  die  Grundlage  eines 
modernen  Unterrichts  bilden  muß. 

Es  liegt  im  eigensten  Interesse  der  Industrie,  an  ihrem 
Teile  dazu  beizutragen,  daß  die  keramischen  Unterrichtsanstalten 
ihre  Aufgaben  in  dem  unbedingt  nötigen  Umfange  erfüllen 
können. 

Nur  großzügige  Hilfe  kann  hier  dauernden  Erfolg  sichern. 

Um  der  augenblicklichen  Not  der  keramischen  Unterrichts- 
anstalten so  schnell,  wie  möglich,  zu  steuern,  hat  der  Verband 
keramischer  Gewerke  in  Deutschland  den  unterzeichneten  Vor- 
stand der  Deutschen  Keramischen  Gesellschaft  beauftragt, 

einen  Unterstützungsfonds  zu  gründen, 
der  ausschließlich  dem  angegebenen  Zwecke  dienen  soll. 

Wir  richten  daher  an  alle  interessierten  Kreise,  an  die 
Industriellen  und  an  alle  Freunde  der  Keramik,  die  dringende 
Bitte,  diesem 

Fonds  zur  Unterstützung  keramischer  Unterrichtsanstalten 
Zuwendungen  zu  machen. 
Ueber  eine  Viertelmillion  Mark  ist  bereits  gezeichnet  worden, 
doch  sind  bei  dem  heutigen  Geldwerte  weitere  große  Mittel  zur 
Erreichung  des  angestrebten  Zieles  erforderlich. 

Stiftungen  bitten  wir  auf  das  Konto  Förderung  des  kera- 
mischen Unteirichts,  Deutsche  Keramische  Gesellschaft,  Commerz- 
und  Privatbank,  Berlin  W.  öO,  Viktoria-Luise-Platz  1,  überweisen 
zu  wollen. 

A  Der  Vorstand  der  Deutschen  Keramischen  Gesellschaft 
Prof.  Dr.  H.  Reisenegger  P.  Bartel 

1.  Vorsitzender.  Geschäftsführer. 


Aus  der  Deutschen  Keramischen  Gesellschaft. 

Die  im  Jahre  1919  gegründete  Deutsche  Keramische  Gesell- 
schaft, der  nach  dem  letzten  Mitgliederverzeichnis  vom  1.  Juli 
1921  neben  10  Fachverbänden  (mit  über  500  Mitgliedern) 
77  Firmen  und  130  persönliche  Mitglieder  angehörten,  hat  sich 
seit  dieser  Zeit  in  erfreulichem  Maße  weiter  entwickelt;  es 
sind  inzwischen  neu  beigetreten  1  Verband,  37  Firmen  und 
48  persönliche  Mitglieder.  Besonders  die  etwa  alle  zwei  Monate 
erscheinenden  „Berichte  der  D.  K.  G.",  die  technisch-wissen- 
schaftliche Arbeiten  von  dauerndem  Werte  aus  allen  Gebieten 
der  Keramik  sowie  wertvolle  Literaturzusammenstellungen 
u.  dergl.  m.  bringen  und  den  Mitgliedern  kostenlos  zugestellt 
werden,  erfreuen  sich  einer  immer  größer  werdenden  Beliebtheit. 

Die  Deutsche  Keramische  Gesellschaft  besitzt  ferner  eine 
eigene  W  är  m  e  wirts  chaf  ts  st  eil  e,  die  den  Mitgliedern 
gegen  Erstattung  der  dafür  festgesetzten  Gebühren  erfahrene 
Wärmeingenieure  zur  Prüfung  und  Verbesserung  der  vor- 
handenen wärmetechnischen  Anlagen  und  Brennöfen  zur  Ver- 
fügung stellt.  Im  Auftrage  der  D.  K.  G.  studiert  sie  ferner 
die  Brennvorgänge  in  einem  eigens  zu  diesem  Zwecke  erbauten 
Versuchsöfen  und  veröffentlicht  die  Ergebnisse  dieser  Arbeiten 
in  den  „Berichten  der  D.  K.  G.". 

Den  Mitgliedern  steht  ferner  unter  ähnlichen  Bedingungen, 
wie  die  Wärmewirtschaftsstelle,  auch  eine  maschinentech- 
nische Beratungsstelle  zur  Verfügung. 

Der  Anklang,  den  die  seinerzeit  unter  sehr  ungünstigen 
äußeren  Bedingungen  ins  Leben  gerufene  Deutsche  Keramische 
Gesellschaft  in  weiten  Kreisen  der  Industrie  gefunden  hat,  ist 
ein  erfreulicher  Beweis  dafür,  daß  die  Erkenntnis  der  Not- 
wendigkeit eines  solchen  Zusammenschlusses  zur  Bearbeitung 
technischer  Fragen,  zur  Pflege  keramisch-wissenschaftlicher 
Forschung  und  zur  Hebung  des  keramischen  Unterrichtswesens 
allgemein  Fuß  gefaßt  hat. 

Die  vom  18.  bis  21.  Juni  in  Dresden  stattfindende  3.  Haupt- 
versammlung der  D.  K.  G.  bringt  ein  reichhaltiges  Programm 
mit  Vorträgen  aus  fast  allen  Gebieten  der  Keramik.  Daneben 
kommt  auch  die  Geselligkeit  zu  ihrem  Rechte.  Da  am  15.  Juni 
die  Jahresschau  deutscher  Arbeit  in  Dresden  eröffnet  wird, 
bietet  sich  für  die  Mitglieder  der  D.  K.  G.  die  günstige  Gelegen- 
heit, den  Besuch  dieser  Ausstellung  mit  der  Teilnahme  an  der 
Hauptversammlung  zu  verbinden.  Im  Anschluß  an  den  tech- 
nisch-wissenschaftlichen Teil  der  Tagung  finden  ferner  mehrere 
Fabrikbesichtigungen  statt. 


232  —  Nr,  20 


SPRECHSAAL- COBURG. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


Der  vorläufigen  Tagesordnung  entnehmen  wir  folgendes : 

Sonntag,  den  18.  Juni: 
Besichtigung  der  Ausstellung  „Jahresschau Deutscher  Arbeit" 
(am  Nachmittage  unter  sachverständiger  Führung). 

Montag,  den  19.  Juni,  vormittags  9  Uhr: 
Geschäftliches  und  Berichte  der  Ausschüsse,   sowie  der 
Wärmewirtschaftsstelle  und  der  Beratungsstelle  für  Maschinen- 
und  Förderanlagen. 

Dienstag,  den  20.  Juni,  vormittags  9  Uhr 
und  nachmittags: 

Vorträge  (z.  Teil  mit  Lichtbildern  und  Vorführungen). 
1.  Dr.  W.  Braun:  Aufgaben  der  Geologie  im  Dienste  der 
Keramik. 

3.  Prof.  Dr.  K.  Endeil:  Die  keramische  Industrie  der  Ver- 
einigten Staaten  von  Nordamerika. 

3.  Dipl.-Ing.  U.  Sauer;  Werkstattbau  in  der  keramischen 
Industrie. 

4.  Obering.  Dipl.-Ing.  Spindler:  Die  Wärmewirtschaft  des 
Tunnelofens. 

5.  Prof.  Dr.  G.  Keppeler:  Untersuchungen  über  den  grünen 
Zustand  des  Tones. 

6.  Dr.  W.  Steger:  Untersuchungen  von  Schamotte-  und  andern 
feuerfesten  Erzeugnissen,  insbesondere  auf  Beständigkeit 
gegen  plötzlichen  Temperaturwechsel. 

7.  Dipl. -Ing.  H.  Kohl:  Die  Wärmeausdehnung  und  einige  andere 
physikalische  Eigenschaften  von  Steingut  in  Abhängigkeit 
von  der  Zusammensetzung  und  Brenntemperatur. 

8.  Gewerbeschulrat  Dr.  W.  Pukall:  Feinsteinzeug. 

9.  Dr.  W.  Funk:  Versuche  über  Porzellan  mit  niedriger 
Brenntemperatur. 

10.  Dr.  H.  Eisenlohr:  Die  Prüfung  keramischer  Massen  für 
künstliche  Zähne. 

11.  Dozent  Dr.  B.  Bieke:  Der  Einfluß  der  Zusammensetzung 
t      von  Porzellan  auf  seine  Eigenschaften. 

Mittwoeh,  den  21.  Juni,  vormittags: 
Fabrikbesichtigungen  in-  Meißen:  Staatliche  Porzellanmanu- 
faktor und  Meißner  Ofen-  und  Porzellanfabrik,  vorm.  6.  Teichert. 

Am  Sonntag,  den  18.  Juni,  abends,  findet  im  Konzert- 
saal des  Hauptrestaurants  der  Ausstellung  ein  Begrüßungs- 
abend statt,  am  Dienstag,  d en  20.  Juni,  abends,  ein  „Bunter 
Abend"  im  „Weißen  Hirsch". 

Wer  noch  nicht  Mitglied  der  Deutschen  Keramischen 
Gesellschaft  ist,  versäume  nicht,  seinen  Beitritt  sofort  anzu- 
melden, um  bereits  in  diesem  Jahre  der  Hauptversammlung 
beiwohnen  zu  können  und  die  „Berichte  der  D.  K.  G."  laufend 
kostenlos  zu  erhalten.  Anmeldungen  sind  zu  richten  an  die 
Geschäftsstelle  der  Deutschen  Keramischen  Gesellschaft,  Berlin 
W.  30,  Viktoria-Luise-Platz  11. 

Feintonverarbeitung  in  Bayern. 

Von  Prof.  Dr.  Dr.  Georg  Eitter  v.  Bbert,  Vorstand  des  Instituts 
für  bayerische  Wirtschaftsforschung. 
(Fortsetzung.) 
Absatz. 

Die  Standortfrage  im  Bahmen  des  Absatzes  wirkt  aus- 
schlaggebend mit  bei  normalen  wirtschaftlichen  Verhältnissen. 
Bei  erheblichem  Ueberwiegen  der  Nachfrage  über  das  Angebot 
werden  Preise  erreicht,  welche  die  Standortverhältnisse  hin- 
sichtlich der  Lebensfähigkeit  eines  Betriebes  ausschalten ;  um- 
gekehrt empfindet  bei  sehr  starker  Ueberproduktion  jeder 
Produzent  seinen  in  den  Frachtspesen  zum  Ausdruck  kommen- 
den Standort  als  ungünstig.  Letztere  beide  Verhältnisse 
herrschen  zur  Zeit  in  der  feinkeramischen  Industrie  vor. 

Die  Bauerntöpferei  ist  nur  mehr  in  so  wenigen  und  so 
wenig  leistungsfähigen  Betrieben  vorhanden,  und  ihre  Produkte 
sind  zur  Zeit  so  begehrt,  daß  nicht  der  Meister  den  Absatz 
aufsucht,  sondern  der  Konsument  wie  der  Klein-  und  Groß- 
händler holen  das  Geschirr  aus  dem  noch  nicht  kalt  gewor- 
denen Ofen.  Ihre  Kunden  finden  sich  in  hundert  und  mehr 
Orten  und  Städten  der  näheren  und  ferneren  Umgebung;  das 
ist  das  typische  Bild  eines  stark  zurückgegangenen  Hand- 
werks mit  plötzlich  wiedererwachter  Nachfrage,  ein  Zustand, 
wie  ihn  sonst  nur  Spezialbetriebe  aufweisen,  die  auf  weitem 
Plan  das  Feld  allein  beherrschen;  das  schlechteste  Geschirr 
trägt  auf  die  relativ  größten  Entfernungen.  Daher  überlassen  die 
Meister  die  Mühe  des  Jahrmarktbesuches  den  Kleinhändlern 
und  Hausierern,  die  froh  sind,  wenn  sie  Ware  zum  Feilbieten 
bekommen. 

Die  Kunsttöpferei  hat  ihre  Abnehmer  in  den  kaufkräftigen 
Konsumtionszentren,  und  die  Anhäufung  von  kunstkeramischen 
Werkstätten  in  Mönchen  und  Altbayern  mag  damit  zusammen- 
hängen. Die  größten  kunstkeramischen  Werkstätten  in  ganz 
Deutschösterreich  liegen  in  Wien! 


f 


Aehnlich  rege  Nachfrage  wie  der  irdene  Kochtopf  halL 
«.  Zt.  das  Braungeschirr ;  die  bayerischen  Betriebe  aber  leiden 
unter  der  Bunzlau-Naumburger  Konkurrenz,  und  die  Fracht- 
erhökung  wirkt  hier  raumvergrößernd. 

Ganz  anders  die  Kachelindustrie.  Die  lebhafte  Bautätig- 
keit der  letzten  Friedensjahrzehnte,  der  steigende  Wohlstand 
aller  Bevölkerungsschichten,  die  billigen  Frachten  mjt  Kacheln 
in  der  niedrigsten  Tarifklasse,  die  offenen  Grenzen  nach  dem 
Weltmarkt  haben  besonders  in  Deutschland  —  denn  ganz  Eng- 
land, große  Teile  Frankreichs  und  Belgiens  haben  vielfach,  teils 
sogar  überwiegend,  offene  Kaminfeuer  —  eine  unverhältnis- 
mäßig große  Kachelindustrie  groß  gezogen.  Mit  einem  Schlage 
trat  eine  Umkehrung  aller  eben  erwähnten  Verhältnisse  ein. 
95°/0  der  deutschen  Ziegeleien  wurden  in  manchen  Ländern  in 
Steinbrüche  verwandelt,  die  Bautätigkeit  liegt  so  darnieder, 
daß  der  Reichsverband  der  deutschen  Mauerstein-,  Ziegel-  und 
Tonindustrie  e.  V.  Berlin  auf  seiner  ordentlichen  Mitglieder- 
versammlung vom  9. 10.  Dez.  1920  beschloß,  „eine  Gewähr  zur 
Wiederbelebung  und  Gesundung  der  Bauwirtschaft  und  der 
damit  im  innigsten  Zusammenhang  stehenden  deutsehen  Volks- 
wirtschaft wird  darin  erblickt,  daß  es  gelingt,  das  Privatkapital 
am  Baumarkte  zu  interessieren  und  den  Unternehmergeist  an- 
zuregen. Als  geeignetes  Mittel  hiezu  wird  die  Abkehr  von  der 
bisherigen  Höchstmietenverordnung  erachtet,  sowie  überhaupt 
die  Aufhebung  jeder  noeh  bestehenden  Zwangsbewirtschaftung 
des  Baustoffmarktes."  Die  Wohlhabenheit  selbst  der  früheren 
wohlhabenden  Klassen  und  des  Mittelstandes  ist  dahin,  die 
deutsche  Mark  hat  ihre  Kaufkraft  auf  dem  Weltmarkt  einge- 
büßt, die  Frachten  sind  vervielfacht,  und  die  Kacheln  kamen  in 
eine  höhere  Tarifklasse.  Der  deutsche  Wirtschaftskörper  hat 
im  Friedensschluß  lebenswichtige  Gebietsteile  verloren.  Sank- 
tionen, hohe  Schutzzölle  usw.  erschweren  die  Ausfuhr,  und  int 
diesem  verkleinerten  Wirtschaftsraum  mit  einem  für  sie  gerade- 
zu vernichteten  Markt  steht  der  ganze  Komplex  der  deutschen 
Kaehelindustrie  fast  in  Vorkriegsleistungsfähigkeit  da.  So  wird 
jeder  die  Ware  verteuernde  Faktor  als  überaus  lästig  empfun- 
den, so  auch  die  Fracht.  Von  der  Vorkriegszeit  her  haben 
die  größeren  noch  ihre  Großhändler  oder  von  ihnen  selbst  ge- 
schaffene Verkaufskontore  und  Filialen  im  ganzen  Reiche,  so- 
gar in  Oberschlesien.  Daneben  haben  sie  in  großer  Zahl  Oefen 
an  die  Hafnermeister  ihrer  näheren  und  ferneren  Umgebung 
abgesetzt.  Heute  klammern  sich  an  jeden  Ofen  ungeheure 
Transportkosten.  Die  südlichen  und  westlichen  Nachbarn  haben 
einen  verschwindend  kleinen  Kachelofenbedarf.  Der  nordische 
Kachelofenbedarf  aber  wird  hauptsächlich  von  Schweden  aus 
gedeckt,  wo  1918  19  Kachelfabriken  mit  ca.  600  Arbeitern 
vorhanden  waren,  und  eine  der  größten,  die  Upsala-Ekeby  A  B. 
hat  ein  Verkaufskontor  in  Kristiania.  Unter  Berücksichtigung 
der  Volksdichte  und  Kaufkraft  in  den  verschiedenen  Teilen 
Schwedens  und  Norwegens  ergibt  sich,  daß  in  Norwegen  außer 
Kristiania  höchstens  noch  ein  paar  kleinere  Küstenstädte  in 
Betracht  kommen;  dazu  ist  auch  in  Skandinavien  das  offene 
Kaminfeuer  weit  verbreitet 

Die  Hälfte  der  Wandplattenerzeugung  geht  ins  Ausland; 
denn  die  weißbrennenden  feuerfesten  Tone  von  Sachsen, 
Klingenberg,  Westerwald  bilden  trotz  der  glänzenden  Aus- 
stattung von  Frankreich  und  England  mit  Tonen  fast  aller 
Eigenschaften  anscheinend  doch  einen  wertvollen  Sonderbesitz 
von  Deutschland. 

Endlich  noch  die  Standort-  und  Absatzverhältnisse  von 
Steingut  und  Feinsteingut.  Die  bayerischen  Standortverhält 
nisse  wurden  erwähnt.  Angrenzend  an  diese  Standorte  liegen 
die  wichtigen  keramischen  Zentren  der  alten  Donaumonarchie, 
die  ganze  Gegend  um  Eger,  für  Steingut  namentlich  die  Orte 
Brüx,  Dux,  Teplitz,  für  Porzellan  40  Betriebe  mit  mehr  als 
10000  Arbeitern;  von  25  Steingutbetrieben  des  ehemaligen 
Oesterreich  liegen  in  der  Tschechoslowakei  13  mit  gegen 
2000  Arbeitern.  So  wird  der  Absatz  vom  tschechoslowakischen 
Nachbarn  auf  den  Weltmarkt  gedrängt,  und  hier  scheint  die 
Wirkung  nicht  ausgeblieben  zu  sein.  Auf  dem  amerikanischen 
Markt  scheint  das  deutsche  Steingut  auf  japanisches  Steingut 
zu  treffen,  das  früher  massenhaft  ins  Ausland  ging;  in  England 
sollen  60000  Arbeiter  und  Angestellte  der  Feintonindustrie 
beschäftigungslos  sein,  und  deren  Verlust  wird  auf  2  lj, 
Millionen  Pfund  geschätzt.  Auch  Italien  mit  13 — 15  00Ö 
Arbeitern  merkt  den  Wettbewerb  Böhmens  und  Deutschlands, 
das  unter  dem  Schutz  seiner  niedrigen  Valuta  eine  ungeheuere 
Offensivkraft  auf  dem  Weltmarkt  für  manche  Artikel  besitzt. 
Außer  der  Valuta  mag  dabei  mitwirken  der  alte  Ruf  der 
deutschen  Ware,  die  Wiederanknüpfung  alter  Geschäftsver 
bindungen,  und  Ausstellungen  und  Messen  mögen  das  Ihre 
dazu  beitragen. 

Rationalisierung. 
Außer  durch  Standortverhältnisse  wird  die  Wettbewerbs 
fähigkeit  der  Betriebe  untereinander  und  gegen  das  Ausland 
beeinflußt  durch  den  Aufwand  an  geistiger  Schulung  zum  Auf- 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  20  —  233 


au  des  Produktionsprozesses  hinsichtlich  Einführung  tech- 
ischer Neuerungen  zur  billigen  Herstellung  von  Qualitäts- 
rbeit  und  durch  rationelle  Organisation  der  Betriebe. 

Ihre  Bedeutung  für  die  Leistungsfähigkeit  der  Betriebe 
ann  kaum  hoch  genug  eingeschätzt  werden.  Schon  im  Hand- 
werk bedeutet  die  Anschaffung  einer  Tonwalze  und  die  Mit- 
wirkung eines  Lehrbuben  eine  Verdoppelung  der  Erzeugung 
egenüber  dem  allein  und  ohne  alle  maschinelle  Unterstützung 
rbeitenden  Töpfer.  Dabei  hängt  die  Leistungserhöhung  aus- 
chlaggebend  vom  organisatorischen  Geschick  und  Verständnis 
es  Meisters  ab,  und  gleiches  gilt  für  alle  weitere  Mechani- 
ierung  und  Vergrößerung  der  Betriebe. 

In  der  Mechanisierung  der  Arbeitsprozesse  ist  von  der 
[assezubereitung  bis  zum  Tunnelofen  außerordentlich  viel  ge- 
:hehen,  und  die  Wärmewirtschaftsstelle  der  Deutschen 
eramischen  Gesellschaft  wendet  der  Wärmeökonomie  ihre 
Bsondere  Aufmerksamkeit  zu.  Gewisse  Prozesse  freilich 
ngen  durch  ihren  großen  Arbeitskräftebedarf,  daß  eine  ge- 
tngene  Ueberleituhg  in  Maschinenarbeit  noch  in  der  Ferne 
egt,  so  fast  alles  Glasieren,  da«  Formen  der  Kacheln,  das 
rehen  von  Gebrauchsgeschirr  auf  der  Töpferscheibe,  und  be- 
mders  in  letzter  Hinsicht  sind  die  vielen  Versuche  interessant, 
m  die  formende  Hand  des  Freidrehers  durch  Maschinenarbeit 
»zulösen. 

Aber  in  einem  Punkte  sind  die  großen  Betriebe  den  kleinen 
berlegen,  weil  diese  aus  Mangel  an  geistiger  Schulung  zu 
jenig  Verständnis  dafür  aufzubringen  vermögen,  das  ist  die 
iiedeutung  des  organisatorischen  Durchbaues  eines  Produktipns- 
rozesses.    Dabei  braucht  man  nicht  an  alles  das  zu  denken, 
las  man  heute  unter  wissenschaftlicher  Betriebsführung  ver- 
lieht; denn  die  wissenschaftliche  Betriebsführung  ist  ein  Stil, 
in  Kunstwerk,  ein  Schmuck  des  wirtschaftlichen  Alls,  nur  einmal 
is  der  Seele  des  schaffenden  Künstlers  schöpferisch  gezeugt, 
»er  ein  dynamischer  Stil,  dessen  Geist  alle  wirtschaftenden 
räfte  und  Hände  schöpferisch  erfüllen  soll,  um  alles  wirt- 
ihaftliche   Geschehen    zu   größter    Handlungsfreiheit  durch 
ebundenheit  hinaufzuführen.  Nur  nach  großen  Gesichtspunkten 
ad  ihre  Stilelemente  bereits  durchgeführt.   Es  ist  ein«  Tren- 
mg  eingetreten  zwischen  Steingut,  Ofenkachel,  Braungeschirr, 
Wandplatten  usw.,  also  der  Gedanke  der  Spezialisierung  ist  aus 
chnisch- wirtschaftlichen  Gründen  richtend  und  scheidend  in 
e  Erscheinung  getreten.   Aber  Normung  und  Typisierung  gilt 
'  der  Hauptsache  für  Wandplatten,  Isolatoren,  Schalterteile; 
r  Steingut  und  Ofenkacheln  gibt  es  noch  zahlreiche  Arten 
*d  in  jeder  Art  verschiedene  Größen  von  Formen,  und  in  der 
azahl  von  Modellen  liegen  gewaltige  Mittel  für  Modell  und 
,  tger  tot.    Im  übrigen  Töpferhandwerk  gelten  fast  die  Regeln 
j  is  Kunstgewerbes,  daß  derselbe  Geselle  Geschirre  der  ver- 
.  hiedensten  Fasson  erzeugt,  daß  er  die  Gefäße  henkelt  und 
j  hnauzt,  daß  er  die  von  ihm  geformten  Gefäße  abtransportiert 
uid  womöglich  noch  die  letzte  Zubereitung  des  Tones  üfoer- 
immt.    Es  handelt  sich  hier  eben  um  einen  Stil,  ein  Tempo, 
,  ne  Tonart,  die  in  der  Seele  der  Wirts chaftssübjekte  noch  keinen 
'  Widerhall  gefunden  hat.    Verständnis  hierfür  vorzubereiten 
,  t  Aufgabe  der  Schule ;  denn  wie  das  Gesetz  des  wirtschaft- 
hen  Handelns  nicht  angeboren,  sondern  erst  durch  lange 
idtur  und  Erziehung  mühsam  —  manchem  niemals  —  aner- 
gen  wird,  so  erst  recht  der  Geist  dessen,  was  man  wissen- 
haftliche  Betriebsführung  nennt.    Fühlt  sich  die  allgemeine 
hule  dazu  nicht  in  der  Lage,  dann  wäre  das  Versäumte 
ätestens  in  der  Fachschule,  hier  Keramische  Fachschule, 
chzuholen. 

Ihre  Notwendigkeit  wird  durch  ihre'  große  Zahl  in  den 
rrschiedensten  Ländern  dargetan.  Es  gibt  eine  Staatl.  subvent. 
iramische  Schule  in  Gmunden  in  Oberösterreich,  Gegr.  1917, 
le  Staats-Fachschule  für  Keramik  und  verwandte  Kunst- 
werbe  in  Teplitz-Schönau  (Böhmen),  gegr.  1874,  eine  Staats- 
chschule  für  Tonindustrie  in  Bechin  (Böhmen),  eine  Staats' 
chschule  für  Tonindustrie  in  Znaim  (Mähren),  gegr.  1872, 
te  Landes-Fachschule  für  Tonindustrie  in  Kolomea  (Galizien), 
te  Landes-Werkstatt  für  Tonindustrie  in  Touste  (Galizien), 
gr.  1884,  eine  Ungarische  Staatliche  Tonindustrie-Fachschule 
Ungvar  (Ungarn),  gegr.  1890,  eine  Ungarische  Staats-,  Stein- 
d  Tonindustrie-Fachschule  in  Szekelyudvarhely,  gegr.  1893. 
England,  das  auf  dem  Gebiet  des  technischen  Schul-  und 
ichschulwesens  seit  den  Lehren  der  Weltausstellung  von 
ndon  1851  immer  mit  den  größten  Mitteln  operiert  hat,  ist 
;  britisches  Institut  für  industrielle  Kunst  durch  das  britische 
ndelsministerium  in  Gemeinschaft  mit  dem  Erziehungs- 
nisterium  gegründet  worden,  um  die  Stellung  der  Textil- 
lustrie,  der  Töpferei,  der  Glas  Warenfabrikation  und  der  Möbel- 
chlerei  durch  Erzeugung  von  Waren  besonders  guter 
schaffenheit  zu  heben  und  ein  enges  Zusammenwirken  von 
inst  und  Industrie  zu  fördern.  Auch  in  der  Deutsch- Oester - 
chischen  Reichsversammlung  wurde  1920  ein  Antrag  gestellt 
reffend  die  Errichtung  einer  staatlichen  kunstgewerblichen 


Fachschule  für  Ton-  und  Glasindustrie.  In  Deutschland  sind 
zahlreiche  (etwa  30)  Schulen,  teils  Fachschulen/  teils  Kunst- 
gewerbe- und  Handwerkerschulen,  teils  Lehrwerkstätten,  Mal- 
ernd Modellier  schulen,  teils  Industrie-'  und  Gewerbeschulen, 
welche  mit  oder  ohne  besondere  Abteilungen  das  Fach 
Keramik  '  als  Lehrgegenstand  aufführen.  Ausgesprochene 
Keramische  Fachschulen  sind  die  in,  B-unzlau,  Höhr,  Selb 
(für  Porzellan),  Berlin,  Sternberg  in  Mecklenburg;  im  Ent- 
stehen begriffen  sind  solche  in  Hamburg  'und'  Düsseldorf. 
An  der  Universität  Bonn  würden  in  diesem  Jahre  Keramische 
Volkshpchschülkurse    abgehalten.      In    Bayern    besteht  die 

|  Keramische  Fachschule  in  Landshut;  gegründet  auf  Antrag 
der  K.  Regierung  von  Niederbayern  im  Jahre  '  1873,  wurde 
die  alte  „Töpferschule1*  in  Landshufr  am  1.  Oktober  1903  zur 
keramischen  Fachschule  (Fachschule  für  Kunsttöpferei  und 
Ofenbau)  erweitert  und  als  selbständige  Fachschule  in  den 
Räumen  der  K.  Realschule  untergebracht.  Im  Jahre  1912 
wurden  mit  Zustimmung  der  Handwerkskammer  die  Prüfungs- 
zeugnisse der '  Fachschule  nach  der  Gewerbeordnung  privi- 
legiert. Die  Schlußprüfung  des  2.  Fachkurses  und  des  Ge- 
sellenfertbildungskurses  sind  für  diejenigen  Prüflinge,'  welche 
die  Gesellenprüfung  bestanden  haben,  der  Meisterprüfung 
gleichgestellt.  ,  i 

So  sehr  die  Schulen  in  ihren  Programmen  den  Zusammen- 
hang mit  dem  praktischen  Leben  betonen,  sie  sind  noch  alle 

j  in  erster  Linie  technisch  orientiert ;  mehr  oder  weniger  tritt 
dazu  ein  künstlerisches  Moment.    Mit  Ausnahme  der  Buch- 

'  haltung,  die  im  Rahmen  der  Wirtschaft  auch  kaum  mehr  be- 
deutet als  das  Lesen  und  Schreiben  der  Volksschulbildung, 

;  tritt  das  Wirtschaftlich-organisatorische  zurück,  so  daß  diese 
Seite    auch  in  Artikeln  der  Fachzeitschriften  nur  in.  ganz 

I  wenigen  Köpfen,  die  von  der  Kinderstube  her  oder  durch  eine 
glückliche  Veranlagung  ein  natürliches  Verständnis  hierfür  be- 
sitzen,  einen  in  ein  wirtschaftliches  Geschehen  umsetzbaren 

I    Widerhall  findet.  ,  (Schluß  folgt,) 


Ueber  die  Herstellung  von  optischem  Glas. 

(Schloß.) 

C)  Beziehung  zwischen  Zusammensetzung  und  Dauerhaftigkeit 
(Wetterbeständigkeit). 

Von  einem  guten  optischen  Glas  wird  gefordert,  daß  es 
nach  dem  Polieren  seine  glänzende  Oberfläche  behält,  ohne 
daß  nach  einiger  Zeit  Mattwerden  oder  Zersetzung  eintritt. 
I  Die  polierten  Glasflächen  können  in  verschiedener  Weise  an- 
gegriffen werden.  Manche  bedecken  sich  mit  kreisförmigen 
Flecken,  andere  werden  trübe.  Auf  Gläsern,  die  viel  Barium 
oder  Blei  enthalten,  bilden  sich  irisierende  Stellen.  Manche 
Glasflächen  werden  schuppig  und  sogar  'gänzlich  zersetzt.  Die 
Wirkung  auf  eine  polierte  Glasfläche,  wenn  man  sie  den  zer- 
setzenden Angriffen  aussetzt,  wird  als  .  „Verwitterung" 
bezeichnet.  J  ;"  ' ~ 

Die  Widerstandsfähigkeit  eines  Glases  gegen  Verwittern 
kann  in  verschiedener  Weise  geprüft  werden.  Das  beste  und 
einzig  zuverlässige  Verfahren  besteht  darin,  daß  man  die  Glas- 
linse oder  das  Prisma  längere  Zeit  hindurch  wirklich  in  einem 
!  Instrument  unter  Arbeitsbedingungen  verwendet.  Bevor  man 
ein  Glas  iu  die  optische  Praxis  einführt,  müssen  rasch  vor- 
zunehmende Versuche  ausgeführt  werden,  die  zahlreich  und 
verschiedener  Art  sein  können.  Einwirkung  von  Dampf  unter 
Druck,  von  Säuren  und  Alkalien,  von  heißem  Wasser,  ver- 
schiedenen künstlich  hergestellten  atmosphärischen  Bedingungen, 
alle  sind  für  die  Prüfung  geeignet,  und  'die  Ergebnisse  laufen 
bei  allen  in  gleicher  Richtung  wie  die  bei  der  längeren  und 
zuverlässigeren  Methode  des  praktischen  Gebrauches.  In  Ver- 
bindung mit  den  von  den  Optikern  unter  praktischen  ■  Ver- 
hältnissen gewonnenen  Prüfungsergebnissen  sind  die  mit  den 
Gläsern  im  Laboratorium  vorgenommenen  Prüfungen  von 
großem  Werte.  Der  Verfasser  hat  zahlreiche  Untersuchungen 
optischer  Gläser  vorgenommen  mit  der  Absicht,  zu  ermitteln, 
wieweit  die  Laboratoriumsversuche  miteinander  und  mit  dem 
Verhalten  beim  alltäglichen  Gebrauch  übereinstimmen,  und 
Welches  die  einfachste  und  schnellste  Laboratoriumsmethode 
ist,  die  die  wertvollsten  Resultate' gibt.  . 

Für  allgemeine  Zweeke  ist  die  beste  die  Ermittelung  der 
Löslichkeit  gepulverten  Glases  in  Wasser.  Wie  alle  Labora- 
toriumsproben ist  das  Verfahren  nicht  einwandfrei,  gibt  aber 
in  geschickten  Händen  wertvolle  Resultate..  Man  nimmt  die 
Probe  kurz  folgendermaßen  vor:  Das  Glas  wird  gepulvert,  ge- 
trocknet und  durch  ein  passendes  Sieb  gesiebt.  Dann  werden 
5  g  des  Pulvers  mit  100  cem  destilliertem  Wasser  eine  Stunde 
lang  in  einer  Platinschale  bei  80°  C.  digeriert.  Das  ungelöste 
Pulver  wird  abfiltriert  und  die  Menge  der  zur  Neutralisation 
des  Filtrates  erforderlichen  Säure  durch  Titration  ermittelt. 
Die  Ergebnisse  werden  allgemein  in  Milligramm  Alkali,  gelöst 
aus  100  g  Glas,  ausgedrückt.    Es  hat  sich  gezeigt,  daß  ein 


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SPRECH  SAAL-  COBURG. 


1932.  (55.  Jahrgang 


Glas,  das  zur  Neutralisation  des  Filtrates  aal  100  g  Glaspulver 
mehr  als  1000  mg  Schwefelsäure  erfordert,  als  für  optische 
Zwecke  nicht  braachbar  angesehen  werden  kann.  Bei  erst- 
klassigem Glas  müssen  weniger  als  200  mg  Säure  gebraucht 
werden.  Viele  in  Derby  hergestellte  Gläser  entsprechen  dieser 
Bestimmung,  wenige  erfordern  mehr  als  400  mg,  und  diese 
werden  für  besondere  Zwecke  benötigt.4) 

Eh  kann  hier  kein  vollständiger  Bericht  über  alle  erhaltenen 
Ergebnisse  erstattet  werden,  doch  soll  zusammenfassend  einiges 
von  -Interesse  über  mehrere  der  wie  vorstehend  angegeben 
untersuchten  Gläser  mitgeteilt  werden,  und  zwar  hinsichtlich 
des  Einflusses  der  verschiedenen  RO- Oxyde  auf  die  Löslich- 
keit von  Glas  in  Wasser  (oder  richtiger  darüber,  in  Welchem 
Grade  die  löslicheren  Bestandteile  aus  dem  Glase  herausgelöst 
werden  können). 

Molekulare  Zusammensetzung  und  Löslichkeit. 

Figur  12  'gibt  Aufschluß  über  die  Löslichkeit  der  Gläser 
der  ,  molekularen  Reihe  100  Si02 . 20  Na20  .  RO,  wobei  die  Er- 
gebnisse in  mg  NaaO,  aus  100  g  Glas  herausgelöst,  ausgedrückt 
sind.   Hierbei  ist  folgendes  zu  bemerken : 

1.  Der  Zusatz  irgend  eines  Oxydes  vom  RO-Typus  zum 
Kernglase  100  Si02 . 20  NaaO  bewirkt  eine  Abnahme  der  Lös- 
liehkeit.  Die  Wirkung  ist  zuerst  sehr  ausgesprochen.  So 
lösen  sich  unter  den  Versuchsbedingungen  -7b °/0  des  Kern- 
glases 100  SiÖg.20  Na20  in  Wasser.  Der  Zusatz  von  5  Mol. 
CaO  verringert  diese  Löslichkeit  ganz  bedeutend,  da  nur  2,5  °/0 
des  Glases  100  SiO2.20  Na20  . »  CaO  löslich  sind. 

2.  Die  Vergrößerung  des  molekularen  Zusatzes  von  RO 
bewirkt  eine  Herabsetzung  der  Löslichkeit,  aber  in  abnehmen- 
dem Maße.   Das  geht  besonders  deutlich  aus  Fig.  12  hervor. 


Kg.  12  Vig.  13 


Sie.  12.  Molekulare  Zusammensetzung:  und  Löslichkeit  von  Glasern.    (20  Mol 

NajO  .  x  Mol.  BO  .  100  Mol.  SiOj). 
Pia-.  13.  Prozentnale  Zusammensetzung:  und  Löslichkeit.    (Na-jO  gleichbleibend 

-=20o/,.)' 

3.  Der  Grad  der  Wirkung  der  in  molekularen  Mengen  zu- 
gefügten RO-Oxyde  auf  die  Löslichkeit  des  Glases  entspricht 
nicht  der  Reihenfolge  ihrer  Molekulargewichte.  Bemerkens- 
wert ist  der  starke  Einfluß  des  Zinkoxydes. 

Prozentuale  Zusammensetzung  und  Löslichkeit. 

Figur  13  "  veranschaulicht  die  Wirkung  des  Ersatzes  von 
Si02  durch  Oxyde  vom  RO-Typus  auf  die  Löslichkeit,  wobei 
Na,,0  konstant  gehalten  wurde  (20°/0).  Bei  zunehmendem  Er- 
satz des  Si02  durch  RO  findet  in  jedem  Falle  eine  Löslichkeits- 
abnähme  statt,  und  zwar  in  der  Wirkung  entsprechend  den 
Molekulargewichten  der  RO- Oxyde,  ausgenommen  ZnO.  Je 
größer  also  das  M.-G.  des  zugefügten  Oxydes  ist,  um  so  ge- 
ringer wird  der  Einfluß  auf  die  Verminderung  der  Löslichkeit 
sein,  ausgenommen  im  Falle  des  Zinkoxyds,  das  die  größte 
Wirkung  von  allen  hat.  Letzterer  Punkt  ist  von  großer  Wich- 
tigkeit. In  einer  anderen  Reihe,  wo  Si02  konstant  blieb  und 
Na,0  durch  RO  ersetzt  wurde,  wurde  abermals  gefunden,  daß 
die  Löslichkeit  abnahm.  Das  —  hier  nicht  wiedergegebene  — 
Sehaubild  ähnelt  sehr  dem  in  Fig.  13,  doch  sind  die  Kurven 
steiler.  Die  Kurven  für  ZnO,  MgO  und  CaO  fallen  übrigens 
hier  fast  zusammen. 

Um  die  Wirksamkeit  der  Löslichkeitsprobe  als  Maßstab 
für  die  Verwitterung  zu  prüfen,  wurden  polierte  Stücke  aller 
Gläser  einer  tatsächlichen  Verwitterung  ausgesetzt.  Zunächst 
blieben  sie  100  Stunden  lang  in  einem  bei  18°  C.  mit  Feuch- 
tigkeit gesättigten  Raum  liegen,  und  dann  wurden  sie  noch 
sechs  Monate  lang  gewöhnlichen  atmosphärischen  Bedingungen 
unterworfen.  In  jedem  Falle  war  der  Grad  der  Verwitterung, 
d.  h.  der  Grad  der  Wetterbeständigkeit  identisch  mit  dem  Lös- 
lichkeitsgrad. 

Wird  in  diesen  Gläsern  vom  Typus  a  SiOa .  b  RaO  .  c  RO, 
wobei  a+b-f-c  =  100°/0  ist,  Natriumoxyd  durch  Kaliumoxyd  er- 
setzt, so  wird  ihre  LÖBlichkeit  und  somit  auch  ihre  Dauerhaftig- 
keit verändert.  Ist  der  Alkaligehalt  größer  als  15°/0,  so  hat 
gewöhnlich  Natronglas  die  größere  Haltbarkeit.    Unter  15°/0 

*)   VergL  Joorn.  8oc.  Glan  Techn.  Vol.  4,  8.  3». 


Alkaligehalt  ist  gewöhnlich  Kaliglas  dauerhafter,  obgleich  e 
bestimmte  Regel  hierfür  nicht  aufgestellt  werden  kann.  Dies 
auch  weniger  von  Belang,  als  man  zunächst  annimmt,  und  zv 
auf  Grund  folgender,  vom  Verfasser  gemachten,  bemerke! 
werten  Feststellung  von  allgemeiner  Bedeutung:  Ist  in  i 
Kieselsäure- Alkali- RO- Gläsern  der  Gesamtalkaligehalt  gerin) 
als  20°/0,  so  sind  diejenigen  Gläser,  die  beide  Alkalioxyde 
gleichem  Gewichtsverhältnis  enthalten,  weniger  löslich  t 
dauerhafter  als  Glas,  in  dem  alles  Alkali  als  Kalium-  oder 
Natriumoxyd  enthalten  ist.  Dieser  Satz  trifft  zu,  welches  ai 
immer  der  Prozentgehalt  des  Glases  an  Si02  oder  RO  sein  m 
So  wird  das  Glas  70  SiOa  .  5  Na20  .  5  KaO  .  20  PbO  weni, 
löslich  und  beständiger  sein  als  die  Gläser  70  SiOa .  10  NaaO .  20  P 
oder  70  SiOa .  10  KaO  .  20  PbO.  Es  sind  auch  Versuche  a 
geführt  worden,  um  das  .passendste  Verhältnis  zwischen  Ni 
und  KaO  zu  finden,  das  ein  Glas  von  der  größten  Beständig!) 
gibt.5)  Aus  den  erhaltenen  Ergebnissen  lassen  sich  für  ! 
Beständigkeit  der  Gläser  vom  Typus  a  Si02 .  b  R20  .  c  1] 
wobei  a+b-fc^lOO0/,,,  folgende  Regeln  ableiten: 

1.  Die  Beständigkeit  wird  dadurch  verbessert,  daß  u 
den  Kieselsäuregehalt  konstant  hält  und  einen  Teil  des  AU 
durch  RO  ersetzt. 

2.  Die  Beständigkeit  wird  dadurch  verbessert,  daß  a 
etwas  der  Kieselsäure  durch  RO  ersetzt  und  den  Alkaligel 
konstant  hält. 

3.  Bei  der  Verbesserung  der  Dauerhaftigkeit  dadurch,  c 
man  entweder  Si02  oder  Alkali  Gewichtsteil  für  Gewichts 
durch  RO  ersetzt,  bewährt  sich  als  am  brauchbarsten  Zi 
Die  anderen  RO- Oxyde  erhöhen  die  Glasbeständigkeit  in  < 
Reihenfolge  ihrer  Molekulargewichte,  wobei  MgO  mit  d 
niedrigsten  M.-G.  den  größten,  PbO  den  geringsten  Einfluß  i 
diese  Verbesserung  ausübt. 

4.  Die  Dauerhaftigkeit  des  Glases  wird  verbessert  dm 
die  Anwesenheit  der  beiden  Alkalioxyde  Na20  und  KaO. 

D)   Beziehung  zwischen  Zusammensetzung  und  Entglasunj 

Wie  schon  hervorgehoben,  kann  Glas  als  Ergebnis  < 
Einwirkung  verschiedener  chemischer  Verbindungen  aufeinam 
unter  Bildung  neuer  Verbindungen  angesehen  werden,  die 
der  hohen  Bildungstemperatur  ineinander  gelöst  sind  und  d 
auch  nach  Abkühlung  bleiben.   Unter  gewissen  Umstänc 
können  sich  aber  einige  der  bei  hoher  Temperatur  ineinanc  r 
löslichen  Verbindungen  abscheiden,  wenn  die  Schmelze  abkül 
wobei  opake  Massen  von  verschiedener  Form,  Größe  und  / 
sammensetzung  entstehen.   Eine  Abscheidung  unter  solch 1 
Verhältnissen  wird  als  „Entglasung"  bezeichnet.    Vor  ihr  m 
man  sieh  bei  der  Herstellung  optischen  Glases  hüten.  I 
Erscheinung,  soll  hier  nicht  eingehend  besprochen  werd 
sondern  es  seien  nur  folgende  Tatsachen  von  Interesse  angefüb 

In  allen  Gläsern,  mit  Ausnahme  einiger  dichter  Bariu  i 
Krongläser  und  sehr  dichter  Flintgläser,  ist,  in  prozentual 
Hinsicht,  der  vorherrschende  Bestandteil  die  Kieselsäu! 
Demgemäß  ist  wohl  die  Abscheidung  der  Kieselsäure  aus  d< 
geschmolzenen  Glas  die  gewöhnlichste  Art  der  Entglasui 
Diese  Kieselsäureabscheidung  unterliegt  mehreren  Einflüssi 
In  erster  Linie  wird  sie  durch  die  Abkühlungsgeschwindigk 
bedingt.  So  zeigte  ein  Glas  von  der  Zusammensetzung  70 
Si02.15  Na20.15  PbO  bei  rascher  Abkühlung  um  100°  C 
einer  Stunde  kein  Zeichen  beginnender  Entglasung,  aber  1 
langsamerer  Abkühlung,  nämlich  50°  C  in  einer  Stunde,  schi 
sich  Kieselsäure  aus.  Auch  das  vorhandene  Alkali  hat  Einfl 
auf  die  Kieselsäureabscheidung;  z.  B.  scheidet  das  Glas  70 
SiOa .  15  Na20 . 15  BaO  Kieselsäure  aus,  wenn  es  um  60°  C  in  ein 
Stunde  abgekühlt  wird,  während  das  Glas  70  °/0  SiOa .  15K20 . 15  Bi 
bei  gleicher  Abkühlungsgeschwindigkeit  dies  nicht  tut.  £ 
Ursache  hierfür  ist  wahrscheinlich  auf  die  Zähflüssigkeit  zurüc 
zuführen.  Natriumoxyd  ist  ein  besseres  Flußmittel  als  d  i 
gleiche  Gewicht  Kaliumoxyd,  und  bei  einer  gegebenen  Temporal 
ist  ein  Natriumglas  flüssiger  als  das  ihm  entsprechende  Kaliui 
glas.  Je  weniger  zähflüssig  ein  Glas  ist,  um  so  leichter  könn 
sich  Kristallisation skerne  bilden  und  weiter  entwickeln.  E 
dritter  Umstand,  der  die  Ausscheidung  der  Kieselsäure  beei 
flußt,  ist  die  Art  des  vorhandenen  RO-Oxydes.  So  scheic 
sich  die  Kieselsäure  leichter  aus  einem  bleihaltigen  Glase 
als  aus  einem  solchen  mit  dem  gleichen  Prozentgehalt  Calciui 
oxyd.  Es  ist  faßt  unmöglich,  Flintgläser,  d.  h.  bleihalti, 
Gläser,  mit  höherem  Gehalt  als  65  °/0  Si02  herzustellen,  wogeg 
Krongläser,  d.  h.  calciumoxydhaltige  Gläser,  bei  langsamer  A 
kühlung  noch  mit  einem  Kieselsäuregehalt  von  76°/0  fabrizic 
werden  können,  ohne  daß  Abscheidung  von.  Kieselsäure  eintri 

Scheidet  sich  aus  einer  Glasschmelze  Kieselsäure  aus, 
tut  sie  dies  in  Form  weißer,  opaker  Flecken  oder  Kristal 
Gelegentlich  sondert  sich  die  Kieselsäure  so  ab,  daß  die  gan 
Schmelze  opalisiert.   Eine  solche  Schmelze,  die  35  °/0  PbO  ui 

»)   Vergl.  Joorn.  Soc.  Glan  Teohn.  VöL  5,  8.  196. 


1932.  (66.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL -  COÖURO. 


Nr.  20  —  236 


54  °/0  Si02  enthielt,  erschien  nach  etwas  langsamerer  Abkühlung 
als  gewöhnlich  durch  und  durch  milchig.  Bin  anderes  Glas 
kann  bei  der  ersten  Abkühlung  im  Ofen  ganz  klar  sein,  aber 
trotzdem  nach  dem  zweiten  Erhitzen  und  Abkühlen  während 
des  Formprozesses  Kieselsäure  abscheiden  und  opalisieren. 
Ein  solches  Glas  ist  z.  B.  ein  Barium-Kronglas  mit  61°/0  SiOa 
und  19°/0  BaO.  Scheidet  sich  Kieselsäure  in  kristallinischem 
Zustande  aus  einem  Glase  aus,  so  erfolgt  dies  in  Form  von 
Tridymit.  Nur  bei  einer  einzigen  Gelegenheit  und  mittels 
eines  besonderen  Verfahrens  gelarg  es  dem  Verfasser,  Kristo- 
balitkristalle  zu  erhalten. 

Abscheidung  von  Silikaten  der  „RO" -Metalle. 

Oft  beeinflußt  der  Gehalt  eines  Glases  an  Oxyd  vom 
RO-Typus  dessen  Neigung  zur  Entglasung.  So  scheidet  z.B. 
das  Glas  65  °/0  SiO, .  15  Na20  .  20  CaO  bei  langsamer  Abkühlung 
Calciumsilikat  aus".  Ist  der  Gehalt  eines  Glases  an  CaO  größer 
als  16°/0,  so  hat  es  Neigung  zur  Abscheidung  von  Kalksilikat. 
Dieses  besitzt  die  Form  von  feinen  nadelartigen  Kristallen. 
Oft  sammeln  sich  diese  strahlenförmig  um  einen  gemeinsamen 
Mittelpunkt  und  bilden  im  Glase  eine  vollkommene  Kugel. 
Solche  Kugeln  sind  in  manchen  Fällen  so  groß  wie  Kricket- 
bälle gewesen.  Bei  Bariumgläsern  tritt  eine  deutliche  Neigung 
zur  Ausscheidung  von  Bariumsilikat  bei  langsamer  Abkühlung 
erst  von  einem  Gehalt  von  25  °/9  BaO  ab  hervor.  Dann 
entstehen  nadelartige  Kristalle  von  Bariumsilikat.  Dichte 
Barium-Krongläser,  die  oft  40°/0  BaO  enthalten,  neigen  be- 
sonders zur  Entglasung,  wobei  die  Abscheidung  in  der  Regel 
längs  vorhandener  Streifen,  stattfindet.  Gelegentlich  scheiden 
sich  nach  einer  zweiten  Erhitzung  und  Abkühlung  andere 
Kristallformen  als  nach  der  ersten  aas. 

Bei  bleihaltigen  Gläsern  können  mehr  als  50°/0  PbO  ein- 
geführt werden,  ohne  daß  Entglasung  eintritt.   Es  ist  tatsächlich 


fast  unmöglich,  diese  Erscheinung  in  bleireichen  Gläsern  her- 
vorzurufen, und  es  gelang  dies  dein  Verfasser  nur  in  einem 
einzigen  Falle,  durch  langsame  Abkühlung  eines  Glases  mit 
80  °/0  Bleioxyd. 

1  Schluß. 

Im  Verlaufe  dieser  Mitteilungen  ist  nichts  über  die  Farbe 
in  optischen  Gläsern,  über  die  Entfernung  von  Blasen,  über 
ungeschmolzene  Bestandteile  usw.  gesagt  worden,  die  alle 
fortgesetzte  Aufmerksamkeit  erfordern.  Am  einen  Punkt 
hinsichtlich  der  Farbe  kann  hier  kurz  hingewiesen  werden. 
Man  hat  gefunden,  daß  ohne  Ausnahme  die  kaliumoxydhaltigen 
Gläser  stets  weniger  gefärbt  und  glänzender  sind  als  die  ent- 
sprechenden Gläser  mit  gleichen  Natriumoxydgehalten.  Das 
kann  darauf  beruhen,  daß  Kaliumgläser  den  Ton  weniger  stark 
angreifen  als  Natriumgläser  und  daher  weniger  eijiebhaUige 
Verbindungen  auflösen,  die  eine  Färbung  im  Glase  verursachen. 
Ein  wahrscheinlicherer  Grund  dürfte  aber  sein,  daß  die  eise  i- 
haltigen  Kaliumverbindungen  weniger  gefärbt  sind  als  die  ent- 
sprechenden Natriumverbindungen. 

Ohne  daß  auf  alle  diese  Verhältnisse  näher  eingegangen 
werden  konnte,  ist  in  vorstehendem  genügend  d  arge  tan  worden, 
daß  die  ganze  Fabrikation  des  optischen  Glases  praktisch  vor 
allem  im  großen  Maßstabe  ausgeführte  Versuche  darstellt,  mit 
allen  hierdurch  erwachsenden  Unkosten,  ihren  Enttäuschungen 
und  ebenso  ihren  Erfolgen.  Vielleicht  in  keinem  anderen 
Industriezweige  ist  man  so  häufig  Fehlschlägen  und  Ent- 
täuschungen ausgesetzt,  ehe  der  Erfolg  erreicht  ist.  Die 
Herstellung  des  optischen  Glases  läßt  sich  daher,  wie  der 
Verfasser  zum  Schlüsse  betont,  in  England  nur  fortsetzen,  wenn 
ihr  die  Verbraucher  ihren  Beistand  und  ihre  Unterstützung 
angedeihen  lassen. 


Wirtschaft lieh-gewerblicher  To i  1- 


Korrespondenzen, 

Das  25  jährige  Gesehäftsjabiläum  feiert  am  20.  5.  22  die  in  weifen 
Kreisen  der  (ilasbranche  wohlbekannte  Firma  Wilhelm  Lehrer,  Beinichen- 
dorf, Hauptstr.  52.  Das  Unternehmen,  das  auch  nach  dem  Auslande  rege 
Beziehungen  unterhält,  befaßt  sich  vorwiegend  mit  dem  Vertrieb  von  Ar- 
tikeln der  Glasbranche  jeder  Art,  speziell  für  die  Parfümeriebranche,  wie 
auch  Flaschen  für  Likörfabriken  (Taschennaschen  mit  Trinkbecher  and 
Transparentetiketts).  Daneben  werden  Preßglas  und  Stielglas  sowie  Por- 
zellan geführt. 

Eine  seltene  Feier.  Am  7.  5.  22  konnte  eine  stattliche  Anzahl 
von  Beamten  and  Arbeitern  bei  der  Firma  Haas  &  Czjzek,  Porzellan- 
fabriken in  Schlaggenwald  und  Chodau,  das  50-  bezw.  40-jährige  Dienst- 
jubiläum  begehen.  Die  Mitinhaberin  der  Firma,  Frau  Baronin  Olga  Haas, 
überreichte  dem  sein  40-  jähriges  Dienst  jubiläum  feiernden  Direktor  der  Firma, 
Herrn  Johann  Neidhart,  die  Medaille  der  Handels-  und  Gewerbekammer 
nebst  Diplom,  sowie  ein  Geschenk  und  gedachte  mit  herzlichen  Worten 
der  langjährigen  Verdienste  des  Jubilars.  Sein  erfolgreiches  Wirken  für 
den  WirtBchaftsverband  und  die  gesamte  Industrie  wurde  in  treffenden 
Worten  des  Präsidenten  Anton  Zebisch  gewürdigt.  Den  anderen  Jubilaren 
und  zwar  5  Beamten  und  4  Arbeitern  mit  50  Dienst  jähren  und  4  Beamten 
und  13  Arbeitern  mit  40  Dienstjahren  sprach  Frau  Baronin  Haas  in  gleich 
herzlicher  Art  den  Dank  der  Firma  aus  nnd  übergab  ihnen  namhafte 
Geldgeschenke.  Hieran  anknüpfend  begrüßte  Direktor  Zebisch  namens 
des  Wirschaftsverbandes  die  Jubilare  mit  innigen  Worten  und  brachte  die 
ihnen  vom  Wirtschaftsverband  zugedachten  Geldgeschenke  zur  Verteilung. 
Beg.-Bat  Dr.  Chudaczek,  I.  Sekretär  der  Handels-  und  Gewerbekammer 
figer,  überreichte  schließlich  die  Medaillen  und  Diplome.  Nachdem  namens 
der  Jubilare  sowohl  ein  Beamter  als  auch  ein  Arbeiter  ihren  Dank  aus- 
gesprochen hatten,  fand  die  stimmungsvolle  Feier  mit  einem  gastlichen 
Mahl  im  Fabriksgasthaus  ihren  Abschluß. 


Gesetzgebung,  Steuern. 

ümsatzsteuernovelle.  Neue  Uebergangsvorschriften.  Das  Reiche- 
finanzministerium  hat  neuerdings  einen  Erlaß  an  die  Landesfinanzämter 
gerichtet,  in  dem  es  Bestimmungen  zur  Erleichterung  der  Einführung  der 
Umsatzsteuernovelle  getroffen  hat.  Darin  heißt  es  u.a.,  daß  mit  Bücksicht 
auf  die  späte  Verkündung  des  Gesetzes  damit  zu  rechnen  sei,  daß  ein 
großer  Teil  der  Steuerpflichtigen  die  Vorauszahlungen  für  das  erste  Viertel- 
jahr 1922  im  April  nicht  geleistet  hat,  da  sie  über  den  Umfang  der  neuen 
Vorschriften  noch  im  unklaren  seien.  Der  Minister  hat  daher  bestimmt, 
daß  im  Hinblick  hierauf  von  einer  Beitreibung  der  Steuer  und  der  5  °/0 
Verzinsung  ab  1.  5.  22  abgesehen  werden  soll,  and  die  Verzinsungspflicht 
erst  ab  1. 8.  22,  also  nach  Ablauf  des  auf  die  beiden  ersten  Kalender- 
vierteljahre folgenden  Monats  beginnt,  wenn  die  fälligen  Vorauszahlungen 
nicht  spätestens  am  31. 7.  22  eingegangen  sind.  In  Bezug  auf  die  Fälle, 
in  denen  die  Steuerpflichtigen  durch  die  Vorschrift  der  rückwirkenden 
Kraft  des  Umsatzsteuergesetzes  in  besonders  unbilliger  Weise  belastet 
werden,  heißt  es  in  dem  Erlaß,  daß  den  Steuerpflichtigen  in  allen  den 
Fällen  geholfen  werden  könne,  in  denen  der  Steuerpflichtige  ohne  sein 
Verschulden  nicht  wissen  konnte,  daß  der  Steuersatz  ab  1. 1.  22  erhöht 
werden  würde  oder  in  denen  er  sich  in  einer  besonderen  Zwangslage  befand, 
die  ihm  nicht  gestattete,  die  Steuer  seinen  Abnehmern  gegenüber  anzu 
rechnen.  Die  entsprechenden  Anträge  würden  erst  bei  der  Veranlagung 
im  Jahre  1923  zu  erledigen  Bein,  Die  abgeänderten  AuBführungsbestim- 


mungen  zum  UmsatzsteuergeBetz  werden  in  Nr.  19  des  „Zentralblatts  für 
das  Deutsche  Beich"  vom  12.5.22  veröffentlicht  werden, 

Umsatzsteuer  der  Handelsvertreter.  Die  Vollversammlung  des 
Vereins  Berliner  Handelsvertreter  E.  V.  hat  Einspruch  dagegen  erhoben, 
daß  in  den  Beichstagssitzungen  vom  22.  3.  and  1.  4.  die  Anträge  auf 
Beseitigung  der  Umsatzsteuer  für  die  Handelsvertreter  abgelehnt  Warden. 
Es  sei  nicht  beachtet  worden,  daß  der  Handelsvertreter  die  Umsatzsteuer 
im  Gegensatz  zu  allen  anderen  Beraten  niemals  abwälzen  könne,  daß  die 
Umsatzsteuer  für  den  Handelsvertreter  doppelt  angerecht  sei,  weU  er  sie 
auch  von  den  iür  sein  Haas  aufgewendeten,  von  ihm  ausgelegten  Unkosten 
bezahlen  müsse,  daß  somit  der  Handelsvertreterberuf  einer  zweiten  ver- 
schärften Einkommensteuer  und  damit  einer  AasnahmebeBteaerang  unter- 
liege. Der  Beichsfinanzminister  habe  erklärt,  die  Aufhebung  der  Aub- 
nahmebesteaerang  des  Handelsvertreterberufes  könnte  dazu  führen,  daß  „in 
weitem  Umfange  das  Kommissions-  and  Propregeschäft  verlassen  and  daß 
man  versuchen  werde,  bestehende,  diese  Form  benatzende  ständige  Ge- 
schäftsverbindungen in  die  Form  des  Agentenverhältnisses  umzuwandeln". 
Der  Kommissionär  wie  der  Proprehändler,  der  den  anmittelbaren  Besitz 
der  Ware  nicht  übertrage,  sei  aber  bereits  auf  Grand  des  §  7  des  UStG. 
von  der  Umsatzsteuer  völlig  befreit,  brauche  seine  Tätigkeit  also  nicht 
umzuwandeln.   

Handel  and  Verkehr. 

Ablieferung  von  Augfahrdevisen  an  die  Keiehsbank  durch  Privat- 
banken. Die  Ausfuhrfirmen  werden  nochmals  dringend  darauf  hinge- 
wiesen, daß  die  Devisenablieferungspflicht  an  die  Beichsbank  bei  Begebung 
der  Devisen  an  Privatbanken  nar  dann  erfüllt  ist,  wenn  der  betreffenden 
Privatbank  die  ungesäumte  Weiterleitung  an  die  Beichsbank  ausdrücklich 
vorgeschrieben  wird.  Wenn  das  nicht  geschieht,  kann  eine  Anrechnung 
auf  das  Ablieferungssoll  der  betretenden  Ausfuhrfirma  seitens  der  Devisen- 
ablieferangskontrolle  der  Beichsbank  nicht  erfolgen.  Soweit  die  einge- 
kommenen Devisen  durch  Lieferanten  beansprucht  worden  sind,  bleibt  die 
Aasfahrfirma  als  Empfänger  der  Bewilligung  gleichfalls  der  Devisehab- 
lieferungskontrolle  der  Beichsbank  gegenüber  nacbweisp tüchtig.  Der 
entsprechende  Nachweis  ist  auf  Anfordern  der  Devisenablieferungskontrolle 
durch  Vorlegung  von  Originalfaktaren,  Frachtbriefen,  Konnossementen 
usw.  zu  fuhren.  Voraussetzung  dabei  ist,  daß  die  Devisen  von  den  be- 
treffenden Lieferanten  zur  Bezahlung  ihrer  Einfahren  an  Rohstoffen  be- 
natzt worden  Bind,  andernfalls  kann  eine  Befreiung  von  der  Ablief e  rungs- 
verpflichtung  nicht  ausgesprochen  werden. 

Niederländische  Handelskammer  für  Deutschland.  Die  Geschäfte 
der  Niederlassungen  in  Düsseldorf  Und  Dortmund  sind  auf  die  seit  mehreren 
Jahren  bestehende  Niederländische  Handelskammer  in  Frankfurt  a.  M. 
übergegangen,  deren  Geschäftsbereich  sich  nunmehr  über  ganz  Deutsch- 
land erstreckt,  mit  Ausnahme  der  Hansastädte  and  ihre  Umgebung  und 
des  linksrheinischen  besetzten  Gebietes  nördlich  der  Mosel.  Die  seither 
bestehenden  Bareans  Bind  für  persönliche  Auskünfte  anch  weiter  geöffnet. 

Gebührenerhebung  im  Postfrachtstückverkehr  nach  über* 
seeischen  Ländern  durch  Vermittlung  von  Speditionsfirmen.  Vom 
15.  6.  22  an  erhöhen  sich  die  Gewichtsgebühren  für  Postfrachtstücke  ab 
Hamburg  oder  Bremen.  Die  neuen  Sätze  Bind  aus  der  gleichzeitig  erfol- 
genden Berichtigung  des  Paketposttarifes  zu  ersehen. 

Der  deutsch-russische  Wirtschaftsvertrag.  Die  in  dem  Bapallo- 
Abkommen  vereinbarte  deutsch-russische  Meistbegünstigung  nnd  der 
wechselseitige  Verzicht  aof  die  Entschädigung  werden  in  den  maßgeben- 


23€   -  Nr  20 


SPRECHSÄAL- COBURG. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


den  deutschen  Industriekreisen  hoch  bewertet.  Auf  Grand  der  Meistbe- 
günstigung tritt  Deutschland  in  den  Mttgenuß  der  Handelsabkommen,  die 
So'wjetrußUnd  mit  England,  Schweden,  Norwegen,  Italien,  Tschecho- 
elowakien,  Oesterreich,  Türkei  nnd  Fersien  abgeschlossen  hat.  Biese 
Handelsverträge  entsprechen  im  allgemeinen  dem  (noch  geltenden)  deutsch- 
russischen  Abkommen  vom  6.  5.  21,  dnrch  das  die  rassische  Regierang  für 
Verbindlichkeiten  aas  den  nach  Abschluß  des  Abkommens  eingegangenen 
Rechtsgeschäften  mit  deutschen  Staatsangehörigen,  Firmen  nnd  juristischen 
Personen  sich  der  deutschen  Gerichtsbarkeit  nnd  Zwangsvollstreckung 
unterworfen  hat.  Jedoch  bleibt  die  rassische  Regierang  berechtigt,  auch 
die  in  Deutschland  abgeschlossenen  Rechtsgeschäfte  mit  der  Schieds- 
gerichtsklausel zu  versehen.  Einige  Einschränkungen  der  deutsch-rassi- 
schen Meistbegünstigung  dnrch  Sondervorteile,  die  Rußland  an  Polen  und 
politisch  benachbarte  Gebiete  im  Grenzverkehr  gewähren  kann,  sind  nicht 
erheblich.  Von  außerordentlicher  Tragweite  ist  der  beiderseitige  Verzicht 
auf  Entschädigungen,  weil  dadurch  die  Gefahr  großer  wirtschaftlicher 
Verpflichtungen  nnd  Verloste  Deutschlands  abgewendet  erscheint. 


Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  ölas.  Die  Geschäfte  der  Preisprüfungsstelle  für  Röhren 
nnd  HohlgläBer  für  wissenschaftliche  nnd  technische  Zwecke  wird  b  is  zur 
Neuregelung  vorläufig  von  der  Preisprüfungsstelle  für  Glasinstramente, 
Jlmenau  i.  Thür.,  Schloßstraße  11,  weitergeführt.  Alle  diesbezüglichen 
Anträge  sind  bis  anf  weiteres  an  vorgenannte  Stelle  zu  richten. 

Gültigkeitsdauer  der  Ausfuhrbewilligungen.  Der  Reichskom- 
misssr  für  .  Aus-  nnd  Einfahrbewilligang  hat  den  Reichsfihanzminister 
gebeten,  die  Zollstellen  anzuweisen,  daß  Aasfahrsendangen  anch  nach 
Ablauf  der  Gültigkeitsdauer  der  Ausfuhrbewilligung  noch  als  bewilligt 
anzusehen  sind,  wenn  aus  dem  Erachtbrief  hervorgeht,  daß  die  Ware  vor 
Ablauf  der  Gültigkeit  der  Ausfuhrbewilligung  zam  Tr anapart  aufgegeben 
worden  ist  Darch  eine  solche  Anweisung  der  Zollstellen  wird  den  berech- 
tigten Wttni chea  der  Ansf ahrintereisenten  R  echnnng  getragen. 

Abschreibungen  von  den  Ausfuhrbewilligungen  durch  die  Zoll» 
stellen.  Einzelne  Zollstellen  nehmen  die  Abschreibungen  von  Teilposten 
anf  den  Ausfuhrbewilligungen  möglichst  genau  nach  Menge  nnd  Wert, 
sogar  unter  Bezeichnung  der  Warengattung,  vor,  während  andere,  nament- 
lich die  Hamburger  Stellen,  in  Bausch  and  Bogen  abschreiben.  Eine 
genaue  Abschreibung  nach  Menge  und  Wert  und  nach  den  verichiedenea 
Warehgattungen  ist  aber  unbedingt  erforderlich.  Für  die  Richtigkeit  der 
Abschreibang  ist  in  erster  Linie  der  Versender  verantwortlich,  der  den 
Zellbehörden  die  nötigen  Angaben  aus  dem  Frachtbrief,  der  Auifuhr- 
erklärung  und  dem  statistischen  Anmeldeschein  machen  maß.  Die  Zoll- 
behörde kann  nur  in  Ausnahmefällen  nnd  bei  Nachrevisionen  die  Richtig- 
keit dieser  Angaben  prüfen.  Da  die  Zollstellea  bisher  keine  einheitliche 
Anweisung  über  die  Durchführung  der  Abschreibungen  erhalten  haben, 
ist  eine  tinheitlishe  Durchführung  beim  Reichsfinanzministerium  beantragt 
worden.        •  ' 

'  Interalliiertes  Aus-  und  Einfuhramt  Saarbrücken.  Da»  für  den 
Warenverkehr  zwischen  dem  besetzten  Gebiet  und  dem  Saargebiet  zuständige 
Amt  hat  die  Gebühren  für  die  Bearbeitung  von  Aus-  und  Einfuhranträgen 
voiTö  auf  3  %  herabgesetzt. 

Belgien.  Einfuhrzölle  auf  deutsche  Waren.  Nach  einer  Ver- 
ordnung vom  18.  4.  unterliegen  Waren  deutschen  Ursprungs  und  deutscher 
Herkunft  bis  zum  3L  13.  22  weiterhin  einer  höheren  Verzollung. 

'■ib  Danemark.  Das  Luxuszollgesetz  ist  bis  zam  31.  5.  22  verlängert 
Worden.  Ob  bis  zu  diesem  Zeitpunkt  der  neue  Zolltarif  verabschiedet 
worden  ist,  erscheint  neuerdings  zweifelhaft.,         -        *  ' 

Luxemburg.  Eine  Neuregelung  des  Zollwesens  und  der  Ein- 
und  Ausfuhrbestimmungen  ist  anläßlich  des  am  1.  5.  22  erfolgten  Inkraft- 
tretens des  belgisch-luxemburgischen  Wirtschaftsabkommens  vorgenommen 
worden.  Die  bisher  gültig  gewesenen  Gesetze  nnd  Reglements  über  das 
Zollwesen  und  die  Zollstatistik  werden  durch  die  einzuführenden  belgischen 
Bestimmungen  ersetzt.  Insbesondere  wird  der  luxemburgische  Zolltarif 
vom  28. 7.  21  mit  dem  derzeitigen  belgischen  Zolltarif  in  Uebereinstimmung 
gebracht.  Des  weiteren  wird  das  durch  belgische  Verordnung  vom  3. 11.  21 
für  gewisse  Waren  deutschen  Ursprungs  oder  deutscher  Herkunft  einge- 
führte besondere  Zollregime  auch  in  Luxemburg  in  Kraft  gesetzt.  Sämt- 
liche Waren,  herkommend  aus  der  Schweiz,  ans  Spanien,  Holland,  Dänemark, 
Schweden,  Norwegen,  Polen,  Tschechoslowakien  und  Deutschösterreich 
Bind  bei  der  Einfuhr  der  Vorlage  eines  Ursprungszeugnisses  unterworfen, 
das  zU  besagen  hat,  daii  die  eingeführte  Ware  nicht  deutschen  Ursprungs 
ist.  Als  nicht  dentschen  Ursprungs  sind  anzusehen  Produkte,  die  aus 
Rohstoffen  oder  Materialien  deutscher  Herkunft  angefertigt  Bind,  unter  der 
Bedingung,  daß  der  Anteil,  welcher  entweder  anf  deutsche  Arbeit  oder 
deutsche  Rohstofflieftrang  entfällt,  25  %  des  Wertes  der  Fertigfabrikate 
nicht  übersteigt.  Die  Aasfahr  einer  Reihe  von  Waren  belgischen  Ursprungs 
(u.  a.  verschiedene  Ziegelarten)  bedarf  der  Genehmigung  des  Generaldirektors 
des  Ackerbaus,  der  Industrie  und  der  sozialen  Fürsorge. 

Mittelamerika.  PreisBtellung  für  deutBcbe  Einfuhrwaren. 
Hierüber  erfahren  wir  von  zuständiger  deutscher  Seite  folgende  Mitteilung, 
die  mit  Rücksicht  auf  manche  in  der  Oifientlichkeit  zum  Ausdruck  ge- 
brachten abweichenden  Aeußerungen  von  Inte/esse  sein  dürfte.  Die  Im- 
portfirmen, in  Nicaragua  ziehen  die  Faktarieraug  in  Mark  vor.  Viel- 
fach wird  der  Wunsch  geäußert,  die  deutschen  Preislisten  möchten  auch 
Dollarpreise  enthalten,  wie  das  teilweise  bei  holländischen  und  englischen 
Preislisten  der  Fall  Bei.  Iu  Costa  Rica  ist  der  Importhandel  in  seiner 
Mehrheit  damit  einverstanden,  daß  die  dentschen  Exporteure  in  Dollar 
fakturieren.  Der  von  deutschen  Exportenren,  insbesondere  Händlerfirmen, 
gegenüber  der  Reichsregierang  verschiedentlich  geltend  gemachte  Ein- 
wand, daß  die  überseeische  Kundschaft  häufig  die  Faktarierung  in  Mark 
verlange,  erscheint,  soweit  Costa  Rica  in  Betracht  kommt,  im  allgemeinen 
unzutreffend.  Fast  alle  seriösen  Firmen  in  Costa  Rica  ziehen  heute  anbe- 
dingt die  Faktarierung  in  Dollar  vor,  weil  die  Schwankungen  der  dentschen 
Valuta  ihnen  j  ede  Kalkulation  unmöglich  machen.   Nicht  verkannt  werden 


soll,  daß  es  nach  wie  vor  in  Ausnahmefällen  auch  angebracht  sein  kann« 
Zahlungen  in  Mark,  umgerechnet  zum  Tageskurse,  statt  in  Dollar  anzu- 
nehmen, besonders  dann,  wenn  ein  Kunde,  der  aus  spekulativen  Gründen 
früher  Mark  gekauft  hatte,  diese  jetzt  in  deutschen  Waren  investieren 
will.  Im  allgemeinen  sollten  aber  Angebote  in  Dollar  gemacht  werden. 
Nennenswerte  Markguthaben  scheinen  in  Nicaragua  und  Costa  Rica  nicht 
vorhanden  zu  Bein,  während  in  Panama  eich  manche  Kaufleute  erheb- 
liche Markbeträge  angeschafft  haben. 

Paraguay.  Zolltarif.  Art.  22—39  des  Staatshaushaltsgesetzes 
Paraguay's  für  1922  enthalten  die  Bestimmungen  des  gegenwärtigen  Zoll- 
tarifs.  Näheres  ist  im  Reichswirtschaf tsministerium,  Zollbttro,  zu  erfahren. 

Rußland.  Neuer  Zolltarif.  Für  die  Einfuhr  von  Waren  ist  der 
frühere  rassische  Zolltarif  mit  einigen  Aenderungen  wieder  provisorisch 
in  Kraft  gesetzt  worden.  Zur  Ausarbeitung  eines  endgültigen  Tarifes  ist 
vom  Volkskommissariat  für  den  Außenhandel  ein  Ausschuß  gebildet  worden. 
Dieser  hat  außerdem  noch  folgende  Befugnisse :  1.  Abänderung  der  Listen 
der  zur  Ein-  und  Ausfuhr  nicht  zugelassenen  Waren;  2.  Anwendung  des 
Tarifs  gegenüber  einzelnen  Warengrappen ;  3.  Begutachtung  aller  Gesetz- 
entwürfe über  Handelsverträge  und  Wirtschaftsabkommen,  die  den  Zoll- 
tarif berühren.  —  Zollfreier  Transitverkehr  durch  die  Sowjetrepublik  ist 
nur  zulässig  auf  besondere  Verfügung  des  Volkskommissariats  nnd  auch 
dann  nur  bei  Einhaltung  der  diesbezüglichen  internationalen  Abmachungen.  — 
Für  Waren  aus  Ländern,  die  mit  der  Sowjetrepublik  keinen  Handels- 
vertrag abgeschlossen  haben  oder  den  Vertrag  nicht  einhalten,  kann  das 
Volkskommissariat  für  Außenhandel  im  Einverständnis  mit  dem  Volks- 
kommissariat für  AenßereB  einen  100«/0igen  Zuschlag  zu  den  in  Kraft 
befindlichen  Zollgebühren  erheben  und  zollfreie  Waren  bis  50%  ihres 
Wertes  der  Zollpiicht  unterwerfen.  Die  Zollgebühren  werden  in  Gold 
berechnet 

Schweiz.  Aufstellung  eines  neuen  Zolltarifs.  Der  zurzeit  in 
Kraft  befindliche  provisorische  Gebranchstarif,  der  vom  Bundesrat  aufge- 
stellt und  in  Kraft  gesetzt  wurde,  Boll  so  bald  als  möglich  durch  einen 
endgültigen  Tarif  ersetzt  werden.  Ein  neuer  Text  ist  bereits  von  einer 
Sachverständigenkommission  ausgearbeitet  worden,  und  es  Boll  nunmehr 
zur  Aufstellung  der  neuen  Sätze  geschritten  ward  an.  Es  dürfte  sich 
empfehlen,  daß  die  am  Handel  mit  der  Schweiz  beteiligten  deutschen 
Firmen  sich  rechtzeitig  mit  ihren  Schweizer  Abnehmern  in  Verbindung 
Betzen,  um  sich  mit  ihnen  über  ihre  evtl.  gemeinsamen  Wausehe  zum 
neuen  Zolltarif  zu  verständigen. 


Geschäftliche  Mitteilungen. 

Vereinigte  Isolatorenwerke,  A.-ft.,  Berlin-Pankow.  Auszug  aus 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21.  Reingewinn  Jt  430  534 
(363495);  Dividende  12%  (12);  Abschreibungen  Ji  121 148  (68  736).  —  Der 
Umsatz  des  abgelaufenen  Jahres  blieb  nicht  wesentlich  hinter  dem  vor- 
jährigen zurück.  Es  gelang,  die  Fabrikation  durch  Verbesserung  der 
internen  Organisation  nnd  der  Arbeitsmethoden  zu  verbilligen.  Es  konnte 
auch  eine  steigende  Arbeitsleistung  festgestellt  werden.  Im  neuen  Jahre 
ist  das  Unternehmen  ausreichend  beschäftigt  und  verfügt  für  die  nächste 
Zeit  über  befriedigende  Aufträge.  —  Die  o.  G.-V.  beschloß  ferner  die  Kapi- 
talserhöhung xwTJt  4  Mill.  Die  neuen  ab  1.  1.  22  dividendenberechtigten 
Aktien  übernimmt  ein  unter  Führung  der  Gesellschaft  für  elektrische 
Unternehmungen  stehendes  Konsortium  zu  100%  mit  der  Verpflichtung, 
M  2  Mill.  den  alten  Aktionären  im  Verhältnis  2:2  zu  112%  zum  Bezug 
anzubieten.  Der  Rest  wird  von  dem  Konsortium  freihändig  verwertet. 
Neu  in  den  Aufsichtsrat  gewählt  wurde  Direktor  E.  Loewe. 

•entgehe  Ton-  und  Steinzeugwerke,  A.-G.,  Charlottenburg. 
Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21:  Reingewinn 
^4,67  Mill.  (2,16);  Dividende  20%  (18);  Abschreibungen  jt  0,41  Mill. 
(0,22).  —  Sämtliche  Werke  waren,  mit  Ausnahme  einer  kurzen  Zeitspanne, 
hinreichend  beschäftigt;  unzureichende  Kohlenbelieferung  engte  allerdings 
die  Produktionsmöglichkeit  einzelner  Betriebe,  ein.  Von  den  Tochter- 
gesellschaften und  Beteiligungen  ist  folgendes  zu  erwähnen :  Die  Ton-  und 
Steinzeugwerke  W.  Richter  &  Cie.  A.-G.,  Bitterfeld,  verteilt  eine  Divi- 
dende von  20%.  die  Deutsch-Englische  Qaarzsehmelze,  G.  m.  b.  H., 
Berlin-Pankow,  10  %.  Die  Hälfte  des  Aktienkapitals  der  Hruschauer  Ton- 
warenfabrik, A.-G;,  Hrnsehau,  ist  auf  den  Verein  für  chemische  nnd 
metallurgische  Produktion,  Karlsbad,  übergegangen.  Der  Verein  verlegt 
seinen  bisherigen  Außiger  Betrieb  für  chemisches  Steinzeug  nach  Hrüschau, 
in  welchem  Werk  alsdann  auch  die  Fabrikation  von  Kanalisationsröhren, 
feuerfesten  und  säurebeständigen  Erzeugnissen  für  gemeinschaftliche  Rech- 
nung weitergeführt  wird.  Die  Vereinigte  Magnesia  Co.  und  Ernst  Hilde- 
brandt A.-G.  ist  an  die  Steatit-Magnesia  A.-G.  übergegangen,  an  welchem 
Unternehmen  nunmehr  die  Gesellschaft  mit  JC  10,6  Mill.  beteiligt  ist. 
Außerdem  ist  die  Gesellschaft  noch  mit  größeren  Beträgen  an  der  Anna- 
werk A.-G,,  Oeslau,  und  an  der  Triptis  A.-G.,  Triptis,  beteiligt.  Im  Früh- 
jahr 1921  wurde  die  Grube  Graf  Zinzendorf,  G.  m.  b.  H.,  Niesky,  O.-L., 
erworben.  Im  laufenden  Geschäftsjahr  ist  das  Unternehmen  auf  allen 
Werken  stark  beschäftigt.  —  Die  o.  G.-V.  stimmte  ferner  der  Kapitals- 
erhöhung um  Ji  15  Mill.  Stamm-  und  Jt  3  Mill.  Vorzugsaktien  auf 
ji  40  Mill.  zu.  Von  den  neuen  Stammaktien  werden  M  5  Mill.  von  einer 
Bankengruppe  unter  Führung  der  Bankfirma  Gebrüder  Arnhold  zu  100% 
mit  der  Maßgabe  übernommen,  diese  Aktien  zu  105%  zur  Verfügung  der 
Gesellschaft  für  besondere  Zwecke  zu  halten.  Die  restlichen  M  10  Mill. 
werden  den  Aktionären  im  Verhältnis  2:1  zu  175  %  angeboten.  Die 
neuen  Mittel  dienen  in  der  Hauptsache  zam  Bezog  von  Aktien  von 
Tochtergesellschaften,  die  teilweise  bereits  Kapitalerhöhungen  beschlossen 
haben.  In  der  Hauptsache  handelt  es  sich  dabei  um  die  Steatit-Werke, 
die  Hamburger  Triton- Werke  nnd  die  Münchener  Luck  A.-G.  —  Neu  in 
den  Aufsichtsrat  gewählt  wurden  H.  Müller  und  B.  Thurnauer. 

Buckauer  Porzellan-Manufaktur,  A.-G.,  Magdeburg-Buckau. 

Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21 :  Reingewinn 
M  27952  (16386);  Dividende  9«/0  (10);  Abschreibungen  JK  1748  (4516); 
Rückstellung  anf  Werkerhaltungakonto  Ji  57  000  (10000). 


1922.  (65.  Jahrgang.) 

Vereinigte  Mosaik-  nnd  Wandplattenwerke,  A.-G.  (Friedland- 
Sinzig-Ehrang),  Sinzig  a.  Rh.  Aaszug  aas  dem  genehmigten  Abschluß 
vom  31,12.  21:  Reingewinn  M  1486  914  (590053);  Dividende  30%  (25) ; 
Abschreibungen  M  246980  (164239);  Werkerhaltung  M  400000.  —  Die 
im  Inlande  wieder  erwachte  Bautätigkeit  brachte  reichliche  B  sschäftigung, 
die  eine  leidliche  Ausnutzung  der  Erzeugungsmöglichkeit  gestattete.  Der 
Absatz  nach  dem  Ausland  nahm  an  Ausdehnung  zu.  loa  neuen  Jahr  sind 
sämtliche  Betriebe  auf  mehrere  Monate  hinaus  mit  Aufträgen  versehen.  — 
In  den  Aufsichtsrat  wurden  neu  gewählt:  Bankdirektor  W.  Kleinert,  Vors., 
Konsul  E.  Brockelmann,  stellv.  Vors.,  Architekt  P.  Korff,  P.  Kracht, 
Ratssyndikus  a.  D.  E.  Linck,  Bankdirektor  F.  Neuerbourg,  Gutsbesitzer 
E.  Servais,  Ing.  M.  Collart. 

Keramag,  Keramische  Werke,  A.-G.,  Meiningen.  Die  o.  G.-V. 
gab  ihre  Zustimmung  zu  der  Kapitalserhöhung  um  M  5  Mill.  Stammaktien 
auf  M  15  Mill.  Den  alten  Aktionären  wird  auf  M  2,5  Mill.  ein  Bezugs- 
recht  von  4:1  zu  100%  eingeräumt. 

Stein-  nnd  Ton-Industrlegeselischaft  „Brohlthal«,  Bargbrohl. 
Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31. 12.  21 :  Reingewinn 
Jt  183  684  (172737);  Dividende  10%  (10);  Abschreibungen  ^  25000 
(35000). 

Stellawerfe,  A.-©.,  vorm.  Wilisch  &  Co.,  Homberg.  Auszug 
aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21:  Reingewinn  M  3  279  055 
Dividende  10  %:  Abschreibungen  Jt  45 133 ;  Zuweisung  zum  Erneuerungs- 
bestand M  1  Mill. —  Bei  reger  Nachfrage  waren  vielfach  die  Produktions- 
mb'glichkeiten  sehr  behindert  Besonders  mißlich  lagen  die  Verhältnisse 
in  Oberschlesien  während  der  Zeit  der  Unruhen.  Hinsichtlich  der 
Aussichten  für  die  Zukunft  vermag  die  Verwaltung  kein  Urteil  abzugeb  en. 

F.  Ad.  Richter  &  Cie.,  A.-G.,  Rudolstadt.  Auszug  aus  dem  ge- 
nehmigten Abschluß  vom  31.  12.  21  (1.  Geschäftsjahr):  Reingewinn 
M  794  240;  Dividende  10%;  Abschreibungen  M  322  066.  —  An  Stell« 
zweier  aasscheidenden  Aufsichtsratsmitglieder  wurden  die  Bankdirektoren 
R.  Kraus  und  G.  Nothmann  gewählt. 

Pommerscher  Industrie -Verein  anf  Aktien,  Stettin.  Auszug 
aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.12.21:  Reingewinn  M  1305  216 
(2  720  097) ;  Dividende  25  %  (25) ;  Abschreibungen  Jt  2  686  036  (2  203  797). 

Stralaner  Glashütte,  A.-G.,  Berlin-Stralau.  Auszog  aus  dem 
genehmigten  Abschluß  vom  31. 12.  21 :  Reingewinn  M  3,35  Mill.  (2,75) ; 
Dividende  10  %  (10),  Sondervergütung  20  %  (15) ;  Abschreibungen  Jt  0,24 
Mill.  (0,25);  neu  errichtet»  Unterstützungskasse  Jt  0,5  Mill.  —  Das 
25.  Geschäftsjahr  brachte  dem  Unternehmen  anhaltend  gute  Beschäftigung. 
Das  Inland  zeigte  wesentlich  gesteigerten  Bedarf.  Vorübergehend  trat 
völliger  Flaschenmangel  ein.  Der  Absatz  nach  dem  Ausland  ging  im  Ver- 
lauf des  Jahres  stark  zurück.  Die  maschinelle  Flaschenfabrikation  (Owens- 
Blasmaschinen)  hat  an  dem  Jahreserträgnis  wiederum  erheblichen  Anteil.  - 
Im  laufenden  Geschäftsjahr  ist  die  Geschäftslage  befriedigend'  —  Die 

0.  G.-V.  genehmigte  ferner  die  Kapitalserhöhung  um  Jt  3  Mill.  auf  den 
Namen  der  Bank  für  Handel  nnd  Industrie  lautende  6%  Vorzugsaktien, 
die  zu  100  o/0  ausgegeben  werden.  —  Neu  in  den  Aufsichtsrat  wurden 
die  Direktoren  R.  Funke  nnd  G.  Friedlaender  gewählt. 

A.-G.  für  Glasfabrikation,  vorm.  Gebr.  Hoffmann,  Berns- 
dorf, 0.-L.  Auszug  ans  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.112.22: 
Reingewinn  Jt  539  800  (668  508);  Dividende  Stammaktien  22%  (22)- 
V-A.  25%  (25);  Abschreibungen  Jt  176  771  (68  000);  üeberweisung  am 
Erneuerungsfonds  M  350  000  (500  000).  —  Trotz  der  allgemeinen  Absatz- 
stockung während  der  Sommermonate  konnte  der  Betrieb  im  bisherigen 
Umfang  aufrecht  erhalten  werden.  Die  im  Herbst  eintretende  starke 
Nachfrage  für  Export  veranlaßte  sogar  die  Inbetriebsetzung  eines  bisher 
still  gelegenen  Ofens.  Im  neuen  Jahr  liegen  Aufträge  noch  für  längere 
Zeit  zu  angemessenen  Preisen  vor.  —  Die  o.  G.-V.  beschloß  des  weiteren, 
die  bisherigen  Vorzugsaktien  den  nicht  bevorzugten  Aktien  gleichzu- 
stellen unter  Benennung  sämtlicher  Aktien  als  Stammaktien.  Der  vorge- 
schlagenen Kapitalserhöhung  um  J/i  1,76  Mill'  Stamm-  und  Jt  0,5  Mill. 
6  7*%  Vorzugsaktien  auf  Jt  4  Mill.  wurde  zugestimmt.   Die  neuen  ab 

1.  1.  22  dividendenberechtigten  Stammaktien  werden  den  bisherigen 
Stamm-  nnd  Vorzugsaktionärea  im  Verhältnis  1 : 1  zu  117  %%  angeboten. 
Die  Vorzugsaktien  sollen  zu  100  °/o  unter  Eingehung  einer  Sperrver- 
pflichtung von  Verwaltungsratsmitgliedern  übernommen  werden. 

Glasfabrik,  A.-G.,  Brockwitz.  Auszug  aus  dem  genehmigten 
Abschluß  vom  31.  12.  21:  Reingewinn  M  1365  225  (880  775);  Dividende 
15%  (15),  Sondervergütung  25%  (10) ;  Abschreibungen  Jt  475  034  (390  725). 

A.-G.  der  Gerresheimer  Glashfittenwerke,  vorm.  Ferd.  Heye, 
Düsseldorf.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21: 
Reingewinn  Jt  10,14  Mill.  (6,22);  Dividende -Stammaktien  30%  (25),  j 
Vorzugsaktien  22%  (17),  nachträglich  dem  Vortrag  entnommene  Sonder- 
vergütung 10%  (10);  Abschreibungen  Jl  804996  (637  919).  —  Der  Be- 
trieb im  Jahre  1921  war  auf  allen  Werken  regelmäßig.  Verschiedene 
stillstehende  Produktionsmittel  konnten  wieder  nutzbar  gemacht  werden. 
Der  Export  brachte  gewinnbringende  Ergebnisse.  Für  den  Wiederaufbau 
der  Werke  sind  dem  Wiederaufbaukonto  Jt  6,5  Mill.  gutgebracht  worden, 
die  wohl  in  1922  restlos  für  die  Instandsetzung  verwendet  werden  dürften, 
zugleich  mit  M  8,5  Mill.,  die  auf  dem  Kreditorenkonto  als  Rückstellung 
des  für  den.  Wiederaufbau  bereits  vom  Aufaichtsrat  bewilligten  Betrages 
verbucht  sind.  —  In  der  zweiten  o.  G.-V.  kam  es  wieder  zu  langen 
Auseinandersetzungen  zwischen  der  Verwaltung  und  der  Oppositionsgruppe. 
Auf  verschiedene  Anfragen  lehnte  die  Verwaltung  die  Detaillierung  ver- 
schiedener Bilanzposten  ab  als  nicht  im  Interesse  der  Gesellschaft 
liegend.  Für  die  Wiederinstandsetzung  des  Lippstädter  Werkes  müßten 
allein  rund  Jt  25  Mill.  aufgewandt  werden.  Die  unsichere  Zukunft  mache 
es  notwendig,  eine  besonders  vorsichtige  Bilanzpolitik  zu  betreiben.  Eine 
Bindung  bezüglich  der  Forderung  der  Opposition,  daß  die  neuen  Vorzugs- 
aktien zu  keiner  Frist  in  Stammaktien  umgewandelt  werden,  oder  an 
einer  Nenausgabe  von  Stammaktien  nicht  teilnehmen  sollen,  lehnte  die 
Verwaltung  ab.  —  Neu  in  den  Aufsichtsrat  berufen  wurde  Dr.  Klingelhöfer. 

Dentsche  Spiegelglas-A.-G.,  Freden.  Auszug  aus  dem  genehmigten 
Abschluß  vom  31.  12.  21:  Reingewinn  Jt  4929  707  (2225  376);  Divi- 


Nr.  20  —  2»? 


dende  25%  (25);  Abschreibungen  Jt  751671  (849  368).  —  Die  o.  G.-V. 
genehmigte  die  vorgeschlagene  Kapitalserhöhaug  um  Jt  12  Mill.  Stamm- 
und  M  1  Mill.  Vorzugsaktien.   Von  den  für  1922  dividendenberechtigten 
Stammaktien  werden  Ji  6  Mill.  den  alten  Aktionären  im  Verhältnis  2 : 1 
zu  250%  angeboten.   Die  neuen  Mittel  dienen  zu  Augliederungszwecken. 

Glashüttenwerke  Holzminden,  A.-G.,  Holzminden.  Auszag  aus 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21:  Verlast  Jt  1  11 5  830 ;  Ab- 
schreibungen Jt  131340. 

Oldenburgische  Glashütte,  A.-6.,  Oldenburg  i.  0.  Auszug  aus 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  31. 12.  21 :  leingewinn  M  9  082  439 
(1090178);  Dividende  30%  (25);  Abschreibungen  Jt  439  395  (462  11?). 
—  Im  Berichtsjahr  1921  wechselten  Zeiten  völliger  Absatzstockung  mit 
Perioden  ab,  in  denen  der  Nachfrage  nach  Flaschen  kaum  entsprochen 
werden  konnte."  Das  im  ersten  Halbjahr  noch  ziemlich  rege  Auslands- 
geschäft flaute  später  ganz  erheblich  ab  infolge  der  Weltmarktpreise  und 
der  Einfuhrerschwerungen.  Größere  Betriebsstörungen  konnten  durch  aus- 
giebige Verwendung  von  Torf  als  Ersatz  für  die  fehlende  Kohle  vermieden 
werden.  —  Geh.  Baurat  L.  Klingenberg  ist  aus  dem  AufsichtBrat  aus- 
geschieden. 

Thüringische  Glas-Instrumenten-Fabrik  Alt,  Eberhardt  &  jager, 
A.-G,,  Ilmenau.  Auszag  aas  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12,  21  : 
Reingewinn  Jt  1,63  Mill.  (1,53);  Dividende  25%  (20);  Sondervergütung 
10o/0  (10) ;  Abschreibungen  M  0,02  Mill.  (0,02) ;  Rücklage  für  Wohlfahrts- 
und  Unterstützungsfonds  Jt  45000,  für  Werkerhaltungsfonds  ^0,1  Mill, 
für  Baufonds  M.  0,6  Mill.  —  Die  Nachfrage  war  auch  im  abgelaufenen  Ge- 
schäftsjahr derartig  rege,  daß  die  Betriebe  bis  zur  Grenze  ihrer  Leistungs- 
fähigkeit beschäftigt  waren.  Der  lebhafte  Auftragseingang  im  neuen  Jahr 
läßt  auf  eine  weitere  befriedigende  Entwicklung  hoffen.  —  Die  o.  G.-V. 
gab  ferner  ihre  Zustimmung  zu  der  zwecks  Bin  einer  eigenen  Glashütte 
in  Vorschlag  gebrachten  Kapitalserhöhung  von  Jt  2,6  Mill.  auf  Jt  4,2  Mill. 
Die  neuen,  ab  1.  1.  22  dividendenberechtigten  Stammaktien  werden  von 
der  Bank  für  Thüringen,  Meiningen,  mit  der  Verpflichtung  übernommen; 
hiervon  Jt  1,6  Mill.  den  bisherigen  Stamm iktionäreu  im  Verhältnis  1:1 
zu  160%  zum  Bezug  anzubieten.  Die  restlichen  J6  1  Mill.  werden  zu 
Gunsten  der  Gesellschaft  verwertet.  —  Ia  den  Aufsichtsrat  wurde  Direkt  or 
0.  Benz  neugewählt. 

Alexanderwerk  A.  von  der  Nahmer,  A.-G.,  Remscheid.  Die  e. 
o.  G.-V.  stimmte  der  Kapitalserhöhung  um  Jt  10  Mill.  ab  1. 7.  22  divi- 
dendenberechtigten Stammaktien  zu.  Den  bisherigen  Aktionären  werden 
Jt  6,5  Mill.  im  Verhältnis  4:1  zu  200%  angeboten.  Die  restlichen 
M  3,5  Mill.  bleiben  zur  Verfügung  der  Verwaltung  und  werden  frei- 
händig bestmöglich  verwertet. 

Bnderus'sche  Eisenwerke,  A.-G.,  Wetzlar.  Die  o.  G.-V.  be- 
schloß die  Kapitalserhöhung  um  M  57,25  Mill.  auf  Jt  106  Mill.  Ein  Kon- 
sortium übernimmt  davon  M  21,375  Mill.  zu  300  «/#  and  bietet  sie  den 
Aktionären  im  Verhältnis  2 : 1  zum  gleichen  Kurse  an.  Jt  30  Mill.  gehen 
als  Schutzaktien  an  befreundete  Kreise,  der  Rest  wird  freihändig  verwertet. 

Bartsch  Quilitz  &  Co.,  A.-G.,  Berlin.  Auszug  aus  dem  ge- 
nehmigten Abschluß  vom  31.  12.  21:  Reingewinn:  Jt  248  076;  Dividende 
15  %  p.  r.  t. ;  Abschreibungen  Jt  47  395.  —  Die  o.  G.-V.  beschloß  des 
weiteren  den  Abschluß  eines  Interessengemeinschaftsvertrages  mit  ,der 
Glashütte  Friedrichsthal,  A.-G.,  Friedrichsthal  bei  Costebrau,  und  im  Zu- 
sammenhang damit  die  vorgeschlagene  Kapitalserhöhung  um  Jt  2,6 -Mill. 
auf  Jt  6  Mill.  Die  neuen,  ab  1.  1.  22  dividendenberechtigten  Aktien 
werden  von  einem  Konsortium  unter  Führung  der  Bankfirma  Carsch 
Simon  &  Co.  mit  der  Verpflichtung  übernommen,  einen  Teilbetrag  den 
bisherigen  Aktionären  im  Verhältnis  4:1  zu  2l0»/a  zum  Bezug  anzu- 
bieten. Jt  2  Mill.  dienen  zum  Umtausch,  von  Aktien  der  Glashütte 
Friedrichsthal,  deren  neu  zar  Ausgabe  gelangenden  Aktien  in  Höhe  von 
M  2  Mill.  zum  Umtausch  gegen  Bartsch-Quilitz- Aktien  dienen.  Beidi 
Gesellschaften  verpflichten  sich,  eine  gemeinsame  Dividende  auszuschütten. 

Geo  Borgfeldt  &  Co.,  A.-G..  Berlin.  Auszug  aus  dem  geneh- 
migten Abschluß  vom  31.12.  21:  Reingewinn  M  666  934;  Verwendung 
nicht  veröffentlicht;  Abschreibungen  M  111040. 

Keramische  Elektro-Osmose  A.-G.,  Berlin.  Zu  der  beabsichtigten 
Kapitalserhöhung  von  Jt  6  Mill.  um  bis  zu  Jt  100  Mill.  erfahren  wir 
folgendes:  Die  Elektro-Osmose,  A.-G.,  Berlin,  die  MuttergeseÜBchaft -der 
oben  genannten  A.-G.,  ist  bekanntlich  die  Trägerin  der  gesamten  elektfo- 
osmotischen  Verfahren  auf  den  verschiedensten  Gebieten.  Als  Sonder- 
gesellschaft für  das  Gebiet  der  Keramik  ist  im  vergangenen  Jahre  die 
Keramische  Elektro-Osmose  A.-G.  gegründet  worden,  die  zunächst  Kuxe 
der  Westerwälder  Elektro-Osmose  Tongewerkschaft  erworben  hat.  In 
Durchführung  des  Arbeitsplans  der  Gesellschaft  soll  sich  nun  die  Keramische 
Elektro-Osmose  A.^G  an  mehreren  in  Deutschland  und  Tschechoslowakien 
gelegenen  Kaolin-Werken  maßgebend  beteiligen.  Eine  Iuanspruchnahme 
des  öffentlichen  Kapitalmarktes  kommt  kaum  iu  Batraaht,  da  es  sich  im 
wesentlichen  nm  eine  Austanschoperation  innerhalb  des.  Konzerns  der 
Elektro-Osmose  A.-G.  handelt. 

Neue  Glasfabrik  in  Oesterreich.  In  den  Wöllersdorfer  Werken 
fand  kürzlich  die  Eröffnung  einer  neu  eingerichteten  Glashütte  statt.  Die 
Glashütte,  vorläufig  ein  zwölfhäfiger  Ofen  (ein  zweiter  Hafenofen  ist  im 
Bau),  wurde  von  der  Werkdirektion  ohne  Mithilfe  fremden  Kapitals  er- 
richtet. Ein  besonders  günstiger  Umstand  hierbei  war  die  Gewinnung 
einer  geschlossenen  Gruppe  von  Glasarbeitern,  die  als  Deutsch-Oesterreicher 
zur  Auswanderung  ans  Tschechoslowakien  genötigt  waren.  Die  Hütte 
wird  mit  dem  einen  Ofen  vorläufig  etwa  3500  kg  reines  Glas  täglich  er- 
zeugen, und  zwar  Siphon-  und  Mineralwasserflaschen,  Drogengläser  und 
-flaBchen,  Biergläser,  Becher,  sowie  Wirtschaftsgläser  mehrfacher  Art, 
wodurch  einem  dringenden  Bedürfnis  der  österreichischen  Verbraucher  ab- 
geholfen wird,  die  bisher  gezwungen  waren,  ihren  Bedarf  in  Tschecho- 
slowakien zu  decken.  Der  notwendige  Quarz  wird  in  erstklassiger  Güte 
aus  österre? -bischen  Qaarzgruben  bezogen.  Im  nächsten  Jahre  soll  die 
Glashütte-  «nnen  Wannenofen  zur  Erzeugung  von  gewöhnlichem 
Grünglas!       »    y    '«o.       !-u   a  . 


SPRECH  SAAL  —  <£0BUR6. 


238  —  Nr.  20 


SPRECHSAAL -COBURG. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


General -Versammlungen. 

Doxer  Porzellan-Manufaktur,  A.-G.,  vorm.  Ed.  Bichler,  Berlin:  o.  Q.-V. 
29.  6.  22,  6  Uhr  n.,  Bankfirma  Straßer  &  Co.,  Berlin. 

Tonwerke  Kandern,  A.-G,  kandern:  a.  o.  G.-V.  30.6.22,  2l/s  n, 
Notaiiat  IV,  Freiburg.   T  -0. :  Satzungsänderungen. 

8teingntfabrik,  A.-6,  Sörnewitz:  o.  G.-V.  2.6.  22,  31/,  Uhr  n., 
Hotel  Goldener  Löwe,  Meißen.  T.-O. :  n.  a.  Eapitalaerhöhnng  um  Jt  4,5  Mill.; 
ÄbBcblaß  eines  neuen  Gesellschaftsvertrages. 

Vereinigte  Schamotte-  und  Qaarzwerke,  A.-G.,  Frankfurt  a.  M. : 
o.  G.-V.  29. 6.  22,  9  Uhr  v.,  Frankfurter  Hof,  Frankfurt. 

Vereinigte  Großalmeroder  Tonwerke,  Großalmerode :  o.  G.-V.  2.  6.  22, 

11  Uhr  v.,  Bankhaus  S.  J.  Werthauer  jr.  Nachfolger,  Cassel. 

Stettiner  Schamotte-Fabrik,  A-G.,  vorm.  Didier,  Stettin:  o.  G.-V. 
7. 6. 22,  11  Uhr  v.,  Großer  Börsensaal,  Stettin.  T.-O. :  u.  a.  Kapitals- 
erhöhung. 

Stoiberger  A.-G.  für  feuerfeste  Produkte,  vorm.  B.  Keller,  Stolberg: 
a.  o.  G.-V.  31.5.22,  12%  n.,  Dresdner  Bank,  Aachen.  T.-O.:  Kapitals- 
erhöhung. 

Hirsch,  Janke  &  Co.,  A.-G,  Weiß wasser:  o.  G.-V.  16.6.22,  3  Uhr  n., 
Geschäftslokal,  Weißwasser. 

Wolframlampen,  A.-G,  Augsburg:  o.  G.-V.  29.5.22,  11  Uhr.v, 
Handelskammer  Augsburg.  T.-O  :  u.  a.  Firmenänderung  in  „Wolfram 
Lampen  AhtiengeseUschaft". 

Heckert  &  Co,  A.-G.,  Halle:  o.  G.-V.  30.5.22,  11  Uhr  v.,  Hotel 
Kaiserhof,  Leipzig. 

NordiBche  Ofenfabrik  und  Gießerei,  A  -G.,  Flensburg:  o.  G.-V.  31. 6.  22, 
4  Uhr  n ,  Geschäfts! oka),  Flensburg. 

Eisenwerk  L.  Meyer  jun.  &  Co.,  A.-G,  Harzgerode:  o.  G.-V.  2.6.  22, 

12  Uhr  m.,  Geschäftsräume,  Harzgerode. 

Eisenwerk  Wertheim,  A.-G.,  vorm.  Wilh.  Kreß,  Wertheim  a.  M  : 
a.  o.  G.-V.  29. 5.  22,  2  Uhr  n.,  Gesch&ftslokal,  Wertheim  a.  M. 

KeramiBche  Elektro-Osmose,  A-G,  Berlin:  a.  o.  G-V.  31.5.22, 
11  Uhr  v,  Geschäftsgebäude,  Berlin  8W  68.  T.-O.:  Kapitalserhöhung  um 
bis  zu  Jt  94  MiU.  7 

Graphitwerk  Kropfmühl,  A-G.,  München:  o,  G.-V.  1.  6.  22,  5  Uhr  n., 
Sitzungssaal  der  Gesellschaft,  München. 


Verbände. 

Die  Vereinigten  Steingutfabriken,  G.  m.  b.  H.,  Bonn,  haben  be- 
schlossen, den  Teuerungsaufschlag  für  Steingut  von  400%  au*  660% 
mit  Wirkung  ab  1.6.92  zu  erhöhen.  Begründet  wird  diese  Erhöhung 
mit  der  ungewöhnlich  starken  Steigerung  aller  Rohmaterialien,  der  Löhne, 
Frachten  nnd  allgemeinen  Unkosten. 

Der  Verband  Deutscher  Tonwarenfabrikanten  nnd  Kunst- 
topfereien,  E.  V.,  Sitz  Dresden,  hat  die  Preise  ab  1.  6.,  freibleibend,  wie 
folgt  festgesetzt: 

Aufschlag  für  Braungeschirr  +  150  o/0,  d.  h.  Liter,  im  allgemeinen  M  3  —, 

Tttiltöpfe  Jt  4.—, 
_   braunweiß      4-200%,  d.  h.  Liter,  mit  rauhem  Rand 
Jt  7.20,  glattem  Rand  M  9.—, 
,j        „   Buntgeschirr  +260%,  d.  h.  Liter  Jt  14.—. 
Die  Vereinigung   Mitteldeutscher   Hohlglasfabriken,  E.  V., 
Dresden,  sieht  sich  zu  einer  neuerlichen  Preiserhöhung  genötigt.  Es 
werden  die  bisherigen  Zuschläge  auf  den  Endbetrag  der  Rechnungen  mit 
sofortiger  Wirkung  für  alle  Lieferungen  auf  250  °/o  für  Hell-  und  farbiges 
Glas  und  275%  für  Opal-,  Seladon-  und  Ueberfangglas  erhöht. 

Deutscher  Industrieschutz  verband,  Sitz  Dresden  Nach  dem  auf 
der  diesjährigen  G.-V.  von  Direktor  Grützner  erstatteten  Geschäftsbericht 
wurden  1921  rund  M  5  Mill.  Streikentschädigungen  gezahlt,  Ueber  400 
Betriebe  sind  neu  beigetreten,  wie  auch  bereits  im  laufenden  Jahre  wieder 
zahlreiche  Beitritte  zu  verzeichnen  sind.  Ein  Vortrag  von  Direktor  Bürger 
beschäftigte  sich  mit  den  vielfachen,  in  den  letzten  Jahren  immer  zu- 
nehmenden Mißbräuchen  des  Koalitionsrechtes,  den  darauf  beruhenden 
schweren  Ausschreitungen  und  im  höchsten  Maße  bedauerlichen  Störungen 
des  Wirtschaftslebens.  An  verEchiedenen  Einzelfällen  wurde  die  Gesetz- 
widrigkeit dargelegt,  ebenso  die  Notwendigkeit  und  die  Mittel  der  Be- 
kämpfung des  die  Allgemeinheit  ebenso  wie  die  Arbeitgeber  schädigenden 
Unwesens. 

Reichsverband  der  Deutschen  Industrie.  Vom  21.  bis  25. 5.  22 
rindet  die  vierte  Mitgliederversammlung  in  Hamburg  Btatt.  Die  Sitzungen 
beginnen  am  22.  5 ,  9  Uhr  v ,  mit  dem  geschäftlichen  Teil. 

Den tsch-ru sslscher  Wirtschafts-Bund,  E.  V,  Berlin  NW.  52, 
Flemingstr.  16.  Eine  Hauptversammlung  findet  am  27.  6.  22,  3  Uhr  n., 
Hotel  Russischer  Hof,  Berlin,  statt. 


Messen  nnd  Ausstellungen. 

Eine  WärmeausBtellung  Essen  1922  findet  in  der  Zeit  vom 
17,  6.— 16.  7. 22  statt.  Ei  ist  geplant,  keineswegs  nur  etwa  diejenigen 
Industriezweige,  die  vorwiegend  an  der  Wärmewirtschaft  interessiert  sind, 
wie  Bergbau  und  Hüttenwesen,  zu  berücksichtigen,  sondern  auch  die  an- 
deren stark  beteiligten  Industrien,  so  insbesondere  die  keramische 
Industrie,  aus  deren  Kreisen  Bich  schon  ein  erhebliches  Iuteresse  für 
die  Ausstellung  zeigt.  Beruht  doch  gerade  die  keramische  Industrie  zum 
giößten  Teil  auf  der  Brennstoff-  und  Wärmewirtschaft.  Es  ist  zu  erwarten, 
daß  die  vielen  Zweige  der  keramischen  Industrie  mit  ihren  technischen 
Einrichtungen,  soweit  sie  auf  die.Wärmewirtschaft  Bezug  nehmen,  in  der 
Ausstellung  vertreten  sind.  Die  führenden  Verbände  nnd  Firmen  der 
deutschen  Wärmewirtschaft  unterstützen  die  Ausstellung.  Die  Geschäfts- 
stelle der  Ausstellung  „Die  Wärme"  befindet  sich  in  Essen,  Norbertstr.  2. 

Deutsche  Musterausstellung  in  BIga.  Die  Wirtschaf  tsabteilung 
der  Deutschen  Gesandtschaft  in  Riga  hat  neuerdings  einen  Katalog  der 
in  den  Räumen  der  Gesandtschaft  bestehenden  und  jetzt  duroh  den  Ein- 


gang der  letzten  Mustersendungen  vollständig  gewordenen  Musterausstel- 
lung herausgegeben.  Die  Ausstellung  wird  von  lettländischen  und  aus- 
ländischen Kanileuten  besucht  und  findet  allseitiges  Interesse.  In  der 
Hauptsache  erstreckt  sie  sich  auf  Kataloge,  Fachzeitschriften,  Tages- 
zeitungen und  Nachschlagewerke,  während  die  Musterausstellung  unter- 
geordnetere Bedeutung  hat.  Der  Katalog  ist  bei  der  Wirtschaftsabteilung 
der  Deutschen  Gesandtschaft  in  Riga  erhältlich. 


Firmenregister. 

Deutschland. 

Porzellanfabrik  C.  M.  Hutschenreuther,  A.-G.,  Abtlg.  Dresden,  Dresden. 
Direktor  Georg  Faist  wurde  zum  Vorstandsmitglied  bestellt. 

Fürstenberger  Porzellanfabrik,  A.-G.,  Fürstenberg  a.  W.  Die  Kapi- 
talserhöhung am  Jt  1  Mill.  auf  JL  2  Mill.  ist  durchgeführt. 

Porzellanfabrik  Großbreitenbach,  A.-G.,  Großbreitenbach.  Die  Kapi- 
talserhöhung zum  Teilbetrage  von  jt  1  Mill.  auf  M.  2  MiU.  ist  erfolgt. 

Oberfränkische  Porzellanfabrik  Ohnemüller  &  Ullrich,  Küps.  Die 
Firma  lautet  jetzt:  „Oberfränkische  Porzellanfabrik  J.  E leistein  &  Co." 

Cremer  &  Breuer,  G.  m.  b.  H.,  Frechen.  Das  Stammkapital  ist  um 
ji  192000  auf  Jt  720000  erhöht.  Jeder  Geschäftsführer  ist  selbständig 
vertretungsbefugt.  Fabrikbesitzer  Heinrich  Hendrickx  ist  zum  weiteren 
Geschäftsführer  bestellt. 

A  -G.  Wiek- Werke,  vereinigte  Fabriken  Merkelbach  &  Wiek,  Merkel- 
bach, Stadelmann  &  Co.,  Grenzhausen.  Fabrikbesitzer  Arthur  Weiden- 
hammer ist  aus  dem  Vorstande  ausgeschieden. 

Michels  &  Co  ,  Selters.   Maria  Michels,  geb.  Görg,  hat  Prokura. 
J.  B.  Pilz  Nachf.,  Saliern.   Inhaberin  ist  jetzt  Witwe  Johanna  Beer. 
Großhändler  Adolf  Weher  hat  Prokura. 

Niederrheinische  Tonwarenfabrik  Joh.  Jven  St  Söhne,  G.  m.  b.  H.i 
Tönisberg.  Herstellung  und  Vertrieb  von  Tonwaren  aller  Art.  Stamm- 
kapital: M  20000.  Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer  sind 
die  Kauflente  Mathias  und  Karl  Jven. 

Wilhelm  Gail'sche  Tonwerke,  A-G.,  Gießen.  Als  weiteres  Aufsichts- 
ratsmitglied wurde  Bankdirektor  G.  Müller  gewählt. 

Verband  Deutscher  keramischer  Malereien,  e.  G.  m.  b.  H.,  Sonneberg. 
Der  Sitz  ist  nach  Bamberg  verlegt. 

A.-G.  für  Glasindustrie  vorm.  Friedr.  Siemens,  Dresden.  Die  Kapi- 
talserhöhung um  M  16  Mill.  Vorzugsaktien  auf  Ji  45  Mill.  ist  erfolgt 

Otto  Böhringer,  Glasfabrik,  Freudenstadt.  Kaufmann  Karl  Stolz  hat 
Gesamtprokura.  1 

Tafel-,  Salin-  und  Spiegelglasfabriken,  A.-G..  Fürth.  Die  Kapitals- 
erhöhung um  M  7,8  Mill.  Stamm-  und  JI  0,3  Mill.  Vorzugsaktien  auf 
15^6  Mill.  ist  durchgeführt. 

H.  Kleinpaul,  Inhaberin  Helene  Kleiuert,  Haibau.  Betriebsdirektor 
Alfred  Schmidt  und  Betriebsleiter  Arthur  Ußler  haben  Gesamtprokura. 

Liebauer  Glashüttenwerke  Otto  Oesterreicher,  Liebau.  Die  Firma 
ist  erloschen. 

GlaskunBt- Werkstätten  R  Mohr  &  Co.  m.  b.  H.,  Altona.  Betrieb  einer 
Kunstverglasungswerkstätte  sowie  Verkauf  von  Gegenständen,  die  in  der 
Werkstätte  hergestellt  werden.  Stammkapital:  M  20000.  Geschäftsführer 
ist  Kaufmann  Heinrich  W.  R.  Mohr. 

Glasbläsergenossenschaft  des  Meininger  Oberlandes,  e.  G.  m.  b.  H., 
Ernsttbal.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen  Reinhold  Greiner-Meester  wurde 
Paul  Wagner  als  Kassierer  gewählt.  Der  Geschäftsanteil  jedes  Mitglieds 
ist  auf  JL  5000  festgesetzt  worden.   Die  Haftsumme  beträgt  Ji  6000. 

R  Geber  &  Siegmund,  Thermometer-  und  Glasinstrumenten-Fabrikation, 
Langewiesen.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  die  Thermometer- 
fabrikanten Richard  Geber  und  Willy  Siegmund. 

Homegla,  Holz-,  Metall-  und  Glas- Gesellschaft  m.  b.  H,  Mainz- 
Herstellung  aller  mit  Holz,  Metall  und  Glas  in  Verbindung  stehenden 
Artikel,  besonders  aber  Fabrikation  und  Vertrieb  metallttberzogener  Früh- 
beetfenster sowie  ähnlicher  Artikel.  Stammkapital:  M  50000.  Geschäfts- 
führer ist  Kaufmann  Wendelin  Christ. 

Offenburger  Glasmosaikwerke,  G.  m.  b.  H.,  Offenburg.  Nach  voll- 
ständiger Verteilung  des  GesellschaftsvermögenB  ist  die  Vertretungsbefugnis 
des  Liquidators  erloschen. 

Lansitzer  Optische  Werke  Meißner  &  Comp.,  Penzig.  Stud.  ehem. 
Josef  Meißner  hat  Prokura. 

Aetz-,  Emaillier-  und  Stanzwerk  Schilder -Fischer,  G.  m.  b.  H., 
Berlin.  Jeder  Geschäftsführer  ist  selbständig  vertretungsbefugt.  Kauf- 
mann Otto  Fischer  ist  nicht  mehr  Geschäftsführer. 

Stanz-  und  Emaillierwerke,  vormals  Prang  Söhne,  Inhaber  Dr.  Paul 
Langen,  Xanten.  Kaufmann  Walter  Langen  hat  Einzelprokura,  Kaufmann 
Willy  Balzer  Gesamtprokura. 

Bein  &  Co.,  Bamberg.   Die  Firma  ist  erloschen. 

Maohowicz  &  Kuhle,  Breslau.  Dr.  phil.  Stefan  Lopianowski  ist  als 
persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten. 

Ostmärkische  Tafelglas-Zentrale  Georg  Schoenert  &  Comp.,  Sohneide- 
mühl. Der  bisherige  Gesellschafter  Georg  Schoenert  ist  jetzt  alleiniger 
Firmeninhaber  und  übernimmt  das  Geschäft  mit  sämtlichen  Aktiven  und 
Passiven. 

Chemische  Fabrik  Hertigswalde  Dr.  Müller  &  Dr.  Jochheim,  Hertigs- 
walde.  DipL-Berging.  Wilhelm  Ulbricht  ist  ausgeschieden.  Nach  Auf- 
lösung der  Gesellschaft  führt  Chemiker  Dr.  phil.  Friedrich  R.  H.  E.  Jooh- 
heim  daB  Geschäft  unter  der  bisherigen  Firma  als  Einzelkaufmann  fort. 

Gewerkschaft  EvelinenBglück,  Rothenzechau.  Der  Sitz  ist  nach 
Breslau  verlegt. 

Joseph  Kober,  Breslau.   Ivan  Möller  hat  GeBamtprokura. 

Dr.  Erich  Teich,  Bautzen  (Löbauer  Straße  18).  Großhandel  mit  Roh- 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL  -  COBURG. 


Nr.  20  -  2o9 


Stoffen,  Mineralien,  Chemikalien  und  Betriebshilfsmitteln  für  Keramik  und 
verwandte  Industrien.   Inhaber  ist  Kaufmann  Dr.  Erich  J.  M.  Teich. 

Deutsche  Ingenieur- Gesellschaft  für  Gipsindustrie  m.  b.  H..  Gotha. 
Der  Gegenstand  des  Unternehmens  ist  auf  den  Handel  und  Export  in 
sämtlichen  die  Glasindustrie  betreffenden  Maschinen,  Eisenarmaturen,  Bau-, 
Kon-  und  Schmelzmaterialien  sowie  Herstellung,  Handel  und  Export  von 
Glaserzeugnissen  aller  Art  erweitert.  Das  Stammkapital  ist  um  M  50  000 
auf  Ji  100000  erhöht.  Die  neuen  Anteile  verteilen  sich  wie  folgt : 
Jt  20000  lag.  Max  Schnurpfeil  jun.,  Gotha,  je  M  10000  lag.  Max  Sieg- 
bert 8chnurpfeil  sen.,  Dresden,  D;.-Ing  Ludwig  Springer,  Glashütten- 
Cdemiker,  Zwiesel,  und  Dr.-Ing.  H.  Leronx,  Dipl.-Htttten-Ingenieur, 
Freiberg  i.  Sa.  Iogenienr  Max  Siegbert  Schnurpfeil  wurde  als  weiterer 
selbständig  vertretungsbefugter  Geschäftsführer  bestellt. 


Oesterreich.  , 

Obeiösterreicbiscue  Porzellan-Industrie  A.-G..  Wien.  Erzeugung  und 
Vertrieb  von  PomHen  aller  Art,  insbesondere  Herstellung  von  elektro- 
technischen cnd  chemischen  Bsdarfsartikeln  aus  Porzellan  Aktienkapital: 
Kr  125  Mill  VeiwaltriDgsratirmitgliede'  sind  J  Hochepfel,  Dr.  J  Scbum- 
peter,  H  Zerdik,  F.  Haller,  J.  Prokseh,  Dr.  M  Borovy,  Dr.  G.  Neu- 
kircben,  Dr.  K.  M.  Brann-Stammfest,  Dr.  V.  Braun.  Dr.  F.  Caennak, 
H.  DnmreicVer,  J.  Haller,  F  Jaentsch,  F  Materna,  Dr.  K.  Noe-Nordberg, 
Ol.  Walzel,  Dr.  K.  Wessely  und  Dr.  F.  Zfegeimoyar. 

Julius  Ferenczfy,  Baden  bei  Wien.  Ofen-  und  Tonwarenerzeognng 
und  Hafnergewerbe.  Friedrich  Blechner  i-tt  als  persönlich  haftender  Ge- 
sellschafter eingetreten.  Vertretungsbefugt  sind  beide  Gesellachafter 
gemeinsam 

Kisling'a  Schmirgelscheiben  Gesellschaft  mbH,  Wien.  Das 
Stammkapital  beträgt  nunmehr:  Kr  600  000.  An  Stelle  des  ausgeschie- 
denen Alexotdsr  Ortony  worden  Otto  Reuter  und  Ida  Reuter  als  Geschäfts- 
führer bestellt.   Vertretungsbefugt  sind  zwei  Gaschäftsfilhrer  gemeinsam. 

„C  arum"  Glaswaren-Erzeugungs-  und  Handelsgesellschaft  m  b.  H  , 
Wien.  Herstellung  und  Vertrieb  von  gepreßten  Glasrollen  und  Knöpfen 
aller  Art  sowie  sonstiger  Glasindustrieartikal.  Stammkapital:  Kr  4  Mill. 
Geschäftsführer  sind  Felix  Steiner  und  Josef  Grattoni.  Sie  sind;  beide 
gemdnBam  vertretungsbefugt. 


TscbechosloYfakfen. 

Glasfabriken  u.  Raffinerien,  A.-G,  Joief  Iuwald,  Prag-Zlichov.  Das 
Aktienkapital  ist  auf  Kc  20  Mill.  erhöht.  lag.  Bohdan  Backa,  Dr.  Otto 
Feilchenfeld  und  Dr.  Frantisek  Krizik  wurden  in  den  Verwaltungsrat 
berufen. 

Ignac  Köster  a  spol ,  Arnsdorf.  Glashandel  u.  Raffinerie.  Persön- 
lich haftende  Gesellschafter  sind  Ignac  Köder  u.  Franz  Jindra.  Jeder  ist 
salbständig  vertretungsbefugt.  . 

Matecha  a  spol,  Friedstein,  Bez  Tarnau.  Schleiferei  von  Glaswaren. 
Bohumil  L°beda  ist  ausgeschieden.  Ninmeh'iger  Iahaber  ist  Frantisek 
Matecha. 

Emil  R  Pracht,  Haida  Glasraffinerie  und  Export.  Persönlich 
haftende  Gesellschafter  sind  Emil  Pracht  und  Richard  l'schernich: 

Brüder  Stepäaek,  Glasmanafaktur  und  Esport,  Haida.  Persönlich 
haftende  Geeellpchafter  sind  Josef  Sterauek  sen.  und  Josef  Stepäiek  jan. 
Jeder  ist  selbständig  vertretungsbefugt. 

Anton  Posselt  &  Co.,  Josefsthal,  Bez.  Gablonz.  Glasschleiferei. 
PerröQli^h  haftende  Gesellschafter  sind  Gustav  Anton  Poaselt  und  Jjsef 
Walter  Posselt    Jeder  ist  selbständig  vertretungsbefugt. 

Anton  Grünewald  &  Co.,  Kleinschockau,  Bez.  Bensen.  Glasschleiferei 
und  Spiegelglasfabrik.    Friedrich  Tröster  hat  Prokura. 

Gla?-  und  Spiegelmanufaktur  Franz  Neuber,  G.  m  b  H.,  Kosten  bei  Tap- 
litz.  Die  Firma  befindet  rieh  in  Liquidation.  L'qüdator  ist  Franz  Naabe.r. 

Rössler  &  Strobach,  Sonneberg.  Glasraffiaerie  und  Export.  Die 
Firma  ist  erloschen.  ' 

Sjcie  e  Bohemienne  de  Cristacx  Holey  &  Oie.,  Wiesenthal  a.  N. 
Erzeugung  und  Verkauf  geschliffener  Glaswaren  Persönlich  haftende 
Gesellschafter  sind  Ridolf  Rabik  und  Josef  Holey.  Jeder  ist  selbständig 
vertretungsbefugt 

W.  Piroutek,  Export,  Porzellan  en  gros,  Weisbach.  Inhaber  ist 
P.  Wenzel. 

Westbönmiseha  Kaolin-  nnd  Caamottewerke,  Prag.  An  Stelle  des 
ausgeschiedenen  Viktor  Benes  wurde  Dr  Arthur  Kronbaaer  in  den  Ver- 
waltung?rat  berufeD.   Friedrich  Stelzig  hat  Prokura. 


Fragfekasten  < 

Keramik. 

75.  Ich  besitze  einen  Langmuffelofen  mit  Oberofen  zum  Brennen  von 
Ofenkacheln,  wobei  die  obere  Kammer  zum  Verglühen  der  Kachelware 
dient  Der  Ofen  geht  immer  ungleichmäßig,  sodaß  an  der  hinteren 
Seite,  also  Eingangsseite,  SK  07  a  schmilzt,  während  an  der  vorderen, 
also  Feuerungsseite,  erst  8K  011  a  sich  neigt.  Das  Brennergebnis  ist 
immer  das  gleiche:  die  hinteren  Kacheln  sind  krumm,  blasig  und  nicht 
verkäuflich.  Die  Brenndauer  beträgt  36—38  Stunden ;  gefeuert  wird  mit 
böhmischer  Braunkohle.  Der  Ofen  hat  auch  sehr  guten  Zug  und  ungefähr 
12  cbm  Inhalt  Die  obere  Kammer  ist  so  eingerichtet,  daß  das  Feuer  erst 
am  Boden  nach  hinten  und  durch  die  zu  schrühende  Ware  nach  dem  Kamin 
abzieht.  Die  Rostfläche  ist  50X100  cm  lang  und  65  cm  hoch,  erweitert 
sich  aber  über  dem  Bost  um  15  cm,  sodaß  sich  eine  Weite  von  65  cm 
ergibt.  Eine  Feuerung  hat  11  Roststäbe  von  4,5  cm  Breite  und  100  cm 
Länge;  die  Luftschlitze  sind  1,5  cm  breit.  Der  Kamin  ist  40^40  cm 
weit  und  12  cm  hoch,  und  das  umliegende  Gelände  ist  ganz  frei  und 
flach.  Der  Ofen  steht  aber  auf  ganz  feuchtem  Sandboden,  sodaß  wohl 
Grundwasser  in  Betracht  kommen  könnte.  Wie  kann  ich  einen  gleich- 
mäßigen Brand  erzielen? 

Erste  Antwort:  Ohne  Besichtigung  Ihres  Ofens  läßt  sich  vom 
grünen  Tisch  aus  kaum  ein  sicherer  Rat  geben,  wie  der  geschilderte 
Uebelstand  zu  beheben  ist.  Aus  dem  Umstände,  daß  der  Ofen  an  dem  der 
Feuerung  gegenüberliegenden  Kopfe  heißer  und  die  Feuerung  65  cm  tief 
ist,  schließe  ich,  daß  Sie  den  Ofen  mit  Halbgasfeuerung  betreiben.  Wenn 
die  zur  Verfeuerung  kommende  böhmische  Rohbraunkohle  feinkörnig  ist 
und  die  Schütthöhe  65  cm  beträgt,  so  bedingt  das  einen  verhältnismäßig 
kalten  Gang  der  Feuerung.  Ea  bildet  Bich  ein  ziemlich  dickes,  koblen- 
oxydreiches  Heizgas,  dessen  Wärmeentfaltung  erst  dort  zur  Wirkung 
kommt,  wo  die  Sekundärluft  zugeführt  wird.  Um  nun  im  hinteren  Teil 
der  Muffel  eine  höhere  Temperatur  zu  erzielen,  ist  es  nötig,  den  Heizgasen 
gleich  hinter  der  Feuerung  Sekundärluft  zuzuführen,  die  mit  jenen  eine 
heiße  Flamme  erzeugt.  Die  höhere  Temperatur  an  der  Eingangsseite  der 
Muffel  kann  zum  Teil,  vielleicht  auch  ganz,  daher  rühren,  daß  die  Quer- 
schnitte der  Flammenübergangskanäle  an  dem  betreffenden  Kopfe  zu  klein 
sind.  Infolgedessen  findet  vor  dem  Uebergang  eine  Stauung  der  Flamme 
statt,  wodurch  eine  Temperaturerhöhung  an  dem  Ofenkopfe  erfolgen  kann. 
Sie  sagen  ferner  in  Ihrer  Frage,  daß  der  Ofen  mit  sehr  gutem  Zug 
arbeitet.  Vielleicht  ist  auch  der  Zug  zu  stark,  so  daß  die  Heizflamme 
gleich  mit  Wucht  fortgerissen  wird  und  erst  beim  ersten  Richtungswechsel, 
in  diesem  Falle  an  der  Eingangsseite  der  Muffel,  eine  Pressung  erfährt 
und  dort  eine  im  Verhältnis  zur  Temperatur  des  hinteren  Muffelteiles  zu 
hohe  Hitze  erzeugt.  Als  ersten  Versuch  zur  Erzielung  eines  gleichmäßigen 
Brandes  würde  ich  Ihnen  empfehlen,  den  Rauchschieber  mehr  zu  drosseln, 
um  festzustellen,  wie  der  Ofen  bei  schwachem  Zuge  arbeitet.  In  Ihrer 
Frage  sagen  Sie  weiter,  daß  der  Ofeninhalt  12  cbm  beträgt.  Wenn  die 
Muffel  12  cbm  Inhalt  hat,  so  ist  die  Feuerung  mit  0,65  qm  m.  E.  viel  zu 
klein  dimensioniert,  nm  einen  ordnungsmäßigen  Ofengang  zu  erhalten. 
Sie  müssen,  um  die  zur  Erwärmung  des  Ofens  erforderliche  Brennstoff- 
menge verfeuern  zu  können,  mit  schärferem  Zug  arbeiten,  als  es  für  einen 
Muffelofen,  der  von  vorn  bis  hinten  gleichmäßig  warm  sein  soll,  am  Platze 
ist.  Grundwasser  dürfte  den  Betrieb  Ihres  Ofens  wohl  kaum  beeinträch- 
tigen ;  Sie  können  sich  ja  leicht  davon  überzeugen,  indem  Sie  feststellen, 
ob  die  unter  der  Hüttensohle  liegenden  Kanäle  naß  oder  trocken  sind.  Aus 
Ihrer  Frage  geht  schließlieh  hervor,  daß  der  Ofen  in  keiner  Hinsieht  so 


Les  Sprechsaal. 

I  gebaut  ist,  wie  es  für  einen  einwandfreien  Batrieb  erforderlich  ist.  Ich 
kann  Ihnen  nur  raten,  in  Zukunft  derartige  Ofenbauten  Fachleuten  zu 
übertragen.  Wieviel  Geld,  Zeit  und  Aerger  hätten  Sie  sich  ersparen 
können,  wenn  der  Ofen  von  Anfang  an  tadellos  gearbeitet  hätte.  Maß 
man  denn  immer  durch  teures  Lehrgeld  zu  der  Erkenntnis  kommen,  daß 
Ofenbau  ein  Spezialgebiet  ist,  das  noch  lange  nicht  jeder  Betriebsleiter 
oder  Maurermeister  beherrscht. 

Zweite  Antwort:  Feuchter  Sandboden  hat  keinen  Einfluß  auf 
Brand  eines  Langmuffelofens,  nnd  wenn  wirklich  Grundwasser  vorhanden  den 
wäre,  so' kann  dieses  doch  unmöglich  in  den  Feuerungen  stehen;  auf  jeden 
Fall  müßten  Sie  es  dann  ohne  weiteres  merken.  Ihre  Brenndauer  für 
SK  07  a  von  36—38  Stunden  ist  reichlich  hoch,  und  dadurch  w»rd  der  an- 
geführte Fehler  schon  begünstigt.  Es  ist  festgestellt,  daß  bei 'übermäßig 
langer  Brenndauer  an  den  Stellen  gesinterte,  krnmme  und  rauchblasige 
Kacheln  entstehen,  wo  sich  das  Feuer  in  den  Zügen  staut.  Beobachten 
Sie  einmal  Ihren  Kamin  genau,  ob  der  Rauch  einen  langen  oder  kurzen 
Lauf  nach  jedem  Aufgeben  hat;  normal  ist  es,  wenn  der  Rauch  in  den 
ersten  Standen  des  Brennens  nach  jedem  Aufgeben  längere  Zeit  aus  dem 
Kamin  steigt,  während  es  in  der  zweiten  Hälfte  des  Brandes  gerade  um- 
gekehrt ist.  Wenn  Sie  feststellen,  daß  auch  in  der  zweiten  Hälfte  des 
Brandes  langanhaltender  dichter  Rauch  nach  jedem  Aufgeben  sichtbar  ist, 
so  können  Sie  dem  dadurch  abhelfen,  daß  Sie  die  Feuerungen  nicht  gleich- 
mäßig beschicken,  sondern  abwechselnd.  Dadurch  erreichen  Sie,  daß  die 
Züge  nicht  bei  jedem  Aufgeben  überfüllt  werden,  da  bekanntlich  frisch 
auf  gegebene  Kohle  im  Anfang  viel  Riuch  entwickelt.  Sollte  nun  dennoch 
an  der  Eingangsseite  SK  07  a  viel  früher  fallen  als  an  der  Feuerungsseite, 
so  müssen  Sie  das  Feuer  an  der  letzteren  etwas  drosseln,  was  Sie  durch 
Einlegen  von  einigen  Plattenstücken  dort  in  den  Zügen  bewerkstelligen 
können.  Uebertreiben  Sie  dieses  aber  bei  dem  ersten  Versuch  nicht,  da 
Sie  sonst  durch  ein  Zuviel  gerade  das  Gegenteil  von  dem  erreichen,  was 
Sie  bezwecken  wollen.  Wenn  Sie  außerdem  noch  nach  dem  Fallen  des 
SK  07  a  an  der  Eingangsseite  mit  dem  Schüren  aufhören,  gut  abbrennen 
lassen  und  dann  den  Schieber  drücken,  so  wird  der  Brand  gleichmäßig 
ausfallen. 


Glas. 

Berichtigung.  In  der  ersten  und  dritten  Antwort  zur  Frage  51 
(Glas)  in  Nr.  19  ist  durch  ein  Versehen  die  Gasausbeute  von  1  bezw. 
100  kg  Brennstoff  (Braun-  oder  Steinkohle)  10  Mal  zu  niedrig  angegeben. 
Es  muß  also  z.  B.  in  der  ersten  Antwort  heißen:  100  kg  böhm.  Braun- 
kohle ergeben  etwa  280  cbm  Generatorgas,  und  in  der  dritten  Autwort: 
Im  Durchschnitt  liefert  1  kg  Steinkohle  3000  1  und  1  kg  Braunkohle 
2500  1  Gas.  Dementsprechend  ändern  Bich  die  übrigen  Angaben  sinngemäß. 

54.  Wir  haben  hier  eine  Glasblasemaschine  „Schiller11  B.  I,  die  s<hr 
gute  Resultate  bei  weithalsigen  Gläsern  mit  dem  gleichen  Glase  ergibt, 
das  die  Glasmacher  an  der  Wanne  verarbeiten.  Wenn  wir  aber  enghalsige 
Gläser  mit  dieser  Maschine  erzeugen  wollen,  so  entsteht  der  Fehler,  daß  die 
Mündungsöffnung  statt  20  mm  nur  16—17  mm  groß  ist.  Das  Mundstück 
hat  außen  30  mm  0,  der  Kais  26,5  mm  (£),  und  die  Oeffnung  im  Mund- 
stück sollte  20  mm  Q  haben.  Ich  empfahl,  mit  etwas  heißerem  Glase  zu 
arbeiten,  aber  davon  will  niemand  etwas  wissen.  Habe  ich  damit  recht? 
Eine  große  Glasmasse  hält  sich  doch  viel  länger  heiß,  wie  eine  kleine 
für  Giäser  von  60  g  Inhalt. 


SPRECHSAAL 


UÖ  ■—  Nr.  2^ 

Erste  Antwort:  Sie  werden  mit  Ihrer  Ansicht,  daß  das  Glas 
heißer  zu  verarbeiten  sei,  wohl  das  Rechte  getroffen  haben.  Je  kleinere 
Gläser  hergestellt  werden,  desto  heißer  muß  das  Glas,  insbesondere  bei 
enehalsieen  Gläsern,  verarbeitet  werden,  damit  ein  einwandfreies  Produkt 
zustande  kommt.  Es  ist  aber  auch  möglich,  daß  Ihr  Glas  im  allgemeinen 
zu  spröde  ist,  sodaß  es  bei  der  Verarbeitung  zu  Bchnell  erstarrt.  Ver- 
suchen Sie  es  also  erst  einmal  mit  heißerem  Glase;  kommen  Sie  damit 
nicht  zurecht,  dann  bleibt  Ihnen  nichts  übrig,  als  das  Glas  müder  einzu- 
stellen und  z.  B.  mit  den  nachfolgenden,  für  Maschinenarbeit  gut  geeig- 
neten Sätzen  eintn  Versuch  zu  machen: 


Soda  .  . 
Glaubersalz 
Kalk    .  . 


Kohlenstaub 


Scherben  .  .  . 
Zweite  Antwort: 


weiß: 

halbweiß : 

300  kg 

300  kg 

105  „ 

,.v82  - 

6  „ 

36  „ 

50  „ 

50  , 

11  g 

1,5  „ 

60  kg 

75  „ 

Es  ist  eine  längst  beobachtete  und  fest- 
•flHtfilite  Tatsache,  daß"  Maschinenglas  für  enghalsige  Artikel  anders 
SlamMüMVetzt  Sita  muß,  wie  das  Glas  für  weithalsige  Gläser.  Zudem 
3C HESUSi  gegenüber  dem  Glase  für  die  Handarbeit  leichter 
formbar  sein  da  es  zur  Fertigmachung  nicht  wieder  eingewarmt  werden  kann 
und  der  ganze  Arbeitsvorgang  ohne  Unterbrechung  und  schnell  vor  sich  gehen 
muß  Am  deutlichsten  tritt  der  Unterschied  zwischen  einem  Glase  für  die 
Handarbeit  und  Maschinenglas  vor  Augen,  wenn  man  den  Glassatz  für 
«e  Owensmaschine  mit  einem  gewöhnlichen  Flaschenglas  vergleicht. 
Wollen  Sie  aber  das  flas  heißer  verarbeiten  lassen,  so  stellen  sich  andere 
Nachteile  ein,  außerdem  bleibt  es  sehr  fraglich,  ob  der  Zweck  dadurch 
erreicht  wird.  Je  kleiner  ein  Glasgegenstand  ist,  umso  leichter  ver- 
arbeitbar  muß  das  Glas  sein.  Vielleicht  liegen  noch  andere  Gründe  vor, 
dtarerhindern,  daß  sich  der  Flaschenhals  auf  die  verlangte  Weite  aus- 
blasen läßt  Ist  vielleicht  der  Weg  von  der  Wanne  zur  Maschine  zu  weit, 
■o  daß  das 'Glas  auf  dem  Transport  etwas  erstarrt,  oder  wird  die  Form  zu 

itark  ^^J18^^,^.  Mit  dem  gleichen  Glas,  das  die  Glasmacher 
an  der  Wanne  verarbeiten,  kann  man  enghalsige  Gläser  jeder  Art  mit  der 
Schiller'schen  Glasblasmaschine  erzeugen.  Es  liegt  ganz  an  der  Fertig- 
keit dtr  Presser  (Abschneider);  sobald  nämlich  die  Kopfform  mit  Glas 
volleeBauet  ist,  muß  der  Presser  sofort  das  Külbel  aufblasen,  dann  be- 
kommen Sie  auch  die  gewünschte  Oeflnung  im  Mundstück.  Hat  der  Presser 
die  Fertigkeit  nicht,  mit  dem  Saug-  und  Blashebel  so  schnell  zu  hantieren, 
dann  bleibt  Ihnen  nichts  übrig,  als  mit  heißerem  Glas  zu  arbeiten,  was 
wieder  nachteilig  für  die  Handarbeit  ist. 


m  M  ■  „ 

Hera«  Fragen. 

:i9c>  Keramik» 

77.  In  unserem  Wannenfritteofen  schmelzen  wir  die  nachstehende 
Fritte  für  eine  weiße  Steingutglasur:  ^ 

Borax,  krist  •  **'e  o, 

Mennige  VW  oi 

Kalkspat   •    ■    •  10>-  o 

Quarz   •    •    •    •    •    ■    :    •    ■    ™>7~  '? 

In  dm  Ofen  bringen  wir  Fortimen  von  *m •B*£m 


Nach 


7-8-maliqen  Aufgeben  der  Mischung  sind  die  Steine  dar  OfensohU  voll- 
ständig alfgelöst  und  von  der  Fritte  zerfressen.  Das  Fntten  muß  dann 
unterbrochen  und  die  Ofensohle  mit  neuen  Steinen  ausgelegt  werden  Unsere 
Versuche  mit  'stark  basischen  und  stark  sauren  Sternen  bluft»  ohne  jeden 


-COBUftQ.  1&22.  (5B.  Jahrgang.) 

Erfolg.  Im  Fragekasten  war  seinerzeit  dem  Gedanken  Ausdruck  gegeben, 
eine  gußeiserne  Sohle  einzubauen.  Dies  ist  nicht  angängig,  da  Guß-  und 
Schmiedeeisen  ebenfalls  aufgelöst  wird  und  dadurch  viel  Eisen  in  die  Fritte 
gelangt.    Wie  ist  dum  Auflösen  der  Sohlensteine  zu  steuern? 

78.  Unsere  Steingutgießmasse  besteht  aus: 

Tonsubstanz  aus  Ton   32,87  % 

Tonsubstanz  aus  Kaolin  21,80  % 

Quarz   37.69% 

Feldspat  5,67  •/• 

Kalkmergel   1,96  % 

Biskuitscherben. 

Zum  Versatz  werden  2  kg  kalz.  Soda  zugesetzt  und  soviel  Wasser, 
als  zu  einem  richtigen  Gießschiicker  nötig  ist.  Verglüht  wird  die  Ware 
bei  SK  6a.  Wir  haben  nun  stets  über  die  sog.  Gießflecken  zu  klagen, 
trotzdem  durch  Eingießen  mittels  eines  Trichters  oder  durch  das  vorherige 
Ausschmieren  der  Formen  diesem  Fehler  entgegengearbeitet  wird.  Beim 
Glasieren  ist  der  Fehler  schon  sichtbar,  und  die  nichtsaugenden  Stellen 
werden  mit  einem  feinen  Sieb  mit  feiner  Glasur  besiebt.  Auf  dieser 
Stolle  schrumpft  aber  die  Glasur  im  Feuer  wieder  zusammen.  Auf  welche 
Weise  könnte  dem  Fehler  vorgebeugt  werden? 

79.  Lassen  sich  Brandrisse  bei  Porzellan,  das  noch  «inen  Muffel- 
brand durchmacht,  beseitigen  ?  Ist  es  vorteilhafter,  diesen  Fehler  auf  kaltem 
Wege  zu  beseitigen?    Womit  könnte  es  geschehen? 

80.  Wer  liefert  Statuenkopiermaschinen  für  Alabaster? 


Glasi 


5». 


Wir  schmelzen  braunes  Glas  aus  folgendem  Gemengesatz: 

Sand  165  Pfd. 

Soda   70  „ 

Kalkspat   n 

Graphit  ............        lxh  n 

Dieses  Gemenge  schäumt  sehr  oft  beim  Abschmelzen  über  die  Häfen  heraus 
und  wird  erst  zwei  Stunden  später  gut  wie  das  übrige  Glas.  Wie  wäre 
dem  abzuhelfen? 

60.  Ich  bitte  um  Angabe  eines  geeigneten  Satzes  für  eine  Weiß- 
hohlglas- Wanne,  aus  der  Eng-  und  Weithahflaschen  von  5—1000gfSand- 
und  Maschine)  und  Preßglas  (gewöhnliche  Fruchtschalen,  Teller  usw.)  her- 
gestellt werden  sollen.    Sulfat  soll  nicht  verwendet  werden. 

61.  Worauf  ist  das  Weißanlaufen  von  Glas  zurückzuführen? 

62.  Wer  liefert  Formstein  zur  Herstellung  von  Stöpselformen  usw.? 


Briefkasten  der  Redaktion. 

GL  N.  1.  Seh.  Ueber  daB  Siloxyd  wurde  bereits  in  Nr.  3  des 
Sprechsaal  1912  ausführlich  berichtet.  Hergestellt  wird  es  von  der 
Zirkonglas-G.  m.  b.  H.  in  Frankfurt  a.  M.,  Weißfrauenhof. 


Verband 

Deutscher  Porzellangeschirrfabriken, 
$.  m.  b.  H.,  Berlin  W.  30. 

Als  Mitglieder  sind  unserem  Verbände  beigetreten  die 
Firmen:  Porzellanfabrik  Oskar  Sehaller  &  Co.,  Kirchenlamitz, 
Porzellanfabrik  Ahlendorf  &  Purucker,  Schauenstein  (Ober- 
franken (früher  Flessa  &  Ahlendorf),  Porzellanfabrik  Bremer 
&  Schmidt,  Eisenberg,  S.-A.,  Keramische  Werke,  G.  m.  b.  H., 
Cainsdorf. 


Veröffentlichungen  der  AnBenhandelsnebenstelle  Feinkeramik 


Yerkaufshedingungen  für  die  Ausfuhr  von 
chemisch-technischem  Porzellan 

(gültig  ab  10.  Mai  1922). 
I.  Allgemeine  Bedingungen. 
1.  Es  wird  ausgegangen  von  Vorkriegspreisen  der  liefernden 
Porzellanfabrik. 

2  Nach  der  Ländergruppe  I  muß  in  der  betreffenden  Auslands- 
währung verkauft  werden.    (Ausnahmen  siehe  Fußnote.) 
Nach  der  Ländergruppe  II  ist  in  deutscher  Mark  »u  berechnen. 

3 '  Die  Ausfuhrmindestpreise  verstehen  sich  ab  Werk,  und  zwar 
"ausschließlich  Verpackung,  die  zu  einem  der  Marktlage  ent- 
sprechenden Preise  zu  berechnen  ist.  \ 

4  Die  Berechnung  der  Ausfuhrmindestpreise  erfolgt,  indem  der 
Vörkriegspreis  mit  der  Zahl  multipliziert  wird,  die  in  der 
nachstehenden  Tabelle  für  das  in  Frage  kommende  Land 
vorgesehen  ist.  Der  sich  ergebende  Wert  ist  der  fertige 
Ausfuhrmindestpreis  in  der  für  das  betreffende  Land  vor- 
geschriebenen Währung  für  das  Stück  ausschließlich  Ver- 

i  JDen^Auefuhranträgen  ist  eine  Rechnung  beizufügen,  aus  der 
"  die  Vorkriegspreise  der  Porzellanfabrik,  die  die  Artikel 
hergestellt  hat,  zu  ersehen  sind.  Händler  und  Exporteure 
müssen  sich,  soweit  Lieferwerksbescheinigung  erforderlich, 
die  Vorkriegspreise  von  der  Fabrik  in  die  Lieferwerks- 
bescheinigung  eintragen  und  bescheinigen  lassen. 

*  Bs  wird  fakturiert  nach: 
"      Portugal,  mittel-  und  südamerikanischen  Staaten  und  Japan  in 
Pfund  Sterling.  »  «•>     "  * 


Länder- 
gruppe I 


II.  Multiplikatorentabelle. 


Großbritannien   2  ** 

Norwegen  ..........  2 

Schweden   1,6 

Holland  .    .   1,06 

Schweiz  ■    •  1,8 

Spanien 
Portugal,, 


Dänemark  1)81 


5,25 


Japan  

Mittel-  und  Südamerika      .  . 
Vereinigte  Staaten  von  Nord- 
amerika  0,35 

Frankreich  5,26 

Belgien  und  Luxemburg 

Tschecho-Slowakei   15 

{Italien   50 

Finnland   50 

Rußland  .    .  50 

Oesterreich-Ungarn    ....  50 

Balkan   50 


Multiplikatoren 

für  alles 

chemisch         für  Farb- 
technische Por-  miiblen  und 
zellan  außer     _  . 
Farbmühlen  Pyrometer- 
und  Pyrometer-  röhre 
röhren 

1,48** 
2 

1,6 
1,06 
1,8 
2,55 

2** 

1,81 

2**  . 

2  ** 


2,55 

2** 


2  ** 
2** 


Länder- 


0,29 
3,25 
5,25 
15 

50 
50 
50 
60 
50 


**  Diese  Multiplikatoren  sind  auf  Schillinga  bezogen. 


1922.   (55.  Jahrgang.) 


SPRECHSÄÄL-CÖBUßÖ. 


m 


STeue  Gebührensätze. 

Ab  1.  Mai  1922  treten  folgende  Gebühren  in  Kraft; 
Inlandswährnng  bis  Jt  5000.—  Mindestsatz  Jt  15.— 

„         über   Jt   5000. —   für    jede  angefangene 
Jt  1000.—  Jt  3.—,  also  3  °/00, 
Auslandswährung  bis  Jl  5000.—  Mindestsatz  Jt  15.—, 

*  über  Jt  5000.—  3  °/00  vom  wöchentlichen 

Umrechnungskurs. 
Verlängerungen  Jt  15. — .  . 

Ausfertigung  von  Duplikaten  Jt  15. — 

Bei  Anträgen,  die  durch  Neueinreichung  von  Teilbewilligungen 
annulliert  werden,  werden  die  Gebühren  unter  Anrechnung  der 
Hälfte  der  erstgezahlten  Gebühren  nach  Höhe  der  eingereichten 
Teilbewilligungen  erhoben. 

Für  noch  nicht  bewilligte,  auch  noch  nicht  hearbeitete, 
d.  h.  zur  Prüfungsstelle  geiandte  Anträge,  ist  bei  Annullierung 
der  Mindestsatz  von  Jt  15. —  zu  entrichten. 

Für  beanstandete  Anträge,  die  bearbeitet  sind,  wird  der 
Mindestsatz  von  Jt  15. —  erhoben. 

Für  Anträge,  deren  Bewilligung  jedoch  erfolgt,  d.  h.  der 
Antrag  bearbeitet  und  dem  Antragsteller  zugestellt  ist,  werden 
die  Gebühren  bei  Annullierung  zur  Hälfte  zurückerstattet,  so- 
fern die  Gebühren  Jt  30. —  und  mehr  betragen.  Unter  Jt  30.— 
wird  nur  die  Differenz  zwischen  der  Mindestgebühr  and  der 


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Anfragen  sind  unter  W4598  an  die  Ge- 
schäftsstelle des  SprechBaal  zu  richten. 


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zu  zahlenden  Gebühren  zurückgezahlt,  wenn  dieselben  den 
Betrag  von  Jt  10.-^-  übersteigen. 

Bei  sämtlichen  Bewilligungen,  bei  denen  die  Gebühren 
durch  Nachnahme  erhoben  werden,  wird  das  Porto  mitein- 
gezogen. 

Verzichtsbescheinigungen  über  Wiedereinfuhr  von  Mustern 

Jt  5. — . 


Jede  Aehdernngsbescheinigung 


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In    den   Anträgen    der    Prüfungsstelle  Luxus- 
Porzellane  wird  die  Rubrik:  Gegenstand  und  Verwendungs- 
zweck häufig  nur  mit  Bemerkungen  wie:  „bemaltes  Porzellan" 
„Porzellan"  usw."  ausgefüllt. 

Diese  Bemerkungen  sind  unzureichend,  es  ist  eine  Spezi- 
fikation notwendig,  z.  B.  „15  Gros  Eierbecher,  25  Dtz.  Weih- 
kessel" und  so  fort. 

Anträge,  die  auch  in  Zukunft  den  Gegenstand  und  Ver- 
wendungszweck nicht  klar  erkennen  lassen,  müssen  zurück- 
gereicht werden. 

Ab  1.  Juni  1912  werden  für  die  Ausfuhr  naeh  Hemel 
an  Stelle  der  bisherigen  Bestimmungen  neue  treten,  die  noch 
bekanntgegeben  werden.  —  Vor  allem  sei  darauf  hingewiesen, 
da«  von  diesem  Zeitpunkt  an  in  allen  Fällen  die  Ausfuhrabgabe 
erhoben  wird. 


Wir  liefern  noch: 


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Anfragen  unter  V  4487  an  die  Geschäftsstelle  des  Sprechsaalj 


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SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


um  (66.  Jahrgang.) 


Porzellanlabrik  Ph.  Rosenthal  l  Co. 

Aktiengesellschaft  in  Berlin 

gegen 

Porzellanfabrik  Fraureuth 

Aktiengesellschaft  in  Berlin. 


Wi 


Die  Porzellanfabrik  Fraareuth  Aktiengesellschaft  in  Berlin  veröffentlicht  den  Tenor  des 
Urteils  des  Landgerichts  Leipzig,  durch  das  eine  von  diesem  Gericht  auf  Antrag  der  Porzel  an- 
fabrik Ph.  Rosenthal  &  Co.  A.-G.  gegen  die  Porzellanfabrik  Fraureuth  A,G  erlassene '««-tweihge 
Verfügnng  aufgehoben  worden  ist.  An  den  richtig  wiedergegebenen  Wortlant  des  Urteilstenors 
fügt  Franrenth  nachstehende  Bemerkung  an: 

„Durch  vorstehendes  Urteil  ist  der  Antrag  der  Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  &  Co 
der  Porzellanfabrik  Fraureuth  A -G.  die  Ausführung  des  Fraureuther  Drachens  aul  matt- 
rotem Grunde  zu  untersagen,  abgelehnt  worden,  da  die  Porzellanfabrik  Fraurenth  AAx. 
diese  von  der  Porzellanfabrik  Ph.  Romenthal  &  Co.  neuerdings  als  Ro.enthalrot  bezeichne  e 
mattrote  Farbe  nachweislich  seit  1837,  aLo  vor  der  Gründnng  der  I  o«ellanfabi,k 
Ph.  Rosenthal  &  Co.  hergestellt  und  den  Fraurenther  Drachen  nach  alt- chinesischen 
Stickereien  ausgeführt  hat." 
Die  hier  von  Fraureuth  aufgestellte  Behauptung  über  den  Inhalt  der  Urteilegründe  ist 

unwahr. 

Zum  Nachweis  dieser  von  Fraureuth  verbreiteten  Unwahrheit  lassen  wir  als  Prozeß- 
bevollmächtigte der  Firma  Rosenthal  &  Co.  A-G.  hier  den  vollständigen  Wortlaut  der  Urteils- 

gründe  folgen:  ^  ^  Antragsteller^  (=  Rosenthal)  zugegeben,  daß  ihre  Vase  ein  Hervor- 

ragendes kunstgewerbliches  Erzeugnis  darstellt.   Es  wird  von  Je r 

Antragsgegnerin  <=  Fraureuth)  nicht  erreicht.  Dieses  unterscheidet 
sich  zu  Seinem  Nachteile  durch  eine  andere  Gestaltung  des  Drachens  und  eine 
weniger  gleichmäßige  Verteilung  der  hellen  Flächen  der  Zeichnung  und  des  bei  der 
Antragsteller^  (=  Rosenthal)  mehr  zurücktretenden  roten  Hintergrundes  von  deren 
Muster  so  wesentlich,  daß  eine  Wiedergabe  des  Werkes  der  Antragstellenn  (=  Rosenthal) 
nicht  vorliegt.  Die  Nebeneinanderstellung  der  beiden  Vasen  ergibt  bei  näherer  Be- 
trachtung, daß  die  an  sich  auffällig  ähnlichen  Elemente  einen  volhg  ver- 
schiedenen Eindruck  hervorrufen.  Daß  die  Antragsgegnerin  C=  franrenth  denselben 
Vorwurf  Rewählt  hat,  kann  ihr  nicht  verwehrt  werden.  Ebensowenig  besteht  ein  Recht, 
ihr  die  Verwendung  der  eigenartigen  stumpfroten  Farbe  zu  untersagen.  Denn  C£gen- 
stand  des  Schutzes*  nach  dem  Gesetz  vom  9.  Januar  1907  ist  lediglich  die  auf  Grund 
der  individuellen  Vorstellung  geschaffene  Formgestaltung  Geschützt  s.nd  aber  nicht 
die  technischen  Mittel,  Idie  zur  Darstellung  des  künstlerischen  Gedankens  dienten,  oder 
das,  was  der  künstlerischen  Vorstellung  den  Stoff  gab. 

Die  einstweilige  Verfügung  war  daher  aufzuheben     Wegen  der  Kosten  vgl. 
§  91  ZPO,  wegen  der  Anordnung  der  vorläufigen  Vollstreckbarkeit  §  708  Z.  5  Iii  U. 

Leipzig,  den  6.  Mai  1922. 

Rechtsanwälte  Justizrat  Dr.  Drucker, 
Dr.  Eckstein  und  Dr.  Oerf 

durch    Dr.  M.  Drucker. 

r  haben  gegen  das  Urteil  des  Landgerichts  Leipzig  Berufung  eingelegt  und  gegen  die 

unlauteren  Wettbewerbs  erhoben. 


Porzellanfabrik  Fraureuth  A.-O.  Klage  wepn 

Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  &  Co.,  A.-G. 


Coburg,  den  25.  Mai  1922. 


Nimmer  21 


Zeitschrift  für  die  Keramischen,  Glas-  und  verwandten  Industrien. 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bagra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Pr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1 868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


FernsprechanschlußNr.  59./Telegr.-Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto :  Coborg-Gothaische  Bank  A.-G.,  Cobnrg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  durch  die  Post  vierteljährlich  JC  25.—  unter  Streifband  Jt 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  2.—  (Stellengesuche^  dt  L— ). 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


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Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Orlginal-Beltrüge  verboten.  


Töpierei-BerulsgenossensGliait,  Sektion  I. 

Zu  der  auf  • 

Mittwoch,  den  14.  Juni  1922,  mittags  12  IJJir 

im  Restaurant  „Tiergartenhof"  zu  Charlottenburg, 
Berliner  Str.  1,  unweit  Stadtbahnhof  Tiergarten, 

anberaumten 

ordentlichen  Jahresversammlung 

werden  die  Mitglieder  der  Sektion  I  gemäß  §  24,  Abs.  2  der 
Satzung  hierdurch  ergebenst  eingeladen. 

Tages  Ordnung: 

1.  Wahlen. 

2.  Geschäftsbericht. 

3.  Abnahme  der  Jahresrechnung  für  1921. 

4.  Wahl  eines  Ausschusses  zur  Prüfung  der  Jahresrechnung 
für  1922. 

5.  Festsetzung  des  Haushaltsplans  für  1923. 

6.  Beratungen  über  etwaige  Anträge  von  Sektionsmitgliedern, 
wenn  solche  (nach  §  24  Abs.  7  der  Satzung)  eine  Woche  vor 
dem  Versammlungstage  beim  Sektionsvorstand  schriftlich 
eingereicht  sind. 

7.  Sonstiges. 

Berlin-Halensee,  Ringbahnstr.  10,  den  15.  Mai  1922. 

Der  Sektionsvor stand: 

Dr.  Albert  March,  Vorsitzender. 


[663 


Töplerei-BeruispossenschatL  Sektion  IV. 

Sektionsversammlung. 

Die  diesjährige  Sektionsversammlung,  zu  welcher  die  Mit- 
glieder der  Sektion  gemäß  §  24,  Abs.  2,  der  Satzung  vom 
ü7.  J«ni  1912  eingeladen  werden,  findet  statt  am 

Sonnabend,  den  24.  Juni  1922, 
nachmittags  3  Uhr, 
ip  Üresden-N.,  Hotel  Hansa,  am  Neustädter  Bahnhof. 

Tagesordnung: 

1.  Geschäftsbericht. 

2.  Abnahme  der  Jahresrechnung  für  1921. 

3.  Wahl  des  Ausschusses  zur  Prüfung  der  Jahresrechnung 
für  1922. 

4.  Festsetzung  des  Haushaltes  für  1923. 


5.  Beschlüsse  über  Anträge  von  Sektionsmitgliedern,  wenn 
solche  nach  §  24,  Abs.  7,  der  Satzung  eine  Woche  vor  dem 
Versammlungstage  bei  dem  Unterzeichneten  schriftlich  ein- 
gereicht werden. 

6.  Wahl  des  Oites  der  nächstjährigen  Sektionsversammlung. 

7.  Sonstiges. 

Dresden,  den  20.  Mai  1922. 

Per  Vorstand  der  SeKHow  IV  der  Tö'pferei-Berufsgenossenschaft. 

Paul  Fikentscher,  Kommerzienrat,  Vorsitzender. 


Glas-Berufsgenossenschalt. 

Büro:  Berlin-Lankwitz,  Kaulbachstr.  6/8. 

Am  Dienstag,  den  20.  Juni  1922, 
mittags  12  Uhr 

findet  in  Schreiberhau.  Hotel  „Josephinenhütte" 
die  diesjährige 

38.  Genossenschaftsversammlung 

der  Glas-Berufsgenossenschaft  statt  mit  nachstehender 
Tagesordnung: 

1.  Geschäftsbericht  für  das  Jahr  1921. 

2.  Prüfung  und  Abnahme  der  Jahresrechnung  für  das  Jahr 
1921  und  Erteilung  der  Entlastung. 

3.  Wahl  eines  aus  3  Mitgliedern  bestehenden  Ausschußes  zur 
Prüfung  der  Jahresrechnung  für  das  Jahr  1922. 

4.  Feststellung  des  Voranschlages  der  Verwaltungskosten  für 
das  Jahr  1923. 

5.  Genehmigung  der  Jahresrechnung  und  Bilanz  der  Haft- 
pflicht-Versicherungsanstalt der  Glas-Berufsgenossenschaft 
für  das  Jahr  1921. 

6.  Bericht  über  gesetzliche  Aenderungen  in  der  gewerblichen 
Unfallversicherung.  Etwaige  Aenderuog  der  §§  51,  52,  53 
und  54  der  Satzung  hinsichtlich  der  Erhöhung  des  Jahres- 
arbeitsverdienstes für  die  Zwangs  Versicherung  der  Betriebs- 
beamten und  der  freiwilligen  Versicherung  der  Unter- 
nehmer und  der  kaufmännischen  Angestellten. 

—  Antrag  des  Herrn  Kommerzienrats  Liebig,  die  frei- 
willige Versicherung  der  Betriebsbeamten  durch  die 
Satzung  unbegrenzt,  d.  h.  ohne  Rücksicht  auf  die  Verdienst- 
höhe, zuzulassen. 

7.  Aenderung  der  §  12,  28  und  50  der  Satzung. 

8.  Die  Gesundheitsverhältnisse  der  Arbeiter  in  der  Glas- 
industrie.   Besondere  Unfallgefahren.  1 


242  —  Nr.  81 

9.  Die  Unfallversicherung  der  kleinen  Gewerbebetrieb«  in  der 

Glasindustrie. 

10.  Etwaige  Anträge  der  Herren  Vertreter. 

11.  Wahl  des  Ortes  der  nächsten  Genossensehaftsversammlrnng. 

12.  Verwaltungsangelegenheiten. 
Reisekosten  der  ehrenamtlichen  Organe. 

Zn  dieser  Versammlung  beehren  wir  uns,  die  Herren  Ver" 
treter  gemäß  §  11  der  Satzung  ergebenst  einzuladen. 
Berlin-Lankwitz,  den  20.  Mai  192S. 

Der  Vorstandsvorsitzende : 
M.  Großbüning,  Generaldirektor. 

Glas-B&ruispossenschalt,  Sektion  III. 

Gemäß  §  24  unserer  Satzung  laden  wir  hiermit  unsere 
Mitglieder  zu  der  am 

Montag,  den  19  Juni  1932.  nachmittags  6  Uhr, 

in  Schreiberhau,  Hetel  „Josephinenhütte", 
stattfindenden 

SektieniTenammlan^ 

ergebenst  ein, 

Tagesordnung: 

1.  Bericht  des  Vorstandes,  Prüfung  und  Abnahme  der  Jahres» 
rechnung  für  1921  sowie  Erteilung  der  Entlastung. 

2.  Wahl  de«  Rechnungsprüfungsausschusses  für  1922. 

8,  Feststellung  des  Verwaltungskosten-Voranschlags  für  1921. 

4.  Bericht  über  erfolgte  und  beabsichtigte  Aenderungen  im  der 
sozialen  Gesetzgebung,  insbesondere  in  der  gewerblichen 
Unfallversicherung. 

5.  Rentenf estst'ellungs-  Kommissionen. 

6.  Mitteilung  über  die  Geschäftsergebnisse  der  Haftpflicht« 
Versicherungsanstalt. 

?.:  Etwaige  sonstige  Verwaltungsangelegenheiten  sind  Anträge 

der  Herren  Mitglieder. 

Berlin-Lankwitz,  den  20.  Mai  1929. 

9er  Vorstand  der  SeHtioo  in  der  lilas-Berufcgeiossettsckaft. 

Der  Vorsitzende:  H.  Weihrauch,  Glashüttenbesitzer. 


Feintonverarbeitung  in  Bayern. 

Von  Prsf  Dr  Dr.  Georg  Euter  T  Ebert,  Vorstand  dsi  Imtititl 
für  bayerisch«  Wirtschaftifsrichnng. 

(ScMiiB.) 

Die  Organisation  der  feinkeramisehen  Industrie. 

Schon  die  Vorkriegszeit  hatte  zahlreiche  Verbände  und 
Organisationen  der  Arbeitgeber,  Angestellten  und  Arbeitnehmer, 
ferner  Produientenkonzentrationen  im  wesentlichen  in  horizon- 
taler Richtung  entstehen  sehen,  und  der  Krieg  bereitete  durch 
Zusammenfassung  der  beiden  bis  dabin  entstandenen  Spitzen- 
organisationen (.Zentralverband  Deutscher  Industrieller  und 
Bund  der  Industriellen)  zum  „Kriegsausschuß  der  deutschen 
Industrie",  welch  letzterer  am  16.  Februar  i918  durch  Hinzu- 
ziehung des  Vereins  zur  Wahrung  der  Interessen  der  chemischen 
Industrie  Deutschlands  zum  „Deutschen  Industrierat"  erweitert 
worden  war,  größere  Zusammenschloßmöglichkeiten  vor.  Der 
Novemberzusammenbrnch  1918  wertete  die  Organiaationsziele 
om,  und  auf  dem  Fundamente  des  Abkommens  vom  15.  November 
19  8  entstand  die  „Arbeitsgemeinschaft  der  industri- 
ellen und  gewerblichen  Arbeitgeber  und  Arbeit- 
nehmer Deutschlands"  als  ein  dauernd  gewollter  und 
durch  Organe  repräsentierter  Zusammenschluß  aller  organi- 
sieren Klangen  des  Wirtschaftslebens  auf  der  Grundlage  der 
gegenseit  gen  Anerkennung  und  Gleichberechtigung  zur  gemein- 
samen W  abrnehmuog  der  allen  gleichgerichteten  Interessen 
auf  Wirtschaft»*-  und  sozialpolitischem  Gebiete  unter  gleich- 
zeitiger paritätischer  Regelung  und  Ausgleichung  der  unter- 
einander bestehenden  Gegensätze. 

Sie  ist  der  große  und  allgemeine  Rahmen,  innerhalb  dessen 
die  folgenden  Betrachtungen  vor  sich  gehen;  ihr  oberstes  Or- 
gaoi»atiun»prinzip  ist  ein  fachliches,  aber  trotz  der  Gliederung 
von  Iudustrie  und  Gewerbe  in  nur  14  Reichsarbeitsgemein- 
schafien  besteht  neben  der  Reichsarbeitsgemeinschaft  „Industrie 
der  Meine  un  i  Eiden"  eine  Reichuarbeitsgemeinschaft  „Glas 
und  Kejarninche  Industrie",  so  daß  hier  nicht  im  Rohstoff, 
sondern  im  Urennprozeß  das  organisatorisch  dominierende 
Moment  zum  Aufdruck  kommt.  Ferner  versteht  die  Praxis 
unter  „keramischer  Iudustrie"  nur  die  feinkeramische,  d.  h.  es 
scheiden  aus  Ton-  und  Ziegel-,  Klinkerplatten-,  Schamotte-  und 
sogenannte  feuerfeste  Iudustrie  Dazo  gehört  die  im  Rahmen 
dieser  Darstellung  nicht  in  begriffene  Porzellanindustrie,  welch 
letalere  wegen  ihrer  organisatorischen  Beziehungen  gelegentlieh 
zu  erwähnen  ist. 


1922.  (66.  Jahrgang,) 

Spitzenverband  im  wirtschaftspolitischen  Aufbau  der  fein- 
keramischen  Industrie  ist  der  „Verband  keramischer 
Gewerke  in  Deutschland".  Schon  seit  der  Wende  des 
18.  Jahrhunderts  waren  Organisationsgedanken  auch  in  der 
Porzellanindustrie  lebendig,  die  von  Anfang  an  die  organisatorische 
Führung  übernimmt.  Auf  einen  um  1814  geschlossenen  losen 
„Freundschaftsbund"  der  damaligen  7  oberfränkischen  Porzellan- 
fabriken folgt,  durch  innerpolitische  Verhältnisse  und  Kriege 
immer  wieder  verzögert,  endlich  am  8  November  1871  die 
Gründung  des  „Verbandes  keramischer  Gewerke  in  Deutsch- 
land", mit  Sitz  in  Bonn  am  Rhein  und  vorwiegend  wirtschaft- 
lichen Zielen.  1913  wurde  über  den  Umfang  des  in  den 
Satzungen  vorgesehenen  Programms  hinaus  eine  technisch- 
wissenschaftliche Abteilung  ins  Leben  gerufen;  während  des 
Krieges  sorgte  der  Verband  für  Belieferung  seiner  Mitglieder 
mit  Kohle  und  Rohstoffen  und  für  Beseitigung  der  Transport- 
und  Ausfuhrerschwernisse.  Am  29.  Juli  1919  erfolgte  die  Sitz- 
verlegung nach  Berlin,  und  die  Einzelmitgliedschaft  der  Firmen 
die  jetzt  nur  mehr  mittelbar  durch  ihren  Fachverband  ver- 
treten werden  —  hörte  auf.  Zur  Zeit  sind  daher  im  Verband 
der  Keramischen  Gewerke  nur  f  Fachverbände  der  fein- 
keramischen Industriebranche  zusammengeschlossen.  Der  Ver- 
band ist  der  wirtschaftspolitischeOberverband  der  feinkeramischen 
Industrie  zur  Wahrnehmung  aller  gemeinsamen  Interessen  der 
feinkeramischen  Industrie  in  den  sie  berührenden  handels- 
politischen, wirtschaftlichen  und  sozialen  Angelegenheiten.  Die 
Namen  seiner  Mitglieder-Fachverbände  geben  eine  Vorstellung 
über  das  Verhältnis  der  Porzellangruppe  zur  übrigen  Feinkeramik. 

Verband  deutscher  elektr.  Porzellanfabriken,  Berlin. 

Verband  deutscher  Luxusporzellanfabriken,  Weimar. 

Verband  deutscher  Porzellanfabriken  zur  Wahrung  keram. 
Interessen,  Sonneberg. 

Vereinigte  Poreellanisolaterenwerke,  G.  m.  b.  H,  Berlin. 

Vereinigte  Steingutfabriken,  Bonn. 

Vereinigung  deutscher  Spülwaren-  und  Sanitätsgeschirr- 
fabriken, Bonn. 

Verband  deutscher  Kachelofenfabrikanten,  Meißen. 

Verband  deutscher  Wandplattenfabriken,  Windsheim,  Mfrk. 

Mosaikplattenverband,  Bad  Berka  a.  d.  Ilm. 

In  diesen  Fachverbänden  ist  fast  die  ganze  feinkeramische 
Industrie  durch  etwa  260  Fabriken  vertreten.  Die  Deutsche 
Keramische  Gesellschaft,  Gharlottenburg,  sei  beson- 
ders erwähnt  als  wichtiger  Bestandteil  der  Deutschen  Kerami- 
schen Gewerke.  Sie  wurde  im  September  1819  gegründet, 
hervorgegangen  aus  der  Technisch- Wissenschaftlichen  Abteilung 
des  Verbandes  keramischer  Gewerke  in  Deutschland ;  ihre  Auf- 
gabe ist  die  Förderung  der  Keramik  in  technischer,  wissen- 
schaftlicher und  künstlerischer  Beziehung.  Neben  der  um- 
fassenden Organisation  der  im  Verband  Keramischer  Gewerke 
zusammengeschlossenen  Fachverbände  bestehen  noch  räumlich 
und  fachlich  begrenzte  Sonderverbände  von  geringerer  Be- 
deutung, so  der  Bund  für  Deutsche  Kachelwerkkunst  e.  V., 
Berlin,  der  Verband  Deutscher  Keramischer  Malereien  e.G.  m.b.H. 
und  der  Verband  Bayerischer  Hafnermeister  e.  V.,  München. 
Der  Vollständigkeit  halber  erwähnt  seien  die  mit  Feinkeramik 
befaßten  amtlichen  Stellen,  Reichswirtschaftsministerium,  Reichs- 
wirtschaftsrat, Reichskommissar  für  Kohlenverteilung,  Kommis- 
sionen zwecks  Ausführung  der  wirtschaftlichen  Bestimmungen 
des  Friedensvertrages,  Reichsentschädigungskommission,  Kom- 
mission zur  Beschaffung  von  Baustoffen  für  den  Wiederaufbau 
in  Nordfrankreich ;  die  Vergebung  der  Wiedergutmachungs- 
amfträge  erfolgt  über  Industrievrganlsationen  und  Landesauf- 
tragsstellen. Oberstes  Organ  für  Außenhandel  ist  das  Reichs- 
wlrteehaftsaiinieterium  mit  Reichskommissar  für  Aus-  und 
Einfuhrbewilligung,  während  die  Kontrolle  über  Aus-  und  Ein- 
fuhr den  Außenhandelsstellen  mit  Außenhandelsnebenstellen 
samt  Preisprüfungsstellen  übertragen  ist. 

An  dieser  Stelle  einiges  über  die  Preisbildung.  Vor  allem 
ist  festzustellen,  daß  die  Preise  der  Fertigprodukte  anfänglich 
viel  langsamer  stiegen  als  die  der  Rohstoffe;  nur  da,  wo  das 
Kartell  in  irgend  einer  Form  einsetzte,  wurden  höhere  Preise 
erzielt.  Dazu  findet  häufig  keine  Kalkulation  im  Sinne  der 
Vorkriegszeit  mehr  statt;  denn  auf  Grund  einer  nunmehr,  nur 
selten  durch  stets  sich  wieder  ausgleichende  Rückschläge  unter- 
brochenen, fast  fünfjährigen  Erfahrung  stellt  jeder  Geschäfts- 
mann die  mehr  oder  weniger  rasch,  aber  jedenfalls  fortschreitende 
Geldentwertung  nach  dem  privatwirtschaftlichen  Grundsatz  von 
der  Kapitalerhaltung  in  seine  Rechnung,  so  daß  er  bis  auf 
weiteres  unter  allen  Umständen  mit  erheblichem  Scheingewinn 
arbeitet,  weil  der  Faktor  der  Zeit  eine  scheinbar  viel  stärkere 
wertvergrößernde  Wirkung  ausübt,  als  dies  durch  gewerbliche 
Stoff  veredelung  geschieht  Dies  bedeutet  den  Ruin  jeder  soliden 
Geschäftsgebahrung,  was  ja  unlängst  auch  der  Reichsjustiz- 
minister, allerdings  in  ganz  anderer,  positiverer  Form  ausdrückte, 
indem  er  sagte,  daß  gegen  Schieber  und  Wucherer  jede  Strafe 
angewendet  worden  sei  mit  Ausnahme  von  lebenslänglichem 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


i»22.  (56.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  21  —  243 


Zuchthaus  und  Todesstrafe.  Und  auch  der  Händler  begründet 
seinen  Preis  mit  dem  destehungspreis,  d.  h.  nicht  mit  einer 
Kalkulation  auf  die  Vergangenheit,  sondern  mit  einer  solchen 
auf  die  Zukunft,  in  die  er  die  steigenden  Gestehungskosten, 
steigenden  Löhne,  steigenden  Preise,  steigenden  Frachten, 
steigenden  Emballagen,  steigenden  Kosten  seiner  Lebsucht, 
ferner  das  ganze  unbekannte  Risiko  selbst  der  nächsten  Zukunft 
tatsächlich  hitseinkalkulieren  muß,  wenn  er  nicht  die  Gefahr 
der  Verarmung  laufen  will.  Und  hier  scheint  fast  die  Trieb- 
feder unserer  heutigen  Innen  Wirtschaft  überhaupt  zu  liegen, 
in  diesem  psychopathischen  Moment,  in  der  Furcht  vor  Ver- 
armung; denn  auch  der  Konsument  zahlt  jeden  geforderten 
Preis,  wenn  er  nur  im  Rahmen  seiner  Kaufkraft  liegt,  spricht 
es  mit  zynischer  Offenheit  aus,  daß  Sparsamkeit  bestraft  wird 
von  der  Steuer  und  von  der  fortschreitenden  Geldentwertung. 
Jeder  Wirtsehaftsvorgang,  Tun  oder  Lassen,  jede  Preisbildung 
ist  nach  Motiv  und  Umfang  mehr  oder  weniger  psychopathisch 
beeinflußt.  Exportentwicklung  und  Preisbildung  gegenüber  dem 
Ausland  in  ihrer  privatwirtschaftlichen  Bedeutung  und  in  ihren 
volkswirtschaftlichen  Folgen  seien  an  dieser  Stelle  nur  ange- 
deutet, aber  nicht  ausgeführt. 

Gehen  wir  über  zur  zweiten  Gruppe  der  in  der  Reichs- 
arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossenen  Organisationen, 
welche  mehr  oder  weniger  sozialpolitischen  Einschlag  haben. 
Das  ist  auf  Arbeitgeberseite  die  Vereinigung  der  deutschen 
Arbeitgeberverbände,  auf  Arbeitnehmerseite  rechnet  man  dazu 
alle  Organisationen  der  Arbeiter  und  Angestellten. 

Zunächst  die  Arbeitgeberorganisationen!  Ihre  Gründung 
erfolgte  aus  der  Notwendigkeit  der  Schaffung  einer  Gegen- 
organisation gegen  die  durch  den  Umsturz  erstarkten  Arbeiter- 
organisationen, und  zwar  zunächst  als  „Arbeitgeberver- 
band der  deutschen  feinkeramischen  Industrien" 
im  Juli  1919  zu  Berlin.  Aber  der  Durchban  der  Gewerk- 
schaften auf  streng  fachlicher  Grundlage  —  alle  Ungelernten 
oder  Angelernten  sind  im  Fabrikarbeiterverband  (also  vor- 
wiegend Arbeiter  der  Plattenfabriken);  alle  „Töpfer",  d.  s. 
Former  der  Kachelfabriken,  sind  im  Töpferverband;  alle  Maler 
usw.  der  Steingutfabriken  sind  im  Porzellanarbeiterverband  — 
erschwerte  die  Verhandlungen  so  sehr,  daß  der  genannte 
Arbeitgeberverband  nur  mehr  die  Porzellan-  und  eigentliche 
Steiß gutindustrie,  nicht  aber  die  Platten-  und  Kachelofen- 
industrie umfaßt;  seine  Geschäfte  führt  der  Geschäftsführer 
vom  Verband  Keramischer  Gewerke.  Diese  für  die  ganzen 
modernen  Organisationsgebäude  charakteristischen  Personal- 
unionen stellen  nicht  nur  architektonische  Bindungen  zwischen 
den  Organisationsgruppen  her,  führen  nicht  nur  gewissermaßen 
als  Knotenpunkte  in  dem  anscheinend  sich  kraus  und  bunt  ver- 
wirrt stets  kreuzenden  Netz  der  wechselvollen  organisatorischen 
Bahnen  die  Uebereinstimmung  in  der  Leitung  her,  sondern  sie 
dokumentieren,  daß  alle  diese  Organisationen  —  alle  im  wesent- 
lichen immer  wieder  aus  den  gleichen  Mitgliedern  aufgebaut  — 
fast  mehr  gedankliche  Organisationsgebilde  darstellen,  die  bald 
die  eine,  bald  die  andere  Interessenseite  vertreten. 

Das  Sammelbecken  für  alle  übrigen  örtlichen,  fachlichen, 
gemischt-gewerblichen  Organisationen  mit  dem  Ziel  der  Herbei- 
führung einer  geschlossenen  Stellungnahme  von  Industrie  und 
Gewerbe  in  allen  Fragen  der  Sozialpolitik  ist  die  vorerwähnte 
„Vereinigung  der  deutschen  Ar b eitge b er ver- 
bände". Reichsorgan  für  sozialpolitische  Fragen  ist  das 
Reichsarbeitsministerium ;  das  Reichsamt  für  Arbeitsvermittlung 
hat  den  Auftrag  der  Auswertung  der  durch  die  statistischen 
Landesämter  gepflogenen  Erhebungen ;  sie  werden  in  der  fein- 
keramischen Industrie  bei  typischen  Betrieben  durchgeführt. 

Gehen  wir  über  zu  den  Arbeitnehmerverbänden.  Der 
Porzellanarbeiterverband  mit  über  50000  Mitgliedern, 
vorwiegend  aus  der  Porzellanindustrie,  enthält  die  Maler,  auch 
Gießer  u.  a.  der  Steingutindustrie.  Durch  Vereinbarungen  mit 
dem  Fabrikarbeiterverband,  der  im  wesentlichen  Ungelernte  und 
Angelernte  umfaßt,  wurde  «in«  Gebietsabgrenzung  dahingehend 
festgelegt,  daß  ersterem  das  Gebiet  der  Porzellan-,  Steingut-, 
Fayence-  und  ähnlichen  Industrien,  letzterem  das  Gebiet  der 
Grobkeramik  überlassen  wurde.  Eine  Ausscheidung  der 
Arbeiter  nach  Steingut-,  Fayence-Fabrikation  usw.  erfolgt  in 
allen  diesen  auf  Massenbehandlung  mit  homogenen  Ansprüchen 
eingestellten  Verbänden  nirgends,  auch  ihre  Ziele,  Organi- 
sationen, Gliederungen,  Geschäftsbetrieb  usw.  sind  die  aller  Ge- 
werkschaften. 

Die  Arbeiter  der  Plattenindustrie  und  sonst  Ungelernte 
gehören  dem  über  700000  Mitglieder  umfassenden  Fabrik- 
arbeiterverband  in  Hannover  an,  der  si«h  wie  der  Porzellan- 
arbeiterverband in  den  „Allgemeinen  Deutschen  Gewerkschafts- 
bund" eingliedert.  aejj  gac 

Wichtig  ist  dagegen  die  freie  Gewerkschaft  des  Zentral - 
Verbandes  der  Töpfer  und  Berufsgenossen 
Deutschlands;  denn  er  umfaßt  nicht  nur  Freidreher,  son- 
dern vor  allen  Dingen  Ofensetzer,  außerdem  die  Former  der 


Kachelofenindustrie.  Er  gehört  zu  den  ältesten  und  best  durch  - 
gebauten  gewerkschaftlichen  Verbänden. 

Gering  ist  die  Bedeutung  der  christlichen  Gewerkschaften, 
die  allerdings '  seit  1920  aus  den  freien  Gewerkschaften  sehr 
beträchtliche  Zugänge  aufweisen.  Der  Berufsverband  deutscher 
Keramarbeiter  umfaßt  Grob-  und  Feinkeramik.  Er  mündet  über 
den  Zentralverband  christlicher  Fabrik-  und  Transportarbeiter 
Deutschlands  und  weitere  zwei  Zwischenorganisationen  in  die 
Zentralarbeitsgemeinschaft  ein.  Der  Hirsch-Dunker'sche  Ge- 
werkverein der  Töpfer  und  Ziegler  ging  1919  im  Gewerkverein 
der  Fabrik-  und  Handarbeiter  auf,  wo  alle  Keramarbeiter  zu- 
sammengeschlossen sind.  Bei  den  bislang  nicht  fachlich  ge- 
gliederten Angestellten-Organisationen  ließ  das  plötzliche  An- 
schwellen der  Mitgliederzahlen  nach  dem  Umsturz  eine  Fach- 
gruppe „Glas-  und  Keramische  Industrie"  entstehen. 

Der  Anschluß  der  Feinkeramik  an  die  Zentralarbeits- 
gemeinschaft erfolgt  durch  die  „Reichsarbeitsgemeinschaft  für 
Glas-  und  Keramische  Industrie". 

Ziel  der  genannten  sozialpolitisch  orientierten  Organisationen 
ist  die  Regelung  der  Arbeitsbedingungen;  dabei  erstrebt  die 
Arbeitsgemeinschaft  die  Ausschaltung  des  Wirtschaftskampfes 
zu  Gunsten  des  Wirtschaftsfriedens  auf  der  Grundlage  von 
Tarifverträgen;  denn  der  Umsturz,  oder  mit  Unterstaatssekretär 
a.  D.  August  Müller  richtiger  zu  sprechen,  der  Zusammenbruch, 
mündete  aus  in  eine  wirtschaftliche  Lohnbewegung.  Zur  all- 
gemeinen Bewegung  der  Löhne  sei  bemerkt,  daß  sie  sich  der 
Geldentwertung  insofern  bisher  angepaßt  haben,  als  ihre  Höhe 
dem  jeweils  höchsten  Stand  der  Papiermark  im  Laufe  einer  mehr- 
monatlichen Periode  zustrebt;  immer  dann,  wenn  der  Dollar 
sprungweise  von  dieser  Linie  weg  steigt,  entsteht  eine  Wert- 
spannung zum  Weltmarktpreis  mit  sehr  billigen  deutschen 
Arbeitslöhnen  für  denselben  und  daher  jedesmal  verbunden 
mit  einem  sogenannten  Ausverkauf  Deutschlands. 

Ueber  die  Wirkung  des  Achtstundentages  herrscht  in  der 
ganzen  keramischen  Welt  Einigkeit.  Im  Jahresbericht  der 
Handelskammer  für  Oberfranken  wird  zusammengestellt,  daß 
durch  die  Einführung  der  achtstündigen  Arbeitszeit  ein  wesent- 
licher Rückgang  der  Arbeitsleistung  eingetreten  sei.  Aus  der 
Porzellanindustrie  wird  ein  Rückgang  der  Leistungen  von  un- 
gefähr 20°/0  berichtet.  Für  die  keramische  Industrie  gilt  wie 
für  alle  anderen,  daß  die  Verkürzung  der  Arbeitszeit  auf  acht 
Stunden  mit  einem  Schlage  sämtliche  Generalunkosten,  Fabrik- 
anlagen, Fuhrpark  usw.  um  mehr  als  25°/0  verteuert,  was  sich 
natürlich  auch  in  den  Preisen  auswirkt.  Der  kleine  Meister, 
dessen  ganze  Betriebsweise  zur  Bestreitung  seines  Lebens- 
unterhaltes auf  die  alte  Stundenzahl  eingestellt  ist  und  dessen 
Verkaufspreise  durchaus  nicht  im  Verhältnis  der  Teuerung 
stiegen,  rechnet  vor,  daß  der  Geselle  in  acht  Stunden  statt 
500  Stück  in  der  Woche  nur  mehr  300 — 350  leiste,  die  Kachel- 
fabrik, die  früher  4 — 5  Brände  in  der  Woche  hatte,  hat  nur 
mehr  deren  drei,  das  sind  im  Jahre  60  Brände  weniger^  Im 
Zusammenhang  mit  solchen  Leistungsverminderungen  und  Er- 
höhungen aller  Löhne  und  Generalunkosten  verständlich  wird  die 
Notwendigkeit  der  gewaltigen  Preissteigerungen  und  die.  Be- 
schaffung von  Produktionsmitteln  zu  Preisen,  die  nur  im 
Rahmen  der  ganzen  Wirtschaftslage  verständlich  sind;  denn 
ein  Produktionsmittel,  das  z.  B.  10  Mann  mit  einem  Stunden- 
lohn von  10  Mark  einspart,  bedeutet  bei  45  stündiger  Arbeits- 
woche eine  jährliche  Lohnersparnis  von  über  220  000  Mark, 
oder  mit  10°/0  kapitalisiert,  ein  Kapital  von  2,2  Millionen  Mark ! 
Eine  glänzende  Kapitalsanlage,  Rationalisierung  und  Entlastung 
des  Betriebes  von  einer  erheblichen  Zahl  von  Arbeitern.  Auf 
die  möglichen  Konsequenzen  dieses  allenthalben  zu  beobach- 
tenden Zustandes  der  Anhäufung  von  Produktionsmitteln  in 
Industrie  und  Gewerbe  sei  zum  Schluße  dieser  Ausführungen 
hingewiesen.  

Die  Wärmewirtschaft  in  der  Glasindustrie. 

(Nachdruck  verboten.)  ' 
Die  augenblicklichen  Schwierigkeiten  in  den  Betriebsver- 
hältnissen nötigen  auch  die  Glasindustrie,  der  Wärmewirtschaft 
©in  erhöhtes  Augenmerk  zuzuwenden,  da  der  Dampfverbrauch 
nicht  bloß  auf  die  Kraftquelle  (Dampfkessel),  sondern  auch  auf 
den  Nutzdampf  (Heizdampf)  sich  erstreckt.  Die  Wärmekontrolle 
wird  zurzeit- ausschließlich  —  wenn  überhaupt  —  im  Kessel- 
hause ausgeübt,  dagegen  fehlen  fast  überall  die  Vorrichtungen 
und  Geräte,  um  auch  an  den  übrigen  Dampfverbrauchsstellen 
Messungen  vornehmen  zu  können.  Wir  hatten  schon  mehrere 
Male  Gelegenheit,  auf  die  Notwendigkeit  der  Feststellung  des 
Dampfverbrauches  in  Betriebsanlagen  und  auf  die  hierzu 
dienenden  Vorrichtungen  hinzuweisen. 

Es  ist  in  der  Tat  für  jeden  Betriebsleiter  ein  recht  unbe- 
hagliches Gefühl,  wenn  er  so  vollständig  im  Dunkeln  tappt  und 
weder  vorher  noch  nachher  in  der  Lage  ist,  genau  festzu- 
stellen, wieviel  Dampf  überhaupt  in  den  einzelnen  Betriebs- 
abteilungen gebraucht^ wurde,  geschweige  denn,  welchen  Aufwand 


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SPRECH  SAAL -CO  BURG. 


1922.  (65.  Jfahtguigj 


an  Dampf  und  Wärme  bezw.  Kohle  jede  einzelne  Maschine 
erfordert.  Man  kann  sich  denken,  wie  unsicher  die  ganze  Be- 
triebskalknlation  und  damit  auch  die  Warenkalkulation  sich 
dadurch  gestaltet. 

Man  hat  ja  allerdings  die  Möglichkeit,  durch  Messungen 
des  Kondenswassers  eine  Kontrolle  auszuüben ;  allein  abgesehen 
davon,  daß  dies  ein  umständliches  und  durchaus  nicht  zuver- 
lässiges Mittel  ist,  steht  es  nicht  überall  zu  Gebote,  da  der 
Bau  der  Maschinen  keineswegs  immer  darauf  Bedacht  nimmt. 
So  kommt  es,  daß  nur  die  Messung  des  Betriebsdampfes  theo- 
retisch und  praktisch  durchgebildet  wurde  und  vollkommene 
Meßgeräte  diesem  Zwecke  zur  Verfügung  stehen. 

Im  Kesselbetrieb  stützt  sich  die  Wärmewirtschaft  in  erster 
Linie  darauf,  die  in  der  Kohle  enthaltenen  Wärmemengen  mög- 
lichst ganz  in  die  zur  Verdampfung  des  Wassers  erforderliche 
Energie  umzusetzen.  Aus  dem  Heizwert  der  Kohle,  der  Ver- 
dampfungswärme des  Wassers  und  dem  Wirkungsgrad  der 
Dampfkesselanlage  kann  man  berechnen,  welche  Wassermengen 
man  mit  1  kg  Kohle  verdampfen  kann.  Man  braucht  sodann 
täglich  nur  das  verbrauchte  Speisewasser  zu  messen,  um  mit 
Hilfe  der  gewogenen  Kohlenmengen  die  Verdampfungsziffer  und 
den  Wirkungsgrad  des  Kessels  zu  kontrollieren.  Die  Messungen 
sind  einfacher,  wenn  der  Wassermesser  vor  dem  Vorwärmer 
eingebaut  wird,  da  hier  Wassertemperaturen  von  nur  30  bis 
*0°  C.  vorkommen. 

Da  es  sich  um  größere  Wassermengen  handelt,  die  Speise- 
wasserleitungen  von  40  bis  175  mm  lichter  Weite  und  Liefe- 
rungen von  1  bis  20  m3  je  Stunde  bedingen,  ist  die  Fehler- 
grenze sehr  niedrig  zu  halten  und  soll  2°/0  nicht  übersteigen. 
Zu  diesem  Zwecke  hat  die  Firma  Bopp  &  Reuther,  Mannheim- 
Waldhof,  mehrere  Typen  von  Wassermessern  konstruiert,  die 
diesen  Bedingungen  Genüge  leisten. 

Für  Speisewassermessung  vor  dem  Vorwärmer  kommen 
die  Volumenmesser  (Abb.  1)  in  Verwendung,  deren  Bestand- 


Abb.  1.  Volumenmesser. 

leile,  Meßkammer,  Meßscheibe  oder  Meßkolben,  bis  125  mm 
tichte  Rohrweite  rationell  ausgeführt  werden  können.  Diese 
Kolbenscheibenmesser  mit  einfacher  zylindrischer  Meßscheibe 
und  gerader  Meßkammer  haben  sich  für  die  Messungen  von 
heißem  Speisewasser  bis  150°  C.  im  Kesselbetrieb  vorzüglich 
bewährt ;  sie  sind  einfach  und  dauerhaft,  auch  sehr  billig  in  der 
Anschaffung  und  ergeben  eine  Genauigkeit  von  l°/0  unter 
Garantie.  Der  Meßkolben  besteht  aus  einer  Spezialgraphit- 
masse,  die  sich  als  äußerst  zweckmäßig  erwiesen  hat,  da  Graphit 
selbstschmierend  ist  und  geräuschlosen  Gang  gewährleistet. 

Soll  das  Kondensat  fortlaufend  gemessen  werden,  z.  B.  bei 
Dampfturbinen,  deren  Kondensat  35  bis  50°  C.  beträgt  und 
Rohrleitungen  von  80  bis  150  mm  lichte  Weite  bedingt,  so 
ist  der  Einbau  eines  Woltmannmessers  (Abb.  2)  in  Spezialaus- 


Abl:.  2.  Woltmannmosser. 

führung  zum  Messen  von  warmem  Wasser  besonders  empfeh- 
lenswert; die  Flügel  sind  aus  einer  geeigneten  Graphitmasse 
hergestellt,  wodurch  sie  auch  kleine  Durchflußmengen  mit  der 
üblichen  Genauigkeit  von  2°/0  anzeigen. 

Bei  Speiseleitungen  über  125  mm  lichte  Weite  und 
Leistungen  von  mehr  als  20  m!  je  Stunde  eignet  sich  der 
Venturimesser  (Abb.  3),  welcher  zudem  weit  billiger  als  die  übrigen 
Wassermesser  von  gleicher  Größe  ist.  Die  Messung  ist  sehr 
genau  und  beträgt  1°/,.  Da  er  die  augenblicklichen  Durch- 
flußmengen angibt,  ist  er  mit  einer  Schreibvorrichtung  ausge- 
stattet, welche  zugleich  die  Unregelmäßigkeiten  anzeigt.  In 
der  gleichen  Weise  dient  der  Venturi-Dampfmesser  zur  Messung 
von  größeren  Gas-  und  Dampfmengen  für  Rohrleitungen  von 


50  mm  1.  W.  aufwärts;  auch  dieser  ist  mit  einer  selbsttätigen 
Schreibvorrichtung  versehen,  welche  ein  Diagramm  aufzeichnet, 


Abb.  3.  VentnriimesBer. 

das  die  augenblicklichen  Mengen,  wie  auch  die  Unregelmäßig- 
keiten des  Verbrauchs,  und  mittels  Planimetrierens  die  gesamten 
Lieferungen  an  Dampf  anzeigt. 

Eine  besondere  Ausführung  des  Venturi- Wassermessers  ist 
der  sogenannte  Venturi-Partialwassermesser,  der  es  in  einfacher 
Weise  ermöglicht,  die  durch  die  Rohrleitung  geflossene  Ge- 
samtwassermenge festzustellen.  Erreicht  wird  dies  durch  einen 
kleinen  Flügelradwassermesser,  der  in  eine  Umgangsleitung 
eingebaut  ist,  die  den  Eingang  und  den  engsten  Querschnitt 
des  Rohres  miteinander  verbindet.  Durch  diese  Umgangsleitung 
fließt  eine  der  gesamten  Durchflußmengen  proportionale  kleinere 
Menge,  und  der  Flügelradmesser  ist  so  konstruiert,  daß  er  so- 
fort die  Ablesung  der  gesamten  Durchflußmenge  ermöglicht. 


Stocher-Kurs. 

Mehrfachen  Anregungen  der  Praxis  Folge  leistend  hat  die 
„Wärmetechnische  Beratungsstelle  der  Deutschen  Glasindustrie" 
Frankfurt  a.  M.  (W.  B.  G.)  sich  dazu  entschlossen,  in  diesem 
.Jahre  einen  Kurs  für  Betriebsbeamte  von  Gaserzeugungsanlagen 
in  Glashütten  abzuhalten.  Der  Plan  wurde  der  Verwirklichung 
zugeführt,  indem  die  Generaldirektion  der  „A.-G.  für  Glas- 
industrie vorm.  Friedrich  Siemens,  Dresden,"  sich  bereit  erklärt 
hat,  die  Veranstaltung  in  ihrer  Glashütte  in  Dresden  abzuhalten. 
Dieses  freundliche  Entgegenkommen  verdient  allseitige  Aner- 
kennung, ganz  besonders  im  Hinblick  darauf,  daß  die  erwünschte 
vertrauensvolle  Zusammenarbeit  der  Glashütten  auf  wärme- 
wirtschaftlichem Gebiete  dadurch  vorbildlich  gefördert  wird. 

Die  Veranstaltung,  welche  am  26.  und  27.  Juni  ds.  Js.  statt- 
findet, ist  in  der  Weise  gedacht,  daß  sich  Techniker,  Meister 
und  Vorarbeiter  der  verschiedenen  Glashütten  in  zwangloser 
Weise  auf  der  Hütte  zusammenfinden,  um  dort  durch  offene 
Fragen  Klärung  und  Antwort  zu  finden  für  die  verschiedenen 
Auffassungen,  welche  auf  dem  Gebiete  der  Gaserzeugung  be- 
stehen. Interessant  wird  die  Zusammenkunft  insofern  werden, 
als  in  dem  vorgenannten  Werke  alte  Siemens-Schüttungen  und 
neuzeitliche  Drehrost-Generatoren  vorhanden  sind  und  einen 
Vergleich  der  abweichenden  Betriebsweise  gleichzeitig  gestatten. 

Das  auf  praktische  Belehrung  aufgebaute  Programm  um- 
faßt u.  a.  folgende  Einzelheiten: 

1.  Bau-  und  Wirkungsweise  alter  und  neuzeitlicher  Gas- 
erzeuger. 

2.  Meßgeräte  zur  Kontrolle  des  Gaserzeugerbetriebes. 

3.  Einfluß  des  wechselnden  Durchsatzes,  Wind-  und  Dampf- 
zusatzes auf  die  Gasbeschaffenheit. 

4.  Rechnerische  Auswertung  von  Meßergebnissen. 

Die  zum  Versuch  bestimmten  Gaserzeuger  werden  mit  Meß- 
geräten versehen  werden,  um  den  Teilnehmern  die  Möglichkeit 
zu  bieten,  sich  selbst  ein  Bild  zu  machen  von  der  Wirkungs- 
weise zuverlässiger  Apparate  und  den  Vorteilen  ihrer  Anwendung 
in  einem  modern  geführten  Betriebe. 

Trotzdem  die  wärmewirtschaftlichen  Bestrebungen  in 
anderen  Industriegruppen  breiten  Fuß  gefaßt  haben,  ist  die 
Ueberzeugung  bei  der  Glasindustrie  von  der  Notwendigkeit 
einer  sparsamen  Wärme-  und  Betriebs-Wirtschaft  noch  nicht 
durchgedrungen.  Vielleicht  trägt  Schuld  daran,  daß  die  Uober- 
mittelung  von  theoretischen  und  wissenschaftlichen  Ergebnissen 
an  das  Betriebspersonal  eine  schwierige  Aufgabe  ist,  die  durch 
Kurse  allein  nicht  gelöst  werden  kann.  Die  Absicht  der 
W.  B.  G.,  bei  dem  geplanten  Stocherkurse  zunächst  den  Hörsaal 
als  Belehrungsstätte  zu  verlassen  und  im  Betriebe  ihre  Unter- 


( 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL -COBURO. 


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Weisungen  durchzuführen,  muß  daher  als  durchaus  Erfolg 
bringend  angesprochen  werden. 

Das  Ziel  des  Kurses  soll  sein,  dem  einzelnen  Anregungen 
zu  eigenen  Versuchen  und  die  Kenntnis  der  besten  Betriebs- 

,  form  mitzugeben.  Die  „Wärmestelle"  wird  nach  dem  Kurse  die 
gesammelten  Grundlagen  jedem  Teilnehmer  in  kurzer  Passung 
übermitteln,  damit  er  stets  im  Besitz  derjenigen  Richtlinien  ist, 
welche  bei  Durchführung  der  Vergasungsvorgänge  in  den 
Hütten  zu  befolgen  sind.  In  der  geschilderten  Weise  werden 
Erfahrungsaustausch,  Belehrung  durch  praktischen  Versuch  und 

[  theoretische  Unterweisung  zusammen  die  industrielle  Schulung 
bringen,  an  der  es  in  der  Glasindustrie  noch  fehlt. 

Anmeldungen  zu  dem  Kurse  sind  unter  Aufgabe  der  Firma 
und  des  genauen  Namens  des  Teilnehmers  zu  richten  an  das 
Landeskohlenamt  fürSachsen  und  Sachs en- Alt en- 
burg,  Dresden-A.  24,  Bismarckplatz  1. 

Die  Teilnehmergebühr  pro  Person  ist  auf  Jl  200.—  fest- 
gesetzt und  im  voraus  auf  das  Postscheckkonto  Leipzig 
Nr.  82033  des  Landeskohlenamtes  Dresden  zu  entrichten. 

Die  drohende  schwierige  Geschäftslage. 

Vorstand ssitzung  des  K.  d.  $. 

Angesichts  der  durch  die  politischen  Verhältnisse  bedingten 
schwierigen  Lage  des  Wirtschaftsmarktes  sah  sich  der  Vor- 
stand des  Reichsverbandes  deutscher  Spezialgeschäfte  in  Por- 
zellan-, Glas-,  Haus-  und  Küchengeräten  e.  V.,  Berlin- Wilmers- 
dorf, veranlaßt,  eine  besondere  Sitzung  abzuhalten.    Die  Sitzung 
fand  am  10.  Mai  in  Magdeburg  statt  und  war  vollzählig  besucht. 
Es  kam  die  einmütige  Auffassung  zum  Ausdruck,  daß  die 
I  «ich  immer  stärker  bemerkbar  machende  wirtschaftliche  Not 
Lfcu  einer  schnellen  Krise  dränge.    Die  letzten  gewaltigen  Preis- 
steigerungen der  Industrie  haben  nach  den  vom  R.  d.  S.  im 
Deutschen  Reiche  gepflogenen  Erhebungen,  einen  Rückgang  des 
^Konsums  gezeitigt,  der  in  Norddeutschland  40°/0,  in  Mittel- 
deutschland 30°/e,  in  Süddeutschland  etwa  25°/9  beträgt. 


Wirtschaftlich-^ 

Korrespondenzen. 

Fieberthermometer-Prüfungsgebühren.  Das  Thür.  Wirtschafts- 
ministerium gibt  bekannt,  daß  mit  Zustimmung  des  Reichsrats  ab 
15.  5.  für  die  Prüfung  von  gewöhnlichen  Fieberthermometern  Ji  2.—,  von 
Maximum-Fieberthermometern  M  3,50,  von  Minuten-  und  Halbminuten- 
Meximum-Fieberthermometern  M  3,50  in  Anrechnung  gebracht  werden. 


Gesetzgebung,  Steuern. 

Znm  Lohnabzug.  Der  Lohnzuschlag  von  2  oder  4  %  (§  7  der  An- 
lage zum  Tarifvertrag)  für  Beschaffung  und  Abnutzung  der  von  den  Ar- 
beitern gestellten  Arbeitsgeräte  gehört  zum  Arbeitslohn,  und  die  daraus 
-von  den  Arbeitern  zu  bestreitenden  Ausgaben  können  bei  der  Veranlagung 
als  Werbungskosten  in  Abzug  gebracht  werden  (vergl  Erlaß  des  Reichs- 
finanzministers vom  27.4.21  —  III  10041  — ).  Aua  praktischen  Er- 
wägungen, und  da  unterstellt  werden  konnte,  daß  der  Betrag  der  Ver- 
gütung einer  nach  Erfahrungssätzen  angenommenen  durchschnittlichen 
Aufwendung  entspricht,  hat  sich  der  Reichsfinanzminister  seinerzeit  damit 
einverstanden  erklärt,  daß  dieser  Lohnzuschlag  bei  Ermittlung  des  steuer- 
baren Einkommens  zur  Abgeltung  der  Werbungskosten  von  vornherein 
außer  Ansatz  gelassen  und  demgemäß  auch  nicht  dem  Steuerabzug  unter- 
worfen wurde.  DieBe  Regelung  kann  indes  im  Hinblick  auf  die  inzwischen 
erlassenen  gesetzlichen  Vorschriften  nicht  mehr  aufrecht  erhalten  werden. 
Zur  Abgeltung  der  nach  §  13,  Absatz  1,  Nr.  1  bis  7  des  EStG.  zulässigen 
Abzüge  mindert  sich  nach  den  nunmehr  geltenden  Vorschriften  der  von 
dem  Arbeitslohn  einzubehaltende  Betrag  von  10%  um  jährlich  M  540, 
was  einem  jährlichen  Aufwand  von  M  5400  entspricht.  Da  hiermit 
Bämtliche  nach  §  13  Absatz  1,  Nr.  1  bis  7  a.  a.  0.  zulässigen  Abzüge 
abgegolten  sind,  ist  es  nicht  mehr  zulässig,  neben  dieser  Ermäßigung  um  Jt  540 
nochmals  dadurch  Werbnngskosten  zu  berücksichtigen,  daß  ein  Teil  des 
Arbeitslohnes  von  dem  Steuerabzug  freigestellt  wird.  Der  Lohnzuschlag 
ist  vielmehr  dem  übrigen  Lohn  hinzuzurechnen  und  von  der  Gesamtsumme 
der  Steuerabzug  vorzunehmen.  Die  aus  dem  Lohnzuschlag  von  den  Ar- 
beitern zu  bestreitenden  Ausgaben  für  Beschaffung  und  Abnutzung  der 
von  ihnen  gestellten  Arbeitsgeräte  sind  durch  die  Zulassung  des  Panschsatzes 
von  M.  540  jährlich  abgegolten,  sofern  nicht  auf  Antrag  wegen  des  Nach- 
weises höherer  Abzüge  im  Sinne  des  §  13  Abs.  1  Nr.  1  bis  7  eine  Er- 
höhung des  Betrages  von  M  540  jährlicn  vom  Finanzamt  zugelassen  wird 
(§  46  Abs.  2  Nr.  3  EStG.).  Dagegen  bleibt  der  Erlaß  des  ReichBfinanz- 
ministers  vom  27.4.21  —  III  10041  —  hinsichtlich  der  nach  §  5  der 
•Anlage  zum  Tarifvertrag  vom  17.  9.  20  bei  Akkordarbeit  gewährten  Wege- 
vergutung  unberührt.  Die  Wegevergütung  gehört  zu  dem  steuerbaren 
Einkommen  und  unterliegt  der  vereinfachten  Besteuerung  des  Arbeits- 
lohnes. Der  aus  dieser  Sondervergütung  etwa  zu  deckende  Mehraufwand 
(B'ahrkosten,  jährliche  Abnutzung  des  Fahrrades)  ist  durch  den  oben  er- 
wähnten Panschsatz  von  Jt  540  abgegolten,  sofern  nicht  auf  Antrag 
wegen  des  Nachweises  höherer  Abzüge  im  Sinne  des  §  13  Abs.  1  Nr.  1 
bis  7  eine  Erhöhung  dieses  Betrages  vom  Finanzamt  zugelassen  wird. 

Die  Neuregelung  der  Umsatzsteuer  bei  der  Ein-  und  Ausfahr. 
Die  Bestimmungen  über  die  Besteuerung  der  Ein-  und  Ausfuhr  sind  durch 
die  Novelle  vom  8. 4.  22  erheblich  geändert  worden.    Bisher  war  nach 


Dazu  gesellen  sich  die  steigenden  Kosten  der  Frachter  j[ 
Kistenverlust,  Porto,  Steuern,  Gehälter,  sodaß  der  Einzelhandel 
die  schwer  in  sein  und  das  Leben  des  ganzen  Volkes  ein- 
schneidende Frage  prüfen  muß,  welche  Einschränkungen  statt- 
zufinden haben,  insbesondere,  welche  Esparungen  der  Geschäfts- 
spesen geboten  sind.  Die  drohende  Wirtschaftskrise  wirft  ihre 
Schatten  bereits  voraas.  Die  Banken  schränken  die  Kredite 
erheblich  ein ;  müssen  sie  sie  ganz  versagen,  ist  ein  schneller 
Zusammenbruch  die  Folge.  Der  Vorstand  des  R.  d.  S.  sieht 
daher  der  Zukunft  mit  ernster  Sorge  entgegen. 

Es  wird  nunmehr  gegenüber  der  sich  mit  rasender  Schnellig- 
keit zuspitzenden  Lage  Sache  der  Händlerschaft  sein,  ihre 
Maßnahmen  mit  größter  Gewissenhaftigkeit  und  Vorsicht  zu 
treffen.  Vor  allem  wird  sie  die  Pflicht  haben,  die  Kalkulationen 
peinlichst  genau  auszuführen.  Jede  in  die  Kalkulation  einzu- 
setzende, vergessene  Summe  aus  Steuern,  Versicherungen 
oder  aus  sonstigpn  Unkosten  kann  zum  Verhängnis  führen. 
Der  Ernst  der  Zeit  macht  weiterhin  gebieterisch  zur  Pflicht,  jede 
neue  Bestellung  sorgsam  zu  erwägen  und  Abschlüsse  nur  zu 
tätigen,  wenn  der  Absatz  durch  den  Gang  des  Geschäfts  ge- 
sichert erscheint. 

Dringend  notwendig  ist  die  Nachprüfung  der  schon  erteilten 
Aufträge,  vornehmlich  der  Rückstände,  damit  niemand  durch 
Lieferungen  überrascht  wird,  an  die  er  nicht  mehr  gedacht  hat. 
Uebermäßige  Lieferungen  bedingen  Zahlungsschwierigkeiten-! 
Angesichts  der  hohen  Preise  muß  mit  einem  sogenannten 
Käuferstreik  gerechnet  werden.  Dann  reichen  die  Einnahmen 
nicht  mehr  zur  Bezahlung  der  Rechnungen  aus.  Versagt  dann 
der  Bankkredit,  ist  der  Zusammenbruch  nahe.  Es  wird  daher 
dringend  empfohlen,  Rückstandsverzeichnisse  mit  den  geltenden 
Preisen  einzufordern.  , 

Von  Spekulationskäufen  wegen  etwa  in  Aussicht  stehender 
Preiserhöhung  ist  dringend  abzuraten.  Man  halte  lediglich 
sein  Lager  auf  dem  Laufenden,  ohne  es  zu  überlasten. 


o werblicher  Teil. 

§  2  des  Gesetzes  mit  Ausnahme  einiger  namentlich  aufgeführter  Artikel 
die  Ausfuhr  umsatzsteuerfrei.  Nunmehr  unterliegt  die  Ausfuhr  des 
Fabrikanten  der  Umsatzsteuerpflicht.  Der  Fabrikant  muß  also  die 
Ausfuhr  seiner  Erzeugnisse,  die  er  selbst  hergestellt  und  selbst  zur  Aus- 
fuhr bringt,  mit  2  7*  versteuern.  Zwischen  LuxusgegenBtänden  und  ste- 
wöhnlichen  Handelsartikeln  wird  kein  Unterschied  mehr  gemacht.  Die 
Loxussteuer  ist  also  bei  der  Ausfuhr  weggefallen.  Als  Uebergangs- 
bestimmung  ist  angeordnet,  daß  die  Ausfuhr  derjenigen  Erzeugnisse,  die 
vor  dem  1. 1.  22  zu  festen  Preisen  verkauft  worden  sind,  bis  zum  30.  6.  22 
vom  Fabrikanten  noch  umsatzsteuerfrei  ausgeführt  werden  können.  —  Im 
Gegensatz  zur  Ausfuhr  des  Fabrikanten  sind  Ausfuhrlieferungen 
des  Ausfuhrhändlers  nach  dem  neuen  Gesetz  umsatzsteuerfrei,  wenn 
die  Ware  bereits  mit  der  Umsatzsteuerbelastung  erworben  worden  ist. 
Das  Gesetz  sagt:  „Umsätze  solcher  Gegenstände  in  das  Ausland,  die  der 
ausführende  Unternehmer  erworben  hat  und  ohne  vorherige  Bearbeitung 
oder  Verarbeitung  ins  Ausland  liefert,  sind  von  der  Besteuerung  aus- 
genommen." Diese  Bestimmung  war  im  Interesse  des  Exporthandels  nötig, 
denn  der  Ausfuhrhändler  muß  ja  bereits  beim  Erwerb  der  Ausfuhrgüter 
vom  Fabrikanten  2°/0  Umsatzsteuer  zahlen.  Die  Ware  würde  also  bei 
der  Ausfuhr  durch  den  Ausfuhrhändler  mit  4°/0  Umsatzsteuer  belastet 
sein,  wenn  diese  Ausnahme  nicht  vorgesehen  wäre.  Exportiert  der  Aus- 
fuhrhändler  eine  Luxusware,  bo  steht  ihm  ein  Anspruch  auf  Rückvergütung 
der  Luxussteuer,  voraussichtlich  in  Höhe  von  7,5%  zu.  —  Die  Aus- 
führungsbestimmungen zu  dem  neuen  Gesetz  werden  Bestimmungen  darüber 
enthalten,  nach  welchem  Kurse  für  Ausfuhrsendungen  hereingenommene 
Gegenwerte  in  ausländischer  Währung  in  Reichsmark  umgerechnet  werden 
müssen.  Die  Ausfuhrfirma  kann  zu  Beginn  des  Steuerjahres  den  Antrag 
stellen,  daß  für  das  laufende  Steuer  jähr  bei  der  Umrecnnnng  von  in  aus- 
ländischer Währung  ausgedrückten  Werten  ein  vierteljährlich  vom 
Reichefinanzminister  festzusetzender  Durchschnittskurs  abzüglich  5°/„ 
zugrunde  gelegt  wird.  Mit  der  Bekanntgabe  dieser  Ausfuhrungsbestim- 
mungen  ist  demnächst  zu  rechnen. 

Hinsichtlich  der  Einfuhr  sind  die  bisherigen,  ebenfalls  in  §  2  des 
ursprünglichen  Gesetzes  enthaltenen  Bestimmungen  erweitert  worden. 
Danach  unterfällt  die  Einfuhr  von  LuxusgegenBtänden  nach  wie  vor  einer 
Steuer  von  15°/0.  Das  Verzeichnis  der  Luxusgegenstände  wird  neu  zu- 
sammengestellt, um  in  der  Zwischenzeit  aufgetauchte  Härten  in  Zuknnft 
zu  vermeiden.  Für  die  gewöhnlichen  Handelsartikel  ist  Steuerfreiheit  vor- 
gesehen, soweit  es  sich  um  die  Einfuhr  als  solche,  d.  h.  um  das  Verbringen 
aus  dem  Auslande  über  die  Reichsgrenze,  handelt.  Unter  Reichsgrenze 
ist  hierbei  die  staatsrechtliche  Grenze  zu  verstehen,  so  daß  unter  den  Be- 
griff des  Inlands  auch  Zollausschlußgebiete,  wie  die  Freihäfen  in  Bremen 
und  Hamburg,  fallen.  Eine  besondere  Steuerfreiheit  ist  ferner  für  den 
ersten  Umsatz  nach  der  Einfuhr  für  eine  Reihe  bestimmter  Erzeugnisse 
eingeführt,  die  der  Reichsrat  nach  Anhörung  des  Rsichswirtschaftsrats 
näher  bezeichnen  wird  und  zu  denen  neben  Lebensmitteln  Rohstoffe  und 
Halberzeugnisse  gehören  sollen.  Im  Gegensatz  zu  den  bisherigen  Be- 
stimmungen ist  davon  Abstand  genommen  worden,  diesen  ersten  Umsatz 
dahin  zu  erweitern,  daß  jeder  weitere  Umsatz,  der  außerhalb  des  Klein- 
handels, mithin  also  nur  an  Wiederveräußerer  erfolgt,  steuerfrei  bleiben 
sollte.  Endlich  besteht  eine  Steuerfreiheit  für  die  sogenannte  verlängerte 
Einfuhr,  und  zwar  wiederum  nur  für  einen  beschränkten  Kreis  von  Er- 


246      Nr.  21 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


1022.  (66.  Jahrgang.) 


neußrniasen,  zu  denen  Lebensmittel.  Rohstoffs  und  einige  wenige  Halb- 
fabrikate gehören.  Solange  diese  Erzengnisse  sich  innerhalb  bestimmter 
Gebietsteile  befinden,  bleiben  sie  nmsatzstenerfrei,  auch  wenn  sie  inner- 
halb dieser  Gebiete  weiter  gehandelt  werden.  Die  Gebietsteile,  nm  die  es 
sich  hierbei  handelt,  sind  die  Zollausschlußgebiete  Helgoland  nnd  die 
Freihäfen,  die  Freibezirke  in  Emden,  Bremen  nnd  anderen  Häfen  nnd  die 
Orte,  an  denen  aich  die  Ware  im  gebundenen  Verkehr  des  Inlandes,  d.  h. 
unter  Zollverschluß,  befindet.  Schließlich  kommen  hierzu  noch  vom  Reichs- 
fiuanzminister  auf  Antrag  besonders  anerkannte  Iniandsläger  für  zollfreie 
Waren. 

Entscheidungen  des  Reichsfinanzhof es.  VerzinsungderUm- 
b  atz  Steuer.  Die  Zinsvorschriften  des  §  37  Abs.  II  U.St.G.  v.  1919 
setzen  §  104  Abs.  I  RA.O.  nicht  außer  Kraft.  Beträge  Uber  JC  1000 
sind  daner  nach  Ablauf  von  zwei  Wochen  seit  der  Bekanntmachung  des 
Steuerbescheids  zu  verzinsen,  da  mit  diesem  Tage  die  Fälligkeit  einge- 
treten ist.    (Urt.  v.  31.  1.  22.   V.  A.  106/21.) 


Gewerblicher  Rechtsschutz. 

Oesterreich.  Die  Patentgebühren  sind  mit  Wirkung  vom  15.  2.  22 
auf  das  Zehnfache  erhöht  worden.  Entsprechende  Steigerung  haben  die 
Gebühren  für  Marken  und  Muster  und  für  amtliche  Ausfertigungen  erfahren. 
Auch  der  Gebührentaiif  für  Patentanwälte  ist  mit  Wirksamkeit  vom  15. 1.  22 
erhöht  worden. 

Euba.  Patent*  und  Warenzeichenschatz.  Nach  einer  am  15. 1.  22 
veröffentlichten,  hier  vorerst  nur  in,  wie  es  scheint,  nicht  ganz  einwand- 
freier englischer  Uebeisetzung  vorliegenden  Verfügung  des  kubanischen 
Ministeriums  vom  16.  12.  21  müssen  Warenzeichen,  die  nach  dem  1. 8.  14 
in  die  Zeichenrolle  eingetragen  sind,  innerhalb  eines  Jahres  nach  Bekannt- 
gabe der  Verfügung  verwendet  werden.  Die  durch  ein  Dekret  vom  19. 4. 19 
aufgehobenen  Patentansführungsfristen  treten  erneut  in  Kraft.  Die  Aus- 
fanrun gsfrist  wird  um  zwei  Jahre  verlängert.  Die  durch  die  internationalen 
Abkommen  festgesetzten  Prioritätsfristen  werden  bis  zum  30.  6.  22  aus- 
gedehnt. Für  die  Erfüllung  der  den  Patent-  nnd  Warenzeichenschutz 
betreffenden  gesetzlichen  Vorschriften  wird  eine  einjährige  Frist  gewährt, 


Handel  und  Verkehr. 

Neuregelung  der  Bedingungen  für  Privatgleisanschlüsse.  Die 
Beratungen  mit  den  Spitzenvertretungen  der  Interessenten  über  die  dies- 
bezüglichen neuen  Grundsätze  sind  mit  Erfolg  zu  Ende  geführt.  Hin- 
sichtlich der  Gebühren  einigte  man  sich  auf  ein  neues  System,  wonach 
die  für  den  einzelnen  Wagen  erhobene  Gebühr  fallend  nach  der  Stärke 
des  Jahresdurchschnittsverkehrs  des  Anschlusses  gestaffelt  ist.  In  der 
Frage,  wieweit  die  Reichsbahn  bei  Aenderungen  der  Anschlüsse  die  Kosten 
mittragen  Bolle,  die  dureh  die  Verhältnisse  der  Eisenbahn  selbst  verursacht 
sind,  wurde  vom  Reichsverkehrsministerium  eine  Beteiligung  zugestanden, 
die  sich  von  */s  im  ersten  Jahre  seit  der  ersten  Herstellung  bis  auf  1/4 
vom  15.  Jahre  ab  ermäßigt.  Auch  ia  den  schwierigen  Problemen  der 
Ladefristen  und  der  Haftpflicht  gelang  es,  Lösungen  zu  finden,  die  beiden 
Teilen  geiecht  werden.  —  Vom  1.  7.  22  ab  wird  somit  im  ganzen  Gebiet 
der  Deutschen  Reichsbahn  eine  einheitliche  Grundlage  für  die  Rechtsbe- 
ziehungen zwischen  Bahn  und  Anschließer  geschaffen  sein,  ein  Erfolg,  der 
neben  den  von  verschiedenen  Praktikern  aus  allen  Bezirken  nnd  Fach- 
gruppen der  Reichsbahnverwaitung  geleisteten  gründlichen  Vorarbeiten 
vor  allem  dem  auf  beiden  Verhandlungsseiten  bestehenden  Willen  zn  er- 
sprießlicher Znsammenarbeit  zu  verdanken  ist. 

Abermalige  Erhöhung  der  Gütertarife.  Amtlich  wird  gemeldet: 
Die  neuerliche  Steigerung  der  Materialpreise  und  die  persönlichen  Ausgaben 
der  Reichsbahn  nötigen  dazu,  bereits  zum  1.  6.  22  die  Güter-,  Tier-  und 
Expreßguttarife  um  25%  zu  erhöhen.  Von  der  Erhähung  der  Tarife  im 
Personen-  und  Gepäckverkehr  soll  bis  auf  weiteres  Abstand  genommen 
werden.  Die  neue  Erhöhung  soll  gleichzeitig  mit  den  bisherigen  Erhöh- 
ungen demnächst  in  die  Tarife  organisch  eingearbeitet  werden.  Bei  der 
Einarbeitung  Werden  die  Eisenbahnbeiräte  mitwirken.  Gleichzeitig  soll 
von  ihnen  die  Frage  behandelt  werden,  wie  den  Gefahren  vorzubeugen  ist, 
die  der  Schiffahrt  aus  der  derzeitigen  starken  Staffelung  der  Eisenbahn- 
tarife erwachsen. 

Pakete  nach  Rumänien  werden  wieder  zur  Beförderung  angenommen. 

Den  Warenaustausch  zwischen  Deutschland  und  Rußland  will 
der  Deutsch-Rassische  Wirtschaftsbund  E.  V.  auf  neue  Grundlagen  stellen. 
Die  Geschäftsführung  liegt  in  den  Händen  des  bekannten  Wirtschafts- 
Btatistikers  S.  Zuckermann.  Zu  den  mannigfach  getroffenen  Vorkehrungen 
gehört  u.  a.  die  Bildung  ei  neb  paritätisch  zusammengesetzten  Wirtschafts- 
komitees, dessen  Aufgabe  es  sein  wird,  die  Forderungen  der  deutschen 
wie  der  russischen  Volkswirtschaft  zu  berücksichtigen.  Die  Geschäfts- 
stelle befindet  sich  in  Berlin  N,  W.  52,  Flemingstraße  16. 


Ein-  nnd  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Die  Ausfuhrmindestpreise  für  Neuburger 
Kieselkreide  nach  Deutichösterreich,  Ungarn,  Rußland  und  Polen  haben 
ab  10.  5.  eine  Aenderung  erfahren. 

A.  H.  N.  Glas.  Der  Unterausschuß  für  Glasinstrumente  hat  eine 
neue  Liste  mit  den  maßgebenden  Friedenspreisen  für  Aräometer  für  die 
Errechnung  der  Ausfuhrmindestpreise  vorgeschrieben.  Die  im  Dezember 
1921  herausgegebene  Liste  ist  somit  ungültig  geworden.  Die  neue  Preis- 
liste vom  April  1922  kann  von  der  Preisprüfungsstelle  für  Glasinstrumente, 
Jlmenau,  Schloßstr.  11,  bezogen  werden. 

Die  Ausfuhrmindestpreise  für  Pottasche  nach  Norwegen,  den 
RandstauteD,  Oesterreich  nnd  dem  Balkan  sind  abgeändert  worden.  Näheres 
dnrch  die  Ansaenhandelsstelle  Chemie,  Nebenstelle  Anorganische  (Jhemie, 
Berlin. 

Für  die  Ausfuhr  deutscher  Waren  nach  dem  Memelgebiet 
werden  auf  Grnnd  des  zwischen  dem  Deutschen  Reich  und  dem  Memel- 


gebiet abgeschlossenen  Wirtschaftsvertrages  vom  1.  6.  22  ab  neue  Be- 
stimmungen erlassen,  die  an  die  Stelle  der  bisherigen  treten.  Nähere 
Anweisungen  werden  noch  veröffentlicht  werden.  Es  wird  jedoch  schon 
jetzt  darauf  hingewiesen,  daß  für  alle  Sandungen  nach  dem  Memelgebiet 
vom  1. 6.  22  ab  die  Ausfuhrabgabe  zn  erheben  sein  wird. 

Die  Einfuhr  ausländischer  Kohle  ist  laut  einem  Ran  dschreiben 
des  Reichskommissars  für  die  Kohlenverteilung  nunmehr  gestattet.  Dem 
Großhandel  wird  auf  Ersuchen  die  Einfuhrerlaubnis  erteilt.  Steuern  und 
Zölle  werden  auf  diese  Auslandskohle  nicht  erhoben.  Für  die  einführende 
Firma  besteht  nur  die  Verpflichtung,  die  Verbraucher  oder  Zwischenhändler 
dem  Reichskohlenkommiasar  nachzuweisen. 

Belgien.   Zum  Schutzzollgesetz.   Durch  das  am  13. 4.  22  in  Kraft 

getretene  Ermächtigungsgesetz  zur  Abänderung  der  Zollsätze  wird  der 
Kgl.  Erlaß  vom  3. 11.  21  bestätigt,  der  außerordentlich  höh«  Schutzzölle 
auf  bestimmte  Waren  deutschen  Ursprungs  oder  deutscher  Herkunft  ein- 
geführt hat.  Die  Regierung  wird  jedoch  ermächtigt,  Listen  der  in  dem 
Erlaß  aufgeführten  Einfuhrzölle  insoweit  abzuändern  oder  zu  ergänzen, 
als  es  sich  um  die  Bezeichnung  der  Waren  oder  nm  den  Maßstab  und  nm 
den  Zollbetrag  handelt.  Das  Deutschland  gegenüber  geübte  Verfahren 
kann  ganz  oder  teilweise  angewandt  werden  auch  gegen  Erzengnisse 
nichtdeutscher  Herkunft  aus  Ländern  mit  im  Vergleich  zur  belgischen 
Währung  schlechten  'Währungsverhältnissen.  Das  Gesetz  soll  längstens 
bis  31. 12.  22  Geltung  haben.  Soweit  Waren  im  Sinne  des  Gesetzes  einer 
Sonderbehandlung  nnd  einem  Wertzoll  unterliegen,  soll  der  für  die  Zoll- 
zahlung deklarierte  Wert  nicht  niedriger  sein  als  der  normale  Großhandels- 
preis auf  dem  belgischen  Markt  für  ähnliche  Waren  zur  Zeit  der  Einfuhr 
abzüglich  eines  Betrages,  der  dem  Zoll  entspricht,  dem  diese  Waren  im 
Falle  der  Einfahr  unterliegen  würden.  —  Erhöhte  Zollsätze  sind  bisher 
nicht  bekanntgeworden.  Die  belgischen  Handelskreise  haben  gegen  die 
hohen  Zölle  der  Verordnung  vom  3. 11.  21  seinerzeit  scharfen  Widerspruch 
erhoben  und  zum  Ausdruck  gebracht,  daß  sie  das  eigene  Land  und  die 
eigene  Wirtschaft  schädigen.  Ob  einzelne  Zollsätze  ermäßigt  werden, 
bleibt  jedoch  abzuwarten. 

Bulgarien.  Der  neue  Zolltarif  ist  am  11.  4.  22  in  Kraft  getreten. 
Am  selben  Tage  hat  auch  ein  Gesetz  über  Abänderung  nnd  Ergänzung 
des  balgarischen  Zollgesetzes  Gültigkeit  erlangt. 

Italien.   Das  Zollaufgeld  beträgt  für  die  Zeit  vom  16.— 31.5.  22 

264%  (256). 

Neuseeland.  Das  Einfuhrverbot  für  deutsche  Waren  ist  bis- 
her noch  nicht  aufgehoben  worden. 

Philippinen.  Einfuhrbestimmungen.  Sonderbestimmungen,  die 
den  deutschen  Handelsverkehr  in  irgend  einer  Hinsicht  beschränken, 
bestehen  zur  Zeit  nicht.  Waren-Verschiffungen  sind  durch  keine 
Einfuhrverbote  von  Lizenzen,  wie  sie  in  vielen  Ländern  Europas  be- 
stehen, behindert.  Alle  Produkte,  abgesehen  von  den  aus  den  Ver- 
einigten Staaten  stammenden,  unterliegen  demselben  Einfuhrtarif.  Für 
Verschiffungen  nach  den  Philippinen,  wie  nach  den  Vereinigten  Staaten 
sind  bekanntlich  Konsalar-Fakturen  erforderlich,  die  von  dem  nächsten 
amerikanischen  Konsul  im  Ursprungsland  zu  visieren  sind.  Während  kein 
Ursprangszeugnis  zur  Einfahr  fremder  Waren  nach  den  Philippinen  er- 
fordert wird,  werden  Waren,  die  solche  Zeichen  oder  Zettel  tragen,  die 
geeignet  --sind,  das  Publikum  über  das  Fabrikationsland  za  täuschen,  in 
den  Philippinen  nicht  zugelassen. 

Schweiz.  Die  Einfuhrbeschränkungen  sollen,  wie  die  Experten- 
kommission beim  Bundesrat  beantragt  hat,  über  den  30. 9.  hinaus  ver- 
längert werden. 


Die  Lag1©  in  Industrie  nnd  Handel» 

Die  Lage  der  feinkeramischen  Industrie  im  Monat  April  1922. 

Im  verflossenen  Monat  hatte  die  feinkeramische  Industrie  in  zunehmendem 
Maße  mit  wirtschaftlichen  Schwierigkeiten  zu  kämpfen.  In  der  Mosaik- 
und  Wandplatteninduatrie  ließ  die  Fabrikation  infolge  des  Rückganges  der 
Bestellungen  nach.  Die  Porzellan-,  Steingut-  und  Kachelofenindustrie  war 
hingegen  gut  mit  Aufträgen  versehen.  Der  Fabrikationsgang  litt  jedoch 
in  vielen  Fällen  nnter  Schwierigkeiten  bei  der  Rohstoffbelieferung,  und 
vor  allen  Dingen  bei  der  Kohlenversorgung.  Die  Gestehungskosten  erhöhten 
sich  ziemlich  stark  infolge  der  sprunghaft  steigenden  Preise  für  die  Roh- 
stoffe und  Kohlen,  sowie  durch  die  ununterbrochenen  Lohnerhöhungen. 
Dazu  traten  Steigerungen  der  Frachten,  der  Kosten  für  Verpackungs- 
materialien und  der  Generalunkosten  überhaupt.  Infolgedessen  mußten  die 
Verkaufspreise  der  Fabrikate  erhöht  werden  and  werden,  da  die  Teuerungs- 
welle immer  noch  im  Steigen  begriffen  ist,  voraussichtlich  noch  weiter  in 
die  Höhe  gehen. 

Der  Streik  und  die  Aussperrung  in  der  Spiegel-  und  Glas- 
industrie Fürths  ist  nach  13-wöchiger  Daaer  am  18.  5.  durch  einen  Be- 
schluß der  Arbeiterschaft  beendet  worden.  Die  Arbeit  ist  am  22. 5.  in 
allen  Betrieben  wieder  aufgenommen  worden. 

Australien.  Glasindustrie.  Die  einheimische  Glasindustrie  be- 
schränkt sich  auf  die  Erzeugung  von  Flaschen,  Glaslampen,  Tischgeschirr 
und  verschiedene  Artikel.  Die  Entwicklung  dieser  Industrie  ist,  wie  der 
belgische  Konsul  aus  Melbourne  berichtet,  bezeichnend  in  dem  Zeiträume 
der  letzten  Jahre,  nicht  durch  die  Errichtung  neuer  Hütten,  aber  durch, 
die  Vergrößerung  der  bestehenden  Fabriken.  Es  ist  auch  nicht  die  Frage 
nach  der  Einführung  der  Fabrikation  von  Tafelglas  nnd  Spiegelglas  und 
auch  nicht  von  Kristallglas  vorhanden.  Die  größte  einheimische  Gesell- 
schaft ist  die  Australiau  Glass  Manufakturer  Co.  Ltd,,  welche  Fabriken 
in  Viktoria  in  Süd-Neu-Galles  und  in  Nordaustralien  besitzt.  Sie  fertigt 
Flaschen  nnd  kugelige  Glasgefäße  in  allen  Gattungen  an.  Es  verdienen 
gleiche  ErwfthUang:  Crown  Glass  Works  Ltd.  (Fabrikation  von  Flaschen 
und  Kugeln,  speziell  Flaschen  für  Drogisten  and  Behälter  für  chemische 
Produkte) ;  Boss  Bros.  (Flaschen  und  Kugeln) ;  The  Australian  Kristall 
Glass  Co.  (Tafelglas,  Fläschchen,  Platten,  Isolatoren,  Lampenschirme  für 
elektrisches  Licht  usw.).   H.  B.  Lolley  et  Co.  (Alle  Artikel  für  Labors 


1&22.  (56.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL- COBURG. 


Nr.  21  —  247 


torfen,  Probiergläser  zum  Analysieren).  Die  überschüssige  Einfahr  von 
Flaschen  und  anderen  verschiedenen  Artikeln  hat  noch  nicht  aufgehört. 
Die  Ein f uhrstatistik  für  das  Rechnungsjahr  1919/1920  gibt  folgende  Ziffern : 
Leere  Flaschen  von  nicht  mehr  als  5  Drachmen  Besang  £  19  008  (davon 
£  14  420  aus  Japan).  Andere  Sorten  £  55  808  (davon  £  27  155  aus 
Japan,  £  15  174  aus  den  Vereinigten  Staaten  und  £  9812  aus  Eagland). 
Glasware,  ausschließlich  Glaskappen  für  Frachtschalen:  also  Fantasie- 
fläschchen  oder  geschnittenes  Glas  über  5  Drachmen  fassend  und  Glas- 
stöpsel: £  178  815  (davon  £  82  553  aus  Japan,  £  45143  aus  England, 
£  40176  aus  den  Vereinigten  Staaten  und  £  6  332  aus  Belgien).  Der 
belgische  Ausfuhrhandel  mit  Tafelglas  und  Platten  nach  Australien  ist  von 
keinerlei  Bedeutung  für  die  dortige  Produktion.  (Heh.) 

Rußland.  Absatzmöglichkeiten.  Infolge  der  teil  weisen  Belebung 
der  russischen  Industrie  herrscht  sowohl  in  Petersburg  als  auch  in  der 
nahen  und  weiteren  Provinz  eine  große  Nachfrage  n.  a.  nach  Maschinen, 
Apparaten,  Zubehörteilen,  Chemikalien,  Eohstoffan  und  dergl.  für  die 
Porzellan-  und  Glaafabrikation.  Nähere  Auskunft  erteilt  die  Handels- 
kammer für  Nordwest-Bußland  in  Petersburg. 

Schweden.  Die  Flaschenglasindustrie  hat  1921  einen  bedeutenden 
Bückgang  im  Absatz  zu  verzeichnen.  Die  Herstellung  ging  von  36.32  Mill. 
Stück  (1920)  auf  18,48  Mill.  Stuck  zurück;  der  Auslandswettbewerb 
machte  sich  stärker  geltend,  besonders  von  Finnland  her.  —  Die  Fenster- 
glaserzeugung  wurde  erst  spät  im  Jahr«  wieder  aufgenommen.  Durch 
die  starke  Einfahr  von  belgischem  und  deutschem  Glas  fielen  die  Ver- 
kaufspreise im  Laufe  des  Jahres  um  etwa  50%,  die  Einfuhr  stieg  von 
Kr.  1,55  Mill.  (1913)  auf  Kr.  3,11.  Die  Kleinglasindustrie  kam  im  August 
in  Betrieb,  infolge  stark  verminderter  Liger  war  ihr  Absatz  nicht  schlecht, 
erst  zuletzt  zeigte  sich  »ine  Uebererzeugnng  mit  starkem  Preisfall.  Be- 
merkeD»w«rterw«ise  erfuhr  die  Inlandsnachfrage  nach  Kristallwaren  eine 
wesentliche  Steigerung.  


Geschäftlich  Mitteilungen. 

Steatit-Magnesia  A.-G.,  Mrnberg-Berlin.  Auszug  aus  dem 
!  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21.:  Reingewinn  JL  4,56  Mill.;  Divi- 
dende 15%  ;  Abschreibungen  Jt  0,59  Mill. ;  Sonderrückstellungen 
\M  1,6  Mill.  —  Die  J.  von  Schwarz  A.-G.,  Nürnberg,  vereinigte  sich  am 
*  13.  6.  81  mit  den  seit  vielen  Jahren  bestehenden  Firmen :  Jean  Stadel- 
mann &  Co.,  Nürnberg,  Steatit-A.-G,,  Lauf,  Vereinigte  Magnesia  Co.  und 
Emst  Hildebrandt  A.-G.,  Berlin-Pankow,  unter  der  neuen  Firma:  Steatit- 
Magnesia  A.-G.,  Nürnberg-Berlin.  Im  Laufe  des  ersten  Geschäftsjahres 
sind  die  einzelnen  Betriebe  vereinheitlicht  worden,  um  eine  vollkommene 
Ausnützung  der  Anlagen  und  Erfahrungen  zu  gewährleisten.  Der  Absatz 
im  Berichtijahr  war  zufriedenstellend;  auch  im  neuen  Jahr  sind  die  Be- 
triebe voll  beschäftigt.  — -  Die  o.  G.-V.  beschloß  ferner  die  Kapitals- 
erhßhung  um  Jt  7,5  Mill.  auf  M  25  Mill.  Von  den  neuen  Aktien  werden 
Jt  1,225  Mdl.  zu  pari  an  eine  Bankengrappe  begeben,  die  zu  102%  diese 
Aktien  zur  Verfügung  der  Gesellsohafff  zu  halten  hat.  Die  restlichen 
Jt  8,275  Mill.  junge  Aktien  werden  den  Aktionären  im  Verhältnis  4:1 
zu  166%  %  angeboten  In  den  Aufiichtsrat  hinzugewählt  wurden  die 
Herren  Sigmund  von  Schwarz  nnd  Dr.  Heinrichs. 

Ruechützer  Porz«  Hanf  *brik  ünger  &  Schilde,  Roschütz.  Aus- 
zug aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21 :  Reingewinn  M  534  785 ; 
Verwendung  nicht  veröffentlicht;  Abschreibungen  Ji  257  323.  —  Dem 
Aufsichtsrat  gehören  jetzt  an:  H.  Unger,  Vors.,  P.  Kallensee  und 
Ed.  Bolbrinker. 

Boizenburger  Piattenfabrik,  A.-CL,  Boizenburg.  Auszag  ans 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21:  Reingewinn  Ji  538  767, 
wovon  nach  Rückstellung  von  M  55  800  auf  Reservefonds  M  483  767  als  Vor- 
trag verwandt  werden.  —  Den  derzeitigen  Aufsichtsrat  bilden:  H.  Duen- 
sing,  Vors.,  M.  Bicheroui,  stellv.  Vors.,  und  C.  Welter. 

Tonofenfabrik  WaÜner,  A.-G.,  Tirschenreuth.  Auszug  aus  dem 
genehmigten  Abschluß  vom  31.12.21:  Reingewinn  M  35  216  (11871); 
Dividende  10%  (4>;  Abschreibungen  Jt  24  465  (51894).  —  In  Anbetracht 
der  ungenügenden  Kohlenzuweisung  und  des  schlechten  Geschäftsganges 
ließ  sich  ein  besseres  Ergebnis  nicht  erzielen.  Die  unsicheren  wirtschaft- 
lichen Verhältnisse  machen  eine  Voraussage  für  das  laufende  Geschäfts- 
jahr unmöglich.  —  Dem  derzeitigen  Aufsichtirat  gehören  an:  M.  Zehendner, 
Vors.,  H.  Zehendner,  stelle,  Tors.,  W.  Seitmann  und  A.  Gräser. 

Ullersdorfer  W«rke,  NIeder-Ullersdorf.  Auszug  aus  dem  geneh- 
migten Abschluß  vom  31  12.  21:  Reingewinn  345296  (205 1S4);  Divi- 
dende 22%  (15);  Abschreibungen  M  69  799  (69  573).  —  Das  Geschäfts- 
jahr 1921  brachte  für  sämtlich«  Erzeugnisse  eine  lebhafte  Nachfrage,  die 
in  d«n  letzten  Monaten  eine  derartige  Steigerung  erfahr,  daß  ihr  nicht 
voll  genügt  werden  konnte.  In  der  Kohlenzufuhr  war  eine  Besserung  zu 
verzeichnen.  Bestand  und  Neueingang  gewähren  für  mehrere  Monate 
reichliche  Beschäftigung,  sodaß  auch  diesmal  wieder  mit  einem  befriedi- 
genden Ergebnis  gerechnet  werden  dürfte.  —  Die  o.  G.-V.  stimmte  ferner 
der  Kapitalierhöhung  um  M  1  Mill.  Stammaktien  auf  Jt  2,1  Mill.  za. 
Die  neuen  ab  1. 1.  22  dividendenberechtigten  Aktien  werden  der  Allgem. 
Deutschen  Credit-Anstalt  mit  der  Maßgabe  überlassen,  einen  Teilbetrag 
den  alten  Aktienären  im  Verhältnis  3:2  zn  200  %  anzubieten.  Das  Be- 
zngerecht  läuft  bis  8.  5  22.  —  Die  ausscheidenden  Aufsichtsratsmitglieder 
Baurat  J.  Zeilig  und  Architekt  B.  Lange  wurden  wiedergewählt. 

Donau-Tiegolwerk,  A.-G.,  Nürnberg.  Auszug  aus  dem  genehmig- 
ten Abschluß  vom  31.  12.  21:  Reingewinn  Ji  81141,  um  den  sich  der 
Verluatvortrag  ans  1920  auf  M  424671  ermäßigt;  Abschreibungen 
M  356259  (328  350). 

Hohlglashuttenwerke  Ernst  Witter,  A.-G.,  Unterneubrunn. 
Auszug  am  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  ßX-  Reingewinn 
M  1  043  810 ;  Verwendung  nicht  veröffentlicht ;  Abschreibungen  M  21  561 
An  Stelle  des  verstorbenen  Bankdirektors  I  Röhrig  wurde  Bankdirektor 
C.  Schindhelm  in  den  Anfsichtsrat  gewählt.  • 

Optische  Anstalt  C.  P.  Goerz,  A.-t..  Berlin-Friedenau.  Die 
a.  o.  G.-V.  beschloß  die  Kapitalserhöhung  um  Ji  22  Mill.  auf  M  50  Mill. 


Die  neuen,  für  1921/22  volldividendenbereohtigten  Aktien  werden  an  eine 
Bankengemeinschaft  zu  227%  mit  der  Mißgabe  begeben,  Jt  21  Mill.  den 
alten  Aktionären  im  Verhältnis  4:3  zu  250%  'anzubieten.   Dar  Rast- 
betrag wird  nach  Bestimmung  das  Vorsitzenden  de?   Aufsichtarates  ver- 
wendet. 

Optische  Werke  Ernst  Bohrbach  &  Co.,  A.-G.,  Rathenow. 
Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.12.  21:  Reingewinn 
Ji  860  089,  Verwendung  nicht  veröffentlicht;  Abschreibungen  Jt  605  277. 
Die  Kapitalserhöhung  um  M  3  Mill.  Stammaktien  auf  Jt  5  Mill.  wurde 
genehmigt  Den  alten  Aktionären  wird  ein  Bezugsrecht  im  Verhältnis 
1 : 1  zu  140%  eingeräumt. 

Vereinigte  Eschebacu'sche  Werke,  A.-G.,  Dresden.  Auszug  aus 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.12.21:  Raingewinn  Jt:  3,27  Mill. 
(1,81);  Dividende  25%  (20),  Sondervergütung  0  {Jt  75);  Abschreibungen 
JL  0,20  Mill.  (0,21).  —  Die  vorgeschlagene  Kapitalserhöhung  um  M  12 
Mill.  Stammaktien  auf  M  22  Mill.  fand  die  Genehmigung  der  o.  G.-V. 
Den  Besitzern  von  alten  Stammaktien  Werden  auf  3  alte  4  junge  Aktien 
zu  190%  zum  Bezüge  angeboten.  —  Die  ausscheidenden  Aafsichtarats- 
mitglieder  G.  Heyde,  G.  Salamonski,  H.  Zepparnick,  M.  Wuthenow  und 
M.  Reimer  wurden  wiedergewählt. 

F.  Ktippersbusch  &  Söhne,  A.-G.,  Gelsenkirchen  II.  Auszug 
aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31. 12.  21 :  Reingewinn  M.  5,39  Mill. 
(2  26);  Dividende  30%  (15);  Abschreibungen  Ji  0,10  Mill.  (0,07);  Werk- 
erhaltungsrücklage Ji  1  Mill.  —  Nach  Mitteilung  der  Verwaltung  ist  die 
Gesellschaft  auf  Monate  hinaus  mit  Aufträgen  versehen,  so  daß  auch  für 
das  laufende  Jahr  mit  einem  zufriedenstellenden  Erträgnis  zu  rechnen  sei. 

Voßwerke,  A.-G.,  Hannover.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Ab- 
schluß vom  31.12.21:  Reingewinn  Jt  579  721;  Dividende  15%;  Ab- 
schreibungen Jt  37  751.  —  Dem  Aufsichtsrat  gehören  gegenwärtig  an 
Generaldirektor  Dr.  Würth,  Kommerzienrat  Iaenstein  und  A.  Winter. 

Eisenhüttenwerk  Thale,  A.-G.,  Thale  a.t  H.  Auszug  aus  dem 
genehmigten  Abschluß  vom  31.  12  21:  Reingewinn  Jt  20,4  Mill.  (34,1); 
Dividende  60  %  (50);  Abschreibungen  Jt  1,18  Mill.  (0,7).  —  Das  Unter- 
nehmen, das  in  diesem  Jahr  anf  ein  50-jähriges  Bestehen  zurückblicken 
kann,  hatte  im  Berichtsjahre  1921  einen  nicht  einheitlichen  Geschäftsgang 
zu  verzeichnen.  Für  das  laufende  Jahr  liegen  große  Aufträge  vor,  die, 
von  unvorhergesehenen  Ereignissen  abgesehen,  wieder  ein  gutes  Ergebnis 
erwarten  lassen. 

Passauer  Grafitwerke.  A.-ft.,  Ofeererlau.  Auszug  aus  dem  ge- 
nehmigten Abschluß  vom  30  9.  21:  Reingewinn  M  15  129,  um  den  sieh 
der  Verlustvortrag  aus  1920  auf  Ji  221 279  ermäßigt ;  Abschreibungen 
M  170474. 

Alfred  Gutmann,  A -G.  für  Maschinenbau,  Altona-Ottensen. 

Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.12  21:  Raingewinn 
Ji  948  027  (845  492) ;  Dividende  86  %  (36) ;  Abschreibungen  Ji  264  437 
(126 105) ;  Zuführung  an  Werkerhaltungskonto  Jt  400  000  (600  000).  — 
Im  abgelaufenen  Geschäftsjahr  erfreuten  eich  die  Sondererzeugnisse  der 
Gesellschaft  großer  Nachfrage.  Die  Fabrikationseinrichtungen  erfuhren 
weitere  Verbesserungen,  Der  Auftragsbestand  läßt  auch  für  das  laufende 
Jahr  ein  befriedigendes  Ergebnis  erhoffen. 

Konkursnachrichten.  Dar  weitere  Vollzag  des  Konkursverfahrens 
über  das  Vermögen  der  Firma  „Schutt  &  Reichel,  G.  m.  b.  H.,  Freiwaldau", 
ist  einstweilen  ausgesetzt  worden. 


Cleaeral -Versammlungen« 

Vereinigte  Porzellanwerke  zu  Lübeck,  A.-G.,  Lübeck:   a.  o.  G.-V. 
31.  5.  22,  12  Uhr  m.,  Bankgebände  der  Diskonto-Gesellschaft,  Lübeck. 

Unien,  Veltener  Tonindustrie,  A.-G.,  Berlin:  a.  o.  G.-V  8. 6.  22, 
11  Uhr  v.,  Weinhaua  Rheingold,  Berlin.  T.-O.:  Kapitalserhöhung  auf 
M  %  Mill. 

Dommitzscher  Tonwerke,  Dommitzsch  a.  E.:  o.  G.-V.  7.  6.  22,  4  Uhr  n., 
Behrenstraße  62,  Berlin.  T.-O.:  u.  a.  Kapitalserhöhung  um  M  0,5  Mill. 
Stamm-  und  Jt  0,4  Mill.  6  %  Vorzugsektien  auf  Ji  1,9  Mill  ;  Satzungs- 
änderungen. 

Thermos-A-G,  Berlin:  o.  G.-V.  17.6.  22,  \&%  Uhr  v.,  Carach  Simon 
&  Co.,  Berlin  W.  8. 

Allgemeine  PhyBicochemische  A.-G.,  Hannover:  o.  G.-V.  10. 6.  22, 
1%  Uhr  n ,  Geachäftsloksl,  Hannover. 

Bing-Werke,  venu.  Gebr.  Bing,  A.  G.,  Nürnberg:  o.  G.-V.  8  6.  22,  . 
11  Uhr  v.,  Geschäftsräume,  Nürnberg. 


Messen  und  Ausstellungen. 

Die  Termine  für  die  Breslauer  Messen  1923  sind  wie  folgt  fest- 
gesetzt worden:  Frühjahrsmesse  11 — 14.3.,  Technische  Messe  voraus- 
sichtlich Anfang  Mai,  Herbstmesse  2. — 5.  9.  Bei  der  näebetjährigeu  Früh- 
jahrsmesse soll  die  im  Außenring  der  Jahrhunderthalle  befindliche  Zentral- 
heizung in  Betrieb  genommen  werden  und  im  Ausstellungsgebäude  und 
den  sonstigen  Räumlichkeiten  sollen  Koksöfen  aufgestellt  werden. 

Die  Wärme-Ausstellung  in  Essen,  die  vom  17.  6.— 16.  7.  22  dauern 
soll,  wiid  besonders  darüber  Aufschluß  geben,  welche  Mittel  angewandt 
werden,  um  Kohlenersparnisse  zu  erzielen  und  wie  sich  die  Zechen 
bereits  mit  Erfolg  bemüht  haben,  durch  Verbesserung  der  Feuerungsanlagen 
diese  wirtschaftlicher  zu  gestalten.  Während  der  Dauer  der  AusBtellung 
sollen  an  Nachmittagen  gemeinverständliche  Vorträge  gehalten  werden, 
welche  sich  mit  der  Wärmewirtschaft  befassen.  Durch  Vorführung  von 
Lichtbildern  moderner  Kessel-  nnd  Fsuerungaanlagen  werden  diese  für 
jedermann  verständlich  sein.  Der  Bergbau  will  durch  diese  Veranstaltungen 
für  den  Gedanken  einer  großen  deutschen  Wärmswirtschaft  wirken. 

Nordische  Messe  in  Kiel  (13  —17.  9.  22.)  Eine  Geschäftsstelle  ist 
in  Berlin  W  35,  Gen  tiner  Ötr.  20,  errichtet  worden. 

Zur  Messe  von  Nischnij  Nowgorod  sollen  Waren  nicht  nur  aus 
dem  Osten,  sondern  auch  aus  jenen  westeuropäischen  Staaten  zugelassen 
werden,  die  mit  Rußland  bereits  Wirtschaftsverträge  abgeschlossen  haben. 


248  —  Nr.  21 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1922.  (B6.  Jahrgang.) 


Soziale  Bewegung. 

Um  die  Arbeitszeit  in  der  Schweiz.  Die  eidgenössische  Fabrik- 
komwission,  die  aus  Vertretern  der  Fabrikinhaber,  der  Fabrikarbeiter  und 
der  Wissenschaft  zusammengesetzt  ist,  uahm  Stellung  zu  dem  Vorschlag, 
betreffend  Abänderung  des  Fabrikgesetzes.  In  der  Zeit  der  allgemeinen 
schweren  Wirtschaftskrise  soll  nunmehr  die  Arbeitsdauer  auf  64  Stunden 
wöchentlich  vermehrt  werden.  Die  Vertreter  der  Fabrikanten  erklärten, 
daß  die  gegenwärtige  Lage  die  Anwendung  dieser  neuen  Fassung  fordere, 
während  die  Vertreter  der  Arbeiter  diese  Fassung  ablehnten. 

Verbände. 

Verband  Deutscher  Elektrotechnischer  Porzellanfabriken.  Die 

Fachgruppe  chemisch-technisches  Porzellan  hat  beschlossen,  den  Teuerungs- 
zuschlag für  chemisch-technisches  Porzellan  auf  300%  mit  Wirkung  ab 
10.  5.  zu  erhöhen,  sodaß  von  diesem  Zeitpnnkt  ab  die  40  fachen  Friedens- 
preise berechnet  werden.  —  Die  Verkaufspreise  für  Niederspannungs- 
material aus  Porzellan  und  Steatit  werden  ab  1.  6  22  um  ca.  40%  der- 
gestalt erhöht,  daß  auf  die  Grundpreise  ein  Teuerungszuschlag  von  140% 
in  Anrechnung  gebracht  wird. 

Die  Vereinigten  Porzellan-Isolatoren- Werke  „Hochspannungs- 
Isolatoren-Syndikat"  erhöhten  infolge  Steigerung  der  Gestehungskosten 
ihre  Verkaufspreise  für  Hochspanuungs-Isolatoreu  für  Freileitungen  und 
Apparate  mit  Wirkung  ab  1. 6. 22  um  rund  40  %  dergestalt,  daß  der 
bisherige  70  %-ige  Teuerungszuschlag  auf  die  Märzgrundpreise  auf  140  % 
heraufgesetzt  wird.  —  Auch  die  ab  1. 6.  22  in  Kraft  tretenden  neuen 
Inlandspreise  verstehen  sich  wie  bisher  frachtfrei  deutschen  Empfangs- 
stationen und  gelten  für  alle  Lieferungen,  welche  bis  zum  30.  6.  22 
erfolgen. 

Der  Verband  Deutscher  Kachelofcnfabrikanten  sieht  sich  ge- 
zwungen, den  Teuerungszuschlag  für  vorgeformte  Schamotteware  und 
Schmelzware  auf  150%,  für  Glätteware  Dnd  unbehautete  Schamotteware 
auf  165%,  für  Glätteware  und  unbehautete  Schamotteware  mit  Nute  auf 
165%  und  für  Glätteware  und  unbehautete  Schamotteware  gemustert, 
mit  oder  ohne  Nute  auf  165%  auf  die  erhöhten  Grandpreise  der  Durch- 
schnittepreisliste mit  sofortiger  Wirkung  festzusetzen. 

Der  Verein  deutscher  Spiegelglasfabriken,  Cöln,  hat  mit  Wir- 
kung vom  16.5.  ab  die  Preise  für  Spiegelglas  sämtlicher  Kategorien  bis 
um  35%  heraufgesetzt. 

Wärmewirtschaft. 

Wärmetechnische  Beratungsstelle  der  deutschen  Glasindustrie 
(W.B.  6.)  Infolge  Ausscheidens  der  bisherigen  Stellen- Jnhaber  sind  die 
BezirksBtellen  der  W. B.  G.  in  Dresden  und  Hannover  neu  besetzt 
worden,  durch  folgende  Herren :  Dipl.  Ing.  G.  Junge,  Dresden,  Nürnberger- 
straße  52  part.,  Dipl.  Ing.  G.  Maschlanka,  Hannover,  Kestnerstraße  17  II. 

Bücherschau. 

Schuld  am  Kriege  i  60  Selbstzeugnisse  der  Entente.  Berlin  NW.  52, 
1922.   Verlag  des  Arbeitsausschusses  Deutscher  Verbände. 

Zweck  der  kleinen  Schrift  ist,  die  Ueberzeugung  von  der  Schuld- 
losigkeit Deutschlands  am  Kriege  zum  Allgemeingut  des  deutschen 
Volkes  zu  machen,  um  dadurch  die  Grundlage  für  eine  wirkungsvolle 
und  aussichtsreiche  Aufklärungsarbeit  im  Auslande  zu  schaffen.  Die 
Schrift  stützt  Bich  nur  auf  das  Zeugnis  von  Politikern  des  Auslands,  ist 
also  parteipolitisch  völlig  neutral  und  darum  wert,  von  jeiermann  gelesen 
zu  weiden.  Vielen  dürfte  es  nicht  bekannt  sein,  wie  so  allmählich  der 
Krieg  von  unseren  Gegnern  vorbereitet  wurde,  und  da  sind  die  Selbst- 
zeugnisse der  letzteren  einwandfreie  Beweise  dafür.  Die  interessante 
Schrift  verdient  in  allen  Kreisen  des  deutschen  Volkes  weiteste  Verbreitung. 

Wie  spare  ich  Porto  %  BeBte  Ausnutzungsmögliehkeiten  der  billig- 
sten VerBendungsarten.  Auf  Grund  amtlicher  Quellen  nach  den  neuesten 
Portosätzen  bearbeitet  von  Postinspektor  K.  Nagel  und  Oberpostsekretär 
H.  0.  Küster,  Hamburg.  Verlag  Hammerich  &  Lesser,  Altona.  Preis 
Jt  6  .—. 

Zwei  Fachleute  zeigen  hier  in  übersichtlichster  Weise,  wie 
man  durch  beseere  Ausnutzung  der  billigen  Poat-Versendungsarten  wesent- 
liche Beträge  an  Porto  ersparen  kann.  Infolge  der  außerordentlich 
erhöhten  Posttarife  ist  diese  Schrift  ein  unentbehrlicher  Batgeber  für  jeden 
Geschäftsmann.  Durch  geschickte  Anordnung  des  Stoffes  und  mit  Hilfe 
eineB  umfassenden  Sachregisters  ist  jedermann  in  der  Lage,  sich  sofort 
über  die  Art  der  Versendung  sowie  das  hierbei  Zulässige  und  Unzulässige 
zu  orientieren. 

Nachtrag  zur   Handausgabe    des  Einkommensteuergesetzes. 

Von  Dr.  jur.  Georg  Strutz,  Senat/Bpiäsidenten  am  Reicheflnanzhof,  Kgl. 
Preuß.  Wirklichen  Geheimen  Oberregierungsrat.  Berlin  1922.  Verlag 
von  Otto  Liebmann.    Preis  M  14. — . 

Die  Schwierigkeiten  der  Ausfüllung  der  Einkommensteuererklärung 
sind  jetzt  noch  größer  als  früher,  da  das  Formular  ganz  neue,  schwer- 
verständliche Fragen  stellt,  und  kein  Steuerpflichtiger  es  ohne  gründliche 
Erläuterungen  einwandfrei  ausfüllen  kann.  Darum  ist  es  zu  begrüßen, 
daß  die  erste  Steuerautorität  durch  einen  eben  erschienenen  Nachtrag  seine 
eingehend  erläuterte,  für  die  weitesten  Kreise  bestimmte  „Handausgabe 
des  Einkommensteuergesetzes"  wieder  vervollständigt  hat.  In  dem  Werke 
sind  jetzt  alle  Bestimmungen  des  Gesetzes  einschließlich  der  Aenderungen 
vom  24.  März  1921,  11.  Juli  1921  Bowie  der  neuesten  vom  20  Dezember 
1921  eingehend  erläutert,  insbesondere  auch  die  wichtigen  Vorschriften 
über  die  Rücklagen  nach  §  59  a.  Außerdem  ist  das  gesamte  Material 
Uber  die  Einkommensteuer  vom  Arbeitslohn  darin  enthalten,  besonders 
auch  die  wichtigen  neuen  Durchführungsbestimmungen  hierzu.  Es  empfiehlt 
sich,  die  Strutzeche  Handausgabe  in  jedem  Falle  zu  Rate  zn  ziehen,  da 
sie  auf  jede  Frage  eine  klare  und  erschöpfende  Antwort  gibt. 

Tschenschner.Springer's  GlasinduBtrie-Kalender  1922.  20.  Jahr- 
gang.   .Begründet  von  Dr.  E.  Tscheuschner;  bearbeitet  von  Dr-lng.  Ludwig 


Springer,  Leiter  des  chemisch-technischen  Laboratoriums  an  der  Fachschule 
für  Glasindustrie  in  Zwiesel  (Bayern).  Altenburg,  S.-A.  Friedrich  Otto 
Müller  Verlag.   Preis:  M  50.—. 

Der  bekannte  Glasindustrie-Kalender  ist  zwar  mit  einiger  Verspätung 
erschienen,  aber  doch  noch  rechtzeitig  genug,  um  seine  Anhänger  zu 
erfreuen.  Die  Anlage  ist  dieselbe  geblieben  wie  früher,  doch  erfuhr  der 
Inhalt  eine  wesentliche  Bereicherung  durch  Aufnahme  einiger  wichtiger 
Abhandlungen  über  Rohmaterialien,  Gaserzeuger,  Glasöfen  mit  elektrischer 
Heizung  u.  dgl.  Eine  neu  eingefügte  Tabelle  über  die  wichtigsten  glaa- 
technischeu  Rohmaterialien  mit  ihrer  technischen  Bezeichnung,  chemischen 
Zusammensetzung,  der  Teilnahme  an  der  Glaabildung  und  dem  Einschmelz- 
verlust sei  besonders  erwähnt. 

So  gibt  denn  der  Kalender  einen  Ueberblick  einerseits  über  die 
gesamte  Glasindustrie,  anderseits  über  die  Fortschritte  der  letzten  Jahre 
und  dient  daher  sowohl  der  Einführung  in  die  Glastechnik,  als  auch  als 
Jahrbuch.  Eine  fleißige  Benutzung  dieses  wertvollen  Hilfsmittels  als 
Lehr-  und  Nachschlagebuch  sei  daher  allen  Glastecbnikern  dringend 
empfohlen,  damit  die  deutsche  Glasindustrie  bald  wieder  ihre  frühere 
Höhe  erreicht. 

(Im  Interesse  der  Handlichkeit  des  Kalenders  wird  Bich  eine  Kürzung 
des  Textes  im  nächsten  Jahrgang  nicht  mehr  umgehen  lassen.) 

Firmenregister. 

Deutschland. 

Meißner  Ofen-  und  Porzellanfabrik  (vorm.  C.  Teichert),  Meißen.  Die 
Kapitalserhöhung  um  weitere  M  2,1  Mill.  Stamm-  und  M  0,1  Mill.  Vor- 
zugsaktien auf  Jt  9,6  Mill.  ist  erfolgt. 

Porzellanfabrik  Pausa,  Seyfarth  &  Groh,  Pausa.  Betriebsleiter  Johann 
Albert  ist  als  persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten.  Er  ist 
nur  gemeinsam  mit  einem  anderen  Gesellschafter  vertretungsbefugt. 

Lange  &  Weger,  Reichenbach,  S.-A.  Die  Firma  lautet  jetzt: 
„Gebrüder  Weger". 

Keramische  Werke  Ufer  &  Co.,  Königsbrück.  Die  Prokura  der 
Anna  E  isabeth  Höfer  ist  erloschen. 

Erste  Wiener  Terrakottafabrik  und  Atelier  für  künstlerische  Fayencen, 
Friedrich  Goldscheider,  Zweigniederlassung  Leipzig.  Regine  Lewit  ist 
durch  Tod  als  Inhaberin  ausgeschieden.  Persönlich  haftende  Gesellschafter 
Bind  die  Kaufleüte  Walter  und  Marceil  Goldscheider.  Die  Prokura  des 
Alois  Goldscheider  ist  erloschen.  Die  Firma  lautet  künftig:  „Wiener 
Manufaktur  Friedrich  Goldscheider". 

Töpferwerkstatt  Ketzerbach,  Elisabeth  Schaefer,  Marburg -Lahn 
(Elisabethstr.  4).   Inhaber  ist  Fräulein  Elisabeth  Schaefer. 

Bayerische  Kunst-Keramik  von  SiverB  &  Co.,  München.  Gertrad 
Böhme  ist  ausgeschieden,  Betriebsleiter  Paul  Hertwig  ist  als  persönlich 
haftender  Gesellschafter  eingetreten.,  Die  Firma  lautet  jetzt:  „Bayerische 
Kunst-Keramik  von  Sivers  &  Hertwig". 

Max  Roesler,  Feinsteingutfabrik,  A.-G.,  Rodach  bei  Coburg.  Direktor 
Paul  Benz  wurde  als  Vorstandsmitglied  bestellt. 

Carl  Böhme,  Ofen-  und  Tonwarengeschäft,  Halle.  Persönlich  haftende 
Gesellschafter  Bind  Töpfermeister  Heinrich  Stoll  und  Kaufmann  Franz 
Göricke.  Die  Firma  lautet  jetzt:  „Carl  Böhme,  Ofen-  und  Tonwaren- 
geschäft, Inhaber  H.  Stoll  und  Fr.  Göricke." 

Schamotte-  und  Silika- Werke,  A.-G.,  Höningen  a.  Rh.  An  Stelle  des 
ausgeschiedenen  Direktor  Paul  R.  Helmecke  wurde  Kaufmann  Alwin  Walther 
zum  Vorstandsmitglied  bestellt. 

Annawerk,  Schamotte-  und  Tonwarenfabrik,  A.-G.,  vorm.  J.  E  Geith, 
Oeslau.   Die  Kapitalserhöhung  um  Ji  3,5  Mill.  auf  Jt  6,5  Mill.  ist  erfolgt. 

SiegerBdorfer  Werke,  vorm.  Friedr.  Hofimann,  A.-G.,  Siegersdorf.  Die 
Kapitalserhöhung  um  jt  3  Mill.  Stamm-  und  Jt  1  Mill.  Vorzugsaktien  auf 
Ji  7  Mill.  ist  durchgeführt. 

Glas-  und  Spiegel-Manufaktur,  Gelsenkirchen-Schalke.  Zum  Auf- 
sichtsrat wurden  zugewählt :  Kommerzienrat  H.  Heye,  H.  F.  Heye, 
N.  von  Bttlow  und  Bankdirektor  W.  Schäfer. 

Deutsche  Spiegelglas  A.-G.,  Kl.  Freden.  Die  Kapitalserhöhung  um 
Jt  12  Mill.  Stamm-  und  Jt  1  Mill.  Vorzugsaktien  auf  M  26  Mill.  ist 
erfolgt. 

Rheinische  Glashütten,  A.-G,  Köln-Ehrenfeld.  Dem  Aufsichtsrat 
gehören  jetzt  an:  Konsul  Dr.  h.  c.  H.  von  Stein,  Vors.,  Justizrat  Dr. 
vC.  Mayer,  stellv.  Vors.,  Justizrat  Dr.  F.  Esser,  Rittergutsbesitzer  Dr. 
C.  von  Joest,  Bankier  F.  Koenig«,  Generaldirektor  Dr.  jur.  P.  Silverberg. 

Glaswerk  Heureka  Kretzschmar,  Fehlhaber  &  Höland,  Meuselbach. 
Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  Ingenieur  Arthur  Kretzschmar 
und  die  Fabrikanten  Otto  Fehlhaber  und  Arthur  Hölaud. 

A.-G  GlaBhüttenwerke  Adlerhütten,  Penzig.  Die  Kapitalserhöhung 
um  Ji  3  Mill.  Stamm-  und  M  1,2  Mill.  Vorzugsaktien  auf  JI  8,2  Mill. 
ist  durchgeführt. 

Gräflich  Sch8ffgotsch'sche  Josephinenhütte,  Schreiberhau.  Hütten- 
direktor Dipl.-Iug.  Wilhelm  Frommel  hat  Prokura. 

Hohlglashütten werke  Ernst  Witter,  A.-G,,  Unterneubrunn.  Die 
Kapitalserhöhung  um  ^  1  Mill.  auf  M  3  Mill.  ist  erfolgt. 

Deutsche  Loxfer  Prismen  Gesellschaft  m.  b.  H.,  Berlin.  Bankier 
Fritz  Lange  ist  nicht  mehr  Geschäftsführer. 

Leopold  Heilbronn,  Fürth,  und  Spiegelglasmanufaktur  Heilbronnthal 
Emil  Marx,  Fürth  (Nürnberger-Str.  6).  Kaufmann  Fritz  Heilbronn  iat  als 
weiterer  Gesellschafter  eingetreten.   Seine  Prokura  ist  erloschen. 

Granit-  und  Syenit- Werk  Glasplatten-Fabrik  &  Schleiferei  Friedrich 
Hagelauer  &  Co.,  Fürth  ^Karolinenstr.  8).  Persönlich  haftende  Gesell- 
schafter sind  Fabrikant  Friedrich  Hagelauer,  Techniker  Georg  Lauterbach 
und  Betriebsleiter  Johann  StrÖßner. 

Gebr.  Menzel,  Gräfenthal.  Der  Sitz  ist  nach  Steinbaoh  a.  WbW  ver- 
legt worden. 


1922.   (55.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL  — 


COBURG. 


Nr.  21  —  249 


Gütersloher  Glasmanufaktnr,  G.  m.  b.  H.,  Gütersloh.  Betrieb  einer 
Glasschleifern,  Spietrelfabrik  und  Glashandlung.  Stammkspital  Jt  50000. 
Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Knrt  Grosse. 

Thüringische  Glas-Instrumenten- Fabrik  Alt,  Eberhardt  &  Jaeger, 
A  G,  Jlmenau.  Die  Kapitalserhöhung  am  Jt  2,6  Mill.  Stamm-  and 
M  1  Mill.  Yorzagsktien  auf  Jt  5,2  Mill,  ist  durchgeführt. 

Max  Lnthardt,  Laarcha,  S.-M.  Fabrikations-  nnd  Exportgeschäft  von 
Glaswaren  aller  Art.   Inhaber  ist  Kaufmann  Msx  Lnthardt. 

H.  M.  Büttner  &  Co.,  Lichte.  Glasbläser  Moritz  Büttner  ist  aus- 
geschieden. Kaufmann  Hermann  Büttner  führt  das  Glaswarengeschäft  als 
Einzelkaufmann  weiter. 

Heinrich  Volke! ,  Lichte.  Inhaber  iet  Glaswarenfabrikant  Hein- 
rich Völkel. 

Mitteldeutsche  Glas- Kunst- Industrie,  G.  m.  b.  H.,  Magdeburg.  Die 
Vertretungsbefugnis  des  Liquidators  ist  beendet,  die  Firma  erloschen. 

Lausitzer  Glasraffinerie  Hirt  &  Co.,  Moys.  Die  Prokura  des  Fritz 
Semerak  ist  erloschen. 

Rudolf  Schneider,  Oberweißbach.  Inhaber  ist  Thermometer fabiikant 
Rudolf  Schneider. 

Nordwestdeutsche  Glas-  und  Spiegel-Industrie  Ludwig  Witte  &  Co., 
Osnabrück.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  die  Kaufleute  Lud- 
wig Witte  und  Hermann  Grönefeld. 

Isolieiflaschenfabrik  „Polar"  Inh.  Clara  Greiner,  Rudolstadt.  Inhaberin 
ist  Frau  Clara  Greiner. 

C.  R.  Müller  &  Heinz,  Schmalenbuche,  Glaswarenfabrikationsgeschäft. 
Penönlich  haftende  Gesellschafter  sind  Gastwirt  Reinhold  Müller  und 
Glasbläser  Otto  Heinz  (Hennes). 

Arno  Köhler  &  Co ,  G.  m.  b.  H ,  Glasinstrumenten-,  Thermometer- 
und  Spritzenfabriken,  Schmiedefeld,  Kr.  Schleusingen.  Die  Prokura  von 
Paul  Ostermann  und  Gerhard  Bourbeck  ist  erloschen. 

Norddeutsche  Kristallglas-Schleiferei  Knoch  &  Locke,  Stettin.  Per- 
sönlich haftende  Gesellschafter  sind  Kaufmann  Kart  Knoch  und  Glas- 
schleifer Friedrich  Locke. 

Eduard  Karl  Lorenz,  Stützerbach,  W.-A.,  Glasinstrumentenfabrikation< 
Alleiniger  Inhaber  ist  Fabrikant  Eduard  K.  Lorenz. 

Metallwerke  Rudolph,  A.-G.,  Allstedt.  Herstellung  und  Vertrieb  von 
Maschinen  und  Metallwaren  aller  Art.  Grundkapital:  Jt  2,75  Mill.  Vor- 
standsmitglieder sind  die  Kanfleute  Bernhard  Rudolph  sen.  and  Carl  WoJff. 
Die  Gründer,  die  färxtlichef Aktien  übernommen  haben,  Bind  die  Geschäfts- 
führer der  jetzt  liquidierenden  Firma  Metallwerke  B.  Rudolph  &  Co., 

G.  m.  b.  H,  Allstedt,  B.  Rudolph  sen.  und  C.  Wolff,  Rittergutsbesitzer 

H.  Büchner,  Dr.  Costabell,  Kaufmann  Fricke,  Kommerzienrat  B.  Härtung. 
Den  ersten  Aufsichtsrat  bilden  die  vorstehend  genannten  Herren  Büchner, 
Dr.  <  'c  stabeil,  Fricke  und  Härtung. 

Sächsische  Emaillier-  and  Stanzwerke,  vormals  Gebr.  Gnüchtel,  A.-G., 
Lauter.  Die  Kspitalserhöhung  um  Jt  4  Mill.  Stamm-  und  Jt  0,3  Mill. 
Vorzugsaktien  auf  Jt  10,2  Mill.  ist  erfolgt. 

Deutsche  Evaporator  A.-G.,  Abteilang  Lünebarg.  Das  Grandkapital 
ist  um  M.  15  Mill.  erhöht  und  beträgt  jetzt  Jt  25  Mill.  Die  bisherigen 
stellv.  Vorstandsmitglieder  Heinrich  Hansen,  Heinrich  G.  Mueller  nnd  David 
Litwin  worden  zu  ordentlichen  Vorstandsmitgliedern  ernannt.  Der  bis- 
herige Prokurist  Fritz  Benz  wurde  zum  stellv.  Vorst audsmitgliede  bestellt. 
Gesamtprokura  haben  Friedrich  Albrecht,  Frau  Bella  Charmaz,  geb.  Pfeffer, 
Christian  Christians,  Alfred  Stober  und  Emil  Klaenhammer.  Die  Prokura 
von  Fritz  Benz  und  Hermann  Horras  ist  erloschen. 

Joseph  Vögele,  A.-G.,  Mannheim.  Die  Kapitalserhöhung  um  Jt  Mil). 
Vorzugsaktien  auf  Jt  16  Mill.  ist  durchgeführt. 

Münchner  Kochherd-  und  Ofenfabrik  F.  Wamsler,  München.  Die 
Gesellschaft  ist  aufgelöst. 

Wamsler- Werke,  A.-G.,  München  (Landsberger  Str.  372).  Uebernahme 
nnd  Fortbetrieb  der  Firma  Münchner  Kochherd-  and  Ofenfabrik  F.  Wamsler, 
sowie  deren  Ausdehnung  auf  andere  Fabrikationszweige.  Grandkapital  : 
Jt  7,5  Mill.  Selbständig  vertretungsbefugte  Vorstandsmitglieder  sind  die 
Dipl.-Ing.  Dr.  Fritz  Warnsler  und  Karl  J.  Wamsler.  Die  Gründer,  welche 
alle  Aktien  übernommen  haben,  sind  Witwe  Bertha  Wamsler,  die  offene 
Handelsgesellschaft  Münchner  Kochherd-  nnd  Ofenfabrik  F.  Wamsler,  Dr. 
F.  Wsmsler,  K.  J.  WamBler,  Justizrat  Dr.  Chr.  Schramm  und  die  Firma 
H.  Aufhäuser,  Komm -Ges.  Den  ersten  Aufsichtsrat  bilden:  Dr.  W.  von 
Borscht,  Bankier  E.  Kraemer,  Fabrikbesitzer  A.  Rodenstock  urd  Justizrat 
Dr.  Chr.  Schramm. 

Weimarische  Emaille-Schilderfabrik,  Stark  &  Riese,  Tannroda.  Die 
Gesellschaft  ist  aufgelöst.   Alleiniger  Inhaber  ist  Techniker  Anton  Stark. 

Germania  Glasgesellschaft  m.  b.  H,  Berlin.  Gewerbebetrieb  in 
allen  Arten  Glas,  insbesondere  Hohl-  nnd  Flachglas1,  Porzellan,  Steingut 
und  verwandten  Handelsartikeln.  Stammkapital:  M  100000.  Geschäfts- 
führer sind  Ingenieur  Gustav  Zaruba  jan.  und  Kaufmann  Karl  Uhrmeister. 
Sie  sind  nur  beide  gemeinsam  oder  einzeln  in  Gemeinschaft  mit  einem 
Prokuristen  vertretungsbefugt. 

Richard  Gorgas,  Ein-  und  Ausfuhf  von  Glas  und  Porzellan,  Hudhof. 
Inhaber  ist  Kaufmann  Richard  Gorgas.  ■ 

Hartmann,  Alt  &  Co ,  G.  m.  b.  H ,  Breslau.  Der  zum  Geschäfts- 
führer bestellte  Kaufmann  Paul  Trautsch  ist  nur  gemeinsam  mit  einem 
anderen  Geschäftsführer  oder  Prokuristen  vertretungsbefugt.  Der  bisherige 
Geschäftsführer,  Kommerzienrat  Hanns  Modler,  bleibt  auch  beim  Vor- 
handensein mehrerer  Geschäftsführer  selbständig  vertretungsbefugt. 

Steinzeugröhren-Handelsgesellschaft  m.  b.  H ,  Cöln  (von  Werthstr.  48). 
Handel  mit  Steinzeugröhren  und  sonstigen  keramischen  Erzeugnissen,  ins- 
besondere Steinzeugerzeugnissen  des  Eschweiler  Bergwerksverein  Abt. 
Hermülheim,  sowie  mit  Baumaterialien.  Stammkapital :  jt  120  000.  Ge- 
schäftsführer sind  Direktor  Johannes  Wat?ke  and  Kaufmann  Hendrik 
Doelen.    Sie  sind  nur  beide  gemeinsam  oder  einzeln  in  Gemeinschaft  mit 


einem  der  beiden  Prokuristen  Heinrich  Nau3  und  Wilhelm  Meyer  ver- 
tretungsbefugt. 

Friedrich  Kühndahl,  G.  m.  b.  H.,  Dortmund.  Die  Kaufleute  Arthur 
Weschke  und  Olaf  Glänzel  haben  Einzelprjkura. 

Keramische  Industrie  Siershahn  (Westerwald)  G-  m.  b.  H.,  Siershahn» 
An-  and  Verkauf  aller  Tonarten  und  von  Tongelände,  Steinzeugwaren  und 
Schleifmitteln  für  fremde  nnd  eigene  Rechnung  sowie  sonstige  Kommissions- 
geschäfte. Stammkapital:  Jt  30  000  Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Aloys 
Löhr.    Kaufmann  Aloys  Müller  hat  Einzelprokura. 

Nürnberger  Bund  Großeinkaufs- Verband  Deutscher  Fachgeschäfte  für 
Glas-,  Porzellan-,  Steingut-,  Luxus-,  Leder-  und  Schmuckwaren,  Haus-  und 
Küchengeräte,  Eisenwaren,  Oefen,  Herde,  Beleuchtungs-  und  Installations- 
artikel sowie  den  gesamten  Hausrat,  e.  G.  m  b.  H,  Nürnberg.  Als  weitere 
Vorstandsmitglieder  warden  Direktor  Hans  Molt  und  Kaufmann  Hermann 
Meyer  bestellt. 

Ostdeutsche  Tafelglas- A.-G.  für  Industrie  und  Baubsdarf,  Breslau. 
In  Gleiwitz  wurde  eine  Zweigniederlassung  anter  gleicher  Firma  errichtet. 

Jakob  Gerner,  Leipzig.  Die  Kaafleute  Oswald  Malteur  und  Fritz 
Kaiser  haben  Einzelprokura.  Die  Einzelprokura  von  August  Neuser  und 
Adolph  Schuster  (Karlsbader  Zweigniederlassung)  bleiben  unverändert 
bestehen. 

E.  de  HtöD,  A.-G.,  Seelze  bei  Hannover.  Stammkapital:  M  30  Mill. 
Vorstandsmitglieder  sind  Kommerzienrat  Dr.  Wilhelm  de  Hi  en,  Direktor 
Wilhelm  Siersleben,  Direktorchef  Cäemiker  Dr.  pbil.  Max  Buchner,  die 
Direktoren  Ernst  Scholz,  Eduard  Grosse  und  Dr.  phil.  Johannes  Lambrecht. 
Dr.  Wilhelm  de  Haen  ist  selbständig  vertretungsbefugt.  Die  übrigen 
Vorstandsmitglieder  sind  nur  gemeinsam  zu  je  zweien  oder  einzeln  in 
Gemeinschaft  mit  einem  Prokuristen  vertretungsbefugt.  Den  ersten  Auf- 
sichtsrat bilden  Fabrikant  L.  Peill  jun.;  Vors.,  Generalleutnant  a.  D. 
M.  von  Diringshofen,  stellv.  Vors.,  Prof.  Dr.  H.  Schlange,  General  a.  D. 
A.  Bopp,  Bankdirektor  H.  Bartels  und  Dr.  jur.  C.  Bohnen. 


Patente. 

Deutsches  Reick, 

Anmeldungen. 

la,  IL  Sch.  59  760.  Wasch  Vorrichtung  für  Sand,  Kies  und  dergl.; 
Zus.  z.  Pat.  320  047.  Dipl.-Ipg.  Otto  Schneider,  Stuttgart,  Gaisburgstr.  4a. 
25  10.  20. 

1  a,  25.  E.  24  202.  Verfahren  zur  Reinigung  von  Erzen,  insbesondere 
von  Graphit.  Elektro-03mose,  A.  G.  (Graf  Schwerin  Gesellschaft),  Berlin. 
21.7.  19. 

13  e,  6.  St.  34  040.  Abdichtung  des  Glases  oder  des  das  Glas- 
gebäuse  haltenden  Rohrstatzens  von  Wasserstandszeigern  in  den  Hahn- 
köpfen.   Julius  Stürzenberger,  Ueberlandzentrale  Herrenwyk.    19. 1.  21. 

13 d,  27.  L  50  046.  Vorrichtung  zum  Abscheiden  von  festen  und 
flüssigen  Bestandteilen  aus  Dampf,  Preßluft  und  Gasen.  David  Grove, 
G.  m.  b.  H.,  Charlottenburg.    5.  3.  20. 

21c,  ]  3.  E.  26  610  An  festen  Stützen  anzubringender  Hänge- 
isolator; Zus.  z.  Pat.  344  396.  Elektrotechnische  Industrie,  G.m.b.H., 
Duisburg- Wanheimerort.   6. 10.  19. 

21  c,  13.  P.  39  115.  Verbindungsstück  für  Isolatorketten  und  Aus- 
sparungen, durch  die  die  mit  Verdickungen  versehenen  Enden  der  Auf- 
hängeorgane gezogen  sind.   23. 1  20. 

21c,  13.  P.  39  518.  Anordnung  zur  Abspannung  elektrischer  Hoch- 
spannungsleitungen mittels  Druckisolatoren,    29.  3.  20. 

Porzellanfabrik  Kahla,FilialeHermsdorf:Klosterlausnitz,Hermsdorf,S.-A. 

21c,  14.  Sch.  59  020.  Gesttirzte.Stützisolatoren.  Dr.- Ing.  A.  Schwaiger, 
Karlsruhe,  Eisenlohrstraße  39.    9. 8.  20. 

21  c,  15.  S.  46  023.  Kittloser  Isolator.  Societä  Ceramica  Richard- 
Ginori,  Mailand.    15. 11.  16. 

21  e,  9.  A.  35  120.  Verfahren  zur  Schlagprüfung  von  Isolatoren. 
Allgemeine  Elektrizitäts-Gesellschaft,  Berlin.   19!  3.  21. 

24  k,  3  H  83  091.  Heizrohr  mit  Einbau  aus  feuerfester  Masse. 
Otto  Hartmann,  FriedenBtr.  69,  Carl  Hartmann,  Oestliche  Karl-Friedrich- 
Str.  30  und  Adolf  Wachsmann,  Gartenstr.  9,  Pforzheim.    12. 11.  20. 

30  b,  14.  W.  59  850.  Künstlicher  Zahn.  Otto  Wiemer,  Charlottenburg, 
Grolmanstraße  17.    15. 11.  21. 

30  b,  13.  R  39  880.  Künstlicher  Zahn  mit  Wurzeln,  die  in  die 
Wurzelöffnungen  des  Kiefers  nach  erfolgtem  Ausziehen  eines  Zahnes  ein- 
gesetzt werden.  Michael  Roukawischnikoff,  Nisnij  Nowgorod,  Rußland. 
9.  2.  14. 

30  g,  1.    Sch.  59  222.   Essigsäure-  oder  Tropfflasche.  30.8.20. 

30  g,  3.  Sch.  57  289.  Befestigung  von  Fiaschenhalseinsätzen.  19. 1.  20. 

Carl  Schnuerle,  Frankfurt  a.  M.,  Waldschmidtstr.  57. 

30  k,  4.  M.  74177.  Flasche.  Dr.  Gerhard  Madaus,  Bonn,  Simrock- 
straße  20.    18.  6.  21. 

37  f,  3.  T.  25  048.  Säurebeständige  Auskleidung  für  Türme,  Behälter, 
Kamine,  Rohre  usw.  mit  gebrochenen  Fugen  und  Luftkanälen.  Thonwerk 
Biebrich,  A.-G.,  und  Dr.  A.  Bodewig,  Biebrich  a.  Rh.    3.3.  21. 

47  b,  1.  M.  70  959.  Glaswalze.  Kenji  Matsuo,  Tokyo,  Japan. 
8. 10.  20. 

57  b,  15.  S.  67  010.  Verfahren  zur  photographischen  Herstellung 
von  Mustern,  auf  Glas,  Porzellan  nnd  dergl.  Johannes  Sobawa,  Bneg  i.  Schi. 
15.7.21. 

67  a,  16.  M.  72  865.  Schwingbarer  Werkstückhalter  für  Maschinen 
zum  Schleifen  von  Facetten  an  die  graden  Kanten  von  Glasplatten.  Karl 
Müller,  Schwabacher  Str.  65,  und  Albert  Rjder,  Moststraße  25,  Fürth. 
5.3.  2L. 

67a,  17.  Sch. .54  637.  Vorrichtung  zum  Anschleifen  zweier  im 
Winkel  zueinander  liegender  Facetten  an  ovale  Brillengläser  durchgebogener 
Form  (Menisken)    3  3.  19 

67  a,  19.  Sch.  64  844.  Vorrichtung  zum  Anschleifen  zweier  im 
Winkel  zaeianderliegender  Facetten  an  ovale  Brillengläser  durchgebogener 
Form  (Menisken);  Zas.  z.  Anm.  Sch.  54637.    28  3.  19. 

Otto  Schwarz,  Charlottenborg,  Stuttgarter  Platz  10  A, 


m-Nr.$l  SPRECHSAAL -COBURG. 


80  b,  4  E.  23  847.  Verfahren  zur  Herstellung  einer  mit  oder  ohne 
Zusatz  von  Füllstoffen  als  Wandbekleiduog.  Kitt  oder  dergl.  verwendbaren 
Masse.  Elektro -Osmose,  A.-G.  (Graf  Schwerin  Gesellschaft),  Berlin. 
17. 3.  19. 

80  b,  7.  D.  40474.  Verfahren  znr  Herstellung  v«n  Kanstmeerschaum; 
Zus.  z.  Pat.  340  533.   Paul  Deussing,  Ruhla,  Thür.  23.9.21. 

80  b,  12.  P.  39  201.  Verfahren  zur  Herabsetzung  des  Ausdehnungs- 
koeffizienten von  Zement,  insbesondere  als  Kitt  für  Porzellan,  Glas  usw. 
und  Metall.  Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  &  Co.,  A.-G.,  Selb  i.  Bayern. 
2.2.20 

80  c,  5.  K.  78  284  Ofenanlage  zum  Brennen  feuerfester,  besonders 
kalkgebundener  Steine  (Silika,  Dinas);  Zas.  z.  Pat.  347  672.  Dr.-Ing. 
Heinrich  Koppers,  Essen,  Buhr,  Moltkestr.  29.   5.  7.  21. 

80  c,  5.  M.  69  495.  Kanalofen  zum  Brennen  von  Porzellan.  Franz 
Karl  Meiser,  Nürnberg,  Salzbacher  Str.  9.    1.  6.  20. 


Zurücknahme  von  Anmeldungen. 

80  b.  B.  46  399.  Verfahren  zur  Herstellung  feinkeramischer  Massen 
aller  Art  durch  trockene  Feinmahlung.   12. 1.  22. 


Yersagnng. 

48  c  K.  73  726.  Verfahren  zur  Herstellung  eines  Tf  Übungsmittels 
für  Emaillen  und  Glasuren;  Zus.  z.  Anm.  K.  57  475.    22. 11.  20. 


Erteilungen. 

351195.  80  c,  12.    Gasschachtofen.   8  2  21. 

351196.  80  c,  12.    Gasschachtofen.    22.2.  21. 

351197.  80  c,  13.   Austragevorrichtung  für  Schachtöfen.   8.2.  21. 
Franz  Meiser  u.  Karl  Meiser,  Nürnberg,  Salzbacher  Straße  9. 
351216.   12  a,  2.  Verfahren  und  Vorrichtung  znr  Trennung  flüssiger 

von  festen  Stoffen.  Dr.  Henri  Terrisse  u.  Dr.  Marcel  Le?y,  Genf.  27.  4,  20. 
Schweiz  25.3.  20. 

351245.  421,  4  Gasanalytiächer  Apparat;  Zas.  z.  Pat.  348  014. 
Max  Arndt,  Aachen,  Schloßatr.  34.-28.3  17 

351272.  80  c.  5.  Kanalofen.  Dreßler  Tannel  Ovens,  Stoke  on-Trent, 
Engl.    11.9.  17.   England  11.8  16. 

351314.  80c,  4,  Brennofen  mit  mittelbarer  Beheizung;  Zus.  z. 
Pat.  343  363,    Carl  Roschmann,  Hennigsdorf  ,b,  , Berlin.  10.5.21. 

351363.  53  b,  3.  Vorrichtung  an  Einmachgläsern,  welche  das  Un- 
dichtwerden  des  Deckels  erkennen  läßt.  August  Fehrmann,  l*d  Homburg- 
Kirdorf,  Stedterweg  34.    7. 12  20. 

351388  20  c,  9.  Emaillierter  Kessel  für  den  Großversand  von 
Flüssigkeiten.   Eisenhüttenwerk  Thale  A.-G,  Thale  a.  H.    5.5.  21. 

351 655.  321),  10.  Verfahren  zur  Herstellung  ven  Platin-  oder 
ähnlichen  Metallspiegeln  durch  Einbrennen.  Julius  Freinberg,  London. 
20.10  20 

351789.  80  b,  8.  Verfahren  zur  Herstellung  hoehfeuerfester  Steine 
auf  kaltem  Wege.   P.  Litwin  &  Co.,  Komm.-Ges.,  Berlin.    29.  8.  18. 

351790  80  b,  18  Verfahren  znr  Herstellung  poröser  keramischer 
Erzeugnisse.  Socielä  Anonyme  Le  Carbone,  Levallois-Perret,  Seine.  29.2.  20. 

351820.  32  b,  8  Verfahren  zur  Herstellung  von  kugel  ähnlichen 
Ampullen  oder  Fiolen  mit  eingebrannter  Aufschrift.  Paul  Bornkessel, 
Frohnau,  Mark.    12. 11.  19. 

351830.  42  i,  7,  Widerstandsthjermometer.  The  Cntler-Hammer 
Mfg.  Co.,  Milwaukee.    10. 11.  15.    V.  St.  Amerika  30. 11.  14. 

351870.  21c,  13.  Hängeisolator.  Porzellanfabrik  Ph.  Eosenthai 
&  Co  ,  A.  G.,  Selb,  Bayern   21.  3.  19. 

351915.  64  a,  28.  Fiaschenverschluß,  Budolf  Helmholz,  Berlin- 
Schöneberg,  Risenheimer  Str.  16.   29. 10.  18, 

351916.  64a,  33.  Federnder  Verschluß  für  Einkochgefäße.  Eduard 
Naujokat,  Neustadt,  0.  S.    16.  7;  20. 

352043.  80  c,  3.  Kammerringofen  zum  Brennen  von  keramischen 
Waren,  Kalk,  Dolomit  u.  dgi;  Zus.  z.  Pat  349  951.  Dr.-Ing.  Heinrich 
Koppera,  Essen,  Buhr,  Möltkestr.  29.   28  3.  20. 

352  067.  35  b,  7.  Vorrichtung  zum  Heben  und  Transportieren  von 
Spiegelscheiben  und  anderen  ebenen  Gegenständen.  Socie'e  Anonyme  des 
Manufactures  des  Glaces  et  Frodnits  Chimfques  de  Saint-Gobain,  Caauny 
&  Cirey,  Paris.   28.11.  19. 

362109.  80  b,  17.  Verfahren  zar  Herstellung  von  Fußboden- Wand- 
belag. Julius  Frankfurter,  Berlin-Treptow,  Treptower  Chaussee  50,  und 
ErnBt  Albert  Jansen,  Berlin  Wilmersdorf,  Offenbacher  Str.  9    16.5.  21. 

352196.  42  i,  1.  Kapillarrohr  für  Thermometer.  Wilhelm  Uebe 
G.  m.  b.  H  ,  Zerbst,  Anh.  14.4  21. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 

352224.  80  c,  3.  Verfahren  zum  Beheizen  von  periodisch  betrie- 
benen Oefen  mit  Generatorgag.  Franz  Meiser  u.  Karl  Meiser,  Nürnberg, 
Salzbacher  Straße  9.    17.4  21.  . 

352  240.  12  e,  3.  Verfahren  zur  Abscheidung  schädlicher  oder 
störender  Bestandteile  von  Gasen.  Dr.  Oskar  Wozasek,  Charlottenburg, 
Wilmersdorfer  Str.  81.    19.  11  20. 

352  241.  12  i,  14.  Verfahren  zum  Brennen,  Kalzinieren  usw.  von 
Sauerstoff-  oder  kohlens&urehaltigen  Materialien.  Dr.  Alois  Helfenstein, 
Wien.   24,4.  21. 


•ebranoksmnfter» 

Deutsches  Kelch. 
Eintragungen. 

808  103.  36  a.  Kachelofen.  Heinrich  Wilczek,  Breslau,  Fttrsten- 
straße  10.   9.  2.  21. 

808  115.  53  b.  Einmacheglas.  Josef  Jentsch  und  Walter  Andreas, 
Borna  b.  Leipzig.   23  1.  22. 

808  175'.  36  a.  Ofeneinsatz  zur  Umwandlung  rostloser  Kachelöfen  in 
solche  mit  Bostfeuerung.   Hans  Barlach,  Berlin,  Strömstraße  9.  18  1.  22. 

808  234.  53  b.  Deckelverschluß  zur  Umbildung  gewöhnlicher 
Wirtsehaf fcjgläser.   Nicolaus  Daniel,  Timisoara,  Ungarn.    6.  2.  28. 

808  331.  80  d.  Brillenglasbohrmaschine  mit  eingebauter  Oelvor- 
richtung.   „Wumra"  Werkzeug-  und  Maschinenfabrik,  Bsthenow.  10.  2.  22. 

808  445.  54  g.  Halter  für  künstliche  Zähne  oder  dergl  Porzellan- 
fabrik C  M.  Hutschenreuther,  A.-G.,  Eadeberg  i.  S.   14.  2.  22. 

808  525.  21c.  Isolierkörper  mit  armiertem  Gewindezapfen.  Stadtilmer 
Porzellanfabrik,  G.  m  b.  H ,  Stadtilm  i.  Th.   31.  1.  22. 

808  679.  75  d.  Glasscheiben  zu  Fernstern  oder  dergl.  mit  Bildern 
und  Ornamenten.  Eeinhold  Leutheid,  Planen  i.  V.,  Hindenburgring  8. 
15.  2.  22. 

808  918.  67  a.  Schleifmaschine  für  terische  Flächen  an  Brillengläsern 
(Massenarbeit).     „Wumra"  Werkzeug  und  Maschinenfabrik,  Rathenow. 

10.  2.  22. 

808  934.  67  a.  Vorrichtung  znm  Bekitten  optischer  Gläser  mit 
Pechklötzen.   Emil  Busch,  A.-G.,  Optische  Industrie,  Rathenow.   IS  2.  22. 

809  096.  32  a.  Untersatz  1  zur  Brillenglasschneidemaschine.  Friedrich 
Brachmann,  Chemnitz,  Charlottenstraße  6    18.  2.  22 

809  125.  30  g.  Schieberverschluß  für  Mt-ndwaiserflascaen  und  dergl. 
Hermann  Bleekmenn,  Barmen,  Bartholomäusse.  62.    7.  1.  22. 

809  144.  42  i.  Kontakt-Thermometer.  Fritz  Köhler,  Leipzig-Conne- 
witz, Windscheidstr.  33.    17.  2  22 

809  146  42 i.  Radiometer.  Otto  Ehrhardt  &  Comp,  G.m.b.H., 
Schmiedefeld,  Kr.  Schleusingen.    18  2  22. 

809  262.  67  a.  Drehbarer  Wärmetisch  zum  Bekitten  optischer  Gläser 
mit  Pechklötzen.  Emil  Busch,  A.-G.,  Optische  Industrie,  Rathenow. 
20.  2  22 

809  305.  30  b.  Auswechselbarer  mit  Metallrückenplatte  ttberkappter 
Porzellanzahn,    Gustav  Humbert,  Bad  Kreuznach.    9  1.  22. 

809  429.  75  c.  Vorrichtung  zur  Erzeugang  von  Spritzmalereien. 
Rudolf  Stetefeldt,  Plauen  i.  V,  Neundorfer  Str.  2.   21.  2.  22 

809  467  ,341  Porzellan- (Steingut-)  Gefäß  mit  Hahn  aus  gleich- 
artigem Maferial,    Eduard  Rau  &  Co.,  München.    9.  2.  22 

809  600.  Thermometer  aus  Holz,  Metall,  Glas  u.  dgl.  Bahmann 
&  Spindler,  Stützerbacher  Glasinstrumentenfabrik,  G.  m.  b.  H.,  Stützerbach 
i.  Th.    22. 2  22. 

809  501.  67  a.  Bündemaschine  für  unrunde  Brillengläser  mit  einem 
Zahnradantrieb  zum  Erzielen  einer  gleichmäßigen  Umfangtgeschwidigkeit. 
Emil  Busch,  A.-G.,  Optische  Industrie,  Rathenow.   22. 2.  22. 

809  613.  34 1.  Verschluß  für  dünnwandige  Gefäße,  insbesondere 
IsoliergefäSe.    Thermos-A  -G.,  Berlin.    7.  5  21. 

809  618.  4  a.  Zylinder  für  Gaslampen  mit  Sammellinse.  Amand 
Spruch,  Breslau,  Lohestr.  36    17  11  21. 

809  620.  53  b.  Ventilschraube  an  Einkochgläser.  Arthur  Willberg, 
Dützen  bei  Minden  i.  W.   23. 11.  21. 

809  649.  24  a.  Radialstein  aus  Schamotte  für  Oelfeuerungen,  im 
besonderen  solche  von  Schiffskesseln.  P.  Fewson  u.  W.  Kamradt,  Hamburg, 
Bei  dem.  alten  Waisenhaus  1.   20,  2.  22. 

809  794.  32  a.  Glashalter  für  Brillenglasschneidmaschinen.  „Wamra" 
Werkzeug-  und  Maschinenfabrik,  Rathenow   27. 1.  22. 

809  831.  67  a.  Automatische  Glasschleifmaschine.  Beller  &  Fischer, 
Neuenbürg  a.  Enz,  Württtemberg.   27.  2.  22, 


Fra  gekästen 

Keramik. 

76  Wir  wollen  auf  dem  Boden  unseres  Porzellans  Firmenstempel 
anbringen,  itnd  zwar  mittels  Gummistempel.  Welche  Farbe  eignet  sich 
dazu  am  besten,  und  wie  muß  sie  präpariert  werden,  um  scharfe  und 
kräftige  Abdrucke  zu  erzielen?    Unterglasurfarbe  kommt  nicht  in  Frage. 

Erste  Antwort:  Ihre  Frage  zeugt  nicht  von  großem  fachmänni- 
schen Wissen;  sind  Sie  Porzellanfabrikant,  so  müßten  Sie  nämlich  das 
Stempeln  mit  AufglaBnr-(Muffel-)Farben  und  deren  Aufbereitung  mit  Dicköl 
usw.  kennen.  Jede  Farbe  kann  verwendet  werden,  doch  empfiehlt  es  sich, 
da  Sie  scharfe  und  kräftige  Abdrücke  erziehen  wollen,  keine  Nüancen  zu 
wählen,  die  an  sich  nur  in  dicker  Lage  wirken.  Am  besten  eignen  sieb 
Blau,  Grün,  Schwarz  und  ein  kräftiges  Eisenrot.  Wesentlich  für  das  gute, 
Gelingen  der  Abdrücke  ist  die  Qualität  des  Stempels,  weshalb  Ihnen 
empfehlen  sei,  sich  an  eine  bekannte  Stempelfabrik  zu  wenden 

Zweite  Antwort:  Mit  einem  Gummistempel  Aufglasurfarbe  zu 
Btempeln,  dürfte  Ihnen  nicht  schwer  fallen;  das  kann  jeder  Porzellanmaler. 
Die.Scbmelzfarbe  wird  mit  Dicköl  zäh  angeriehen  oder  noch  besser  mit 
Droibfirnis.  Der  Gummistempel  selbst  muß  eine  weiche  Gummischwamm- 
unterlage  haben  und  darf  also  nicht  wie  die  gewöhnlichen  Bureanstempel 


es  Sprechsaal. 

gearbeitet  sein,   Als  Farbe  können  Sie  jede  Schmelzfarbe  benutzen;  die 
Schärfe  des  Abzuges  hängt  nicht  von  der  Farbe  ab,  sondern  von  der 
.  Arbeitsweise.   Die  im  Anzeigenteil  genannten  Stempelfabriken  liefern  ge- 
eignete Stempel. 


Gla*. 

55.  Wir  beabsichtigen,  die  Fabrikation  von  gepreßten  Qlasisolatoren 
in  den  gebräuchlichsten  Dimensionen  aufzunehmen.  Was  ist  bei  der 
Fabrikation,  Kühlung  usw.  zu  beachten?  Wer  liefert  bewährte,  zweck- 
entsprechende Maschinen? 

Erste  Antwort:  Bei  der  Erzeugung  von  Glasisolatoren  ist  zu- 
nächst Wert  auf  die  Zusammensetzung  des  Glases  zu  legen.  Dieses  muß 
auf  der  einen  Seite  widerstandsfähig  gegen  die  Einwirkung  der  Atmo- 
sphärilien sein,  auf<  der  anderen  Seite  aber  auch  sichleiuht  pressen  lassen. 
Die  Formen  müssen  so  ausgearbeitet  sein,  daß  die  fertigen  Glasisolatoren 
keine  scharfen  Kanten  aufweisen,  da  sonst  leicht  Verletzungen  der  Monteure 
vorkommen.  Bei  den  GowindeiBolatoren  ist  besondere  Sorgfalt  auf  die 
scharfe  Auspressung  der  Gewindegänge  zu  legen.   Die  Behandlung  der 


(ftß.  fahrRartg.) 


SPRECH SÄÄL  -  CÖßÜRö. 


Wr.  ii  —  261 


Preßformen  ist  die  gleiche,  wie  bei  allen  dickwandigen  Gegenständen ;  die 
Formen  müssen  sachgemäß  gekühlt  und  geschmiert  werden.  Die  Kühlung 
erfolgt  am  besten  in  Kühltöpfen  oder  Küblkästen.  Zeigen  vereinzelte 
Sttlcke  vor  dem  Versand  scharfe  Kmten,  so  werden  diese  abgefeilt  Nach- 
stehender Satz  ergibt  ein  gntes  Isolatoren  glas : 

Sand  100  kg 

Snlfat   .     35  „ 

Soda   8  „ 

Kalk  35  „ 

Witherit   5  „ 

Kohle   2  „ 

Brannstein   2  „ 

Arsenik   1  ., 

Scherben   25  „ 

ie  erforderlichen  Maschinen  nnd  Formen  liefern  die  im  Anzeigenteil  ge- 
nannten Fabriken. 

Zweite  Antwort:  Isolatoren  müssen  eine  entsprechende  Zu- 
sammensetzung nnd  sehr  gute  Kühlung  —  wenigstens  48  Stunden  —  er- 
halten, damit  sie  möglichst  unempfindlich  gegen  Stoß  und  Druck  sind 
und  atmosphärischen  Einwirkungen  gnt  Stand  halten.  Ein  kieselsäure- 
und  tonerdereiches,  dabei  alkaliarmes  Glas  ist  hierfür  am  geeignetsten. 
Gute  Besaitate  erzielt  man  bei  Zugabe  von  alkalireichen  Gesteinen, 
wie  PhoBolitb,  Basalt  uew.  Bezugsquellen  für  Pressen  und  Formen  finden 
sich  im  Anzeigenteil.  B  £.m  Pressen  ist  der  Stempel  oder  Kern,  der  so 
beschaffen  Bein  muß,  daß  das  innere  Gewinde  gleich  mit  hergestellt  wird, 
nach  vollendeter  Pressung  heraus  zu  drehen,  bevor  der  Preßschwengel 
wieder  nachgelassen  wird. 

Dritte  Antwort:  Die  Fabrikation  von  Glasisolatoren  erfordert 
ganz  besondere  Kenntnisse  und  vor  allen  Dingen  ein  Glas  von  hoher 
Widerstandsfähigkeit.  Wenn  Sie  sich  vor  Schaden  bewahren  wollen, 
werden  Sie  gut  tun,  sich  mit  einem  Fachmann  in  Verbindung  zu  setzen. 
Entsprechende  Maschinen  liefert  Cart  Herold,  Hüttenmeister  a.  D.  in 
Lausa  bei  Dresden. 

Vierte  Antwort:   Zur  Lieferung  von  Maschinen  zur  Herstellung 
von  Glasieolatoren  melden  sich  Kingel  &  Jeremias  in  Badeberg  i.  Sa, 

56.  Wer  liefert  Rührapparate  zum  Rühren  des  Glases  im  Hafen? 
Antwort:  Um  besondere  Giassorten  im  Hafen  innig  zu 
mischen,  gibt  es  verschiedene  Bübrapparate ;  einige  sind  durch  Patent 
Beschützt,  z.  B.  Nr.  120  842  und  Nr.  156  067.  Jedoch  Btellen  sich  die 
meisten  Hütten  selbst  einen  entsprechenden  Apparat  her.  Man  formt 
einen  der  Hafentiefe  entsprechenden  Hohlzylinder  aus  Hafenmasse,  der 
nnten  geschlossen  ist  und  oben  einen  trichterförmig  ausgearbeiteten  Band 
hat.  In  den  letzteren  wird  ein  eiserner  Haken  mit  Führungsarm  und 
Handgriff  lose  eingepaßt,  und  das  Ganze  mechanisch  angetrieben.  Vor 
dem  Gebranch  wird  der  Rührzylinder  gut  aufgetempert  Die  Führungs- 
stange muß  ab  und  zu  durch  eine  frische,  kalte  ersetzt  werden. 

40  000  Flascheng  braun,  rund,  10  g,  ohne  Bodenbez.,  ohne  Stopfen 

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25  000  ^©piatsfiaschen,  hainweiß,  50  g 
20  000  Rf  «sfssEngiaa,  halbweiß,  10  g,  rund 
50  000  „  „      15  g,  „ 

40  000  Lederiackflaschenj  grün,  quadratisch,  100  g 
50  000  „  •  „  „       etwa  35  g 

70  000  Flaschen,  70  g,  rund 
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G.  Scheize,  Zittau  I.  Sa.  1663 

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57.  lür  welche  Zweckt  und  in  welchen  Industrien  wird  Glasgalle 
verwendet,  und  wie  lautet  der  chemische  Ausdruck  für  Glasgalle? 

Erste  Antwort:  Die  Glasgalie  findet  hauptsächlich  in  der 
Zündholzindustrie  Verwendung.  Die  in  den  Handel  kommenden  Qiantitäten 
werden  aber  immer  geringer,  da  man  gelernt  hat,  die  sich  bildende  Galle 
abzubrennen,  wodurch  das  lästige  Abschöpfen  derselben  hinfällig  wird. 
Für  Glasgalle  gibt  es  keinen  chemischen  Ausdruck,  denn  sie  ist  ein  Gemisch 
von  unzersetzt  gebliebenen  Schwefelsäure-  und  Chlorverbindungen  der 
Alkalien  und  des  Kalkes. 

Zweite  Antwort:  Glasgalle  ist  ein  Gemisch  von  Sulfaten 
und  Chloriden  mit  Silikaten,  die  nicht  zersetzt  wurden.  Bei  Vorhanden- 
sein von  Glasgalle  treten  selbst  bei  guter  Entfernung  derselben  doch  noch 
vielfach  Glasfehler  auf,  weswegen  man  stets  darauf  bedacht  ist,  durch 
richtige  Zusammenstellung  des  Glassatzes  die  Bildung  von  Galle  zu  ver- 
meiden. Früher  wurde  Glasgalle  in  den  Hutten  wieder  verwendet,  heute 
gibt  es  dafür  einige  Abnehmer  in  bestimmten  Industrien. 


Keramik. 

81.  Welche  Maschinen  sind  notwendig  zu  einer  modernen  erst- 
klassigen  Einrichtung  zum  eisenfreien  Zerkleinern  und  Mahlen  von  Quarz, 
Feldspat  und  Flußspat? 

Glas. 

63.  Wir  haben  bei  unserem  Hafenofen  mit  Kohlenfeuerung  mit  dem 
Uebelstand  zu  kämpfen,  daß  aufgetriebene  Gegenstände  angeraucht  sind, 
trotzdem  bei  deren  Herstellung  zwecks  der  Erzeugung  einer  reduzierenden 
Flamme  Holzspäne  beim  Auftreiben  verbrannt  werden.  Wie  ist  dieser 
Uebelstand  zu  beseitigen? 

64.  Zu  besonderen  Glasdekoren  benötigen  wir  ein  dunkles,  aber  nach 
dem  Einbrennen  schön  leuchtendes  Eisenrot.    Wer  liefert  ein  solches  Rot? 

65.  Wie  und  womit  werden  die  Glaszylinder  in  Rekordspritzen  ein- 
gekittet oder  eingelötet?  Die  im  Sprechsaal-Kalender  und  in  den  Antworten 
zur  Glas-Frage  43  angegebenen  Kitte  eignen  sich  nicht  für  den  genannten 
Zweck. 

Briefkaste«  der  Redaktion. 

H.  (J.  i.  H.  Das  Abriageln  der  Häfen  ist  in  den  Antworten  zur 
Frage  117  in  Nr.  50  und  51  des  Spreehsaal  1919  so  ausführlieh  behandelt, 
daß  wir  darauf  verweisen  müssen. 

M.  u.  E.  i.  K.  Nachstehend  nordische  Aireäsen  zum  Bazu?  von 
Feldspat:  Andreas  Jensen  in  Kopenhagen  B,  Veaterbrogade  71  (Dän.), 
Hermann  Jensen  in  Bisör  (Norw.),  Aktiebolaget  O.'toklas  in  Forsbammer 
(Schw.),  Aktiebolaget  Svensk  Fältepatezport  in  Vaidö,  Rosiageu  (Sshw.), 
A/S  Det  Norske  Bergaelskab  in  C  iristiania,  Storthiagagada  18  (Sshw.). 


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I  desgleichen)    mit  2  Riemenscheiben  und  3  Büchsen, 
5 — 6  kg  Iahalt,  auf  besonders  massiven  Gußeisen- 
böcken ruhend                                   j   .    .    .  „  6500  — 

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XX  —  Nr.  21 


241  — 


SPRECHSÄAL-COBURi 


1922.  (56.  Jahrgang.) 


I  Waggon 


bestehend  aus  Zylindern  und  Glocken, 
für  den  indischen  Markt  spottbillig 
abzugeben.  Die  Ware  ist  vei  Band- 
bereit  gepackt.  Angebote  unter  Z  4660 
an  die  Geschäftsstelle  des  Sorecbsaal. 


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ff.  gemahlenen 


die  im  Poizellaa- Ofen  verschiedene 
Glattbrände  durchgemacht  haben  ? 
Abnahme  in  ganzen  Wagenladungen. 

Anfragen  unter  Z  4689  an  die  Ge- 
schäftsstelle des  Sprechsaal. 


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Aufsätze,  Vasen  usw.) 

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abzugeben  Anfragen  unter  Z  4677 
an  die  Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 


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Bezugspreis:  Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  dnrch  die  Post  vierteljährlich  M  25.—  anter  Streifband  4L  50.—. 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  and  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  2.—  (Stellengesache  JL  1.—). 
Ffir  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  and  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


Mitglied  von :  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  B.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  ffir  geistiges  Eigentum. 

•    Nachdruck  der  Origlnal-Reltr&ge  verboten. 


Töpferei-BeruispnossensGlialt,  Sektion  III. 

Zu  der  am 

■ittwoch,  den  14.  Juni  1922,  vormittags  11  Uhr, 

in  Bunzlau,  Hotel  zum  Kronprinzen  von  Preußen, 

:  Sattfindenden  ordentlichen 

Sektionsversammlung 

erden  die  Mitglieder  gemäß  §  24,  28  des  Statuts  ergebenst 
■geladen. 

Tagesordnung: 

Geschäftsbericht. 

Abnahme  des  Rechenschaftsberichts  für  1921. 
Wahl  der  Rechnungs- Revisoren  für  1922. 
Feststellung  des  Etats  für  19^3.. 

Beratung  und  evtl.  Beschlußfassung  über  Anträge,  welche 
yon  Sektions-Mitgliedern  bis  7.  6.  2ü  bei  dem  Unterzeichneten 
eingereicht  sind. 
Neu- Altwasser  (Post  Altwasser),  Schles.,  den  27.  Mai  1922. 

Vorstand  der  Serien  m  der  Topferei-BernfsgenosHuscnaft. 

G.  Faist,  Vorsitzender.  [C84 


Volumenbeständige  Dinassteine. 

(Nachdruc«  verboten.) 

In  einer  vorläufigen  Mitteilung  berichtet  O.  Rebuffat  in 
Bn  Transactions  of  the  Engl.  Ceram.  Soc.  XXI  (1921/22),  I.  Tl., 
.  66 — 68,  über  seine  Versuche  zur  Herstellung  volümen- 
eständiger  Dinassteine.  Bekanntlich  zeigen  die  jetzt  in  Gebrauch 
afindlichen  Dinassteine  nach  längerer  Verwendung  in  hohen 
fentemperaturen  Neigung  auseinanderzufallen,  was  auf  ihrer 

''usdehnung  beruht.  Wie  zahlreiche  wissenschaftliche  Unter- 
lchungen  ergeben  haben,  ist  diese  Ausdehnung  der  Steine  das 
rgebnis  der  Umwandlung  des  Quarzes  in  ätiotrope  Formen 
on  geringerer  Dichte,  nämlich  in  Tridymit,  Cristobalit,  ge- 
ihmolzene  Kieselsäure  usw.    Weiter  hatte  sich  gezeigt,  daß 

diejenigen  Steiae,  bei  denen  keine  Ausdehnung  des  Quarzit- 
laterials,  aus  dem  sie  bestanden,  mehr  eintrat,  auch  nicht  bei 
nger  Verwendung  im  Ofen,  schon  im  ersten  Brande  fast 
sllständig  umgewandelt  worden  waren.    Andrerseits  hatte  bei 

-  m  Steinen  aus  denjenigen  Quarziten,  welche  sich  nachträglich 
l  Feuer  ausdehnten,  keine  Umwandlung  stattgefunden. 

Es  wurde  daher  zunächst  vorgeschlagen,  um  volumen- 
eständige  Qaarzitsteine  zu  erhalten,  den  ersten  Brand  der- 
slben  solange  fortzusetzen,  bis  die  gesamte  Masse  des  Quarzes 


fast  vollständig  in  Tridymit  übergegangen  sei.  Das  war  aber 
angesichts  des  überaas  großen  Brennstoff-  und  Material- 
verbrauchs nicht  durchführbar,  da  es  ja  notwendig  wäre,  die 
Ziegel  mehrere  Wochen  hindurch  auf  einer  Temperatur  von 
1400°  C.  zu  erhalten,  und  selbst  daon  wäre  der  Erfolg  noch 
nicht  sicher  gewesen.  Hinwieder  haben  sich  auch  alle  Ver- 
suche, zu  einer  verläßlichen  Methode  zu  gelangen,  als  vergeblich 
erwiesen,  durch  die  es  möglich  wäre,  einen  Qaarzit,  der  volumen- 
beständige Ziegel  gibt,  von  einem  solchen  zu  unterscheiden,  der 
dies  nicht  tut.  ' 

Das  Problem,  dessen  Lösung  der  Verfasser  versucht  hat, 
ist  auf  Veranlassung  der  Eisenwerke  von  Terni  auch  den 
italienischen  Chemikern  von  der  Technisch-wissenschaftlichen 
Gesellschaft  zu  Mailand  zum  Studium  vorgeschlagen  worden. 

Es  war  bisher  schon  festgestellt  worden,  daß  die  Um- 
wandlung des  Quarzes  in  Tridymit  infolge  seiner  Auflösung 
in  einem  Glasflusse  stattfindet,  aus  dem  der  Tridymit  aus- 
kristallisiert. 

In  allen  Silikasteinen  entsteht  durch  das  Brennen  eine 
kleine  Menge  Calcinmsilikat,  das  als  Bindemittel  die  Quarz- 
körner  zusammenhält.  An  sich  selbst  genügt  es  aber  offenbar 
nicht,  die  Umwandlung  des  Quarzes  in  Tridymit  zu  erleichtern. 
Man  muß  daher  annehmen,  daß  die  Quarzite,  die  volumeo- 
beständige  Steine  geben,  noch  andere  Stoffe  enthatten,  die  bei 
der  Verbindung  mit  dem  kieselsauren  Kalk  das  Flußmittel 
bilden,  das  die  Umwandlung  mit  hervorruft.  Seit  langem  ist 
bekannt,  daß  gewisse  beständige  und  nicht  flüchtige  anorganische 
Säuren,  wie  Bor-,  Phosphor-,  Wolfram-  und  Molybdänsäure,  mit 
der  Kieselsäure  Molekularkomplexe  bilden,  die  Kieselsäure  zu 
lösen  vermögen  und  sie  befähigen,  in  verschiedenen  ätiotropen 
Formen  zu  kristallisieren.  Es  war  also  zunächst  zu  prüfen,  ob 
die  Quarzite,  welche  volumenbeständige  Steine  geben,  beträcht- 
liche Mengen  obengenannter  Stoffe  enthalten.  Der  Verfasser 
fand,  daß  der  Quarzit  von  Lagonegro,  aus  dem  sich  nach  den 
praktischen  Erfahrungen  mehrerer  italienischen  Eisenwerke 
volumenbeständige  Ziegel  herstellen  lassen,  beim  Aufschluß  mit 
Fluß-  oder  Schwefelsäure  5,5  °/0  Sulfatrückstand  ergibt.  Er  hat 
im  natürlichen  Zustande  und  bei  15°  eine  Dichte  von  2,65.  die 
sich  nach  achtstündigem  Glühen  bei  130ü— 1350°  C.  in  eine 
solche  von  2,25  umwandelt.  Die  Analyse  ergab,  daß  dieser 
Quarzit  0,31  °/0  Pho*phorsäureanhydrid  enthält,  ferner  etwas 
Eisenoxyd  und  geringe  Mengen  anderer  Stoffe.  Nach  der  Ent- 
fernung der  Phosphorsäure  durch  Behandeln  des  Qaarzits  mit 
konzentrierter  Salpetersäure  zeigt  sich,  daß  das  gereinigte 
Gestein  nicht  mehr  die  Eigenschaft  besaß,  sein  spezifisches 
Gewicht  beim  Erhitzen   auf  1300— lö50°  rasch  m  ändern 


254  —  Nr.  SS 


Vielmehr  betrag  dieses  auch  nach  achtstündiger  Erhitzungs- 
dauer noch  2,6. 

Zur  Gegenprobe  wurde  eine  gewisse  Menge  sehr  reinen 
Quarzits,  der  einen  Sulfatrückstand  von  nar  0,62  °/0  beim  Auf- 
schließen hinterließ  und  die  Dichte  2,60  (die  nach  achtstündiger 
Erhitzung  auf  1300—1350°  unverändert  blieb)  besaß,  mit  3°/0 
eines  Alkaliglases  von  der  Dichte  2,61  und  einem  Gehalt  von 
16  °/0  Phosphorpentoxyd  (d.  s.  0,45  °/0  des  Qoarzits)  versetzt. 
Die  Mischung  wurde  wie  vorher  acht  Stunden  lang  auf  1300 
bis  1350°  erhitzt.  Die  Substanz  besaß  nach  dem  Erhitzen  eine 
Dichte  von  2,27 — 2,30  und  zeigte  bei  der  mikroskopischen 
Prüfung  mit  gekreuzten  Nicols  nur  wenige  doppeltbrechende 
Körner.  Sie  ähnelte  im  Aussehen  dem  gebrannten  Lagonegro- 
Quarzit. 

Diese  Versuche  legen  die  Wahrscheinlichkeit  nahe,  daß  die 
Umwandlung  des  Quarzes  in  ätiotrope  Formen  Von  geringerer 
Dichte  durch  die  Gegenwart  kleiner  Phosphorsäuremengen 
erleichtert  wird. 

Angesichts  des  häufigen  Vorkommens  der  Phosphorsäure 
in  Gesteinen  kann  man  wohl  mit  ziemlicher  Sicherheit  behaupten, 
daß,  wenn  Quarzite  die  Eigenschaft  der  Volumenbeständigkeit 
im  Feuer  zeigen,  dies  auf  das  Vorhandensein  geringer  Mengen 
jener  Substanz  zurückzuführen  ist. 

Die  vom  Verfasser  untersuchten  Proben  zeigten  bei  der 
mikroskopischen  Prüfung,  daß  die  unter  den  genannten  Ver- 
hältnissen gebildeten  ätiotropen  Formen  der  Kieselsäure  haupt- 
sächlich aus  Tridymit  bestehen.  Wird  die  Erhitzung  auf  mehr 
als  acht  Stunden  ausgedehnt,  so  wird  die  Tridymitstruktur 
immer  gleichmäßiger,  während  die  wenigen  zuerst  vorhan- 
denen doppeltbrechenden  Körner  gänzlich  verschwinden. 

Ob  noch  andere  ätiotrope  Formen  von  niedriger  Dichte  in 
geringer  Menge  vorhanden  sind,  hat  Rebuffat  nicht  ermittelt, 
aber  sogar  nach  einer  vierundzwanzigstündigen  Erhitzungsdauer 
auf  1300 — 1350°  erscheint  die  Struktur  des  Tridymits  gleich- 
mäßig und  bleibt  die  Dichte  2,22  bis  2,27. 


Das  Pyrexglas  der  C.  G.  W.  (U.  S.  A.). 

Von  Dr.  Oskar  Lecher 
(Lausitzer  IndnBtrielaboratorium),  Cottbus. 

In  den  letzten  Jahren  sind  in  Amerika  und  England  sehr 
große  Mengen  eines  mit  dem  Stempel  „Pyrex"  versehenen 
Glapes  vertrieben  worden,  das  ganz  bemerkenswerte  Eigen- 
schaften hat.  Aus  dem  Glase  werden  hauptsächlich  Küchen- 
geräte wie  Krautschalen,  Bratpfannen,  Backformen,  Kochtöpfe 
usw.  gefertigt,  die  infolge  ihrer  Sauberkeit  und  Ungefährlich- 
keit  den  bisher  gebrauchten  eisernen  und  emaillierten  Gefäßen 
vorzuziehen  sind  und  dementsprechend  sehr  gute  Aufnahme 
fanden.  Die  Geräte  haben  eine  Wandstärke  von  5 — 7  mm,  sind 
sehr  widerstandsfähig  gegen  Zerbrechen  und  vertragen  sogar 
ein  Werfen  auf  den  Fußboden.  Das  Bemerkenswerteste  und 
Neueste  ist  jedoch,  daß  man  diese  starkwandigen  Gefäße  ohne 
weiteres  auf  direktes  Feuer  setzen  und  in  ihnen  kochen,  braten 
und  backen  kann.  Die  Valutafrage  ist  es  anscheinend  allein, 
die  die  Aufnahme  in  Deutschland  bisher  unmöglich  machte, 
denn  auf  dem  Kontinent  sind  dieselben  m.  W.  bereits  in  der 
Schweiz  und  in  Holland  stark  in  Gebrauch. 

Ich  hatte  im  Sommer  vorigen  Jahres  Gelegenheit,  ein 
solches  Glas  eingehend  zu  untersuchen  und  nach  der  Analyse 
Schmelzversuche  anzustellen. 

Das  mir  zur  Verfügung  stehende  Glas  war  eine  Kraut- 
schüssel  in  der  Form  der  bei  uns  üblichen  runden  Milchsatten; 
es  faßte  etwa  3/4  Liter.  Der  Boden  war  7  mm,  die  Seiten- 
wände 5  mm  stark.  Die  Farbe  ist  halbweiß  mit  schönem 
Glanz,  in  dicker  Schicht  gelblichgrün.  Der  Boden  und  der 
untere  Teil  der  Seitenwände  zeigen  dünne  Rillen,  die  den 
Schlieren  bei  sehr  zähflüssigen,  tonerdereichen  Gläsern  ähnlich 
sehen.  Das  Glas  selbst  ist  klar,  durchsichtig  und  fast  völlig 
gispenfrei,  es  verkleinert  bei  senkrechter  Aufsicht  eine  darunter 
befindliche  Schrift  um  ein  geringes. 

Die  chemische  Prüfung  und  Analyse  ergab  folgendes: 

Im  Bunsenbrenner  geglüht  zeigt  das  Glas  die  Natrium- 
flamme,  die  Kalifärbung  ist  gering.  Das  gepulverte  Glas  sintert 
schon  beim  Glühen  im  Gebläse  zusammen;  mit  Flußsäure  über- 
gössen, löst  es  sich  sofort  unter  starker  Erwärmung  bis  auf 
geringe  Rückstände  auf.  Das  stark  geglühte  Glas  springt  beim 
Abschrecken  mit  kaltem  Wasser,  doch  halten  die  gesprungenen 
Stücke  noch  zäh  zusammen,  ein  Auseinanderspringen  wie  beim 
gewöhnlichen  Glase  tritt  nicht  ein. 

Im  Laufe  der  systematischen  qualitativen  Analyse  wurden 
gefunden:  Kieselsäure  reichlich,  Borsäure  reichlich,  Blei  fehlt, 
Arsen  fehlt,  Zinn  fehlt,  Phosphorsäure  fehlt,  Tonerde  reichlich, 
Zink  fehlt,  Nickel  Sparen,  Kalk  fehlt,  Baryt  fehlt,  Magnesia 
vorhanden,  Fluor  fehlt,  Natrium  reichlich,  Kalium  wenig. 


1922.  (56.  Jahrgang.) 

Die  quantitative  Analyse  ergab: 


Kieselsäure,  SiOs   80,71  °/0 

Borsäure,  BsO,   10,47  °/0 

Tonerde,  AlaO   3,55  °/0 

Kalk,  CaO   0,70  °/0 

Magnesia,  MgO   0,67  °/0 

Natrium,  Na20   4,14  °/0 


Der  Erfinder  oder  besser  Fabrikant  des  Glases  ist  all 
noch  erheblich  über  das  deutsche  Glas  59  III  (Ullmann,  Enz 
klopädie  VI.)  hinausgegangen,  das  bisher  infolge  seiner  Schwel 
flüssigkeit  fast  die  Grenze  der  technischen  Schmelz-  und  B 
arbeitbarkeit  darstellte. 

Es  ist  anzunehmen,  daß  sich  das  Glas  durch  Zusammen 
schmelzen  von  80  Teilen  Sand,  13,3  Teilen  Borax,  gebranx 
1,2  Teilen  Borsäureanhydrid  und  7  Teilen  Kaolin,  resp.  er 
sprechenden  Mengen  Borsäure,  Soda  oder  kristallisierter  Bon 
erzielen  ließe. 

Die  mit  einem  Versuchsgemenge  von  80  Teilen  Hohe 
bockaer  Sand,  16  Teilen  gebr.  Borax  und  4  Teilen  Kaolin  a 
gestellten  Schmelzversuche  stießen  jedoch  auf  große  Schwieri 
keiten.    Das  Gemenge  sinterte  bald  «zusammen  und  wur 
steinhart,  doch  eine  Glässchmelze  war  weder  in  gasgeheizfr 
SpezialÖfen  noch  im  Devilleofen,  wo  die  Tiegel  gewöhnlich  n 
zerschmolzen,  zu  erzielen.   Erst  als  eine  Probe  in  einen  b 
reits  8  Stunden  in  Betrieb  gewesenen,  weißglühenden  Segc 
Heinecke  Ofen  gesetzt  und  noch  6  Stunden  lang  der  voll 
Brennhitze  bei  gutem  Gasdruck  ausgesetzt  war,  zeigte  sich  i 
erkalteten  Tiegel  nach  dem  Zerschlagen  unter  einer  den  halb' 
Tiegelinhalt  einnehmenden  Steinschicht  eine  ebenso  hohe,  g 
durchsichtige  grünliche,  noch  etwas  gispige  Glasmasse,  <J 
trotz  schneller  Abkühlung  keinen  Sprung  zeigte,  sich  im  Bunse 
brenner,  ohne  zu  springen,  erhitzen  ließ,  also  anscheinend  ein 
sehr  geringen  Ausdehnungskoeffizienten  besaß.  Da  jedoch  ein 
schwer  schmelzbares  Glas  (normale  Gläser  schmolzen  unter  d 
gleichen  Bedingungen  in  2l/a  Stunden  völlig  aus)  kaum  i 
üblichen  deutschen  Industrieglasofen  geschmolzen  werden  kat 
ist  anzunehmen,  daß  sich  die  Amerikaner  entwedar  besonde 
heißgehender  Oefen,  ev.  mit  flammenloser  Oberf lachen verbre  1 
nung  oder  dergl.  bedienen  oder  durch  besondere  Zusätze  eil  1 
leichtere  Läuterung  des  zusammengeschmolzenen  Gemeng  i 
ermöglichen,  auf  deren  evtl.  Ausmittlung  ich  noch  einige  V<  < 
suche  wenden  will  i 

Es  wäre  nun  wohl  möglich,  durch  geringe  Zusätze  einig  1 
anderer  Metalloxyde  die  chemische  Widerstandsfähigkeit  d  '• 
Glases  so  zu  steigern,  daß  es  zur  Fabrikation  von  chemisch!  b 
Apparaturen,   Bechergläsern,  Kolben,  Erlenmeyer  etc.  Vi  1 
wendung  finden  kann*).   Welchen  Vorteil  ein  solches  die  ] 
wandiges,  fast  unzerbrechliches  Glas,  solange  es  überhaupt  t 
zahlbar  ist,  für  chemische  Laboratorien  usw.  hätte,  braue 
man  wohl  keinem  Chemiker  noch  besonders  klar  zu  mach« 
wenn  man  ihn  nur  an  die  großen,  monatlichen  Bruchkosten  au 
bei  Verwendung  bester  Jenaer  Gläser  erinnert. 

Besondere  Verwendungsmöglichkeiten  eröffnen  sich  no 
bei  Verwendung  des  Glases  zu  Autoklaven,  wo  man  jederz 
den  Reaktionsvorgang  verfolgen  könnte,  was  bei  den  bisherig 
eisernen  leider  so  oft  als  großer  Mangel  empfunden  wii 
Ferner  weise  ich  auf  gläserne  Badewannen,  Sterilisationsgefäi| 
Kessel  zum  Einkochen  von  Früchten,  zum  Eindampfen  v 
Schwefelsäure,  zum  Kalzinieren  von  eisenfreiem  Sulfat  usw.  h 

Der  fabrizierenden  amerikanischen  Firma  ist  jetzt  um 
folgendem  Wortlaut  ein  Patent  erteilt  worden: 

„Gegen  Temperaturschwankungen  widerstandsfähige  Gläse 
welche  sich  besonders  zur  Herstellung  von  Küchengeräten  e: 
nen,  einen  Ausdehnungskoeffizienten  von  weniger  als  0.0000 
eine  Wärmeleitfähigkeit  von  etwa  0.028  besitzen  und  unterhi 
800°  erweichen,  werden  erhalten  aus  mindestens  70  °/0  Si< 
höchstens  3  °/0  AI,  sowie  BtOs  und  Na80,  wobei  die  Men 
BjO,  mindestens  doppelt  so  groß  ist  als  die  des  JNa. 
(F.  P.  533166  vom  31.  3.  1921  ausgestellt  22.  2.  1922 ;  A.  Pri 
24.  6.  1915.) 

Danach  müßte  sich  das  Glas,  sofern  das  Gemenge  eins 
geschmolzen  ist,  leicht  bearbeiten  lassen,  da  die  Erweichuni 
temperatur  unter  800°  liegt,  was  sich  auch  mit  meinen  V 
Buchen  am  Originalglas  deckt. 

Ich  hoffe  jedoch,  daß  eine  Patentierung  in  Deutschla 
nicht  erfolgen  kann,  denn  der  Gedanke  ist  nicht  neu,  da  äl 
liehe  Gläser  in  Deutschland  seit  langem  hergestellt  wurd 
wenn  auch  die  Fabrikation  infolge  der  technischen  Schwier 
keiten  bisher  nicht  möglich  war.  Vielleicht  interessiert  s: 
doch  auch  einmal  eine  deutsche  Hütte  für  ein  Glas  ähnliol 
Zusammensetzung  und  Eigenschaften  und  läßt  den  Amerikan« 
diesen  unbestreitbaren  Vorsprung,  der  doch  auch  nur  i 
deutschen  Versuchen  aufgebaut  ist,  nicht. 

■  r 

*)  Oeeohleht  bereits.  O.  Red. 


SPRECHSAAL  -  COBURG. 


/ 


I 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Kr.  22  —  255 


Ich  führe  nochmals  zum  Vergleich  die  Eigenschaften  des 
Glases  59  III,  des  Pyrexglases  und  reinen  Quarzglases  an  r 

SiOa        Bs08  A120, 
59  III  72  12  5 

Pyrexglas        80.7         10.5  3.5 
Quarzglas 


Na20 
11 
4.1 


100 


A.-K. 

0.0000177 

0.000004 

0.0000015 


Der  neue  spanische  Zolltarif. 

(Nachdruck  verboten.) 

Am  16.  Februar  1922  ist  in  Spanien  der  neue  Zolltarif  in 
Kraft  getreten.  Die  bisher  erhobenen  Valutazuschläge  sind 
durch  Verordnung  vom  21.  Februar  1922  für  die  Länder,  welche 
Anspruch  auf  die  Zollsätze  des  II.  Tarifes  haben,  vom 
21.  Febiuar  1922  ab  aufgehoben  worden.  Zu  diesen  Ländern 
gehört  vorläufig  bis  zum  20.  Dezember  1922  auch  Deutschland 
gemäß  dem  deutsch-spanischen  Handelsabkommen  vom  12.  Fe- 
bruar 1899,  das  von  seiten  der  spanischen  Regierung  zum 
20.  Dezember  1922  gekündigt  worden  ist. 

Um  die  Handelsbeziehungen  zwischen  Deutschland  und 
Spanien  neu  zu  regeln,  hat  sich  am  22.  April  d.  Js.  eine  deutsche 
Kommission  unter  der  Leitung  des  Ministerialdirektors  von  Stock- 
hammern  vom  Auswärtigen  Amt  nachiMadrid  begeben.  Außer- 
dem gehört  der  Kommission  der  Ministerialdirektor  von  Schoene- 
beck  vom  .Reichswirtschaftsministerium  an.  Wir  wollen  uns 
der  Hoffnung  hingeben,  daß  es  gelingen  möge,  die  gegenseitigen 
Handelsbeziehungen  zur  beiderseitigen  Zufriedenheit  zu  regeln, 
damit  kein  vertragsloser  Zustand  eintritt.  Im  letzteren  Falle 
hätten  deutsche  Erzeugnisse  bei  der  Einfuhr  in  Spanien  die 
Zollsätze  des  I  Tarifes  zu  entrichten.  Außerdem  wären  dann 
auch  die  Valutazuschläge  wieder  zu  zahlen. 

Wir  haben  die  spanischen  Zollsätze  des  Zolltarif  entwurf  es 
bereits  in  der  Nummer  12  des  Sprechsaal  mitgeteilt.  Wir 
wiesen  damals  schon  darauf  hin,  daß  das  Plenum  der  Zolltarif- 
kommission verschiedene  Aenderungen  in  den  Zollsätzen  vor- 
genommen haben  sollte.  Diese  Aenderungen  sind  aber  tat- 
sächlich viel  umfangreicher  gewesen,  als  es  damals  den  Anschein 
hatte.  Abgesehen  davon,  daß  sich  die  Tarifnummern  selbst 
bei  fast  allen  Warengattungen  verschoben  haben,  sind  zahl- 
reiche Abänderungen  der  Zollsätze  vorgenommen  worden.  Nach- 
stehend teilen  wir  infolgedessen  diejenigen  Tarifnummern  des 
neuen  spanischen  Zolltarifes  mit,  die  gegen  den  Entwurf  Aende- 
rungen der  Zollsätze  aufzuweisen  haben.  Diejenigen  Waren- 
gattungen, bei  denen  sich  nur  die  Tarifnummer  verschoben  hat, 
bei  denen  also  der  Zollsatz  unverändert  belassen  worden  ist, 
haben  wir  nachstehend  unberücksichtigt  gelassen 


Tarif- 

.Nr. 

:  18 


Bezeichnung  der  Waren 


Zollsatz 
Maßstab  Tarif  I  Tarif  II 
Peseten  Peseten 


6 


20 

21 

22 

25 
1042 
1043 


Zement,    hydraulischer  Kalk  und 
Puzzolanerde ........    100  kg 

Erden  zum  Gebrauch  in  der  Kunst 

und  für  gewerbliche  Zwecke: 
Kaolin  und  natürlicher  kohlensaurer 

Kalk  •    100  kg  1,50 

Schmirgel  in  Pulverform  .    .    .    .    100  kg  20 
sonstige,    einschließlich   Gips,  in 
Pulverform  oder  Stücken  ...    100  kg  0,50 

Schmirgeltuch  100  kg  190 

Sandpapier  .    .    .    .    .    .    •    •    •    100  kg  120 


Schmirgelpapier 

Kristall  und  Glas. 

58  Hohlglas,    aus    schwarzem  oder 

grünem  Glas,  gewöhnliches,  unge- 
färbt, in  Flaschen,  Flakons,  Korb- 
flaschen und  anderen  Umschlie- 
ßungen, geblasen  oder  gegossen, 
weder  geschnitten  noch  geschliffen 
auf  irgend  eine  Art  .    .    .    .  . 
Anmerkung:  Glas,  dessen  Färbung 
anf  der  naturlichen  Farbe  der  Ronmasse 
beruht,  ohne  daß  irgend  ein  Farbstoff 
zugesetzt  worden  ist,  wird  wie  nicht 
gefärbtes  Glas  verzollt. 

59  Hohlglas,  weiß,  farblos  oder  farbig, 
in  den  gleichen  Gegenständen, 
wederü  geschnitten    noch  ge-i 
schliffen    .    .  • 

0  Flaschen  und  Flakons,  geschliffen, 
und  Siphons  für^  kohlensäure- 
haltige  Getränke  .  .  ,  ..  •  • 
Sogenanntes  Präzisionsglas  oder 
-kristall,  in  Röhren,  roh,  und 
Wasserstandsgläsern,  Glaszylin- 
dern und  Preßbehältern  (envases 
para    comprimidos),    nicht  mit 


100  kg  150 


0,75 
10 

0,25 
75 
40 
50 


100  kg    30  12 


100  kg  75 


30 


100  kg  150  60 


Tarif- 
Nr. 


Bezeichnung  der'  Waren 


69 


693 


Gradeinteilung  versehen,  in  Form 
von  Phiolen  (matraces),  Retorten, 
Gegenständen  und  Apparaten  für 
Laboratorien,  ausschließlich  aus 
solchem  Material  gefertigt,  mit 
oder  ohne  Fassung  (montados), 
sowie  Ampullen  fürEinspritzungen 
von  Lösungen    .    .    .    .    .    .  • 

G2  Dergleichen  Gegenstände,  mit  Grad- 
einteilung  versehen,  einschließlich 
der  mit  Gradeinteilung  versehenen 

Probierröhren  

Anmerkung  zu  der  Tarif- 
nummer 63.  Glas,  dessen  Färbung  auf 
der  natürlichen  Farbe  der  Rohmasse  be- 
ruht, ohne  daß  irgend  ein  Farbstoff  zu- 
gesetzt worden  ist,  wird  wie  nicht  ge- 
färbtes Glas  verzollt. 

Als  Schnitt  ist  die  Bearbeitung, 
welche  zur  Entfernung  der  Formnähte 
notwendig  ist,  nicht  anzusehen. 

Anmerkung  zu  der  Tarif- 
nummer 64.  Als  Schnitt  ist  die  Be- 
arbeitung, welche  zur  Entfernung  der 
Formnähte  notwendig  ist,  nicht  anzueehen. 

68  Drahtglas  

Gl»s  und  Kristall  für  Fenster,  bis 
4  mm  einschließlich  dick,  auch 
mit  abgeschliffenen  Rändern,  ge- 
bogen oder  gefärbt,  und  farbige 
Fensterscheiben     .    .    .    .    .  . 

Photographische  Platten  ..... 

70  Isolatoren  aus  Glas  für  Lufttele- 

graphen- und  Telephonleitungen 

71  Glas  und  Kristall,  belegt  mit  Queck- 

silber und  Nickel  

72  Desgleichen,  belegt  mit  Silber  oder 

Platin  •  • 

75  Platten   oder  Gußstücke   aus  op- 

tischem Glas,  nicht  geschnitten 

76  Optisches   Glas    aller  Art,  ohne 

Fassungen   .  • 

Irdenware,  Feyence  und  Porzellan 
78  Fliesen,  Backsteine,  Dachziegel  und 
allgemein  alle  groben  Artikel  aus 
gewöhnlichem  gebrannten  Ton, 
ohne  Glasur  oder  Schmelz,  für 
den    Bau    oder  Schmuck  von 

Häusern  

Anmerkung:  Bei  der  Anwendung 
dieser  Tarifnummer  ist  zu  berücksichtigen, 
daß  sie  nur  rohe  Backsteine,  Fiiesen  und 
Dachziegel,  aus  Erle  und  Ton,  gebrannt, 
umfaßt,  die  zur  Herstellung  von  Wän- 
den, Mauern,  Backöfen  usw.  verwendet 
werden. 

80  dergleichen,  mit  durchsichtigem, 
weißem  öde*  farbigem  Ueberzug 
oder  Schmelz  

90  Fayence,  feiner  Ton  und  Steinzeug 

(gres),  mit  weißem  oder  einfar- 
bigem Schmelz,, .aber  ohne  Strei- 
fen oder  irgend  welche  Ver- 
zierungen, in  Form  von  Tisch- 
und  Kaffeegeschirr,  Toilettegerät 
und  dergleichen;  Artikel  aus  den 
genannten  Stoffen,  die  in  Par- 
fümerien  und  von  Photographen 
gebraucht  werden,  und  allge- 
mein alle  in  anderen  Tarifnum- 
mern nicht  besonders  genannten 

91  Fayence,  feiner  Ton  und  Steinzeug, 

mit  mehrfarbigem  Schmelz  oder 
Streifen  oder  Verzierungen,  in 
den  gleichen  Gegenständen  wie 
in  der  vorhergehenden  Nummer  , 

92  Weißes  Porzellan  in  Form  von 

Tisch-  und  Kaffeegeschirr,  Toi- 
lettegerät und  dergleichen;  auch 
Artikel  aus  diesem  Stoff,  die  in  der 
Chemie,  Pharmazie  oder  Parfü- 
merie  gebraucht  werden,  und 
allgemein  alle  in  anderen  Tarif- 
nummern nicht  besonders  ge- 
nannten Artikel.   .   .   .   .    .  . 


Zollsatz' 
Maßstab  Tarif  I  Tarif  II 
Peseten  Peseten 


6  2,40 


kg       12  5 


100  kg 

75 

30 

7i'  l 

100  kg 

125 

50 

kg 

2 

o, 

100  kg 

75 

-30 

100  kg 

375 

150 

100  kg 

eil 

250 

kg 

50 

20 

kg 

30 

tii  v  '  $ 

"ff*  • 1 

100  kg 

4 

s  .ist 


100  kg  25 


10 


®is  mm 


100  kg  150  50 


10U  kg  ,210 


lfO  kg  150  60 


2B6  —  Nr.  22 


SPRECHSAAL- COBURG. 


1923.  (56.  Jahrgang.) 


Tarif- 
Nr. 

93 


Bezeichnung  der  Waren 


Zollsatz 
Maßstab  Tarif  I  Tarif  II 
Peseten  Peseten 

Porzellan  farbig,  oder  mit  Streifen, 
Verzierungen,  Malerei  oder  Ver- 
goldung, in  Artikeln  der  vorigen 

Tarifnummer  100  kg  225  75 

95  Feiner  Ton,  Steinzeug,  Fayence 
oder  Porzellan  in  Figuren,  Blumen, 
Vasen,  Reliefs,  Blumenschalen 
und  ähnlichen  Ausschmückungs- 
gegenständen  . 

684  Brillen,    Kneifer,  Vergrößerungs- 

gläser und  dergleichen,  gebrauchs- 
fertig, mit  Ausnahme  solcher  mit 
Fassungen  aus  Silber  und  Gold 

685  Schutzbrillen  für  Kraftwagenfahrer 

686  Ferngläser  und  die  nicht  besonders 

genannten  Binokulare  .... 

688  Mikroskopische  und  sonstige  op- 

tische Apparate  für  den  Labora- 
toriumsgebrauch   kg      30  10 

689  Photographische  Handapparate  bis 

zu  einer  Größe  von  13X18  cm  ein- 


kg 

12 

4 

kg 

75 

30 

kg 

15 

5 

kg 

45 

15 

Tarif- 
Nr. 


Bezeichnung  der  Waren 


Zollsatz 
Maßstab  Tarif  I  Tarif  II 
Peseten  Peseten 


kg 


20 


10 


schließlich  und  Stereoskope  von 

jeder  Abmesssung  

690  Photographische  Apparate  für  Be- 
rufsphotographen und  photogra- 
phische Bandapparate  in  der 
Größe  von  mehr  als  13X18  cm, 
beide  ohne  Objektiv ;  Stereoskope, 
Kinematographen  mit  ihren 
Teilen  und  photographisches 
Zubehör  wie  Vergrößerungs- 
gläser (ampliadores),  Projektions- 
apparate   

693  Photographische  Platten  .... 
696  Medizinische  und  chirurgische  Appa- 
rate und  Instrumente  aus  Glas  . 
Zu  den  tarifmäßigen  Zollsätzen  tritt  im  Falle  der  Zollzah- 
lung in  spanischem  Silbergeld  oder  in  Noten  der  Bank  von 
Spanien  anstatt '  in  Gold  ein  Goldaufschlag  hinzu,  der  monat- 
lich festgesetzt  wird  und  für  den  Monat  April  1922  =  23,19°' 
betrug. 


kg 

2 

1 

kg 

2 

0,40 

kg 

15 

5 

Wirtschaft lich-gewerblicher  Teil. 


Korrespondenzen. 

Personalien.  Baurat  Adolf  Schiller,  Berlin-Schöneberg,  Geschäfts- 
führer und  Inhaber  der  Fa.  Glasmaschinen-Industrie,  G.  m.  b.  H.,  Berlin, 
und  der  SchwestergeselJschaft,  der  Haidemühler  Glashuttenwerke, 
G.  m,  b.  H.,  wurde  zum  Handelsrichter  beim  Landgericht  II  Berlin  ab 
1.  6.  22  ernannt. 

Eine  seltene  Feier.  Im  Anschluß  an  die  in  Nr.  20,  S.  235,.  ver- 
öffentlichte Notiz  über  das  40-  bezw.  50-jährige  Dienstjubiläum  einer 
größeren  Anzahl  von  Beamten  und  Arbeitern  bei  der  Firma  Haas  &  Czjzek, 
Porzellanfabriken  in  Schlaggenwald  und  Chodau,  geben  wir  noch  nachträg- 
lich die  Namen  der  einzelnen  Jubilare  bekannt..  Es  feierten  das  40-jährige 
Dienst jubiläum:  Direktor  Johann  Neidhart,  die  Beamten  August  Koch, 
Albert  Dorn  und  Johann  Bräner,  die  Arbeiter  Johann  Marterer,  Josef  Seidl, 
Franz  Opl,  Robert  Gröschl,  Josef  Hochberger,  Josef  Stadler,  Karl  Eckl, 
Friedrich  Hahn,  Albert  Kunstmann,  Josef  Klarner,  Georg  Franz  und 
Johann  Leipert,  das  50-jährige  Dienstjubiläum  die  Beamten  Franz  Waldert, 
Anton  Zinner,  Josef  Eeif,  Fritz  Neidhart,  Georg  Hammernick  und  Josef 
Lang,  die  Arbeiter  Anton  Hoffmann,  Josef  Koch,  Johann  Lochner  und 
Josef  Bächer. 

Das  50  jährige  Arbeitsjubiläum  bei  der  Porzellanfabrik  Tettau, 
A.-G.,  Tettau,  feierte  am  23.6.  Herr  Schmelzer  Christian  W  u  n  d  e  r  1  i  c  h. 


Fachschulen,  Unterricht,  Forschung*. 

Der  Deutsche  Gewerbeschulverband  hält  vom  7. — 11.  6.  22  in 
Frankfurt  a.  M.  seine  29.  Wanderversammlung  ab.  Gleichzeitig  veranstaltet 
er  im  Haus  Werkbund,  im  Haus  der  Bücher  und  in  der  Gewerbeschule 
eine  umfangreiche  Ausstellung  von  Zeichnungen,  Fachliteratur,  Lehrmitteln 
usw.  Nähere  Auskünfte  erteilt  die  Geschäftsstelle  Frankfurt  a,  M.,  Moltke- 
allee  23.   

Gesetzgebung,  Steuern. 

Das  Arbeitsnachweisgesetz.  Im  Unterausschuß  des  Reichstages 
für  soziale  Angelegenheiten  wurde  letzthin  bei  der  Weiterberatung  über 
das  Arbeitsnachweisgesetz  ein  von  den  Sozialdemokraten  eingebrachter 
Antrag  abgelehnt,  den  Arbeitgeber  zu  verpflichten,  jede  einem  nicht  ge- 
werbsmäßigen Nachweis  mitgeteüte  Vakanz  auch  dem  öffentlichen  Arbeits- 
nachweis zu  melden.  Die  bürgerlichen  Parteien  stimmten  geschlossen 
gegen  den  Antrag.  Da  auch  ein  Vermittlungsantrag  der  Demokraten  ab- 
gelehnt worden  war,  ist  eine  Verständigung  im  Unterausschuß  über  den 
entscheidenden  Paragraphen  des  Gesetzentwurfes  gescheitert. 

Für  welche  Dauer  gelten  Zugeständnisse,  die  der  Arbeitgeber 
dem  Betriebsrat  gegenüber  macht?  Nr.  45  der  „Mitteilungen"  des 
Deutschen  Indastrieschutzverbandes,  Sitz  Dresden,  bringt  über  diese  Frage 
nähere  Ausführungen.  Bei  derartigen  Zugeständnissen  handelt  es  sich  in 
der  Hauptsache  um  §  76  des  B.  R.  G.,  der  bestimmt,  daß,  wenn  für  einen 
Betrieb  eine  Sprechstunde  erforderlich  ist  und  diese  innerhalb  der  Arbeits- 
zeit liegen  soll,  eine  diesbezügliche  Vereinbarung  zwischen  Betriebsrat 
und  Betriebsleitung  za  erfolgen  hat.  Streitigkeiten  haben  sich  nun  dar- 
über ergeben,  ob  der  Arbeitgeber  an  diese  Vereinbarung  während  der 
ganzen  Amtsperiode  des  Betriebsrates  gebunden  ist  oder  ob  er  dann  davon 
zurücktreten  kann,  wenn  die  Verhältnisse  des  Betriebes,  die  seinerzeit  zur 
Erteilung  der  Zustimmung  maßgebend  waren,  sich  verändern,  wenn  z.  B. 
die  Sprechstunde  in  dem  bisher  gewährten  Ausmaß  nicht  mehr  notwendig 
erscheint.  Die  Frage  des  sofortigen  Rücktritts  bei  Aenderung  der  Beiner- 
zeitigen  Voraussetzungen  ist  zu  bejahen. 

Handel  und  Verkehr. 

Abnahmepflicht  trotz  „Freibleibend".  Die  Klausel  „Preise  frei- 
bleibend" gab  nach  der  bisherigen  Rechtsprechung  dem  Verkäufer  nur  die 
Möglichkeit,  vom  Vertrage  zurückzutreten,  wenn  der  Käufer  die  von  ihm 
verlangten  höheren  Preise  nicht  zahlte,  erzwingen  konnte  er  die 
Zahlung  nicht.   Jetzt  hat  der  2.  Zivilsenat  des  Reichsgerichts  in  dieser 


j   Hinsicht  neues  Recht  geschaffen,  indem  er  den  Grundsatz  vertritt,  daß  bei 
Verträgen  mit  der  Klausel  „Preise  freibleibend"  der  Käufer  an  den  Ver- 
trag gebunden  bleibt  und  der  Verkäufer  die  Zahlung  angemessener  Preise 
beanspruchen  kann.   Die  Entscheidungsgründe  des  Reichsgerichts  führen 
in  dem  folgenden  Falle,  in  dem  es  sich  um  Lieferung  von  Eisenwaren 
handelt,  aus:  Die  Klausel  ist  als  Freizeichnung  eng  auszulegen.  Das 
„freibleibend"  beschränkt  sich  auf  die  vereinbarten  Preise.  Hält  man  sich 
streng  hieran,  so  ergibt  sich,  daß  zwar  die  Preisabrede  nicht  unbedingt 
bindend  sein  soll,  im  übrigen  aber  der  Vertrag  schlechthin  bindend. 
Qualität  und  Menge  des  Verkauften  stehen  unbedingt  fest,  vor  allem  aber 
auch  die  Lieferung  selbst,  und  dementsprechend  auch  die  Bezahlung.  Und 
zwar  für  beide  Teile.   Nur  die  Preisberedung  unterliegt  der  Abänderung. 
Liegen  die  Voraussetzungen  einer  Preiserhöhung  vor,  so  bleibt  es  doch 
bei  dem,  daß  —  nunmehr  allerdings  zu  diesem  höheren  Preise  —  der 
Käufer  verpflichtet  ist,  die  Ware  gegen  Zahlung  abzunehmen,  aber  ander- 
seits auch  berechtigt,  die  Lieferung  zu  verlangen.   Die  Unbestimmtheit 
der  Preisabrede  tut  der  bindenden  Kraft  des  Vertrags  und  dem  unverän- 
derten Festhalten  der  Parteien  an  seinem  Inhalt  im  übrigen  nicht  den 
geringsten  Abbruch.  Es  ist  Sache  des  Verkäufers,  gegebenenfalls  nach 
§  315  B.G.B ,  den  nach  den  Umständen  angemessenen  Preis  zu  bestimmen. 
Die  Unsicherheit  und  Unberechenbarkeit  aller  Verhältnisse,  wie  sie  zur 
Zeit  des  Vertragsabschlusses  herrschte  und  auch  jetzt  noch  herrscht,  macht 
es  bedenklich,  bis  zu  einem  gewissen  Grade  für  jede  solide  Geschäfts- 
führung unausführbar,  sich  in  Lieferungsverträgen  auf  lange  Frist  hinaus 
mit  der  Preisforderung  endgültig  festzulegen.  Darin  hat  die  Klausel  ihren 
Grund,  und  daher  ist  sie  auch  weithin  entfernt,  schlechthin  verwerflich 
zu  sein.   Die  Interessen  des  Käufers  werden  darum  nicht  hintangesetzt. 
Verkauft  er  nach  der  Lieferung  die  Ware,  so  kann  er  seine  Preise  ohne- 
hin der  nunmehrigen  Konjunktur  anpassen.   Verkauft  er  auf  Lieferung, 
so  kann  er  sich  schützen,  indem  er  das  nicht  anders  tut,  als  wie  er  ein- 
kauft. —  Anders  läge  es  nur,  wenn  sich  ein  entgegenstehender  Handels- 
gebrauch bereits  gebildet  hätte,  was  offenbar  nicht  der  Fall  ist.  Anders 
aber  auch,  wenn  erkennbar  die  Parteien  es  übereinstimmend  anders  gemeint 
haben.   Da  das  hier  behauptet  wird,  bedarf  es  noch  weiterer  sachlicher 
Verhandlung.    Deshalb  mußte  die  Sache  an  die  Vorinstanz  zurückver- 
wiesen werden.   (Aktenzeichen  II.  421—437/21.) 

Lieferungsausschreibung  von  ForzeUanisolatoren.  Die  Eisen- 
bahndirektion Cöln  schreibt  die  Verdingung  der  Lieferung  von  56  300 
Porzellanisolatoren  für  die  Eisenbahndirektion  Cöln,  Elberfeld,  Essen, 
Frankfurt  a.  M.  und  Mainz  aus.  Verdingungshefte  sind  gegen  kostenfreie 
Einsendung  von  Jt.  10  von  der  Hausverwaltung  von  Eisenbahndirektion 
Cöln,  Kaiser-Friedrich-Ufer  3,  zu  beziehen. 

Eine  Deutsche  Wirtschaftskammer  für  Oesterreich  wurde  letzt- 
hin mit  dem  Sitz  in  Wien  (Stubenring  1)  gegründet.  Dem  Vorstand  ge- 
gehören 20  meist  reichsdeutsche  Firmeninhaber  und  Vertreter  der 
deutschen  Großindustrie  an.  Die  Kammer  hat  den  Zweck,  die  Industrie- 
und  Handelsinteressen  Deutschlands  im  Gebiete  der  Republik  Oesterreich 
wahrzunehmen  und  zu  schützen,  sowie  die  wirtschaftlichen  Beziehungen 
zwischen  beiden  Staaten  auszugestalten. 

Eröffnung  der  deutsch-rassischen  Konsularbeziehungen.  In 
Verfolg  des  deutsch-russischen  Abkommens  wird,  wie  die  Dena  mitteilt, 
demnächst  eine  gegenseitige  Besetzung  wichtiger  Konsulatsposten  erfolgen. 
Die  russische  Sowjetregierung  wird  in  Hamburg  ein  Konsulat  errichten, 
während  von  deutscher  Seite  ein  Generalkonsulat  in  Petersburg  einge- 
richtet wird. 

Der  Meistbetrag  für  Postanweisungen  und  Nachnahmen  im 
Verkehr  mit  Tschechoslowaklen  ist  vom  15.  5.  ab  auf  M  1500  erhöht 
worden.   

Ein-  und  Ausfuhr,  ZoÜwesen. 

A.  U.  IN.  Grobkeramik.  Die  Ausfuhrmindestpreise  für  Flußspat 
nach  den  Gebieten  der  ehemaligen  österreichisch-ungarischen  Monarchie 
mit  Ausnahme  TschechoBlowakiens,  sowie  nach  den  russischen  Randstaaten 
(Livland  und  Kurland)  haben  ab  16.  5.  eine  Aenderung  erfahren,  —  Die 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL-  COBURG. 


Nr.  22  —  267 


Ausfuhrmindestpreise  für  Kieselgur  und  Kieselgurwärmeschutzmasse 
nach  Portugal,  Rumänien  und  Tschechoslowakien  sind  ab  20.  5.  geändert 
worden.  —  Die  Ausfuhrmindestpreise  für  Quarzaand  und  Quarzmehl 
haben  ab  18.  5.  eine  Aenderung  erfahren. 

A.  H.  N.  Glas.  Die  Preisprüfungsstelle  für  Glasinstrumente  gibt 
in  den  nächsten  Tagen  eine  Liste  mit  den  Ausfuhrmindestpreisen  für 
Fieberthermometer  heraus.  Die  Preise  und  auch  die  Rabattsätze  sind 
einer  erneuten  Revision  unterzogen  und  teilweise  erheblich  geändert 
worden. 

Fakturierung  von  Spielwaren  und  Scherzartikeln  aas  Glas. 
Auf  Grund  der  Vorstellungen  der  Interessenten  hat  die  Beschwerde- 
kommission des  Unterausschusses  Glasinstrumente  und  im  Anschluß  daran 
die  A.  H.  N.  Glas  die  Fakturierung  in  Mark  für  folgende  Waren  zugelassen : 
Glasfederhalter  mit  Blechbüchse,  kleine  Glasvasen,  Vexierweingläser,  Liebes- 
thermometer,  kleine  und  mittlere  Glastiere,  Glas-Zigarettenspitzen,  Speil- 
and Schwerzgläschen. 

Aegypten.  Einfohrzollsätze  für  Lampengläser.  Im  „Journal 
Officiel"  vom  20. 4.  22  sind  die  bis  zum  20. 10.  22  gültigen  Einfuhrzoll- 
sätze für  Lampengläser  veröffentlicht  worden.  Nähere  Auskunft  erteilt 
das  Zollburean  des  Reichswirtschaftsministeriums. 

Haiti.  Bei  der  Einfahr  Ton  Steingut  deutscher  Herkunft  ist 
die  Vorlage  von  Ursprungszeugnissen  vorgeschrieben,  die  von  der  zu- 
ständigen Handelskammer  und  vom  Konsul  von  Haiti,  Berlin,  Kurfürsten- 
damm 205,  beglaubigt  werden  müssen.  Außerdem  wird  eine  Bestätigung 
der  Zollbehörde  des  Verschiffungshafens  verlangt,  woraus  hervorgeht,  daß 
die  Waren  weder  aus  dem  Transit,  noch  ans  einem  Zwischenlager  kommen. 
Die  letztgenannte  Bescheinigung  stellt  das  Hamburger  Freihafenamt,  Stadt- 
hansbrücke 22,  auf  schriftlichen  Antrag  hin  aus. 

Tschechoslowakien.  Auf  der  Aasfahrfreiliste  (Stand  vom  April 
1922)  stehen  u.  a.  folgende  Zolltarif-Positionen:  Mineralien:  145  Gips, 
147  Schmirgel,  148  Farberden,  aus  150  Feldspat,  Graphit,  Kalk,  Magnesit  aller 
Art,  Sand,  Quarz.  Glas,  Glaswaren  (ausgenommen  Glasmasse  368,  Glas- 
stängelchen  369,  und  die  sog.  Gablonzer  Waren,  Pos.  383,  384,  385,  386, 
387,  388).  Tonwaren  [ausgenommen  423,  424,  426  (außer  Spielzeug)]  427. 
Die  Auefuhr  dieser  Waren  kann  ohne  Bewilligung  des  Handelsministeriums 
und  ohne  Entrichtung  von  Ausfuhrgebühren  erfolgen. 

Ungarn.  Die  Außenhandelsverordnungen  sind  zusammengestellt 
und  herausgegeben  vom  Außenhandelsverkehrsbureau  des  Kgl.  Ung. 
HandelBmuseums.  Aus  dem  Inhalt  sei  erwähnt :  Ausfuhrverbotsliste,  Aus- 
fuhrgebühren, Manipulationsgebühren,  Zollaufgelder,  Einfuhrfreiliste. 
Näheres  ist  im  Zollbureau  des  Reichswirtschaftsministeriums  zu  erfahren. 


Geschäftliche  Mitteilungen. 

Porzellanfabrik  Kahla  H.  Schömberg  &  Sohne,  A.-G.»  Kahla. 
Die  beantragten  Kapitalserhö'hungen  der  Porzellanfabrik  Kahla  um 
M  15  Mill.  auf  M  35  Mill.  und  der  Porzellanfabrik  Schomburg  &  Söhne, 
A.-G.,  um  Jt  17  Mill.  auf  JC  25  Mill.  wurden  in  den  a.  o.  General- 
versammlungen beider  Unternehmen  genehmigt.  Bei  Kahla  wurden  M  5  Mill. 
neu  geschaffener  Aktien  für  Angliederungs-  und  Verwertungszwecke  zur 
Verfügung  der  Verwaltung  gehalten.  Bei  Schomburg  werden  von  den  neu 
geschaffenen  Jt  7  Mill.  Aktien,  die  einem  Konsortium  zu  270  %  übergeben 
werden,  Ji  6  Mill.  den  bisherigen  Aktionären  im  Verhältnis  3 : 4  zu  300  °/0 
angeboten,  sie  sind  ab  1. 1.  22  dividendenberechtigt.  Die  restliche  M  1  Mill. 
.Aktien  dient  ebenso  wie  bei  Kahla  zu  Angliederungs-  bezw.  Verwertungs- 
zwecken im  Interesse  der  Gesellschaft.  Die  bei  beiden  Gesellschaften 
weiter  geschaffenen  M  10  Mill.  Aktien  werden  infolge  Abschlusses  des 
Interessengemeinschaftsvertrages  ausgetauscht.  Der  genehmigte  Vertrag 
sieht  vor,  daß  die  Gewinne  beider  Gesellschaften  zusammengezogen  und 
nach  einem  Schlüssel  von  5  bei  Kahla  und  3  bei  Schomburg  verteilt  werden. 
Der  Zusammenschluß  wird,  wie  die  Verwaltungen  mitteilen,  dazu  führen, 
daß  die  Werke  Hermsdorf  und  Freiberg  der  Porzellanfabrik  Kahla  mit  den 
Werken  Margarethenhütte  und  Roßlau  von  Schomburg  in  kaufmännischer, 
technischer  und  wissenschaftlicher  Beziehung  eine  Gemeinschaft  bilden 
werden.  Die  Interessengemeinschaft  wird  daher  in  Zukunft  einen  maß- 
gebenden Faktor  in  der  Elektro-Porzellanindustrie  darstellen.  Ueber  den 
Geschäftsgang  teilen  die  Verwaltungen  beider  Gesellschaften  mit,  daß  ihre 
Werke  auf  längere  Zeit  Aufträge  vorliegen  haben  und  daß  die  Aussichten, 
wenn  keine  unerwarteten  Ereignisse  eintreten,  als  günstig  angesprochen 
werden  können.  In  den  Aufsichtsrat  wurden  gewählt  durch  die  Schom- 
burg-G.-V.  Bankdirektor  Fuld,  Franz  Urbig  und  Kommerzienrat  Palmie, 
durch  die  Kahla-G.-V.  Bankier  M.  Schiff,  Bankdirektor  Fricke  nnd  Bankier 
Dr.  G.  Hirschland. 

Porzellanfabrik  Joseph  Schachtel,  A.-G.,  Sophienau.  Auszug 
ans  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21 :  Reingewinn  Jt  705  370 
(424393);  Dividende  24%  (15);  Abschreibungen  M  321500  (229  880).  — 
Neu  in  den  Aufsichtsrat  gewählt  wurden  Bankdirektor  L.  Fuld  und  Fabrik- 
besitzer Dr.  C.  Pappe. 

Keramische  Werke  Offstein  and  Worms,  A.-G.,  Worms.  Die 
b.  o.  G.-V.  gab  ihre  Genehmigung  zu  der  Kapitaiaerhöhung  um  Jt  6,5  Mill. 
auf  Jt  12,5  Mill.  Die  neuen,  ab  1. 1.  22  dividendenberechtigten  Aktien 
werden  von  der  Rheinischen  Creditbank,  Filiale  Worms,  mit  der  Ver- 
pflichtung übernommen,  davon  M  6  Mill.  den  alten  Aktionären  im  Ver- 
hältnis 1 : 1  zu  150  °/0  zum  Bezüge  anzubieten.  Das  Bezugsrecht  ist  bis 
7,  6.  einschl.  geltend  ,  zu  machen.  , 

Steingatfabrik  Amberg,  A.-G.,  Amberg.  Die  a.  o.  G.-V.  stimmte 
der  vorgeschlagenen  Kapitalserhöhung  um  M  1  Mill.  auf  Jt  2,5  Milk  zu. 
Die  neuen  Aktien  werden  vom  Bankhaus  E.  Dettling-Nürnberg  zu  108  °/0 
übernommen  nnd  den  Aktionären  zu  125 %  im  Verhältnis  von  3:2  ange- 
boten; sie  nehmen  im  laufenden  Geschäftsjahre  zur  Hälfte  an  der  Divi- 
dende teil. 

Max  Kray  &  Co.- Glasindustrie  Schreiber,  A.-G.,  Berlin.  Aus- 
zug ans  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21:  Reingewinn 
M  2,52  Mill.  (2,54) ;  Dividende  St.-A.  35%  (20-}- 15  Bonus),  V.-A.  26<y0 


(11  -f- 15  Bonus);  Abschreibungen  M  0,38  Mill.  (0,20);  Ueberweisung  an 
Werkerhaltungs-  und  Erneuerungskonto  Ji  2  Mill.  (2).  —  Nach  Mitteilung 
der  Verwaltung  sind  die  Werke  auch  im  laufenden  Jahre  für  längere  Zeit 
gut  beschäftigt. 

A.-G.  der  Gerresheimer  Glashüttenwerke  vorm.  Ferd.  Heye, 
Düsseldorf.  In  der  bekannten  Anfechtungsklage  des  Aktionärs  Steinhaus 
gegen  den  Beschluß  der  G.-V.  vom  9. 12.  21  betreffend  Ausgabe  von 
Jt  10  Mill.  Vorzugsaktien  zu  100%  an  die  Verwaltungsgruppe  wurde 
letzthin  von  der  Kammer  für  Handelssachen  beim  Landgericht  Düsseldorf 
die  Entscheidung  gefällt.   Die  Klage  wird  kostenpflichtig  abgewiesen. 

Houbenwerke,  A.-G.,  Aachen.  Auszuer  aus  dem  genehmigten  Ab- 
schluß vom  31.  12.  21 :  Reingewinn  Jt  0,82  Mill.  (0,82) ;  Dividende  10  % 
(17);  Abschreibungen  M  0,29  Mill.  (0,16). 

A.-G.  der  Hoüer'schen  Carlshütte  bei  Bendsburg,  Hamburg. 
Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21 :  Reingewinn 
Ji  442  639  (305774);  Dividende  30%  (22V2);  Abschreibungen  Ji  111180 
(92255);  Ersatzbeschaffung  und  Wertverminderung  Ji  240000. 

SchUlerwerk  Godesberg,  A.-G.,  Godesberg.  Auszug  aus  dem 
genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21 :  Reingewinn  Ji  908  490,  Verwen- 
dung nicht  veröffentlicht;  Abschreibungen  Ji  107  324. 

Odenwälder  Tonindustrie,  A.-G.,  Pfaffen-Beerfurth.  Auszug 
aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12  21:  Reingewinn  j(,  3  403 ; 
Abschreibungen  M  24058.  —  Den  jetzigen  Aufsichtsrat  bilden :  Dr.  Mainzer, 
Vors.,  S.  Simonson,  stellvertr.  Vors.,  Dr.  Kahn,  J.  Krako,  W.  Lessing, 
A.  Teske. 

Englische  Verwertung  der  Elektro-Osmose-Patente.  Zwischen 
der  Elektro-Osmose  A.-G.  (Graf  Schwerin-Gesellschaft),  Berlin,  einerseits 
nnd  der  Minerals  Separation  Limited,  London,  andererseits  ist  eine  Inter- 
essengemeinschaft zustande  gekommen,  auf  Grund  deren  eine  gemeinschaft- 
liche Verwertung  der  beiderseitigen  Patente  erfolgt.  Die  Form,  unter 
welcher  diese  Interessengemeinschaft  nach  außen  hin  erscheinen  wird,  soll 
erst  demnächst  bekanntgegeben  werden. 

Geschäftsverlegung.  Die  Firma  „Gustav  Greiner  (Inn.  Curt  Tänzer), 
Berlin",  hat  ihre  Geschäftsräume  von  Berlin  S.  14,  Alexandrinenstr.  89, 
nach  Berlin  SW.  68,  Oranienstr.  81/82  (Fernspr.  Moritzplatz  603),  verlegt. 
Die  Firma  vertritt  bekanntlich  folgende  Werke:  C.  M.  Hutschenreuther, 
A.-G.,  Hohenberg  a.  E.,  Niederlausitzer  Hohl-  und  Kristallglaswerke  Rud. 
Brox  &  Co.,  Inh.  Brox  &  Mader,  Döbern,  N.-L.,  Glashüttenwerke  Union, 
Janke,  Mudra  &  Co.,  Weißwasser,  O.-L.,  Ladiges,  Greiner  &  Co.,  Glas- 
hüttenwerke, G.  m.  b.  H.,  Weißwasser,  O.-L.,  Sieber  &  Markgraf,  Haida 
in  Böhmen. 

Das  Konkursverfahren  über  das  Vermögen  des  Glasmalereibesitzers 
Andreas  Schmitt,  Inhaber  der  Firma  Gebr.  Schmitt,  vormals  Schmitt  & 
Posteck,  Bamberg,  ist  nach  Abhaltung  des  Schlußtermins  als  durch 
Schlußverteilung  beendigt  aufgehoben  worden. 


General  -  Versammlungen. 

Gebr.  Pohl,  A.-G.,  Schmiedeberg  i.  R,:  o.  G.-V.  20.  6.  22,  3  Uhr  n., 
Geschäftsräume,  Schmiedeberg. 

A.-G.  Möncheberger  Gewerkschaft,  Cassel :  o.  G.-V.  10.  6.  22, 
3  Uhr  n.,  Geschäftslokal,  Cassel. 

Vereinigte  Schmirgel-  und  Maschinenfabriken,  A.-G.,  vorm.  S.  Oppen- 
heim &  Co.  und  Schlesinger  &  Co.,  Hannover :  o.  G.-V.  20.  6.  22,  1  Uhr  n., 
Kastens  Hotel,  Hannover. 

Bayerische  Spiegelglasfabriken  Bechmann-Kupfer,  A.-G.,  Fürth: 
o.  G.-V.  10  6.  22,  11  Uhr  v.,  Geschäftslokal,  Fürth. 

Thüringische  Glas-Instrumentenfabrik  Alt,  Eberhardt  &  Jäger,  A.-G., 
Ilmenau,  a.  o.  G.-V.,  7.  6.  22,  1  Uhr  n.,  Gasthof  zur  Tanne,  Ilmenau. 
T.-O:  Neufassung  des  Gesellschaftsverirages. 

A.-G.  Lauchhammer,  Riesa :  a.  o.  G.-V.  12.  6.  22,  11 V»  Uhr  v., 
Verwaltungsgebäude,  Lauchhammer.  T.-O. :  Fusionsvertrag  mit  der  Linke- 
Hoffmann-Werke  A.-G.,  Breslau. 


Soziale  Bewegung. 

Verbindlichkeitserklärung  in  Gesamtstreitigkeiten.  Die  für  das 
Wirtschaftsleben  außerordentlich  bedeutungsvolle,  bisher  strittige  Frage, 
ob  der  Demobilmachungskommissar  berechtigt  ist,  Schiedssprüche  in  Ge- 
samtstreitigkeiten für  verbindlich  zu  erklären,  ist  vom  Reichsgericht  durch 
Urteil  vom  6. 1.  22  bejaht  worden.  Das  Urteil  ist  in  Nr.  8  des  Rsichs- 
Arbeitsblattes  veröffentlicht. 


Verbände. 

Bund  der  Sand-  und  Kieswerke  Deutschlands,  E.  V.,  Berlin. 
Die  5.  Hauptversammlung  findet  am  21.  6.  22,  2  Uhr  n.,  in  Goslar,  Hotel 
Der  Achtermann,  statt.  T.-O.:  Bericht  über  die  Tätigkeit  des  Bundes 
und  der  Bezirks-  und  Fachgruppen ;  Lichtbildervortrag  des  Herrn  Dr.  ing. 
A.  Gessel  (i  Fa.  Gerhard  Hülskens  &  Cie.,  Wesel)  über  „Eine  R'aeinkies- 
Baggerei" ;  Vortrag  des  Herrn  Dr.  Pulfrich  vom  Chem.  Laboratorium  für 
Tonindnstrie  Prof  Dr.  H.  Seger  &  E.  Cramer  (Berlin)  über  „Quarz  und 
Sand  als  Rohstoffe  für  die  Feinkeramik" ;  Lichtbildervortrag  des  Herrn 
DipL-Ing.  Schneider  (Stuttgart)  über  „Saudanfbereitung" ;  Kassenbericht 
und  Entlastung  des  Geschäftsführenden  Ausschusses ;  Festsetzung  des 
Jahresbeitrages  1922  und  1923;  Wahl  von  Mitgliedern  in  den  Geschäfts- 
führenden Anschuß;  Verschiedenes. 

Deutscher  Verein  für  Feuerungs-  und  Schornsteinbau,  E.  V. 
Die  diesjährige  Hauptversammlung  findet  am  12.  6.  22,  9  Uhr  v.  in 
München,  Hotel  Union,  Barrerstraße  7,  statt.  —  Am  13.  und  14.  6.  finden 
am  gleichen  Versammlungsort  die  Hanptversammlungen  des  Wirtschafts- 
verbandes des  Deutschen  Vereins  für  Feuerungs-  nnd  Schornsteinbau,  E.  V., 
und  des  Deutschen  Arbeitgeberverbandes  für  Feuerungs-  und  Schornstein- 
bau,  E.  V,  st*tt.  _________  • 


258  —  Nr.  22 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (66.  Jahrgang) 


Versicherungen. 

Ueber  die  Aendernng  des  Versicherungsgesetzes  der  Ange- 
stellten beriet  letzhin  der  Sozialpolitische  Ausschuß  des  Vorläufigen 
Reichswirtschaftsrates.  Bezflglich  der  Frage  der  Doppelversicherung  hat 
Bich  der  Unterausschuß  für  ihre  Beseitigung  durch  völlige  Trennung  der 
Invalidenversicherung  und  der  Angestelltenversicherung  entschieden.  Für 
die  VersicherungeleistuDgen  waren  neue  Gehaltsklassen  gebildet  worden, 
als  deren  obere  Grenze  M  80000  festgesetzt  werden.  9er  Ausschuß 
stimmte  mit  Mehrheit  den  Beschlüssen  des  Unterausschusses  zu. 


Freislisten,  Prospekte  usw. 

Zettlitzer  Kaolinwerke,  A.-G.,  Zettlitz  bei  Karlsbad.  Eine  sehr 
sebßn  ausgestattete  Werbeschrift  versenden  die  Zettlitzer  Kaolinwerke 
A.G.  in  Zettlitz  bei  Karlsbad;  sie  ist  verfaßt  vom  Bayr.  Wirkl.  Bat 
Professor  Emmerich'  in  München  und  gibt  eine  kurze  Uebersicht  über  den 
Werdegang  des  23  Betriebe  umfassenden  Unternehmens,  das  durch  den  Zu- 
semmenschluß  der  hauptsächlichsten  Kaolingruben,  sowie  durch  Angliede- 
rung  einer  Porzellanfabrik,  zweier  Ziegeleien,  eines  Kohlenwerks  und 
nenerdings  einer  Zementfabrik  zur  jetzigen  Größe  emporwuchs.  Es  ist 
leicht  erklärlich,  daß  der  Zettlitzer  Kaolin,  aus  8  Kaolinschächten  und 
10  Schlämmereien  gewonnen,  bei  seinen  hervorragenden  Eigenschaften 
—  der  Verfasser  vergriff  sich  hier  im  Ausdruck,  wenn  er  sagt,  daß  der 
Zettlitzer  Kaolin  fast  gar  keine  „Spuren"  von  Eisen  aufweist,  denn  einen 
Gehalt  an  Eisen  bis  etwa  0,9  °/0  kann  man  nicht  mehr  als  „Spuren"  be- 
zeichnen. Wollte  Gott,  Deutschland  hätte  ein  Gestein,  das  derartige 
Spuren  von  Gold  führte !  —  weit  über  die  Grenzen  Europas  hinaus  in  die 
Qualitätepoizellanfabriken  Eingang  gefunden  hat  und  daß  die  Nachfrage 
danach  sehr  groß  ist.  Der  letzteren  kann  auch  nur  durch  die  um- 
fangreichen Anlagen  der  Gesellschaft  und  eine  wohlausgebildete  Schlämm  - 
technik  genfigt  werden.  Vorzügliche  Abbildungen  zeigen  die  einzelnen 
Betriebe  und  geben  Stichproben  von  aus  Zettlitzer  Kaolin  hergestellten 
Erzeugnissen  bekannter  Firmen.  Die  schöne  Schrift  ist  jedenfalls  ein 
wirkungsvolles  Propagandamittel. 


Bücherschau. 

Der  Cicerone.  Halbmonatsschrift  für  Künstler,  Kunstfreunde  und 
Sammler.  XIV.  Jahrgang,  Heft  7  (Keramikheft).  April  1922.  Leipzig. 
Verlag  Klinkhardt  &  Biermann.    Preis  Ji  40. 

Ein  schönes  „Keramikheft"  brachte  der  „Cicerone"  heraus,  eine 
Publikation,  die  jeden  Kunstfreund  und  vor  allem  jeden  Keramiker  wirk- 
lich erfreuen  muß.  Sie  enthält  eine  ßeihe  trefflicher  Anfsätze  —  Ver- 
schollene Nymphenburger  Porzellanfiguren,  Das  Tier  in  der  Keramik, 
Allwestpreußische  Töpferkunst,  Hubertusburger  Vasen  aus  der  Zeit  von 
Taennich,  Knnstporzellan  von  Rcsenthal  &  Co.,  Eine  Fayencefigur  nach 
Giovanni  da  Bologna,  Hessische  Bauerntöpfereien,  Zwei  bedeutende 
chinesische  Porzellanplatten,  als  Anhang  „Der  Keramiksammler"  —  und 
etwa  40  Abbildungen  nebst  einer  farbigen  Tafel,  die  nicht  nur  jene 
illustrieren,  sondern  in  hohem  Maße  zu  Vergleichen  zwischen  alter  und 
neuer  Kunst  anregen.  Es  ist  von  besonderem  Interesse,  an  Hand  der 
vorzüglichen  Bilder  jene  Erzeugnisse  vergangener  und  neuester  Zeit  zu 
studieren,  die  als  Ausdruck  des  Kunst-  und  kunstgewerblichen  Schaffens 
ihrer  Zeit  wichtige  Kulturdokumente  bilden.  Besonders  der  Kenner 
keramischer  Technik  wird,  wenngleich  er  nur  Abbildungen  vor  sich  hat, 
veranlaßt  zu  vergleichen,  in  wieweit  bei  den  älteren  und  neueren 
Keiamiken  die  technischen  Möglichkeiten  als  Ausdrucksmittel  für  die 
künstlerische  Idee  herangezogen  bezw.  der  letzteren  unter-,  bei-  oder 
übergeordnet  wurden.  Jedenfalls  befriedigt  es  ungemein,  Altes  und  Neues 
in  der  Keramik  nebeneinander  zu  stellen  und  gegeneinander  abzuwägen. 
Der  Verlag  verdient  den  Dank  aller  Kunstfreunde  und  besonders  der 
Keramiksammler  für  das  Keramikheft,;  und  dieses  selbst  weiteste  Ver- 
breitung. 


Firmenregister. 

Deutschland. 

'  Porzellanfabrik  Höchstädt-Selb,  G.  m.  b.  H.,  Höchstädt  b.  Selb.  Die 
Vertretungsbefugte  des  Geschäftsführers  Johann  Böstel  ist  beendet. 
Kaufmann  Jtichard  Schmidt  wurde  als  weiterer  Geschäftsführer  bestellt. 

Ludwigsburger  Porzellanmanufaktur,  A.-G.,  Ludwigsburg.  Die 
Kapitalserhöhung  um  M  1,4  Mill.  auf  M  4,4  Mill.  ist  erfolgt. 

Porzellanfabrik  Stadtlengsfeld,  A.-G.,  Stadtlengsfeld.  Die  Prokura 
des  Arthur  Kaiser  ist  erloschen.  Kaufmann  Walter  Schmidt  hat  Gesamt- 
prokura. 

Porzellanmalerei,  Keramische  Kunstwerkstätten  Felix  Neumann,  Neu- 
salz (Oder).  Inhaberin  ist  Wwe.  Ida  Lehmann,  geb.  Habelt.  Die  bisherige 
Firma  wird  unverändert  weitergeführt. 

Beinhold  Richter,  Volkstedt.  Inhaber  ist  Porzellanmaler  Reinhold 
Richter. 

Deutsche  Steinzeupwarenfabrik  för  Canalisation  und  chemische  In- 
dustrie, Friedrichsfeld.  Kaufmann  Max  Bensing  hat  Gesamtprokura.  Die 
Kapitalserhöhong  nm  j  4  Mill.  auf  Jt  10  Mill.  ist  durchgeführt. 

Starke  &  Co.,  G.  m.  b.  H.,  Naundorf.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen 
Otto  Starke  und  Emil  Lippmann  wurde  Fabrikdirektor  Hugo  Kühn  als 
alleiniger  Geschäftsführer  bestellt. 

Großherzogliche  keramische  Manufaktur  Darnstedt,  G.  m.  b.  H„ 
Darmstadt.  Gegenstand  des  Unternehmens  ist  Erpachtung  und  Wfiter- 
betrieb  der  früheren  Großherzoglichen  keramischen  Manufakur  DarmBtadt, 
Handel  mit  ihren  Erzeugnissen  und  mit  gleichartigen  Artikeln  der  Fabri- 
kation. Stammkapital:  ji  1  Mill.  Geschäftsführer  sind  Kaufmann  Heinz 
Heberer  und  Keramiker  Roderich  Gretschel.  Sie  sind  nur  beide  gemein- 
sam oder  einzeln  mit  einem  Prokuristen  vertretungsbefugt. 


Ilsenburger  Kachelofenbau,  Martini  &  Lambaoher.  Ilsenburg.  Gesell- 
schafter sind  Kaufmann  Wilhelm  Martini  und  Töpfer  Wilhelm  Lambacher. 

Kralapp,  Kachelfabrik,  G.  m.  b.  H.,  Vehlefanz.  Als  weiterer  Ge- 
schäftsführer wurde  Keramiker  Emil  Kralapp  bestellt.  Die  Vertretung 
erfolgt  durch  mindestens  zwei  Geschäftsführer. 

Naxos  Schmirgelwerke  Klingspor  &  Co.,  8iegen.  Die  Prokuren  von 
Hans  Klingspor  und  Carl  Stemper  sind  erloschen.  Handelsgeschäft  nebst 
Firma  ist  auf  Naxos-Schmirgelwerke  Klingspor  &  Co.,  G.  m.  b.  H.,  Siegen, 
übergegangen. 

Naxos-Schmirgelwerke,  Klingspor  &  Co.,  G.  m.  b  H,  Siegen.  Stamm- 
kapital: M  300000.  Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Karl  Klingspor.  Die 
Kaufleute  Hans  Klingspor  und  Karl  Stemper  haben  Einzelprokura. 

Rheinische  Glashütten,  A.-G.,  Cöln-Ehrenfeld.  Die  Kapitalserhöhung 
um  Jt  6  Mill.  Stamm-  und  Jt  1  MilL  Vorzugsaktien  auf  JH  10  Mill.  ist 
durchgeführt. 

Glasfabrik  Wilhelmshütte,  Wilhelm  Schmidt,  G.  m.  b.  H.,  Gräfenroda; 
Die  Kaufleute  Wilhelm  Voigt  und  Wilhelm  Liebetrau  haben  Prokura  mit 
einem  Geschäftsführer. 

Glashüttenwerke  Holzminden,  A.-G.,  Holzminden.  Direktor  Walter  Zehl 
ist  aus  dem  Vorstände  ausgeschieden. 

Carl  Menzel  &  Söhne,  Glasfabrik  „Carlswerk",  Lommatzsch  und 
Bunzlau.   Fabrikbesitzer  Hugo  Menzel  ist  ausgeschieden. 

Glasfabrik  Walddorf,  vorm.  Benedikt  Wolf,  Inhaber  Friedrich  Sünder, 
Walddorf.  Die  Firma  wurde  geändert  in:  „Glasfabrik  Walddorf  vorm. 
Benedikt  Wolf  Inhaber  L.  Sapper".  Inhaber  ist  Dipl.-Kaufmann  Lorenz  Sapper .i 
Verbindlichkeiten  des  früheren  Inhabers  werden  nicht  übernommen. 

Otto  Junghanß,  Berlin,  Zweigniederlassung  Warmbrunn.  Die  Zweig- 
niederlassung und  die  für  dieselbe  erteilte  Prokura  des  Fräuleins 
Marie  Fieguth  und  des  Kaufmanns  Erich  Schulz  ist  erloschen. 

Deutsche  Luxfer  Prismen  Gesellschaft  m.  b.  H,  Dresden.  Bankier 
Fritz  Lange  ist  nicht  mehr  Geschäftsführer. 

Eisenacher  Glasschleiferei  Otto  Stein,  Eisenach.  Die  Firma  ist  er- 
loschen. 

Weckotherm,  A.-G.,  Frankfurt  a.  M.  Die  Kapitalserhöhung  um 
Ji  1,9  Mill.  auf  Jt  2  Mill.  ist  durchgeführt. 

Glas-  und  Metall-Industrie,  G.  m.  b.  H„  Frankfurt  a.  M.  Karl  Herzog 
ist  nicht  mehr  Geschäftsführer.  Geschäftsführer  Adler  heißt  richtig» 
Otto  Reinhard  Adler. 

Homegla  Holz-  Metall-Glas-  und  Spielwarenfabrikations-  und  Handels- 
gesellschaft m.  b.  H.,  Frankfurt  a.  M.  Hermann  Magath  ist  als  Geschäfts^ 
führ  er  ausgeschieden.  i 

S.  S.  Arnstein,  Fürth  (Gebhardstr.  3).  Die  Gesellschaft  ist  anfgelöstj 
Alleiniger  Inhaber  ist  Kaufmann  Eugen  Arnstein. 

Glas-,  Granit-  und  Syenitwerke  (vorm.  Wilhelm  Born)  Inhaber 
Friedrich  Hagelauer,  Fürth.  Der  Sitz  der  Firma  wurde  nach  Liegnitz 
verlegt. 

W.  E.  Trenn,  Glasbläserei,  Glasbach.  Inhaber  ist  Glaswarenfabrikant. 
Walter  E.  £.  Trenn. 

Sauerbrey  &  Co.,  G.  m.  b.  H.,  Köln  (Mariahilfstr.  1).  Fabrikation! 
und  Handel  mit  Thermometern  und  Glaswaren  aller  Art.  Stammkapital: 
M  75  000.    Geschäftsführer  ist  Direktor  Mathias  Schossig. 

Metallglas- A.-G.,  Ludwigsburg.  Der  Sitz  der  Gesellschaft  ist  nach 
Offenbarg  verlegt  worden. 

Bayerische  Brillenglas-  und  Präzisionsschleiferei,  G.  m.  b.  H.,j 
München  (Trivastr.  32).  Fabrikation  und  Vertrieb  optischer  Erzeugnisse 
jeder  Art.  Stammkapital:  JL  30  000.  Geschäftsführer  ist  Kaufmann 
Fritz  Welter. 

Oskar  Hanf,  Remdaer  GlaBwarenindustrie,  Stadtremda.  Alleiniger 
Inhaber  ist  Fabrikant  Oskar  Hanf. 

Hermann  Zimmermann  I,  Stützerbach,  W.-A.  Betriebsleiter  Otto 
Zimmermann  und  Kaufmann  Georg  Kappler  haben  Einzelprokura. 

Verein  rhein.  TafelglaBhütten  Saar  und  Pfalz,  G.  m.  b.  H,  Saarbrücken 
Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst.  Die  Prokuristen  Jean  Wieseneoker  und 
Friedrich  Beissel  sind  Liquidatoren  mit  Gesamtvertretungsbefugnis. 

Eisenwerk  Kaiserslautern,  Kaiserslautern.  Die  Kapitalserhöhung  um 
Jt  6  Mill.  Stamm-  und  M  0,6  Mill.  Vorzugsaktien  auf  JK  12,6  Mill. 
ist  erfolgt. 

Emaillierwerk  Pfungstadt,  A.-G.,  Pfungstadt.  Herstellung  und  Ver- 
trieb von  emailliertem  Haus-  und  Küchengerät  und  verwandten  Artikeln. 
Grundkapital:  M  2  Mill.  Vorstandsmitglieder  sind  die  Fabrikanten 
Hermann  Gräger  und  Max  Kaatz.  Sie  sind  beide  gemeinsam  oder  einzeln 
mit  einem  Prokuristen  vertretungsbefugt.  Gründer  der  Gesellschaft  sind 
die  Fabrikanten  H.  Gräger  und  M.  Kaatz,  die  Bankiers  K.  Lehmann, 
8  Jacobowitz  und  Bankfirma  G.  Beißwenger,  Komm.-Ges.,  Stnttgart.  Den 
ersten  Aufsichtsrat  bilden  die  vorgenannten  Jacobowitz  und  Lehmann 
sowie  Rechtsanwalt  Dr.  E.  Rosenfeld. 

Gebrüder  Junghans,  A.-G.,  Schramberg.  Die  Kapitalserhöhung  nm 
M  20  Mill.  Stamm-  und  Jt  12  Mill.  Vorzugsaktien  auf  Jt  112  Mill.  ist 
durchgeführt. 

Ahlener  Eisen-  nnd  Emaillewarenvertrieb  Schmitz  &  Neuhaus,  Ahlen. 
Die  Firma  ist  erloschen. 

Karl  Bertsch,  Rottweil  a.  N.  Spezialgeschäft  für  Glas,  Porzellan 
und  Steingut.   Inhaber  ist  Kaufmann  Karl  Bertsch. 

E  ehtro-Porzellan-Industrie,  G.  m.  b.  H.,  Magdeburg.  Die  Vertretungs- 
befugnis des  Geschäftsführers  Eichard  Wolter  ist  beendet. 

GlaB-Kontor,  G.  m.  b.  H.,  Berlin,  Zweigniederlassung  Hambarg.  Die 
Zweigniederlassung  ist  aufgehoben,  die  Firma  erloschen. 

AnguBt  Göber,  Spiegel  Großhandlung,  Bremen.  Ka'ufmann  Konrad 
E.  M.  Hoffmann  int  unter  Erlöschen  seiner  Prokura  als  Gesellschafter  ein- 
getreten.  Johannes  A.  Göber  ist  nicht  vertretungsbefugt. 


19J2.  (56.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  22  —  259 


Werner  Huth,  Hans-  und  Küchengeräte,  Charlottenburg.  Inhaber^ 
ist  Kaufmann  Werner  Hath.  \ 

B.  Nutto  Ww.,  Freiburg  (SchuBterstraße  35)  Glas-  nnd  Porzellan- 
Warengeschäft.   Inhaberin  ist  Berta  Schmid,  geb.  Nutto. 

Erwin  Bauer,  Hüttensteinach.  Porzellanversandgeschäft.  Inhaber 
ist  Erwin  Bauer. 

Rheinischer  Glas-  und  Farbenvertrieb,  G.  m.  b.  H.,  Cöln.  Sind  mehrere 
Geschäftsführer  vorhanden,  so  zeichnen  zwei  gemeinschaftlich.  Kaufmann 
Georg  Qnndlach  wurde  zum  weiteren  Geschäftsführer  bestellt.  Das  Stamm- 
kapital ist  um  JI  700000  auf  Jt  1  Mill.  erhöht. 

Haarmann  &  Lüdecke,  Magdeburg,  Zweigniederlassung  Neuhaldens- 
leben.  Die  Zweigniederlassung  ist  zur  Hauptniederlassung  ernoben.  In- 
haber ist  Kaufmann  Curt  Lüdecke. 

A.  Lehmann  &  Co.,  Meiningen.  Die  Firma  ist  geändert  in  „Meininger 
Glasgroßhandlung  C.  Trischler  und  0.  Bolle"  Gesellschafter  Lehmann 
ist  ausgeschieden,  Kaufmann  Otto  Bolle  als  Gesellschafter  eingetreten. 

Christof  Sack,  Schwarzenbach  a.  8.  Großhandel  und  Export  von 
keramischen  Erzeugnissen  und  Import  von  Schwämmen  für  die  keramische 
Industrie.  Inhaber  ist  Betriebsleiter  Christof  Sack.  Kaufmann  Hermann  Sack 
hat  Prokura. 

Deutsche  Kaolin-A.-G.  in  Spergau  (Krs.  Merseburg),  Spergau,  Ge- 
winnung und  Vertrieb  von  Kaolin,  Glassand  und  sonstig,-!!  uuu^uudstand- 
teilen  sowie  Verarbeitung  und  Vertrieb  von  Ton-  und  Sanderzeugnissen 
aller  Art  Grundkapital:  Ji  5  Mill.  Vorstand  ist  Prokurist  Nikolaus 
Meigel.  Gründer  sind:  Kittergutsbesitzer  W.  Severin,  Bankier  P.  Wind- 
bauer, die  Kanfleute  K.  von  Trentini  und  F.  Dettenhofen  Prokurist  N. 
Meigel.  Den  ersten  Aufsichtsrat  bilden:  Bankier  P.  Windbauer,  Rechts- 
anwalt B.  Laturner,  Direktor  H.  Bomanowski,  Bittergutsbesitzer  W.  Severin, 
Direktor  W.  Giese,  Fabrikant  Dr.  M.  Winkler. 

Walther  v.  Glaß,  Lorenzreuth.  Die  Proknra  des  Arthur  v.  Glaß  ist 
erloschen. 

Eisenhüttenwerk  Keula  bei  Muskau,  A.-G.,  Keula.  Die  Kapitals- 
erhöhung um  Ji  5,9  Mill.  Stamm-  und  Ji  0,3  Mill.  Vorzugsaktien  auf 
M  10,8  Mill.  ist  erfolgt. 

Schamotte-Kontor  Konrad  Maaßen  m.  b  H.,  Aachen.  Kaufmann 
Johannes  Schiller  ist  nicht  mehr  Geschäftsführer. 

Wetzstein-  und  Schleifmaterialienindustrie,  G.  m.  b.  H.,  Achern.  Die 
Vertretungsbefugnis  der  Liquidatoren  Sigmund  Bühler  und  Gustav 
Matthäus  ist  beendigt,  die  Firma  erloschen. 


Oesterreich. 

Ziegel-  und  Tonwarenindustrie  Stadt  St.  Pölten  und  Anton  Schilling) 
G.  m.  b.  H,  St.  Pölten.  Erzeugung  und  Verkauf  aller  Ziegelei-  und 
keramischen  Produkte  sowie  Fabrikation  und  Vertrieb  kompletter  Herde 
und  Oefen  eigener  und  fremder  Systeme.  Stammkapital:  Kr.  1,2  Mill. 
Gemeinsam  vertretungsbefugte  Geschäftsführer  sind  Hafnermeister  Anton 
Schilling  und  Stadtbaudirektor  Hermann  Bichter.  . 

Erste  Floridsdorfer  Thonwaren-Fabrik  Lederer  &  Nessenyi,  A.-G, 
Wien.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen  Dr.  Budolf  Herzfeld  wurde  General- 
direktor Budolf  Zyka  unter  Erlöschen  seiner  Prokura  in  den  Verwaltungs- 
rat berufen.  Dr.  Budolf  Herzfeld  hat  Prokura  mit  einem  Verwaltungs- 
ratsmitglied. 

Glasfabriken  und  Raffinerien  Josef  Iuwald,  Wien.  Direktor  Paul 
Mohrmann  hat  Prokura  mit  einem  Verwaltungsratsmitglied. 

„Phönix"  Glühlampen-Industrie-A.-G.,  Wien.  Erneuerung  gebrauchter 
und  Herstellung  neuer  Glühlampen  sowie  aller  damit  zusammenhängenden 
Metall-  und  Glasarbeiten.  Aktienkapital:  Kr.  20  Mill.  Verwaltungsrat: 
Ing.  H.  Zerdik,  Leo  Nowak,  Jakob  Nowak,  Dr.  E.  Prinz  von  und  zu 
Liechtenstein,  M.  Seemann,  Ing.  E.  Barda,  Dr.  H.  Kohl  von  Asboth,  Ing. 
Th.  Nowak,  L.  Fuchs,  Dr.  F.  Winkler,  Dr.  B.  Jahoda  und  B.  Goldberg. 
Sie  sind  gemeinsam  zu  je  zweien  oder  einzeln  mit  einem  Prokuristen 
vertretungsbefugt. 

Glas-,  Porzellan-  und  Luxuswarenhandlung  Jos.  Peiohl,  Wien.  Die 
Prokura  des  Karl  Richter  ist  erloschen. 

Oesterreichische  Quarzsand  Industrie,  A.-G.,  Wien.  Johann  Probst 
hat  Prokura  mit  einem  Verwaltungsratsmitglied. 


Tschechoslowakieu. 

Kalinovska  chamottovä  tovarnä  uc.  spol.  (Kalinoer  Chamottefabrik, 
A.-G.),  Kalinovo.  Aktienkapital:  Kc  550000.  Verwaltungsrat:  P.  Gold- 
stern, G.  Neumann  und  Dr.  A.  Weith.  Sie  sind  gemeinsam  zu  je  zweien 
oder  einzeln  mit  einem  Prokuristen  vertretungsbefugt. 

Müller  &  Samisch,  Gablonz  a.  N.  Erzeugung  von  Glaskolliers  und 
Glasketten.   Gesellschafter  sind  Adolf  Müller  und  Alfred  Samisch. 


Zomanc  Unio  R.  T.  {Email  Union,  A  -G.),  Bratislava.   Hans  Westen, 
Rezsö  Haider,  Dezsö  Delej  und  Simon  Wachtl  wurden  zu  Direktions- 
.mitgliedern  bestellt. 

„BangleB",  Exportgesellschaft  für  Glasringe  und  Perlen,  G.  m.  b.  H, 
Liebenau  bei  Gablonz.    Frantisek  Matecha,  Karel  Raudäk  und  Frantisek 
Pfeifer  sind  nicht  mehr  Geschäftsführer.   Frantisek  Kriaa  hat  Gesamt- 
•  Prokura. 

Arpäd  Breuer,  Zvolen.   Handel  mit  Glas  und  Porzellan. 
Spojene  to\ärny  kaolinove  a  keramicke  akc.  spol.,  Bratislava.  Die 
Firma  lautet  jetzt:  „Severoceske  tovärny  kaolinove  a  keramicke  akc.  spol. 
(Nordböhmische  Kaolin-  und  Keramische  Werke,  A.-G."). 

Jugoslawien. 

Milhajlo  Jeftic,  Kos.  Mitrovica.   Eisen-  und  Glaswarenhandlung. 
Radanovic  i  Butkovic,  Osijek.   Handel  mit  Glas  und  Porzellan.  Ge- 
sellchafter  Bind  Ivan  Radanovic  und  Nikola  Butkovic. 


Warenzeichen-Eintragungen. 

Erklärung  der  Abkürzungen:  G  Geschäftsbetrieb;  W.  Waren- 
verzeichnis; (A.)  Auszug;  (B.)  Der  Anmeldung  iBt  eine  Beschreibung 
beigefügt;  A.  Tag  der  Anmeldung;  E.  Tag  der  Eintragung 


281 169.  Erich  Haselhuhn,  Aachen.  G. :  Kunstgewerb- 
liche Werkstätte^fttr  keramische  Malerei.  W.  (A.) :  Dekorierte 
Porzellane.   A.:  3. 10.  21.   E. :  22.  2.  22. 

281 519.     Verein  deutscher  Spiegelglasfabriken, 

G.  m.  b.  H.,  Köln  a.  Rh.  G. :  Herstellung  und  Vertrieb 

von   Spiegelglas.     W. :  Spiegelglas.    A. :  12.  12.  21. 
E. :  3.  3.  22. 


281859.  Porzellanfabrik  Mitterteich,  A-G.,  Mitter 
teieh  (Bayern).  G. :  Porzellanfabrik.  W. :  Porzellan 
A. :  22. 12.  21.    E. :  9.3.  22. 


MITTE-BJEKHAG 


282  613.  Carl  Nolte  Söhne,  Frankenhain  b. 
Eschwege.  G. :  Sohmelztiegelfabrik.  W.:  Schmelz- 
tiegel, Schamottewaren,  Zement,  Graphit.  A. :  7.6.  21. 
E.:  18.  3.  22. 

283  354.        283  353.     Keramische  Werke  Offätein  &  Worms,  A.-G., 
Offstein.   G. :  Fabrik  keramischer  Erzeugnisse, 
jy/     W. :  Gebrauchsgeschirr  und  kunstgewerbliche 


°*7£&      Gegenstände.   A. :  31. 10.  21 ;  E.  :  31.  3. 


283  355.    Wtirttembergische  Majolika -Werke  Gail- 
dorf, Mezger  &  Beck,  Gaildorf.     G. :   Majolika- Werke.  81 
W. :  Gebrauchsgeschirre  und  Lnxusgegenstände  in  Majo- 
lika und  Tonwaren,  naturfarbig  und  glasiert.  A. :  13.  2.  22 : 
E. :  31.3.  22. 


284  630.  Fuldaer  Stanz-  und 
Emaillir  -  Werke  F.  C.  Bellinger, 
Fulda.  G. :  Stanz-  und  Emaillier- 
werke. W.  (A):  Emailwaren, 
uni  und  dekoriert.  A. :  15. 7.  21. 
E.:  21.4.  22. 


Fr a gekästen  des  Sprechsaal 

Keramik. 


77.  In  unserem  Wannenfritteofen  schmelzen  wir  die  nachstehende 
Friüe  für  eine  weiße  Steingutglasur: 

Borax,  krist  21,6  % 

Mennige   50, — % 

Kalkspat     .   .   .   .   .   .   .   .  ".    .   .   .   10,— %' 

Quarz  .  :<.   .   .   .  „.   .';;,•_,>.  #0,— °/o 

In  den  Ofen  bringen"  wir  Fortionen  von  300  kg  zum  Schmelzen.  Nach 
7—8-maligen  Aufgeben  der  Mischung  sind  die  Steine  der  Ofensohle  voll- 
ständig aufgelöst  und  von  der  Fritte  zerfressen.  Das  Fritten  muß  dann 
unterbrochen  und  die  Ofensohle  mit  neuen  Steinen  ausgelegt  werden.  Unsere 
Versuche  mit  stark  basischen  und  stark  sauren  Steinen  blieben  ohne  jeden 
Erfolg.   Im  Fragekasten  war  seinerzeit  dem  Oedanken  Ausdruck  gegeben, 


eine  gußeiserne  Sohle  einzubauen.  Dies  ist  nicht  angängig,  da  Guß-  und 
Schmiedeeisen  ebenfalls  aufgelöst  wird  und  dadurch  viel  Eisen  in  die  Fritte 
gelangt.    Wie  ist  dem  Auflösen  der  Sohlensteine  zu  steuern? 

Erste  Antwort:  Sie  brauchen  sich  nicht  zu  wundern,  daß  die 
Sohle  Ihres  F/itteofens  so  schnell  zerstört  ist,  denn  Ihr  Fritteversatz  ist 
sehr  weich  und  muß  infolgedessen  jedes  Material  stark  angreifen.  Er 
entspricht  molekular  ungefähr  der  Formel  1  RO.0,89  8iOa.0,30  B203,  ist 
also  nur  etwas  mehr  wie  einfach  sauer.  Zieht  man  weiter  in  Betracht, 
daß  er  viel  Blei  und  dann  auch  noch  Borsäure  enthält,  so  ist  die  Erklärung 
dafür  gegeben,  daß  saure  und  auch  basische  Steine  dem  Schmelzfluß  auf 
die  Dauer  nicht  widerstehen  und  stark  angegriffen  werden.  Es  dürfte  sich 
daher  empfehlen,  dem  Fritteversatz  mehr  Kieselsäure  oder  wenn  möglich 
etwas  Tonerde  (Kaolin)  zuzugeben,  außerdem  den  Boden  des  Fritteofens 
etwa  5  cm  hoch  mit  einer  Mischung  von  nicht  zu  feinem  Sand  und  Kaolin 


-Nr.  22  SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


zu  bestreuen,  so  daß  der  Schmelzfluß  sozusagen  auf  dieser  Unterlage  ruht. 
Die  letztere  hat  noch  den  Vorteil,  daß  sich  die  Fritte  dann  leichter  ab- 
heben nnd  ev.  herausbrechen  läßt,  wenn  dies  nötig  ist.  Auch  die  Er- 
neuerung der  Ofensohle  ist  weniger  schwierig.  Sie  gaben  allerdings  nicht 
an,  welcher  Art  der  Fritteofen  ist,  ob  der  Schmelzfluß  abläuft  und  in 
Wasser  abgeschreckt  oder  sonst  auf  eine  Art  der  Wanne  entnommen  wird. 
Wesentlich  ist  auch  zur  Schonung  der  BodenBteine,  daß  die  Fritte  nicht 
höher  erhitzt  wird,  als  es  zu  ihrem  Schmelzen  nötig  ist,  denn  naturgemäß 
begünstigt  erhöhte  Temperatur  die  Zerstörung  des  Ofens  und  die  Auf- 
nahme von  Fremdsubstanzen  (aus  der  Sand-Kaolin-Unterlage)  durch  den 
Schmelzfluß. 

Zweite  Antwort:  Ihr  Fritteversatz  enthält  sehr  wenig  Quarz, 
sodaß  es  kein  Wunder  ist,  daß  die  Steine  der  Ofensohle  beim  Fritten  an- 
gegriffen werden.  Darum  wäre  der  Quarzzusatz  wenn  angängig  zu  er- 
höhen, um  dadurch  den  Versatz  neutraler  zu  machen.  Daß  Eisenplatten 
ebenfalls  aufgelöst  werden,  ist  nicht  gut  denkbar,  da  anderweit  solche 
im  Betrieb  sind  und  Schwierigkeiten  nicht  auftreten.  Gußeisen  ist 
indifferent  gegen  Fritten,  wenn  es  nicht  allzu  hoher  Hitze  ausgesetzt  und 
nicht  direkt  erhitzt  wird,  sondern  nur  als  Grundlage  für  die  Fritte  dient. 

Dritte  Antwort:  Die  Fritte  direkt  anf  den  Schamotteziegeln 
der  Ofensohle  zu  schmelzen  ist  nicht  angezeigt,  wie  auch  eine  Guß-  oder 
Schmiedeeisensohle  nicht  in  Beträcht  kommt.  Um  dem  großen  Verschleiß 
der  Ofensohle  entgegenzuarbeiten,  erscheint  die  Verwendung  eines  zweiten 
Frittebettes  angebracht,  das  folgendermaßen  hergestellt  wird.  Auf  die 
Sohle  Ihres  Fritteofens  sieben  Sie  zuerst  eine  3 — 5  cm  hohe  Schicht 
reinen,  nicht  zu  feinen  Sand  und  auf  diesen  eine  2—3  mm  starke  Kaolin- 
schicht. Auf  die  letztere  legen  Sie  beim  ersten  Fritten,  damit  das  so 
hergestellte  zweite  Frittebett  nicht  zerstört  wird,  Packpapier  und  sieben 
auf  dieses  eine  3 — 5  cm  starke  Fritteschicht  auf.  Der  Ofen  wird  sodann 
wie  gewöhnlich  angeheizt,  und  sobald  die  aufgesiebte  Fritteschicht  zu 
sintern  beginnt,  gibt  man  weiteres  Frittengemenge  nach  usw.  Die  auf  diese 
Art  hergestellte  zweite  Ofensohle  hält  recht  gut  und  ist  leicht  ersetzbar. 
Die  Hauptsache  ist,  daß  die  Kaolinschicht  eben  ist  und  heim  ersten 
Fritten  nicht  zerstört  wird. 

78.    Unsere  Steingutgießmasse  besteht  aus  : 

Tonsubstanz  aus  Ton  ........   32,87  % 

Tonsubstanz  aus  Kaolin  .    .    . '  .    .    .    .   21,80  % 

Quarz   37,69  °/0 

Feldspat  .    .     5,67  % 

Kalkmergel   1,96  % 

Biskuitscherben. 

Zum  Versatz  werden  2  kg  kalz.  Soda  zugesetzt  und  soviel  Wasser, 
als  zu  einem  richtigen  Gießschiicker  nötig  ist.  Verglüht  wird'  die  Ware 
bei  SK  6a.  Wir  haben  nun  stets  über  die  sog.  Gießflecken  zu  klagen, 
trotzdem  durch  Eingießen  mittels  eines  Trichters  oder  durch  das  vorherige 
Ausschmieren  der  Formen  diesem  Fehler  entgegengearbeitet  wird-  Beim 
Glasieren  ist  der  Fehler  schon  sichtbar,  und  die  nichtsaugenden  Stellen 
werden  mit  einem  feinen  Sieb  mit  feiner  Glasur  besiebt.  Auf  dieser 
Stelle  schrumpft  aber  die  Glasur  im  Feuer  wieder  zusammen.  Auf  welche 
Weise  könnte  dem  Fehler  vorgebeugt  werden? 

Erste  Antwort:  Weder  das  Eingießen  mittels  eines  Trichters, 
noch  das  „Ausschmieren"  der  Form  vor  dem  Gießen  hilft  Ihnen  über  den 
Fehler  hinweg.  Von  ersterem  ist  man,  weil  zwecklos,  abgekommen,  und 
das  leichte  Ausstreichen  der  Formen  mit  Gießschiicker  vor  dem  Gießen 
wird  meistens  nur  bei  neuen  Formen  angewandt,  damit  diese  bei  dem 
ersten  Eingießen  besser  loslassen.  Gießflecken  entstehen  gewöhnlich  dann, 
wenn  der  Gießschiicker  klumpig,  also  nicht  gleichmäßig  aufbereitet  ist, 
oder  wenn  er  schnell  und  ungeschickt  in  die  Formen  gegossen  wird.  Man 
tut  gut,  ihn  vor  dem  Gießen  durch  ein  nicht  zu  feines  Sieb  laufen  zu 
lassen,  damit  er  ganz  gleichmäßig  ist;  öfteres  Umrühren  desselben  ist 
ebenfalls  erforderlich.  Gießtöpfe  und  Schlickerfässer  sind  äußerst  sauber 
zu  halten ;  erstere  sind  nach  jedem  Gießen,  besonders  aber  abends  zu 
reinigen,  weil  über  Nacht  der  Schlicker  am  Band  der  Gießtöpfe  ein- 
trocknet und  die  getrocknete  Masse  dann  morgens  beim  leichtesten  An- 
stoß in  den  Topf  fällt.  Dasselbe  gilt  auch  für  die  Schlickerfässer;  hier 
setzt  sich  an  den  Seitenwänden  immer  Masse  ab,  die  ebenfalls  eintrocknet 
und  in  den  Schlicker  fällt,  wenn  dieses  nicht  durch  rechtzeitige  Reinigung 
verhindert  wird.  In  beiden  Fällen  hat  man  Klumpen  im  Schlicker,  und 
die  Gießflecke  treten  auf.  Beim  Gießen  selbst  ist  darauf  zu  achten,  daß 
der  Schlicker  anfänglich  langsam,  direkt  auf  den  Boden  der  Gefäße  ge- 
gossen wird.  Ohne  abzusetzan,  gießt  man  dann  etwas  schneller  gleich- 
mäßig weiter,  bis  die  Form  voll  ist.  Platscht  man  den  Schlicker  einfach 
in  die  Form  hinein,  so  spritzen  die  Fladen  an  die  Innenwände  der  Form, 
und  sind  bereits  erstarrt,  wenn  sie  der  nachgegossene  Schlicker  erreicht. 
An  diesen  Stellen  kann  nun  ein  gleichmäßiges  Ansetzen  des  Schlickerr 
nicht  mehr  stattfinden,  weil  die  erstarrten  Teile  die  Saugwirkung  des 
Formen  hintanhalten.  Die  so  entstandenen  Stellen  zeigen  sich  nach  dem  Ver- 
glühen, zunächst  beim  Glasieren  in  der  Weise,  wie  Sie  es  beschrieben 
haben,  später  dann  auch  im  Glasurbrand  durch  Zusammenschrumpfen  der 
Glasur.  Ich  möchte  noch  darauf  hinweisen,  daß  manche  Gegenstände  so 
gegossen  werden  müssen,  daß  der  Schlicker  an  einer  Stelle  der  Innenseite 
der  Form  hinunterläuft,  z.  B.  bei  dünnen  langen  Vasen,  dünnen  Essig  , 
nnd  Oelfla!  chen  usw.  In  diesem  Falle  darf  man  die  Eingußstelle  währen"* 
des  EingießenB  nicht  verändern  und  muß  gleichmäßig,  ohne  abzusetz" 
weitergießen,  damit  die  Masse  nicht  erstarren  kann,  bevor  der  Gaß 
beendet  ist    Wird  so  verfahren,  so  treten  Gießflecken  eicher  nicht  auf. 

Zweite  Antwort:  Nach  Ihren  Angaben  fügen  Sie  zu  100  kg 
Masseversatz  2  kg  kalz.  Soda;  es  ist  dann  kein  Wunder,  wenn  Bich  Gieß- 
flecken zeigen,  denn  Sie  nehmen  viel  zu  viel  Soda.  Warum  Sie  dies  tun, 
sä  gen  Sie  nicht,  man  muß  aber  annehmen,  daß  Sie  bestimmte  Gründe 
dafür  haben.  Machen  Sie  einmal  einen  Versuch  mit  der  Hälfte  des  Soda- 
Zusatzes,  dann  mit  noch  weniger. 

79.  Lassen  sich  Brandrisse  bei  Porzellan,  das  noch  einen  Muffel- 
brand durchmacht,  beseitigen  ?  Ist  es  vorteilhafter,  diesen  Fehler  auf  kaltem 
Wege  zu  beseitigen'!    Womit  könnte  es  geschehen? 

Erste  Antwort:  Wenn  ich  ihre  Frage  richtig  verstanden  habe, 
o    haben  Sie  brandrissiges  Porzellan  noch  einem  Maltelbrand  ansgesetz 


1922.   (65.  Jahrgang.) 

und  möchten  es  nun  auf  kaltem  Wege  ausbessern.  Dieses  können  Sie 
dadurch,  daß  Sie  eine  Mischung  von  Wasserglas  und  Gips  in  die  Risse 
bringen  und  die  schadhaften  Stellen  dann  mit  einen  Emaillack  überziehen, 
wenn  sie  trocken  sind.  Von  der  Wasserglas-Gipsmischung  (das  Wasser- 
glas ist  etwas  zu  verdünnen)  dürfen  Sie  nur  wenig  auf  einmal  bereiten, 
da  sie  schnell  beinhart  wird  und  sich  dann  nicht  mehr  verarbeiten  läßt. 
Das  Verschmieren  der  Risse  muß  schnell  und  gleich  sauber  geschehen. 
Sollte  jedoch  Ihr  Porzellan  rissefrei  ans  dem  Glattofen  kommen  und  erst 
in  der  Muffel  reißen,  so  läßt  sich  dieses  dadurch  vermeiden,  daß  Sie  beim 
Aufwärmen  und  Abkühlen  vorsichtiger  verfahren  nnd  dabei  nicht  zu 
schnell  vorgehen.  Sie  sparen  dann  das  Ausbessern  nnd  haben  eine 
reguläre  Ware. 

Zweite  Antwort:  Es  kommt  darauf  an,  welcher  Art  die  Brand- 
risse sind  Henkelbrandrisse  könnte  man  im  Mnffelbrand  mit  einem  ge- 
eigneten Email  verschließen,  ebenso  auch  etwas  weitere  Risse.  Die  kalte 
Verkittung  hat  den  Nachteil,  schmutzig  und  unansehnlich  zu  werden, 
während  die  Emailschmelze  Glasurglanz  hat.  Beide  Verfahren  sind  und 
bleiben  ein  Notbehelf. 

Dritte  Antwort:  Sie  können  zweierlei  Technik  anwenden;  handelt 
es  sich  um  Qualitätsware,  die  Sie  durch  das  Ausbessern  wieder  verkaufs- 
fähig machen  wollen,  so  müssen  Sie  die  Risse  in  der  Maffel  mit  einem  eigens 
hergestellten  Moffelemail  behandeln.  Wenn  die  Waren  an  und  für  sich 
durch  die  Muffel  gehen,  so  ist  dieses  Verfahren  doch  das  beste.  Die  be- 
sondere Anfertigung  des  Emails  ist  deshalb  notwendig,  weil  jede  Glasur 
einen  anderen  Farbton  hat  und  ein  normales  weißes  Email  die  Ausbesserung 
von  weitem  schon  erkennen  lassen  würde,  nachdem  es  grau-  bis  gelb- 
stichiges Porzellan  gibt.  Eine  andere  Art  der  Ausbesserang  ist  diejenige 
mit  Lackfarben  bei  ordinärer  Ware ;  sie  ist  aber  nicht  zu  empfehlen,  weil 
sie  bei  Benützung  des  Gegenstandes  sofort  weggeht,  außerdem  auf  dem 
Lager  gelb  wird. 


Glas. 

59.    Wir  schmelzen  braunes  Glas  aus  folgendem  Gemengesatz: 

Sand  165  Pfd. 

Soda   70  „ 

Kalkspat   20  „ 

Graphit  v      Pjt  „ 

Dieses  Gemenge  schäumt  sehr  oft  beim  Abschmelzen  über  die  Häfen  heraus 
und  wird  erst  zwei  Stunden  später  gut  wie  das  übrige  Glas.  Wie  wäre 
dem  abzuhelfen? 

Erste  Antwort:  Braunes  Glas,  das  nur  mit  Graphit  gefärbt 
ist,  wird  sehr  schwer  blank,  außer  es  wird  bei  großer  Hitze  geschmolzen. 
Geht  die  Schmelze  langsam,  so  kommt  das  Glas  ins  Brausen  und  fängt 
an  zu  schäumen;  dasselbe  ist  der  Fall,  wenn  das  Glas  bei  der  Arbeit 
etwas  aufgewärmt  wird.  Aus  diesem  Grunde  nimmt  man  lieber  ein 
anderes  Färbemittel  oder  einen  Zasatz  zum  Graphit.  Verschiedene  Hütten 
erzeugen  braunes  Glas  mit  Weizenmehl;  auf  165  Pfund  Sand  würden 
2 — 3  Pfund  gebraucht.  Für  Flaschenglas  wird  Braunstein  und  Eisen- 
oxyd zum  Braunfärben  genommen,  1  x/a — 2  kg  Braunstein  und  x/j — sk 
Eisenoxyd  auf  165  Pfand  Sand.  Für  kleinere  Artikel,  kleine  Flaschen, 
Medizingläser  öbw  kann  man  auch  Braunstein  und  Graphit  nehmen,  auf 
Ihren  Gemengesatz  beispielsweise  1  kg  Braunstein  und  V»  kg  Graphit. 
Die  Farbe  läßt  sich  leicht  korrigieren;  bei  der  zweiten  Schmelze  wird 
nämlich  der  Farbton  immer  etwas  dunkler.  Im  allgemeinen  darf  braunes 
Glas  keinem  schnellen  Temperatarwechsel  ausgesetzt  werden.  Scherben 
müssen  vor  ihrer  Zugabe  gewaschen  sein,  damit  kein  Staub  oder  sonstige 
Unreinigkeiten  in  den  Glasflaß  gelangen,  da  sonst  das  Glas  in  erhöhtem 
Maße  schäumt.  Ihr  Gemengesatz  enthält  auch  zuviel  Soda;  würden  da- 
von 5 — 10  Pfund  weniger  genommen,  dann  würde  das  Gemenge  noch  immer 
leicht  schmelzen  nnd  dann  auch  besser  läutern.  Das  Gemenge  ist  jetzt 
fast  zu  weich. 

Zweite  Antwort:  Es  ist  eine  allgemein  bekannte  Tatsache, 
daß  alle  mit  Kohlenstoff  gefärbten  Gläser  stark  schäumen.  Man  hilft  sich, 
indem  man  einen  etwas  größeren  Hafen  einsetzt  nnd  diesen  nicht  ganz 
voll  legt,  außerdem  möglichst  einen  Seitenhafen  aussucht,  der  nicht  so 
heiß  geht,  denn  ein  heißer  Ofengang  begünstigt  naturgemäß  das  Schäumen. 
Ferner  soll  man  nach  Möglichkeit  verhüten,  daß  Luft  direkt  mit  dem 
Schmelzgut  in  Berührung  kommt,  da  der  Kohlenstoff  Sauerstoff  bindet 
bezw.  damit  zu  Kohlensäure  verbrennt,  wodurch  noch  die  Gispenbildung 
gefördert  wird.  Zadem  ist  der  aufgegebene  Satz  zu  reich  an  Alkali  und 
zu  arm  an  Kalk.  Lassen  Sie  sich  vom  Hafenmacher  einen  Schirm  anfertigen, 
der  genau  die  Form  des  Hafens  hat,  nnd  stellen  Sie  ihn  so  vor  den  Hafen 
mit  dem  braunen  Glase,  daß  dieser  möglichst  gegen  die  seitliche  Ein- 
wirkung der  Flamme  geschützt  ist.  Aendern  Sie  auch  Ihren  Glassatz  wie 
nachstehend  ab,  nnd  Sie  werden  ein  günstiges  Ergebnis  erzielen. 

Sand  165  Pfd. 

Soda  65  „ 

Kalkspat   22  „ 

Graphit   r/tu 

Weizenmehl   1  » 

Scherben  25  „ 

Dritte  Antwort:  Daß  Ihr  Gemenge  beim  Abschmelzen  gar  so 
sehr  schäumt,  liegt  zum  großen  Teil  an  dem  hohen  Alkaligehalt  desselben. 
Braunes  Glas  schäumt  schon  von  Natur  aus  ziemlich  stark,  und  zwar  umso 
mehr,  je  mehr  Alkali  es  enthält  Sind  Sie  sonst  mit  der  Qaalität  Ihres 
Glases  zufrieden  und  möchten  Sie  den  S»tz  nicht  ändern,  so  geben  Sie 
dem  Gemenge  entweder  Kochsalz  oder  Flußspat  zu,  und  zwar  in  der 
Menge,  bis  das  Schäumen  nicht  mehr  stört.  Ein  gutes,  nicht  zn  stark 
schäumendes,  braunes  Glas  erhält  man  zudem  aus  folgendem  Gemengesatz  : 

Sand  100  kg 

Sulfat     .    .    .    .    •  30  „ 

Soda  '.   .  ,   18  „ 

Kalkspat   15  » 

Kohle   2  „ 

Graphit   1.25  „ 

FlußBpat   2  „ 


Sprech saal  —  coburö.  aT.  22  -  201 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


Vierte  Antwort:  Gelbes,  mit  Graphit  gefärbtes  Glas  macht 
immer  Schwierigkeiten  beim  Schmelzen;  es  läuft  gern  über,  da  es  stark 
schäumt,  vor  allem  aber  dann,  wenn  es,  wie  in  Ihrem  Falle,  etwas  weich 
eingestellt  ist.  Sie  haben  auf  70  Pfd.  Soda  nur  165  Pfd.  Sand,  was  zu 
wenig  ist ;  im  richtigen  Verhältnis  zur  Soda  müßten  es  210  Pfd.  sein,  und 
es  ist  daher  kein  Wunder,  wenn  Ihnen  das  Schmelzgut  Uber  den  Hafen 
hinaus  läuft.  Auch  der  Kalkgehalt  ist  zu  niedrig  und  mußte  30  Pfd. 
betragen.  In  der  jetzigen  Zusammenstellung  ähnelt  Ihr  Satz  mehr 
Wasserglas  als  Glas.  Das  Gemenge  muß  folgendermaßen  zusammengestellt 
werden,  dann  wird  auch  das  starke  Schäumen  mehr  nachlassen ;  ganz 
vermeiden  läßt  es  sich  aber  nicht. 

Sand  ....    190  Pfd.    oder   Sand  ....   210  Pfd. 
Soda   ....     70    „  Soda  .    .    .    60—65  „ 

Kalk  ....     30   ,  Pottasche    .     5—10  _ 

Graphit  .    .  I1/,,— 2    „  Kalk  ....      30  „ 

Graphit  .   .    V/2— 2  „ 
Bei  der  Ausarbeit  darf  das  Glas  nicht  zn  warm  werden,  da  es  dann  leicht 
ins  Scbänmen  kommt. 

60.  Ich  bitte  um  Angabe  eines  geeigneten  Satzes  für  eine  Weiß- 
hohlglas- Wanne,  aus  der  Eng-  und  Weithahflaschen  von  5—1000  g  (Hand- 
und  Maschine)  und  Preßglas  (gewöhnliche  Fruchtschalen,  Teller  usw.)  her- 
gestellt werden  sollen.    Sulfat  soll  nicht  verwendet  werden. 

Erste  Antwort:  Sollen  aus  der  Wanne  kleine  Flaschen  von 
5  g  Inhalt  hergestellt  werden,  dann  auch  Preßglas,  so  muß  das  Glas  etwas 
mild  eingestellt  und  homogen  geschmolzen  werden.  Ein  Preßglas  für 
Fruchtschalen,  Teller  u.  dgl.  mnß  sehr  bildsam  sein,  damit  es  ansehnlich 
und  haarrissefrei  ausfällt  und  auch  Glanz  hat.  Es  ist  ein  guter,  rein- 
weißer Sand  zn  verwenden  und  großer  Wert  auf  die  Entfärbung  zu  legen, 
damit  das  Glas  schön  weiß  wird.  Nachstehender  Gemengesatz  würde  sich 
für  die  betreffenden  Artikel  eignen: 

Sand  100  kg 

Soda   30—33  „ 

Kalkspat   18  „ 

Salpeter   3  „ 

Nickeloxyd   2 — 3  g 

Die  Entfärbung  ist  auszuprobieren;  geht  die  Wanne  nicht  sehr  heiß,  dann 
käme  folgendes  Gemisch  für  die  Entfärbung  in  Betracht: 

Braunstein  150  g 

Antimon  100  „ 

Kobaltoxyd     .    ,   .      1  „ 

Zweite  Antwort:  Um  aus  der  Wanne  ein  gutes  Weißhohl- 
glas zu  erhalten,  muß  die  Wanne  vor  allem  richtig  dimensioniert  sein 
und  gleichmäßig  heiß  gehen.  Nachstehendes  Gemenge,  innig  gemischt, 
liefert  das  gewünschte  Glas: 

Sand  100  kg 

Soda,  hochprozentig  31  „ 

Kalk  15,5  „ 

Salpeter   4  K 

Nickeloxyd   5  g 

Scherben    .   30  kg 

Besonderer  Wert  ist  bei  der  Erzeugung  von  Weißhohlglas  in  der  Wanne 
auf  ganz  reine  Bohmaterialien  und  eine  sehr  gute  Bodenkühlnng  zu  legen. 
Dritte  Antwort:   Nachstehend  ein  geeigneter  Satz : 

Sand  100  kg 

Pottasche  12  „ 

Soda  23  „ 

Marmor  14  „ 

Mennige   5  „ 

Salpeter   .      5  „ 

Scherben  20  „ 

Braunstein   200  g 

Antimon   250  g 

Vierte  Antwort:  Ein  Glaesatz  für  eine  HohlglaBwanne  ist 
der  folgende : 

Sand  .   100  kg 

Soda   30  „ 

Pottasche    .   6—8  „ 

Kalk   17  " 

Abfärbung:  Nickeloxyd   3  g 

61.  Worauf  ist  das  Weißanlaufen  von  Glas  zurückzuführen? 
Erste  Antwort:  Bei  Ihrer  Frage  ist  nicht  recht  ersichtlich,  ob  das 

Weißanlaufen  des  Glases  beim  Verarbeiten  auftritt  oder  erst  später,  wenn 
die  Gläser  längere  Zeit  stehen  oder  lagern.  In  beiden  Fällen  tritt  das 
Uebel  deshalb  anf,  weil  der  Gemengesatz  mit  zu  viel  Alkalien  zugerichtet 
wird.  Die  Gläser  sind  dann  auf  die  Daner  nicht  widerstandsfähig  genug 
gegen  die  fortgesetzte  Einwirkung  des  Wassers  und  der  Luft,  besonders 
der  in  der  letzteren  enthaltenen  Kohlensäure,  die  das  Glas  langsam  zersetzt. 
Dieses  Anlaufen  tritt  auch  auf  bei  Gläsern,  die  mit  Barytzusatz  geschmolzen 
sind  und  nicht  heiß  genug  verarbeitet  wurden.  Tritt  das  Anlaufen  der 
Gläser  schon  während  der  Arbeit  auf,  so  ist  häufig  zu  kalter  Ofengang 
schuld,  es  tritt  dann  EntglaBung  ein.  Bei  der  niedrigen  Temperatur 
vermag  das  Glas  die  in  ihm  enthaltenen  Substanzen  nicht  mehr  vollständig 
gelöst  zu  halten,  so  daß  sich  einige  derselben  als  zarte  Trübungen  ab- 
scheiden. Dieses  beweist  auch  der  Umstand,  daß  die  Trübungen  im  Glase 
bei  häufigerem  Anwärmen  nnd  langsamem  Abkühlen  noch  mehr  zunehmen. 
Wird  das  Glas  heiß  verarbeitet  ,nnd  schneller  znm  vollständigen  Erstarren 
gebracht,  so  treten  diese  Trübungen  weniger  auf,  weil  da  die  gelösten 
Stoffe  nicht  genügend  Zeit  haben,  sich  auszuscheiden.  Der  Glasofen  darf 
also  beim  Verarbeiten  nicht  zu  kalt  werden ;  vielleicht  wäre  auch  der 
Gemengesatz  etwas  zn  korrigieren. 

Zweite  Antwort:  Das  Weißanlanfen  des  gekühlten  Glases  hat 
Beine  Ursache  in  der  Beschaffenheit  des  Brennstoffes.   Vor  allem  ist  es 


der  Schwefelgehalt  der  Kohle,  der  den  Fehler  begünstigt,  dann  auch  der 
in  dem  die  Gase  begleitenden  Teer  vorhandene  Paraffingehalt  usw.  Wird 
z.  B.  mit  Holzgas  gekühlt,  so  laufen  die  Gläser  nicht  an,  sondern  be- 
kommen durch  den  Kühlprozeß  noch  eine  Art  Hochglanz.  Will  man  beim 
Kühlen  mit  Kohlengas  das  Anlaufen  der  Glasgegenstände  verhüten,  so 
dürfen  die  letzteren  nicht  in  direkte  Berührung  mit  der  Flamme  kommen. 

Dritte  Antwort:  Ihre  Frage  ist  zu  allgemein  gehalten,  gibt  es 
doch  verschiedene  Ursachen  für  das  Anlaufen  des  Glases.  So  kann  es 
auftreten  beim  Anfangen  des  Glasposten?,  beim  Einwärmen  am  Ofen  oder 
an  der  Trommel,  beim  Kühlen,  beim  Verschmelzen,  beim  Einbrennen  in 
der  Muffel  und  drgl.  Gut  gekühlte  Gläser  laufen  meistens  an.  Beim 
Verbrennen  von  Gas  entstehen  stets  Dämpfe,  die  sich  teilweise  als  fettiger 
Hauch  au  den  Gläsern  ansetzen;  läßt  sich  nun  dieser  Hauch  nicht  leicht 
abwischen,  so  ist  gewöhnlich  der  Gemengesatz  zu  weich  eingestellt,  nnd 
es  findet  eine  Veränderung  der  Glasoberfläche  statt,  die  je  nach  der  Art 
der  Dämpfe  mehr  oder  weniger  stark  in  Erscheinung  tritt. 

Vierte  Antwort:  Das  Weißanlaufen  von  Glas  ist  auf  unrich- 
tiges Feuer  im  Ofen  zurückzuführen.  Dieses  enthält  einen  zu  großen 
Ueberschuß  an  Luft.  Die  Frage  ist  übrigens  schon  sehr  oft  im  Frage- 
kasten besprochen  worden. 

62.    Wer  liefert  Formstein  zur  Herstellung  von  Stöpselformen  usw.  ? 

Antwort:  Sog.  Formsteine  fertigen  sich  die  Hütten  all- 
gemein selbst  an.  Versätze  finden  Sie  in  den  Antworten  zu  Frage  117 
in  Nr.  36  des  Sprechsaal  1921.  Wenden  Sie  sich  an  Eugen  Buerhaus  in 
Düsseldorf,  Grafenberger  Allee  159,  oder  an  G.  A.  Loscheck  in  Falkenau- 
Kittlitz  in  Böhmen. 


Nene  Fragen. 
Keramik. 

82.  Die  während  des  Brandes  gezogenen  Proben  (gleichgültig,  ob 
einige  Stunden  vor  dem  Abbrennen  odtr  unmittelbar  vor  Beendigung  des 
Scharfbrandes)  sind  stets  blendend  weiß,  mit  einem  Stich  ins  ■  Bläuliche, 
während  beim  Ausnehmen  der  übrige  Einsatz  nicht  so  blendend  weiß  ist 
und  das  Geschirr  eher  einen  Stich  ins  Gelbliche  zeigt.  Wie  ist  diese  Er- 
scheinung zu  erklären  und  wie  wäre  der  ganze  Ofeneinsatz  in  derselben 
weißen  Farbe  wie  die  Proben  zu  erzielen?  Bemerken  wollen  wir  noch,  daß 
es  sich  um  einen  Sturzflammenofen  vom  5  m  0  handelt  und  die  eingangs 
erwähnte  Erscheinung  auftritt,  ob  die  Platte  des  Glühhauptfuchses  unmittelbar 
nach  dem  Abbrennen  oder  erst  6—7  Stunden  nach  Beendigung  des  Brandes 
gezogen  wird.    Unsere  Porzellangeschirre  werden  bei  SK  13  gebrannt. 

83.  Wir  möchten  für  unsere  beiden  Oefen  mit  überschlagender 
Flamme  von  20  cbm  Inhalt  englische  Kohle  verwenden.  Angeboten  ist  uns 
1.  Northumberland  screened,  2.  Yorkshire  Cobbles  und  3.  Schottische  Splint. 
Welche  Sorte  wäre  wohl  die  vorteilhafteste? 

84.  Kann  man  sogen.  Chinarot  in  einer  Muffel  von  9  cbm  Inhalt 
brennen?  Wie  hat  man  vorzugehen,  um  sicher  zu  arbeiten,  und  welches 
ist  die  Mindestbrenntemperatur  dafür?  Als  Scherben  kommt  Steinzeug 
oder  gemischtes  Steingut  in  Betracht.  Wir  bitten  um  Angabe  von  Richt- 
linien für  den  Versatz  der  Glasuren  in  Bezug  auf  Farbeffekte  und  Brenn- 
weise. 

85.  Um  unsere  Ofenanlage  auszunutzen,  versuchen  wir  Porzellan 
im  Mendheim 'sehen  Gasofen  zu  brennen.  Es  zeigt  sich  dabei  folgendes: 
Das  Porzellan  kommt  zwar  gut  weiß  heraus,  aber  die  Glasur  hat  ein 
mattes  und  eierschaliges  Aussehen;  an  manchen  ^teilen  sieht  sie  aus  wie 
Seifenschaum.  Der  Scherben  von  stärkeren  Stücken  (Isolatoren)  zeigt 
stellenweise  Auftreibungen  und  Blasen,  aber  fast  nur  bei  gedrehten  Stücken, 
kaum  bei  Stanzartikeln.  Die  Feuerführung  ist  die  folgende :  Bis  zum  Um- 
sinken von  SK  1  wird  mit  schwachem  Zug,  etwa  3  mm,  zwischen  SK  010 
und  1  mit  Bauchüberschuß  gebrannt,  von  SK  1  bis  SK  10  brennen  wir 
mit  starkem  Zug  bis  6  mm  und  möglichst  rauchfrei.  Von  SK  10  bis  zum 
Umsinken  von  SK  12  wird  der  Brand  wieder  durch  Zugverminderung, 
tunlichst  ohne  Bauchen  etwas  verlangsamt  und  nach  SK  12  bis  zur  Gar- 
brandtemperatur, SK  13,  wieder  mit  5—6  mm  Zug  zu  Ende  geführt. 
Wie  ist  das  Feuer  im  Mendheim' sehen' Gasofen  zu  leiten,  um  obige  Miß- 
stände zu  vermeiden?  Könnten  an  den  Fehlern  schweflige  Gase  schuld  sein, 
die  zusammen  mit  dem  Brenngas  in  den  Ofen  gelangen?  Die  Gas- 
herstellungfindet in  Treppenrostgeneratoren  mit  böhmischer  Braunkohle  statt. 


Glas. 

66.  Welche  Flaschenblasmaschinen  haben  sich  außer  der  Owens- 
maschine in  der  Praxis  am  besten  bewährt?  Es  handelt  sich  in  der 
Hauptsache  um  die  Herstellung  von  9U  l-Wein-  und  Likörflaschen  an 
Wannenöfen. 

67.  Ich  bitte  um  Angabe  eines  Gemengesatzes  für  Neurot. 

_  68.  Welche  Erfahrungen  hat  man  in  Glashütten  für  Flakons  oder 
Medizinalas  beim  Transport  der  Erzeugnisse  von  der  Bohle  zum  Kühl- 
ofen mittels  Iransportbandes  gemacht? 

69.  Wir  haben  mittels  eines  Kaltätzverfahrens  Likörgläser  mit  einer 
Firmenaufschrift  versehen,  die  jedoch  zu  schwach  aufgetragen  bezw.  breit- 
gt laufen  ist.  Wie  läßt  sich  die  undeutliche  Schrift  von  den  Gläsern  be- 
seitigen? Ferner,  wie  muß  man  verfahren,  um  eine  deutliche  Schrift  zu 
erzielen  ? 


Briefkasten  der  Redaktion. 

A.  B.  i.  K.  Wenn  Ihre  Kapseln  bisher  gnt  hielten  und  nun  schon 
bei  SK  13  erweichen,  so  wird  sich  wohl  die  Feuerfestigkeit  eines  Boh- 
stoffes  geändert  haben.  Dies  festzustellen  ist  Sache  eines  Laboratoriums, 
der  Fragekasten  kann  da  nicht  helfen. 

H.  B.  i.  P.  u.  V.  K.  i.  K.  Versätze  für  Massen  und  Glasuren  für 
SK  12  und  13  finden  Sie  in  den  Antworten  zu  den  Fragen  55  in  Nr.  14 
des  Sprechsaal  1922,  99  in  Nr.  29,  1921,  60  in  Nr.  22,  1920. 


Hierzu  eine  Beilage:  Prospekt  der  Firma  Andree  &  Wilkerling,  Spedition,  Hamburg. 


262  —  Nr.  22 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1922.  (66.  jahrgtng.) 


Veröffentlichungen  der  Außenhandolsnebenstelle  Feinkeramik. 

III  b.  Freileitungs-Stützen-Isolatoren  größer  als  Hermsdorf  I. 

1387  bis  inkl.  Hermsdorf  1391. 
III  c.  Freileitungs-Stützen-Isolatoren   größer  als  Hermsdorf  1^ 

1391. 

IV.    Hänge-Isolatoren   und   leeres    Porzellan    zu  armierten 

Hänge-Isolatoren. 
V.    Durchführungen,  Stützer,  Griffe,  Rillen-Isolatoren. 

(III  bis  V  alles  ohne  Armaturen.) 
VI.    Hänge-  und  Abspann-Isolatoren  mit  Armaturen. 

3.  Multiplikatorentabelle. 


Die  Ausfuhr  von  Luxnspor/ellan  nach  Danzig 

kann  nur  noch  genehmigt  werden,  wenn  auf  den  Inlandspreis 
ein  sichtbarer  Aufschlag  von  25  °/0  erhoben  wird. 

Verkaufsbedingungen  für  die  Ausfuhr  von 
elektrotechnischem  und  technischem  Porzellan 

(gültig  ab  h  Joni  1922). 
I.  Allgemeine  Bedingungen.* 

1.  Die  Ausfuhr- Mindestpreise  verstehen  sich  fob  deutschem 
Ausfuhrhafen  bzw.  frei  deutscher  Grenze,  und  zwar  ausschließ- 
lich Verpackung. 

2.  Bei  allen  Arten  von  Hochspannungsporzellan  sowie 
Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren  ist  für  Verpackung 
einschließlich  Kisten  ein  Mindestzuschlag  von  5  °/0  zu  erheben. 
Bei  allen  übrigen  Arten  von  elektrotechnischem  und  sonstigem 
technischen  Porzellan  sowie  bei  losen  Metallarmaturen  und  bei- 
gepackten losen  Armaturen  ist  für  Verpackung  einschließlich 
Kisten  ein  Aufschlag  von  mindestens  3  °/0  des  Rechnungswertes 
anzurechnen.  • 

3.  Den  Ausgangspunkt  für  die  Ausfuhrpreise  bilden  die 
Grundpreise  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik  (vergl. 
Drucksache  Nr.  235  vom  23.  Februar  1922).  Die  wichtigsten 
Exportartikel  samt  ihren  Grundpreisen  sind  auf  einem  be- 
sonders erhältlichen  Preisblatt  zusammengestellt. 

4.  Gegenüber  den  Ländern  unter  Ländergruppe  la)  wird 
in  der  Währung  des  Bestimmungslandes  fakturiert  (Ueber- 
seeländer  und  Ausnahmen  siehe  Fußnote).*)  Gegenüber  den 
Ländern  unter  Ländergruppe  1  b)  ist  in  Reichsmark  zu  berechnen. 

5.  Die  Errechnung  des  Ausfuhrmindestpreises  erfolgt,  indem 
der  Grundpreis  mit  der  Zahl  multipliziert  wird,  die  in  der 
nachstehenden  Tabelle  (II,  3)  für  das  in  Frage  kommende  Land 
unter  Berücksichtigung  der  Artikelgruppen  vorgesehen  ist. 
Der  sich  ergebende  Wert  ist  der  fertige  Ausfuhrmindestpreis 
in  der  für  das  betreffende  Land  vorgeschriebenen  Währung  für 
100  Stück,  ausschließlich  Verpackung. 

II.  Preisbestimmungen. 

1.  Ländergruppen: 

a)  Fremdwährungsländer. 

Holland,  Sshweiz,  China,  Japan,  Vereinigte  Staaten 
von  Nordamerika,  Canada,  Mexiko,  sonstige  mittel- 
amerikanische Staaten,  Großbritannien,  seine  Dominions 
und  seine  Kolonien,  südamerikanische  Staaten, 
Spanien,  Portugal,  Norwegen,  Dänemark,  Schweden, 
Belgien,  Frankreich,  Luxemburg,  Italien,  Tschecho- 
slowakei. 

b)  Markländer.  . 

Deutsch  Oesterreich  und  Ungarn,  Jugoslawien,  Balkan- 
länder, Finnland,  ehemaliges  Rußland,  Polen,  wahl- 
weise Südamerikanische  Staaten. 

2.  Artikeigruppen : 

1.  Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren  einschließlich  der 

Reichspostmodelle.  . 
II.  Elektrotechnische  Stanzartikel   und  sonstige  technische 

Artikel. 

Illa.  Freileitungs-Stützen-Isolatoren    bis    zur    Größe  entspr 
'  Hermsdorf  I.  1387. 


in 


*]  Bs  wird  fakturiert : 
.  nach 

Portugal     .   •  "•  •   •  PfuBd  sterhag** 

Britische  Dominions  und  BritiBche  Kolonien  Pfand  Sterling** 

Canada    U.8  A.-Dollai  *** 

Holl&ndieche  Kolonien  Änd|?C!!en  Guld<m 

(Jüina  USA-Dollar 

Japan  .  l6n 

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika  .    .    .    Dollar  ...        .  . 

Mexiko   wahlweise  in  U  S  A-D  jllars 

od.iu  mexikanischen  Goldpeeos 
Sonstige  mittelamerikanische  Staaten  .    .    .    US  A.  Dollar  , 

Argentinien  wahlweise  in  Pfund  StWling**, 

"  argen t.   Goldpesos  oder  in 

deutscher  Mark 

Paraguay   wahlweise  in  Pfund  Sterling** 

"  argent.  Goldpesos   oder  in 

deutscher  Mark 

Urn-Mv   •    •    •   wahlweise  in  PfundSterliag**, 

lJrn«u*> urug.    Goldpesos    oder  in 

deutscher  Mark 

(,hi,   wahlweise  in  P/und  Sterling*-*, 

  cbilen    Goldpesos    oder  in 

'  l|h|H   f  deutscher  Mark 

Sonstige  sudamerikanische  Staaten  ....    nar  in  Pfund  Sterling** 

oder  iu  deutscher  Mark 
**  Die  nachstehend  verzeichneten  Multiplikatoren  für  diese  Lander 
lind  auf  Schillings  bezogen.  '  !' 

**»  Bei  Artikeigruppen  i  und  II  wahlweise  auch  in  Pfund  Sterlmg 


Artikel-Gruppen 



Land 

I  | 

II 

III» 

Illb 

IIIc  | 

IV 

V 

VI 

1 

Holland  ' 

),029  ( 

),029  < 

),022  ( 

),023  1 

3,024  ( 

),025  l 

3,023  i 

3,023 

Schweiz  < 

),062  < 

3,062  ' 

),047  < 

3,049 

3,051  ( 

),054  i 

J,viv 

Japan 

),024  < 

3,024  ' 

),018  < 

3,018 

3,019  1 

),020 

1  AI  Q 

J,OIB 

T7or/ai  n  i  f»fo  on. 
V  crelUlgUC  OuÄtt' 

ten  von  Nord- 

Amerika,  restl. 

),008 

3,008 

3,007 

3,007 

0,007 

3,007 

0,007 

0,007 

|f                t% m  AVI  f7Q 

MiLiei&iiieriiia, 

Mittun  u.v^uiuc 

England  and 
Kolonien 

3,049* 

f\  A4Q:fe 

0,037* 

0,038* 

0,040* 

0,048* 

0  038* 

n  naa* 

Canada 

0,049* 

0,049* 

'  — 

— 

— 

— 

— 

— 

Mexiko 

bei  Faktur,  in 
mex.  Gold-Pesos 

0,016 

0,016 

0,014 

0,014 

0,014 

0,014 

0,014 

0,014 

Mexiko 

bei  Faktur,  in 
U.S.A. -Dollars 

0,008 

0,008 

0,007 

0,007 

0,007 

0,007 

0,007 

0,007 

Argentinien 

bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling. 

0,049* 

0,049* 

0,037* 

0,038* 

0,040* 

0,043* 

0,038» 

0,039* 

Argentinien 

t- 

d> 

bei  Faktur,  in 

lllg.    VJT. -X  CS . 

0,013 

0,013 

0,010 

0,011 

0,011 

A  AI 

0,012 

0,011 

0,011 

>o 

0 

Paraguay 

aä 

s 

bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

A  A/1Q* 

0,037* 

0,038* 

0,040* 

0,043* 

0,038* 

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o 

0 

t* 

Paraguay 

SA 

MS 

a 

<u 

In 

bei  Faktur,  in 
arg.  Gr.-Pes. 

0,013 

0,013 

0,010 

0,011 

0,011 

0,012 

0,011 

0,011 

Uruguay 

bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

0,049* 

0,049* 

0,037* 

0,038* 

0,040* 

0,043* 

0,038* 

0,039* 

Uruguay 

ofi 

r- 1 

bei  Faktur,  in 
urug.  Gr.-Pes. 

Chile 

0,014 

0,014 

O  011 

0,011 

0,012 

0,011 

0,011 

bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

0,049* 

0,049* 

0,037* 

0,038* 

0,040* 

0,043* 

0,038* 

0,039* 

Ahn« 

bei  Faktur,  in 
chil.  G.-Pes. 

0  039 

0,032 

0,025 

0,026 

0,027 

0,029 

0,026 

0,026 

Sonstige  Sud- 

amerikanische 

Staaten 

bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

0,049* 

0,049* 

0,037* 

0,038* 

0,040* 

0,043* 

0,038* 

0,039* 

Spanien 

0,075 

0,075 

0,057 

0,060 

0,069 

0,074 

0,064 

0,067 

Portugal 
Dänemark 

0,058* 

0,058* 

0,044* 

0,047* 

0,053* 

0,057* 

0,050* 

0,052* 

0,050 

0,050 

0,041 

0,047 

0,053 

0,059 

0,043 

0,063 

Norwegen 

0,057 

0,067 

0,046 

0  053 

0  060 

0,066 

0,048 

0,060 

üCllWCUcU 

0,044 

0,044 

0,033 

0,034 

0,034 

0,037 

0,034 

0,034 

Belgien 

Frankreich 

0,125 

0,125 

0,087 

0,099 

0,099 

0,109 

Luxemburg 

Italien 
[  Tschecho- 

0,18 

0,18 

0,156 

0,172 

0,194 

0,22 

0,156 

0,20 

0,60 

0,60 

0,577 

0,577 

0,677 

0,60 

0,677 

0,60 

slowakei 

Deutsch- Oester- 

1 

2,9 

2,9 

2.7 

2,7 

2,7 

2,7 

2,7 

2,7 

reich  u.  Ungarn 

O) 

Jugoslawien  und 

2,8 

2,8 

13 
C 

Finnland 

2,9 

2,9 

2,8 

2,8 

2,8 

2,8 

an 

a 

Balkanländer 

fr. 

09 

Bußland  und 

2,9 

2,9 

2,8 

2,8 

2,8 

2,6 

2,8 

2,8 

Polen 

r-t 

Sudamerika- 
nische Staaten 

iol 

"rrrt  hp 

1  f.?; 

bei   Faktur,  in 
Keiclisinark 

3,0 

3,0 

2,8 

2,9 

3,0 

3,0 

3,0 

8,0 

er 


*  Obige  Multiplikatoren  sind  auf  Schillings  bezogen. 

Zur  Beachtung!  Vorstehende  Multiplikatoren  beziehen 
sich  auf  die  Grundpreise  der  Drucksache  Nr.  235  vom 
2».  Februar  1922. 


(56.  j'&UTgmg,)  Cobnrg,  den  8.  Juni  1922.  Mmmmer  23 


1 


Zeitschrift  für  die  Keramischen,  Glas-  und  verwandten  Industrien. 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bogra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


PernsprechanschlnDNr.  59./Telegr. -Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto:  Cobarg-Gothaische  Bank  A.-G.,  Coborg 


Bezugspreis :  Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  bei  der  Post  bestellt  für  das  III.  Vierteljahr  <M  35.—. 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  2.—  (Stellengesuche  Ji  1. — ). 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 

Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Glas- Berufsoenossenschafi. 

Zu  der  in  Nr.  21  des  Sprechsaal  veröffentlichten  Tages- 
ordnung unserer  diesjährigen  Genossenschaftsversammlung 
treten  folgende  Punkte  neu  hinzu: 

3.  Genehmigung  der  Erhöhung  des  Betriebsstocks  auf 
3  000000  Mark. 

4.  Genehmigung  des  Vorstandsbeschlusses  vom  30.  3.  1922 
über  Schaffung  eines  Separat-Kontos  von  100000  Mark  bei 
der  Lankwitzer  Filiale  der  Dresdner  Bank  zur  Verfügung 
der  Geschäftsführung  für  laufende  Verwaltungsausgaben. 

Die  bisherigen  Ziffern  3  bis  12  ändern  sich  entsprechend. 
Berlin-Lankwitz,  den  29.  Mai  1922. 

Der  Vorstands  Vorsitzende:  1688 
M.    Großbüning,  Generaldirektor. 


Programm 


für  die  3.  Hauptversammlung 
der  Deutschen  Keramischen  Gesellschaft 
vom  18.— 21.  Juni  1922  in  Dresden. 

I.  Geschäftlicher  Teil. 
Sonntag,  den  18.  Juni  $922: 

Vormittags  10  Uhr:  Sitzung  des  Vorstandes  im  Jagdzimmer 
(Hubertus-Zimmer  des  Hauptrestaurants 
der  Ausstellung). 
Nachmittags  3  Uhr:  Sitzung    des  Arbeitsausschusses,  Ort 
wie  vorher. 

Nachmittags  4  Uhr:  Besichtigung  der  Jahresschau  Deutscher 
Arbeit  unter  sachverständiger  Führung. 
Teilnahme  der  Angehörigen  willkommen. 
Montag,  den  19.  Juni  1922: 

Vormittags  9  Uhr :  Mitgliederversammlung  in  der  Aula  der 
Technischen  Hochschule,  am  Bismarck- 
platz (unmittelbar  südlich  des  Haupt- 
bahnhofes). 
Tagesordnung: 
A.   Geschäftlicher  Teil: 

1.  Geschäftsbericht. 

2.  Kassenabrechnung  für  1921  und  Entlastung  des  Vorstandes 
sowie  Geschäftsführers. 

f.  Haushaltplan  für  1922. 

4.  Mitteilung  über  die  Satzung  und  etwaige  Aenderung. 

5.  Ersatzwahlen  für  den  Vorstand  und  Arbeitsausschuß, 


B.  Berichte. 

6.  Berichte  der  Ausschüsse: 

a)  Ofenausschuß, 

b)  Bleiausschuß, 

c)  Ausschuß  für  gewerblichen  Rechtsschutz. 

7.  Bericht  der  Wärme  wirtschaftssteile. 

8.  Bericht  der  Beratungsstelle   für  Maschinen-  und  Förder- 
anlagen. 

IL  Wissenschaftlicher  Teil. 

Nachmittags : 

A.  Vorträge  (z.  T.  mit  Lichtbildern  und  Vorführungen): 

1.  Dr.  W.  Braun:  Aufgaben  der  Geologie  im  Dienste  der 
Keramik. 

2.  Prof.  Dr.  K.  Endel:  Ueber  die  Bedeutung  der  wissen- 
schaftlichen Forschung  für  die  Entwickung  der  keramischen 
Industrie  in  Nordamerika. 

3.  Digl.-Ing.  U.  Sauer:  Werkstattbau  in  der  keramischen 
Industrie. 

4.  Oberingenieur  DipL-Ing.  Spindler:  Die  Wärmewirtschaft 
des  Tunnelofens. 

Dienstag,  den  20.  Juni  1922: 
Vormittags  9  Uhr: 

Fortsetzung  der  Vorträge. 

5.  ProL  Dr.  G.  Keppeler:  Untersuchungen  über  den  „grünen" 
Zustand  des  Tones. 

6.  Dr.  W.  Steger:  Untersuchungen  von  Schamotte-  und  anderen 
feuerfesten  Erzeugnissen,  insbesondere  auf  Beständigkeit 
gegen  plötzlichen  Temperaturwechsel. 

7.  Dipl-Ing.  H.  Kohl:  Die  Wärmeausdehnung  und  einige 
andere  physikalische  Eigenschaften  von  Steingut  in  Ab- 
hängigkeit von  der  Zusammensetzung  und  Brenntemperatur. 
Gewerbeschulrat  Dr.  W.  Pukall:  Feinsteinzeug. 

Nachmittags : 

Dr.  W.  Funk:  Versuche  über  Porzellan  mit  niedriger  Brenn- 
temperatur. 

Dr.  H.  Eisenlohr:    Die  Prüfung  keramischer  Massen  für 
künstliche  Zähne. 
11.  Dozent  Dr.  B.  Rieke:  Der  Eiafluß  der  Zusammensetzung 

von  Porzellan  auf  seine  Eigenschaften. 
Mittwoch,  den  21.  Juni  1922: 
Vormittags ; 

B.  Fabrikbesichtigungen: 
Staatliche  Porzellanmanufaktur,  Meißen. 

Meißner  Ofen-  und  Porzellanfabrik  vorm.  C.  Teichert,  Meißen. 


8. 


10. 


264  —  Nr.  23 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (66.  Jahrgang») 


Die  Entwässerung;  getrockneter  Tone. 

(Nachdruck  verboten.) 

Man  nimmt  allgemein  an,  daß  der  Ton  sein  chemisch  ge- 
bundes  Wasser  bis  zu  etwa  800°  zurückhält.  Beim  Erhitzen 
im  luftleeren  Baume  beginnt  die  Wasserabgabe  aber,  wie 
J.  W.  Mellor  und  A.  D.  Holdcroft  (1812)  festgestellt  haben,  bei 
Tiel  geringerer  Temperatur,  sogar  unter  300*.  B.  Löwenstein 
(1909)  zeigte,  daß  der  Ton  auch  bei  längerem  Trocknen  über 
Schwefelsäure  und  einer  Temperatur  von  25°  schon  einen  Teil 
seines  Verbindungswassers  abgibt.  J.  W.  Mellor,  N.  Sinclair 
und  P.  S.  Doverens  haben  diese  Angaben  nachgeprüft  und  be- 
richten hierüber  in  den  Abhandlungen  der  Englischen  Kera- 
mischen Gesellschaft,  Bd.  XXI,  1921/22,  Tl.  1,  S.  104—107, 
folgendes : 

Das  Trocknen  der  fein  gepulverten  Tonproben  fand  in 
Exsikkatoren  über  Schwefelsäure  verschiedenen  Prozentgehaltes 
(vgl.  Tafel  I)  statt,  wobei  die  Exsikkatoren  nebst  Inhalt  auf  der 
konstanten  Temperatur  von  25°  erhalten  wurden.  Die  Proben 
wurden  wöchentlich  gewogen,  bis  die  Ablesungen  die  gleichen 
blieben.  Die  hierfür  erforderliche  Zeit  betrug  ungefähr  drei 
Monate.  Hätte  ein  Zeitraum  von  mehreren  Jahren  zur  Ver- 
fügung gestanden,  so  wäre  dem  Tone  vielleicht  noch  mehr 
Wasser  entzogen  worden. 

Tafel  I. 

Dampfdruck  der  verschiedenen  wässerigen  Schwefelsäure- 
lösungen bei  25°. 
Prozent  H2S04  Dampfdruck 
30  18,0 
40  13,5 
50  8,8 
60  4,3 
70  1,8 
80  0,9 
90  0,0 
Die  Untersuchungsergebnisse  sind  in  den  Tafeln  II  und  III 
enthalten.     Das  +- Zeichen  bedeutet,   daß  bei  verdünnterer 
Schwefelsäure  eine  Gewichtszunahme  stattgefunden  hat,  infolge 
Aufnahme  von  Feuchtigkeit. 

Tafel  IL 

Prozentualer  Gewichtsverlust  verschiedener  Ton  Sorten 
in  getrockneter  Luft. 


Proz.  H3SO< 

Haüoysit 

Pyrophillit 

Wetley-Mergel 

30 

1,72 

+  0  04 

0,76 

40 

8,68 

0,00 

2,00 

50 

10,36 

0  20 

1,32 

60 

11,40 

0,12 

2,60 

70 

11,52 

0,24 

2,80 

80 

12,58 

0,20 

3,08 

90 

11,84 

0,40 

3,20 

Tafel  III. 

Prozentualer  Gewichtsverlust  verschiedener  Tonsorten 
in  getrockneter  Luft. 


Proz. 
B.SO* 

Ball 
clay 

China 

Ciay 

Ton  von 
ölenboig 

Halloy- 
sit 

Kaolinit 

China 
Clay 

Halloy- 
sit 

30 

0,08 

0,16 

0,09 

0,10 

0,06 

0,01 

0,06 

40 

0,24 

0,12 

0,11 

0  41 

0,08 

0,06 

0,44 

50 

1,63 

0,20 

0,30 

0,93 

0,12 

0,13 

1,67 

60 

2,31 

0,24 

0,48 

1,84 

0,18 

0,16 

1,96 

70 

2,44 

0,46 

0,67 

1,92 

0,24 

0,23 

3,26 

80 

3,29 

062 

1,12 

2,37 

0,38 

0,36 

3,62 

90 

8,54 

0,55 

1,48 

2.58 

0,46 

0,50 

4,05 

Die  Zahlen  für  Kaolinit  gelten  für  eine  gut  kristallisierte 
Probe  von  Glamorganshire. 

Durch  obige  Ergebnisse  werden  die  Beobachtungen  von 
E.  Löwenstein  bestätigt.  Die  Tone  verlieren  bei  gewöhnlicher 
Temperatur  allmählich  einen  Teil  ihres  sog.  Verbindungswassers. 
Der  Vorgang  ist  umkehrbar,  d.  h.  das  Wasser  wird  in  feuchter 
Luft  wieder  aufgenommen.  Das  beweist,  daß  in  dem  Bau  des 
Tonmoleküla  keine  tiefgehende  Aenderung  eingetreten  ist.  Diese 
Aenderung  ist  gänzlich  abweichend  von  der,  welche  stattfindet, 
wenn  das  Austreiben  des  Wassers  bei  höheren  Temperaturen 
erfolgt. 

Der  nach  obigem  Verfahren  getrocknete  Ton  hat  einige 
wichtige  Eigenschaften.  Die  Wiederaufnahme  des  Wassers  ist 
•ine  so  langsame,  und  es  erfordert  so  lange  Zeit,  bis  die  ur- 
sprüngliche Plastizität  wieder  erzielt  wird,  daß  es  möglich  ist, 
die  für  die  Verarbeitung  wichtigen  Eigenschaften  —  Plastizität, 
Schwindung  usw.  -  gewisser  schwierig  verarbeitbarer  Tone 
durch  die  Trocknung  zu  ändern  und  zu  regeln.  Der  getrock- 
nete Ton  hat  eine  ähnliche  Beschaffenheit  wie  viele  noch  nicht 
ausgewitterte  feuerfeHte  Tone,  wenn  man  sie  lange  Zeit  einer 
feuchten  Atmosphäre  aussetzt,  ehe  der  ursprünglich«  PJaitizitäts- 
zustand  wieder  erreicht  wird.    Die  Gewohnheit,  die  Glashäfen 


monatelang  an  einem  warmen,  trockenen  Ort  stehen  zu  lassen, 
mag  in  der  Tat  keine  so  überflüssige  Maßnahme  sein,  als  es 
auf  den  ersten  Blick  scheint.  Hingegen  ist  von  diesem  Ge- 
sichtspunkte aus  das  Lagern  der  Tone  an  einem  warmen, 
trockenen  Platze  ihrer  späteren  Verarbeitung  im  plastischsten 
Zustande  nicht  förderlich. 


Gaserzeuger  in  der  Glasindustrie. 

Von  Sago  Nowotny,  Betriebs-Direktor,  Eckamp  bei  Eutingen. 

(Nachdruck  verboten.) 

Meine  Beobachtungen  der  Generatoranlagen  der  verschie- 
densten Zweige  der  Glasindustrie  haben  mich  überzeugt,  daß 
wohl  die  meisten  Fabriken  früher  oder  später  zu  einem  Umbau 
dieser  äußerst  wichtigen  Betriebseinrichtung  schreiten  werden, 
und  nachstehende  Abhandlung  soll  den  Zweck  haben,  die  in 
Frage  kommenden  Hütten  auf  einen  Schachtgenerator  hinzu- 
weisen, der  sich  im  Betrieb  vorzüglich  bewährt,  allen  An- 
forderungen hinsichtlich  Gasqualität  entspricht  und  gewisser- 
maßen wohl  als  brauchbarster  Gaserzeuger  für  die  Glasfabriken 
bezeichnet  werden  kann. 

In  nachstehender  Abbildung  ist  ein  Wilsongaserzeuger  von 
2,5  m  Durchmesser  dargestellt,  der,   wie  ersichtlich,  einen 


Riinifungstür 


GebläsekastoM 


Rtinijunestür 


'     Fig.  1. 

freistehenden  runden  Schachtgenerator  veranschaulicht,  in 
welchem  in  24  Stunden  4500  bis  5000  kg  Steinkohlen  vergast 
wurden.  Wie  aus  obiger  Zeichnung  zu  ersehen  ist,  diente  bei 
diesem  Generatorsystem  der  auf  der  Schachtsohle  angeordnete 
Gebläsekasten  zum  Einführen  und  Verteilen  des  Luft-  und 
Dampfgemisches.  Die  im  Betriebe  gesammelten  Erfahrungen 
zeigten  nun  insofern  Nachteile,  als  erstens  zeitweise,  je  nach 
Beanspruchung,  die  Gaserzeuger  ^ntweder  in  der  Mitte  oder 
am  Rande  durchbrannten  und  an  diesen  Stellen  sehr  verschlackten. 
Ein  anderer,  zweiter  Nachteildieser  Anlage  war,  daß  die  Reinigung 
bezw.  das  Abschlacken  durch  an  den  Seiten  angeordnete  Türen 
während  des  Abstellens  des  Ofens  bewerkstelligt  werden  mußte, 
was  äußerst  schwierig  und  nicht  ungefährlich  war.  Ein  dritter 
Nachteil  war,  daß  an  einem  großen  16-häfigen  Ofen  drei  Wilson- 
generatoren ständig  in  Betrieb  sein  mußten,  die  nur  jeden 
dritten  Tag  abgeschlackt  werden  konnten,  so  daß  nach  dem 
Abschlacken  eine  sehr  geringe,  am  zweiten  Tage  die  gerade 
erforderliche  und  am  dritten  Tage  eine  zu  hohe  Schütthöhe  im 
Gaserzeuger  herrschte,  was  die  Güte  des  gewonnenen  Gases 
sehr  ungünstig  beeinflußte. 

Um  diesen  Uebelständen  abzuhelfen,  war  ich  bestrebt,  ein 
Generatorsystem  zu  wählen,  welches  hinsichtlich  der  Wind- 
verteilung Vorteile  bietet,  das  Abschlacken  wesentlich  ver- 
einfacht und  mithin  auch  eine  geregelte  Brennstoffschütthöhe 
garantiert. 

Da  mir  der  bisherige  Morgan generator  in  Bezug  auf  die 
Durchsatzleistung  nicht  ausreichend  erschien,  wurde  mir  von 
der  Aktien-Gesellschaft  für  Brennstoffvergasung,  Berlin,  eine 
Verbesserung  vorgeschlagen,  die  einen  Kohlendurchsatz  in 
24  Stunden  von  etwa  90U0  kg  garantierte  und  mir  außerdem 
noch  den  Vorteil  bot,  daß  man  nunmehr  mit  zwei  Gaserzeugern 


1922,  (56.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Hr.  23  —  265 


für  einen  Ofen  auskommt  und  infolgedessen  die  Löhne  für 
drei  Gasstocher  pro  Tag  spart. 

Die  Abbildung  2  zeigt  den  verbesserten  Morgangenerator 
mit  Zentral-  und  Randwindzuführung.  Zu  der  Konstruktion  sei 
bemerkt,  daß  das  Dampf-  und  Luftgemisch  vom  Gebläse  in  den 
um  den  Generator  über  den  seitlichen  Stochlöchern  angeordneten 
Windleitungsring  geführt  und  von  diesem  zu  dem  am  Schacht- 
fuße befindlichen,  im  Wasserbad  eingetauchten  Windverteilungs- 
ring durch  drei  Stutzen  geleitet,  gleichzeitig  jedoch  auch,  der 
Windverteilungshaube,  welche  sich  in  der  Mitte  des  Generators 
befindet,  zugeführt  wird.  Durch  diese  Anordnung  wurde  eine 
außerordentliche  Durchsatzleistung  (9000-19000  kg)  in  24 Stunden 
erreicht,  so  daß  man  bei  voller  Beanspruchung  nahezu  die 
Leistung  von  Drehrostgeneratoren  erreichen  dürfte. 


GeWäa« 


_>  zum 
Sammelkanal 


1  Windltitunesrinj 
(t)     für  die  R»nd- 
"  verkrannunj 


Windhaube  (Zentralwindverteilung) 
Kg.  2. 

Vorstehende  Abänderung  hat  alle  eingangs  erwähnten 
Nachteile  insofern  beseitigt,  als  erstens,  eine  auf  dem  ganzen 
Generatorquerschnitt  gleichmäßige  Vergasung  möglich  ist,  da 
sowohl  die  Mitte  als  auch  die  Randverbrennung  des  Gaser- 
zeugers durch  angeordnete  Regulierschieber  geregelt  werden 
kann,  zweitens,  durch  den  Wasserabschluß  die  Abschlackarbeit 
ohne  Hitzebelästigung  erfolgt  und  unverbrannte  Kohle  nicht 
mit  herausgerissen  wird  und  drittens,  durch  die  Abschlackmög- 
Hchkeit  zu  jedem  beliebigen  Zeitpunkt  eine  gleichmäßige  Schütt- 
höhe im  Gaserzeuger  gehalten  werden  kann,  was  für  die  Güte 
des  Gases  von  größtem  Wert  ist. 

Betrachtet  man,  daß  ein  Wilsongaserzeuger  mit  verhältnis- 
mäßig geringen  Kosten  in  obiger  Weise  abgeändert  werden 
kann,  da  der  Generatormantel  bestehen  bleibt,  alle  Armaturen 
tund  Steine  verwendet  werden  können,  so  ist  es  logisch,  daß 
bei  Ersparnis  von  3  Gasstochern  pro  Tag  sich  diese  Abänderung 
in  6 — 8  Monaten  bezahlt  macht,  ganz  abgesehen  von  den 
sonstigen  Vorteilen  bezüglich  Arbeitserleichterung  und  Ver- 
besserung des  gewonnenen  Gases,  was  der  Fabrikation  sehr 
zu  gute  kommt;  daher  ist  diese  Umänderung  geradezu  als 
ideal  zu  bezeichnen. 

Da  besonders  in  der  Glasindustrie  auf  dem  Gebiete  der 
Gaserzeugung  die  verschiedensten,  oft  ganz  unmodernen 
Generatoren  in  Gebrauch  sind,  wäre  bei  vorkommender  Ab- 
änderung dieses  bewährte  Generatorsystem,  das  sehr  erhebliche 
Vorteile  bietet,  sicher  als  Zentralgaserzeugungsanlage  auch 
<dort  zu  wählen,  wo  mehrere  Oefen  mit  kleinen  Generatoren 
bedient  werden.   

Der  finmländische  Zolltarif  für  das  Jahr  1922. 

Die  Zölle  für  nach  Finnland  eingeführte  Waren  werden 
nach  dem  Gesetz  vom  30.  Dezember  1921  während  des  Jahres 
1922  nach  den  im  nachstehenden  Zolltarif  genannten  Beträgen 
erhoben.  (Erste  Spalte).  Der  Staatsrat  hat  während  des 
Jahres  1922  das  Recht,  bei  den  im  Einfuhrtarif  mit  *  bezeich- 
neten Waren  die  Zölle  auf  das  Vierfache  zu  erhöhen.  Der 
Staatsrat  hat  von  dieser  Ermächtigung  Gebrauch  gemacht  und 
verordnet,  daß  die  Zölle  bei  den  mit  einem  *  bezeichneten 
Waren,  sofern  sie  während  des  Jahres  1922  nach  Finnland 


eingeführt  werden,  bis  auf  weiteres  mit  den  in  der  zweiten 
Spalte  angebenen  erhöhten  Beträgen  zu  erheben  sind. 

Waren  aus  Ländern,  die  finnische  Schiffe  oder  Waren 
weniger  günstig  als  die  anderer  Länder  behandeln,  können  auf 
Verordnung  des  Staatsrats  mit  einem  Zollzuschlag  zu  dem 
tarifmäßigen  Zollsatz  bis  zum  Höchstbetrage  dieses  letzteren 
oder,  wenn  die  Ware  tarifmäßig  zollfrei  ist,  mit  einem  Zolle 
bis  zum  Höchstbetrage  des  Wertes  der  Ware  belegt  werden. 

Ist  bei  der  Ausfuhr  irgend  welcher  auch  in  Finnland  er- 
zeugten oder  hergestellten  Waren  aus  dem  Ausland  nach  Finn- 
land der  Preis  für  den  Verkauf  zur  Ausfuhr  nach  Finnland 
niedriger  als  der  übliche  Preis  der  Waren  im  Verkaufsland, 
so  kann  für  diese  Waren  auf  Verordnung  des  Staatsrates  bei 
der  Einfuhr  nach  Finnland  neben  dem  geltenden  Zolle  noch 
ein  besonderer  Zoll  (Dumping-Zoll)  festgesetzt  werden,  der 
dem  Unterschiede  zwischen  dem  üblichen  Marktpreis  im  Ver- 
kaufsland beim  einheimischen  Verbrauch  und  dem  Preise  beim 
Verkauf  zur  Ausfuhr  entspricht.  Dieser  Sonderzoll  kann  auch 
einer  sonst  nicht  zollpflichtigen  Ware  auferlegt  werden. 

Unter  dem  Preise  für  den  Verkauf  zur  Ausfuhr  ist  hier 
der  Preis  des  Ausführers  für  die  Ware  ohne  diejenigen 
Kosten,  welche  nach  der  Absendung  vom  Verkaufsland  hinzu- 
kommen, zu  verstehen. 

Hält  der  Staatsrat  für  erwiesen,  daß  die  Erlegung  eines 
besonderen  Zolles  entsprechend  den  Vorschriften  der  vor- 
stehenden Bestimmungen  durch  Versand  der  Waren  in  Kon- 
signation ohne  vorhergehenden  Verkauf  umgangen  wird,  so 
kann  der  Staatsrat  Bestimmungen  treffen,  die  er  für  nötig  hält, 
um  diese  Ware  mit  dem  Zolle  zu  belegen,  der  hätte  ent- 
richtet werden  müssen,  falls  die  Waren  vor  dem  Versand  nach 
Finnland  verkauft  worden  wäre. 

Ist  eine  Ware  nach  dem  Gewicht  zu  verzollen,  so  wird, 
wenn  anderes  nicht  bestimmt  ist,  das  Reingewicht  der  Ware  der 
Zollberechnung  zugrunde  gelegt. 

Das  Reingewicht,  worunter  das  Gewicht  der  Waren  ohne 
Aufbewahrungsmittel  oder  Umschließungen  verstanden  wird, 
wird  entweder  durch  unmittelbare  Verwiegung  oder  in  der 
Weise  festgestellt,  daß  das  Rohgewicht,  welches  in  dem  Ge- 
wichte der  Waren  mit  der  sowohl  für  die  Beförderung  als 
auch  für  die  Aufbewahrung  erforderlichen  Umschließung  be- 
steht, gemäß  den  nachstehenden  Bestimmungen  ermäßigt  wird. 

Bei  Waren,  die  nach  Reingewicht  zu  verzollen  sind  und 
bei  der  Verzollung  noch  gewogen  werden,  berechnet  sich  der 
Taraabzug  nach  den  folgenden  Prozentsätzen: 
Umschließungen    aus  einfachem 

Gewebe  2  Prozent 

Umschließungen   aus  doppeltem 

Gewebe  oder  Matte  3  „ 

Schachteln  aus  Blech     ....    10  „ 

Kisten  und  Fässer  12  „ 

Dagegen  sind  für  Waren,  auf  welche  die  genannten  Prozent- 
sätze nicht  angewendet  werden  können  oder  welche  in  anderen 
als  den  genannten  Umschließungen  eingeführt  werden,  die  fol- 
genden Taraabzüge  für  die  für  uns  in  Frage  kommenden  Waren 
vorgesehen. 

Taratarif. 


Laufende 
Nummer 
des  Zoll- 
tarifes 


773—776 
778—776 

777,778 


780,781 


79©— 793 


799,800 
799,800 
799,800 

799,800 


Warenbenennung 


Art  der  Umschließung 


Ton-,  Fayence-  und  Porzellan- 
waren, nicht  besonders 
genannt : 

Teller  

andere  Gegenstände     .    .  / 

Boden-  und  Wandplatten 

und    Kachelofen  - 


Fässer,  Kisten,  Körbe 


Kacheln 

zierate  

Glas: 

Häfen  und  Flaschen    .    .  . 

Glas-  und  Emaillewaren,  nicht 
besonders    genannt,  soweit 
sie  nicht  zu  den  Bijouterie- 
waren gehören: 

Lampengläser  

Lampenglocken  

Kronleuchtergläser  (Prismen- 
gläser)   

anderer  Art  


oder  Kisten 


Fässer 
Körbe 
Fässer 
Kisten 

Kisten 


Fässer  oder  Kisten 
Körbe 


Fässer  oder  Kisten 
Fässer  oder  Kisten 

Kisten, 

Fässer  oder  Kisten 
Heu  oder  Stroh 
Körbe 


25 
35 
25 
15 

10. 

20 

25 
20 


60 
70 

20 

40 
10 
30 


266  —  Nr.  23 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1922.    (65.  iübTgWi&y 


Weicht  die  Umschließung  in  ihrer  Beschaffenheit  merkbar 
von  den  früher  im  Handel  gebräuchlichen  ab  und  scheint  sie 
entstanden  zu  sein,  um  dem  Wareneigentümer  unangemessene 
Vorteile  bei  der  Anwendung  des  Taratarifes  zu  verschaffen,'  so 
ist  die  Ware  rein  zu  wiegen.  Bei  der  Einfuhr  von  größeren  Mengen 
kann  das  Reingewicht  nach  dem  Ermessen  der  Zollstellen 
mittels  Probeverwiegung  oder  in  anderer  zuverlässiger  Weise 
ermittelt  werden.  Der  Wareneigentümer  ist  berechtigt,  die 
Ware  stürzen  zu  lassen.  Werden  in  der  nämlichen  Verpackung 
Waren  eingeführt,  für  die  verschiedene  Zollsätze  oder  verschie- 
dene Tarasätze  vorgesehen  sind,  so  ist  das  Reingewicht  jeder 
Ware  gesondert  zu  ermitteln. 

Gehört  die  Umschließung  ganz  oder  teilweise  zum  Ge- 
wichte der  Ware,  so  ist  dies  im  Zolltarif  nachstehend  durch 
den  Buchstaben  P  angegeben. 

Vorauskünfte  darüber,  wie  der  geltende  Zoll-  oder  Tara- 
tarif auf  eine  Ware  anzuwenden  ist,  die  jemand  nach  Finnland 
einführen  will  und  die  im  Zolltarif  nicht  besonders  aufgeführt 
oder  für  die  Tara  im  Taratarif  nicht  vorgesehen  ist,  werden 
von  der  Zolldirektion  erteilt.  Diese  Auskünfte  sind  für  die 
Verwaltung  während  einer  bestimmten  Zeit  verbindlich,  ent- 
sprechend den  Vorschriften,  die  vom  Staatsrat  erlassen 
worden  sind. 

Der  finnische  Zolltarif  nach  dem  Stande  vom  1.  Januar  1922. 


Tarif- 
Nr. 

322 
366 
417 


432* 
459* 


674 
675 


718* 
719* 


720 
721 


735 


Bezeichnung  der  Waren 


lkg 


1kg 
lkg 


lkg 
lkg 


Maßstab 
der  Ver- 
zollung 

Poliertücher  wie  Schmirgel-, 
Karborund-,  Bimsstein-,  Glas- 
und  Flinttuch  .  .  .  P 
Wetzer,  sowie  Schleif  -  und  Polier- 
scheiben, auch  mit  Schleif- 
oder Poliermitteln  .... 
Glas-,  Sand-,  Schmirgel-  und 
anderes  Polier-  oder  Schleif- 
papier  P 

Abziehbilder  P 

Glas-  oder  Porzellanperlen,  echte 
oder  unechte;  Perlfransen  für 
Ampeln,  Lampen  und  ähnliche 
Beleuchtungsgegenstände  P 
Bogenlampen  sowie  Teile  dazu, 
nicht  besonders  genannt ; 
ferner  Scheinwerfer  aller  Art  P 

Glühlampen  P 

Anmerkung    zu    den  Tarif- 
nummern 674  nnd  675. 

Für  Schachteln,  Papier  nnd  ähn- 
liche Hüllen  wird  kein  Gewichts- 
abzug gewährt. 

Photographische  Apparate  mit 
oder  ohne  Objektive,  sowie 
Teile  dazu: 
bei  einem  Stückreingewichte  von 

höchstens  5  kg     .....      1  kg 
bei  einem  Stückreingewichte  von 
mehr    als  5  kg,    für  jedes 
darüber  hinausgehende  Kilo- 
gramm   1  kg 

Anmerkung  1.  Taschen,  Futte- 
rale und  Stative  werden  nach  Maß- 
gabe ihrer   Beschaffenheit  verzollt. 

Anmerkung  2.  Photographische 
Apparate  werden  in  dem  Zustand  ver- 
zollt, wie  sie  eingeführt  werden. 
Optische    Instrumente,  sowie 
Teile  dazu  aus  anderen  Stoffen 
als  Gold  oder  Silber     .    .  P 
Barometer,  Thermometer,  Hygro- 
meter, sowie  Teile  dazu    .  P 
Anmerkung    zu    den  Tarif- 
nummern 720  und  721. 

Für  Schachteln,  Etuis,  Kasten, 
Papier  und  ähnliche  Hüllen  wird 
kein  Gewichtsabzug  gewährt. 

Steine  und  Erden: 
Asbest,  Asbestmehl  und  Glimmer, 
unbearbeitet;  Talk,  auch  ge- 
mahlen ;  Meerschaum,  unbe- 
arbeitet, auch  künstlicher; 
Braunstein,  Bauxit,  Flußspat, 
Kieselgur,  Kryolith,  Quarz 
und  Quarzsand,  auch  ge- 
mahlen ;  Kalkstein  und  Kalk- 
spat; Magnesit  und  Witherit, 
in  Stücken  oder  gemahlen, 
auch  gebrannt;  Gipsstein,  so- 
wie gebrannter  und  gemahlener 


Zollsatz 
finnische 
Mark 


0,20 
1 


0,15 
10,50 


Zollsatz 
finnische 
Mark 


20,00 


1  kg     10,00  40,00 


4,00 
6,00 


'  25,00 


10,00 


100,00 
40,00 


lkg 
lkg 


,  16,00 
8,00 


Tarif- 
Nr. 


Bezeichnung  der  Waren 


736 
737 

740 
741 


742 
743 
744 


745 
746 


747* 
748* 


749 


750 


752 


753 


7544 


755 


Maßstab 
der  Ver- 
zollung 

Gips,    Feldspat,  Schwerspat, 
Spießglanz  und  Rohphosphat, 
auch  gepulvert .......  — 

Anmerkung  1.   Zum  Gipastein 
wird  auch  Marienglas  gerechnet. 

Anmerkung  2.  Zum  gebrannten 
Gips  wird  auch  sogenannter  Marmor- 
zement gerechnet. 

Gagat  (Jett),  auch  künstlicher, 
unbearbeitet  

Ton  aller  Art,  auch  geschlämmt, 
Kaolin-  oder  Porzellanton  ein- 
begriffen   — 

Edelsteine,  nicht  gefaßt,  aller 
Art,  nicht  besonders  genannt  — 

Steine,  nicht  besonders  genannt, 
unbearbeitet  oder  gepulvert, 
sowie  Mineralien  aller  Art, 
nicht  besonders  genannt,  in 
Stücken  oder  gepulvert    .    .  — 

Kalk: 

ungelöscht  100  kg 

gelöscht   ........  100  kg 

Zement,    Portlandzement,  ge- 
wöhnlicher   grauer,  weißer 
oder  farbiger,  ungemahlen  oder 
gemahlen ;  Schlackenzement, 
Traß  und  andere  für  Bauzwecke 
verwendete  Arten  von  Zement  P  100  kg 
Anmerkung  1.    Wie  Zement 
wird  auch  jedes  zum  Bodenbelag  ge- 
eignete Gemenge  behandelt,  das  einen 
oder  mehrere  mineralische  Bestand- 
teile  in   Pulverform   neben  Säge- 
spänen oder  dergleichen  enthält. 

Anmerkung  2.  Für  Umschlie- 
ßungen wird  kein  Gewichtsabzug  ge- 
währt. 

Schamotte-,  Dinas-  und  anderer 

Mörtel  

Isoliermasse  (gegen  Wärme  und 
Kälte),  trocken  oder  naß,  ent- 
weder mineralische,  pflanzliche 
oder  tierische  Stoffe  oder  Ge- 
menge von  diesen  enthaltend  100  kg 
Platten  und  Scheiben  aus  Marmor : 
ungeschliffen  oder  unpoliert 
geschliffen  oder  poliert    .  . 
Bimsstein,  geschliffen  oder  ge- 
mahlen, Schmirgel,  Tripel  und 
ähnliche   mineralische  Putz- 
und  Schleifmittel,  unbearbeitet, 
gepulvert  oder  geschlämmt : 
in   Packungen   von  höchstens 

2  kg  Gewicht  P 

Anmerkung.  Die  Umschließung, 
in  der  die  Ware  im  Kleinhandel  ver- 
kauft werden  soll,  gehört  zum  Ge- 
wicht der  Ware. 

in    anderen    Packungen  und 

unverpackt   

Anmerkung.  Zu  den  hier  be- 
handelten Schleif-  und  Putzmitteln  ge- 
hört auch  Tripel  in  Formstücken, 
sogenannte  Tripeist  eine. 
Dachschiefer  (Platten,  in  für  das 
Dachdecken  geeignete  Abmes- 
sungen abgepaßt,  mit  Löchern 
oder  ohne  solche)   1  kg 

Waren  aus  Steinen  oder  Erden, 
anderweit  nicht  genannt.: 

Asbestwaren,  auch  mit  Beimen- 
gung von  anderen  Stoffen, 
Kautschuk  ausgenommen ; 
Glimmerwaren,  nicht  beson- 
ders genannt   1  kg 

Waren  aus  Bernstein  und  Gagat, 

nicht  besonders  genannt      P      1  kg 

Zementwaren : 

Platten,  auch  Waren  mit  soge- 
nannter Zementmosaik,  nicht 
zu  den  Gegenständen  der 
Kunst  oder  des  Kunstgewerbes 
gehörend  ........     1  kg 


lkg 
lkg 


Zollsatz  Zollsat; 
finnische  finnisch» 
Mark  Mark 


frei  — 


—  frei 

—  frei 

—  frei 


frei  — 

0,45 
0,30 


3,00 


—         frei  — 


0,80  — 

0,35  0,50 
1,40  4,0i 


1  kg       0,80  — 


—  frei 


0,10  — 


0,50  — 
40,00  160,00 


0,12 


1 


STATION  AR  ER 

DAMPFMASCHINENBAU 


Kolüennol 

Die  dauernd  steigenden  Kohlenpreise  zwingen  die 
Werke  mit  älteren  Dampfkraffanlagen  gebieterisch 
zum   l'mbau   der   Dampfmaschinen  zwecks 

Ausnutzung  des  Ab^ 
dampfest  Hcfecwwte. 

Wir     haben     derartige  Umbauten 

mtt  beslon  Erfolge 

vorgenommen    und    sind    dur  ch    diese  Um- 
bauten in  Verbindung   mit  Änderungen  der 
Dampferzeugungs-  und  Heizungsanlage 

bis  ca.6S%EreDapius$e 


erzielt  worden. 

Mit  Referenzen  und  fachmän- 
nischer Beratung  stellen  wir 
uns  ernsthaften  Ueflektanten 
gern  zur  Verfügung. 


DRESDNER  MÄSCEtlNENEABRIK 
UND  SCHIFFSWERFE  UEBIGMJ 


DRESDEN  —  M  .  31. 


cksache  Td.  Nr.105. 


1922.  (55.  Jahrgang.)   

Tarif-  '  MaßStab 

jt  Bezeichnung  der  Waren         der  Ver- 

t  zollang 

756  anderer  Art,  wie  Baumaterial, 

Röhren,   sowie  Betonerzeug- 

nisse,  auch  mit  Eisenkern     .      1  kg 

Anmerkung  1.  Wie  Zement- 
waren werden  auch  Waren  aus  Mag- 
nesiszement und  nicht  besonders  ge- 
nannte Waren  aus  anderen  Kunst- 
steinen verzollt,  ebenso  nicht  beson- 
ders genannte  Waren  aus  Kalksand. 

Anmerkung  2.  Gegenstände 
der  Kunst  oder  des  Kunstgewerbes 
aus  Zement  werden  wie  die  ent- 
sprechenden Waren  aus  Gips  verzollt. 

Gipswaren : 

757  Formen  für  industrielle  Zwecke, 

Gipsplatten  und  anderes  gleich- 
artiges Baumaterial,  auch  in 
Verbindung  mit  anderen 
Stoffen  .   1  kg 

758*  Gegenstände  der  Kunst  und  des 
Kunstgewerbes,  nicht  beson- 
ders genannt,  auch  in  Verbin- 
dung mit  Holz,  unedlen  Me- 
tallen oder  dergleichen       P      1  kg 

|69  Waren  aus  Isoliermasse,  wie 
Platten,  Segmente  und  andere 
Formstücke.  Waren  aus 
Asphalt,  nicht  besonders  ge- 
nannt, auch  mit  Beimengung 
von  Abfällen  aus  Spinnstoffen, 
Grus,  Sand  oder  dergleichen      1  kg 

»60*  Waren,  nicht  besonders  genannt, 
aus  Marmor,  Alabaster,  auch 
künstlichem,  sowie  aus  Porphyr 
and  anderen  feinen  Steinarten, 
hauptsächlich  zu  Ziergegen- 
ständen bestimmt,  wie  Schalen, 
Urnen,  Statuetten,  Tierfiguren 
usw.,  auch  in  Verbindung  mit 
Holz,  unedlen  Metallen  oder 

dergleichen  P      1  kg 

Steinwaren,  nicht  besonders 
genannt : 

761    für    chemische,  metallurgische 

und  technische  Zwecke     .    .  — 
anderer  Art: 
762*  unpoliert  und  ungeschliffen  .    .      1  kg 

poliert  oder  geschliffen: 
j763*  bei  einem  Stückreingewichte  von 

höchstens  50  kg    ....    .      1  kg 
764*  bei  einem  Stückreingewichte  von 
von  mehr  als  50  kg,  für  jedes 
darüber  hinausgehende  kg  1  kg 

Wetz-,  Polier-  und  Schleifsteine, 
auch  in  Form  von  Platten 
oder  Scheiben,  natürliche  oder 
künstliche,  auch  in  Verbindung 
mit  Holz,  unedlen  Metallen  oder 
dergleichen;  Defibreur-,  Koller- 
gang- und  Mühlsteine: 

765  natürliche  .  

künstliche : 

766  aus  Korund,  Alund,  Karborund 

oder  anderem  ähnlichen  harten 
Schleifmaterial   1  kg 

767  anderer  Art   1  kg 

768  Lithographische  Steine,  Schreib- 

tafeln, nicht  eingefaßt  oder  in 
Holzrahmen  eingefaßt;  Griffel, 
auch  aus  künstlicher  Masse, 
nicht  eingefaßt  oder  eingefaßt      1  kg 
Anmerkung  zu  den  Tarif- 
nummern 754,  758  und  760.  Für 
Schachteln,    Papier    und  ähnliche 
Hullen    wird    kein  Gewichtsabzug 
gewährt. 

Tonwaren: 
769*  Badewannen  und  Spülkasten  aus 

Tonmasse  oder  Fayence    .    .      1  kg 
770*  Klosette     und  Waschbecken 
(Lavoirs)  aus  Tonmasse  oder 

Fayence   1  kg 

Bauverzierungen,  auch  aus  Terra- 
kotta : 

771*  unglasiert    ........     1  kg 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  23  —  267 


Zollsatz 
finnische 
Mark 


Zollsatz 
finnische 
Mark 


0,05  — 


0,20  — 


7,00  28,00 


0,12 


30,00  120,00 


frei 

0,15 

3,00 
0,40 


0,60 
10,00 
1,00 


—         frei  — 


1,50 
0,15 


0,05  — 


0,60 
0,80 
1,50 


2,00 
2,00 

3,00 


Tarif- 
Nr. 

772* 


773* 
774* 


775* 
776* 


777 
778 


779* 


78©* 
781* 


782 


Bezeichnung  der  Waren 


Mafistab 
der  Ver- 
zollung 

glasiert   1  kg 

Ton-,  Fayence-  und  Porzellan- 
waren, nicht  besonders  genannt: 
Waren  aus  echtem  Porzellan, 
auch  in  Verbindung  mit  Hois 

oder  Eisen: 
weiß  sowie  ein-  oder  zweifarbig, 

unverziert  

mehrfarbig,  vergoldet,  versilbert 
oder  in  anderer  ähnlicherWeise 
verziert,  auch  ein-  oder  mehr- 
farbige Porzellanwaren,  nicht 
besonders  genannt,    in  Ver- 
bindung mit  anderen  unedlen 
Metallen  als  Eisen    .    .    .  . 
Waren  aus  Fayence  (unechtem 
Porzellan)  und  andere  gewöhn- 
liche Tonwaren,  auch  in  Verbin- 
dung mit  Holz  oder  Eisen: 
weiß  oder  mehrfarbig  .... 
mehrfarbig,  vergoldet,  versilbert 
oder  in  ähnlicher  Weise  ver- 
ziert, auch  ein-  oder  mehr- 
farbige   Ton-    und  Fayence- 
waren, nicht  besonders  genannt, 
in  Verbindung  mit  anderen 
unedlen  Metallen  als  Eisen  . 
Anmerkung.  Als  einfarbig  werden 
hierher  gehörende  Gegenstände  ange- 
sehen, die  auf  ihrer  ganzen  Oberfläche 
die  nämliche  Farbe  aufweisen.  Außer 
Betracht  bleiben  dabei  die  Unterseite 
des  Bodens  und  ähnliche  für  das  Aus- 
sehen der  Ware  unwesentliche  Teile 
der  Oberfläche,  ebenso  Ungleichmäßig- 
keiten  in  der  Farbe,  entstanden  durch 
das  Herstellungsverfahren,  ferner  Fa- 
brikzeichen, Fabriknamen  und  Angabe 
des  Fassungsvermögens,  alle  soweit  sie 
keine  Ausschmückung  darstellen. 
Boden-  und  Wandplatten: 
einfarbig  und  unglasiert  .    .  . 
mehrfarbig  oder  glasiert  .    .  . 

Anmerkung.   Enthält  ein  und 
dasselbe  Packstück  Boden-  und  Wand- 
platten verschiedener  Art,  die  ver- 
schiedenen Zollsätzen  unterliegen,  so 
wird  der  höchste  Zollsatz  auf  den 
ganzen  Inhalt  angewendet. 
Isolatoren,  Einleitungsröhren, 
Knöpfe,  Deckenscheiben  und 
andere  Gegenstände  zur  Iso- 
lierung elektrischer  Leitungen, 
auch  in  Verbindung  mit  Eisen 
oder  anderen  unedlen  Metallen 
Kacheln  und  Kachelofenzierrate : 

weiß  oder  einfarbig   1  kg 

zwei-  oder  mehrfarbig,  vergoldet, 
versilbert  oder  in  ähnlicher 

Weise  verziert   1  kg 

Anmerkung.  Bei  der  Verzol- 
lung wird  nur  das  Aussehen  der 
Außenseiten  berücksichtigt. 
Zisternen,Tiegel,  Dekan  tierfässer 
und  Kannen ;  Destillations- 
apparate und  Filtrierröhren; 
Färb-  und  Schmelzkessel;  Be- 
hälter für  Vernickelung  und 
Galvanisierung  ;Hähne  ;Kristal- 
lisierapparate,Kühlfässer,Kühl- 
röhren,  Trichter,  Dreifüße,  Va- 
kuumgefäße, Ventile  u.  andere 
für  chemische  Zwecke  be- 
stimmte, nicht  besonders  ge- 
nannte und  nicht  zu  den 
Fayence-  oder  Porzellanwaren 
gehörende  Gegenstände  .  . 
Luxusgegenstände  und  andere 
Gegenstände,  die  als  haupt- 
sächlich zu  Zierzwecken  und 
nicht  oder  nur  in  geringerem 
Umfang  als  zum  wirklichen 
Gebrauch  bestimmt  anzusehen 
sind,  wie  Nippsachen,  Blumen- 
vasen, Blumenständer,  Deko- 
rationsteller u.  anderer  Wand- 


Zollsatz  Zollsatz 

finnische  finnische 

Mark  Mark 

3,00  6,00 


1  kg       5,00  15,00 


1  kg     10,00  40,00 


1  kg       1,50  4,00 


1  kg       2,00  6,00 


lkg 
lkg 


0,75 
1,50 


lkg 


2,50  8,00 
0,60  2,00 

1,20  3,60 


1  kg       0,60  — 


i 


268  -  Nr.  23 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


1922.  (65.  Jaftrgang.y 


;  Tarif- 
Nr. 


Bezeichnung  der  Waren 


788* 
784* 
785 


786 


787 
788 


Maßstab 
der  Ver- 
zollang 

schmuck;  Tierfigaren  u.  andere 
Figuren,  nicht  zu  den  Spiel- 
sachen gehörend;  Jardinieren; 
künstliche  Blumen  aus  Por- 
zellan usw.,  auch  in  Verbindung 
mit  Holz,  unedlen  Metallen 
oder  dergleichen: 
aus  echtem  Porzellan  .    .    .  P      1  kg 

anderer  Art  .    .'  P      1  kg 

Röhren,  nicht  besonders  genannt, 
Röhrenteile  sowie  Brunnen 
und  Krippen,  unglasiert  oder 

glasiert  

Ziegel: 

Mauerziegel,  gewöhnliche,  ungla- 
siert (auch  porös) ;  ferner  Kalk- 
sandziegel 100  kg 

anderer  Art,  nicht  besonders  ge- 
nannt, wie  feuerfeste  aller  Art, 
Klinker,  säurefeste  Formziegel 
und  für  chemisch-technische 
Zwecke  bestimmte  Platten, 
Fassade-  und  Formziegel  für 
Bauzwecke,  Verblendplatten 
sowie  Dachziegel  aller  Art: 

unglasiert  .  100  kg 

glasiert  ■  ...  100  kg 

Anmerkung  1.  Ist  eine  sonst 
zu  den  glasierten  Fassadeziegeln  ge- 
hörende Ware,  deren  beide  einander 
gegenüberliegende  größte  Außenflächen 
glasiert  sind,  mittels  Lochung  oder  in 
anderer  Weise  so  geformt,  daß  sie  leicht 
in  Platten  geteilt  werden  kann,  so 
gehört  die  Ware  zu  den  Boden-  und 
Wandplatten. 

Anmerkung  2.  Enthält  ein  und 
dasselbe  Packstück  mehrere  Arten  von 
Ziegeln,  die  verschiedenen  Zollsätzen  ' 
unterliegen,  so  wird  der  höchste  Zoll- 
satz auf  den  ganzen  Inhalt  angewendet. 

Anmerkung  3.  Zerkleinerte 
oder  gepulverte  feuerfeste  Ziegel  sind 
als  Ton  zu  behandeln. 

Anmerkung  zu  den  Tarif- 
nummern 783  und  784. 

Für  Schachteln,  Papier  und  ähnliche 
Hullen  wird  kein  Gewichtsabzug  ge- 
währt. 

Glas  und  Glaswaren. 

789  Glas-  und  Glaiurmasse,  ungefärbt 
oder  gefärbt;  Emailmasse,  auch 
gepulvert;  Glaspulver,  Glas- 
scherben und  Glaswolle    ...  — 

Häfen  und  Flaschen: 
ganz  ungeschliffen  und  ohne  Be- 
malung, Vergoldung  oder  andere 
sonstige  Verzierung  als  solche, 
die  durch  Gewinnung  in  der 
Form  entsteht: 

von  dunkelgrüner  oder  brauner 

Masse  .   .   .   1  kg 

anderer  Art   .      1  kg 

mit  geschliffenen  Böden  oder 
Kanten  oder  mit  eingebohrten 
Stopfen,  ungeschliffenen  oder 
geschliffenen,  aber  im  übrigen 
ungeschliffen  und  ohne  Be- 
malung, Vergoldung  oder 
andere  sonstige  Verzierung  als 
Bolche,  die  durch  Gewinnung 
in  der  Form  entsteht  ...  1  kg 
798*  anderer  Art  ;  auch  Flaschen  mit 
Flechtwerk  oder  anderer  Be- 
kleidung, die  keine  Verpackung 

darstellt   1  kg 

Anmerkung:  Bei  der  Verzol- 
lung von  Flaschen  mit  mindestens 
8  Liter  Ranmgehalt  oder  Demijohns 
bleibt  größere  Korbneohtarbeit  an  den 
Waren  außer  Betracht. 

794  Photographische  Trockenplatten 
oder  sogenannte  Emulsions- 
platten,  auch  mit  Negativ- 
bildern  P 


Zollsatz  Zollsatz 
finnische  finnische 
Mark  Mark 


40,08  160,00 
10,00  40,00 


lkg      0,10  — 


0,30  — 


2,60 
8,00 


frei 


798 

791 

792* 


0,80 
1,50 


1,50 
5,00 


4,00 
8,00 


1  kg  4,00 


..  "        Maßstab     Zollsatz  Zollsatz 

■S1  Bezeichnung  der  Waren         der  Ver-    finnische  finnische 

Wn  zollang        Mark  Mark 

Fensterglas,  auch  gefärbt,  sowie 

Spiegelglas : 
nicht  belegt: 

795  ohne    Schliff    oder  Aetzung, 

in  flachen  Scheiben  .    .    .  P      1  kg       1,80  — 

796  geschliffen,  auch  mattgeschliffen, 

geätzt,  poliert,  gebogen  oder 

bauchig  P  1  kg     .  3,20  — 

belegt: 

797  ohne    Facetten-    oder  Kanten- 

schliff  P  lkg  3,00 

798*  anderer  Art  P  1  kg      4,00  16,00 

Glas-  und  Email  waren,  nicht  be- 
sonders genannt,  soweit  sie 
nicht  zu  den  Bijouteriewaren  ge- 
hören, auch  in  Verbindung  mit 
anderen  Stoffen  als  Gold  oder 
Silber: 

799  *  geätzt,  vergoldet,  versilbert,  be- 

malt, geschliffen  oder  mit 
sonstiger  anderer  Verzierung 
als  solche,  die  durch  Ge- 
winnung in  der  Form  entsteht     1  kg     20,00  80,00 

800  anderer  Art  .    .   lkg      2,00  — 

Anmerkung  1  Schliff  der  keine 
Verzierung  bezweckt,  bleibt  bei  der 
Verzollung  außer  Betracht. 

Anmerkung  2.  Glas- und  Email- 
waren in  Verbindung  mit  Gold  oder 
Silber  werden  als  Waren  aus  diesen 
Metallen  verzollt. 

801*  Glasmalereien,  Spiegel  und 
andere,  nicht  besonders  ge- 
nannte Arbeiten  aus  Fenster- 
oder Spiegelglas,  auch  in  Ver- 
bindung mit  anderen  Stoffen 

als  Gold  oder  Silber     .    .  P      1  kg     20,00  80,00 
Anmerkung   1.  Eingerahmte 
Spiegel  werden  nach  dem  Stoffe  ver- 
zollt,   der    dem   höchsten  Zollsatz 
unterliegt. 

^Anm  erkung  2.  Zu  dieser  Nam- 
mer  gehören  auch  Reklameschilder 
aus  GlaB,  die  sich  als  Bilder  darstellen. 
Türfüllungen  und  Fenster  aus  Glas 
mit  Einfassung  aus  Blei,  Messing  oder 
anderen  unedlen  Metallen. 

802*  ungeschliffen  P      lkg      6,00  20,00 

803*  geschliffen  P      lkg     10,00  40,00 

804  Isolatoren   lkg      2,00  — 

805  Optisches    Glas,  ungeschliffen 

oder    geschliffen,   lose  und 

nicht  gefaßt  P      1  kg      2,50  — 

806  Decks-,  Trottoir-  und  Drahtglas 

sowie  anderes  in  Scheiben 
gegossenes  Rohglas,  auch  mit 

Kantenschliff  P      lkg      0,80  — 

807*  Kathedral-,     Opaleszent  und 

Ornamentglas  P      lkg      4,00  10,00 

Anmerkung.   Hierher  gehören 
auch  Alabasterglas  und  Opalglas,  un- 
geschliffen oder  geschliffen. 
808    Dachpfannen,    Ziegel,  Krippen 

und  Tröge   1  kg      0,60  — 

Anmerkung  zu  den  Nummern 
795  bis  798.  Für  Umschließungen 
wird  kein  Gewichtsabzug  gewährt. 

Anmerkung  zu  den  Nummern 
794,  801  bis  803,  805  bis  807.  Für 
Schachteln,  Papier  und  ähnliche 
Hüllen  wird  kein  Gewichtsabzug  ge- 
währt. 

948  Knöpfe,  nicht  besonders  ge- 
nannt, sowie  Teile  dazu,  aus 

Glas  oder  Porzellan  .    .    .  P      1  kg      6,00  — 

949*  Dieselben  Knöpfe,  wie  vor- 
stehend, vergoldet  oder  ver- 
silbert  P      lkg     35,00  120,0C 

952*  Spielzeug  und  Christbaum- 
schmuck aller  Art  sowie  Teile 

dazu   .    .    .  P      lkg     50,00  200,00 

957    Tabakspfeifen     sowie  Köpfe 

dazu  •  P      1  kg     20,00  - 

  (ng) 


1922.  (85.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  23  —  269 


Wirtschaft  lich-f 

Korrespondenzen. 

Personalien.  Wie  wir  hören,  tritt  der  bisherige  Leiter  des  Ver- 
bandes Deutscher  Luxusporzellanfabriken,  G.  m.  b.  H.,  Weimar.  Dr.  jur.  et. 
phil.  Richter  am  1.  6.  in  die  Direktion  der  Forzelianfabrik  Kahla  A.-G. 
und  H:  Schombnrg  Söhne  A.-G.  ein.  An  seiner  Stelle  Übernimmt  Regierungs- 
rat  a.  D.  Dr.  Fischer,  der  bislang  im  Thüringischen  Wirtschaftsministeriam 
in  Weimar  das  Eeferat  für  Handel  nnd  Industrie  fahrte,  die  Leitung  des 
Verbandes  deutscher  Luxusporzellanfabriken. 

Totenschau.  Am  2.  6.  22  starb  im  hohen  Alter  vou  82  Jahren 
Kommerzienrat  Dr.  ing.  h.  c.  Max  R  o  e  s  1  e  r ,  Grunder  und  nachmaliges 
Aufsichtsratsmitglied  der  Max  Roesler  Feinsteingutfabrik,  A.-G.,  Rodach. 
Mit  ihm  ist  einer  jener  Berufenen  Ton  uns  gegangen,  die  sich  um  die 
Fortschritte  in  der  modernen  Keramik  bleibende  Verdienste  erworben 
haben.  Schaffen  und  Wirken  des  Verstorbenen  haben  anläßlich  seines 
70.  Geburtstages  bereits  eine  eingehende  Würdigung  in  Nr.  30  des 
„Sprechsaal«,  Jahrgang  1910,  gefanden. 


Gesetzgebung,  Stenern. 

Das  YersicherungsBteuergesetz  vom  8.  4.  22  (Reichs- Gesetzbl. 
S.  400)  tritt  am  1.  7.  22  in  Kraft.  Während  bisher  nur  die  hauptsäch- 
lichsten Versicherungszweige  zu  versteuern  waren,  sind  in  Zukunft  grund- 
sätzlich alle  Versicherungen  steuerpflichtig,  soweit  sie  nicht  ausdrücklich  von 
der  Steuer  befreit  sind.  Insbesondere  sind  nunmehr  aucfe  Hagel-,  Vieh- 
Unfall-  und  Haftpflichtversicherungen  zu  versteuern.  Die  Einheitsver- 
Sricherung,  die  vielfach  in  der  Form  der  sogenannten  Korso-,  Omnium-, 
Veredlungspolice  abgeschlossen  wird,  ist  mit  10%  zu  besteuern.  Die  bis- 
herige allgemeine  Steuerbefreiung  bis  zu  M  3000  Versicherungssumme  ist 
aufgehoben  worden,  desgleichen  die  Befreiung  für  Valorenversicherung. 
Dagegen  ist  die  Befreiungsgrenze  für  Lebensversicherungen  auf  Ji  10  000 
erhöht  worden.  Die  Steuer  ist  vom  Versicherungsnehmer  an  die  Ter- 
jfeicherungsunternehmung  zu  zahlen  und  von  dieser  auf  Grund  periodisch 
einzureichender  Aufstellungen  an  das  Finanzamt  abzuführen.  Bei  im  Aus- 
land genommenen  Versicherungen  hat  der  Versicherungsnehmer  selbst  die 
Steuer  an  das  Finanzamt  zu  zahlen.  Das  Nähere  ergeben  die  Ausfüh- 
rungsbestimmungen, die  demnächst  im  Zentralblatt  des  Deutschen  Reichs 
und  in  einer  amtlichen  Handausgabe  (Vertrieb  Carl  Heymanns  Verlag, 
Berlin  W.  8)  veröffentlicht  werden. 

„Ausführungen  znr  Luxussteuer".  Veranlaßt  durch  ein  Rund- 
schreiben des  für  die  deutsche  Weißhohiglasindustrie  zum  Vorort  für  alle 
Fregen  aus  dem  Umsatzsteuergesetz  bestellten  Landesfinanzamtes  Groß- 
BerJin,  zu  etwaigen  Härten  des  Gesetzes  Stellung  zu  nehmen,  hat  der 
Verband  der  Deutschen  Weißhohlglasindustrie,  Berlin-Halensee,  in  der 
unter  vorgenanntem  Titel  erschienenen  Broschüre  durch  Rechtsanwalt  Dr. 
Hans  Schmitz  eingehende  Untersuchungen  über  die  die  Luxussteuer  be- 
tretenden gesetzlichen  Bestimmungen  unter  Berücksichtigung  der  derzei- 
tigen wirtschaftlichen  Lage  der  deutschen  Weißhohiglasindustrie  anstellen 
lassen.  Als  Ergebnis  seiner  Ausführungen  gelangt  Dr.  H.  Schmitz  zu 
folgenden  Vorschlägen : 

1.  die  bisherigen  Bestimmungen  des  §  39  II  Ausf.-Best.  sind  zu  streichen 
wie  auch  diejenigen  §  66  IV  a.  a.  0.,  soweit  sie  sich  auf  Hohlglas- 
gegenstände beziehen. 

2.  statt  dessen  ist  folgendes  zu  setzen: 

a)  §  39  II  Ausf.-BeBt. 

„Die  Luxussteuerpflicht  kommt  nnr  für  Fertigerzeugnisse  (§  18 
U.  St.  G )  in  Frage.  Sie  wird  begründet,  wenn  der  Verkaufspreis  bear- 
beiteter Hohlgläser  mehr  als  das  Vierfache  des  Verkaufspreises  der- 
artiger unbearbeiteter  Gegenstände  beträgt;  dabei  gilt  als  Ver- 
kaufspreis der  Preis,  den  der  Hersteller  (einschließlich  seines 
Unternehmergewinnes)  dem  Abnehmer  in  Rechnung  stellt.  * 

b)  §  66  IV  Ausf-Best. 
Für  Beleuchtungsgläser  gilt  das  Gleiche  wie  unter  §  39  II 
Ausf.-Best." 


Handel  nnd  Verkehr. 

Briefe  nnd  Mustersendungen  nach  den  Vereinigten  Staaten 
Bind  zweckmäßigerweise  nur  mit  direkten  Dampfern  zwischen  Deutschland 
nnd  Amerika  zu  befördern. 


Ein-  nnd  Änsfohr,  Zollwesen. 

Lieferwerksbescheinigungen.  Das  Gutachten  des  wirtechafts- 
politischen  Ausschusses  und  des  Außenkontroll-Ausschusses  des  Reichs- 
wirtschaftsrats weist  darauf  hin,  daß  die  Lieferwerksbescheinigungen  auch 
geeignet  seien,  eine  Beteiligung  des  Herstellers  der  Ware  am  Valuta  - 
gewinn  bei  Ausfuhr  durch  den  Handel  zu  ermöglichen.  Zur  Wahrnehmung 
dieser  Interessen  kann  eine  Ausgestaltung  der  Lieferwerksbescheinignng 
Uber  die  einfache  Einverständniserklärung  des  Herstellers  hinaus  durch 
Angabe  des  Absatzlandes  und  durch  Preisbestimmungen  erfolgen.  Diese 
Ausgestaltung  darf  von  den  Außenhandelsstellen  nicht  auf  Grund  „privater 
Verbandsbedingungen"  gefordert  werden,  sondern  nur  soweit  wirklich  ein 
öffentliches  Interesse  als  vorliegend  erkannt  wird.  Preisbestimmungen 
werden  dann  zuzulassen  sein,  wenn  zwischen  den  zuständigen  Verbänden 
von  Industrie  und  Handel  eine  grundsätzliche  Verständigung  hierüber 
stattgefunden  hat.  —  Als  zuständig  sind  diejenigen  Organisationen  anzu- 
sehen, die  ein  Vorschlagrecht  für  die  Besetzung  des  Außenhandelsausschusses 
haben  oder  sonst  einwandfrei  als  Vertreter  der  betretenden  Berufsgruppe 
gelten.  Insofern  eine  Verständigung  nicht  erzielt  wird  und  der  zuständige 
Außenhandelsausschuß  durch  Beschluß  erklärt  hat,  daß  er  dies  Verfahren 
für  erwünscht  hält,  soll  im  Einzelfalle  der  Reichskommissar  unter  Berück- 
sichtigung des  allgemeinen  Interesses  an  der  Durchführung  der  effektiven 
Kontrolle  und  gleichmäßiger  Behandlung  der  Interessen  von  Handel  und 
Industrie  entscheiden.  Der  Reichskommissar  kann  zur  Entscheidung 
schwieriger  Fälle  ein  Gutachten  des  zuständigen  Ausschusses  des  Reichs- 


ewerblicher  Teil. 

wirtschaftsrats  einholen.  Ebenso  wäre  bei  der  Aufnahme  der  Absatzländer 
zu  verfahren.  Soweit  für  die  einzelnen  Absatzläuder  stärker  diffarnnzierte 
Ausfuhrpreise  für  bestimmte  Waren  vorgeschrieben  sind,  ist  eine  Nennung 
möglichst  weit  zu  umschreibender  Absatzgebiete  in  der  Lieferwerks- 
bescheinigung statthaft.  Für  besondere  Ausnahmefälle  schlägt  das 
Gutachten  weiter  vor,  daß  bei  bestimmter  Sachlage  Waren,  die  an  sich 
nur  mit  Lieferwerksbescheinigung  zur  Ausfuhr  zuzulassen  sind,  wenn 
entweder  ein  allgemeines  Interesse  oder  ganz  besondere  persönliche  Ver- 
hältnisse darauf  hinweisen,  dem  Beteiligten  entgegenzukommen.  Das 
Entgegenkommen  muß  aber  begrenzt  sein  durch  die  Notwendigkeit  der 
Aufrechterhaltung  der  Ausfuhrpolitik  im  allgemeinen.  Wenn  in  Einzel- 
fällen die  Ausfuhr  erwünscht,  die  Beibringung  der  Lieferwerksbescheinigung 
aber  besonders  schwierig  ist,  soll  von  der  durch  den  Reichswirtschafts- 
minister  gegebenen  Ermächtigung  Gebrauch  gemacht  werden  an  Stelle  der 
Lieferwerksbescheinigung  dem  Antragsteller  eine  Sonderabgabe  auf- 
zuerlegen, soweit  sie  aus  dem  Valutagewinn  getragen  werden  kann.  Die 
eingehenden  Beträge  sollen  für  die  wirtschaftlichen  Zwecke  und  nur  mit 
Genehmigung  des  Reichskommissars  für  Aus-  und  Einfuhrbewilligung 
verwandt  werden.  Die  Berechtigung  der  Ausstellung  einer  Lieferwerks- 
bescheinigung soll  nicht  von  der  Zugehörigkeit  zu  bestimmten  Verbänden 
oder  von  der  Größe  des  Betriebs  abhängig  gemacht  werden.  Daf'lr,  wer 
als  Hersteller  einer  Ware  anzusehen  ist,  sollen  die  Außenhandelsstellen  für 
ihre  Wirtschaftszweige  die  maßgebenden  Merkmale  aufstellen.  Dem  Raichs- 
kommissar  soll  es  überlassen  bleiben,  für  eine  gewisse  Einheitlichkeit  in 
den  Grundsätzen  Sorge  zu  tragen.  Einer  Lieferwerksbescheinigung  soll 
es  in  der  Regel  nicht  bedürfen  für  Waren,  die  vom  Antragsteller  nach- 
weislich zu  einer  Zeit  erworben  worden  sind,  als  die  Ausfuhr  ohne  die 
Beibringung  einer  Lieferwerksbescheinigung  möglich  war.  Vorschriften 
für  die  Lieferwerksbescheinigung  sowie  Entscheidungen,  ob  eine  Liefer- 
werksbescheinigung den  Bedingungen  entspricht,  haben  stets  durch  die 
Außenhandelsstellen  selbst,  nicht  durch  die  Preisprüfungsstellen  zu  erfolgen. 
—  In  der  Erörterung  wurde  eingehend  die  Frage  behandelt,  wer  als 
Hersteller  nnd  Berechtigter  zur  Ausstellung  der  Lieferwerksbescheinigung 
bei  zusammengestellten  Waren  .zu  gelten  habe.  Ferner  machte  ein  Ver- 
trete; des  Handels  Bedenken  gegen  die  Erschwerung  des  Einzel- 
handels geltend,  die  darin  besteht,  daß  ein  für  seinen  persönlichen  Bedarf 
einkaufender  Ausländer  eine  Lieferwerksbescheinigung  beibringen  muß, 
wenn  er  mit  den  gekauften  Waren  über  die  Grenze  will.  Der  Vertreter 
der  Regierung  gab  dazu  bekannt,  daß  zurzeit  eine  Regelung  in  der  Art 
erwogen  werde,  daß  große  Geschäftshäuser  mit  Auslandkundschaft  gegen 
Zahlung  einer  besonderen  Abgabe  von  der  Beibringung  einer  Lieferwerks- 
bescheinigung befreit  werden.  Von  einem  Vertreter  der  chemischen  Industrie 
wurde  betont,  daß  der  Nachweis,  ob  eine  chemische  Ware  vor  oder  nach 
Einführung  der  Lieferwerksbescheinigung  erworben  ist,  sehr  schwer  zu 
führen  sei,  die  Befreiung  von  der  Beibringung  der  Lieferwerksbescheinigung 
für  Waren,  die  zu  einer  Zeit  erworben  worden  sind,  als  die  Ausfuhr  noch 
ohne  Lieferwerksbescheinigung  möglich  war,  also  auch  Waren  zugute 
kommen  werde,  die  eigentlich  nicht  unter  die  Befreiung  fallen.  Da  eine 
einheitliche  Regelung  nicht  möglich  ist,  schlug  der  Vertreter  der  Regierung 
vor,  diese  den  Richtlinien  des  Reichskommissars  zu  überlassen.  —  Das 
Gutachten  wurde  von  den  vereinigten  Ausschüssen  einstimmig  angenommen. 

Schnellere  Erledigung  von  Ausfuhranträgen.  Der  Reichskommis- 
sar hat  die  „Afex"  auf  Widerruf  ermächtigt,  bei  Ausfuhranträgen,  für 
die  innerhalb  von  10  Tagen  (bei  außerhalb  Berlins  gelegenen  Stellen  inner- 
halb von  12  Tagen)  nach  Abgang  der  Anfrage  an  die  zuständige  Fach- 
stelle keine  sachliche  Stellungnahme  eingegangen  ist,  die  Ausfuhr  zu 
genehmigen  und  die  Preisprüfung  erst  nachträglich  zu  Ende  zu  bringen. 
Von  dieser  Ermächtigung  soll  nur  bei  als  zuverlässig  bekannten  Firmen 
Gebrauch  gemacht  werden  und  nicht  bei  Ausfuhren  besonderen  Umfanges 
und  besonderer  Art,  bei  denen  eine  besonders  schwierige  Preisprüfung  in  Be- 
tracht kommt.  Firmen,  bei  denen  bereits  Unstimmigkeiten  hinsichtlich 
der  Preise  festgestellt  ^worden  sind  oder  in  Zukunft  festgestellt  werden, 
sind  von  dieser  Vergünstigung  auszunehmen. 

Vorabfertigung  der  Ausfuhrgüter  und  Zahlung  der  Ausfuhr- 
abgahe. Der  Handelskammer  zu  Berlin  ist  ein  neues  Merkblatt  der  Zoll- 
verwaltung zugegangen,  in  dem  wichtige  Anweisungen  über  die  Einzahl- 
ung der  Ansfuhrabgabe  und  die  Regelungen  der  Vorabfertigung  der  Aus- 
fuhrgüter enthalten  sind.  Außerdem  sind  der  Handelskammer  zu  Barlin  die 
Vordrucke  überwiesen,  die  bei  der  Bezahlung  mehrerer  Ausfuhrbewillig- 
ungen von  den  Firmen  auszufüllen  sind.  Die  Vordrucke  und  Merkblätter 
können  vom  Verkehrsbureau  der  Handelskammer  zu  Berlin  unentgeltlich 
bezogen  werden ;  dort  wird  auch  jede  weitere  Auskunft  in  der  Angelegen- 
heit erteilt. 

Sie  Ausfahrabgabefreiheit  für  Ausfahren  nach  Danzig,  Mensel 
und  Eunen-Mahnedy  ist  nach  einer  Bekanntmachung  im  „Raichaanzeiger" 
aufgehoben  worden.  Wie  wir  von  zuständiger  Seite  erfahren,  bleiben  die 
sonstigen  Bestimmungen,  betreffend  die  Ausfuhr  nach  dem  Memelgebiet  mit 
Ausnahme  der  Bestimmung  über  die  Ausfuhrabgabe  noch  bis  zum  15.  6.  22 
in  Kraft,  Ursprünglich  sollten  die  Bestimmungen  schon  mit  Wirkung  vom 
1.  6.  ab  geändert  werden.  Der  Reichskommissar  macht  darauf  aufmerksam, 
daß  neben  der  Ausfuhrabgabe  auch  die  Reichsgebühr  von  Va  °/0O  für  alle  Aus- 
fuhrsendungen nach  dem  Memelgebiet  zu  erheben  ist. 

Finnland.  Ein  Gesetz  über  die  Ursprungsbezeichnung  auf 
Waren  ist  in  Vorbereitung. 

Kanada.  Antidumpingzoll.  Ueber  die  neuen  Bestimmungen  betr. 
Umrechnung  der  Währungen  von  Ländern  mit  entwerteter  Valuta  zu 
Verzollungszwecken  (Berücksichtigung  der  Geldentwertung  nur  bis  zu 
50%)  scheint  noch  vielfach  Unklarkeit  zu  herrschen.  Um  Mißverständ- 
nissen vorzubeugen  und  die  Exporteure  vor  Weiterungen  und  ev.  Schaden 
zu  bewahren,  weisen  wir  hiermit  darauf  hin,  daß  selbstverständlich  nicht 
die  Kursschwankungen  nicht  unterliegende  Goldmark  zu  12  Cents  um- 
gerechnet wird,  wie  dies  vereinzelt  angenommen  zu  werden  scheint, 
sondern  die  Papiermark,  Würde  die  Goldmark  zu  12  Cents  umgerechnet 
werden,  so  würde  die  Einfuhr  deutscher  Waren  ja  begünstigt  und  damit 


2T0  —  Nr.  23 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


gerade  das  Gegenteil  von  dem  erreicht  werden,  was  die  neuen  Be- 
stimmungen bezwecken,  nämlich  die  Erzengniase  aua  Ländern  mit  ent- 
werteter Valuta  mit  einem  Zuschlagszoll  zu  belasten,  durch  den  sie  an- 
geblich denjenigen  aus  Ländern,  deren  Währung  nicht  entwertet  ist, 
gleichgestellt  werden. 

Marokko.  Einfuhrbestiminnngen  für  deutsche  Waren.  Das 
Office  du  Maroc  hat  auf  Befragen  erklärt,  daß  die  Einfuhr  deutscher 
Waren  seit  etwa  einem  halben  Jahre  nur  mit  einer  besonderen  Einfuhr- 
bewilligung erfolgen  könne;  allgemeine  Ausnahmen  gäbe  es  nicht  mebr. 
Um  eine  Einfuhrgenehmigung  zu  erhalten,  muß  der  Besteller  sich  an  den 
„Service  du  Commerce  et  de  Tlndustrie"  in  Babat  wenden,  der  den  Antrag 
prüft  nnd  gegebenenfalls  die  nötige  Einfuhrbewilligung  ausstellt. 

Oesterreich.  Das  Zollaufgeld  ist  für  die  Zeit  vom  15.— 21.  6.  anf 
Kr  1800  (1600)  festgesetzt  worden. 

Portugal.  Bei  der  Einfuhr  deutscher  Waren  ist  im  allgemeinen 
die  Vorlage  von  Ursprungszeugnissen  nicht  erforderlich.  Sie  wird  nur 
verlangt,  wenn  die  Ware  nicht  direkt  von  einem  deutschen  Hafen  nach 
Portugal  verschifft  wird.  Die  Ursprungszeugnisse  müssen,  wenn  sie  nicht 
von  den  portugiesischen  Konsuln  ausgestellt  sind,  von  ihnen  beglaubigt 
sein.  Ein  besonderes  Formular  ist  nur  für  die  konsularischen  Ursprungs- 
zeugnisse vorgeschrieben,  für  die  von  deutschen  Behörden  oder  Handels- 
kammern ausgestellten  können  die  vor  dem  Kriege  gültigen  Formulare 
verwendet  werden. 

Vereinigte  Staaten.  Zur  Zolltarifrevision.  Die  vom  Tarifausschuß 
des  Senats  am  Zolltarifentwurf  vorgenommenen  Aenderungen  liegen  nunmehr 
vor.  Allerdings  dürfte  mit  Sicherheit  zu  erwarten  sein,  daß  im  Abgeordneten- 
hause, dem  der  abgeänderte  Entwurf  zunächst  zugeht,  nochmals  erhebliche 
Aenderungen  vorgenommen  werden.  Für  die  nachstehend  aufgeführten 
Erzeugnisse  unserer  Industrien  stellt  sich  die  Zollbelastung  wie  folgt: 

Chinaporzellan  usw.,  unverziert  60%  des  Wertes  (Entwurf  35, 
Underwood  [jetziger  Tarif]  50),  dasselbe  verziert  70  °/0  (E.  40,  U.  55). 
Glaslinsen,  Bänder  ungeschliffen  60  %  (E.  40,  U.  25),  Bänder  geschliffen, 
das  Dutzend  10  c  und  55%  des  Wertes  (E.  10  c  und  35%  des  Wertes, 
U.  25%),  Glasbilder  für  Zauberlaternen  55  %  (B.  35,  U  25). 
Optische  Glaswaren  55  %  des  Wertes  (B.  35,  U.  frei),  Mikroskope,  Linsen 
für  photographische  Apparate  55%  (B.  35,  U.  25),  Operngläser  nnd  Feld- 
stecher 55  %  (E.  35,  U.  35),  bunte  Glasfenster  60  %  (E.  30,  U.  30),  andere 
Glaswaren  60  %  (E.  30,  U.  30).  Glasperlen  (ausgen.  Nachahmungen  von 
echten  Perlen)  35  %  (E  25,  U.  35),  Nachahmungen  von  Perlen  60  %  (E.  40, 
U.  35).  ,   


Die  Lage  in  Industrie  nnd  Handel. 

Die  Lage  der  Keram-  und  Glasindustrie  im  Monat  April  hat 
dem  Vormonat  gegenüber  eine  weitere  Verbesserung  erfahren.  Von  den 
an  das  Beichs-Arbeitsblatt  unmittelbar  berichtenden  Firmen  arbeiteten  in 
Betrieben  mit  gutem  oder  Behr  gutem  Beschäftigungsgrad  90%  (81,5), 
mit  befriedigendem  Geschäftsgang  6  %  (8)  der  Arbeiter.  Allerdings  werden 
die  Auslichten  weniger  günstig  beurteilt.  —  Die  Porz  eil  anindustr  ie 
war  bei  starkem  Auftragseingang  nach  wie  vor  voll  beschäftigt,  allerdings 
war  die  Erzeugung  —  ebenso  wie  in  der  gesamten  keramischen  Industrie  — 
noch  immer  stark  durch  Brennstoffmangel  behindert;  einige  Werke  waren 
sogar  zcm  Stilliegen  gezwungen.  Auch  Wagenmangel  verzögerte  vielfach 
Boh-,  HUfa-  und  Brennstoffvereorgung  und  beeinträchtigte  den  Versand. 
Einige  thüringische  Porzellanfabriken  kündigten  ihrer  Belegschaft  wegen 
Lohnitreitigkeiten  und  legten  den  „Betrieb  still.  Die  Nachfrage  nach 
Porzellangeschirr  blieb  nach  wie  vor  sehr  groß.  —  In  feinem 
Luxus porzellan  erfolgten  dagegen  Annullierungen  von  Aufträgen;  die 
Nachfrage  ließ  nach,  nur  nach  billigem  Luxusporzellan  war  sie  groß.  —  An 
Puppenköpfen  herrschte  vorübergehend  infolge  von  Spekulationskäufen 
bo  großer  Bedarf,  daß  die  Firmen  der  Nachfrage  nicht  genügen  konnten. 
Für  Porz  eil  ans  piel  waren  gestaltete  Bich  das  Geschäft  noch  normal. 
Dagegen  war  für  elektrotechnische  Stanzartikel  geringer  Auftrags- 
bestand vorhanden;  nur  für  Hochspannungsartikel  machte  Bich  noch  großer 
Bedarf  geltend.  —  Die  Feinsteingutindustrie  war  bei  befriedigen- 
dem Auftragsbestand  im  allgemeinen  noch  gut  beschäftigt.  Mosaik- 
platten-,  Schamotte-  und  Kachelofenfabriken  in  Provinz  wie 
Freistaat  Sachsen  und  andere  sächsische  und  thüringische  Firmen  litten 
unter  Brennstoff-  bezw.  Roh-  und  Hilfsstoff-  oder  Arbeiter-  und  starkem 
Wage  crt  an  gel.  Korddeutsche  Firmen  für  glasierte  Wandplatten  geben 
an,  daß  infolge  außerordentlich  geringer  Kohlenzuteilung  die  Betriebe  nur 
zu  einem  Bruchteil  der  Leistungsfähigkeit  ausgenutzt  werden  konnten. 
Im  Bezirk  Bonn  streiken  die  Arbeiter  der  feuerfesten  Industrie  seit 
Anfang  April.  —  Die  Glasindustrie  hat  meist  noch  auf  Monate  hinaus 
reichliche  Aufträge;  der  Auftragseingang  im  April  war  ebenfalls  gut. 
Auch  das  Auslandsgeschäft  hielt  Bich,  abgesehen  von  einigen  Spezial- 
zweigen,  ungefähr  auf  der  bisherigen  Höhe  trotz  der  immer  stärkeren  An- 
näherung der  Inlandspreise  an  die  Weltmarktpreise,  die  für  einige  Erzeug- 
niste  schon  überschritten  Bind.  Die  Nachfrage  nach  Ho  hl  glas  blieb  im 
allgemeinen  stark,  nur  bei  wertvolleren  Artikeln  ließ  die  in-  wie  ausländische 
Nachfrage  nach.  —  In  der  noch  gut  beschäftigten  Kristallglas- 
i  n  d  u  s  t  r  i  e  war  ein  Nachlassen  der  Iniandenachfrage  festzustellen,  während 
die  durch  hohe  Unkosten  und  Löhne  in  die  Höhe  getriebenen  Preise  dem 
Auslandigeschäft  große  Schwierigkeiten  bereiteten,  da  hier  die  Weltmarkt- 
preise fast  überall  erreicht  wurden.  —  Für  Medizinglas  und  Verpackungs- 
flasohen  stellte  sich  der  Absatz  so  erheblich,  daß  Aufträge  nur  mit  längeren 
Lieferfristen  angenommen  werden  konnten.  In  Fensterglas  war  der 
Absatz  n.  a.  auch  infolge  gehobener  Bautätigkeit  nach  wie  vor  sehr  flott. 
Ein  Fachverband  meldete  eine  geringe  Steigerung  der  Lieferungen  von 
Tafelglas  nach  dem  Ausland.  Die  Erzeugung  der  westlichen  Hütten 
war  durch  Stillegung  zweier  großer  Werke  für  einige  Wochen  infolge  von 
Unglücksfällen  beeinträchtigt.  —  Infolge  des  Streiks  in  der  Fürther  Glas- 
industrie (inzwischen  beigelegt)  waren  die  Spiegelglasfabriken  ge- 
zwungen, ihre  Erzeugung  fast  vollständig  auf  Lager  zu  nehmen,  da  infolge 
der  Maßnahmen  der  Streikleitung  in  Fürth  nicht  belegt  und  facettiert 
werden  durfte.   Die  Rohstoffversorgung  der  gesamten  Glasindustrie  war 


im  allgemeinen  zufriedenstellend,  Kohle,  Soda  nnd  Gips  dagegen  waren 
vielfach  äußerst  knapp  Die  böhmische  Braunkohle  nahm  bereits  im  April 
für  viele  Fabriken  nachgerade  unerschwingliche  Preise  an. 

Konstantinopel.  Der  Handel  mit  Glas,  insbesondere  mit 
belgischem,  liegt  gegenwärtig  völlig  still.  Bei  den  infolge  des  fort- 
währenden Krieges  in  Anatolien  täglich  zunehmenden  Seuchen  dürfte  auch 
kaum  Aussicht  auf  Besserung  der  Geschäftslage  vorhanden  sein.  Die 
ständigen  Ligerbestände  von  Fensterglas  am  Platze  sind  zusammengesetzt 
aus  den  Ausschiffungen  des  Durchgangshandels,  die  sichtbar  werden  bei 
der  Umschiffung  nach  dem  Schwarzen  Meer.  Die  politischen  Zustände 
haben  zur  Folge,  daß  sich  von  hier  der  Handel  zurückzieht  und  die 
Preise  fortgesetzt  gedrückt  werden  Eia  Teil  von  500  Kisten  laufender 
Ware  von  Frankreich  mit  der  Bestimmung  nach  dem  Kaukasus  wurde 
hier  mit  drei  Franks  für  den  Quadratmeter  verkauft.  Die  Beste  wurden 
zu  demselben  Preis  angeboten  wie  zerbrochenes  G aschirr.  Für  einige 
Anteile  vcn  .belgischem  Glas,  überdies  im  Durchgangshandel  verzollt, 
fanden  sich  nicht  einmal  Abnehmer  zu  50  Franks  für  die  Kiste  von 
100  P.  F.  einfach  auf  Konstantinopel  Da?  Geschäft  mit  Bechern  geht 
fortlaufend  schlecht  Einige  tschechoslowakische  Hütten  zeigen  die 
Wiederaufnahme  ihres  Betriebes  an  und  weisen  auf  die  Billigkeit  ihrer 
Produkte  und  die  niedrige  Schiffsfracht  über  Triest  hin.  Ei  bestätigt 
Bich  auch  die  Mitteilung,  daß  ein  neues  Gesetz  den  Tarif  zu  11%  fest- 
setzt wie  vor  dem  Kriege  Ei  ist  dies  eine  bedeutende  Vermehrung  des 
Spedsltarifes.  Für  den  Durchgangshandel  wird  der  ZAl  nach  den  letzten 
zwei  oder  drei  Teilen  der  Fabrikation  aufgestellt  oder  nach  dem  Be- 
förderungswege.   Das  Gesetz  ist  am  13  9.  21  ia  K'aft  getreten.  (Hih) 


Clg0chäftliche  Mitteilungen. 

Annaburger  Steingutfabrik,  A.-G.,  Annaburg.  Die  a.  o.  G.-V. 
beschloß  die  Kapitalserhö^ung  um  Ji  1,75  Mill.  ab  1.7.  22  dividenden- 
berechtigte Stammaktien  und  M  1,75  Mill.  ab  1.7.  22  dividendenberech- 
tigte 6%  Vorzugsaktien  mit  einfachem  Stimmrecht  auf  JC  5,26  Mill.  Die 
Stammaktien  werden  den  Aktionären  im  Verhältnis  1:1  zu  400%  zum 
Bezüge  angeboten,  die  jungen  Vorzugsaktien  zn  pari.  —  An  Stelle  des 
aus  dem  Aufsichtsrat  ausscheidenden  Karl  Untucht,  der  in  den  Vorstand 
eintritt,  wurde  Rechtsanwalt  Dr.  Heyers  neu  in  den  Aufsichtsrat  gewählt. 

Keramik,  A.-6.,  Berlin.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß 
vom  31.12  21:  Beingewinn  M  21946,  der  nach  Zuführung  von  Jt  1100 
an  den  Reservefonds  als  Vortrag  verwandt  wird;  Abschreibungen 
Jt  155  339.  —  Die  Gesellschaft  hatte  1921  mit  verschiedentlichen  Schwierig- 
keiten zu  kämpfen.  Die  Umstellung  der  Fabrik  „  A"  in  eine  Wandplattenfabrik 
wurde  durchgeführt,  indessen  mangelte  es  völlig  an  Absatzmöglichkeiten. 
Die  Aufnahme  einer  Vasenfabrikation  scheiterte  an  dem  Mangel  geeig- 
neter Arbeiter  Die  Veiteher  Betriebe  hatten  für  ihre  Ofenwaren  gleich- 
falls keine  Abnehmer.  Die  Ende  Mai  in  beiden  Fabriken  aufgenommene 
Herstellung  von  elektrischen  Oefen  mußte  mangelnden  Absatzes  wegen 
stillgelegt  werden.  Gegen  Ende  des  III  Vierteljahrs  trat  ein  Umschwung 
des  Geschäftes  ein,  das  sich  nunmehr  bis  Jahresende  normal  entwickelte 
und  eine  Bäumung  der  Lagerbestände  brachte.  Im  laufenden  Jahr  sind 
alle  Fabriken  auf  lange  Monate  mit  lohnenden  Aufträgen  versehen.  — 
Das  ausscheidende  Aufsichtsratsmitglied  A.  Fricke  wurde  wiedergewählt. 

Senkingwerk,  A.-G.,  Hildesheim.  Auszug  aus  dem  genehmigten 
Abschluß  vom  31.12.  21:  Reingewinn  M  2,11  (0,65)  Mill.,  Dividende 
10  (8)  % ;  Abschreibungen  M  0,42  (0,13)  Mill. 

Deutsche  Evaporator-A.«9.,  Berlin,  Die  o.  G-V.  setzte  die 
Dividende  auf  25  %  fest  und  genehmigte  die  Kapitalserhöhung  um  bis  zu 
Ji  20  Mill.  durch  Auegabe  7  %  Vorzugsaktien,  die  von  einem  Konsortium 
unter  Ausschluß  des  gesetzlichen  Bezugsrechtes  der  Aktionäre  über- 
nommen werden  sollen.  Nach  Mitteilung  des  Vorstandes  ist  das  Unter- 
nehmen nach  wie  vor  flott  beschäftigt,  so  daß  die  Aussichten  als  günstig 
zu  bezeichnen  seien. 


General -Versammlungen. 

Keramik  A.-G.  Berlin,  Velten  (Mark) :  a.  o.  G.-V.*  17.  6.  22,  11  Uhr  v., 
Berlin.  Unter  den  Linden  8.   T.-O.:  u.  a.  Kapitalserhöhung;  Sitz  Verlegung. 

Schamöttefabrik  Thonberg,  A.-G.,  Thonberg:  o.  G.-V.  8. 6.  22,  4  Uhr  n., 
Berlin,  Hotel  Continental. 

Deutsch- Amerikanische Scbmirgelwerke,  A.-G.,  Berlin:  o.  G.-V.  20. 6. 22, 
11  Uhr  v.,  Bankhaus  Louis  Michels,  Berlin. 

Glasfabrik  Alexanderhütte,  vorm.  J.  N  Heinz  &  Sohn,  A.-G.,  Alexander- 
hütte: o.  G.-V.  24.6.22,  2l/s  Uhr  n.,  Bahnhofshotel,  Coburg. 


Messen  und  Ausstellungen. 

Fahrpreisermäßigung  für  Leipziger  Meßbesucher  auf  Schweizer 
Bahnen.  Die  Generaldirektion  der  schweizerischen  Bandesbahnen  hat 
sich  bereit  erklärt,  auch  zur  Leipziger  Herbstmesse  (27.  8.  bis  2  9.  22) 
den  italienischen  Meßbesuchern  bei  ihrer  Durchreise  durch  die  Schweiz 
(Strecke  Chiasso  —  Basel  und  zurück)  eine  30%  ige  Ermäßigung  einzu- 
räumen. 

Das  „Wirtschaftinstitut  für  Bnßland  und  die  Bandstaaten«  nnd 
das  „Meßamt  Königsberg  i.  Pr."  haben  Dr.  Wolfgang  Krans,  Berlin, 
mit  der  Wahrung  ihrer  Interessen  und  der  Leitung  einer  Berliner  Ge- 
schäftsstelle (W.  66,  Wilhelmstr.  89)  betraut. 

III.  Internationale  Beichenberger  Messe  (12.— 20.  8.  22).  Messe- 
besuchern, die  sich  mit  der  mesBeamtlichen  Legimitation  ausweisen,  wird 
das  Einreisevisum  mit  allen  zulässigen  Vergünstigungen  seitens  der 
tschechoslowakischen  Vertretungsbehörden  im  Auslande  ordnungsgemäß  er- 
teilt. —  Für  ausländische  Ausstellungsgüter  ist  das  Zollvormerkverfahren 
mit  einer  Vormerkfrist  von  4  Monaten  bewilligt  worden.  Demzufolge 
werden  alle  aus  dem  Auslande  einlangenden  Muster  ohne  das  Erfordernis 
einer  Einfuhrbewilligung  von  den  Grenzzollämtern  dem  Hauptzollamte  in 
Beichenberg  zur  Eingangsabfertigung  und  Vormerkung  angewiesen. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL-  COBURG. 


Nr.  23  -  2fl 


Verbände. 

Die  Verkaufsstelle  der  Drahtglasfabriten,  Berlin,  erhöhte  die 
Preise  für  dünnes  Drahtglas  nm  etwa  17  °/„. 

Reicbstagung  deutscher  Technik.  In  Verbindung  mit  seiner 
7.  Bundesversammlung  veranstaltet  der  Reichsbund  Deutscher  Technik, 
welcher  26  technische  Verbände  mit  über  300  000  Mitgliedern  umfaßt, 
am  Freitag,  den  9.  6.  22  in  München,  Hotel  Wagner,  Sonneostraße,  eine 
öffentliche  Kundgebung.  Vormittags  10  ^2  Uhr  spricht  n.  a.  Hauptschrift- 
leiter Siegfried  Hartmann  über  „Technik  und  Presse"  und  abends  7l/s  Uhr 
Universitätsprofessor  Dr.  Dessauer,  Frankfurt-Main,  über  „Technik  und 
jWeltgeist". 


Kunstgewerbe. 

Im  Stuttgarter  Landesgewerbemuseum,  wo  alle  Monate  zwei 
nene  Ausstellungen  stattrinden,  zeigt  sich  in  diesem  Monat  ein  eigen- 
artiges farbenprächtiges  Bild.  „Tapete,  Vase  und  Blume"  bilden 
Idas  Thema,  nnd  ein  üppiger  frischer  Blamenflor  ist  in  die  entsprechenden, 
(besonders  gewählten  Vasen  verteilt,  die  wieder  vor  die  dazu  abgestimmten 
'.Tapeten  und  Dekorationsstoffe  gestellt  sind,  sodaß  reizvolle  Farbenakkorde 
[entstehen,  die  auf  der  einen  Seite  der  Halle  nach  dem  Gesichtspunkt  der 
[Analogie- Harmonie,  auf  der  andern  nach  dem  Grundsatz  der  Kontrast- 
Harmonie  angeordnet  sind  nnd  in  ein  paar  Tagen  immer  wieder  wechseln, 
je  nach  Art  nnd  Farbe  der  beständig  erneuerten  Blumen.  Dies  gibt  nicht 
[nur  entzückende  Bilder  für  das  Auge  nnd  wertvolle  Anregungen,  derartige 
Stimmungen  möglichst  auch  im  eigenen  Heim  mit  den  jeweils  gegebenen 
[Mitteln  zu  versuchen,  sondern  auch  wertvolle  Winke  für  die  KünBtler 
cnl  für  jene  Eunstgewerbler,  deren  Arbeit  vorwiegend  auf  Farbenstim- 
mangen  angewiesen  ist.  Durch  solche  praktische  Vorführungen  kann  man 
mebr  erreichen  als  durch  philiströse  theoretische  „Gesetzt",  mit  denen 
man  in  unserer  Zeit  der  gesamten  Farbengebung  enge  Fesseln  anzulegen 
bemüht  ist. 


Büch  erschau. 

Adreßbuch  der  Adreßbücher  der  ganzen  Welt.  Verzeichnis 
einer  Aaswahl  von  Fach-,  Handels-  und  Länderadreßbüchern  der  Welt. 
p9.  Jahrgang  1922.  Verlagsbuchhandlung  Schulze  &  Co  ,  Leipzig.  Preist  10. 

Für  jeden  Kaufmann  und  Industriellen  ist  dieses  Adreßbuch  ein  zu- 
verlässiger Führer  durch  die  Adreßbuchliteratnr  der  gesamten  Welt,  denn 
res  vermittelt  Millionen  von  Anschriften  der  vielfältigsten  Art,  wie  Erzeuger, 
Verbraucher,  Händler,  Importenre.  Exporteure  im  In-  und  Ausland  und 
'bietet  somit  dem  regsamen  Geschäftsmann  ein  weites  Feld  für  seine 
^Werbetätigkeit.  Besonders  für  den  Vertriebs-  und  Werbefachmann-  ist  es 
unentbehrlich. 

Das    Fachbuch   (Mahi's  Handbücher  der  technischen  Literatur). 
I  Bd.  II.    Die  wärmewirtschaftliche  und  wärmetechnische  Literatur.  Eine 
^Uebersicht,  bearbeitet  von  Paul  Wächter,  Leiter  der  statistischen  Ab- 
teilung der  bayerischen  Landeskohlen  stelle  München.     München  1922 
^Johannes  Albert   Mahr,  Universum,  Buchhandlung  für  wissenschaftliche 
Spezialgebiete,  Technische  Literaturzentrale.   Preis  Jt  30. 
I  .      Die  große  Bedeutung  einer  Energiewirtschaft,  insbesondere  auf  dem 
Gebiete  der  Wärmewirtschaft,  dürfte  heute  weitesten  Kreisen  bekannt 
sein.    Das  beweist  unter  anderem  auch  die  hierüber  erschienene  Literatur. 
Mit  [der  Fülle  der  Erscheinungen  ging  leider  der  so  notwendige  Ueber- 
blick  verloren,  und  immer  dringender  machte  sich  das  Bedürfnis  nach 
feiner  brauchbaren  Uebersicht  der  vorhandenen  wärmewirtschaftlichen  und 
wärmetechnischen  Literatur  geltend.    Während  es  an  guten  Uebersichten 
der  ZeitEchriftenliteratnr  nicht  mangelt,  hat  eine  brauchbare  Zusammen- 
stellung der  Bachliteratur  noch  gefehlt.    Diesem  Bedürfnis  trägt  Band  II 
der  Sammlung  „Das  Fachbuch"  in  jeder  Beziehung  Rechnung.   Der  Ver- 
fasser hat  in  übersichtlicher  Form,   bei   hervorragend  durchgeführter 
Gliederung  der  einzelnen  Fachgebiete  einen  vorzüglichen  Führer  durch 
die  vorhandene  Literatur  auf  wärmewirtschaftlichem  und  wärmetech- 
nischem Gebiet  geschaffen  nnd  durch  die  geschickte  Einteilung  dem  Fach- 
mann Suchen  nnd  Finden  erleichtert.    Die  Berücksichtigung  der  ein- 
schlägigen Hilfswissenschaft  und  das  Autorenregister  machen  die  Schrift 
zn  einem  Wegweiser  und  Berater  für  alle  Interessenten. 

Kunst  und  Kunstgewerbe.  Blätter  zur  Förderung  deutscher  Wert- 
arbeit. Heransgeber:  Generaldirektor  Theodor  Wieseler  und  Mathias 
Kammerbauer.  Verlag:  Nürnberger  Bund,  Nürnberg.  Jahresbezugspreis: 
M  120.—. 

Das  Märzheft  ist  von  besonderer  Beichhaltigkeit  nnd  präsentiert  sich 
zum  erstenmal  in  schmuckem  Blaueinband  mit  geschmackvoller  Schrift 
und  einer  sinnbildlichen  Frauengestalt,  der  Schönheitsbringerin.  Von  be- 
sonderem Interesse  ist  der  Aufsatz  von  Prof.  Dr.  Jos.  Ludwig  Fischer 
„Nürnberger  Kabinettsglasmalerei  der  Renaissance",  einmal  weil  er 
ein  schier  verlorenes  Stück  altdeutschen  bunten  Stubenschmuckes  wieder 
i  aufleben  läßt,  sodann  wegen  der  schönen  und  seltenen  Scheiben,  die  hier 
zum  erstenmal  besprochen  nnd  in  Abbildungen  vorgeführt  werden.  Ueber 
Wiener  Fayencen,  ihre  schwierige  technische  Herstellung  und  ihre 
künstlerische  Formung  nnd  Bemalung  spricht  in  anziehender  Weise  Bern- 
hard Siepen.  Im  Hinblick  auf  die  derzeitig  besonders  schwierige  Lage 
'der  österreichischen  Wertwarenerzeugung  sind  die  warmen  Worte,  die  der 
Verfasser  für  diese  hochstehenden  Arbeiten  aus  den  Wiener  Werkstätten 
von  Friedrich  GoldBcheider  findet,  ganz  besonders  gerechtfertigt. 

Wiederum  in  die  Vergangenheit  führt  der  Aufsatz  „Meißner  Por- 
zellan" von  Regiernngsrat  Doenges.  Sieben  prächtige  Stücke  von  Meister 
Kaendlers  Hand  werden  in  Abbildungen  vorgeführt  und  erläutert. 

Professor  R  Segmiller  führt  uns  zu  der  Münchner  Puppenkünstlerin 
Marion  Kaulitz,  während  Maria  Reinhold  über  Kunstgläser  und  inr  Ver- 
hältnis zu  Baum  nnd  Zeit  schreibt.  Als  besonders  schöne  Proben  eines 
in  Form  nnd  Farbe  gediegenen  Hausrates  führt  sie  Teller,  Schalen,  Dosen 
und  Vasen  des  Münchner  Kunstgewerbehauses  „Oka"  vor. 

Im  Aprilheft  ist  zunächst  Franz  Roh's  Holländische  Malerei  in  „Die 
Kunst  in  Bildern"  besprochen,  worauf  Dr.  Egbert  Delpy  in  seinem  Aufsatz 


„Franreuther  Kunstporzellan"  den  verschiedenen  Erzeugnissen  der  Por- 
zellanfabrik Fraureuth  begeisterte  und  begeisternde  Worte  widmet.  Treff- 
liche Abbildungen  lassen  den  künstlerischen  Geist  erkennen,  der  in  Frau- 
reuth weht.  Ueber  Hessische  Bauerntöpfereien  plaudert  Professor  Dr.  Haupt 
und  zeigt  an  einigen  Bildern,  welcher  Reichtum  an  modernen  Wirkungen 
auch  dem  Töpfer  zu  Gebote  stehen. 

Bernhd.  Siepen  behandelt  zwei  neue  volkstümliche  Kunstbilder- 
Folgen,  Gottfried  Beredt  Leuehtgehäuge ;  Form  und  Schmuck  beim 
Metallgerät  erörtert  Oskar  Rösler,  während  Professor  R.  Segmiller  neue 
Schmuckarbeiten  von  P.  P.  Pfeiffer,  Pforzheim,  beschreibt 

Der  reiche  Inhalt  der  beiden  Hefte  ist  die  beste  Empfehlung  für 
die  schöne  Zeitschrift. 

Die  Glasindustrie  im  Saargebiet.  (Ein  Beitrag  zur  Wirtschafts- 
geschichte des  Saargebiets.)  Inaugural-Dissertation  zur  Erlangung  der 
Doktorwürde  der  Hohen  Staatswissenschaftlichen  Fakultät  der  Eberhard- 
Karls-Universität  Tübingen  vorgelegt  von  Walter  Lauer  aus  Friedrichsthal 
(Saar).    1922.    Verlag  Gebr.  Hofer,  A.-G ,  Saarbrücken  I. 

Ein  Stück  Glasindustrie  wird  uns  in  dieser  Schrift  vor  Augen  ge- 
führt, und  zwar  die  im  Saargebiet  bodenständige  Erzeugung  des  Glases 
von  ihren  Anfängen  bis  zur  heutigen  Zeit.  Es  kann  nur  mit  Freude  begrüßt 
werden,  daß  neuerdings  in  erhöhtem  Maße  wirtschafts-  und  sozialpolitische 
Themata  neben  technischen  aus  dem  engeren  Gebiet  der  Keram-  und  Glas- 
industrie Bearbeitung  finden,  bilden  sie  doch  wichtige  Quellen  für  den 
Kunsthistoriker  uad  den  Volkswirtschaftler  beim  Studium  des  Einflusses 
eines  gewissen  Industriezweigs  auf  die  kulturelle  und  wirtschaftliche  Ent- 
wickelung  eines  bestimmten  Gebiets. 

Die  vorliegende  Arbeit,  die  den  Rahmen  einer  Dissertation  weit 
überschreitet  (248  Seiten),  ist  in  dieser  Beziehung  besonders  wertvoll,  da 
der  Verfasser  es  sich  angelegen  sein  ließ,  die  ganze  Saarglasindustrie  in 
den  Bereich  seiner  Betrachtung  zu  ziehen  und  damit  eine  lückenlose 
Uebersicht  über  deren  Entwicklung  zu  geben.  Die  Hauptkapitel  der  Arbeit 
dad:  I.  Ueberblick  über  Entstehung  und  Entwicklung  der  Saarglasindustrie 
bis  zum  Jahre  1815;  II.  Die  Privilegien  der  alten  Glashütten  im  17.  und 
18.  Jahrhundert;  III  Die  technische  Entwicklung  der  Saarglasindustrie 
im  19.  und  20.  Jahrhundert ;  IV.  Ueberblick  üoer^die  geschichtliche  Ent- 
wicklung der  Saarglasindustrie  von  1815  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkrieges; 
V.  Das  Kohlenprivileg  der  Glashüttenbesitzer  im  19.  Jahrhundert;  VI.  Die 
Unternehmungsformen  und  die  Konzentrationsbestrebungen  in  der  Saarglas- 
industrie; VII.  Produktion  und  Absatz  der  Saarglasindustrie  vor  dem  Kriege; 
VIII.  Die  Lage  der  Arbeiterschaft  vor  dem  Weltkriege;  IX.  Der  Welt- 
krieg und  seine  Folgen  für  die  Glasindustrie  des  Saargebiets.  In  einem 
Anhang  sind  Bestands-Briefe,  Urkunden,  Verträge,  Stammbäume  und  dergl. 
wiedergegeben. 

Mit  vieler  Liebe  und  Sorgfalt  hat  der  Verfasser  gearbeitet  und, 
unterstützt  von  den  einheimischen  Glasindustriellen,  alles  gesammelt  und 
zusammengetragen,  was  irgendwie  mit  der  Saarglasindustrie  zusammen- 
hängt. So  kam  denn  auch  ein  Werk  zustande,  daß  weit  über  dem  Niveau 
derartiger  Veröffentlichungen  steht  und  dauernden  Wert  besitzt.  Die 
Durchsicht  der  Schrift,  deren  Drucklegung  der  Firma  Vereinigte  Vopelius- 
sche  nnd  Wentzel8che  Glashütten  G.  m.  b.  H.  zu  verdanken  ist,  ist  daher 
außer  für  den  Volkswirtschaftler  besonders  für  den  Giasindustriellen  von 
besonderem, Reiz  und  empfehlenswert,  zeigt  sie  doch,  welch  maßgebender 
Faktor  in  kultureller  und  sozialer  Bezienung  die  Glasindustrie  vielfach 
wurde. 

Eigenartig  berührt  folgender  Passus  im  Vorwort:  „Mit  Bedanern  sei 
nur  festgestellt,  daß  gerade  die  großen  Fachverbände,  die  durchweg  von 
Akademikern  geleitet  werden,  denen  man  eigentlich  das  nötige  Interesse 
und  Verständnis  für  derartige  wissenschaftliche  Arbeiten  zutrauen  sollte, 
dem  Zustandekommen  der  Arbeit  die  größten  Schwierigkeiten  bereitet  haben". 

Kommentar  überflüssig!  Der  Verfasser  mag  sich  mit  vielen  andern 
trösten ! 


Firmenregister. 

Deutschland. 

Jean  Stadelmann  &  Cj.,  Nürnberg.  Die  Gesellschafter  Bernhard 
und  Martin  Thumauer  wohnen  jetzt  in  Rückersdorf-Ludwigshöhe.  Die 
Prokura  des  Friedrich  W.  Hausmann  und  Arthur  Geppert  ist  erloschen. 

Stern-Porzellan-Gesellschaft  m.  b.  H,  Tiefenfurt  Kr.  Bunzlau.  Die 
Gesellschaft  ist  aufgelöst.    Liquidator  ist  Kaufmann  Ernst  Leber. 

Deutsche  Steinzeugwarenfabrik  für  Canalisation  und  chemische  In- 
dustrie, Filiale  Stuttgart,  Verkaufsbureau  für  Württemberg  und  Hohen- 
zollern,  Stuttgart.    Die  Zweigniederlassung  in  Stuttgart  ist  aufgehoben. 

Keramische  Werke  Offstein  &  Worms,  A.-G.,  Worms.  Die  Kapitals- 
erhöhung um  Ji  6,5  Mill.  auf  Jt  12,5  Mill.  ist  durchgeführt. 

Deutsche  Carborundum-Werke,  G.  m.  b.  H,  Düsseldorf-Reisholz. 
Bernhard  Kleinschmied  und  Allan  Coulter  haben  Gesamtprokura. 

Mindener  Kerament- Werke,  A.-G,  Minden  i.  W.  Die  Kapitalser- 
höhung um  Ji  3,25  Mill.  auf  M  4,5  Mill.  ist  erfolgt. 

A.-G.  für  Glasfabrikation  vormals  Gebr.  Hoffmann,  Bernsdorf,  O.-L. 
Die  Kapitalserhöhung  nm  Jt  1,76  Mill,  Stamm-  und  Jt  0,5  Mill.  Vorzugs* 
aktien  auf  M  4  Mill.  ist  durchgeführt. 

Tafelglashütte  „Hansa"  Jnhaber  Johannes  Vieweg,  Carlsböfen  b. 
Gnarrenburg.   Die  Prokura  des  Ing.  Wilhelm  Dieckmann  ist  erloschen. 

Glashüttenwerk  Deesbach,  G.  m.  b.  H.,  Deesbach.  Herstellung  und 
Handel  mit  Glasfabrikaten  jeder  Art  sowie  sonstigen  einschlägigen  Produkten. 
Die  Kaufleute  Otto  Lachner  und  Hilmar  Wilhelm  sind  als  Geschäfts- 
führer und  Obermaler  Otto  Wilhelm  als  ihr  Stellvertreter  ausgeschieden. 
Alleiniger  Geschäftsführer  ist  Fabrikdirektor  Ernst  Winkelmann. 

Glashuttenwerke  Greiner  &  Co.,  G.  m.  b.  H.,  Demitz-Thumitz. 
Das  Stammkapital  ist  um  Jt  280000  anf  M  400000  erhöht  worden. 

Jenaer  Glaswerk  Schott  und  Gen,,  Jena.  Kaufmann  Hans  Leonhardt 
hat  Gesamtprokura. 


272  —  Nr.  23 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


Langer  k  Baldermann,  G.  m.  b.  H.,  Krystallglasscbleiferei,  Döbern,  N.-L. 
Das  Stammkapital  ist  um  M  40000  auf  M  100000  erhöht  worden.  Die 
neu  eingetretenen  Gesellschafter,  Alfred  Greiner  und  Kurt  Löser,  haben 
Prokura  mit  einem  Geschäftsführer. 

Wernicke  k  Wagner,  Jena.  Fabrikation  sämtlicher  Hohlglaswaren. 
Gesellschafter  sind  die  Kaufleute  Johannes  Wernicke  und  Heinrich  Wagner. 

Rosenbaum  &  @o.,  Igelshieb.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst.  Der 
bisherige  Gesellschafter  Kaufmann  Ali  Bosenbaum  ist  Alleininhaber  der  Firma 

Hugo  Gebhardt,  Thermometer-  und  Glasinstrumente-Schriftmalerei, 
Mellenbach.   Jnhaber  ist  der  Fabrikant  Hugo  Gebhardt. 

Gebrüder  Blau,  Schmiedefeld,  Kr.  Schleusingen.  Fabrikation  und 
Vertrieb  von  Glasinstrumenten  und  Thermometern.  Gesellschafter  mit 
selbständiger  Vertretungebefugnis  sind  die  Fabrikanten  Wilhelm  und 
Fritz  Blau. 

Hugo  Günther,  Schmiedefeld,  Kr.  Schleusingen.  Fabrikation  und 
Export  von  Glasinstrumenten.   Jnhaber  ist  Fabrikant  Hugo  Günther. 

Friedrich  Sachs,  Schmiedefeld,  Kr.  Schleusingen.  Glasinstrumenten-, 
vornehmlich  Chloräthyltubenfabrik.  Jnhaber  ist  Fabrikant  Friedrich  Sachs. 

Gebrüder  Triebel  &  Häusier,  Schmiedefeld,  Kr.  Schleusingen.  Glas- 
instrnmentenfabrik.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  die  Fabrikanten 
Arno  und  Willi  Triebel  sowie  Alfred  Häusser. 

August  Lindenlaub  &  Sohn,  Schmiedefeld,  Kr.  Sehleusingen.  Glas- 
instrumentenfabrik.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  die  Fabrikanten 
August  und  Bruno  Lindenlaub. 

Bamin  und  Balthasar,  Rathenow.  Die  Kaufleute  Kurt  Balthasar  und 
Wilhelm  Kretschmar  haben  Gesamtprokura. 

A.-G.  Adolph  H.  Neufeldt,  Emaillierwerk,  Elbing.  Oberingenieur  und 
Direktor  Wilhelm  Greiner  hat  Gesamtprokura. 

Märkische  Emaillieranstalt,  G.  m.  b.  H,  Berlin.  Emil  Günther  und 
Harry  Fanty  sind  nicht  mehr  Geschäftsfahrer.  Zum  Geschäftsführer  wurde 
Kaufmann  Franz  B.  Goldstücker  bestellt. 

Gebrüder  Wandesieben,  G.  m.  b.  H,  Stromberg.  Kaufmann  Matthias 
Rörig  hat  Gesamtprokura. 

Glas  Kontor,  G.  m.  b.  H.,  Altona.  An-  und  Verkauf  Von  Flachglas 
jeder  Art  sowie  Abschluß  anderweitiger  Geschäfte,  die  mit  dem  Gegen- 
stand des  Unternehmens  mittelbar  oder  unmittelbar  zusammenhängen. 
Stammkapital:  jK  100  000.   Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Franz  Doutice. 

J.  H.  von  Jssendorf  &  Co,,  Harburg.  Kaufmann  Klaus  Mohrmann 
ist  als  persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten. 

Georg  Stummbaum  &  Co.,  Bayreuth.  Handelsbevollmächtigter  Karl 
Schott  hat  Einzelprokura. 


Keramische  Gesellschaft,  A.-G.,  Cöln.  Kaufmann  Anton  Meyer  wurde 
znm  ordentlichen  Vorstandsmitglied  und  Kaufmann  Paul  Strauch  für  das 
behinderte  Vorstandsmitglied  Roth  bis  zum  31. 12.  22.  zum  stellv.  Vorstands- 
mitglied bestellt. 

Firma  Anna  Bose,  Bad  Driburg  i.  Westf.  Die  Kaufleute  Franz  Keil 
und  Wilhelm  Duhl  haben  Gesamtprokura. 


Pateute. 

Deutsches  Seich. 
Beschreibungen. 

Glasbiegeofen.  Derselbe  wird  von  oben  und  seitlich  durch  elek- 
trische Widerstände  beheizt.  32  a,  27.  Nr.  294  126.  26.  6.  14.  Emil 
Hasenbein,  Berlin. 

Hängeisolator,  bestehend  aus  einem  Isolierkörper  mit  innen  er- 
weitertem geschlossenen  Kopf,  einer  Tragkappe  und  einem  im  Innern  des 
Isolierkörpers  angeordneten  Bolzen  mit  Kegel.  Auf  den  Bolzen  ist  ein 
geschlossener  Metallring  aufgeschoben  der  nach  Einspannen  des  Bolzens 
in  einer  besonderen  Zugvorrichtung  durch  einen  Zug,  der  beträchtlich 
größer  ist  als  die  im  Betrieb  vorkommende  Belastung,  derart  erweitert 
wird,  daß  er  aus  dem  erweiterten  Innenraum  des  Isolierkörpers  nicht  mehr 
heraustreten  kann.  21  c,  13.  Nr.  342  285.  11.9.  20.  Elektrotechnische 
Fabrik  Thoßfell,  G.  m.  b.  H.,  Thoßfell. 

Vorrichtung  zum  Fuhren  der  Werkstücke  für  Glaskngler.  Die 
Drehachse  des  in  bekannter  Weise  nach  einer  Teilscheibe  einstellbaren 
Werkstückhalters  ist  in  einer  senkrecht  dazu  liegenden,  um  ihre  Achse 
drehbaren  Traverse  befestigt,  die  in  einem  Rahmen  gelagert  ist,  der  um 
eine  zur  Traversenachse  parallele  Achse  schwingbar  an  einem  nach  Bedarf 
gegenüber  dem  Werkzeuge  einstellbaren  Träger  befestigt  ist.  67  a,  18. 
Nr.  347  321.   9.  6.  21.   Heinrich  Blumtritt,  Haida,  Tschechoslowakei. 


Warenzeichen-Eintragungen. 

Erklärung  der  Abkürzungen:  G  Geschäftsbetrieb;  W.  Waren- 
verzeichnis; (A)  Auszug;  (B.)  Der  Anmeldung  ist  eine  Beschreibung 
beigefügt;  A.  Tag  der  Anmeldung;.  E.  Tag  der  Eintragung 


280480.  Eduard  Grohe,  Wiesbaden,  Göthestr.  14. 
G. :  Fabrikation  und  Vertrieb  von  Ton-,  Porzellan-  und  Stein- 
gutwaren. W  :  Standgefäße,  Dosen,  Büchsen  aus  Ton, 
Porzellan,  Steingut  u.  dgl.  Material.  A. :  24  8. 21.  E. :  15. 2. 22. 


Fragekasten  des  Sprechsaal. 


Keramik. 

81.  Welche  Maschinen  sind  notwendig  zu  einer  modernen  erst- 
klassigen Einrichtung  tum  eisenfreien  Zerkleinern  und  Mahlen  von  Quam, 
Feldspat  und  Flußspat? 

Erste'  Antwort:  Zur  eisenfreien  Zerkleinerung  und  Mahlung 
von  Quarz,  Spat  u.  dergl.  sind  Maschinen  zu  verwenden,  deren  Mahl- 
flächen aus  eisenfreien  Quarzit-,  Granit-  oder  Silexsteinen  bestehen.  Za 
diesen  Maschinen  gehören  in  erster  Linie  starke  Kollergänge,  die  das 
grobe  Mahlgut  vorzerkleinern  und  selbsttätig  absieben,  worauf  das  feine 
Gut  auf  der  Rohrmtthle  oder  auf  Trommelmühlen  auf  trocknem  oder  auch 
im  letzteren  Fall  auf  nassem  Wege  auf  die  gewünschte  Feinheit  ge- 
bracht wird  Zwecks  der  einfacheren  Bedienung  sind  die  Koller  mit 
rotierender  Mahlbahn  und  selbsttätiger  Absiebung,  die  mit  wenig  Kraft 
viel  leisten,  zu  verwenden.  Beim  Trockenmahlen  auf  Trommelmühlen 
kann  man  die  Einrichtung  der  •  Absaugung  des  fein  gemahlenen  Gutes 
nach  einem  Sammelfilter  wählen,  die  ebenfalls  automatisch  arbeitet  Bei 
Trockenmahlung  muß  das  Mahlgut  staubtrocken  sein,  um  die  höchste 
Nutzwirkung  zu  erzielen.  Schließlich  läuft  das  auf  diesen  Maschinen 
geschaffene  Mahlgut  noch  über  einige  hintereinander  aufgestellte  starke 
Magnete. 

Zweite  Antwort:  Zum  eisenfreien  Zerkleinern  von  Quarz,  h eld- 
spat  usw.  gibt  eB  nur  den  Kollergaug,  ober-  oder  unterläufig,  mit  Granit- 
läufern und  Granitbodenplatte.  Diese  Maschine  ist  die  einwandfreieste, 
und  Sie  haben  die  Gewähr,  daß  nicht  die  geringste  Verunreinigung  in  das 
Material  gelangt. 

Dritte  Antwort:  Zum  Mahlen  und  Zerkleinern  von  Feldspat, 
Quarz  und  Flußspat  kommt,  da  Sie  die  Berührung  mit  Eisenteilen  ver- 
meiden wollen,  nur  der  Kollergang  mit  Granitläufern  und  ebensolcher 
Laufbahn  in  Betracht.  Zur  Feinmahlung  können  Sie  die  Kugelfallmtthle 
benützen.  Naßmahlung  stellt  sich  entschieden  zu  teuer.  Es  ist  ratsam, 
die  Materialien  schwach  zu  glühen,  damit  die  '  Zerkleinerung  leichter 
erfolgen  kann.  Die  Geraer  Industriewerke  in  Gera-Reuß  bauen  eine 
Trockentrommelanlage,  die  an  den  Kollergang  angeschlossen  wird.  Die 
Füllung  der  Mühle  erfolgt  durch  Elevator.  Das  feingemahlene  Produkt 
wird  mittels  Exhaustors  abgezogen  und  gelangt  in  den  Filterkasten.  Eine 
Bolche  Anlage  wäre  am  wirtschaftlichsten ;  sonst  aber  genügt  auch  Trocken- 
mahlung mit  Windaichter.   

Glas. 

63.  Wir  haben  bei  unserem  Hafenofen  mit  Kohlenfeuerung  mit  dem 
Uebelstand  zu  kämpfen,  daß  aufgetriebene  Gegenstände  angeraucht  sind, 
trotzdem  bei  deren  Herstellung  zwecks  der  Erzeugung  einer  reduzierenden 
Flamme  Holzspäne  beim  Auftreiben  verbrannt  werden.  Wie  ist  dieser 
Uebelstand  zu  beseitigen? 

Erste  Antwort:  Die  UrBache  des  Anlaufens  oder  Angeraucht- 
werdens der  aufgetriebenen  Glasgegenstflnde  ist  meistens  auf  den  Schwefel. 


gehalt  der  Kohle  zurückzuführen.  Bei  kleineren  Gläsern  mit  enger  Oeff- 
nung  tritt  das  Uebel  weniger  auf,  dagegen  viel  stärker  bei  Gläsern  mit 
weiter  Oeffnung,  weil  da  die  Schwefelgase  leichter  ins  Innere  des  Gegen- 
standes gelangen  und  sich  dort  an  der  Glaswand  anlegen  können.  Dieser 
Uebelstand  läßt  sich  nie  ganz  beseitigen.  Bei  gewöhnlichen  Haushal- 
tungsgegenständen kann  das  Anrauchen  etwas  vermindert  werden,  wenn 
mit  einer  möglichst  reduzierenden,  also  rauchigen  Flamme  gearbeitet  wird. 
Dieses  läßt  sich  nun  nicht  immer  befolgen,  weil  ja  andere  Glasmacher 
wieier  eine  reine  Flamme  haben  wollen,  wenn  nicht  alle  aufgetriebene 
Artikel  anfertigen.  Man  kann  dem  Uebelstand  jedoch  dadurch  etwas  vor- 
beugen, daß  im  Wärmekuchen  unter  dem  Einwärmeloch  eine  Oeffnung  ausge- 
schnitten wird,  durch  welche  man  einen  Holzknttppel  schiebt,  sodaß  vor 
der  Einwärmeöffnung  eine  Holzflamme  brennt,  die  das  Eindringen  der 
Schwefelgase  verhindert.  Ein  geringer  Zusatz  von  Feldspat  zum  Gemenge 
soll  das  Anrauchen  auch  etwas  verhindern,  ist  aber  nur  anwendbar  bei 
gewöhnlichen  Artikeln.  Für  bessere  Artikel  aus  Kristallglas  ist  zum  Auf- 
treiben eine  Auftreibmuffel,  die  mit  einer  schwefelarmen  Kohle  beheizt 
wird,  am  geeignetsten.  Man  hat  auch  versucht,  den  angesetzten  Hauch 
mit  salz-  oder  schwefelsäurehaltigem  (ca.  3°/0)  Wasser  zu  beseitigen,  ea 
gelingt  aber  nicht  immer,  den  blauen  Rand  zu  entfernen. 

Zweite  Antwort:  Sie  hätten  angeben  sollen,  welchen  Brenn- 
stoff Sie  vergasen.  Allem  Anschein  nach  ist  die  Zusammensetzung  der 
Flamme  nicht  richtig.  Das  Auftreiben  der  Glasgegenstände  geschieht  doch 
am  Schmelzofen.  Ist  nun  die  Luftkammer  zu  kalt  geworden,  so  ist  die 
Verbrennung  nicht  intensiv  genug,  und  die  unverbrannten  Gase  schlagen 
sich  als  Rauch  an  den  Glasgegenständen  nieder.  Dasselbe  tritt  ein,  wenn 
bei  langsamer  Befeuerung  des  Schmelzofens,  wie  sie  bei  der  Ausarbeit  des 
Glases  stattfindet,  dem  Ofen  Gase  zugeführt  werden,  die  viel  wässerige 
Bestandteile  mit  sich  führen.  Die  Beimengungen  an  Teer  können  durch 
den  Holzspan  nicht  verbrannt  werden  und  schlagen  Sien  daher  an  den 
Glaskörpern  nieder.  Es  empfiehlt  sich,  einen  einfachen  Gasreiniger  einzu- 
schalten, auf  die  richtige  Zusammensetzung  der  Flamme  zu  achten  und 
die  Gas-  und  Luftkammern  nicht  zu  weit  abkühlen  zu  lassen.  Ist  dei 
Schornsteinzug  zu  gering,  so  zeigt  sich  derselbe  Fehler,  da  die  Flamme 
wie  tot  im  Ofen  liegt. 

Dritte  Antwort:  Beim  Einwärmen  der  Gläser  im  mit  Kohlen- 
gas beheizten  Glasofen  tritt  meistens  der  Uebelstand  auf,  daß  die  Gläser 
anlaufen.  Es  rührt  dies  von  den  von  der  Kohle  sich  bildenden  Schwefel- 
gasen her;  je  schwefelhaltiger  also  die  Kohle  ist,  umso  stärker  tritt 
der  Fehler  auf.  Da  hilft  vielfach  selbst  die  Anwendung  von  Holzspänen 
zwecks  der  Erzielung  einer  reduzierenden  Flamme  nichta,  und  dann  gibl 
es  zur  Bekämpfung  des  Uebels  nur  zwei  Wege,  eine  Gaswascheinrichtung 
oder,  was  praktischer  und  ökonomischer  ist,  eine  besondere  Auftreib- 
trommel. Letztere  kann  direkt  oder  auch  mit  dem  gleichen  Generator- 
gas wie  der  Glaaofen  beheizt  werden.  Hier  kann  man  Gaa  gebrauchen, 
da  man  in  der  Lage  ist,  mit  sehr  starkem  Rauohfeuer  zu  arbeiten,  wo* 
bei  ein  Anlaufen  der  Gläser  durch  die  Schwefelgaae  nicht  mehr  statt 


im.  (6b.  Jahrgang.) 


SPRECttSÄAL-  CO ÖUftÖ. 


Nr.  $8  —  m 


findet.  Läßt  sich  der  Schmelzofen  —  ohne  andere  Fehler  hervorzurufen  — 
ebenfalls  mit  starkem  Bauchfeuer  betreiben,  dann  iat  natürlich  die  Gas- 
waacheinrichtuug  oder  die  Auftreibtrommel  entbehrlich. 

64.  Zu  besonderen  Qlasdekoren  benötigen  wir  ein  dunkles,  aber  nach 
dem  Einbrennen  schön  leuchtendes  Eisenrot.    Wer  liefert  ein  solches  Bot? 

Antwort:  Wenden  Sie  Sich  an  die  im  Anzeigenteil  genannten 
Farbenfabriken.  In  eigener  Zuschrift  melden  sich  Gerlach  &  Wenzel  in 
Pößneck  i.  Thür,  und  Geitner  &  Comp,  in  Schneeberg  i.  S.  zu  Lieferung 
des  Eisenrot. 

65.  Wie  und  womit  werden  die  Glaszylinder  in"  Rekordspritzen  ein- 
gekittet oder  eingelötet?  Die  im  Sprechsaal-Kalender  und  in  den  Antworten 
zur  Glas-Frage  43  angegebenen  Kitte  eignen  sich  nicht  für  den  genannten 
Zweck. 

Erste  Antwort:  Um  Glas  mit  Metall  zu  verbinden,  eignen  sich 
die  folgenden  Kitte:  1.  Zinkoxyd  mit  konzentrierter  Zinkchloridlösung. 
2.  Bleiglätte  mit  Glyzerin  zu  einer  teigartigen  Masse  verrieben.  3  Ein 
Gemiach  von  100  T.  Silberglätte,  fein  gepulvert,  und  50  T.  Bleiweiß  werden 
mit  3  T.  gekochtem  L«inöl  und  1  T.  Kopallack  zu  einem  S' reichbaren 
Kitt  verrieben.  4,  200  g  Leim  werden  in  Wasser  aufgequollen  und  dann 
mit  100  g  Harz  gekocht,  worauf  dieser  Lösung  so  viel  gebrannter  Ocker 
zugesetzt  wird,  daß  man  einen  dicken  Brei  erhält. 

Zweite  Antwort:  Um  eine  innige,  feste  Verbindung  zwischen 
Glaszylinder  und  Metallkörper  herzustellen,  muß  nicht  nur  der  einzukittende 
Teil  des  Glaszylinders,  sondern  auch  die  innere  Fläche  des  Metallaufsatzes 
aufgerauht  sein.  Der  letztere  ist  zudem  vor  dem  Aufkitten  gut  anzu- 
wärmen, damit  er  sich  nach  dem  Erkalten  zusammenzieht.   Weiter  ist 


darauf  zu  achten,  daß  die  Metallflächen,  die  aufgekittet  werden,  rein  und 
frei  von  Grünspan  usw.  sind.  Unter  genauer  Beobachtung  des  oben 
Gesagten  verwenden  Sie  einen  Kitt  aus  8  Teilen  Kolophonium,  3  Teilen 
weißem  Wachs,  4  Teilen  Eoglischrot,  1  Teil  venezianischem  Terpentin  und 
1  Teil  Braunstein. 

Dritte  Antwort:  Wollen  Sie  noch  einen  besseren  Kitt  als  die 
von  Ihnen  angezogenen  haben,  so  müssen  Sie  sich  schon  selbst  der  Muhe 
unterziehen,  einen  für  Sie  geeigneteren  Kitt  zusammenzustellen  bezw.  aus- 
zuprobieren. Dann,  wenn  Sie  mit  den  vielen  Vorschriften  nicht  zurecht 
kommen,  so  liegt  das  nicht  an  den  letzteren,  sondern  an  der  unsach- 
gemäßen Arbeitiweise.  Es  würde  Ihnen  daher  auch  nichts  nützen,  wollte 
man  den  vielen  Vorschriften  noch  eine  neue  beifügen. 


Keramik. 

86.  Unsere  Fürbringermuffel  mit  35  Pfannen  von  600X600X10 
braucht  mindestens  8  Stunden  bis  sie  so  in  Glut  kommt,  daß  wir  arbeiten 
können.  Dies  ist  nach  unserer  Ansicht  zu  lange.  Welches  ist  die 
normale  Zeit? 


70  _  Welche  Ansprüche  können  an  ungeputzte  Hafenschalen  gestellt 
werden,  die  wieder  verwendet  werden  sollen? 

Tl.    Wer  liefert  Holzformen  für  Hohlglas? 


Hierzu  eine  Beilage:  Prospekt  der  Firma  Dresdner  Maschinenfabrik  und  Schiffswerft  Uebigau  Aktiengesellschaft 
Dresden-N.  81. 


Wir  erfüllen  hiermit  die7traurige  Pflicht,  anzuzeigen,  daß  am'2.  Juni  der  Begründer  unserer  Firma 

Herr  Kommerzienrat  Dr.  ing.  h.  e. 

ax  Roesler 

durch  einen  sanften  Tod  von  seinem  langen  Leiden  erlöst  worden  ist. 

Wir  verlieren  in  dem  Dahingeschiedenen,  welcher  viele  Jahre  Vorstand  unserer  Gesellschaft  und 
später  ein  hervorragendes  Mitglied  unseres  Aufsichtsrates  war,  ein  Voröild  an  Arbeitskraft  und  Schaffens, 
freudigkeit,  dessen  Gedenken  bei  unserer  Gesellschaft  nie  erlöschen  wird. 

R  o  d  a  c  h ,  den  3.  Juni  1922. 

Aufsichtsraf  und  Vorst&nd 
«Sei*  lax  Roesler  Feinsteingutfabrik  A.-O. 


Am  2.  ds.  Mts.  früh  entschlief  sanft  im  Alter  von  82  Jahren 


Herr  Kommerzienrat  Dr.  ing.  h.  e.  MciX  RoeSlör 

der  Gründer  der  Firma. 

Bis  zum  Zeitpunkt  seiner  vor  einigen  Jahren  erfolgten  Zurückziehung  ins  Privatleben  war  der 
Dahingeschiedene  unser  hochgeschätzter  wohlwollender  Chef,  und  wir  betrauern  in  dem  Entschlafenen  den 
Verlust  eines  Vorbildes  von  Pflichterfüllung,  Schaffensfreude  und  geradem  Charakter,  dem  das  Wohl  seines 
Personals  stets  nahegelegen  hat. 

Bei  allen,  die  unter  der  Leitung  des  nach  arbeitsreichem  Leben  Dahingeschiedenen  tätig  zu  sein 
Gelegenheit  hatten,  ist  dem  Verblichenen  ein  ehrendes  Andenken  für  immer  gesichert. 


Rodach,  den  3.  Juni  1922. 


Das  Beamten-  und  Arbeiterpersonal 
der  Max  Roesler  Feinsteingutfabrik  A.-G. 


I 


'l 


tX  —  Nr.  23 


SPRECHSAAL-COBU 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


r 


Zwei  Waggons 

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schäftsstelle des  Sprechsaal.  

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Ware  kann  vorher  in  der  Hütte  be- 
sichtigt werden.  Interessenten  wollen 
sich  unter  C  4866  an  die  Geschäfts- 
stelle des  Sprechsaal  melden 


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konisch,  4.  Wahl,  mit  Farb- 
rand nnd  Buntdruckzweig, 

1000  Dutzend  Ober- 
tassen! konisch,  Ausschuß, 
mit  Farbrand  und  Buntdruck- 
zweig, 

1000  Dutzend  Tassen! 

Walzenform,  mit  Farbrand 

und  Bantdruckzweig, 
1000  Dutzend  Tassen, 

Parisform,  mit  Farbrand  und 

Bunddruckzwei  g, 
300  GroS  Eierbecher, 

weiß, 

100   GroB  Eierbecher, 

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Diese  Ware  eignet  sich  Behr 
für  den  Export  und  wird  mit 
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Auslande,    deshalb  bleiben  An- 
fragen von  Vermittlern  und 
Vertretern  unbeantwortet 

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Geschäftsstelle  des  Sprechsaal  erbeten. 


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Verbandspreisen  abzugeben: 
Fransen -Band -Schirme    350/150  mm  Griffrand 
400/150  „ 
350/160  „ 
400/160 

„  30  cm/80  mm  „ 

30  cm/ 103  „  Loch 
„        „         33  cm/155  „  „ 

„         25  cm/58  und  80  mm,  opal  und 
seidenmatt 
Dachschirme,  opal  und  grün  überfangen 
Schalen,  58  und  80  mm,  seidenmatt,  hell,  opt.  und  geätzt 
Tischlampenschirme,  23  cm,  26  cm,  30  cm  opal 
Körper,  matt  und  Heliographie,  80  mm. 
Eventuell  werden  die  verschiedenen  auch  getrennt  abgegeben.  Gefl. 
Anfragen  unter  C  4853  an  die  Geschäftsstelle  des  Sprechsaal  erb 


6  Stück  Kurbelpressen, 

80  mm  Säulendurchmesser,  mit 
Doppelkarbel  und  Schieber- 
führung, 

8  Stück  desgl., 

80  mm  Säulendarchmesser,  mit 
einfacher  Kurbel  und  Kund- 
führang, 

5  Stück  desgl., 

100  mm  Säulendarchmesser,  mit 
Doppelkarbel  und  Randführang. 
'  Anfragen  unter  0  4849  befördert 
die  Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 


Becher,  Kelche,  Likör-  and  Sturz- 
flagchen  laufend  in  jeder  Menge  ab- 
zugeben. Anfragen  unter  A  4721 
an  die  Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 


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weit  unter  Fabrikpreisen  abzugeben, 
evtl  mit  Lieferwerksbescheinigang. 
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schäftsstelle des  Sprechsaal. 


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(65.  Jahrgang.) 


Coburg,  den  15.  Juni  1922. 


Nummer  24 


Zeitschrift  für  bie  Keramischen,  Blas-  unb  verwanbten  Inbustrien 


[Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
^•Prämiiert:  St  Louis  1904  ■  Qoldene  Medaille 
«Prämiiert:  Bugra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint   wöchentlich    einmal  Donnerstags 


Fernsprecher  Nr.  59.  /  Telegramm-Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto:  Bayerische  Vereinsbank  in  Coburg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  bei  der  Post  bestellt  für  das  III.  Vierteljahr  Jt  35.— 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  3.—,  Stellengesuche  M  1.50 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 

Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten.   


Porosität,  Festigkeit  und  Absorptions- 
vermögen gewisser  Gipsmörtel. 

(Nachdruck' verboten.) 

A.  B.  Taylor  und  E.  Irvine  berichten  in  den  Transactions 
9l  the  Engl.  Ceram.  Soc.  XX  (1921/22),  Tl.  II,.  S.  83-92,  über 
Ihre  Erfahrungen  bei  der  Herstellung  von  Gipsformen,  die  einem 
Druck  von  5—20  Ibs.  auf  1  D-Zoll  (d.s.  0,35—1,4  kg/1  cm2) 
Standhalten  sollten,  dabei  aber  möglichst  lange  brauchbar  und 
genügend  porös  und  saugfähig  sein  mußten.  Die  Verfasser 
Besprachen  zunächst  ausführlich  die  Forschungsergebnisse  von 
Besch,  Rohland,  Marignac,  van  t  Hoff,  Glasenapp,  Ostwald  und 
Wolski  und  von  anderen  über  das  Abbinden  des  Gipses.  Alles 
dies  soll  hier  übergangen  werden,  da  es  in  den  ursprünglichen 
Abhandlungen  nachgelesen  werden  kann. 

In  dem  nun  folgenden  experimentellen  Teile  nahmen  die 
Verfasser  Bestimmungen  der  Porosität,  der  Festigkeit  und  der 
Brinell  schen  Härte  vor,  um  so  den  Einfluß  des  Anmachewassers 
find  gewisser  Salze  auf  den  Gips  beim  Abbinden  zu  studieren. 
Dabei  fanden  sie,  daß  Gemische  aus  2,6—3  Tl.  auf  1  Tl. 
Wasser +  l°/0  Borax  von  fast  plastisch  zu  nennender  Be- 
schaffenheit sind  und  mit  der  Hand  geformt  werden  können. 
Die  Festigkeit  eines  Probekörpers,  der  aus  einem  Gemisch  von 
i  Tl  Gips  auf  1  Tl.  Wasser  hergestellt  war,  erwies  sich  4  bis 
5  Mal  so  groß  wie  die  eines  Probekörpers  aus  einem  gewöhn- 
ichen  Gemisch,  das  nur  1,5  Tl.  Gips  auf  1  Tl.  Wasser  enthielt. 

Beim  Gießen  unter  Druck  wird  die  Kapillarwirkung  der 
aoren  durch  den  Einfluß  des  Druckunterschiedes  zwischen 
innen-  und  Außenseite  der  Form  gesteigert.  Dieser  Einfluß 
ist  über  die  ganze  Form  gleichmäßig,  unabhängig  von  ihrer 
Dicke,  da  die  Reibung  der  entweichenden  Luft  belanglos  ist 
m  Vergleich  zu  der  des  Wassers,  doch  gilt  dies  nur,  bis  der 
tünnste  Teil  der '  Wandung  gesättigt  ist.  Tritt  dies  ein,  so 
werden  diese  Teile  der  Gipsform  dem  austretenden  Wasser 
weniger  Widerstand  entgegensetzen,  und  es  wird  sich  hier  mehr 
Ton  ablagern.  Es  wurde  gefunden,  daß  es  besser  ist,  mit 
formen  zu  arbeiten,  bei  denen  nirgends  Sättigung  eintritt. 

Eine  zum  Gießen  bestimmte  Form  sollte  eine  gewisse 
Frenze  der  Saugfähigkeit  nicht  unterschreiten.  Die  Verfasser 
stellten  nun  Versuche  an,  um  die  Abhängigkeit  der  Saugkraft 
ler  Formen  von  der  Porosität  zu  ermitteln,  und  zwar  a)  unter 
lern  Einfluß  der  Kapillarwirkung  allein  und  b)  bei  einem  be- 
itimmten  Druck,  wobei  sie  Gemische  von  1  bis  1,8  Tl.  Gips 
iuf  1  Tl.  Wasser  und  von  1,8  bis  3  Tl.  Gips  auf  1  Tl.  der  ge- 
kannten Boraxlösung  verwendeten.  Der  bei  der  Sättigung  der 
formen  mit  Wasser  angewandte  Druck  betrug  300  mm  Queck- 
silbersäule (d,  s.  6  lbs.  auf  1  G-Zoll  oder  0,42  kg  /  1  cm2).  Die 


Ergebnisse  sprachen  zu  Gunsten  der  Anwendung  der  1  °/0-igen 
Boraxlösung.  Z.  B.  war  in  beiden  Fällen  das  Absorptions- 
vermögen bei  Gipsformen,  die  mit  1,8  Tl.  Gips  auf  1  Tl.  Borax- 
lösung hergestellt  waren,  größer  als  bei  Verwendung  von 
1,8  Tl.  Gips  und  1  Tl.  reinem  Wasser. 

Taucht  man  einen  porösen  Stab  mit  der  Grundfläche  in 
Wasser  ein,  so  ist  die  Entfernung,  um  die  das  Wasser  in  einer 
bestimmten  Zeit  in  den  Körper  eindringt,  direkt  proportional 
der  Quadratwurzel  aus  der  Versuchsdauer.  Bei  den  Versuchen 
wurde  hier  ein  hohler,  mit  Wasser  gefüllter  Zylinder  benutzt. 
Es  betrug  z.  B.  die  Benetzung  einer  Gipsform  aus  einem  Gemisch 
mit  2  Tl.  Gips  +  1  Tl.  Boraxlösung  unter  Druck  fast  das  dreifache 
einer  solchen,  die  aus  2,8  Tl.  Gips  +  1  Tl.  Boraxlösung  ohne 
Anwendung  von  Druck  hergestellt  war.  Weiter  wurde  gefunden, 
daß  die  so  hergestellte  Form  bei  Anwendung  des  obengenannten 
Druckes  (42  kg  /  1  cm2)  eine  Saugkraft  besaß,  die  der  von 
Gipsmörtel  aus  1,4  Tl.  Gips  +  1  Teil  Wasser  gleichkommt, 
nämlich  21  g  Wasser  nach  1  Min.  Dabei  zeigte  eine  Form 
aus  der  2,0-Mischung  die  doppelte  Biegungsfestigkeit  wie  eine 
solche  aus  einer  1,4-Mischung. 

Der  für  die  Versuche  benutzte  Gips  hatte  folgende  Zu- 
sammensetzung:      3,59  Feuchtigkeit  (Verlust  bei  105°  C) 
5,34  chemisch  gebundenes  Wasser 
0,14  Si02 

Spuren  Fe203  und  A1202 
52,69  SOs 
37,94  CaO 
Spur  MgO 

99,70 

Zum  Schlüsse  erwähnen  die  Verfasser,  daß  die  Anwendung 
einer  Lösung  mit  höherem  Boraxgehalt  möglicherweise  die 
Härte  des  Gipses  noch  mehr  verändern  und  für  die  gleiche 
Porosität  einen  festeren  Körper  geben  könnte.  Sie  glaubten 
aber,  schon  genügend  dargetan  zu  haben,  daß  ein  Boraxzusatz 
einen  sehr  festen  Gips  ergibt,  was  besonders  für  das  Gießen 
unter  Druck  praktische  Bedeutung  haben  dürfte. 

Der  Niedergang  der  keramischen  Klein- 
werkstättenbetriebe. 

Von  Eduard  Motschmann,  München. 

(Nachdruck  verboten.) 

Jene  Werkstätten,  die  jahrzehntelang  die  Arbeiten  von 
Künstlern  und  nach  den  Entwürfen  von  Architekten  Gegen- 
stände für  Innenausstattung  von  Kirchen,  Gebäuden  usw.  in 
Keramik  hergestellt  haben,  müssen,  gezwungen  durch  die  Un- 
möglichkeit   der    Beschaffung    überteuerter  Rohmaterialien, 


276  —  Nr.  24 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


ihren  Betrieb  stillegen.  Die  im  verflossenen  Jahre  unter- 
nommenen Versuche  eines  Zusammenschlusses  zum  gemeinsamen 
Bezug  ron  Rohmaterialien  scheiterten  erstens  daran,  daß  fast 
ein  jeder  Betrieb  andere  Tone  und  Glasuren  verarbeitet,  wo- 
durch sogar  in  großen  Städten,  wo  sich  doch  meistens  mehrere 
Werkstätten  befinden,  Waggonbezüge  nicht  durchführen  ließen. 
Zweitens  war  es  nicht  möglich,  eine  Einigung  über  einheitliche 
Verkaufspreis«  herbeizuführen  oder  wenigstens  einen  Grund- 
preis für  die  hauptsächlichsten  Artikel  festzusetzen,  unter  welchem 
keiner  verkaufen  durfte. 

Wenn  man  sich  vergegenwärtigt,  mit  welchen  primitiven 
Mitteln  diese  kleinen  Werkstätten  arbeiten  müssen,  so  liegt  es 
klar  auf  der  Hand,  daß  ein  Weiterarbeiten  unmöglich  ist. 
Maschinen  zur  Aufbereitung  von  Masse  und  Glasur  gibt  es  in 
den  meisten  Werkstätten  nicht,  alles  wird  mit  den  Händen 
geknetet  und  gerieben.  Eine  Stunde  ist  schnell  verflossen,  und 
der  hohe  Arbeitslohn  dafür  wirkt  schwer  belastend  auf  die 
Gestehungskosten.  Das  Gießen  der  Gegenstände,  das  einen 
Artikel  billiger  macht,  ist  auch  wenig  eingeführt.  Man  formt 
fast  alles,  was  sehr  zeitraubend  ist,  ganz  abgesehen  davon,  daß 
bei  einem  geformten  Gegenstand  viel  mehr  zu  retuschieren  ist, 
als  bei  einem  gegossenen.  Große  Mängel  zeigen  sich  beim 
Glasieren.  Zumeist  werden  die  Glasuren  nicht  selbst  hergestellt, 
sondern  man  bezieht  dieselben  von  den  bekannten  Glasur- 
fabriken. Die  verschiedenen  Massen  stimmen  nicht  immer  mit 
den  Glasuren  überein,  es  wird  dann  probiert  und  herumgedoktert, 
bis  das  Gewünschte  gefunden  ist.  Welche  Zeit  hierfür  ver- 
wendet wird,  ist  jedem  klar,  der  Einblick  in  die  Verhältnisse 
hat.  Diese  Zeit  muß  natürlich  auch  teuer  bezahlt  werden,  und 
schon  wieder  steigen  die  Gestehungskosten  gegenüber  denjenigen 
einer  geregelten  Fabrikation. 

Beim  Brennen  stoßen  wir  abermals  auf  Schwierigkeiten. 
Gewöhnlich  sind  es  kleine  Muffeln,  die  in  den  Werkstätten 
allgemein  zum  Brennen  verwandt  werden.  Das  Merkwürdige 
dabei  ist,  daß  die  meisten  dieser  kleinen  Muffeln  von  '/2 — 2  cbm 
Setzraum  eine  übermäßig  lange  Brenndauer  haben  —  36 — 48 
Stunden  sind  wirklich  nicht  übertrieben  und  durchaus  keine 
Seltenheit  — ,  dabei  wird  meistens  schon  bei  SK  010 — 05  gar- 
gebrannt. Vielfach  werden  nun  noch  die  verschiedensten  Tone 
und  Glasuren  in  den  Ofen  gefüllt,  wodurch  der  Ausfall  von 
guter  Ware  sehr  in  Frage  gestellt  ist,  denn  nicht  jeder  Ton 
und  jede  Glasur  verträgt  ein  und  denselben  Hitzegrad.  Der 
Eohlenverbrauch  einer  kleinen  Muffel  ist  gegenüber  demjenigen 
einer  großen  Muffel  prozentual  wesentlich  höher.  Bei  einer 
Brenndauer  von  36  Stunden  sind  15  Ztr.  Kohlenverbrauch  bei 
einer  1  cbm-Muffel  gewiß  gering  angesetzt,  das  sind  bei  dem 
heutigen  Kohlenpreis  etwa  Ji  1200  für  einen  Brand.  Zwei 
Brände,  Schrüh-  und  Glattbrand,  kosten  zusammen  etwa  Ji  2000 ; 
wieviel  Brennkosten  kommen  dann  auf  jedes  Stück  des  ver- 
hältnismäßig geringen  Inhalts?  Dabei  ist  aber  noch  nicht  ein- 
mal eingerechnet,  was  Einsetzen,  Ausnehmen,  Brennhilfsmittel, 
Ofenabnützung  usw.  kosten.  Leider  wird  nun  auch  in  den 
kleinen  Werkstätten  viel  zu  wenig  gerechnet  und  z.  B.  fest- 
gestellt, wie  hoch  sich  die  Brennkosten  für  jedes  Stück  stellen; 
dies  ist  aber  unbedingt  erforderlich,  wenn  man  verdienen  will. 

Das  wenige  hier  Angeführte  läßt  sehen  erkennen,  wodurch 
der  Niedergang  der  keramischen  Kleinwerkstätten  herbeigeführt 
wird-,  doch  noch  ein  anderer  wichtiger  Punkt  darf  nicht  vergessen 
werden.  Wie  schon  eingangs  bemerkt,  arbeiten  die  meisten 
dieser  kleinen  Werkstätten  für  Künstler,  Bildhauer,  Architekten 
usw.  Unter  diesen  Leuten  gibt  es  nun  welche,  mit  denen  es 
sich  sehr  gut  arbeiten  läßt  und  die  auch  die  Arbeit  anerkennen 
und  den  geforderten  Preis  zahlen.  Es  gibt  aber  auch  viele,  die 
jeden  Preis  zu  hoch  finden,  mag  er  noch  so  berechtigt  sein. 
Diese  Herren  wandern  nun  von  einer  Werkstätte  zur  anderen, 
bis  sie  ihr  Opfer  gefunden  haben,  das  ihnen  die  Arbeit  billig 
ausführt.  Gerade  aus  diesem  Grunde  wäre  es  von  Vorteil  gewesen, 
wenn  eine  Einigung  in  der  Preisfrage  zustande  gekommen  wäre, 
weil  dadurch  möglicherweise  dem  Niedergang  entgegengearbeitet 
werden  konnte.  Es  sei  noch  bemerkt,  daß  gerade  die  zuletzt 
genannten  Leute  neben  der  Preisdrückerei  noch  die  Angewohn- 
heit haben,  die  Ware  bei  den  geringsten  Glasur-  oder  sonstigen 
Fehlern  nicht  anzunehmen  ;  welcher  Schaden  dadurch  den  kleinen 
Werkstätten  zugefügt  wird,  kann  sich  jeder  Fachmann  leicht 
berechnen. 

Im  Interesse  der  strebsamen  und  fleißigen  Kleinwerkstätten- 
Besitzer  würde  es  mich  freuen,  wenn  einsichtsvolle  Künstler 
usw.  diese  wenigen  Zeilen  beherzigen  wollten  und  durch  reiche 
Aufträge  bei  entsprechenden  Preisen  zur  Wiederbelebung  und 
Unterstützung  der  keramischen  Kleinwerkstätten  beitragen 
würden.  Es  ist  bekannt  genug,  daß  derartige  keramische  Er- 
zeugnisse in  den  Kunstausstellungen,  Kunstgewerbevereinen, 
Kunst-  und  Luxuswarenhandlungen  usw.  viel  und  gern  gekauft 
werden  und  nicht  zuletzt  au  sehr  hohen  Preisen.  Bis  heute 
aber  hat  der  Hersteller  dieser  künstlerischen  Wertgegenstände 
in  Keramik  immer  das  wenigste  verdient. 


Ueber  das  Strecken  des  Tafelglases 
und  die  Streckfehler. 

Von  Otto  Schrenk. 

(Nachdruck  verboten.) 

j 

>  Eine  gute,  sachgemäß  durchgeführte  Streckung  der  Walze  , 
ist  zur  Erzielung  schönen  Tafelglases  Hauptbedingung.   Durc  i  e 
schlecht  geschultes  Personal,  sowie  durch  verschiedene  andej  , 
Umstände,  die  im  folgenden  näher  besprochen  werden  möge  \ 
können  Walzen,  die  sowohl  im  Glase,  als  auch  in  der  Arbe 
fehlerlos  sind,  auf  vielerlei  Weise  mit  Fehlern  behaftet  werde  j 
und  eine  minderwertige  Ware  ergeben,  die  nur  als  Ausseht  t 
in  den  Handel  gebracht  werden  kann.  Die  Arbeit  des  Streckei 
ist  für  das  Ergebnis  der  Produktion  hauptsächlich  maßgeben 
denn  das  beste  Glas  kann  durch  schlechte  Streckung  verdorbe 
werden,  während  anderseits  die  Qualität  eines  nicht  ganz  eii 
wandfreien  Produktes  durch  eine  gute  Streckung  bedeuter  [ 
gehoben  werden  kann. 

Der  Walzen  sollen  möglichst  symmetrisch  und  gleichmäßi  " 
stark  geblasen  sein.  Bei  gut  gearbeiteten  Walzen  entstehe  1 
beim  Ausbreiten  im  Streckofen  wenig  Falten ;  es  braucht  dahi  , 
nicht  lange  gebügelt  zu  werden,  und  die  Tafeln  kommen  ü 
folgedessen  bald  aus  dem  Bereiche  des  Feuers.  Bei  schied  ] 
gearbeiteten  Walzen  hingegen  braucht  man  längere  Zeit,  bis  d 
Falten  verbügelt  sind,  ja,  manche  Falten  lassen  sich  üb  er  hau]  . 
nicht  ausbügeln ;  unter  solchen  Umständen  ist  es  natürlich  dei  f 
besten  Strecker  nicht  möglich,  schöne  Blätter  zu  bekommen,  i 

Es  sollen  hier  nun  einige  beim  Strecken  vorkommend  r. 
Fehler,  ihre  Entstehung  und  ihre  Vermeidung  besprochen  werdei  < 

Schön  gestreckte  Tafeln  erhält  man  natürlich  nur  auf  gl  j 
polierten  Steinen.  Das  Polieren  und  Anwärmen  des  Strecl  % 
steines  habe  ich  bereits  in  einem  früheren  Aufsatze  im  Sprechsai  ] 
behandelt. 

Bevor  der  Streckstein  aus  dem  Kühlraum  in  den  Vorde 
ofen  gezogen  wird,  muß  er  jedesmal  gut  abgeputzt  werde:  \ 
weil  beim  Ueberlegen  der  Tafel  auf  die  Kühlsteine  Glassplitte] 
chen  sowie  auch  andere  Fremdkörper  auf  den  Stein  komme]  8 
die  an  der  weichen  Tafel  ankleben,  wodurch  deren  Oberfläcl  ; 
unschön  verändert  wird.   Diese  Fehler  nennt  man  „Matten!  ' 
Zur  Vermeidung  von  Matten  muß  auch  das  Gewölbe  des  Strecl  1 
ofens  vor  dem  Polieren  der  Steine  von  der  angesetzten  Flu; 
asche  durch  Abkehren  befreit  werden;  auch  ist  es  von  Vortei 
wenn  man  es  manchmal  mit  Wasserglas  bestreicht,  weil  d,  1 
durch  das  Herabfallen  des  Mörtels  aus  den  Fugen  auf  de  ! 
Streckstein  verhindert  wird. 

Das  WasseV  im  Einnetzfasse  muß  öfters  erneuert  und  dt  f 
Faß  gründlich  gereinigt  werden,  weil  das  Wasser  durch  de 
beim  Kehren  der  Hütte  und  auf  andere  Weise  entstehende  • 
Staub  und  durch  die  vom  Bügelholz  sich  ablösende  Kohle  i 
kurzer  Zeit  verunreinigt  wird.   Der  Schmutz  bleibt  dann  a  1 
dem  abzulöschenden  Bügelholz  haften  und  zerkratzt  beim  Aut  ' 
bügeln  die  Tafel.   Die  so  entstehenden  Kratzer,  „Bügelkratzer  ' 
genannt,  sind  haarfeine  Ritzer,  die  beim  Sortieren  leicht  üben 
sehen  werden  können,    sich    beim  nachherigen  Durchsehe  1 
jedoch  sehr  unliebsam  bemerkbar  machen.    Sehr  ,  stark  zei  1 
kratzt  werden  Tafeln,  wenn  durch  schlechtes  Abschneiden  de  1 
angesetzten  Patzels  Gröseln  in  den  Walzen  anhaften,  die  dan 
während  des  Bügeins  losgerissen  und  in  das  Bügelholz  ge 
drückt  werden.  Da  solche  Blätter  gewöhnlich  auf  ihrer  ganze) 
Oberfläche  zerkratzt  sind,  können  sie  nur  als  Ausschußwar 
Verwendung  finden. 

Die  Bügelhölzer  werden  aus  weichen  Holzarten,  Erl« 
Pappel  oder  Weide  hergestellt;  bei  ihrem  Zuschneiden  acht 
man  darauf,  daß  zumindest  die  Seiten,  die  zum  Bügeln  benutz! 
werden  seilen,  astfrei  sind.  Bevor  sie  in  Gebrauch  genomme] 
werden,  sollen  sie  längere  Zeit  im  Wasser  lagern. 

„Ueberlegkratzer"  entstehen,  wenn  der  Streckstein  gegen! 
über  den  Kühlsteinen  zu  hoch  liegt.  Beim  Ueberlegen  de 
Tafel  vom  Streckstein  auf  die  Kühlsteine  wird,  wenn  die  Tafe 
nicht  sehr  hoch  gehoben  wird,  die  untere  Partie  der  Tafel  voi 
der  Kante  des  zu  hoch  stehenden  Strecksteines  zerkratzt.  De 
Streckstein  darf  daher  nur  wenig  höher  sein  als  die  Kühlsteine 

Sogenannte  „Plattenwisc^er"  treten  beinahe  jedesmal  nacl 
dem  Polieren  der  Steine  auf  und  auch  dann,  wenn  ein  neue 
Streckstein  in  Gebrauch  genommen  wurde.  Beim  Anwärme) 
dehnt  sich  der  Stein  aus,  wodurch  die  Politur  Bisse  bekommt 
deren  Kanten  nach  oben  ragen.  Wird  nun  während  dei 
Streckens  die  im  erweichten  Zustande  befindliche  Tafel  au 
dem  Steine  geschoben,  so  wird  sie  von  den  aufstehenden  Kantei 
zerkratzt.  Zur  Beseitigung  dieses  Uebels  muß  man  den  Streck 
stein  mit  Gipspulver  bestreuen  und  hierauf  mit  einem  glattei 
Schamottestein,  der  an  einer  entsprechend  langen  Eisenstange 
befestigt  ist,  leicht  abreiben;  dadurch  werden  die  hervorragen 
den  Kanten  abgeschliffen  und  die  Risse  in  der  Politur  ver- 
rieben. Diese  Arbeit  dauert  nur  einige  Minuten,  und  dei 
Fehler  wird  dadurch  behoben  sein. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Mr.  24  —  277 


Auch  mit  dem  Krappen  (Uebernehmeisen)  werden  Tafeln 
vielfach  zerkratzt.  Der  Strecker  soll  vor  Beginn  seiner  Schicht 
den  Krappen,  soweit  dieser  mit  der  Walze  in  Berührung 
kommt,  mit  Gips  abreiben.  Bei  dieser  Gelegenheit  sieht  er 
auch,  ob  dem  im  Feuer  .befindlichen  Teil  des  Krappens  nicht 
etwa  Hammerschlag  anhaftet;  ist  solcher  vorhanden,  so  wird 
er  abgeklopft,  dann  die  so  gereinigte  Stelle  glatt  gefeilt  und 
mit  Gips  bestrichen.  Da  das  Walzenböckel  auch  viel  dem 
Feuer  ausgesetzt  ist,  soll  es  wie  der  Krappen  untersucht  und 
mit  Gips  eingerieben  werden,  weil  sonst  beim  unvorsichtigen 
Auflegen  der  Walze  auf  das  Walzenböckel  oder  bei  deren 
Uebernehmen  auf  den  Streckstein  das  Entstehen  von  Kratzern 
unvermeidlich  wäre.  Es  sind  dies  rötliche  Eisenkratzer,  ähn- 
lich jenen,  die  vom  Krappen  herrühren. 

Bei  schlecht  gearbeiteten  Walzen  ist  der  Strecker  ge- 
zwungen, beim  Ausbreiten  der  Walze  auf  den  Streckstein  mit 
dem  Krappen  tüchtig  nachzuhelfen.  In  einem  solchen  Falle 
sind  Krapp enkr atzer  unvermeidlich.  Sind  die  Walzen  bereits 
zu  viel  vorgewärmt,  so  hinterläßt  der  Krappen  beim  Ueber- 
nehmen auf  den  Streckstein  in  dem  erweichten  Glase  Ein- 
drücke. In  je  weicherem  Zustande  die  Walze  beim  Ueber- 
nehmen sich  befindet,  desto  ausgeprägter  werden  die  Ein- 
drücke sein. 

Die  Walzen  sollen,  bevor  sie  in  den  Streckofen  kommen, 
innen  und  außen  mit  Putzwolle,  Hadern  usw.  gereinigt  werden. 
Dieses  Reinigen  ist  hauptsächlich  innen  notwendig,  weil  be- 
kanntlich beim  Aufsprengen  in  die  Walzen  Sägespäne  oder 
Kohlenstaub  gestreut  werden,  damit  sich  das  Aufsprengeisen 
in  der  Walze  leichter  bewegt.  Würde  man  nun  die  Sägespäne, 
die  beim  Aufsprengen  teilweise  verkohlen  und  an  der  Walze 
ankleben,  nicht  entfernen,  so  würden  diese  Kohleteilchen  beim 
Bügeln  an  dem  Bügelholz  ankleben  und  die  Tafel  zerkratzen. 

Oft  wird  auch  der  Fehler  begangen,  daß  der  Streckstein 
nicht  rechtzeitig  herausgenommen  wird,  um  ihn  zu  polieren. 
Es  ist  natürlich  ganz  ausgeschlossen,  auf  einem  solchen  Stein 
schön  gestreckte  Tafeln  zu  erhalten.  Die  Annahme,  die  Streck- 
steine so  lange  als  nur  irgend  möglich  im  Ofen  zu  belassen, 
ist  ganz  falsch.  Mit  dem  Herausnehmen  der  Steine  soll  man 
nicht  warten,  bis  die  schlechten  Tafeln  dazu  zwingen,  sondern 
man  soll  dies  rechtzeitig  tun. 

Bei  allzu  schnellem  Strecken  kann  es  leicht  vorkommen, 
daß  die  Tafeln  verbrannt  werden;  denn  um  schnell  strecken 
zu  können,  muß  der  Strecker  den  Ofen  sehr  heiß  halten. 
Wenn  nun  die  zu  streckenden  Walzen  nicht  gut  gearbeitet  sind, 
sodaß  der  Strecker  mit  diesen  im  Vorderofen  länger  aufge- 
halten wird,  so  werden  die  Strecksteine  dabei  derart  erwärmt, 
daß  die  Tafeln  an  dem  Stein  förmlich  ankleben,  wobei  dann 
Teilchen  der  Politur  an  den  Tafeln  haften  bleiben.  Auf  einer 
derartigen  Tafel  werden  alle  auf  dem  Steine  vorhandenen  Risse 
und  Poren  zu  sehen  sein,  und  sie  wird  überhaupt  ein  getreues 
Abbild  des  Steines  zeigen. 

Bei  einem  solchen  Vorgange  wird  die  Politur  derart  ver- 
dorben, daß  ein  auf  diese  Weise  mißhandelter  Stein  heraus- 
genommen und  das  Polieren  von  neuem  vorgenommen  werden 
muß.  Zur  Schonung  und  Erhaltung  der  Politur  ist  es  zweck- 
mäßig, nach  Beendigung  einer  jeden  Schicht  eine  Pause  von 
zehn  bis  fünfzehn  Minuten  eintreten  zu  lassen,  damit  die 
Strecksteine  abkühlen  können.  Dadurch  wird  auch  dem  Ver- 
brennen der  Tafeln  in  gewissem  Maße  vorgebeugt. 

Während  des  Anwärmens  des  Streckofens  und  der  Steine 
setzt  sich  an  das  Gewölbe  viel  Ruß  an.  Dieser  kann  dadurch 
leicht  entfernt  werden,  daß  man  den  Ofen  eine  Stunde  vor 
Beginn  des  Streckens  jedesmal  eine  Viertelstunde  ganz  absperrt. 
Wenn  dann  nach  dieser  Zeit  das  Feuer  wieder  in  den  Streck- 
ofen kommt,  löst  sich  der  Ruß  stückweise  ab.  Wird  dieser 
Vorgang  zwei  bis  dreimal  wiederholt,  so  ist  das  Gewölbe  rein. 
Wenn  jedoch  dieses  Abrußen  unterlassen  wird,  so  fallen  während 
des  Streckens  Rußflocken  auf  die  Steine.  Gelingt  es  dem 
Strecker  nicht  mehr,  diese  zu  entfernen,  sodaß  die  im  erweich- 
ten Zustand  befindliche  Tafel  auf  solche  Rußstücke  zu  liegen 
kommt,  so  kleben  letztere  an  und  hinterlassen  an  dieser  Stelle 
sichtbare  Flecken.  Da  der  angeklebte  Ruß  an  der  Tafel  ver- 
glüht, werden  diese  Stellen  überaus  spröde.  Wird  dann  beim 
Schneiden  eine  solche  Stelle  mit  dem  Diamanten  berührt,  so 
bekommt  das  Blatt  hier  Sprünge,  die  sternartig  auslaufen. 
Auch  wenn  ein  mit  derartigen  Fehlern  behaftetes  Blatt  unbe- 
schnitten im  Stoße  stehen  bleibt,  wird  es  in  den  meisten 
Fällen  nach  einiger  Zeit  an  der  Stelle  des  Raßfleckens  diese 
sternartigen  Sprünge  bekommen. 

Verziehungen  der  Glastafeln  werden  durch  unrichtige  Ver- 
teilung der  Kühlwärme  im  Kühlraum  und  Küblkanal  hervor- 
gerufen. 

Kanalbruch  ist  auf  eine  zu  schroffe  Wärmeabstufung  im 
Kühlkanal  zurückzuführen. 

Die  Schieberöhre  beim  Streckofen,  die  noch  in  manchen 
Tafelglashütten  in  Gebrauch  ist,  ist  als  durchaus  unpraktisch 


zu  verwerfen.  Abgesehen  davon,  daß  sie  in  der  Streckhütte 
einen  nicht  unbedeutenden  Raum  in  Anspruch  nimmt,  der  in 
vielen  Hütten  nicht  gerade  im  Uebermaß  vorhanden  ist  und 
anderweitig  gut  verwendet  werden  könnte,  wird,  was  wohl  die 
Hauptsache  ist,  mehr  Bruch  entstehen  als  in  jenen  Fällen,  wo 
dieses  veraltete  Streckofenanhängsel  nicht  vorhanden  ist.  Wenn 
ohne  die  Schieberöhre  gestreckt  wird,  muß  der  Spalt  der 
Walzen  sowohl  beim  Saum  als  auch  bei  der  Kappe  durch  Holz- 
klammern geklemmt  werden.  Bei  diesem  Verfahren  kann  man 
die  in  jeder  Stärke  erzeugten  Walzen  direkt  in  den  Streckofen 
schieben,  ohne  befürchten  zu  müssen,  daß  sie  springen,  voraus- 
gesetzt, daß  die  Walzen  keine  Fehler,  wie  Steine  usw.  besitzen, 
die  an  und  für  sich  ein  Springen  der  Walzen  zur  Folge  haben 
würden.  Hierher  ist  auch  das  schlechte  Aufsprengen,  mit  za 
heißem  Aufsprengeisen,  zu  zählen. 

Steine,  Eisen,  Scheller,  überhaupt  alle  Fremdkörper  und 
schadhaften  Stellen,  die  das  Springen  der  Walzen  herbeiführen, 
sollen  vom  Glasmacher  herausgeschnitten  werden. 

Beim  Strecken  mit  der  Schieberöhre  werden  die  beiden 
Spaltschnitte  der  Walzen  übereinander  gelegt.  Beim  Vorwärmen 
in  der  Schieberöhre  wird  nun  infolge  der  Wärme  die  Spannung 
der  Walze  bedeutend  erhöht,  und  die  Möglichkeit  des  Zer- 
brechen« der  Walze  in  diesem  Zustande  ist  sehr  groß.  Bei 
nicht  sehr  vorsichtigem  Weiterschieben  in  den  Streckofen 
kommt  die  Walze  in  schwankende  Bewegung,  die  dann  im  vielen 
Fällen  das  Zerbrechen  der  Walze  zur  Folge  hat.  Auch  werden 
die  Walzen  in  der  Schieberöhre  ungleich  vorgewärmt,  sodaß 
sie  dann  beim  Ausbreiten  auf  dem  Strecksteine  mehr  Falten 
werfen,  als  dies  bei  einer  gleichmäßig  erwärmten  Walze  der 
Fall  ist. 

Beim  „Klammern"  der  Walzen  muß  man  beide  Spaltschnitte 
aneinanderlegen  und  an  beiden  Enden  je  eine  Holzklammer 
anstecken.  Dieses  „Klammern"  hat  den  Zweck,  das  Ueber- 
einanderfallen  der  Spaltschnitte  beim  Einschieben  in  den 
Streckofen  zu  verhindern.  Bevor  noch  die  Holzklammern  ver- 
brennen, ist  die  Walze  bereits  soweit  erwärmt,  daß  sie  nur 
noch  bei  ganz  besonderer  Unachtsamkeit  des  Streckpersonals 
brechen  könnte.  Auch  das  flotte  Strecken  wird  bei  diesem 
Vorgange  in  keiner  Weise  beeinträchtigt,  denn  sobald  der 
Strecker  die  Walze  mit  dem  Krappen  auf  den  Streckstein  ge- 
legt hat,  kann  schon  wieder  eine  Walze  in  den  Streckofen  ge- 
schoben werden,  die  bis  zur  Fertigstellung  der  ersteren  bereits 
wieder  soweit  angewärmt  ist,  daß  das  Strecken  ohne  Zeitverlust 
vor  sich  gehen  kann.  Von  der  Richtigkeit  des  Gesagten  kann 
sich  jeder,  ohne  sofortige  Beseitigung  der  Schieberöhre,  da- 
durch leicht  überzeugen,  daß  er  geklammerte  Walzen  ohne 
Aufenthalt  in  der  Schieberöhre  direkt  in  den  Streckofen 
schieben  läßt. 

Die  Holzklammern  können  aus  kleineren  Bretterabfällen, 
die  ja  jede  Hütte  bei  der  Anfertigung  der  Kisten  in  genügender 
Menge  zur  Verfügung  hat,  hergestellt  werden.  Sie  müssen  je- 
doch sehr  gut  getrocknet  sein,  weil  bei  Benützung  von  nicht 
gut  getrockneten  Klammern  die  Walzen  an  den  geklammerten 
Enden  leicht  Sprünge  bekommen. 


Stocherkurs. 

Nachdem  bereits  im  „Sprechsaal"  Nr.  21,  S.  244,  über 
den  von  der  „Wärmetechnischen  Beratungsstelle  der  Deutschen 
Glasindustrie  (W.B.G.)  Frankfurt  a.  M."  am  26.  und  27.  Juni 
d.  J.  in  Dresden  veranstalteten  Stocherkurs  ausführlieh  berichtet 
wurde,  geben  wir  nachstehend  das  inzwischen  veröffentlichte 
Programm  bekannt: 

1.  Tag,  Montag,  den  26.  Juni  1922. 
9^2 — 10  vorm.  Einführung, 

10 —  11     „       Wirkungsweise  alter  und  neuzeitlicher  Gas- 

erzeuger, 

11—  12     „       Meßtechnische  Verfahren  zur  Kontrolle  des 

Gaserzeugerbetriebes, 

a)  Gasuntersuchungen, 

b)  Feuchtigkeitsbestimmungen, 

c)  Temperatur-Druckmessungen, 

2 —  3    nachm.  Unterweisung  in  der  Handhabung  von  Meß« 

instrumenten, 

3—  5       „  i      Praktische  Uebungen  an  Gaserzeugern  unter 

normalen  Betriebsverhältnissen. 

2.  Tag,  Dienstag,  den  27.  Juni  1922, 
8^2 — 91/*  vorm.    Auswertung  der  Meßergebnisse, 
9^2 — 12  V2    »       Praktische    Uebungen    an  Gaserzeugern 
unter     geänderten     Betriebs  Verhältnissen 
(Dampf-  und  Windzusatz,  Bedienung), 
2'/2 — 3^2  nachm.  Einfluß  geänderter  Betriebsverhältnisse  auf 
die  Gasbeschaffenheit, 

4 —  5      „       Einrichtungen  zur  laufenden  Kontrolle  de« 

Gaserzeugerbetriebe«, 


278  —  Nr.  24 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  («Jahrgang.)) 


Das  aufgestellte  Arbeitsprogramm  verspricht  in  seinen  einzelnen 
Teilen  sehr  interessant  zu  werden  und  wird  den  Teilnehmern 
vielseitige  Anregungen  für  die  Betriebe  geben.  Zahlreiche  Meß- 
instrumente und  Apparate,  die  in  letzter  Zeit  auf  den  Markt 
gelangt  sind,  kommen  zur  Vorführung  und  werden  an  Ort  und 
Stelle  auf  ihre  praktische  Nutzanwendung  hin  geprüft  werden. 


Entwurf  eines  Gesetzes 
über  die  Ermächtigung*  zu  Zollerhöhungen. 

Dem  Deutschen  Reichstage  ist  soeben  der  Entwurf  eines 
Gesetzes  über  die  Ermächtigung  zu  Zollerhöhungen  vorgelegt 
worden.  Der  Reichsrat  hat  seine  Zustimmung  zu  diesem  Ge- 
setzentwürfe bereits  erteilt. 

Durch  dieses  Gesetz  wird  die  Reichsregierung  ermächtigt, 
nach  Anhörung  eines  Ausschusses,  in  den  der  Reichstag,  der 
Reichsrat  und  der  vorläufige  Reichswirtschaftsrat  je  4  Mit- 
glieder entsenden,  im  Falle  eines  dringenden  wirtschaftlichen 
Bedürfnisses  die  Eingangszölle  für  zollpflichtige  Waren  zu  er- 
höhen und  nach  dem  Zolltarif  zollfreie  Waren  mit  Eingangs- 
zöllen zu  belegen. 

Das  Gesetz  soll  mit  dem  auf  die  Verkündung  folgenden 
Tage  in  Kraft  treten. 

In  der  Begründung  zu  -diesem  Gesetzentwurf  wird  folgendes 
ausgeführt:  Das  vom  Reichstage  vor  kurzer  Zeit  verabschiedete 
Gesetz  über  die  Erhöhung  von  Zöllen  sieht  neben  der  Er- 
höhung einiger  Finanzzölle  (§  1)  die  Verdoppelung  des  allge- 
meinen Zollsatzes  für  solche  Waren  vor,  die  für  den  allgemeinen 
Verbrauch  nicht  wesentlich  sind,  oder  die  dem  Luxusbedürfnis 
dienen  (§  2).  Ob  die  in  §  2  vorgesehene  Erhöhung  für  längere 
Zeit  ausreichen  wird,  ist  bei  der  Unsicherheit  der  Wirtschafts- 
lage schwer  zu  beurteilen.  Unter  Umständen  kann  sehr  schnell 
das  dringende  Bedürfnis  eintreten,  für  bestimmte  Arten  von 
Waren  den  allgemeinen  Zollsatz  um  einen  weiteren  Prozentsatz 
zu  erhöhen  oder  unter  Aufhebung  der  jetzt  nach  dem  Zolltarif 
bestehenden  Zollfreiheit  Einfuhrzölle  einzuführen.  Dann  würde 
aber  die  Einbringung  und  Verabschiedung  eines  dahingehenden 
Gesetzes  zu  lange  Zeit  in  Anspruch  nehmen.  Mit  der  gebotenen 
Beschleunigung  kann  nur  im  Verwaltungswege  Abhilfe  ge- 
schaffen werden.  Entsprechend  dem  auch  in  anderen  Ländern 
(z.  B.  Belgien,  Frankreich,  Italien,  Schweiz)  eingeführten  Ver- 
fahren erscheint  es  deshalb  notwendig,  durch  ein  Gesetz  der 
Reichsregierung  die  allgemeine  Ermächtigung  zu  erteilen,  daß 
sie  im  Falle  eines  dringenden  wirtschaftlichen  Bedürfnisses 
Zollverschärfungen  selbständig  beschließen  kann.  Um  indessen 
die  gesetzgebenden  Körperschaften  des  Reiches  bei  derartigen 
Maßnahmen  nicht  mehr,  als  durch  die  Eilbedürftigkeit  geboten 
ist,  auszuschalten,  und  um  auch  dem  vorläufigen  Reichswirt- 
schaftsrat Gelegenheit  zur  Abgabe  eines  Gutachtens  zu  geben, 
erscheint  es  zweckmäßig,  den  Eintritt  von  Zollerhöhungen  da- 
von abhängig  zu  machen,  daß  die  Reichsregierung  über  das 
wirtschaftliche  Bedürfnis  einer  Zolltarifänderung  und  über  die 
Höhe  des  einzuführenden  Zollsatzes  einen  Ausschuß  hört,  in 
den  der  Reichstag,  der  Reichsrat  und  der  vorläufige  Reichs- 
wirtschaftsrat  je  4  Mitglieder  entsenden,  und  auf  dessen  Gut- 
achten sich  die  Reichsregierung  bei  ihren  Entschließungen 
stützen  kann.  Diesen  Zwecken  soll  der  vorliegende  Gesetz- 
entwurf dienen. 

Die  Ermächtigung  zur  Vornahme  von  Zollverschärfungen' 
auf  bestimmte  Arten  von  Waren  zu  beschränken,  erscheint  nicht 
angängig,  da  nicht  feststeht,  bei  welchen  von  ihnen  in  Zukunft 
das  wirtschaftliche  Bedürfnis  nach  einer  Zolltarifänderung  her- 
vortreten kann.  Indessen  beabsichtigt  die  Reichsregierung  von 
der  Ermächtigung  keinen  Gebrauch  zu  machen  bei  den  im 
Artikel  269  Absatz  2  des  Friedensvertrages  vom  28.  Juni  1919 
bezeichneten  Erzeugnissen  und  bei  den  in  Abschnitt  I,  Unter- 
abschnitt C,  D  und  E  des  Zolltarifes  vom  25.  Dezember  1902 
aufgeführten  Waren,  soweit  es  sich  nicht  um  reine  Lnxuslebens- 
mittel  handelt.  Eine  dahingehende  Einschränkung  der  Er- 
mächtigung in  den  Gesetzentwurf  aufzunehmen,  erscheint  ent- 
behrlich. 


Wirtschaft  lich-gr 

Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Eine  Aenderung  haben  erfahren  s  mit  Wirkung 
ab  1.  6.  die  Ausfuhrmindestpreifle  für  kunstliche  Wetzsteine  und  für 
Kreide;  desgleichen  die  Ausfuhrmindestpreise  für  Schamottesteine  nach 
Polen,  Ukraine,  Großrullland,  Freistaat  Danzig,  Bowie  für  die  Bandstaaten, 
ebenso  die  Preise  lttr  Silikasteine  für  Schweden,  Dänemark,  Norwegen, 
Polen,  Ukraine,  Großruliland,  Finnland,  Randstaaten,  Albanien,  Bulgarien, 
Griechenland  und  Türkei ;  mit  Wirkung  ab  1.  6.  die  AnsfuhrmindestpreiBe 
für  Quarzit  nach  DeutBchosterreich ;  mit  Wirkung  ab  6.  6.  die  Ausfuhr- 
mindestpreise für  Fluiispat  nach  den  Gebieten  der  ehemaligen  österreich- 


Im  Artikel  269  Absatz  2  des  Friedensvertrages  sind  bezeichnet : 

a)  Die  im  Abschnitt  I,  Unterabschnitt  A  des  deutschen  Zoll- 
tarifes vom  25.  Dezember  1902  enthaltenen  Erzeugnisse.  Zu 
diesen  gehören  die  Tarifnummern  1—73.  (A  Erzeugnisse  des 
Acker-,  Garten-  und  Wiesenbaues :  Getreide,  Reis,  Hülsenfrüchte, 
Oelfrüchte  und  Sämereien,  Knollen-  und  Wurzelgewächse,  Grün- 
und  Raufutter,  Handels-  und  Gewerbspflanzen,  anderweit  nicht 
genannt,  lebende  Pflanzen,  Obst,  Südfrüchte,  Frucht-  und 
Pflanzensäfte,  Kolonialwaren,  sonstige  pflanzliche  Erzeugnisse 
zum  Gewerbe-  oder  Heilgebrauch). 

b)  Alle  Arten  von  Weinen  und  Pflanzenölen,  Kunstseide, 
gewaschene  und  entfettete  Wolle. 

Unter  den  Abschnitt  I,  Unterabschnitt  C,  D  und  E  des 
deutschen  Zolltarifes  vom  25.  Dezember  1902  fallen:  (C)  Tiere 
und  tierische  Erzeugnisse,  (D)  Erzeugnisse  landwirtschaftlicher 
Nebengewerbe,  (B)  Erzeugnisse  der  Nahrungs-  und  Genußmittel- 
Gewerbe,  in  den  Unterabschnitten  A  bis  D  nicht  inbegriffen. 

Was  die  Glas-  und  keramische  Industrie  anbetrifft,  so 
fallen  also  keine  Erzeugnisse  unter  diejenigen  Tarifnummern, 
bezüglich  deren  die  Reichsregierung  die  Erklärung  abgegeben 
hat,  von  der  Ermächtigung  keinen  Gebrauch  machen  zu  wollen. 

Hervorgehoben  werden  soll,  daß  die  Entscheidung  über 
die  Erhöhung  der  Einfuhrzölle  bezw.  über  die  Festsetzung  von 
Zöllen  für  bisher  zollfreie  Waren  nach  dem  Gesetzentwurf 
einzig  und  allein  der  Reichsregierung  zusteht.  Die  Mitglieder 
des  Ausschusses  sollen  nur  gehört  werden,  sie  haben  also  kein 
direktes  Mitbestimmungsrecht.  Erwähnt  mag  noch  werden, 
daß  z.  B.  die  schweizerischen  diesbezüglichen  Vorschriften  da- 
hin lauten,  daß  der  Bundesversammlung  bei  ihrer  nächsten 
Zusammenkunft  von  derartigen  Maßnahmen  Kenntnis  zu  geben  ist. 

Der  wirtschaf tspblitische  Ausschuß  des  vorläufigen  Reichs- 
wirtschaftsrates hat  sich  in  einer  Sitzung  vom  28.  April  mit 
dem  Gesetzentwurf  über  die  Ermächtigung  zu  Zollerhöhungen 
bereits  beschäftigt.  In  der  eingehenden  Erörterung  stimmten 
die  Vertreter  der  Arbeitgeber  und  Arbeitnehmer  dem  Gesetz- 
entwurf unter  der  Bedingung  zu,  daß  er  nicht  zu  einer  Aenderung 
der  bisherigen  Einfuhrpolitik  in  der  Richtung  benutzt  werde, 
daß  lebenswichtige  Waren,  z.  B.  Rohstoffe  und  Lebensmittel, 
mit  hohen  Zöllen  belegt  würden.  Der  Vertreter  des  Reichs- 
finanzministeriums gab  darauf  die  Erklärung  ab,  daß  es  nicht 
beabsichtigt  sei,  auf  Waren,  für  die  heute  keine  Einfuhrverbote 
bestehen,  Zölle  zu  legen,  und  Ausnahmen  nur  für  solche  Fälle 
in  Frage  kämen,  wo  die  betreffende  Ware  andernfalls  mit  einem 
Einfuhrverbot  zu  belegen  wäre. 

Der  vorläufige  Reichswirtschaftsrat  hat  seine  Zustimmung 
zu  dem  Gesetzentwurf  mit  der  Einschränkung  erteilt,  daß  das 
Gesetz  nur  bis  zum  31.  Dezember  1923  in  Kraft  bleiben  soll. 
Dies  ist  wohl  in  der  Annahme  geschehen,  daß  der  neue  Zoll- 
tarif bis  zu  diesem  Zeitpunkte  in  Kraft  getreten  sein  wird. 

In  der  Konferenz  von  Genua  ist  deutscherseits  ein  Abbau 
der  in  Deutschland  in  Geltung  befindlichen  Einfuhrverbote  in 
Aussicht  gestellt  worden.  Diesbezügliche  Beschlüsse  liegen 
noch  nicht  vor.  Diese  Einfuhrverbote  können  aber  nicht  früher 
aufgehoben  werden,  als  andere  Maßnahmen  an  ihre  Stelle  getreten 
sind,  die  geeignet  erscheinen,  die  deutsche  Einfuhr  aus  dem 
Auslande  zu  regulieren.  Dies  kann  aber  nur  durch  eine  ent- 
sprechende Gestaltung  der  Eingangszölle  erreicht  werden.  Der 
Gesetzentwurf  über  die  Ermächtigung  zu  Zollerhöhungen  ist 
demgemäß  gleichsam  als  Uebergangsmaßnahme  anzusehen, 
bis  der  neue  deutsche  Zolltarif,  der  zur  Zeit  einer  vollständigen 
Revision  unterzogen  wird  (Schema  und  Zollsätze),  in  Kraft 
gesetzt  sein  wird. 

Was  das  vorstehend  im  Eingang  der  Begründung  erwähnte 
Gesetz  über  die  Erhöhung  von  Zöllen  anbetrifft,  so  haben  wir 
über  dasselbe  bereits  in  Nr.  46  vom  17.  November  v.  Js. 
berichtet.  Der  Reichsminister  der  Finanzen  bestimmt  den  Zeit- 
punkt des  Inkrafttretens  dieses  Gesetzes.  Er  ist  ermächtigt 
worden,  die  einzelnen  Zollerhöhungen  zu  verschiedenen  Zeit- 
punkten in  Kraft  zu  setzen. 

Das  Goldzollaufgeld  wird  neben  den  in  Rede  stehenden 
Zollerhöhungen  erhoben.  Es  beträgt  vom  1.  April  1922  ab 
bis  auf  weiteres  5900  °/„. 


ewerblicher  Teil. 

ungarischen  Monarchie  mit  Ausnahme  Tschechoslowakiens,  sowie  den 
russischen  Randstaaten  (Livland,  Kurland). 

Verzinsung  von  Aasfahrabgaben.  Bisher  haben  die  Zollämter 
bei  Stundung  der  Ausfuhrabgaben  auf  kürzere  Fristen  keinerlei  Zinsen 
für  diese  Stundung  erhoben.  In  den  nächsten  Tagen  wird  eine  Verfügung; 
des  ReichbfiuanzminiBtera  erlassen  werden,  derzufolge  nunmehr  eine  Ver- 
zinsung für  gestundete  Ausfuhrabgaben  entsprechend  deu  Vorschriften  der 
RAO.  verlangt  werden  wird. 

Revisionen  bei  Ausfuhrfirmen  durch  Geschäftsführer  wirtschaft- 
licher Vorbände.  Der  ReiohskommisBar  für  Aus-  und  Einfuhrbewilligung 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  24  —  279 


hat  verfügt,  daß  die  Außenhandelsstellen  in  Zukunft  mit  der  Vornahme 
von  Revisionen  bei  Ausfuhrfirmen  keine  Preisprttfer  oder  sonstigen  An- 
gestellten der  Außenhandelsstelle  betrauen,  die  gleichzeitig  Geschäfts- 
führer von  wirtschaftlichen  Verbänden  sind. 

Eine  Freiliste  für  die  Ausfuhr  nach  dem  Saargebiet  (nach  dem 
Stand  vom  16.  6.)  iBt  in  Nr.  20  der  von  der  Handelskammer  Saarbrücken 
herausgegebenen  „Saar-Wirtschaftszeitung"  vom  23.  5.  veröffentlicht  worden. 

Bulgarien.  Neuer  Zolltarif.  Der  am  11.  4.  22  in  Kraft  getretene 
nene  Zolltarif  liegt  in  deutscher  Uebersetzung  im  Zollbureau  des  Reichs- 
wirtBchaftsministeriums  vor  und  kann  dort  eingesehen  werden. 

Bulgarien.  Das  Zollaufgeld  beträgt  1100%,  so  daß  mithin  die 
im  neuen  Zolltarif  angegebenen  Sätze  im  zwölffachen  Ausmaß  zur  Ein- 
hebung gelangen.  Außer  dem  Zolle  ist  noch  die  Oktroygebühr  (20% 
des  Zolles)  zu  entrichten. 

Finnland.  Zollermasslgungen  sind  für  Porzellanisolatoren  und 
AugenBchutzgläeer  für  Arbeiter  vom  Staatsrat  zugelassen  worden. 

Italien.  Das  Zollaufgeld  beträgt  für  die  Zeit  vom  1.— 15.  6.  22 
872%  (264). 

Kanada.  Beabsichtigte  Einfuhrerleichterungen.  Wie  aus  zu- 
verlässiger Quelle  berichtet  wird,  sieht  der  von  der  kanadischen  Regierung 
dem  Parlament  vorgelegte  Staatshaushaltsplan  die  Aufhebung  der  a)  Valuta- 
klausel, b)  vorjährigen  Verschärfung  der  Dnmping-Klausel,  c)  Vorschriften 
über  die  Kennzeichnung  der  Einfuhrwaren,  d)  Fakturen-Beglaubigung  vor. 
Die  Aufhebung  der  vorgenannten  Bestimmungen  ist,  was  ausdrücklich 
zu  betonen  ist,  noch  nicht  erfolgt;  es  handelt  sich  zunächst  nur  um  eine 
von  der  Regierung  eingebrachte  Vorlage,  die  noch  der  Annahme  durch 
das  Parlament  bedarf.  Der  Grundsatz,  daß  im  Interesse  des  Wiederauf- 
baues des  deutschen  Außenhandels  nur  Qualitätsware  und  zu  angemessenem 
Preise  ins  Ausland  ausgeführt  werden  sollte,  gilt  zwar  allgemeinen, 
wird  jedoch  bei  Verschiffung  nach  Kanada  in  Zukunft  ganz  besonders 
peinlich  zu  befolgen  sein,  da  andernfalls  neue  drastische  Maßregeln  der 
kanadischen  Regierung  gegenüber  dem  deutschen  Ausfuhrhandel  zu  be- 
fürchten sind. 

Oesterreich.  Das  Zollaufgeld  beträgt  für  die  Zeit  vom  5.— 10.  6.  22 
Kr.  9400. 

Schweden.  Ablehnung  des  Antidumpinggesetzentwurfes.  Der 
Gesetzentwurf  zur  Bekämpfung  des  Valutadumpings  ist  von  der  Ersten 
Kammer  des  schwedischen  Reichstages  abgelehnt  worden.  Damit  ist  das 
Schicksal  der  Vorlage  entschieden. 

Spanien.  Wiederkehr  des  Valutazuschlages.  Nach  einem  in  der 
„Gaceta  de  Madrid"  vom  30.  5.  veröffentlichten  Dekret  wird  der  Valuta- 
zuschlag für  Einfuhrsendungen  aus  Ländern  mit  unterwertiger  Valuta 
Id.  h.  mehr  als  70%  unter  dem  Wert  der  span.  Peseta)  mit  Wirkung  vom 
1.  6.  wieder  eingeführt  Die  Maßnahme  trifft  natürlich  in  erster  Linie 
das  stark  an  der  Einfuhr  interessierte  Deutschland,  dessen  Markwährung 
besonder  notleidend  ist.  Französischen  Pressemeldungen  zufolge  soll  dieser 
rigorose  Schritt  von  dem  Verlangen  der  spanischen  Industrie  diktiert 
worden  sein.  Der  deutsche  Botschafter  in  Madrid  hat  bereits  entsprechende 
Vorstellungen  bei  der  spanischen  Regierung  unternommen.  —  Nach  einer 
Verordnung  vom  4.  6.  unterbleibt  der  Valutazuschlag:  1.  für  Waren,  die 
am  1.  6.  in  zollamtlicher  Behandlung  waren,  2.  für  Waren,  die  laut  direktem 
Konossement,  direktem  Frachtbrief  oder  vom  spanischen  Konsul  visiertem 
Schifismanifest  den  Ursprungsort  vor  dem  1.  6.  verlassen  haben,  3.  für 
Waren,  die  in  spanischen  Transitlagern  sich  befinden  und  innerhalb  fünf 
Tagen  nach  Veröffentlichung  der  Verordnung  zur  Verzollung  angemeldet 
werden.  —  Wie  aus  zuverlässiger  Quelle  verlautet,  beabsichtigt  die 
spanische  Regierung,  die  Valutazuschläge  auf  diejenigen  deutschen  Waren 
noch  nicht  anzuwenden,  die  nachweislich  vor  dem  29.  6.  verkauft  oder  fest 
in  Auftrag  gegeben  worden  sind.  Diesbezügliche  Gesuche  deutscher  Firmen 
müssen  mit  den  entsprechenden  Beweisangaben  an  die  in  Deutschland 
bestehenden  spanischen  Berufskonsulate  des  betreffenden  Bezirks,  in  dem 
die  deutsche  Firma  ihren  Wohnsitz  hat,  eingereicht  werden. 

Spanien.  Zur  Beglaubigung  von  Original-Fakturen  ad  valorem 
verzollter  Waren  sind  einer  neuerlichen  Verordnung  zufolge  auch  auslän- 
dische zuständige  Handelskammern  ermächtigt. 


Die  Lage  In  Industrie  und  Handel. 

Die  Lage  der  feinkeramischen  Industrie  Im  Monat  Mai  1922. 
Im  allgemeinen  hat  sich  die  Gesamtlage  im  Monat  Mai  gegenüber  der 
im  April  nicht  erheblich  verändert.  In  einigen  Zweigen  machte  sich  ein 
Stocken  der  Auftragseingänge  sowohl  aus  dem  Inlande,  als  auch  aus  dem 
Auslande  bemerkbar,  eine  Erscheinung,  die  sich  mit  dem  gegenwärtigen 
Bilde  der  allgemeinen  Geschäftsunsicherheit  deckt.  Der  Inlandsabnehmer 
■legt  sich  bei  der  Ungewißheit  der  politischen  und  wirtschaftlichen  Ver- 
hältnisse  eine  weitgehende  Zurückhaltung  in  der  Erteilung  von  neuen 
Aufträgen  auf.  Der  Auslandsmarkt  beginnt  deshalb  ungünstiger  zu  werden, 
weil  unBere  Verkaufspreise  wegen  der  enorm  gestiegenen  Gestehungskosten 
vielfach  über  die  der  mit  uns  konkurrierenden  Auslandsindustrien  hinaus- 
gehen. Als  Beispiel  für  das  geradezu  katastrophale  Anwachsen  der  Her- 
stellungskosten Bei  erwähnt,  daß  der  Preis  für  inländischen  geschlämmten 
Kaolin  (Porzellanerde)  seit  dem  November  v.  J.  um  mehrere  100%  ge- 
stiegen ist.  Der  Beschäftigungsgrad  ist  immerhin  durch  das  Nachlassen 
det  Aufträge  im  wesentlichen  noch  nicht  ungünstig  beeinflußt  worden,  da 
nocbTso  viel  Aufträge  vorlagen,  daß  die  Fabriken  mit  deren  Erledigung 
voll  beschäftigt  waren.  Die  schlechte  Lage  der  Kohlenbelieferung  dauerte 
an  Infolge  der  gänzlich  unzureichenden  Belieferung  mit  einheimischen 
Brennstolen  mußte  mehr  und  mehr  zu  dem  Bezug  von  teuren  aus- 
ländischen Kehlen  geschritten  werden.  Eines  lebhaften  Absatzes  erfreut 
sich  die  Sanitätssteingutindustrie.  Hier  iBt  besonders  das  Inland  reger 
Käufer,  was  wohl  mit  dem  Wiedererwachen  der  Bautätigkeit  zusammen- 
hängt. 

Der  deutsche  Außenhandel  im  April  1922  weist  eine  ganz  er- 
hebliche Verschleehterung  auf,  die  sieh  besenders  stark  in  dem  ge- 


waltigen, bisher  unerreichten  Einfuhrüberschuß  von  über  M  5,3  Milliarden 
äußert,  der  im  Vergleich  zum  Vormonat  M  1,6  Milliarden  und  zum 
Monatsdurchschnitt  1921  (Mai-Dezember)  JL  1,5  Milliarden  wesentlich 
anstieg  und  den  bisherigen  Rekordsaldo  von  M  4,2  Milliarden  Mehrein- 
fuhr im  Oktober  21  noch  um  über  M  1  Milliarde  überholte.  Die  Er- 
zeugnisse unserer  Industrien  waren  am  Warenaustausch  des  Berichts - 
monats  wie  folgt  beteiligt: 


Maß- 
stab 

Mengen 
April  Jan.-April 

Werte  in 
April 

M  1000. 
Jan.-April 

Einfuhr: 

Glas  und  Glaswaren  . 
Ausfuhr: 

Glas  und  Glaswaren  . 

Dz. 

H 
M 

n 

103  704     306  682 
12  668       57  799 

448  925  1  793  095 
109  514     463  380 

24  474 

33  804 

458  025 
478  987 

80  592 
111  676 

1  342  756 
1591086 

Dänemark.  Preisherabsetzung  für  Glühlampen.  Das  Kopen- 
hagener Preiskontrollkomitee  hat  nach  längeren  Verhandlungen  mit  den 
Kopenhagener  Vertretern  ausländischer  Firmen,  die  sich  mit  der  Herstellung 
elektrischer  Glühlampen  befassen,  nunmehr  erreicht,  daß  der  Verkaufspreis 
für  Glühlampen  wesentlich,  und  zwar  um  etwa  25  °/0  herabgesetzt  werden 
soll.  So  wird  beispielsweise  in  Zukunft  eine  gewöhnliche  220  Volt-Lampe, 
Lichtstärke  10—50  Kerzen,  in  Birnenform,  die  bisher  Kr.  2,50  kostete, 
auf  Kr.  1,75  herabgesetzt.  Es  ist  anzunehmen,  daß  die  Vertreter  infolge- 
dessen mit  neuen  Preislisten  herauskommen  werden.  Gelegentlich  war  es 
bisher  im  Lande  möglich,  Glühlampen  weit  unter  dem  offiziellen  Preise 
zu  kaufen.  Diese  sollen  jedoch  sämtlich  auf  unerlaubte  Weise  ins  Land 
gakommen  sein. 

Rußland.  Zur  Krise  in  der  Indastrie.  Wie  aus  Moskau  be- 
richtet wird,  soll  wegen  Mangel  an  Geld  und  Heizmaterial  die  Zahl  der 
in  Rußland  bestehenden  Industrieunternehmungen  stark  reduziert  werden. 
Iu  der  Porzellan-  und  Glasindustrie  sollen  80%  der  Betriebe  stillgelegt 
werden. 

Südseeinseln.  Deutscher  Wettbewerb  gegen  japanisches  Por- 
zellan. Der  Ausfuhrbericht  des  japanischen  Hafens  Nsgoya,  der  haupt- 
sächlich der  Ausfuhr  nach  den  Südseeinseln  und  Niederländisch- Indien 
dient,  stellt,  laut  „Japan  Chronicle",  fest,  daß  die  Ausfuhr  japanischen 
Porzellans  im  Februar  dem  Werte  nach  auf  230  000  Yen  gegen  165  000  Yen 
im  Januar  gestiegen  war.  Ein  im  März  eingegangener  Bericht  aus  Java 
besagte  jedoch,  daß  dort  plötzlich  deutsche  Waren  eingetroffen  seien,  die 
billiger  als  die  japanischen  wären.  Infolgedessen  können  letztere  den 
Wettbewerb  nicht  durchhalten  und  die  Zukunft  des  japanischen  Handels 
sähe  in  dieser  Richtung  sehr  trübe  aus.  Mau  furchte,  daß  Japan  dort 
seine  im  Kriege  eroberte  Stellung  wieder  einbüßen  werde. 


Geschäftliche  Mitteilungen. 

Duxer  Porzeiian-Manufaktur,  A.-G.,  vorm.  Ed.  Eichler,  Berlin. 
Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12. 21 :  Reingewinn 
Ji  1,37  (1,11)  Mill.;  Dividende  40  (35)%;  Abschreibungen  Ji  0,34  (0,15) 
Mill. ;  Zuweisung  an  verschiedene  Speziaireservefonds  ji  0,76  Mill.  —  Die 
Verwaltung  berichtete,  daß  in  Böhmen  eine  rückgängige  Konjunktur  vor- 
herrsche, unter  der  die  ganze  Industrie  angesichts  des  hohen  Standes  der 
Krone  zu  leiden  hätte.  Die  Gesellschaft  sei  zwar  ebenfalls  davon  betroffen 
worden,  könne  indessen  immerhin  coch  leidlich  arbeiten.  Die  Zukunfts- 
aussichten erscheinen  undurchsichtig,  und  es  sei  eine  Verschlechterung  des 
Jahresergebnisses  angesichts  der  geschilderten  Zustände  möglich. 

Werra  Porzellanfabrik,  A.-G.,  Bremen.  Die  a.  o.  G.-V.  genehmigte 
die  vorgeschlagene  Kapitalserhöhung  um  J6  3  Mill.  Von  den  jungen,  ab 
1. 7. 22  dividendenberechtigten  Aktien  dienen  M  1,5  Mill.  zum  Erwerb 
einer  Fabrik  in  Zeven,  die  restlichen  jK  1,5  Mill.  werden  von  einem 
Konsortium  mit  der  Verpflichtung  übernommen,  sie  den  alten  Aktionären 
im  Verhältnis  2:1  zu  160%  zum  Bezug  anzubieten. 

Porzellanfabrik  C.  M.  Hutschenreuther,  A.-G.,  Hohenberg  a.  E. 
Nach  Fertigstellung  eines  Verwaltungsgebäudes  in  Dresden  wird,  wie  wir 
hören,  die  Geschäftsleitung  nach  Dresden  verlegt  werden. 

Porzellanfabrik  Zeh,  Scherzer  &  Co.,  A.-G.,  Behau.  Auszug 
aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21 :  Reingewinn  Ji  6,6  (1,5) 
Mill. ;  Dividende  25%  (20);  Bonus  15  (0)%;  Abschreibungen  Ji  0,1  (0,1) 
Mill.,  Zuweisungen  an  Pensionskasse  Ji  0,4  (0,15)  Mill.,  an  Werkerhaltungs- 
Konto  Ji  1  (0,2)  Mill.  —  Laut  Verwaltungsbericht  war  die  Gesellschaft 
im  Berichtsjahr  1921  gut  beschäftigt.  Der  erzielte  Gewinn  ist  in  der 
Hauptsache  auf  das  Auslandsgeschäft  zurückzuführen.  Im  laufenden  Jahr 
liegt  ein  guter  Auftragsbestand  vor,  doch  lassen  sich  bei  der  ungeklärten 
wirtschaftlichen  und  politischen  Lage  keine  Voraussagungen  machen.  — 
Die  ausgeschiedenen  Aufsichtsratsmitglieder  wurden  wiedergewählt. 

Triptis- A.-G.,  Triptis.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom 
31. 12.  21 :  Reingewinn  Ji  3,16  (1,36)  Mill. ;  Dividende  22  (16)  % ;  Ab- 
schreibungen M  0,14  (0,03)  Mill.;  Rückstellung  für  Erneuerungen  und 
Verbesserungen  Ji  1  (0,15)  Mill.  —  An  dem  günstigen  Ergebnis  ist  in 
erster  Linie  das  gewinnbringende  Auslandsgeschäft  beteiligt.  Kohlenmangel 
verhinderte  auch  im  verflossenen  Jahr  eine  volle  Ausnutzung  der  Betriebe. 
Die  Erneuerung  des  ältesten  Teiles  der  Fabrik  ist  in  Angriff  genommen 
worden:  im  laufenden  Jahre  sollen  weitere  Verbesserungen  durchgeführt 
werden.  Nach  Mitteilung  der  Verwaltung  sind  sämtliche  Werke  mit 
lohnenden  Aufträgen  reichlich  versehen. 

Aelteste  Volkstedter  Porzellanfabrik,  A.-G.,  Volkstedt.  In  der 
a.  o.  G.-V.  wurde  die  Angliederung  der  Elektro-Porzellanfabrik  S.  Berg- 
mann jun.  &  Co.,  Neuhaus,  beschlossen.  Ferner  wurde  beschlossen,  das 
Aktienkapital  um  M  1  Mill.  zu  erhöhen,  die  an  das  Bankhaus  Gebrüder 
Arnhold,  Dresden,  begeben  werden  und  von  diesem  für  Angliederungszwecke 
zur  Verfügung  zu  halten  sind. 


280  —  Nr.  24 


SPRECH  SAÄL  —  COBURG. 


1922.  (16.  Jahrgang.)) 


Alt-Rohlauer  Porzellanfabriken,  A.-G.,  Karlsbad.  Unter  Mit- 
wirkung des  Bankhauses  Gebrüder  Arnhold,  Dresden,  und  der  Böhmischen 
Eäkompte-Bank  und  Creditanstalt,  Prag,  wurden  die  Alt-Rohlauer  Porzellan- 
fabriken, A.-G.,  mit  einem  Aktienkapital  von  Ec  15  Mill.  gegründet.  Von 
den  neuen  Aktien  erhält  die  Porzellanfabrik  C.  M.  Hutsebenreuther,  A.-G., 
Hohenberg  a.  E.,  bekanntlich  Kc  10  MilL,  während  die  restlichen  Ec  5  Mill. 
von  dem  Bankenkonsortium  mit  200  %  bar  eingezahlt  werden.  In  den  Ver- 
waltnngsrat  wurden  gewählt  Dr.  E.  Arnhold,  Generaldirektor  H.  Anvera, 
Dr.  A.  Zdekauer,  Dr.  K.  Arnhold,  Dr.  Feilchenfeld,  Direktor  Lederer, 
Fabrikbesitzer  Marisch,  Justizrat  Dr.  Schmitt  und  Dr.  R  Singer. 

Hallesche  Pfännerschsft,  A.-G.,  Halle  a.  S.  Auszug  aus  dem 
genehmigten  Abschluß  vom  31. 12.  21 :  Beingewinn  M  2  84  (1,02)  Mill. ; 
Dividende  10%  (5);  Abschreibungen  Jt  1,99  (1,95)  Mill.  —  Im  Geschäfts- 
bericht wird  als  wesentliches  Betriebshindernis  die  überaus  mangelhafte 
und  unregelmäßige  Wsgenstellung  genannt.  Der  Absatz  von  Flaschen 
nnd  Gefäßen  aus  den  Glashütten  stieg  von  10,82  auf  11  Mill.  Stück.  Im 
Sommer  des  Berichtsjahres  ist  die  Pfännerschaft  mit  ihren  Glashütten  aus 
dem  Verbände  der  Flaschenfabriken  dnrch  fristlose  EündiguDg  ausgetreten, 
nachdem  die  Maßnahmen  des  Verbandes  zu  unüberbrückbaren  Meinungs- 
verschiedenheiten geführt  hatten.  —  Das  ausscheidende  Aufsichtsratsmit- 
glied  Geh.  Komm-Rat  Dr.  Dr.  H.  Lehmann  wurde  wiedergewählt.  Neu- 
gewählt wurden  Dr.  Frisch  und  Bechtsanwalt  H.  Victor. 

Wolfram  Lampen,  A.-G.,  Augsburg.  Auszug  aus  dem  genehmigten 
Abschluß  vom  31. 3  22 :  Verlust  Jt  58 163,  der  sich  um  die  Verlustvor- 
träge aus  früheren  Jahren  auf  Ji  737 454  erhöht;  Abschreibungen  aus 
Effekten  Jt  2860.  —  Im  abgelaufenen  Geschäftsjahr  ist  der  schon  früher 
beabsichtigte  Wiederaufbau  der  Fabrik  an  anderer  Stelle  der  Stadt  in 
Angriff  genommen  worden.  Im  Laufe  dieses  Jahres  soll  mit  der  maschi- 
nellen Einrichtung  begonnen  und  gegen  Ende  des  Kalenderjahres  die 
Fabrikation  wieder  aufgenommen  werden.  Die  ausscheidenden  Aufsichts- 
ratsmitglieder Warden  wiedergewählt. 

Oriyit,  A.-G.  für  kunstgewerbliche  Metallwarenfabrikation, 
Cöln-Braunsfeld.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21 : 
Beingewinn  M  261 428  (231  786) ;  Dividende  25  (20)  °/0 ;  Abschreibungen 
Jt  64  026  (275  325);  Delkredererückstellung  Jt  171  809. 

Buderus'sche  Eisenwerke,  Wetzlar.  Auszug  aus  dem  genehmigten 
Abschluß  vom  31. 12.  21 :  Beingewinn  M  7,6  (4,4)  Mill. ;  Dividende  15 
(12)  %;  Abschreibungen  M  6  (6)  Mill. 

Wilhelm  Gail'sche  Tonwerke,  A.-G.,  Gießen,  Auszug  aus  dem 
genenmigten  Abschluß  vom  30.  9.  21:  Reingewinn  Jt  234  972;  Ver- 
wendung nicht  bekannt  gegeben;  Abschreibungen  M  30  325. 

Keramische  Elektro  Osmose- A.-G.,  Berlin.  Die  a.  o.  G.-V.  be- 
schloß die  Kapitalserhöhung  um  Jt  94  Mill.  auf  Jt  100  Mill.  und  er- 
mächtigte den  Aufsichtsrat,  die  Einzelheiten  der  Begebung  der  Aktien  zu 
bestimmen,  abgesehen  von  einem  Teilbetrag  von  Jt  3  Mill.,  der  den 
Aktionären  im  Verhältnis  von  2:1  zu  135%  angeboten  wird.  Die  jungen 
Aktien  sind  ab  1.  7.  22  gewinnberechtigt  Die  Kapitalserhöhung  dient 
nach  Angabe  der  Verwaltung  in  erster  Linie  dazu,  die  Mehrheit  der  Ge- 
schäftsanteile der  Sächsischen  Elektro-Osmose  Kaolinwerke,  G.  m.  b.  H., 
Kemmlitz  i.  Sa ,  und  die  Mehrheit  der  Aktien  der  Karlsbader  Kaolin- 
Elektro-Osmose-A-G.,  Chodau  bei  Karlsbad,  von  der  Elektro- Osmose-A-G. 
zu  erwerben.  Weiter  hat  die  Keramische  Elektro-Osmose-A.-G.  vertrags- 
mäßige Bechte  auf  eine  Beteiligung  bei  der  Allgemeinen  Keramischen 
Elektro- Osmose- A.-G.,  Karlsbad,  soweit  die  Einnahmen  ans  der  Ver- 
wertung der  Osmose-Verfahren  auf  dem  Gebiete  der  deutschen  Kaoline 
und  Tone  stammen,  erhalten.  Der  Betrieb  der  Sächsischen  Elektro-Osmose- 
Kaolin-Werke  kann  in  kürzester  Frist  aufgenommen  werden.  Die  Ent- 
wicklung des  Unternehmens  wurde  als  günstig  bezeichnet. 

Deutsehe  Evaporator-A.-G.,  Berlin.  Auszug  aus  dem  ge- 
nehmigten Abschluß  vom  31.  12.  21 :  Reingewinn  Jt  3,3  (2,9)  Mill.,  Divi- 
dende 25  (18)%;  Abschreibungen  M  2,9  (2,8)  Mill. 

Gescbäftsverlegung.  Heinrich  Rosier,  Reisevertreter  der  Fa.  F. 
Losky,  Oranienhütte,  verlegte  seinen  Wohnsitz  von  Berlin-Südende  nach 
Cöln,  Agrippina-Ufer  6.  / 


General -Versammlungen. 

Porzellnnfabrik  Ph.  Bosenthal  &  Co.,  A.-G.,  Berlin:  a.  o.  G.-V. 
21.  6.  22,  12  Uhr  m.,  Dresdner  Bank,  Dresden.    T.-O  :  Satzungsänderungen. 

Anhalter  Schamottewerke,  A  -G.,  ünterwiederstedt :  o.  G.-V.  26.  6.  22, 
6  Uhr  n,  Ascherslebener  Bank  Basmussen  &  Co..  Komm.-Ges.,  Aschers- 
leben.   T.-O.:  u.  a.  Kapitalserhöhung  um  Jt  0,7  Mill.  Stammaktien. 

Schamotte-  und  Klinker-Fabrik  Waldsassen,  A.-G.,  Waldsassen: 
•.  G.-V.  20. 6  22,  9l/2  Uhr  v.,  Geschäftslokal,  Waldsassen.  T.-O. :  u.  a. 
Satzungsänderungen. 

Vereinigte  Spiegelfabriken,  A.-G.,  Fürth  i.  B.:  o.  G.-V.  24.6.  22, 
11  Uhr  v.,  Handelsgremium,  Fürth.  T.-O.:  u.  a.  Kapitalserhöhung  um 
JL  7  Mill.  Stamm-  und  Jt  0,5  Mill.  6%  Vorzugsaktien. 

Spiegelglaswerke  Germania,  A.-G.,  Porz-Urbach:  o.  G.-V.  22.6.  22, 
1  Uhr  n ,  Verwaltungsgebäude,  Porz-Urbach  bei  Cöln. 

Glashütte  vormals  Gebrüder  Siegwart  &  Co.,  Stolberg  bei  Aachen: 
o.  G.-V.  29.6.  22,  11  Uhr  v.,  Dresdner  Bank,  Cöln.  T.-O.:  u.  a.  Kapitals- 
erhöhung um  Jt  2  Mill. 

Eisenhüttenwerk  Marienhtltte  bei  Kotzenau,  A.-G.  (vormals  Schlittgen 
&  Haase),  Kotzenau :  o.  G.-V.  27. 6.  22,  1  Uhr  n.,  Sitzungszimmer  des 
Mallmitzer  Werkes. 

Gebr.  .Schultheiß'sche  Emaillierwerke,  A.-G.,  St.  Georgen:  a.  o.  G.-V. 
i  ').  6.  22,  4  Uhr  n.,  Gasthof  zum  „Hirsch",  St.  Georgen.  T.-O. : 
K  tpitalserhöhung. 


Messen  nnd  Ausstellungen. 

Torfsonderausstellung  auf  der  „Miama".  Nach  dem  erfolgreichen 
Abschluß  der  in  Hannover  stattgefundenen  Torfausstellung  beabsichtigt 
der  ReichBverband  der  Brenntorferzeuger  im  Interesse  der  Torferzeuger 


und  der  Maschinenfabriken  im  Oktober  d  Js.  auf  der  mitteldeutschen  Aus- 
stellung in  Magdeburg  eine  Torfsonderausstellung  in  einer  eigenen  Halle 
von  2000  qm  Größe  zu  veranstalten.  Die  Vorarbeiten  sind  in  dankens- 
werter Weise  bereits  von  der  norddeutschen  Arbeitsgemeinschaft  eingeleitet 
worden.  Evtl.  Interessenten  wollen  der  Geschäftsstelle  des  Reichsverbandes 
der  Brenntorferzeuger  (Berlin  W.  10,  Hildebrandstr.  6)  bis  spätestens  20.  6. 
mitteilen,  welche  Plätze  sie  belegen  und  welche  Gegenstände  sie  ausstellen 
wollen. 

Export  und  Importausstellung  Baltimore  (10—15.  7.  22).  Die 
von  der  Regierung  des  Staates  Maryland  unterstützte  Veranstaltung  steht 
auch  deutschen  Interessenten  offen,  allerdings  wird  es  nicht  mehr  mög- 
lich nein,  deutsche  Waren  rechtzeitig  zur  Ausstellung  herüber  zu  senden. 
Die  New-Yorker  Vertretung  des  Deutsch- Amerikanischen  Wirtsc hafts Ver- 
bandes hat  sich  jedoch  bereit  erklärt,  auf  einem  Stand  eine  Ausstellung 
deutscher  Kataloge  und  Preislisten  zu  arrangieren.  Die  anteiligen  Kosten 
für  die  Miete  dieses  Standes  betragen  pro  Firma  %  10,—  unter 
der  Voraussetzung,  daß  sich  mindestens  20  Firmen  hieran  beteiligen. 
Interessierten  Firmen  wird  empfohlen,  sich  unverzüglich  mit  der  Geschäfts- 
stelle des  genannten  Verbandes  (Berlin  NW.  7,  Neue  Wilhelmstr.  12/14) 
in  Verbindung  zu  setzen. 

Die  Messe  in  Nishnij  Nowgorod  wird  nach  Mitteilung  des  Volks- 
kommissariats für  Außenhandel  in  Moskau  am  1.  8.  mit  der  Daner  bis 
15.  9.  22.  eröffnet  werden.  Die  nötige  Erlaubnis  zur  Teilnahme  ist  bei 
den  russischen  Handelsvertretungen  im  Auslande  einzuholen. 


Verbände. 

Die  mittel»,  west-  und  ostdeutschen  Schamottekonventionen 
erhöhten  mit  Berechnung  ab  22.  5.  den  Aufschlag  von  200  auf  320  %. 


Firmenregister. 

Deutschland. 

Vereinigte  Isolatorenwerke,  A.-G,,  Berlin-Pankow.  Dr.-Ing.  Altmann 
ist  aus  dem  Vorstand  ausgeschieden. 

Porzellanfabrik  Bödl  &  Lindemann,  G.  m.  b.  H.,  Neuhaidensleben. 
Die  Firma  ist  erloschen. 

Steatit-Magnesia-A.-G.,  Nürnberg.  Sigmund  von  Schwarz  ist  aus 
dem  Vorstand  ausgeschieden.  / 

Pressolith-Kunstmassen-Werke  m.  b.  H,  Nürnberg.  Sigmund  von 
Schwarz  ist  als  Geschäftsführer  ausgeschieden. 

Porzellan-Manufaktur  Sitzendorf,  A.-G.,  Sitzendorf.  Grundkapital : 
Jt  500  000  Vorstandsmitglieder  sind  die  Kaufleate  Max  Krause  und 
Beinhold  Bebhahn.  Sie  sind  nur  gemeinsam  oder  einzeln  mit  einem 
Prokuristen  vertretungsbefugt.  Die  Gründer,  die  sämtliche  Aktien  über- 
nommen haben,  sind  Fabrikbesitzer  Th.  Kirsch,  Kaufmann  E.  Mayer- 
Kruse,  Dr.  A.  Mößmer,  Oberst  a.  D.  K.  Keßler,  Kaufmann  R.  Meyer. 
Den  ersten  Aufsichtsrat  bilden  die  vorgenannten  Dr.  Mößmer,  Th.  Kirsch, 
E.  Mayer-Kruse,  sowie  Frau  Fabrikbesitzer  Marie  Kirsch  und  Kaufmann 
Vincenzo  Mazzarella. 

Beinhold  Schlegelmilch,  Sohl,  Zweigniederlassung  Tillowitz.  Kauf- 
mann Herbert  Schlegelmilch  hat  Prokura. 

Porzellanfabrik  Weidenberg,  G.  m.  b.  H.,  Weidenberg.  Als  weiterer 
Geschäftsführer  wurde  G.  Heinz  bestellt. 

Deutsche  Ton-  und  Steinzeug-Werke,  A.-G.,  Charlottenburg.  Die 
Prokura  des  Adolf  Anton  ist  erloschen. 

Paulus  &  Thewalt,  Höhr.  Als  persönlich  haftende  Gesellschafter 
sind  eingetreten:  Frau  Maria  Ziel,  Frau  Magdalena  Paulus,  die  Kaufleute 
Kart,  Gregor  und  Alfred  Paulus,  Elisabeth  Paulus,  Kaufmann  Hugo  Paulus, 
Hedwig  Paulus,  Franziska  Paulus.  Vertretungsbefugt  ist  außer  August 
und  Jakob  Paulus  nur  Alfred  Paulus.  Die  Prokura  von  Karl  und  Alfred 
Paulus  ist  erloschen. 

Mitteldeutsche  Steingutfabrik,  G.  m.  b.  H.,  Althaidensleben.  Das 
Stammkapital  ist  um  M  550  000  auf  750  000  erhöht  worden. 

Coswiger  Tonwarenfabrik  „Union",  G.  m.  b.  H.,  Berlin.  Die  Firma 
ist  gelöscht. 

Keramag,  Keramische  Werke,  A.-G.,  Meiningen.  Die  Kapitalser- 
höhung um  Jt  5  Mill.  auf  Jt  15  Mill.  ist  erfolgt. 

Mttnchener  Majolika  Werkstätte  vorm.  von  Debschitz,  G.  m.  b.  H., 
Herrsching.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen  Karl  B.  Schmitz  wurde  Marie 
Janssen  als  Geschäftsführerin  bestellt. 

Karl  Werner  &  Co.,  Tillendorf.  Gesellschafter  sind  Töpfereibesitzer 
Karl  Werner,  Frau  Martha  Werner  nnd  Witwe  Emma  Herrmann.  Ver- 
tretungsbefugt ist  nur  Karl  Werner. 

Traugott  Boog,  Colonie  Tschöpeln.  Das  Töpfereigeschäft  ist  auf 
Grundstücksbesitzer  August  Boog  übergegangen.  Die  Firma  lautet  jetzt: 
„Traugott  Boog,  Inhaber  August  Boog  " 

Banzlauer  Werke  Lengersdorff  &  Comp.,  Zweigniederlassung  Katto- 
witz.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  die  Ingenieure  Nicola 
und  Willy  Lengersdorff  und  Kaufmann  Max  Lengersdorff.  Ein  Kom- 
manditist ist  beteiligt. 

Pfälzische  Chamotte-  n.  Thonwerke  (Schiffer  &  Kircher),  A.-G.,  Grttn- 
stadt.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen  Fabrikdirektors  Friedrich  Kircher 
wurde  Fabrikdirektor  Kurt  Kircher  unter  Erlöschen  *  seiner  Prokura  zum 
Vorstandsmitglied  bestellt.  Die  stellvertretenden  Vorstandsmitglieder 
Richard  Floehr  und  Dr.  Paul  Schiffer  wurden  zu  ordentlichen  Vorstands- 
mitgliedern ernannt. 

Rheinische  Schamotte-  und  DinaBwerke,  Mehlem.  Die  Prokura  des 
Betriebsdirektors  Friedrich  Cramer  ist  erloschen. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  24  —  281 


Schmirgelwerke,  A.-G.,  Berlin.  Die  Kapitalserhöhung  um  M  3  Müh 
auf  Jt  4  Mill.  ist  durchgeführt. 

Berliner  Spiegel  -  Industrie,  G.  m.  b.  H.,  Berlin.  Veredlung  von 
Flachglas  jeder  Art  nnd  Herstellung  einschlägiger  Artikel  sowie  Handel 
mit  diesen  Waren.  Stammkapital:  M.  1O0O0O.  Geschäftsführer  ist  Kauf- 
mann Siegfried  Warschauer. 

Thüringer  Schleifscheiben- Industrie  Koppel  u.  Co.,  G.  m.  b.  H,, 
Mühlhausen,  Th.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst.  Die  bisherigen  geschäfts- 
fahrenden Gesellschafter  Albert  Koppel  und  Emil  Bergener  sind 
Liquidatoren. 

Peter  Fuchs,  Fabrik  bei  Kansbach.  Die  Prokura  von  Karl  Unbe- 
funde  ist  erloschen.  Dr.  Ludwig  Bühler  und  Wilhelm  Blaß  haben 
Einzelprokura. 

Glasperlmachergenossenichaft  Unterlind,  e.  G.  m.  b.  H.,  Unterlind. 
Die  Vertretnnghefugnis  der  Liquidatoren  Johann  Prechtl  und  August 
Pscherer  ist  nach  Durchführung  des  Liquidationsverfahrens  beendet. 

Hohlglas-A.-G,  Dresden.  9er  Sitz  der  Gesellschaft  ist  nach  Brand- 
Erbisdorf  verlegt  worden. 

Neue  Glasindustrie-Gesellschaft,  G.  m.  b.  H.,  Weißwasser,  O.-L. 
Kaufmann  Bernhard  Engels  hat  Einzelprokura. 

A.-G.  für  pharmazeutische  Bedarfsartikel,  vorm.  Georg  Wenderoth, 
Cassel.  Die  Kapitalserhöhung  um  J&  3,05  Mill.  Stamm-  und  M  0,5  Mill. 
Vorzugsaktien  auf  M  5,5  Mill.  ist  erfolgt. 

Grösche  &  Koch,  Jlmenau.  Kaufmann  Arno  Schüller  hat  Einzelprokura. 

Alexanderwerk  A.  von  der  Nahmer,  A.-G.,  Remscheid.  Die  Kapitals- 
erhöhung um  M.  10  Mill.  auf  M  37  Mill.  ist  durchgeführt. 

Emaillier- Werk  Bremen,  G.  m.  b.  H.,  Bremen.  Gegenstand  des 
Unternehmens  ist  jetzt  ferner  Betrieb  aller  nach  dem  Ermessen  der  Gesell- 
schafter damit  in  Verbindung  stehenden  Geschäfte.  Das  Stammkapital 
ist  um  Jt  60  000  auf  Jt  120000  erhöht  worden. 

J.  H.  Prangs  Nachf.,  G.  m.  b.  H,  in  Liq.,  Xanten.  Die  Vertretungs- 
befugnis des  Chemikers  Dr.  Bichard  von  der  Linde  ist  beendet,  die  Firma 
erloschen. 

Niederschlesische  Glas-,  Porzellan-  und  Steingut-Industrie  Budolf 
Bönisch,  Haus-  und  Küchengeräte,  Neusalz  (Oder).  Inhaber  ist  Kauf- 
mann Budolf  Bönisch. 

Westdeutsche  Porzellan-Union,  G.  m.  b.  H,  Elberfeld.  An-  und 
Verkauf  von  Haus-  und  Küchengeräten  aus  Keramik,  Glas  und  Metall. 
Stammkapital:  M  90  000.  Gemeinsam  vertretungsbefugte  Geschäftsführer 
sind  die  Kaufleute  Juüub  Meyer  und  Isidor  Bosenbaum. 

Weckotherm,  A.-G.,  Frankfurt  a.  M.  Hermann  Bttffer  wurde  zum 
weiteren  selbständig  vertretungsbefugten  Vorstandsmitglied  bestellt. 

Walter  v.  Giaß,  Lorenzreuth.  Kaufmann  Artur  v.  Glaß  ist  als 
persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten. 

Kaolinwerk  Heinersdorf,  G.  m.  b.  H.,  Heinersdorf.  Neben  dem  Ge- 
schäftsführer Mehldau  wurden  Dr.  Konrad  Niethammer  und  Fabrikbesitzer 
Max  Bückert  zu  selbständig  vertretungsbefugten  Geschäftsführern  bestellt. 

Franz  Bolke,  Maschinen  und  Glasformen  für  die  Glasindustrie, 
Weißwasser,  0  -L.  Die  Firma  lautet  jetzt :  „Franz  Bolke,  Maschinenfabrik, 
Weiß wasser,  O.-L." 

Sand-  und  Thonwerke  Kriegsheim  (Bheinhessen),  G.  m.  b  H,  Grün- 
stadt. An  Stelle  des  ausgeschiedenen  Friedrich  Kircher  wurden  die 
Fabrikdirektoren  Bichard  Floehr,  Dr.  Paul  Schiffer  und  Kurt  Kircher  zu 
Vorstandsmitgliedern  bestellt. 


Oesterreich. 

Alois  Dorner,  Lembach.  Töpfergewerbe.  Inhaber  ist  Hafnermeister 
Alois  Dorner. 

Oberösterreichische  Glasballon-  und  Flaschenfabrik,  A.-G.,  Edt  bei 
Lambach.  Aktienkapital :  Kr  40  Mill.  Verwaltungsratsmitglieder : 
Direktor  A.  Andics,  Fabrikant  J.  Fraenkel,  Direktor  Dr.  S.  B.  Fritz, 
V.  Grünwald,  Direktor  Dr.  A.  Harrer,  Ing.  B.  Lippmann,  Ing.  S.  Schlesinger, 
Direktor  Dr.  H.  E.  Schwarz,  Dr.  J.  Stampfl,  Dr.  P.  Weigert,  Dr.  P. 
Widmann  und  Ing.  G.  Zaruba.  Dr.  Gustav  A.  Kaniath  hat  Gesamtprokura. 

Emaillieranstalt  Josef  Hölzl,  Wien  XX ,  Stromstraße  49/51. 
Emaillieren  von  Gußeisen  und  Eisenblech.  Inhaber  Ing.  Hanns  Dolezal 
nnd  Prokuristin  Pauliue  Dolezal  führen  nunmehr  den  Zunamen  Adler.  • 

Gustav  Sluka,  Wien  VII.,  Barggasse  29. '  Kommission  und  Agentur 
für  Glas-  und  Porzellan  en  gros.    Inhaber  ist  Gustav  Sluka. 


Tschechoslowakien. 

Franz  Scbeibler,  Gablonz  a.  N.  Glaswarenerzeugung.  Naudor 
Neugebauer  hat  Prokura. 

Dr.  Preuß  &  Welten,  Gablonz  a.  N.  Erzeugung  und  Verkauf  von 
Glaswaren  und  Gablonzer  Waren  aller  Art.  Gesellschafter  Bind  Dr. 
Arthur  Preuß  und  Franz  Welten. 

Vins  a  Lebeda,  Zdarek.  Glaswarenerzeugung  und  Glasschleiferei. 
Gesellschafter  sind  Bohumil  Lebeda  und  Augustin  Vins.  Frantisek  Vins 
hat  Einzelprokura.   


Jugoslawien. 

Franjo  Wilhelm,  kom.  dr.  (Franjo  Wilhelm,  Kom.-G.),  Krizevci, 
roatien.  Handel  mit  Glas-  und  Porzellanwaren.  Nunmehriger  Ge- 
8chäftsführer  ist  Jelisava  Wilhelm,  verehel.  Häusler. 

Aleksander  Duma,  export  i  import,  Zagreb.  Nunmehr  auch  Handel 
mit  Porzellan-  und  Glaswaren  en  gros. 


Patente. 

Deutsches  Beich. 
Besehreibungen. 
Scheideüasche  zum  Trennen  von  Flüssigkeiten  mit  nahe  bei- 
einanderliegenden spezifischen  Gewichten.  Sie  besteht  aus  einem  Absetz- 
gefäß, an  das  seitlich  etwa  in  der  Mitte  ein  horizontaler  Behälter  für  den 
Eintritt  der  zu  trennenden  Flüssigkeiten  derart  angebracht  ist,  daß  er  mit 
seinem  gesamten  Querschnitt  mit  dem  Gefäß  in  Verbindung  steht.   12  d, 

1.  Nr.  347  362.   9.  3.  12.    Hermann  Bollmann,  Hamburg. 

Verfahren  zur  Herstellung  von  Verbindungen  des  Bariums  mit 
Tonerde,  oder  mit  Kieselsäure,  oder  mit  Tonerde  und  Kieselsäure.  Man 
erhitzt  eine  Aufschlämmung  von  Tonerde  oder  tonerdehaltigen  Stoffen 
(Bauxit),  bzw.  von  Kieselsäure  oder  kieselsäurehaltigen  Stoffen  (Ton)  in 
einer  Bariumsulfidlösung  im  Autoklaven  bei  höherer  Temperatur.   12  m, 

2.  Nr.  347  374.   30.  4.  20.    Chr.  Aug.  Beringer,  Charlottenburg. 

Verfahren  zum  Emaillieren  und  Verglasen  von  metallischen 
Gegenständen,  welche  behufs  unbehinderten  Aufbringens  von  leicht  redu- 
zierbare  Metalloxyde  enthaltenden  Emailsätzen  mit  einer  metallischen  Haut 
ans  Kupfer,  Nickel,  Kobalt  oder  anderen  gut  emaillierbaren  Metallen  aus- 
gestattet sind.  Man  stellt  die  metallische  Zwischenschicht  nach  dem 
Metallspritzverfahren  her.  48  c,  1.  Nr.  347  496.  3.  4.  21.  Nicolaus  Meurer, 
Berlin-Tempelhof. 

Verfahren  zur  elektroosmotischen  Entwässerung  mittels  filter- 
pressenartiger  Apparate.  Zwischen  die  Filterkammern  und  die  Zuführungs- 
leitung der  Masse  wird  während  der  Einwirkung  des  elektrischen  Stromes 
ein  von  Masse  entleerter  Kaum  eingeschaltet.  12  d,  1.  Nr.  347  598. 
6.  2.  20.   Elektro-Osmose-Akt.  Ges.  (Graf  Schwerin  Gesellschaft),  Berlin. 

Ofenanlage  zum  Brennen  feuerfester,  besonders  kalkgebundener 

Steine  (Dinas,  Silika).  Es  ist  eine  Mehrzahl  von  besonderen,  absatzweise 
betriebenen  Brennräumen  angeordnet,  denen  das  in  den  kanalofenartig 
betriebenen  Vorwärmekanälen  vorgewärmte  Gut  nacheinander  zugeführt 
und  aus  denen  es  nach  beendetem  Fertigbrand  in  die  KUhlkanäle  über- 
führt wird.  80  c,  5.  Nr.  347672.  9.3.18.  Heinrich  Kopp ers,  Essen,  Bahr. 

Verfahren  zum  Brennen  feuerfester,  besonders  kalkgebundener 
Steine  (Silika,  Dinas)  in  Brennräumen  nach  Patent  347  672,  mit  allmäh- 
licher Anwärmung  des  Brenngutes  unter  Hinzuziehung  der  Wärmespeicher. 
Zunächst  werden  kalte  Luft  und  kaltes  Gas  von  beiden  Seiten  unmittelbar 
in  die  Brennkammern  eingeführt,  die  Abgase  aber  unter  Zugumkehr 
zur  Vorwärmung  durch  je  einen  der  Lufterhitzer  abgeführt,  so  daß 
darauf  durch  Durchleiten  der  Luft  durch  die  Lufterhitzer  eine  Temperatur- 
Steigerung  als  Uebergang  zur  Stufe  des  Garbrandes  erzielt  wird,  die 
schließlich  mit  Inbetriebnahme  auch  noch  der  Gaserhitzer  unter  Vor- 
wärmung von  Gas  und  Luft  erfolgt.  80  c,  5.  Nr.  347  673.  20.  6.  18. 
(Zusatz  zum  Patent  347  672.)   Heinrich  Koppers,  Essen,  Buhr. 

Ofenanlage  zum  Brennen  feuerfester,  besonders  kalkgebundener 

Steine  (Silika,  Dinas)  nach  Anspruch  3  des  Patentes  347  672.  Die  parallel 
zu  den  beiden  Brennräumen  laufenden  Wärmespeicher  werden  neben  diesen 
angeordnet  und'  am  oberen  Ende  der  Brennräume  mit  diesen  in  Verbin- 
dung gesetzt,  so  daß  die  Wärmespeicher  von  den  vorzuwärmenden  Ver- 
brennungsstoffen in  der  Bichtung  von  unten  nach  oben,  das  zu  brennende 
Gut  von  der  Flamme  von  oben  nach  unten,  die  auf  Abhitze  stehenden 
Wärmespeicher  ebenfalls  von  oben  nach  unten  durchstrichen  werden, 
während  jeweilig  in  dem  zweiten  Brennraum,  wo  praktisch  in  dieser  Be- 
triebsstufe kein  positiver  oder  negativer  Wärmeübergang  stattfindet,  die 
Umlenkung  der  Flamme  erfolgt.  80  c,  5.  Nr.  347  674.  20.6.18.  (Zu- 
Batz  zum  Patent  347  672.)   Heinrich  Koppers,  Essen,  Buhr. 

Doppelkanalofen  zum  Brennen  keramischer  Waren  und  dgl. 
unter  Anwendung  des  Verfahrens  nach  Patent  347  673.  In  der  Kühlzone 
sind  neben  dem  Ofenkanal  nach  Art  von  Wärmespeichern  ausgebildete  und 
angeordnete  Bäume  vorgesehen,  die  dauernd  in  der  Weise  im  Zugwechsel 
betrieben  werden,  daß  in  der  einen  Betriebsstufe  die  der  Atmosphäre  ent- 
nommene Kühlluft  durch  die  Wärmespeicher  der  einen  Seite  streicht,  um 
so  vorgewärmt  mit  dem  hocherhitzten  Brenngut  zusammenzutreffen  und 
die  hier  aufgenommene  Wärme  in  den  Wärmespeichern  der  anderen  Seite 
abzugeben,  während  in  der  zweiten  Betriebsstufe  sich  die  Aufgabe  der 
Wärmespeicher  umkehrt,  so  daß  eine  allmähliche  regelbare  Abkühlung 
des  gebrannten  Gutes  erzielt  wird.  80  c,  5.  Nr.  347  675.  7.1.19.  (Zu- 
satz zum  Patent  347  673.)   Heinrich  Koppers,  Essen,  Buhr. 

Verfahren  zum  Brennen  von  keramischem  Gut  mit  Thermit 
als  Wärmequelle.  Zwischen  und  um  das  Brenngut  werden  mit  Thermit 
gefüllte  Tiegel  oder  Wannen  aufgestellt,  die  nach  Ablauf  der  Beaktion 
gegen  frisch  mit  Thermit  beschickte  ausgetauscht  werden,  bis  der  Gar- 
brand beendet  ist.  80  c,  16.  347676.  6.  3.20.  Dr.  Karl  Ludwig  Luck- 
hard,  Bingen  a.  Bh. 

Hafenofen,  bei  welchem  der  Hafen  über  dem  eine  gekörnte  Masse 
enthaltenden  Brenner  steht.  Der  Hafen  steht  auf  einer  losen  Platte, 
welche  zugleich  die  Decke  des  die  gekörnte  Masse  enthaltenden  Baumes 
bildet.  32  a,  2.  Nr.  347  832.  4.  9.  19.  Societe  Anonyme  Fours  &  Pro- 
cedes  Mathy,  Lüttich. 

Verfahren  zur  billigen  Herstellung  von  Ueberzügen,  welche 
metallisches  Aussehen  mit  der  Haltbarkeit  einer  Emaillierung  verbinden, 
auf  Metallgegenständen.  Auf  eine  beliebig  gefärbte,  bereits  eingebrannte 
Grundemaille  wird  ein  Ueberzug  aufgeschmolzen,  welcher  dadurch  herge- 
stellt ist,  daß  ein  fein  verteiltes  Metall  einem  entsprechend  gefärbten, 
gleichfalls  fein  verteilten,  getrockneten  Emaillesatz  zugesetzt  und  das 
Ganze  unter  oder  nach  inniger  Vermischung  mit  entsprechenden  Oelen  in 
feinste  Suspensionen  gebracht  wird.  75  c,  5,  Nr.  347956.  28.  7.  14. 
Gebrüder  Jacob,  Zwickau,  Sa. 

1.  Verfahren  zur  Herstellung  hochfeuerfester,  magnesiahaltlger 
Gegenstände  aus  Zirkonerde.  Bohlinge  aus  Zirkonoxyd  und  Magnesium- 
hydroxyd werden  in  einer  Menge  von  nnter  10%  MgO  hergestellt  und 
in  oxydierender  Atmosphäre  stark  gebrannt. 


282  —  Nr.  24 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


2  Ausführung  deB  Verfahrens  nach  Anspruch  1.  Das  Magnesium- 
hydroxyd wird  ans  einem  Magnesiumsalze  anf  die  Zirkonerde  gefällt. 

80  b,  8.    Nr.  347  957.   89. 10.  19.   Otto  Fröhlich,  Bochum. 

T.  Form  zum  Fressen  von  Zündkerzen  mit  Glasisolierung  für 
VerbrennungBkraftmaschinen,  bei  welcher  der  Metallmantel  der  Zündkerze 
beim  Pressen  mittels  eines  in  die  Form  lose  eingesetzten  Trägers  und 
eines  oberen,  mit  dem  Glaseingußbebälter  durch  einen  Kanal  verbundenen 
und  den  Metallmantel  oben  abschließenden  Formteiles  gehalten  wird.  Die 
Form  ist  samt  dem  Glaseinpreßbehälter  senkrecht  geteilt,  und  der  den 
Metallmantel  oben  abschließende  und  die  Verbindung  zwischen  Einguß- 
behälter und  Metallmantel  enthaltende  Formteil  stellt  ebenfalls  einen 
besonderen  haubenförmigen  Einsatz  dar,  welcher  ebenso  wie  der  den 
Metallmantel  tragende  Einsatz  mit  Handgriffen  versehen  ist,  so  daß  nach 
dem  Aufklappen  der  Formteile  die  Zündkerze  zwischen  dem  tragenden  und 
dem  abdeckenden  Einsatz  gehalten  und  entfernt  werden  kann. 

2.  Ausführungsform  der  Preßform  gemäß  Anspruch  1.  Ein  im  Form- 
hoden schraubender  und  durch  den  eingesetzten  Träger  für  den  Metall- 
mantel durchgehender  Bolzen  hebt  mit  einer  Schulter  beim  Emporschrauben 
den  Metallmantel  samt  der  darauf  liegenden  Haube  an,  drückt  ihn  gegen 
den  oberen  Formteil  an  und  stellt  dadurch  die  Abdichtung  zwischen  Haube 
und  Metallmantel  her.  32  a,  17.  Nr.  347  998.  3. 12.  19.  Charles  Emile 
Gerbaud,  Paris. 

Verfahren  zur  Herstellung  von  Glasbildern  und  -mosaiken 

nach  Patent  319  271.  Man  bringt  unter  den  Mosaiksteinchen  eine  zu- 
sammenhängende Silhouettenschablone  für  die  Konturen  und  Zeichnungsbe- 
stimmung  an,  und  zwar  auch  bei  einem  einseitigen  Mosaikbelag  der  Scheibe. 
75  b.  13.  Nr.  348128.  15.1.21.  (Zus.  z.  Pat.  319  271).  Hermann  Schudt, 
Berlin-Steglitz. 

Verfahren  zum  Brennen  von  keramischen  Massen  (Porzellan  usw.) 
im  Kanalofen.   Die  Beheizung  der  Hochfeuerzone  und  gegebenenfalls  der 


unmittelbar  vorgelagerten  Zone  des  Ofens  wird  nach  erfolgtem  Sintern 
des  Brenngutes  unterbrochen,  und  die  Transportwagen  werden  erst  nach 
erfolgter  Erhärtung  der  Waren  weiterbewegt.  80  c,  5.  Nr.  348  141. 
27.  3.  20.   Allgemeine  Elektrizitäts-Gesellschaft,  Berlin. 

Isolator.  Kopf  und  Hals  sind  vier-  oder  mehrkantig  geformt. 
21  c,  14.  Nr.  348  217.  25. 11. 19.  Porzellanfabrik  Kahla,  Filiale  Herms- 
dorf-Klosterlausnitz, Hermsdorf,  S.-A. 

Einrichtung   zum  Abspülen  säurepolierter  Glasgegenstände. 

Sie  ist  gekennzeichnet  durch  einen  in  einem  Gehäuse  im  Bereich  der  Spül- 
vorrichtungen sich  drehenden  Gläserträger,  eine  den  Bädern  zugekehrte 
Einbringnngsöffnung  und  eine  den  Abstelltischen  zugekehrte  Entnahme- 
öffnung im  Gehäuse.  32  b,  6.  Nr.  348  228.  21.9.20.  Heinrich  Peter, 
Bückers,  Schles. 

1.  Hoehspannungslsolator.  Die  Verbindung  zwischen  Beschlägen 
und  Isolatorkörper  und  gegebenenfalls  mehreren  Isolatorkörpern  unter- 
einander erfolgt  durch  Verbindungskörper,  welche  in  Richtung  der  Achse 
des  Isolators  nachgeben  können. 

2.  HochBpannungsisolator  nach  Anspruch  1.  Die  in  achsialer  Richtung 
nachgiebigen  Verbindungskörper  lassen  sich  beim  Zusammenbau  des  Isolators 
auch  in  an  sich  bekannter  Weise  in  radialer  Richtung  zusammenpressen. 
21c,  13.  Nr.  348  292.  15.4.20.  Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  &  Co., 
A.-G.,  Selb  in  Bayern. 

Zwei«  oder  mehrteiliger  Stützisolator,  dessen  Teile  durch 
Verschmelzen  der  Glasur  miteinander  verbunden  werden.  Einer  der  beiden 
zu  verbindenden  Isolatorkörper  oder  beide  erhalten  besonders  für  die 
Glasurverbindung  ausgebildete  Verbindungsstellen,  welche  nur  an  jenen 
Stellen  vorgesehen  sind,  an  denen  Zug-  oder  Druckkräfte  von  einem  Körper 
auf  den  andern  zu  übertragen  sind.  21c,  14.  Nr.  348  293.  13.4.20. 
Porzellanfabrik  Ph.  Roaenthal  &  Co.,  A.-G ,  Selb  in  Bayern. 


Fr a gekäst en  d 

Keramik. 

82.  Die  während  des  Brandes  gezogenen  Proben  (gleichgültig,  ob 
einige  Stunden  vor  dem  Abbrennen  oder  unmittelbar  vor  Beendigung  des 
Scharfbrandes)  sind  stets  blendend  weiß,  mit  einem  Stich  ins  Bläuliche, 
während  beim  Ausnehmen  der  übrige  Einsatz  nicht  so  blendend  weiß  ist 
und  das  Geschirr  eher  einen  Stich  ins  Gelbliche  zeigt.  Wie  ist  diese  Er- 
scheinung zu  erklären  und  wie  wäre  der  ganze  Ofeneinsatz  in  derselben 
weißen  Farbe  wie  die  Proben  zu  erzielen?  Bemerken  wollen  wir  noch,  daß 
es  sich  um  einen  Sturzflammenofen  vom  5  m  0  handelt  und  die  eingangs 
erwähnte  Erscheinung  auftritt,  ob  die  Platte  des  Glühhauptfuchses  unmittelbar 
nach  dem  Abbrennen  oder  erst  6—7  Stunden  nach  Beendigung  des  Brandes 
gezogen  wird.    Unsere  Porzellangeschirre  werden  bei  SK  13  gebrannt. 

Erste  Antwort:  Die  Verfärbung  findet  bei  allen  Porzellanen 
und  bei  jeder  Garbrandtemperatur  statt  und  ist  auf  das  Eintreten  einer 
ganz  scharfen  Oxydation  beim  Abbrennen  zurückzuführen,  nachdem  die 
Feuer  soweit  niedergebrannt  sind,  daß  sich  die  reduzierende  Flamme  in 
eine  oxydierende  verwandelt.  Dieser  Zeitpunkt  ist  entschieden  die  Höchst- 
temperatur des  Garbrandes  und  muß  die  Ursache  Bein,  daß  das  Eisenoxydul 
der  Glasur  und  des  Scherbens  doch  noch  in  Eisenoxyd  umgewandelt  wird, 
zumal  das  Porzellan  in  diesem  Stadium  noch  nicht  starr,  sondern  in  der 
höchsten  Sinterung  durchweg  weich  ist.  Nach  angestellten  Beobachtungen 
ist  die  Verfärbung  umso  geringer,  je  mehr  der  Scherben  starke  Flußmittel 
enthält,  z.  B.  Dolomit, '  wobei  auch  die  Glasuren  Dolomit  an  Stelle  von 
Kalkspat  fuhren.  Es  ist  nicht  gesagt,  daß  geringe  Mengen  dieser  Fluß- 
mittel, z.  B.  von  1  °/00  aufwärts,  sogleich  den  ganzen  Scherben  ins  Wanken 
bringen,  denn  man  kann  je  nach  Art  der  Massen  sogar  bis  zu  1  %  gehen. 
Je  üußmittelärmer  die  Masse  ist,  deBto  größer  ist  die  Verfärbung  ins 
Gelbe;  das  zeigt  schon  ein  Vergleich  zwischen  Dreh-  und  Gießmasse  von 
ein  und  derselben  Zusammensetzung.  Bei  letzterer  ist  die  Verfärbung 
durch  den  Sodazusatz  wesentlich  geringer,  weil  die  Soda  zu  den  starken 
Flußmitteln  zählt.  Wenn  Sie  die  unliebsam  bemerkte  Verfärbung  so  weit 
wie  möglich  abstellen  wollen,  so  können  Sie  durch  Versuche  mit  Dolomit 
die  Grenze  dessen  Zusatzes  und  den  geringsten  Farbwechael  feststellen. 

Zweite  Antwort:  Tatsache  ist  es,  daß  während  des  Brandes 
gezogene  Proben  einen  Stich  ins  Bläuliche  haben,  da  bei  ihnen  der  Nach- 
brand fehlt,  der  wobl  einen  Einfluß  auf  die  Nuance  haben  dürfte.  Außer- 
dem wird  gewöhnlich  noch  nach  der  Probeentnahme  längere  oder  kürzere 
Zeit  weiter  gefeuert,  so  daß  auch  dieses  in  Betracht  zu  ziehen  ist.  Man 
müßte  Ihr  Geschirr  mit  dem  gelblichen  Stich  gesehen  haben,  um  die  Er- 
scheinung genauer  beurteilen  zu  können.  Es  gibt  aber  Porzellane  mit 
gelblichem,  bläulichem  und  milchigem  Stich,  bei  denen  die  Farbe  abge- 
sehen vom  Brande  im  Masse-  und  Glasurversatz  begründet  ist.  So  werden 
Massen  mit  reichlichem  Kaolinzusatz  und  mit  Spatglasuren  immer  einen 
milchigen  oder  einen  gelblichen  Stich  zeigen,  während  Massen  mit  hohem 
Quarz  und  Kalkgehalt  mehr  den  bläulichen  Stich  aufweisen.  Auch  die 
Ofenhonstrnktion  hat  einen  gewissen  Einfluß  auf  die  Nuance,  ebenso  das 
langsamere  oder  echnellere  Abbrennen.  Auf  jeden  Fall  ist  es  unrichtig, 
nach  dem  Abbrennen  den  Hauptfuchs  nach  dem  Glühofen  sofort  zu  ziehen, 
da  dadurch  der  Nachbrand  keinen  Einfluß  mehr  auf  das  Porzellan  hat. 

Dritte  Antwort:  Ich  rinde  es  sonderbar,  daß  die  Proben  weiß 
und  der  übrige  Einsatz  gelblich  erscheint;  Bicher  liegt  hier  eine  Täuschung 
vor.  Der  Fehler  wird  am  Brennen  liegen.  Porzellan  wird  gelblich,  wenn 
bei  SK  4—9  Luft  in  den  Ofen  gelangt.  Es  ist  also  darauf  zu  sehen, 
daß  sich  keine  Löcher  in  der  Brennstofischicht  befinden.  Die  Feuerungen 
dürfen  anderseits  auch  nicht  überfüllt  werden,  es  ist  für  helle  Roste  Sorge 
zu  tragen.  In  den  letzten  Stunden  des  Garbrandes  ist  nur  gute  Steinkohle 
zu  verwenden.  Wenn  der  Ofen  richtig  abgebrannt  ist,  macht  es  nichts 
mehr  aus,  ob  Sie  die  Platte  des  Gltthhauptfuchses  früher  oder  später 
ziehen.  Der  Krand  ist  dann  durchgeführt,  und  durch  den  Gltthhauptfuchs 
zieht  ja  nur  die  Abhitze  weg.  Anscheinend  ist  Ihre  Masse  und  Glasur 
in  Ordnung.    Verwunderlich  ist  es  aber,  daß  Sie   an  dem  kleinen  Brenn-  > 


es  Sprechsaal. 

fehler  längere  Zeit  ohne  Erfolg  herumlaborieren  Es  ist  doch  viel  billiger, 
wenn  Sie  einen  tüchtigen  Brennfachmann  zu  Rate  ziehen  und  von  ihm 
1—2  Btände  durchführen  lassen,  wobei  Sie  aber  selbst  mit  tätig  sind, 
damit  Sie  bei  den  weiteren  Bränden  ausschlaggebend  eingreifen  können. 

83.  Wir  möchten  für  unsere  beiden  Oefen  mit  überschlagender 
Flamme  von  20  cbm  Inhalt  englische  Kohle  verwenden.  Angeboten  ist  uns 
1.  Northumberland  screened,  2.  Yorkshire  Cobbles  und  3.  Schottische  Splint. 
Welche  Sorte  wäre  wohl  die  vorteilhafteste? 

Erste  Antwort:  Es  wäre  Ihnen  diejenige  Marke  englischer 
Kohle  zu  empfehlen,  die  Sie  voraussichtlich  dauernd  beziehen  können,  da- 
mit Ihr  Brenner  möglichst  mit  ein  und  demselben  Material  arbeiten  kann, 
dessen  Vorteile  und  Tücken  er  mit  der  Zeit  beherrschen  lernt.  Bevor  Sie 
zu  englischer  Kohle  übergehen,  die  beim  Brennen  z.  B.  von  Porzellan 
wohl  wesentliche  Schwierigkeiten  bereiten  wird,  wäre  doch  zu  empfehlen, 
die  KoBten  dieser  Kohle  mit  den  Gesamtkosten  für  böhmische  Braunkohle 
aus  Oasegg  zu  vergleichen.  Wenn  es  die  Lage  Ihres  Werkes  und  der  Preis 
gegenüber  der>englischen  Kohle  annähernd  zulassen  und  wenn  Sie  Ossegger 
Kohle  bekommen  können,  so  wäre  diese  als  ein  geradezu  ideales  Brenn- 
material zu  empfehlen.  Sie  ist  vollständig  schlackenfrei,  hat  geringen 
Aschengehalt,  ergibt  eine  milde  Flamme,  und  man  erreicht  mit  ihr  ebenfalls 
die  höchste  Gsrbrandtemperatur.  Für  Ihre  kleinen  Oefen  von  20  cbm  In- 
halt ist  die  Ossegger  Kohle  entschieden  das  vorteilhafteste  Brennmaterial, 
abgesehen  von  dem  geringen  Verschleiß  der  Brennöfen  und  Kapseln. 

Zweite  Antwort:  Bei  der  Wahl  der  Kohlen  kommt  es  nicht 
allein  auf  die  Sorte  an,  sondern  auch  auf  die  Möglichkeit  des  dauernden 
Bezugs  derselben.  Was  nützt  es  Ihnen,  wenn  Sie  einmal  eine  Ladung 
bester  Kohle  bekommen  und  dann  wird  sie  Ihnen  nicht  mehr  geliefert? 
Sie  müssen  sich  also  beim  Bezug  englischer  Kohle  nicht  allein  von  der 
Qualität  leiten  lassen,  sondern  dabei  auch  die  dauernde  Bezugsmöglichkeit 
in  Betracht  ziehen.  Vergessen  Sie  dabei  nicht,  daß  die  Brennweise  ge- 
wissermaßen auch  umgestellt  werden  muß;  wechselt  nun  der  Brennstoff 
häufig,  so  wird  auch  der  Brandausfall  ein  wechselnder  sein. 

84.  Kann  man  sogen.  Chinarot  in  einer  Muffel  von  9  cbm  Inhalt 
brennen?  Wie  hat  man  vorzugehen,  um  sicher  zu  arbeiten,  und  welches 
ist  die  Mindestbrenntemperatur  dafür?  Als  Scherben  kommt  Steinzeug 
oder  gemischtes  Steingut  in  Betracht.  Wir  bitten  um  Angabe  von  Richt- 
linien für  den  Versatz  der  Glasuren  in  Bezug  auf  Farbeffekte  und  Brenn- 

Erste  Antwort:  Chinarote  Glasuren  können  bei  Temperaturen 
von  SK  Ol  bis  9  gebrannt  und  folglich  sowohl  auf  Steingut,  wie  auch 
auf  Steinzeug  und  Weichporzellan  aufgeschmolzen  werden.  Die  Her- 
stellung derartiger  GlaBuren  ist  in  einer  Muffel  von  9  cbm  Iahalt  kaum 
möglich,  denn  Sie  werden  nicht  in  der  Lage  sein,  in  einem  so  großen 
Ofen  die  zur  Rotfärbung  erforderliche  gleichmäßig  reduzierende  Be- 
schaffenheit der  Flammengase  zu  erzielen,  und  namentlich  wird  es 
Ihnen  nicht  gelingen,  dazwischen  während  kurzer  Zeit  mit  stark  oxy- 
dierender Atmosphäre  zu  brennen.  In  einem  höchstens  3  cbm  großen 
Rundofen  mit  überschlagender  Flamme  und  Holzfeuerung  läßt  sich  die 
für  das  Chinarot  gebotene  Brennweise  am  leichtesten  durchführen.  Die 
anderen  von  Ihnen  gewünschten  Auskünfte  finden  Sie  in  Seger's  ge- 
sammelten 8chriften  und  Berdels  Chemischem  Praktikum,  Teil  VI,  wo  die 
einzelnen  Punkte  der  Herstellung  von  Chinaglasuren  sehr  eingehend  be- 
handelt sind.  Ich  empfehle  Ihnen,  diese  Literatur  über  die  heikle 
Fabrikation  zu  studieren. 

Zweite  Antwort:  Ich  bezweifle  es,  daß  Sie  in  einer  so  großen 
Mnffel  sicher  Chinarot  herstellen  können,  denn  die  Erzeugung  einer  gleich- 
mäßigen Reduktion,  wie  sie  unbedingt  für  Kupferrot  erforderlich  ist, 
dürfte  in  einer  großen  Muffel  schwer  fallen.  Chinarot  gelingt  am  besten 
in  einem  nicht  allzngroßen  Rundofen.  Bezüpoh  der  anzuwendenden 
Glasuren  und  der  Brennteohnik  sei  auf  die  einschlägige  Literatur 
verwiesen. 


1922.  (65.  Jahrgang.)  SPRECH  SAAL  —  COBURG.   Nr.  24  _ 

S5     Um  unsere  Ofenanlaae  auszunutzen,  versuchen  wir  Porzellan  I   bestimmte  Zwecke  am  beeten  bewährt,  maß  man  über  die  einschlägigen 

im  M^h^s^Qc^^  ^  bremen.   Es  zeigt  sieh  dabei  folgendes:  Verhältnisse  genan  unterrichtet  sein,  da  Znsammensetzung  des  Gemenges, 

Das  S ^LS^^V^raU  aber  die  Glasur  hat  ein  Gang  der  Wae  ne,  Größe  der  Produktion,  Form  der  Flaschen,  Art  der  vor- 

mattes  und  IrschaUges  Aussehen;  an  manchen  Stellen  sieht  sie  aus  wie  han  denen  Kraft  usw.  bei  der  Auswahl  dieser  Spezialmaschinen  den  Aus- 

Seifenschaum     Der  Scherben  von  stärkeren  Stücken  (Isolatoren)  zeigt  I   schlag  geben.  v 

^^^ÄufU^mmd  Blasen,  aber  fast  nur  bei  gedrehten  Stücken,  Dritte  Antwo  rt:  Die  von  den  Spezialf abnken  gelieferten  F  asehen- 

ÄT^ÄaiÄ   ^Ä|&nwfl  ist  die  folgende:  Bis  zum  Um-  blasmascbinen  haben  sich  alle  in  der  Praxis  gut  bewährt.   Die  einzelnen 

ÄÄÄ5  mr«liS2  Zug,  etwa  3  mm,  zwischen  SKOIO  Systeme  sind  nur  in  der  Bedienungsweise  voneinander  abweichend  weshalb 

und  1  mit  RaucMbersclmß  Sannt,  von  SK  1  bis  SK  10  brennen  wir  man  vermeiden  sollte,  Flaschenblasmeschinen  verschiedener  Systeme  in 

WeÄ Äer im  Mendteim* sehen  Oasofen  zu  leiten,  um  obige  Miß-       System  eingeübt,  und  es  währt  mitunter  sehr  lange,  bis  sie  sich  an  die 

tSS^TlÄ  Hw9tellnBe  V0D  Wein"  -d  Likörflaschen  besonders  die  Flaschenblas- 

nerstellung  findet  in  lreppenrosrgeneraiurt  rwhe       maschine  Patent  Schiller  in  Frage,  deren  Arbeitsweise  bekannt  ist  und 

ErsteAntwort:  Die  auftretenden  Brennfehler  haben  ihre junMM  wiederholt  erörtert  wurde.  Das  Produkt  der  Schiller-Maschine  ist  dem- 
in  einer  falschen  Flammenführnng,  verursacht  dnreh  sprunghafte  AenaeruDg  iftni  der  Owens-Mascbine  gleichzustellen,  und  die  Rentabilität  bei  der 
der  Zugverlältnisse,  und  außerdem  auch,  zu  unrichtigen  Zeitpunkten.  OJas  FaD*ikatioil  von  Fia9chen  mit  Schiller-Maschinen  ist  unseres  Erachtens 
aus  böhmischer  Braunkohle  hergestellte  Brenngas  ist  bei  »«S«"™«  »«"  gegenüber  der  Owens'achen  Erzeugungsweise  relativ  günstiger. 
Schickung  des  Generators  jedenfalls  in  weitauereichendem  Maße  vorhanden,  es  Jttnlte  Antwort.  Zur  Lieferung  bewährter  Glasblasmaschinen 
Um  eich  in  die  Brenn-  und  Zug  Verhältnisse  einzuarbeiten,  muß  man  FlttSchen  meidet  sich  Fr.  Wilhelm  Kutzscher  in  Deuben-Dresden. 

kurvenmäßige  Aufzeichnungen  vom  Ofen  haben,  nach  denen  sich  fest- 

stellen  läßt   ob  der  Zug  auch  dauernd  gleichmäßig  zunimmt.    Diesea   |  07.    jc/j  bitte  um  Angabe  eines  Gemengesatzes  für  Neurot. 

Gleichmäßige  Zunehmen  bewhkt  daiia  auch  ganz  allein  den  Anstieg  der  Erste  Antwort:    Die  Schmelzung  von  Neurot  mit  Selen  als 

Temperatur  der  eoenfalls  eine  ganz  gleichmäßig  ansteigende  Kurve  er-  Färbemittel  erfordert  sehr  heißen  und  gleichmäßigen  Ofengang,  sowie 
sehen  muß'  Bis  SK  08  muß  die  Flamme  oxydierend  sein,  aber  nur  in  dem  I  große  Erfahrung  und  üebung  im  Schmelzen  und  Läutern  des  Glases.  Es 
Maße  daß  die  Ofentemperatur  ununterbrochen  ansteigt.  Die  bei  600  0  C.  Qurfen  nur  die  reinsten  Rohmaterialien,  ganz  gleichmäßig  fem  zerkleinert 
besinnende  Rotglut  muß  sich  auf  den  ganzen  Ofeninhalt  gleichmäßig  nnd  auf  das  innigste  gemischt,  zur  Verschmelzung  gelangen.  Naca- 
erstreoken,  das  Ofeninnere  darf  nicht  stundenlang  zurückbleiben.  Der  I  stehender  Satz  gibt  bei  lichtiger  Behandlung  und  Wartung  die  ge- 
Zug  wird  bis  SK  08  auf  2  mm  ansteigen,  wenn  nicht,  so  kann  langsam   I   wunachte  Farbe.  " 

nachgeholfen  werden.    Die  Abzugskanäle  müssen  bis  dahin  rotglühend  Sand  100  kg 

sein    Von  SK  08  ab  wird  die  Gaszufuhr  derart  gesteigert,  daß  die  Flamme  Pottasche  \\  -n 

in  weißroter  Färbung  durch  die  Züge  streicht.   Dieses  läßt  sich  auch  Soda  15  » 

nicht  plötzlich  erreichen,  muß  aber  bis  zum  Sinken  des  SK  4  der  Fall  Kalkspat  1«  * 

Bein.   Die  Zugsteigerung  beträgt  dann  bis  3  mm  und  kann  bis  SK  10  Mennige  •      »  » 

3  5  mm  erreichen  als  Maximum.   Ein  Schwanken  oder  plötzliches  Erhöhen   I  Salpeter  •     J$  » 

des  Zuges  ist  unzulässig.   Flamme  muß  dauernd  in  den  Ä.bzugBkanälen   I  Scherben  f>  » 

sein;  ist  das  nicht  der  Fall,  so  ist  der  Zug  zu  stark  bezw.  die  Gaszufuhr   jj  Selen.  ]f 5 

zu  gering     Der  Gasverbrauch  steigert  Bich  mit  dem  Zug  ganz  auto-  Zweite  Antwort:    Sie  verstehen  wohl  unter  Neurot  rotes  Opal- 

matitcb  und  der  Zug  wächst  automatisch  mit  der  Temperatursteigerung;   I   giaS)  wie  man  es  aus  folgendem  Gemengesatz  erhält: 

ein  sprunghaftes  Umstellen  darf  nicht  stattfinden,  sondern  nur  ein  Regu-   I  Sand   10  g 

lieren  zur  Erzielung  gleichmäßig  ansteigender  Temperatur-  und  Zugkurven.   I  Soda     .  }j  » 

Dazu  ist  der  Obel-Zugmesser  unerläßlich,  das  elektrische  Pyrometer  sehr   I  Pottasche   14  „ 

zu  empfehlen.  .  .  ..      I  Kryolith   1£  „ 

Zweite  Antwort:  Die  gerügten  Mängel,  wie  matte,  eierschalige   I  Mennige  ™  « 

Glasur,  Beulen  und  Blasen,  sind  die  typischen  Fehler  bei  der  Gasfeuerung  Salpeter   *  n 

und  in  der  Hauptsache  auf  fehlerhafte  Zusammensetzung  des  erzeugten   I  Borax  •   •    ■   •   ■   •      »  » 

Gases  und  auf  unrichtige  Feuerführung  zurückzuführen.    Es  ist  aber  Gold  (Metall)     .   .   .  ■  „•     lb*  -     „  . 

unmöglich  Ihnen  hier  für  das  Brennen  geeignete  Winke  zu  geben,  wenn  I  Daa  Goid  wjrd  ja  Königswasser  aufgelöst  und  die  Losung  über  den  band 
man  die  ganze  Ofenanlage  nicht  genau  kennt.  Wenn  Ihnen  der  Ofenbauer  gesprengt.  Heißer  Ofengang,  öfteres  Blasen  mit  einer  Kartoffel  und  sofor- 
nicht  selbst  Ratschläge  erteilen  kannn,  so  vermag  es  der  Fernstehende  tiges  Abstehenlassen  der  blankgeschmolzenen  Glasmasse  ist  Hauptbedingung, 
noch  weniger  I  DritteAntwort:   Wenn  Sie  eine  bestimmte  Nuance  von  Rot  im 

Dritte  Antwort-  Das  eierschalige  Aussehen  der  Glasur,  die  I  Auge  aaDen,  so  lassen  Sie  am  besten  eine  Analyse  des  betreffenden  roten 
Auftreibungen  und  Blasen  sind  die  Folgen  unrichtiger  Feuerftthrung.  Bei  öla8e8  anfertigen,  da  zweifellos  das  letztere  eine  bestimmte  Zusammen- 
Gasöfen  ist  die  letztere  beim  Vorfeuer  besonders  schwierig.  Das  Vor-  getzung  hat.  Die  Rotfärbung  eines  Glases,  sei  sie  nun  durch  Gold,  Kupfer 
fener  muß  mit  Luftüberschuß  geführt  werfen,  sodaß  höchstens  12  °/0  CO*  oder  Selen" erzeugt,  wird  durch  die  Anwesenheit  gewisser  Stoffe  in  ihrer 
in  den  Rauchgasen  hinter  der  Scharf brandkammer  vorhanden  sind.  Die  Nuance  beeinflußt;  infolge  dessen  muß  man  auch  die  letzteren  kennen, 
Temperatur  soll  langsam  ansteigen,  Bodaß'zum  Erreichen  von  1100"  C   I   weJm  man  einen  bestimmten  Farbton  erzielen  will. 

mindestens  12—15  Stunden  vergehen.    Besonders  bei  Gasöfen  ißt  eine  6g     Welche  Erfahrungen  hat  man  in  Glashütten  für  Flakons  oder 

Kontrolle  des  Feuers  hinsichtlich  des  gleichmäßigen  Ansteigens  der  I  j^^^  oeim  Transport  der  Erzeugnisse  von  der  Bohle  zum  Kühl- 
Temperatur  und  hinsichtlich  der  Ofenatmosphäre  unbedingt  erforderlich.   1     .    m{Mefe  Transportbandes  gemacht? 

Ist  jedoch  auf  Grund  dieser  wissenschaftlichen  Brennweise  ein  guter   I  ErsteAntwort:   Der  Transport  der  Flakons  und  Flaschen  von 

Verlauf  eines  Brandes  erzielt  und  dieser  Verlauf  auf  einem  Kurvenblatt  1  den  Werk8tätten  znm  Kühlufen  mittels  Eintragevorrichtung  kommt-immer 
in  allen  Teilen  festgelegt,  so  können  die  folgenden  Brände  mit  Sicherheit  mj}ür  in  Anfnanme-  Grundbedingung  ist,  daß  die  Kühlöfen  so  angeordnet 
stets  leicht  und  gleichmäßig  geführt  werden.  Die  Kontrolle  lediglich  Bind  daß  der  Tfan8portweg  möglichst  kurz  ist.  Weiter  ist  ein  geübter 
nach  dem  Schornsteinzug  ist  wertlos.  Dar  normale  Mendheim-Gaskammer-  I  pfleger  zum  Einpflügen  der  Flakons  in  die  Ktthlkästen  nötig.  Werden  die 
ofen  der  für  grobkeramische  Waren  sehr  gut  und  wirtschaftlich  ist,  ist  I  Flakon8  au8  der  Wanne  gearbeitet,  so  legt  man,  wenn  möglich,  die  beiden 
lttr  das  Brennen  von  Porzellan  nicht  als  besonders  geeignet  zu  bezeichnen.   |   Kanalkuniöien  so  aD)  daß  die  Längsachsen  derselben  mit  der  Längsachse 

der  Wanne  parallel  laufen,  während  beim  Hafenofenbetrieb  an  jeder  Ofea- 
seite  eia  Kaaalkühlofen  vorzusehen  ist.    Der  Hüttenmeister  muß  die 
Q\a,a  I    Werkstätten  so  besetzen,  da£  die  vom  Ktthlofen  am  entferntesten  gelegenen 

*        ...       ■  ,      „„„  ''  Amt  n,,,™,        Arbeitsplätze  die  schwersten  Artikel  arbeiten,  damit  durch  die  zu  große 
66.    Welche  Flaschenblasmaschmen  haben  sich  außer  der  uwens-       Abkühlung  der  Gegenstände  kein  unnötiger  Bruch  entsteht. 
maschine  in  der  Praxis  am  besten  bewährt?    Es  handelt  sich  m  der  Zweite  Antwort:    Die  mechanischen  Eintragevorriehtungen 

Hauptsache  um  die  Herstellung  von  3/4  l-Wetn-  und  Likorflascnen  an  ^  endlosem  Band  far  Fiakons  oder  Medizinglas  bewähren  sich,  sach- 
Wannenöfen.  .  I    gemäß  angelegt  und  bedient,  sehr  gut. 

ErsteAntwort:    Außer  der  Owens-Maschine  haben  sich  ver-  m     wir  haben  mittels  eines  Kaltätzverfahrens  Likörgläser  mit  einer 

schiedene  Systeme  voa  Flaschenblasmaschmen  zur  Herstellung  von  1-  Firmenaufschrift  versehen,  die  jedoch  zu  schwach  aufgetragen  bezw,  \reit- 
Weinflaschen  mehr  oder  minder  in  der  Praxis  bewährt.  Am  bekanntesten  laufm  'iet  Wie  m  sich  die  undeutliche  Schrift  von  den  Gläsern  her 
sind  die  Systeme  von  Wolf  und  Schiller.  Man  kann  Ihnen  ?D^doc*™"  seiUaen?  Ferner,  wie  muß  man  verfahren,  um  eine  deutliche  Schrift  zu 
die  Vor-  uad  Nachteile  eines  jeden  einzelnen  Systems  im  FrageKasten  erzi%lent 

auseinandersetzen  oder  einseitige  Reklame  machen.   Sie  tan ^  am  besten  •        Antwort-   Das  Beseitigen  der  undeutlichen  Abschrift 

den  Maechinenfabrikea  ist;  sonst  bekommen  Sie  stets  nur  ein  emseitiges  ^StTlSt^Sil   Ob  der  Fehler  auf  ungeeignete  Aetzpomade 

Urtdl  »er  die  Fl^U^otaw«.  X  BeMechte  Schablonen  oder  Kautschukstempel  zurückzuführen  ist, 

w     WeitC-t    „Ir  L  o^TJS&e  ZtM^ii^^^^n  müßte  an  Ort aad  Stelle  festgestellt  werden.  Sie  kommen  am  schnellsten  zum 

Wege  haben  sich  außer  der  Owens-Mascaiae  vor  aiiem  aie  «iww  »  fehlerhafte  Likörgläser  aa  die  Firma  einschicken, 


2§4  —  Nr.  24 


SPRECH  SAAL  -  CÖßURÖ. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


ftthrung  derselben  iat  meist  gleich.  Jedenfalls  verwenden  Sie  das  Aetz- 
salz  nicht  fein  nnd  trocken  genug,  und  die  Schrift  wird  daher  zu  schwach, 
nnd  dann  lassen  Sie  den  fertigen  Stempelaufdruck  zu  lange  liegen,  sodaß 
er  breit  läuft.  Die  undeutliche  Schrift  kann  nur  durch  Aetzen  (Blank- 
ätze) oder  Schleifen  entfernt  werden.  Sie  tnn  wahrscheinlich  besser,  die 
Flaschen  in  die  Brocken  zn  werfen  nnd  nene  anzufertigen,  denn  es  ist 
doch  kaum  anzunehmen,  daß  Sie  einen  größeren  Posten  derartiger  Flaschen 
haben,  da  man  doch  bei  Vornahme  einer  nnbekannten  Arbeit  erst  Versuche 
mit  einigen  Stucken  anstellt  nnd  nicht  gleich  einen  großen  Posten  anfer- 
tigt nnd  dann  erst  untersucht,  ob  die  Sache  gut  gelingt. 


Neue  Fragen. 
Keramik. 

87.  Worauf  ist  der  schivarze  Ausschlag  des  Porzellans  zurück- 
zuführen, der  beim  Einschmelzen  der  Dekore,  besonders  keramischer  Drucke, 
zutage  tritt,  und  wie  ist  dieser  Uebelstand  zu  beseitigen?  Handelt  es  sich 
bei  dieser  Erscheinung  um  als  C02  oder  CO  beim  Scharf  brand  eingelagerten 
Kohlenstoff,  der  in  der  Schmelze  reduziert  wird,  und  sind  gewisse  Roh- 
materialien besonders  empfänglich  ?  Ich  habe  beobachtet,  daß  der  organische 
Abziehlack  das  Ausschlagen  stark  begünstigt;  bei  Geschirren  mit  nur  Rand, 
Band  oder  Staffage  tritt  der  Fehler  höchst  selten  auf. 


Gla«. 

72.  Wir  haben  eine  größere  Menge  Pech  vorrätig,  das  zum  Aufkitten 
von  Brillengläsern  dienen  soll;  es  ist  aber  qualitativ  derartig,  daß  die 
Gläser  beim  Schleifen  darauf  nicht  halten,  und  zwar  weil  das  Pech  weich 
wird  und  die  Gläser  infolgedessen  keinen  festen  Sitz  mehr  haben.  Welche 
Beimischungen  müssen  dem  Pech  zugesetzt  werden  und  in  welcher  Menge, 
damit  es  verwendet  werden  kann? 

73.  Wer  liefert  Maschinen  zur  Trennung  von  Koks  und  Generatoren- 
asche? 

74.  Gibt  es  eine  wirkliche  Blau-  und  Grünätze  auf  Glas  ent- 
sprechend der  Gelb-  und  Rotätze,  d.  h.  daß  durch  nachträgliches  Ein- 
brennen von  Metallverbindungen  in  der  Muffel  ev.  in  reduzierendem  Feuer 
ein  vor  allem  gleichmäßiges,  ferner  auch  in  der  Durchsicht  leuchtendes 
Blau  bezw.  Grün  entsteht,  also  nicht  nach  Art  der  gewöhnlichen  Reduktions-, 
Irisier-  und  Düster  färben?  —  Die  Ausführungen  von  Dr.  Springer  in 
der  Keram.  Rundschau  1916,  Nr.  33,  sind  uns  bekannt;  es  soll  aber 
neuerdings  eine  wirkliche  Blau-  und  Grünätze  geben.    Wer  liefert  sie? 

75.  Wer  liefert  das  Abfärbemittel  „Matador"? 

76.  Wer  liefert  Asbeststeine  für  die  Füllung  von  Kühlofeniüren? 

Briefkasten  der  Redaktion. 

Sch.  A.  in  C.  Ueber  das  Säurepolieren  des  Glases  finden  Sie 
einen  ausführlichen  Aufsatz  in  Nr.  36  des  Sprechsaal  1918. 


Nach  kurzer,  schwerer  Erkrankung  verschied  das  Vorstandsmitglied  unserer  Gesellschaft 

Herr  Direktor 

Heinrich  Kupfer. 

Aufs  Tiefste  erschüttert  beklagen  wir  den  Heimgang  eines  Mannes,  der,  ausgestattet  mit  hervor- 
ragenden Geistesgaben,  durch  seine  Schaffensfreudigkeit  und  sein  ausgeprägtes  Pflichtbewußtsein,  an  der 
Entwicklung  unserer  Gesellschaft  bedeutenden  Anteil  hatte.  , 

Seine  vornehme,  gerechte  Denkart,  die  Liebenswürdigkeit  in  seinem  Wesen  gewann  ihm  aller  Herzen, 
und  so  verlieren  wir  in  ihm  nicht  nur  einen  treuen  und  erprobten  Förderer  unseres  Werkes,  sondern  auch 
einen  lieben  Freund,  dessen  Namen  und  Wirken  bei  uns  stets  einen  besonderen  Klang  haben  und  in  der 
Geschichte  unserer  Gesellschaft  fortleben  wird. 

Fürth,  den  10.  Juni  1922. 

Aufsichtsrat  und  Vorstand  der 
Tafel-,  Salin-  und  Spiegfeiglasfabriken  A.Q. 


achruf. 


Nach  kurzem,  schwerem  Leiden  wurde  uns  am  10,  ds.  Mts.  das  Vorstandsmitglied  unserer  Gesellschaft 

Herr  Direktor  Heinrich  Kupfer 

mitten  aus  seinem  arbeitsreichen  und  erfolggekrönten  Leben  durch  den  Tod  entrissen. 

Tieferschüttert  betrauern  wir  in  dem  leider  allzufrüh  von  uns  Gegangeneu  einen  hochverehrten  Vorgesetzten, 
ein  Vorbild  von  Schaffensfreudigkeit,  Tatkraft  und  unermüdlicher  Pflichterfüllung. 

Seine  wohlwollende  Fürsorge  und  sein  offener  Charakter  sichern  ihm  ein  dauerndes  dankbares  und 


treues  Gedenken. 


Die  Beamten  und  Arbeiter  der 
Tafel-,  Salin-  und  Spiegelglasfabriken  A.-G. 

Werke:    Fürth,  Mitterteich,  Weiden. 


(65.  Jahrgang.) 


Coburg,  den  22.  Juni  1922. 


Nummer  25 


Zeitschrift  für  bie  Keramischen,  Glas-  unb  uerwanbten  Inbustrien 


iPrämiiert :  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
|Prämiiert:  St.  Louis  1904  Goldene  Medaille 
[■Prämiiert :  Bugra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint   wöchentlich   einmal  Donnerstags 


Fernsprecher  Nr.  59.  /  Telegramm- Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
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Bezugspreis;  Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  bei  der  Post  bestellt  für  das  III.  Vierteljahr  Jt  35. — 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  3.—,  Stellengesuche  Ji  1.50 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

 Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten.  


Ueber  die  Beschaffenheit  der  Schmelztiegel 
in  der  Silikatanalyse. 

(Nachdruck  verboten.) 

In  dem  Journal  of  the  Washington  Academy  of  Sciences, 
Wol.  11,  Nr.  1  (1921),  teilt  Henry  S.  Washington  vom  Geophy- 
sikalischen Laboratorium,  Carnegie  Inst,  of  Washington,  seine 
Erfahrungen  über  die  Verwendung  von  Palladium-Gold-  und 
Iridium-Platih-Tiegeln  bei  der  Schmelzung  von  Gesteinspulvern 
mit  Natriumkarbonat  mit.  Die  erstere  Legierung,  kurz  „Palau" 
genannt,  ist  ein  vor  wenigen  Jahren  eingeführter  Platinersatz 
nnd  besteht  aus  80  Teilen  Gold  und  20  Teilen  Palladium.  Ein 
Meiner  Iridiumzusatz  macht  das  Platin  steifer. 

Beim  Silikataufschluß  mit  Soda  hängt  der  Schmelzkuchen 
an  der  Wandung  des  Platin-  oder  Platin- Iridium- Tiegels  zuweilen 
hartnäckig  fest,  sodafi  man  zur  Lösung  der  Schmelze  längere 
Zeit  digerieren  muß,  wodurch  stets  ein  Verlust  an  Zeit  und 
bisweilen  auch  an  Substanz  entsteht.  Dieses  ungünstige  Ver- 
halten wird  in  vielen  Fällen  durch  Einbeulungen  oder  andere 
Unregelmäßigkeiten  in  dem  Boden  oder  der  Wandung  des  Tiegels 
»Verursacht,  wie  sie  durch  fahrlässige  Behandlung,  wie  z.  B. 
(Drücken  des  Tiegels  zur  Entfernung  der  Schmelze  entstehen. 
.Auch  durch  andere  Umstände  wird  dieses  Verhalten  befördert, 
so  z.  B.  die  Rauhheit  der  Innenfläche  der  Platintiegel,  den 
vorzeitigen  Versuch,  die  Schmelze  vor  völliger  Abkühlung  zu 
•entfernen  u.  a. 

Tiegel  aus  reinem  Platin  sind  sehr  weich  und  können  an- 
scheinend innenseitig  nicht  genügend  poliert  werden,  sodaß  ein 
leichtes  Ablösen  der  Schmelze  nur  selten  möglich  ist.  Für  ge- 
wöhnliche Glühzwecke  erfüllen  sie  natürlich  ihren  Zweck  wunder- 
bar, da  sie  einen  ganz  geringen  Gewichtsverlust  zeigen,  der 
vernachlässigt  werden  kann.  Tiegel  aus  Platin  mit  einem  ge- 
ringen Iridiumzusatz  haben  sich  als  viel  geeigneter  für  den 
Aufschluß  mit  Soda  erwiesen.  Sie  sind  steifer  als  reines  Platin, 
verbeulen  sich  daher  weniger  leicht  und  lassen  sich  besser 
polieren  Der  Schmelzkuchen  löst  sich  besser  los  als  bei 
reinem  Platin,  wenn  er  auch  gelegentlich  noch  haften  bleibt. 
Am  leichtesten,  raschesten  und  vollständigsten  lassen  sich  die 
Sodaschmelzen  aus  Gold-Palladium- Tiegeln  entfernen.  In  jedem 
Falle  trat  die  Loslösung  des  Schmelzkuehens  von  der  Wandung 
des  Palau- Tiegels  rasch  und  völlig  ein,  wenn  man  beides  mit 
etwas  Wasser  (sodaß  die  Schmelze  bedeckt  war)  schwach  er- 
hitzte. Das  günstige  Verhalten  des  Palau-Tiegels  ist  umso  be- 
merkenswerter, als  er  an  der  Berührungsstelle  mit  dem  unter- 
stützenden Dreieck  leicht  eingebeult  war.  Offenbar  erweicht 
der  Palau- Tiegel  bei  starkem  Glühen  mehr  als  ein  Platin-  oder 


Platin-Iridium-Tiegel.  Daher  darf  man  als  Auflage  für  einen 
Palau- Tiegel  auch  kein  Platindraht-Dreieck  benutzen,  weil  sonst 
Legierung  eintreten  kann,  sondern  man  muß  ein  Dreieck  mit 
Röhren  aus  geschmolzener  Kieselsänre  oder  aus  Pfeifenton  ver- 
wenden. 

Die  Palau-Legierung  ist  härter  und  steifer  und  vor  allem 
auch  besser  polierbar,  doch  dürfte  dies  zwar  der  hauptsächlichste, 
aber  nicht  der  einzige  Grund  für  das  oben  geschilderte  günstige 
Verhalten  sein,  denn  die  Iridium-Platinlegierung  ist  in  jener  Be- 
ziehung der  Palau-Legierung  fast  gleichwertig.  Es  mögen  aber 
auch  noch  andere  Faktoren  in  Frage  kommen  für  die  mit  der 
Gold-Palladium-Legierung  erzielten  günstigen  Ergebnisse.  Jeden- 
falls beweisen  letztere,  daß  Palau  sowohl  dem  Platin-Iridium 
als  auch,  und  zwar  in  noch  höherem  Maße,  dem  reinen  Platin 
für  den  Zweck  der  Schmelzung  mit  Soda  in  der  Gesteinsanalyse 
überlegen  ist. 

Es  dürfte  weiter  von  Interesse  sein,  welche  Gewichtsverluste 
der  Palau-Tiegel  und  der  Platin-Iridium-Tiegel  bei  der  Vornahme 
einer  ziemlich  großen  Zahl  von  Silikataufchlüssen  mit  Soda 
(je  1  g  Silikatpulver  +  5  g  Na2C03)  in  ihnen  erlitten: 

Der  Palau-Tiegel  hatte  ein  Anfangsgewicht  von  32,0712  g, 
das  während  47  Schmelzen  ziemlich  stetig  und  regelmäßig 
auf  32,0613  g  herabging.  Der  Gewichtsunterschied  betrug  ins- 
gesamt also  0,0099  g,  d.  s.  durchschnittlich  rund  0,2  mg  bei 
jeder  Schmelzung. 

Das  Anfangsgewicht  des  Iridium-Platin-Tiegels  (Gehalt  an 
Ir  war  unbekannt)  betrug  30,0755  g,  sein  Endgewicht  nach  21 
Schmelzungen  bei  stetiger  Abnahme  30,0656  g.  Der  gesamte 
Gewichtsverlust  ist  also  0,0099  g  und  der  durchschnittliche 
0,00047  g.  Letzterer  ist  also  mehr  als  doppelt  so  hoch  wie  der 
beim  Palau-Tiegel.  Vermutlich  beruht  dies  auf  der  Verflüch- 
tigung von  Iridium  beim  Glühen. 

Wir  nehmen  an,  daß  die  mitgeteilten  modernen,  kerami- 
mischen  Erfahrungen  auch  den  deutschen  Silikatchemiker 
interessieren,  weshalb  wir  glaubten,  ihnen  Raum  geben  zu 
sollen. 


Das  Pyrexglas  der  C.  GL  W.  (IL  S.  A). 

(Nachdruck  verboten.) 

In  dem  sehr  interessanten  Artikel  mit  dem  obigen  Titel 
von  Herrn  Dr.  Oskar  Lecher  sind  einige  Punkte,  die  nicht  voll- 
ständig klar  sind  und  vielleicht  noch  einer  Erläuterung  oder 
Ergänzung  bedürfen.  Aus  diesem  Grunde  seien  dieselben  hier 
angeführt. 

Zunächst  ein  kleiner  Widerspruch,  der  wahrscheinlich  durch 
einen  Druckfehler  bedingt  ist.   Es  heißt  einmal:  „Im  Laufe  der 


266  —  Nr.  95 


SPRECHSAAL  —  COBURG. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


systematischen  qualitativen  Analyse  wurden  gefanden:  Kalk  .... 
fehlt,  Magnesia  ....  vorhanden  usw.";  einige  Zeilen  später  heißt 
es  dann:  „Die  quantitative  Analyse  ergab  CaO  .  .  .  0,70 °/0,  MgO 
.  .  .  0,57  °/0  .  .  .".  Danach  wäre  also  etwas  mehr  Kalk  als 
Magnesia  vorhanden.  In  einem  der  beiden  Sätze  maß  daher 
ein  Fehler  vorliegen. 

Zum  Schiasse  des  Artikels  ist  eine  Gegenüberstellung  von 
Jenaer  Glas  59  III,  Pyrexglas  und  Qaarzglas  angegeben,  welche 
wahrscheinlich  einen  Fehler  insofern  enthält,  als  die  darin 
angeführten  Ausdehnungskoeffizienten  für  Quarzglas  und  Jenaer- 
glas  59  III  kubische  sind,  während  der  Koeffizient  für  Pyrex- 
glas wohl  linear  sein  dürfte.  Das  ist  aus  folgendem  zu 
schließen: 

Errechnet  man  den  Ausdehnungskoeffizienten  nach  dem 
Additivitätsgesetz  von  Schott,  das  zwar  nicht  ganz  so  richtig 
ist  wie  häufig  angenommen  wird,  aber  doch  angenähert 
richtige  Werte  liefert,  so  erhält  man  für  das  Jenaer  Glas  59  III 
einen  kubischen  Ausdehnungskoeffizienten  von  3oc=193XlO~7, 
während  der  tatsächliche,  an  solchem  Glas  gemessene  Aus- 
dehnungskoeffizient 1Y7X10-7  beträgt,  also  etwas  kleiner  als 
der  errechnete  ist. 

Berechnet  man  nun  auch  den  kabischen  Ausdehnungs- 

koeffizienten  für  Pyrexglas,  so  findet  man  3a  =  128Xl0  .  Der 
lineare  Koeffizient  wäre  dann  ijs,  also  a=0.0000043.  Man  sieht, 
daß  dies  fast  derselbe  Wert  ist,  den  die  Tabelle  aufweist 
(0.0000040).  Scheinbar  ist  demnach  in  der  letzteren  der  kubische 
Ausdehnungskoeffizient  von  Qaarzglas  und  Jenaer  Glas  mit 
dem  linearen  von  Pyrexglas  verglichen,  wodurch  natürlich  das 
letztere  bedeutend  besser  wegkommt. 

Es  sollten  daher  die  Vergleichszahlen  richtig  folgender- 
maßen lauten: 

59  III  .    .   .    .   Soc  =  0.0000177 

Pyrexglas    .    .    3  a  =  0.0000120  statt  0.0000040 

Qaarzglas   .    .    3  «==0.0000015 

Der  Unterschied  zwischen  Jenaer  Glas  59  III  und  Pyrexglas 
ist  dadurch  ganz  bedeutend  verringert  worden,  und  zwar  von 
40  gegenüber  177  auf  120  gegenüber  177,  und  die  Ansicht  des 
Herrn  Dr.  Lecher,  daß  eine  Patentierung  in  Deutschland  nicht 
erfolgen  kann,  wird  dadurch  nur  umso  begründeter. 

Im  übrigen  wäre  noch  hinzuzufügen,  daß  für  die  Beurteilung 
der  Wärmewiderstandsfähigkeit  nicht  allein  der  thermische 
Ausdehnungskoeffizient  maßgebend  ist.  Denn  obwohl  er  die 
Hauptrolle  spielt,  haben  noch  neben  ihm  die  mechanische 
Festigkeit  und  der  Elastizitätsmodul  einen  mitbestimmenden 
Einfluß,  ja  in  geringem  Maße  spielen  auch  spezifische  Wärme 
und  Wärmeleitfähigkeit  eine  Rolle.  Berücksichtigt  man  noch 
diese  Einflüsse,  so  zeigt  sich  auch  hierin  ein  Vorsprung  des 
Pyrexglases  gegenüber  dem  Jenaer  Glas  59  III.  Za  erwähnen 
wäre  aber,  daß  Jena  noch  über  andere  Glassorten  verfügt, 
welche  erheblich  wärmewiderstandsfähiger  sind,  als  das 
Glas  59  III.    Dr.  W.  K. 

Neuregelung  der  Zollzusohläge 
in  der  Tschechoslowakei. 

In  der  Tschechoslowakei  ist  mit  Wirkung  vom  1.  1.  22 
eine  Neuregelung  der  Zollzuschläge  erfolgt.  Der  Zolltarif 
selbst  ist  ohne  Aenderung  geblieben,  jedoch  sind  die  für  die 
einzelnen  Tarifpositionen  auch  bis  dahin  bereits  vorgesehenen 
Koeffizienten  für  fast  alle  Industriezweige  erhöht  worden.  Der 
höchste  nunmehr  zur  Anwendung  gelangende  Koeffizient  stellt 
sich  auf  80.  Der  zu  entrichtende  Zollbetrag  wird  in  der  Weise 
berechnet,  daß  der  Grundtarif  mit  dem  zugehörigen  Koeffizienten 
multipliziert  wird. 

Die  neue  Zollregelung  in  der  Tschechoslowakei  war  seit 
Oktober  v.  J.  Gegenstand  der  eingehendsten  Beratungen,  zu 
denen  Industrie  und  Handel  mit  hinzugezogen  worden  sind. 
Die  Voraussetzungen,  unter  denen  in  den  letzten  Monaten  des 
abgelaufenen  Jahres  die  tschechoslowakischen  Zollsätze  neu 
festgesetzt  wurden,  waren  bereits  am  Tage  des  Inkrafttretens 
des  neuen  Tarifes  nicht  mehr  zutreffend,  da  sich  die  wirt- 
schaftliche Lage  innerhalb  dieser  Zeit  geändert  hatte.  Als  die 
Festsetzung  der  neuen  Zollzuschläge  erfolgte,  war  die  tschecho- 
slowakische Krone  leicht  im  Sinken  begriffen.  Beim  Inkraft- 
treten der  Neuregelung  hatte  dieselbe  aber  einen  Aufstieg  be- 
gonnen. Mit  dem  Steigen  der  tschechoslowakischen  Krone 
hob  sich  automatisch  die  Höhe  der  Zollbelastung.  Die  aus- 
ländische Konkurrenz  hatte  schwer  mit  der  Industrie  der 
Tschechoslowakei  zu  kämpfen,  für  die  tschechoslowakische  In- 
dustrie wurde  der  Zollschutz  immer  wirksamer.  Es  ist  ohne 
weiteres  klar,  daß  ein  mit  festen  Koeffizienten  ausgestatteter 
Zolltarif  keinen  Ideal«ustand  darstellen  kann,  da  er  in  keiner 
Weise  den  gerade  in  den  gegenwärtigen  Zeitverhiltnissen 
starken  Valutaschwankungen  Rechnung  zu  tragen  imstande  ist. 
Diesen  Anforderungen  Genüge  zu  leisten  vermag  nur  ein  Tarif, 
bei  dem  sich  durch  ein  einfaches  Verfahren  die  Höhe  der  Z  u- 


schlagsprozente  den  jeweiligen  Valutaverhältnissen  anpassen 
läßt. 

Die  tschechoslowakische  Regierang  trag  sich  zuerst  mit 
der  Absicht,  die  Anträge  der  in  Frage  kommenden  Verbände 
und  Körperschaften  in  den  bereits  seit  längerer  Zeit  in  Be- 
arbeitung befindlichen  neuen  autonomen  Zolltarif  hineinzu- 
arbeiten, und  auf  diese  Weise  gleich  eine  vollständige  Revision 
des  Tarifes  herbeizuführen.  Von  diesem  Vorhaben  ist  man 
dann  aber  wieder  abgekommen,  da  sich  die  scharf  gegenüber- 
stehenden Interessen  der  Produzenten  und  Konsumenten  nicht 
in  so  kurzer  Zeit  ausgleichen  ließen,  wie  man  dies  für  eine 
Neuregelung  der  Zölle  für  erforderlich  erachtete.  Man  hat  sich 
infolgedessen  vorerst  damit  begnügt,  die  meisten  Industriezölle 
durch  Abänderung  der  Zollzuschläge  zu  erhöhen,  um  den 
Aenderungen  der  Weltmarktpreise  und  insbesondere  den  ge- 
änderten Valutaverhältnissen  und  dem  Markkurse  Rechnung 
zu  tragen.  Durch  die  vorliegenden  Erhöhungen  ist  den  An- 
trägen der  tschechoslowakischen  Industrie  im  weitesten  Um- 
fange Rechnung  getragen  worden.  Diese  wies  darauf  hin,  daß 
andere  Länder,  wie  z.  B.  Amerika,  England  und  Frankreich, 
ebenfalls  erhebliche  Zollerhöhungen  vorgenommen  hätten,  und 
machten  weiter  geltend,  daß  weitgehendste  Zollerhöhungen 
unter  allen  Umständen  gegen  die  Konkurrenz  der  valuta- 
schwachen Länder  erforderlich  wären.  So  sind  dann  die 
tschechoslowakischen  Zölle  durchschnittlich  um  70  bis  200  °/0 
erhöht  worden.   Einige  Zölle  sind  auch  verdreifacht  worden. 

Man  hat  sich  bei  der  Festlegung  der  neuen  Zollzuschläge 
nicht  nur  von  dem  Gedanken  leiten  lassen,  durch  diese  Maß- 
nahme einen  wirksamen  Schutz  der  heimischen  Industrie  her- 
beizuführen, sondern  man  ist  auch  von  dem  Gesichtspunkte 
ausgegangen,  daß  man  sich  ein  Instrument  schaffen  wollte,  das 
geeignet  wäre,  ausländischen  Staaten  Veranlassung  zu  geben, 
mit  der  Tschechoslowakei  Verhandlungen  über  Vertragszölle 
anzubahnen.  Diesen  Gedanken  gab  unter  anderen  der  tschecho- 
slowakische Handelsminister  in  einer  Rede  Ausdruck.  Er 
führte  in  derselben  aus,  daß  die  Neuregelung  der  Zölle  vor 
allem  die  Grundlage  für  die  zukünftige  Handelspolitik  dem 
Auslande  gegenüber  darstellen  sollte.  Das  Ausland  habe  sich 
durch  Erhöhung  der  Zölle  und  durch  anderweitige  Maßnahmen 
gegen  die  Konkurrenz  namentlich  der  valutaschwachen  Länder 
in  weitgehendster  Weise  geschützt.  Es  sei  unvermeidlich,  daß 
die  Tschechoslowakei  demgegenüber  gleichen  Schritt  halten 
müsse.  Gleichzeitig  müsse  man  aber  im  Auge  behalten,  auf 
welche  Weise  die  Waffe  des  Zolltarifes  als  Instrument  fried- 
lichen wirtschaftlichen  Verhandeins  umgestaltet  und  ausgenutzt 
werden  könnte.  Eine  tatkräftige  erfolgversprechende  Handels- 
politik sei  „ohne  einen  entsprechenden  Zolltarif  mit  Zöllen,  die 
allen  Bedürfnissen,  auch  denen  der  Verhandlungspolitik  selbst, 
angepaßt  seien,  ein  Ding  der  Unmöglichkeit. 

Um  ersichtlich  zu  machen,  wie  hoch  die  nunmehr  in  Kraft 
getretenen  Zölle  im  Vergleich  zu  dem  früheren  Zustande  sind, 
haben  wir  nachstehend,  abgesehen  von  den  Grundzöllen  selbst, 
die  alten  Koeffizienten  neben  den  neuen  mit  aufgeführt. 


Die  tschechoslowakischen  Zollbeträge. 


Tarif- 
Nr. 


Bezeichnung  der  Waren 


Grand- 
tarif Koeffizient 

in  Kronen    Eeu  ait 
für  100  kg 
155    Gips : 

a)  roh;  auch  gemahlen  .....   zollfrei   —  — 

b)  gebrannt  •  zollfrei   —  — 

147    Schmirgel : 

a)  roh  zollfrei   —  — 


b)  gekörnt,  gemahlen,  geschlämmt 
Glas  und  Glaswaren. 

368  Glasmasse ;  Email-  und  Glasurmasse ; 

gemahlenes  Glas  (Glasstaub)     .  . 

369  Glasstängelchen,    Glasplättchen  und 

Glasröhrchen  ohne  Unterschied  der 
Farbe  (wie  solche  zur  Perlenbe- 
reitung, Kunstbläserei  und  Knopf- 
fabrikation gebraucht  werden)  .  . 

Hohlglas : 

370  Hohlglas,  gemeines,    das    ist  unge- 

schliffen, ungemastert,  unabge- 
rieben,  ungepreßt: 

a)  in  seiner  natürlichen  Farbe,  je- 
doch nicht  weiß  

b)  weiß,    auch    halbweiß  (durch- 
sichtig)    ......  brutto 

c)  farbig  (in  der  Masse  gefärbt  oder 
überfangen)  .  

371  Hohlglas     mit     nur  eingeriebenen 

Stöpseln  oder  abgeriebenen  Böden 
oder  Rändern; 


2,00  10 


3,60   '  10 


3,60  10 


5,00 

13 

13 

10,00 

13 

13 

30,00 

13 

13 

189S.  (8&.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Wj.  25  —  287 


Tarif- 
Nr. 


Bezeichnung  der  Waren 


372 


7 


'8 
379 

380 

381 


382 


383 


384 


385 


Grand- 
tarif 
in  Kronen 
für  100  kg 

a)  in  seiner  natürlichen  Farbe  oder 
weiß  (durchsichtig)  .   .  brutto 

b)  farbig  (in  der  Masse  gefärbt 
oder  überfangen)  

Hohlglas,  raffiniert : 

a)  geätzt,  geschliffen,  gemustert, 
abgerieben  oder  geschnitten: 

1.  in  seiner  natürlichen  Farbe 
oder  weiß  (durchsichtig)  .  . 

2.  farbig  (in  der  Masse  gefärbt 
oder  überfangen)  

b)  bemalt,  vergoldet,  versilbert 

c)  mit  Glas  übersponnen  oder  mit 
Auflagen  von  Glas  versehen 

Glaskolben  (Glasbirnen)  für  elektrische 
Glühlampen  

Gepreßtes  und  massives  Glas,  nicht 
besonders  benanntes: 

a)  roh,  auch  verwärmt,  auch  mit 
abgeschliffenen  Rändern  oder 
Böden,  naturfarbig  oder  weiß 
(durchsichtig)  .  

b)  anderes  (farbig,   bemalt  usw.) 
Tafelglas: 

Spiegel-  und  Tafelglas,  nicht  beson- 
ders benanntes,  roh,  ungeschliffen, 
nicht  poliert,  nicht  gemustert, 
nicht  belegt,  nicht  gefärbt: 

a)  Spiegelglas,  gegossen  oder  ge- 
blasen; rohes  Gußglas  in  der 
Stäike  von  mehr  als  5  mm  .  . 

b)  Tafelglas  und  rohes  Gußglas  in 
in  der  Stärke  von  5  mm  und 
darunter  mit  einem  Umfange  der 
einzelnen  Tafel  von: 

1.  240  cm  oder  darunter  brutto 

2.  über  240  bis  40©  cm  brutto 

3.  über  400  cm    .    .    .  brutto 
Spiegel-  und  Tafelglas,  nicht  beson- 
ders   benanntes,    gefärbt,  unge- 
schliffen, nicht  poliert,  nicht  ge- 
mustert, nicht  belegt    .    .  brutto 

Spiegel-  und  Tafelglas,  nicht  beson- 
ders benanntes,  geschliffen,  poliert, 
gemustert,  gebogen,  auch  gefärbt 
oder  überfangen: 

a)  nicht  facettiert,  nicht  belegt  brutto 

b)  facettiert,  jedoch  nicht  belegt; 
Kathedralglas,  auch  weiß  brutto 

c)  belegt  brutto 

Anmerkung.  Spiegel-  und  Tafel- 
glas, bemalt,  vergoldet  oder  versilbert,  anch 
durch  Auftragen  oder  Einbrennen  von  Farben 
gemustert,  ist  nach  der  Tarifnummer  377  c 
zu  behandeln. 

Eingerahmte  Spiegel   • 

Drahtglas  (gegossene  Tafeln  oder 
Platten  mit  Drahteinlagen)  brutto 

Trockenplatten  für  photographische 
Zwecke,  lichtempfindliche  brutto 

Optisches  Glas,  roh,  nicht  zu  Linsen 
geschliffen,  in  Stücken,  Tafeln  oder 
in  Linsenform,  gegossen,  gepreßt 
oder  geschnitten,  auch  unge- 
schliffen, weiß  oder  farbig    .    .  . 

Gläser  für  Taschenuhren,  Brillengläser 
und  andere  optische  Gläser,  ge- 
schliffen   

Glasperlen : 

a)  aus  weißem  oder  farbigem  Glase, 
jedoch  nicht  bemalt,  vergoldet  oder 
versilbert  

b)  bemalt,  vergoldet  oder  versilbert 

c)  Imitationen  echter  Perlen  .  . 
Glasbehänge,  massive,  zu  Kronleuch- 
tern usw.,  auch  farbig,  geschliffen, 
mit  oder  ohne  Oesen ;  Glasgespinst, 
auch  gefärbt  

Glasknöpfe,  mit  oder  ohne  Oesen,  Glas- 
kügelchen,  Glastropfen,  auch  aus 
farbigem  Glase: 


Koeffizient 
neu  alt 


10,00 

13 

13 

30,00 

13 

13 

20,00 

13 

13 

30,00 

13 

13 

30,00 

13 

13 

30,00 

13 

13 

30,00 

13 

13 

20,00 

13 

13 

30,00 

13 

13 

4,00 

16 

13 

1U,UU 

Cid 

2U 

1  9 

16 

11,00 

16 

13 

13,00 

16 

13 

24,00 

16 

13 

28,00 

16 

13 

30,00 

16 

13 

33,00 

16 

13 

4000 

16 

13 

24,00 

16 

13 

30,00 

30 

7 

3,60 

■  7 

7 

180,00     13  13 


5,00 
30,00 
240,00 


20  13 
13  13 
j3  13 


5,00     13  13 


Tarif- 
Nr. 


Bezeichnung  der  Waren 


Grund- 
tarif 
in  Kronen 
für  100  kg 


Koeffizient 
neu  alt 


386 
387 


a)  weder  bemalt,  noch  vergoldet 
oder  versilbert  

b)  bemalt,  vergoldet  oder  versilbert 

Unechte  Steine,  ungefaßt  

Arm-    und    Halsbänder    aus  Glas; 

Arbeiten  aus  Glasperlen  (mit  Aus- 
nahme der  Imitationen  echter 
Perlen),  aus  unechten  Steinen, 
Glasplättchen,  Glasgespinst  und 
dergleichen,  auch  in  Verbindung 
mit    gewöhnlichen    oder  feinen 


5,00 
30,00 
30,00 


388 


Glas-  und  Emailwaren,  nicht  besonders 
benannte : 

a)  auch  in  Verbindung  mit  anderen 
als  den  unter  b  bis  d  genannten 
Materialien  

b)  in  Verbindung  mit  Kautschuk, 
Leder  oder  mit  nicht  vernickelten 
Bestandteilen    aus  Eisen  oder 


c)  in    Verbindung    mit  anderen 
feinen  Materialien  

d)  in    Verbindung    mit  feinsten 


389 
390 

392 

398 


399 
400 


Künstliche  Zähne  ohne  Montierung  aus 


Waren  dieser  Klasse  mit  Montierungen 
aus  Edelmetallen: 


4,00 
1,80 


401 


b) 


c) 


402 
403 

404 


405 

406 
407 


b)  aus  Silber  

Feuerfeste  Steine  aus  Quarzit,  in 
Ziegelform,  behauen  oder  gefugt: 

a)  im  Einzelgewichte  bis  zu  5  kg 

b)  im  Einzelgewichte  über  5  kg  . 
Wärmeschutzmassen    aus  Kieselgur, 

gemengt  mit  Asbest,  Haaren,  Säge- 
spänen u.  dergl  

Zement  

Waren  aus  Zement  oder  Gips,  nicht 
besonders  benannte,  auch  in  Ver- 
bindung mit  Holz  oder  grob  gear- 
beiteten Bestandteilen  aus  Eisen 
oder  anderen  unedlen  Metallen: 

a)  weder  geschliffen,  noch  ange- 
strichen oder  lackiert  .... 

b)  geschliffen,  angestrichen  oder 
lackiert   

Asbestwaren : 

a)  Asbestpapier  und  Asbestpappen, 
beides  ungeformt  .    .  . 
desgl.,  geformt,  auch  durchlocht 
ungeformt    oder    geformt  mit 

Drahteinlagen  

Asbestgespinste,  auch  in  Ver 
bindung  mit  anderen  Spinn 
materialien  oder  Drähten  .  . 

d)  Asbestgewebe,  auch  in  Verbin 
dung  mit  anderen  Spinnmate 
rialien  oder  Drähten    .    .  . 

e)  andere   Asbestwaren,    auch  in 
Verbindung   mit   anderen  Ma 
terialien  

Mühlsteine,  auch  mit  eisernen  Reifen 

oder  Metallhülsen    .    .    .    .  . 
Natürliche  Schleif-  und  Wetzsteine 

a)  ohne  Verbindung      .    .    .    .    .  1,20 

b)  in  Verbindung  mit  Holz,  Eisen 
oder  anderen  unedlen  Metallen 

Künstliche  Schleif-  und  Wetzsteine, 
auch  in  Verbindung  mit  Holz,  Eisen 
oder    anderen  unedlen  Metallen: 

a)  aus  Schmirgel,  Karborundum 
oder  ähnlichen  harten  Schleif- 
mitteln  22,00 

b)  andere   

Mineralische  Putz-,  Schleif-  und  Polier 

mittel^  für  den  Detailverkauf  ad 

justiert     .  12,00 

Schleif  papier  12,00 

Schleiftuch,  Schleifbänder  und  der- 
gleichen Schleifmittel  


3,60 


7,00 


12,00 


30,00 


30,00 


48,00 


13 
13 
13 


10 
15 


13 
13 
10 


120,00 

13 

13 

36,00 

■ 

13 

13 

72,00 

13 

13 

120,00 

13 

13 

240,00 

13 

13 

240,00 

20 

10 

850,00 

16 

16 

600,00 

16 

16 

2,00 

3 

3,00 

3 

3 

10 
7 


10  10 

10  10 

15  7 

20  10 

20  10 

20  10 


72,00 

15 

10 

1,20 

7 

7 

1,20 

7 

7 

8,00 

7 

7 

22,00 

J0 

10 

12,00 

10 

10 

12,00 

7 

7 

12,00 

20 

10 

16,00 

20 

10 

288  —  Nr.  25 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1922.  (65.  Ifahrgang.) 


Tarif 
Nr. 


411 


412 
413 


414 


415 


416 
417 


418 


419 


420 


421 


422 


423 


424 


Grund- 
Bezeichnung  der  Waren  in  Kronen 

für  100  kg 

Tonwaren. 
Ziegel,    nicht   feuerfeste,  unglasiert: 

a)  gewöhnliche  Mauer-,  Dach-  und 
Pflastersteine  aus  Ton  (Lehm), 
ungebrannt  oder  gebrannt    .    .  0,20 

b)  Fassonziegel  (Keil-,  Radial-,  ge- 
lochte Ziegel  usw.),  Verblender, 
Schwimmziegel,  Dachfalzziegel, 
aus  Ton  (Lehm),  ungebrannt 
oder  gebrannt,  nicht  weiter  be- 
arbeitet   3,20 

c)  angestrichen,  imprägniert,  ge- 
dämpft   1,50 

Ziegel,  nicht  feuerfeste,  glasiert   .    .  2,40 
Ziegel,  feuerfeste: 

a)  Dinas-,  Magnesit-,  Bauxit-  und 
Graphitziegel: 

1.  im  Einzelgewichte  bis  5  kg  2,00 

2.  im  Einzelgewichte  über  5  kg  3,00 

b)  andere: 

1.  im  Einzelgewichte  bis  10  kg  1,20 

2.  im  Einzelgewichte  über  10  kg  2,40 
Klinker  und  Pflasterungsmaterial  aus 

gemeinem  Steinzeug   über  30 

Millimeter  stark   2,40 

Tonröhren : 

a)  unglasiert,  porös,  aus  nicht  feuer- 
festem  Material  (Drainröhren)  zollfrei 

b)  glasiert   .  2,50 

Röhren  aus  gemeinem  Steinzeug  oder 

feuerfestem  Material   3,00 

Wand-  und  Bodenbelagplatten  bis  zu 
30  Millimeter  stark  (mit  Ausnahme 
jener  aus  Porzellan): 

a)  unglasiert: 

1.  einfarbig    über   15   bis  30 
Millimeter  stark   3,60 

2.  einfarbig  bislöMillimeter  stark  10,00 

3.  mehrfarbig  über  15  bis  30 
Millimeter  stark   .....  7,20 

4.  mehrfarbig  bis  15  Millimeter 

stark    .  15,00 

b)  glasiert: 

1.  einfarbig   .  12,00 

2.  mehrfarbig,  bemalt,  bedruckt, 
vergoldet  oder  versilbert  .    .  20,00 

Anmerkung.    Wand-  und  Boden- 
belagplatten aus  Porzellan  werden  nach  der 
Tarifnummer  424  b  behandelt. 
Bauornamente  (auch  aus  Terrakotta), 

glasiert  oder  unglasiert    ....  10,00 
Ordinäre  Oefen  und  dergleichen  Ofen- 
bestandteile   7,20 

Retorten,  Schmelztiegel,  Muffeln, 
Kapseln,  Düsen,  Rührscheite  und 
dergleichen  technische  Artikel: 

a)  aus  Graphit   6,00 

b)  aus  feuerfesten  Materialien  oder 
gemeinem  Steinzeug;  dann 
künstliche  Schleif-  und  Wetz- 
steine aus  gebrannten  Erden   .  3,00 

Gewöhnliches  Töpfergeschirr  und  nicht 
besonders  benannte  Waren  aus 
gemeinem    Steinzeug ;  schwarzes 

Graphitgeschirr   3,00 

Gewöhnliches  Töpfergeschirr  aus  ge- 
meiner,   sich    farbig  brennender 

Tonerde   1,80 

Anmerkung.    Die   in  den  Tarif - 
nummern  411  bia  417  al,  420b  und  421,  dann 
422     genannten    Waren    in  Verbindung 
mit  Holz  oder  grob  gearbeiteten  Bestand- 
teilen aus  Eisen  oder  anderen  unedlen  Metallen  6,00 
Isolation«-  und  Montierungsbestandteile 
für  elektrotechnische  Zwecke,  nicht 
in  Verbindung  mit  anderen  Materi- 
alien : 

a)  weiß  20,00 

b)  farbig,  gerändert,  bemalt,  be- 
druckt, verHilbert,  vergoldet     .  36,00 

Porzellan : 

a)  Pfeifenköpfe  und  Pfeifenbestand- 
teile;  Spielzeug  (mit  Ausnahme 


Koeffizient 
neu  alt 


7 
10 


10 
10 

10 
10 


10 


10 
10 

10 

10 

10 

10 


13  10 
13  10 


10  7 

10  7 

10  7 

10  10 

10  7 

10  7 

16  7 


30  10 
30  10 


Grnnd-  . 

Tarif  tarif  Koeffizient 

Nr.  Bezeichnung  der  Waren  fa  ^  ^ 

für  100  kg 

der  Puppenköpfe)  und  Galanterie- 
waren (Nippes  und  Toilette- 
gegenstände) : 

1.  weiß    .   20,00     15  13 

2.  farbig,  gerändert,  bemalt,  be- 
druckt, versilbert,  vergoldet, 
auch  in  Verbindung  mit  ge- 
wöhnlichen Materialien    .   .     40,00     15  13 

b)  anderes: 

1.  weiß  17,00     15  13 

2.  farbig,  gerändert,  bemalt,  be- 
druckt, versilbert,  vergoldet, 
auch  in  Verbindung  mit  ge- 
wöhnlichen Materialien    .    .     36,00     15  13 

Anmerkung.   Puppenköpfe    ...   zollfrei     —  — 

425  Tonwaren,  nicht  besonders  benannte: 

a)  Steingutwaren  für  technische 
und  hygienische  Zwecke,  soweit 
sie  nicht  zu  der  Tarifnummer 
423  gehören: 

1.  einfarbig  15,00     16  10 

2.  zwei-  oder  mehrfarbig,  ge- 
rändert,   bemalt,  bedruckt, 

versilbert,  vergoldet    .   .   .    25,00     15  10 

b)  andere: 

1.  einfarbig  12,00     15  10 

2.  zwei-  oder  mehrfarbig,  ge- 
rändert,   bemalt,  bedruckt, 

versilbert,  vergoldet    .   .   .    20,00     15  10 

426  Tonwaren,  andere  (nicht  anderweitig 

tarifierte)  in  Verbindung: 

a)  mit  gewöhnlichen  Materialien  .     36,00     15  10 

b)  mit  feinen  Materialien  ....  120,00     15  10 

c)  mit  feinsten  Materialien    .    .    .  240,00     15  13 

427  Waren  dieser  Klasse  mit  Montierungen 

aus  Edelmetallen: 

a)  aus  Gold   850,00     16  16 

b)  aus  Silber    .    .  (   600,00     16  16 

542    Montierte  Glaskörper  für  elektrische 

Lichterscheinungen   200,00     20  7 

573  a  Instrumente,  chirurgische  und  andere 
medizinische  Instrumente,  aus  Glas 

für  1  kg      1,20      7  7 

575   Instrumente,  optische: 

a)  Zwicker,  Brillen,  Lorgnetten  und 
andere  Augengläser: 

1.  in  Fassungen  mit  Ausnahme 
solcher  aus  Edelmetallen 

für  1  kg      5,50     10  7 

2.  in  Fassungen  aus  Silber  für  lkg      7,50     10  7 

3.  in  Fassungen  aus  Gold  oder 

Platin  für  1  kg     11,00     10  7 

b)  Operngucker,  Ferngläser  und 
andere    optische   Instrumente : 

1.  in  Fassungen  mit  Ausnahme 

jener  aus  Edelmetallen  für  lkg      4,80     10  10 

2.  in  Fassungen  aus  Silber  oder 

Aluminium  .   .   .   für  1  kg      6,00     10  10 

3.  in  Fassungen  aus  Gold  oder 

Platin  für  1  kg    10,00     10  10 

656    Abfälle  von  der  Glasfabrikation,  auch 

Herdglas,  Glas-  und  Tonscherben   zollfrei   —  — 

Für  die  zolltarifmäßige  Beurteilung  der  Waren  in  Verbindung 
mit  anderen  Materialien  werden,  soweit  diese  Verbindungen  im 
Sinne  der  Durchführungs Vorschriften  zum  Zolltarif  nicht  außer 
Betracht  zu  bleiben  haben  oder  im  Tarife  selbst  über  die  Ver- 
bindung nicht  besondere  Bestimmungen  getroffen  sind,  die  zur 
Verbindung  verwendeten  Stoffe  in  drei  Gruppen  zusammen- 
gefaßt und  im  Tarife  als  feinste,  feine  und  gewöhnliche  Stoffe 
bezeichnet. 

Dieser  Einteilung  gemäß  sind  anzusehen: 

a)  als  feinste  Materialien:  Elfenbein,  Schildpatt,  Perlmutter, 
Bernstein,  Gagat  (echt  oder  imitiert);  Seidenwaren,  Spitzen, 
Stickereien  auf  Textilwaren,  künstliche  Blumen  und  Blattwerk; 
zugerichtete  Schmuckfedern;  Halbedelsteine,  echt  vergoldete 
oder  versilberte  Metalle  (auch  derlei  von  Eisen  oder  Stahl), 
echt  vergoldete  oder  versilberte  leonische  Drähte  oder  Gespinste 
und  Arbeiten  aus  denselben,  sowie  Arbeiten  aus  unechten 
leonischen  Drähten  und  Gespinsten. 

b)  als  feine  Materialien:  Kautschuk,  Leder,  nicht  besonders 
benanntes  Wachstuch,  Wachsmusselin,  Wachstaffet,  Buchbinder- 
leinwand; Bein  oder  Horn,  künstliche  Schnitzstoffe  (mit  Aus- 


1922.  (66:  Jahrgang.) 

nähme  von  Imitationen  der  zu  a  gehörigen  Stoffe) ;  ornamentiertes 
vernickeltes  Eisen  oder  Stahl,  fein  gearbeitete  (ornamentierte, 
vernickelte)  unedle  Metalle,  Nickel,  Aluminium;  Meerschaum 
und  dessen  Imitationen,  Lava,  unechte  leonische  Drähte  und 
Gespinste,  andere  Textilwaren  (mit  Ausnahme  der  unter  a 
genannten);  Verbindungen  mit  Arbeiten  aus  bossiertem  Wachs ; 
Stickereien  (nicht  mit  Seide)  auf  anderen  Stoffen  als  Textil- 
waren. 

c)  als  gewöhnliche  Materialien  alle  jene,  welche  nicht 
unter  a  und  b  besonders  genannt  sind.  Die  mit  Edelmetallen 
montierten  Gegenstände  sind  nach  den  besonderen  Bestimmungen 
im  Tarife  abzufertigen,  sofern  sie  nicht  den  Charakter  von 
Waren  aus  Edelmetallen  besitzen. 

Es  ist  ohne  weiteres  klar,  daß  durch  die  Einführung  der 
neuen  Koeffizienten  in  der  Tschechoslowakei  weitere  Geschäfte 
mit  diesem  Lande  fast  zur  Unmöglichkeit  gemacht  werden. 
Hierdurch  geht  der  deutschen  Industrie  ein  aussichtsreiches 
Absatzgebiet  verloren. 

Bei  der  Gelegenheit  soll  darauf  hingewiesen  werden,  daß 
das  im  Juni  1920  zwischen  Deutschland  und  der  Tschechoslo- 
wakei abgeschlossene  Wirtschaftsabkommen  immer  noch  nicht 
ratifiziert  worden  ist.  Die  Hinderungsgründe  liegen  auf  selten 
der  Tschechoslowakei.  Hier  ist  die  Genehmigung  des  Ab- 
kommens durch  die  gesetzgebenden  Körperschaften  noch  nicht 
erfolgt.   Allerdings  ist  das  Abkommen  durch  Verordnung  der 


Wirtschaft  lich-g- 

Fachschulen,  Unterricht,  Forschung. 

Die  Staatsfachsehul©  für  Glasindustrie  in  Haida  bildet  ihre 
Schiller  zu  KuDst gewerbetreibenden  und  kunstgewerblichen  Zeichnern  im 
allgemeinen  nnd  im  besonderen  für  die  Glasindustrie  und  ahnliche  In- 
dustrien, zu  Glasschneidern,  Malern  und  Kuglern  aus.  Die  wichtigsten 
Unterrichtsgegenstände  sind:  Künstlerischer  Unterricht  im  Zeichnen  und 
Malen  nach  der  Natur  (aller  Art  Gegenstände,  Blumen,  Pflanzen,  lebende 
Tiere,  die  menschliche  Gestalt),  neuzeitliches  Schmuckzeichnen  und  Ent- 
werfen, dann  die  schulwissenschaftlichen  Fächer  —  Kunstformenlehre,  Fach- 
kunde und  die  kaufmännischen  Gegenstände  —  sowie  der  Unterricht  in  den 
Werkstätten  für  Malen  und  Aetzen  oder  Glasschneiden  und  Kugeln.  Zu 
weiteren  Auskünften  ist  die  Direktion  gerne  bereit.  Auch  sei  erwähnt, 
daß  alljährlich  mehr  Stellen  zu  besetzen  sind,  als  die  Zahl  der  Abgangs- 
schi) ler  ist.  Die  Direktion  vergibt  alljährlich  ungefähr  8000  Kronen 
Stift ungsgelder  und  Unterstützungen  an  arme  und  minderbemittelte  Schüler; 
diese  Unterstützungen  werden  in  der  Höhe  von  8—50  Kronen  für  den 
Monat,  je  nach  der  Bedürftigkeit  der  Schüler,  verteilt.  Aufnahmebe- 
dingung ist  zumindest  die  zurückgelegte  Bürger-  oder  Volksschule.  Die 
Schülereinschreibungen  finden  vom  1. 7.  bis  3.  9.  an  allen  Vormittagen  (auch 
Sonn-  und  Feiertags)  von  9—12  Uhr  statt.  Der  Unterricht  beginnt  am 
1.  9.  22. 


Gesetzgebung,  Steuern. 

Zum  Lohnabzug.  Der  Arbeitgeber  hat  für  den  einbehaltenen  Steuerbe- 
trag Steuermarken  bei  jeder  Auszahlung  des  Arbeitslohnes  in  die  losen  Einlage- 
bogen des  Steuerbuches  einzukleben  und  zu  eatwerten,  jedoch  kann  das 
Finanzamt  auf  Antrag  einzelnen  Arbeitgebern  gestatten,  daß  sie  die  Steuer- 
marken nach  Ablauf  des  Monats  bis  zum  10.  des  folgenden  Monats,  jedoch 
spätestens  beim  Ausscheiden  des  Arbeitnehmers  entwerten  und  einkleben. 
Verschiedene  Arbeitnehmer  haben  beim  Eeichsfinanzminister  den  Antrag 
gestellt,  entsprechend  den  fiüheren  Bestimmungen  und  dem  Ueberweisungs- 
verfahren  das  Einkleben  und  Entwerten  der  Steuermarken  erst  nach  dem 
Ende  eines  jeden  Kalenderviertel jahreB  zu  gestatten.  Demgegenüber  weist 
der  Eeichsfinanzminister  darauf  bin,  daß  entgegen  dem  §  13  Abs.  4  der 
Bestimmungen  vom  21.  6.  20  nach  §  50  Abs.  2  der  Durchführungsbe- 
stimmungen im  Falle  der  Einzahlung  oder  Ueberweisung  der  einbehaltenen 
Beträge  erst  innerhalb  der  ersten  10  Tage  nach  Ablauf  eines  Kalender- 
vierteljahres die  Arbeitgeber  verpflichtet  sind,  monatliche  Abschlagszahlungen 
in  Höhe  von  einem  Drittel  des  überschlägig  zu  berechnenden  Vierteljahres- 
betrages  zu  leisten.  Es  kann  deshalb  auch  eine  Genehmigung  zum  Ein- 
kleben und  Entwerten  der  Steuermarken  erst  nach  Ablauf  des  Kalender- 
vierteljahres nur  dann  in  Frage  kommen,  wenn  es  sich  ermöglichen  läßt, 
daß  das  Beich  entweder  rechtzeitig  in  den  Besitz  der  einbehaltenen  Be- 
träge gelangt  oder  erheblicher  Zinsverlust  für  das  Beich  vermieden  wird. 

Von  einigen  Arbeitgebern  mit  einer  größeren  Zahl  von  Arbeit- 
nehmern ist  vorgeschlagen  worden,  monatliche  Abschlagszahlungen  an  die 
FinanzkaBse  der  Betriebsstätte  auch  bei  dem  Markensystem  derart  zuzu- 
lassen, daß  die  Abholung  der  Steuermarken  für  die  eingezahlten  oder 
überwiesenen  Steuerbeträge  bis  Mitte  des  auf  das  Kalendervierteljahr  folgenden 
Monats  gegen  Vorzeigung  der  Quittung  oder  Ueberweisungsbescheinigung 
erfolgt.  Dieser  Weg  ist  ungangbar  schon  aus  dem  Gesichtspunkt  heraus, 
daß  Steuermarken  von  den  Finanzkassen  nicht  verkauft  werden  und  daß 
dadurch  eine  unerträgliche  Belastung  mit  Buchungen  entstehen  würde. 
Auch  dem  Vorschlag,  den  Nachweis  des  monatlichen  Markenankaufs  durch 
Quittungen  der  Postanstalten  zu  führen,  vermag  der  Eeichsfinanzminister 
wegen  der  mit  der  Ausstellung  der  Quittungen  für  die  Postanstalten  ver- 
bundenen Mehrarbeit  nicht  näher  zu  treten. 

Dagegen  sind  die  Finanzämter  ermächtigt  worden,  in  Abweichung 
von  §  41  der  Durchführungsbestimmungen  vom  3./22.  12.  21  zum  Gesetz 
über  die  Einkommensteuer  vom  Arbeitslohn  vom  11.  7.  21  größeren,  genü- 
gende Sicherheit  bietenden  Arbeitgebern  mit  übersichtlicher  Lohnver- 
rechnung auf  Antrag  ausnahmsweise  nnd  widerruflich  zn  gestatten,  statt 


Nr.  25  —  289 


Regierung  vom  9.  9.  1921  provisorisch  in  Wirksamkeit  gesetzt 
worden.  Es  könnte  aber  fast  der  Anschein  erweckt  werden, 
als  ob  die  tschechoslowakische  Regierung  die  Ratifikation  des 
Wirtschaftsabkommens  absichtlich  hinausschiebt.  Es  soll 
nämlich  im  Senatsausschnß  für  auswärtige  Politik  von  Seiten 
eines  Regierungsvertreters  anläßlich  einer  Anfrage  erklärt 
worden  sein,  der  Handelsvertrag  mit  Deutschland  habe  nicht 
ratifiziert  werden  können,  da  in  guter  Absicht  abgeschlossene 
Verträge  unter  den  gegenwärtigen  Umständen  durch  die  Ein- 
wirkung der  wirtschaftlichen  Verhältnisse  noch  immer  über- 
holt werden.  Es  läge  manchmal  im  Interesse  der  beiden 
Vertragsteile,  einen  Vertrag  nicht  zu  ratifizieren,  wenn  beide 
Vertragsteile  es  wünschten.  Einen  ähnlichen  Standpunkt  ver- 
tritt eine  tschechoslowakische  Tageszeitung,  die  sich  dahin 
äußert,  daß  wenig  Aussicht  vorhanden  sei,  daß  das  Wirtschafts- 
abkommen ratifiziert  werde,  solange  die  gegenwärtige  Spannung 
zwischen  der  tschechoslowakischen  Krone  und  der  deutschen 
Mark  vorhanden  sei. 

Hierbei  soll  darauf  hingewiesen  werden,  daß  Deutschland 
der  Tschechoslowakei  gegenüber  nach  dem  Abschluß  des 
Wirtschaftsabkommens  wiederholt  Entgegenkommen  gezeigt  hat, 
und  zwar  über  das  Maß  der  aus  dem  Wirtschaftsabkommen 
hervorgehenden  Verpflichtungen  hinaus. 


ew  erblich  er  Teil. 

bis  zum  10.  des  auf  die  Lohnzahlung  folgenden  Monats  erst  Mb  zum  20. 
des  ersten  auf  jedes  Kalendervierteljahr  folgenden  Monats,  jedoch  spätestens 
beim  Ausscheiden  das  Arbeitnehmers  aus  dem  Dienst-  oder  Arbeitsver- 
hältnis die  für  die  einbehaltenen  Steuerbezttge  zu  verwendenden  Steuer- 
marken in  die  Einlägebogen  der  Steuerbücher  einzukleben  und  zu  ent- 
werten sowie  die  nach  §§  39  Abs.  3,  41  Abs.  2  a.  a.  0.  vorgeschriebenen 
Eintragungen  in  den  Einlagebogen  vorzunehmen.  Die  Genehmigung  ist 
urkundlich  mit  Stempelabdruck  auszustellen  und  vom  Arbeitgeber  als  Aus- 
weis bei  etwaigen  Geschäftsprttfungen  aufzubewahren.  Sie  stellt  rechtlich 
eine  Stundung  der  an  sich  spätestens  am  10.  des  auf  die  Lohnzahlung 
folgenden  Monats  fälligen  Beträge  ohne  Sicherheit  dar.  Die  verspätet 
zum  Markenankauf  verwendeten  Beträge  sind  mithin  gemäß  §  105  Abs.  2 
A.  0.  zu  verzinsen.  Der  als  Zins  zu  entrichtende  Betrag  wird  auf  5  °/0o 
der  auf  volle  Tausend  Mark  nach  unten  abgerundeten  Gesamtsumme  der 
vom  Arbeitgeber  im  abgelaufenen  Kalendervierteljahr  einbehaltenen  Steuer- 
beträge  festgesetzt.  Die  beteiligten  Arbeitgeber  haben  bis  zum  20.  des 
auf  das  Kalendervierteljahr  folgenden  Monats  der  für  die  Betriebsstätte 
zuständigen  FinanzkasBe  unter  gleichzeitiger  Einzahlung  der  Zinsen-Ab- 
rechnung nach  Muster  in  doppelter  Ausfertigung  einzureichen.  Die  Finanz- 
kasse gibt  die  zweite  Ausfertigung  der  Abrechnung  mit  Empfangsbe- 
scheinigung versehen  dem  Arbeitgeber  zurück.  Die  Abrechnungen  sind 
von  Zeit  zu  Zeit  stichprobenweise  auf  ihre  Uebereinstimmung  mit  den  Lohn- 
büchern, Lohnlisten  usw.  der  Arbeitgeber  zu  prüfen.  Arbeitgebern,  die 
mit  der  Entrichtung  der  Zinsen  und  der  Einreichung  der  Abrechnung  im 
Ettckstand  bleiben,  ist  die  Genehmigung  zum  vierteljährlichen  Einkleben 
und  Entwerten  von  Steuermarken  zu  entziehen. 

Um  zu  verhüten,  daß  die  hiernach  zugelassene  vierteljährliche 
Markenverwendung  dadurch  auf  Schwierigkeiten  stößt,  daß  die  in  Frage 
kommenden  Postanstalten  in  der  ersten  Hälfte  der  ersten  Viertel jahrsmonate 
die  voraussichtlich  große  Nachfrage  nach  Steuermarken  hoher  Werte  nicht 
sofort  befriedigen  können,  Bind  die  Arbeitgeber  bei  der  Erteilung  der 
Genehmigung  zu  ersuchen,  den  Postanstalten,  von  denen  sie  ihren  Marken- 
bedarf beziehen  wollen,  rechtzeitig  ihren  voraussichtlichen  Markenbedarf 
anzumelden. 

Verpackungen  von  luxussteuerpflichtigen  Gegenständen  sind, 
unabhängig  davon,  ob  sie  selbst  als  Luxusgegenstände  zu  gelten  haben, 
luxussteuerpflichtig  als  Teil  einer  luxussteuerpflichtigen  Lieferung,  soweit 
das  Entgelt  nicht  bei  Eücknahme  durch  den  Lieferer  um  den  entsprechen- 
den Teil  gekürzt  wird.  (Urteil  des  Eeichsfinanzhofes  v.  31. 3. 22.  V.  A.  236/21). 


Gewerblicher  Rechtsschutz. 

Verlängerung  der  Patentschutzfristen.  Dem  wirtschaftlichen 
Ausschuß  des  Eeichswirtschaftsrats  lag  letzthin  der  Entwurf  eines  Gesetzes 
zur  Erhöhung  der  patentamtlichen  Gebühren  zur  Begutachtung  vor.  Der 
Entwurf  sieht  im  allgemeinen  eine  Verdoppelung  der  bisher  geltenden 
Sätze,  ferner  aber  die  Einführung  einiger  neuer  und  den  Wegfall  kleiner, 
als  lästig  empfundener  Gebühren  vor.  Außerdem  sieht  der  Entwurf  auch 
eine  Verlängerung  der  Schutzfristen  vor,  und  zwar  bei  Patenten  auf  18 
Jahre  (bisher  15),  bei  Gebrauchsmustern  auf  8  Jahre  (bisher  6).  Nachdem 
ein  Vertreter  der  Industrie  sein  Einverständnis  mit  der  Vorlage  erklart 
hatte,  wurde  sie  einstimmig  gutgeheißen  mit  der  Maßgabe,  daß  die  Er- 
mächtigung der  Eeichsregierung,  im  Falle  einer  wesentlichen  Aenderung 
der  wirtschaftlichen  Verhältnisse  eine  Anpassung  der  Gebühren  vorzu- 
nehmen, auch  an  die  Anhörung  des  Eeichswirtschaftsrats  geknüpft  werde. 


Handel  and  Verkehr. 

Pakete  mit  Luxusgegenständen  nach  Dänemark  müssen  neuerdings 
von  einem  Eechnungsduplikat  begleitet  sein,  das  zu  enthalten  hat :  Einzel- 
auötthrung  der  Waren,  Angabe  des  Ankaufszeitpunktes,  Unterschrift  des 
Verkäufers  und  Tagesangabe,  Zahlungs-  und  Verkaufsbedingungen.  Diese 
Eechnungsdoppel  sind  in  die  Pakete  selbst  hineinzulegen.  Auf  der  Zoll- 


SPRECHSÄÄL-COBURO. 


290  —  Nr.  25 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (15.  Jahrgang») 


inhaltserklärung  ist  der  Vermerk  „Rechnungsdoppel  im  Paket"  anza bringen. 
Als  Luxusgegenstände  im  Sinne  obiger  Vorschrift  gelten  n.  a.  geschliffene 
Glaswaren  (ausgenommen  Laboratoriumsartikel,  Glühlampen  nnd  optische 
Gläser). 


Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Die  Ausfuhrmindestpreise  für  Gipsdielen, 
künstliche  Wetzsteine  und  Feldspatsand  haben  mit  Wirkung  ab  15.  6. 
eine  Aenderung  erfahren. 

A.  H.  N.  Glas.  Die  Ausfuhrmindestpreise  für  Glasinstrumente  nach 
Ländern  mit  schwacher  Valuta  sind  geändert  worden.  Für  Fieberthermo- 
meter ist  eine  neue  Preisliste  erschienen,  ebenso  für  künstliche  Angen. 
Näheres  durch  die  A.  H.  N.  Glas,  Berlin  W.  57,  Göbenstraße  10. 

Nachzahlung  von  Ansfuhrabgaben.  Nach  einer  Anordnung  des 
Beichskommissars  ist  in  Zukunft  bei  Nachberechnung  der  Ausfuhrabgaben 
zu  unterscheiden,  ob  diese  anf  Grund  eines  Verstoßes  der  Firma  gegen  die 
Außenhandelskontrolle  erfolgen  muß  (Wertftberschreitung  infolge  Mehrausfuhr 
oder  Erzielung  eines  höheren  Preises,  ohne  daß  die  Außenhandelsstelle  hier- 
von unterrichtet  ist)  oder  ob  der  Grund  für  die  Nachberechnung  in  einem 
BerechnungBfehler  (falscher  Umrechnungskurs,  irrtümliche  Einstufung  der 
Ware  usw.)  zu  suchen  ist,  der  der  Bewilligungsstelle  unterlaufen  ist. 
1.  Bei  einem  Verstoß  ist  der  nachzuerhebende  Betrag  immer  vom  Wert 
der  ausgeführten  Mehrmenge  bezw.  vom  erzielten  Mehrpreis  zu  berechnen. 
In  jedem  Fall  hat  neben  der  Abgabeberechnung  auch  eine  solche  der 
Beichs-  und  Anßenhandelsstellengebühren  zu  erfolgen.  Liegt  eine  vorsätz- 
liche Ausfuhrabgabenhinterziehung  vor,  so  machen  sich  die  Firmen  außer- 
dem strafbar.  2.  In  allen  Fällen,  in  denen  die  Nachveranlagung  auf  Grund 
eines  Berechnungsfehlers  vorgekommen  werden  muß,  der  der  bewilligenden 
Stelle  bei  Festsetzung  der  ursprünglichen  Abgabe  unterlaufen  ist,  muß  die 
Nachveranlagnng  bezw.  Anweisung  zur  Nacherhebung  der  Ausfuhrabgabe 
über  den  Differenzbetrag  zwischen  der  bereits  erhobenen  und  der  eigent- 
lich zu  erhebenden  Abgabe  lauten. 

Zar  Aufhebung  der  ausfuhrabgabefreien  Aasfuhr  nach  Danzig, 
dem  Memelgebiet  and  Eupen-Malmedy.  Als  Übergangsbestimmungen 
hat  der  Beichkommissar  angeordnet,  daß  vor  dem  26. 5.  22  gestellte  Aus- 
fahranträge nach  Danzig  noch  Ansfuhrabgabefreiheit  genießen  und  nach 
den  bisherigen  Vorschriften  behandelt  werden  können.  —  Wegen  der 
eigenartigen  Haltung  des  französischen  Oberkommissars  des  Memelgebietes 
hat  sich  die  deutsche  Begierung  gezwungen  gesehen,  unter  Aufhebung  der 
bisherigen  Bestimmungen  über  den  bevorzugten  Warenverkehr  vom  15.  6.  22 
ab  das  Memelgebiet  hinsichtlich  der  Ausfuhr  als  Ausland  zu  behandeln. 
Für  die  Ausfuhr  sind  daher  Ausfuhrabgaben  zn  entrichten.  Die  bisher  zu 
Inlandspreisen  erfolgte  Belieferung  kommt  in  Wegfall;  es  sind  Auslands- 
preise zu  berechnen.  Als  Uebergangsbestimmung  ist  angeordnet  worden, 
daß  bis  asm  31. 5.  22  ausgestellte  Ausfuhrbewilligungen  für  die  Dauer  ihrer 
Laufzeit,  also  bis  spätestens  31. 8.  22,  ausfuhrabgabefrei  sind.  Ausfuhr- 
bewilligungen nach  Eupen-Malmedy,  die  vor  dem  26. 5.  22  erteilt  worden 
sind,  sind  gleichfalls  ansfuhrabgabefrei.  Die  Begelung  ist  demnach  die 
gleiche  wie  für  Danzig. 

9er  Delegierte  des  Beichskommissars  für  Aus-  und  Einfahr* 
bewilligang  in  München  ist  von  DienerBtraße  11  nach  WinzererBtraße 
68  verzogen.  Die  Briefanschrift  lautet  künftig:  München  31,  Postfach; 
Fernsprecher  32  421. 

Einlösungsfrist  für  im  Jahre  1921  ausgestellte  Sanktionsgut- 
scheine (Großbritannien).  Die  Friedensvertrag  -  Abrechnungsstelle, 
G.  m.  b.  H.,  Charlottenburg,  Berlinerstraße  16/17,  die  vom  Beichsfinanz- 
minister  mit  der  Einlösung  der  in  Großbritannien  ausgestellten  Gutscheine, 
über  von  England  einbehaltene  Sanktionsabgabe  beauftragt  worden  ist 
gibt  bekannt,  daß  zahlreiche  Bons  aus  dem  Jahre  1921  noch  nicht  zur 
Einlösung  vorgezeigt  worden  sind,  und  fordert  die  Inhaber  dieser  Scheine 
zur  Einreichung  bis  spätestens  31.  7.  22  auf.  Sollten  die  Bons  bis  zu 
diesem  Termin  nicht  eingesandt  sein,  eo  wird  angenommen,  daß  auf  eine 
Bückerstattung  des  Sanktionsabgabebetrages  verzichtet  wird. 

Britisch  -  Indien.  Neue  Zollsätze.  Die  von  der  indischen 
Begierung  am  1. 4.  22  bekanntgegebenen  neuen  Zölle  stellen  sich  für 
unsere  Erzeugnisse  wie  folgt:  Glas  und  Glaswaren,  glasierte  Waren, 
Töpferwaren,  Porzellan  aller  Art,  aasgenommen  Spangen  und  Armbänder 
ans  Glas,  Glasperlen  und  unechte  Perlen,  sowie  Mineraiwasserflaschen 
(Patent  Codd)  15%  des  wirklichen  Wertes  (früher  7  l/s°/o),  Glasspangen 
und  Armbänder,  Glasperlen,  unechte  Perlen  30%  d.  W.  W. 

Chile.  Die  Bestimmungen  über  Beifügung  und  Beglaubigung 
von  Konsulatsfakturen  naw.  für  Einfahrwaren  sind  in  dem  Konsular- 
gebührentarif  vom  21.  9.  1909  enthalten.  Die  Gebühren  für  die  Beglaubigung 
der  vier  Ausfertigungen  der  Fakturen  sind  verschiedentlich  erhöht  worden, 
zuletzt,  soweit  bekannt,  durch  Gesetz  vem  1. 9.  20.  Für  Interessenten 
empfiehlt  es  Bich,  sich  an  das  Eonsalat  der  Bepablik  Chile  in  Bremen, 
BabnhofBtraße  6,  mit  dem  Ersuchen  um  Uebersendung  von  Vordruck- 
Formularen  für  Konsularfakturen  und  um  Anleitung  zur  Ausfertigung  zu 
wenden.  Die  Beglaubigung  hat  nach  den  bestehenden  Vorschriften  durch 
das  Konsulat  in  Bremen  zu  erfolgen. 

Frankreich.  Die  Zollsätze  auf  medizinische  Thermometer 
(Fieberthermometer  Pob.  634)  Bind  durch  eine  Verordnung  vom  27.  5.  mit 
sofortiger  Wirkung  im  Generaltarif  auf  Fr.  1  und  im  Vorzugstarif  anf 
Fr.  0,50  für  das  Stück  heraufgesetzt  worden. 

Honduras.  Einfuhrzölle  für  elektrische  Glühlampen.  Nach 
einer  Verordnung  vom  11.2.22  sind  elektrische  Glühlampen  nach  Nr.  36  b 
des  Einfahrzolltarifs  mit  5%  des  Wertes  (britischer  Vorzugstarif  und 
10%  des  Wertes  f Generaltarif)  zollpflichtig. 

Jugoslawien.  Das  Luxuswareneinfuhrverbot  befindet  sich  einer 
Mitteilung  des  Wiener  HandelBmuseums  zufolge  noch  immer  in  Kraft. 
Die  Gerüchte,  denen  zufolge  dieses  Einfuhrverbot  durch  besondere  erhöhte 
Einfahrzölle  ersetzt  sein  soll,  Biad  demnach  unrichtig.  Die  Verordnung 
Uber  die  Aufhebung  des  Verbotes  Boll  angeblich  iu  Aasarb  situog  sein. 


Kanada.  Valutazollzuschläge  auf  deutsche  Waren.  Im  Unter» 
haus  wurden  vom  Finanzminister  erhebliche  Aendernngen  in  den  Tarif- 
vorschlägen der  Begierung  angekündigt.  Er  schlägt  vor,  daß  der  für  die 
Berechnung  des  Zolles  in  Betracht  zu  ziehende  Wert  der  Einfuhrwaren 
nicht  geringer  sein  soll  als  der  Wert  ähnlicher  im  Vereinigten  Königreich 
erzeugter  Waren.  Wenn  ähnliche  Waren  im  Vereinigten  Königreich  nicht 
erzeugt  werden,  so  soll  der  für  die  Berechnung  des  Zolles  in  Betracht  zu 
ziehende  Wert  nicht  geringer  sein  als  der  Wert  ähnlicher  Waren,  die  aas 
irgendeinem  europäischen  Land  eingeführt  werden,  dessen  Valuta  sich 
nicht  wesentlich  verschlechtert  hat. 

Oesterreich.  Die  Einfuhr  von  Glaschristbaumschmuck  unter- 
liegt dem  Goldzoll  für  Luxuswaren.  Eine  weitere  Erhöhung  des  Zolles 
soll  bei  den  zurzeit  stattfindenden  Bevisionen  der  Tarifsätze  jedoch  nicht 
beabsichtigt  sein. 

Peru.  Konsulatsfakturen.  Wie  wir  in  Nr.  17,  S.  199/200,  mit- 
teilten, wurde  die  peruanische  Konsulatsgebühr  für  die  Beglaubigung  von 
Fakturen  von  2  auf  4%  des  deklarierten  Wertes  erhöht.  Nach  einer 
neuerlichen  Bestimmung  sollen  Warensendungen,  deren  Einfuhr  nach  Peru 
bis  zum  30.  6.  22  erfolgt,  die  vorherige  Gebühr  von  2  %  genießen,  wenn 
der  Geschäftsabschluß  nachweislich  bis  zum  25. 3.  22  erfolgt  ist.  Dieser 
Nachweis  ist  dem  betreffenden  peruanischen  Konsulat  vor  der  Verschiffung 
der  Ware  vorzulegen. 

Schweden.  Zolltarifänderungen.  Nach  einer  Kundmachung  vom 
24. 3.  ist  der  Wortlaut  einiger  Stellen  des  Zolltarifes  vom  9.  6.  1911  mit 
Wirkung  vom  27.  3.  22  u.  a.  wie  folgt  geändert  worden : 

Nr.  Maßstab 

671   Fayence-  und  Porzellanwaren  in  Verbindung  mit 
Gold  oder  Silber,  das  Gewicht  der  Schachteln, 
des  Papiers  und  ähnlicher  Hüllen  eingerechnet   1  kg  10 
702   Glas-  oder  Emailwaren  in  Verbindung  mit  Gold 
oder  Silber,  das  Gewicht  der  Etuis,  Schachteln, 
des  Papiers  und  ähnlicher  Hüllen  eingerechnet   1  kg  10 
Wand  und  Stutzuhren  in  Gehäusen  sowie  lose 
Uhrgehäuse : 

1291        aus  AlaDaBter  oder  anderen  Steinen,  Porzellan, 

Terrokotta,  Majolika  oder  anderen  Tonwaren  1  kg  5 
Anmerkung.  Bei  der  Verzollung  von  Waren 
dieser  Nummer  aus  dem  Freihafen  oder  Freilager 
erhöht  sich  der  Zoll  um  Kr  1  für  jedes  kg,  falls  die 
Waren  unverpackt  oder  nur  mit  Papierumschlägen 
versehen  sind.  Werden  jedoch  Waren  dieser  Nummer 
sonst  gewöhnlich  unverpackt  oder  nur  in  Papier- 
umschlägen eingeführt,  so  findet  die  erwähnte 
Erhöhung  nicht  statt. 


Die  Lage  In  Industrie  nnd  Handel. 

Süd-  und  Mittelamerika.  Marktlage  für  deutsche  keramische 
Erzeugnisse.  Die  Ausfuhr  deutscher  keramischer  Erzeugnisse  nach  den 
lateinamerikanischen  Ländern  war  vor  dem  Kriege  eine  ganz  bedeutende 
und  stand  unter  den  übrigen  Absatzgebieten  an  vierter  Stelle.  Auch 
noch  während  des  Krieges  waren  es  Süd-  und  mittelamerikanische  Länder, 
die  trotz  größter  Schwierigkeiten  auf  Umwegen  Aufträge  an  Deutschland 
gegeben  haben.  Es  ist  daher  nur  natürlich,  daß  heute  diese  Staaten 
wieder  mit  an  der  Spitze  unter  den  überseeischen  Abnehmern  stehen. 
Nichts  zeichnet  trefflicher  die  Absatzmöglichkeit  für  die  deutschen  Por- 
zellanerz eugnise  in  Mittel-  und  Südamerika  als  die  Stelle  eines  Briefes, 
den  ein  bedeutendes  deutsches  Exporthaus  der  keramischen  Industrie  vor 
einiger  Zeit  von  einem  Abnehmer  in  Bio  de  Janeiro  erhalten  hat.  Der- 
selbe schreibt  unter  anderem :  „Der  Hunger  nach  deutschen  Produkten  ist 
ganz  außerordentlich  groß.  Amerikanische,  englische  und  französische 
Kaufleute  taten  darum  alles  Erdenkliche  sich  festzanisten,  ehe  die  ge- 
fürchtete und  nach  ihrer  Meinung  bevorstehende  „Invasion"  rühriger 
deutscher  Handels-  und  Industrievertreter  einzusetzen  beginnt.  Nicht  nur 
die  Ware  fürchten  sie,  auch  die  Person.  Der  deutsche  Kaufmann  kommt 
in  der  Begel  mit  guten  Kenntnissen  im  Französischen  und  Englischen 
und  mit  hinreichenden  Vorkenntnissen  im  Spanischen  herüber  und  besitzt 
die  Fähigkeit,  durch  emsigen  Fleiß  die  anfängliche  Fremdheit  mit  den 
neuen  Verhältnissen  rasch  auszugleichen.  Das  große  Vertrauen  der  süd- 
amerikanischen Handehwelt  in  die  Ehrlichkeit  des  deutschen  Kaufmannes, 
seine  Anpassungsfähigkeit  an  die  Wünsche  des  Käufers  dort,  wo  ameri- 
kanische und  englische  Firmen  an  ihren  sich  auf  nichts  einlassenden 
Lieferungsbedingungen  starr  festhalten,  seine  Einfühlbarkeit  in  die  Psyche 
des  Einheimischen  erleichtern  ihm  die  Wiedereroberung  des  eingebüßten 
Absatzgebietes.  Kanm  gibt  es  einen  Laden  in  entlegenen  Städten,  in 
dem  nicht  deutsches  Porzellan  sich  wieder  breit  zu  machen  beginnt  Das 
„billig  und  schlecht",  das  früher  leider  zu  oft  als  Kennzeichen  deutscher 
Ware  galt,  hat  einem  gerechten  „bueno,  benito  y  barato"  —  „gut,  schön 
nnd  billig"  weichen  müssen.  Scheelen  Auges  blicken  die  Beisevertreter 
anderer  Exportvölker  auf  die  deutschen  Konkarrenz artikel,  und  an  der 
Echtheit  ihres  Unmutes  über  den  verwünschten  Krieg  ist  znm  mindesten 
vom  Valuta-Standpunkt  aus  nicht  zn  zweifeln."  Diese  Zeilen  sprechen 
ohne  Zweifel  nur  vorteilhaft.  Außerdem  sind  für  uns  von  maßgebender 
Bedeutung  die  Ergebnisse  der  Leipziger  Messe,  die  von  dem  süd-  und 
mittelamerikanischen  Einkäufer  von  jeher  stark  genutzt  wurde.  Haben 
die  Auftragsbestände  auch  noch  nicht  den  Umfang  der  Vorkriegszeit  er- 
reicht, so  bedeuteten  sie  doch  auf  der  letzten  FrUbjahrsmusterschau 
besonders  für  die  Geschirr-  und  Luxusporzellanbranche  einen  gewaltigen 
Fortschritt.  Im  allgemeinen  wurde  die  Qualitätsware  bevorzugt  Es 
kann  auf  Grund  der  Erfahrungen  der  wenigen  Monate  d.  J.  mit  Sicher- 
heit festgestellt  werden,  daß  sich  gerade  Süd-  und  Mittelamerika  wieder 
als  ein  günstiges  Absatzgebiet  für  die  Erzeugnisse  deutscher  Keramik 
erweisen  und  daß  hier  für  den  Export  noch  eine  ganz  gewaltige  Zukunft 
liegt.  Wenn  auch  die  wirtschaftlichen  Verhältnisse  besonders  Süd- 
amerikas in  der  Nachkriegszeit  keineswegs  mehr  so  günstig  waren,  als 


1W2.  (5ß.  Jahrgang.) 


SPRECHSAÄL-COBUßÖ. 


Är.  25  —  sfr. 


wir  vielleicht  zu  glauben  versuchten,  so  machen  sich  doch  jetzt  allerorts 
Zeichen  für  eine  bevorstehende  Besserung  bemerkbar.  Dies  bestätigt  auch 
die  Nachfrage,  die  gerade  in  den  letzten  Wochen  wieder  ans  sttd-  nnd 
mittelamerikanischen  Ländern  vornehmlich  nach  Gebrauchsporzellan  in 
verstärktem  Maße  eingesetzt  hat.  (Sbt.) 


Geschäftliche  Mitteilungen. 

Union,  Veltener  Tonindustrie,  A.-G.,  Berlin.  In  der  a.  o.  G.-V. 
winde  die  in  Vorschlag  gebrachte  Kapitalserhöhnng  auf  M  8  Mill.  dnrch 
Beschloß  des  Anfsichtsrates  zurückgezogen  mit  der  Begründung  der  Ver- 
meidung einer  Ueberkapitalisierung.  Das  Unternehmen  habe  einen 
größeren  langfristigen  Kredit  erhalten.  Ueber  die  Geschäftslage  wurde 
mitgeteilt,  daß  die  Gesellschaft  in  allen  fünf  Werken  voll  beschäftigt  sei 
und  zahlreiche  Aufträge  vorliegen  habe. 

Steingutfabrik,  A.-G.«  Sörnewitz.  Auszug  aus  dem  genehmigten 
Abschluß  vom  31. 12.  21 :  Beingewinn  M  380  991  (455  936) ;  Dividende 
20  (25)  % ;  Abschreibungen  Ji  79  897  (214456).  —  Vom  Betriebsrat  wurden 
in  den  Aufsichtsrat  gewählt:  Steingntdreher  H.  Loewe  and  Buchhalter 
M.  Lehnigk. 

Pfälzische  Chamotte-  and  Thonwerke  (Schiffer  and  Kircher), 
A.-G.*  Grünstadt  (Pfalz).  Auszug  ans  dem  genehmigten  Abschluß  vom 
31. 12.  21 :  Keingewinn  Jt  5,17  (0,94)  Mill. ;  Dividende  30  (20)  % ;  Ab- 
schreibungen Ji  0,29  (0,25%)  Mill.;  Zuweisungen  an  Werkerhaltungskonto 
Ji  1,5  (0,9)  Mill.,  an  Wohnungsbaufonds  Ji  0,5  Mi!.,  an  Arbeiterunter- 
sttttzungsfonds  M  0,15  (0,10)  Mill.,  an  Beamtenpensionsfonds  M  0,3 
(0,2)  Mill.,  für  gemeinnützige  Zwecke  Jt  0,04  (0,03)  Mill.  —  Die  Gesell- 
schaft war  im  Berichtsjahr  nicht  einheitlich  beschäftigt  gewesen.  In  der 
ersten  Jahreshälfte,  waren  nur  spärliche  Neueingänge  zu  verzeichnen ;  erst 
die  gegen  das  Spätjahr  eingetretene  Geschäftsbelebung  brachte  wieder 
reichlichere  Arbeit.  Zu  einem  normalen  Betrieb  fehlen  vorläufig  noch 
alle  Voraussetzungen.  Die  Erzeugung  in  den  Schamottewerken  erfuhr 
gegen  1920  nur  eine  geringe  Steigerung.   Zwecks  Sicherung  der  Roh- 

»/  stoffe  wurden  im  Berichtejahr  in  Gemeinschaft  mit  bayerischen  Industriellen 
die  Pfalz-Bayerischen  Tonwerke  Teublitz,  G.  m.  b.  H.,  Teublitz,  gegründet. 
Anch  in  Eisenberg  konnte  der  Grubenbesitz  erweitert  werden.  Die  Woh- 
nungen für  Werksangehörige  wurden  vermehrt.  Im  kommenden  Sommer 
hofft  die  Gesellschaft  den  neuen  Gasringofen  III  in  Betrieb  setzen  zu  können. 
Die  Beteiligungen  brachten  gleichfalls  zufriedenstellende  Ergebnisse.  Bei 
der  unübersichtlichen  wirtschaftlichen  Entwicklung  hält  die  Verwaltung 
Voraussagen  für  das  laufende  Geschäftsjahr  für  unangebracht. 

A.-G.  für  Glasindustrie  vorm.  Friedr.  Siemens,  Dresden. 
Auszug  ans  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21 :  Beingewinn 
Ji  14,02  (3,36)  Mill.;  Dividende  30  (20)%;  Abschreibungen  Ji  2,95  (2,51) 
Mill.;  Zuweisung  an  private  Wohlfahrtskassen  Jt  5  (2,4)  Mill.  Vor  Er- 
rechnung des  Bruttogewinnes  wurden  eine  Reihe  von  Bückstellungen 
vorgenommen,  und  zwar  wurden  erhöht  die  Steuerrncklage  auf  M  14,75 
(6,45)  Mill.,  das  Selbstveracherungskonto  auf  j$  6,5  (2)  Mill.,  das  Werk- 
erhaltungskonto auf  Jt  8  (3)  Mill.  und  ferner  neu  geschaffen  eine  freie 
Rücklage  mit  Jt  6  Mill.  —  Die  Geschäftslage  war  bis  Mitte  des  Jahres 
für  Flaschen  und  feuerfestes' Material  schleppend  gewesen;  zum  Teil  mußte 
auf  Lager  gearbeitet  werden.  In  der  zweiten  Hälfte  des  Jahres  belebte 
sich  das  Geschäft  nnd  steigerte  sich  bis  Ende  des  Jahres  weiter.  Die 

I  übrigen  Fabrikationszweige  waren  das  ganze  Jahr  hindurch  gut  beschäftigt. 
Die  Flaschenproduktion  ist  in  Tschechoslowakien  und  Deutsch-Oesterreich 
in  geringem  Umfange,  dagegen  in  den  deutschen  und  polnischen  Hütten 
bedeutend  gestiegen,  erreichte  jedoch  nur  etwa  die  Hälfte  der  Friedens- 

■  Produktion.  Eine  Steigerung  darüber  hinaus  war  wegen  Kohlenmangels 
nicht  möglich.  Im  neuen  Jahr  haben  nach  Mitteilung  der  Verwaltung 
die  dentschen  und  polnischen  Hütten  sich  weiter  günstig  entwickelt, 
während  die  böhmischen  Hütten  sowohl  im  Versand  als  auch  in  der  Pro- 
duktion etwas  zurückgeblieben  sind  infolge  des  böhmischen  Bergarbeiter- 
Streiks  und  später  wegen  des  Glasarbeiterstreiks.  —  Neu  in  den  Aufsichts- 
rat wurde  Dr.  A.  Haniel  gewählt. 

Porzellanfabrik  C.  Tieisch  &  Co.,  A.-G.,  Altwasser.  Auszug 
aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31. 12.  21:  Beingewinn  M  2,63  (1,21) 
Mill.;  Dividende  22  (20)%;  Abschreibungen  Jt  0,07  (0,15)  Mill.;  Zu- 
weisung an  Erneuerungsfonds  M  1  (0,2)  Mill.  —  Auch  im  5.  Geschäftsjahr 
wurde  die  ruhige  Entwicklung  der  Gesellschaft  wiederholt  durch  Streiks 
im  eigenen  Betriebe  oder  bei  den  Lieferfirmen  der  Boh-  und  Betriebs- 
materialien gestört.  Wie  im  Vorjahr  trug  auch  diesmal  das  lohnende 
Auslandsgeschäft  dazu  bei,  das  Ergebnis  günstig  zu  gestalten.  Durch  die 
Kapitalserhöhung  auf  M  5  Mill.  konnten  die  Mittel  für  die  dringend 
notwendigen  Umbauten  geschaffen  werden.  Trotz  bedeutenden  Auftrags- 
bestandes vom  Inland  vermag  die  Verwaltung  für  das  laufende  Geschäfts- 
jahr keine  Voraussagen  zu  machen,  da  die  Auslandsaufträge  stark  zurück- 
gegangen sind. 

Württembergische  Metallwarenfabrik,  Geißlingen  a.  Stg.  Auszug 
ans  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.12.21:  Beingewinn  M  15,45 
(9,34)  Mill;  Dividende  25  (25)%,  Bonus  12Vt  (0)%;  Abschreibungen 
Ji  3,04  Mill. 

Chemische  Werke  Schaster  &  Wilhelmy,  A*-G.,  Beichen- 
bach, O.-L.  Die  o.  G.-V.  genehmigte  die  Kapitalserhöhung  um  Jt  2,25 
Mill.  Stammaktien.  Die  nenen,  ab  1.  1.  22  dividendenberechtigten  Aktien 
werden  von  einem  Konsortium  übernommen  und  den  alten  Aktionären 
im  Verhältnis  1:1  zn  100  %  zum  Bezug  angeboten.  Das  Bazugsrecht 
läuft  bis  1.  7.  22. 

Gebrüder  Stoevesandt,  Kommanditgesellschaft  anf  Aktien, 
Rinteln.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21 :  Bein- 
gewinn Ji  1,55  Mill.;  Dividende  30%;  Abschreibungen  Ji  1,94  Mill.; 
Zuweisung  an  Sonderrücklage  M  1  Mill. 

Erste  Darmsi  ädter  Herdfabrik  nnd  Eisengießerei  Gebrüder 
Boeder^  A.-G.,  Darmstadt.  Die  a.  o.  G.-V.  stimmte  der  Kapitalser- 
höhung nm  Ji  1,75  Mill.  Stamm-  nnd  Jt  0,3  Mill.  7  "/„ige  Vorzugsaktien 
anf  Ji  6,56  Mill.  zn.    Die  nenen,  ab  1.  1.  22  dividendenbeiechtigten 

V 


Stammaktien  sind  an  die  Deutsche  Bank  Filiale  Frankfurt  mit  der  Maß- 
gabe begeben  worden,  sie  den  alten  Aktionären  im  Verhältnis  2:1  zn 
300%  zum  Bezug  anzubieten.  Das  Bezugsrecht  ist  bis  30.  6.  geltend 
zu  machen. 

Eisenwerk  L,  Meyer  jan.  &  Co.,  Harzgerode.  Auszug  aus  dem 
genehmigten  Abschlufi  vom  31.  12.  21 :  Beingewinn  Jt  2,65  (5,44)  Mill. ; 
Dividende  25%;  Abschreibungen  Jt  0,06  (0,01)  Mill.;  Zuweisung 
an  Unterstützungsfonds  für  Arbeiter  nnd  Beamte  Jt  0,5  Mill.;  Bauzu- 
schuß für  Arbeiterhäuser  JL  0,06  Mill.  —  Die  Verwaltung  hofft,  auch  im 
laufenden  Jahre  ein  angemessenes  Ergebnis  erzielen  zu  können.  Die  aus- 
scheidenden Aufsichtsratsmitglieder  wurden  wiedergewählt. 

Heckert  St  Co.,  A.-G.,  Halle  a.  S.  Auszug  aus  dem  genehmigten 
Abschluß  für  die  Zeit  vom  10.  11.— 31.  12.  21:  Beingewinn  Ji  1,10  Mill.; 
Dividende  4  % ;  Abschreibungen  Ji  0,05  Mill.  —  Dem  Aufsichtsrat  ge- 
hören jetzt  an:  Rechtsanwalt  H.  Trammler,  Vors.,  Bankdirektor  A.  Reich, 
stell v.  Vors.,  Fabrikdirektor  0.  Eichler. 

Maschinenfabrik  vorm.  Georg  Dorst,  A.-G.,  Oberlind.  Auszug 
aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  3.  22 :  Reingewinn  Jt  1,78  (0,77) 
Mill. ;  Verwendung  nicht  veröffentlicht ;  Abschreibungen  Jt  0,37  (0,09)  Mill. 

Interessengemeinschaftsverhandlungen  schweben  laut  „Frkf.  Ztg." 
zwischen  der  Deutschen  Steinzeugwarenfabrik  für  Kanalisation  nnd 
chemische  Industrie,  Friedrichsfeld  (Baden),  nnd  den  Deutschen  Ton-  und 
Steinzeugwerken,  A.-G ,  Charlottenburg. 


General  «Versammlungen. 

Deutsche  Glas-  und  Spiegelfabriken,  A.-G.,  Fürth:  a.  o.  G.-V. 
30.  6.  22,  10  Uhr  v.,  Sitzungssaal,  Flössaustr.  16,  Fürth.  T.-O. :  Kapitals- 
erhöhung um  M  3,8  Mill.  Stamm-  und  0,6  Mill.  Vorzugsaktien. 

Tafel-,  Salin-  und  Spiegelglasfabriken,  A.-G.,  Fürth:  o.  G.  V. 
5.  7.  22,  11  %  Uhr  v.,  Sitzungssaal,  Nürnbergerstraße  21,  Furth. 


Messen  nnd  Ausstellungen. 

Die  Bndapester  XIII.  Warenmustermesse,  die  in  der  Zeit  vom 
17. — 26. 6.  22  abgehalten  wird,  verdient  erhöhte  Beachtung,  weil  sie  seit 
dem  Zusammenbruch  der  Österreich-ungarischen  Monarchie  die  erste  große, 
alle  Industriezweige  umfassende  Veranstaltung  der  ungarischen  Handels- 
welt sein  wird.  Ihr  Hauptziel  besteht  darin,  die  Wege  eines  ungehemmten 
Warenaustausches  zwischen  Ost  und  West  zu  ebnen  nnd  die  Waren  der 
heimischen  wie  der  ausländischen  Industrien  in  einer  reichhaltigen  Aus- 
stellung zu  vereinigen.  U.  a.  wird  auch  die  Porzellan-,  Majolika-,  Ton- 
nnd  Glasindustrie  mit  ihren  Erzeugnissen  vertreten  sein.  Den  Messe- 
besuchern werden  besondere  Einreiseerleichterungen  zugestanden. 


Soziale  Bewegung. 

Unbefugtes  Fernbleiben  der  Betriebsratsmitglieder  von  der 
Arbeit  —  auch  in  Betriebsratsangelegenheiten  —  Grund  zur  fristlosen 
Entlassung.  Dia  Nr.  47  der  „Mitteilungen"  des  Deutschen  Iudustrie- 
schutzverbandes  enthält  eine  eingehende  Abhandlung  über  diese  Frage, 
belegt  mit  gerichtlichen  Entscheidungen.  Die  vielfach  anzutreffende  Ansicht, 
daß  Betriebsratsmitglieder  ohne  weiteres  die  Arbeit  verlassen  dürfen  mit 
der  Begründung,  Betriebsratsgeschäfte  besorgen  zu  müssen,  ist  nicht  richtig. 
Solches  Verhalten  stellt  sich  vielmehr  als  unbefugtes  Verlassen  der  Arbeit 
dar,  das  zn  fristloser  Entlassung  berechtigt.  Die  Betriebsratsfunktion 
entbindet  keinesfalls  von  den  Verpflichtungen  aus  dem  Arbeitsvertrag. 
Die  „Mitteilungen"  können,  soweit  der  Vorrat  reicht,  von  der  Geschäfts- 
stelle, Dresden,  Bürgerwiese  24  II,  bezogen  werden. 


Verbände. 

Der  Verband  Deutscher  Elektrotechnischer  Porzellanfabriken, 
Berlin  W.  30,  hat  zum  22.  6. 22  dne  außerordentliche  Hauptversammlung 
nach  Dresden,  Bellevue-Hotel,  einberufen. 

Mittel-  und  Ostdeutsche  Schamottekonvention.  Die  Geschäfts- 
stelle ist  von  Batibor  nach  Breslau  1,  Altbüßer-Ohle  39,  verlegt  worden. 

Der  Verein  der  rheinischen  und  westfälischen  Tafelglashütten, 
Bonn,  erhöhte  mit  Wirkung  vom  3.  6.  22  den  Teuerungszuschlag  auf  120  %■ 


Firmenregister. 

Deutschland. 

Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  &  Co.,  A.-G.,  Filiale  Kronach,  Kronach. 
Gustav  Haidinger  hat  Prokura.  Max  Reichel,  Max  Schneider  und  Julius 
Guldbrandsen  haben  Gesamtprokura.  Die  Prokura  von  Emil  Lentner  ist 
erloschen. 

Roschützer  Porzellanfabrik  Unger  &  Schilde,  A.-G.,  Roschütz.  Die 
Kaufleute  Karl  Unger  und  Ernst  Schilde  wurden  unter  Er- 
löschen ihrer  Prokura  zu  weiteren  Vorstandsmitgliedern  bestellt.  Kauf- 
mann Willy  Boßbach  hat  Prokura.  Das  bisherige  Vorstandsmitglied, 
Kommerzienrat  Bernhard  Schilde,  ist  selbständig  vertretungsbefugt. 

Porzellanfabrik  Joseph  Schachtel,  A.-G.,  Sophienau  bei  Charlotten- 
brunn. Die  Kapitalserhöhung  um  M  3,5  Mill.  auf  M  6  Mill.  ist  durch- 
geführt. 

Triptis-A.-G.,  Triptis.    Chemiker  Viggo  M.  Bauer  hat  Gesamtprokura. 
Jlse  Bergbau  A.-G.,  Grube  Jlse.   Die  Kapitalserhöhung  um  Ji  40 
Mill.  Stammaktien  auf  ^190  Miil.  ist  erfolgt. 

Märkische  Tonwaren  Industrie,  A.-G.,  Oranienburg.  Herstellung  und 
Vertrieb  von  Tonwaren  aller  Art,  insbesondere  von  Ofenkacheln,  sonstigen 
zu  Kachelöfen  gehörigen  Teilen  und  von  anderen  keramischen  Erzeugnissen. 
Grundkapital :  Jt  800  000.  Vorstand  ist  Fabrikant  Hans  Sachs.  Die  Gründer, 
die  sämtliche  Aktien  übernommen  haben,  sind  die  Direktoren  S.  Herrmann, 
H.  Loening  nnd  P.  Loening,  Kaufmann  F.  Loening  und  die  A.-G.,  vormals 
H.  Gladenbeck  &  Sohn,  Bildgießerei,  Berlin.    Den  ersten  Aufsichtsrat 


—  Nr.  25 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


bilden  Rechtsanwalt  Dr.  L.  Dickens,  Direktor  A.  Fricke,  Kommerzienrat 
M.  Falk. 

Großbothener  Schamotte-  and  Dachiteinfabrik  Jon.  August  Kreisel, 
Großbothen.  Inhaberin  ist  Witwe  Selma  H.  Kreisel,  geb.  Hänsel.  Kera- 
miker Johann  G.  Kreisel  hat  Prokura. 

Stellawerk,  A.-G.,  vormals  Wilisch  &  Comp.,  Zweigniederlassung 
Ratibor.  Oberingenieur  Erich  Hielscher  hat  für  die  Zweigniederlassung 
Ratibor  Gesamtprokura. 

Max  Stadelmann  &  Co.,  Nürnberg  (Krelingstr.  53).  Herstellung  und 
Vertrieb  industrieller  Erzeugnisse,  insbesondere  Schleif-  und  Polierscheiben. 
Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  die  Kaufleute  Wilhelm  Almos- 
db'rfer  und  Max  Stadelmann. 

Glashütte  Friedrichsthal,  A.-G.,  Friedrichsthal  bei  Costebrau.  Die 
Kapitalserhöhung  um  Ji  2  Mill.  auf  M  4  Mill.  ist  durchgeführt.  Direktor 
Emil  Bartsch  ist  selbstfindig  vertretungsbefugt. 

August  Walther  &  Söhne,  A.-G.,  Moritzdorf.  Herbert  M.  K.  Förster 
hat  Gesamtprokura. 

Oberhansener  Glasfabrik  Funcke  &  Becker,  Oberhausen.  Die  Prokura 
des  Direktors  Rudolf  Esser  ist  erloschen. 

Wilhelm  Hirsch  &  Bediich,  Radeberg.   Die  Kaufleute  Oskar  Schmidt 
und  Emil  Lohse  haben  Gesamtprokura. 

Sächsische  Glasfabrik,  Radeberg.     Baumeister  Walter  W.  Hirsch 
wurde  zum  Vorstandsmitglied  bestellt. 

Berliner  Glas-  und  Spiegelmanufaktar,  A.-G.,  Berlin.  Die  Kapitals- 
erhöhung um  den  Teilbetrag  von  M  1  Mill.  auf  Ji  2  Mill.  iBt  erfolgt. 

Anton  Walenta,  Kristall  glasschleif  erei,  Cunnersdorf  i.  R.  Inhaber 
ist  Glasschleifereibesitzer  Anton  Walenta. 

G.  Kühnert  &  Co.,  Ernsthai  a.  R.  mit  Zweigniederlassungen  Lauscha 
und  Steinach.  Eduard  Kühnert  ist  verstorben.  Die  Gesellschaft  wird  durch  die 
übrigen  Gesellschafter  Walter  und  Fritz  Kühnert  unter  unveränderter 
Firma  fortgesetzt. 

Gebr.  Eckardt  &  Co.,  Gräfenroda.    Geschäft  mit  Firma  ist  an  die 
nachgenannte  G.  m.  b.  H.  übergegangen. 

Gebr.  Eckardt  &  Co.,  G.  m.b.  H.,  Gräfenroda.  Stammkapital :  Ji  100000. 
Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer  sind  die  Kaufleute  Erich 
Reichenheim  und  Boris  Krinsky.  Glasbläser  Ernst  Eckardt  und  Glas- 
schreiber Ernst  Pfeuffer  haben  Einzelprokura. 

Glastechnische  Vereinigung,  G.  m.  b.  H.,  Gräfenroda.  Das  Stamm- 
kapital iBt  um  Ji  68000  auf  M  100000  erhöht  worden. 

Edmund  Müller,  Igelshieb,  S.-M.  Anfertigungs-  und  Versandgeschäft 
in  Glaswaren  aller  Art.   Inhaber  ist  Kunstglasbläser  Edmund  Müller. 

Abicht  &  Busse,  Thüringer  Glasindustrie,  G.  m.  b.  H.,  Jlmenau.  Her- 
stellung und  Verkauf  von  Thermometern,  Glasinstrumenten  und  Glaswaren 
aller  Art  für  technische  und  wissenschaftliche  Zwecke.  Stammkapital: 
M  20  000.  Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer  sind  Kaufmann 
Paul  Abicht  und  Ing.  Oskar  Busse. 

Nanny  Greiner-Mauschel,  Lauscha,  S.-M.  Fabrikationsgeschäft  von 
Fisch-  und  Wachsperlen.  Inhaber  ist  Witwe  Fanny  Greiner-Mauschel, 
geb.  Greiner- Vetter.   Eduard  Greiner-Mauschel  hat  Prokura. 

Ernst  Müller-Ph.  Sohn,  Lauscha,  S.-M.   Die  Firma  ist  erloschen. 

A.  Müller-Zschach,  Lauscha,  S.-M.  Herstellung  künstlicher  Augen 
aller  Art  und  sämtlicher  Glaswarenerzeugnisse  der  Thüringer  Industrie. 
Inhaber  ist  Fabrikant  Ernst  Anton  Müllei-Zschach.  Anna  Müller-Zschach 
hat  Prokura. 

Müller  &  Co.,  vorm.  Alex  Hartwig,  Glaswaren,  Lauscha,  S.-M.  Per- 
sönlich haftende  Gesellschafter  Bind  die  Kaufleute  Alex  Hartwig  und  Ernst 
Müller. 

L.  Beck,  Neuhaua  a.  R.  Inhaber  ist  Fabrikant  Albert  Beck. 
Ernst  Schwabe,  Oberweißbach.  Inhaber  ist  Glaawarenfabrikant  Ernst 
Schwabe. 

Isolierflaschen-Fabrik  H.  Qaandel  u.  E.  Göpfert,  G.  m.  b.  H.,  Pirna- 
Die  Geschäftsführer  Quandel  und  Göpfert  sind  ausgeschieden.  Die  Gesell- 
schaft ist  aufgelöst.   Liquidator  ist  Kaufmann  Carl  Galmert. 

Knöspel  k  Co.,  Kommanditgesellschaft,  Radeberg.  Glasraffinerie  und 
Glasmalerei.  Prokurist  Emil  Josef  Knöspel  ist  persönlich  haftender  Ge- 
sellschafter.  Zwei  Kommanditisten  sind  beteiligt. 

Edwin  Störmer,  Stützerbach,  W.-A.  Alleiniger  Inhaber  ist  Glas- 
instrumentenfabrikant  Edwin  Störmer. 

Berliner  8piegelglaB-Verkaufs-Kontor,  G.  m.  b.  H.,  Berlin.  Mario 
Luka  hat  Gesamtprokura. 

Germersheimer  Emaillierwerk  Klee  &  Leineweber,  Germersheim.  Die 
Firma  ist  erloschen. 

GemerBheimer  Emaillierwerk  Klee  &  Leineweber,  G.  m.  b.  H,  Ger- 
merBheim.  Fortführung  des  unter  der  Firma  Klee  &  Leineweber  betrie- 
benen Unternehmens,  Fabrikation  von  Emailgeschirren,  Schildern  jeder 
Art,  Lohnemaillierung.  Stammkapital:  Ji  1  Mill.  Geschäftsführer  ist 
Fabrikant  Johann  Valentin  Klee. 

Senkingwerk,  A.-G.,  Hildesheim.  Direktor  Karl  Kunder  ist  aus  dem 
Vorstand  ausgeschieden.   Die  Prokura  von  Paul  Schulte  ist  erloschen. 

Wamsler- Werke,  A.-G.,  München.  Peter  Lang  und  Hans  Lederer 
haben  GeBamtprokura. 

Deutsche  Glasbau  Gesellschaft  m.  b.  H,  Berlin.  Verwertung  von 
Glas,  Glaserzeugnissen  und  Glaskonstruktionen  jeder  Art,  besonders  für 
Bauzwecke.  Stammkapital:  M  20000.  Geschäftsführer  ist  Bankier  Fritz 
Lange. 

Der  Keramische  Großhandel,  Fritz  Zell,  Berlin- Oberschöneweide. 
Kaufmann  Fritz  Schwarzlose  ist  als  persönlich  haftender  Gesellschafter 
eingetreten.  Die  Firma  ist  geändert  in:  „der  Keramische  Großhandel 
Zell  &  Schwarzlose." 


Technische  Glaswaren  Gesellschaft  m.  b.  H,  Berlin.  Die  Zweig- 
niederlassung  Berlin-Wilmersdorf  ist  aufgehoben. 

Keramische  Gesellschaft  m.  b.  H,  Cöln.  Die  Gesellschaft  ist  auf- 
gelöst.  Liquidator  ist  Kaufmann  Paul  Strauch. 

Flaschenverwertungsgesellschaft  m.  b.  H.,  Darmstadt.  An-  und  Ver- 
kauf von  Flaschen  und  Abschluß  aller  damit  zusammenhängenden  Geschäfte,  so- 
wie Fabrikation  derselben.  Stammkapital:  M  20000.  Geschäftsführer  ist 
Lina  Seybold. 

Porzellanvertrieb  Fritz  Hums,  G.  m.  b.  H,  Dresden.  Kaufmann  i 
Isidor  Simon  ist  nicht  mehr  Geschäftsführer. 

Internationale  Glashandelsgesellschaft  m.  b.  H.  zu  Massen  bei  Finster- 
walde, Massen.   Die  Firma  ist  erloschen. 

Emil  Stulz,  Glasschneideanstalt,  Freiburg,  Breisgau  (Brombergstr.  19). 
Handel  mit  runden  und  ovalen  Gläsern.  Inhaber  iBt  Kaufmann  Emil 
Stulz. 

Hanseatische  Flaschenzentrale,  G.  m.  b.  H,  Hamburg.  Ankauf  und 
Verkauf  von  Flaschen  aller  Art.  Stammkapital:  M  20000.  Geschäfts- 
führer ist  Albert  Domvo. 

Hayessen.  Lehmann  &  Maaß,  Hannover.  Die  Firma  ist  geändert  in: 
„Lehmann  &  Maaß". 

Willy  Hopp,  Kandel  bei  Landau.  Der  Geschäftszweig  erstreckt  sich 
nunmehr  auch  auf  Glas-,  Porzellan-  und  Emailwaren. 

AuBlandsvertrieb  Deutscher  Glasfabriken,  G.  m.  b.  H,  Stettin.  Aus- 
fuhr von  Spiegel-,  FenBter-,  Guß-  und  Hohlglas  in  das  Ausland.  Stamm- 
kapital :  JL  50  000.   Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Paul  Siebner. 

Halle'sche  Feinton-Werke,  G.  m.  b.  H.,  Halle  a.  S.  An  Stelle  des 
ausgeschiedenen  Julius  P.  Winkler  wurde  Betriebsleiter  Ernst  Matthies 
zum  Geschäftsführer  bestellt. 

Kaolin-,  Ton-  und  Sandwerke,  G.  m.  b.  H,  Halle  a.  8.  Erwerb, 
Verwertung,  Ausbeutung  und  Veräußerung  von  Feldern,  welche  Kaolin, 
Ton,  Sand  und  andere  Bodenbestandteile  enthalten,  sowie  Vertrieb  dieser 
Bodenerzeugnisse.  Stammkapital:  M  30000.  Selbständig  vertretungs- 
befugte Geschäftsführer  sind  Gerhard  Braune,  Gerhard  Dumas  und 
Richard  Baartz.  ' .  .  . 

Berg  &  Co.,  Gesellschaft  für  Iudustrie-Ofenbau  und  Feuerungsbedarf 
m.  b.  H-,  Zweigniederlassung  Gießen.  Konstruktion  und  Vertrieb  _  von 
industriellen  Feuerungsanlagen  und  feuerfesten  Materialien.  Stammkapital : 
JI  96000.  Geschäftsführer  sind  die  Ingenieure  Erich  Vogt  und  Ludwig 
Kirchhof.  Sie  sind  nur  gemeinsam  oder  einzeln  in  Gemeinschaft  mit 
einem  Prokuristen  vertretungsbefugt. 

Bornkessel  &  Co.  m.  b.  H,  Minden.  Projektierung  und  Bauaus- 
führung moderner  Fabrikanlagen  für  die  Ton-,  Kalk-  und  Zementindustrie 
sowie  von  Bauten  jeglicher  Art.  Stammkapital:  M  50000.  Geschäfts- 
führer sind  die  Ingenieure  Paul  Bornkessel,  Hermann  Kolkmeier  und  Georg 
Diener.  Die  Gesellschaft  wird  durch  zwei  Geschäftsführer  oder  einen  Ge- 
schäftsführer und  einen  Prokuristen  vertreten. 


Patentea 

Deutsches  Beiern. 

s  Anmeldungen. 

12  f,  4,  K.  79  767.  Säureabmeßvorrichtung  mit  zwei  Meßgefäßen. 
Franz  Keßler,  Stützerbach  i.  Thür.   8  11.  21. 

12  i,  37.  M.  74548.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Aluminatsilikaten 
oder  Permutiten.  Dr.  Cornelias  Massatsch,  Berlin,  Hedemannstr.  13/14. 
22.7.21.       '  „  ■ 

17  a,  3.   L.  46  884.   Vakuumgefäß  und  Verfahren  zu  seiner  Her- 
stellung. Leopold  Liße,  Charlottenburg,  Lietzenseeufer  6.   17. 7. 18. 

21c,  13.  J.  20851.  Hochspannungsisolator.  Robert  Marsh  Johnston, 
Huntington,  V.  St.  A.   9. 10.  20. 

21a,  13.  P.  39  400.  Doppelkopfisolator  mit  kittloser  Verbindung 
zwischen  Beschlägen  und  Isolatorkörper.  Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal 
&  Co.,  A.-G.,  Selb.   25.2.  20. 

21  c,  14.  R  51 728.   Sttttzisolator.  Oskar  Rösing,  Düsseldorf,  Acker- 
straße 80.   6. 12.  20. 

21c,  14.  8.  53  859.  Glocken-  und  Doppelglockenisolatoren,  die  mit 
wagerecht  angeordneter  Bohrung  verwendet  werden.  Siemens -Schuckert- 
Werke,  G.  m.  b.  H.,  Siemenstadt  bei  Berlin.   30. 7.  20. 

21  f,  49.    E.  26  955.    Isolierfassung  für  elektrische  Glühlampen. 
Gustav  Eiternick,  Jlmenau  i.  Thür.   2  8.  21. 

24  f,  10.  D.  38  324.  Vorrichtung  zur  Ausnutzung  der  bei  Feuerungen 
in  den  Brennstoff rückständen  enthaltenen  Wärme;  Zus.  z.  Pat.  345  278. 
Deutsche  Evaporator,  A.-G.,  Berlin- Wilmersdorf.   21. 9.  20. 

30  b,  14.  R.  60  705.  Auswechselbarer  Zahn  mit  Rttckenplatte  und 
Befestigungsschiene.  Hessische  Zahnfabrik,  G.  m.  b.  H,  Friedberg  i.  H. 
16. 7.  20. 

32  a,  13.  H.  83  544.  Glasblasemaschine  zur  Herstellung  von  Flaschen 
beliebiger  Größe,  mit  Saugeform.  Hans  Hillmann,  Schwerin  i.  M. 
18  12  20. 

32  ar  27.   K.  65  913.  Verfahren,  um  Röhren  aus  Glas  oder  anderen 
in  erhitztem  Zustande  plastischen  Massen  eine  genau  vorgeschriebene  « 
Außengestalt  zu  geben.     Karl  Küppers,   Aachen,   Hubertusstraße  58. 
30.3.18.  .'"  t    '  „, 

32  b,  1.  D.  33  080.  Verfahren  zur  Herstellung  optischen  Glases 
Josef  Desenberg,  Köln,  Melohiorstr.  18.   29. 11.  16. 

32  b,  5.  K.  60  031.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Glasrohren  mil 
Skalen  an  der  Innenseite.  Karl  Küppers,  Aachen,  Hubertusstraße  58, 
6. 12,  14. 

36  a,  13.  Sch.  60075.  Kochkasten  für  Kachelöfen.  Felix  Schienzog, 
Breslau,  Nachodstr.  2  c.   1. 12.  20. 

39  b,  8.  P.  41556.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Perlenessenz, 
Jean  Paisseau,  Paris.   26. 2.  21.   Frankreich  9. 10.  20. 

44  b,  31.  Sch.  68  200.  Benzinfeuerzeug  mit  Brennstoff behälter  aui 
Glas.  Ernst  M.  Scheid,  Hagen  i.  W.,  Bilper  Str.  99.   6. 6.  20. 


1922.  (6ß.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL -COBURG. 


Nr.  25  -  293 


64a,23.  H.  80  575.  Flaschen-  oder  dergl.  Verschluß.  The  Hygienic 
Bottie  Cap  Company,  Baltimore,  V.  St.  A.   8. 4.  20. 

64  a,  29.  S.  57  953.  Bügel  Verschluß.  Richard  Speech,  Insterbnrg. 
26  10.  21.  ' 

67  a,  16.  M.  72  863.  Pneumatisch  wirhende  Werkstückhaltevprnch- 
tung  an  Maschinen  zum  Schleifen  kegelförmiger  Facetten  an  Glasplatten. 
Karl  Müller,  Fürth,  Schwabacher  Str.  65,  u.  Albert  Köder,  Fürth,  Moststr.  25. 
6  3.  21. 

67  a,  27.  N.  19  055.  Zar  Aufnahme  und  Entnahme  der  ablaufenden 
Flüssigkeit  nnd  des  Abfallmaterials  dienende  Einrichtung  bei  Schleif- 
maschinen o.  dgl.  Norton  Company,  Worcester,  Massachusetts,  V.  St.  A. 
10.  7.  20.   V.  St.  Amerika  1.  9.  16 

80  a,  1.  P.  39  680.  Tonstechmaschine  mit  verschiebbarem  Stech- 
hasten.  August  Präger  sen.,  Trabuhn,  Kr.  Lüchow,  Hannover.   22. 4.  20. 

80  a,  45.  K.  65  214.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Vakuumgefäßen 
aus  Porzellan;  Zns.  z.  Pat.  306  330.  Staatliche  Porzellan-Manufaktur, 
Berlin.   23  10.  17.  . 

80b,  9.  T  24439.  Verfahren  zur  Herstellung  einer  gegen  chemische 
und  elektrische  Einflüsse  widerstandsfähigen,  feuerfesten  Kunstmasse. 
Plauson's  Forschungsinstitut,  G.  m.  b.  H„  Hamburg.   20.  9.  20. 

80  c,  1.  M.  74  918.  Gaskammerringofen.  Fa.  Franz  MeiBer  und 
Karl  Meiser,  Sulzbacher  Str.  9,  Nürnberg.   26. 8.  21. 

81  e,  25.  K.  74  522.  Verpackung  für  luftleer  gemachte,  teilweise 
mit  Quecksilber  gefüllte  Glasröhren,  wie  Qoecksilberbogenlampen  und 
Stromunterbrecher.  Fritz  Köhler,  Leipzig-Connewitz,  Windscheidtstr.  33. 
24.  9.  20. 

85  b,  1.  P.  35304.  Verfahren  zur  Herstellung  eines  basenaus- 
tauschenden Materials  aus  Ton  für  die  Enthärtung  von  Wasser.  17. 11.  16. 

55  b,  1.  P.  38  539.  Verfahren  zur  Herstellung  eines  basenaus- 
t  auschen  den  Materials  aus  Ton  für  die  Enthärtung  von  Wasser.  Zus.  z. 
Anm.  P.  35  304.   11. 10.  19. 

Permutit,  A.-G.,  Berlin. 

Erteilungen. 

300  095  „K".  32  a,  5.  Verfahren  zur  Herstellung  möglichst 
Bchlierenfreien  optischen  Glases.  Verlängert  nach  Maßgabe  des  §  1  des 
Gesetzes,  betr.  eine  verlängerte  Schutzdauer  bei  Patenten  und  Gebrauchs- 
mustern usw.,  vom  27.  4.  20.   2.  9.  15.  ' 

302  571  „K".  32  a,  5.  Verfahren  zur  Herstellung  möglichst 
schlierenfreien   optischen   GlaBes;   Zus.   z.  Pat.  300  095.    15.  9.  15. 

303  263  „K".  32  8,  5.  Verfahren  zur  Herstellung  möglichst 
Bchlierenfreien  optischen  Glases;  Zus.  z.  Pat.  300  095.    15.  9.  15. 

303  264  „Ka.  52  s,  5.  Verfahren  zur  Herstellung  möglichst 
Bchlierenfreien  optischen  Glases ;  Zoe,  z.  Pat.  300  095.  22. 12. 15. 

303  993  „K".  32  a,  5.  Verfahren  zur  Herstellung  möglichst 
schlierenfreien  optischen  Glases ;  Zus.  z.  Pat.  300  095.  27. 7.  16. 

306  308  „KK.  32  a,  5.  Verfahren  zur  Herstellung  möglichst 
Bchlierenfreien  optischen  Glases;  Zus.  z.  Pat.  300  095.  Josef  Desenberg, 
Berlin- Friedenau,  Kaiserallee  93.  Jetziger  Wohnsitz;  Köln,  Melchior- 
atraße  18.    17. 2.  17.  ,„  „  ^ 

353  143.  21  c,  10.  Einführungskopf  mit  Isolationseinsatz  für  Kohr- 
Ständer;  Zus.  z.  Pat.  332  962.   Fritz  Pankow,  Saarbrücken,  Mainzerstr.  1. 

5  3  353  277.  80  b,  9.  Isolierende  FormBtttcke.  Dr.  Wilhelm  Bünte, 
Hannover-Linden,  Deisterstr.  8.   4.  6.  21. 

853  289.  21  c,  13.  Vorrichtung  zur  Anzeige  einer  ungenügenden 
oder  verminderten  Isolierung  eines  Isolators.  Jgnazio  Prinetti,  Genua, 
Ital.   3. 12  20. 

353  290.  21  e,  13.  Verfahren  zur  Befestigung  von  Körpern  in  den 
Hohlräumen  von  PorzellangegenBtänden,  insbesondere  zur  Herstellung 
zwei-  oder  mehrteiliger  Isolatoren  durch  Aufschrumpfen;  Zus.  z.  Pat 
296  467.  H.  Schomburg  &  Söhne,  A.-G-,  Margarethenhtttte,  Post  Groß 
dubrau.   20.3.  21.  ••     '  v     ,„„  . 

353  336.  67  a,  19.  Vorrichtung  zum  Schleifen  von  Kugelfläcnen 
insonderheit  an  optische  Linsen.   Schmidt  &  Wagner,  Berlin.   15.  5.  20. 

353  427.  80  c,  16.  Vorrichtung  zum  Beschicken  keramischer 
Brennöfen  mit  flüssigem  Brennstoff.  Leser  Cohen,  Berlin-Schöneberg, 
Gleditschstraße  20.   21. 7. 20.  ^  „ 

353  428.  4  b,  9.  Beleuchtungsvorrichtung  mit  nach  oben  ottener 
und  nach  oben  spiegelnder  Beflektorschale.  Georg  Muller,  Würzen. 
8. 12.  20. 

353  437.  21c,  10.  Durchführung  für  hohe  Spannungen;  Zus.  z. 
Pat.  333  909.   Dr.  Paul  Meyer,  A.-G.,  Berlin.   4.  4.  20. 

353  476.  80  c,  5.  Kanalofen  zum  Brennen  keramischer  Waren, 
Silikasteine,  MagneBit  u.  dgl.  Heinrich  Koppers,  Essen,  Ruhr,  Moltke- 
Btraße  29.   4. 9.  19.  .  ,    a  . 

353  484.  32  a,  33.  Brillengläser-SchneidemaBchine.  A.  Schumann, 
Düsseldorf.   5.9.19.  ,  m    .         "  .. 

353  539.  32  a,  33.  Maschine  zum  Aufschneiden  der  Glasbirne 
elektrischer  Glühlampen.   The  Allies  Electric  Lamp  Company  Ltd.,  London. 

17.  8.  16.  .... 

353  541.  80  a,  L  Anfeuchtapparat  für  trockenes  pulverf örmiges 
Material,  insbesondere  Ton.  Georges  Hidoux  und  Julian  Bernheim,  Paris. 
21.2.14.   Frankreich  28.  7.  13.    .  .  ' 

353  663.  12  e,  1.  Mit  gleichzeitiger  Kühlung  arbeitender  Ab- 
Borptionsturm.  Deutsche  Ton-  und  Steinzeugwerke,  A.-G.,  und  Friedrich 
Plinke,  Kantstr.  37,  Charlottenburg.   8.  5.  20. 

363  664.  30  b,  14.  Künstlicher  Zahn.  Carl  Ulrich  Fehr,  Berlin- 
Friedenau,  Fregestraße  5.   4.  5.  21.  .  ,Ä 

363  711.  80  e,  4.  Glüh-  und  Muffelofen ;  Zua.  z  Pat.  344  479. 
Carl  Eoschmann,  Hennigsdorf  b.  Berlin,  Osthavelland.   29.  7.  21. 

353  712.  80  c,  5.  Verfahren  zur  Erzielung  einer  vollkommenen 
Gasverbrennung  in  Gaskanalöfen.  Allgemeine  Elektrizitäts-Gesellschaft, 
Berlin.   31.  3.  21. 


Oesterreich. 
Aufgebote. 

1.  Abscheider  fär  Kohlen,  Ton,  Erze  u.  dgl.,  der  durch 
Wirkung  eines  aufsteigenden  FlüsBigkeitsstroms  innerhalb  eines  Behälters 
von  konischer  Form  das  leichtere  Gut  durch  einen  ringförmigen  Ueber- 
lauf  austragen  läßt:  Ein  Begelungsmittel  im  Wege  des  ringförmigen 
Ueberlaufs  ist  am  Oberende  des  Innenbehälters  angeordnet,  um  den 
Querschnitt  dieses  Ueberlaufs  oberhalb  des  im  AuBenb ehälter  gelegenen 
Innenbehälterendes  nach  Bedarf  regeln  zu  können.  John  Marriott  Oraper, 
Mineningenieur,  New-Foundry  (Großbritannien).  3.  11.  19,  A  4044—19. 
Großbritannien  23.  12.  18. 

5  b.  Spfilversatzeinrichtunggzur  Schlämmung  und  Beförderung 
von  Ton  und  sonstigem  geeigneten  Material:  In  den  Materialstoß  wird 
ein  oder  mehrere  Spülrohre  oder  ein  System  von  Spülrohren  eingebaut, 
welche  unmittelbar  an  eine  gemeinsame  Schlammrohrleitung  angeschlossen 
werden  können.  Gewerkschaft  Hausbach  II,  Wiesbaden.  15.  1.  21, 
A  284—21.   Deutsches  Reich  10. 10  18. 

32  a.  Ziehherd  an  Glasöfen  mit  einem  die  Glasentnahmestelle 
umgebenden  Läuterkranz,  unter  dem  im  Glasbade  ein  Schirm  angeordnet 
ist:  Zur  Erzielung  eines  Temperaturausgleiches  des  in  den  Läuterkranz 
mit  ungleicher  Temperatur  von  verschiedenen  Seiten  eintretenden  Glases 
ist  der  Schirm  in  beliebiger  Lage  schräg  einstellbar.  Empire  Machine 
Co.,  Pittsburg.   1.  9.  16,  A  4139—16. 

32  a.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Flaschen  mit  vertieftem 
Boden:  Ein  Werkstück  wird  mit  einem  ringförmigen  Vorsprung  an  einem 
Ende  aus  plastischem  Glas  geformt,  worauf  dieser  Vorsprung  beim  Blasen 
des  Werkstückes  zu  einem  hohlen,  sich  in  die  Flasche  erstreckenden 
Boden  ausgedehnt  wird.  The  Owens  Bottie  Co.,  Toledo  (V.  St.  A.) 
29. 11.  19,  A  4453—19.   V.  St.  A.  12.  6.  19. 

32  a  Glasblasemaschine  mit  einer  um  ihre  Längsachse  dreh* 
baren  Pfeife:  Sie  besitzt  eine  Vorrichtung,  durch  die  die  Pfeife  während 
verschiedener  Entwicklungszeiten  des  Kulbels  mit  verschiedenen  Ge- 
schwindigkeiten gedreht  wird.  The  Westlake-European  Machiue  Co., 
Chicago.   3.  2.  20,  A  550—20. 

33  d.  Zerlegbare  Flasche,  bestehend  aus  zwei  durch  Scharniere 
miteinander  verbundenen  Hälften :  Der  Halsteil  der  Flasche  ist  auf  deren 
Unterteil  besonders  aufgesetzt.  Anton  Lauer,  Schlosser,  Wien.  25.  6.  21, 
A  3189-21. 

35  b.  Vorrichtung  zum  Heben  und  Transportieren  von  Glas- 
platten n.  dgl.  mittels  an  einem  Trägergestell  angebrachter  Saugköpfe: 
Das  Trägergestell  ist  mit  seinen  Hängestangen  an  einer  Linie  verbunden, 
die  der  einen  Seite  der  Vorrichtung  näher  liegt  als  der  anderen. 
Pilkington  Brothers  Ltd.,  St.  Helens  (Großbritannien),  11.  8.  20, 
A  4612—20.   Großbritannien  17. 10.  19. 

80  c.  Verfahren  zum  Brennen  von  keramischen  Massen 
(Porzellan  usw.)  im  Kanalofen:  Die  Beheizung  der  Hochfeuerzone  und 
gegebenenfalls  der  unmittelbar  vorgelagerten  Zone  des  Ofens  wird  nach 
erfolgtem  Sintern  des  Brenngutes  unterbrochen,  und  die  Transportwagen 
werden  erst  nach  erfolgter  E  rhärtung  der  Waren  weiterbewegt.  A.  E.  G.-Union, 
Elektrizitäts-Ges.,  Wien.  18. 3.  21,  A  1523—21.  Deutsches  Reich  26. 3.  20. 

Erteilungen. 

87  377.  32  a.  Einrichtung  zur  Herstellung  von  Glasgefäßen.  Adolf 
Schiller,  Regier ungsbaumeister,  Schöneberg  bei  Berlin.   15.  7.  21. 

87  418.  80  c.  Muffelofen  mit  ringförmigem  Kanal  und  einem  auf 
Kugeln  gelagerten  Herdring.  Charles  B.  Winzer,  Techniker,  Hamburg. 
15.  7.  21. 

87  446.  80  f.  Verfahren  zum  Reinigen  von  Ton  durch  Schwemmen. 
William  Feldenheimer,  Kaufmann,  London.   15.  9.  21. 

87  460.  21  i.  Hochvakuumröhre.  Professor  Dr.  JuliuB  Edgar 
Lilienfeld,  Leipzig.   15.  6.  21. 

87  466.  48  c.  Verfahren  zur  Emaillier ung  eiserner  Gegenstände. 
Rudolf  Koepp  &  Co.,  Oestrich  (Deutsches  Raich).   15.  9.  21. 

87  478.  21  i.  Flaschenförmiger  Hochspannunga  -  Kondensator. 
Schott  &  Gen.,  Jena.   15.  8.  21. 

87  568.  32  a.  Selbsttätige  Glasblasemaschine  Europäischer  Ver- 
band der  Flaschenfabriken,  G.  m  b.  H ,  Düsseldorf.   15.  9.  21. 

87  659.  32  a.  Verfahren  nnd  Maschine  zur  Fertigstellung  von 
Glasbirnen.   Corning  Qlass  Works,  Corning  (V.  St.  A.)   15.  9.  21. 

87  562.  32  a.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Spinndüsen  für  Kunst- 
seide, Stapelfaser,  Roßhaar  u.  dgl.  Dr.  Adelf  Kämpf,  Fabriksdirektor, 
Premnitz.   15.  9.  21. 

87  575.  21  a.  Vakuumröhre  für  große  Leistungen  zur  Verstärkung 
von  Wechselströmen. 

87  576.  21  a.  Vakuumröhren  für  große  Leistungen.  (Zns.  zu  Pat. 
Nr.  87  576). 

Western  Electric  Co.,  Ltd.,  London.   15.  9.  21. 
87  658.    45  c.    Blumentopf.    Jan  Skeiik,  Uhrmacher,  Leitomischl. 
15.  8.  21. 

87  662.  21g.  Verfahren  zur  Herstellung  des  Glasüberzugea  auf 
Einschmelzdrähten  aus  unedlem  Metall  für  Glühlampen  und  andere 
Apparate  mit  sauerstoffleerer  Glashülle.  Schweiz.  Gltthlampenfabrik, 
A.-G.,  Zug  (Schweiz)   15.  9.  21. 

87  673.  21  g.  Einrichtung  zur  Einführung  von  beliebig  dicken 
elektrischen  Stromleitern  in  Glashohlkörper.  lug.  Ernst  Wolf,  Kaufmann, 
Wien.   15.  9.  21. 

87  744.  21  i.  Röntgenröhre  mit  einem  in  ihrem  Gasraum  ange- 
brachten Glühkörper.   Reiniger,  Gebbert  &  Schall,  A.-G.,  Berlin.  15.8.21. 

Aufrechterhaltungen. 
32  a.   78  976.   Verfahren  zum  Zusammenschmelzen  von  Glasgegen- 
ständen.  Ing.  Ernst  August  Krüger,  Zeuthen  und  Dr.  Siegbert  Bloch, 

Berlin.  _       .„  , 

80  d.  60118.  Verfahren  zur  Herstellung  feuerfester  Gegenstande 
oder  feuerfester  Ueberzttge  auf  Gegenständen.  Nino  Mageissen,  Kristiania. 


—  Nr.  25 


SPRECH  SAAL  -  CO  BÜRO. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


21  g. 
Glasgefäße. 
21  i. 


72  642. 


Hochstdanerverlängernngen. 

Luftdichte  Drahteinführung  für  Gefäße  insbesondere 


83  064.  Röntgenröhre. 
24  b.   76  849.   Verdampf erbrenner  zum  Verschmelz  en  von  Glasgegen- 
ständen mit  schwerflüchtigen  Kohlenwasserstoffen  z.  B.  Petroleum. 

32  a.  IS  195.  Verfahren  und  Vorrichtung  zur  Herstellung  von 
Hohlglasgegenständen. 

32  a.   16  179.   Behälter  für  flüssige  Glasmasse. 

Maschine  zur  Herstellung  von  Glaswaren.   (Zus.  z. 


32  a.  19  158. 
Pat.  Nr.  15  195). 

32  a.    27  365. 

32  a  33  339. 
Verschmelzofen. 

32  a.  52  944. 
kippbaren  Glashäfen 

32  a.  55  948. 
geschmolzenen  Masse. 

32  a.   69  822.   Selbsttätige  Glasblasf  maichine. 


Maschine  zur  Herstellung  von  Hohlglaswaren. 
Vorrichtung  zum  Zuführen  von  Flaschen  in  einen 

Ofen  zum  Ausschmelzen  des  Glasrückstandes  aus 

Vorrichtung  zum  Ziehen  von  Glaszylindern  aus  der 


32  a.  75  139.  Vorrichtung  zum  mechanischen  Einbringen  von  su 
der  Blasemaschine  kommenden  Glasgegenständen  in  einen  mit  endlosen 
wandernden  Trägerrost  ausgestatteten  Kühlofen. 

32  a.  79  770.  Maschine  zum  Zerlegen  von  Glasröhren  in  zwe 
mit  Böden  versehene  Teile. 

80  b.   43  477.  Schlagstempelpresse. 

80  e.  68  058.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Sintermagneeit  uni 
Sinterdolomit. 


Warenzeichen-Eintragungen. 

Erklärung  der  Abkürzungen:  G.  Geschäftsbetrieb;  W.  Waren 
Verzeichnis;  (A.)  Auszug;  (B.)  Der  Anmeldung  ist  eine  Beschreibung 
beigefügt;  A.  Tag  der  Anmeldung;  E.  Tag  der  Eintragung. 

286  103.   F.  Losky,  Oranienhütte  b  Seitenberg  (Grätsch. 

Glatz).    G.:  Glasfabrik.   W.  (A.):  Kristall-  und  gepreßte 

und  geschliffene  Glaswaren.   A. :  26.  5.  21.   E. :  13. 5.  22. 


Fragfekasten  des  Sprechsaal. 

Zur  Beachtung  bei  Benutzung  des  Fragekastena. 

1.  Der  Fragekasten  dient  dazu,  technische  und  andere  für  unseren  Iieserfcrels  wissenswerte  Fragen  und  FabrOtatlonsfehlei 
Offen  zu  erörtern,  ferner  Hilfsmittel,  Materialien,  Maschinen  und  Werkzeuge  für  unsere  Industrien  nachzuweisen.  Soweit  sieh  Bezugs- 
quellen int  Anzeigenteil  finden,  wird,  wenn  nicht  besondere  Meldungen  erfolgen,  nur  darauf  hin  verwiesen. 

2.  Die  direkte  Vermittelung  des  An-  oder  Verkaufs  von  Rezepten,  fertigen  Fabrikaten  usw.  und  die  Weitergabe  von  Angebote! 
oder  Antworten  an  die  Fragesteller  sind  ausgeschlossen. 

8.  Die  Namen  der  Fragesteller  werden  nach  keiner  Weise  hin  genannt,  anonyme  Zuschriften  Jedoeh  nicht  berücksichtigt. 

4.  Die  Antworten  werden  nur  in  die  zweite  auf  die  Frage  folgende  Nummer  aufgenommen.  Verspätet  eingehende  Antworten 
kOnnen  nur  ausnahmsweise  Berücksichtigung  finden. 

5.  Die  Redaktion  behalt  sich  vor,  ohne  Angabe  von  »runden  sowohl  Fragen  als  auch  Antworten  abzulehnen;  für  brauchbare 
Beantwortungen  technischer  Fragen  gewahrt  sie  ein  angemessenes  Zeilenhonorar.  Eine  zivllrechtllehe  Haftpflicht  übernimmt  die 
Redaktion  nicht. 


6.  Jeder  Frage  ist  Rückporto  beizufügen. 

Keramik. 

86.  Unsere  Fürbringermuffel  mit  35  Pfannen  von  600\600\10 
braucht  mindestens  8  Stunden  bis  sie  so  in  Glut  kommt,  daß  wir  arbeiten 
können.  Dies  ist  nach  unserer  Ansicht  zu  lange.  Welches  ist  die 
normale  Zeit? 

Antwort:  Ueber  das  Anheizen  Ihrer  Ftirbringer-Zugmuffel  mit 
35  Pfannen  von  600.600.10  kann  man  verschiedener  Meinung  sein.  All- 
gemein soll  man  Schamottemuffeln  und  alle  Schamottewaren  nur  langsam 
anheizen  und  auch  langsam  abkühlen,  damit  sie  nicht  springen.  Wenn 
dieses  beachtet  wird,  so  kann  die  Zeit  von  8  Stunden  bis  zur  Hochglut 
wohl  nötig  sein,  wenn  der  Brennkanal  eine  Normalhöhe  von  40 — 50  cm 
hat  (die  Hö'he  ist  nicht  korrekt  angegeben).  Wenn  die  Feuerung  der 
Zugmuffel  gut  konstruiert  ist,  so  kann  man  bei  vorsichtigem  Anheizen 
einige  Stunden  für  die  Anheizung  sparen.  Außerdem  wird  zu  Anfang  des 
Brandes  solche  Malerei  durchgezogen,  die  weniger  Feuer  erhalten  soll, 
und  wenn  die  Muffel  in  Hocbglut  ist,  kommen  erst  die  schwerer  schmelz- 
baren Farben  an  die  Beihe.  Am  besten  ist  es,  wenn  man  eine  Zugmnffel  Tag 
und  Nacht  im  Betrieb  haben  kann,  weshalb  kleinere  Fabriken  nur  einige 
Tage  und  Nächte  in  der  Woche  schmelzen. 


Glas. 

70.  Welche  Ansprüche  können  an  ungeputzte  Hafenschalen  gestellt 
werden,  die  wieder  verwendet  werden  sollen? 

Erste  Antwort:  Die  Frage  ist  in  dieser  Form  schwer  zu 
verstehen.  Es  ist  wohl  anzunehmen,  daß  Sie  ungeputzte  Hafenschalen  zu 
verkaufen  haben  oder  solche  kaufen  wollen.  Wie  bekannt,  dienen  die 
peinlich  sauber  geputzten  Hafenschalen  als  Magerungsmittel  bei  der  Her- 
stellung von  Schmelzhäfen,  Kränzen,  Schiffchen  oder  Bankplatten.  Die 
gekauften  oder  zum  Verkauf  kommenden  ungeputzten  Hafenschalen  müssen 
in  Größe  und  Stärke  der  Stücke  so  beschaffen  sein,  daß  ein  Abputzen  des 
anhaftenden  Glases  noch  vorgenommen  werden  kann.  Jeder  Fachmann 
wird  wissen,  daß,  wenn  die  Hafenschalen  nicht  auf  das  peinlichste  geputzt 
sind,  die  Haltbarkeit  der  daraus  hergestellten  Gegenstände  in  Frage  gestellt 
ist.  Hieraus  geht  hervor,  daß  man  z.  B.  die  Schalen  des  oberen  Hafens, 
der  meistens  durch  die  Einwirkung  der  Alkalien  sehr  ansgefressen  ist, 
nicht  als  HafenBchalen  mehr  ansprechen  kann. 

Zweite  Antwort:  Ungeputzte  Hafenschalen  sollen  überhaupt 
nicht  verwendet  werden,  auch  nicht  für  Hintermauerungssteine,  oder  doch 
nur  mit  Vorsicht.  Hafenschalen,  die  für  Häfen  oder  Ofensteine 
verwendet  werden  sollen,  müssen  unbedingt  ganz  sauber  von  jeder  Glasur 
und  jedem  in  die  Poren  gedrungenen  Glase  befreit  werden  und  gelten 
dann  als  sogenannte  I.  Sorte;  Schalen  II.  Sorte,  an  denen  noch  eine  leichte 
Glasur  haften  kann,  sollen  nur  für  Vorrichter,  Schmelzkuchen  und  dergl. 
genommen  werden,  aber  auch  hier  niemals  ganz  ungeputzt.  Hafenschalen 
sind  nnser  bestes  Steinmaterial,  da  sie  im  Feuer  nicht  mehr  Bch winden; 
infolgedessen  gibt  es  bei  Ofensteinen  daraus  wenig  oder  gar  keine  Fugen, 
die  bekanntlich  in  und  unter  den  Bänken  sehr  lästig  sind. 

71.  Wer  liefert  Holzformen  für  Hohlglas? 

Erste  Antwort:  Die  Holzformen  für  Hohlglas  werden  zum 
allergrößten  Teil  auf  den  Hoblglashtitten  selbst  hergestellt.  Diese  kaufen 
sich  das  nötige  Holz,  mit  Vorliebe  Birnbaum,  lassen  es  gehörig  aus- 
trocknen, nachdem  die  Stücke  auf  entsprechende  Längen  geschnitten  sind, 
worauf  ein  beliebiger  Holzdrechsler  die  Formen  ausdreht. 

Zweite  Antwort:  Holzformen  für  eile  Gläser  werden  doch 
wohl  stets  auf  den  Hütten  selbst  angefertigt;  es  ist  nicht  anzunehmen, 
daß  sich  irgend  eine  Fabrik  oder  ein  Handwerker  mit  der  Anfertigung 
solcher  Formen  befaßt.  Ein  Formenmacher  muß  jedoch  auf  jeder  Hütte 
vorhanden  Bein,  da  Holzformen  sehr  viel  Wartung  benötigen,  wenn  die 
Gläser  gut  ausfallen  sollen.   


Heue  Fragen. 
Keramik. 

88.  Ist  es  möglich,  die  Horben  auf  Biskuitpuppenköpfen  im  Glüh\ 
ofen  aufzuschmelzen  oder  ist  unbedingt  eine  Muffel  nötig? 

89.  Wir  haben  keine  rechte  Verwendung  für  unsere  Ofenasche,  um 
es  lohnt  sich  nicht,  die  noch  darin  brennbaren  Stückchen  daraus  abzu- 
scheiden. Wohl  aber  könnten  Ziegel  aus  diesem  Ofenrückstand  hergestell 
werden,  wenn  wir  ihn  mit  Zement  versetzen.  Wer  liefert  nun  brauchbare 
Handpressen  für  diesen  Zweck? 

90.  Ich  bitte  um  Angabe  einer  erprobten  schwarzen  Scharf feuerglasui 
für  Elektroporzellan,  die  in  reduzierendem  Brande  bei  SE  13  tiefschwan 
und  glänzend  wird. 

Glas. 

77.  ~*  Wir  haben  eine  Partie  Flakons,  bei  welchen  die  Stöpsel  so  fes\ 
sitzen,  daß  man  sie  nicht  herausnehmen  kann  und  bei  Anwendung  vo% 
Gewalt  im  Halse  der  Flakons  abbricht.  Gibt  es  ein  Mittel,  die  Stöpset 
loszulösen?   Eintauchen  in  warmes  Wasser  half  nicht 

78.  Wer  liefert  Maschinen,  welche  die  Grade  bei  Hohlmaßen  aus  Glas 
Thermometern  usw.  einschneiden?  1 


Briefkasten  der  Redaktion. 
P.-M.  B.  i.  B.   Eine  der  Ihrigen  ähnliche  Frage  ist  in  Nr. 
veröffentlicht,  weshalb  die  Wiederholung  sich  erübrigt. 


24 


Anfrage  an  unsere  Leser. 

Wer  führt  die  Fabrikmarke  „Deutsches  Porzellan"  ?  Diese  Worte 
stehen  auf  dem  Bande,  den  zwei  konzentrische  Kreise  bilden,  während 
im  kleinen  Kreis  das  Wort  „Viktoria"  sich  befindet  und  eine  Krone  über 
dem  Ganzen  angebracht,  ist. 


Neuauflage  des 
Glas -Adreßbuches  1922 


■  ••■••••■■■MMM 


Die  Fragebogen  für  die  im  Herbst  d.J.  erscheinende 
Neuauflage  des  Adreßbuches  der  Glasindustrie  sind 
uor  kurzem  uersandt  worden.  U)ir  bitten  dringend, 
die  Fragebogen  genau  ausgefüllt  gefl.  umgehend  zu- 
rückzusenden, foujeit  dies  nicht  bereits  gefchehen  ist. 

Glas-  und  Glasiuarenfabrikanten,  die  den  Frage- 
bogen nicht  erhalten  haben  sollten,  wollen  ihn  um- 
gehend uon  uns  verlangen. 


Coburg 


Geschäftsstelle  des  Sprechsaal 

Abteilung  Adreßbücher. 


(55.  Jahrgang.) 


Coburg,  den  29.  Juni  1922. 


Nummer  26 


Zeitschrift  für  biß  Keramischen/ Blas-  unb  uerwanbten  Inbustrien 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Qoldene  Medaille 
Prämiiert :  Bugra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint   wöchentlich   einmal  Donnerstags 


Fernsprecher  Nr.  59.  /  Telegramm-Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto:  Bayerische  Vereinsbank  in  Coburg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  bei  der  Post  bestellt  für  das  III.  Vierteljahr  dt  35. — ,  unter  Streifband  JC  74.— 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  3.—,  Stellengesuche  M  1.50 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 

Mitglied  von :  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten.   


Bekanntmachung. 


Die  allgemeinen  wirtschaftlichen  Verhältnisse  haben  uns  zu  einer  weiteren  Erhöhung  der  An- 
zeigenpreise,  geltend  ab  15.  Juni,  gezwungen. 

Keramische  Rundschau,  Berlin.  Sprechsaal,  Coburg. 


Töplerei-Beruisgenosseflschaft  Sektion  V. 

Zu  der  am 

Montag,  den  24.  Juli,  mittags  1  Uhr, 

zu  Magdeburg,  Alte-Ulrichstraße  Nr.  4/5, 
im  Hotel  „Magdeburger  Hof", 
stattfindenden  diesjährigen 

ordentlichen  Sektion* Versammlung 
werden  die  Mitglieder  der  Sektion  V  ergebenst  eingeladen. 
Tagesordnung: 

1.  Geschäftsbericht. 

2.  Abnahme  der  Jahresrechnung  für  1921. 

3.  Wahl  der  Rechnungsprüfer  für  1923. 

4.  Festsetzung  des  Haushaltsplanes  für  1923. 

5.  Wahl  des  Ortes  der  nächstjährigen  Versammlung. 

6.  Sonstiges. 

Etwaige  Anträge  von  Mitgliedern  auf  Annahme  von  Be- 
fatungsgegenständen  in  die  Tagesordnung  können  nur  dann 
berücksichtigt  werden,  wenn  sie  nach  §  24  Absatz  7  der  Satzung 
(spätestens  eine  Woche  vor  dem  obigen  Versammlungstag 
schriftlich  bei  dem  unterzeichneten  Vorstand  zu  Händen  des 
Vorsitzenden  (Magdeburg,  Kaiserstraße  30)  eingereicht  sind. 

Mageburg,  den  16.  Juni  1922. 

Per  Vorstand  der  JeKHon  v  der  Töpferet-Qeriifsgenossctiscftaft. 

Carl  Miller,  Vorsitzender. 


Die  Geschäftslage  der  Schweiz  1921. 

(Nachdruck  verboten.) 

Einem  soeben  zur  Veröffentlichung  kommenden  Bericht  des 
Holländischen  Konsuls  in  Zürich  entnehmen  wir  die  folgenden 
Ausführungen: 


Allgemeine  Betrachtungen:  Ein  Bückblick  auf  das 
abgelaufene  Jahr  zeigt,  daß  auch  die  Schweiz  auf  wirtschaft- 
lichem Gebiete  eine  äußerst  schwierige  Zeit  durchgemacht  hat 
und  daß  auch  an  ihr  die  allgemeine  Weltflaüe  nicht  spurlos 
vorübergegangen  ist.  Zu  verwundern  ist  dies  nicht,  wenn  man 
bedenkt,  daß  die  Schweiz  in  sehr  starkem  Maße  am  Weltmarkt 
interessiert  ist  und  den  Bückschlag  also  in  erheblichem  Maße 
fühlen  mußte. 

Der  hohe  Preisstand  des  Schweizer  Franken  scheint  für  das 
Land  verderblich  zu  sein:  er  machte  den  Export  fast  zu  einer 
Unmöglichkeit  und  bedeutete  auch  ein  ziemlich  allgemeines 
Lahmlegen  des  Versands  nach  den  neutralen  und  östlichen 
Ländern,  die  früher  zu  den  besten  Abnehmern  schweizerischer 
Landeserzeugnisse  gehörten. 

Wohl  niemals  wurde  in  allen  Zweigen  der  Industrie  ohne 
Ausnahme  über  einen  schlechten  Geschäftsgang  so  geklagt, 
wie  im  abgelaufenen  Jahre. 

Der  schweizerische  Bundesrat  suchte  inzwischen  Maßnahmen 
zu  treffen,  um  die  Industrie  zu  stützen.  Dies  geschah  einer- 
seits durch  den  Erlaß  von  Einfuhrverboten,  andererseits  durch 
Einführung  eines  neuen  Zolltarifs,  der  gegenüber  dem  früheren 
eine  Erhöhung  der  Belastung  um  ungefähr  400  °/0  bedeutete. 
Des  weiteren  wurde  die  Einfuhr  einer  Anzahl  von  Waren 
kontingentiert  und  zu  verschiedenen  Zeitperioden  die  Grenzen 
für  gewisse  Waren,,  insbesondere  für  Lebensmittel,  gesperrt. 

Ueber  die  Wirkung  dieser  Maßnahmen  laufen  die  Meinungen 
stark  auseinander.  Zu  einer  Ermäßigung  der  Kosten  der  Lebens- 
haltung haben  sie,  soviel  ist  bereits  festgestellt,  keinesfalls 
geführt. 

Die  Arbeitslosigkeit  nahm  stetig  zu  und  erreichte  Ende 
1921  eine  noch  nie  gekannte  Höhe.  Sie  stieg  von  17500  Per- 
sonen zu  Beginn  des  Jahres  auf  rund  80000  am  Jahresschluß, 
was  etwa  den  fünften  Teil  der  Arbeiterbevölkerung  ausmacht. 

Durch  die  Gewährung  von  Unterstützungen  aus  staatlichen 


296  —  Nr. 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (56.  Jahrgang.) 


Mitteln,  durch  den  Bau  von  Wohnungen  usw.,  suchte  man  dem 
Anwachsen  der  Arbeitslosigkeit  nach  Möglichkeit  zu  steuern. 

Ein  deutliches  Bild  von  den  traurigen  Verhältnissen  auf 
dem  schweizer  Arbeitsmarkt  ergaben  u.  a.  die  stets  zunehmenden 
Anfragen  von  Schweizern,  namentlich  von  Mechanikern,  jungen 
Kontoristen,  beim  holländischen  Konsulat  in  Zürich  über  die 
Beschäftigungsmöglichkeiten  in  den  niederländisch -indischen 
Kolonien.  Bei  allem  trat  der  Wunsch  hervor,  sich  in  den 
überseeischen  Besitzungen  ein  geeignetes  Unterkommen  zu 
sichern.  Ferner  ergab  sich,  daß  auch  für  den  Eintritt  in  das 
holländische  Kolonialheer  ein  früher  nie  gekanntes  Interesse 
in  die  Erscheinung  trat,  Bewerbungen,  die  zurückgestellt  werden 
mußten. 

Der  Außenhandel  der  Schweiz  für  1921  dürfte  unter  Zu- 
grundelegung des  Zahlenmaterials,  das  zur  Zeit  der  Bericht- 
erstattung verfügbar  war,  kaum  die  Hälfte  des  Umfanges  im 
vorhergehenden  Jahre  erreicht  haben.  Die  Zahl  der  Zahlungs- 
einstellungen, Sanierungen  u.  dgl.  erreichte  im  letzten  Jahre 
eine  bisher  nie  gekannte  Höhe.  Der  Bundesrat  sowohl  als 
auch  die  Kantonalregierungen  suchten  nach  Mitteln  zur  Besserung 
der  Finanzen,  da  große  Rückstände  aus  der  Kriegszeit  dazu 
nötigten,  neue  Mittel  zu  beschaffen.  Doch  die  Neubelastungen 
treffen  finanziell  geschwächte  Firmen  und  Personen. 

Fragt  man  in  der  Schweiz  nach  den  Ursachen  der  Krisis, 
dann  bemerkt  man  gar  bald,  daß  ein  jeder  in  dem,  was  ihm 
am  nächsten  liegt,  die  Wurzel  des  Uebels  sieht.  Der  Industrielle 
sieht  in  dem  „Dumping"  der  Länder  mit  niedriger  Valuta,  der 
Exporteur  in  den  Einfuhrverboten  der  Länder,  wohin  er  liefern 
will,  der  Arbeiter  in  den  hohen  Zöllen  und  in  der  Monopol- 
politik der  Regierung,  der  Fabrikant  dagegen  in  den  hohen 
Arbeitslöhnen  die  Ursache  des  Elends. 

Das  abgelaufene  Jahr  kann  füglich  auch  als  ein  Unglücks- 
jahr für  die  schweizer  Effektenbörse  bezeichnet  werden.  Die 
unsicheren  politischen  Verhältnisse,  der  Fall  der  ausländischen 
Valuten,  namentlich  der  Mark,  und  die  damit  gepaart  gehende 
Wirtschaftskrisis  im  Lande  selbst,  hatten  zur  Folge,  daß 
besonders  die  von  ausländischen  Valuten  abhängigen  Werte 
sich  stets  mehr  in  fallender  Richtung  bewegten.  Verschiedene 
dieser  Unternehmen  gerieten  denn  auch  derart  in  Verlegenheit, 
daß  sie  sich  genötigt  sahen,  die  Bezahlung  der  Obligations- 
zinsen einzustellen  und  zu  einer  eingreifenden  Reorganisation 
überzugehen.  Demgegenüber  konnten  für  Obligationen  des 
Bundes  und  verschiedener  Kantone  infolge  gesteigerter  Nach- 
frage steigende  Kurse  gebucht  werden.  Daß  die  Anteilscheine 
der  industriellen  Unternehmungen  sich  in  entgegengesetzter 
Richtung  bewegten,  dürfte  erklärlich  sein. 

Eine  kurze  Besprechung  des  deutsch-schweizerischen  Ein- 
und  Ausfuhrgeschäfts  der  einschlägigen  Fachindustrien  vor  und 
nach  dem  Weltkriege,  die  nachstehend  folgt,  diene  zur  Er- 
läuterung : 

Mengen  in  dz 
Deutsche  Ausfuhr    Schweizer  Ausfuhr 
nach  der  Schweiz 


Art  der  Ware 


1913 


1920 


nach  Deutschland 
1913  1920 


5  580  — 


Mauersteine  aus  farbig  sich 
brennendem  Ziegelton,  un- 
glasiert: Hohl-  und  Loch- 
steine usw  1867 

— ,  Hintermauerungs-,  Ver- 
blendsteine,  Scheuerziegel 

Mauersteine  aus  farbig  sich 
brennendem  Ziegelton,  gla- 
siert   

Klinker  und  mehr  als  3  cm 
dicke  Pflasterplatten  aus 
Ton  usw.,  einfarbig  ...     1252  7311 

Dachziegel  aus  Ton,  ungla- 
siert :  Dachziegel,  Hohlglas- 
ziegel   

— ,  Dachpfannen,  Falzdach- 
ziegel   13  002 

Glasierte  Dachziegel    .  . 

Röhren  aus  Ton  .... 

Waren  aus  gemeinem  Stein- 
zeug :  Röhren,  Ausgüsse, 
Klosettbecken  u,  dgl.,  Krip- 
pen usw  1668 

— ,  Krüge  und  andere  Gefäße 
zu  Wirtschaftszwecken ; 
Faß-,  Abzugshähne,  Kühl- 
schlangen, Pampen  usw.    .     3  313  5149 

Töpfergeschirr  aas  farbig  sich 
brennendem  Ton  ....  3327 

Oefen  (Kamine,  Kochherde), 

Ofenteile   436  1043 

Tabakpfeifen  aas  Ton,  ein- 
farbig oder  weiß,  unglasiert  86 


—      73  981  — 


14432       —      19223  — 


1406 


33« 

1065 


393 


—       5  676  2218 


-/ 


4914 
2175 


—  ]29 


—       6  672 


113 


101 


Art  der  Ware 

Feuerfeste  Steine :  rechteckige 
unter  5  kg  das  Stück   .  . 

— ,  rechteckige  von  5  kg  an 

Feuerfeste  Erzeugnisse  aus 
Ton  oder  toniger  Masse: 
Schmelztiegel,  Muffeln, 
Kapseln,  Röhren,  Zylinder, 
Düsen  und  andere  Erzeug- 
nisse außer  Retorten ; 
Platten  und  andere  Er- 
zeugnisse außer  Steinen ; 
Schmelztiegel  aus  Magnesia- 
Zement  oder  Speckstein  . 

— ,  Retorten  

Schmelztiegel  und  andere 
Gegenstände  aus  draphit- 
masse  

Bodenplatten  aus  Ton  usw.: 
einfarbig  

— ,  mehrfarbig ;  Klinker,  mehr- 
farbig   

Glatte,  unglasierte  Boden- 
platten aus  Ton  usw.,  durch 
Zusammenpressen  verschie- 
denfarbiger Tonmasse  mit 
Mustern  versehen     .   .  . 

Wandbekleidungsplatten  aus 
Ton,  gefrittetem  Tonzeug 
oder  Steingut  

Waren  aus  Steingut,  feinem 
Steinzeug,  feinem  Tonzeug 

einfarbig  

mehrfarbig:  Ziergefäße,  Fi 
guren  usw  

— ,  andere  Waren  aus  Stein 
gut  

— ,  andere  Waren  aus  feinem 
Steinzeug,  feinem  Tonzeug 

Tonwaren  mit  anderen  Stoffen 

Isolatoren,  Isolationsplatten 
aus  Steingut  oder  Porzellan 

Andere  Waren  aus  Porzellan 
und  porzellanartige  Waren, 
weiß   

Tafelgeschirr  aus  Porzellan  . 

Ziergefäße,  Figuren  und  ähn- 
liche Luxusgegenstände  aus 
Porzellan  

Porzellanknöpfe,  Tabakpfeifen- 
köpfe usw.,  farbig,  weiß  und 
farbig  mit  anderen  Stoffen 

Glasmasse,  Schmelzglasmasse 
usw.  ...   

Rohe  Stangen  und  Röhren 
aus  naturfarbigem  Glase ; 
Glasröhren  und  -stängel- 
chen 

Hohlglas,  weder  gepreßt  noch 
geschliffen,  poliert,  ge- 
mustert usw. :  naturfarbig 

— ,  weiß,  durchsichtig  .   .  . 

— ,  gefärbt  oder  weiß,  un- 
durchsichtig   

Hohlglas :  bloß  mit  gepreßten 
Böden  oder  durch  Schleifen, 
Pressen  usw.  gestalteten 
oder  verzierten  Stöpseln 

— ,  Lampengläser  aller  Art 

— ,  anderes,  gepreßt,  ge 
schliffen  usw  

— ,  bemalt,  vergoldet,  ver 
silbert  

Spiegel-  und  Tafelglas,  a.  n.  g 
weder  geschliffen,  noch 
poliert  usw. ;  nicht  gefärbt, 
nicht  undurchsichtig:  Roh- 
glas, gegossen,  mehr  als 
5  mm  stark  

— ,  Spiegelrohglas,  gegossen 
(Kristallglas)  

■ — ,  Rohglas,  gegossen,  5  mm 
oder  weniger  stark  .   .  . 

— ,  Tafelglas  ...... 


Mengen  in  dz 
Deutsche  Ausfahr    Schweizer  Ausfahr 
nach  der  Schweiz     nach  Deutschland 
1913        1920       1913  1920 

86  580  35742  165  — 
52560    35  956       119  — 


1561  — 
6  893  — 


1009 
55839 
3  728 

5917, 
18917    16  997 


1*29  j 


10 143 


48 

9 


132 


}  15006 


12010 

399 

9619 

li2 
951 

9800  30059 


1343 
8  754 


595 


677 


340 


132 


19  628 
12  550 

1 166 


258 


51632 


2»7 )  \ 
5  7«8     7  533  j 


4  266 
362 


>    2  634 


4662 

314 

627 
11502 


132  — 

168 

21  — 

16  — 

19  — 

21  124 


49 
60 


11  — 


633  y  17 
556        598  21 


32  — 


280  — 
181  — 

21 


68 


3 
25 
25 


1999.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Kr.  26  -  297 


Art  der  Ware 


Mengen  in  dz 
Deutsche  Aasfahr    Schweizer  Ausfuhr 
nach  der  Schweiz     nach  Deutschland 


1913 


1920 


1913 


1920 


480 


3  5*80 
153 


1168 


b56 


308 
553 

48 


Tafel-  und  Spiegelglas,  weder 
geschliffen,    noch  poliert 
usw.,  gefärbt  oder  undurch- 
sichtig; Butzenscheiben 
Spiegelglas,geschliffen,  poliert 
usw.,  nicht  belegt:  gegossen 
and  gegossene  Platten  .  . 
— ,  geblasen     ...    .    .  . 

Tafelglas,  geschliffen,  poliert 
usw.,  nicht  gefeldert,  nicht 

belegt  

Spiegel-  und  Tafelglas,  ge- 
feldert, nicht  belegt ;  Kathe- 
dralantikglas     .....  1367 
Spiegelglas,  belegt   ....  687 

Tafelglas,  belegt   137 

Spiegel-  und  Tafelglas,  bemalt, 

vergoldet,  versilbert  usw.  157 
Trockenplatten     .   .   .   .   .  1379 

Drahtglas   .  4666 

Dachpfannen,     -Ziegel  aus 
Rott-,  Tafel-  oder  Drahtglas 
Robglas    in    Kugeln  oder 
Kugelkappen  zu  Uhr-  oder 

Brillengläsern  

Uhrgläser  für  Taschenuhren 
Brillen  und  andere  gefaßte 
Augen-,  Brenngläser,  Lupen 
Ferngläser,       terrestrische ; 
"Operngläser  ...... 

Sonstiges  optisches  Glas,  ge- 
schliffen und  gefaßt  (Fern- 
rohrobjektive); Stereoskope: 
Mikroskope ;  ungefaßte  Lin- 
sen für  optische  Zwecke  . 
Photographische  Linsen,  ge- 
schliffen und  gefaßt,  ge- 
färbt; photographische  Ob- 
jektive und  Apparate  aller 
Art;  ungefaßte  Linsen  für 
[photographische  Zwecke  . 
Qlasplättchen ;  Glas-,  Porzel- 
lanperlen, Glasschmelz, 

•schuppen  usw  

Qlasperlen,  Porzellanperlen, 
Glasflüsse  usw.  als  Schmuck ; 
[Besatzartikel  aus  Glasperlen 

usw  :    .  . 

Glas,  a.  n.  g.,  Glasgespinst, 
Glaswolle,  Luxf erprismen ; 
bemalt,     vergoldet  usw., 

Glasknöpfe  

Glasmalereien,  -mosaik,  -licht- 
bilder;  künstliche  Augen  . 
Zähne,  Gebisse  aus  Schmelz, 

Kitten  usw  

Sias-,  Schmelzwaren  mit'  an- 
deren Soffen:  bemalt,  ver- 
goldet usw. ;  Opalescentglas 
Glasmalereien,  -mosaik  usw. 
— ,  Glasflaschen  und  Siphons 

aus  Glas   

— ,  künstliche  Augen  und 
andere  Glas-  und  Schmelz- 


18519 


1195 


733 


4  — 


4 

19 


89 


209 


48 


103 


128 


69 


9 


10  — 


532 


11 


165 


439 


50 


4,02  — 


211 


508 


waren  

Thermometer  aus  Glas  .  . 
Apparate  und  Instrumente 
US  Glas   


1427 
198" 

636 


3  — 


1,02  iy,b8 


31 


3  448 


30 


1828 


Wie  vorstehende  Zusammenstellung  ersehen  läßt,  hat  sich 
die  schweizerische  Ausfuhr  von  Ton-  und  Glaswaren  nach 
Deutschland  in  dem  letzten  Friedensjahre  1913  in  bescheidenen 
Grenzen  gehalten.  Nach  Friedensschluß  ist  dieselbe  noch 
wesentlich  geringer  geworden;  ausweislich  der  Statistik  ist 
Dämlich  in  den  meisten  Warengruppen  überhaupt  kein  Versand 
nach  Deutschland  zu  verzeichnen  gewesen,  eine  Erscheinung, 
die  u.  a.  zweifellos  auf  die  durch  den  Krieg  geschwächte  Kauf- 
kraft dieses  Landes  und  auf  seine  hiermit  im  Zusammenhang 
stehenden  Einfuhrverbote  für  Auslandswaren  zurückzuführen 
ist.  Bemerkt  sei,  daß  die  Angaben  für  1920  der  vorläufigen 
Statistik  entnommen  sind,  welche  erfahrungsgemäß  durch  die 
endgültigen  (später  erscheinenden)  Nachweise  noch  Ergän- 
zungen erfahren.    Um  nennenswerte  Mengen  kann  es  sich 


hierbei  jedoch  keinesfalls  handeln,  da.  solche  sonst  bereits  in 
der  vorläufigen  Statistik  berücksichtigt  worden  wären. 

Was  den  Absatz  deutscher  Erzeugnisse  der  einschlägigen 
Fachindustrien  nach  der  Schweiz  anbetrifft,  der  schon  im  Jahre 
1913  einen  recht  erheblichen  Umfang  hatte,  so  hat  derselbe 
1920  zum  Teil  in  recht  beträchtlichem  Maße  gesteigert  werden 
können,  von  einigen  Ausnahmen  abgesehen,  hat  er  die  Friedens- 
höhe vor  dem  Kriege  bereits  wieder  erreicht,  in  manchen 
Artikeln  sogar  schon  überflügelt.  Diese  Erscheinung  steht 
zweifellos  im  Zusammenhang  mit  der  Entwertung  unseres 
Geldes,  welche  naturgemäß  für  das  Ausland  einen  besonderen 
Anreiz  zum  Bezng  deutscher  Fabrikate  bietet.  Gegen  eine  da- 
durch bedingte  Ueberschwemmung  des  Landes  mit  Auslands- 
erzeugnissen sucht  sich  übrigens  die  Schweiz  neuerdings,  auch 
im  Interesse  ihrer  Industrie,  durch  Einfuhrverbote  bezw.  durch 
Beschränkung  der  Einfuhr  kräftig  zu  wehren.  Auch  hat  sie  im 
Sommer  des  letztvergangenen  Jahres  einen  neuen  Zolltarif  ein- 
geführt, wodurch  die  Zollsätze  für  Fertigwaren  jeder  Art  eine 
ganz  erhebliche  Erhöhung  erfahren  haben;  vielfach  ist  die 
neue  Zollbelastung  derartig  hoch,  daß  sie  eine  Einfuhr  völlig 
unmöglich  machen  wird. 


Welchen  Wert  hat  die  Eisenbahn  bei  Fest- 
stellung* einer  in  Verlust  geratenen  Eisenbahn- 
gütersendung* zu  ersetzen? 

Von  Dr.  jur.  Roeder,  Berlin. 

(Nachdruck  verboten.) 

In  neuerer  Zeit  pflegen  die  Eisenbahn-Direktionen  in  den 
Fällen,  wo  der  Verlust  einer  Warensendung  feststeht,  einen 
Sachverständigen  nach  dem  Werte  der  Ware  zu  befragen  und 
dann  in  der  Regel  den  Betrag,  der  sich  auf  diese  Weise  ergibt, 
dem  Geschädigten  zu  vergüten.  In  solchen  Fällen  schneidet 
der  Geschädigte  fast  ausnahmslos  schlecht  ab.  Muß  sich  der- 
selbe dem  Gutachten  dieses  Sachverständigen  unterwerfen 
bezw.  ist  die  Wertermittlung  der  Eisenbahn  richtig? 

Mit  nichten.  Die  Vorschriften  des  §  88  der  EVO,  ebenso 
des  §  430  des  HGB,  die  hier  in  Frage  kommen,  bestimmen, 
daß  bei  Verlust  (oder  Minderung)  des  Frachtguts  der  „gemeine 
Handelswert"  und  in  Ermangelung  desselben  der  „gemeine  Wert" 
zu  ersetzen  ist. 

Was  versteht  man  nun  unter  „gemeinen  Handelswert"  ?  — 
Eine  nähere  Definition  ergibt  sich  aus  den  Vorschriften  nicht. 
Wir  müssen  daher  die  Rechtsprechung  und  Rechtslehre  be- 
fragen. Aus  dieeer  ergibt  sich  zunächst,  daß  der  Ersatz- 
fordernde den  Beweis  über  den  gemeinen  Handelswert  zu 
führen  hat.  Das  trifft  natürlich  auch  für  den  gemeinen 
Wert  zu. 

In  der  Regel  dürfte,  soweit  dies  den  „gemeinen  Handels- 
wert" angeht,  wenn  eine  Ware  vom  Verkäufer  an  dessen  Abnehmer 
(Kaufmann)  zur  Versendung  gelangt,  der  Hinweis  auf  den  für 
die  Waren  zu  zahlenden  Kaufpreis  genügen,  da  hier  die  Zu- 
billigung außergewöhnlicher  Preise  nicht  vermutet  wird.  Es 
ist  also  der  Marktpreis  entscheidend,  den  die  Ware  am  Abliefe- 
rungsorte hatte  (Reichsoberh.  G.  8,  327).  Dabei  ändert  die  Tat- 
sache zu  Gunsten  der  Eisenbahn  nichts,  daß  die  Ware  ander- 
wärts billiger  zu  haben  sein  würde,  denn  maßgebend  ist  für 
die  Bestimmung  des  Verkaufswertes  lediglich  der  Ablieferungs- 
ort und  der  Zeitpunkt,  zu  dem  das  Gut  nach  ordnungsmäßigem 
Geschäftsgang  hätte  verkauft  werden  können  (Oberl.  G.  Ham- 
burg i.  d.  Rechtspr.  d.  OLG.  6,  471).  Und  beim  Verluste  des 
Gutes  sind  Ort  und  Zeit  auch  dann  maßgebend,  wenn  das  Gut 
den  Bestimmungsort  gar  nicht  erreicht  hat.  Es  ist  dann  die 
Zeit  zugrunde  zulegen  zu  der  das  Gut  rechtzeitig  angelangt 
sein  würde.  Daß  Zeit  und  Ort  der  Ablieferung  entscheiden, 
kommt  daher,  daß  der  Absender  mit  diesen  Werten  rechnete, 
als  er  die  Ware  dem  Transport  übergab  (so  auch  Staub,  Kom- 
mentar HGB.  8.  Aufl.,  S.  1209,  Anm.  7  b).  In  gleicher  Hinsicht 
sprechen  sich  auch  Düringer-Hachenburg  (§  430  III),  ferner 
das  Oberlandesgericht  Dresden  (Verkehrsrechtliche  Rundschau 
1921,  36)  aus.  Auf  alle  Fälle  hat  demnach  die  Eisenbahn  einem 
Fabrikanten  den  Fakturenwert  der  in  Verlust  geratenen  Ware 
zu  ersetzen.  Will  das  die  Eisenbahn  nicht,  so  hat  sie  zu  be- 
weisen, daß  der  Wert  des  Gutes  zurzeit  des  Verlustes  (bezw. 
des  Verkaufsfalles)  hinter  dem  Fakturenwert  zurückstand 
(Fuchsberger,  Entsch.  des  Reichsoberh.  G.  i.  Bd.  S.  1158).  Ein 
solcher  Fall  dürfte  besonders  dann  Platz  greifen,  wenn  die 
in  Verlust  geratene  Ware  den  sogenannten  Höchstpreisen 
unterliegt,  ferner  auf  solche  Waren,  bei  denen  es  sich  um 
wucherische  Gewinne  handelt.  Hier  würde  es  sich  also  um 
solche  Ware  handeln  müssen,  die  der  Verordnung  vom 
8.  Mai  1918  gegen  die  Preistreiberei  unterliegt  (Reichsgericht 
1.  Zivilsenat  vom  6.  Oktober  1920,  Makower  §  430). 

Fehlt  für  die  untergegangene  Ware  der  gemeine  Handels- 
wert, so  ist  für  sie  der  „gemeine  Wert"  zu  ersetzen.  Was  ist 
nun  der  „gemeine  Wert"?  —  Die  Bezeichnung  dieses  Wortes 


298  —  Nr.  26 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (65.  jfährg&ng.) 


ist  aus  dem  Pr.  Allgem.  Landrecht,  Teil  I.  Tit.  2,  übernommen. 
Doch  wird  der  gemeine  Wert  als  „Nutzen"  bezeichnet  (§  112), 
den  die  Sache  einem  jeden  Besitzer  gewährt,  zuzüglich  der  An- 
nehmlichkeiten, die  einem  jeden  Besitzer  schätzbar  sind  (§  113), 
im  Gegensatz  zu  dem  Nutzen,  den  die  Sache  unter  gewissen 
Bedingungen  und  Verhältnissen  leisten  kann  (§  114).  —  Das 
würde  auf  alle  Fälle  der  „Gebrauchswert"  der  Sache  sein. 
Entscheidend  dabei  ist  aber,  welche  Geldsumme  für  sie  beim 
Verkaufswerte  erzielt  werden  konnte.  Es  ist  also  der  Preis  zu 
erforschen;  ihm  sind  aber  nicht  nur  die  reinen  Gestehungs- 
kosten, sondern  auch  die  Arbeitskosten  einschließlich  des  Unter- 
nehmergewinnes zugrunde  zu  legen  (so  auch  Lutz  in  L.  Z.  1920 
Sp.  30). 

Während  im  Landfrachtvertrag  von  der  Vergütung  des 
Schadenersatzes  die  Fracht  abgezogen  werden  kann  (vergl. 


Staub  a,  a.  O.  Anm.  7  zu  §  430,  ebenso  Hachenberg-Düringer 
§  430  Hlb  bb)  muß  im  Frachtvertrag  mit  der  Eisenbahn  diese 
dem  Berechtigten  auf  Grund  des  §  83  EVO  die  gezahlte  Fracht 
und  was  an  Zöllen  sowie  sonstigen  Kosten  verbraucht  worden 
ist,  ersetzen.  Was  versteht  man  unter  „sonstigen  Kosten"  ? 
Zu  diesen  gehören:  Die  Speditionskosten,  die  der  Versand- 
spediteur bereits  erhoben  hat  und  noch  erheben  wird,  die  Ver- 
kehrssteuern (Frachtbriefstempel,  statistische  Gebühren),  alle 
Kosten,  die  an  die  Fuhrleute  (auch  durch  andere)  gezahlt 
wurden,  die  aufgewendeten  Verpackuags-  und  Anfuhrkosten, 
die  Wägegebühren,  Zählkosten,  etwaige  Leichterkosten  im 
Schiffsverkehr,  Sackmiete,  Stempelkosten  und  die  Kosten  für 
Interesse-Deklaration.  Versicherungskosten  dürfen  aber  nicht 
dazu  gehören  (vergl.  Verkehrsrechtliche  Kundschau  1921,  5). 


Wirtschaft  lich-g 

Gesetzgebung,  Stenern. 

Keine  weitere  Erhöhung  der  Umsatzsteuer,  lu  Anbetracht  der 
vollkommenen  wirtschaftlichen  ÜLmöglichkeit,  eine  weitere  Erhöhung  der 
Umsatzsteuer  zu  ertragen,-  hat  sich  der  Zentralverband  des  deutschen 
Großhandels  auf  die  in  der  Presse  erschienene  Meldung,  daß  eine  Er- 
höhung geplant  sei,  unverzüglich  an  das  Beichsfinanzministerium  gewandt. 
Die  zuständigen  Dezernenten  haben  daraufhin  die  bündige  Erklärung  ab- 
gegeben, daß  irgendwelche  Absichten  auf  eine  weitere  Erhöhung  der  Um- 
satzsteuer im  Finanzministerium  nicht  bestünden. 

Umsatzsteuer* Ausfuhrkurse  für  April.  Nach  §  81  der  Ansa- 
ßest, zum  UStG.  können  ausländische  Werte  an  Stelle  der  Umrechnung 
im  einzelnen  nach  dem  Kurse  umgerechnet  werden,  den  der  Beichsfioanz- 
minister  nach  Anhörung  der  Reichsbank  festsetzt,  wenn  der  Steuer- 
pflichtige dieses  Verfahren  in  der  ersten  Voranmeldung  des  Kalenderjahres 
beantragt.  —  Die  im  Beichsanzeiger  Nr.  98  für  die  Monate  Januar, 
Februar  und  März  1922  vorläufig  bekanntgegebenen  Umsatzsteuerausfuhr- 
kurse  sind  endgültig.  Für  den  Monat  April  sind  nachstehende  Durch- 
schnittskurse festgesetzt  worden: 


Amsterdam 

100  h.  PI. 

10512 

Beval  .  ... 

100  est.  M. 

80 

Kopenhagen  . 

100  Kr. 

6476 

Luxemburg 

100  Er. 

,2453 

Stockholm  .  , 

100  „ 

7215 

Belgrad  .   .  . 

100  Din. 

362 

Christiania  . 

100  „ 

5143 

Agram    .   .  . 

100  Kr. 

90 

Helsinglors  , 

100  f.  M. 

532 

Warschau  .  . 

100  p.  M. 

7,1 

Schweiz  .   .  . 

100  Br. 

5393 

Bußland     .  . 

1000  Sowjet-Ko. 

0,37 

Wien  .... 

100  Kr. 

3,6  : 

Litauen  .   .  . 

100  Ostmark 

95 

Prag  .... 

100  „ 

539 

Athen     .   .  . 

100  Drachmen 

1221 

Budapest    .  . 

100  " 

34 

Konstantinopel 

1  Lstrl.  tq. 

190 

Sofia  .... 

100  Lewa 

194 

Alexandria  .  . 

lätrypt.  Lstrl.  1248 

Yokohama  .  , 

1  Ten  . 

132 

Teheran     .  . 

1  silb.  Kran 

24 

Spanien  .   .  . 

100  Pes. 

4290 

Lissabon     .  . 

1  Eskudo 

21 

Brüssel   .   .  . 

100  Er. 

2358 

Bombay      .  . 

1  Bupie 

76 

Italien     .    .  . 

100  Lire 

1480 

Singapore  .  . 

1  Straits-Doll.  140 

London   .   .  . 

1  Lstrl. 

1221 

Hongkong  .  . 

1  Doli. 

151 

Paris   .   .   .  . 

100  Fr. 

2555 

Schanghai  .  . 

1  Tael 

202 

New  Tork  .  . 

1  Doli. 

277 

Montreal     .  . 

1  kan.  Doli. 

270 

Buenos-Aires  . 

a)  1  Papierpeso 

98 

Montevideo 

1  Peso 

217 

b)  1  Goldpeso 

222 

Mexiko   .   .  . 

1  „ 

134 

Bio  de  Janeiro 

1  Milreis 

38 

Lima  .... 

1  peru.  Lstrl, 

995 

Rumän.  Noten 

100  Lei 

198 

Valparaiso  .  . 

1  Peso 

28 

Biga  .... 

100  lett.  Bo. 

108 

Handel  nnd  Verkehr. 

Wiederum  Erhöhung  der  Gütertarife.  Wie  verlautet,  sollen 
die  Güter-,  Tier-  und  Expreßguttarife  znm  1.  7.  22  um  abermals  25  % 
erhöht  werden.  Die  Personentarife  sollen  mit  Bücksicht  auf  den  der- 
zeitigen starken  Erholungsreiseverkehr  von  einer  Erhöhung  verschont 
bleiben. 

Keine  fremdsprachigen  Preislisten  nach  der  deutschsprechen- 
den Schweiz.  Der  Deutschen  Handelskammer  in  der  Schweiz  sind  aus 
Schweizer  Kreisen  Belege  darüber  zugegangen,  daß  neuerdings  mehrfach 
reichBdeutsche  Firmen  nach  der  deutschsprachigen  Schweiz  Preislisten 
usw.  in  französischer  Sprache  geschickt  haben;  dies  ist  den  in  Frage 
kommenden  schweizerischen  Abnehmern  unangenehm  aufgefallen.  Der 
deutschsprechende  Schweizer,  der  einen  fremdsprachigen  Prospekt  einer 
reichBdeutschen  Firma  erhält,  empfängt  vielfach  den  Eindruck  der  Würde- 
losigkeit,  was  unbedingt  vermieden  werden  sollte. 

Steigende  Geldsätze.  Die  Bankvereinigungen  in  Berlin  haben  sich 
kürzlich  unter  starkem  Drängen  besonders  von  Provinz-  und  großen  Börsen- 
orten  darauf  geeinigt,  daß  sie  ab  1. 7.  im  Debetzinsfuß,  vor  allem  aber  in 
den  Kreditprovisionen  heraufgehen.  Die  Provision  steigt  laut  „Frkf.  Ztg  " 
um  ein  volles  Prozent  auf  3%  für  das  Jahr.  Der  Zins  bleibt  weiter  auf 
2°/0  über  dem  Banksatz,  doch  wird  das  Minimum,  das  im  Vorjahre  6°/0 
betrug  und  seit  Dezember  an  mehreren  Orten  mit  7%  zugrunde  gelegt 
war,  nunmehr  auf  71/2°/0  erhöht.  Der  billigste  Bankkredit  wird  demnach 
vom  1.  Jali  ab  lO'/a  %  für  das  Jahr  betragen. 


Ein-  nnd  Ausfahr,  Zollweeen. 

A.  II.  N.  Glas.  Preieänderungen  und  Mehrlieferungen:  Die  zur 
Ausfuhr  genehmigten  Waren  dürfen  nur  zu  dem  Preis  in  das  Ausland 
geliefert  werden,  der  in  dem  betreffenden  Antrag  und  in  der  Proforma- 
rechnung angegeben  und  von  der  A.  H.  N.  Glas  als  richtig  anerkannt 
worden  ist.  Von  jeder  nach  Erteilung  der  Bewilligung  eintretenden 
Preisänderung  ist  der  A.  H.  N.  Glas  sofort  Mitteilung  zu  machen.  Preis- 
ermäßigungen dürfen  nur  nach  Genehmigung  vorgenommen  werden. 
Preiserhöhungen  und  Mehrlieferungen  müssen  ebenfalls  zwecks  Nacher- 
hebung der  Ausfuhrabgabe  und  Gebühren  mitgeteilt  werden.  Der  Ein- 
fachheit halber  können  Werterhöhungen  vierzehntägig  oder  monatlich  ge- 


e werblicher  Teil. 

meldet  werden.  Die  Angabe  der  Listen-  und  AntragBnammer  sowie  der 
Veränderungen  ist  dabei  unbedingt  erforderlich.  Hierzu  sind  zweckmäßiger- 
weise die  von  der  A  H.  N.  Glas  erhältlichen  Vordrucke  zu  benutzen. 
Wissentlich  falsche  Angaben  oder  vorsätzliches  Verschweigen  etwa  ein- 
getretener Preisänderungen  sind  gemäß  §  7  der  Verordnung  über  die 
Außenhandelskontrolle  vom  20. 12.  19  verboten  und  werden  strafrechtlich 
verfolgt. 

Zur  Rückerstattung  der  englischen  Sanhtionsabgabe.  Die 

Friedensvertrag- Abrechnungsstelle,  G.  m.  b.  H ,  Charlottenburg  2,  Berliner 
Straße  16/17,  hat  folgendes  nenes  Merkblatt  herausgegeben,  das  eine 
genaue  Darstellung  des  Verfahrens  für  seit  dem  1.  6.  22  geleistete 
Sanktionsabgabe  enthält,  und  für  alle  Exporteure,  die  nach  England 
exportieren,  von  Wichtigkeit  ist: 

1.  Der  „German  Separation  (Becovery)  Act,  1921"  schreibt  vor,  daß 
der  englische  Importeur  26  %  vom  Werte  der  deutschen  Einfahrware  an  das 
englische  Zollamt  des  Einfuhrhafens  bezahlt,  bevor  die  Ware  die  Zollstelle 
verläßt.  Der  Warenwert  wird  in  der  Begel  auf  Grund  einer  in  doppelter 
Ausfertigung  vom  englischen  Importeur  oder  Spediteur  vorzulegenden 
bona  flde-Bechnung  festgestellt.  Fracht  und  Versicherungsspesen  unter- 
liegen keinem  Abzüge.  —  2.  Ueber  die  geleistete  Sanktionsabgabe  wird 
vom  Zollamt  dem  englischen  Importeur  eine  abgestempelte  Quittung,  der 
am  Kopfe  das  englische  Begierungswappen  nnd  die  Worte  „German 
Beparation  (Becovery)  Act,  1921"  aufgedruckt  sind,  der  sogenannte 
Sanktionsgutschein,  ausgestellt,  den  der  englische  Abnehmer  dem  deutschen 
Exporteur  im  Original  einzusenden  hat,  falls  er  26%  des  Warenwertes 
bei  Begleichung  der  Faktura,  kürzt.  —  Ein  Doppel  des  Gutscheins  wird 
vom  Zollamt  an  die  mit  der  Einlösung  der  Gutscheine  beauftragte  Frie- 
densvertrag-Abrechnungsstelle (Fast)  gesandt.  —  3.  Die  „Fast"  sendet  am 
Tage  des  Eingangs  des  Doppels  an  die  auf  dem  Gutschein  als  deutscher 
Exporteur 'verzeichnete  Firma,  die  allein  einlösungsberechtigt  ist  (Begebung 
nicht  zulässig!),  eine  Aufforderung  zur  Einreichung  des  Originalgut- 
scheines.  Damit  diese  Anfforderung,  ohne  deren  Beifügung  die  Einlösung 
eines  Originalgutscheines  nicht  erfolgt,  stets  an  die  richtige  Adresse  ge- 
langt, ist  größter  Wert  darauf  zu  legen,  daß  das  englische  Zollamt  im 
Gutschein  den  vollen  Namen  und  die  genaue  Adresse  des  Exporteurs  auf- 
nimmt. Die  Firmen  weiden  gebeten,  die  englischen  Abnehmer  ent- 
sprechend anzuweisen.  —  4.  Umrechnungskurs.  Die  Umrechnung  der  in 
englischer  Währung  einbehaltenen  Sanktionsabgabe  erfolgt  bei  Verkäufen 
in  deutscher  Währung  zu  dem  vom  englischen  Zollamt  bei  Umrechnung 
der  Markfaktura  in  englische  Währung  zwecks  Fesstellung  des  Sanktions- 
abzuges angewandten  und  auf  dem  Gutscheine  bescheinigten  Umrechnungs- 
kurs. Bei  Verkäufen  in  fremder  Währung  wird  der  Kurs  des  auf  die 
Ausstellung  der  Aufforderung  (siehe  Ziffer  3)  folgenden  fünften  Börsen- 
notiztages  zugrunde  gelegt.  Dieses  Datum  wird  in  der  Aufforderung  dem 
Exporteur  mitgeteilt,  so  daß  die  Möglichkeit  gegeben  ist,  an  diesem  Tage 
die  evtl.  im  Termindevisenhandel  bereits  verkauften  26%  des  Pfand- 
fakturenwertes wieder  anzuschaffen.  Die  Auszahlung  des  entsprechenden 
Markbetrages  erfolgt  nach  Vorlage  des  Originalgutscheines  bei  der  „Fast". 

—  5.  Die  bisher  ausgegebenen  Antragsformulare  kommen  in  Zukunft  in 
Fortfall,  da  die  Bückseite  jedes  Aufforderungsschreibens  (siehe  Ziffer  3) 
als  Antragsformular  vorgedruckt  und  mit  dem  Gutschein  ausgefüllt  zurück- 
zusenden ist.  Ohne  Bücksendung  des  Aufforderungsschreibens  kann  eine 
Einlösung  des  Originalgutscheines  aus  technischen  Gründen  nicht  erfolgen. 

—  6.  Für  die  Sanktionsgutscheine,  die  vor  dem  1.6.  22  geleistete  Ab- 
gaben betreffen,  verbleibt  es  bei  dem  bisherigen  Verfahren.  —  7.  Unter- 
läßt der  englische  Abnehmer  die  Zusendung  des  Originalsanktionsgut- 
scheines über  den  der  Kürznng  entsprechenden  Betrag,  so  ist  die  recht- 
liche Lage  dieselbe,  als  wenn  die  Faktura  nicht  voll  beglichen  sei,  und 
es  steht  dem  deutschen  Exortenr  frei,  gerichtlich  gegen  seinen  Abnehmer 
vorzugehen.  —  8.  Die  „Fast"  ist  in  den  Fällen,  die  zu  Zweifeln  Anlaß 
geben,  berechtigt,  die  Firmen  um  die  Einreichung  weiterer  Unterlagen  zu 
ersuchen,  die  ihre  Berechtigung  nachweisen  können.  —  9.  Alle  Zahlungs- 
überweisungen erfolgen  unter  dem  Vorbehalt  der  Bückforderung  für  den 
.Fall,  daß  Bich  herausstellt,  daß  die  Forderung  an  das  Beich  zu  Unrecht 
gestellt  worden  ist  nnd  der  Betrag  Deutschland  nicht  auf  seine  Bepa- 
rationszahlung  gutgebracht  wird.  —  10.  Von  sämtlichen  nach  dem  1. 6. 
datierten  Gutscheinen  wird  bei  Einlösung  1%0  Inkassoprovision  (Mindest- 
satz JK  2)  von  der  „Fast"  einbehalten.  —  11.  Falls  trotz  dieser  Erläu- 
terungen noch  weitere  Auskünfte  erforderlich  erscheinen,  wird  gebeten, 
jeder  Anfrage  einen  Frei  Umschlag  beizufügen. 

Das  Goldzollaufgeld  wird  mit  Wirkung  vom  25.  6.  22  ; bis  auf 
weiteres  von  5900  auf  6400%  erhöht. 

DI«  Ausfuhr  nach  Danzlg  unterliegt  nicht,  wie  in  dem  in  Nr.  25,  S.  290, 
veröffentlichten  Artikel  irrtümlich  angeführt  wurde,  erst  seit  26.5.  22  der 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL-  COBURG. 


Nr.  26  —  299 


Aasfuhrabgabe,  sondern  bereits  seit  dem  1.  4.  22.  Infolgedessen  trifft  es 
auch  nicht  zn,  daß  für  Dan  zig  Uebergangsbsstimmungen  für  eine  Anfahr- 
abgabefreiheit bestehen,  so  wie  solche  vom  Reichskommissar  für  die  Aus- 
fuhr nach  Eupen-Malmedy  nnd  dtm  Memelgebiet  festgesetzt  worden  sind. 

Australien.  Ueber  die  Wiederaufnahme  des  Handels  mit 
Deutschland  gehen  die  Ansichten  weit  auseinander.  In  einer  Sitzung 
der  BundesBtaatlichen  Handelskammern  wurde  die  Frage  einer  Zurückstellung 
der  Wiederaufnahme  des  Handels  mit  Deutschland  bis  znm  1. 1.  23  erör- 
tert. Dieser  Plan  wurde  jedoch  verworfen.  In  dieser  Versammlung  gab 
der  Ministerpräsident  einen  Ueberblick  Uber  die  Lage  und  stellte  feit, 
daß  Australien  das  einzige  Land  wäre,  das  an  solchem  Vorschlag  fest- 
hielte, trotzdem  Deutschland  Australiens  bestes  Absatzgebiet  für  Rohwolle 
sei,  nnd  es  für  den  Erdteil  von  ungeheurer  Wichtigkeit  sei,  seine  Roh- 
produkte unterzubringen.  Im  Großhandel  sollen  die  Kaufleute,  die  ihre 
'Preise  der  allgemeinen  Tendenz  entsprechend  herabsetzten,  jetzt  besser  in 
der  Lage  sein,  der  erwarteten  Wareneinfuhr  ans  Deutschland  zu  begegnen. 

Italien.  Das  Zollaufgeld  beträgt  für  die  Zeit  vom  16—30.  6.  22 
273%  (272). 

Lettland.  Die  Revision  des  Einfuhrzolltarifs,  die  von  den 
Handels-  und  Industriekreisen  seit  langem  dringlich  gefordert  wird,  ist 
von  der  Plenarsitzung  der  Konstituante  aufgenommen  worden.  Da  ge- 
legentlich der  Kommissionsberatungen  die  von  den  wirtschaftlichen 
Organisationen  und  der  Presse  in  großer  Zahl  verlautbarten  Wünsche 
in  weitgehendem  Maße  berücksichtigt  worden  sind,  so  ist  anzunehmen, 
daß  der  Revisionsentwurf  rasch  verabschiedet  und  voraussichtlich  bald  in 
Kraft  treten  wird. 

Spanien.  Das  Zollaufgeld  ist  für  den  Monat  Juni  auf  23,73% 
(25,02)  festgesetzt  worden. 

Vereinigte  Staaten.  Außenhandel  mit  Glas  und  Glaswaren. 
Die  vermehrte  Einfahr  im  Laufe  des  letzten  Jahres  aus  Europa  läßt  Rück- 
schlüsse auf  die  Verbesserung  der  Lage  der  europäischen  Glasindustrie  zu. 
[Der  Wert  der  amerikanischen  Einfuhr  von  Glas  und  Glaswaren  betrag  im 
Jahre  1921  $  10691605  gegen  $  8  500126  1920  und  $  2061580  im 
«Jahre  1919.  Demgegenüber  hatte  die  Ausfuhr  von  Glas  im  Jahre  1920 
noch  $  30086211  betragen;  für  das  Jahr  1921  hat  sie  jedoch  nur  einen 
Wert  von  $  14437162  erreicht.  An  der  (Ilaseinfuhr  war  im  Jahre  1921 
Belgien  mit  rund  $  4  Mill.  an  erster  Stelle  beteiligt.  Die  amerikanische 
Glas-  nnd  Glaswartnausfahr  beliefert  in  erster  Linie  Kanada  ia  Konkurrenz 
mit  der  belgischen. 


Die  Lage  In  Industrie  nnd  Handel. 

Die  Lage  der  Keram-  und  Glasindustrie  Im  Monat  Mal. 
In  der  fein  keramischen  Industrie  machte  sich  die  starke  Steigerung 
der  Produktionskosten,  in  deren  Gefolge  die  Freiserhöhung  für  Fertigwaren 
[  sowie  langsame  Belieferung  mit  Roh-  nnd  Brennstoffen  (hochwertiger  Kohle) 
'noch  recht  störend  bemerkbar;  die  Nachfrage  nach  allen  Erzeugnissen  ist 
aber  im  allgemeinen  noch  groß  und  ebenso  der  Auftragseingang.  Für 
die  wichtigeren  Zweige  war  die  Ausfuhr  noch  immer  zufriedenstellend.  — 
Die  Luxusporzellanindustrie  ist  durchaus  gut  beschäftigt.  Das 
deutsche  Geschäft  ist  gegenwärtig  noch  gut,  die  Kunden  verlangen 
Lieferung  vor  dem  bevorstehenden  Preisaufschlag.  Die  Auslandsaufträge 
Bassen  nach  dem  Coburger  Bericht  etwas  nach.  —  Die  Nachfrage  nach 
Porzellangeschirr  ist  noch  sehr  stark,  wenngleich  nach  einigen 
Meldungen  der  Auftragseingang  hauptsächlich  aus  dem  Ausland  etwas, 
nach  dem  Bericht  der  Handelskammer  Bayreuth  aber  merklich  nachgelassen 
hat.  Die  derzeitigen  Inlandspreise  werden  nach  dem  Coburger  Bericht 
meist  als  unrentabel  bezeichnet.  Die  wirtschaftlichen  Krisen  in  Dänemark, 
Italien  and  in  der  Schweiz  haben  schon  zu  Konkursen  und  Verlusten  der 
thüringischen  Industrien  geführt.  —  Für  elektrotechnische  Stanz- 
artikel finden  sich  Klagen  über  gedrückte  Preise,  das  Inland  zeigt  wenig 
Kaufneigung,  doch  herrscht  nach  dem  Bericht  der  Handelskammer  Bayreuth 
Auslandsnachfrage.  —  Die  Lage  in  der  Porzellanspielwaren  Industrie 
ist  noch  günstig  und  hat  in  letzter  Zeit  eine  Verbesserung  durch  neue 
Aufträge  erfahren.  Auch  der  Bedarf  an  Puppenköpfen  ist  sehr  groß,  die 
Nachfrage  recht  lebhaft.  —  Die  Feinsteingutindustrie,  insbesondere 
die  Sanitätssteingutindustrie,  erfreut  sich  bei  gutem  Beschäftigungsgrad 
eines  lebhaften  Absatzes,  besonders  im  Inland,  was  nach  einem  Verbands- 
bericht  wohl  mit  dem  Wiedererwachen  der  Bautätigkeit  zusammenhängt. 
Auch  der  Schamotte-,  Kachelofen-  und  Mosaikplattenabsatz 
I  gestaltete  Bich  gut,  doch  hindern  vielfach  Brenn-  und  Rohstoff-,  Wagen- 
r  nnd  Arbeitermangel.  —  Die  gesamte  Glasindustrie  war  nach  wie  vor  gut 
i  beschäftigt.  So  meldet  die  Hohlglas-,  Preßglas-  und  Kristall- 
glas Industrie  einen  zufriedenstellenden  Geschäftsgang,  doch  hat  die 
mangelhafte  Belieferung  mit  Soda  stellenweise  zur  Binlegung  von  Feier- 
schichten geführt.  Wegen  der  hohen  Preise  gingen  nach  dem  Bericht 
der  Handelskammer  Görlitz  die  Aufträge  vom  In-  und  Ausland  zurück. 
Die  Glasf  1  a s o h e n f abrikation  konnte  nach  dem  Bericht  der  Handels- 
kammer Bayreuth  gesteigert  werden,  —  In  der  Tafel-,  Salin-  und 
S piegelglas iudustrie  liegen  nach  den  meisten  Berichten  reichlich  Auf- 
träge vor.  Die  Fenster g  1  a s induBtrie  im  Westen  war  nach  einem 
Verbandsbericht  durch  den  im  Mai  noch  andauernden  Streik  auf  den  beiden 
t  größten  westlichen  Hütten  beeinflußt;  dabei  ist  die  Nachfrage  nach  Fenster- 
•  nnd  Tafelglas  bei  der  erhöhten  Bautätigkeit  sehr  rege.  Der  Absatz  nach 
■  dem  Ausland  ist  der  gleiche  wie  im  Vormonat,  wird  aber  durch  die  Preis- 
unterbietungen hauptsächlich  der  belgischen  Industrie  immer  schwieriger. 
Nach  Beendigung  des  Streiks  in  der  Förther  Spiegelglasindustrie  sind  sehr 
viele  rückständige  Aufträge  aufzuarbeiten.  Durch  Streik  war  auch  die 
Lausitzer  Industrie  einige  Tage  lahmgelegt.  Der  Auftragsbestand  ist  im 
allgemeinen  noch  reichlich.  Roh-  nnd  Hilfsstoff-  wie  auch  Brennstoff- 
versorgung sind  mancherorts  noch  nicht  genügend,  im  allgemeinen  aber 
besser  geworden.  Nach  Berichten  aus  Sachsen,  Oldenburg,  dem  mittleren 
Wesergebiet  und  Pommern  (Stettin)  war  dert  besonders  die  Brennstoff- 
Versorgung  schlecht,  in  Sachsen,  im  Wesergebiet  nnd  in  der  Lausitz  die 
Roh-  nnd  Hilfsstoffversorgnng  (Soda  und  Sulfat)  und  in  Sachsen  (Dresden), 


im  mittleren  Wesergebiet,  in  der  Lausitz  und  in  Schlesien  die  Wagen- 
gestellung. Verschiedentlich  sind  Streiks  ohne  Zustimmung  der  Gewerk- 
schaft ausgebrochen. 


Geschäftliche  Mitteilungen. 

Krister  Porzellanind  ustrie,  A.-G.,  Waldenburg.  Auszug  aus 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.12.21:  Reingewinn  M  1,69  (1,58) 
Mill.;  Dividende  20  (25)%;  Abschreibungen  M  0,61  (0,46)  Mill.  —  Den 
derzeitigen  Aufsichtsrat  bilden:  Generaldirektor  Dr.  Ph.  Rosenthal,  Vors., 
0.  Schweitzer,  stellv.  Vors.,  Generaldirektor  J.  Btthler,  Dr.  L.  von  Cassel- 
mann, Dr.  W.  Schmidt,  Dr.  H.  Scham,  die  Direkteren  F.  Simon  und  Dr. 
A.  Zöllner. 

A.-G.  Norddeutsehe  Steingutfabrik,  |  Grohn.  Auszug  aus  dem 
genehmigten  Abschluß  vom  31.  3.  21 :  Reingewinn  Ji  7,24  (3,1)  Mill. ;  Di- 
vidende 50  (25)  %,  Sondervergütung  M  250  auf  4000  Genußscheine  (25  % 
Bonus);  Abschreibungen  Jt  1,17  (0,69)  Mill.  —  Die  Anlagen  konnten, 
wie  im  Rechenschaftsbericht  ausgeführt  wird,  im  verflossenen  Geschäfts- 
jahr nicht  genügend  ausgenützt  werden,  da  das  Werk  dauernd  unter 
Kohlen-  nud  Materialmangel  zu  leiden  hatte.  Das  befriedigende  Resultat 
ist  wieder  auf  das  Auslandsgeschäft  zurückzuführen. 

Dommitzscher  Tonwerke,  A.-G.,  Dommitzsch  a.  E.  In  der  o.  G.-V. 
wurde  die  beantragte  Kapitalserhöhung  durch  Ausgabe  von  Ji  0,5  Mill. 
Gratisaktien  durch  eine  Hamburger  Gruppe,  die  eine  Stimmenzahl  von 
1063  gegen  581  der  Verwaltung  auf  sich  vereinigte,  abgelehnt.  In  An- 
lehnung hieran  wurde  der  Antrag  der  weiteren  Kapitalserhöhung  um 
M  0,4  Mill.  Vorzugsaktien  von  der  Verwaltung  zurückgezogen.  Ferner 
wurde  von  der  Gruppe  eine  Aenderung  der  Verteilung  des  Reingewinnes 
festgesetzt,  indem  60  %  statt  40  %  Dividende  zur  Verteilung  gelangen 
nnd  das  Werkerhaltungskonto  um  einen  Betrag  von  JI  380  000  auf 
Jt  660000  vergrößert  wird.  Nach  Ausschüttung  der  Tantieme  soll  der 
verbleibende  Reingewinn  auf  neue  Rechnung  vorgetragen  werden.  An 
Stelle  der  ausscheidenden  Aufsichtsratsmitglieder  wurden  M.  Baumann, 
Ing.  Sietz,  Dr.  Büttler  und  Dr.  Kranshold  gewählt.  Hinzugewählt  wurden 
Direktor  Mader  und  Dr.  A.  Wuschkil.  Hierauf  wnrde  von  der  Gruppe 
beantragt,  eine  o.  S.-V.  mit  der  Tagesordnung  „Kapitalserhöhung  um 
Ji  4  Mill.  auf  M  5  Mill."  einzuberufen.  Die  Transaktion  wurde  mit 
der  Ausbaufähigkeit  des  Werkes  und  mit  valutarischen  und  steuerlichen 
Rücksichten  begründet. 

Bayerische  Spiegelglasfabriken  Bechmann-Kupfer,  A.-G.,  Fürth. 
Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21 :  Reingewinn 
M  8,02  (4,02)  Mill.;  Dividende  30  (30) %;  Bonus  20  (10)%;  Ab- 
schreibungen M  0,40  (0,17)  Mill.  —  Das  nnter  günstigen  Bedingungen 
begonnene  17.  Geschäftsjahr  brachte  nach  vorübergehender  Stockung 
während  der  Sommermonate  umfangreiche  Nachfrage  des  In-  und  Aus- 
Bandes,  sodaß  ein  bedeutender  Auftragsbestand  auch  in  das  laufende  Jahr  über- 
nommen werden  konnte.  Während  des  Berichtsjahres  wurde  die  seit 
1887  bestehende  Glas-,  Spiegel-,  Holz-  und  Metallwarenfabrik  Max  Offen- 
bacher  erworben.  Die  Ausdehnung  des  Auslandsgeschäftes  ermöglichte 
die  Erhöhung  der  Sondervergütung  auf  20'/»-  —  Das  ausscheidende  Auf- 
sichtsratsmitglied Kcmm.-Rat  E.  Haas  wurde  wiedergewählt. 

Spiegelmanufaktur  Waldhof,  A.-G.,  Mannhelm.  Auszug  aus 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21 :  Reingewinn  Ji  2,71  (0,89) 
Mill. ;  Verwendung  nicht  veröffentlicht ;  Abschreibungen  M  0,29  (0,26)  Mill. 

Westfälische  Stanz-  und  Emaillierwerke,  A.-G.,  vorm.  J.  &  H. 
Kerkmann,  Ahlen  i.  W.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom 
31.  12.  21 :  Reingewinn  Ji  670 108  (448  281) ;  Verwendung  nicht  ver- 
öffentlicht; Abschreibungen  M  84  298  (88  832). 

Bing- Werke,  vorm.  Gebr.  Bing,  A.-G.,  Nürnberg.  Auszug  aus 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.12.21:  Reingewinn  M  20,09  (11,63) 
Mill.;  Dividende  22  (8)%;  Abschreibungen  Ji  0,28  (1,07)  Mill.;  Zuweisungen 
an  Werkerhaltungskonto  Jt  2,5  (1,5)  Mill.,  an  Unterstützungskonto  M  0,3 
(0,2)  Mill.,  PensionBkasse  M  0,4  (0,3)  Mill.,  Rückstellung  für  Wohnungsbau- 
ZuBchüsae  M.  0,3  Mill.  —  Laut  Verwaltungsbericht  machten  sich  im  ab- 
gelaufenen Geschäfsjahr  die  Schwierigkeiten  der  allgemeinen  Wirtschafts- 
lage in  einem  vielfachen,  aus  Fabrikationsstätten  und  Verkaufsorganisationen 
subtil  zusammengesetzten  Apparat,  wie  der  Bing-Konzern  ist,  bemerkbar. 
Indes  gelang  es  der  Geschäftsführung,  den  Wechselfällen  und  Ueber- 
rafichungen  der  Konjunktur  zu  begegnen.  An  dem  zufriedenstellenden  Er- 
gebnis sind  Stammfirma  nnd  Tochtergesellschaften  beteiligt.  Neben  anderen 
Angliederungen  worden  1921  gemeinsam  mit  der  Bing  Glas  Keramik  K.-G., 
Nürnberg,  die  Anteile  der  den  Bing- Werken  nahestehenden  Steingutfabrik 
Staffel,  G.  m.  b.  H.,  Staffel  a.  Lahn,  erworben;  auch  das  Emaillierwerk 
Hecker  &  Sohn,  A.-G.,  Bernsbach  i.  Sa.,  ging  durch  AktientauBch  an  die 
Bing- Werke  über.  In  der  o.  G.-V.  wurde  die  seitens  eines  Aktionärs  auf- 
geworfene Frage,  ob  das  Aktienkapital  als  verwässert  zu  bezeichnen  Bei, 
von  der  Verwaltung  dahin  beantwortet,  daß  gerade  das  Gegenteil  der  Fall 
sei,  da  die  außerordentlich  niedrigen  Bachwerte,  insbesondere  die  der 
Anlagen  und  des  Besitzes  an  über  30  Tochtergesellschaften  beweisen,  daß 
das  Kapital  der  Bing-Werke  immer  noch  außerordentlich  niedrig  ist. 
Ebenso  sprechen  dafür  die  Milliardenumsätze,  die  im  Vergleich  zum  Aktien- 
kapital gewaltig  größer  sind  als  bei  zahlreichen  anderen  Gesellschaften. 
Sämtliche  Unternehmungen  des  Konzerns  sind  bis  zur  Grenze  der  Leistungs- 
fähigkeit beschäftigt.  —  Die  ausscheidenden  Aufsichtsratsmitglieder  wurden 
wiedergewählt;  neu  hinzugewählt  wurde  Bankier  L.  Hei dingsf eider. 

Graphitwerk  Kropf mühl,  A.-G.,  München.  Auszug  aus  dem  ge- 
nehmigten Abschluß  vom  31.12.21:  Reingewinn  M  691289  (643  675); 
Dividende  7  (7)%;  Abschreibungen  M  817120  (787  367);  Zuweisung  an 
Arbeiteruntersttttzungskasse  JI  15  000.  —  Dem  Vorstandsbericht  zufolge 
wurde  der  Geschäftsgang  durch  vorübergehende  Absatzschwierigkeiten, 
Kohlenmängel,  Wasserklemme,  schwankende  Kraftversorgung  und  Streik 
ungünBtig  beeinflußt,  so  daß  die  Erzeugung  gegen  das  Vorjahr  etwas  zurück- 
ging. Das  Werk  befindet  sich  in  fortschreitendem  Ausbau.  Für  das  laufende 
Jahr  dürften  sich  die  geringen  Ausgaben  für  Kraftversorgung,  sowie  die 
gesteigerte  Produktionsfähigkeit  günstig  bemerkbar  machen.  Der  Auf- 
tragsbestand sichert  Beschäftigung  für  die  größere  Hälfte  des  Jahres,  — 


300  —  Nr.  26 


SPRECH  SAAL  —  COBURO. 


1922.  (H.  Jahrgang.) 


Die  aasscheidenden  Aufsicbtsratsmitglieder  worden  wiedergewählt.  An  Stelle 
des  verstorbenen  Aufsichtsratsmitgliedes  M.  Nonnenbruch  wurde  Schrift- 
stellerin E.  Baederer  gewählt. 

Yertretnng.  Vielseitigen  Wünschen  nachkommend,  hat  sich  die 
Firma  Flachglas-Großvertiiebs-Gesellschaft  m.  b.  H.,  Leipzig,  veranlaßt 
gesehen,  ihre  Generalvertretung  für  Norddeutschland  (Mecklenburg- 
Schwerin,  Schleswig-Holstein,  Ostfriesland,  Oldenburg  usw.)  und  den  Allein- 
vertrieb des  ihr  nnter  der  „Handelsmarke  Möve"  gesetzlich  geschlitzten 
QualitätsfenBterglases,  sowie  der  anderen  ins  Fach  schlagenden  Artikel 
Herrn  Hermann  Koloff,  Hambnrg,  Neuer  Steinweg  29,  zu  übertragen.  Die 
bestens  assortierten  Läger  befinden  sich  Catharinenstraße  9  nnd  Balduin- 
straße 5 — 7.  1s  empfiehlt  sich  der  Einfachheit  halber,  sich  direkt  mit 
Herrn  Hermann  Holoff,  Nener  Steinweg  29,  in  Yerbindnng  zu  setzen. 

Konkursverfahren.  Ofenbau-  and  Töpfermeister  Paul  Reichel, 
Frankenstein:  Prüfungstermin  für  nachträglich  angemeldete  Forderangen 
20. 7.  22,  9  Uhr  v.,  Amtsgericht  Frankenstein. 


General -Versammlungen. 

Porzellan-Industrie- A.-G.  Berghaas,  Auma:  o.  G.-V,  12.  7.  22, 
II1/?  Uhr  v.,  Bankhaus  Gebr.  Oberländer,  Gera-Reuß. 

Porzellanfabrik  Mitterteich,  A  -G.,  Mitterteich :  o.  G.-V.  5.  7.  22, 
9  Uhr  v.,  Geschäftsräume,  Mitterteich. 

Wessels  Wandplatten- Fabrik,  A.-G.,  Bonn:  a.  o.  G.-V.  10.7.  22, 
11  Uhr  v.,  Königshof,  Bonn.  T-O. :  Umwandlang  der  Vorzugsaktien  in 
Stammaktien;  Kapitalserhöhung  am  JL  7,2  Mill.  Stamm-  und  JL  10,8  Mill. 
7°/0  Vorzugsaktieu  auf  M  20,8  Mill. 

Steingutwerke,  A.-G.,  Breslau :  a.  o.  G.-V.  6. 7.  22,  11  Uhr  v., 
Commerz-  und  Privat-Bank,  A.-G.,  Breslau.  T.-O. :  Kapitalserhöhung  um 
Jt  2  Mill.  auf  M  4  Mill. 

Vereinigte  Großalmeroder  Tonwerke,  Großalmerode:  a.  o.  G.-V. 
15.  7.  22,  11  Uhr  v.,  Bankhaus  S.  J.  Werthauer  jr.  Nachfolger,  Cassel. 
T.-O. :  Kapitaherhöhung  um  bis  zu  Jt  14  Mill.  Stamm-  and  Jt  0,5  Mill. 
Vorzugsaktien. 

von  Poncet  Glashttttenwerke,  A.-G  ,  Friedrichshain,  N.-L. :  o.  G.-V. 
13.7.  22,  11  Uhr  v.,  Hotel  Vier  Jahreszeiten,  Görlitz.  T.-O  :  u.  a.  Kapi- 
talserhöhung um  M  3,9  Mill. 

Eisenwerke  Gaggenau,  A.-G.  Gaggenau:  a.  o.  G.-V.  8.7.  22,  10  Uhr 
v.,  Geschäftsräume,  Gaggenau.  T  -0  :  Kapitalserhöhung  um  M  12  Mill. 
Stamm-  und  M.  0,5  Mill.  Vorzugsaktien. 

Frankenwerk  A.-G.,  Metall-  and  Emaillierwerk,  Kulmbach:  o.  G.-V. 
6.7.  22,  11  Uhr  v.,  Saalbau  Wittelsbach,  Kulmbach.  T.-O;  u.  a.  Kapitals- 
erhöhung um  M  2  Mill.  auf  Jt  5  Mill. 

Stanz-  und  Emaillierwerke,  vorm.  Carl  Thiel  &  Söhne,  A.-G.,  Lübeck : 
a.  o.  G.-V.  18.  7.  22,  11  Uhr  v.,  Lübecker  Privatbank,  Lübeck.  T.-O. : 
Kapitalserhöhung  um  Jt  4  Mill.  auf  Jt  10  Mill. 


Messen  nnd  Ausstellungen. 

Pfälzische  Keramik-Ausstellung.  Zar  Wiederbelebang  der  alten 
KauBtkeramischen  Industrie  der  Pfalz  soll  im  kommenden  Winter  in 
Grünstadt  eine  Ausstellung  alter  und  neuzeitlicher  keramischer  Erzeug- 
nisse der  Pfalz  veranstaltet  werden.  Ei  ist  geplant,  mit  der  Ausstellung 
eine  Tagaug  sämtlicher  pfälzischer  keramischer  Industrien  and  Gewerbe 
zu  verbinden. 


Soziale  Bewegung. 

Schweiz.  Die  kommende  54-Stondenwoehe.  Im  Schweizer 
Nationalrat  begann  letzthin  die  Behandlang  der  Vorlage  über  Abänderung 
des  Gesetzes  der  48-Stundenwoche  in  eine  54-Stundenwoche  mit  Rücksicht 
auf  die  schwere  wirtschaftliche  Krise.  Die  Sozialisten  machen  zwar  alle 
Anstrengungen  die  Vorlage  zu  Fall  zu  bringen,  doch  scheint  ihr  eine 
erhebliche  Mehrheit  sicher  zu  sein. 


Verbände. 

Die  Vereinigten  Porzellan-Isolatoren- Werke  „Hochspannungs- 
Isolatoren  ■  Syndikat"  erhöhten  infolge  anhaltender  Steigerang  der 
Gestehungskosten  ihre  Verkaufspreise  für  Hochspannungs-Ijolatoren  für 
Freileitungen  und  Apparate  mit  Wirkung  ab  1. 7.  22  um  rund  10  %  der- 
gestalt, daß  der  bisherige  140  %-ige  Teuer ungsz Uschlag  auf  die  März- 
Grundpreise  auf  165  °/0  heraufgesetzt  wird.  Aach  die  ab  1. 7.  22  in  Kraft 
tretenden  neuen  Inlandspreise  verstehen  sich  wie  bisher  frachtfrei  deutschen 
Empfangsstationen  and  gelten  für  alle  Lieferangen,  welche  bis  zum 
31.  7.  22  erfolgen.   


Firmenregister. 

Deutschland. 

Meißner  Ofen-  &  Porzellanfabrik  (vorm.  C.  Teichert),  Meißen.  Die 
Prokura  von  Otto  H.  Böhmer  ist  erloschen. 

Porzellanfabrik  C.  M.  Hutschenreuther,  A.-G.,  Zahnfabrik  Saxonia, 
Badeberg.  Herstellung  von  und  Handel  mit  Porzellan  and  za  dem 
Zwecke  in  erster  Linie  Uebernahme  nnd  Fortführung  der  Fabriketablisse- 
ments  der  Firma  C.  M.  Hutschenreuther.  Grundkapital :  M  14  Mill.  Mit- 
glieder des  Vorstands  sind  Generaldirektor  Hugo  Auvera,  Kaufmann  Louis 
Schilling  and  die  Direktoren  Georg  Faist  and  Hans  Aavera.  Direktor  Dr. 
phil.  Hermann  Eisenlohr  hat  für  die  Zweigniederlassung  Radeberg  Prokura 
mit  einem  Vorstandsmitgliede. 

Keraphot  Photochemisch-Keramische  Kunetwerkstätte  Erich -Jähne, 
Dresden.    Die  Handelsniederlassung  ist  nach  Niederlößnitz  verlegt. 

Stern-Porzellan-Manufaktur,  E.  Leber  &  Sohn,  Tiefenfurt.  Gesell- 
schafter sind  die  Kaufleute  Ernst  und  Kurt  Leber. 

Porzellanmanufaktur  Waldershof  William  Paul,  Waldershof.  Por- 
zellanmalerei und  -Großhandlung.   Inhaber  ist  Kaufmann  William  A.  Paol. 


Norddeutsches  Ton-  und  Steinzeugwerk  Wismar,  G.  m.  b.  H.,  Wismar. 
Die  Gesellschaft  ist  in  Liquidation  getreten.  Die  Gesellschafter  Foerstel 
und  Schwenn  sind  als  Geschäftsführer  ausgeschieden.  Alleiniger  Liquidator 
ist  Geschäftsführer  Hans  Westendorf. 

Bonner  Keramik,  A.-G.,  Bonn.  Herstellung  und  Handel  mit  kera- 
mischen Erzeugnissen  jeglicher  Art.  Grundkapital :  Jt  2  Mill.  Vorstand 
ist  Kaufmann  Karl  Jäckel.  Die  Gründer,  die  sämtliche  Aktien  übernommen 
haben,  sind  die  offene  Handelsgesellschaft  Ingenieur  F  Klöckner,  die  In- 
genieure Th.  Hoock  und  H.  Franken,  Kaufmann  Oskar  Sonnewald  und 
Frau  Klara  Gerlach.  Mitglieder  des  Aufsichtsrats  sind  lug.  Th.  ließmann, 
Fabrikant  H.  Kohl  und  Rechtsanwalt  Dr.  jur.  H.  Schneiders. 

Großherzogliche  Majolika  Manufaktur,  kunstkeramische  Werkstätten, 
G.  m.  b  H,  Karlsruhe.  Die  Firma  ist  geändert  in  „Badische  Handels- 
gesellschaft m.  b.  H."  Gegenstand  des  Unternehmens  sind  Handels- 
geschäfte aller  Art.  Die  Gesellschaft  darf  sich  an  anderen  Unternehmungen 
beteiligen,  sie  erwerben  und  sie  vertreten.  Die  Prokura  von  Paul  Zettler 
und  Dr.  Nicola  Moufang  ist  erloschen. 

Großherzogliche  Majolika-Manufaktur  Karlsrahe,  A.-G.,  Karlsruhe.  Her- 
stellung und  Vertrieb  von  keramischen  Erzeugnissen  aller  Art,  Verwertung  be- 
sonderer Verfahren  und  Vertrieb  von  Waren  aller  Art.  Das  Unternehmen 
ist  in  erster  Linie  als  eine  Kunststätte  zu  führen.  Grundkapital:  Jt  3 
Mill.  Vorstand  :  Dr.  Karl  Spangenberg  und  die  stellvertretenden  Vorstands- 
miglieder  Dr.  Nicola  Moufang  und  Paul  Zettler.  Die  Mitglieder  des  ersten 
Auf sichtsrats  sind:  Direktor  R.  Betz,  die  Ministerialräte  Dr.  L.  Stein- 
brenner und  Dr.  W.  Mühe,  Direktor  P.  Rott,  Kommerzienrat  G.  Gerst, 
Direktor  L.  Janzer,  Dr.  J.  W.  Priester,  Fabrikant  A.  Hackelsberger  und 
Dr.  H.  Kienitz. 

Metall  &  Keramik,  G.  m.  b.  H.,  Nürnberg,  Zweigniederlassung 
Barmen.  Herstellung  und  Vertrieb  von  Metallwaren  und  keramischen 
Produkten  aller  Art.  Stammkapital:  Jt  100000.  Geschäftsführer  ist 
Rechtsanwalt  Karl  Daeuwel. 

Friedrich  Lehmann,  Tschöpeln,  O.-L.  Inhaber  ist  Töpfermeister 
Friedrich  Lehmann 

Thonwerk  Biebrich,  A.-G.,  Schamottefabrik,  Biebrich  a.  Rh.  Kauf- 
mann Julias  Harbach  und  die  Ingenieure  Wilhelm  Hein  and  Carl  Ricker- 
mann haben  Prokura  mit  einem  der  beiden  Vorstandsmitglieder. 

Colditzer  Tonwerke,  G.  m.  b.  H.,  Colditz.  Die  Firma  ist  infolge 
Verlegung  des  Sitzes  der  Gesellschaft  nach  Bad  Lausick  erloschen. 

Verkaufsgesellschaft  deutscher  Steinzeog werke  m  b.  H„  Berlin. 
Ernst  Kayser,  Adolf  Hoffmann  und  Carl  Heidenreich  haben  Prokura  mit 
einem  der  Geschäftsführer. 

Carl  Menzel  &  Söhne,  Glasfabrik  Carlswerk,  Bunzlau.  Fabrikbesitzer 
Carl  H.  A.  Menzel  ist  aus  der  Gesellschaft  ausgeschieden. 

Bunzlauer  Glasfabrik  „Minnahütte"  Hugo  Menzel,  Bunzlau.  Inhaber 
ist  Fabrikbesitzer  Hugo  Menzel. 

Kreuznacher  Glashütte,  A.-G,  Kreuznach.  An  Stelle  des  ausgeschie- 
denen Kaufmanns  Karl  Rothbaar  wurde  Glashüttendirektor  Hugo  Bente 
zum  Vorstand  bestellt. 

Wittener  Glashütten  m.  b.  H.,  Witten.  Herstellung  und  Verkauf 
von  Glas  jeder  Art  sowie  Beteiligung  an  ähnlichen  Unternehmungen.  Stamm- 
kapital: M  300000.  Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsfürher  sind 
die  Direktoren  Wilhelm  Hackländer  und  Diedrich  Friemann. 

Deutsche  Flachglas-Handels-Gesellschaft  m.  b.  H,  Berlin.  Vertrieb 
von  Tafel-  und  Spiegelglas  mit  anzugliedernder  Facetteschleiferei,  Spiegel- 
belegerei,  ferner  andere  gleichartige  oder  ähnliche  für  den  Geschäftszweig 
in  Frage  kommende  Fabrikate  und  Waren.  Stammkapital:  Jt  200000. 
Geschäftsführer  sind  die  Kaufleute  Carl  Kiefer,  Paul  Kiefer  und  Alfred 
Kanitz.   Carl  Kiefer  ist  selbständig  vertretungsbefugt. 

A.-G.  Hahn  für  Optik  und  Mechanik,  Cassel.  Kaufmann  Seibert 
Serno  ist  aus  dem  Vorstand  ausgeschieden. 

Düsseldorfer  Firmen- Schilder-Fabrik,  Josef  Schmitz,  Düsseldorf  (Mör- 
senbroich 36).  Inhaber  ist  Fabrikant  Josef  Schmitz.  Wilhelm  Köster 
hat  Einzelprokura. 

Glasinstrumentenfabrik  Willy  Schmidt,  Frauenwald.  Kaufmann  Paul 
Ostermann  hat  Prokura. 

Gebr.  Wenger,  Kristallglas-Industrie,  Görlitz.  Persönlich  haftende 
Gesellschafter  Bind  die  Kaufleute  Hans  und  Alfred  Wenger. 

Schlesische  Glasschleiferei  &  Spiegelfabrik  Alfred  Kreis,  Görlitz. 
Inhaber  ist  Glasschleifereibesitzer  Alfred  Kreis.   Helene  Kreis  hat  Prokura. 

Venetia  Hannoversche  Glas-  und  Spiegel-Manufaktur  Seidel  &  Nödler, 
Hannover.   Kaufmann  Kurt  Seidel  hat  Prokura. 

Lippische  Spiegelfabrik  und  Glas-Großhandlung  Becker  &  Thoren,  Lage. 
Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst,  die  Firma  erloschen. 

Adolf  Greiner-Matzen  Sohn,  Lauscha.  Perlengeschäft.  Inhaber  ist 
Fabrikant  Adolf  Greiner-Matzen  Sohn. 

Glas-Export  Thuringia,  G.  m.  b,  H.,  Lichtenhain.  Herstellung  und 
Export  von  Glaswaren  aller  Art,  insbesondere  Christbaumsschmuck,  Glas- 
perlen usw.  Stammkapital:  M  20  000.  Geschäftsführer  sind  Fabrik- 
besitzer Martin  Beyer  sen.  und  Glasfabrikant  Hugo  Müller. 

Adolf  Ziechner,  Naundorf  (bisher  Meißen).  Glasschleiferei  und  Sand- 
bläserei.   Inhaber  ist  Fabrikbesitzer  Gustav  Adolf  Ziechner. 

Penziger  Kristallglasschleiferei  Willy  Mehlhose,  Penzig.  Inhaber 
ist  Glasschleifereibesitzer  Willy  Mehlhose. 

Heyn  &  Co.,  Roda  bei  Ilmenau.   Die  Firma  ist  erloschen. 

Albin  Jahn  L,  Sttttzerbach,  Pr.  Ant.  Inhaber  ist  Glasinstrumenten- 
fabrikant  Albin  Jahn  I. 

Gehricke  &  Co.,  G.  m.  b.  H,  Ullersdorf.  Gegenstand  des  Unter- 
nehmens ist  nunmehr  auch  die  Herstellung  von  Kristallglaswaren. 

Verein  sächsischer  Tafelglashütten,  G.  m.  b.  IL,  Dresden  (Seestr.  21  II). 
Verkauf  von  Glas,  insbesondere  von  Tafelglas,  Erwerb  oder  Verpachtung 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  26  —  301 


von  Unterneb  mar  gen,  die  dem  vorbezeichneten  Zwecke  dienen  können, 
insbesondere  von  Glashütten  werken,  nnd  Betrieb  solcher  Unternehmungen. 
Stammkapital:  M  30000.  Geschäftsführer  sind  die  Fabrikdirektoren  Georg 
M.  Faßmann  nnd  Horst  W.  W.  Piefky. 

Eisenwerk  Wertheim,  A.-G.,  vorm.  Wilh.  Kreß,  Wertheim.  Die 
Kapitalserbö'hung  nm  Jt  2,2  Mill.  Stamm-  nnd  M  0,3  Mill.  Vorzugsaktien 
anf  Jt  4  Mill.  ist  durchgeführt. 

Vereinigte  Eschebach'sche  Werke,  A.-G.,  Dresden.  Die  Kapitals- 
erhöhung nm  Ji  12  Mill.  Stammaktien  anf  Jt  22  Mill.  ist  erfolgt. 

Mognntia-Stanz-  &  Emaillierwerke  Panl  Eichter,  Mainz-Kostheim. 
Heinrich  Werner  nnd  Bruno  Mewes  haben  Gesamtprokura. 

Georg  Stammbaum  &  Co.,  vorm.  Josef  Bloberger,  Bayreuth.  Die 
Firma  ist  geändert  in:  „Georg  Stammbaum  &  Co."  Nunmehr  Großhandel 
in  Steingut,  Porzellan  und  Glas.   Kaufmann  Karl  Sehott  hat  Prokura. 

Berliner  Flaschen- Vertrieb  Gesellschaft  m.  b.  H,  Berlin.  Kaufmann 
Bichard  Warschauer  ist  nicht  mehr  Geschäftsführer. 

Bucka  &  Nissen,  Flensburg.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind 
die  Kaufleute  Theodor  H.  Schlüter  und  Karl  E.  Chr.  W.  Schlüter.  Die 
Prokura  des  letzteren  ist  erloschen. 

Polnische  Glasindustrie,  Inh.  Isac  Neier,  Kattowitz.  Inhaber  ist 
Kaufmann  Isac  Neier,  Kattowitz. 

M.  Kollakowski,  Glas-,  Porzellan-,  Wirtschaftsartikel-  nnd  Spiel- 
warengeschäft, Neidenbnrg.  Inhaberin  ist  Marie  Boeder,  geb.  Kollakowski. 
Kaufmann  Hermann  Boeder  hat  Prokura. 

Josef  Beder,  Würzburg.  Großhandlung  mit  Glas  nnd  keramischen 
Erzengnissen.  Kaufmann  Emil  Herbert  ist  als  persönlich  haftender 
Gesellschafter  eingetreten.   Die  Firma  lautet  jetzt:  „L.  Herbert  &  Sohn". 

Internationale  Glas-Speditions-A.-G.,  Altona  a.  E.  Beförderung  von 
Waren,  insbesondere  von  Glas,  nach  dem  In-  nnd  Ausland,  deren  Lagerung 
und  Abschluß  aller  damit  zusammenhängenden  Geschäfte.  Grundkapital: 
Jt  50000.  Vorstand  ist  Kaufmann  Wilhelm  Müller.  Die  Gründer,  die 
sämtliche  Aktien  übernommen  haben,  sind  die  Kaufleute  W.  Günth,  H.  Wolff, 
F.  Witte,  H.  Grimpe,  Frl.  Ch.  Grosse.  Den  ersten  Anfsichtsrat  bilden: 
Bankier  E.  Lehmann  und  die  Rechtsanwälte  A.  Lenk  und  Dr.  H.  Werneburg. 

E.  de  Haen,  A.-G.,  Seelze  bei  Hannover.  Fabrikdirektor  Hngo 
Hemmelmann  nnd  die  Kaufleute  Eduard  Gleim  nnd  Leopold  Kröhne  haben 
Gesamtprokura. 

B.  Weichsel  &  Co.,  Magdeburg.  Die  Gesamtprokura  von  Friedrich 
Sohn  ist  erloschen. 

Deutsche  Kaolin-A.-G.,  Spergau  (Kreis  Merseburg).  An  Stelle  des 
ausgeschiedenen  Prokuristen  Nikolaus  Meigel  wurde  Ing.  Albert  Uhl  als 
Vorstand  bestellt. 

Glasindustrie,  A.-G.,  Ludwigsburg.  Dr.  Neuburger  ist  aus  dem  Auf- 
sichtsrat ausgeschieden. 


Pateute. 

Deutsches  Reich. 
Beschreibungen. 
Verfahren  znr  Herstellung  von  Isolationskörpern  aus  Molererde. 

Feingeteilte  Molererde  wird  mit  einer  Mischung  von  Kork  and  Sägemehl 
oder  von  Kork  mit  einem  anderen  feingeteilten,  organischen  Stoff  vermengt, 
worauf  nach  dem  Formen  und  Trocknen  Steine  gebrannt  werden. 

2,  Verfahren  gemäß  Anspruch  1.   Das  der  Molererde  beizumengende 
Gemisch  von  Kork  und  Sägemehl  besteht  bis  zu  50  Prozent  aus  Sägemehl. 
80  b,  9.   Nr.  348756.   31.3.20.   Internationalt  Isolations  Kompani  A/S- 
[Ikas,  Kristiania. 


Gebrauchsmaster. 

Deutsches  Beleb. 
Eintragungen. 

809  921.  4  b.  Als  Lampenschirm  ausgebildeter  Reflektor  mit  metalli- 
schen Festhaltezungen.   Astral  Intensifter  Ltd.,  London.   18.  2.  22. 

809  926.  34  f.  Untersetzer  aus  zwei  Glasscheiben  mit  Zwischenlage. 
Werkstätten  für  Kleinkunst  F.  Arno  Maneck,  Dresden.   20.  2.  22. 

810038.  67  a.  Schleifmaschine  für  Brillengläser  mit  zylindrischen 
Flächen.    „Wumra"  Werkzeug-  und  Maschinenfabrik,  Bathenow.   27. 1.  22. 

810  253.  70  c.  Liniervorrichtung  für  Emailtafeln  n.  dgl.  Emaillier- 
end Stanzwerke  vorm.  Gebrüder  Ullrich,  Maikammer,  Bheinpf.   26. 4.  21. 

810  324.  30  b.  Befestigangsvorriehtung  einer  Flachzahnfacette  aus 
Porzellan  an  ihrer  Schutzplatte.  Kurt  Hans  Hinrichsen,  Kiel,  Dänische 
Str.  23/25.  21.2.21. 

810  344.  42  i.  Fieberthermometer,  gleichzeitig  als  Pulszähler  ver- 
wendbar.  Alfred  Hempel,  Gotha.   25. 1.  22. 

810  385.  42  i.  Abnehmbares  Fensterthermometer.  Fritz  Tiefei,  Braun- 
schweig, Körnerstraße  12.   3. 3.  22. 

810  428.  421.  Apparat  zur  Bestimmung  des  Harnstoffs  in  kleinen 
Blutmengen.  Vereinigte  Fabriken  für  Laboratoriumsbedarf,  G.  m.  b.  H., 
Berlin.   6  2.  22. 

810  456.  421.  Absorptionsgefäß  für  die  technische  Gasanalyse. 
Dr.  Robert  Kattwinkel,  Gelaenkirchen,  Königgrätzer  Str.  35.  1.3.22. 

810  473.  33  a.  Rasierbesteck,  bestehend  aus  einer  Glas-,  Porzellan- 
oder CelluloidhülBe,  enthaltend  Basierapparat,  Rasierpinsel  und  Rasierseife. 
Bichard  Weckmann,  Berlin,  Ritterstr.  37.   6. 3.  22. 

810  510.  21c.  Hängeisolator  der  Kappen-  und  Bolzentype.  Por- 
zellanfabrik Ph.  Bosenthal  &  Co ,  A.-G.,  Selb  i.  Bayern   6.  2.  22. 

810  518.  45  f.  Blumen-  und  Pflanzentopf.  Friedrich  Karl  Stephan- 
Kölbel  gen.  Stephan,  Leipzig,  Karlstr.  14.   15.  2  22. 


810  778.  34  f.  Ueberlaufschutz  an  Kompottellern  oder  -schalen. 
Fritz  Heckert,  Petersdorfer  Glashütte,  Petersdorf  im  Biesengebirge.  6.  3.  22, 

810  796.  45  f.  Siphonblnmentopf.  Johann  Fiege,  Düsseldorf. 
Copernikusstr.  53.    9.  3.  22. 

810  828.  21  b.  Akkumulatorengefäß  aus  Steinzeug  o.  dgl.  Wilhelm 
Hagen,  Soest.   31. 1.  22. 

810  857.  30  b.  Zahnform.  Deutsche  Zahnfabrik  Pinkas  Buchbinder, 
Frankfurt  a.  M.   4.  3.  22. 

810  980.  53  b.  Abschlußdeckel  für  Konservengläser  mit  besonders 
abschließbarer  Luftzuführungsölnnng.  Heinrich  Großcurth,  Cassel,  Wein- 
bergstraße 12.    14.  IL  21. 

811  257.  80  a.  Formen  zur  Herstellung  von  Wandplatten.  August 
Schröder,  Hamburg,  Alsterdorfer  Str.  2    11.  7.  21. 

811287  42  i.  Regulierthermometer.  Fa.  Robert  Kahl,  Stützerbach 
i.  Th.    25  2  22. 

811 301  42  i.  Backofenpyrometer.  Willy  Nitsche,  Feuerbach. 
6.3  22. 

811 379.  53  b.  Konservenglasdeckel.  Reinhold  Schwartz,  Berlin, 
Frobenstr.  21.   13.  3.  22. 


Verlängerung  der  Schutzfrist. 

731425.  21c  Befestigung  für  Hänge-  oder  Abspannisolatoren. 
Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  &  Co.,  A.-G.,  Selb  i.  Bayern.   16.  3.  22. 


Warenzeichen-Eintragungen. 

Erklärung  der  Abkürzungen:  G  Geschäftsbetrieb;  W.  Waren- 
verzeichnis; (A.)  Auszug;  (B.)  Der  Anmeldung  ist  eine  Beschreibung 
beigefügt;  A.  Tag  der  Anmeldung;  E.  Tag  der  Eintragung. 


286423.  Porzellanfabrik  Koenigszelt,  Königs- 
zelt i.  Schles.  G. :  Porzellanfabrik.  W. :  Porzellan- 
waren.  A. :  25. 1.  22.   E  :  18.  5.  22. 


Verband 

Deutscher  Forzellangesohirrfabriken, 
G.  m.  b.  H.,  Berlin  W.  30. 

Tabelle 

für  Inhaber  von  Ladengeschäften  beim  Verkauf  von  Porzellan- 
geschirr. 
Gültig  ab  8.  Juni  1922. 
Wir  setzen  die  seit  21.  März  1922  gültige  Tabelle  mit  dem 
heutigen  Tag  außer  Kraft. 


Kostet  l$=?Mk. 

\ 

So  beträgt  der 
Aufschlag  auf  den 
Ladenpreis  =  ?  % 

Kostet  l$  =  ?Mk. 

So  beträgt  der 
Aufschlag  auf  den 
Ladenpreis  =  ?% 

210,—  bis  234,— 
235,—  „  256,— 
257,-  „  277- 
278,—  „  298,— 
299,—  „  320,— 
321-  „  341,— 
342,—  „  362,— 

10% 
20% 
30% 
40  o/o 
50% 
60% 
70  o/o 

363  —  bis  383,— 
384,—  „  405,— 
406,—  „  426,— 
427,-  „  447,- 
448,  -  „  469,- 
470,-  „  490,- 
491,-  „  512,- 

80o/0 
90  o/0 
100  % 

no% 

120  % 
130  % 
140  o/o 

Zur  Beachtung:  Diese  Tabelle  ist  in  unserem  Kunden- 
Rundschreiben  vom  15.  Dezember  1921  über  die  seit  21.  März 
gültige  Tabelle  zu  kleben. 


Neuauflage  des 
Glas -Adreßbuches  1922 


Die  Fragebogen  für  die  im  Herbst  d.J.  erscheinende 
Neuauflage  des  Adreßbuches  der  Glasindustrie  sind 
uor  kurzem  versandt  worden.  U)ir  bitten  dringend, 
die  Fragebogen  genau  ausgefüllt  gefl.  umgehend  zu- 
rückzusenden, fouueit  dies  nicht  bereits  gefchehen  ist. 

Glas-  und  Glasujarenfabrikanten,  die  den  Frage- 
bogen nicht  erhalten  haben  sollten,  wollen  ihn  um- 
gehend uon  uns  verlangen. 


Coburg 


Geschäftsstelle  des  Sprechsaal 

Abteilung  Adreßbücher. 


Hierzu  eine  Beilage:  Prospekt  der  Firma  Siemens  &  Halske  A.-G.  Wernerwerk,  Siemensstadt  bei  Berlin  über  elektrische 
T  emp  er  aturmess  er. 


XVIII  a  —  Nr. 


ZB5  — 


SPRECHSAAL -COBURG. 


1922  (65.  Jahrgang.) 


2  Trommelmühlen 

etwa  1500/1250  mm  0  u  Breite ;  Hart 
porzellanfatter,  Fimtkugeln,  für 
Trockenmahiang,  gebraucht,  betriebs- 
fertig, verkäuflich,  [718 
C.  E«  HlodeS|  Münchnerstraße  9 
KenköIlD-Berlin. 


Drei  gut  erhaltene 

■*l 


mit  eingemauertem  Futter,  im  Ge- 
wichte von  6  Ztr.,  einem  Durchmesser 
von  110  cm,  einer  Breite  von  160  cm 
und  einem  Mahlgut  von  je  6  Ztr. 
fassend,  zum  Höchstgebot  zu  verkaufen 
Doebrich,  &  Heckel, 
Steatit- Werke,  G.  m.  b.  H., 
Lauf  a,  Fegnitz,  Bayern.  [721 


Dekore* 


ee#»eee»eeee#eeeeee» 


Wir  haben 


aoooo  Bogen  DeKore 

cchOne  Muster,  abzugeben. 
Beste  Farbe,  gutes  Papier. 
Vorlagen  gern  zu  Diensten. 

Hermann  Schott 


Aktiengesellschaft, 
Rheydt. 


[724 


GpöBeren  Posten 

Tafel-Service 

IV.  Wahl, 

beliebiger  Zusammenstellung  für  In- 
land und  auch  Export,  abzugeben. 
Angebote  unter  F  5098  an  die  Ge- 
schäftsstelle des  Sprechsaal. 


Soion  greifbare  Ware: 

für  Holland,  ein  Waggon,  enthaltend: 
1000  Teeiervioe,   16-teilig  ■  mit 
Kantend  ekoren, 
600  dz  Teetassen, 
1000  „         „       ,  weiß, 
900  „  Tassen,  weiß,  Mugsform. 
Besichtigung  in  der  Fabrik  möglich. 

Ferner:  für  Export  80  Vollkisten, 
enthaltend: 

etwa  2000  dz  Tassen, 
200  „  Mugs, 
400  St.  Berrysets, 

Gießer,  Teller  n.  Zuckerdosen 

in  gangbaren  Formen  uad  Dekoren, 
zu  vorgeschriebenen  Exportpreisen 
mit  Lieferwerksbeseheinigung  oder 
Ausfuhrbewilligung.  Zwischenverkauf 
vorbehalten.  Angebote  erbeten  unter 
F  5091  an  die  Geschäftsstelle  des 
Sprechsaal. 


Ein  großer  Posten  ungebrauchte 

JMMi,  Vorsätze, 
Fenertotenw'olbsteiiie, 
jYiuffelptatten, 
Forwteinc, 
jtormalsteitte  usw. 

ist  äußerst  preiswert  zu  verkaufen, 
Angebote  unter  F  5084  an  die  Ge- 
schäftsstelle des  Sprechsaal. 


Leistungsfähige  GlaBgroßhandlung 
gibt  laufend 


3  kg,  mit  Stopfen,  preiswert  ab.  An- 
gebote unter  F  5106  an  die  Geschäfts- 
Btelle^des  Sprechsaal  erbeten. 


Kisten  aller  Art 

Holzwolle 


für  die 

Glasindustrie 

liefern  prompt  und  billigst 

Schwanen  &  Böhme,  G.  m.  b.  H. 

Abteilung :  Glashüttenbedarf 
[721  SlraBgräbohen  in  Sachsen. 


Porzellanfabrik  verkauft  gegen  sofortige  Kasse 

Elemente  U  mit  Ring. 

Angebote  unter  F  5097  an  die  Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 


Porzellanfabrik 

welche  laufend  größere  Posten  in 

lanzgoldtassen, 

komische  Walzen  und  {gerippt©  Forma  herstellt, 

sucht  erstklassige  Groiiabnehmer. 

Interessenten  belieben  Angebote  unter  F  5086 
an  die  Geschäftsstelle  des  Sprechsaal  zu  senden. 


Größere  Posten  Kristallstangenvasen 

in  allen  Größen,  ebenso/- 

einen  größeren  Posten  Bonbongläser, 

verschiedener  Größe, 

Schleifglas  und  Weingläser, 

alles  sofort  lieferbar,  bietet  preiswert  an: 

Paul  Opitz,  Dresden-N.g  KatharinenstraOe  8, 

Glashflttenerzeugnisse  —  F'aschen  aller  Art.  [r<07 


Heimann  &  Co.  A.G. 

Abt.  Chemikalien 

Berlin  W  62 

Kurfürstendamm    Nr.  264 

Telegramm-Adresse :  Schmelzmetalle 
Tel.:  Nollendorf  4477/79 


Kobalt-  und  Nickel-  und  Zinnoxyd 
Kali-  und  Natronsalpeter,  kalz.  Soda. 


(gesprengt  und  saugwurzelfrei) 

liefert  frei  Waggon  Nähe  Magdeburg 


[707 


Theodor  Walther,  J£äÄ. 


Goirründot  1802. 


Zwickau  i.  Sa. 


Gegründet  1862. 


Glasfabrik  kann  noch  Aufträge  auf 


zur  kurzfristigen  Lieferung  herein- 
nehmen.  Angebote  unter  F  5062  an 
die   Geschäftsstelle   des  Sprechsaal; 


Sektkelch  „Tranbe", 
Harzer  Pokale, 
gepr.  Wassergläser, 
Bierseidel 

sofort  preiswart  abzugeben.  Geh". 
Angebote  unter  F  5107  an  die  Geschäfts- 
stelle des  Sprechsaal. 


II. 


Mehrere  Waggons 


billig  abzugeben.  Auch  laufende 
Lieferungen.  1732 

Dr.  ErichTeich,  Bautzen. 


Etwa  2000  StOck 

Portergläser  J 

abgesprengt,  etwa  250  g  Inhalt, 
Jt  16,50  plns  5°/0  Packung,  loko 
Haus,  exklus.  Emballage  abzugeben. 
Zwischenverkauf  vorhehalten.  An- 
fragen unter  F  5132  an  die  Ge- 
schäftsstelle des  8prechsaal. 


Ztt  tferHattfett 
wege*  Aufgabe 
dtrTafelglasfabriKation: 

56  Halfen  von  GroBalmeroder 
Ton!  Höhe  82  cm,  äußerer  Durch- 
messer 136  cm,  nachweislich  gute 
Häfen, 

30  Hafenringe  zu  obigen  Häfen, 
75  cm  Durchmesser, 

30  Säcke  guten  Hafenring- 
ton g  ä  59  kg,  gemischt, 
6   belgische  Strecksteine, 
175  X  135  cm  grof, 

35  komplette  Glasbläser- 
pfeifen deutscher  Art, 

50  kg  Arsenik,  in  Stücken,  und 
anderes   mehr.     Angebote  unter 

E  5035  an  die  Geschäftsatelle  des 

Sprechsaal. 


Einige  tausend  Stuck  neue 

25 1  Glashallons, 

mit  eingeBchliffenen  Stöpseln  in  neuen 
Weidenkörben,  prompt  greifbar,  ab- 
zugeben. [7£9 

Jacobewitz  &  Co.,  fi.Eb.rI.,  Hannover. 

Telegramm-Adresse  „Jasioo*. 
Telephon  Nr.  Nord  3969  nnd  »970. 


Aufträge 

in  guillochierten 

Bechern 
und  Schleifglas 

nehmen  noch  an 

Raschdorf  &  Co. 

Glasraffinerie  und  Schleiferei, 
 Welzow,  H.-L.  [728 


Becher,  Kelche,  Likör-  und  Sturz- 
flaschen  laufend  in  jeder  Menge  ab- 
zugeben. Anfragen  unter  A  4721 
an  die  Geschäftsstelle  des  Sprechsaal, 


Fünfundfünfzigster  Jahrgang 


Sprechsaal 

Zeitschrift  für  die  Keramischen,  Glas-  und  verwandten  Industrien 

Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 


1922 

II.  Halbjahr 


Verlag  von  Müller  &  Schmidt  in  Coburg 


Inhaltsverzeichnis 

zum  Sprechsaal,  Jahrgang  1922. 

I.  Halbjahr. 

Die  Ziffern  bedeuten,  falls  nichts  anderes  angegeben  ist,  die  Seitenzahlen. 


Uebersicht: 


Technische  Abhandlungen  und  Mitteilungen 

Seite 

ni 

Patentbeschreibungen  (deutsche)   und  Anmel- 

n 

ni 

Seite 

V 

Glas  '.  

n 

HI 

rt 

VI 

r> 

ni 

n 

VI 

n 

ni 

n 

VI 

Post-,  Telegraphen-  und  Fernsprechverkehr  .  . 

» 

IV 

r> 

VI 

n 

IV 

n 

VI 

Geld-  und  Wechsel-,  Postscheck-  und  Ueberwei- 

Fachschulen,  Unterricht,  Forschung  .... 

n 

VII 

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IV 

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VII 

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TV 

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VII 

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IV 

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VII 

B 

IV 

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VII 

Geschäftliche  Mitteilungen  .;  ....... 

n 

IV 

n 

VII 

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B 

VII 

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V 

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VII 

V, , 

B 

VII 

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V 

1! 

711 

Technische  Ahandlungen  und 
Mitteilungen . 

Keramik. 

Der  Einfluß  ixydierender  und  reduzierender  At- 
mosphäre auf  feuerfester  Materialien,  Bradshaw 
u.  Emesy  524. 

Deutsche  Keramische  Gesellschaft,  3.  Haupt- 
versammlung 391. 

Die  Keramik  auf  der  Deutschen  Gswerbeseb.au 
Mönchen  1922,  Klee  463. 

En  Gang  durch  die  Staatliche  Fachschule  für 
Porzellanindustrie  in  Selb,  Georgi  511. 

E  fahrungen  über  die  Schwierigkeiten  bei  der  An- 
bringung von  Pyrometern  im  Betriebe,  Whipple 
357. 

150  Jahre  Limbach-PorzellanJ,471. 

Mitteilungen  aus  feuerfesten  Betrieben  in  Nord- 
amerika, Rees  323. 

Thorpe'sche  Löslichkeitszahl,  Mellor  423. 

Tonerdegehalt  und  Schmelzbarkeit  von  Tonen, 
Bertrand  u.  Latquine  431. 

Utber  den  Garbrand  der  Porzellanöfen,  Czerny 
483,  493,  503.  —  Erwiderung,  Hollenweger  541. 

Ueber  den  Gießfleck,  Pfefferkorn  441,  460,  461, 
472. 

Ueber  die  Plastizität  der  Tone,  Mellor  399,  413. 
Ueber  die  Wirkung  von  Urantxyd  auf  die  Schmelz- 
barkeit des  Zettlitzer  Kaolins,  Kallauner  u.  Hruda 

Untersuchungen  Uber  die  Aenderung  mehrerer  phy- 
likalischer  Eigenschaften  eines  Hartporzellans 
durch  wechselnden  Gehalt  an  Kali-  und  Natron- 
feldspat und  durch  unterschiedliche  Brennweise, 
Roth  533. 

Versuche  über  Porzellan  mit  niedriger  Garbrenn- 
temperatur, Funk  312. 

Vorkommen  von  Vanadium  in  keramischenlRoh- 
stoffen  und  Erzeugnissen  und  seine  Wirkung 
auf  die  Schmelzbarkeit,  sowie  auf  die  Farbe 
und  Bildung  von  Ausbitthungen  bei  reinem 
Ke  olin  und  einem  typischen  Ziegelton,  Kallauner 
u.  Hruda  333,  345. 


Glas. 

Ausbau  der  „Wärmetechnischen  Beratungsstelle  der 
Deutschen  Glasindustrie",  Frankfurt  a.  M.  326. 

Bericht  Uber  die  60  Jahifeier  des  Verbandes  der 
GlasinduBtriellen  Deutschlands  512. 

Das  Glas  auf  der  Deutschen  Geweibeschau  München 
1922,  Jaeger  452. 

Der  Tiefschlifi,  Hannich  625. 

Deutsche  Glastechnische  Gesellschaft  333,  663. 

Glaswarenindustrie  auf  den  Ausstellungen  für 
Industrie  und  Gewerbe  während  der  Isergebirgs- 
woche  393. 

Phonolith  in  der  Glasindustrie,  Kühl  313. 

Pyrexglaa,  Lecher  349. 

Reparationen  und  Glasindustrie  369. 

Rück-  und  Ausblick  zur  industriellen  Wärme- 
wirtschaft 432. 

Stocherkursus  für  BetriebBbeamte  der  Glasindustrie 
335. 

Teergewinnug  aus  dem  Generatorgas  443. 

Ueber  Entglasung,  Bowen  401,  415. 

UebeD  verschiedene  Probleme  auf  dem  Gebiete  der 

Glasherstellung,  Jackson  534,  542,  564. 
Zur  Gründung  der  „Deutschen  Glastechnisohen 

Gesellsclufl",  Späte  485. 

Verschiedenes, 

„Deutsche  Erden",  Jahresschau  deutscher  Arbeit, 
Rasser  367,  382. 

Perlmutterimitationen  auf  Glas-  und  Porzellan- 
waren, Parkert  505. 

Vergasung  von  erdigen  Rohbraunkohlen  mit  hohem 
Wassergehalt,  G.  H.  Meyer  423. 


Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

Absatz  von  Glas  und  Porzellan  nach  der  Schweiz 
475. 

Außenhandel,  deutscher  362. 

Aulenhandel  in  Keram-  und  Glaswaren  1922  405. 

A.  H.  N.  Feinkeramik  310,  322,  XXI.  3«5,  397, 

410,  421,  430,  434,  439,  448,  455,  XVII.  466, 

481.  501,  509,  XV,  632,  640,  551,  560,  565. 
A.  H,  N.  für  Feinmechanik  und  Ootik  328. 
A.  H.  N.  für  den  Exporthandel  328. 
A.  H  N  Glas  306,  328,  338,  362,  372,  386,  395, 

405,  434,  466,  477,  488,  497,  606,  516,  527, 

546,  557,  563. 
A.  H.  N.  Grobkeramik  306,  316,  327,  338,  360, 

362,  372,  386,  390,  395,  405,  417,  427,  434, 

446,  455,  466,  476,  488,  497,  506,  516,  527, 

637,  646,  567,  562 
Außenhandelskontrolle  497. 
Außenhandelsstatistik  466. 
Außenhandelsstellen,  zur  Praxis  498. 
Ausfuhr  nach  Danzig  362,  488. 

—  nach  dem  Saargebiet  466. 

—  von  Wachsperlen  405. 
Ausfahrabgaben.  Erhöhung  362,  395,  427, 
— ,  Verzinsung  395. 

— ,  Bezahlung  bei  den  Zollkassen  395 
— ,  Erläuterungen  zur  Erhöhung  427. 
— ,  Bargeldlose  Zahlung  427. 
— ,  Ermäßigung  466,  627,  563.j 
— ,  zu  Gunsten  der  Preise  477. 

 f  Befreiung  nach  Polnisch- Oberschlesien  498. 

— ,  Terminablauf  der  alten  Sätze  bei  Uebersee- 

geschäften  516. 
— ,  Berechnung  und  Ausfuhrwert  516. 
— ,  Zuschläge,  Aufhebung  563. 
Ausfuhrbewilligungen  nach  Italien  386. 
— ,  Verlängerung  466. 

— ,  Kennzeichnung    für  Reparationslieferungen 

466. 

— ,  Verlängerung  zu  alten  Ausfuhrabgabesätzen 
477.  -  \ 

— ,  Gültigkeitsdauer  537. 
Ausfuhrerleichterungen  372. 
Ausfuhrgenehmigung  für  Reparationslieferungen 
498. 

Ausfuhrstellen  für  Oberschlesien  in  Oppeln  395. 
Ausfuhrsperre  gegen  Polen,  Aufhebung  350. 
Aus-  und  Einfuhramt  Ems  362,  434,  516. 
Delegierter  des  Reichskommissars  in  Königsberg 
338. 

Einfuhr  aus  dem  abgetrennten  Oberschlesien  338, 
360,  362. 

Einfuhrbeschiänkungen  für  Glas  und  Glaswaren 

in  der  Schweiz  336. 
Einfuhrerleichterungen  für  Muster  usw.  338. 
Einfuhrzollerhöhung  für  gewisse  Hohlglasarten 

465. 

Export  nach  Kolumbien  427. 
Freibleibender  Preis  bei  der  Ausfuhr,  434. 
Freiliste  luxemburgischer  Erzeugnisse  434,  466. 

—  für  zollfreie  Einfuhr  ans  Ost-Oberschlesien  — 
Einfuhrzölle  498. 

Goldzollaufgeld  328,  338,  362,  372,  395,  405,  417, 
427,  434,  446,  455,  466,  477,  488,  498,  516, 
527,  538,  546,  567,  663. 

Reparationsabgabe,  Einlösung  der  englischen,  538. 

Reparationslieferungen,  Preisnachbewilligungen 
466. 

Sanktionsabgabe,  Rückerstattung  der  englischen 

307,  350. 
Zollanzeiger,  internationaler  350. 
Zölle  und  Außenhandelibestimmungen  im  Verkehr 

mit  OberBchlesien  372. 
Zollerhöhunger,  Ermächtigungen  338. 

—  in  Deutschland,  Entwurf  einer  Verordnung  505. 
Zollfreie  luxemburgische  KontingentBwaren  515. 
Zollsysteme  der  wichtigeren  Handelestaaten,  Uebei- 

Bicht  477. 

Zolltarif  ermäßigun  gen,  Sp  anisch-  schweizerische 
395. 


Zolltarifschema  und  Zollerhöhungen  563. 
Besetztes  Gebiet: 
Ausfuhr  nach  Danzig,  Memel  und  Eupen  Mal- 

medy  328. 
Ausfuhrabgabe,  erhöhte  417. 
— ,  Ermäßigung  bei  Kursschwankungen  557. 
Fakturierung  beim  Versand  nach  Griechenland 
386,  395. 

Zollabfertigung  beim ,  Warenveraand  über  das 
unbesetzte  Deutschland  nach  dem  Ausland  328 

Aegypten : 

Verzollungswerte  für  Lampengläser  328. 
Zolltarif,  neuer  405. 

Australien : 
Antidumping-Gesetz  338. 
Einfuhrverbot  396. 
ZollabfertigungB Vorschriften  362, 

Belgien : 

Verzollung  von  Einfuhrwaren  373. 

Zollbestimmungen  338. 

Zolltarif-Entwurf  546. 
Britisch  Ostindien:  Einfuhrzolltarif  455. 
Britisch  Südafrika :  Zollrechnungen  557. 
Bulgarien : 

Zollaufgeld  350,  466. 

Zolltarif  636. 
China:  Einfuhrzolltarif  546. 
Dänemark : 

Verzollung  Von  Glasflaschen  446. 

Zollsätze  für  Luxuswaren  338. 
Danzig :   Ein-  und  Ausfuhrverbote,  Geltung  der 

polnischen  386. 
England : 

Außenhandel  396. 

Ausnahmen  von  den  Bestimmungen  des  Repa- 
rationsgesetzes 516. 
Dumpingzoll  auf  Glasflaschen  428. 
Industrie  Schutzgesetz  307,  316,  362,  396. 
Reparationagesetz  538. 

Versteigerung  deutscher  Einfuhrwaren  bei  Nicht- 
zahlung der  Reparationaabgabe  546,  563. 

Verzollung  von  Mustersendungen  516, 
England  und  Kolonien: 

Antidumpingbestimmungen  538. 

Zollfakturen-Formulare  417. 

Zollrechnungen  538. 
Estland:  Zolltarif  527. 
Finnland:  Zolltarifentscheidungen  328,  455. 
Frankreich: 

Außenhandel  405. 

Bevollmächtigte  für  deutsche  Lieferungsaufträge 
516. 

Einfuhrbestimmungen  362. 

Zollbehandlung  der  deutschen  Sachlieferungen 
396,  455. 

Zollgesetzgebung,  Stand  464. 

Zollkoefftzienten,  keine  Verlängerung  der  Gel- 
tungsdauer des  Gesetzes  527. 
Griechenland : 

Einfuhrverbotene  Erzeugnisse  466. 

Zollsätze,  Erhöhung  328. 

Zolltarif,  neuer  362. 
Holland:  Zollbestimmungen  538. 

Schutzzollbestrebungen  546. 
Jugoslawien : 

Luxuswareneinfuhrverbot  360. 

Ursprungszeugnisse  328. 

Verzollung  deutscher  Einfuhrwaren  405. 

Zollaufgeld  350. 
Italien: 

Fabrikationssteuerzusehläge  466. 

Verzollungsvorsehriften  307. 

ZoUaufgeld  362,  417,  434,  455,  477,  607,  646 
663. 
Kanada : 

Einfuhr  deutscher  Waren  317. 

Zollbehl  nilung  317. 

Zollrechnungsformulare  477. 
Lettland;  Einfuhrzolltarif  543. 


IV 

Litauen: 

Binfohrzolitarif  428,  434. 

Wertverzoll ang  350. 

ZollbeBtimmungen  405,  498. 

Zollverfahren  307. 
Memelgebiet: 

Zollerhöhungen  417. 

Zolltarif,  neuer  489. 
Neufundland:  Zolltarif,  Aenderung  405. 
Neuseeland :  Einfuhrverbot  deutscher  Waren,  Auf- 
hebung 362. 

Niederländisch-  Indien :  Handelserleichterungen  817. 
Norwegen : 

Zollerhöhungen  328,  362. 

Zolltarif  646. 
Oesterreich : 

Goldpari'ät  für  Zollzahlungen  405. 

Zollaufachlag  428 
Paregmy :  Zolltarif  328. 
Peru:  Zollbestimmungen  350,  862. 
Polen: 

Einfuhr  Zoilermäßigung  563. 
Zölle,  Einführung  gleitender  627. 
Zollermäßigungen   für   Polnisch  Oberschlesien 
406 

Zollerhöhungen  489. 

Zollfragen  64«. 

Zolltarif  307. 
Portugal: 

Repressalienklausel,  Verzicht  446. 

Ursprungszeugnisse,  neue  Beatimmungen  338. 
Rumänien:  Zolltarif,  neuer  370,  489. 
Bußland :  Ausfuhr  von  Porzellanerzeugnisaen  466. 
Saargebiet: 

Einfuhrbeatimmungen  405. 

Zoll-  und  Veraandvorschriften  527. 
Südafrikanische  Union:  Verzollung  deutscher  Ein- 
fuhrwaren 477. 
Schweden:  Zolltarif entscheidungen  328. 
Schweiz : 

Einfuhr  von  Soda  360. 

Einfuhrbeschränkungen,  Geltungsdauer  307. 

Einfuhrbeschränkung  für  Kachelöfen  u.  Kacheln 
406. 
Spanien: 

Valutazuschlag  367,  338,  386,  896,  477. 
Verzollung  ad  valorem  507. 

—  deutscher  Einfuhrwaren  546. 
Zollaufgeld  328,  362  417,  455,  607,  646. 
Zolltarifänderungen  362. 

Trinidat:  Zolltarifänderungen  517. 
Tschechoslo  wakien: 

Einfabrgebühren  für  Schwerspat  338. 

Exporttarife,  ermäßigte  466 

Handelsniederlassungen,  Erschwerung  deutscher 
307. 

Zollermäßigungen  434. 
Türkei:  Zollregime  538,  568 
Ukraine:  Einfuhr  von  Luxuewaren  405. 
Ungarn : 

Einfuhrbeschränkungen  386,  417,  489. 
Ein-  und  Ausfuhrbewilligungen,  Gebühren  405. 
Zollaufgelder;  önungen  850. 
Zullkoeffizientenliste,  Aenderung  527. 
Zollta  lf  807. 

Zullzaachläge,  Erhöhung  489. 
Venezuela:  Zo  linhaltserklärungen  405. 
Vereinigte  Staaten: 
Ausländische  Waren,  Kennzeichnung  663. 
Einfuhrwaren,   Bezeichnung    dea  Ursprünge- 

lande«  588. 
Zollamtliche  Wertschätzung  465. 
Zölle  auf  Erden,  Ton-  nnd  Glaswaren  498,  607, 
Zolltarif,  oeu  r  435,  466,  489. 

—  nebst  Verwaltangsgeaetz  657. 
Zolltarifreviaion  307,  428. 


Post-,  Telegraphen-  U.Fernsprechverkehr. 

Ge«cbäftsdracksachen,  zulässige  oder  unzulässige, 
Rheder  661. 

Paket-  und  TelegrammgebUhren  nach  dem  Aus- 
land 886. 

Pottfrachtatucke  nach  Rumänien  385,  527,  427, 

606,  896,  404. 
Postgebühren,  Erhöhung  im  Auslandverkebr  306 

888,  872,  427,  637. 
Poatpakete,  Metallsiegelverschlnß  888 

—  und  Poatfrachtatttcke  nach  Ungarn  850. 

—  mit  Metallbandverschnürung  886 

—  nach  Balgarien  386. 

 Polnisch  Oberachleaien  395 

 den  Vereinigten  Staaten,  Verpackung  895 

Postecheckverkehr    zwischen    Saargebiet  und 

Deutschland,  Einstellung  687. 
TelegraphengebQhren  446. 


Zollgebührenzettel  zu  Paketen  nach  Frankreich 
386. 

Zollinhaltserklärungen  567. 

Eisenbahnen  und  Frachtverkehr. 
Dampferverbindung  mit  Schottland  372. 
Frachtsätze  für  Kapselscherben  417. 
Gütertarife,  Erhöhung  404, 417,  427,  464,  488,  527. 
Güterverkehr  nach  Danzig  395. 
Güterversand  nach  Ostpreußen  404. 
Personentarife,  Erhöhung  327,  417,  427,  454,  476, 
537. 

Deutsch-Oesterreich :  Bahntarife  und  Zollaufschläge 
395. 

Italien:  Merkblätter  für  den  Eisenbahn-,  Fracht- 

und  Eilfrachtverkehr  385. 
Spanien:  Paketverkehr  885. 

Geld-  und  Wechsel-,  Postscheck-  and 
Ueberweisungsverkehr. 

Bankgeheimnis,  Wiederherstellung  427. 
Beleihungssätze  der  DarlehnskaBsen,  Erhöhung  338. 
Devisenverkehr,  Geschäftsbedingungen  der  Reichs- 
bank 394. 

Spekulation  in  ausländischen  Zahlungsmitteln  466. 

Währungen,  Umrechnung  fremder  bei  der  Be- 
rechnung dea  Wechaelatempels  338,  385. 

Litauen: 
Selbständige  Währung  372,  395. 
Litoawährung  516. 

Handelsnachrichten. 
Aualand,  Kennzeichnung  eingeführter  Waren  546. 
Deviaenablieferungen  bei  Devisenzahlungen  des 

Exporteurs  an  den  Fabrikanten  337. 
Divisenablieferungspflicht  der  Exporteure  537, 546. 
Frachtstundung,  Sicherheitsleistung  545. 
Handel  mit  der  Schweiz,  freibleibende  Franken- 

preiae  545. 

Handelsabkommen,  italieniBoh-französiachea  688. 
Handels-  und  Gewerbekammer,  Prag,  Zentrale  454. 
Handelsgesellschaft,  deutsch-russische  386. 
Handelskammern,  deutsche,  im  Aualand  327. 
— ,  französische,  im  besetzten  Gebiet  506. 
Handelskammer,  deutsch -italienische,  in  Mailand 
327. 

 ,  in  München  362. 

«■  — ,  in  Frankfurt  a.  M.  427. 
— ,  deutsche,  Gründung  in  Mexiko  434. 
— ,  internationale  in  Hankou  497.  *" 
Handelsverkehr  mit  Bußland  316. 
HsndelsveitragBverhandlnngen,  franz.-belgieche 
538. 

Petersburger  Neugrttndung,  deutsche  Beteiligung 
417. 

Beparatienagutacheine,  Einlösung  477. 
Rückerstattung  beschlagnahmten  Vermögens  in 

Amerika  454. 
SachlieferuDgeabkommen  für  Beparationazwecke 

645 

Statistische  Gebühr,  die  Neuregelung  327,  394, 
404,  476. 

Verzicbtleietnng  auf  das  Becht,  bei  Nichterfüllung 
des  Friedensvertrages  neue  deutsche  Guthaben 
zu  beachlagnahmen  305,  385 

Wiederbeschaf  f  an  gspreiB,  Gewährung  488. 

WirtBchaftskammer,  deutsche,  für  Oesterreich  497. 

Wirtschaftaverhandlungen,  deutsch-spanische,  Ab- 
bruch 455  • 

England :  Konsignationslager  657. 

Holland:  Paßvisum  für  Deutsche  557. 

Jugoslawien :  Tschechoslowakische  Propaganda 
627. 

TscneohoBlo  wakien : 

Exporttarif  —  Ermäßigung  527. 
NordbShmisohe  Glaaindustrie  515. 

Firmenregister. 
Deutschland :  In  faBt  jeder  Nummer 
Jugoslawien:  Nrn.  28,  31,  33,  37,  43,  47,  60. 
Oesterreich:  Nrn.  28,  31,  33,  37,  41,  43,  45,  48, 
60. 

Tschecboslowskien :  Nrn.  28,  31,  33,  37,  41,  45, 
47,  48,  50. 

Lage  in  Industrie  und  Handel. 
Amerikanischer  Zolltarif,  Ueberaetzung  562. 
Böhmens  Glasindustrie  406. 
Bmailinduatrie,  Lage  446 
Feinkeramische  Industrie,  Lage  328,  362,  435,  517 
Keram-  und  Glasindustrie,  Lage  350,  405,  485 

477,  527,  663. 
Keram-  und  Glaawarcn,  Außenhandel  455. 
Porzellaninduttrie  in  den  Maleven-Staaten .  466. 


Porzellan-   und    Glasindustrie   in  Oberfranken 

Lage  886. 
Spiegelglasindustrie^Oberfrankens  446. 
Tnüringer^Thermometerindastrie,  Absatzstockung 

428. 

Belgien  f. Glasindustrie,  Lage*436,'446,  646.  ' 

Keram-  und  Glasindustrie,'^  ige  627. 

Britisoh-Indien :  Außenhandel^362.   .  ,^_J 

Dänemark:  Glasindustrie  496. 

Holland:  Preissteigerung  .557. 

Japan :'  Glasindustrie  317. 

Italien  :  Absatzmöglichkeiten  für  Glühbirnen  373 

Niederländiach-Indien : 

Absatzmöglichkeiten  351. 

Wirtschaftliche  Lage  und  Außenhandel  317. 
Bußland:  Absatzmöglichkeiten  317. 
Sumatra :  Errichtung  einer  deutschen  Glasfabrik 

378. 

Schweden :  Tarifverträge  in  der  Porzellanindustrie 
317 

Schweiz:  Glühlampenindustrie,  Lage  386. 
Tachechoslo  wakien : 
Industriekrise  417. 

Außenhandel  in  Keram-  und  Glaswaren  506 
Türkei:  Bezug  deutscher  Erzeugnisse  351. 

Geschäftliche  Mitteilungen. 
Porzellan,  Steingut,  Steinzeug., 
A.-G.  Norddeutsche  Steingutfabrik,  Grohn  378. 
Aelteste  Volkstedter  Porzellanfabrik,  A.-G.,  Volk- 
stedt 328. 

Altrohlauer  Porzellanfabriken,  A.-G.,  Karlsbad  456. 
Annaburger   Steingutfabrik,   A.-G,  Annaburg 
517,  538. 

Bank  für.keramische  Industrie,  A.-G.,  Dreedenk3l7. 
Deutsche  Steinzeugwarenfabrik  für  Kanalisation 

nnd  chemische  Industrie,  Friedrichsfeld  507, 
Deutsche  Tonwaren  und  Steingutwerke,  A.-G., 

Steinau  a.  0.,  557. 
Dresdner  Keramische  Industrie,  A-G.,  Dresden, 

373,.  386. 

Epiag,  Erste  böhmische  Porzellaninduatrie-A-G., 
Karlsbad  338. 

Erste  Tiroler  Majoliken-,  Steingut-  und  Tonwaren- 
fabrik Jos.  Ant.  Huaal,  G.  m.  b.  H.,  Schwaz 
(Tirol)  351. 

Gebrüder  Heubach,  A.-G , ^Lichte  363. 

Keramag,  Keramisohe  Werke,  A.-G.,  Meiningen  328. 

Ludwigsburger  Porzellanmanufaktur,  A.-G ,  Lud- 
wigsburg 563. 

Marienberger  Mosaikplattenfabrik,  A-G.,  Marien- 
berg 517. 

MoBaikplattenfabrik  Deutsch- Lissa,  A.-G.,  Deutsch- 
Lissa  406. 

Porzellanfabrik  Fraureuth,  A.-G ,  Fraureuth  428. 

—  C  M  Hutschenreuther,  A.-G.,  Hohenberg  a.  E. 
489. 

—  Lorenz  Hutschenreuther,  A  -G.,  Selb  517. 

—  Kahla  —  Porzellanfabrik  H.  Schomburg  418. 

—  Königazelt,  Königazelt  528. 

—  Mitterteich,  A-G.,  Mitterteich  363. 

—  MoBchendorf,  A-G.  Mosebendorf  517. 

—  E  &  A.  Müller,  A.-G.,  Schönwald  538. 

—  Sohirnding,  A.-G.,  Schirnding  538 

—  Stadtlengafeld,  A.-G.,  Stadtlesgafeld  456. 

—  Tettau,  A-G.,  Tettau  328. 

—  Waldsassen  Bareuther  &  Co.,  A  -G.,  Waldsassen 
478. 

Porzellanindustrie-A  -G.  Bergbaus,  Auma  362. 
Porztllanmetal),  Porzellan-  u.  Metallwarenfabriken, 

A.-G ,  Nürnberg  435. 
Max  Boesler,  Feineteingutfabrik,  A  -G.,  Bodach  528. 
Sächaiachea  Steinzeug- und  Schamotte -Werk,  vorm 

Hugo  Wießner,  A-G.,  Beiersdorf  663. 
Steiogutfabrik  A-G,  Sörnewitz  339. 

—  Colditz,  A.-G.,  Colditz  435. 

—  Grünatadt,  A-G,  Grünatadt  499. 
Steingutwerke,  A.-G.,  Breslau  547. 

Striegauer  Porzellanfabrik,  A.-G.,  vorm  C.  Walter 

&  Co.,  Stanowitz  456. 
Triptis,  A.-G.,  Triptis  456. 
Veltener  Porzellanfabrik,  A  -G.,  Velten  396. 
Vereinigte  Porzellanwerke   zu  Lübeck,   A.-G , 

Lübeck  386.  0 
Wäohterabacher    Steingutfabrik,    G.  m.  b.  H, 

Schlierbach  339. 
Ludwig  Wessel,  A.-G.  für  Porzellsn-  und  Steingut- 

fabrikation,  Bonn  363. 
Wessels  Wandplatten-Fabrik,  A.-G  ,  Bonn  388, 499. 
Wiener  Porzellanfabrik  838. 
Württembergische  Porzellan  -  Manufaktur,  A.-G, 

Schorndorf  647. 

Feuerfeste  Waren  und  Tonwer.ke. 
Adolfshütte,  Kaolin-  und  Sahamottewerke,  A.-G., 
Crosta- Adolf ahtttte  863. 


V 


A-G.  Niederlausitzer  Tonwerke,  Cabel  466. 
Anhalter  Schamottewerke,  A.-G.,  Unterwieder- 
stedt  363. 

Deutsche  Kachelofenwerke,  A.-G.,  Braunschweig 
538. 

Deutsche  Steinzeugwarenfabrik  fttr  Kanalisation 
und  ehem.  Industrie,  Friedrichsfeld  (Baden)  373. 

Deutsche  Ton-  und  Steinzeugwerke,  A-G.,  Char- 
lottenburg 373. 

Dommitzscher  Tonwerke,  A.-G.,  Bommitzsch  a.  E. 
339. 

Odenwälder  Tonindustrie,  Ai-G.,  Pfaffen-Beerfurth 
351. 

Richard  Blnmenfeld.  Veltener  Ofenfabrik,  A.-G., 
Charlottenburg  329,  428. 

Schamottefabrik  Thonberg,  AG,  Thonberg  317. 

Scheidhauer  &  Giessing,  A-G.,  Bonn  863. 

Stettiner  8chamottef abrik,  A.-  G.,  vorm.  Didier, 
Stettin  317.  „  , 

Stoiberger  A.-G.  für  feuerfeste  Produkte,  Stol- 
berg 456. 

Terrakottawerk,  G.  m.  b.  H.,  Speicher  435. 
Union,  Veltener  Tonindustrie,  A  -G.,  Berlin  456, 663 
Vereinigte  Groüalmeroder  Tonwerke,  A.-G.,  Groß- 
almerode 339. 
Vereinigte  Servais-Werke,  A.-G.,  Trier  363. 
Ziegel- und  Sohamettewerke,  A.-G,  Könnern  456. 

Glasindustrie. 
A.  G.  Champagnerflaschen-Fabrik,  vorm.  Georg 

Bochringer  &  Cie.,  Achern  557. 
A.-G.  der  GerreBheimer  Glashüttenwerke,  vorm. 

Ferd.  Heye,  Düsseldorf  317. 
A.-G.  fttr  pharmazeutische  Bedarfsartikel,  vorm. 

Georg  Wenderoth,  Cassel  557,  563. 
Aktien-Glashtttte  St.  Ingbert,  St.  Ingbert  547. 
Allgem.  Pbysicochemische  A.-G.,  Hannover  307. 
Altenburger  Glashütte,  A.-G.,  Altenburg,  S.-A 

435. 

Bayerische  Spiegelglasfabriken  Bechmann-Kupfer, 

A,-G.,  Furth  607. 
Emil  Busch,  A.-G.,  Optische  Industrie,  Bathenow 

406. 

Deutsche  Fensterglas» A.-G.,  Berlin  638. 
DeutBche  Glas-  und  Spiegelfabriken,  A.-G.,  Fftrth 
307,  489 

Gebrüder  Stoevesandt,  Komm.-Ges.  a.  Akt.,  Rin- 
teln a.  W.f  389. 

Glasfabrik  Alexanderhtttte,  vorm.  J.  N.  Heinz  & 
Sohn,  A.-G,  Alexanderhtttte  363. 

Glashtttte  vorm  Gebr.  Siegwart  &  Co.,  A.-G , 
Stolberg  363. 

Glashttttenwerke,  A.-G..  vorm.  J.  Schreiber  &  Neffen, 
Luschitz  363 

W.  Hirsch,  A.-G.  fttr  Tafelglasfabrikation,  Bade- 
berg 528. 

Hirsch,  Janke  &  Co.,  A.  G.,  Weißwasser,  O.L.  817. 
Hohlglaswerke,  A.-G.,  Dresden  386. 
HOhna  &  Schaal,  Glasmanufaktur,  Weißwasser, 
O.-L.  317. 

Karlsbader  Glasindustriegesellschaft  Ludwig  Moser 

&  Söhne,  A.-G.,  Meierhöfen  363. 
Metrum  Apparatebau-A-G.,  vorm.  G,  A.  Schnitze, 

J.  C.  Greiner  sen.  &  Sohn,  Berlin  363. 
Optische  Werke,  A.-G.,  vorm.  Carl  Schütz  &  Co, 

Cassel  307. 

Ostdeutsche  Tafelglas-A.-G.  fttr  Industrie  und 
Saubedarf  667. 

von  Poncet  Glashttttenwerke,  A-G.,  Friedrichs- 
hain 339,  363. 

Bkeinische  Glashtttten-A.-G.,  Cöln- Ehrenfeld  638. 

—  SpiegeJglasfabrik,  Eckamp  489. 

Tafel-,  Salin-  und  Spiegelglasfabriken,  A.-G. 
Fürth,  363,  557. 

TheimosA.-G„  Berlin  317. 

Thttringer  Glasinstrumentenfabrik  Alt,  Eberhardt 
&  Jäger,  A.-G,  Ilmenau  563. 

Thttringer  Glaawarenfabrik,  A-G.,  Oberweißbach 
456. 

Vereinigte  bayer.  Spiegel-  und  Tafelglaswerke, 
vorm.  Schrenk  &  Co.,  A.-G.,  Neustadt  a.  W.-N. 
418,  499. 

Vereinigte  Spiegelfabriken  A.-G.,  Förth  339. 
Veieinigte  Zwieseler  und  Pirnaer  Farbenglas- 
werke, A.-G.,  Manchen  663. 

Verschiedene. 

A  --G.  Adolph  H.  Neufeldt,  Metallwarenfabrik  Und 
Emaillierwerk,  Elbing  557. 

Alexanderwerke  A.  von  der  Nahmer,  A.-G,  Rem- 
scheid 617. 

Annweiler  Email-  und  Metallwerke,  vorm.  Franz 

Ullrich  Söhne,  Annweiler  563. 
Bingwerke,  vorm.  Gebr.  Bing,  A.-G,  Nürnberg 

489,  517. 

Deutseh  -  Amerikanische  iSchmirgel werke,  A  •  G. 
Berlin  317,  517. 


Deutsche  Eveporator-A-G.,  Berlin  499. 
Deutsche  Gold-  und  Silber  -  Scheideanstalt,  vorm. 

Roessler,  Frankfurt  a.  M.,  373. 
Eisenhüttenwerk  Keula  bei  Muskau,  A.-G.,  Keula 

538. 

  Marienhütte  bei  Kotzenau,  A.-G.  (vormals 

Schlittgen  &  Haase),  Kotzenau  363,  638. 

Eisenwerke  Kaiserslautern,  Kaiserslautern  418. 

Emaillier-  und  Stanzwerke,  vorm.  Gebr.  Ullrich, 
Maikammer,  456. 

Erste  Bayerische  Graphitbergbau-A.-G.,  Unter- 
griesbach 664, 

Gebr.  Schultheia'sohe  Emaillierwerke,  A.-G., 
St.  Georgen  478. 

Herzogliche  Eisen-  und  Emaillier  -  Werke,  A.-G., 
Primkenau  406. 

Hohburger  Quarz  -  Porphyr  -  Werke,  A.-G,,  Röok- 
nitz  528. 

Kaerlieher  Tonwerke,  A.-G.,  Kaerlich  467. 
Kaolin-  und  Tonwerke,  A.-6.,  Korbitz  b.  Meißen  456. 
F.  Küppersbusch  &  Söhne,  A.-G ,  Gelsenkirchen  469. 
Maschinenfabrik,  vorm.  Georg  Dorst,  A.-G,  Oberlind 
807. 

Montan-  und  InduBtrialwerke,  vorm.  Joh.  Dav.  Starck, 
Prag  313. 

Ostdeutsche  Stanz-  und  Emaillierwerke,  A.-G., 
Cttstrin  52. 

Schmirgel-  und  Corund-Werke,  Chemnitz,  A.-G., 

Rottluff  396,  517. 
Vereinigte  Schmirgel-  und  Maschinenfabriken,  A.-G, 
vorm.  S.  Oppenheim  &  Co.,  und  Schlesinger 
&  Co.,  Hannover  456. 
Wilhelmshütte,  A.-G.  fttr  Maschinenbau-  und  Eisen- 
gießerei, Eulau  517. 

Generalvers  ammlun  gen. 
In  fast  jeder  Nummer. 

Soziale  Bewegung. 
Achtstündiger  Arbeitstag,  Ueberschreitung  363. 
Arbeitsstreckung  statt  Entlassungen  486. 
Arbeitszeit  der  gewerblichen  Arbeiter,  Gesetz- 
entwurf 436. 
Bezirkswirtschaftsräte  318. 
EinBpruchsverfahren  gegen  Entlassungen  436. 
Gehaltsgrenzen  in  Kttndigungs-  und  Konkurrenz- 
verbotsrecht 406. 
Lohnskala,  gleitende  406. 
Meldepflicht  fttr  offene  Arbeitsstellen  363. 
Streikleitung,  Haftbarkeit  568. 
Tarifverträge,  allgemeine  Verbindlichkeit  318. 
Schweiz:  Arbeitszeltverlängerung  318. 

Versicherungen. 
Angestelltenversicherung  387,  457,  467,  547. 
Krankenversicherung  887,  457. 
Unfallselbstversicherung  der  BetriebBunternehmer 

526. 

Unfallversicherung  von  Unternehmern  usw.  457. 

Gewerblicher  Rechtsschutz. 
Amerikanische  Patente  deutscher  Staatsangehöri- 
ger 404. 

Internationaler  Schutz  der  Warenzeichen  404 
Madrider  Abkommen  545. 
Patentamtliche  Gebühren  337,  537,  657. 
Patent-  und  Warenzeichen-Gebühren,  Warschauer 

860. 

Freistaat  Danzig:  Deutsche  Warenzeichen  372. 
Kanada:  Schutz  deutscher  Warenbezeichnungen 
537. 

Portugäl:  Patent-  und  Markenschutzrecht  316. 
Tschechoslewakien :  Gewerblicher  Rechtsschutz, 
neue  Vorschriften  454. 

Patentliste. 
Deutschland. 

Anmeldungen:  Nrn.  28,  81,  33,  34,  36,  42,  44, 
47,  48,  50. 

Erteilungen:  Nrn.  28.  29,  34,  42,  47,  50,  61. 
Versagungen:  Nrn.  28,  34,  50.  _ 
Zurücknahme  von  Anmeldungen:  Nrn.  31, 34, 42, 50' 
61. 

Oesterreich. 
Aufrechterhaltungen :  Nr.  41. 
Erteilungen  :  Nrn.  31,  41,  47. 
Versagungen:  Nrn.  31,  41. 
Zurückziehungen :  Nrn«41,  47. 

Gebrauchsmuster. 
Deutschland. 

Eintragungen:  Nrn.  30,  31,  41,  43,  47;  50,  51,  52. 
Verlängerung  der  Schutzfrist:  Nrn.  30,  43,  47,  60, 
51. 


Warenzeichen-Eintragungen. 
Nrn.  28,  36,  43. 

Patentbeschreibungen  (deutsche)  und  An- 
meldungen in  Oesterreich.  (*) 
Keramik. 

Absorptionsturm,  Deutsche  Ton-  und  Steinzeug- 
werke A.-G.  und  Fr.  Plinke  408. 

Beschicken  keramischer  Brennöfen,  Vorrichtung, 
Cohen  408. 

Blasen-  und  i  porenfreie  Körper,  Verfahren  zur 

Herstellung,  v.  Vaß  330. 
Brennen  von  Porzellan,  Verfahren,  Siemens- 

Schuckert- Werke  408. 
Brennofen  mit   mittelbarer  Beheizung,  Roseh- 

mann  389. 

Durohftthrungs-Abspanniaolator.  Brechte!  330. 
Einführungsiselator,  Allgem.  Elektrizit&ts-Gesell- 
schaft  408. 

Elektrischer  Isolator,  Emil  Haefely  &  Cie.,  A.-G. 
519*.  ■  ■ 

Feuerungskästen  für  Porzellanbrennöfen,  Por- 
zellanfabrik Schönwald  419; 

Flußmittel,  Verfahren  zur  Verteilung,  Ludwig 
Wessel  A.-G,  479.  U  > 

Formlinge,  Verfahren  zur  Herstellung,  Müller  330. 

Gaskanalofen,  Lengersdorff  479. 

— ,  Dahl  376. 

Gasretorte  aus  Formsteinen,  Stettiner  Schamotte- 
fabrik, A.-G.,  vorm.  Didier  389. 

Gasverbrennung  in  Gaskanalöfen,  Allgem.  Elektri- 
zitäts- Gesellschaft  408. 

Glüh-  und  Muffelofen,  Roschmann  408. 

Hängeisolator,  Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal 
&  Co.,  A.-G,  389,  619*. 

— ,  Elektrotechnische  Fabrik  Thoßfell,  G.m.b.H. 
468*  619*. 

Hochfeuerfeste  Steine*  Verfahren  zur  Herstellung, 

P.  Litwin  &  Co.  389. 
Isolatoren,  Verfahren  zur  Herstellung,  Ströder  408. 

_,  *  Societe  „Le  Basalte"  420*. 

Isolatorensttttze,  Schmidt  479. 
Isoliermaterialien,    Verfahren    zur  Herstellung 

feuerbeständiger,  Kern  520* 
Kachelofen  mit  Ftthrungswänden  ans  keramischem 

Baustoff,  Brabbee  330.  <  ~ 
— ,  Adamietz  479. 
.  Kammerringofen,  Weyers  376. 
— ,  Koppers  376,  408. 
Kanalofen,  Dreßler  Tunnel  Orens  389. 
— ,  LengersdoifC  389. 
— ,  Koppers  408. 

Keramische  Massen,  Verfahren  zur  Herstellung, 
Gesellschaft  fttr  Tuff- u.  Ton-Technik  m.b.H.,  389. 

Kettenisolator  für  Hochspannungsleitungen,  Alfrad, 
420*. 

Kitt,  Hiller  419. 

Körper,  Verfahren  zur  Befestigung  in  Hohlräumen, 
H.  Schomburg  &  Söhne,  A-G.  408. 

Metallischer  Ueberzug  über  keramische  Waren, 
Marino  479. 

Mioeralzähne,  künstliche,  Verfahren  zur  Herstel- 
lung von  Hohlräumen,  Frankfurter  Dentalwerke 
Schulz,  Nicklas  &  Co.  479 

Poröse  keramische  Erzeugnisse,  Verfahren  zur 
Herstellung  8ocie!e  Anonyme  Le  Carbone,  389. 

Porzellantassen,  Maschine  zum  Schleifen  der. 
Ränder,  Rob.  Bosch,  A.-G.,  A.  Krauß  und 
K.  Krauß  377. 

Reibradspindelpresse,  Meißner  376. 

Schneckenpresse  für  Ton  und  andere  plastische 
keramische  Massen,  GrieBemann  &  Co.  389. 

Trommeltrockenmtthle,  Frankenberger  419. 

Tunnelofen,  Francart  479. 

Verkittung  von  Porzellanteüen,  Elektro-Oämose- 
A  -G,  519* 

Zahn,  künstlicher,  T'oe  8.  S.  White  Dental  Manu- 
facturing  Company  330. 

 ,  Smith  419. 

 i  Fehr  479.  ; 

Zähne,  künstliche,  Verfahren  und  Vorrichtung  zum 
Pressen,  Frankfurtar  Dental- Werke  Schulz, 
Nicklas  &  Co.,  376. 

Zahnmodelle,  Verfahren  zur  Herateilung,  Buch- 
binder 330. 

Glasindustrie.  ; 
Abfallglas,  Verfahren  zur  Verwertung*  C9avits519* 
Ampullen,  Verfahren  zur  Herstellung,  Rose  330. 

 ,  Bornkessel  389; 

Ansammeln  und  Abtrennen  von.  Glas,  Verfahren, 

Graham  353* 
Aufschneiden  der  Glasbirne  elektr.  Glühlampen, 

Maschine,  The  Allies  Electric  Lamp  Co.  Ltd.  408. 
Blasen  nahtloser  Flaschen,  Maschine,  Lefort  458*. 
Brillengläser-Schneidemaschine,  Schumann  408.  p 


VI 


Doppelwandiges  Gefäß  nach  Dewar-Weinhold, 
Hinkel  330. 

Drahteinführung,  luftdichte,  für  Glasrefäße,  In- 
ternational General  Elektric  Co.  468-, 

Einachmelzungen,  spannungsfreie,  in  Gläsern, 
Verfahren  zur  Herstellung,  Elektrische  Glüh- 
lampenfabrik „Watt",  A.-G.  458*. 

Einspann-  oder  Haltefutter  für  Glasgegenstände, 
Eutzscher  330. 

Elektrische  Glühlampe,  Herbert  458*. 

 -,  MetallfadenlampenErneuerungs-Ges.  m  b.  H 

458*. 

 ,  Patent- Treuband-Ges.  für  elektrische  Glüh- 
lampen m  b.  H.  458*. 

Entladungsgefäß,  Patent-Treuhand-Ges.  für  elek- 
trische Glühlampen  m.  b.  H  353*. 

Firmenschilder,  Holzmeyer  389. 

Flaschenblasmaschine,  handgesteuerte,  Wolfs 
Ma&chinenbau-Ges.  m.  b.  H.  458*. 

Formstücke,  Verfahren  zur  Herstellung,  Trutzer 
479. 

— ,  Patzoll  520*. 

Gefäß  zur  Durchführung  quantitativer  Analysen 

mit  Abgußschenke],  Hauser  353*. 
Glasblasemaschine,  Wilzin  376. 
— ,  Compagnie  Generale  d'Electricite  458* 
— ,  The  Westlake  European  Machine  Co.  458*. 
— .  Hill  mann  und  Hallesche  Pfännerschaft  A.-G. 

519*. 

Glasblasen,  Verfahren  zur  Verkleinerung,  Schott 
&  Gen.  408. 

Glasfäden,  Verfahren  zur  Herstellung,  Muth  353*. 
GlaE naschen,  Verfahren  zur  Herstellung,  Zaruba 

458*. 

Glasgefäße  aus  Glasröhren,  Einrichtung  zur  Her- 
stellung, Haack  519*. 

Glashohlkörper,  dünnwandige,  Verfahren  zum 
Blasen,  Empire  Machine  Company  330. 

— ,  doppelwandige,  Verfahren  zum  Blasen,  Glas- 
fabrik Sophienhütte  Bich.  Bock,  G.m.b.H.  353. 

— ,  Verfahren  zum  Ziehen,  Empire  Machin®  Co. 
468*. 

Glatpoliermaschinen,  Verfahren  zur  selbsttätigen 
Begelcng  der  Schmier-.  Polier-  und  Schleif- 
mittelzufuhr, Teylor  353*. 

Glasi  öhren,  mit  Böden  versehen,  Maschine  zur 
Herstellung,  Bornkessel  353*. 

— ,  Verfahren  zur  Herstellung,  Glasfabrik  Sophien- 
hütte 458*. 

Glasscheiben,  Verfahren  zum  Fassen,  Bob.  Bosch, 
A.-G.  414**. 

Glastafeln,  Vorrichtung  zum  Beschneiden,  Empire 
Machine  Company  376. 

Glühlampen,  Verfahren  zur  Herstellung,  Inter- 
national General  Electric  Co.  519*. 

Graduier-  und  Schreibdrackapparat  für  Thermo- 
meterskalen, Schilling  376. 

Hüttecfertige  Birne  für  elektrische  Glühlampen, 
AE.G.Union  Eiektrizitäts- Gesellschaft  519*. 

Isoüeiflaachen,  Verfahren  zur  Herstellung, 
Plechati  479. 

Kipptiech  zum  Umkehren  von  Spiegelscheiben, 
Socie'.e  Anoryme  des  Manufactures  des  Glaces 
et  Produita  Chimiques  de  St.  Gobain,  Chauny 
&  Cirey  389. 

Kittechale  zur  Aufnahme  von  zu  schleifenden 

Gläsern,  Wernicke  &  Co.  330. 
—  zum  Aufkitten  optischer  Gläser,  Müller  419. 
Komeivenglas,  Worster  389. 
Kugelförmige  Flächen,  Maschine  zum  Schleifen 

Taylor  331. 

Lichtfilter  aus  GJaB,  E.  L.  Friedmann  &  Co.  468*. 
Metalldekore  auf  Glas,  Verfahren  zur  Herstellung, 

Markowsky,  519*. 
Mandl  tack  zum  Ziehen  von  Glaszylindern,  Empire 

Machine  Company  458*. 
Mustern  von  Glas,  Verfahren,  Schlögel  376. 
Ofen,  periodischer,  Verfahren  zum  Beheizen  mit 

Gener&torgap,  Fa.  F.  Meiser  und  K.  Meiser  389. 
Optische  G.äaer,  Maschine  zum  Bearbeiten,  Carl 

Zeiß  330. 

 ,  geraden  Abschleifen,  Beller  &  Fischer 

353. 

Optisches  Glas,  Verfahren  zur  Herstellung  mög- 

1  etat  achlierenfreien,  Desenberg  376. 
Perle,  Boucet  479. 

Perlen,  künstliche,  Verfahren   zur  Herateilung, 

Sauvage  389. 
Preßfcrmcn,  Verfahren  znm  gleichmäßigen  Füllen, 

Wernicke  52C*. 
Preßglaareflektor,  Dony  458*. 
Beblame-  und  Scbreibtafel  aus  Glas,  Bosenthal  & 

Elens  458*. 

Bi'len  oder  Nuten  in  Glasplatten,  Maschine  zum 

Kinechleifen,  Liebel  389. 
Sphärische  Flächen  an   Linsen,   Maschine  zom 

.Schleifen,  Teylor  458*. 


Spiegel,  Verfahren  zur  Herstellung,  Bheinberg  389. 

—  für  Bestrahlung,  Siemens  & Halske,  A.-G.  458*. 

Spiegelscheiben,  Vorrichtung  zum  Heben  und 
Transportieren,  Societe  Anonyme  des  Manufac- 
tures des  Glaces  et  Produita  Chimiques  de  Saint 
Gobic,  Chauny  &  Cirey  408. 

Soritzstopfen  aus  Glas,  Timm  479. 

Tragzange  für  Glaskörper,  Weiß  468*. 

Vakuumapparate,  Verfahren  zum  Abdichten  der 
Verbindungsstelle,  Werner  353*. 

Verbundglas,  Verfahren  zur  Herstellung,  Soc.  du 
Verre  Triplex  620. 

Verschluß,  luftdichter,  für  Oeffnungen  von  Glas- 
hohlkörpern, Krüh  353*. 

Weiße,  getrübte  Gläser  usw.,  Verfahren  zur  Her- 
stellung, Kietz  479. 

Werkstücke  für  Glaskugler,  Vorrichtung  zum 
Führen,  Blumtritt  458*. 

Winkelfacetten,  Maschine  zum  Schleifen,  Beller 
&  Fischer  330. 

Winkelkantenflächen  an  unrunde  Brillengläser, 
Maschine  zum  Schleifen,  Carl  Zeiß  376. 

Ziehen  von  Glas  in  zylindrischer  Form,  Vorrich- 
tung, The  Libbey  Glass  Co.  363*.- 

Zusammenachmelzen  der  Glasteile  von  Glühlampen- 
Kolben,  Vello  479. 

Verschiedene. 

Anfeuchteapparat  für  trockenes,  pulveiförmiges 
Material,  Hidoux  und  Bernheim  408. 

Bleioxyd,  Vorrichtung  zur  Herstellung,  Kübler  389. 

Emaille  zur  Bekleidung  von  Kolbendampfmaschi- 
nen, Willmer  377. 

Emaillieren,  Verfahren,  Bickmeier  376. 

Feldspat,  Verfahren  zur  Gewinnung,  Froelich  376. 

Füllung  für  Reaktionsräume  usw.,  Fairlie  330. 

Gegenstände  aus  Kieselsäure,  Verfahren  zur  Her- 
*  Stellung  säurefester,  Bühring  419. 

Glimmerplatten,  Verfahren  zur  Herstellung  feuer- 
beständiger. Kertesz  376. 

Kaolin  nnd  Tonsubstanz,  Verfahren  zur  Gewin- 
nung, Froelich  353. 

Kaolinisierung  der  Mutterpesteine,  Verfahren  zur 
künstlichen,  Froelich  377. 

Kieselsäure,  alkalifreie,  amorphe,  Verfahren  zur 
Herstellung,  J.  Michael  &  Co.  330. 

Lehmpulver,  Verfahren  zur  Herstellung,  West- 
phal  479. 

Meerschaumersatz,  Verfahren    zur  Herstellung, 

Deußing  520*. 
Metallhydroxyde,    Verfahren    zur  Herstellung, 

Buchner  330.  r 
Boh-  oder  Baffinadegraphit,  Verfahren  zur  Eeini- 

gung,  Elektro-  Osmose,  A.-G.  420* 
Sc  leif Scheiben,  Verfahren  zur  Herstellung,  Fickert 

479. 

SOreibtafel  mit  EmsilHerzug,  Verfahren  zur 
Herstellung,  Zulauf  458* 

Spritzapparat  für  Farben,  Leipziger  Tangier- 
zaanier  Alex  Grube  408; 

Steine  usw.  aus  Bimssand,  Verfahren  zur  Er- 
zeugung, Cleff  389. 

Str&hlungspyrometer  mit  Thermoelement,  Siemens 
&  Halske,  A.-G.  458*. 

Ton,  Torf  usw.,  Votrichtung  zum  Zerkleinern. 
Berger  389. 

Tonerde,  Verfahren  zur  Herstellung  eisenarmer, 
Det'  Norake  Aktieselskab  for  Elektro kemisk  In- 
dustri  Norsk  Industri-Hypotekbauk  420*. 

Tonerde  aus  kiesehäurehaltigen  Bohstoffen,  Ver- 
fahren zur  Herstellung,  Aktieselskabet  Hoyang- 
faldene  Norak  Aluminium- Co.  420*. 

Tonerdeschleifmittel,  Norton  Company  479. 

Wasser  und  säurebeständige  Verbindung,  Ver- 
fahren zur  Herstellung,  Elektro- Chemical  Supply 

f  {and  Engineering  Co.  353*. 

Gesetzgebung,  Steuern. 
Arbeitsgerichtageaetze  526. 
Arbeitszeitgesetz  557,  562. 
Barüberweisung  statt  Steuermarken  361. 
Demobilmachungsverordnungen  497, 
Einkommensteuer,  Vorauszahlungen  556. 
Einkommensteuergesetz,  Aenderung  349. 
Einkommensteueraätze  545. 
KUndigungsbeBchränkung    zugunsten  ^Schwerbe- 

sebädigter  350. 
Kündigungsschutz  für  Schwerbeschädigte  417. 
Lnxussteuer,  Forlfall  361. 
Luxussteuergesetz,  neueAusführnngsbeatimmnngen 

434. 

LnxnsBteuerpflicht  keramischer  Gegenstände  und 

der  Gegenstände  aua  Glas  495. 
BeichBÜnanzhof,  Entscheidungen     >6,  404,  434, 

464,  488,  557. 
Reichsgerichtseutscheid  lugen  361. 


Stillegungsgesetz,  Entwurf  606. 

Umsatzsteuer,  Vorauszahlungen  327.  , 

— ,  Erhöhung  466,  662.  1 

— ,  Uebergangabestimmungen  476.  , 

—  und  Außenhandel  556.  « 
Umsatzsteuer-Ausfuhrkurae  306,  337,  404,  446  \ 

488,  516,  556 

Zwangsanleihegesetz,  Abänderung  562.  ; 

Verschiedenes. 
Arbeitsjubiläum:  316,  337,  434. 
Auszeichnung  476. 

Begrüßungsspruch  zum  18.  Juni  1922  303. 
BrennkrafttechnischeGeeellschaft, Wettbewerb  372  - 
Ernennung  404. 
Fund:  394,  417. 
Geburtstage:  476,  516. 
Geschäfts] ubiläum  537. 

Jubiläum:  394,  417,  427,  465,  476,  606,  646.  - 

Kartellbeirat  337. 

Kohlenpreiaerhöhung  317. 

Not  der  Fachpresse  526. 

Personalien:  306,  476. 

Preisauszeichnung  454. 

Beichskuratorium    für   Wirtschaftlichkeit    unc  - 

Handwerk  626 
Silberhochzeit  516. 

Wirtschaft  und  Kultur  in  Mitteiamerika  404.    |  1 
Vereinigte  Staaten:  Freigabe  des  deutschen  Ver 
mögens  546,  562. 

Ausstellungen. 
Die  Ueberseewoche  in  Hamburg  487.  C 
Internationale  Ausstellung  Riga  373. 
Musteraussteilung  in  Riga  5Sr-8. 
Niederdeutsche  Kunstgewerbeschau  in  Bremen  3871 
Wärmeausstellung  Eisen  315. 
Mexiko :  Ausstellung  deutscher  Iuduatrieerzeng  ' 
nisse  351. 

Vereinigte  Staaten:  Musterausstellung  New-Yorl  ' 
1922  418. 

Messen. 

Breslauer  Messe  339,  396,  499.  \ 
Deutsche  Ostmesse  Königsberg  Pr.  339,  351. 

I 

Frankfurter  Messe. 
Frankfurter  Messestadt  435.  i 
Herbstmesse  318,  406. 
Italienische  Besucher  363. 

Kölner  Messe  558. 

i 

Nordische  Mesae  in  Kiel  564. 

Leipziger  Messe. 

Die  deutsche  Glaswarenindustrie  und  die  Leip- 
ziger Maase  360. 

Ein-,  und  Ausfuhrbewilligungen  387. 

Frühjahrsmesse  1923  508. 

Fürstenberger  Porzellanfabrik,  Fürstenberg- Weser  i 
363.  . 

Herbfitmesse  329,  418. 

Leipziger  .Aussteller  und  Meßhansbeeitzer  418. 
Meßbeitrag  339 

Meßmiete  und  Bsichsmietengesetz  329. 
Meßmieten,  unzulässige  Erhöhung  318.  ] 
— ,  behördliche  Begelung  339.  | 
Meßmietpreiserhöhung  446.  j 
Werbebeiträge  517.  | 
Zentralstelle   für  !  Interessenten   der   Leipziger  n 

Mustermessen  329. 
Finnland :  Messe  in  Helsingfors  528.  \ 
Italien:   Internationale  Mustermesse  in  Padua,  i 

ungünstiges  Ergebnis  373. 
Baßland:  Messe  in  Nishnij -Nowgorod  387, 
Spanien:  Mustermesse  in  Barcelona  1923  528.1 
Tschechoslo  waki«n:   Beichenberger  Messe  308, 

318,  339,  373,  403,  456. 
Beichenberger  Messebörae  351. 
Prager  Heibitmesse  456. 

Verbände. 
Deutscher  Industrieschutzverband  499. 
Deutsche  Keramische  Gesellschaft  304. 
Glühlampenfabriken  539. 
Gußgeschirrverband  308. 

Interessengemeinschaft  der  Verbände:  Verband 
deutscher  Lnxusporzellanfabriken,  Verband 
deutecher  Porzellangeschirrfabriken  426. 

InteresBenverband  der  IsolieifUaohenindustrie  561. 

Internationale  Spiegelglaakonvention  539. 

Keramische  Fachgruppe  im  Bereiche  der  deutschen 
Gewerbeschau  in  Koiuotao, Vollversammlung  373. 

Leipziger  Mustei  messe- Verband  340. 


Vi 


Ulittel-  und  Ostdeutsche  Schamotte  -  Konvention 
457,  478,  499,  517  539,  564 

Omamentglas- Vereinigung  447,  517. 

OeBterreichischer  Tonindustrie-Verband  508, 

Beichsverband  des  deutschen  Ein-  und  Ausfuhr- 
handels 499. 

Verband  bayerischer  Weißhohlglasfabriken  528. 

—  der  Feintonwaren-Fabriken  340. 

—  —  Glashändler  und  glasverarbeitenden  Be- 
triebe 308. 

 Glasindustriellen  Deutschlands  e.V.  304, 393 

 Tonrohrfabriken  478. 

—  deutscher  elektrotechnischer  Porzellanfabriken 
308,  351,  363,  406,  428,  447,  457,  478,  499, 
517,  539,  564.  " 

 Emaillieiwerke  499. 

 Grossisten  für  Glas  und  Keramik  387. 

 Herdfabrikanten  340,  373,  406. 

 Kachelofenfabrikanten  363,  396,  406,  418, 

467,  478,  517,  558,  564. 

 keramischer  Töpfereien  363. 

 Porzellangeschirrfabriken  365,  382,  406, 

418,  421,  448,  491,  501. 
'  Tonwarenfabrikanten  und  Kunsttöpfereien 

e.  V.  329,  339,  428,  467.  * 

—  polnischer  Emaillierwerke  564. 

Verein  der  rheinischen  und  westfälischen  Tafel- 
glashutten 396  428,  489,  517,  539. 

—  deutscher  Schleifmittelwerke  418,  489,  547. 
 Spiegelglasfabriken  351,  387,  406,  418, 

435,  447,  499,  517,  528,  547. 

—  sächsischer  Tafelglashütten  539. 
Vereinigte  Glühlampenfabriken  318. 

>--  Porzellan  -  Isolatoren- Werke  (Hochspannungs- 
isolatoren-Syndikat)  351,  406,  428,  447,  478, 
499,  517,  539,  664. 

—  Steingutfabriken  352,  406,  457,  478,  528,  558 
Vereinigung  deutscher  Hohlglasfabriken  352,  489. 

—  Mitteldeutscher  Hohlglasfabriken  340,  396, 
428,  478,  617,  628,  647. 

—  SchleBisch-Lausitzer  Tafelglashatten  539. 
Verkaufsstelle  der  Drahtglasfabriken  499, 517, 639, 

658. 

Westdeutsche  und  Mittel-  und  Ostdeutsche  Scha- 
motte-Konvention 329,  406,  428 

Zentralstelle  für  Interessenten  der  Leipziger 
Mustermessen  387. 

Zusammenschluß  in  der  Fieberthermometer-Indu- 
strie 428. 

Fachschulen,  Unterricht,  Forschung. 

Fachschule  für  Glasindustrie  in  Zwiesel  372. 

Glashuttenkurse  316 

Handels-Hochschule  Berlin  434. 

Keramische  Fachschule  Banzlau,  25-jähriges  Be- 
stehen 311,  361. 

f  ,  Fachschalgesellschaft  382,  391. 

 ,  Aufruf  523. 

Staatliche  Fachschule  für  Glasindustrie,  Stein- 
schönau 361,  404. 
Staatsfachschule  für  Glasindustrie,  Haida  327. 

S-  Keramik  und  verwandte  Kunstgewerbe, 

Teplitz-Schönau  361. 

Bücherschau. 
['Betriebsbilanz  usw.,  Großmann  547. 
,!  Brennstoffe  und  ihre  Verbrennung,  Keppeler  329. 
Das  Ende  deB  Feaers,  Cervalus  373. 
Das  Warenzeichen,  Banter  363 
Ker  gegenwärtige  Stand  der  Torftechnik,  Kep- 
peler 873. 

Einführung  in  das  Abänderungsgesetz  vom  8.  April 

.  1922'  zum  TJmsatzBteuergesetz  vom  24.  Dezember 
1919,  Popitz  363. 

Einkommensteaernovelle,  Erler  u.  Koppe  647. 

Geldentwertung  und  Gesetzgebung  (Vertrags- 
erfüllung), Mttgel  (Warneyer)  547. 

Handbuch  der  rationellen  Verwertung,  Wieder- 
gewinnung und  Verarbeitung  von  Abfallstoffen 

!  jeder  Art,  Koller  374. 

Körperschaftssteuergesetz,  Bosendorff  547. 

Kunst  und  Kunstgewerbe,  Wieseler  und  Kammer- 
bauer 329,  490. 

Lohnabzug,  Koppe  547. 

Bennwett-  und  Lotteriegesetz,  Hellwig  647. 

Umsatzsteuernovelle,  Koppe  ü.  Ball  647, 

Vereinfachte  Schornsteinberechnung,  Hoffmann 
364. 

Versicherungsgesetz,  Bautenberg  547. 
Zwangsanleihegesetz,  Koppe  u.  Benck  547. 


Kataloge,  Preislisten  ustr. 
Porzellanfabriken  des   Strupp-Konzerns  und  die 
Keramag  436. 

Totenschau. 

316,  434,  465. 

Wärmewirtschaft. 
Technisch  -  wissenschaftliche    Organisation  der 
deutschen  Glasindustrie  436. 

Kunstgewerbe. 
König  Ludwigs  Preisstiftung  1922  396. 

Fragekasten. 

Keramik. 
Allgemeines: 

142  Begnßton  539 

102  Bleifreie  Glasur  für  Tonscherben  354. 

119  Böhmische  Braunkohle,  Ersatz  429. 

136  Braungeschirrscherben  für  Kapselschamotte 
608. 

133  Brennofen,  schlechtes  Brennen  500. 

131  Brennraumaasntttzung  490. 

148  Brikettherstellnng  aus  Steinkohlengrieß  560. 
141  Oarborundumersatz  zum  Schleifen  von  Bechern 
529. 

145  Celioidinpapier  550. 

115  Druckfirnis,  Herstellung  420. 

109  Entstaubungsanlage  für  Kollergang  389. 

132  Entwässern  fetten  Tones  490. 

94  Gipsformen,  Verwendung  alter  331. 
108  Kapselversatz  377. 

130  Magnesia,  Abscheidung  aus  Ton  480. 

120  Milchkannen,  Krummwerden  im  Brande  437. 

128  Muffel  für  Brikettbrand  480. 
118  Muffelofen  429. 

121  Muffelofen,  Maße  437. 

95  Ofen  zum  Brennen  von  Farbkörpern,  Bau  331. 
89  Ofenasche,  Verwendung  320. 

123  Platten,  Verfärben  447. 

88  Puppenkopf-Farben,  Aufschmelzen  im  Glüh- 
ofen 320. 

110  Quarz,  Verwendung  396. 
107  Schiefer,  Verwendung  £65. 
101  Schneidschablone,  Vorteile  354. 

91  Schwämme,  Bohware  331. 
147  Standmuffeln,  Umstellung  auf  Gasfeuerung  559. 

96  Stanzmasse  für  elektrotechnische  Fayence  342. 

129  Steinbrecher  für  Feldspat  und  Quarz,  ohne 
Gefahr  der  Eisenteilchenbeimengung  480. 

146  Temperatur-Kontrollapparat,  Anbringung  an 
Fürbringermuffel  550. 

97  Tonkugeln,  Glanz  342. 

143  Tonreinigungsmaschinen  539. 

100  Vasen,  gegossene,  Welligwerden  354. 
138  Wandplatten,  Masse  und  Glasur  521. 
125  Weißer  Torf,  Verwendung  460. 

112  Ziegelton,  Verwendung  zum  Gießen  408. 

Porzellan. 

144  Aetzverfahren  für  Hartporzellan  650. 
87  Ausschlag,  schwarzer,  Ursache  309. 

114  Eisenflecke,  Beseitigung  420 

140  Feuerbeständiges  Porzellan  für  Laboratoriums- 

bedarf,  Versätze  529. 
104  Gebrauchsgeschirr,  gelber  Anflug  365. 
93  Geschirr,  Löcher  längs  den  Konturen  331. 

134  iBolationsfähigkeit  von  Isolatoren  500. 

124  Masse  für  Spielwaren  und  Gebrauchsartikel 
459. 

III  Masse  und  Glasur  für  SK  10  396. 
92  Porzellanknöpfe,  Bedrucken  331. 
90  Scharffeuerglasur,  schwarze,  für  Elektropor- 

zellan  320. 
99  Stanzmasse,  Versatz  342. 

135  Uranoxyd  für  schwarze  elektrische  Porzellan- 
artikel 508. 

Steinzeug. 

98  Geschirrglasur,  matt  342. 

113  Masse,  schlechtes  Loslassen  von  den  Formen 
409. 

Stein  gut. 

116  Fliesenmasse,     Preßrisse   an   den  Fliesen- 
rändern 420. 


Glasindustrie. 
Allgemeines. 

138  Braunkohlenteerpech,  Verwertung  531. 

135  Brockeneinlage  bis  zu  70°/0  530. 

81  Facettieren  von  Spiegeln  332. 

139  Festblasformen  mit  Ziselierungen  539. 
134  Gemengeeinlegen  in  Flaschenwanno  529. 

87  Glasblasemaschine  für  kleine  Gegenstände  343. 

88  Glaserkitt  343 

116  Glasgalle   und  Braunkohlenasche,  Verwen- 
dung 448 

125  Glashafenton,   Westerwälder   und  Grödner 
anstelle  von  böhmischem  480 

130  Glaspapier,  Bindemittel  für  das  Glas  509. 
86  Glastafeln,  Doppelschichtige  343. 

98  — ,  Befestigung  auf  Schleiftischea  378. 

110  Glaswaren,  Blindwerden  durch  Lagern  437. 

143  Glaswolle,  Herstellung  551. 

117  Glühlampenscherben,  Bleihaltigkeü  460. 

100  Hafenkränze,  Dannwerden  bei  der  Schmelze 
378 

82  Korngröße   von  Gesteinen   für   die  Glas- 
schmelze 332. 

111  Muffeltüren,  Verhinderung  des  Wärmeverlus- 
tes an  diesen  438 

93  Pachtsumme  für  Glasfabrik  365. 

144  Platintiegelersatz  in  der  Analyse  560. 
129  Poliersäuredämpfe,  Belästigung  508. 

104  Pottaschekristall,  windig  und  schlierig  409. 
108  Sand  gegebener  Zusammensetzung  für  rot- 
braunes und  weinrotes  Glas  421. 

83  Silberränder,  Herstellung  332. 

72  Schleifpech,  schlechtes  Haften  309. 
107  Schwefelleber,  Zusammensetzung  421. 

95  Schwefelsäure  und  Fiußsäure,  Verfahren  zur 
Trennung  377. 

77  Stöpsel,  Lockern  festsitzender  320. 
115  X  Spiegelbelag,   Fehler,   Böttger'sche  Vor- 

136  /  Schrift  448. 

127  Tafelglas,  Schmelzen  in  verdeckten  Häfen  491. 

132  Teeschalen,  Springen  am  Ohranheftort  522. 

79  Waschvorrichtung  für  Glassand  332. 

12  Wasserstandsgläser,  Norm  bezüglich  des  aus- 
zuhaltenden Druckes  438. 

80  Wasaerstandsrohre,  Schneiden  332. 

122  Wulgerklötze,  Auslegen  469. 

121  Ziepfen,  siebähnliche,  in  den  Gebläseappa- 
raten der  Bornkessel  -  Brenner,  Vorteile  469. 

Glassätze. 

131  Bleikristall  für  offene  Häfen  521. 
102  Borosilikatglas  für  Glasstäbe  399. 

137  Ckryäoprasf arbiges  Luxusglas  530. 

141  Fliesen,  Platten  usw.  650. 

92  Glaskugeln,  für  Uhrschalen  für  chemische 
Zwecke  355. 

113  Himmelblau,  Blau,  Gelb,  Braun,  Milchweiß, 
Weiß  438. 

114  Bohren,  dünnwandige  447. 

Häfen,  Wannen,  Oefen  und  Feuerung 

101  Auftreiböfchen  für  kleine  Fiakons  390. 

90  Buchenholzgas,  Beinigung  von  Teer  354. 
140  FenBterglaawanne,  Bodenkühlung  550 

99  Füllkästen,  Ventile  usw.  für  Gasgeneratoren- 
anlage 378 

142  Füllkästen  usw.  für  Siemens  -  Generatoren- 
anlage 551. 

133  Generatoren  für  deutsche  Braunkohlen  kleiner 
Sortierung  522. 

123  Glasschmelzofen,  Fauerungsanlage  für  Klein- 
betrieb 480. 

97  Koksgeneratoren  zur  Kühlofenbeheizung  378. 
118  Kfthlöfen,  Zweckmäßigkeit  alter  460. 

91  Muffel  zum  Biegen  kleiner  Gläser,  Beißen  355. 
126  Ofen  für  Versüchsschmelzen  490. 

85  Oelfeuerung,  Erfahrungen  343. 

96  Pyrometer  für  Temperaturen  in  ©lashafen- 

öfen  und  zur  Ofenkontrolle  377. 
103  Streckofen,  Beheizen  mit  Bohöl  397. 
109  Versochsofen  für  Probeschmelzen  429. 
106  Weißglaswanne,  Innenmaße  409. 

Verschiedenes. 
13  Emaille,  schwarze,  für  Gußwaren  560. 
6  Füllmasse  für  Versuchsofen  365. 

8  Gips,  Begenerieren  378. 

9  Plastische  Masse  für  kleine  Kügelchen  usw, 
421. 

£12  Silbernitratflecken,  Entfernung  539. 


t>  Aun  tachni»,.  v»  TOiohensehaftl'chen  Teil:  Dr.  J.  Koerner.  —  Für  den  sozialpolitischen,  Handels-  und  Anzeigenteil :  Fritz 

RC       Verlag  von  ^^^^SlSS^^^j^^  *-  Coburger  Tageblatt,  Friedrich  Colbatzky.  -  Sämtlich  in  Coburg. 


(55.  Jahrgang.) 


Coburg,  den  6.  Juli  1922. 


Nummer  27 


Zeitschrift  für  bie  Keramischen,  Blas-  unb  verwanbten  Industrien 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert :  Bugra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint   wöchentlich   einmal  Donnerstags 


Fernsprecher  Nr.  59.  /  Telegramm-Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto:  Bayerische  Vereinsbank  in  Coburg 


Bezugspreis : 


Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  bei  der  Post  bestellt  für  das  III.  Vierteljahr  Jt  35.-,  unter  Streifband  Jt  74.- 
Anzeigen-  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  Jt  3.-,  Stellengesuche  M  1.50 

Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt.  ^. 


Mitglied  von-  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.V.  -  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 
-  Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Begrüssungsspruch 

zum  18.  Juni  1922. 

Gesprochen  von  Fräulein  Faist  am  Begrüßungsabend  der  Deutschen  Keramiscbeu  Gesellschaft  im  Ausstellungspalast  in  Dresden 


Seid  mir  willkommen  all'  in  Dresdens  Mauern, 
Die  Ihr  von  fern  und  nahe  kamt  herbei! 
Euch  zog  nach  Sachsens  Hauptstadt  mancherlei, 
Und  daß  Ihr  kamt,  Ihr  werdet's  nicht  bedauern.  — 
Frühsommer  ist's  —  Ihr  wähltet  gut  die  Tage : 
Bin  üpp'ger  Garten,  prangt  ringsum  die  Flur. 
Mit  Duft  und  Farbe  grüßt  uns  die  Natur 
Und  spricht  zu  uns  in  süßer,  holder  Sprache. 

Und  aus  der  Erd'  im  reichgeschmückten  Kleide 
Bricht  stark  empor  der  Quell  der  Lebensfreude. 

Bald  feiern  wir  das  Fest  der  Sonnenwende; 
Dann  lodern  hell  die  Flammen  auf  den  Höhn, 
Die  glutgebor'nen  Töchter,  wild  und  schön, 
Vom  feurigen,  verzehr'nden  Elemente. 
Ihr  aber  bändigt  sie  nach  Eurem  Willen, 
Die  ich  heut'  festlich  hier  versammelt  weiß, 
Und  zwinget  kühn  das  Feuer,  das  Geheiß 
Erfahr'ner  Meister  dienend  zu  erfüllen: 
In  Ofensglut  veredelnd  zu  erhärten 
Die  Waren  aller  Art  aus  Ton  und  Erden.  — 


Und  was  daheim  Ihr  schuft  in  ems'gem  Walten, 
Zur  „Jahresschau"  habt  Ihr  es  ausgestellt, 
Um  frei  und  stolz  zu  künden  aller  Welt, 
Daß  deutsche  Arbeit  ihren  Wert  behalten 
Trotz  aller  Wetter,  die  uns  schwer  bedrohten, 
Daß  deutsche  Kunst  und  Technik  stark  noch  lebt 
Und  mutig  stets  und  rastlos  vorwärts  strebt, 
Und  daß  noch  Schätze  ruhn  im  deutschen  Boden, 
Die  nun,  nachdem  vollbracht  ihr  Formen,  Brennen, 
Zeugnis  ablegen  soll'n  von  deutschem  Können. 

O,  mög's  Euch  nie  an  frohem  Mute  fehlen: 
Er  gießt  in's  Herz  Euch  Schaffensfreudigkeit; 
Er  wird,  ist  schwer  und  trübe  auch  die  Zeit, 
Die  Kräfte  Euch  zu  neuen  Taten  stählen. 
Drum  frisch  an's  Werk,  das  diese  Abendstunde 
Einleiten  soll  mit  fröhlichem  Akkord, 
Auf  daß  bei  Eurer  Tagung  fort  und  fort 
Die  rechte  Stimmung  Walte  in  der  Runde ! 

Dann  wird  der  Eintracht  Bande  Euch  umschlingen 
Und  den  ersehnten  Zielen  näher  bringen. 


So  biet'  ich  Euch  noch  einmal  meine  Grüße, 

Verehrte  Damen,  werte  Herren  Ihr! 

Genießt  die  schönen  Tage !    Fühlt  Euch  hier 

Recht  wohl!  —  Und  nun,  eh'  ich  den  Spruch  beschließe, 

Soll  laut  mein  Ruf  der  einen  noch  erklingen, 

In  der  Ihr  denkt  und  schafft  mit  Herz  und  Geist, 

Der  Ihr  als  Führer  neue  Bahnen  weist: 

Heil  der  Keramik!    Heil  auch  ihren  Jüngern! 

Ein  guter  Stern  geleite  immer  sie! 

Heil  unsrer  Wissenschaft  und  Industrie! 


304  —  Nr.  27 


SPRECHSAAL-COBURO. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


Die  Deutsche  Keramische  Gesellschaft 
im  Jahre  1921/22. 

(Nachdruck  verboten.) 

Anläßlich  der  Tagung  der  Deutschen  Keramischen  Gesell- 
schaft (D.K. G.)  in  Dresden  vom  18. — 21.  Juni  d.  Js.  erstattete 
der  Geschäftsführer  der  Gesellschaft,  Herr  P.  Bartel,  einen 
ausführlichen  Geschäftsbericht,  dem  wir  das  Folgende  entnehmen. 

Einleitend  wies  Herr  Bartel  auf  die  Verschlimmerung  der 
wirtschaftlichen  Verhältnisse,  unter  denen  auch  die  D.  K.  G.  leidet 
insofern,  als  den  sich  stetig  und  außerordentlich  stark  erhöhenden 
Ausgaben  keine  entsprechenden  Einnahmen  gegenüberstehen. 
Es  wurden  zwar  im  Vorjahre  die  Beiträge  erhöht,  doch  erweist 
sich  dies  bei  der  fortschreitenden  Geldentwertung  als  unzu- 
länglich; die  D.K. G.  bittet  daher  um  Stiftung  größerer  Spenden. 

Nach  einem  Hinweis  auf  die  „Berichte"  und  der  Rubrik 
„An  unsere  Mitglieder",  worin  anstelle  der  bisher  üblichen 
Rundschreiben  zwecks  der  Porto ersparnis  den  Mitgliedern 
wissenswerte  Mitteilungen  übermittelt  werden,  wandte  sich  der 
Berichterstatter  der  Wärmewirtschaftsstelle  der  D.  K.  G.  zu,  die 
erfreulicherweise  in  erhöhtem  Maße  in  Anspruch  genommen  wird 
und  im  Auftrage  der  D.K.G.  auch  Forschungsarbeit  leistet, 
und  zwar  hauptsächlich  an  einem  Versuchsofen  bei  der  Firma 
Wessel  in  Bonn.  Die  Preußische  Landeskohlenstelle  unter- 
stützte die  Forschungsarbeiten  mit  dt  200000  und  stellte  einen 
weiteren,  allerdings  kleineren  Betrag  in  Aussicht,  wobei  sie 
voraussetzt,  daß  auch  von  der  Industrie  ein  Fonds  gesammelt 
wird,  besonders  für  die  Zeit,  da  die  Landeskohlenstelle  zu  be- 
stehen aufhören  wird. 

Zur  Unterstützung  der  Wärmewirtschaftsstelle  in  ihren 
allgemeinen  Forschungsarbeiten  wurde  den  Mitgliederfirmen 
eine  eingehende  Rundfrage  über  die  Art  und  Größe  der  be- 
nutzten Brennöfen  sowie  über  die  verwendeten  Brennstoffe 
zugestellt  und  die  Bearbeitung  der  erhaltenen  Mitteilungen  dem 
Ofenausschuß  übertragen. 

Die  Beratungsstelle  für  Maschinen-  und  Förderanlagen 
findet  dagegen  noch  nicht  den  erhofften  Anklang,  da  viele 
Betriebe  sich  zunächst  noch  abwartend  verhalten  unter  völliger 
Verkennung  des  großen,  auch  pekuniären  Wertes  einer  sach- 
verständigen, mit  den  Verhältnissen  in  der  Keramik  eingehend 
vertrauten  Beratung  bei  Anschaffung,  Verbesserung  und  Kontrolle 
von  Maschinen  und  Förderanlagen.  Die  Inanspruchnahme  der 
Beratungsstelle  wurde  daher  angelegentlich  empfohlen  und  auch 
die  Maschinentauschsteile  in  Erinnerung  gebracht. 

Für  die  vom  Reicharbeitsministerium  in  Aussicht  ge- 
nommene Untersuchung  der  gesundheitlichen  Verhältnisse  der 
Arbeiter  in  keramischen  Betrieben  wurde  auf  Ansuchen  von 
Herrn  Ministerialrat  Dr.  Leymann  ein  Beitrag  von  dt  15000  zur 
Verfügung  gestellt  und  als  Vertreter  der  D.  K.  G.  Herr  E.  Cramer 
gewählt. 

Zur  Linderung  der  Not  in  den  keramischen  Fachschulen  wurde 
auf  Veranlassung  des  Verbands  keramischer  Gewerke  ein  Auf- 
ruf zur  Unterstützung  der  keramischen  Unterrichtsanstalten 
erlassen  und,  da  dieser  den  erhofften  Erfolg  nicht  hatte,  noch 
ein  Rundschreiben  an  die  einzelnen  Firmen  und  deren  Direktoren 
versandt.  Daraufhin  sind  etwa  dt  300000  eingegangen,  die 
aber  bei  weitem  zur  Linderung  der  dringendsten  Not  nicht 
ausreichen,  weshalb  weitere  Mittel  erbeten  werden.  Die  von 
der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik  im  Vorjahre  zur  Ver- 
fügung gestellten  dl  100000  wurden  bereits  verteilt,  während 
ein  Antrag  auf  Bewilligung  einer  weiteren  Unterstützung  noch 
nicht  erledigt  ist. 

Der  Geschäftsführer  machte  dann  allgemeine  Angaben  über 
den  Ausbau  der  Geschäftsstelle  und  die  Entwicklung  der  D.  K.  G. 
und  richtete  an  die  Mitglieder  die  eindringliche  Bitte,  in  ihren 
Kreisen  für  die  D.K.G.  zu  werben. 

Laut  dem  letzten  Geschäftsbericht   besaß    die  D.  K.  G. 
folgende  Mitglieder: 

8  Verbände  mit  523  Verbandsmitgliedern 
76  Einzelfirmen 
3  Behörden 
139  Einzelpersonen. 

Nachdem  durch  die  neue,  in  der  vorjährigen  Hauptver- 
sammlung angenommene  und  vom  V.  K.  G.  in  der  Sitzung 
vom  4.  4.  d.  J.  genehmigte  Satzung  eine  Scheidung  der  Mit- 
glieder in  ordentliche  und  außerordentliche  stattgefunden  hat, 
»teilen  sich  die  Zahlen  wie  folgt: 

Ordentliche: 

11  Verbände  mit  660  Verbandsmitgliedern 
110  Einzelfirmen 
200  Einzelpersonen. 

Außerordentliche: 

14  Firmen 

48  Einzelpersonen  (hauptsächlich  Studierende) 


zusammen  also  383  Einzelmitglieder  mit  1032  Einzelpersoner 
Ausgeschieden  sind  5  Mitglieder,  darunter  3  durch  den  Tod 
Die  Steigerung  der  Mitgliederzahl  seit  dem  Vorjahre  beläuf 
sich  also  auf  etwa  70°/0.  Eine  Anzahl  weiterer  Mitglieder  ha 
sich  noch  kurz  vor  der  Hauptversammlung  angemeldet,  um  ai 
dieser  teilnehmen  zu  können. 

Vonseiten  der  D.  K.  G.  wurde  die  Mitgliedschaft  vor. 
folgenden  Vereinen  erworben: 

Gesellschaft   für   soziale  Reform  (hauptsächlich  wegen  dei 
Bleifrage), 

Deutscher  Verband  für  Materialprüfungen  der  Technik, 
Brennkrafttechnische  Gesellschaft, 
Hauptstelle  für  Wärmewirtschaft. 

Herr  Bartel  schloß  seinen  Bericht  mit  dem  Danke  an  alle 
die  die  Bestrebungen  der  D.  K.  G.  unterstützt  haben,  und  mi 
den  besten  Wünschen  für  ein  weiteres  Gedeihen  der  Ge- 
sellschaft. 


Verband 

der  Glasindustriellen  Deutschlands  E.  V. 

Am  Freitag,  den  16.  Juni  1922,  fand  die  diesjährige  ordent 
liehe  Hauptversammlung  des  Verbandes  der  Glasindustrieller 
Deutschlands  E.  V.  in  Berlin  statt.  Gleichzeitig  tagte  de] 
Hauptausschuß. 

Der  Hauptausschuß  befaßte  sich  eingehend  mit  dem  Vor 
gehen  der  Gewerkschaften,  die  besondere  gesetzliche  Maß 
nahmen  seitens  der  Reichsregierung  wegen  der  angeblich 
äußerst  gesundheitsgefährdenden  Arbeit  in  der  Glasindustrie] 
insbesondere  in  der  Tafelglasindustrie  bezüglich  des  Rand-  und 
Aufschneidens  verlangt  haben;  ferner  mit  der  Denkschrift  des 
Reichsverbandes  der  Deutschen  Industrie  in  der  Eisenbahn- 
frage. Nachstehende  Entschließung  fand  die  einstimmige  An- 
nahme des  Hauptausschusses:  , 

„Die  unter  den  Folgen  der  Verkehrsnot  empfindlich 
leidende  deutsche  Glasindustrie  kann  sich  von  den  Maßnahmen 
der  Regierung  eine  schnelle  und  wirksame  Besserung  der 
Leistungen  und  Erträgnisse  der  Reichsbahn  nicht  versprechen, 
Sie  steht  auf  dem  Boden  der  Vorschläge  des  Reichsverbandes 
der  Deutschen  Industrie  und  erwartet  von  einer  Umwandlung 
der  Reichsbahn  in  eine  gemeinwirtschaftliche  Aktiengesell- 
schaft eine  Gesundung  des  deutschen  Verkehrswesens  im 
Interesse  der  deutschen  Volkswirtschaft." 
In  der.  ordentlichen  Hauptversammlung  wurde  zunächst 
der  Geschäftsberieht  einer  Erörterung  unterzogen,  sodann  die 
satzungsgemäßen  Geschäfte,  Prüfung  und  Abnahme  der  Jahres- 
rechnung,    Entlastungserteilung,    Festsetzung    des  Haushalts- 
planes, Wahl  der  Mitglieder  des  Hauptausschusses  vollzogen, 
ferner  für  die  Entwicklung  des  Verbandes  wichtige  Satzungs- 
änderungen, die  die  Möglichkeit  der  Aufnahme  von  Einzelunter- 
nehmungen schaffen,  beschlossen. 

Weiter  fand  nach  einem  Vortrag  des  Herrn  Dipl.  ing. 
Maurach  von  der  Wärmetechnischen  Beratungsstelle  der 
Deutschen  Glasindustrie  in  Frankfurt  (Main)  die  nachstehende 
Entschließung  Annahme: 

„Die  Konkurrenzindustrien  der  deutschen  Glasindustrie 
auf  dem  Weltmarkt  machen  gewaltige  Anstrengungen,  durch 
Verlängerung  der  Arbeitszeit,  Herabsetzung  der  Löhne,  tech- 
nische Fortschritte  den  Vorsprung  auszugleichen,  den  zurzeit 
der  Tiefstand  der  deutschen  Mark  unserer  Ausfahrindustrie 
bietet.    Eine  Besserung  des  Markkurses  und  die  Annäherung 
unserer  Preise    an    die  Weltmarktpreise  werden  unserer 
Industrie  harte  Zeiten  bringen,  wenn  sie  technisch  hinter 
dem  Ausland  zurücksteht.  Deshalb  bedarf  die  fruchtbringende 
Arbeit  der  Wärmetechnischen  Beratungsstelle  der  Deutschen 
Glasindustrie  auf  wärmetechnischem  Gebiete  dringend  der 
Unterstützung  und  Förderung  durch  alle  Kreise  der  Glas- 
industrie.  Die  Versammlung  bedauert,  daß  dies  bisher  nicht 
in  ausreichendem  Maße  der  Fall  ist  und  beaufragt  die  Ge- 
schäftsführung, in  engster  Zusammenarbeit  mit  der  Wärme- 
technischen Beratungsstelle  in  eine  rege  Werbetätigkeit  für 
diese  einzutreten." 
Die  Frage  der  Einrichtung  eines  Außeninstituts  für  Glas- 
hüttenkunde oder  der  Errichtung  einer  Professur  an  der  Tech- 
nischen Hochschule  wurde  eingehend  erörtert,  desgleichen  die 
Frage   der  Gründung  einer  glastechnologischen  Gesellschaft 
durch  den  Verband.    Eine  Kommission  wurde  eingesetzt,  die 
diese    für    die   Glasindustrie  äußerst  wichtigen  Fragen  der 
wissenschaftlichen  Durchbildung  des  Nachwuchses  eingehend 
prüfen  und  entsprechende  Vorschläge  für  die  Durchführung 
ausarbeiten  soll. 

Den  Schluß  der  Tagung  bildete  ein  Vortrag  des  Herrn 
Dr.  Schneider,  Geschäftsführer  des  Reichsverbandes  der  Deut- 
schen Industrien,  über  „Wirtschaftslage  und  Wirtschaftspolitik", 
der  in  äußerst  interessanten  Ausführungen  sich  eingehend  über 
die  Wirtschaftslage  und  Wirtschaftspolitik  ausließ.  Herr  Dr. 
Schneider  führte  ungefähr  folgendes  aus: 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


■r.  27  —  305 


„Das  wichtigste  Ziel  deutscher  Wirtschaftspolitik  in  der! 
Gegenwart  sei  die  Stabilisierung  nicht   nur  der  Währung,! 
sondern  überhaupt  aller  Grundlagen  der  Produktion.   Der  Kauf-jf 
mann  und  Unternehmer  müsse  wieder  auf  festen  Unterlagen] 
kalkulieren  können,  jetzt  sei  er  gezwungen,  zu  spekulieren.'] 
Das  gleiche  gelte  übrigens  auch  für  jeden  Einzelhaushalt.  Alle 
Preise,  Löhne,  Frachten,   Steuern   und   sonstigen  Unkosten 
befinden  sich  in  einer  unübersehbaren  Bewegung,  als  deren 
Hauptursache  die  Zerrüttung  der  deutschen  Währung  infolge 
erzwungener  unerträglicher  Reparationsleistungen  längst  allge- 
mein erkannt  worden  ist.   Erst  wenn,  wer  weiß  nach  wie  vielen 
Konferenzen,  diese  Reparationen  durch  die  Einsicht  der  Wirt- 
schaftler und  entgegen  dem  Widerstande  hanerfüllter  und  ver- 
wendeter Politiker  auf  ein  erträgliches  Maß  zurückgeführt  und 
ihre  Zahlung  möglicherweise  durch  eine  Anleihe  erleichtert  wird, 
wird  die  Zerrüttung  der  Weltwirtschaft  ein  Ende  nehmen,  die 
eurzeit  für  viele  Wirtschaften  des  Auslandes  fast  noch  uner- 
träglicher ist,  als  für  Deutschland.  Aber  wenn  die  Stabilisierung 
iler  wirtschaftlichen  Verhältnisse  und  als  ihre  Krönung  die 
Stabilisierung  der  Mark  erreicht  sein  wird,  dann  werden  für 
iie  deutsche  Volkswirtschaft  die  Sorgen  nicht  aufhören.  Sobald 
vir  auf  die  Dauer  in  Deutschland  mit  Weltmarktpreisen  rechnen 
i  missen,  wird  der  Export  nicht  mehr  die  jetzigen  Vorteile  der 
/alutadifferenz  haben,  sondern  sehr  erschwert  werden.  Wir  müssen 
.Jamit  rechnen,  daß  Deutschland  auf  die  Dauer  ein  sehr  teures 
,  jand  mit  hohen  Produktionskosten  geworden  ist.   Es  hat  sich 
ilurch  den  Krieg  erschöpft,  ist  durch  Waffenstillstand  und 
Friedensvertrag  geradezu  ausgeplündert  worden,  hat  jahrelang 
1  taubbau  mit  Rohstoffen,  Bodenbestellung,  Viehbestand,  mit  der 
i  Ausstattung  seiner  Gebäude,  Fabriken  und  Verkehrsmittel  ge- 
rieben, aber  ebenso  mit  Volksgesundheit,  Bildung  und  Erziehung 
.  ,nd  auch  mit  den  Qualitäten  eines  früher  weniger  zahlreichen, 
nbestechlichen  Beamtenstandes.    Wir  haben  nicht  nur  Roh- 
<i  toffgebiete,  Handelsschiffe,  Kolonien,  Lokomotiven  und  der- 
i  (leichen  verloren,  sondern  auch  viele  unserer  Patente  und 
r  aanchen  wesentlichen  technischen  Vorsprung.    Deshalb  wird 
i,  jfeutschland,  sobald  einmal  an  Stellle  von  Geldentwertung  und 
i  ralutadumping  das  Rechnen  mit  Weltmarktpreisen  allgemein 
i  otwendig  wird,  sehr  schwer  im  Konkurrenzkampfe  gegenüber 
.  sieben   Ländern    bestehen,    die    nicht   Reparationslast  und 

0  chuldenlast  Deutschlands  schleppen  müssen.^  Selbst  den  inneren 
(arkt  werden  wir  dann  im  Wettbewerb  nur'behaupten  können, 

(irenn  wir  unsere  Kräfte  mehr  als  bisher  anspannen.  Es  wird 
e  ann  nicht  mehr  möglich  sein,  daß  wir  in  Deutschland  nur 
i,  lit  etwa  60°/0  unserer  Produktionskräfte  arbeiten  und  auch 
i,  icht  mehr  möglich,  daß  man  allenthalben  in  Deutschland  nach- 
s,  littags  lj2l  Uhr  Feierabend  macht,  sondern  „ungeheure  Arbeit 
i.  rwartet  uns". 

Der  Vorsitzende,  Herr  Glashüttenbesitzer  Dr.  von  Vopelius, 
ißte  in  einem  eingehenderen  Schlußwort  das  Ergebnis  der  für 
jfie  Glasindustrie  wichtigen  Hauptversammlung  in  der  Weise 
r  lsammen,  daß  die  deutsche  Glasindustrie  in  der  heutigen  Not 
9  [aseres  Wirtschaftslebens  mehr  denn  je  zu  einer  Gemein- 
shaftsarbeit  in  allen  wirtschaftlichen  und  allen  technischen 
e  ragen  kommen  müsse,  wenn  sie  sich  ihren  Platz  auf  dem 
Ii  /eltmarkt  erhalten  will,  und  schloß  mit  einem  Dank  an  die 
i'  »erren  Vortragenden  sowie  an  die  Erschienenen  mit  der 
it  Mahnung,  in  die  der  Geschäftsbericht,  der  anläßlich  des  fünfzig- 
e  hrigen  Bestehens  des  Verbandes  kurz  die  Geschichte  des  Ver- 

1  indes  und  die  Tätigkeit  im  Berichtsjahre  1921/22  schildert, 
r  isklingt: 

„Die  Not  der  heutigen  Zeit,  der  Wirtschaft  und  des 
1  deutschen  Volkes  drängt  unserer  Auffassung  nach  noch  weit 
i  mehr  zu  dem  engsten  Zusammenschluß  aller  Industriellen 
'  Deutschlands,  als  die  Not  der  Gründerzeit  nach  dem  sieg- 
reichen Kriege,  der  uns  die  Einigung  des  Deutschen  Vater- 
'  landes  gebracht  hat.   Heute  stehen  weit  höhere  Dinge  auf 
•  dem  Spiel.    Aus  diesem  Grunde  müßte  sich  jeder  Glas- 
■  i  industrielle,  der  sich  verantwortlich  nicht  nur  für  seinen 
'  'Industriezweig,  sondern   für   die  gesamte  deutsche  Glas- 
industrie und  für  die  gesamte  deutsche  Wirtschaft  fühl», 
zu  dem  Entschluß  aufraffen,  unter  Hintansetzung  aller  per- 
- !  sönlichen  Meinungsverschiedenheiten  lediglich  das  Große  und 
>  Ganze   im  Auge  zu  behalten.    Förderung  der  gesamten 
'<•  deutschen  Glasindustrie  und  Erhaltung  ihrer  Stellung  im 
i  deutschen  Wirtschaftsleben  und  auf  dem  Weltmarkt.  Dieses 
'  Ziel  kann  nur  erreicht  werden,  wenn  die  deutsche  Glas- 
industrie einig  ist  und  wenn  die  führenden  Männer  der 
deutschen  Glasindustrie  für  diese  Einigkeit  der  Glasindustrie 
nicht  nur  mit  Worten,  sondern  mit  Taten  eintreten.  Wir 
gehen  daher  in  das  einundfünfzigste  Geschäftsjahr  mit  dem 
Rufe  nach  Einigkeit  der  gesamten  deutschen  Glasindustrie 
zum  Wohl  jedes  Industriellen,  zum  Wohl  seines  Industrie- 
zweiges, zum  Wohl  aber  auch  und  nicht  in  letzter  Linie 
pnseres  Vaterlandes." 


Verzichtleistung:  auf  das  Recht, 
bei  Nichterfüllung  des  Friedensvertrages 
neue  deutsche  Guthaben  zu  beschlagnahmen. 

(Nachdruck  verboten.! 

Die  Bestimmung  des  §  18  Anlage  II  zu  Teil  VIII  des 
Friedensvertrages  setzt  in  den  ehemals  feindlichen  Staaten  die 
deutschen  Reichsangehörigen  trotz  Fortdauer  des  Friedens- 
zustandes in  Bezug  auf  Eigentum  und  Person  der  Gefahr  von 
wirtschaftlichen  und  finanziellen  Sperr-  und  Vergeltungsmaß- 
regeln oder  sonstigen  Maßnahmen  aus,  gegen  die  sie  sich  nicht 
schützen  können.  Nach  dieser  Bestimmung  haben  die  alliierten 
Staaten  für  den  Fall  der  vorsätzlichen  Nichterfüllung  der 
deutschen  Verpflichtungen  unter  Teil  VIII  des  Friedensvertrages 
zum  Beispiel  das  Recht,  in  ihrer  Gewalt  befindliche  deutsche 
Waren  oder  Bankguthaben  zu  beschlagnahmen.  Diese  Klausel 
des  Friedensvertrages  bildet  infolgedessen  ein  ernstes  Hindernis 
für  den  deutschen  Handel  mit  denjenigen  ehemals  feindlichen 
Staaten,  wo  sie  uneingeschränkt  bestehen  bleibt.  Bei  der  all- 
bekannten Weitherzigkeit  der  Entente  im  Auslegen  der  Knebe- 
lungsvorschriften des  Friedensvertrages  von  Versailles  ist  ein 
„vorsätzliches  Nichtnachkommen  von  Verpflichtungen"  mühelos 
zu  jeder  Zeit  zu  konstruieren. 

Eine  Reihe  von  Staaten  hat  nun  die  Erklärung  abgegeben, 
auf  die  Rechte  des  §  18  Verzicht  leisten  zu  wollen.  Diese 
Verzichtserklärungen  haben  zum  allergrößten!  Teil  eine  ver- 
schiedene Fassung  und  sind  nicht  überall  unbedingt  abgegeben 
worden.  Soweit  diesbezügliche  Erklärungen  abgegeben  worden 
sind,  haben  wir  diese  nachstehend  ersichtlich  gemacht. 

Belgien.  Die  Belgische  Regierung  beabsichtigt  nicht, 
von  den  ihr  nach  dem  §  18  der  Anlage  II  zu  Teil  VIII  des 
Friedensvertrages  von  Versailles  zustehenden  Rechten,  das 
Eigentum  der  deutschen  Staatsangehörigen  zu  beschlagnahmen, 
Gebrauch  zu  machen  für  den  Fall,  daß  Deutschland  gegen  seine 
Verpflichtungen  absichtlich  verstoßen  würde.  Dieser  Verzicht 
bezieht  sich  auf  deutsches  Eigentum  in  Belgien,  seinen  Kolo- 
nien oder  dem  von  ihm  verwalteten  Gebiet,  einschließlich  ins- 
besondere der  Bankguthaben,  ebenso  wie  auf  Schiffe  und  Fahr- 
zeuge in  belgischen  Gewässern.  Das  gilt  ebenso  von  Waren  an 
Bord  belgischer  Schiffe  oder  Fahrzeuge  oder  von  nach  Belgien 
zum  Verkauf  gesandten  Waren. 

China.  Die  Chinesische  Regierung  verspricht,  daß  sie 
Deutschen  in  China  vollen  Schutz  in  der  friedlichen  Ausübung 
ihres  Berufes  gewähren  und  deren  Vermögen  nicht  noch  einmal 
beschlagnahmen  wird,  außer  in  Uebereinstimmung  mit  den 
allgemein  anerkannten  Grundsätzen  des  Völkerrechts  oder  den 
Bestimmungen  des  chinesischen  Rechtes. 

England.  Die  Britische  Regierung  beabsichtigt  nicht, 
für  den  Fall  der  Nichterfüllung  der  deutschen  Verpflichtungen 
unter  Teil  VIII  des  Friedensvertrages  von  dem  ihr  nach  §  18 
der  Anlage  II  zu  diesem  Teil  des  Friedensvertrages  zustehenden 
Rechte  auf  Beschlagnahme  des  Eigentums  deutscher  Staats- 
angehöriger in  Großbritannien  Gebrauch  zu  machen.  Dies 
bezieht  sich  auf  das  in  Großbritannien  oder  in  britischer  Gewalt 
befindliche  deutsche  Eigentum,  ob  dieses  nun  in  Bankguthaben 
oder  in  auf  großbritannischen  Schiffen  befindlichen  Waren 
oder  in  nach  Großbritannien  zum  Verkauf  bestimmten  Waren 
besteht. 

Diese  Entschließung  der  englischen  Regierung  ist  auf  das 
Eigentum  deutscher  Reichsangehöriger  in  den  nicht  mit  ver- 
antwortlicher Regierung  ausgestatteten  Kolonien  und  in  den 
Protektoraten  ausgedehnt  worden. 

Britisch-Indien.  Die  Indische  Regierung  hat  die  Er- 
klärung abgegeben,  daß  sie  sich  hinsichtlich  der  Anwendung 
des  §  18  der  Anlage  II  zu  Teil  VIII  des  Friedensvertrages  dem 
Vorgehen  der  Britischen  Regierung  anschließe. 

Britisch-Südafrika.  Die  Regierung  Britisch-Südafrikas 
hat  eine  Erklärung  veröffentlicht,  daß  sie  nicht  die  Absicht  habe 
für  den  Fall,  daß  Deutschland  vorsätzlich  den  Verpflichtungen 
nicht  nachkommen  sollte,  die  ihm  der  Vertrag  auferlegt,  das 
Eigentum  deutscher  Staatsangehöriger  in  Britisch-Südafrika 
gemäß  §  18  der  Anlage  II  zu  Teil  VIII  des  Friedensvertrages 
mit  Beschlag  zu  belegen. 

Neuseeland.  Neuseeland  hat  dieselbe  Entschließung 
angenommen,  wie  die  Britische  Regierung,  jedoch  mit  der  Aus- 
nahme des  Eigentums  von  Gesellschaften.  Neuseeland  wird 
also  das  in  Neuseeland  befindliche  private  Eigentum  deutscher 
Staatsangehöriger  nicht  beschlagnahmen.  Diese  Bestimmung 
bezieht  sich  aber  lediglich  auf  das  Eigentum  von  Privatpersonen 
und  nicht  auf  das  von  Gesellschaften. 

Japan.  Japan  hat  die  Deutsche  Regierung  davon  in 
Kenntnis  gesetzt,  daß  die  Japanische  Regierung  nicht  mehr  die 
Absicht  hat,  die  ihr  nach  §  18  der  Anlage  II  zu  Teil  VIII  des 
Vertrages  von  Versailles  zustehenden  Rechte  auszuüben,  die 
Güter  der  deutschen  Staatsangehörigen  zu  beschlagnahmen,  falls 
Deutschland  seine  Verpflichtungen  vorsätzlich  verletzen  würde. 


306  —  Nr.  27 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.    (Bft.  t&n^&hg , 


Das  bezieht  sich  auf  die  in  Japan  oder  in  den  von  ihm  ver- 
walteten Gebieten  befindlichen  deutschen  Güter,  insbesondere 
einschließlich  der  Bankguthaben  ebenso  wie  auf  Waren  an  Bord 
von  japanischen  Schiffen  oder  Fahrzeugen  oder  auf  solche 
Waren,  die  nach  Japan  gesandt  sind,  um  dort  verkauft  zu 
werden. 

Italien.  Der  italienische  Ministerrat  hat  beschlossen,  den 
§  18  der  Anlage  II  zu  Teil  VIII  des  Vertrages  von  Versailles 
in  dem  Sinne  auszulegen,  daß  das  Recht  auf  Einziehung  des 
Eigentums  der  früher  feindlichen  Staatsangehörigen  nicht  das 
Eigentum  betrifft,  das  in  Italien  nach  dem  Uebergange  in  den 
Friedenszustand  begründet  worden  ist. 

Eine  förmliche  Verzichtleistung  ist  von  italienischer  Seite  der 
deutschen  Reichsrogierung  gegenüber  nicht  erfolgt. 

Jugoslawien.  Jugoslawien  hat  erklärt,  von  dem  ihm 
aus  §  18  der  Anlage  II  zu  Teil  VIII  des  Vertrages  von  Ver- 
sailles zustehenden  Recht,  das  Eigentum  deutscher  Staatsan- 
gehöriger zu  beschlagnahmen,  falls  Deutschland  vorsätzlich 
seine  Verpflichtungen  aus  dem  Friedensvertrage  verletzen 
würde,  keinen  Gebrauch  machen  zu  wollen.  Dies  bezieht  sich 
auf  alle  Güter,  die  sich  in  Jugoslawien  befinden,  einschließlich 
der  Bankguthaben,  auch  auf  die  Schiffe  und  Fahrzeuge,  die 
sich  in  jugoslawischen  Gewässern  befinden.  Dies  bezieht  sich 
auch  auf  Waren  an  Bord  jugoslawischer  Schiffe  oder  Fahrzeuge 
oder  auf  solche  Waren,  die  nach  Jugoslawien  gesandt  sind, 
um  dort  verkauft  zu  werden. 

Peru.  Die  Peruanische  Regierung  hat  nicht  die  Absicht, 
die  Rechte  zu  benutzen,  welcher  ihr  §  18  der  Anlage  II  zu 
Teil  VIII  des  Vertrages  von  Versailles  überträgt,  um  sich  der 
Besitztümer  deutscher  Reichsangehöriger  für  den  Fall  zu  be- 
mächtigen, daß  Deutschland  vorsätzlich  den  Verpflichtungen 
nicht  nachkommen  sollte,  welche  ihm  dieser  Vertrag  auferlegt. 
Dies  ist  zu  verstehen  als  anwendbar  auf  jede  Art  deutscher 
Besitztümer,  die  sich  auf  dem  Gebiet  Perus  befinden  und  auf 
Waren  mit  gleichen  Eigentumsverhältnissen,  welche  sich  an 
Bord  von  Handelsschiffen  irgend  einer  Nationalität  in  den  Ge- 
wässern peruanischer  Gerichtsbarkeit  befinden. 

Portugal.  In  dem  mit  Portugal  am  6.  Dezember  1921 
abgeschlossenen  Handelsvertrag  hat  sich  Portugal  Deutschland 
gegenüber  verpflichtet,  dem  Parlament  einen  Gesetzentwurf 
vorzulegen,  in  dem  auf  die  Anwendung  des  §  18"  Verzicht  ge- 
leistet wird.  Eine  diesbezügliche  amtliche  Erklärung  ist  bis- 
her nicht  eingegangen. 


Rumänien.  Rumänien  hat  sich  in  einzelnen  Fällen 
bereit  erklärt,  auf  die  Anwendung  des  §  18  der  Anlage  II  zu 
Teil  VIII  des  Friedensvertrages  von  Versailles  zu  verzichten. 
Eine  offizielle  Verzichtleistung  ist  jedoch  bisher  nicht  erfolgt. 
Hier  ist  infolgedessen  besondere  Vorsicht  geboten. 

Tschechoslowakei.  Die  Tschechoslowakische  Regierung 
hat  in  dem  am  1.  Februar  1921  stattgefandenen  Ministerrat  be- 
schlossen, ebenso  wie  Belgien  und  England  sich  des  Rechtes 
zu  begeben,  gegenüber  Deutschland  die  Bestimmungen  des 
§  18  der  Beilage  II  des  Teiles  VIII  des  Friedensvertrages  von 
Versailles  generell  zur  Anwendung  zu  bringen. 

Andere  ehemals  feindliche  Staaten  sind  dem  Beispiel  der 
vorgenannten  Länder  noch  nicht  gefolgt.  Es  darf  aber  die  Er 
Wartung  ausgesprochen  werden,  es  werde  sich  immer  weiter 
die  Erkenntnis  Bahn  brechen,  daß  die  uneingeschränkte  Gel 
tung  des  §  18  des  Friedensvertrages  der  Aufnahme  normaler 
und  ersprießlicher  gegenseitiger  wirtschaftlicher  Beziehungen 
im  Wege  steht.  Im  übrigen  möchten  wir  bei  dieser  Gelegen- 
heit bemerken,  daß  nach  den  Grundsätzen  des  Völkerrechtes 
die  Inanspruchnahme  des  Eigentums  Privater  für  Schulden  odei 
Verpflichtungen  des  Staates,  wie  es  vorliegend  im  Friedens 
vertrage  geschehen  ist,  unstatthaft  ist. 

pie  Deutsche  Regierung  hat  es  abgelehnt,  eine  Haftpflicht 
für  die  Schäden  zu  übernehmen,  die  den  deutschen  Exporteuren 
durch  die  künftige  Anwendung  des  §  18  entstehen  könnten 
Hieran  ändert  selbstverständlich  auch  der  Umstand  nichts,  daf 
von  selten  der  Außenhandelsstellen  Ausfuhrgenehmigungen  aus 
gestellt  worden  sind. 

Der  Exporteur  kann  sich  bei  Lieferungen  nach  solcher 
ehemals  feindlichen  Ländern,  die  auf  die  ihnen  aus  dem  §  Ii 
zustehenden  Rechte  nicht  offiziell  Verzicht  geleistet  haben,  nuj 
dadurch  auf  alle  Fälle  vor  Verlusten  schützen,  daß  er  Voraus 
bezahlung  des  Kaufpreises  verlangt.  Derselbe  Zweck  kam 
auch  durch  die  Eröffnung  eines  unwiderruflichen  Akkreditive* 
in  Höhe  der  Kaufsumme  bei  einer  deutschen  Bank  erreich 
werden. 

Es  dürfte  angebracht  sein,  daß  die  deutschen  Exporteur« 
bei  eintretender  Gelegenheit  ihre  ausländischen  Geschäftsfreund^ 
derjenigen  ehemals  feindlichen  Staaten,  die  bisher  auf  die  Be 
schlagnahme  deutschen  Eigentums  nicht  verzichtet  haben,  aa 
diese  den  Warenaustausch  hindernde  Tatsache  hinweisen,  dami 
diese  bei  ihren  Regierungen  in  diesem  Sinne  vorstellig  werdei 


Wirtschaftlich-gewerblicher  Teil. 


Korrespondenzen. 


Personalien.  Herr  Professor  Dr.  Quasebart  ist  am  1.7.  22  als 
Vorstandsmitglied  in  die  „Chemischen  Werke  vormals  Auergesellsehaft  m. 
b.  H.,  Kommanditgesellschaft,  Berlin  0.  17,  Bhrenbergstr.  11—14,"  ein- 
getreten. Die  ehrenamtliche  Tätigkeit  in  der  Wärmetechnischen  Be- 
ratungsstelle der  deutschen  Glasindustrie  wird  er  bia  auf  weiteres  bei- 
behalten. 

Heinrich  Filimann,  Generaldirektor  der  Porzellanfabrik  Kahla,  ist  von 
der  Universität  Jena  zum  Ehrendoktor  der  Staatswissenschaften  ehren- 
halber ernannt  worden. 


Amßterdam 
Kopenhagen 
Stockholm  . 
Christiania 
Helsingfors 
Schweiz  .  . 
Wien  .  .  . 
Prag  .  .  . 
Budapest  . 
Sofia  .  .  . 
Yokohama  . 
Spanien  .  . 
Brüssel  .  . 
Italien  .  . 
London  .  ■ 
Paris  .  .  . 
New  York  . 
Buenos-Aircs 


2295 
99 
395 


21 
3,3 

0,15151 
95 
1203 
185 


Gesetzgebung,  Stenern. 

Umsatzsteuer-AuBfuhrkurse  für  Mal.  Als  DurchscbnittBkurse  für 
die  Umrechnung  ausländischer  Werte  (vergl.  Nr.  26,  S.  298)  sind  vom 
Beicbsfinanzminister  iür  den  Monat  Mai  nach  Anhörung  der  Reichsbank 
folgende  Kurse  festgesetzt  worden: 

100  h.  Fl.         10662  Luxemburg  . 

100  Kr.  5908  Agram    .   .  . 

100   .  7108  Belgrad  .  .  . 

100  5096  Warschau  .  . 

100  f.  M.  573  Zaren-Rubelnot. 

100  Fr.  5303  Duma-Rubelnot. 

100  Kr.  2,9  Rußland     .  . 

100  529  Litauen  .   .  . 

100   „  34  Athen     .   .  . 

100  Lewa  204  Konstantinopel 

1  Yen  130  Alexandria  ,  . 

100  Bes.  4321  Teheran'     .  . 

100  Fr.  2307  Lissabon     .  . 

100  Lire  1450  Bombay     .  . 

1  Lstrl.  1227  Singapore  .  . 

100  Fr.  2517  Hongkong  .  . 

1  Doli.  276  Schanghai  .  . 

a)  1  Papierpeso    100  Montreal     .  . 

b)  1  Oioldpeso  220  Montevideo  . 
Rio  de  Janeiro  1  Milreis  38  Mexiko  .  .  . 
B,umän.  Noten  100  Lei  188  Lima  ..... 
Riga  ....  100  lett.  Ro.  10«  Valparaiso  .  . 
Reval  ....     100  est.  M.  88 

Entscheidungen  des  BeichsfinanzhofeSi  Vergütungen  für  Auf- 
Bichtsratsmitglieder  unterliegen  dem  Reichsstempel  nach  Tar.-Nr.  9,  wenn 
die  Vergütung  von  der  Gesellschaft  ihrem  Aufsichtsrat  gewährt  wird,  bei 
Leitung  von  dritter  Seite  nur  dann,  wenn  die  Zahlung  für  Bechnung  der 
Gesellschaft  erfolgt.   (Urt.  v.  25.4.  22.   II  A.  664/21.) 


100  Fr. 
100  Kr. 
100  Din. 
100  p.  M. 
100  Ro. 
100  Ro. 

1000  Sowjet-Ro. 
100  Ostmark 
100  Drachmen 
1  Lstrl.  tq. 
lägypt.  Lstrl.  1256 
1  silb.  Kran  23 
1  Eskudo  21 
1  Rupie  79,61 
1  Straits-Doll.  142 
1  Doli.  156 
1  Tael  214 
1  kan.  Doli.  272 
1  Peso 

1  9 
1  peru.  Lstrl.  1044 
1  Peso  30,3 


221 
135 


Handel  und  Verkehr. 

Erhöhung  der  Postgebühren  im  Auslandsverkehr.  Der  deutscl 
Gegenwert  des  Goldfranken  im  Aaslandsverkehr  wird  mit  Wirkung  voi 
22. 6.  an  auf  Ji  60  festgesetzt.  Anläßlich  der  Neufestsetzung  sind  voi 
genannten  Tage  an  die  allgemeinen  Bestimmungen  über  die  Postgebühre 
im  Auslandsverkehr  sinngemäß  mit  folgenden  Abweichungen  anzuwenden 
1.  Die  Gewichtgebühren  für  Postfrachtstücke  nach  den  Vereinigten  Staate 
von  Amerika  betragen  bis  2  kg  Ji  110,  bis  3  kg  Jt  125,  bis  4  kg  Ji  14 
bis  6  kg  M  156,  bis  10  kg  JL  230.  —  2.  Der  Verkaufspreis  der  Antwor 
scheine  für  das  Ausland  beträgt  Ji  16.  —  3.  Im  Telegrammverkehr  nac 
dem  Ausland  sind  die  Grundwerte  der  Gebührentafel  für  Telegramm 
(JanuarauBgabe)  mit  60  malzunehmen.  In  den  fettgedruckten  Hinweise 
am  Kopfe  der  S.  6  bis  28  der  Gebührentafel  ist  die  Zahl  56  deutlich  i 
60  zu  ändern.  Die  Wortgebühren  nach  Oesterreich  und  Tschechoslowakei-1 
betragen  JL  2,20,  nach  Ungarn  Ji  5,20.  Die  Angaben  auf  S.  6  der 
btthrentafel  sind  hiernach  zu  berichtigen. 


G 


Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

Die  A.  H.  N.  Grobkeramik  verzichtet  mit  sofortiger  Wirkung  b 
auf  weiteres  auf  die  Beibringung  von  Verpflichtungsscheinen  (ausgenommc 
Quarzit).  Die  Beibringung  von  Lieferwerksscheinen  ist  nach  wie  vi 
erforderlich.  Die  Lieferwerksbeseheinigung  hat  eine  neue  Fassung  erhalte: 
—  Eine  Aenderung  der  Ausfuhrmindestpreise  ist  vorgenommen  worder 
für  feuerfeste  Erzeugnisse  nach  Dentschoesterreich  mit  Wirkung  vo 
15.6.  22;  für  Ton  und  Klebsand  gleichfalls  ab  15.6.  22;  für  Korund  ui 
Schmirgel  ab  8.  6  22.  —  Wegen  des  dauernden  Steigens  der  Gestehung 
kosten  für  die  Gewinnung  von  Quarzit  werden  die  Ausfuhrpreise  fl 
Dentschoesterreich  zum  1.  eines  jeden  Monats  neu  festgesetzt.  Aend 
rungen  für  die  Ausfuhr  nach  Tschechoslowakien  werden  auch  rechtzeiti 
bekannt  gegeben. 

Die  A.  H.  N.  Glas  weist  darauf  hin,  daß  es  für  die  Preisprüf  an 
von  Ausfuhranträgen,  bei  denen  besondere  Rabatte  in  Abzug  gebracl 
werden,  von  Wichtigkeit  ist,  zu  wissen,  ob  die  Lieferung  an  Wiederve 
käufer  oder  an  Selbstverbraucher  erfolgt.  In  vielen  Fällen  ist  es  nach  dl 
Richtlinien  der  zuständigen  Unterausschüsse  gestattet,  Wiederverkäufe) 
einen  Rabatt  einzuräumen,  ohne  daß  dadurch  die  AusfuhrmindeBtpreii 
unterboten  werden.  Mangels  näherer  Angaben  laufen  die  Antragstell 
Gefahr,  daß  ihnen  die  Ausfuhrbewilligungen  wegen  zu  niedrigen  Preis 
abgelehnt  werden,  während  die  Anträge  hätten  genehmigt  werden  könne 
wenn  der  PreisprüfungsBtelle  bekannt  gewesen  wäre,  daß  es  sich  um  Li 
ferungen  an  Wiederverkäufer  handelte.  Es  liegt  lediglich  im  Interes 
der  Antragsteller,  wenn  sie  in  ihren  Anträgen  entsprechende  Angabt 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL  —  COBURG. 


JSr.  27  —  307 


machen.  Die  Namen  der  ausländischen  Empfängerflrmen  brauchen  nicht 
angegeben  zu  werden,  es  genügt,  wenn  darauf  hingewiesen  wird,  daß  es 
sich  um  Wiederverkäufer  bezw.  Selbstverbraucher  handelt. 

Zur  Rückerstattung  der  englischen  Sanktionsabgabe.  Im  An- 
schluß an  das  in  Nr.  26,  S.  298,  veröffentlichte  Merkblatt  (Ziffer  3)  ist 
noch  folgende  Anweisung  zu  geben:  Infolge  der  zum  Teil  unleserlichen 
und  ungenauen  AdreBsenangaben  auf  den  von  den  britischen  Zollämtern 
ausgestellten  Sanktionsgutscheinen  ist  es  der  Friedensvertrag-Abrechnungs- 
stelle trotz  größter  Mühewaltung  nicht  immer  möglich,  Namen  und  Wohn- 
ort der  deutschen  Exporteure  auefindig  zu  machen.  Die  Exporteure,  die 
drei  Tage  nach  Empfang  des  ihnen  von  ihrem  englischen  Kunden  zu- 
gehenden Originals  noch  nicht  in  den  Besitz  der  Aufforderung  zur  Ein- 
sendung dieses  Originals  gelangt  sind,  werden  hiermit  aufgefordert,  die 
Avisbriefe  nicht  abzuwerten,  sondern  die  Originalbons  einzusenden  und 
den  Zahlungsweg  vorzuschreiben,  damit  die  Einlösung  auf  Grund  der 
Identifizierung  beider  Gutscheine  erfolgen  kann. 

England.  Zorn  Industrie-Schutzgesetz.  Einer  Londoner  Meldung 
zufolge  ist  letzthin  der  Bericht  des  englischen  Komitees  zur  Prüfung  der 
Durchführung  des  Gesetzes  über  den  Schutz  der  englischen  Industrie  ver- 
öffentlicht worden.  Aus  dem  Bericht  ergibt  sich,  daß  eine  große  Anzahl 
von  Waren  mit  dem  vorgesehenen  Schutzzoll  belegt  werden  soll.  Es  be- 
finden sich  darunter,  wie  wir  bereits  früher  erwähnten,  Glaswaren.  Der 
Kommissionsbericht  wird  von  der  „Westminster  Gazette"  als  erster,  ernst- 
licher Versuch  zur  Durchführung  einer  Tarifreform  hingestellt.  Es  sei 
bezeichnend,  daß  die  vorgeschlagenen  Zölle  nicht  gegen  Böhmen  oder 
Tschecboslowakien  sich  richtete?,  obgleich  die  meisten  nach  England  ein- 
geführten Glaswaren  von  doither  stammten.  Die  neuen  Bestimmungen 
sollen  vielmehr  ausschließlich  die  Konkurrenz  Deutschlands  treffen,  weil 
man  weiß,  daß  Deutschland  in  seiner  heutigen  Lage  si,ch  nicht  wehren 
und  Gleiches  mit  Gleichem  vergelten  kann.  Das  Blatt  führt  dann  des 
näheren  aus,  daß  die  Begründung  des  Handelsamtes  für  die  Zolle  gar 
nicht  mehr  zutreffe,  weil  die  Kaulkraft  der  Mark  inzwischen  im  deutschen 
Inland  gesunken  sei  und  Deutschland  nicht  mehr  so  biUig  liefern  könne. 

Italien.  Verzollungsvorscbriften.  Auf  Grund  des  am  6.7.  21  in 
Kraft  Betretenen  neuen  Zolltarifs  (Sprechsaal  1921 :  Nr.  36,  S.  411,  Nr.  39, 
S  459)  wird  für  jede  Sendung  die  Beifügung  der  Originalrechnung  oder 
einer  begl.  Kechnungsabschrift  verlangt,  ferner  genaue  Angaben  des  Koh- 
und  Kein  gewichte,  der  Zusammensetzung  von  Apparaten  usw.,  Beifügung 
von  Zeichnungen  und  Beschreibungen,  über  Herstellungsweise  usw.  Ob- 
wohl eise  diesbezügliche  amtliche  Vorschrift  nicht  besteht,  dürfte  es  doch 
im  Interesse  der  deutschen  Lieferanten  liegen,  solche  Angaben  nach  Mög- 
lichkeit zu  machen,  und  zwar  zweckmäßigerweise  auf  den  Zolldeklarationen, 
die  in  den  Zollämtern  vorgelegt  werden  müssen.  Dies  gut  besonders  für 
die  einem  Wertzoll  unterliegenden  Waren. 

Litauen.  Zollverfahren,  Bekanntlich  wird  bei  der  Einfuhr  der 
Zoll  vom  Werte  der  Waren  berechnet.  Zu  diesem  Zwecke  ist  jeder  Sen- 
dung an  den  Grenzspediteur  eine  von  der  Handelskammer  beglaubigte 
Kechnungsabschrift  beizufügen.  Nachdem  aber  bei  diesem  Verfahren  mit 
Hilfe  von  Unterschrifts-  und  Stempelfälschungen  nachweislich  erhebliche 
Zollhinterziehungen  vorgekommen  Bind,  ist  ein  Gesetz  erlassen  worden, 
■wonach  Einfuhrwaren  beschlagnahmt  werden  können,  wenn  der  deklarierte 
Wert  in  erheblichem  Widerspruch  mit  dem  tatsächlichen  Werte  steht. 
Da  die  beteiligten  Zollbeamten  aus  den  ermittelten  Ueberpreisen  eine 
Prämie  erhalten,  steht  zu  befürchten,  daß  diese  Maßnahme  erhebliche 
Störungen  des  Einfuhrhandels  zur  Folge  haben  wird.  Jedenfalls  ist  bei 
Verkäufen  nach  Litauen  „franko  verzollt"  Vorsicht  geboten,  denn  die  Be- 
rechnung des  Zolles  erfolgt  nach  den  jeweiligen  Marktpreisen. 

Polen.  Ein  endgültiger  Zolltarif  soll  erst  nach  Stabilisierung 
der  polnischen  Valuta  eingeführt  werden.  Vorläufig  sind  Aenderungen  im 
Gange,  die  durch  die  wirtschaftlichen  Verhältnisse  Danzigs  und  Ober- 
schleBiens  erforderlich  werden. 

Schweiz.  Die  Geltungsdauer  der  Einfuhrbeschränkungen  ist 
bis  30.  6.  23  (ursprünglich  bis  31. 12.  23  beabsichtigt)  verlängert  worden. 

Spanien.  Zum  Yalutazuschlag.  Zu  der  Frage  des  spanischen 
Valutazuschlags  für  den  deutschen  Import  hören  wir  von  unterrichteter 
Seite-  1  Der  Antrag  auf  Befreiung  von  der  Zahlung  des  Valutazuschlags 
ist  an  den  spanischen  Finanzminister  zu  richten,  und  zwar  ist  er  vorzu- 
legen und  weiterzuleiten  durch  Vermittlung  entweder  des  für  die  Abfer- 
tigung der  Waren  zuständigen  Zollverwalters  oder,  falls  es  sich  um 
noch  nicht  abgesandte  Waren  handelt,  durch  Vermittlung  des  zuständigen 
spanischen  Konsulats.  2.  Dieser  Antrag  muß  von  einer  Bescheinigung  des 
für  den  Ursprungsort  der  Waren  zuständigen  spanischen  Berufskonsuls 
bealeitet  sein,  aus  der  auf  Grund  der  getroffenen  Fesstellungen  hervor- 
geht, daß  der  Kaufvertrag  vor  dem  29.5.22  geschlossen  worder.  ist. 
3  Die  Entscheidung  des  Ministers  wird  der  Zollbehörde,  bei  der  die  Ware 
angehalten  iBt,  oder,  falls  sich  die  Ware  noch  am  UrBpruugsort  befindet, 
dem  Konsul  mitgeteilt,  der  die  Bescheinigung  ausgestellt  hat  und  der 
alsdann  den  Absender  mit  einer  die  Befreiung  aussprechenden  Urkunde 
versehen  wird.  4.  Gemäß  der  vom  Minister  getroffenen  Entscheidung 
wird  die  Zahlung  der  Zollgebühren  vorgenommen  werden.  5.  Die  vor 
Erlaß  dieser  Anweisungen  gestellten  Befreiungsanträge  werden  auch  dann, 
wenn  sie  ihnen  nicht  entsprechen,  zur  Erledigung  gelangen. 

Tschecboslowakien.  Erschwerung  deutscher  Handelsnieder, 
lassungen.  -Die  Schwierigkeiten,  die  seit  geraumer  Zeit  der  deutschen 
Einfuhr  bereitet  werden,  sind  durch  eine  Verordnung  vermehrt  worden, 
die  bestimmt,  daß  für  die  Handelsznlassung  ausländischer  Gesellschaften 
sogenannte  „Admissionsgebühren"  erhoben  werden.  Diese  sind  außer- 
ordentlich  hoch  und  betragen  mindestens  ein  Viertel  und  mehr  des  Grund- 
kapitals der  ausländischen  Firma,  die  die  Einführung  ihres  Fabrikates 
nach  Tschechoslowakien  durch  Gründung  von  Tochtergesellschaften  oder 
Einrichtung  vcn  Niederlassungen  bezw.  Generalvertretungen  beabsichtigt. 

Ungarn.  Vorbereitung  des  neuen  Zolltarifs.  Die  Beratungen  im 
Handelsministerium  bezw.  in  der  handelspolitischen  Zentrale  nähern  sich 
dem  Abschluß,  und  man  hofft,  den  Entwurf  im  Laufe  des  Sommers  der 
Nationalversammlung  vorlegen  zu  können.   Er  wird  dem  gegenwärtigen 


Tarif  gegenüber  erhebliche  Abweichungen  aufweisen.  Es  soll  kein  Doppel- 
tarif, sondern  ein  einheitlicher  Generaltarif  aufgestellt  werden,  der  dann 
im  Wege  von  Handelsverträgen  Ermäßigungen  erfahren  wird.  Ia  erster 
Linie  soll  der  neue  Tarif  eine  planmäßige  und  energische  Industrieförde- 
rungspolitik ermöglichen.  Die  Stellungnahme  der  einzelnen  Interessenten- 
schichten zu  den  Regierungsvorschlägen  ist  sehr  verschieden,  doch  dürfte 
eine  große  Mehrheit  für  einen  erhöhten  Zollschutz  vorhanden  sein.  Eine 
Einigung  wurde  bisher  u.  a.  über  die  Zollsätze  von  Ton-  und  Glaswaren 
erzielt. 

Vereinigte  Staaten.  Zur  Zolltarifrevision.  Wie  bekannt  ist, 
hat  der  Senator  Mc  Cnmber  dem  Senat  einen  neuen  Tarifentwurf  vorgelegt, 
der  in  wesentlichen  Punkten  von  der  Fordney- Vorlage  abweicht.  Wenn 
auch  gegenüber  dem  Antrage  Fordney's  an  dem  Prinzip  der  Berechnung 
der  Wertzölle  auf  der  Basis  des  ausländischen  Marktwertes  eingeführter 
Waren  festgehalten  wird,  soll  der  Präsident  Vollmacht  erhalten,  in  ge- 
wissen Fällen  die  Zollberechnung  auf  der  Grundlage  des  amerikanischen 
Verkaufspreises  eingeführter  Waren  vorzunehmen.  Diese  und  andere  Be- 
stimmungen des  Entwurfs,  die  u.  a.  eine  Verschärfung  der  bisherigen 
Vorschriften  über  die  Markierung  der  Waren  mit  dem  Lande  der 
Herkunft  enthalten,  werden  im  Falle  ihrer  Annahme  durch  den  Kon- 
greß zweifellos  namentlich  die  deutsche  Aasfuhr  nach  den  Ver- 
einigten Staaten  empfindlich  treffen,  zumal  durch  das  Senateflnanz- 
komitee  die  Zollsätze,  die  der  Abgeordnete  Fordney  vorgeschlagen 
hatte,  teilweise  um  100%  erhöht  worden  sind,  Die  Geschäftsführung 
des  Deutsch-Amerikanischen  Wirtschafts  Verbandes  hat  von  den  wichtigen 
administrativen  Bestimmungen  des  Mc  Cumber-Entwurfs  eine  deutsche 
Uebersetzung  angefertigt,  die  zusammen  mit  einem  umfangreichen  Auszug 
aus  den  Tarif  Positionen  selbst  in  dem  soeben  erschienenen  Mai/Jani-Jleft 
der  „Mitteilungen"  des  genannten  Verbandes  veröffentlicht  worden  ist 
und  zum  Preise  von  Ji  40  je  Exemplar  von  der  Geschäftsstelle  (Berlin 
NW.  7,  Neue  Wilhelmstr.  12  14)  bezogen  werden  kann. 

Geschäftliche  Mitteilungen. 

Deutsche  Glas-  und  Spiegelfabriken,  A.-G.,  Fürth  i.  B.  In  der  a.  o. 

G-V  vom  30.  6.  22  wurde  einstimmig  die  Erhöhung  des  Grundkapitals 
um  M  3,8  Mill.  Stamm-  und  M  0,6  Mill.  Vorzugsaktien  beschlossen,  sodaß 
die  Gesellschaft  nunmehr  über  ein  Aktienkapital  von  M  10  Mill.  Stamm- 
und  M  1  Mill.  Vorzugsaktien  verfügt.  Von  den  neuen  Stammaktien 
werden  M  3,1  Mill.  durch  die  Bayerische  Diskonto-  und  Wechselbank, 
Abtlg.  Nathan  &  Cie.,  Nürnberg-Fürth,  den  seitherigen  Aktionaren  zu 
220  %  im  Verhältnis  1 : 2  zum  Bezüge  angeboten ;  die  restlichen  Ji  0,7 
Mill.  werden  von  dem  Uebernahme-Konsortium  zur  Verfügung  der  Gesell- 
schaft gehalten.  Die  neuen  Vorzugsaktien  werden  von  den  seitherigen 
Vörzugsaktionären  zu  200  %  übernommen.  Des  weiteren  wurden  die  vor- 
geschlagenen Satzungsänderungen  genehmigt 

Optische  Werke,  A.-G.,  vorm.  Carl  Schütz  &  Co.,  Cassel. 
Auszug  ans  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21:  Reingewinn 
Jt  168  665  (52  704);  Dividende  6  % ;  Vorzugsaktien  6  (6  %);  Abschrei- 
bungen Ji  210  523  (173  446).  —  An  Stelle  des  ausgeschiedenen  R.  Bartelt 
wnrde  Zivilingenieur  C.  Gaudian  gewählt. 

Allgemeine  Physicochemische  A.-G.,  Hannover.  Auszug  aus 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  31  12.  21:  Reingewinn  Ji  194125; 
Dividende  5  % ;  Abschreibungen  M  174  076.  —  Neu  in  den  Aufsichtsrat 
wurde  Kommerzienrat  H.  Spiegelberg  gewählt. 

Maschinenfabrik«  vorm.  Georg  Dorst,  A.-G.,  Oberlind.  Die 
o  G-V  stimmte  der  Kapitalserhöhung  am  i  1  Mill.  Stammaktien  auf 
Ji  2  Mill  zu.  Die  neuen  für  1922/23  dividendenberechtigten  Aktien 
sind  von  der  Bank  für  Thüringen,  vorm.  B.  M.  Stripp,  A.-G.,  Filiale 
Sonneberg,  mit  der  Verpflichtung  übernommen  worden,  sie  den  alten 
Aktionären  im  Verhältnis  1 : 1  zu  150%  zum  Bezug  anzubieten.  Das 
Bezugsrecht  läuft  bis  11.  7.  22. 

Tschechoslowakien.  Porzellan-Konzern.  Wie  man  uns  schreibt, 
fand  vor  kurzem  in  Karlsbad  die  konstituierende  Generalversammlung  der 
Kaolina"  Karlsbader  Kaolin- Industrie  A.-G.  statt  (Generalvertreter  Eduard 
LiBSat,  Regensburg),  die  mit  einem  Kapital  von  Kc  6,5  Mill.  durch  Karls- 
bader Industrielle  unter  Beteiligung  der  Internationalen  Handelsbank, 
Wien  gegründet  wurde  und  die  Uebernahme  der  Betriebe  der  „Kaolin- 
industrie Ges.  m.  b.  H."  zum  Zwecke  hat.  Damit  ist  ein  weiterer  Schritt 
zum  Zusammenschluß  der  böhmischen  Porzellan-  und  Kaolinindustrien  er- 
folgt da  die  Internationale  Handelsbank  bekanntlich  bereits  über  die 
Majorität  der  „Epiag"  Erste  böhmische  Porzellanindnstrie  A.-G.,  Karlsbad, 
verfügt  und  der  „Porzellan-Union  A.-G.",  Karlsbad,  nahe  steht,  überdies 
aber  in  letzter  Zeit  die  Verhandlungen  mit  den  Großaktionären  der  Zett- 
litzer  Kaolinwerke  A.-G.  und  der  Internationalen  Handelsbank  zu  einem 
Uebereinkommen  geführt  haben,  wonach  auch  diese  Gesellschaft  in  den  so 
gebildeten  Porzellankonzern  einbezogen  erscheint.  Auch  die  Verhandlungen 
mit  der  der  Internationalen  Handelsbank  bekanntlich  nahestehenden  Anglo- 
bank  bezüglich  dauernder  Teilnahme  dieses  Institutes  an  den  genannten 
Industrien  sind  von  der  Internationalen  Handelsbank  kürzlich  erfolgreich 
beendet  worden. 

Ausland.  Zwecks  Verweitung  der  reichen  Tonlager  in  Perak  ist 
letzthin  die  „Malayan  China  Clay  and  Pottery  Co.,  Ltd."  gegründet 
worden.  Die  Gesellschaft,  deren  malayische  Arbeiter  in  kurzer  Zeit 
große  Fertigkeit  erreicht  haben  sollen,  hat  bereits  Porzellan  herausge- 
bracht, das  von  hervorragender  Güte  sein  soll. 

Konkurseröffnung.  Porzellanfabrik  Weidenberg,  G.  m.  b.  H., 
Weidenberg.  Konkursverwalter:  Rechtsanwalt  Greifenstein,  Bayreuth. 
Anmeldefrist:  5.7.  22.  Allgemeiner  Prüfungstermin:  12.7.22,  10  Uhr  v. 
Amtsgericht  Weidenberg. 

Gener  al  -  Versammlungen. 

,  Dommitzscher  Tonwerke,  A.-G.,  Dommitzsch :  a.  o.  G.-V.  15,  7.  22, 
2x/2  Uhr  n.,  Geschäftsräume,  Dommitzsch.  T.-O.:  Kapitalserhöhung  um 
M  4  Mill.  Stammaktien  auf  Ji  5  Mill. 


308  —  Hr.  27 


SPRECHSAAL -COBURQ. 


1923.  (ü.  Jahrgang.) 


Platowerke,  A.-G.  fflr  feuerfeste  Produkte,  Niederpleis :  o.  G.-V. 
22.  7.  22,  4  Uhr  o.,  Hotel  Monopol,  Dasseldorf. 

Quarz- Werke,  A.-G.,  Bündheim:  a.  o.  G.-V.  22.7.  22,  4  Uhr  n.,  Hotel 
Stadt  Hamburg,  Bad  Harzburg.  T.-O. :  Genehmigung  verschiedener  An- 
kaufsverträge. 


Messen  und  Ausstellungen. 

III,  Internationale  Reichenberger  Messe  (12.— 20.  8.  22),  Dem 
Meßamt  ist  es  wiederum  gelungen,  den  Messebesuchern  die  weitmöglichsten 
Beisebegünstigungen  zu  verschaffen,  die  gegen  Vorweisung  der  offiziellen 
Messelegitimation  gewährt  werden.  U.  a.  ist  eine  33°/0ige  Fahrpreis- 
ermäßigung auf  den  tschechoslowakischen  und  den  rumänischen  Bahnen, 
eine  20%ige  Fahrpreisermäßigung  auf  den  italienischen  Bahnen  zuge- 
standen worden.  Gleiche  Vergünstigungen  in  einigen  anderen  Staaten 
stehen  noch  zu  erwarten. 


Verbände. 

Der  Verband  Deutscher  Elektrotechnischer  Porzellanfabriken, 
Berlin  W*.  30,  hat  beschlossen,  die  Verkaufspreise  für  Niederspannungs- 
material  aus  Porzellan  und  Steatit  ab  1.  7.  22  dergestalt  zu  erhöhen,  daß 
auf  die  Grundpreise  nicht  wie  bisher  ein  Teuerungszuschlag  von  140%, 
sondern  ein  solcher  von  165%  in  Anrechnung  gebracht  wird. 

Gelegentlich  einer  am  22  6.  22  in  Dresden  stattgefundenen  Haupt- 
versammlung ist  vom  Verband  beschlossen  worden,  allen  solchen  Kunden, 
die  sich  verpflichten,  nur  noch  von  Verbandsfabriken  zu  kaufen,  ab  1.  7.  22 
auf  alle  Bezüge  in  elektrotechnischem  Niederspannungsporzellan  nnd  -Steatit 
eine  Umsatzvergütung  zu  gewähren,  die  nach  der  Größe  des  Umsatzes 
von  5%  bis  10%  gestaffelt  ist. 

Verband  der  Glashändler  und  glasverarbeitenden  Betriebe, 
Wien.  Am  29.  5.  22  fand  unter  zahlreicher  Beteiligung  der  einschlägigen 
Fabrikanten-  und  Händlerkreise  die  Generalversammlung  statt.  Bei  den 
Wahlen  wurde  einstimmig  Herr  Leopold'  Palda  (Fa.  Karl  Palda)  zum 
Präsidenten  und  zu  Vizepräsidenten  die  Herren  Dir.  Karl  Taubinger 
(Fa.  Gebr.  Brttnner,  A-G.),  Stefan  Rath  (Fa.  F.  J.  &  L.  Lobmeyr),  Kom- 
merzialrat  Anton  Walk  gewählt.  Außer  dem  vereinBtechnischen  Teil 
wnrden  sehr  eingehende  Referate  über  die  Lage  der  Glasbranche  erstattet. 
Herr  Leopold  Palda  berichtete  über  die  Produktions-,  Absatz-  nnd  Ver- 
kehrsverhältniBse  der  Hohlglasindustrie,  Herr  Kommerzialrat  Anton  Walk 
über  die  Flachglasbranche  und  Herr  Carl  Beck  über  die  weiterver- 
arbeitenden Industrien.  Eine  gesellige  Zusammenkunft  beschloß  die 
Generalversammlung. 

Gußgeschirrverband,  G.  m.  b.  H.,  Berlin.  Vorstehender  Verband 
wurde  als  Verkaufsstelle  für  gußeiserne  Geschirre  von  führenden  sächsischen 
nnd  mittelschlesischen  Fabriken,  darunter  das  Eisenhüttenwerk  Marienhütte 
bei  Eotzenau,  A.-G.  (vorm.  Schlittgen  &  Haase),  Kotzenau,  gegründet. 


Firmenregister. 

Deutschland. 

Porzellan-Industrie-A.-G.,  Berghaus,  Auma.  Den  derzeitigen  Auf- 
sichtsrat bilden  Bankier  W.  Oberlaender,  Vors.,  Fabrikbesitzer  0.  Brunn- 
quell, stellv.  Vors.,  Direktor  0.  Bichter  und  die  Porzellandreher  F.  Pohl 
und  0.  Weiß. 

Porzellanfabrik,  G.  m.  b.  H.t  Großalmerode.  Das  Stammkapital  ist 
ist  auf  Jt  240  000  erhöht  worden. 

Keramische  Industrie-Gesellschaft  m.  b.  H.,  Jena.  Zum  weiteren 
Liquidator  wurde  Erich  Leistner  ernannt.  Die  beiden  Liquidatoren  sind 
nur  gemeinsam  vertretungsbefugt. 

Porzellanfabrik  Kahla,  Kahla.  Die  Kapitalserhöhung  um  Jt  12  Müh 
Stamm-  und  Jt  3  Mill.  Vorzugsaktien  auf  Jt  38  Mill.  ist  erfolgt. 

Gebr.  Pohl,  A.-G.,  Schmiedeberg  i.  R.  Die  Prokura  des  Rudolf 
Krentscher  ist  erloschen. 

Friedrich  Karl  Müller,  Stützerbach.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst. 
Der  bisherige  Gesellschafter  Robert  Kirchner  ist  alleiniger  Inhaber  der 
Firma. 

Richard  Hartmann  &  Co.,  Lauscha.   Die  Firma  ist  erloschen. 

Richard  Hartmann,  Lauscha  S.-M.  und  New- York,  Lauscha.  Kunst- 
werkstätte für  handgemalte  Porträts  und  Wiedergaben  erster  Meister  auf 
Porzellan.   Inhaber  ist  Kaufmann  Richard  Hartmann. 

Mosaikplattenfabrik  Deutsch-Lissa,  A.-G.,  Deutsch  Lissa.  An  Stelle 
des  ausgeschiedenen  Gudmund  Dahl  wurde  Direktor  Eduard  Knauer  zum 
alleinigen  Vorstandsmitglied  bestellt. 

Anton  Piesche,  Kamenz.  Fabrikation  nnd  Vertrieb  von  Tonwaren. 
Inhaber  ist  Fabrikant  Anton  Piesche. 

Bayer.  Kunst- Keramik  v.  Sivers  &  Hertwig,  München.  Percy  von 
Sivers  ist  ausgeschieden.  Direktor  Hermann  Hertwig  ist  als  Gesellschafter 
unter  Ausschluß  der  Vertretungsbefugnis  eingetreten. 

Deutsche  Kachelofenwerke,  A.-G.,  Braunschweig.  Die  Kaufleute 
Karl  Richter  und  Walter  Hanst  haben  Gesamtprokura. 

Nizze,  Tonwarenfabrik,  Blankenberg  i,  Meckl.,  Kommanditgesellschaft, 
Blankenberg.  Pereönlich  haftende  Gesellschafter  sind  Witwe  Marie  Nizze 
und  Ziegeleibesitzer  Karl  Fromm.  Kommanditisten  mit  einer  Vermögens- 
einlage  von  je  Jt  100  000  sind  GatsbeBitzer  Hans  Nizze,  die  Firma  C.  Ebert 
und  Köster  und  Kaufmann  Karl  Küchenmeister.  log.  Johann  A.  Gaarz 
und  Kaufmann  Karl  Küchenmeister  haben  Gesamtprokura. 

Schamotte-  und  Steinindustrie,  G.  m.  b.  IL,  Leichlingen.  Das  Stamm- 
kapital ist  auf  jft  45  000  erhöht.  Kaufmann  Martin  Jonas  ist  nicht  mehr 
Geschäftsführer.   Der  Sitz  der  Gesellschaft  ist  nach  Siegburg  verlegt. 

Fr.  Ewers  &  Sohn,  Lübeck.  Drei  Kommanditisten  Bind  ausgeschieden. 
Die  Kommanditgesellschaft  ist  in  eine  offene  Handelsgesellschaft  umge- 
gewandelt.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  die  Kaufleute  Eduard 
F.  Ewers  und  Fritz  Ewers. 


Schleifmittelfabrik  Nürnberg,  G.  m.  b.  H  ,  Nürnberg  (Salzbacher  Str.  52). 
Weiterführung  des  bisher  von  der  Firma  S.  S.  Arnstein  betriebenen  Schleif- 
mittelwerkes, insbesondere  Herstellung  und  Vertrieb  von  Schleif-  und 
Poliermitteln  aller  Art.  Stammkapital:  Ji  100000.  Geschäftsführer  sind 
Dipl.-Ing.  Hans  Meidlein  und  lug.  Wilhelm  Rockenstein.  Geschäftsführer 
Meidlein  ist  selbständig  vertretungsbefugt 

Noelle  &  von  Campe,  Boffzen.  Fabrikant  Gustav  A.  Noelle  ist  aus- 
geschieden und  Adolf  L.  Noelle  als  persönlich  haftender.  Gesellschafter 
eingetreten. 

Lausitzer  Glashüttenwerke  Kleiner  &  Co.,  Dubraucke.  Die  Prokura 
des  Kaufmanns  Robert  Erfurth  ist  erloschen.  Kaufmann  Richard  Krannich 
hat  Gesamtprokura. 

Oberschlesische  Wasserglasfabrik,  G.  m.  b.  H.,  Hindenburg,  O.-S. 
Rechtsanwalt  Dr.  Fritz  Jacobsohn  wurde  zum  Geschäftsführer  bestellt. 

L.  Weise,  Ilmenau.   Kaufmann  Carl  Nonn  hat  Einzelprokura. 

Isolierflaschen-Fabrik  Isolde,  G.  m.  b.  EL,  Pirna.  Herstellung  von 
Isolierflaschen  und  damit  zusammenhängenden  Gegenständen  und  Handel 
damit.  Stammkapital:  Ji  65000.  Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Fritz 
Baumann. 

Carl  Müller  sen.,  Königshütte.  Inhaber  ist  Glaswarenfabrikant  Carl 
Müller.   Fabrikant  Franz  Müller  hat  Prokura. 

Rudolf  Hohlbaum,  Werkstätten  für  Glas-Industrie  und  Optik,  Alt- 
heide. Inhaber  ist  Fabrikant  Rudolf  Hohlbaum.  Anna  Hohlbaum  hat 
Prokura. 

Neisser  Glasschleiferei  und  Spiegelfabrik,  G.  m.  b.  H.,  Neisse.  Ge- 
schäftsführer sind  Glasschleifermeister  Rasmas  Clausen  und  die  Glaser- 
meister Siegfried  Krause  und  Max  Förster.  Sie  sind  nur  gemeinsam  zu 
je  zweien  vertretungsbefugt. 

Menke  &  Co.,  G.  m.  b.  H.,  Weißwasser.  Die  Firma,  die  nach 
beendeter  Liquidation  durch  Verfügung  vom  29.  10.  18  gelöscht  war,  ist 
wiederum  in  Liquidation  getreten.  Liquidator  ist  Fräulein  Margarete 
Lustig. 

Erste  Darmstädter  Herdfabrik  und  Eisengießerei,  Gebrüder  Roeder, 
A.-G.,  Darmstadt.  Die  Kapitalseröhung  um  Jt  1,75  Mill.  Stamm-  nnd 
nnd  M.  0,3  Mill.  Vorzugsaktien  auf  Jt  5,55  Mill.  ist  durchgeführt. 

Ostdeutsche  Stanz-  und  Emaillierwerke,  A.-G.,  Küstrin.  Das  Grund- 
kapital ist  um  J6  6,5  Mill.  auf  M  14,5  Mill.  erhöht  worden. 

Emaillier  werk  Lauter,  G.  m.  b.  EL,  Lauter.  Als  weiterer  selbständig 
vertretungsbefugter  Geschäftsführer  wurde  Direktor  Werner  W.  Knabe 
bestellt. 

Emaillier-  und  Stanzwerke,  vormals  Gebrüder  Ullrich,  A.-G.,  Mai- 
kammer. Die  Kapitalserhöhung  um  M  3  Mill.  Stamm-  und  M  0,3  Mill. 
Vorzugsaktien  auf  j&  6  Mill.  ist  erfolgt. 

Sächsische  Emailleschilderfabrik  Reuter  &  Heiige,  Penig.  Die  Ge- 
sellschaft ist  aufgelöst.  Louis  Philipp  Heiige  ist  ausgeschieden.  Kauf- 
mann Andreas  Reuter  führt  Geschäft  und  Firma  als  Alleininhaber  fort. 

Südbayerische  Metallisator-A.-G.,  München  (Marsstr.  20)^  Metal- 
lisierung von  Gegenständen  nach  dem  Meurerschen  Metallspritzverfahren. 
Grundkapital:  Ji  1,8  Mill.  Vorstand  ist  Ing,  Otto  Dillmann.  Die 
Gründer,  welche  alle  Aktien  übernommen  haben,  sind:  Hauptmann  a.  D. 
L.  Bietschacher,  Kaufmann  M.  Göller,  Hauptmann  a.  D.  Dr.  W.  Göller, 
Direktor  E.  Henkels,  Dr.  Max  Friedl.  Die  Mitglieder  des  ersten  Auf- 
sichtsrats sind :  Dipl.-Berging.  A.  Berger,  Fabrikbesitzer  G.  Maurer, 
Bankdirektor  Ph.  Zöller. 

Anna  Bose,  Driburg.  Die  Kaufleute  Franz  Keil  nnd  Wilhelm  Dahl 
haben  Gesamtprokura. 

Brandes  &  Schwartz,  Hamburg.  Ilse  Luise  Helene  Schwartz  hat 
Prokura.  Otto  Boockholtz  nnd  Panl  H.  C.  von  Kalla  haben  Gesamt- 
prokura. 

Schuster  fr  Eberlein,  Fürth  (Königsstraße  33).  Spiegel-  und  Metall- 
warenmanufaktur. Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  die  Kaufleute 
Hans  Schuster  und  Willy  Eberlein. 

Uca- Glasindustrie  Dr.  Schillbach,  Steyer  &  Gen.,  Cassel.  Persönlich 
haftende  Gesellschafter  sind  Chemiker.  Dr.  Horst  Schillbach,  Hauptmann 
a.  D.  Karl  Steyer  und  Diplom.-Ing.  Jean  Schwarz-Arnyaey. 

Fritz  Burghardt  (Inn.  Friedrich  Burghardt),  Kamenz.  Maschinen- 
bau, insbesondere  Fabrikation  von  Maschinen  für  die  Glasindustrie.  In- 
haber ist  Elektrotechniker  Friedrich  A.  Barghardt. 

J.  Heinr.  Cordes  &  Co.,  Hamburg.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst, 
die  Liquidation  beendigt  und  die  Firma  erloschen. 

Gesellschaft  für  feuerfeste  Rohstoffe  m.  b.  H.,  Ddsseldorf.  Der  Sitz 
ist  nach  Essen  verlegt.  Alfred  Küderling  ist  nicht  mehr  Geschäftsführer. 
Als  solcher  wurde  Wilhelm  Kleinebekel  bestellt. 

Ingenieurgesellschaft  für  Wärmewirtschaft,  A.-G.,  Cöln.  Die  Kapi- 
talserhöhung um  M  0,5  Mill.  auf  Jt  1,5  Mill.  ist  erfolgt. 

Gebr.  Köchert,  Jlmenau.   Kaufmann  Felix  Basser  hat  Einzelprokura. 

Quarzwerke,  A.-G.,  Bündheim  bei  Bad  Harzburg.  Gewinnung  und 
Verarbeitung  von  Mineralien  aller  Art,  insbesondere  von  Qaarzsteinen, 
ferner  Vertrieb  derselben  und  aller  einschlägigen  Rohmaterialien  nnd 
Produkte  sowie  Erwerb  ähnlicher  Fabrikbetriebe.  Grundkapital:  Ji  2,5  Mill. 
Vorstand  ist  Fabrikant  Max  Mudrack.  Techniker  Otto  Raders  und  Rentner 
Fritz  Römer  haben  Gesamtprokura.  Die  Gründer,  die  sämtliche  Aktien 
übernommen  haben,  sind  die  Fabrikanten  A.  Bruens,  P.  Jentsch 
und  M.  Mudrack,  Techniker  0.  Raders,  Rentner  F.  Börner,  die  Fabrikanten 
H.  Schlüter  nnd  K.  Wenck.  Die  Mitglieder  des  ersten  Aufsichtsrats  sind 
die  vorgenannten  Wenck,  Jentsch  und  Bruens. 

Franz  Walter,  Hof.   Keramiker  Adolf  Narr  hat  Prokura. 

Albert  Rapp,  Bergwerks-  und  chemische  Produkte,  Kamenz.  Die 
Handelsniederlassung  ist  nach,  Berlin  verlegt  worden. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


Hr.  27  —  309 


Fragekasten  d 

Keramik. 

87.  Worauf  ist  der  schwarze  Ausschlag  des  Porzellans  zurück- 
zuführen, der  beim  Einschmelzen  der  Dekore,  besonders  keramischer  Drucke,  \ 
zutage  tritt,  und  wie  ist  dieser  Vebelstand  zu  beseitigen?  Sandelt  es  sich 
bei  dieser  Erscheinung  um  als  C02  oder  CO  beim  Scharfbrand  eingelagerten 
Kohlenstoff',  der  in  der  Schmelze  reduziert  wird,  und  sind  gewisse  Roh- 
materialien besonders  empfänglich  ?  Ich  habe  beobachtet,  daß  der  organische 
Abziehlack  das  Ausschlagen  stark  begünstigt;  bei  Geschirren  mit  nur  Band, 
Band  oder  Staffage  tritt  der  Fehler  höchst  selten  auf. 

Brate  Antwort:  Der  Ausschlag  in  der  Schmelzmnfiel  könnte 
in  erster  Linie  an  ungenügender  Entlüftung  des  Vorwärmraumes  der 
Muffel  liegen,  weil  der  Fehler  hauptsächlich  bei  Waren  mit  Abziehbildern 
auftritt,  obgleich  er  in  der  Hauptsache  auf  einen  stark  reduzierenden 
Glattbrand  zurückzuführen  ist.  Eine  Täuschung  durch  Rückstände  vom 
Abziehlack  kann  auch  aus  dem  Grunde  vorliegen,  weil  man  schwächer 
ausgebrannte  Ware  geringer  bewertet  und  deshalb  mit  Abziehbild 
dekoiiert,  während  gut  ausgebrannte  Stücke  für  Sand,  Band  und  Staffage 
verwendet  werden.  Liegt  der  Fehler  an  der  Schmelzmuffel  selbst,  so  sind 
kleine  Abzugslöcher  für  den  entstehenden  Bauch  im  Zuge  leicht  anzu- 
bringen. Ist  aber  das  Brennen  schuld,  dann  muß  mit  reinerer  Flamme 
d.  b.  geringerer  Kohlenaufgabe  gearbeitet  werden.  In  erster  Linie  muß 
das  Vorfeuer  ausgesprochen  oxydierend  sein,  die  einzeihen  Feuer  müssen 
vollständig  abbrennen,  und  zwar  bis  SE  08.  Es  ist  gleichgültig,  ob  man 
im  Vorfeuer  2-,  1-  oder  Va-stündig  schürt,  es  muß  eben  durchweg  ge- 
nügend abgebrannt  werden,  außerdem  darf  das  Scharffeuer  keinen  Luft- 
zutritt  durch  die  Roste  gestatten,  wenngleich  die  Schüren  bis  auf  eine 
reine  Glutschicht  abbrennen  müssen.  Ist  dann  der  Ofen  auch  noch  hoch 
genug  abgebrannt,  so  ist  der  Scherben  rein  und  ein  Austreten  von  noch 
eingelagertem  Kohlenstoff  in  der  Schmelzmuffel  unmöglich. 

Zweite  Antwort:  Der  schwarze  Ausschlag  besteht  aus  feinem, 
in  die  Poren  eingelagertem  Kohlenstoff.  C02  und  CO  sind  Gase,  die  sich 
nicht  festsetzen  können.  Eine  einwandfrei  gemahlene  Glasur  darf  aber 
keine  feinsten  Poren  haben;  Sie  müssen  also  Ihre  Mahlung  verbessern. 
Es  wurde  wiederholt  festgestellt,  daß  die  Wassermenge  bei  Mahlungen 
eine  Bolle  spielt  und  daß  das  nachstehende  Verhältnis  bei  der  Trommel- 
füllung die  besten  Ergebnisse  zeitigt: 

Material   500  kg 

Wasser   360  „ 

FJintsteine   500  „ 

Haben  Sie  große  Mahltrommeln  und  große,  3—6  cm  im  Durchmesser 
messende  Flintsteine,  so  muß  eine  Glasur  140  Stunden  mahlen  bei  23  Um- 
drehungen in  der  Minute.  Haben  Sie  kleinere  Mahltrommeln  und  kleine, 
2 — 4  cm  große  Fiintsteine,  so  genügen  60  Stunden  Mahlzeit  bei  der  gleichen 
Umdrehungszahl.  Ganz  kleine  Trommeln  können  mehr  Touren  machen. 
Flußmittelarme  Glasuren  zeigen  übrigens  den  Fehler  auch. 

DritteAntwort:  Der  Ausschlag  ist  eine  bekannte  Erscheinung, 
die  letzten  Endes  auf  eine  gewisse  Porosität  der  Glasur,  also  auf  mangel- 
haften Glattbrand  zurückzuführen  ist.  Werden  derartige  fehlerhaft  ge- 
brannte Stücke  dekoriert,  so  setzt  sich  organische  Substanz  vom  Lack 
Oder  von  den  Farben  in  den  Poren  fest  und  kann  nicht  vollständig  heraus- 
brennen, oder  sie  reduziert  gewisse  Metallverbindungen  in  Farbe  und  Fluß, 
namentlich,  wenn  die  entstehenden  Dämpfe  nicht  abziehen  können.  Zur 
Vermeidung  des  Fehlers  ist  zunächst  auf  einwandfreien  Glattbrand  zu  i 
Bchten,  dann  ist  der  Ware  in  der  Muffel  Gelegenheit  zum  Ausdunsten  zu 
geben,  indem  man  Abzüge  schafft  und  die  Muffel  so  lange  wie  möglich 
offen  läßt,  und  schließlich  ist  bei  den  Abziehbildern  und  den  Farben  ein 
Ueber schuß  von  Abziehlack  bezw.  Malmitteln  zu  vermeiden. 

Vierte  Antwort:  Der  schwarze  Ausschlag,  der  sich  bei  Ihrem  j 
Porzellan  nach  dem  Muffelbrand  zeigt,  ist  nur  auf  fehlerhaften  Glatt- 
brand zurückzuführen.  Der  Kohlenstoff  ist  beim  Glattbrand  vor  dem 
Schließen  der  Glasur  nicht  heransgebrannt  worden  und  tritt  nun  in  der 
Muffel  heraus.  Es  ist  denkbar,  daß  der  Fehler  besonders  stark  sich  zeigt, 
wenn  viel  Geschirr  mit  Abziehlack  in  der  Muffel  gebrannt  wird,  weil  ! 
idann  auch  in  der  Muffel  eine  gewisse  Beduktion  entsteht  und  der  aus  den 
Geschirren  austretende  Kohlenstoff  dann  nicht  verbrennt,  sondern  auf  dem 
Porzellan  sitzen  bleibt. 

Fünfte  Antwort:  Ein  schwarzer  Ausschlag  des  Porzellans 
beim  Einschmelzen  der  Dekore  rührt  von  einer  Aufspeicherung  von  Kohlen- 
stoff im  Porzellan  her,  der  durch  zu  starke  Beduktion  beim  Glattbrande 
eingeschlossen  wurde  und  beim  Muffelfeuer  auf  der  Oberfläche  zum  Vor- 
schein kommt.   Es  liegt  also  ein  Brennfehler  beim  großen  Ofen  vor. 


Glas. 

72.  Wir  haben  eine  größere  Menge  Pech  vorrätig,  das  zum  Aufkitten 
von  Brillengläsern  dienen  soll;  es  ist  aber  qualitativ  derartig,  daß  die 
Gläser  beim  Schleifen  darauf  nicht  halten,  und  zwar  weil  das  Pech  weich 
wird  und  die  Gläser  infolgedessen  keinen  festen  Sitz  mehr  haben.  Welche 
Beimischungen  müssen  dem  Pech  zugesetzt  werden  und  in  welcher  Menge, 
damit  es  verwendet  werden  kann? 

Erste  Antwort:  Es  ist  eine  oft  beobachtete  Tatsache,  daß  die 
heutigen  Pechkitte  an  Güte  wesentlich  nachgelassen  haben,  was  darauf 
zurückzuführen  ist,  daß  die  Beschaffenheit  der  Rohmaterialien  sich  ver- 
schlechtert hat.  Meistens  beobachtet  man,  daß  die  aufgekitteten  Brillen- 
gläser wohl  ein-  bis  zweimal  festhalten,  aber  bei  weiterer  Benutzung 
desselben  Pechkitts  nicht  mehr  festhaften ;  der  Kitt  ist  zu  weich,  und  man 
muß  ihn  nun  durch  einen  Zusatz  von  Kolophonium  zäher  machen.  Oft  ist 
as  sogar  nötig,  dem  Pech  Mennige  oder  feinst  geschlämmte  Tonerde  zuzu- 
setzen. Man  kommt  am  besten  zum  Ziel,  wenn  man  zunächst  an  kleinen 
Proben  durch  wechselnde  Zasätze  die  richtige  Mischung  ermittelt. 


es  Sprechsaal. 

Zweite  Antwort:  Ihrer  Beschreibung  nach  fehlt  es  dem  Pech 
an  Klebmittel,  also  an  Harz  bezw.  Kolophonium,  was  bei  dem  hohen 
Preise  für  derartige  Rohstoffe  ganz  erklärlich  ist.  In  welcher  Menge 
Harz  oder  Kolophonium  dem  Pech  beizumischen  ist,  läßt  sich  ohne 
weiteres  nicht  sagen,  daß  muß  der  Versuch  ergeben.  Möglicherweise 
empfiehlt  sich  der  Zusatz  von  Stoffen,  die  den  Schmelzpunkt  des  Pechs 
erhöhen,  z.  B.  von  Kreide,  Magnesia,  Eisenoxyd  u.  dergl. 

73.  Wer  liefert  Maschinen  zur  Trennung  von  Koks  und  Generatoren- 
asche? 

Antwort:  Wenden  Sie  sich  an  die  Firmen  Benno  Schilde  in 
Hersfeld  (Hessen)  und  an  das  Grusonwerk  in  Mageburg-Buckau. 

75.  Wer  liefert  das  Abfärbemittel  „Matador11? 

Antwort:  Das  Glasentfärbungsmittel  „Matador"  liefern  lant 
Mitteilung  die  Vereinigten  Bornkesselwerke  m.  b.  H.  in  Berlin  N.  4. 

76.  Wer  liefert  Asbeststeine  für  die  Füllung  von  Kühlofentüren? 
Antwort:   Zur  Lieferung  von  Asbeststeinen  und  Isoliermaterial 

für  Kühlofentüren  empfiehlt  sich  Fritz  Kleine,  techn.  Bureau  in  Oetzsch- 
Leipzig.   


Heue  Fragen. 
Kapantik. 

91.  Wir  brauchen  in  unserer  Dreherei  speziell  für  Flachgeschirre 
sehr  viel  Schwämme  (Elefantenohren).  Was  ist  nun  unter  dem  Begriff 
„Rohware"  zu  verstehen?  Ein  Lieferant  teilte  uns  mit,  daß  dieser  Aus- 
druck für  Elefantenohren  handelsüblich  sei.  Uns  wird  trockene  Ware 
angeboten,  aber  feuchte  Ware  geliefert,  und  wenn  wir  nachtrocknen,  haben 
wir  immer  10°/0  Gewichtsverlust.  Die  Schwämme  wiegen  überhaupt  schon 
weniger  bei  ihrem  Eintreffen,  und  wir  geraten  deswegen  mit  unseren  Liefe- 
ranten immer  in  Differenzen. 

92.  Beim  Bedrucken  der  Porzellanknöpfe  mit  Handmaschinen  ver- 
wende ich  Metallstempel,  auf  welche  die  Farbe  mittels  Gelatinewalze  ge- 
bracht und  mit  Gelatinestempel  auf  die  Knöpfe  übertragen  wird.  Dieses 
Verfahren  hat  aber  den  Nachteil,  daß  der  Druck  nicht  scharf  genug, 
sondern  vielfach  verschwommen  und  daher  auch  blaß  und  undeutlich  wird. 
Wie  ist  dem  abzuhelfen?  Gibt  es  ein  anderes  Druckverfahren,  vielleicht 
direkter  Druck  mit  Kautschuk-  oder  Metallstempel,  und  wie  ist  dessen 
Handhabung? 

93.  Bei  unserem  Porzellangeschirr  aus  Blaumasse  mit  schwarzem 
Unterglasurmonogramm  hatten  wir  nie  einen  Anstand.  In  den  letzten 
Wochen  jedoch  kommen  die  Gesehirre,  speziell  Teller,  aus  dem  Glatt- 
brand mit  Löchern  längs  den  Kmturen,  hauptsächlich  aber  bei  den 
Schattenstrichen  des  Monogramms.  Wir  verfahren  folgendermaßen:  Der 
geglühte  Scherben  wird  mit  einem  Anstrich  aus  Terpentinöl  und  Kolophonium^ 
versehen,  damit  das  Plattendruck- Monogramm  in  schwarzer  Farbe  tadellos 
abgezogen  werden  kann.  Darauf  werden  die  Geschirre  nochmals  verglüht, 
dann  glasiert  und  nun  glattgebrannt.  Die  schwarze  Farbe  von  einer  be- 
kannten Fabrik  wird  vor  dem  Druck  mit  englischem  Firnis  verrieben. 
Wir  haben  bei  der  Farbenfabrik  reklamiert,  und  diese  empfahl  uns,  der 
Farbe  Glasur  zuzusetzen,  was  aber  nichts  genützt  hat.  Worauf  ist  der 
Fehler  zurückzuführen  und  wie  zu  beseitigen? 

94.  Wozu  kann  man  alte  Gipsformen  verwenden? 

95. ,  Wir  beabsichtigen,  einen  Ofen  von  cbm  Inhalt,  worin 

Farbkörper  bei  Temperaturen  von  1100—1300°  rein  oxydierend  gebrannt 
oder  geglüht  werden  sollen,  zu  bauen.  Ein  runder  Ofen  mit  überschlagender 
Flamme  käme  für  den  gedachten  Zweck  wohl  nicht  in  Frage,  dagegen 
dürfte  eine  Scharffeuermuffel  vorzuziehen  sein.  Ist  unsere  Ansicht  richtig, 
und  welche  Erfahrungen  wurden  mit  derartigen  Muffeln  gemacht?  Wer 
baut  entsprechende  Oefen  bezw.  Scharf  feuermuff  ein? 


Glae. 

79.  Ich  bitte  um  Angabe  einer  praktischen  automatischen  Wasch- 
vorrichtung für  Glassand,  womit  man  täglich  bis  2000  kg  Sand  waschen 
kann.  Der  Sand  soll  von  Lehm  und  organischen  Substanzen  befreit  und 
in  einer  gleichmäßigen  Körnung  gewonnen  werden.  Wer  liefert  solche  Vor- 
richtungen. * 

80.  Ich  erzeuge  Wasserstandsrohre  von  15 — 20  mm  0,  die  am 
Sprengstein  zerschnitten,  dann  geschliffen  und  verschmolzen  werden.  Nach- 
dem diese  Arbeit  zeitraubend  ist,  bitte  ich  um  Angabe  eines  Verfahrens, 
wie  man  Glasrohre  so  schneidet,  daß  sie  gleich  eine  glatte,  verschmelzbare 
Fläche  haben  und  das  Schleifen  erspart  bleibt. 

81.  Von  meiner  sonst  gut  eingerichteten  Glasschleiferei  werden 
öfters  kleinere,  viereckige  wie  auch  ovale  und  runde  facettierte  Spiegel  ver- 
langt. Wie  wird  die  Facette  sauber  angebracht?  Kann  sie  auf  einer 
Kugelmaschine  hergestellt  werden  oder  ist  ein  Scheibenkasten  nötig  ?  Kann 
ev.  am  Schleiffaß  ein  Schleifwagen  angebracht  werden  oder  gibt  es  besondere, 
für  diese  Zwecke  eingerichtete  kleinere  Ovalwerke?    Wer  liefert  solche? 

82.  Welche  Korngröße  ist  im  allgemeinen  bei  Verwendung  von  Ge- 
steinen (Granit,  Bimsstein,  Basalt  usw.)  in,  der  Glasschmelze  nötig,  damit 
eine  normale  Schmelzbarkeit  und  ein  steinfreies  Glas  erzielt  wird? 
Kann  speziell  ein  Bimsstein  mit  etwa  58°/0  Kieselsäure,  24°(0  Tonerde 
und  Eisenoxyd,  2*}0  Kalk  und  Magnesia,  12  %  Natron  bei  einer  Korn- 
größe von  etwa  15X20  mm  oder  wenigstens  von  7X10  mm  im  Wannen- 
ev.  auch  Hafenofen  geschmolzen  werden,  da  eine  Mahlung  unrentabel 
wäre? 

83.  Auf  welche  Weise  können  Gläser  mit  versilberten  Randern  ver- 
sehen werden?  , 

84.  Wer  liefert  Drahtglasschneidräder? 

Briefkasten  der  Redaktion. 

F.  F.  i.  Fi  Sätze  für  widerstandsfähige  Wasserstandsgläser  finden 
Sie  in  den  Antworten  zu  Frage  129  in  Nr,  42  des  Sprechsaal  1921. 


3iO  —  Nr.  27 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (56.  Jahrgang.) 


J  W.  S.  i.  W.  P.  Sätze  für  Köhrenglas  zu  medizinischen  Appa- 
raten u.  drgl.  sind  in  den  Antworten  zu  Frage  68  in  Nr.  22  des  Sprech- 
saal 1921  angegeben  „       „        .  ... 

W.  P.  i.  L.  Sie-finden  Anhaltspunkte  zur  Herstellung  einer  elektro- 
technischen Stanzmasse  für  SK  9  in  den  Antworten  zu  den  Fragen  50  in  Nr.  19 
des  SDrecheaal  1920  und  134  in  Nr.  45,  1919,  sowie  in  verschiedenen 
Aufsätzen  in  *en  l«*zten  Jahrgängen.  Die  Umrechnung  auf  bayrische 
Rnhmatprialien  müssen  Sie  schon  selbst  vornehmen.  . 
Kohmite  P.  W.  L  L.  Magnesit  liefern  Adolf  Jüttner  in  Breslau  16, 
Mendel  &  Co.  in  Hamburg,  Hohe  Bleichen  11,  J.  Michael  &  Co.  in  Berlin 


NW.  7,  Mittelstraße  2/4,  Mineralia  Lederer  Prag,  Kdt  -Ges.  in  Prag- 
Karlin  M  Weißenberg,  vorm.  Carl  Francis«  in  Schweidnitz  i.  Schles. 

'  P.  W.  L.  i.  N.  Pyrometer  liefern  Dr.  Hase  in  Hannover,  Joseph- 
straße  26,  Karl  G.  Meier  in  Hannover,  Gr.  Duwelstraße  16,  W.  C.  Heraeus, 
G  m.  b  H.  in  Hanau,  Paul  Braun  &  Co.  in  Berlin  N.  118,  Seelowerstraße  6, 
Siemens  &  Halske,  A.-G ,  Wernerwerk  in  Siemensstadt  b.  Berlin. 

E.  P.  i.  Sch.  Pantographen  liefern  Geiler  &  Kalkow  in  Denben- 
Dresden,  Alexander  Grube  in  Leipzig,  Talstraße  4,  Gotthold  Köchert  &  Söhne 
in  Ilmenau  i.  Thür ,  Fr.  Wilhelm  Kntzscher  in  Deuben  Dresden. 


Zur  Beachtung! 


Die  sehr  große  Belastung,  die  uns  durch  die  neuerliche  Brhöhnng  der  Portosätze  erwächst,  zwingt  uns,  aUe  Ersuchen 
T,m  ryofalliirlrAitsaiiskünfte  unbeantwortet  zu  lassen,  denen  kein  Rückporto  beigefügt  ist.  ™   ±  u  • 

um  Gefa^gk^sa^kunfte  ^  Frageka8'ten  einen  Schriftwechsel  erfordern,  bitten  wir,  diesen  gleichfalls  Porto  beizufügen 


?! 


Redaktion  des  Sprechsaal. 


Veröffentlichungen  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik. 

T.iwnismnrzßllan  sind  bezüglich  dei 


Für  die  Ausfuhr  von  Geschirr-  und  Luxusporzellan  nach 
Danzig  gelten  mit  Wirkung  ab  8.  .6.  die  gleichen  Preise, 
wie  die  für  die  Randstaaten,  d.  h.  Estland,  Livland  und  Litauen. 
Nähere  Preisanfragen  sind  an  die  in  Frage  kommenden 
Prüfungsstellen  zu  richten. 

Für  die  Ausfuhr  von  Geschirrporzellan  zu  Aufträgen,  die 
vor  dem  8.  6.  von  Danziger  Kunden  angenommen  sind,  soll 
noch  zu  den  bisherigen  InlandsbediDgungen  und  Preisen  aus- 
geliefert werden,  sofern  diese  Aufträge  bis  einschließlich  b.  7. 
bei  den  Fachausschüssen  Geschirrporzellan,  Berlin  W.  du, 
Victoria-Luiseplatz  11,  I  gemeldet  werden. 


Für  die  Ausfuhr  von  Luxusporzellan  sind  bezüglich  der 
Ausfuhr  nach  dem  Memel gebiet  besondere  Bestimmungen 
erlassen. 

Ferner  sind  infolge  der  Erhöhung  der  Inlandspreise  auch 
die  Ausfuhrpreise  für  die  untervalutarischen  Länder  ge- 
stiegen. Die  Ausfuhrpreise  für  Salbenkruken  aus  Porzellan 
Steinzeug  und  Ton  sind  ebenfalls  neu  festgesetzt  worden 
Nähere  Auskünfte  hierüber  erhalten  Interessenten  direkt  durch 
die  Prüfungsstelle  Luxusporzellan,  Weimar,  Schröterstraße  50 


Wir  erhalten  die  traurige  Mitteilung,  daß  unser  verehrter  und  lieber  Kollege  und  Freund, 

Herr  Franz  Klücher 

Direktor  der  Vereinigten  Lausitzer  Glaswerke,  Weißwasser 
Hauptmann  der  Landwehr  (Infanterie)  a.  D.,  Ritter  hoher  Orden 

auf  einer  Autofahrt  von  Weißwasser  nach  Görlitz  tödlich  verunglückt  ist. 

Jeder,  der  diesen  vortrefflichen  Mann  in  seiner  natürlichen  Frische  und  hervorragenden  Tüchtigkeit 
persönlich  kannte,  wird  die  Trauernachricht  mit  Erschütterung  hören. 

Der  Schutzverband  wird  dem  so  jäh  Verschiedenen,  der  ihm  ein  ganz  besonders  tätiges,  regsames 
Mitglied  gewesen  ist,  dauernd  ein  ehrendes  Andenken  bewahren. 


Dresden,  den  30.  Juni  1922. 


Schutzverband  Deutschef  Glasfabriken. 


Infolge  eines  Automobil-Unfalles  verschied  gestern  unser  Vorstandsmitglied 

Herr  Direktor 

Franz  Klücher. 

Aufs  Tiefste  erschüttert  von  dem  plötzlichen  Heimgang  beklagen  wir  den  Dahingeschiedenen,  der  lange 
Jahre  seine ^  gesamte  Arbeitskraft  unserer  Gesellschaft  widmete  und  dessen  edle  Gesinnung  und  vornehmen 
Charakter  wir  schätzen  lernten. 

Sein  Andenken  werden  wir  jederzeit  in  Ehren  halten. 

Weisswasser,  den  30.  Juni  1922. 

Aufsichtsrat  und  Vorstand 
der  Vereinigte  Lausitzer  Glaswerke  Aktiengesellschaft. 


1922.   (66.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


3Ö5-- 


Nr.  2?  —  XVH 


HaltpfliGht-uerslcherungsanstan  der  Glas-Berulsgenossenschalt. 

Vermögensübersichi  am  31.  Dezember  1921. 


Besitzwerte. 

Kasse  

Preußische  Staatsbank,  Berlin  

Preußische  Staatsbank,  Berlin  (Rücklage)  .    .    .  . 

Wertpapiere  der  Rücklage  

Jt  33  500,-  3  V/o  Pr.  Kons,  ä  M  60,10  =  Jt  20 133,50 
„   12600  —  4%.     „      ».-».«  69,10=  „    8  706,60 
50  000,—       unverz.  Reichsschatzanweis.  „  50  Quo,— 

,^  78  840,10 


Betriebsstock-Wertpapiere 

Jt  5100,—  4°/0  Pr.  Kons,  ä  M  69,10 
Inventar,  Bibliothek  


M 

2  735 
110  135 
34348 
78  840 


3  524 

3 


4 

77 

53 
74 
10 


229  587 


74 


Schulden. 

Schadenrücklage  _  

Rücklage : 

Bestand  am  1.  I.  1922   Jf  108  700,74 

Zugang:  Z;nsen  »      4  488,10 

Gewinn  aus  1921  „  105  758,90 


Jt  4 
10  640 


218  947 


229  587 


74 


74 


Verlust-  und  Gewinn-Rechnung. 


Rückversicherung  

Bürobedürfnisse  

[Porto     ...   .  •  

Miete  

Einmalige  Entschädigungen  

Gehälter  

Pauschalentschädigung  an  die  Glas-Berufsgenossen- 
schaft  

Allgemeine  Unkosten  

Schadenrücklage  


Gewinn  aus  1921 


164  282  22 


Schadenrücklage  

Grundbeitrag  1921  

Zinsen  ...   

Sonstige  Einnahmen  .  

Kursgewinn:  Wertpapiere  der  Rücklage 
Betriebsstock-Wertpapiere 


Jt  5  708,60 
„  336,60 


M 

10  584 
143  819 
3  831 
1 

6  045 


4 

40 
95 
52 
15 

20 


164  282 


22 


Berlin-Lankwitz,  den  15.  Mai  1922. 

Haftpflicht-Versicherungsanstalt  der  Glas-Berufegenossenschaft 


Der  Torstand. 

Chr.  Winkler,  Anstaltsleiter. 


[736 


rverschiedenes 


beim  Neu-  und  Umbau  von 
Glasfabriken,  Schmelzöfen  und 
Generatoren,  Betriebsstörung 
usw.  erteilt,  Baupläne  liefert 

M.  v.  Reiboldt,  Coburg. 

Büro  besteht  seit  1888. 


Wichtig  für 
Porzellan-Fabrikation ! 
Heuerung  im  Ver- 
schluß der  GuBformen 

von  Fachmann,der  In  der  Praxis 
steht.konstruiert.  Vereinfachte, 
sichere  Handhabung  mit  Ver- 
billigung.  Interessenten  er- 
halten Beschreibung  des  Ver- 
fahrens gegen  Einsendung  von 
M  250.  Inte:  essent.  wollen  sich 
unter  St  1073  an  die  Geschäfts- 
stelle des  Sprechsaal  wenden 


Wir  verfügen  ab  1.  Oktober  über  zwei  große  Lager- 
plätze mit  aufgebauten  Schuppen.  Wir  beabsichtigen, 
zwecks  Ausnutzung 

Konsignationslager  lur 
Fiaschenhutten  oder  Hohipashunen 

einzurichten  und  bitten  Glasfabiiken,  die  den  Verkauf  durch 
uns  tätigen  wollen,  mit  uns  in  Verbindung  zu  treten.  [734 

Emil  Sichel,  G.  m.  b.  H. 

Telephon  S  6203.       HANNOVER.       Telephon  S  6203. 


Verk  ä  u  Fe 


i 


FuOrandbecher 
(arlbecher 
Diamant  eller,  m  cm 
Diamanthompotts 

preiswert  abzugeben« 

Anfragen  unter  G  5189  an  die  Ge- 
schäftsstelle des  Sprechsaal  erbeten. 


Leistungsfähige  Flascbenfabrik  Bucht 


für  Flaschen  aller  flrt. 

Anfragen  unter  G  5139  an  die  Ge- 
schäftsstelle des  Sprechsaal  erbeten 


2  neue  Säuienhurbe  pressen,  Fig.  190, 
1  desgl.  Flg.  359a,  Fabrikat  Borst, 

vou'ftudig  Ten,  bowie  eine  fast  gar  nicht  gebrauchte 

Zeidler'SChe  Presse,  ioo  mm  Säuiendurciimesser, 

sofort  zu  verkaufen. 

Angebote  befördert  unter  G  5162  die  Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 


s 


gegen  Höchstgebot  abzugeben. 

Gebrüder  Centner, 

Industriebedarf  und  Verwertung,  Spremberg,  N.-L. 

Fernruf  Nr.  105.      ::     Telegramm- Adresse :  Indnstnecentner. 

Chemikalien, 


[733 


amtliche  Rohmaterialien ,  Mineralien, 

Betriebshilfsmittel  für  Grob-  und  Feinkeramik 
Glas-  und  Bmailindustrie  und  Papierfabrikation  liefert 
Dr.   Erich   Teich,   Bautzen,   Löbauerstraße  Nr 

Telegramm- Adresse :  Keramik  Bautzen. 


18 

£ 


Zar  Herbstmesse  in  Leipzig 

rießstand 

günstig,  m  öglichst  im  Zentram 
gelegen,  gesucht.  Geteilter 
Meßstand  kommt  ebenfalls  in 
Frage.  Gefl.  Preisangebote 
mit  Beschreibung  der  Lage 
unter  G  5170  an  die  Geschäfts- 
stelle des  Sprechsaal 

Erweiterungsfähige  Malerei  (Glas 
und  Porzellan)  sucht 

lohnende 

licferanfträge 

mit  und  ohne  Warenbeistellung  bei 
raschester  Lieferfähigkeit.  Anfragen 
unter  St  1075  an  die  Geschäftsstelle 
des  Sprechsaal. 


in  Norddeutschland 

umständehalber  preis- 
wert zu  verkaufen«  Er- 
forderlich 300  Mille.  Gefl.  An- 
fragen unter  G  5188  an  die 
Geschäftsstelle   des  Sprechsaal. 


XVDI  —  Nr.  27 


SPRECHSAAL  —  COBURG. 


192a.  (BS.  Jahrgang.) 


6/»o  Liter  guilloehierte 

Becher 

^mit  Eingel-  and  Eckenkante,  etwa 
je  6000  Stuck,  sofort  ab  Lager  liefer- 
bar. Gefl.  Anfragen  nnter  G  5179 
an  die  Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 


Sofort  greifbare  Ware: 

lttr  Holland,  ein  Waggon,  enthaltend .- 
1000  Teeservioe,   16  teilig  mit 
Kantend  ekoren, 
600  dz  Teetassen,  mit  Kanten- 
dekoren. 
1000  „  „       ,  weis, 

900  „  Tassen,  weiß,  Mugsform. 
Besichtigung  in  der  Fabrik  möglich. 

Ferner:  für  Export  80  Vollkisten, 
enthaltend: 

etwa  2000  dz  Tassen, 
200  „  Mugs, 
400  St.  Berrysets, 

Gießer,  Teller  n.  Zuckerdosen 

in  gangbaren  Formen  nnd  Dekoren, 
zn  vorgeschriebenen  Exportpreisen 
mit  Lieferwerksbescheinignng  oder 
Ausfuhrbewilligung.  Zwischenverkauf 
vorbehalten.  Angebote  erbeten  nnter 
F  5091  an  die  Geschäftsstelle  des 
Sprechsaal. 


Herdjlas 

gepntzt,  schamottefrei,  etwa  40  Tonnen, 
verkaufen  [741 

Max  Kray  &  Co., 

Glasindustrie  Scnreiber,  A.-GL 
Faistenberg  an  der  Oder. 


Verkauf  nener  lüascliioen 
für  Feinkeramik. 

5  Stück  Säulenkurbelpressen 

ohne  Vorgelege,  70  mm  0, 

4  Stück  Säulenkurbelpressen 

ohne  Vorgelege  100  mm  0, 

3  Stück  Säulenkurbelpressen 

mit  100  mm  0, 

1  Pulverisiermaschine, 

System  Geraer  Iadustriewerke.  An- 
gebote nnter  G  5181  an  die  Ge- 
schäftsstelle des  Sprechsaal. 


Habe  einen 


Qttarzbrftcb 

im  Betriebe  zu  verkaufen.  [737 

Albert  Naumann, 

Coswig-Sachsen. 


Quarzsand, 

reinste  Kieselsäure,  991/2°/ol  für  Glas, 
Porzellan,  Emaille,  Wasserglas,  ehem. 
Industrie,  liefern  für  Export  franko 
Bord  Dampfer  Hamburg  [2»2h 

D.  Hardung  &  Co-, 

Northeim  i.  Hann- 


Ein  größerer  Posten 


(auch  für  Baukeramik)  preiswert  zu 
verkaufen. 

Eisenschntz -Zonca- Union, 

Aktien-  Gesellschaft, 
Reisholz  bei  Düsseldorf.  [738 

1  komplette  stationäre  \nr, 


zur  GlUhlampeufabrikation  für  drei 
Arbeitsstellen,  neu,  Fabrikat  Aviatik 
A.-G.  Leipzig-H,  günstig  zu  verkaufen. 

Ernst  Stiege  4  Co.,  Arnstadt,  Thür. 


kalz.  96/98  % 

Soda   kalz.  98/100  <Yo  sowie 

aller  Art 

offeriert  preiswert  waggonweise  zur   prompten  Lieferung 
wie  auch  auf  Abschluß 

Hermann  Malky,  Dresden  A  16 

Huttenprodukte.      KrenkelstraBe  23.      Glas  engros. 
Telephon  32122.    Telegramm- Adresse :  Glasmalky. 

  T677 


auf  Wand« 
konsolen, 


für  FuB-  und 
Kraftbetrieb, 


Schablonenhalter,  QueischNcke, 
Strangpressen  äiä,, 

liefern  gut  und  preiswert 

Anders  &  Szymanski,  Maschinenfabrik, 

Lauban  i.  Schi. 


[673    <  p 


DAS  ; 

ARBEITSPROGRAMM: 

lllllllllll'IIHIIIIIIIIillllllllllllllllllllllllllllllllillllHIIlllililiililiilllllii 

Evaporator-Planrost-Unterwindfeuerungen 
Evap^rator-Schrägrost-Unterwindfeuerungen 
Evaporator-Feuerungen  für  Industrieöfen 
Evaporator-Treppenroste 
Evaporator-Treppenschwingroste 
Evaporator  -  Wanderroste 
Evaporator-Wurfapparate 
Evaporator-Stegrohr-Dampfäberhitze:- 
Evaporator-Ekonomiser 
Evap  o  rat  or-Saugzugan  lagen 
Evaporator  -  Wärmespeicher 
Ventilatoren    und  Luftleitungen 
Evaporator-Meß-  und  Kontrollinstrumente 

Entwurf  und  Ausführung  kompletter 
Kraft-  und  Dampfanlagen 

DEUTSCHE  EVAPORATOR- 
AKTIENGESELLSCHAFT 
BERLIN  W  15 


r  en  n  h  i  If s  m  ittel, 

Dreifüße,  Fingerhüte  usw.,  für  Steingut-  und  Por- 
zellanfabriken, liefert  in  vorzüglicher  Beschaffenheit 

I  lirliw in  Woconl    Aktien-Gesellschaft  für  Porzellan-  RMnM 
B-UnWig  Wassel,         und  Steinjjutfabrikation  slOIHl« 


30  gute 


abzugeben. 

Anfragen  nnter  G  5169  an  die  Ge- 
schäftsstelle des  Sprechsaal 


Wir  haben  mehrere  Waggons 


in  2 — 4  mm  Körnung  ans  Kapsel- 
scherben (bei  SK  12  gebrannt)  abzu- 
geben. Angebote  mit  Preisabgabe 
«rotten 


Reinhold  &  Co-,  Bnuzlau,  Scnles 


Pe  Hermanek 

Glas-,  Porzellan-  und 
Steingut-Großhandlung  . 

Köin-Ehrenfeld. 

Büro  und  Musterlager 
Lager  und  Fabrik:  Körnerstr. 
Telephon  A  4677.  k 

Stets  großes  Lager  in  Preß-, 
Schleif- und  Hohlglaswaren. 
Spez.:  Guilloch.  Glaswaren. 


Soda,  kalz. 

—  96/99  %  — 

Glaubersalz 

—  fein  kristallisiert  — 

in  großen  Posten  billigst. 

1 5chwieger,  Leipzig-Connewitz, 

Boraaische  Stralsa  54,1.  |357JI 


Moderne  tadellos  erhaltene 

Rel  ssmann  -  Filter  presse 

mit  32  Holzkammern,  80  zu  80  mm 
(Kammern  völlig  nen),  die  bis  zum 
Augenblick  die  gesamte  Masse  für 
einen  Betrieb  mit  4  Oefen  liefert,  ist 
wegen  Anschaffung  einer  größeren 
Presse  preiswert  zu  verkaufen.  Presse 
kann  im  Betrieb  besichtigt  werden. 


1D 

in  Thüringen. 


[736 


Export. 

Kleine  leistungsiähige  Porzellanfabrik 


für  Tassen,  Teller,  19  und  20  cm, 
und  Kttcbengarnituren  usw. 


Event.  Vergebung  der  Teilproduktion 
für  lauf endv  Angebote  unter  G  5154 
an  die  Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 


1000 


Konische 


Dutzend 

lassen, 


regulär,  mit  Goldband  nnd  Linie,  so- 
fort nnd  laufend  lieferbar.  Angebote 
anter  G  5153  an  die  Geschäftsstelle 
des  Sprechsaal  erbeten. 


Ii 


Mehrere  Waggons 


f 

frei  von  Schamotteteilen,  hat  billig 
abzugeben  die 
Glasfabrik,  Aktiengesellschaft , 
Brockwitz,  Bez.  Dresden.  (721 


(65.  Jahrgang.) 


Coburg,  den  13.  Juli  1922. 


Nummer  28 


Zeitschrift  für  big  Keramischen.  Glas-  iinh  ugrwanhtpn  Inbustrien 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  Bugra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1 868 
Erscheint   wöchentlich    einmal  Donnerstags 


Fernsprecher  Nr.  59.  /  Telegramm-Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto:  Bayerische  Vereinsbank  in  Coburg 


Bezugspreis:  J^^^^^^-O«^^  bei  der  Post  bestellt  für  das  III.  Vierteljahr  Jt  35.-,  unter  Streifband  M  74.- 
Anzeigen.  Die  Zeile  von  1  mm  Hohe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  3.-,  Stellengesuche  M  1.50 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt 


Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.  V  -  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten.  8 


Zur  Beachtung! 


<*  *•  eine,  SCriawech'se.  ed^.Ä 

Redaktion  des  Sprechsaal. 


An  alle  ehemaligen  Besucher 
der  Keramischen  Fachschule  Bunzlau. 

Am  1  November  d.  J.  kann  die  Bunzlauer  Fachschule  auf  eine  25-jährige  erfolgreiche  Tätigkeit  zurückblicken 
Aus  dieser  Veranlassung  sind  für  den  4.,  5.  und  6.  November  d.  J.  Veranstaltungen  geplant,  an  welchen  teilzunehmen 
allen  ehemaligen  Angehörigen  der  Fachschule  ein  Herzensbedürfnis  und  eine  Ehrenpflicht  sein  wird  teilzunehmen 

An«  *  «hrht  d*l  8eDaUe  Fe9tpr?f amm  er8t  sPäter  bekanntgegeben  werden  kann,  wollen  die  Unterzeichneten,  als  einstweiliger 
Ausschuß,  beute  schon  zu  emer  zahlreichen  Beteiligung  auffordern.    (Es  sind  in  Aussicht  genommen:  Begrüßungsaben ^  Festakt 

"m  di«  Vorbereitungen  für  die  verschiedenen  Darbietungen  durchführen  zu  können,  bitten  wir,  recht  bald  an  die  Ge- 
schaftsfuhrung  des  Ausschusses  -  Walter  Paul,  Bunzlau,  Schönfelderstraße  19  -  (Postscheckkonto  J.  Paul  &  So* BunzS 
Breslau  Nr.  7835)  Anmeldungen  zur  Teilnahme  und  Geldspenden  gelangen  zu  lassen.  öanzlau, 
Anm  MUm  A^^se^material  und  eine  ungefähre  Uebersicht  der  Festteilnehmer  in  die  Hand  zu  bekommen,  bitten  wir,  die 
AnmelduBgen  spätestens  bis  zum  24.  August  d.  J.  an  die  vorstehend  genannte  Adresse  einzureichen.  Auch  sonst  zweckdienliche 
lTu\nd"nderrmerhrIWfiDSCht;  in8beS°ndere  Ad,r ^  ehemali8er  Fachschüler,  Anregungen  für  Ausgestaltung  der  Zusammen- 

Der  Ausschuss: 

G  e  org  Krause,  Schweidnitz  F.  O.  Gerhardt,  Schönebeck 

Walter  Paul,  Bunzlau,  Schönfelderstraße  19. 


312  —  Nr.  28 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


TDpferei-Berufsgenossenschalt. 

Gemäß  §  11  der  Satzung  werden  hierdurch  die  Herren 
Vertreter  der  Topferei-Berufsgenossenschaft  zu  der  auf 

Freitag,  den  4.  August  1932,  vormittags  11  Uhr, 

im  „Park-Hotel"  in  Freiburg  i.  Breisgau, 

anberaumten 

ordentlichen  Genossenschaftsversammlung 

ergebenst  eingeladen. 

Tagesordnung: 

1.  Verwaltungsbericht. 

2.  Jahresbericht  des  technischen  Aufsichtsbeamten. 

3.  Prüfung  und  Abnahme  der  Jahresrechnung  für  das  Jahr 

4.  Wahl  eines  Ausschusses  zur  Vorprüfung  der  Jahresrech- 
nung für  das  Jahr  ",1922. 
5  Feststellung  des  Haushaltsplanes  für  das  Jahr  1923. 
6»  Beschlußfassung  über  einen  8.  Nachtrag  zu  Satzung. 

7.  Besprechung  über  die  Neubearbeitung  der  Unfallverhutungs- 
vorschriften. 

8.  Beschlußfassung  über  den  Begriff  „Kleinbetrieb  . 

9.  Bericht  über  die  Mitarbeit  der  Versicherten  in  der  Renten- 
feststellungskommission.      ,         .        .  „  „.,,1 

10  Besprechung  über  die  Gründung  einer  eigenen  Haftpflicht- 
'  Versicherung  oder  den  Anschluß  an  eine  bereits  bestehende 
Haftpflichtversicherung  bei  einer  anderen  Berufsgenossen. 

11.  Beschlußfassung  über  etwa  noch  eingehende  Anträge. 

12.  Verschiedenes.  . 

(Anträge  sind  dem  Genossenschaftsvorstand  spätestens 
eine  Woche  vor  der  Versammlung  einzureichen) 
Gemäß  §  12  Absatz  2  der  Satzung  ist  jedes  Mitglied  der 
Töpferei-Berufsgenossenschaft   berechtigt,    an  der  Genossen- 
schaftsversammlung mit  beratender  Stimme  teilzunehmen.  Als 
Ausweis  dient  der  Mitgliedschein. 
Berlin,  den  6.  Juli  1922. 

(Geschäftsstelle:  Berlin-Halensee,  Ringbahnstraße  10.) 

Der  Vorstand  der  Töpferei-Berufsgenossenschaft. 

Dr  Dhil  Dr.  Ing.  h.  c.  Heinecke,  Geheimer  Ober-Regierungsrat, 
* v    '  Vorsitzender.  [»« 


Weichporzellanmassen  für  SK  7  nach  J.  Dorfner: 


Versuche  über  Porzellan  mit  niedriger 
Garbrenntemperatur. 

Vortrag,  gehalten  auf  der  3.  Hauptversammlung  der  D.  K.  G.  in  Dresden, 
v  onrag,  geu      ^  Eegierungschemiker  Dr.  W.Funk. 

(Nachdruck  verboten.) 

Vortragender  wie  «zunächst  darauf  hin,  daß  die  Herstellung 
von  Weichporzellan  für  SK  7-10  für  ™™**^\*™£a 
nichts  Neues  sei,  daß  es  aber  wichtig  sei  -  und  zwar  aus 

^eM 

laSe  191C Tvon  E.  Berdel1)  empfohlene  Fluoritporzellan  mit 
e£em  GehaU  von  2-6  °/0  Flußspat  das  aber  in  der  Praxis  zur 
Bereitung  der  sangbaren  Gebrauchsmassen  wohl  nur  wenig 
Verwendunß  finde  Ein  besonderer  günstiger  Einfluß  des 
F^iußspates  auf  die  mechanischen  Eigenschaften  solcher  Massen 
konnte  bei  den  gemachten  Stichproben ^nicht w«*«; 
Der  Vortragende  teilte  dann  ganz  kurz  äl%Ergebnis8e  der 
Veröffentlichungen  über  keramische  Massen  v_on  W  PokaU ) 
QDd    J.    Dorfner3)  mit,  soweit  sie  hier  in  Frage  kommen. 

Weichporzellanmassen  für  SK  7  nach  W.Pukall: 
Nr-  3 :  0,7  g20j  j  ^  .  4>0  SiO,     N<" 24 :  jjj  &g}  1  A1.0. .  4,8  SiO, 
Nr-  4 :  0,7  tA  ,  A)j0s .  5,0  Si02     N<"  26  )  $  &g}  1  A1,08 .  6,0  SiO, 

entsprechend  dem  Versätze: 

Feldspat      Marmormehl      Zattlitzer  Erde  band 
Nr.  3:  35,82  16.03  38,79  10,36 

Btt     RS     as     as  : 

Isi    s&    ss    ss  ss 


')  Sprechsaal  1910,  8.  76. 
■')  Sprechsaal  1915,  8.  130. 
i)  Sprechsaal,  1915,  S.  312  ff. 


a)  0,651  K,0 
0,050  FeO 
0,254  CaO 
0,045  MgO 

b)  0,0616  FeO 
0,0374  CaO 
0,0154  MgO 
0,8856  K20 

c)  0,0536  FeO 
0,2554  CaO 
0,0410  MgO 
0,6600  K20 


1,972  A1,08 . 11,684  SiO, 


1,9906  AlsO?,.ll,6760  SiO, 


2,0547  A1,0S. 11,5812  SiO, 


48,06  Hirschauer  Rohkaolin 
19,23         „  Feinkaolin 
30,91  Feldspat 
1,80  Marmorniehl 

100,00 

650.0  Ehenfelder  Rohton 

477.1  Feldspat 
1027,1 

400  Hirschaaer  Rohkaolin 
200  „  Feinkaolin 

100    Ehenfelder  Rohton 
325,3  Feldspat 
19,2  Marmormehl 

1044,5 


Glasuren  für  SK  7  nach  J.  Dorfner : 


0,52—0,71  CaO 
MgO 
FeO 

0,48—0,29  K,0 


0,64—0,50  A\08  .  4,0—4,8  SiO,. 


Beide  verwendeten  als  Massebestandteile  teils  Kaoline,  teils 
fette  Tone,  ferner  Feldspat,  Sand  und  Marmormehl  und  er- 
hielten  bei  SK  7  gut  verglaste,  weiße,  transparente  Scherben. 
Auf  den  Erfahrungen  der  bisher  genannten  Forscher  fußend, 
hat  dann  Th.  Hertwig-Möhrenbach  auf  diesem  Gebiete  weiter- 
gearbeitet und  über  seine  Ergebnisse  an  verschiedenen  Stellen 
in  der  Literatur  Mitteilungen  gemacht4).  Vortragender  hatte 
gern  Proben  der  praktischen  Weichporzellanerzeugung  nach 
Hertwig'schen  Vorschriften  zu  Prüfungszwecken  gehabt,  konnte 
aber  solche  von  Herrn  H.  nicht  erhalten.  Deshalb  ging  Vor- 
tragender, um  sich  ein  UrteU  zu  bilden,  zu  eigenen  Versuchen 
über,  wobei  es  ihm  allerdings  aus  Zeitmangel  nicht  möglich 
war,  das  ganze  Gebiet  durch  Aufstellung  systematischer  Ver- 
suchsreihen restlos  durchzuprüfen. 

Es  wurden  zunächst  nur  kaolinhaltige  Massen  benutzt,  ohne 
Tonzusatz,  obwohl  Vortragender  sich  darüber  klar  war,  daß 
dies  für  die  Bildsamkeit  der  Massen  nicht  günstig  sei.  Vor- 
tragender habe  es  aber  für  richtiger  gehalten,  so  zu  verfahren 
und  schrittweise  vorzugehen,  um  nicht  von  vornherein  die 
Lösung  der  Frage  unübersichtlich  zu  gestalten,  zumal  nach  den 
Mitteilungen  von  Berdel5)  und  Dorfner6)  ein  Tonzusatz  die 
Brennfarbe  vielfach  ungünstig  beeinflußt.  Die  verwendeten 
Massen  und  Glasuren  gehörten  sämtlich  dem  von  Th.  Hertwig. 
Möhrenbach  angegebenen  Zusammensetzungsbereiche  an.  Vor 
tragender  teilte  nun  zunächst  die  Zusammensetzung  der  ver 
wendeten  Rohstoffe  und  dann  diejenige  von  drei  verschiedenen 
Massen  Nr.  1,  II  und  VII,  sowie  von  zwei  Glasuren  Nr.  V  und 
VIII  mit. 

Chemische  Zusammensetaung  der  Masse-  und 
Glasur  b  est  andteil  e. 

F,0  CO,  SiO,   A1,08  Fe,03  CaO  MgO  K,0  Na,C 

Zegt"ch!ammt0U"'  .  13,02  -  46,03  38,73  0,84  0,32  0,22  0,84  - 
Nordischer  Qaarz  .  -  -  M,M  0  04  o,12  -  -  -  - 
Nordischer  Feldspat     -    —   64,62  19  21   0,31    0,37    —  lisui  a,»e 

8°#ffiS^  .  11,36  -   63.S0  34,71   0,29    0,25  0,20     -  - 

Kalksnat  .     -  42,83    1,77    0,30   0,41  54,43  0,3)     -  - 

Ireide         '  -  42,40    098    024    0  16  55,66  0,5*     -  4, 

Magnesit:    '.    '.    .  1,65  48,78    2.81    0,56   0,10   6,80  39,31     -  - 

Weichporzellanmasse  für  Brenntemperitir  SK  8—9. 


Nr.  I:      434  Zettl.  Kaolin,  getchl.  0,078  F.O 
256  nord.  Feldspat  0,240  CaO 

295    „    Quarz  0,032  MgO 

16  KalhBpat  0,466  K,0 

-ToTiö—  °'l84Nft»° 

Nr.  II:     405  Zettl.  Kaolin,  geechl.  0,050  FeO 
251  nord.  Qaarz,  gebrennt  0,455  LaU 
292    n    Feldspat,     „      0,021  MgO 
62  Kalkspat  0,888  K,U 

 —  0,136  Na20 

10UO  1 

Nr  VII :  520  Sornz.  Kaolin,  gtsch'.  0,024  FeO 
420  nord.  Feldspat  0,431  tau 

°„;°3M  *8 

10°°  0,674  NajO 


2,726  Alt03;  13,989  SiC 


1,73  Al»03.8,60«  SiO, 


1,741  il»Oa. 6,138  Si( 


«)  Vergl.  u.  a.  Sprechsaal  1920,  S.  363,  und  1921  8  446. 

t  Anleitung  zu  heramis(hen  Versueaen,  1911,  Bd.  V/VI,  8.  88. 

«)  a.  angeg.  Orte.   


19«.  (55.  Jahrgang.) 

Weichporzellanglasuren  dgl. 
Nr.  V:     36  01  Feldspat  0,009  FeO 

8,36  Zettl.  Kaolin,  geBchl.  0,614  CaO 
19,29  Kreide  0,173  M?0 

5,47  Magnesit  0,142  K20 

30.87  Qaarz  0,062  N8sO 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


0,306  A'203  2,945  SiOa 


100,00 

Nr.  VIII:  33,18  Feldspat  0,012  FeO 
12,69  Zattl  Kaolin,  geschl.  0,607  CiO 

16,92  Kreide  0,164  MsO 

4,69  Magnesit  0,146  K20 

32  52  Qaarz  0,071  N»,0 
100,00 


0,382  A1,03 , 3,413  SiO, 


Die  Zusammensetzung  von  Masse  Nr.  VII  erfolgte  in  Parallele 
zu  einer  Masse,  die  Hertwig-M.  als  Stanzmasse  empfohlen  hat, 
bei  der  er  aber  anstatt  des  Kaolins  von  Sornzig  solchen  von 
Bortewitz  und  an  Stelle  des  nordischen  Feldspates  nordbayrischen 
von  der  Firma  Schmidt,  Retsch  &  Co.  iu  Wunsiedel  benutzte.  Aus 
den  pulverisierten  Rohstoffen,  wie  sie  im  Betriebe  zu  haben 
waren,  wurden  die  Probemassen  in  Mengen  von  je  50  kg  zu- 
sammengesetzt, in  der  Trommel  gemahlen  und  dann  in  preß- 
feuchtem Zustande  eine  Woche  gelagert.    Hierauf  wurden  die 
Massen  durch  Drehen  zu  verschiedenen  Geschirren  verarbeitet 
was  bei  kleineren  Stücken,  z.  B.  Tassen,  ohne  Schwierigkeit 
verlief,  während  für  das  Drehen  großer  Teller  u.  dgl.  die  Massen 
etwas  kurz  waren.    Die  Stücke  wurden  darnach  verglüht  und 
glasiert. 

I      Das  Brennen  erfolgte  in  einem  kleinen  Rundofen,  der  zwei 
Neuerungen  für  Holz  besaß  und  für  aufsteigende  Flamme  ein- 
gerichtet  war.    Die  lichte  Höhe  der  Brennkammer  betrug  1  m 
der  Durchmesser  0,9  m.    Ein  großer  Industrieofen  stand  für 
die  benutzten  Brenntemperaturen,  d.  h.  oben  SK  7  bezw.  8  und 
auf  der  Sohle  SK  8  bezw.  9,  nicht  zur  Verfügung.  Vortragender 
zeigte  verschiedene  gebrannte  Tassen  aus  den  Massen  Nr  II 
.und  VII  mit  den  Glasuren  Nr.  V  oder  VIII,  die  gute  Trans- 
parenz und  tadellosen  Glasurspiegel  aufwiesen,  während  auf 
Masse  Nr.  1  die  beiden  Glasuren  Nr.  V  und  VIII  wenn  auch 
nicht  matt,  so  doch  unscheinbar  fettglänzend  blieben,  gleich- 
gültig, ob  man  etwas  schärfer  oder  schwächer  ausbrannte.  Im 
allgemeinen  zeigte  sich,  wie  dies  bei  kalkhaltigen  bis  zur  Ver- 
glasung des  Scherbens  gebrannten  Massen  vielfach  der  Fall  ist 
daß  die  Standfestigkeit  solcher  Porzellane  nicht  sehr  groß  ist 
Denn  man  erhielt  im  unteren,  d.  h.  dem  heißeren  Teile  des 
Brennraums  meistens  verzogenes  Geschirr,  wenn  es  im  oberen 
Teile  gerade  gargebrannt  war.    Vielleicht  kann  man  durch 
weitgehendere  Regelung  der  Korngröße  der  Magerungsmittel 
die  Standfestigkeit  solcher  Massen  beim  Brennen  günstig  beein- 
flussen, wie  dies  R.  Rieke7)  hinsichtlich  der  Porosität  und 
bchwindung  dargetan  hat.     Vortragender    hebt  hervor,  daß 
er  bezuglich  der  Geschirrmassen,  nicht  der  Stanzmassen,  vor- 
laufig ernstliche  Bedenken  habe,   ob  solche  kalkhaltige  Por- 
zellane überhaupt  in  großen  Industrieöfen  mit  wirtschaftlich 
günstigem  Erfolg  gebrannt  werden  können,  oder  ob  nicht  infolge 
der  geringen  Standfestigkeit  zuviel  Ausfall  entsteht,  ganz  be- 
sonders bei  Flachgeschirr.    Wollte  man  zum  Bronnen  kleinere 
Kundofen  benutzen,  um  zu  große  Temperaturunterschiede  zu 
vermeiden,  so  wäre  auch  dies  nicht  empfehlenswert,   da  bei 
Anwendung  kleinerer  Oefen  die  Anlage-  und  Betriebskosten 
erhöht  werden.    Dadurch  würde  aber  der  Vorteil  der  niedrigeren 
üarbrenntemperatur  und  somit  der  Kohlenersparnis  ausgeglichen 
-  Vielleicht  wäre  der  Tunnelofen  für  solche  Porzellane  für  SK  7—9 
der  zweckmäßigste  Brennofen,  weil  er  keine  sehr  hohe  Brenn- 
kammer besitzt  und  man  bei  ihm  nach  dem  Fallen  des  Kegels 
idas  Brenngut  rasch  weiterbefördern  und  somit  aus  der  Zone 
f~hö,°h^ten  Ten°Peratur  entfernen  und  der  mit  ihr  verbundenen 
gefährlichen  Nachglut  entziehen  kann,    durch  die  leicht  ein 
Ueberbrennen  herbeigeführt  wird. 

Das  Eingießen  von  kochendem  Wasser  in  die  Probetassen 
hielten  sämtliche  Stücke  aus,  ohne  zu  springen.  Auf  dem 
öunsenbrenner  mit  der  vollen  Flamme  erhitzt,  wie  man  dies 
öei  Laboraloriumsgefäßen  aus  Hartporzellan  tut,  platzten  sie 
»  V,  «  Voitragende  hatte  Herrn  Dozent  Dr.  Rieke  eine 
Anzahl  Brennproben  aus  Masse  I  und  VII  übersandt,  die  dieser 
anf  ihre  Zugfestigkeit,  Kugeldruckfestigkeit  und(  Schlagbiege- 
festigkeit  untersucht  hat.  Aus  den  nachstehend  wiedergegebenen 
Sahlenwerten  geht  ohne  weiteres  hervor,  daß  die  mechanische 
Festigkeit  dieser  Massen  der  von  wirklichem  Hartporzellan 
nittlerer  Güte  ziemlich  nahekommt.  Die  Frage,  ob  dies  für  alle 
Weichporzellane  zutrifft,  möchte  Vortragender  offen  lassen,  bis 
weitere  Messungen  vorliegen. 

•lasse  Nr.  I    Kugeldruckfestigkeit  bezogen  auf  1  mm  Dicke 
im  Mittel  96  kg  (Hartporzellan  674—955—1384), 
„     Nr.  I     Zugfestigkeit  in  kg/qcm  im  Mittel  217  kg  (Hart- 
porzellan  161—204—231—820), 


  «r.  28  —  313 

Masse  Nr.  I  Schlagbiegefestigkeit  im  Mittel  1,83  kg  (Hart- 
porzellan 1,75—1,88—1,99), 
Nr.  VII  Zugfestigkeit  in  kg/qcm  im  Mittel  241  kg. 
Zum  Schlüsse  wurde  vom  Vortragenden  betont,  daß  durch 
Versuche  noch  festzustellen  sei,  ob  und  inwieweit  man  mit 
tonhaltigen  und  quarzreicheren  Massen  günstigere  Ergebnisse 
erzielen  könne  Es  sei  wünschenswert,  daß  sich  auf  diesem 
Uebiete  der  Herstellung  von  Porzellanen  für  SK  7—9  auch 
andere  Fachleute  betätigten  und  Versuche  in  größerem  Maß- 
stäbe vornahmen,  und  gerade  auf  diese  komme  es  an.  Sicher- 
lich wurde  dies  für  unsere  Industrie,  wenigstens  soweit  sie  sich 
mit  der  Erzeugung  gewöhnlicher  starkwandiger  Geschirre  und 
btanzartikel  befasse,  von  wirtschaftlichem  Nutzen  sein. 


7J  Sprechsaal  1918,  8.  124. 


Der  Phonolith  in  der  Glasindustrie. 

Von  Dr.  Hugo  Kühl,  Kiel. 

(Nachdruck  verboten.) 

Der  bekannte  Kolloid  Chemiker  R.  Zsigmondy  fand,  daß 
Losungen  von  Eisenoxydulsalzen  in  hohem  Grade  die  Wärme- 
strahlen absorbieren.  Diese  Beobachtung  veranlaßte  ihn,  das 
Verhalten  des  in  Glassubstanz  gelösten  Eisenoxyduls  eingehender 
?o  ??i?tS?ch**-  Er  wies  nach>  daS  eisenfreie  Gläser  58,40  bis 
bd,14  /0  der  auf  sie  gefallenen  Wärmestrahlen  hindurch  ließen, 
dagegen  hielt  ein  durch  geringe  Mengen  Eisen  schwach  bläulich 
gefärbtes  Tonerde-Natronglas  nahezu  80  °/0  zurück.  Ein  Kalk- 
Natron  -  Kronglas  mit  1  °/0  Eisenoxydul  hielt  99,28  °/0,  ein 
solches  mit  2  °/0  Eisenoxydul  sogar  sämtliche  Wärmestrahlen 
zurück. 

Diese  Untersuchungen  Zsigmondys  weisen  uns  hin  auf  die 
Verwendung  einheimischer  eisenhaltiger  Rohstoffe  in  der  Glas- 
industrie zur  Gewinnung  von  Spezialgläsern,  die  als  Schutz 
gegen  Wärmestrahlung  gedacht  sind."  Ein  uns  in  großen 
Mengen  zur  Verfügung  stehendes,  ganz  ausgezeichnet  schmel- 
zendes Produkt  ist  eine  deutsche  Lava,  der  von  der  Rhenania*) 
in  Aachen  in  den  Handel  gebrachte  Phonolith.  Phonolith  ist 
umsomehr  ein  geeignetes  Produkt,  als  es  große  Mengen  Alkali 
und  Tonerde  neben  etwa  2°/0  Eisenoxyd  enthält.  Tonerdereiche 
Glaser  sind  bei  richtiger  Zusammensetzung  sehr  widerstands- 
fähig gegen  Stoß  und  ertragen  verhältnismäßig  große  Temperatur- 
differenzen. 

Die  nachfolgenden  Ausführungen  gelten  dem  Phonolith- 
glase,  und  zwar  der  Verwendung  des  Phonoliths  in  der  Glas- 
industrie zur  Gewinnung  von  Gläsern,  die  als  farbige  Schutz- 
gläser gegen  strahlende  Wärme  Verwendung  finden. 

Das  aus  deutschem  Phonolith  hergestellte  Glas  hat  für  manche 
Industriezwecke,  wie  schon  Zsigmondy  in  einer  größeren  Arbeit 
(Sprechsaal  1893,  Nr.  20/23)  bewies,  als  er  die  Bedeutung 
des  Eisenoxyduls  zeigte,  großen  Wert.  Zsigmondy  empfahl  die 
Herstellung  von  Lampenkugeln,  -glocken  usw.  aus  eisenhaltigen 
Gläsern. 

Selbstverständlich  können  aus  Phonolithglas  keine  farblosen 
Lampenglocken  usw.  hergestellt  werden.  Das  Phonolithglas, 
d.  h.  das  unter  Zusatz  von  20—25  °/0  Phonolith  erschmolzene 
Glas  ist  grün,  so  grün  wie  das  Glas  einer  gewöhnlichen  grünen 
Weinflasche.  Eine  Entfärbung  des  Phonolithglases  durch 
Braunstein  ist  nur  in  einem  unzureichenden  Maße  möglich,  und 
auch  die  teuren  Entfärbungsmittel  wie  Nickel-,  Kobaltoyd  und 
Antimonoxyd  versagen;  eine  leichte  Färbung,  je  nach  dem  ver- 
wendeten Mittel,  Grün,  Blau,  Gelb,  bleibt  bestehen.  Farblose 
Gläser  können  nur  aus  eisenfreien  oder  doch  höchstens  Spuren 
Eisen  enthaltenden  Rohstoffen  gewonnen  werden. 

So  unterscheidet  sich  das  Phonolithglas  nicht  von  dem 
ordinärsten  Flaschenglase?  Es  sind  große  Unterschiede  vor- 
handen, wie  ich  noch  im  Laufe  meiner  Ausführungen  zeigen 
werde.  Das  ordinäre  Flaschenglas  verträgt  keine  Temperatur- 
differenzen, das  Phonolithglas  ist  bei  richtiger  Zusammen- 
setzung so  indifferent  gegen  plötzliche  Temperaturerhöhung 
und  Temperaturerniedrigung,  daß  man  aus  ihm  Grubengläser 
herstellen  könnte,  wenn  diese  nicht  farblos  verlangt  würden. 
Die  Farbe  der  Phonolithgläser  ist  ebenso  unschön  als  die  der 
aus  ordinärem  Glas  gearbeiteten  Champagnerflasche.  Absolut 
farblos  läßt  es  sich  nicht  gewinnen.  Die  Ursache  ist  leicht 
verständlich.  Die  Entfärbung  unserer  eisenhaltigen  Gläser 
beruht  auf  der  Entstehung  von  Komplementfarben.  Das  farb- 
lose Sonnenlicht  läßt  sich  durch  das  Prisma  auflösen  in  die 
sieben  Regenbogenfarben,  Rot,  Orange,  Gelb,  Grün,  Blau,  Indigo, 
Violett.  Die  sieben  Regenbogenfarben  wiederum  ergänzen  ein- 
ander und  geben  absolut  farbloses  Licht.  In  diesem  Maße 
kennt  die  Glasindustrie  keine  Komplementfarben,  weil  alle  ihre 
Farben  (Silikatflüsse)  im  physikalischen  Sinne  unrein,  d.  h. 
keine  reinen  Farben  sind  wie  die  des  Regenbogens.  Wir  müssen 
also  auf  eine  Entfärbung  des  Phonolithglases  zur  Gewinnung 
farbloser  Lampenglocken  verzichten. 

*)  Rhenania,  Verein  ehem.  Fabriken,  A.-ö.,  Aachen. 


314  —  Nr.  28 


SPRECH  SAAL -COBURG. 


1922.  (85.  )fahrgang.)> 


Anders  liegen  aber  die  Verhältnisse,  wenn  wir  farbige 
Lampenglocken,  Lampenkuppeln  usw.  herstellen  wollen  welche 
die  Wärmestrahlen  absorbieren.    Das  durch  Eisenoxydulsilikat 
flaschengrün  gefärbte  Glas  ist  an  sich  zu  unschön,  sieht  so 
ordinär  aus,  daß  niemand  es  kaufen  würde.   Wir  müssen  daher, 
um  ein  brauchbares  Glockenglas  zu  erhalten,  wie  der  Maler 
die  Farbenmischungen  studieren.   Der  Maler  hat  auch  kerne 
physikalisch  reinen  Farben,   er  benutzt  oft  sogar  dieselben 
Rohstoffe  für  seine  Farben  wie  der  Hüttenmeister.   Bin  großer 
Unterschied  ist  allerdings  vorhanden,  im  Glase  ist  die  Durch- 
dringung der  Farben  eine  viel  innigere  als  der  Maler  sie  auf 
seiner  Palette  durch  Mischen  herstellen  kann.   Dieses  spricht 
meines  Erachtens  sehr  für  die  Anwendung  der  Farbentechnik 
des  Malers,  ich  möchte  sagen  für  die  ästhetische  Farben- 
entwicklung in  der  Glasindustrie. 

Von  diesen  Gesichtspunkten  ausgehend  will  ich  nun  prak- 
tisch an  das  Phonolithglas  herantreten. 

In  den  90  er  Jahren  des  vorigen  Jahrhunderts  wurden 
(Chemisch-technisches  Repertorium  Dr.  Emil  Jacobson  1891) 
Vorschriften  für  Glasgemenge  zur  Erzeugung  von  farbigem 
Glas  veröffentlicht.  Nun  pflegt  wohl  keine  Firma  ihre  Glassatze 
zu  veröffentlichen,  es  bleibe  daher  auch  dahin  gestellt,  ob  die 
veröffentlichten  Gemenge  ein  brauchbares  Glas  ergeben.  Mich 
interessierte  nur  die  Farbe  der  eisenhaltigen  Gläser.  Ich  gebe 
einige  wieder  und  bemerke,  daß  die  Farbgemenge  berechnet 
sind  auf  einen  Satz  mit  100  kg  Sand. 

Antikgrün. 

Kupferoxyd  1  kg,  Eisenoxyd  .0,25  kg,  doppeltchromsaures 
Kali  0,25  kg. 

Dunkelgrün. 

Kupferoxyd  1,5  kg,  Eisenoxyd  0,5  kg,  doppeltchromsaures 
Kali  0,75,  Nickeloxyd,  schwarz  0,025  kg. 

Blaugrün. 

Kupferoxyd  1  kg,  Eisenoxyd  0,125  kg,  Kobaltoxyd  0,025  kg. 
In  allen  drei  Fällen  ist  dem  Gemenge,  das  an  sich  eisen- 
haltig ist  (zur  Erzeugung  farblosen  Glases  hatte  der  Autor 
eine  Nickeloxydul  und  Kobaltoxyd  enthaltende  Entfärbungs- 
masse vorgesehen),  noch  Eisenoxyd  zugesetzt.  Et  sind  dem- 
nach Bedingungen  geschaffen,  wie  sie  im  Phonolith,  bezw.  bei 
Verwendung  von  Phonolith  gegeben  sind.  Bringen  wir  in 
unseren  Glassatz  25°/0  Phonolith  hinein,  so  bekommen  wir  ein 
sehr  tonerdereiches,  in  sich  zähes,  zur  Färbung  sehr  geeignetes 
Glas,  in  dem  zunächst  das  Eisenoxyd  stört.  Wir  müssen  also 
solche  Farbentöne  herzustellen  suchen,  die  durch  Mischung 
von  Farben  entstehen,  wie  auch  der  Maler  durch  Mischen  der 
Farben  auf  der  Palette  den  gewünschten  Ton  erzielt  —  mit 
anderen  Worten,  wir  müssen  die  natürliche  Grünfärbung  des 
Eisenoxydulsilikates  berücksichtigen. 

Als  Versuchsschmelze  wurde  folgendes  Gemenge  von  mir 
zu  Grunde  gelegt: 

Quarzsand  604 

Soda  200 

Kalk  80 

Bariumnitrat    ....  60 

Borsäure  20 

Phonolith  350 

Der  Tiegeleinsatz  schmilzt  leicht  und  schnell  durch,  dürfte 
auch  im  Hafen  und  in  der  Wanne  keine  Schwierigkeiten  be- 
reiten, da  Phonolith  infolge  seines  natürlichen  hohen  Alkali- 
gehaltes für  sich  durchschmilzt  und  somit  ein  Ueberschuß  an 
Schmelzmitteln  vorhanden  ist 

Auf  die  Widerstandsfähigkeit  gegen  plötzlichen  Temperatur- 
wechsel legte  ich  kein  Gewicht,  ich  faßte  das  Glas  nur  als 
Träger  der  Farbe  auf.    Der  Ausdehnungskoeffizient  liegt  in- 
folge des  hohen  Natriumoxydgehaltes  höher  als  es  sonst  bei 
Qaalitätsglas  zu  sein  pflegt.    Ich  habe  den  Vergleichswert  zu 
856  rechnerisch  ermittelt,  nämlich   durch   Multiplikation  der 
prozentischen  Mengen  der  glasbildenden  Chemikalien  mit  dem 
betreffenden  Ausdehnungskoeffizienten  ohne  Berücksichtigung 
der   Größe   10-7,  mithin  festgestellt,  daß  er  hoch  liegt.  Zur 
Herstellung  von  Glas  für  Beleuchtungskörper,  welche  einen 
schroffen  Temperaturwechsel  aushalten  sollen,  wäre  das  Glas 
in  der  voilieg' nden  Zusammensetzung  nicht   geeignet.  Der 
Satz  müßte  auf  experimenteller  Grundlage  ausgebaut  werden, 
wir  mußten  versuchen,  den   Soda-   bezw.  Natriumoxydgehalt 
herabzusetzen  und  —  falls  die  Kalkulation  es  gestattet  —  den 
Borsäure-  und  Magnesiagehalt  zu  erhöhen  und  Zinkoxyd  ein- 
zuführen.     Das    Phonolithglas    zeigt    die    für  Eisengläser 
charakteristische   Grünfärbung,   welche    die    Verwendung  zu 
Qualitätsware  ausschaltet.    Eine  Beseitigung  der  grünen  Farbe 
ist  nur  bis  zu  einem  gewissen  Grade  möglich,  dagegen  lassen 
Bich  unter  Berücksichtigung  des   grünen  Eisentones  schöne 
Farben  herstellen  z.  B.  „Grün",  10  g  Kupferoxyd,  8  g  Kalium- 
chromat;   „Blaugrün",   10  g  Kupferoxyd,    1    g  Nickeloxyd; 


„Lichtblau",  10  g  Kupferoxyd,  1,5  g  Kobaltoxyd;  „Tiefblau  ,  10  g 
Kupferoxyd,  3—4  g  Kobaltoxyd.    Die  gefärbten  Phonolith- 
gläaer  erinnern  nicht  mehr  an  Flaschenglas  in  der  Farbe. 
Wir  können  natürlich  unter  Benutzung  anderer  Metalloxyde 
auch  andere  Farben  erzeugen,  bezw.  durch  Mischungen  ver- 
schiedene Nuancen  hervorrufen.    Für  das  zum  Einfenstern 
dienende  Tafelglas  ist  das  Eisen  haltende  Phonolithglas  schon 
an  sich  infolge  seiner  Festigkeit  außerordentlich  geeignet. 
Eine  teilweise  Beseitigung  des  grünen  Stiches  ist  durch  Braun- 
stein und  Nickeloxyd  zu  erreichen,  auch  Seien,  sogar  Kobalt- 
oxyd eignen  sich,  letzteres  bei  vorsichtiger  Verwendung  sogar 
ausgezeichnet.   Es  genügen  ganz  kleine  Mengen  zur  Erzeugung 
eines  schwach  bläulichen  Stiches.    Ich  erinnere  daran,  daß 
die  Maler  die  blendende  Weiße  des  Gebirgsschnees  durch 
Ultramarinblau  vortäuschen.    Nimmt  man  größere  Mengen,  auf 
obigen  Satz  1  g,  so  ist  das  Glas  schon  zu  blau.    Hier  mag 
erwähnt  sein,  daß  ich  auf  der  Insel  Föhr  farbige  Stallfenster, 
und  zwar  lichtkobaltblaue  fand.    Es  wurde  mir  zur  Begründung 
mitgeteilt,  daß  das  Vieh  nicht  so  unter  dem  grellen  Lichte  zu 
leiden  hätte.    Mit  farbigem  Glas  ausgestattet  sind  die  Kirchen- 
fenster und  die  Fenster  in  den  Treppenaufgängen  und  Hallen 
vornehmer  Häuser.    Hier  kommt  das  Phonolithglas  ganz  be- 
sonders in  Frage,  weil  diese  wertvollen  Fensterscheiben  aus 
Qualitätsglas  bestehen  müssen.  Beansprucht  werden  sie  in  zwei- 
facher Weise,  sie  müssen  die  durch  Temperaturdifferenzen 
bedingten  Spannungen  aushalten  und  dürfen  nicht  erblinden 
infolge  teilweiser  Entglasung. 

Die  Kunst,  Glas  mit  Kupfer  rot  zu  färben,  war  schon  in 
alter  Zeit  bekannt,  geriet  aber  in  Vergessenheit,  um  1828 
erst  wieder  gefunden  zu  werden  durch  Bontemps.  Rote 
Gläser  finden  noch  heute  vielfach  Verwendung  für  Kirchen- 
fenster. Ein  interessantes  Verfahren  wurde  zuerst  von 
Henri vaux  (Mon.  de  la  Ceram.  47,  p,  409)  angegeben;  es  besteht 
darin,  daß  man  zwei  verschieden  zusammengesetzte  Gläser,  von 
denen  das  eine  durch  Kupferoxyd  grünblau,  das  andere  durch 
ein  Uebermaß  von  Eisenoxyd  gelblich  gefärbt  ist,  zusammen- 
schmilzt. Beim  Durchschmelzen  erhält  man  eine  dunkelgrüne, 
von  purpurroten  Adern  durchzogene  Masse.  Die  beiden  Sätze 
von  Henrivaux  sind: 


Ein  etwa  7°/0 

Tonerde 
haltendes  Glas 


Et 


Satz  I  (grünblau): 
Soda    ......    100  kg 

Marmormehl    ...     50  „ 

Sand   260  „ 

Kupferoxyd  ....     10  „ 


Satz  II  (gelblich): 

Soda  100  kg 

Marmormehl    ...     50  „ 

Sand   260  „ 

Eisenoxyd    ....     15  „ 


p 


1 


Da  zur  Herstellung  von  Rubingläsern  strengflüssige,  in  sich 
zähe  Glasmassen  erforderlich  sind,  die  tonerdereichen  Gläser 
diese  Eigenschaft  in  hohem  Grade  besitzen,  so  dürften  die 
Phonolithgläser  für  den  Henrivaux  schen  Versuch  ganz  besonders 
geeignet  sein.  Zweifellos  ist  Phonolith  an  sich  ein  sehr  ge- 
eigneter Rohstoff  für  die  Herstellung  des  Kupferrubins,  da  er 
ein  zähflüssiges  Schmelzgut  liefert  und  der  Eisengehalt  nicht 
schädlich  wirkt,  wie  Henrivaux  zeigte.  In  den  eben  wieder- 
gegebenen beiden  Sätzen  sind  die  Kupferoxyd-  bezw.  Eisenoxyd 
mengen  meines  Erachtens  viel  zu  groß  gewählt  bezw.  angegeben 
10,0  g  Kupferoxyd  würden  vollständig  genügen. 

Ein  tief  grünes  Glas  läßt  sich  aus  Phonolith  mit  Uranoxyc 
erschmelzen.  Die  Farbe  ist  so  klar  und  rein,  daß  diese! 
Phonolithglas  als  Zierglas  wohl  in  Frage  kommt.  Ein  leich 
durchschmclzendes  Gemenge  ist  folgendes: 

Quarzsand   600  kg 

Soda  2°°  » 

Kalk  80  » 

Bariumnitrat .  25  „ 

Borsäure  '  ^0  „ 

Phonolith .    .    .    .   350  „ 

Uranoxyd   6  „ 

Braunstein  25  „ 

Im  heißen  Tiegel  schmilzt  dieses  Gemenge  in  einige; 
Stunden  durch  und  läßt  sich  gut  verarbeiten.  Das  Glas  if 
blank  von  tief  grüner  Farbe.  Selbstverständlich  ist  diese  durc 
drei  färbende  Körper  entstanden,  nämlich  durch  Eisenoxydul 
silikat,  Manganoxydulsilikat  und  Uransilikat.  Als  Tafelgla 
ließe  Bich  das  oben  mitgeteilte  Gemenge  gut  einsetzen,  ma 
würde  ein  wundervoll  farbiges  Glas  erhalten,  das  weitgehend 
Verwendung  finden  könnte,  so  z.  B.  als  Fensterglas  für  groß 
Kirchen  und  Prachtbauten.  Es  mag  an  dieser  Stelle  erwahi 
sein,  daß  ich  mit  Kobaltoxyd  und  Uranoxyd  die  reinste 
Farben  erzielte. 

Werden  eisenreiche  Gemenge  in  Sulfatschmelze  verarbeite 
so  erhält  man  bei  starker  Reduzierung  durch  Kohle  ein  braun« 
bis  braunschwarzes  Glas.  Das  zu  Natriumsulfid  reduzier 
Sulfat  setzt  sich  mit  dem  im  Gemenge  enthaltenen  Eist 
chemisch  um  unter  Bildung  von  braunschwarzem  Schwefeleisf 
und  Natriumox.yd,  welches  sich  seinerseits  mit  der  Kieselsäui 
des  Sandes  zu  Natriummetasilikat  verbindet.   Das  fertige  Gli 


19».  (55.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL -COBURQ. 


Nr.  28 


315 


ist  tiefbraun  gefärbt.  Diese  Färbung  kann  man  bis  zur  vollen 
Schwarzfärbung  verstärken,  wenn  man  dem  Gemenge  etwas 
Eisen  und  Schwefelpulver  zusetzt.  Ein  schön  schwarzes  Glas, 
das  für  viele  technische  Zwecke  verwendbar  sein  dürfte,  so 
zur  Herstellung  von  Monumentplatten,  gewinnt  man  unter 
Benutzung  des  eisenreichen  Phonoliths  nach  folgender  Vor- 
schrift: 

Gewöhnlicher,durch  Sieben  von  Steinen 
und  Kalkbrocken  befreiter  Kies    .        80  kir 
Sulfat  40  f 


Kalk 
Witherit 
Phonolith 


25 


~-rr —    •  •  ioo  „ 

Kohle   o 

Schwefel  2  " 

Eisendrehspäne  (gesiebt)  oder  Eisen- 
feile  '4 

4„  ]n  PI%*ten  von  4—5  mm  Stärke  erscheint  das  "©las  voll 
ständig  schwarz.  Da  die  Phonolithgläser  infolge  ihres  hohen 
Tonerdegehaltes  sehr  widerstandsfähig  hergestellt  werden 
können,  ist  die  erwähnte  Verwendung  möglich.  Fasse  ich  das 
Ergebnis  meiner  Studie  kurz  zusammen,  so  kann  ich  zunächst 
ganz  allgemein  sagen,  daß  die  Verwendung  des  Phonoliths  zur 
Herstellung  farbigen  Glases  durchaus  zu  empfehlen  ist,  weil 
der  Phonolith  sehr  widerstandsfähige  Gläser  liefert  und  infolge 
seines  hohen  Alkaligehaltes  in  unserer  Zeit  geradezu  ein  Er- 
sparnis ist. 

_  Meine  Versuche  erschöpften  das  Thema  der  farbigen  Gläser 
natürlich  nicht,  sie  sollen  nur  anregen.  Als  gute,  brauchbare 
Gläser  habe  ich  folgende  herstellen  können. 

1.  Grün:  Kupferoxyd  —  Nickeloxydul, 

Kupferoxyd  —  Kaliumchromat, 
Kupferoxyd  —  Nickeloxyd, 
Braunstein  —  Uranoxyd. 

2.  Blau:  Kupferoxyd  —  Kobaltoxyd. 

3.  Schwarz:  Schwefeleisen. 

Weitere  Untersuchungen  über  die  Möglichkeit,  farben- 
prächtige Phonolithgläser  herzustellen,  beschäftigen  mich 
zur  Zeit. 


Die  Wärmeausstellung"  Essen  1922 
vom  17.  Juni  bis  16.  Juli. 

Unsere  heutige  wirtschaftliche  Lage  steht  im  Zeichen  der 
Kohlennot.  Die  Ersparung  von  Kohle  bedeutet  eine  Vermehrung 
les  Kohlenschatzes,  und  allgemein  ist  der  Wunsch  vorhanden, 
Wärmewirtschaft  zu  treiben ;  nicht  nur  in  Deutschland,  auch  im 
Auslände  hat  man  schon  Einrichtungen  getroffen,  um  die  Be- 
triebsmethoden zu  verbessern  und  die  Ausnutzung  der  Brenn- 
itoffe  zu  fördern.  Mag  die  Kohlennot  auch  einmal  vergehen, 
lie  Wärmewirtschaft  bleibt  dauernd  eine  wichtige  Frage,  denn 
nit  Wärm»  haushalten  heißt  die  Betriebskosten  verringern  und 
lie  Produktivität  steigern,  d.  h.  wettbewerbsfähiger  werden. 
Dies  gilt  nicht  nur  für  einzelne  Industriezweige,  sondern  für 
|anze  Bezirke  und  Länder  und  für  unsere  ganze  Wirtschaft. 
Jon  den  bisher  vorhandenen  gemeinnützigen  Einrichtungen  der 
Wärmewirtschaft  sofort  große  neue  Erfindungen  zu  erwarten, 
räre  verfehlt,  wenn  sie  auch  zweifellos  schon  vorhanden  sind 
ind  durch  die  stärkere  Betätigung  hervorgerufen  werden.  Neue 
^erfahren,  wie  z.  B.  die  Kohlenstaubfeuerung  und  die  Dampf- 
peicherung  haben  in  den  letzten  Jahren  stärkeren  Anklang 
efonden. 

Der  Schwerpunkt  der  Wärmewirtschaft  liegt  aber  darin, 
*n  bereits  bekannten  und  bewährten  Grundlagen  und  Er- 
ahrungen  der  Wärmetechnik  eine  allgemeine  Anwendung  zu 
(erschaffen.   Besonders  not  tut  hierbei  der  Ueberblick  über 
ie  wärme-  und  energie wirtschaftlichen  Zusammenhänge  der 
Verke.   Bei  jedem  Industriellen  muß  der  Wunsch  nach  einer 
erbesserung  seiner  wärmewirtschaftlichen  Anlagen  geweckt 
if i  erden.   Die  wärmewirtschaftliche  Beratung  umfaßt  diese  Zu- 
c  »mmenhänge  und  sucht  sie  den  Werkinhabern  nahe  zu  bringen. 
il  Nichtig  ist,  daß  der  Betrieb  dauernd  von  wärmewirtschaftlichen 
al  esichtspunkten  aus  selbst  überwacht  wird.  Kleinere  Betriebe 
fcne  viele  technische  Hilfskräfte  müssen  sich  der  Hilfe  gemein- 
«utziger  Ueberwachungsbeamten  bedienen.  In  der  Großindustrie 
fi  nd  heute  viele  Wärmebüreaus  eingerichtet,  die  sich  vorzüglich 
«zahlt  machen.  Das  Personal  wird  ausgebildet  in  der  Betriebs- 
"  berwachung,  in  der  Wärmebuchführung  und  in  der  Wärme- 
essung.   Die  Wärmewirtschaft  hat  eine  Wärmebuchführung 
«chatten,  wie  es  in  jedem  kaufmännisch  geleiteten  Unter- 
«ahmen  eine  solche  für  die  ein-  und  ausgehenden  Geldbeträge 
4  bt.    Die  wärmewirtschaftliche  Arbeit  bezweckt  die  richtige 
aswahl  und  Ausnutzung  der  wärmetechnischen  Einrichtungen, 
se  e  Verwendung  geeigneter  Brennstoffe,  die  Ueb  erwachung  der 
ar  'uko  und  die  regelmäßig  wiederholte  Wärmebilanz.  Äußer- 
te deutlich  wichtig  ist  neben  der  Ausbildung  von  Betriebspersonal 


und  der  Interessierung  aller  Kreise,  die  an  industriellen  oder 
gewerblichen  Unternehmungen  beteiligt  sind,  der  Erfahrungs- 
austausch, die  Sammlung  und  Verbreitung  von  Methoden. 

Die  Industrie  hat  bedeutende  Wärmewirtschaftsstellen  ge- 
schaffen, und  auch  das  Kleingewerbe  tritt  an  diese  Aufgaben 
heran,  um  die  notwendige  wirtschaftliche  Wärmekraft  herbei- 
zuführen. Eine  solche  wirtschaftliche  Werbung  ist  notwendig, 
um  die  Gesamtheit  zur  Sparsamkeit  und  zur  richtigen  Aus- 
nutzung des  Kohlenschatzes  zu  bringen.  Wir  haben  heute 
wärmetechnische  Abteilungen  der  Landeskohlenstellen,  der  In- 
dustrie-Fachverbände und  der  Dampfkessel  -  Ueberwachungs- 
vereine.  Für  sämtliche  ,  Wärmestellen  bildet  die  Hauptstelle 
für  Wärmewirtschaft  in  Berlin  die  Spitzenorganisation.  Die 
Landeskohlenstellen  sollen  die  Werke  anregen,  sich  ein  ar 
wärmewirtschaftlichen  und  sachverständigen  Beratung  zu  be- 
dienen; sie  wollen  den  Betrieben  behilflich  sein,  diejenigen 
Brennstoffe  zu  bekommen,  deren  sie  bedürfen;  sie  wollen  sich 
weiterhin  aber  auch  besonders  um  die  Wärmewirtschaft  des 
Hausbrandes  bekümmern.  Die  industriellen  Wärmestellen  und 
die  Kesselvereine  müssen  sich  mit  der  Dampf-  und  Ofen- 
wirtschaft, wie  diese  besonders  in  der  keramischen,  Glas-  und 
Metall-Industrie  vorwiegt,  beschäftigen.  Die  Hauptstelle  für 
Wärmewirtschaft  hält  den  Zusammenhang  zwischen  den  bereits 
bestehenden  Stellen  aufrecht  und  fördert  so  den  Erfahrungs- 
austausch. Es  gibt  aber  noch  eine  Reihe  anderer  feuerungs- 
technischer Beratungsstellen,  die  den  Zweck  haben,  den  Ver- 
braucher in  der  Verwendung  bestimmter  Brennstoffe  zu  be- 
raten, so  z.  B.  in  der  Gasindustrie.  Trotz  mancher  Widerstände 
hat  sich  im  Laufe  der  Zeit  doch  ein  rechtes  Vertrauens- Ver- 
hältnis zwischen  den  beratenden  Stellen  und  den  Industrie- 
betrieben gebildet,  und  dieses  Vertrauen  dürfte  sich  in  Zukunft 
immer  mehr  befestigen. 

Daß  ein  besonderes  Verständnis  bei  den  Großverbrauchern 
der  Industrie  sofort  zu  finden  war,  ist  nicht  zu  verwundern 
wenn  man  bedenkt,  wieviel  Millionen  durch  verhältnismäßig 
einfache  technische  und  organisatorische  Maßnahmen  gespart 
werden  können  und  gespart  wurden.  Aber  auch  im  Haushalt 
können  alljährlich  Tausende  gespart  werden,  wenn  man  sich 
die  wärmetechnischen  Grundsätze  mehr  zu  eigen  macht  als 
bisher;  die  Volkswirtschaft  wird  dadurch  zweifellos  gewinnen. 
Die  Wärmeausstellungen  wollen  Zeugnis  ablegen  davon,  was 
bisher  geleistet  wurde  und  wie  man  bestrebt  ist,  auf  dem  ein- 
geschlagenen Weg  fortzufahren.  Der  Kleinverbraucher  an 
Kohlen  war  im  Ruhrgebiet  selbst  durch  die  günstigen  Kohlen- 
verhältnisse außerordentlich  verwöhnt ;  die  hohen  Kohlenpreise 
zwingen  ihn  aber  jetzt  auch  dazu,  den  Fragen  der  Wärme- 
wirtschaft ein  anderes  Interesse  entgegenzubringen. 

Für  die  Kleinverbraucher  bemüht  man  sich,  den  Wärmc- 
ausstellungen  einen  gewissen  belehrenden  Teil  beizugeben  oder 
überhaupt  die  Ausstellungen  ganz  in  diesem  Sinne  zu  veran- 
stalten; es  wird  dort  in  Mustern,  Modellen  oder  Schaubildern 
gezeigt,  wie  man  Oefen  oder  Herde  bedient  oder  ausnutzt, 
welchen  Wert  die  einzelnen  Brennstoffe  haben,  in  welcher 
Weise  man  sich  vor  Wärmeverlusten  schützen  kann  u.  dergl. 
mehr. 

Die  Essener  Ausstellung  findet  schon  deswegen  ein  so 
starkes  Interesse,  weil  hier  der  engste  Zusammenhang  mit  der 
Kohle  vorhanden  ist  und  ein  besonders  starkes  Maß  von  Er- 
fahrungen vorliegt.  Es  kommt  nur  darauf  an,  die  Umsetzung 
der  Brennstoffe  in  Wärmeträger  zu  zeigen,  nicht  aber  etwa 
die  Ausnutzung  dieser  Wärmeträger  in  Maschinen,  also  in  Dampf- 
maschinen, Gasmaschinen,  Dampfturbinen  usw.  Die  Ausstellung 
hat  in  ausgedehntem  Maße  die  Hilfsmittel  für  die  Betriebs- 
überwachung als  wichtige  Förderung  der  Wärmewirtschaft  in 
Gestalt  von  Meßeinrichtungen  und  Kontrollapparaten  in  ihren 
Rahmen  gezogen.  Leider  stand  nur  eine  sehr  kurze  Zeit  der 
Ausstellungsleitung  für  die  Vorbereitungen  zur  Verfügung,  und 
das  überaus  starke  Interesse  an  der  Ausstellung  gerade  im 
Ruhrbezirk  hätte,  wenn  man  nicht  an  den  Termin  gebunden 
gewesen  wäre,  noch  eine  weit  stärkere  Beteiligung  hervor- 
gerufen. Vor  allem  konnte  viel  Material,  das  in  der  Bearbei- 
tung ist,  noch  nicht  gezeigt  werden. 

Die  ganze  Wärmewirtschaft  beruht  selbstverständlich  auf 
der  Kohle,  und  es  lag  daher  nahe,  in  bildlichen  Darstellungen 
die  Entstehung,  Lagerung  und  Gewinnung  der  verschiedenen 
Kohlensorten  zu  zeigen,  wie  das  vom  Rheinisch- westfälischen  , 
Kohlensyndikat  in  Essen,  dem  Rheinischen  Braunkohlensyndikat 
in  Köln  und  der  Berggewerkschaftskasse  in  Bochum  auch  ge- 
schehen ist. 

Die  allgemeine  Wärmewirtschaft  ist  mit  reichem  statistischen 
Material  vertreten,  zahlreiche  Schaubilder  über  Betrieb,  An- 
wendung und  Ergebnis  sind  zu  einem  gemeinsamen  Stand 
vereinigt.  Die  verschiedenen  Wärmestellen  in  ganz  Deutsch- 
land geben  auf  diese  Weise  ein  Bild  ihrer  Aufklärungsarb  it 
innerhalb  der  ganzen  Industrie. 


81«  —  Kr.  28 


SPRECHSAAL -COBURO. 


im  (Ii.  Jahrgang.) 


Auch  das  Handwerk  ist  mit  dem  Ofensetzergewerbe  ver- 
treten, dessen  Bedeutung  für  die  häusliche  Wärmewirtschaft 
man  nicht  unterschätzen  darf. 

Bekanntlich  wird  das  Gas  aus  der  Kohle  erzeugt;  trotzdem 
kann  die  Qasverwertung  oft  wirtschaftlicher  sein  als  die  un- 
mittelbare Verwendung  der  Kohle;  deswegen  wird  auf  den 
Wärmeausstellungen  auch  die  wirtschaftliche  Verwertung  des 
Gases  gezeigt.  *f  •• 

Von  den  vielen  technischen  Hilfsmitteln,  die  sich  auf  die 
Ausrüstung  der  Feuerungen  und  Kesselanlagen  erstrecken, 
lassen  sich  natürlich  keine  vollständigen  Anlagen  zeigen,  und 
man  muß  sich  vielfach  mit  Plänen,  Modellen  u.  dgl.  begnügen. 
Trotzdem  hat  die  Essener  Ausstellung  eine  Reihe  hervor- 
ragender Ausführungen  in  natürlicher  Größe  aufzuweisen.  Die 
vorgeführten  Neuerungen  auf  wärmewirtschaftlichem  Gebiete 
betreffen  in  der  Hauptsache  die  Feuerungen  für  die  ver- 
schiedenen Brennstoffe,  die  Dampferzengung,  Wasserreinigung, 
Dampfüberhitzung  usw.  Auch  das  Wasser  als  Quelle  des 
Dampfes  gehört  in  seiner  vielfältigen  technischen  Aufbereitung 
und  Behandlung  in  den  Rahmen  der  Wärmewirtschaft.  Die 
Ausnutzung  der  Feuerungsabgase  in  Rauch  gas  Vorwärmern  ge- 
hört zum  Gebiet  des  ersten  Umsetzungsprozesses  der  Brenn- 
stoffe. Wir  sehen  neue  Unterwindwanderroste  für  minder- 
wertige Brennstoffe  in  verschiedenen  Ausführungen ;  besondere 
Fortschritte  zeigen  hier  die  Firmen  Nyeboe  &  Nissen  und 
Düsseldorf-Ratinger  Röhrenkesselfabrik.  Sehr  interessant  ist 
auch  die  Schlackenwäscherei,  die  von  der  Fa.  Benno  Schilde- 
Hersfeld  gezeigt  wird.  Das  Grusonwerk  hat  eine  Koksrückge- 
winnungsanlage nach  dem  Magnetscheideverfahren  aufgestellt. 

Ein  technischer  Mittelpunkt  der  Ausstellung  ist  die  Kohlen- 
staubfeuerung;  sie  ist  durch  die  führenden  Firmen  dieses  neuen 
Gebietes  wie  Rodberg,  Walther  u.  a.  vertreten,  und  zwar  in 
Zeichnungen  und  Modellen,  während  die  Deutsche  Maschinen- 
fabrik und  Orange-Gelsenkirchen  eine  Kohlenstaubfeuerung  in 
natürlicher  Größe  vorführen.  Zu  diesen  Kohlenstaubfeuerungen 
gehören  auch  noch  Kohlenstaubmühlanlagen,  die  von  den  ge- 
nannten Firmen  und  von  Möller-Brackwede  ausgestellt  und  vor- 
geführt werden.  Von  der  Kohlenstaubfeuerung  verspricht  man 
sich  sehr  viel,  weil  sie  wirtschaftlicher  arbeitet  als  der  normale 
Planrost.  Die  Kohle  wird  in  den  Mühlen  auf  eine  außerordent- 
liche Feinheit  gebracht  und  dann  durch  Düsen  unter  Druck  in 
den  sog.  Feuerraum  hineingeblasen.  Mit  den  Kohlenstaub- 
feuerungen werden  Temperaturen  von  1600—  1700°  erreicht; 
sie  spielen  eine  besondere  Rolle  in  der  Hüttenindustrie. 

Sehr  wichtig  ist  auch  das  Gebiet  der  Gasbrenner,  die  auf 
der  Aussstellung  für  die  Zwecke  der  Dampferzeugung  gezeigt 
werden.    Gasbrenner  finden  Anwendung  zur  Verfeuerung  des 


Ueberschußgases  der  Kokereien   oder   des   Gichtgases  der 
Hüttenwerke,  und  die  Gasfeuerungen  sind  also  äußerst  wirt- 
schaftlich. Da  der  Gasdruck  schwankt,  so  bedient  man  sieh  der 
Gasdruckregler,  um  den  Druck  auf  gleicher  Höhe  zu  halten. 
Neuartige  Gasbrenner  werden  von  Rodberg,  Balcke-Bochum  u.  a. 
gezeigt.   Im  Dampfkesselbau  sind  beachtenswert  die  neueren 
Ausführungsarten  der  Wasserkammern  von  Steinmüller  und 
Piedboeuf.  Während  früher  die  Wasserkammern  an  den  Nähten 
stumpf  geschweißt  wurden  und  so  zu  größeren  Kesselschäden 
Veranlassung  gaben,  ist  jetzt  ein  Aufritzen  unmöglich  gemacht, 
da  an  den  Feuerstellen  keine  Nähte  mehr  vorhanden  sind. 
Wasserreinigung  und  -wärmung,  Dampfüberhitzung,  Flugaschen- 
feuerung und  Hilfseinrichtungen  aller  Art  wie  Klopf-  und 
Rohrreinigungsapparate  werden  gezeigt,  ebenso  auch  Isolier- 
stoffe für  Rohrleitungen  und  Feuerungsanlagen.  Das  Forschungs- 
heim für  Wärmeschutz  in  München  gibt  sehr  interessante  Er- 
gebnisse bekannt.   Auch  die  Industrie  der  feuerfesten  Steine 
fehlt  nicht  auf  der  Ausstellung,    Kondensations*  und  Rück- 
kühlanlagen,  denen  im  Turbinenbetrieb  zur  lErreichung  eines 
günstigen  Dampfverbrauches  eine  besondere  Bedeutung  zu- 
kommt, werden  von  den  Firmen  Balcke,  Vulcan-Dortmund  und 
Estner  dargestellt.   Die  Abwärmeverwertung  ist  gleichfalls  auf 
der  Ausstellung  vertreten;  besondere  Beachtung  verdient  der 
Ruth'sche  Wärmespeicher.    Zu  nennen  ist  auch  der  Sehnell- 
strom-Dampfüberhitzer von  Szamatolski-Berlin.  Ventile,  Rauch- 
schieber, Meß-  und  Kontrollapparate  für  Rauchgas,  Temperaturen, 
Zug,  Dampfdruck,  Speisewasser,  Dampf-    und  Windmengen, 
Pumpen  für  Speisewasser  und  Kondensationsanlagen  werden 
ferner  gezeigt.  Die  Firma  Thyssen  stellt  Turbinenmodelle  und  Tur- 
binen in  natürlicher  Größe  aus.  Die  Atlas- Werke  zeigen  Anlagen 
für  die  Verwertung  von  Abdampf.     Die   Entwicklung  der 
Kokserzeugung  und  Nebenproduktengewinnung  vom  Meiler  bis 
zur  heutigen  modernen  Kokerei  wird  von  der  Firma  Heinrich 
Koppers  in  Essen  in  sinnreicher  Weise  vorgeführt. 

Sehr  reichhaltig  sind  die  Einrichtungen,  die  dem  Haus- 
brand dienen ;  Oefen  und  Herde  für  Kohle  und  Gas,  Installationen 
der  Heizindustrie  u.  dergl.  mehr  sind  in  großer  Zahl  vorhanden, 
ebenso  Oefen  für  die  keramische,  Hütten-  usw.  Industrie,  ferner 
Backöfen.  Zahlreiche  Apparate  für  den  Haushalt  zeigen, 
welches  starke  Interesse  man  der  Ausnutzung  der  Wärme 
durch  Sparbrenner,  kombinierte  Koch-  und  Heizeinrichtungen, 
die  besonders  in  Siedlungsbauten  eine  Rolle  spielen,  entgegen- 
bringt. Das  Bild  der  Ausstellung  wird  dadurch  anregend  und 
abwechslungsreich  und  zeigt  auch  jedem  Besucher,  wie  er  mit 
seinen  persönlichen  Interessen  mit  der  Wärmewirtschaft  ver- 
knüpft ist. 


Wirtschaftlich-gewerblicher  Teil. 


Korrespondenzen. 

Das  25  jahrige  Arbeitpjubilaum  beging  am  1.  7.  22  Herr  Ferdinand 
Mio  hei,  Direktor  des  FabrikiagerB  von  Villeroy  &  Boch,  Frankfurt  a.  M. 

Totenschau.  Nach  längerem  Leiden  verschied  am  7.  Juli  Herr 
Eduard  Prochaeka,  Direktor  der  Glasfabrik  Jon.  Lötz  Ww.,  Kloster- 
mühle (Böhmen).  Im  Jahre  1880  in  die  Firma  eingetreten,  gelang  es  ihm 
durch  Umsicht  und  Tüchtigkeit  den  Erzeugnissen  des  Unternehmens  den 
Weltmarkt  zu  erschließen.  Der  Verstorbene  hat  sich  um  die  Hebung  des 
Ansehens  der  deutschböhmischen  Glasindustrie  im  Auslande  bleibende  Ver- 
dienste erworben.  Die  Anerkennung,  die  seine  Schöpfungen  auf  dem 
Gebiete]  der  Kunstglaserzeugung  und  Farbenglasschmelze  fanden,  wird 
am  besten  gekennzeichnet  durch  die  vielen  Auszeichnungen,  die  der  Firma 
Job.  Lötz  Wwe.  und  ihm  persönlich  auf  Ausstellungen  in  St.  Louis,  San 
Franzisco,  Paris,  London,  Wien  u.  a.  m.  verliehen  wurden. 

Fachschulen,  Unterricht,  Forschung. 

QlaBhflttenkurte.  Um  für  die  fachmännische  und  wissenschaftliche 
Leitung  von  Glashütten,  aber  auch  zu  Glashüttentechnikern  und  Beamten 
junge  Leute  auszubilden,  werden  an  der  Staatsfachschule  in  Haida  in 
Nordböhmen  alljährlich  Kurse  während  der  Dauer  von  rund  7  Monaten, 
beginnend  am  1.  10.,  abgehalten.  Anmeldungen  finden  im  September  statt. 
Die  Unterrichtsgegenstände  sind:  Hütten-  und  Ofenbau,  Feuerungskunde, 
Chemie,  Arbeiten  im  Laboratorium,  Fachkunde,  Mitarbeit  im  Htttten- 
betrieb,  Berechnung  von  allem,  was  die  Hütte  betrifft  und  a.  m.  Zu 
näherer  Auskunft  ist  die  Direktion  gerne  bereit.   Die  Anstalt  ist  deutsch. 

Gewerblicher  Rechtsschutz. 

Portugal.  Das  Patent,  und  Markenschntzrecht  ist  für  Deutsche 
durch  ein  Dekret  vom  22.  6.  20  mit  Wirkung  vom  10.  1.  20  wiederherge- 
stellt worden.  Dasselbe  Dekret  bestimmt,  daß  die  Zeit  vom  20.  4.  16  bis 
10.  1.  20  für  den  Erwerb,  die  Erneuerung  und  den  Verlust  der  Patent- 
nnd  MarkenBchutzrechte  nicht  zu  zählen  ist,  und  verlängert  die  Frist  für 
die  Bezahlung  der  Gebühren  für  die  durch  den  Krieg  betroffenen  Patent- 
und  Markenschutzrechte  bis  zum  10.  1.  21.  Späterhin  ist  Portugal  dem 
internationalen  Berner  Abkommen  vom  80.  6.  20  über  die  Wiederherstel- 
lung der  durch  den  Krieg  betroffenen  Patent-  und  MarkenBchutzrechte 
beigetreten,  doch  hat  es  dieses  Abkommen  erst  am  10.  1.  £2  ratifiziert, 
nachdem  bereite  einig«  der  darin  festgesetzten  Fristen  abgelaufen  waren. 


Infolgedessen  bat  sich  die  Begierung  genötigt  gesehen,  durch  ein  Dekret 
vom  29.  5.  22  die  Fristen  um  weitere  sechs  Monate,  d.  h.  bis  znm 
29.  11.  22  zu  verlängern.  Die  Erneuerung  des  Markenschutzes  kann  so- 
mit immer  noch  geschehen;  es  muß  mit  etwas  höheren  Kosten  als  früher 
gerechnet  werden,  weil  inzwischen  die  Gebühren  erhöht  worden  Bind. 


Handel  und  Verkehr. 

Handelsverkehr  mit  Rußland.  Da  bei  der  deutschen  Geschäfts- 
welt noch  vielfach  Unkenntnia  über  den  jetzigen  Handelsverkehr  nach 
Bußland  herrscht  und  die  Tatsache,  daß  der  Außenhandel  in  Baßland 
nationalisiert  ist,  viele  auf  den  Export  angewiesene  Fabrikanten  oft  in 
die  Hände  nicht  einwandfreier  Vermittler  treibt,  wodurch  zuguterletzt  nur 
Verluste  entstehen  und  der  legale  deutsch  russische  Handelsverkehr  beein- 
trächtigt wird,  hat  sich  der  Vorstand  des  Deutsch-Russischen  Wirtschafts- 
Bandes,  e.  V ,  Berlin,  entschlossen,  zu  versuchen,  der  deutschen  Geschäfts« 
weit  behilflich  zu  sein.  Zu  diesem  Zwecke  wird  den  Interessenten 
anheimgestellt,  die  für  die  russische  Begierung  bestimmten  and  in  russischer 
Sprache  abgefaßten  Offerten  nebst  russischen  Prospekten  und  Katalogen 
in  doppelter  Ausfuhrung  der  Geschäftsstelle  des  DRWß.,  e.  V.,  zuzustellen, 
von  wo  aus  die  Weitergabe  der  Originalofferten  erfolgt.  Die  Offerten  sind 
möglichst  kurz  abzufassen,  aber  alle  auf  die  Warenlieferung  bezüglichen 
Angaben  genau  zu  machen.  Unaufgefordert  sollten  keine  Master  oder] 
Zeichnungen  eingesandt  werden.  Auf  Wunsch  besorgt  die  Geschäftsstelle] 
des  DRWß ,  e.  V.,  die  Uebersetzung  ins  Rassische,  sowie  die  Drucklegung 
in  russischer  Sprache. 

Ein-  and  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Eine  Aenderung  der  Ausfahrmindestpreise 
ist  vorgenommen  worden:  für  Walkerde  mit  Wirkung  vom  1.7.22;  für 
Drainröhren. 

England.    Zum  In dustr ^Schutzgesetz.    Die  vom  britischer 
Handelsamt  eingesetzten  Ausschüsse  haben  für  den  erhöhten  Zoll  u.  a 
folgende  Artikel  in  Vorschlag  gebracht :   Glaawaren  für  häuslichen  Bedarf 
nicht  mit  Silber  oder  anderen  Metallen  montiert,  und  zwar:  Wasser | 
Haschen,  gewisse  Krüge  (Celery-Jars),  Sahnen-  und  Milchkannen,  Eierl 
rahm-Gläser,  Karaffen  und  ähnliche  Gel  äße,  Nachtisch-  und  andere  Schüsseln 
Fingerschalen  und  Bowlen,  Blamenvasen  und  -Gläser,  farbig  oder  bemalt! 
Becher,  Eiegläser,  EisBOhttBseln,  Geleegläser,  Likörgläser,  Salat-,  Fracht-! 


1928.  (66.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL— COBURG. 


Nr.  £8  —  317 


lorken-  und  Ähnliche  Terrinen  und  Schalen,  Zuckerdosen,  Deckelkrüge, 
«räsentierteller,  Stehaurgläser  (TomblerB),  Wasserkannen,  -krttge  und  Wasen- 
ecken, Weingläser,  Beleuchtungsgläser  für  künstliches  Liebt,  ausgenommen 
lektrische  Glühbirnen,  Gläser  für  Bergwerkslampen  und  Zylinder  für  Pe- 
roleumlampen.   Emailliertes  Gußeisengeschirr  für  den  Hausbedarf. 

Glaswaren,  gleichviel,  ob  (ür  Hausgebrauch  oder  Beleuchtung,  die  nur 
«preßt  sind,  oder  Artikel  aus  gegossener  Kieselerde,  Vitrosil  oder  ähnlichem 
laterial  sollen  von  der  Zollerböhung  ausgenommen  sein,  ebenso  Glas- 
faren,  die  erwiesenermaßen  mit  Silber  oder  anderem  Metall  in  England 
lontiert  werden  sollen.  —  Für  Spielzeug  ist  ein  Bedürfnis  auf  erhöhten 
Ichutzzoll  nicht  anerkannt  worden. 

Kanada.  Einfuhr  deutscher  Waren.  Die  Zweigstelle  des  Aus- 
wärtigen Amtes  für  Außenhandel,  Nürnberg,  hat  für  den  Warenexport  nach 
Canada  Richtlinien  aufgestellt,  welche  von  Interessenten  auf  besonderem 
Vunsch  einverlangt  werden  können. 

Kanada.  Die  Zollbehandlnns  von  Waren  aus  valutaschwachen 
Andern  ist  nunmehr  in  folgender  Weise  festgesetzt  worden:  Für  die 
Jollberechnung  ist  grundsätzlich  maßgebend  der  englische  Marktwert  der 
tfaren.  Ist  dieser  höher  als  der  Verkaufspreis  der  Waren,  so  wird  außerdem 
•emäß  der  Dumpingklausel  des  Zolltarifes  1907  ein  Dumpingzoll  erhoben, 
ier  jedoch  16°/0  des  englischen  Marktwertes  der  Waren  nicht  über- 
teigen  darf. 

Niederländisch-Indien.  Handelserleichterungen.  Die  Zweigstelle 
les  Auswärtigen  Amtes  für  Außenhandel,  Nürnberg,  teilt  mit,  daß  die 
landelsabteilung  des  Departements  für  Landwirtschaft,  Industrie  und 
landel  für  Niederländisch-Indien  in  Buitenzorg  auf  Java,  die  hauptsächlich 
mr  Erleichterung  der  Handelsbeziehungen  zwischen  der  Kolonie  und  dem 
Lusland  dienen  Boll,  bereit  ist,  heimischen  Fabrikanten  und  Exporteuren 
ei  der  Gewinnung  von  Verbindungen  mit  Niederländisch-Indien  bezw. 
ron  Unterlagen  für  den  dortigen  Markt  an  die  Hand  zu  geben.  U.  a.  wird 
/on  ihr  ein  Wochenblatt  herausgegeben,  das  Angebot  und  Nachfrage  ent- 
hält und  regelmäßig  dortigen  Kaufleuten  zugestellt  wird.  Die  oben 
genannte  Zweigstelle  ist  bereit,  Schreiben  von  Interessenten  an  die  genannte 
Institution  weiterzuleiten. 

Die  Lage  in  Industrie  und  Handel. 

Erhöhung  der  Kohlenpieise.  Infolge  der  Erhöhung  der  Berg- 
srbeiterlöhne  im  Ruhrrevier  hat  der  Reichekohlenrat  in  seiner  letzten 
Sitzung  folgende  Erhöhungen  beschlossen:  Der  Preis-  für  Ruhr-  und  Fett- 
'Grderkohle  erhöht  sich  um  netto  M  202,  einschließlich  Steuern  und  Händler- 
»ufechlag  um  Brutto  rund  Jt  300  von  M  907,60  auf  M  1208  die  Tonne. 
Per  Preis  für  rheinische  Braunkohlen  und  Briketts  steigert  sich  aus  den 
eben  angeführten  Gründen  ebenfalls  von  555  um  M  180  auf  M  735 
lie  Tonne.  Für  das  mitteldeutsche  und  oatelbische  Braunkohlenrevier 
konnte  der  genaue  Satz  bei  der  eintretenden  Preiserhöhung  noch  nicht  fest 
bestimmt  werden,  da  die  Lohnverhandlungen  im  Reichsarbeitsministerium 
tapeh  tagen.  Die  Versammlung  genehmigte  einstimmig  alle  Anträge  auf 
freieertöhungen  vom  1.  7.  22  ab.  Regierungsseitig  wurde  ein  Widerspruch 
nicht  erhoben. 

Japan.  Die  Glasindustrie,  die  in  Friedenszeiten  nur  eine  lang- 
same Entwicklung  aufwies,  honnte  während  des  Krieges  infolge  des  aus- 
igwchalteten  europäischen  Wettbewerbes  Bich  merklich  kiäftigen  und  ver- 
größern. Flaschen,  Tischgeschirr,  Beleuchtungsartikel,  Tafelglas  und 
IScbmuekartikel  wurden  schon  seit  längerer  Zeit  hergestellt.  Im  Jahre 
1915  wurde  auch  die  Fabrikation  von  Glühbirnen  aufgenommen.  Die 
(Zahl  der  Betriebe,  die  1914  noch  verhältnismäßig  klein  War,  hat  sich  seit 
diesem  Zeitpunkt  in  einigen  Zweigen  verdoppelt  und  verdreifacht.  Die 
Gesamtzahl  der  Fabriken  belief  sich  1909  auf  360,  1914  auf  463  und 
1919  auf  1268.  Die  Arbeiterzahl  stieg  im  gleichen  Zeitraum  von  7164 
auf  21  530.  Zu  den  481  Oefen  im  Jahre  1915  kamen  bis  1919  733  Neu- 
bauten hinzu.  Von  der  technischen  Vervollkommnung  der  Werkzeuge  und 
Maschinen  eprechen  folgende  Produktionszahlen  (in  1000  Yen): 
V  1909         1914  1919 

Flaschen  2  307         3  001         36  416 

Tischgeschirr  514  871  3147 

Beleuchtungsartikel        964  871  2  875 

Die  Herstellung  von  Glühbirnen  nahm  erst  1915  ihren  Anfang  und  be- 
wegte Bich  naturgfmäß  nur  langsam  vorwärts.  Sie  betrug  in  1000  Yen: 
1915  660,  1919  806  Die  Produktion  von  Tafelglas  erfuhr  folgende 
Steigerung  (in  1000  Yen):  1909  48,  1915  3  927,  1919  16  918  Die  Fabri- 
kation von  sonstigem  Glas,  worunter  auch  alle  Scbmuckartikel,  wie  Perlen, 
Knöpfe  und  Ringe  fallen,  belief  sich  (in  1000  Yen):  1909  auf  362,  1915 
auf  570  und  1919  auf  4198.  Die  Gesamtproduktion  der  Glasindustrie 
stellte  sich  dem  Werte  nach  (in  1000  Yen):  1909  auf  4195,  1915  auf 
12  217  nnd  1919  auf  64  360.  Darunter  hat  jene  Produktion,  die  mit  der 
deutschen  und  böhmischen  am  schärfsten  im  Wettbewerb  steht,  die 
gttnBtigBte  Entwicklung  erfahren,  wie  die  Flaschenerzeugung,  die  Be- 
leuchtungsartikel-,  Tafelglas-  und  Schmuckindustrie.  Ein  anschauliches 
Bild  von  den  Produktions-  und  Handelsverhältnissen  zeigen  die  hohen 
japanischen  Kurse.  Das  Geschäft  geht  aber  keineswegs  in  der  gleich 
günstigen  Weise  weiter.  Dort  wie  hier  zeigen  sich  Konjunktursenkungen, 
und  Betriebseinstellungen  gehören  durchaus  zu  keiner  Seltenheit.  Die 
heimische  Produktion  wird  wohl  in  der  Weise  geschützt  und  gefördert, 
daß  iür  Laboratoiiumsgläser,  Thermometer  und  jedes  Glaeinstrument,  das 
znm  Messen  dient,  eine  amtliche  Bescheinigung  verlangt  wird.  Dadurch 
wird  der  Zwischenhandel  ausgeschaltet  und  das  Geschäft  wenigen  Lizenz- 
inhabern in  die  Hände  gespielt.  Da  die  Güte  des  Erzeugnisses  ziemlich 
zufriedenstellend  ist,  wird  die  Einfuhr  fremder  Waren  nur  auf  Versuchs- 
instrumente, die  in  Staatslaboratorien  gebraucht  werden,  beschränkt.  Die 
Thermometer  werden  in  vielen  kleinen  Fabriken  hergestellt.  Die  be- 
deutendste ist  die  in  Yamaguchi  (Kashiwagi).  Da  die  ,InBtrumente  aber 
doch  noch  vielfach  zu  Klagen  Anlaß  geben,  dürfte  die  Exportmöglichkeit 
recht  in  Frage  gestellt  Bein.  Ausschlaggebend  ist  im  übrigen  hier  auch 
die  Preislage  der  Erzeugnisse.  Vor  dem  Kriege  hatte  Japan  mit  den 
europäischen  Konkurrenten  freies  Spiel,  heute  sind  die  Verhältnisse  andere 


geworden  und  die  Preise  bedeutend  gestiegen.  Nicht  in  gleichem  Maß- 
stab aber  konnte  die  Qualität  gesteigert  werden.  Damit  sei  gesagt,  daß 
unter  normalen  Verhältnissen  in  der  japanischen  Konkurrenz  noch  keine 
Gefahr  entstanden  ist,  am  wenigsten  noch  in  jenen  Absatzgebieten,  wo 
unsere  Waren  eingeführt  sind  und  der  Markt  lediglich  gesteigerten  Be- 
darfs wegen  andere  Wettbewerber  zulassen  mufte.  So  lauten  auch  heute 
noch  die  übereinstimmenden  Urteile  englischer  Reisender.  (Hch) 

Niederländisch-Indien.  Wirtschaftliche  Lage  und  Außenhandel. 
Der  Zweigstelle  Nürnberg  des  Auswärtigen  Amtes  für  Außenhandel  liegt 
ein  Bericht  des  Deutschen  General-Konsulats  in  Batavia  vor,  welcher  sich 
in  sehr  eingehender  Weise  über  die  wirtschaftliche  Lage  und  den  Außen- 
handel Niederländisch-Indiens  im  Jahre  1921  ausspricht.  Der  Bericht 
enthält  neben  einer  allgemdnen  Uebersicht,  statistische  Ab  gaben  über  die 
Aus-  und  Einfuhr,  Mitteilungen  über  die  Produktion  und  den  Produkten- 
handel, sowie  Winke  für  die  Einfuhr  und  Aufschlüsse  über  vorhandene 
Absatzmöglichkeiten.  Der  erwähnte  Bericht  steht  den  Interessenten  zur 
Einsichtnahme  in  den  Geschäftsstunden  bei  der  Zweigstelle  des  Auswärtigen 
Amtes  für  Außenhandel,  Nürnberg,  zur  Verfügung. 

Rußland.  Absatzmöglichkeiten.  Es  werden  zu  kaufen  gesucht: 
Elektrische  Glühbirnen,  elektrisches  Installationsmaterial  und  Flaschen 
verschiedener  Art  von  der  Handelsabteilung  des  Industriebureaus  des 
Präsidiums  des  Obersten  Volkswirtschaftsrates  für  den  Ural;  Bau-  und 
Fensterglas  vom  Zentral  Handelsbureau  der  Verwaltung  für  Bau-  und 
Holzmaterialien  des  Obersten  Volkswirtschaftsrates:  Oefen,  Spiegel-, 
böhmisches  und  Buntglas  vom  Petrotorg.  Da  in  Sowjetrußland  zurzeit 
das  Außenhandelsmonopol  besteht,  ist  es  zweckmäßig,  sich  um  Auskunft 
au  die  Vertretung  des  Kommissariats  für  russischen  Außenhandel,  Berlin  W., 
Lützowufer  1,  zu  wenden. 

Schweden.  Neue  Tarifverträge  in  der  Porzellanindustrie. 
An  den  Porzellanfabriken  in  Stockholm,  Göteborg,  Gefle,  Lidköping  und 
Gustafsberg  wurden  neue  Tarifverträge  abgeschlossen,  die  bis  Ende  des 
Jahres  gelten.  Die  Höchstlöhne  von  1920  werden  bis  zum  1.  7.  um 
35—40 %  herabgesetzt;  nach  diesem  Zeitpunkt  betiägt  die  Lohnminderung 
45-50%.    (&u) 

Geschäftliche  Mitteilungen. 

Stettiner  Schamottefabrik,  A..GL,  vorm.  Didier,  Stettin.  Aus- 
zug aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31. 12.  21:  Reingewinn  Ji  11,72 
(6,36)  Mill  ;  Dividende  26%  (20);  Abschreibungen  M  0,77  (0,68)  Mill.; 
Zuweisungen  an  Werkerhaltungskonto  JC  1,28  (0,40)  Mill,;  an  Unter- 
Bttttzungsreservefonds  Ji  1  (0,6)  Mill.  —  Die  o.  G.-V.  genehmigte  die 
Kapitalserhöhung  um  Ji  16  Mill.  Stamm-  und  M.  2  Mill.  Vorzugsaktien. 
Die  neuen  Stammaktien  werden  den  bisherigen  Aktionären  im  Verhältnis 
2 :  1  von  dem  übernehmenden  Konsortium  zu  200  °/0  zum  Bezug  angeboten. 
Ueber  das  Ergebnis  der  Liquidation  des  Vermögens  der  Didier  March  Co. 
kann  noch  nichts  gesagt  werden.  Die  endgültigen  Verrechnungen  hängen 
von  den  Beschlüssen  der  amerikanischen  Gesetzgebung  und  den  noch 
zwischen  Amerika  und  Deutschland  zu  treffenden  Vereinbarungen  ab.  — 
Neu  in  den  Aufsichtsrat  wurden  Fabrikbesitzer  Krey  und  Regierungsrat 
v.  Flotow  gewählt. 

Schamottefabrik  Thonberg,  A.-G.,  Thonberg.  Auszug  aus  dem 
genehmigten  Abschluß  vom  31.12.  21:  Reingewinn  M  286  922;  Verwen- 
dung nicht  veröffentlicht;  Abschreibungen  M  17  686. 

Deutsch-Amerikanische  Schmirgelwerke,  A.-G.,  Berlin.  Aus- 
zug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  für  die  Zeit  vom  24. 11.  —  31. 12.  21 : 
Reingewinn  Ji  61469,  der  als  Vortrag  auf  das  Geschäfte  jähr  1922  ver- 
wandt wird;  Abschreibungen  M  29183. 

A.-6L  der  Gerresheimer  Glashüttenwerke,  vorm.  Ferd.  Heye, 
Düsseldorf.  Gegen  die  Beschlüsse  der  a.  o.  G.-V.  vom  9.  12.  21  (Aus- 
gabe von  M  10  Mill.  neuer  Vorzugsaktien,  die  an  eine  der  Verwaltung 
nahestehende  Gruppe  mit  der  Verpflichtung  begeben  werden  sollten,  die 
Aktien  außerhalb  der  Gruppe  nicht  vor  30  Jahren  zur  verkaufen)  war  von 
dem  holländischen  Aktionär  W.  Steinhaus  Anfechtungsklage  erhoben 
worden.  Die  Kammer  für  Handelssachen  zu  Düsseldoif  hat  diese  Klage 
kostenfällig  abgewiesen.  Aus  der  Begründung  ist  hervorzuheben,  daß 
selbst,  wenn  die  Anfechtungsklage  nicht  im  Sinne  des  §  271  ff.  HGB.  er- 
hoben worden  sei,  mit  dem  Kläger  angenommen  werden  könne,  daß  die 
Beschlüsse  von  Generalversammlungen  einer  Aktiengesellschaft  wegen 
Verletzung  öffentlich- rechtlicher  Vorschriften  und  insbesondere  wegen 
Verstoßes  gegen  die  guten  Sitten  nichtig  sein  können,  und  daß  alsdann 
die  Feststellung  dieser  Richtigkeit  von  jedem,  der  daran  ein  rechtliches 
Interesse  hat,  im  Wege  der  Klage  verlangt  werden  kann.  Diese  Klage 
könne  aber,  wenn  anders  die  Sicherheit  der  Rechtsverhältnisse  einer 
Aktiengesellschaft  nicht  den  größten  Gefahren  ausgesetzt  werden  sollte, 
nur  zugelassen  werden,  wenn  es  sich  um  Maßnahmen  handelt,  die  das 
Gesetz  aus  öffentlich  rechtlichen  Gründen  verbiete. 

Hirsch,  Janke  &  Co.,  A.-6.,  Weißwasser,  O.-L.  Auszug  aus 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  28.  2.  22 :  Reingewinn  M  1,22  (1,37) 
Mill. ;  Verwendung  nicht  bekannt  gegeben ;  Abschreibungen  JC.  0,43 
(0,30)  Mill.  , 

Thermos-A.-G.,  Berlin.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß 
vom  31.  12.  21:  Reingewinn  M  1,06  (0,34)  Mill;  Verwendung  nicht  ver- 
öffentlicht; Abschreibungen  Ji  0,87  Mill.  —  Vom  Betriebsrat  wurden 
Expedient  W.  Schmidt  und  Meister  K.  Achilles  in  den  Aufsichtsrat  ge- 
wählt. 

Höh  Ii  a  &  Schaal,  Glasmanufaktnr,  Weißwasser,  O.-L,  Die 
Firma  weist  darauf  hin,  daß  ihren  neue  Abbildungen  yon  Beleuchtung«-  und 
elektrischem  Hohlglas  fertiggestellt  sind  und  allen  Interessenten  auf 
Wunsch  zur  Verfügung  stehen.  Die  Lieferung  kapn  jetzt  wieder  kurz- 
fristig erfolgen.  i 

Bank  für  keramische  Industrie,  A.-G.,  Dresden.  Auszug  aus 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  30.  4.  22 :  Reingewinn  M  405  875 ;  Ver- 
wendung nicht  veröffentlicht;  Abschreibangen  M  20B30. 


318  —  Nr. 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


1922.  (BB.  Jahrgang.) 


Geschäftsverlegnng.  Die  Firma  „Fritz  Hertmann  &  Co.,"  Dresden- 
A.  24,  hat  ihre  Geschäftsräume  ab  7.  7.  22  nach  Dresden-Strehlen, 
Kreischaerstraßa  20,  verlegt. 

Generai -Versammlungen. 

Odenwälder  Tonindustrie,  A.-G.,  Pf afien-Beerfurth :  a.  o.  G.-V.  25. 7. 22, 
10  Uhr  v„  Hotel  Esplanade,  Berlin.  T.-O.:  Kapitaleerhöhung  um  M  2 
Mill. ;  Genehmigung  zn  einem  hypothekarisch  gesicherten  Darlehn  von 
M  1  Mill. 

Norddeutsche  Glassandindustrie,  A.-G.,  Arendsee  i.  Altm. :  o.  G.-Y. 
24,  7.  22,  6  Uhr  n.,  Bankhaus  Albert  Scheiberg  &  Co.,  Hannover.  T.-O. : 
n.  a.  Ermächtigung  zum  Verkauf  des  Grundbesitzes  der  Gesellschaft ;  An- 
trag eines  Aktionärs  auf  Liquidation. 


Messen  und  Ausstellungen, 

Unzulässige  Erhöhung  der  Meßmieten.  Die  nach  dem  Formular 
der  Leipziger  Meßhäuser  G.  m.  b.  H.  abgeschlossenen  Mietverträge  ent- 
halten teilweise  die  Bestimmung,  daß  der  Mietpreis  auch  während  der 
Dauer  des  Vertrages  erhöht  werden  kann,  wenn  die  Leipziger  Meßhäuser 
G.  m.  b.  H.,  der  der  Vermieter  als  Gesellschafter  angehört,  die  Höchst- 
preise heraufsetzt.  Soweit  Vermieter,  welche  derartige  Verträge  abge- 
schlossen haben,  ans  der  Leipziger  Meßhäuser  G.  m.  b.  H.  ausgeschieden 
sind,  haben  sie  selbstverständlich  auch  kein  Recht  mehr,  von  dieser  so- 
genannten Konjunkturklausel  ihren  Mietern  gegenüber  Gebranch  zn 
machen.  Die  in  Betracht  kommenden  Aussteller  werden  hierauf  ausdrück- 
lich hingewiesen.  Nähere  Auskunft  kann  vom  Meßamt  auf  Grnhd  des 
einzelnen  Mietvertrages  erteilt  werden. 

Zur  Frankfurter  Herbstmesse  (8—14.  10:  22)  wird  die  Ab- 
teilung Hauswirtschaft,  die  bisher  in  der  Städtischen  Gewerbeschule 
untergebracht  war,  in  die  eigentliche  Messestadt  einbezogen  werden. 
Für  die  zugehörigen  Ausstellungsgruppen  (u.  a.  Haus-  und  Küchengeräte, 
Porzellan-,  Steingut-  und  Glaswaren)  ist  eine  neue,  sehr  geräume  Halle 
in  unmittelbarer  Nähe  des  „Hauses  der  Technik"  und  der  WeBthalle  C 
errichtet  worden.  Die  Einrichtung  ist  übersichtlich  angeordnet  und  sieht 
einen  zwangsläufigen  Bundgang  vor. 

IH.  Internationale  Keichenberger  Messe  (12.— 20.  8.  2g). 
Auch  in  diesem  Jahre  wird  in  der  Messezeit  von  den  vereinigten 
Spediteuren  Beichenbergs  ein  MeBsespeditionsbüro  errichtet.  Dieses  steht 
unter  Kontrolle  des  Messeamtes  nnd  besorgt  ausschließlich  die  Spedition 
der  Messegüter.  Die  Versender  werden  darauf  aufmerksam  gemacht,  ihre 
Güter  nur  in  äußerst  dringenden  Fällen  als  Expreßgut  abzufertigen,  weil 
sie  sonst  der  Begünstigung  der  frachtfreien  Bückbeförderung  verlustig 
gehen.  Das  Eintreffen  der  Messegüter  hat  zwischen  dem  31.  7.  und  dem 
5  8.  zu  erfolgen.  In  Messespeditionsangelegenheiten  wolle  man  sich  nur 
an  das  Messespeditionsbüro  wenden. 


Soziale  Bewegung. 

Die  Entscheidung  über  die  allgemeine  Verbindlichkeit  von 
Tarifverträgen  einschließlich  der  hiermit  zusammenhängenden  Autgaben, 
insbesondere  der  Führung  des  Tarifregisters,  ist  zwecks  Entlastung  des 
Reichsarb  eitsministeriums  mit  Wirkung  vom  15.  6.  22  ab  dem  Beichsamt 
für  Arbeitsvermittlung  (Berlin  NW.  6,  Luisenstr.  32/34)  übertragen 
worden.  Die  Bearbeitung  der  grundsätzlichen  Fragen  des  Tarifvertrag- 
rechts, insbesondere  seine  gesetzliche  Ausgestaltung,  bleibt  weiter  bei  dem 
Reichsarbeitsministerium. 

Vorläufig  keine  Bezirkswirtschaf  tsräte  —  Ausbau  der  bestehen- 
den Kammern.  Der  Verfassungsansschuß  des  Reichswirtschaftsrats  hat 
Bich  auf  den  Standpunkt  gestellt,  daß  vorläufig  ven  der  Schaffung  der 
Bezirkswirtschaftsräte  abzusehen  sei.  Statt  dessen  Boll  die  Gleichberech- 
tigung der  Arbeitnehmer  in  wirtschaftlichen  Angelegenheiten  dadurch 
gewährleistet  werden,  daß  die  bestehenden  Mandelskammern,  Handwerks- 
kammern und  Landwirtschaftskammern  durch  Hinzunahme  von  Arbeit- 
nehmer Vertretern  ausgebaut  wurden. 

Schweiz.  Zur  Verlängerung  der  Arbeitszeit.  Einer  Baseler 
Meldung  zufolge  ist  die  Vorlage  über  die  Abänderung  dea  eidgenössischen 
Fabrikgesetzes  der  48  Stundenwoche  in  eine  54  Stundenwoche  zu  Zeiten 
schwerer  wirtschaftlicher  Krise  im  schweizerischen  Nationalrat  mit  47 
gegen  35  Stimmen  angenommen  worden,  jedoch  mit  der  Einschränkung, 
daß  die  Aufhebung  der  48  Stundenwoche  nur  für  die  Dauer  der  nächsten 
drei  Jahre  zulässig  ist.  Bevor  der  schweizerische  Bundesrat  die  Tatsache 
einer  wirklichen  Wirtschaftskrise  in  den  einzelnen  Industriezweigen  er- 
klärt, muß  er  sich  mit  den  zentralen  Arbeitgeber-  nnd  Arbeitnehmerver- 
bänden  ins  Benehmen  setzen. 


Verbände. 

Preiserhöhung  für  Glühlampen.  Infolge  weiterer  Steigerung  aller 
Herstellungskosten  erhöhten  die  Vereinigten  Gltthlampenfabriken  die  bisher 
auf  die  Listenpreise  erhobenen  Teuerungszuschläge  mit  Wirkung  ab  29.  6.  22 
wie  folgt:  1.  für  luftleere  und  gasgefttllte  Metall-Draht-Lampen  20—260 
Volt  ui.d  Koblefadenlampen  von  700  auf  900%,  2.  für  luftleere  nnd  gas- 
gefttllte Metall-Draht-Lampen  bis  19  Volt  sowie  für  Glimmlampen,  Taschen- 
lampen und  Telephonlampen  von  800  auf  900  °/0,  3.  für  Heizlampen  von 
1600  auf  2100  %.  Der  Grundpreis  für  Glimmlampen  wird  gleichzeitig  auf 
Jt  7  ausschließlich  Steuer  erhöht.  Für  Soffittenlampen  Bind  ebenfalls  neue 
Grundpreise  festgesetzt  worden.  Die  Berechnung  der  bis  zum  28. 6.  28 
erteilten  und  angenommenen  Aufträge  erfolgt  gemäß  Punkt  4  der  Lieferungs- 
bedingungen, soweit  die  Lieferung  noch  im  Juni  d.  J.  möglich  int,  mit 
den  bisherigen  Teuerungszuschlägen  oder  Grundpreisen  (zu  1.  700  °/n.  zu 
2  800  •/„,  zn  X  1600  •/•)■ 


Firmenregister. 

Deutschland. 

Vereinigte  Isolatorenwerke,  A.-G.,  Berlin-Pankow.  Ing.  Paul  Hanfland 
ist  zum  stellvertretenden  Vorstandsmitglied  bestellt.  Seine  Prokura  ist 
erloschen.   Die  Kapitalserhöhung  am  J  4  Mill.  auf  M  1  Mill.  ist  erfolgt. 

Porzellanfabrik  Fraureuth,  A.-G,  Fraureuth.  Kaufmann  Isidor  Wald- 
mann hat  Prokura  mit  einem  Vorstandsmitglied. 

H.  Schomburg  &  Söhne,  A.-G.,  Großdnbrau.  Die  Kapitalserhöhung 
um  Ji  17  Mill.  anf  M  25  Mill.  ist  durchgeführt. 

Keramische  Werke  Herzogenrath,  G.  m.  b.  H.  &  Co.,  Kommandit- 
gesellschaft, Herzogenrath.  Heinrich  Böhner  und  Gustav  Ad.  Dahm  haben 
Gesamtprokura. 

Schumann  &  Klett,  Jlmenau.  Kaufmann  Trangott  Kaiser  ist  aus- 
geschieden. Frau  Gertrud  Klett  ist  als  persönlich  haftende  Gesellschafteria 
eingetreten.   Vertretungsbefugt  ist  nnr  Kaufmann  Hugo  Klett. 

Elektrewerk,  G.  m.  b.  H.  Neudorf,  Nendorf,  und  Porzellanfabrik 
G.  m.  b.  H.  Nendorf,  Neudorf.  Kaufmann  Wilhelm  Baumann  wurde  zum 
Geschäftsführer  bestellt. 

Steatit-Magnesia-A.-G.,  Nürnberg.  Die  Kapitalserhöhung  um  M,  7,5 
Mill.  auf  M  25  Mill.  ist  erfolgt. 

Krister  Porzellanindustrie,  A.-G.,  Waldenburg  i.  Schi.  Vom  Betriebs- 
rat wurden  Oberbrenner  W.  Bittner  und  Maler  A.  Hoppe  und  als  deren 
Stellvertreter  Oberdreher  Kunstmann  und  Klempner  Hanke  bezw.  Dreher 
Panl  Krause  und  Schleifer  Sommer  in  den  Aufsichtsrat  gewählt. 

Verband  Deutscher  Lnxusporzellanfabriken,  G.  m.  b.  H,  Weimar. 
Dr.  Wilhelm  Vershofen  wurde  zum  weiteren  selbständig  vertretungsbe- 
fugten Geschäftsführer  bestellt.  Syndikus  Dr.  Bichter  ist  ausgeschieden. 
Kaufmann  Emil  Panluhn  hat  Prokura. 

Steingutfabrik  Colditz,  A.-G.,  Colditz  i.  S.  Vom  Betriebsrat  wurden 
Otto  Franz  und  Max  Oertel  in  den  Aufsichtsrat  gewählt. 

Hugo  Beinhardt  &  Co.,  Jlmenauer  Terrakottafabrik,  Jlmenau.  Die 
Firma  ist  erloschen. 

Keramische  Werke,  Alfred  Lohse,  Bad  Schmiedeberg.  Die  Prokura 
von  Otto  Becker  ist  erloschen.  Direktor  Leuthold  Lonitz  hat  Prokura. 

Huber-Boethe  Ernst,  Kunsttöpferei,  Villingen.  Fabrikant  Alfred 
Bansmayer  ist  als  persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten. 

Friedrich  Rößler,  Fabrik  säurefester  Produkte,  Bensheim.  Kaufmann 
Wilhelm  Kaiser  ist  als  persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten. 

Vereinigte  Schamotte-  nnd  Qaarz werke,  A.-G.,  Frankfurt  a.  M.  Die 
Kaufleute  August  Buch  und  Walter  Kothe  haben  Gesamtprokura. 

Anhalter  Schamottewerke,  A.-G.,  Unterwiederatedt.  Das  Grundkapital 
ist  um  M  350  000  auf  Ji  700  000  erhöht  worden. 

Schmirgelwerke,  A.-G.,  Berlin.  Die  Prokura  von  Fachs  ist  er- 
loschen. 

Glashütte  Neuwerk,  A.-G.,  Berlin.  Dr.  Gerhard  Stein  hat  Gesamt- 
prokura. 

Guß-  und  Tafelglashtttten,  A.-G.,  vorm.  Paul  Müller  &  Co.,  Nieder- 
pntzkan.  Die  Kapitalserhöhung  um  JI  0,3  Mill.  Vorzugsaktien  auf 
M  3,3  Mill.  ist  durchgeführt.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen  Fabrikdirektor 
Ernst  A.  Becken  wurde  Fabrikdirektor  Guido  Elbogen  zum  Vorstands 
mitglied  bestellt. 

Oberhansener  Glasfabrik,  Funcke  &  Becker.  Oberhansen.  Der  lang- 
jährige Mitarbeiter  nnd  Prokurist,  Kaufmann  Chr.  Richtsteig,  ist  zum 
Direktor  des  Werkes  ernannt  worden. 

Glasfabrik  Hermannhütte,  F.  0.  Hirsch  &  Co.,  Pirna.  Die  Firma 
ist  erloschen. 

Verein  sächsischer  Tafelglashtttten,  G.  m.  b.  H,  Dresden.  An 
Stelle  der  ausgeschiedenen  Fabrikdirektoren  Georg  M.  Fugmann  und  Horst 
W.  W.  Piefky  wurden  die  Kaufleute  Wilhelm  E.  Großer  und  Karl  G.  H. 
Röhringer  als  Geschäftsführer  bestellt. 

Joh.  Kremenezki,  Fabrik  für  elektrische  Glühlampen,  Wien,  Export- 
vertretung Hamburg  m.  b.  H.,  Hamburg.  Stammkapital:  Jt  100000. 
Gemeinsam  vertretungsbefugte  Geschäftsführer  sind  die  Kaufleute  Franz 
Enichtmayer  und  Willy  H  Schwartz. 

Optische  Anstalt  C.  P.  Goerz,  A.-G.,  Berlin-Friedenau.  Die  Kapi- 
talserhöhung um  Ji  22  Mill.  auf  M  50  Mill.  ist  erfolgt. 

Bernburger  Kristall-Glasschleiferei  Wilhelm  Ktthntopp,  Bernbnrg. 
Inhaber  ist  Glasschleifereibesitzer  Wilhelm  Kühntopp. 

Bast  &  Co.,  G.  m.  b.  H,  Darmstadt.  Die  Firma  ist  geändert  in  „Süd- 
deutsche Glas- Werke  (vorm.  Bast  &  Co.),  G.m.b.H."  Das  Stammkapital 
ist  um  M  700  000  auf  Jt  1  Mill.  erhöht.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen 
Leonhard  Rast  wurde  Kaufmann  Werner  Hoefs  zum  Geschäftsführer  be- 
stellt.  Kaufmann  Karl  Vierheller  hat  Gesamtprokura. 

H.  Bandt  &  Staratachek,  Erste  Lewiner  GlasBchleiferei,  Lewin.  Ge- 
sellschafter sind  die  Kaufleute  Herbert  Bandt  und  Franz  Staratachek. 

Friesische  Glas-  nnd  Spiegelmannfaktar  Hans  Seidel,  Rüstringen. 
Glasschleifern.   Inhaber  ist  Kaufmann  Hans  Seidel. 

Buderua'aohe  Eisenwerke,  A.-G.,  Wetzlar.  Die  Kapitalserhöhung  am 
Ji  57,25  Mill.  auf  Jt  106  Mill.  ist  durchgeführt. 

Jakob  Vandenhirz,  Aachen  (Korneliaastr.  22).  Haas-  und  Küchen- 
waren-Groß- und  Kleinhandlang.  Inhaber  ist  Kaufmann  Jakob  Vandenhirtz. 
Josef  Masmeier  hat  Einzelprokura. 

Mitteldeutsche  Porzellan-Zentrale,  G.  m.  b.  H,  Sandberg  bei  Altwasser 
i.  Schi.   Das  Stammkapital  ist  am  M.  90000  auf  Jt  255000  erhöht. 

König  &  Co.,  Soest.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst,  die  Prokura  von 
Paul  König  erloschen.  Kaufmann  Paul  König  führt  das  Geschäft  unter 
der  Firma  „König  &  Co,,  Inhaber  Panl  König"  fort.  Frau  Auni  König 
hat  Prokura. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  28  —  319 


Otto  Kassius,  Zwickau  (KaBernenstraße).  Großhandel  mit  Glas-, 
Porzellan-,  und  Steingutwaren,  Haus-  und  Küchengeräten  und  Wirtschafts- 
artikeln.  Iuhaber  ist  Kaufmann  Otto  A.  V.  Kassius. 

Wilhelm  Bckardt  &  Ernst  Hotop,  Ingenieure  für  Projektbearbeitung 
und  Ausführung  von  Fabrikanlagen  für  die  Ton-,  Zement-  nnd  Kalkindustrie, 
G  m  b.  H ,  Berlin.  Die  Firma  ist  geändert  in:  „Wilhelm  Bckardt  &  Ernst 
Hotop.  G.  m.  b.  H."  Gegenstand  des  Unternehmens  ist  fortan  der  Betrieb 
eines  ingenieurbureaus  und  Bauunternehmung  für  keramische  und  feuerungs- 
technische Anlagen,  insbesondere  für  Anlagen  von  Kalkwerken,  Gips- 
werken Zementfabriken,  Ziegeleien,  Dachziegelwerken,  Schamottefabriken, 
Feuerungs-  und  Schornstein-Industrieofenbau.  Das  Stammkapital  ist  nm 
M  60  000  auf  M  300  000  herabgesetzt.  Dipl.-Ing.  Justus  Zilg  wurde  zum 
weiteren  Geschäftsführer  bestellt. 

Euling  k  Mack,  Gips-  und  Gipsdielenfabriken,  A.-G..  Abteilung  Ver- 
kaufsbttro  Nordhausen,  Nordhansen.  Unter  vorstehender  Firma  wurde  von 
der  Firma  Euling  &  Mack,  Gips-  und  Gipsdielenfabriken,  A.-G.,  Ellrich, 
eine  Zweigniederlassung  in  Nordhansen  errichtet.  Kaufmann  Gerhard 
Horn  hat  Einzelprokura  unter  Beschränkung  auf  die  Niederlassung  Nord- 
hausen. 

Gottschalk  &  Co.,  A.-G.,  Cassel.  Josef  Seholl  hat  Prokura  mit  dem 
Prokuristen  Max  Weiler. 

Nürnberger  Abziehbilderfabrik  Tröger  &  Bttcking,  Nürnberg.  Die 
Gesellschaft  hat  sich  durch  das  Ableben  des  Gesellschafters  Fritz 
Bölian  aufgelöst.  Das  Geschäft  ist  mit  sämtliohen  Forderungen  und  Ver- 
bindlichkeiten anf  den  Gesellschafter  Karl  Schmidt  übergegangen,  der  es 
unter  unveränderter  Firma  weiterführt. 

Augnst  Reiümann,  Maschinenfabrik,  A.-G.,  Saalfeld  a.  S.  Für  den 
freiwillig  ausgeschiedenen  H.  Rührschneck  wurde  Fabrikdirektor  0.  Reiß- 
mann in  den  Aufsichtsrat  gewählt.  Der  seitherige  Prokurist  Willi  Reiß- 
mann wurde  zum  weiteren  Vorstandsmitglied  bestellt.  Dieser  sowie  das 
Vorstandsmitglied  Karl  Reißmann  sind  nur  in  Gemeinschaft,  Prokurist 
Edwin  Ulrich  ist  nur  in  Gemeinschaft  mit  einem  der  beiden  Vorstands- 
mitglieder vertretungsbefugt. 

Linke  &  Beier,  Peterwitz,  Kr.  Frankenstein.  Der  bisherige  Teilhaber 
Linke  ist  ausgeschieden.  Franz  Beier  führt  das  Geschäft  unter  der  Firma 
„Franz  Beier,  Herstellung  elektrotechnischer  Bedarfsartikel"  als  alleiniger 
Inhaber  fort. 

Aug.  Seitz,  Solingen.  Der  bisherige  Prokurist  Johannes  Streubel 
ist  als  persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten.  Die  Firma  ist  ge- 
ändert in  „Seitz  &  Streubel«.  Georg  Seitz  hat  Einzelprokura  für  die 
Schwesterfirma  „Ang.  Seitz,  Koblenz",  die  im  übrigen  durch  obige 
Aenderung  nicht  berührt  wird. 

Oesterreich. 

Tiroler  Glashütte  H.  Groll,  D.  Zwiauer,  Kramsach.  Kaufmann  Ernst 
Messner  hat  Prokura. 

Oesterreichische  Edelglaswerke,  A.-G.,  Stockerau.  Das  Aktienkapital 
ist  um  Kr  40  Mill.  auf  Kr  70  Mill.  erhöht  worden. 

C.  Stölzle's  Söhne,  A.-G.  für  Glasfabrikation,  Wien.  Die  Zweig- 
niederlassung in  Budapest  ist  gelöscht. 

„Drytinson„  Schmirgelwarenerzeugung,  G.  m.  b.  H.,  Siebenhirten. 
Stammkapital:  Kr~l  Mill.  Geschäftsführer  sind  Walter  Dreymann,  Adolf 
Sonnenfels,  Fritz  Tinter  und  Otto  Meinzl. 

Niederösterreichische  Kaolin-  und  Steinwerke,  A.-G.,  Wien.  Das 
Aktienkapital  beträgt  nunmehr  Kr  6  Mill. 

Oesterreichische  Quarzsand-Industrie,  A.-G.,  Wien.  Das  Aktienkapital 
beträgt  nunmehr  Kr  60  Mill.  Dr.  Friedrich  Ziegelmeyer  wurde  als  Ver- 
waltungsratsmitglied eingetragen. 

Schwertberger  Kaolinwerke,  G.  m.  b.  H.,  Wien.  Die  Gesellschaft  ist 
aufgelöst  und  in  Liquidation  getreten.  Liquidator  ist  der  bisherige  Ge- 
schäftsführer Josef  Reitner.  _____ 

Tschechoslowakien. 

„Kera"  Rakovnickä  tovärna  pro  prumysl  keramicky,  spol.  s.  r.  o. 
(  Kera"  Rakonitzer  Fabrik  für  keramische  Industrie,  G.  m.  b.  H.),  Rakonitz. 
Stammkapital:  Kc  680000.  Geschäftsführer  sind  Richard  Heller,  Otto  Traub 
und  Hugo  Reimann. 

Dr.  Tonder  a  spol.,  Chodovskä  tovärna  na  samotove  zbozi  (Dr.  Tonder 
&  Co.,  Chodauer  Schamottefabrik),  Prag.  Gesellschafter  sind  Dr.  Ferdinand 
Tonder  und  Helene  Basellio. 

Kristala,  tovärna  na  sklo  v  Tasiclsk,  Ferd.  Horejsf  (Kristala  Glas- 
fabrik in  Tasitz,  Ferd.  Horejsl),  Tasitz,  Bez.  Ledec.  Inhaber  ist  Ferdinand 
Horejsi. 

J.  Justiz,  Karlsbad.  Handel  und  Export  mit  Porzellan.  Inhaberin 
ist  Irma  Justiz.   Leopold  Justiz  hat  Prokura. 

Jugoslawien. 

Arueti  i  Rubinovic  (Arueti  &  Rubinovic),  Beograd.  Glaswarenhandlung. 
GeselUciiafter  sind  Avra  Arueti  und  Misa  Rubinovic. 


Patente. 

Deutsches  Reich. 
Anmeldungen. 

10  a,  26.  S.  52  278.  Liegende  Retorte  mit  einer  oder  mehreren 
Schaufelwellen  Charles  Howard  Smitb,  Short  Hills,  Essex,  New  Jersey, 
V.  St.  A.   16.  2.  20.   V.  St.  Amerika  9.  9. 18. 

12  b.   F.  44  885.   Verfahren  zur  Einmauerung  von  Muffeln.  8.7.19. 

12  c,  1.  F.  45407.  Ringförmige  Füllkörper  für  regellose  Einlagerung 
in  Reaktions-  und  Absorptionstttrme.   30.  9.  19. 

Hermann  Frischer,  Zehlendorf  bei  Berlin,  Kaiserstr.  6. 


12  g,  1.  H.  76  942  Retorte  zur  Durchführung  chemischer  Reaktionen 
mit  Schaumentwicklung. }  Paul  Hadamovsky,  Berlin,  Neue  Buyreuther  Str.  4. 
14. 1.  19. 

12  i,  25.  K.  80  080.  Kontrollglas  für  Berieselungstürme  mit  Stock- 
werkeinteilung.  Adolf  ^Kötzing,  Röhlinghausen,  Wanne.  8.12.21. 

12  m,  6  A.  31808.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Tonerde  unter 
Aufschluß  von  Ton  und  Schwefelsäure  Aktieselskabet  Hoyaugfaldene 
Norsk  Aluminium  Co.,' Christiania.  21.  5.  19.,_Norwegen  12. 11.  17,  14.  2.  18 
und  14. 10.  18. 

12  m,  6.  H.  79  158.  Verfahren  zum  Aufschließen  von  Tonen  und 
Kaolinen  mittels  Ammoniumsulfats  oder  Ammoniumkaliumsulfats.  Dr. 
Ludwig  Heß,  Berlin  Britz,  Gradestr.  30    27. 11.  19. 

16  k,  8.  K.  78  516.  Verfahren  zur  mechanischen  Uebertragung  der 
zum  Schleifen  von  Glasgegenständen  erforderlichen  Zeichnungen.  Krystall- 
glas-Hüttenwerke  Hückers,  F.  Rohrbach  &  Carl  Böhme,  Hückers.  22. 7.  21. 

21c,  13.  T.  24608.  Isolator.  Georg  Victor  Twiß,  London.  10. 11. 20. 
England  10. 11.  19. 

21c,  14.  A.  30  230.  Vorrichtung  an  Isolatoren,  die  Dächer, 
Kappen  oder  dergl.  besitzen.  Allgemeine  Elektrizitäts- Gesellschaft,  Berlin. 
28.  2.  18. 

30  g,  1.   Sch.  56  621.   Tropfstöpsel.  30.10.19. 
30  g,  8.   Sch.  58 122.   Sicherheitsverschluß  für  Flaschen.    26. 4.  20. 
Carl  Schnuerle,  Frankfurt  a.  M.,  Waldschmidtstraße  57. 
32  a,  33.   K.  73  610.   Vorrichtung  zum  Absprengen  von  Glasgegen- 
ständen.  Fr.  Wilhelm  Kutzscher,  Dauben-Dresden.   25.  6  20, 

■  37  f,  5.  C.  28  737.  Schornstein  mit  Innenmantel.  Chemisches  Labo- 
ratorium für  Tonindustrie  und  Tonindustrie-Zeitung  Prof.  Dr.  H,  Seger 
und  E.  Cramer,  G.  m.  b.  H„  Berlin.   4. 2.  20. 

42  h,  5.  H.  85  853.  Ringförmiger  optischer  Glaskörper.  Karl  Hansen, 
Hasenheide  47,  und  Alex  Binder,  Kurfürstendamm  325,  Berlin.   15  6.  21. 

42  h,  26.  A.  33  770.  Arbeitsblock  zum  Herstellen  von  Mehrstärken- 
gläsern. American  Optical  Company,  Southbridge,  Mass.,  V.  St.  A. 
10.  7.  20.   V.  St.  Amerika  4. 4.  18. 

42  h,  26.  R.  42  986.  Optische  Gläser  mit  lichtabsorbierender  Rand- 
schicht.  G.  Rodenstock,  München. .  9. 3. 16. 

67  a,  19  R.  52  706.  Maschine  zum  Anschleifen  kegelförmiger 
Facetten  in  die  Ränder  von  Brillengläsern  o.  dgl.  Sidney  Richardson, 
Hatton-Garden,  England.   2.  4.  21.   Großbritannien  9.  4.  20. 

67  a,  10.  T.  21 086.  Maschine  zum  Schleifen  von  konvexen  oder 
konkaven  Glaslinsen.  William  Taylor,  Leicester,  Großbritannien.  21. 10. 16. 
Großbritannien  1. 11. 15 

75  b,  22.  J.  21 075.  Perlenketten  oder  -schnüre  für  Dekorations- 
zwecke.  Hermann  Jone,  Radolfzell,  Baden.   30. 12.  20. 

75  c,  22.  K.  79  022.  Farbventil  für  Luftmalapparate.  Albert  Krautz- 
berger,  Holzhausen  bei  Leipzig.   3.  9.  21. 

80  a,  44.  S.  53  450.  Maschine  zum  Formen  von  Drehkörpern  aus 
Porzellan  oder  anderer  plastischer  Masse.  Societe  H.  Trentelivres  &  Cie., 
Paris.   22. 6.  20.   Frankreich  1. 2.  18. 

80  b,  23.  L.  49  665.  Verfahren  zur  Herstellung  einer  politurfähigen 
Glasur  auf  Zement,  Stein  oder  Holz.  John  Langbein,  Hamburg,  Hassel- 
brookstraße 18.   13.  i:  20. 

80  c,  4.  F.  46  688.  Kanalmuffelofen  zum  Brennen  oder  Trocknen. 
Henri  Francart,  Tongres,  Belgien.   23. 4.  20.   England  19. 12. 18. 

Versagung. 

12  i.  V.  14  247.  Verfahren  zur  Herstellung  künstlichen  Kryoliths 
aus  Flußspat,  Natriumaluminat  und  Soda  oder  Tonerdehydrat  und  Fluor- 
natrium oder  einer  anderen  Kombination  dieser  Bestandteile.   12. 9.  21. 


Erteilungen. 

353  825  50  c,  5.  Trommeltrockenmühle.  Philipp  Frankenberger, 
Gera,  Reuß.   20. 8.  20. 

353  857.  80  b,  12.  Verfahren  zum  Brennen  von  Porzellan  o.  darl. 
Siemena-Schuckertwerke,  G.  m.  b.  H ,  Siemensstadt  bei  Berlin.    18.  3.  21. 

353  858.  80  b,  25.  Verfahren  zur  Herstellung  feuersicherer  und 
wasserfester  Platten.  August  Robert  Müller,  Bremen,  Obernstr.  41/43. 
3.4  18.  " 

353  859.  80  c,  9.  Feuerungskasten  für  Porzellanbrennöfen.  Por- 
zellanfabrik Schönwald,  A.-G,  Bayern.  27.5.21. 

353  889.  30  b,  14.  Künstlicher  Flachzahn.  Elsbeth  Duncker,  Dresden, 
Ostraallee  26  b.    30. 1.  21. 

353  910.  67  a,  19.  Kittschale  zum  Aufkitten  optischer  Gläser. 
Wilhelm  Müller,  Berlin- Wilmersdorf,  Lauenburger  Str.  15.   4.  4.  20. 

353  912.  80  b,  8.  Verfahren  zur  Herstellung  säurefester  dichter 
Gegenstände  aus  Kieselsäure.   31.  5.  19. 

353  913.  80  b,  8.  Verfahren  zur  Herstellung  säurefester  dichter 
Gegenstände  aus  Kieselsäure;  Zus.  z.  Pat.  353  912.   11.6.  19. 

Oskar  Bühring,  Mannheim,  Charlottenstr.  11. 

353  954  30  b,  14  Künstlicher  Zahn.  WeBley  Linford  Smith,  Pen- 
sylvania,  V.  St,  A.   27.  2.  20.   V.  St.  Amerika  15, 11.  16. 

'  354  062.  75  a,  20.  Vorrichtung  zum  Emaillieren  von  Draht.  Georg 
Schmidt,  Hannover,  Krausenstr.  18.   21. 6. 13. 

Warenzeichen-Eintragungen. 

Erklärung  der  Abkürzungen:  G  Geschäftsbetrieb;  W.  Waren- 
verzeichnis; (A.)  Auszug;  (B.)  Der  Anmeldung  ist  eine  Beschreibung 
beigefügt;  A.  Tag  der  Anmeldung;  E.  Tag  der  Eintragung. 

286  889.  Schramberger  Majolikafabrik,  G.  m.  b.  H., 

Schernberg,  Württbg7°G.7  Majolikafabrik.  W. :  Waren 

aus     Majolika,     Steingut,    Porzellan,    Ton,  Glas. 

A.:  19.  10.  21.   E.:  27.  5.  22. 


320  —  Hr.  28 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


Fragekasten  des  Sprechsaal. 


Keramik. 

88.  Ist  es  möglich,  die  Barben  auf  ßiskuitpuppenköpfe  im  Glüh- 
ofen aufzuschmelzen  oder  ist  unbedingt  eine  Muffel  nötig? 

Erste  Antwort:  Die  Möglichkeit,  die  Farben  auf  ßiskuitpuppen- 
köpfe im  Glühtfen  aufzuschmelzen,  ist  vorhanden,  vorausgesetzt,  daß  der 
Glühofen  in  seinen  Zagverhältnissen  derart  reguliert  werden  kann,  daß 
jederziit  die  Temperatur  sich  erreichen  läßt,  nm  an  allen  Stellen  des 
Glühofens  die  Farben  richtig  aufzuschmelzen,  daß  es  aber  auch  möglich 
ist,  das  Feuer  abzuleiten,  wenn  die  entsprechenden  Kegel  gefallen  bezw. 
die  Schmelzfarben  geflossen  sind.  Das  zu  erreichen  ist  dann  möglich, 
wenn  die  Sohle  des  Glühofens  kanalisiert  wird,  um  eine  gleichmäßige 
•  Flammenvertei'urg  zu  erzielen.  Ferner  müssen  die  aufsteigenden  Karäle 
soweit  verlängert  werden,  daß  sie  unt er  dem  Giühofengewölbe  münden ; 
sie  werden  von  außen  durch  Schieber  abgedeckt  und  im  Bedarfsfalle,  d  h. 
wenn  die  gewünschte  Temperatur  erreicht  ist,  aufgezogen,  um  das  Feuer 
nach  dem  Schlot  zu  leiten,  ohne  die  Glühofentemperatur  weiter  zu 
steigern.  Ausreichende  Versuche  werden  zu  dem  gewünschten  Ergebnis 
führen.  Die  Firma  G.  Jäckel,  Ofenbaugeschäft  in  Asch  in  Böhmen,  baut  der- 
artige kanalisierte  Glühöfen. 

Zweite  Antwort:  Es  ist  nicht  ratsam  zu  versuchen,  die  Farben 
auf  ßiskuitpuppenköpfe  im  Glühofen  aufzuschmelzen,  auch  wenn  die 
Temperatur  dort  erzielt  wird.  Der  G.ühofen  ist  zunächst  unsauber  und 
fast  nie  ohne  Staubabl8gerung,  und  dann  entwickelt  die  dort  eingesetzte 
Bohware  Wasserdämpfe,  die  nachteilig  auf  die  Schmelzfarben  einwirken. 
Wenn  Sie  e  ine  reguläre  Ware  erzeugen  wollen,  so  ist  dazu  vor  allem  eine 
gute  Schmelz-  oder  ZugmofM  nötig. 

Dritte  Antwort:  Die  Glühöfen  erreichen  die  Temperatur  des 
SK  09,  während  Selmelzfarben  SK  018— 014a  brauchen,  woraus  sich 
ergibt,  daß  das  Glühofenfeuer  für  Schmelzfarben  viel  zu  hoch  ist.  Setzen 
Sie  sich  aber  einmal  mit  einer  Farbenfabrik  in  Verbindung  und  fragen 
Sie  an,  ob  sie  Schmelzfarben  für  SK  09  herstellen  kann.  Die  Möglichkeit 
ist  nicht  auegescblossen. 

Vierte  Antwort:  Die  ganzen  Verhältnisse,  wie  sie  im  Glüh- 
ofen herrschen,  eignen  Bich  eigentlich  nicht  zum  Aufbrennen  von  Schmelz- 
farben. Zunächst  ist  die  Temperatur  zu  hoch  und  würde  eine  andere 
Zusammensetzung  der  Schmelzfarben  erfordern,  dann  ist  die  Of<mtmo- 
sphäre  mit  Wasserdampf,  Abgasen  aus  dem  unteren  Ofen  u.  dgl.  ge- 
schwängert, die  den  Farben  nicht  zuträglich  sind,  weiter  würde  die  Er- 
hitzung der  Puppenköpfe  mit  den  Farben  zu  lange  dauern  und  schließ- 
lich wäre  trotz  des  Einsatzes  in  Kapseln  durch  Staub,  Flugasche  und 
ähnliches  viel  Ausschuß  zu  erwarten.  Sie  können  ja  unter  Berück- 
sichtigung des  eben  Gesagten  einen  Versuch  wagen,  denn  im  Grunde  ge- 
nommen ist  die  Möglichkeit  des  Erfolges  an  Bich  nicht  ausgeschlossen. 

89.  Wir  haben  keine  rechte  Verwändung  für  unsere  Ofenasche,  und 
es  lohnt  sich  nicht,  die  noch  darin  brennbaren  Stückchen  daraus  abzu- 
scheiden. Wohl  aber  könnten  Ziegel  aus  diesem  Ofenrückstand  hergestellt 
werden,  wenn  wir  ihn  mit  Zement  versetzen.  Wer  liefert  nun  brauchbare 
Handpressen  für  diesen  Zweck? 

Antwort:  Handpressen  zur  Herstellung  von  Steinen  aus  Asche 
u.  dgL  Theodor  Grocke  in  Merseburg,  Dr.  Gaspary  &  Co.,  in  Markranstädt 
bei  Leipzig,  Eduard  Laeis  &  Cie.,  G.  m.  b.  H.  in  Trier. 

90.  Ich  bitte  um  Angabe  einer  erprobten  schwarzen  Scharffeuerglasur 
für  Elektroporzellan,  die  in  reduzierendem  Brande  bei  SK  13  tiefschwarz 
und  glänzend  wird. 

Erste  Antwort:  Für  eine  schwarze  Glasur  verwendet  man 
10%  gelbes  Urancxyd,  welchem  man  vorteilhaft  *;»%  Kobaltoxyd  zugibt, 
und  zwar  werden  die  Farboxyde  der  jeweiligen  im  Betriebe  verwendeten 
weißen  Glasur  zugesetzt.  Ferner  kann  man  10  °/0  eines  Gemisches  von 
83  Gew.-T.  Kobaltoxyd,  79  Gew.-T.  Manganoxyd,  80  Gew.-T.  Eisenoxyd  und 
76  Gew.-T.  Chromoxyd  verwenden.  Die  Mischung  wird  wie  üblich 
scharf  geglüht,  gut  ausgewaschen  und  feinst  gemahlen ;  dann  erst  erfolgt 
der  Zusatz  zur  Glasur. 

Zweite  Antwort:  Was  nützt  es,  wenn  man  Ihnen  eine  Glasur 
angibt,  die  dann  sicher  nicht  zu  Ihrem  Scherben  und  für  Ihre  Brenn- 
temperatur paßt?  Bei  derartigen  Fragen  muß  man  etwas  aus  der  Beserve 
herausgehen  und  mindestens  den  bisherigen  Glasurversatz  und  die  Brenn- 
höhe bekannt  geben.   Im  allgemeinen  erzielt  man  mit  einen  Zusatz  von 

Kobaltoxyd  3.2  % 

Eisenoxyd  4,8  °/0 

Chromoxyd  l|0°/o 

zu  der  vorhandenem  farblosen  Glasur,  ein  glänzendes  Tiefschwarz.  Bei 
diesem  Versatz  kann  man  das  Brennen  normal  reduzierend  durchführen. 
Bei  stark  reduzierendem  Feuer  kann  es  vorkommen,  daß  entweder  das 
Brann  des  EiBenoxyds  oder  das  Grün  des  Chromoxyds  leicht  schillernd 
hervortritt.  In  diesem  Falle  ist  der  Zusatz  von  Kobaltoxyd  auf  Kosten  des 
EiBenoxyds  oder  des  Chromoxyds,  je  nach  der  Färbung,  etwas  zu  erhöhen. 
Außerdem  liefern  die  bekannten  Karben- Fabriken  einen  schwarzen  Farb- 
körper, der  im  gemahlenen  Zuetande  dem  Glasurversatz  beigegeben  wird, 
Ed  empfiehlt  sich,  damit  Versuche  anzustellen,  bevor  Sie  an  die  Ermittelung 
eineB  Farbkörpers  herangehen. 

Dritte  Antwort:  Schwarz  wird  mit  Uran-  oder  mit  Kobalt-, 
Mangan-  und  Eisenoxyd  erzeugt  Gut  ist  es,  auf  jeden  Fall  etwas  Uran 
mit  in  die  Glaeur  zu  nehmen.  Reduzierendes  Brennen,  also  stets  dichter 
Kost  von  SK  3  a — 9  ist  aber  erforderlich.  (Beine  Uranglasnren  werden 
bei  Luftzutritt  gelb.)  Sie  hätten  ihre  Glasnrrohmaterialien  angeben  sollen, 
um  danach  die  Glasur  genau  zu  berechnen.  Eine  Uranglasur  für  SK  13 
erhält  man  aus: 


Manga 


75 

80 
20 


3. 
60 
50 


100 


4. 
60 

50 
100 


6. 
30 
60 

80 

20 


Feldspat  von  Norwegen  Hl  Gew.-T 

Kalkepat  85  „ 

Magnesit   29  „ 

Zettlitzer  Kaolin    ........    155  „ 

Quarz   334  „ 

Uransaures  Natron  76  „ 

Letzteres  glüht  man  vorher  im  Glattofen.   Eine  Uran-,  Kobalt- 
glasur besteht  aus : 

Farblose  Glasur,  wie  eben  100  Gew.-T. 

Gelbes  Ur»ncxydnatron  10  „ 

Chromcxyd   2  „ 

Kobaltoxyd  BKO   1,5  „ 

Die  Farboxyde  sind  vorher  zusammen  zu  fritten. 

Vierte  Antwort:  Ohne  Ihren  Masseversatz  zu  kennen,  nüt 
Ihnen  die  Angabe  der  besterprobten  Glasur  nichts,  und  es  ist  Glücksacb 
wenn  dieselbe  auf  den  ersten  Anhieb  fehlerfrei  sitzt.  Sie  tun  am  beste 
wenn  Sie  Ihrer  weißen  Glasur  8—10%  eines  käuflichen  Farbkörpers  z 
mahlen,  wie  solche  von  den  großen  keramischen  Farbenfabriken  angebote 
werden,  oder  Sie  beziehen  eine  fertige  Schwarzglasur  z.  B.  von  Bidtel 
Meißen,  die  sich  im  Bundofen  bei  SK  13  sehr  gut  bewährt,  allerdings  am 
sehr  teuer  ist  Wollen  Sie  sich  aber  die  Glasur  selbst  herstellen,  so  mache 
Sie  nach  folgenden  Angaben  Versuche: 

0,50  CaO  1 

Glasur  für  SK  13  =  0,18  MgO  \  0,9  A1203  .  8  SlO, 
0,32  KüO  j 

Versatz:  Dolomit  47  Gew.-T. 

Kalkspat  48  „ 

Feldspat    .    .  61  „ 

Neuhäuser  Sand   695  „ 

Kaolin  149  „ 

Während  Sie  diese  Glasur  durch  event.  Aenderung  des  Kieselsäur 
bezw.  Kaolingehaltes  Ihrem  Scherben  anpassen,  wobei  zu  bemerken  is 
daß  dieselbe  eier  etwas  zu  streng  als  zu  weich  sein  darf,  stellen  S 
folgende  Farbkörper-Versätze  her: 

1. 

Kobaltoxyd  BKO    ...  100 

Manganoxyd  40 

Eisenoxyd  20 

Chromoxyd    .   .   .   .   .  20 

Uranoxyd    — 

Diese  Farbkörper  mahlen  Sie  in  Topfmühlen  eehr  fein  und  trockne 
und  glühen  sie  möglichst  scharf.  Nachdem  Sie  dieselben  wieder  au: 
feinste  gemahlen,  gewaschen  und  dann  getrocknet  haben,  setzen  Sie  d< 
ausprobierten  farblosen  Glasur  6 — 12  %  auf  der  Trommelmühle  zu  un 
stellen  so  erneut  Versuchsreihen  mit  jedem  Farbkörper  oder  einer  Mischun 
einzelner  auf,  bis  Sie  das  gewünschte  Ergebnis  haben.  Bei  den  Versuche 
werden  Sie  die  Beobachtung  machen,  daß  Farbkörper  1  in  der  Schwär: 
glasnr  mehr  ins  Blaue,  Farbkörper  5  mehr  ins  Braune  nüanciert  und  ferne 
daß  Farbkörper  1  und  3  die  teuersten,  aber  auch  die  ergiebigsten  sini 
Beim  Brennen  ist  unbedingt  [darauf  zu  achten,  daß  die  Flamme  in  de 
letzten  Standen  des  Brandes  vollkommen  rauchfrei  Bein  muß,  vor  alle 
Dingen  beim  Ausbrand. 

Fünfte  Antwort:   Die  Firma  E.  A.  Schwerdtf  eger  in  Meißen  i.  S 
Rauhentalstr.  2,    empfiehlt    ihr    Scharffeuer- Elektro-Tiefschwarz,  Mark 
„Sine  Defecto",  und  Gerlaeh  &  Wenzel  in  Pößneck  i.  Thür,  sowie  Gustaf 
Steurich  in  Bunzlau  i.  Schi,  melden  sich  zur  Lieferung  von  schwarz» 
Scharffeuerglaaur. 

77.  Wir  haben  eine  Partie  Flakons,  bei  welchen  die  Stöpsel  so  fei 
sitzen,  daß  man  sie  nicht  herausnehmen  kann  und  bei  Anwendung  vo 
Gewalt  im  Halse  der  Flakons  abbricht.  Gibt  es  ein  Mittel,  die  Stöpst 
loszulösen?   Eintauchen  in  warmes  Wasser  half  nicht. 

Erste  Antwort:  Wenn  Flakons  mit  eingeschliffenen  Stöpsel 
versandt  werden,  solange  den  letzteren  noch  Feuchtigkeit  anhaftet,  s 
setzen  sich  die  Stöpsel  immer  fest.  Um  dieses  zu  verhindern,  bringt  ma 
etwas  Oel  an  die  Stöpsel  oder  man  legt  senkrecht  in  den  Flakonhal 
ein  SUeifchen  Papier  oder  einen  Faden  und  setzt  dann  den  Stöpsel  eil 
Die  bo  behandelten  Flakons  halten  die  Stöpsel  nie  fest.  Um  einen  fee 
gewordenen  Stöpsel  aus  dem  Flakonhals  zu  löaen,  muß  der  letztere  durc 
Erwärmung  ausgedehnt  werden,  wodurch  der  Stöpsel  sich  lockert.  Am  ein 
fachBten  geschieht  die  Erwärmung  durch  Reibung  des  Flakonhalse 
zwischen  zwei  Stricken  oder  Biemen.  Natürlich  darf  nur  der  Flakonhal 
warm  werden,  nicht  der  Stöpsel.  Man  klopft  dann  leicht  mit  einem  Hol 
an  den  Stöpsel,  was  das  Lookerwerden  unterstützt. 

Zweite  Antwort:  Es  gelingt  nicht  immer,  festsitzende  Glas 
stopfen  zu  lockern,  namentlich  wenn  die  Flaschen  Substanzen  enthalten 
die  auch  nur  in  geringem  Maße  mit  dem  Glaa  reagieren  und  Kitte  bilden 
In  Ihrem  Fall  handelt  es  sich  um  ungebrauchte  Flaschen,  und  da  dürft 
es  nicht  allzu  schwer  Bein,  die  Stöpsel  herauszubringen.  Erwärmen  Si 
zunächst  die  Flaschenhälse  einzeln  vorsichtig  Uber  einer  Flamme,  abe 
nicht  die  Stöpsel,  und  versuchen  Sie  dann  durch  Drehen  des  Stopfens  un 
durch  gelindes  Beklopfen  mit  einem  Holz  eine  Lockerung  herbeizuführen 
Gelingt  dies  nicht  nach  wiederholtem  Erwärmen,  so  empfiehlt  es  Bich,  di 
Flaschen  mit  dem  Uals  nach  unten  längere  Zeit  in  ein  Gefäß  mit  ange 
Bäuertem  oder  alkalischem  Wasser  zu  stellen  und  dann  das  Erwärmen  z 
wiederholen. 

78.  Wer  liefert  Maschinen,  welche  die  Grade  bei  Hohlmaßen  aus  Glat 
Thermometern  usiv.  einschneiden? 

Antwort:  Wenden  Sie  sich  an  die  Vereinigten  Bornkesselwerk 
m.  b.  H.  in  Berlin  N.  4  und  an  Gotthold  Köchert  &  Söhne  in  Ilmena 
in  Thüringen. 


1923.  (66.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


Nr.  28  —  321 


Heue  Fragen. 
Keramik. 

96.  Wie  ist  eine  Stanzmasse  für  elektro-techn.  Fayence  (nicht  Por- 
zellan)  zusammenzusetzten  ?  Mit  Fayence  ist  in  diesem  Falle  eine  besondere, 
etwas .  gelblich  gefärbte  Ware  für  den  engl  Markt  gemeint.  Die  Masse 
wird  in  Pulverform  gestanzt  und  enthält  offenbar  ziemlich  viel  Feldspat. 
Wie  ist  die  Zusammensetzung  des  Stanzöls,  und  bei  welchem  SK  findet  der 
Garbrand  statt  ?  Werden  die  Stücke  roh  glasiert  oder  ist  zweimaliger 
Brand  erforderlich? 

97.  Wir  haben  versucht,  Spielkugeln  aus  Ton  herzustellen.  Die  Form- 
gebung ist  uns  zwar  gelungen,  doch  fehlt  den  Kugeln  der  nötige  Glanz,  so- 
wohl vor  als  auch  nach  dem  Brande.  Wie  wird  dieser  Glanz  erreicht, 
und  wie  müssen  die  Kugeln  gefärbt  werden,  damit  sie  ein  schönes  Aus- 
sehen haben? 

98.  Bei  meiner  Fabrikation  von  I 'einsteinzeug,  das  ich  bei  SK  7\9 
in  Kapseln  eingesetzt  im  Bunzlauer  Langofen  brenne,  habe  ich  mit 
Schwierigkeiten  zu  kämpfen.  Den  eigentlichen  Hochglanz  der  Glasur  haben 
nur  die  Geschirre,  die  in  den  2  Schichten  direkt  an  der  Feuereingangsseite 
stehen;  alle  andern  Gegenstände  sind  wohl  ausgeflossen,  erscheinen  jedoch 
wie  mit  einem  Hauch  überzogen.  Gebrannt  wird  mit  Briketts  und  Holz. 
Die  Briketts  sind  ziemlich  minderwertig  und  erscheinen  mir  schwefelhaltig. 
Nach  dem  Abbrennen  des  Ofens  wonte  ich  mit  dem  Verschmieren  der 
Feuerungen,  bis  die  letzten  Feuer  flammenfrei  niedergebrannt  sind.  Es 
ist  nun  vielleicht  möglich,  daß  während  dieser  Znt  die  ersten  Schichten 
bereits  soweit  abgekühlt  sind,  daß  die  nach  dem  Verschmieren  der  Feuer- 
öffnungen entstehenden  Schwefeldämpfe  dem  Einsatz  nicht  mehr  schaden, 
sondern  nur  den  weiter  hinten  stehenden  Schichten,  wo  die  Abkühlung  noch 
nicht  so  weit  vorgeschritten  ist,  also  die  Glasur  noch  die  Schwefeldämpfe 
aufnehmen  kann.  Kann  man  vielleicht  mit  dem  Verschmieren  der  Oeff- 
mngen  noch  länger  warten,  ohne  ein  Brandrissigwerden  der  Geschirre 
befürchten  zu  müssen,  oder  wie  ist  sonst  der  Fehler  zu  beseitigen? 

90  "Wir  bitten  um  Angabe  eines  billigen  Versatzes  für  eine  Por- 
zellan-Stanzmasse, und  zwar  mit  nur  inländischen  Materialien. 


Glas. 


85.  Welche  Erfahrungen  wurden  bisher  mit  der  Oelfeuerung  gemacht? 
Kann  eine  Wanne  mit  10000  kg  schwer  schmelzbarem  Material  mit  Erfolg 
mit  Od  betrieben  werden?  Kann  die  Oelfeuerung  wegen  der  starken  Aus- 
dunstung von  der  Gesundheiübehörde  verboten  werden? 

86.  Wir  schmelzen  in  ein°m  Hochflammofen  in  niedrigen  und 
%i<en.  Häfen  Natron-Kalk-Glas  Das  Glas  wird  wie  Gußglas  auf  einen 
eisernen  Gießtisch  ausgegossen  und  eben  gewalzt.  In  den  so  erzeugten  Glas- 
tafeln haben  wir  sehr  viel  doppeltes  Glas  zu  verzeichnen,  d.  h  eine  gewalzte 
Tafel  besteht  aus  zwei  deutlich  erkennbaren  aufeinanderliegenden  Glasschichten. 
W>er  zwischen  den  beiden  Schichten  wahrnehmbare  Trennungsstrich  ist 
•genau  parallel  zur  Oberfläche  der  Tafel,  d.  h.  die  einzelnen  Schichten  sind 
in  ihrer  ganzen  Ausdehnung  gleichmäßig  stark.  Wir  verwenden  stets  den 
gleichen  Gemengesatz  und  gießen  jeden  Hafen  möglichst  vollständig  aus. 

Worauf  ist  dteser  Uebelstand  zurückzuführen? 

87.  Gibt  es  kleine  Glasblasemaschinen  oder  Apparate,  mit  denen 
[man  kleine  Gegenstände  aus  Glasröhren  an  der  Glasbläser lampe  herstellen 
Wann?   Lassen  sich  derartige  Glassachen,  die  wohl  schwachwandig  sind, 

abschleifen  oder  absprengen,  und  gibt  es  Schleif-  und  Absprengmaschinen 
iäafür?    Welcher  Art  sind  die  Formen,  und  lassen  sich  auch  Sachen  ohne 
Formen  blasen?    Wie  geht  der  Arbeitsgang  vor  sich,  und  was  lassen  sich 
für  Gegenstände  her  steilen?    Wer  liefert  entsprechende  Einrichtungen? 

88.  Ich  bitte  um  Angabe  einer  Vorschrift  für  die  Herstellung  eines 
erstklassigen  Glaserkittes.     Welche  Maschinenfabriken   übernehmen  die 

^Einrichtung? 

89.  Wer  liefert  Bleipfannensulfat? 


Verschiedenes. 

4.    Wie  stellt  man  Korallrot-Farbkörper  für  Email  her? 
B.    In  welcher  Form  und  Weise  finden  Selenverbindungen  bei  der 
('Erzeugung  von  Email-,  d.  h  überhaupt  keramischen  Farbkörpern  Ver- 
wendung? ■   . 


Neuauflage  des 
Glas -Adreßbuches  1922 


Die  Fragebogen  für  die  im  Herbst  d.  J.  erscheinende 
Neuauflage  des  Adreßbuches  der  Glasindustrie  sind 
vor  kurzem  versandt  worden.  U)ir  bitten  dringend, 
die  Fragebogen  genau  ausgefüllt  gefl.  umgehend  zu- 
rückzusenden, foujeit  dies  nicht  bereits  geschehen  ist. 

Glas-  und  Glasivarenfabrikanten,  die  den  Frage- 
bogen nicht  erhalten  haben  sollten,  ujollen  ihn  um- 
gehend von  uns  verlangen. 


Coburg 


Geschäftsstelle  des  Sprechsaal 

Abteilung  Adreßbücher. 


GLAS  ml  K6RAMIK 

auf  der 

L€rPZIG6R 
MUSTGRAAGSSG 

vom  Zj.  Awnxjtbis  2.  September  1922 

^clfeGinkaufs^ueUc^    ^  1 

^Auskunfl  erteilt  und  Anmeldungen  rümmt  entgegen 
MGSS  AMT  FÜR  DIG  MUST6RMGSSGN 


irt  L6IPZIG 


3 


Hierzu  eine  Beilage:    Prospekt  der  Firma  Dresdner  Maschinenfabrik  and  Schiffswerft  Uebigau,  Aktiengesellschaft? 
iüDresden-N  31,  über  Kohlennot-Bekämpfung- 


Statt  jeder  besonderen  Anzeige! 

Tieferschüttert  geben   wir  im  Namen  aller  Verwandten  unseren  Freunden  und  Bekannten  die  traurige 
Nachricht  vom  Ableben  unseres  innigstgeliebten,  unvergesslichea  Vaters,  Bruders,  Vetters,  Onkels  etc.  etc. 

Herrn  Eduard  Prochaska 

Direktor  der  Glasfabrik  Jon.  Lötz  Wwe.  in  Klostermühle 

welcher  heute  um  6  Uhr  35  Min.  früh  nach  langem  ergebungsvoll  getragenem  schweren  Leiden  sanft  im  Herrn 
entschlafen  ist.  _  _ ,  _  _ 

Max,  Eduard«  Franz,  Sohne 

Klostermühle,  den  4  Juli  1922.  Allllij  als  Tochter 

Ernesi  Prochaska,  als  Bruder. 


&2  —  Nr. 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


Veröffentlichungen  der  AuBenhandelsnebenstelle  Feinkeramik 


Terkaufsbedingungen  für  die  Ausfuhr  von 
elektrotechnischem  und  technischem  Porzellan 

(gültig  ab  1.  Juli  1922). 
I.  Allgemeine  Bedingungen. 

1.  Die  Ausfuhr-Mindestpreise  verstehen  sich  fob  deutschem 
Ausfuhrhafen  bzw.  frei  deutscher  Grenze,  und  zwar  ausschließ- 
lich Verpackung. 

2.  Bei  allen  Arten  von  Hochspannungsporzellan  sowie 
Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren  ist  für  Verpackung 
einschließlich  Kisten  ein  Mindestzuschlag  von  5  °/0  zu  erheben. 
Bei  allen  übrigen  Arten  von  elektrotechnischem  und  sonstigem 
technischen  Porzellan  sowie  bei  losen  Metallarmaturen  und  bei- 
gepackten losen  Armaturen  ist  für  Verpackung  einschließlich 
Kisten  ein  Aufschlag  von  mindestens  3  °/0  des  Rechnungswertes 
anzurechnen. 

3.  Den  Ausgangspunkt  für  die  Ausfuhrpreise  bilden  die 
Grundpreise  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik  (vergl. 
Drucksache  Nr.  235  vom  23.  Februar  1922).  Die  wichtigsten 
Exportartikel  samt  ihren  Grundpreisen  sind  auf  einem  be- 
sonders erhältlichen  Preisblatt  zusammengestellt. 

4.  Gegenüber  den  Ländern  unter  Ländergruppe  la)  wird 
in  der  Währung  des  Bestimmungslandes  fakturiert  (Ueber- 
seeländer  und  Ausnahmen  siehe  Fußnote).*)  Gegenüber  den 
Ländern  unter  Ländergruppe  1  b)  ist  in  Reichsmark  zu  berechnen. 

5.  Die  Errechnung  des  Ausfuhrmindestpreises  erfolgt,  indem 
der  Grundpreis  mit  der  Zahl  multipliziert  wird,  die  in  der 
nachstehenden  Tabelle  (II,  3)  für  das  in  Frage  kommende  Land 
unter  Berücksichtigung  der  Artikelgruppen  vorgesehen  ist. 
Der  sich  ergebende  Wert  ist  der  fertige  Ausfuhrmindestpreis 
in  der  für  das  betreffende  Land  vorgeschriebenen  Währung  für 
100  Stück,  ausschließlich  Verpackung.  > 

II.  Preisbestimmungen. 

1.  Ländergruppen: 

a)  Fremdwährungsländer. 

Holland,  Schweiz,  China,  Japan,  Vereinigte  Staaten 
von  Nordamerika,  Canada,  Mexiko,  sonstige  mittel-' 
amerikanische  Staaten,  Großbritannien,  seine  Dominions 
und  seine  Kolonien,  südamerikanische  Staaten, 
Spanien,  Portugal,  Norwegen,  Dänemark,  Schweden, 
Belgien,  Frankreich,  Luxemburg,  Italien,  Tschecho- 
slowakei. 

b)  Markländer. 

Deutsch- Oesterreich  und  Ungarn,  Jugoslawien,  Balkan- 
länder, Finnland,  ehemaliges  Rußland,  Polen,  wahl- 
weise südamerikanische  Staaten. 

2.  Artikelgruppen: 

I.  Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren  einschließlich  der 

Reichspostmodelle. 
II.  Elektrotechnische  Stanzartikel   und  sonstige  technische 
Artikel. 

IHa.  Freileitungs-Stützen-Isolatoren    bis    zur    Größe  entspr. 

Hermsdorf  I.  1387. 
III  b.  Freileitungs-Stützen-Isolatoren  größer  als  Hermsdorf  I. 

1387  bis  inkl.  Hermsdorf  1391. 


*)  Es  wird  fakturiert : 

nach  in 

Portugal   Pfund  Sterling** 

Britische  Dominions  und  Britische  Kolonien  Pfund  Sterling** 

Canada   U.8.A.-Dollar  *** 

Holländische  Kolonien   holländischen  Gulden 


China  

Japan   

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika 
Mexiko  


U.S.A.-Dollar 
Yen 
Dollar 

wahlweise  in  U.S  A.-Dollars 
od.in  mexikanischen  Goldpesos 
Sonstige  mittelamerikanische  Staaten .    .    .  U.S.A.-Dollar 

Argentinien  wahlweise  in  Pfund  Sterlin  g**, 

argent,  Goldpesos  oder  in 
deutscher  Mark 

Paraguay  wahlweise  in  Pfund  Sterling**, 

argent.  GoldpeBOB  oder  in 
deutscher  Mark 

Uruguay  wahlweise  in  Pfund  Sterling**, 

urug.  Goldpesos  oder  in 
deutscher  Mark 

Chile  wahlweise  in  Pfund  Sterling**, 

chilen.  Goldpesos  oder  in 
deutscher  Mark 

Sonstige  südamerikanische  Staaten  ....    nur  in  Pfund  Sterling** 

oder  in  deutscher  Mark 

**  Die  nachstehend  verzeichneten  Multiplikatoren  für  diese  Länder 
sind  auf  Schillings  bezogen. 

***  Bei  Artikelgruppen  I  und  II  wahlweise  auch  in  Pfand  Sterling. 


III  c.  Freileitangs-Stützen-Isolatoren   größer  als  Hermsdorf 

1391. 

IV.    Hänge-Isolatoren   und   leeres    Porzellan    zu  armierte! 

Hänge  -Isolatoren. 
V.    Durchführungen,  Stützer,  Griffe,  Rillen-Isolatoren. 

(III  bis  V  alles  ohne  Armaturen.) 
VI.    Hänge-  und  Abspann-Isolatoren  mit  Armaturen. 

3.  Multiplikatorentabelle. 


13 

d 

B 

E 

ja 

SS  , 

*\ 
a 


Land 


Holland 
Schweiz 
Japan 

Vereinigte  Staa- 
ten von  Nord- 
Amerika 

Restlich.  Mittel 
amerika,  Canada 
und  China 

England  und 
Kolonien 

Canada 

Mexiko 

bei  Faktur,  in 
mex.  Gold-Pesos 

Mexiko 

bei  Faktur,  in 
U.S.  A. -Dollars 

Argentinien 

bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

Argentinien 

bei  Faktur,  in 
arg.  G.-Pes. 

Paraguay 

bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

Paraguay 

bei  Faktur,  in 
arg.  G-.-Pes. 

Uruguay 

bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

Uruguay 

bei  Faktur,  in 
urug.  G-.-Pes. 

Chile 

bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

Chile 

bei  Faktur,  in 
chil.  G.-Pes. 

Sonstige  Süd- 
amerikanische 
Staaten 

bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

Spanien 

Portugal 

Dänemark 

Norwegen 

Schweden 

Belgien 

Frankreich 

Luxemburg 

Italien 
Tschecho- 
slowakei 


Artikel-Gruppen 


0,029 
0,062 
0,024 


0,008 
0,009 

0,049* 
0,049* 

0,018 

0,009 

0,049* 

0,013 

0,049* 

0,013 

0,049* 

0,014 

0,049* 

0,032 


0,049* 

0.075 

0,058* 

0,050 

0,057 

0,044 

0,125 

0,18 
0,50 


II     lila    Illb    IIIc  IV 


0,029 
0,062 
0,024 

0,008 
0,009 

0,049* 
0,049* 

0,018 

0,009 

0,049* 

0,013 

0,049* 

0,013 

0,049* 

0,014 

0,049* 

0,032 


0,049* 

0,075 

0,058* 

0,050 

0,057 

0,044. 

0,125 

0,18 
0,50 


0,022 
0,047 
0,018 


0,007 
0,008 

0,037* 


0,016 

0,008 

0,037* 

0,010 

0,037* 

0,010 

0,037* 

0,010 

0,037* 

0,025 


0,037* 

0,057 

0,044* 

0,041 

0,046 

0,033 

0,087 

0,166 
0,577 


Deutsch-Oester- 
reich u.  Ungarn 

Jugoslawien  und 

Finnland 
Balkanländer 

Bußland  und 
Polen 

Südamerika- 
nische Staaten 

bei  Faktur,  in 
Heichsmark 


2,9 
2,9 
2,9 

3,0 


2,9 
2,9 
2,9 

3,0 


2,97 
3,08 
3,08 

3,08 


0,023 
0,049 
0,018 


0,007 
0,008 

0,038* 


0,016 


0,008 


0,038* 


0,011 

0,038* 

0,011 

0,038 

0,011 

0,038* 

0,026 


0,038* 

0,060 

0,047* 

0,047 

0,053 

0,034 

0,099 

0,172 
0,577 


0,024 
0,051 
0,019 


0,007 
0,008 

0.040* 


0,025 
0,054 
0,020 

0,007 
0,008 

0,043* 


0,016 

0,008 

0,040* 

0,011 

0,040* 

0,011 

0,040* 

0,011 

0,040* 

0,027 


0,040* 

0,069 

0,053* 

0,053 

0,060 

0,034 

0,099 

0,194 
0,577 


0,016 

0,008 

0,043* 

0,012 

0,043* 

0,012 

0,043* 

0,012 

0,043* 

0,029 


0,043* 

0,074 

0,057* 

0,059 

0,066 

0,037 

0,109 

0,22 
0.60 


0,023 
0,047 
0,018 

0,007 
0,008 

0,038* 


0,016 

0,008 

0,038 

0,011 

0,038* 

0,011 

0,038* 

0,011 

0,038* 

0,026 


0,038* 

0,064 

0,050* 

0,043 

0,048 

0,034 

0,099 

0,156 
0,577 


VI 


0,02 
0,04 
0,0» 

0,00^ 
0,00* 

0,03! 


0,01» 
0,00< 
0,03! 

ooi: 

0,03! 
0,011 
0,03! 
0,01] 
0,03! 
0,02f 


0,03! 

0,06"; 

0,055 
0,05; 
0,06( 
0,034 

0,09} 

0,20 
0,60 


2,97 
3,08 
3,08 

3,19 


2,97 
3,08 
3,08 

3,3 


2,97 
3,08 
3,08 

3,3 


2,97 
3,08 
3,08 

3,3 


2,97 
3,08 
3,08 

3,3 


*  Obige  Multiplikatoren  sind  auf 'Schillings  bezogen. 

Zur  Beachtung!  Vorstehende  Multiplikatoren  beziehe 
sich  auf  die  Grundpreise  der  Drucksache  Nr.  236  voi 
23.  Februar  1922. 


(58.  Jahrgang.) 


Coburg,  den  20.  Juli  1922. 


Nummer  29 


Zeitschrift  für  bic  Keramischen,  Blas-  unb  uerwanbten  Inbustrlen 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert :  Bugra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1 868 
Erscheint   wöchentlich   einmal  Donnerstags 


Fernsprecher  Nr.  59.  /  Telegramm-Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto:  Bayerische  Vereinsbank  in  Coburg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  bei  der  Post  bestellt  für  das  III.  Vierteljahr  JC  35. — ,  unter  Streifband  <Al  74. — 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  3. — ,  Stellengesuche  Jt  1.50 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 

Mitglied  von :  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Mitteilungen  aus  feuerfesten  Betrieben 
in  Nordamerika. 

(Nachdruck  verboten.} 

W.  J.  Rees  stattete  vor  der  Englischen  Keramischen  Gesell- 
schaft l)  über  den  Besuch  nordamerikanischer  Werke  der  feuer- 
festen Industrie  einen  Bericht  ab,  dem  wir  folgendes  ent- 
nehmen: 

Ein  hervorstechender  Zug  der  amerikanischen  Praxis  ist 
die  gut  durchgebildete  Organisation  der  Betriebe  znr  Erzielung 
«einer  Höchsterzeugung  mit  geringsten  Kosten.  Allgemein  sind 
die  mechanischen  Verfahren  zur  Bewältigung  der  Rohstoffe  und 
zum  Transport  der  zubereiteten  Masseversätze  an  den  Ort  ihrer 
«Verarbeitung.  Die  Ausmerzung  der  Handarbeit  ist  für  die 
größeren  Anlagen  charakteristisch. 

Die  hauptsächlichen  Rohstoffquellen  für  die  Herstellung 
von  Silikasteinen  sind  die  Medina-Quarzite  (unteres  Silur)  von 
Mittelpennsylvanien,  die  Baraboo-Quarzite  (Prä-Cambrium)  von 
Wisconsin  und  die  Cambrium-Quarzit«  von  Alabama,  auch  von 
Maryland,  Californien  und  Colorado.    Die  chemische  Zusammen- 


Si02 
A1203 
Pe2Og 
CaO 
MgO 
K20  \ 
Na2Oi 

Wahrscheinlich  stammt  mehr  als  die  Hälfte 
ziegelherstellung  verwendeten  Rohstoffe  aus 
Formation. 

In  einer  großen  Anlage  ist  die  Anordnung  der  Apparate 
für  die  Verarbeitung  der  Rohstoffe  gewöhnlich  folgende:  Von 
den  Transportwagen  kommen  die  Stücke  zunächst  in  den  Kreisel- 
brecher, passieren  dann  ein  rotierendes  Sieb,  werden  durch  ein 
Becherwerk  auf  einen  Backenbrecher  gebracht,  den  sie  mit 
einem  Durchmesser  von  7,5  cm  und  weniger  verlassen,  und 
gelangen  nun  mittels  Transportbandes  in  Behälter  oder  Lager- 
räume, von  wo  sie  auf  einen  Kollergang  mit  festem  Boden 
gegeben  werden,  um  dann  durch  Elevator  und  Transportband 
zu  den  Massezusammensetzungsbehälter  gebracht  und  auf  den 
Preßtischen  oder  in  den  Pormmaschinen  verarbeitet  zu  werden. 

)[>  


Medina 

Baraboo 

Alabama 

97,80 

97,15 

97,70 

0,90 

1,00 

•,96 

0,85 

1,05 

0,80 

0,10 

0,10 

©,05 

0,15 

0,25 

0,30 

0,40 

0,10 

0,31 

der  zur  Silika- 
der  Medina- 


*)  Transact.  of  The  Ceram.  Soc,  Vol  XXI,  1921/22,  P.  I,  S.  69-88. 


Die  Transportwagen,  die  40 — 50  t  Steine  fassen,  sind  hoch 
gelagert,  so  daß  ihre  Entladung  in  den  Kreiselbrecher  (2—3  t 
Leistung  in  einer  Minute)  und  die  rotierenden  Siebe  durch  die 
Schwerkraft  erfolgt.  Unter  jedem  Behälter  für  das  Mahlgut 
befindet  sich  ein  drehbares  Meßgefäß  mit  etwa  800  engl.  Pfd. 
Steinen  Fassungsraum.  Der  Ansatz  des  Meßgefäßes,  durch  den 
die  Steine  auf  den  Kollergang  ausgetragen  werden,  verschließt 
die  Ausmündung  des  Mahlgutbehälters.  Auf  diese  Weise  ge- 
langt immer  eine  bestimmte  Gewichtsmenge  auf  den  Kollergang. 
In  ein  oberhalb  jedes  Kollerganges  liegendes  Gefäß  wird  ein 
dosiertes  Gewicht  an  gebranntem  Kalk  (von  bekanntem  CaO- 
Gehalt)  gebracht,  Wasser  zugefügt  und  durch  Rühren  Kalkmilch 
hergestellt  und  letztere  nun  im  ganzen  beim  Mahlen  zugesetzt, 
wobei  etwaige  große  Klumpen  ungebrannten  Kalksteins  durch  ein 
im  oberen  Teile  des  Ausflußrohres  angebrachtes  Sieb  entfernt 
werden.  Hierdurch  wird  das  Verhältnis  von  Kalk  zur  Kiesel- 
säure in  den  aufeinanderfolgenden  Ansätzen  stets  gleich  groß 
erhalten.  Das  normale  Verhältnis  ist  2  °/0  CaO  in  den  Steinen, 
aber  für  besondere  Zwecke  wird  es  abgeändert  und  beträgt 
z.  B.  für  Koksofensteine  3°/0  CaO.  Die  Formen  für  Hand- 
strich sind  für  Ziegel  gewöhnlicher  Größe  rechtwinkelig  und 
umfassen  je  fünf  parallel  nebeneinander  liegende  Steine.  Sie 
werden  mit  der  Rohmischung  gehäuft  gefällt,  die  dann  mit 
einem  mit  kurzem  Handgriff  versehenen  und  mit  Metall  be- 
schlagenen plattenartigen  Werkzeug  von  etwa  30  cm  im  Ge- 
viert eingestampft  wird.  Besondere  Aufmerksamkeit  ist  der 
Konstruktion  einer  Maschine  zur  Herstellung  der  Silikasteine 
gewidmet  worden,  und  zwar  hat  die  Refractories  Manufacturers' 
Association  eine  solche  eingeführt,  die  nach  Ansicht  des  Be- 
richterstatters diese  schwierige  Frage  gut  löst.  Mit  maschinellen 
Pressen  hat  man  keine  befriedigenden  Ergebnisse  erzielt,  da 
die  physikalischen  Eigenschaften  der  damit  hergestellten 
Preßziegel  keine  so  günstigen  sind  wie  die  der  handgepreßten 
Steine.  Auch  ist  dabei  die  Abnutzung  der  erforderlichen  Preß- 
formen bedeutend,  wodurch  ihre  Instandhaltung  teuer  wird. 
Bei  den  neuen  Apparaten  wird  keine  Presse  verwendet,  viel- 
mehr werden  die  normalen  Operationen  der  Handarbeit  in 
mechanische  übertragen.  Die  Formen,  die  für  die  Aufnahme 
von  fünf  parallel  nebeneinander  liegenden  Steinen  eingerichtet 
sind,  werden,  wenn  sie  für  einen  Augenblick  unter  einer  auf- 
recht stehenden  geneigten  Rinne  anhalten,  auf  endlosen  Ketten 
gefüllt.  Oberhalb  dieser  etwa  20  Fuß  hohen  aufrechten  Rinne 
befindet  sich  eine  andere  endlose  Kette  mit  Bechern,  die  den 
rohen  Ziegelversatz  enthalten.  Die  Bewegung  der  Becher  auf 
dieser  oberen  Kette  entspricht  zeitlich  der  der  Formen  auf  der 
unteren  Kette.   Sobald  jeder  Becher  das  obere  Ende  der  auf- 


324  —  Nr.  29 


SPRECH  SAAL -CO  BÜRO. 


1922.  (66.  jahrgango) 


rechten  Rinne    erreicht,    wird   er  plötzlich    und  vollständig 
umgekippt,  sodaß  der  Masseversatz  herausfällt  und  die  Form 
füllt,  die  in  der  entsprechenden  Lage  am  unteren  Ende  der 
Rinne  ist.    Die  Formen,  die  nun  etwas  gehäuft  gefüllt  sind, 
passieren  dann  sich  drehende  Bürsten  und  Abstreichblätter, 
die  das  überschüssige  Material  entfernen  und  dem  Ziegel  eine 
glatte  Oberfläche  geben.    Die  Formgebung  stellt  also  eine 
recht  vollkommene  Nachahmung  des  Handstrichverfahrens  dar. 
Die  Entfernung  der  fertigen  Steine  aus  den  Formen  erfolgt 
durch  eine  einfache,  aber  sinnreiche  mechanische  Vorrichtung, 
worauf  die  Formlinge  selbsttätig  auf  flache  Eisenplatten  ge- 
langen, mit  denen  sie  auf  die  Trockenwagen  geschoben  werden. 
Der  Rohversatz  enthält  nur  soviel  Wasser,  daß  er  die  Ecken 
der  Formen  gerade  richtig  ausfüllt.    Die  Leistung  der  einen 
derartigen  Maschine,  die  der  Berichterstatter  sah,  betrug  1200 
Steine  in  1  Stunde,  die  einer  anderen  3000  Stück.    Die  letzt- 
genannte Maschine  wurde  von  drei  ungelernten  Arbeitern  be- 
dient, und  die  auf  ihr  hergestellten  Steine  waren  hinsichtlich 
Porigkeit,  Festigkeit  und  andrer  Eigenschaften  von  den  besten 
Handstrichziegeln  nicht  zu  unterscheiden.  Auch  die  Herstellungs- 
kosten werden  durch  Anwendung  dieser  Maschine  bedeutend 
verringert.    Zur  Fertigung  großer  Stücke  mit  der  Hand  be- 
nutzt man  hölzerne  Formen  mit  Futter  aus  Hartholz  oder 
Metall.    Die  rohe  Masse  ist  etwas  trockner  als  für  gewöhnliche 
Steine,  und  auf  manchen  Werken  wird  sie  länger  gemahlen, 
um  ihre  Bildsamkeit  zu  erhöhen.    Sie  wird  mit  schweren  Holz- 
schlegeln in  die  Formen  eingeschlagen  und  schließlich  mit  der 
metallbeschlagenen  Platte  eingerammt. 

Die  normale  Mahldauer  für  eine  Mischung  von  800  bis 
1000  engl.  Pfd.,  die  aus  Stücken  von  anfänglichem  Durchmesser 
von  7,5  cm  abwärtsbesteht,  beträgt  bei  der  Herstellung  gewöhn- 
licher Silikasteine  15  Minuten.  Ein  Versuch,  vorher  feiner  ge- 
mahlene Steine  oder  Silikamehl  zur  Mischung  zuzugeben,  wird 
im  allgemeinen  nicht  gemacht.  Die  Härte  des  Quarzits  wechselt 
nicht  sehr,  und  die  Mahldauer  ist  so  bemessen,  daß  zufällige 
Herabsetzung  der  Korngröße  beim  Mahlen  immer  ein  Erzeug- 
nis gibt,  das  den  Anforderungen  genügt  und  das  von  einer 
Charge  zur  anderen  bemerkenswert  gleichmäßig  bleibt. 

In  den  kleineren  Werken  erfolgt  das  Trocknen  der  Steine 
mittels  Abhitze  aus  den  Oefen  auf  Horden,  in  den  größeren  Fabri- 
ken dagegen  ausschließlich  in  Tunnelöfen.  Letztere  werden 
mit  Luft  beheizt,  die  mittels  Ventilator  und  schwachem  Unter- 
drück aus  den  abkühlenden  Oefen  gesaugt  wird.  Genügt  diese 
Hitze  nicht,  so  werden  auch  noch  heiße  Rauchgase  aus  den  in 
Gang  befindlichen  Oefen  gesaugt. 

Die  Oefen  sind  von  gewöhnlichem  Typ  mit  niederschlagen- 
der Flamme  und  von  9 — 13,5  m  Durchmesser,  mit  einem  Fas- 
sungsraum für  90000—175000  Stück  gewöhnliche  Steine.  Beim 
Setzen  wird  zwischen  den  einzelnen  Ziegeln  Zoll  Zwischen- 
raum gelassen,  damit  sie  sich  ausdehnen  können.  Sie  werden 
in  Bänke  von  etwa  1,2  m  Länge  und  3,6  bis  4,5  m  Höhe  gesetzt. 
Die  Belastung  der  zu  unterst  stehenden  Steine  beträgt  etwa 
15  engl.  Pfund  auf  1  Quadratzoll,  und  bei  sorgfältiger  Trock- 
nung in  den  Tunnelöfen  tritt  bei  dieser  Belastung  kein  Bruch 
ein.  Die  Brenndauer  beträgt  9  bis  12  Tage,  wobei  zum 
Schlüsse  eine  Kegel  16  bis  18  entsprechende  Temperatur  er- 
reicht und  zwei  Tage  hindurch  aufrecht  erhalten  wird.  Die 
AbkühluDg  dauert  5  bis  8  Tage.  Der  Kohle.nverbrauch  ist  un- 
gefähr 1  t  auf  1000  Steine.  Wie  der  Berichterstatter  hört, 
sind  in  ein  oder  zwei  Werken  auch  Tunnelöfen  in  Betrieb, 
bei  denen  in  der  Brennzone  aber  nur  etwa  Kegel  12  erreicht 
wird. 

Es  ist  allgemein  üblich,  jeden  Ofen  mit  einem  besonderen 
Schornstein  zu  versehen,  zur  besseren  Regelung  des  Zuges. 
Großer  Wert  wird  auch  auf  die  Reinigung  der  Ofenkanäle 
nach  jedem  Brande  gelegt.  Das  gewählte  Brennverfahren  gibt 
sichere  Gewähr  dafür,  daß  ein  sehr  großer  Teil  des  Quarzes 
in  Tridymit  und  Cristobalit  umgewandelt  wird.  Die  Menge 
des  unverändert  bleibenden  Quarzes  schwankt  in  den  gewöhn- 
lichen Ziegeln  zwischen  25  und  45  °/0  und  die  Volumenporosität 
zwischen  23  und  28°/0.  Die  Verwendung  von  Silikasteinen  für 
die  Wandungen  von  Koksöfen  ist  in  ganz  Amerika  allgemein. 
Es  ist  deshalb  sehr  wichtig,  daß  das  höchste  technisch  erreich- 
bare Maß  der  Umwandlung  des  Quarzes  beim  Brennen  ider 
Steine  erreicht  wird,  um  ein  Wachsen  derselben  während  ihres 
Gebrauchs  zu  verhüten.  Ein  größerer  Kalkzusatz  (bis  zu  3°/0) 
wird  hier  angewandt  als  bei  Steinen  für  Stahlschmelzöfen,  um 
die  Umwandlung  des  Quarzes  zu  beschleunigen.  Die  dadurch 
verursachte  geringfügige  Herabsetzung  der  Feuerfestigkeit  ist 
unwehentlich,  da  die  Feuerbeständigkeit  der  Ziegel  größer  ist, 
als  sie  den  in  den  Koksöfen  erreichten  Höchsttemperaturen  ent- 
spricht. Bemerkenbwert  ist,  daß  eine  der  großen  Ingenieur- 
firmen für  Koksöfen  bei  Silikasteinen  für  ihre  Ofenkonstruk- 
tionen kein  höheres  spezifisches  Gewicht  als  2,35  (für  pulveri- 
siertes Material)  zuläßt.    Manche  Fabriken  haben  eine  sehr  be- 


deutende Produktionsziffer.  Eine  Anlage  im  Mount  Union  (Pa.)- 
Distrikt  hat  19  Oefen,  von  denen  jeder  100000  Steine  faßt, 
und  10  Oefen  mit  je  170000  Steine  Fassungsvermögen.  Die 
tägliche  Leistung  dieses  Werkes  beträgt  170000  Steine. 

Feuerfeste  Tonwaren. 

In  ähnlicher  Weise  wie  die  Werke  für  Silikaziegel  sind  die  für 
die  Herstellung  von  Schamottewaren  eingerichtet.  Auch  hier  sind 
in  mehreren  Fabriken  die  Produktionsziffern  sehr  hoch.  Allge- 
mein werden  Maschinen  der  Ziegelfabrikation  verwendet.  Vor 
dem  Kriege  wurden  für  besondere  Zwecke  große  Mengen 
deutscher  Tone  eingeführt,  aber  jetzt  erzielt  man  ebenso  gute 
Ergebnisse  mit  amerikanischen  Tonen.  Die  feuerfesten  „flint 
clays"  werden  in  großem  Umfange  als  Grundlage  für  die  Ziegel- 
masse bei  hochwertigen  Steinen  und  anderen  Gegenständen 
benutzt.  Diese  Tone  sind  hart  und  besitzen  muscheligen  Bruch, 
sie  zeigen  wenig  Plastizität,  sind  aber  frei  von  Verunreinigungen. 
Ihre  durchschnittliche  Zusammensetzung  nähert  sich  der  Formel 
Al2Os .  2  Si02 .  2  H20,  aber  in  ein  oder  zwei  Fällen  befindet  sich 
feinkörniger  Quarz  in  dem  Ton,  wodurch  dessen  Gehalt  an 
SiOä  erhöht  wird. 

Ein  interessanter  feuerfester  Stein  ist  der  „Dando"  ladle 
brick,  den  die  Mc  Laine  Firebrick  Co.  in  Beaver,  Pa.,  herstellt. 
Er  findet  in  den  großen  Stahlwerken  Verwendung  und  ermög- 
licht, daß  die  mit  ihm  ausgefütterten  basischen  Oefen  20  bis 
30  Erhitzungen  aushalten,  während  unter  ähnlichen  Bedingungen 
bei  Anwendung  von  hochwertigen  feuerfesten  Schamottesteinen 
eine  nur  8  bis  10 malige  Erhitzung  möglich  war.  Der  „Dande" 
brick  wird  aus  Tonen  geringerer  Feuerfestigkeit  hergestellt,  und 
die  Zusammensetzung  der  rohen  Tone  schwankt  in  folgenden 
Grenzen : 


Si02     64  —76  °/0 
A1203  12  —23  „ 
Fe203    1,5-  2,5,, 


CaO  0,5-0,7 
MgO  0,4—1,0 

Na?0  }  °'8-2»5 


Glühverlust  5,0—7,5. 


Der  Feuerfestigkeitsgrad  der  rohen  Tone  beträgt  SK  18  bis  SK  26. 

Nach  der  Mischung  und  Zerkleinerung  der  rohen  Tone 
werden  sie  gesiebt  und  nochmals  innig  gemischt.  Die  Form- 
gebung erfolgt  durch  Trockenpressung,  wobei  eine  Presse  in 
1  Stunde  etwa  2000  Steine  leistet.  Um  jede  Presse  herum 
sind  Rutschen  im  Fußboden  angebracht,  durch  die  die  miß- 
ratenen Steine  und  Abfälle  mittels  Elevators  dem  Aufbereitungs- 
prozeß wieder  zugeführt  werden.  Die  Steine  werden  in  Karren 
von  den  Pressen  zu  den  Oefen  befördert.  Letztere  haben 
10,5  m  Durchmesser  und  fassen  10Ö000  Steine.  Sie  sind  für 
niederschlagende  Flamme  eingerichtet  und  haben  acht  kurze 
Schornsteine,  sodaß  sich  immer  einer  zwischen  je  zwei  Schüröffnun- 
gen befindet.  Da  eine  vorherige  Trocknung  der  Steine  nicht  stattfin- 
det, dauert  das  Schmauchen  9  Tage,  woran  sich  das  eigentliche 
Brennen  mit  6  Tagen  anschließt  Die  erreichte  Höchstemperatur 
entspricht  SK  1.  Die  Steine  besitzen  gute  Form,  plane  Ober- 
flächen und  scharfe  Ränder.  Ihr  Gefüge  ist  dicht  und  äußerst 
gleichmäßig.  Beim  ersten  Erhitzen  bildet  sich  bei  Benutzung 
dieser  Steine  in  der  Stahlpfanne  ein  zähflüssiger  Ueberzug,  der 
zum  Teil  in  den  eigentlichen  Stein  eindringt,  wodurch  eine 
widerstandsfähige  Oberfläche  entsteht,  die  Lebensdauer  der 
Pfanne  größer  wird  und  bei  Gebrauch  dieses  ladle  brick  auch 
ein  reineres  Metall  entsteht. 

Zur  Herstellung  von  Wannensteinen  und  Glashäfen  wurden 
früher    Großalmeroder   und  andere  deutsche  Tone  benutzt, 
die  man  jetzt  mit  im  allgemeinen  befriedigenden  Ergebnissen 
durch  amerikanische  Tone  ersetzt  hat.    Bei  der  Herstellung 
der  Wannensteine  wird  der  feuchte  Ton  mit  pneumatischen 
Rammen  in  die  Formen  gepreßt.    Die  Glashäfen  werden  mit 
einer    Tonmischung    ausgefüttert,    die    der    Einwirkung  des 
schmelzenden  Glassatzes  und  des  geschmolzenen  Glases  besser 
widersteht  als  der  Hafenton  selbst.    Zu  diesem  Zweck  erfährt! 
dieses  Tonfutter  Zusätze  von  Feldspat  und  anderen  Flußmitteln.! 
Allerdings  ist  die  Feuerbeständigkeit  solcher  Gemische  unter! 
Belastung  zu  gering,  als  daß  man  aus  ihnen  die  ganze  Wandung! 
der  Häfen  herstellen  könnte.    Das  Gießverfahren  erfreut  sich! 
für  die  Hafenbereitung  vielfacher  Beachtung  und  hat  bei  einer! 
großen  Sonderfirma  iür  Glashütten-Schamottewaren  schon  viel-l 
versprechende  Ergebnisse  gezeitigt.    Während  des  Krieges  isll 
das  Gießverfahren  durch  A.  V.  Bleininger  zur  Herstellung  vonl 
Häfen  für  optisches  Glas  angewandt  worden.  Das  hierzu  benutzte! 
Hafentongemisch  enthielt  außer  dem  Ton  noch  Abfälle  von! 
gebrannten  Tonwaren  und  Flußmittel,  und  der  Hafenscherben  j 
brannte  bei  der  Schmelztemperatur  völlig  dicht.    Auf  beiden! 
Seiten  des  Atlantischen  Ozeans  wendet  man  jetzt  höhere  Schmelz  ! 
temperatoren  an  und  stellt  man  komplexe  Gläser  her,  die  der! 
feuerfesten  Ton  stark  angreifen.    Aus  diesem  Grunde  wird  dael 
Bedürfnis  nach  Schamottewaren,  die  diesen  hohen  Anforderungerl 
entsprechen,  immer  stärker. 


F  1922.   (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


■r.S9  -  325 


Basische  feuerfeste  Erzengnisse. 
Die  Gewinnung  von  dichtem  Magnesit  auf  der  Westseite 
der  Sierra  Nevada  in  Kalifornien  betrug  im  Jahre  1913  etwa 
9000  t,  war  aber  1917  auf  200000  t  gestiegen.  Auch  roher 
griechischer  Magnesit  wurde  eingeführt,  so  daß  di^e  zu  Beginn 
des  Krieges  durch  den  Mangel  an  österreichischem  Magnesit 
entstandenen  Schwierigkeiten  behoben  werden  konnten.  Außer- 
dem wurden  im  Staate  Washington  auch  Lager  von  spatigem 
Magnesit  erschlossen,  die  im  Jahre  1918  schon  140000  t 
lieferten.  In  Kanada  wird  kristalliner  Magnesit  im  Grenville- 
Distrikt  von  Quebec  gewonnen,  und  zwar  waren  es  im  Jahre 
19i7  65000  t.  Nach  anfänglichen  Schwierigkeiten  hat  man 
bald  ein  Verfahren  ausfindig  gemacht,  da»  —  für  jede  Lager- 
stätte —  ein  einwandfreies  Erzeugnis  ergibt,  das  ebenso  gut 
wie  der  österreichische  Magnesit  ist.    Die  ungefähre  Zusammen- 


Washington 

MgO 

45  bis  46  °/0 

CaO 

0,5  „  2°/0 

FeO 

0,2  „     1  °/0 

A1203 

2,0  „  l°/0 

Si02 

0,5  „  4°/0 

co2 

49   „  51°/0 

Kalifornien 

42  bis  46  % 
1 


n 

0,2  „ 
0,2  „ 

1  „ 
48  „ 


3°/o 
3°/o 
l°/o 
4°/0 
51°/o 


Kanada 

34  bis  40° 
4  „ 
0,2  „ 
0,2  „ 

1  „ 
49  „ 


o 

10°/0 
l°/o 
l°/o 
2,5° 
51°/o 


XJKSX    iliagUCöll    "11U  AU    a-TM.  V«  Vivwj  -  — -  .  —  ■  0  

werden,  totgebrannt.  Die  Größe  dieser  Oefen  schwankt  von 
18mXl,8  m  bis  39  mX  2,7  m.  Das  Durchsatzquantum  beträgt 
30—65  t  in  24  Stunden  bei  einem  Brennstoffverbrauch  von 
etwa  300—500  kg  für  1  t  Sintergut.  Der  gemahlene  rohe  Stein 
wird  mit  etwas  Schlacke,  Eisenerz  oder  dergl.  gemischt,  um  die 
Sinterungstemperatur  herabzusetzen.  Die  angenäherte  Zu- 
sammensetzung des  erhaltenen  Sinters  ist  folgende: 


MgO 
CaO 
Fe203 
A1203 
Si02 


Washington 

79  bis  86  °/0 

2    „  4°/n 

4 
1 
4 


Kalifornien 

75  bis  88°/0 


6°/o 
3°/0 
8°/0 


2 
3 
1 
3 


7',o 
6°/0 
3°/o 
9°' 


Kanada 
67  bis  81  0 

9 
5 
1 

4 


17  °l 
7°/ 
2°/ 
7°/ 


Zur  Herstellung  von  Magnesitziegeln  wird  der  gebrannte 
Magnesit  gebrochen  und  dann  in  einer  Trommelmühle  ge- 
mahlen. Er  wird  ohne  Zusatz  von  Ton  oder  dergl.  Binde- 
mitteln verarbeitet.  Die  gewöhnlichen  Steine  werden  maschinell 
gepreßt,  andere  Formen,  wie  Keilsteine  u.  dgl.,  auf  einer  Hand- 
presse. Große  Steine  und  Blocksteine  formt  man  in  hölzernen 
Formen  mit  Hartholzfutter.  Die  hierzu  verwendete  Masse  ist 
wesentlich  feuchter  als  die  für  Maschinensteine.  Znm  Trocknen 
der  Steine,  was  in  einer  Trockenkammer  oder  einem  Tunnel- 
ofen erfolgt,  verwendet  man  heiße  Luft  aus  den  abkühlenden 
Oefen,  nicht  aber  Feuergase  aus  den  brennenden  Oefen,  und 
zwar  wegen  ihres  Kohlensäuregehaltes.  Auf  der  Harbison- 
Walker-Anlage  in  ehester,  Pa.,  hat  man  eine  besondere 
Trocknungseinrichtung,  die  aus  fünf  Kammern  besteht.  Die 
erste  Kammer  wird  mit  feuchter  warmer  Luft  gefüllt  erhalten, 
und  die  nachfolgenden  Kammern  enthalten  der  Reihe  nach 
immer  trocknere  Luft,  sodaß  diese  in  der  letzten  Kammer  völlig 
trocken  ist.  Seit  dieser  Einrichtung  sind  alle  Trockenschäden 
weggeblieben.  Das  Brennen  erfolgt  in  dieser  Fabrik  in  recht- 
eckigen Oefen  mit  niederschlagender  Flamme,  deren  Feuerungen 
sich  an  den  Schmalseiten  befinden.  Um  ein  Zubruchegehen 
zu  vermeiden,  werden  die  Magnesitziegel  in  Fächer  aus  Silika- 
steinen gesetzt.  Die  Fabrik  umfaßt  30  Oefen  mit  je  30000 
Steinen  Fassungsraum,  und  die  Steine  werden  in  8— 10  Tagen 
auf  SK  18—19  gebrannt.  Es  werden  täglich  4«  000  Stück 
Magnesit-  oder  Chromitsteine  hergestellt. 

Gebrannter  Dolomit  wurde  vor  dem  Jahre  1914  zur  Her- 
stellung basischer  Ofenherde  nur  sehr  wenig  benutzt,  höchstens 
in  kleineren  Mengen  zum  Ausbessern.  In  den  letztvergangenen 
Jahren  hat  die  Erzeugung  und  der  Verbrauch  von  gebranntem 
Dolomit  bedeutend  zugenommen.  Es  werden  vor  allem  be- 
sondere Sorten  hergestellt,  denen  man  basische  Schlacke  usw. 
zusetzt,  um  ihre  Widerstandsfähigkeit  zu  vergrößern.  Diese 
Spezialsorten  sind  unter  verschiedenen  Bezeichnungen  im 
Handel,  z.  B.  Syndolag,  Kennedymag  usw.  Sie  werden  in 
Drehöfen  hergestellt,  die  entweder  mit  Staubkohle,  Naturgas 
oder  Generatorgas  beheizt  werden. 

Die  Dnrchschnittszusammensetzungen  von  rohem  und  ge- 
branntem Dolomit  sind  folgende: 


Dolomit 
CaO 
MgO 
FeO 
Al2Os 
Si02 
C02 

Zum  Schlüsse 


28 
15 


roh 

-35  °/o 
-20°/0 
0,5-  4°/0 
0,5—  3°/0 
1  -  5°/0 
43  -46°/0 
berichtet  W. 


gebrannt 

46— 55°/0 
26—36  °/0 

4-  8°/0 

2-  5°/0 

4— 12°/ft 


Fe,0 


J.   Rees    noch   über  die 


Gründung  einer  besonderen  Prüfungsstelle  im  Mellon  Institute 
for  Industrial  Research  (Univ.  von  Pittsburgh)  seitens  der 


Refractories  Manufacturers  Association.  Hauptzweck  dieser 
Gründung  ist  die  Ausarbeitung  neuer  Untersuchungsmethoden. 
Erwünscht  ist  die  Vornahme  einfacher  Versuche,  die  unmittel- 
bar oder  durch  Schlußfolgerung  das  wahrscheinliche  Verhalten 
eines  feuerfesten  Materials  bei  der  Verwendung  ver- 
anschaulichen. 


Ausbau  der  „Wärmetechnischen  Beratungs- 
stelle der  Deutschen  Glasindustrie"  ( W.  B.  G.) 
Frankfurt  a.  M. 

(Nachdruck  verboten.) 

Im  Anschluß  an  die  diesjährige  Hauptversammlung  des 
„Verbandes  der  Glasindustriellen  Deutschlands"  am  16.  Juni 
in  Berlin,  sprach  der  Geschäftsführer  des  „Reichsverbandes  der 
Deutschen  Industrie",  Dr.  Schneider/Berlin,  über  „Wirtschafts- 
lage und  Wirtschaftspolitik".  Die  sehr  interessanten  Ausfüh- 
rungen bildeten  letzten  Endes  einen  Mahnruf  an  die  Industrie 
zur  allgemeinen  Sparsamkeit  und  die  dringende  Aufforderung, 
jeden  Fabrikations-Prozeß  einer  durchgreifenden  Nachprüfung 
zu  unterziehen.  Dieser  Appell  war  gerade  für  die  Glasindu- 
strie bei  ihrem  ausgedehnten  Export  von  größter  Bedeutung. 
In  der  Glasindustrie  betragen  die  Kosten  für  die  Brennstoffe 
i|8_i/s  der  Gesamtherstellungskosten.  Es  erschien  daher  an- 
gebracht, nach  der  politisch-wirtschaftlichen  Information  des 
Herrn  Dr.  Schneider  zu  erinnern,  daß  wärmewirtschaftliche  Maß- 
nahmen innerhalb  der  Glasindustrie  zu  den  wirksamsten  Mit- 
teln der  Sparsamkeit  gehören. 

Wir  geben  nachstehend  den  Vortrag  des  Geschäftsführers 
der  W.  B.  G.  Dipl.  Ing.  H.  Maurach,  Frankfurt  a.  M.  wieder, 
welcher  in  seinen  Einzelheiten  zeigt,  daß  die  W.  B.  tt.  bisher 
auf  Erfolge  blicken  kafin^-  die  ihren  Ausbau  nicht  nur  recht- 
fertigen, sondern  als  dringende  Forderung  für  die  Glasindu- 
strie hinstellen,  wenn  sie  ernstlich  den  Willen  hat,  aus  ihrer 
bisherigen  Zurückhaltung  herauszutreten. 

„Man  kann  die  praktische  Lösung,  Wärmewirtschaft  inner- 
halb der  Industrie  zu  treiben,  nicht  allein  durch  reine  tech- 
nische Maßnahmen  herbeiführen.  Um  durchgreifende  Erfolge 
zu  erzielen,  bedarf  es  außerdem  der  offenen  Bereitwilligkeit 
jedes  weitblickenden  Industriellen  und  der  Erkenntnisse  des 
letzteren,  daß  die  Wärmewirtschaft  im  Zusammenhang  mit 
unserer  traurigen  Gesamtwirtschaftslage  Zweck  hat  und  Vor- 
teile bringt.  Wenn  der  „Ausschuß  für  Wärmewirtschaft"  als 
berufenes  Organ  des  „Verbandes  der  Glasindustriellen  Deutsch- 
lands" für  wärmotechnische  Fragen  der  Versammlung  ein  Bild 
der  bisherigen  Arbeiten  der  W.B.G.  vorführen  läßt,  so  sind  hier 
nebensächlich  die  ausgesprochen  technischen  und  organisato- 
rischen Maßnahmen  hervorzuheben,  die  angewendet  werden 
mußten,  um  zu  Ergebnissen  zu  gelangen.  Der  praktische 
Nutzen  des  Zusammenschlusses  führender  Glashütten  wird  weit 
besser  durch  Beispiele  von  vorteilhaften  Ergebnissen  belegt, 
die  den  Einzelmitgliedern  durch  die  Zugehörigkeit  zur  W.B.  G. 
bisher  erwuchsen.  Von  den  zahlreichen  Arbeiten  seien  die- 
jenigen herausgegriffen,  welche  die  in  Betracht  kommenden 
Glashütten  nicht  nur  durch  auffallende  Zahlen  befriedigten, 
sondern  auch  den  Beweis  erbrachten,  daß  die  Ingenieure  der 
W.  B.  G.  bei  den  Untersuchungen  den  richtigen  Weg  beschritten 
hatten.  .... 

An  der  Spitze  aller  Untersuchungen  standen  diejenigen, 
welche  sich  mit  dem  Bau  und  Betriebe  der  Gaserzeuger  be- 
faßten. Eine  an  und  für  sich  sehr  natürliche  Erscheinung,  da 
die  Glasindustrie  seit  altersher  gewohnt  war,  nicht  nur  gleich- 
mäßig der  Sorte  nach,  sondern  auch  in  genügenden  Mengen 
mit  Brennstoff  beliefert  zu  sein.  Heute  ist  sie  gezwungen, 
sich  auf  minderwertige  Brennstoffe  umzustellen,  und  zwar 
meistens  unter  Beibehaltung  ihrer  teilweise  sehr  veralteten 
Betriebseinrichtungen. 

Eine  Hütte  versorgte  ihren  Wannenschmelzofen  mit  alten 
Wilson-Generatoren,  zu  denen  einige  Drehrostgeneratoren  hin- 
zugebaut waren.  Der  gemeinsame  Betrieb  mit  den  beiden 
Generatoren-Typen  bereitete  Schwierigkeiten.  Die  Wilson- 
Generatoren  arbeiteten  außerordentlich  unregelmäßig;  4—5 
Stunden  vor  dem  Ascheziehen  verschlechterte  sich  die  Gas- 
qnalität  in  steigendem  Maße  und  sank  auf  ü0°/0  des  ursprüng- 
lichen Wertes.  Nach  dem  mühevollen  Entfernen  der  Asche, 
das  bekanntlich  sich  jeweils  alle  3  Tage  wiederholt,  gab  der 
Wilson-Generator  zunächst  einige  Stunden  ein  Gas,  das  kaum 
brennbar  war,  und  erst  nach  8 — 10  Stunden  wurde  die  normale 
Gaszusammensetzung  wieder  erreicht.  Der  geringe  Durchsatz 
von  55  kg/qm  im  Mittel,  der  durch  das  notwendige  Stillegen 
der  Generatoren  beim  Ascheziehen  entstehende  Zeitverlust, 
die  entsprechenden  höheren  Arbeitslöhne,  die  schlechte  Gas- 
zusammensetzung, alles  war  in  Zahlen  ausgedrückt  so  kraß, 
daß  sich  die  Hütte  auf  Anregung  der  W.  B.  G.  entschloß,  trotz 
der  schlechten  Marktlage  weitere  Drehrost-Generatoren  auf- 
zustellen.  Die  eingehenden  Meßversuche  hatten  also  bei  dem 


826  -Nr.i9  S  PR  EC  H  S  A  AL  -  CO  B  U  R  O. 


vorliegenden  Brennstoff  die  Aufstellung  einer  einheitlichen 
Generatoren- Type  als  die  wirtschaftlichste  and  billigste  Lösung 
ergeben. 

In  diesem  Zusammenhang  sei  erwähnt,  daß  nicht  unbedingt 
an  Stelle  veralteter  oder  ungeeigneter  Einrichtungen  die 
neuesten  kostspieligsten  Konstruktionen  zu  treten  brauchen. 
Vielfach  genügt  ein  einfacher  Umbau  alter  Generatoren  unter 
verhältnismäßig  geringen  Kosten.  So  wurde  beispielsweise  in 
einer  Hütte  erreicht,  daß  der  Umbau  der  Generatoren  dazu 
führte,  von  3  Generatoren  einen  als  Reserve  still  zu  legen  und 
den  Betrieb  mit  den  übrigen  2  durchführen  zu  können. 
Während  bisher  ein  Generator  in  24  Stunden  450©— 5000  kg 
Steinkohle  vergaste,  konnte  er  mit  Zentral-  und  Randwindzu- 
führung, sowie  Wasserabschluß  versehen  9060 — 10000  kg  in 
24  Stunden  vergasen.  Durch  die  um  3  Stocher  in  24  Stunden 
verminderte  Bedienungsmannschaft  und  die  Möglichkeit  einer 
gleichmäßigeren  und  bedeutend  besseren  Ausnutzung  des 
Brennstoffes  als  vorher  wurden  solche  Ersparnisse  erzielt,  daß 
in  6  Monaten  die  Umbaukosten  herausgewirtschaftet  Waren. 
Von  da  ab  wären  die  Ersparnisse  als  reiner  Gewinn  zu  buchen. 

Gaserzeuger,  die  ihren  Luftbedarf  durch  den  Auftrieb  der 
heißen  Gase  selbst  ansaugen,  haben  in  den  letzten  Jahren  mehr 
den  Gebläse-Generatoren  weichen  müssen.  Wohl  hat  die  Gas- 
qualität der  alten  Siemens-Schüttungen  an  sich  genügt,  doch  die 
Abhängigkeit  von  den  Launen  des  Wetters,  von  der  Windstärke, 
der  Windrichtung,  dem  Luftdruck  und  die  Unmöglichkeit,  den 
Generator  vorübergehend  zur  stärkeren  Gaslieferung  zu  zwingen, 
der  erhebliche  Kohlenverlust  beim  Ziehen  der  Asche,  das  waren 
die  Gründe,  welche  vereinzelte  Hütten  der  Glasindustrie  zur 
Ausscheidung  des  Siemens-Generators  führten.  Kleinere  Unter- 
nehmungen schrecken  meistens  vor  den  hohen  Anschaffungs- 
kosten der  Generatoren  zurück,  selbst  wenn  die  Vorteile  auf 
der  Hand  lagen.  In  geeigneten  Fällen  bestrebte  sich  die  W.B.G., 
den  Umbau  der  alten  Siemens-Schüttungen  mit  .Schrägrost  und 
natürlichem  Zuge  durch  einfache  Mittel  für  den  Zusatz  von 
Gebläsewind  und  Dampf  herbeizuführen.  Eine  Hohlglashütte, 
deren  Verbrauch  an  rheinischen  Braunkohlenbriketts  pro  Ofen 
und  Schicht  7,5  t  betrug,  ging  mit  diesem  Verbrauch  zurück 
bei  abgeänderten  Generatoren  auf  5,2  t  pro  Tag  und  Ofen. 
Dies  kommt  einer  Ersparnis  von  rund  30  °/0  gleich,  im  Geld- 
betrag bei  einem  Betriebe  von  zwei  Oefen  einer  jährlichen 
Summe  von  rund  Ji  1  Million.  Dabei  stellten  sich  die  eigent- 
lichen Umbaukosten  auf  einen  bescheidenen  Bruchteil  dieser 
Ersparnis. 

Der  Betrieb  der  Gaserzeuger  einer  größeren  Hütte  lag 
zum  Leidwesen  der  gesamten  Belegschaft  stark  im  argen.  Die 
Generatoren  gingen  durchweg  viel  zu  heiß,  die  größten  Mengen 
des  erzeugten  Gases  brannten  im  Schachte  selbst,  eine  Ver- 
schleuderung von  Gebläsedampf  durch  die  bedienende  Arbeiter- 
schaft hatte  ohne  Wissen  der  Betriebsleitung  Platz  gegriffen, 
um  der  starken  Schlackenbildung  Herr  zu  werden.  In  diese 
wenig  erfreulichen  Verhältnisse  griff  die  W.B.G.  ein,  zunächst 
durch  Feststellung  des  tatsächlichen  Zustandes  und  der  Forderung 
des  Ofenbetriebes  unter  normalen  Bedingungen,  an  Hand  einer 
programmatisch  angelegten  gasanalytischen  Untersuchung.  Die 
infolge  der  Meßergebnisse  veranlaßten  Betriebsänderungen 
führten  nach  einiger  Zeit  schrittweise  zu  einer  befriedigenden 
Betriebsweise,  bei  wesentlich  kälterem  Gang  der  Generatoren, 
mäßigem  Dampfverbrauch,  besserer  Gaszusammensetzung  und 
geringem  Koksgehalt  in  der  Schlacke.  Während  früher  an 
einem  Ofen  mit  drei  Generatoren  monatlich  542  t  im  Durch- 
schnitt benötigt  wurden,  war  der  Verbrauch  nach  Umstellung 
pro  Schmelzofen  monatlich  492  t,  demnach  eine  Ersparnis 
pro  Ofen  von  50  t  Kohle  oder  rund  9  °/0  des  früheren  Ver- 
brauches. Die  Geldersparnis  pro  Jahr  beim  Betriebe  mit  zwei 
Schmelzöfen  beträgt  bei  den  heutigen  Brennstoffpreisen  für  die 
Hütte  etwa  Ji  1,5  Millionen. 

Gleichfalls  ohne  grundsätzliche  bauliche  Aenderung,  dagegen 
durch  einen  systematischen  Wechsel  in  der  Betriebsführung 
der  Generatoren  wurde  in  einer  Spiegelglashütte  erreicht,  daß 
der  Verbrauch  pro  Ofen  von  17  Tonnen  pro  Tag  herabging  auf 
14,5  Tonnen,  gleich  einer  Ersparnis  von  rund  i5  °/0,  im  Monat 
70  Tonnen  pro  Ofen,  bei  zwei  Oefen  jährlich  Ji  2,5  Millionen. 
Es  war  für  die  Hütte  außerdem  sehr  vorteilhaft,  auf  Grund  der 
technischen  Untersuchungen  amtlichen  Stellen  gegenüber  den 
Nachweis  erbracht  zu  erhalten,  <  daß  sie  nicht  in  der  Lage  sei, 
mit  dem  zugewiesenen  Brennstoff  wirtschaftlich  zu  arbeiten, 
worauf  die  amtlichen  Verteilungsstellen  bereitwilligst  die  Zu- 
weisung einer  für  die  Hütte  geeigneten  Sorte  von  Brennstoff 
veranlaßten. 

In  dem  Bestreben,  die  Verluste  in  den  Feuerungsrückständen 
durch  Aufstellung  sogenannter  Aschenwäschen  oder  elektroma- 
gnetischer Aufbereitangs-Maschinen  zur  Trennung  von  Brennbarem 
und  Schlacke  einzuschränken,  haben  eine  größere  Zahl  von  Glas- 
hütten der  Anregung  der  W.B.G.  Folge  geleistet.  Die  großen 
Verschiedenheiten  in  der  Betriebsführung  der  Generatoren  sind 


1922.  (6fi.  /ahrgang.)  ~r 
——————— pi 

dadurch  charakterisiert,  daß  nach  festgestellten  Aafbereitnngs-  jtj 
versuchen  in  Glashütten  der  Gehalt  an  Brennstoff  in  den  Rück-  f(i 
ständen  zwischen  5  und  60  °/0  schwankte.  Ein  größeres  Unter-  ^ 
nehmen  der  Tafelglasindustrie  beutet  heute  aus  den  Rückständen  u 
der  Siemens  -  Gaserzeuger  maschinell  250  t  Koks  monatlich  (ej 
aus  gegenüber  durchschnittlich  50  t,  die  bisher  von  Hand  ,s,j 
durch  Invaliden  von  der  Aschenhalde  herausgelesen  wurden,  u 
Setzt  man  für  die  Tonne  einen  niedrigen  Einheitspreis  von 
Ji  250  ein,  so  berechnet  sich  der  erzielte  Gewinn  im  Jahre  zu  u\ 
Ji  600000.  ji( 
Bei  der  Vergasung  von  minderwertigen  Kohlen,  insbeson-  ^ 
dere  Rohbraunkohle  mit  hohem  Feuchtigkeitsgehalt  interessierte  E, 
besonders  die  Frage  einer  geeigneten  Vortrocknung.  In  diesem  n, 
Zusammenhang  finden  die  ernsthaften  Absichten  einer  Glas-  m 
hütte  Beachtung,  die  Abhitze  ihrer  Schmelzöfen  zum  Vortrock-  Z 
nen  der  Kohle  zu  benutzen.  Aehnliche  Versuche  wurden  be-  pv] 
kanntlich  bei  Kesselanlagen  durchgeführt.  Die  Versuche  in  der  L 
Glasindustrie  sind  noch  zu  jung,  um  abschließende  Erfahrungen  k 
aussprechen  zu  können. 

Eine  Tafelglashütte  klagte  über  große  Ausfälle  an  Produktion  ni 
infolge  Auftretens  der  sog.  Winden.  Alle  Versuche,  das  Uebel  gel 
durch  Aenderung  der  Gemengezpsammensetzung,  wechselnde  Ein-  >  «, 
Stellung  von  Gas  und  Luft  und  dergl.  zu  beseitigen,  waren  fehl-  je< 
geschlagen.    Die  W.  B.  G.  stellte  zunächst  durch  einfache  Tem-  tri* 
peraturmessungen  fest,  daß  trotz  einer  guten  Gasqualität  die  !  tri 
Temperatur  in  der  Schmelzwanne  nicht  genügte,  um  die  Voll-  Hii 
Produktion  bei  guter  Durchschmelze  zu  erreichen.    Infolge-  iel 
dessen  wurde  eine  eingehende  Untersuchung  des  ganzen  Gas-  *ji 
weges  beginnend  beim  Gaserzeuger  schrittweise  bis  zum  Brenner  ft'i 
vorgenommen.    Es  stellte  sich  heraus,  daß  die  Leitungen  von 
den  Generatoren  bis  zum  Eintritt  in  die  Kammern  undicht  i 
waren,  sodaß  in  Zahlen  gesprochen,  der  Heizwert  des  Gases 
von  1454  W.  E.  auf  1300  W.  E.  zunächst  gesunken  war.  Dann 
aber  ergaben  sich  auch  Undichtigkeiten  in  der  Trennungswand 
zwischen  Luft-  und  Gaskammern.    Wegen  der  Eigenart  der  m 
Ofenkonstruktion  konnte  dieser  Mißstand  von  außenher  nicht  m 
beobachtet  werden.    Zudem  waren  die  Risse  in  den  Kammern  Be 
derartig  fein,    daß   es  nicht  möglich   gewesen  ist,   sie  mit  ib 
bloßem  Auge   zu    erkennen.     Einwandfrei   ergab    aber    die  k 
Analyse  Aufschluß  über  den  baulichen  Fehler  der  Anlage,  jj 
Das  Gas  verbrannte  also  zum  größten  Teil  bereits  in  den  ie 
Kammern,  eine  Wärmebildung  war  wohl  vorhanden,  entwickelte  iti 
sich  aber  nicht  an  der  richtigen  Stelle  der  Ofenanlage.  Durch 
Abdichten  der  Mauern  bei  einem  Betriebsstillstand  wurde  das 
Uebel  beseitigt.    Jeder  Betriebsleiter  einer  Glashütte  kennt  die 
drückende  Stimmung,  die  Verluste  durch  ständige  Erzeugung 
eines  großen  Prozentsatzes  schlechter  Wahl  mit  sich  führen. 
Im  großen  und  ganzen  bestand  der  Erfolg  darin,  daß  die 
monatliche  Produktion  um  50°/0  gesteigert  werden  konnte  bei 
annähernd  gleichem  Kohlenverbrauch.    Der  Vorteil  der  Unter- 
suchung und  die  Berechtigung  der  aufgewendeten  Kosten  hierfür 
sind  ohne  weiteres  damit  belegt. 

Die  Bestrebungen  einzelner  weniger  Glashütten,  die  Ver- 
luste durch  Leitung  und  Strahlung  vermöge  eines  geeigneten 
Wärmeschutzes  oder  sog.  Isoliermittel  herabzusetzen,  führten 
zu  einem  Erfahrungsaustausch  über  ausgeführte  Arbeiten. 
Dabei  wurden  die  Kenntnisse  anderer  Industriegruppen  auf 
dem  Gebiete  des  Wärmeschutzes  in  Vergleich  gezogen  und 
damit  für  die  Arbeiten  der  Glasindustrie  neue  Anregungen  ge- 
bracht. Wenn  auch  die  Isolierung  des  Ofengewölbes  (Ober- 
bau)  zu  einem  vorsichtigst  zu  behandelnden  Arbeitsgebiete  des 
Wärmeschutzes  gehört,  so  konnte  zunächst  bei  Ausführung 
der  Isolation  des  Unterbaues  nicht  nur  ein  Gewinn  von  weni- 
gen Prozenten  der  aufgewendeten  Brennstoffmengen,  sondern 
auch  eine  gleichmäßigere  Betriebsweise  festgestellt  werden. 
Große  Ersparnisse  wurden  erzielt  durch  Wärmeschutz  der 
Kühlöfen. 

Der  Untersuchung  der  Schmelzöfen  und  Kühlöfen  wurde 
sowohl  bei  den  wiederkehrenden  Besuchen  der  Bezirksingenieure 
als  auch  bei  Sonderuntersuchungen  die  erwünschte  Aufmerk- 
samkeit gewidmet. 

Außer  dieser  Betriebsüberwachung  durch  regelmäßige 
Untersuchung,  durch  Feststellung  der  sparsamsten  Arbeitsweise 
erstreckte  sich  die  Tätigkeit  auch  auf  Sonderuntersuchungen 
zur  Feststellung  der  Verbesserungsfähigkeit  und  Lieferung  von 
Unterlagen  für  neue  Projekte  oder  Erprobung  von  neuen  Er- 
fahrungen und  Einrichtungen.  Bei  Neubauten  konnten  wir 
Ratschläge  erteilen,  wie  eine  wärmetechnische  Betriebsüber- 
wachung möglichst  einfach  vorzusehen  ist.  Ist  es  doch  bei 
der  Auslösung  der  Wärme  aus  den  Brennsteffen  von  Wichtig- 
keit, nicht  bloß  hinsichtlich  der  Wärmemenge  (quantitativ), 
sondern  auch  hinsichtlich  der  erreichten  Temperatur  (qualita- 
tiv) möglichst  günstig  zu  arbeiten.  Für  die  Fachgruppe  der 
Spiegelglasindustrie  gelang  es,  gute  Vergleichszahlen  aufzu- 
stellen über  den  Wärmeverbleib  bei  den  einzelnen  Arbeits- 
vorgängen des  Fabrikationsprozesses.   In  dieser  Richtung  sind 


1923,  (68.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Mr.  29  —  327 


gerade  auf  den  fortgeschrittenen  Hütten  durch  Ausbildung  des 
Meßwesens  und  Anwendung  der  modernsten  Konstruktionen 
wesentliche  Fortschritte  gemacht  worden.  Viel  beigetragen  hat 
dazu,  daß  die  W.  B.  G.  ständig  Fühlung  genommen  hat  mit  den 
Firmen,  die  feuerungstechnische  Apparate  herstellen  und 
meistens  nicht  in  der  Lage  waren,  Anfragen  aus  Glashütten 
sachgemäß  zu  behandeln,  da  ihnen  die  technischen  Betriebs- 
forderungen aus  eigener  Anschauung  fehlten. 

Die  Beispiele  über  den  Erfolg  der  wärmetechnischen 
Ueberwachung  könnten  durch  manche  andere  ergänzt  werden, 
die  in  nackten  Zahlen  sprechen.  Wir  in  der  W.  B.  G.  erblicken 
aber  eine  größere  Befriedigung  in  der  zunehmenden  Erkennt- 
nis der  Glashütten,  eine  dauernde  wärmetechnische  Betriebsüber- 
wachung einzuführen.  Bis  vor  wenigen  Jahren  hat  es  in 
unserer  Industrie  an  einer  solchen  gefehlt,  und  heute  können 
wir  mit  Vergnügen  feststellen,  daß  auch  in  kleinen  Hütten 
Pyrometer,  Druck-  und  Zugmesser,  sowie  anderes  Meßgerät  in 
der  Hand  erprobter  Praktiker  wertvolle  Hilfsmittel  des  Be- 
triebes geworden  sind.  Jede  planmäßig  eingerichtete  und  den 
jeweiligen  Verhältnissen  sorgsam  angepaßte  Betriebsüber- 
wachung bringt  so  bedeutende  Vorteile,  daß  alle  Bedenken 
geldlicher  und  sonstiger  Natur  vollständig  zurücktreten.  Keines- 
wegs darf  die  Ansicht  Platz  greifen,  daß  mit  der  Einführung 
des  Meßgerätes  den  Forderungen  der  wärmetechnischen  Be- 
triebsüberwachung Genüge  geleistet  sei.  Hier  beginnt  vielmehr 
erst  die  Arbeit  und  ist  der  Boden  vorbereitet  fnr  die  technische 
Mitarbeit  unserer  Ingenieure.  Wie  jeder  Hüttenmeister  ein 
selbstverständlicher  und  unentbehrlicher  Beamter  ist,  so 
wird  sich  die  Glasindustrie  auch  darein  finden  müssen,  den 
Wärmeingenieur  und  seine  Tätigkeit  anzuerkennen. 

Es  wäre  nun  vermessen  und  hieße  die  eigene  Kraft  über- 
schätzen, wollte  man  behaupten,  die  W.  B.  G.  bringe  Gold  im 
Munde  ihrer  Ingenieure  und  jede  ihrer  Aeußerungen  könne 
gleich  in  3-  oder  4  stelligen  Zahlen  umgesetzt  werden.  Wenn 
die  Resonanz  auf  der  Gegenseite  fehlt,  nützen  auch  die  best- 
gemeinten Anregungen  und  Ratschläge  unsererseits  nicht.  Wo 
man  unserer  Tätigkeit  eine  ablehnende  oder  gar  mißachtende 
Beurteilung  entgegenwarf,  fehlte  eben  das  Verständnis.  Wo 
aber  eine  ehrliche  Zusammenarbeit  einsetzte,  da  entwickelte 
sich  der  technische  Fortschritt.  Die  wärmetechnische  Orien- 
tierung ist  so  wichtig,  daß  sie  nicht  nur  innerhalb  der  einzel- 
nen Hütte  wegweisend  sein  muß,  sondern  auch  zu  einer  Ver- 
ständigung der  Hütten  im  Bereiche  der  einzelnen  Fachgruppen 


führen  wird.  Nur  durch  sorgfältige  Vergleiche  wird  es  ge- 
lingen, Fortschritte  in  der  Verringerung  der  Betriebsverluste 
zu  machen.  Unsere  Vereinigung  wird  im  ganzen  gestärkt,  und 
auch  das  einzelne  Werk,  das  seinen  Beitrag  zu  dieser  Stärkung 
geliefert  hat,  wird  selbst  wieder  seinen  Vorteil  in  diesem  Aus- 
tausch und  dieser  Stärkung  finden. 

Es  kann  deshalb  nur  immer  wieder  die  Aufforderung 
wiederholt  werden,  daß  die  noch  außenstehenden  Hütten  der 
deutschen  Glasindustrie  uns  das  Vertrauen  entgegenbringen, 
welches  wir  für  den  Fortgang  unserer  Arbeiten  dringendst  be- 
dürfen. Mit  auffallender  Aufmerksamkeit  verfolgt  das  Ausland, 
wie  Presseäußerungen  zu  entnehmen  ist,  die  wärmewirtschaft- 
lichen Maßnahmen  unserer  Industrie-Gruppe.  Es  wäre  bedauer- 
lich, wenn  erst  dev  Hinweis  des  Fremden  uns  zum  engeren 
Zusammenschluß  führen  sollte." 

Die  mit  Beifall  aufgenommenen  Ausführungen  ergaben  in 
der  Diskussion  die  Notwendigkeit,  daß  die  noch  außenstehenden 
Glashüttten  sich  unbedingt  den  führenden  Bestrebungen  an- 
schließen sollten.  Die  Versammlung  stellte  daher,  wie  bereits 
mitgeteilt,  die  nachstehende  Entschließung  auf: 

„Die  Konkurrenzindustrien  der  deutschen 
Glasindustrie  auf  dem  Weltmarkt  machen  gewal- 
tige Anstrengungen,  durch  Verlängerung  der 
Arbeitszeit,  Herabsetzung  derLöhne  undtechni- 
sche  Fortschritte  den  Vorsprung  auszugleichen, 
den  zurzeit  der  Tiefstand  der  deutschen  Mark 
unserer  Ausfuhrindustrie  bietet.  Eine  Besse- 
rung des  Markkurses  und  die  Annäherung  unserer 
Preise  an  die  We ltmarktpreise  werden  unserer 
Industrie  harte  Zeiten  bringen,  wenn  sie  tech- 
nisch hinter  dem  Anstände  zurücksteht.  Deshalb 
bedarf  die  fruchtbringende  Arbeit  der  „Wärme- 
technischen Beratungsstelle  der  Deutschen  Glas- 
industrie" auf  wärmetechnischem  Gebiete  drin- 
gend der  Unterstützung  und  Förderung  durch  alle 
Kreise  der  Glasindustrie.  Die  Versammlung  be- 
dauert, daß  dies  bisher  nicht  in  ausreichendem 
Maße  der  Fall  ist  und  beauftragt  die  Geschäfts- 
führung, in  engster  Zusammenarbeit  mit  der 
Wärmetechnischen  Beratungsstelle  und  den  Ver- 
bänden in  eine  rege  Werbetätigkeit  für  diese 
einzutreten." 


Wirtschaftlich-^ 

Fachschulen,  Unterricht,  Forschung*. 

■  >  Staatsfachschule  für  Glasindustrie,  Haida.  Im  abgelaufenen 
Schuljahr  wiea  die  Anstalt  einen  Schttlerbeatand  von  62  ordentlichen  und 
32  Gastachttlern  auf.  Die  Nebenabteilungen  wurden  von  538  Teilnehmern 
besucht  Neu  eingerichtet  wurde  ein  Lehrgang  für  Blumenmalerei  auf 
Glas.  Die  Zusammenarbeit  und  der  Zusammenschluß  von  Industrie  und 
Schule  haben  nach  wie  vor  in  jeder  Beziehung  günstige  Ergebnisse  ge- 
zeitigt. Auf  den  Ausstellungen  in  Frankfurt  a.  M.,  Leipzig  und  Reichen- 
berg war  die  Schule  durch  Häidaer  Firmen  vertreten.  Zum  Schulschluß 
fand  eine  Ausstellung  der  in  der  Anstalt  entstandenen  Kunstgläser  und 
Zeichnungen  statt,  die  von  weit  über  1000  Personen  besucht  war.  Prof. 
Cizek  stellte  eine  Reihe  prächtiger  figürlicher  Entwürfe  für  Glasschnitt 
her,  die  auch  in  den  Schulwerkstätten  ausgeführt  wurden.  In  der  Schul- 
glashütte wurde  eine  große  Anzahl  neuer  Formen  und  Gläser  hergestellt. 
Die  Versuchs-  und  Untersuchungsanstalt  erfreut  sich  von  Jahr  za  Jahr 
einer  größeren  Beanspruchung. 


Gesetzgebung,  Steuern. 

Zu  Vorauszahlungen  auf  Umsatzsteuer  an  die  Finanzämter  im 
Wege  des  Poatscheckverkehrs  sind  besondere  Vordrucke  zu  Zahlkarten 
eingeführt  worden.  Die  Finanzämter  werden  der  erstmaligen,  in  diesen 
Tagen  ergehenden  Aufforderung  drei  Zahlkarten  für  die  Vorauszahlungen 
im  Juli  und  Oktober  1922  sowie  im  Januar  1923  beifügen.  Die  Zahlkarten 
sind  auch  am  Schalter  jeder  Postanstalt  erhältlich. 


Handel  und  Verkehr. 

Erhöhung  der  Personentarife.  Wie  wir  erfahren,  werden  ab 
1. 10.  22  die  Personentarife  der  Reichseisenbahnen  um  50  %  erhöht. 

Ein  Entwurf  über  die  Neuregelung  der  statistischen  Gebühr 
ist,  nachdem  der  ReichBwirtschaftsminister  nur  unwesentliche  Aenderungen 
empfohlen  hat,  vom  ReichswirtBchaftsminister  dem  Reichstag  vorgelegt 
werden.  Die  Erhebung  der  Gebühren  wird  darin  auf  eine  ganz  andere 
Grundlage  gestellt.  Nach  §  11  wird  die  Gebühr  nicht  mehr  wie  bisher 
'  nach  den  Mengen,  sondern  nach  dem  Wert  der  ein-  und  ausgeführten 
Waren  berechnet,  und  beträgt  bei  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  Waren  zu 
Anastellungen  und  Messen  sowie  im  Veredelungsverkehr  mit  Ausnahme 
der  Veredelung  im  Inland  für  inländische  Rechnung  ohne  Rücksicht  auf 
die  Menge  50  ^  für  jede  Anmeldung,  in  allen  übrigen  Fällen  für  Sen- 
dungen im  Werte  bis  M  5000  50  J, ,  von  mehr  ala  M  5000—10000  M  1, 
über  M  10  000  für  angefangene  oder  volle  je  M  10000  je  1.  Für  jeden 
Zwischenachein  ist  eine  besondere  statistische  Gebühr  von  Jt  1  zu  entrichten. 
Der  neu  gefaßte  §  12  verzeichnet  die  Waren  und  besonderen  Fälle,  welche 


ewerb  Hoher  Teil. 

von  der  atatistiachen  Gebühr  befreit  bleiben.  Damit  ist  die  Ungerechtig- 
keit gefallen,  daß  geringwertige  Waren  im  Verhältnis  zu  ihrem  Wert 
biaher  eine  viel  höhere  atatistiache  Gebühr  zu  tragen  hatten  als  hochwer- 
tige Waren.  Die  Entrichtung  der  statistischen  Gebühren  soll  ohne  Verwen- 
dung von  Stempelmarken  erfolgen,  so  daß  die  bisher  beklagten  Mißstände 
fortfallen  und  auch  eine  Vereinfachung  für  den  Handel  geschaffen  ist. 

Deutsche  Handelskammern  im  Ausland.  Im  Interesse  einer 
Zusammenarbeit  mit  diesen  Organisationen  veröffentlichen  wir  nach- 
stehend eine  Zusammenstellung  der  gegenwärtig  bestehenden  deutschen 
Auslands-Handelskammern: 

1.  Deutache  Handelskammer  in  Buenoa  Aires,  Caailla  de  Correo  516, 

2.  Deutache  Handelakammer  in  Valparaiso  (Chile),  Caailla  de  Correo, 

1411. 

3.  Deutache   Handelakammer   in  Montevideo  (Uruguay,)  Caailla? 'de 

Correo  132, 

4.  Verband  Deutach-Brasilianischer  Firmen  in  Rio  de  Janeiro  (1—4 

vertreten  durch  die  Geschäftsstelle  der  deutschen  Handelskammern 
in  den  lateinamerikanischen  Ländern,  Hamburg,  Handelakammer), 
Caixa  Postal  111, 

5.  Deutache  Handelskammer  in  Mexiko  D.  F.  (Mexiko), 

6.  Deutsch-Amerikanische  Handelskammer  in  New  York  (U.  S.  A.), 

Broadway  11,  z,  Hd  des  Herrn  Heinrich  Charlea,  vertreten  durch 
Herrn  Bernheimer,  Berlin  W  56,  Jägeratraße  47/48, 

7.  Deutache  Handelskammer  in  Zürich,  Löwenstraße  25, 

8.  Deutsch-Ungarische  Handelskammer  in  Budapest  IV,  Szervitater  3,  II, 

9.  Deutach- Italienische  Handelskammer  in  Mailand,  Via  Goito  7, 

10.  Deutsche  Wirtschaftskammer  in  Wien  I,  Stabenring  1, 

11.  Deutsche  Handelskammer  in  Hankau  (China). 

Die  deutsch-italienische  Handelskammer  in  Mailand,  die  im 
April  d.  J.  gegründet  wurde  und  einheitlich  für  ganz  Italien  ist,  hat  die 
im  Leonardo- Verlage,  Berlin,  eracheinende  Zeitschrift  Bollettino  Commer- 
ciale  Italo-Germanico  —  Deutsch-Italienische  Wirtachaftazeitung  —  zum 
offiziellen  Organ  gewählt. 


Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Die  Ausfahrmindestpreise  für  feuerfeste 
Erzeugnisse  nach  Jugoslawien  und  Fiume  haben  eine  Aenderung  er- 
fahren. Die  Gültigkeit  der  Preise  für  Tscheehoslowakien,  Ungarn  und 
Rumänien  iat  bis  zum  30.  9.  22  verlängert  worden.  Bei  sämtlichen  vor- 
stehenden Lindern  kann  ein  Preisabbau-Rabatt  von  5%  gewährt  werden. 
—  Fnr  die  Ausfuhr  von  Flußspat  nach  Polnisch-Oberschlesien  treten  vom 
15.  7.  22  ab  Aasfohrmindestpreiae  in  Kraft. 


328  —  Nf.329 


SPRECHSAAL -COBURO. 


1922.  (Ii.  Jahrgang 


Die  A.  H.  N.  Glas  weist  darauf  hin,  daß  Ausfuhranträge,  in  denen 
der  Tag  des  festen  Geschäftsabschlusses  an  der  dafür  vorgesehenen  Stelle 
nicht  angegeben  ist,  anbearbeitet  an  die  Antragsteller  zurückgesandt 
werden  müseen.  Ausfuhrbewilligungen  dürfen  nnr  erteilt  werden,  wenn 
ein  fester  Kaufabschluß  zugrunde  liegt. 

Außenhandelsstelle  für  Feinmechanik  und  Optik.  Der  Aus- 
schuß hat  eine  Abänderung  der  Gebührensätze  dahingehend  beschlossen, 
daß  mit  Wirkung  ab  1.  7.  22  bis  auf  Widerruf  auf  sämtliche  zu  zahlenden 
Gebühren  ein  Nachlaß  von  33V3%  in  Abzug  gebracht  wird.  Die  Ge- 
bühren betrugen  bisher  3  %e  der  Ausfuhrwerte. 

Außenhandelsstelle  für  den  Exporthandel.  Die  Geschäftsräume 
sind  seit  dem  23.  6.  22  von  Berlin  W.  35,  Genthinerstraße  34,  nach 
Berlin  W.  15,  Eurfürstendamm  68,  verlegt  worden  Die  Adresse  des  Bank- 
kontos hat  sich  wie  folgt  geändert:  Dresdner  Bank,  Depositenkasse  S, 
Berlin  N.  39,  Müllerstraße  6.  Die  neuen  Telephonnummern  sind:  Stein- 
platz 13096,  13097,  2916  und  2917.  Die  Telegrammadresse  „Aiexstelle" 
ist  dieselbe  geblieben. 

Dag  Goldzollaufgeld  ist  für  die  Zeit  vom  12.  bis  einschließlich  18.  7.  22 
auf  7900«/o  und  für  die  Zeit  vom  19.  bis  einschließlich  25.  7.  22  auf 
9400  °/0  festgesetzt  worden.  Um  den  Schwankungen  des  Markwertes 
schneller  begegnen  zu  können,  wird  künftig  das  Zollaufgeld  wieder 
allwöchentlich  unter  Berücksichtigung  des  Dollarkurses  der  vorhergehenden 
Wochen  festgesetzt  werden. 

Besetztes  Gebiet.  Ausfahr  nach  Danzig,  Memel  and  Eupen- 
Malmedy.  Die  Interalliierte  Bheinlandhommission  hat  ihre  Zustimmung 
zu  der  im  Reichsanzeiger  121  vom  26.  5.  22  veröffentlichten  Verfügung, 
betreffend  Aufhebung  der  Ausfahrabgabenfreibeit  für  Danzig,  Memel  und 
Eupen-Malmedy,  erteilt.  Gleichzeitig  hat  die  Interalliierte  Rheinland- 
kommission in  Anbetracht  der  eingetretenen  Aenderung  das  Bewilligungs- 
verfahren für  die  Bezirke  Eupen  und  Malmedy  auf  die  Emser  Stelle  über- 
tragen. Die  „Commission  des  Licences"  in  Malmedy  soll  nur  mehr  als 
Sammelstelle  der  Anträge  beibehalten  werden  und  keine  Bewilligungen 
mehr  erteilen. 

Besetztes  Gebiet.  Zollabfertigung  beim  Warenversand  über 
das  unbesetzte  Deutschland  nach  dem  Ausland.  Das  Aus-  und  Ein- 
fuhramt in  Ems  hat  die  rheinischen  Firmen  darauf  aufmerksam  gemacht, 
daß  Waren  vorerwähnter  Art  möglichst  im  besetzten  Gebiet  zollamtlich 
abgefertigt  werden  sollen.  Ferner  sollen  Ausfuhrbewilligungen,  auf 
Grund  deren  Teilsendungen  zu  verschiedenen  Zeiten  erfolgen  sollen,  mög- 
lichst nur  bei  einer  Zollstelle  des  besetzten  Gebietes  hinterlegt  werden. 
Diese  Maßnahme  wird  damit  begründet,  daß  eine  Versendung  der  Aus- 
fuhrbewilligungen an  eine  Zollstelle  des  unbesetzten  Deutschland  öfters 
der  glatten  Abfertigung  hinderlich  sein  könne. 

Aegypten.  Verzollungswerte  für  Lampenglaser  jeglicher  Her- 
kunft.   (Journal  officiel  du  Gouvernement  Egyptien  Nr.  40  und  41  vom 

20.  und  24.  4.  22).     Einfuhr-Zolltarif  Nr.  39.  —  Für  die  Zeit  vom 

21.  4  22  bis  10.  10.  22  einschließlich  oder  bis  auf  Widerruf. 

Ohne  Mit 
Fabrikmarke 

Lfd  -Nr.  Wert  für  100  Stück 

Nrn.  £E    M   £E±  M 


Lampenglas: 
Tulpenform  (forme  ballon) 
gewöhnliche  Form  .   .  . 


Zylinderform  (chemicee) 


5 

5 

8 
11 
10 
15 

20,25 
30 
40 


400  — 

250  — 

280  — 

350  — 


—  1 


330 
400 
450 
450 
600 
700 
900 
250 

Bezug  auf 


Zollsatz 
für  1922 
rinn.  Mark 


Die  Zollanmeldungen  sind  genau  nach  obiger  Aufstellung  mit 
Warenbezeichnung  und  Nummern  auszufertigen. 

Finnland.    Zolltarifentscheidungen.    (Rundschreiben  der  Zoll- 
direktion vom  2.  3.  22). 
Nr.  des 

Zolltarifs  Warenbenennung  Maßstab 

für  1922 

773  Zweifarbige  Porzellanwaren  sind  auch  dann 
unter  die  T.  Nr.  773  einzureihen,  wenn  die  eine 
Farbe  in  der  Form  von  Blumen,  Schleifen  usw. 
angebracht  ist.  Dabei  sind  indes  dunklere 
oder  hellere  Töne  der  nämlichen  Farbe  als  be- 
sondere Farben  anzusehen. 
Vorhemdknöpfe  aus  Porzellanmasse  oder  ge- 
färbtem Glas,  bestimmt  für  auf  Lager  liegende 
Hemden  P1)   1  kg 


945 


300 


'I  Der  Buchstabe  V  bedeutet,  daß  hier  die  Umschließung-  ganz  oder  teil- 
weise in  das  Gewicht  der  Waren  eingerechnet  wird. 

Griechenland.  Erhöhung  der  Zollsätze.  Am  26  6.  22  ist  eine 
Aenderung  des  griechischen  Zolltarifs  mit  bedeutenden  Erhöhungen  der 
Zollsätze  in  Kraft  getreten.  —  Am  gleichen  Tage  ist  ein  Einfuhrverbot 
für  reine  Lnxuswaren  erlassen  worden.  Als  solche  gelten  u.  a.:  Kuust- 
porzellan,  geschliffenes  Glas  und  Kristallwaren. 

Jugoslawien.  Die  Bestimmungen  über  Ursprungszeugnisse 
Bind  einem  Randerlaß  der  Generalzolldirektion  zufolge  am  20.  5.  22  neu- 
geregelt worden. 

Norwegen.  Weitere  Zollerhöhaugen  sind  vom  Storting  am  7.  7.  22 
u.  a.  für  nachstehende  Erzeugnisse  beschlossen  worden:  Elektrische  Iso- 
latoren (StarkBtrom  32  Oere,  Schwachstrom  14  Oere  je  kg),  Glas  (7  Oere 
je  kg). 

Paraguay.  Zolltarif.  Das  Haushaltsgesetz  für  den  Zeitraum 
vom  16.  8.  21  bis  zum  15.  8.  22  enthält  u.  a.  die  Bestimmung,  daß  alle 
ausländischen  Waren,  sofern  sie  nicht  mit  spezifischen  Zöllen  belastet 


sind.  Wertzöllen  unterliegen.   Diese  betragen  für  feuerfeste  Ziegelsteine 
22°/0,  für  Kristall  im  allgemeinen  und  Porzellan  47%.  —  Die  zollpflich- 
tigen Einfuhrwaren  unterliegen  einem  Zuschlagszoll  von  %•%•  —  D 
Exekutivgewalt  kann  die  Einfuhrzölle  für  ausländische  Waren  zum  allg 
meinen  Gebrauch  in  den  Häfen  am  oberen  Parana-Fluß,  die  über  daaws 
Zollamt  von  Encarnacion  mit  der  Bestimmung  für  die  genannten  Häfen  I  ji 
eingeführt  werten,  bis  zu  50%  ermäßigen.  —  Von  den  Einfuhrzöllen! 
befreit  sind  u.  a. :  Gewöhnliche  Flaschen  und  Korbflaschen,  leer,  optische!  ^ 
Instrumente,  ferner  Waren   fremden  Ursprungs,  die   innerhalb    dreier!  ij, 
Monate  wiederausgeführt  werden. 

Schweden.  Zolltarifentscheidangen.  (Randschreiben  der  General-1  «i 
zolldirektion  über  Fragen  der  Zollbehandlung  1921) 

Elektrische  Armaturen  (im  Original  eine  Abbüdung),  eingeführt  in 
Teilen,  bestehend  aus  einem  Halter  für  die  Glasglocke,  aus  echtem!  v 
Porzellan  in  Verbindung  mit  Eisen  (T.-Nr.  673),  einer  Glühlampenfassung'  „j 
(T.  Nr.  1079)  sowie  einem  Ringe  aus  echtem  Porzellan  zum  Festhalten 
der  Glühlampenfassung  am  Glockenhalter  (T.-Nr.  673).    Die  Glühlampen 
fassung  selbst  war  in  dem  Zustand,  wie  sie  vorlag,  für  ihren  Zweck  voll 
verwendbar,  z.  B.  bei  der  Rampenbeleuchtang  von  Theatern  und  derjrl. 

T  -Nrn.  673  und  1079  (1922) 

Bei  der  Zollabfertigung  war  auf  alle  Teile  zusammen  die  T.-Nr.  1079 
angewendet  worden. 

Spülzisternen  zu  Wasserklosetts  ohne  Armatur.  Die  Ware  besteht 
in  einem  Behälter  mit  losem  Deckel,  beide  aus  unechtem  weißen! 
Porzellan.  T.-Nr.  675  (1921) 

Anläßlich  der  vorstehenden  Entscheidung  bat  eine  ältere,  soweit 
sie  sich  auf  lose  Deckel  zu  Spülzisternen  bezieht,  aufgehört  zu  gelten. 

Spulzisternen  aus  unechtem  weißen  Porzellan  zu  Wasserklosett^ 
(T.-Nr.  675),  mit  dazu  gehörender  Armatur  aus  Messing  (T.-Nr.  1059; 
gleichzeitig  eingeführt.  T.-Nrn.  675  und  1069  (1921) 

Bei  der  Zollabfertigung  war  die  T.-Nr.  1059  auf  die  Zisterne  und 
die  Armatur,  jede  für  sich,  angewendet  worden. 

Spanien.   Das  Zollanfgeld  ist  für  den  Monat  Juli  22  auf  22,66°/ 
(23,73)  festgesetzt  worden. 

Die  mittlere  Monatsnotierung  für  die  Reichsmark,  die  als  Grund 
läge  für  die  Erhebung  des  Valutazollzuschlages  auf  deutsche  Warer 
Anwendung  findet,  ist  für  den  Monat  Juli  auf  2,222  festgesetzt  worden] 


i 


Die  Lage  in  Industrie  und  Handel. 

Die  Lage  der  feinkeramischen  Industrie  im  Monat  Juni  1922 
Der  Beschäftigungsgrad  der  Fabriken  ist  im  allgemeinen  recht  gut  ge 
wesen,  da  noch  zahlreiche  alte  Aufträge,  im  besonderen  solche  von  de) 
Leipziger  Frühjahrsmesse,  zu  erledigen  waren.  Die  gegenwärtigen  wirt 
schaftlichen  Verhältnisse  haben  jedoch  für  die  zukünftige  Entwicklung 
Unklarheit  geschaffen.  Die  inländische  Kundschaft  zeigt  sich  in  zu 
nehmendem  Maße  zurückhaltend.  Beim  Auslandsgeschäft  hat  die  starki 
Steigerung  der  Gestehungskosten  die  Differenz  zwischen  Inlands-  un< 
Weltmarktspreis  nahezu  beseitigt,  sodaß  unter  Berücksichtigung  der  Ausi 
fuhrabgabe  und  sonstigen  auf  dem  Exportgeschäft  lastenden  Unkosten  de; 
aus  dem  Auslandsgeschäft  gezogene  Erlös  heute  schon  in  manchen  FäUei 
geringer  ist  als  der  Inlandsverkaufspreis.  Der  inländische  Kohlenmarkji 
verschlechterte  sich  weiter,  sodaß  ein  großer  Teil  des  Bedarfs  mit  iei 
teuren  Auslandskohlen  gedeckt  werden  mußte.  Auch  die  Rohstoffver  i 
sorgung  war  ungünstig.  Dies  beruht  sowohl  auf  einem  weiteren  Steigen 
der  bereits  sehr  hohen  Preise  der  Rohstoffe,  vornehmlich  des  Kaoline 
als  auch  auf  einer  vielfach  völlig  unzureichenden  Belieferung  der  Fabriken! 

Geschäftliche  Mitteilungen. 

Porzellanfabrik  Tettau,  A.-G.,  Tettau.  Auszug  aus  dem  g 
nehmigten  Abschluß  vom  31.12.21:  Reingewinn  M  1072064  (734140) 
Dividende  20  (15  +  5)%  ;  Abschreibungen  JC  220  718  (162999);  Zu 
Weisungen  für  soziale  Zwecke  M  60000  (50000).  —  Nach  dem  Vorstands! 
bericht  trat  im  letzten  Halbjahr  im  Auslandsgeschäft  ein  ziemliche 
Rückschlag  ein.  Die  1920  erbaute  Fabrik  in  MainleuB  ist  voll  im  Betrie 
und  dürfte  im  laufenden  Geschäftsjahr  bereits  das  Erträgnis  günstii 
beeinflussen.  Die  ProduktionBmöglichkeit  des  Qaarzsandwerkes  ist  durc 
Umbau  und  Modernisierung  wesentlich  gesteigert  worden.  Die  vorliegende 
Aufträge  lassen  ein  zufriedenstellendes  Ergebnis  erwarten.  —  An  Stell 
des  verstorbenen  Bankdirektor  Röhrig  wurde  Kommerzienrat  Mai  in  de 
AufsichtBrat  gewählt. 

Aelteste  Volkstedter  Porzellanfabrik,  A.-G.,  Volkstedt.  Auszu 
aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31. 12.  21 :  Reingewinn  Jt  2,25  (0,9c 
Hill. ;  Dividende  24  (18)%;  Abschreibungen  J(  0,31  (0,18)  Mill.;  Zcj 
Weisung  zum  Untersttttzungsfonds«^  0,1  (0,08)  Mill.  —  Während  das  Geschätj 
bis  in  den  Herbst  hinein  in  den  einzelnen  Abteilungen  durch  Mangel  aj 
Absatz  zu  leiden  hatte,  zeigte  sich  in  den  letzten  Monaten  des  Jahre) 
eine  sehr  starke  Nachfrage,  durch  die  mancher  Ausfall  wieder  wettgemacll 
werden  konnte.  Auch  das  Auslandsgeschäft  hat  sich  ein  wenig  gebesser 
Im  abgelaufenen  Jahr  wurde  die  Porzellan-  und  Fayence-Fabrik  Radolpl 
Heinz  &  Co.,  Neuhaus  a.  Rwg.,  angegliedert  und  die  ehemalige  Groi 
herzogliche  Keramische  Manufaktur  Darmstadt,  G.  m.  b.  H.,  erworben.  Dij 
Werke  verfügen  Uber  große  Auftragsbestände. 

Keramag,  Keramische  Werke,  A..G.,  Meiningen.  Auszug  at 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21:  Reingewinn  M  3,82  Mil 
(1,04  nach  Ausgleich  des  Verlustes) ;  Dividende  20  (15)%;  Abschreibunge; 
Jt  0,23  (0,18)  Mill.;  Zuweisungen  zum  Delkredere-Konto  M  0,3  Mill.| 
zum  Beamten-  und  Arbeiterhäuser-Konto  M  1  Mill.  —  Das  5.  Geschäftij 
jähr  brachte  einen  wesentlichen  Fortschritt  in  der  Entwiokelang  der  Bi 
Ziehungen  zum  In-  und  Ausland.  Mangel  an  Rohstoffen  und  Kohlen  ei 
müglichte  indes  noch  nicht  eine  volle  Ausnutzung  der  Anlagen.  Dil 
Maschinen-  und  Ofenanlagen  wurden  verbessert  und  ausgebaut.  Dil 
reichlichen  Auftragsbestände  gewährleisten  lohnende  Beschäftigung,  e 
daß,  ungestörte  Arbeit  vorausgesetzt,  die  Aussichten  für  das  laufende  G(! 
schäftsjahr  günstig  zu  nennen  Bind. 


1928.  (86  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  29  —  329 


Richard  Blnmenfeld,  Yeltener  Ofenfabrik,  A.-G.,  Charlotten- 
bürg.  Auszug  aua  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21 :  Bein- 
gewinn Jt  580  053  (311027);  Dividende  16  (12).°/0;  Abschreibungen 
M  126  700  "(102  506)  —  Das  abgeschlossene  Geschäftsjahr  stellte  be- 
sonders in  seiner  zweiten  Hälfte  höhere  Ansprüche  an  die  Leistungsfähig- 
keit des  Unternehmens.  Im  laufenden  Jabre  ist  der  Auftragseingang  zu- 
friedenstellend und  das  Werk  in  allen  Abteilungen  stark  beschäftigt. 

Martin  Richter,  ßlasgroßhandlung,  Dresden-N.  6.  Durch  Groß- 
feuer ist  am  1.  7.  22  früh  das  Lager  zum  größten  Teil  vernichtet  worden. 
Der  Firma  ist  es  jedoch  gelungen,  sofort  neue,  wesentlich  größere  Lager- 
räume mit  Gleisanschluß  auf  dem  früheren  Arsenal  in  Dresden  zu  be- 
schaffen, so  daß  schon  in  8—10  Tagen  der  Betrieb  wieder  in  vollem 
Gang  Bein  wird. 

Tschechoslowaiien.    Porzellan-Konzern.    Unter  diesem  Stich- 

.  wort  hatten  wir  an  gleicher  Stelle  in  Nr.  27  eine  uns  zugegangene  Zu- 
schrift veröffentlicht,  in  der  u.  a.  mitgeteilt  wurde,  daß  in  der  letzten 
Zeit  Verhandlungen  mit  den  Großaktionären  der  Zettlitzer  Kaolinwerke- 
A.-G.  und  der  internationalen  Handelsbank  zu  einem  Uebereinkommen  ge- 

'  fuhrt  haben,  nach  welchem  auch  diese  Gesellschaft  in  den  neugebildeten 
großen  Porzellan-Konzern  einbezogen  werden  soll.  Wie  uns  von  beteiligter 
Seite  hierzu  geschrieben  wird,  entspricht  diese  Mitteilung  nicht  den  Tat- 
sachen.  Es  haben  wohl  Verhandlungen  zwischen  den  Großaktionären 

►  der  Zettlitzer  Kaolinwerke-A.-G.  in  Zettlitz  und  der  Internationalen 
Handelsbank  in  Gemeinschaft  mit  der  Anglo-österreichischen  Bank 
stattgefunden  und  zu  einem  gewissen  Besnitat  geführt;  keineswegs 
jedoch  in  der  Absicht,  einen  Porzellan  Konzern  zu  bilden  oder  demselben 
anzugehören,  sondern  gerade  in  der  gegenteiligen  Absicht,  eine  reinliche 
Scheidung  zwischen  Kaolin-  nnd  Porzellanindustrie^herbeizuiühren,  weil 

[die  Verwaltung  der  Zettlitzer  Kaolinwerke-A.-G.  es  im  Laufe  der  Zeit 
für  lästig  gefunden  hat,  einerseits  Lieferant  der  verschiedenen  in-  und 
ausländischen  Porzellanfabriken  zu  sein  und  andererseits  als  Besitzer  einer 
eigenen  Porzellanfabrik  in  dieser  Richtung  Konkurrenz  bieten  zu  müssen. 
Es  besteht  daher  die  Absicht,  die  eigene  Porzellanfabrik  in  Merkelsgrün 

*  von  der  Zettlitzer  Kaolinwerke-A.-G.  loszulösen  und  sich  gänzlich  auf  die 
Kaolinindastrie  zu  beschränken.   Die  Verbindung  mit  der  „Epiag"  besteht 

[  nur  darin,  daß  zwischen  der  Zettlitzer  Kaolinwerke-A.-G.  und  der  „Epiag" 
ein  Liefernngsvertrag,  betreffend  die  Lieferung  geschlämmten  Kaolins,  abge- 
schlossen werden  soll,  weil  die  „Epiag"  die  eigenen  ihr  bisher  gehörigen 

f  Kaolingründe  an  die  Zettlitzer  Kaolinwerke- A-G.  abzugeben  hätte.  — 
Hierdurch  sollte  gleichfalls  eine  Beibnngsfläche  zwischen  dem  großen 

|  Konzern  der  Porzellanindustrie  und  der  Kaolinindustrie  aus  der  Welt  ge- 
schafft werden.    Der  in-  und  ausländischen  Kundschaft  der  Zettlitzer 

.  Kaolinwerke-A.-G.  ist  die  Sicherheit  bezüglich  weiterer  uneingeschränkter 
Belieferung  gewährleistet. 


Messen  und  Ausstellungen. 

Zur  Leipziger  Herbstmesse  (27. 8.-2.  9.)  werden  wieder  eine 
größere  Zahl  Gesellschaf  ts-Sonderzttge  mit  einer  Fahrpreisermäßigung 
von  20  bis  40%  verkehren.  Sie  werden  bei  genügender  Beteiligung  auf 
22  Strecken  (von  München,  Nürnberg,  Bayreuth,  Coburg,  Sonneberg,  Stutt- 
gart, Basel  [Zürich],  Karlsruhe,  Frankfurt  a.  M.,  Mainz,  Aachen,  Köln, 
Elberfeld,  Düsseldorf,  Münster  i.  W  ,  Bremen,  Hannover,  Hamburg,  Königs- 
berg i.  Pr.,  Breslau,  Bodenbach  [Prag],  Passau  [Budapest- Wien]  nach 
Leipzig)  eingelegt.  Da  nur  soviel  Fahrkarten  verkauft  werden,  wie  Sitz- 
plätze vorhanden  sind,  ist  sofortige  Bestellung  nach  Bekanntgabe  der 
Züge,  unter  Angabe  der  Meßzugnummern,  des  Verkehrstages,  der  Wagen- 
klasse  und  Strecke  zu  empfehlen.  Die  Fahrkarten  für  die  Rückreise 
werden  nur  in  Leipzig  durch  das  Reisebüro  beim  Meßamt,  Markt  4,  und 
dessen  Nebenstelle  Leipzig,  Hauptbahnhof  Westseite,  Querb ahnsteig, 
verkauft. 

Meßmiete  nnd  Reichsmietengesetz.  Der  Verband  der  Meßkauf- 
hansinhaber  versendet  an  seine  Mitglieder  folgendes  Rundschreiben: 
„Nach  den  uns  zugegangenen  Nachrichten  ist  es  unsicher,  ob  für  die 
Leipziger  Meßmieten  eine  Befreiung  vom  Reichsmietengesetz  erfolgen 
•wird.  Unter  diesen  Umständen  empfehlen  wir  unseren  Mitgliedern,  ins- 
besondere für  alte  Verträge  mit  niedrigen  Mieten,  sofort  an  ihre  Aus- 
steller zu  schreiben,  daß  sie  für  den  Fall  der  Erstreckung  des  Reichs- 
mietengesetzes auf  die  Leipziger  Messe  die  gesetzliche  Miete  schon  für 
Herbst  1922  verlangen".  —  Diese  Aufforderung  steht  im  Widerspruch  zu 
iflem  Gesetz.  Wir  nehmen  daher  nicht  an,  daß  die  Mitglieder  des  Ver- 
bandes der  Aufforderung  nachkommen  werden.  Sollte  dies  trotzdem  in 
einzelnen  Fällen  geschehen,  so  machen  wir  die  Aussteller  darauf  auf- 
merksam, daß  nach  §  1  des  ReichsmietengesetzeB  die  Forderung  der  ge- 
setzlichen Miete  nicht  früher  als  von  dem  ersten  Termin  ab  Wirkung  hat, 
für  den  die  Kündigung  nach  §  565  des  B.G.B,  zulässig  sein  würde.  Bei 
Meßausstellungsräumen  ist  die  gesetzliche  Kündigung  —  von  Ausnahme- 
fällen abgesehen  —  nur  für  den  Schluß  eines  Kalendervierteljahres  zu- 
lässig, und  hat  spätestens  am  dritten  Werktage  des  Vierteljahres  zu  er- 
folgen. 

Die  Zentralstelle  für  Interessenten  der  Leipziger  Muster- 
messen hat  seit  dem  1. 1.  22  einen  Zuwachs  von  rund  400  Mitgliedern- 
in  erster  Linie  Ausstellerfirmen,  zu  verzeichnen.  Die  körperschaftlichen, 
Mitglieder  sind  in  dieser  Zeit  von  175  auf  194  gestiegen.  Unter  ihnen 
Bind  erfreulicherweise  wiederum  5  Handelskammern,  von  denen  der 
Zentralstelle  jetzt  44  angehören. 

Ueberseeklub,  Hamburg.  Der  am  27.  6.  in  Hamburg  gegründete 
Ueberseeklub  soll  nicht  lediglich  eine  Zweckgemeinschaft  sein,  sondern 
das  gesellige  Moment  in  den  Vordergrund  rücken.  Praktiker  und  Theo- 
retiker der  Volkswirtschaft  sollen  in  geselligem  Beisammensein  die  Pro- 
bleme der  Wirtschaft  erörtern.  Wirtschaft  und  Politik  sollen  so  zu  einer 
Einheit  verschmolzen  werden.  In  Hamburg  habe  seit  je  die  Einheit  des 
wirtschaftlichen  und  politischen  Handelns  bestanden.  Von  Hamburg  aus 
müsse  daher  mit  dieser  Einheit  das  Räch  durchdrungen  werden. 


Verbände. 

Verband  Deutscher  Tonwarenfabrikanten  und  Kunsttöpfereien 
E.  V.,  Dresden.  Am  27.  6.  22  fand  die  Gründung  des  Unterverbandes 
Süddeutschland  des  Verbandes  Deutscher  Tonwarenfabrikanten  und  Kunst- 
töpfereien in  Würzburg  unter  Beteiligung  der  größten  süddeutschen  Firmen 
sämtlicher  Spezialzweige  statt.  Damit  ist  die  Organisation  der  Tonwaren- 
industrie und  diejenige  der  Kunsttöpferei,  die  bisher  bereits  Unterverbände 
in  Schlesien,  Sachsen,  Thüringen,  Anhalt  und  Westdeutschland  besaß,  um 
ein  weiteres  Stück  vorwärts  gediehen.  Zum  1.  Vorsitzenden  des 
Unterverbandes  wurde  Herr  Direktor  Dr.  Spangenberg  von  der  Großherzogl. 
Majolika-Manufaktur  Karlsruhe,  zum  2.  Vorsitzenden  Herr  Franz  Zeitler  sen. 
in  Fa.  Braungeschirrfabrik  Tirschenreuth  Zeitler  &  Gretsch,  Tirschenreuth, 
gewählt.  Die  Aufgabe  des  Verbandes,  dessen  Satzungen  sich  im  wesent- 
lichen mit  denjenigen  des  Haupt  Verbandes  decken,  sind  neben  der  Wahr- 
nehmung allgemeiner  wirtschaftlicher  Interessen  die  Herbeiführung  ge- 
meinsamer Verhandlungen  in  Tariffragen,  Preisfragen,  Förderung  eines 
geeigneten  Nachwuchses  der  Keramischen  Industrie. 

Am  28.  6.  22  fand  in  Arnstadt  eine  Sitzung  des  Verbandes  der 
Terrakotta-Fabrikanten  unter  Leitung  seines  Vorsitzenden,  Herrn  Fabrik- 
besitzer Ley,  Elgersburg,  und  des  Hauptverbandes  Deutscher  Tonwaren- 
fabrikanten und  Kunsttöpfereien  statt.  Es  wurde  die  Notwendigkeit  einer 
schnelleren  Bearbeitung  der  Ausfuhranträge  betont  und  erneut  die 
Notwendigkeit  dargelegt,  daß  bei  der  besonderen  Eigenart  der  Terrakotta- 
Industrie  Erleichterungen  in  der  Ausfuhrabgabe  durch  Mehrberechnung 
des  Verpackungsmaterials  usw.  zugelassen  werden  müssen.  Ferner  wurde 
lebhaft  Klage  über  die  außerordentliche  Höhe  der  Meßmieten  in  Leipzig 
geführt,  weiterhin  wiederholt  darauf  hingewiesen,  daß  das  Landesfinahzamt 
Rudolstadt  durch  übertrieben  scharfe  Maßnahmen  im  Gegensatz  zu  anderen 
Landesfinanzämtern  die  Ausfuhr-Industrie  Thüringens  erschwert.  Wichtige 
Mitteilungen  wurden  des  weiteren  über  die  neugestaltete  Luxussteuer  usw. 
gemacht.   Die  Versammlung  war  stark  besucht. 

Die  Westdeutsche  und  die  Mittel-  und  Ostdeutsche  Schamotte- 
Konvention  sowie  die  Westdeutsche  und  die  Ostdeutsche  Silikat-Konvention 
haben  ab  12.  7.  22  eine  Preiserhöhung  um  etwa  31  %  vorgenommen  durch 
Heraufsetzung  des  Teuerungszuschlages  von  320  auf  450  %• 


Bücherschau. 

Die  Brennstoffe  und  ihre  Verbrennung.  Von  Dr.  Gustav 
Keppeler,  Professer  an  der  Technischen  Hochschule  Hannover.  München 
nnd  Berlin  1922.  Druck  und  Verlag  von  R.  Oldenbourg.  (60  Seiten.) 
Geh.  Ji  40,—. 

Die  Kursteilnehmer,  welche  im  Jahre  1921,  die  seitens  der  W.  B.  G., 
Frankfurt  a.  M.,  veranstalteten  Vortragsreihen  beBuchten,  werden  sich  des 
interessanten  Experimental-Vortrages  von  Professor  Dr.  Gustav  Keppeler, 
Hannover,  erinnern.  Der  Vortragende  hat  sich  nunmehr  entschlossen,  den 
vielseitigen  Anregungen  Folge  zu  leisten  und  seinen  Vortrag  in  Buchform 
der  Oeffentlichkeit  zu  übermitteln.  Die  sehr  interessante  Schrift  führt 
den  wissensdurstigen  Betriebsbeamten  in  das  geheimnisvolle  Gebiet  der 
Verbrennung  ein.  Wenn  im  Grund  genommen  auch  nur  der  Wissen- 
schaftler in  der  La^e  ist,  die  Vorgänge  bis  ins  einzelne  zu  verfolgen,  so 
kann  die  vorliegende  Schrift  doch  Anspruch  machen,  den  Betriebsbeamten 
in  klarer  und  leicht  faßlicher  Weise  Aufschluß  zu  geben  über  die  Vorgänge, 
mit  denen  er  sich  täglich  praktischer  Weise  befaßt. 

Man  hört  leider  so  oft,  daß  Praktiker  jede  Belehrung  von  außen  als 
Wissenschaft  oder  Theorie  ansprechen,  was  im  Grunde  gar  nicht  zutrifft. 
Die  Kenntnisse  der  einfachsten  physikalischen  und  chemischen  Prozesse 
fehlen  zumeist  in  der  Ausbildung  vieler  Hüttentechniker;  Um  hier  eine 
bestehende  Lücke  auszufüllen  auf  dem  Sondergebiete  der  Brennstoffver- 
wendung, ist  die  Schrift  enstanden. 

Der  Verfasser  hat  auf  die  Notwendigkeit  der  wäimewirtschaftlichen 
Bestrebungen  in  der  Glasindustrie  hingewiesen.  Er  hat  sich  der  dank- 
baren Aufgabe  unterzogen,  dem  Betriebsbeamten  eine  Unterlage  an  die 
Hand  zu  geben,  welche  von  jedem  Glashüttenmann  bewillkommnet  werden 
wird,  der  die  ernste  Absicht  hat,  sein  technisches  Wissen  zu  vervollkommnen. 
Die  Anschaffung  kann  nicht  nur  den  Hörern  der  Vorträge,  sondern  auch 
einem  weiteren  Kreis  Nutzen  bringen. 

Kunst  und  Kunstgewerbe.  Blätter  zur  Förderung  deutscher 
Wertarbeit.  Herausgeber  Generaldirektor  Theodor  Wieseler  und  Mathias 
Kammerbauer.  Jahresbezugspreis  Ji  200,—,  Einzelnummer  M  20,— ;  für  das 
Ausland  gelten  besondere  Preise.  Verlag  Nürnberger  Bund,  Nürnberg, 
Schoppershofstraße  86/88. 

Das  mit  einem  reichen  Bildermaterial  versehene  Maiheft  der  wertvollen 
Zeitschrift  enthält  eine  Reihe  von  Aufsätzen,  von  denen  die  folgenden  be- 
sonders interessieren:  Hermann  Riemer:  Porzellan  von  heute,  mit  trefflichen 
Proben  keramischer  Kleinkunst  der  Porzellanfabrik  Tettau,  A.-G.,  Tettau; 
Paul  Adolf  Borchert :  Wiener  Porzellan  nach  historischen  Vorbildern,  wie 
es  die  Wiener  PorzellaBmanufaktur  Jos.  Böck,  Wien,  erfolgreich  nach- 
bildet; Regieiungsrat  Doenges:  Meißner  Porzellan,  III.  Die  plastische 
(Kaendler-) Periode,  II.  Abschnitt;  Erinnerungsteller  Oberammergau  1922. 

Im  Juniheft  widmet  Dr.  Max  Osborn  der  Dresdener  Jahresschau 
„Deutsche  Erden"  warme  Worte,  während  Prof.  Dr.  Berdel  in  „Technik 
und  Aesthetik  der  keramischen  Laufglasuren"  für  diese  Dekorationsart  eine 
Lanze  bricht. 

Das  Juliheft  ist  besonders  reich  an  keramischen  Beiträgen:  Eine 
Studie  von  G.  E.  Pazaureck  behandelt  Glas-Musterbücher  der  Biedermeier- 
zeit, Mathias  Kammerbauer  zeigt  an  handgemaltem  Steingut  der  Stein- 
gutfabriken Velten-Vordamm  den  Zusammenhang  zwischen  edler  Werk- 
gesinnung und  Lebenskultur,  Regierungsrat  Doenges  erörtert  in  seinem 
Beitrag  „Meißner  Porzellan",  IV.  Die  Zeit  nach  Kaendler  bis  Marcolini 
und  Dr.  W.  Fries  gibt  gelungene  Proben  figürlicher  Originalkeramik  von 
E.  Wagner-Nürnberg  wieder,  die  diesen  Künstler  als  kraft-,  phantasie-  und 
humorvollen  Plastiker  charakterisieren.  Aber  auch  die  übrigen  Aufsätze 
sind  der  Beachtung  wert,  da  sie  Einblick  in  das  künstlerische  Schaffen 
auf  anderen  Gebieten  gewähren. 


330  -  Nir.  20 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


Patente. 

Deutsches  Reich. 
Erteilungen. 

354  069.  80  b,  17.  Verfahren  zur  Herstellung  von  ungebrannten 
Baustoffen;  Zns.  z.  Pat.  342  403.  Dr.  Plönnis  &  Co.,  Berlin-Friedenau. 
2. 10.  19. 

354  077.  12  d,  13  Verfahren  znm  Entwässern  von  Schlämmen  der 
verschiedensten  Art  anf  einer  Nutsche.  Theodor  Steen,  Charlottenburg, 
Knesebecketraße  77.    1.8  19. 

384  094.  341,  11.  Isolierflasche.  Josef  Plechati,  Berlin-Frohnau, 
Fttrstendamm.   31.  7.  18. 

354135.  80  c,  4.  Längliche  Verbrennungskammer  für  Eanalöfen. 
Robert  Clay  Metcalfe,  Newark,  V.  St.  A.   28  4.  20. 

354162.  22  i,  1.  Eitt,  insbesondere  zum  Verbinden  von  Eisenteilen 
mit  Porzellan.    Otto  Hiller,  Berlin,  Seestraße  83.    1.  9.  21. 

354  211.  12  d.  26.  Vorrichtung  zum  Reinigen  schwimmfähigen 
körnigen  Filtermaterials ;  Zus.  z.  Pat.  353  284.  August  Neumann,  Reppen, 
Brandenburg.   3  11  20. 

354  302.  67  a,  19.  Maschine  zum  Schleifen  der  schmalen  Kanten- 
flächen elliptischer  Linsen.  The  Standard  Optical  Corporation,  Geneva, 
V.  St.  A.  13.6  20. 

354  325.  67  c,  3.  Verfahren  zur  Herstellung  mineralisch  gebundener 
Schleifscheiben  und  Schleifkörper  beliebiger  Form.  Carl  Ficksrt,  Schwarzen- 
bach a.  S    9.  3.  20. 

354  327.  12d,  1.  Verfahren  zur  elektroosmotischen  Trennung  von 
Substanzen,  die  aus  Dispersoiden,  wie  Suspensions-  und  Emulsionskolloiden, 
Jonen  und  nicht  ionisierten  Eörpern  bestehen.  Elektro-Osmose  A-G. 
(Graf  Schwerin  Gesellschaft),  Berlin.    9.  4. 18. 

354  483.  36  b,  6.  Aus  mehreren  aufeinander  setzbaren  Teilen  ge- 
bildeter Kachelofen  zur  Beheizung  mit  Gas  und  festen  Brennstoffen. 
August  Adamietz,  Hamburg,  Borgfelder  Str.  10.   24.  6.  16. 

354  568.  32  a,  27.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Isolierflaschen. 
Josef  Plechati,  Berlin  Frohnau.    9  2.  19. 

354  580.  21c,  13  Hänge- und  Abspannisolator.  Motor,  Aktiengesell- 
schaft für  angewandte  Elektrizität,  Baden,  Schweiz.  7. 4  20.  Schweiz 
7,  4.  19. 

354  668.  48  c,  4.  Tunnelofen,  besonders  zum  Brennen  von  Email- 
waren. Henri  Francart,  Tongres,  Belgien.  29. 4. 20.  Großbritannien 
19.12  18 

354  715.  30g,  1.  Sprit2flasche.  'Albert  Timm,  Kassel,  Wittich- 
straße l1/.-    12  11  19. 

354  782.  12  e,  1.  Fttllköper  für  Absorptions-  und  Reaktionstürme; 
Zus.  z.  Pat.  317  166.    Prym  &  Co.,  Stolberg,  Rhld.   24.  7.  21. 

354  843  80  b,  9.  Isoliergegenstände.  A.  G.  für  patentierte  Kork- 
steinfabrikation und  Korksteinbanten  vorm  Kleiner  &  Bokmayer,  Mödling 
bei  Wien.   30  6  20.   Oesterreich  22. 10  18. 

354  844  80  b,  11  Tonerdeschleifmittel  und  Verfahren  zu  seiner 
Herstellung.  Norton  Company,  Worcester,  V.  St.  A.  22. 6.  20,  V.  St. 
Amerika  18  9.  17. 

354  880.  21  g,  15.  Glühkathode  von  Röntgenröhren  '  Phönix, 
G.  m.  b.  H  ,  Glastechnische  Werkstätten,  Rudolstadt,  Thür.    5.  6.  21. 

354  895.  42  i,  8.  Thermoelektrischer  Strahlungsmesser.  Dr.  Rudolf 
Hase,  Hannover,  Josefstr.  26.   30.  4.  20 


Beschreibungen. 
Doppelwandiges  Gefäß  nach  Dewar- Weinhold.  Das  Außengefäß 
besteht  aus  farbigem  Glas.   341,  9.   Nr.  348  494.   27.8  20.  Christian 
Hinkel,  Berlin. 

1.  Verfahren  zur  Herstellung  von  leichten,  blasen-  nnd  poren- 
reichen Körpern  aus  Beton,  Ton  und  ähnlichen  Massen.  Die  in  den  Massen 
eingeschlossenen  Luft-  nnd  Glasbläschen  vergrößern  bei  Druckverminderang 
im  umschließenden  Raum  die  Hohlräume  der  Masse  durch  ihre  Ausdehnung, 
und  man  läßt  den  derart  behandelten  Körper  in  diesem  Zustande  erstarren 
oder  abbinden,  bis  eine  Formverändernng  unter  atmosphärischem  Druck 
nicht  mehr  eintreten  kann. 

2.  Verfahren  nach  Anspruch  1.  Man  mengt  den  Massen  Zuschlag- 
stoffe bei,  die  Gase  entwickeln  und  im  Körper  Hohlräume  erzeugen. 
80  b,  18.    Nr.  324315.    28.5.  18,   Josef  v.  Vaß,  Kötzschenbroda. 

Verfahren  zur  Herstellung  von  alkalifreier  amorpher  Kiesel- 
säure. Man  behandelt  gefällte,  mit  Wasser  oder  Säuren  gewaschene 
Kieselsäure  mit  einem  Metallsalze,  insbesondere  mit  einem  Salze  der  alka- 
lischen Erden,  des  Magnesiums  oder  Aluminiums  und  wäscht  dann  noch- 
mals in  üblicher  Weise  aus.  12  m,  6.  Nr.  348  769.  23  2.  21.  J.  Michael 
&  Co.,  Berlin. 

Maschine  znm  Bearbeiten  optischer  Gläser.  Zur  Erzielung  einer 
asphähschen  Umdrehungefläche  dreht  sich  das  Glas  um  die  Achse  dieser  Fläche, 
und  das  Werkzeug  und  das  Glas  werden  in  einer  diese  Achse  enthaltenden 
Ebene  so  gegeneinander  bewegt,  daß  der  Berührungspunkt  des  Werkzeuges 
und  des  Glases  die  Meridiankurve  der  Umdrehungefläche  beschreibt.  Die 
Aendernng  des  Abstandes  dieses  Berührungspunktes  vom  Mittelpunkt  des 
KrttmmnngskreiBes  des  Scheitels  der  Meridiankurve  erfolgt  mittels  eines 
Getriebes  das  aus  zwei  aufeinanderfolgenden  Schubkurven  besteht,  von 
denen  zwei  Glieder  des  in  der  Reihenfolge  der  Kraftübertragung  vorderen 
je  mit  einem  von  zwei  Gliedern  des  hinteren  fest  verbunden  sind.  67  a,  19. 
Nr.  349  639.   21.  4.  15    Carl  Zeiß,  Jena. 

Verfahren  zur  Herstellung  von  Metallhydroxyden  für  sich  oder 
in  Mischung,  insbesondere  von  Aluminiumbydroxyd,  in  leicht  filtrierbarer 
nnd  auswaschbarer  Form.  Metallsalz  wird  mit  Ammoniak  im  vielfachen 
Ueberscbuß  behandelt,  worauf  die  Mutterlauge  nach  dem  Abfiltrieren  des 
Niederschlages  mittels  gasförmigen  Ammoniaks  oder  starker  Ammoniak 
htiesigkeit  so  weit  angereichert  wird,  daß  wieder  der  vielfache  Ammoniak- 
Überschuß  für  eine  ernente  Fällnng  vorhanden  ist,  nm  durch  dauernde 
Weiterbenntznng  der  Mutterlauge  eine  solche  Anreicherung  an  gebildetem 
AmmonBalz  zn  erzielen,  daß  dieses  von  selbst  oder  nach  geringem  Ein- 


dampfen auskristallisiert.  12  m,  6  Nr.  348  905.  22.1.15.  Dr.  Max  Buchner, 
Heidelberg. 

Verfahren  zum  Blasen  von  dünnwandigen  Glashohlkörpern, 

besonders  Glühlampenkolben  Zwecks  Bildung  und  Befestigung  eines 
Külbels  am  AuBblaseende  der  Pfeife  wird  das  Glas  in  einen  unten  durch 
das  AuBblaseende  der  Pfeife  verschlossenen  Behälter  eingegossen  und  ab- 
geschnitten und  das  so  gebildete  Külbel  durch  die  Pfeife  aufgeblasen. 
Das  eingegossene  und  abgeschnittene  Glas  in  dem  zum  Zusammenhalten 
des  Glases  an  der  Pfeifenmündung  dienenden  Behälter  wird  durch  einen 
den  Aufnehmer  ausfüllenden  Stempel  mit  einer  der  Außeugestalt  des  her- 
zustellenden Külbels  entsprechenden,  ungefähr  becherförmigen  Höhlung 
gepreßt,  wonach  nach  ausreichender  Erstarrung  der  Stempel,  der  Aufnehmer 
und  der  in  üblicher  Weise  in  der  Pfeifenmündung  verschiebbare  Mündungs- 
formkern  außer  Berührung  mit  dem  Külbel  gebracht  werden  und  mit  dem 
Blasen  so  lange  gewartet  wird,  bis  die  gebildete  starre  Außenhaut  des 
Külbels  vom  lauern  des  Külbels  her  so  weit  erwärmt  und  erweicht  ist,  daß 
sie  beim  Aufblasen  nicht  zerreißt,  sondarn  sich  ausdehnt.  32  a,  15. 
Nr.  348  946.  27.1.15.  Empire  Machine  Company,  Portland,  Maine, 
V.  St.  A. 

Burchführungs-Abspannisolator.  Derselbe  ist  an  der  Fassungs- 
stelle kugelartig  ausgebildet  oder  mit  einem  kugelartigen  Formstück  aus 
Metall  oder  sonstigem  Material  umgeben  und  legt  sich  unter  Anpassung 
der  Richtung  des  Leitungszages  in  einem  Pfannenflansch  ein,  wobei  der 
Isolator  nur  auf  Druck  beansprucht  wird.  21  c,  10.  Nr.  348  965.  22.1.21. 
Karl  Brechtel,  Neukölln. 

Verfahren  zur  Herstellung  von  Ampullen  mit  genau  vor- 
geschriebenem Inhalt.  Man  schmilzt  ein  in  Oer  Weite  dem  Halse  ent- 
sprechendes Glasrohr  an  einem  Ende  zu  und  bläst  den  so  geschlossenen, 
dem  Ampullenkörper  entsprechenden  Teil  des  Rohres  nach  Erhitzung  bis  zum 
Erweichen  unter  Drehung  in  einer  Formzange  auf.  32  a,  27.  Nr.  319  039. 
12  8  20.    Carl  Rose,  Gehren,  Thür. 

1.  Füllung  für  Reaktionsräume,  Absorptionsräume  und  dergl. 
Sie  besteht  aus  gleichen,  oben  und  unten  offenen,  im  Qaerschnitt  regel- 
mäßigen (dreieckigen,  viereckigen  oder  sechseckigen)  Hohlkörpern  mit 
ebenflächigen  Seitenwandungen,  die  in  ihrem  Innern  eine  den  ganzen 
Qaerschnitt  ausfüllende,  schranbenförmig  gewundene  Zwischenwand  von 
mindestens  einer  vollständigen  Windung  besitzen. 

2.  Füllung  gemäß  Anspruch  1.  Jeder  Füllkörper  weist  zwischen 
zwei  geschlossenen  eine  offene  Seitenfläche  auf.  12  e,  1.  Nr.  349  082. 
U.  7.  20.   Andrew  Miller  Fairlie,  Atlanta,  Georgia,  V.  St.  A. 

Verfahren  zur  Herstellung  von  Zahnmodellen  für  die  zum  Ab- 
formen von  künstlichen  Zähnen  dienenden  Matrizen.  Die  dem  Schwind- 
maße des  herzustellenden  Zahnes  oder  der  Vergrößerung  der  anzufertigen- 
den Zahnsätze  entsprechende  Schicht  wird  mittels  des  an  sich  bekannten 
Spritzverfahrens  auf  den  natürlichen  oder  den  künstlichen  Zahn  mit 
natürlichen  Abmessungen  aufgebracht.  30  b,  14.  Nr.  349 106.  30.  4.  21. 
Pinkas  Bachbinder,  Frankfurt  a.  M. 

Künstlicher  Zahn  mit  unterschnittener  Aussparung  auf  der  Rick- 
seite für  den  einschiebbaren  Anker.  Die  der  Zangenseite  zagekenrten 
Kanten  der  Ausnehmung  sind  parallel  zur  abgeschrägten,  auf  der  Rück- 
seite des  Zahnes  oberhalb  der  Schneidekante  befindlichen  Bißfläche  ge- 
richtet, um  beim  Einschieben  des  mit  der  Rückenplatte  verbundenen 
Ankers  ein  dichtes  unmittelbares  Anliegen  der  entsprechenden  zueinander 
geneigten  Zahnrückenflächen  gestalteten  Innenflächen  der  Rückenplatte 
gegen  die  Zahnflächen  zu  ermöglichen.  30  b,  14.  Nr.  349 107.  9.  10.  19. 
The  S.  Sf  White  Dental  Manufacturing  Company,  Philadelphia,  V.  St.  A. 

Verfahren  zur  Herstellung  gepreßter  und  danach  stark  er- 
hitzter Formlioge,  wie  Isolatoren,  Abortbecken,  Bausteine  u.  dgl.,  aus 
hydraulischen  Bindemitteln  oder  Oxychloridzement  und  bituminösen  oder 
Harzstoffen  sowie  Füllstoffen.  Der  Mischung  wird  Seifenlösung  zugesetzt. 
80  b,  25.    Nr.  349  249.    16.  7.  18.   August  Robert  Müller,  Bremen. 

Kachelofen  mit  Führungswänden  aus  keramischem  Baustoff  für 

die  Rauchgase.  Die  Führungswände  stoßen  sich  verjüngend,  und  zwar 
entweder  abgesetzt  oder  abgeschrägt  an  die  innere  Ofenwand  an.  36  a,  24- 
Nr.  349  465.   13.6  19.   Dr.  Karl  Brabbäa,  Caarlottenbnrg. 

Kittschale  zur  Aufnahme  von  zu  schleifenden  Gläsern.  Sie 
wird  ganz  aus  auf  kaltem  Wege  formbarem  Material  (z.  B.  Gips,  Zement, 
Eisenbeton,  Ton  usw.)  hergestellt  mit  der  Form  der  zu  schleifenden  Gläser 
entsprechenden  Aushöhlungen  oder  Erhöhungen  auf  der  dem  Schleifwerk- 
zeug zugekehrten  Schalenfläche,  auf  oder  in  denen  die  zu  schleifenden 
Gläser  eingerichtet  und  mit  Hilfe  einer  dünnen  Klebstoffschicht  unmittel- 
bar befestigt  werden.  67  a,  19.  Nr.  349  508.  30.1.21.  Wernicke  &  Co., 
Maschinenfabrik,  Rathenow. 

Mit  Gnmmipolstern  ausgestattetes  Einspann-  oder  Haltefutter 
für  GlasgegenBtände.  Die  ungefähr  im  Abstand  der  Werkstückabmessung 
angeordneten  Gummipolster  sind  an  der  äußeren  nnd  einer  anschließenden 
Seite  unbeweglich  in  einem  Gehäuse  angeordnet,  in  dem  sie  durch  eine 
an  der  anderen  anschließenden  Seite  angreifende  Preßvorrichtung  beliebiger 
Konstruktion  zusammengepreßt  werden,  so  daß  sie  nach  der  vierten  noch 
freien,  dem  Werkstück  zugekehrten  Seite  ausweichen  und  dasselbe,  sich 
ihm  anschmiegend,  zur  Bearbeitung  festgehalten.  67  a,  17.  Nr.  349  635. 
29.  5  21    Fr.  Wilhelm  Kutzscher,  Deuben-Dresden. 

Maschine  zum  Schleifen  von  Winkelfacetten  oder  auch  geraden 
Abstechen  der  schmalen  Kantenflächen  aller  Arten  von  Gläsern,  bei  welcher 
der  nach  Schablone  um  eine  wagerechte  Achse  schwingbare  Werkstück- 
halter auf  einer  nm  eine  senkrechte  Achse  dreh-  und  einstellbaren  Tisch- 
platte angeordnet  ist.  Zur  selbsttätigen  Einstellung  des  Werkstück- 
halters mit  seiner  Drebplatte  in  die  beiden  den  Facetten  entsprechenden 
Winkelstellungen  Behaltet  der  in  bekannter  Weise  zwecks  Zonen  Verschiebung 
parallel  zum  Schleifstein  verschiebbare  Werkstückschlitteu  ein  Wechselge- 
triebe, dessen  teleckopartige  angetriebene  Welle  mittels  Schneckengetriebes 
die  Tischplatte  in  seinen  Habenden  in  wechselndem  Sinne  in  Drehung 
versetzt,  bis  dieser  Antrieb  durch  den  Drehtisch  selbst  mittels  Anschläge 
in  seine  Mittelstellung  gebracht  nnd  ausgeschaltet  wird,  worauf  der  Hebel 


1022.  (Bö.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL  -  CO  BÜRO. 


von  neuem  durch  den  Werktisch  in  die  kuppelnden  Einstellungen  mittels 
Anschläge  umgelegt  wird.  67  a,  19.  Nr.  349636.  6.8.20.  Beller  &  Fischer, 
Neuenbürg,  Württbg. 

Maschine  zum  Schleifen  von  kugelförmigen  Flächen,  insbesondere 
von  Glaslinsen  mittels  Schleifscheiben,  bei  welcher  das  auf  einer  Spindel 
umlaufende  Werkstück  beim  Schleifen  um  eine  die  Werkstückachse 
schneidende  Achse  (Schwenkachse)  durch  das  Kugelflächenzentrum  ge- 
schwenkt wird.  Die  Schwenkachse,  Welle,  des  Werkstückepindel Supportes 
wird  durch  eine  unverdrehbar  auf  ihr  sich  unter  Gewichtswirkung  senkende 
Treibmntter  gedreht.  67  a,  19.  Nr.  349  638.  11.  8  17.  William  Taylor, 
Lei  Oester,  England. 


Fragekasten  des  Sprechsaal. 

Keramik. 

I  91.  Wir  brauchen  in  unserer  Dreherei  speziell  für  Flachgeschirre 
sehr  viel  Schwämme  (Elefantenöhren).    Was  ist  nun  unter  dem  Begriff 

I I  „Bohwareu  zu  verstehen?  Ein  Lieferant  teilte  uns  mit,  daß  dieser  Aus- 
druck für  Elefantenohren  handelsüblich  sei.  Uns  wird  trockene  Ware 
angeboten,  aber  feuchte  Ware  geliefert,  und  wenn  wir  nachtrocknen,  haben 
wir  immer  10°!0  Gewichtsverlust.   Die  Schwämme  wiegen  überhaupt  schon 

>  weniger  bei  ihrem  Eintreffen,  und  wir  geraten  deswegen  mit  unseren  Liefe-' 
ranten  immer  in  Differenzen 

Erste  Antwort:  Unter  Rohware  versteht  man  unbearbeitete, 
d.  h.  ungebleichte  Schwämme,  die  ihren  ursprünglichen  Sand-  und  Stein- 
gehalt noch  besitzen  nnd  lufttrocken  sind.  Wenn  Sie  trockene  Elefanten- 
Bohren  kaufen,  so  müssen  diese  frei  von  absichtlich  beigefügtem  Wasser 
sein;  jedoch  sind  Schwämme  für  Witterungseinflüsse  sehr  empfänglich,  so 
daß  gelbst  bei  trocken  angebotener  Ware  mit  Bücksicht  hierauf  10  °/o  Ge- 
wichtsdifferenz noch  zulässig  sind.  Vielfach  pflegt  man,  und  zwar  aus 
Gewohnheit,  die  frisch  angekommenen  Schwämme  am  Ofen  oder  in  der 
Sonne  zn  trocknen  oder  besser  gesagt  zu  dörren,  wobei  man  findet,  daß 
Bich  erhebliehe  Gewichtsdifferenzen  ergeben.  Es  wäre  aber  unrecht,  den 
[Lieferanten  für  dieses  Manko  verantwortlich  zu  machen,  denn  wenn  Sie 
heute  beim  Bäcker  ein  Brot  kaufen,  so  wiegt  dieses  6  Pfund;  legen  Sie 
es  zu  Hause  in  den  Ofen  oder  lassen  es  sonst  auf  eine  andere  Art  aus- 
dörren, so  kann  dabei  leicht  1  Pfund  verloren  gehen,  wofür  Sie  unmöglich 
den  Bäcker  zum  Schadenersatz  heranziehen  können.  Verlangen  Sie  von 
Uhren  Lieferanten  sandfreie  trockene  Ware,  und  die  event.  Gewichts- 
differenzen werden  sehr  gering  sein. 

Zweite  Antwort:  Wird  Ihnen  trockene  Ware  angeboten,  so 
darf  man  Ihnen  keine  feuchte  liefern  Macht  Ihnen  Ibr  Lieferant  Schwie- 
rigkeiten, bo  handelt  er  nicht  richtig.  Jedenfalls  können  Sie  bei  einer 
teuren  Spezialität  wie  Elefantenohren  trockene  Ware  verlangen. 

Dritte  Antwort:  Der  Begriff  „Rohware"  erstreckt  sich  auf  die 
unsortierten  Schwämme  und  hat  mit  feuchter  oder  trockener  Ware  nichts 
zu  tun.  Die  „Rohware"  ist  stets  billiger  als  die  I,  nnd  II  Qualität  Ele- 
fantenohren, da  letztere  gut  sortiert  sind  nnd  die  beste  Ware  darstellen. 
Wenn  Sie  Schwämme  beziehen,  Rohware  oder  Qualitätsware,  so  verlangen 
Sie  ausdrücklich  gut  trockene  Stücke;  Sie  müssen  dann  das  genaue  Ge- 
wicht erhalten.  Bei  den  heutigen  hohen  Preisen  muß  man  darauf  dringen, 
daß  man  volles  Gewicht  erhält,  ganz  besonders  aber  bei  Elefantenohren. 
I  _  Vierte  Antwort:  Wenn  Sie  sehr  viel  Elef antenohren  ge- 
brauchen, d.  h.  mehr  wie  notwendig  Bind,  so  Bind  die  Stücke  wohl  nicht 
fachmännisch  geschnitten,  denn  dies  will  verstanden  sein,  oder  es  wird 
schlechte  Ware  eingekauft.  Gut  und  vorteilhaft  Schwämme  einzukaufen, 
ist  heute  nicht  jedermanns  Sache,  dazn  gehören  die  nötigen  Kenntnisse. 
Sollten  Sie  etwa  gar  noch  den  alten  Fehler  begehen  nnd  die  Schwämme 
vom  Kontorpersonal  einkaufen  und,  was  noch  schlimmer  wäre,  sie  von 
ihm  auch  noch  an  die  Ueberformer  abgeben  lassen,  dann  brauchen  Sie 
sich  nicht  zn  wundern,  wenn  Sie  sehr  viel  Schwämme  benöigen.  Aus- 
wahl der  Qualität,  Bestellung,  Preisfestsetzung,  Prüfung  beim  Eintreffen, 
Znrechtschneiden  übertragen  Sie  dem  hierzu  allein  in  Frage  kommenden 
Fachmann,  dem  Oberdreher.  Der  Ausdruck  „Rohware"  bezw  „Natura" 
oder  „ungebleicht"  ist  richtig;  es  Bind  dies  Fachausdrucke,  die  sich  auf 
da»  dunkle,  grane  Aussehen  beziehen,  aber  nicht  auf  die  Qualität.  Wenn 
Sie  die  Schwämme  nachtrocknen  und  dabei  nnn  10%  Gewichtsverlast 
haben,  so  bedient  Sie  der  betr.  Lieferant  ganz  reell,  denn  würde  dieser 
die  Schwämme  naß  liefern,  so  kämen  sicher  30—40%  Gewichtsdifferenz 
heraus,  nnd  dann  wäre  eine  Reklamation  am  Platze. 

92.  Beim  Bedrucken  der  Porzellanknöpfe  mit  Handmaschinen  ver- 
wende ich  Metallstempel,  auf  welche  die  Farbe  mittels  Gelaünewalze  ge- 
bracht und  mit  Gelatinestempel  auf  die  Knöpfe  übertragen  wird  Dieses 

Verfahren  hat  aber  den  Nachteil,  daß  der  Druck  nicht  scharf  genug, 
I  sondern  vielfach  verschwommen  und  daher  auch  blaß  und  undeutlich  wird. 
Wie  ist  dem  abzuhelfen?  Gibt  es  ein  anderes  Druckverfahren,  vielleicht 
direkter  Druck  mit  Kautschuk-  oder  Metallstempel,  und  wie  ist  dessen 
j  Handhabung? 

Erste  Antwort:  Man  druckt  doch  mit  den  bekannten  Gummi- 
stempeln, die  einen  sauberen,  reinkonturierten  Druck  ergeben  Gelatine- 
Stempel  sind  kaum  in  Gebrauch,  nnd  Metallstempel  sind  mir  noch  nicht 
vorgekommen.  Man  gibt  die  Stempelfarbe  mit  Balsam  nnd  Kienöl  auf 
eine  Glasplatte,  reibt  sie  glatt,  entnimmt  sie  mit  dem  Gummistempel  nnd 
überträgt  sie  mit  diesem  durch  Druck  auf  den  zu  bedruckenden  Gegen- 
stand Das  ist  ein  so  einfaches  und  bekanntes  Verfahren,  daß  es  einen 
wundern  muß,  daß  Sie  anders  verfahren. 

Zweite  Antwort:  Zum  Bedrucken  der  Porzellanknöpfe  mit 
Handmaschinen  gibt  es  wohl  ein  direktes  Druckverfahren.  Wenden  Sie 
«ich  an  die  Fa.  Gneist  &  Wenzel  in  Dresden-A.,  die  diese  Handdruck- 
mascbinen  und  die  passenden  Farben  mit  genauen  Anleitungen  liefert 

93.  Bei  unserem  Porzellangeschirr  aus  Blaumasse  mit  schwarzem 
Unterglasurmonogramm  hatten  wir  nie  einen  Anstand.  In  den  letzten 
Wochen  jedoch  kommen  die  Geschirre,  speziell  Teller,  aus  dem  Glatt- 
brand mit  Löchern  längs  den  Konturen,  hauptsächlich  aber  bei  den 
Schattenstrichen  des  Monogramms.    Wir  verfahren  folgendermaßen:  Der 


geglühte  Scherben  wird  mit  einem  Anstrich  aus  Terpentinöl  und  Kolophonium 
versehen,  damit  das  Plattendruck- Monogramm  in  schwarzer  Farbe  tadellos 
abgezogen  werden  kann.  Darauf  werden  die  Geschirre  nochmals  verglüht 
dann  glasiert  und  nun  glattgebrannt.  Die  schwarze  Farbe  von  einer  be- 
kannten Fabrik  wird  vor  dem  Druck  mit  englischem  Firnis  verrieben. 
Wir  haben  bei  der  Farbenfabrik  reklamiert,  und  diese  empfahl  uns,  der 
Farbe  Glasur  zuzusetzen,  was  aber  nichts  genützt  hat.  Worauf  ist  der 
Fehler  zurückzuführen  und  wie  zu  beseitigen? 

Er,ate  Antwort:  Der  Fehler  ist  wahrscheinlich  auf  die  Unter- 
glasurfarbe zurückzuführen,  namentlich  wenn  diese  nickelhaltig  ist  nnd  im 
Rauchfeuer  gebrannt  wird.  Auch  ist  es  möglich,  daß  der  Fehler  auf  einer 
Saaerstoffeatwicklnng  aus  dem  Kobalt  beruht,  und  zwar  dadurch,  daß  Bich 
ans  Kobaltoxyd  nnd  -oxydul  C?304  bildet,  wobei  Sauerstoff  entweicht. 
Versuchen  Sie,  das  Schwarz  vor  dem  Gebrauch  im  Glattfeuer  stark  auszu- 
glühen und  brennen  Sie  nur  mit  absolut  dichtem  Rost  von  8K4a— 9. 
Sauerstoff  zufuhr  während  dieser  Periode  bringt  das  Kobalt  zum  Aufkochen, 
weil  dann  später  der  Sauerstoff  wieder  abgegeben  wird 

Zweite  Antwort:  Der  Fehler  wird  bei  Farbkörpern,  die  Kobalt 
und  Nickel  enthalten,  oft  beobachtet  und  ist  auf  eine  durch  den  Farb- 
körper hervorgerufane  Gasentwicklung  zurückzuführen.  Die  letztere  kann 
herrühren  von  Sulfaten,  die  im  Farbkörper  enthalten  und  durch  genügend 
hohes  Ausglühen  und  Auswaschen  des  letzteren  nicht  entfernt  aind.  Aber 
auch  im  Brande  selbst  vermögen  Kobalt  nnd  Nickel  allerlei  Stoffe  auf- 
zunehmen nnd  bei  erhöhter  Temperatur  wieder  abzugeben.  Es  wurden 
daher  schon  Kohlenstoff  Verbindungen  der  beiden  Metalle  sog.  Karbonyle 
verantwortlich  gemacht,  aber  mit  Sicherheit  nicht  nachgewiesen.  Tat- 
Bache  ist,  daß  Kobaltoxydul  durch  Sauerstoffaufnahme  in  Oxyd  und  dieses 
bei  höherer  Temperatur  in  Oxyduloxyd  übergeht,  welch  letzterer  Vorgang 
mit  einer  Sauerstoff entwicklnng  verbanden  ist,  die  wohl  aach  den  von 
Ihnen  geschilderten  Fehler  hervorrnfen  kann.  Sie  arbeiten  der  Erschei- 
nung entgegen,  indem  Sie  Ihren  Farbkörper  nochmals  im  Glattofen  stark 
aufglühen,  um  ihn  zu  verdichten,  dann  wieder  mahlen  und  sauber  aus- 
waschen. Einige  Vorsicht  beim  Brennen  ist  insofern  angebracht,  als  mög- 
lichst nentral  gebrannt  werden  muß,  was  anch  Ihrer  Blaumasse  nur  dien- 
lich sein  kann. 

94.  Wozu  kann  man  alte  Gipsformen  verwenden? 

Erste  Antwort:  Alte  Gipsformen  werden  gekollert  als  Dünger, 
ganz  oder  entsprechend  behauen  als  Bausteine  verwendet  Auch  gemahlen, 
mit  feiner  Schlacke  und  etwas  Zement  gemischt,  lassen  sich  daraas  in 
Eisenformen  ganz  brauchbare  Steine  herstellen. 

Zweite  Antwort:  Diese  Frage  ist  in  den  Fachblättern  schon  sehr 
oft  ausführlich  behandelt  worden.  Die  Gipsformen  zu  mahlen  nnd  noch- 
mals zn  brennen  und  dann  mit  gutem  Gips  wieder  zu  verwenden,  empfiehlt 
sich  nicht,  da  ein  befriedigendes  Resultat  nicht  erzielt  wird.  Vielfach 
verwendet  man  die  Gipsformen  zum  Ausmauern  der  Innenwände  von 
Fabriken  usw.  in  den  ersten  und  den  noch  höher  liegenden  Stockwerken. 
Fernerwerden  die  Gipsformen  gemahlen  nnd  zn  Düngezwecken  verwendet; 
Dungerfabriken  kaufen  sie  daher  bei  günstiger  Frachtlage  Bei  den 
heutigen  hohen  Arbeitslöhnen  nnd  Frachtkosten  ist  es  ratsam,  erst  genau 
zu  berechnen,  ob  beim  Verkauf  wirklich  ein  Nutzen  verbleibt;  in  den 
meisten  Fällen  ist  e«  das  beste,  man  bringt  die  abgenutzten  Gipsformen 
auf  den  Schutthaufen. 

Dritte  Antwort:  Alte  Gipsformen  eignen  sich  sehr  gut  za 
Bauzwecken,  znm  Giebelausmauern  usw.,  nnd  Sie  nehmen  bei  den  heutigen 
Ziegelpreisen  noch  ziemlich  Geld  dafür  ein,  abgesehen  von  der  Abfahr, 
die  Sie  nichts  kostet.  Freilich  kommen  hierfür  nar  eckige  Gipsformen 
in  Betracht.  Teller-,  Schalen-,  Becher-  u,  dgl.  Formen,  die  rund  sind, 
gibt  man  znm  Ausfüllen  von  Hohlwegen  nsw.  ab,  nnd  Sie  dürfen  zu- 
frieden sein,  wenn  dieselben  ohne  Entgelt  abgefahren  werden.  Zu 
Besserem  eignen  sich  alte  Gipsformen  nicht,  nnd  ein  Handel  damit  ist 
ansgeschlossen,  denn  es  handelt  sich  doch  nnr  um  Abfall. 

Vierte  Antwort:  Alte  Gipsformen  lassen  sich  wohl  nnr  za 
einem  Zwecke  gut  verwenden,  nnd  das  ist  zum  Bau  von  Zwischen- 
wänden, Bedingung  ist  natürlich,  daß  dieselben  trocken  aufbewahrt 
wurden.  In  Anbetracht  der  hohen  Preise  für  Ziegelsteine  wird  daher  die 
Verwendung  von  alten  Gipsformen  immer  mehr  aufkommen.  Wir  haben 
damit  innerhalb  des  Fabrikgeb ändes  einige  Wände  errichtet,  sogar  für 
die  Außenwand  eines  Schuppens,  also  im  Freien  Gipsformen  zum  Bau 
verwandt,  and  die  Haltbarkeit  ist  bis  jetzt  eine  sehr  gute.  Vorspringende 
Teile  müssen  natürlich  vom  Manrer  abgeklopft  nnd  die  Wände  innen 
nnd  außen  gut  verschmiert  werden.  Sollten  Sie  z.  Zt.  keine  Verwendung 
für  Ihre  Gipsformen  haben,  so  dürften  sich  auf  eine  diesbezügliche  An- 
zeige sicher  viele  melden,  die  zn  solchem  Zwecke  Gipsformen,  wenn  auch 
za  billigem  Preise  kaufen. 

95.  Wir  beabsichtigen,  einen  Ofen  von  */a — 1  c&>»  Inhalt,  worin 
Farbkörper  bei  Temperaturen  von  1100 — 1300°  rein  oxydierend  gebrannt 
oder  geglüht  werden  sollen,  zu  bauen*  Ein  runder  Ofen  mit  überschlagender 
Flamme  käme  für  den  gedachten  Zweck  wohl  nicht  in  Frage,  dagegen 
dürfte  eine  Scharf 'feuermuff eUvorzuziehen  sein.  Ist  unsere  Ansieht  richtig, 
und  welche  Erfahrungen  wurden  mit  derartigen  Muffeln  gemacht?  Wer 
baut  entsprechende  Oefen  bezw.  Scharffeuermuffeln? 

Erste  Antwort:  Ich  fand  in  der  Praxis,  daß  4-eckige  oder  runde 
Oefchen  von  1  cbm  Inhält  sehr  gut  arbeiten,  wenn  sie  mit  überschlagender 
Flamme  konstruiert  sind.  Auch  lernte  ich  einen  kleinen  Ofen  kennen,  in 
dem  die  Flamme  unten  durch  8  Füchse  ein-  and  oben  wieder  aastrat  in 
einen  Kanal  der  zum  Schornstein  führte.  MarMn  arbeiten  nicht  so  sicher 
wie  diese  Oefchen,  nnd  ich  rate  Ihnen  daher  za  einen  solchen. 

Zweite. Antwort:  Zum  Brennen  von  Farbkörpern  bei  Tempera- 
turen von  1100 — 1300°  «ei  Ihnen  ein  Scharffeuermnffelofen  mit  rauch- 
verzehrender Feuerung  empfohlen,  wie  sie  H.  T.  Padelt,  Spezialbauge- 
schäft  für  Brenn-  and  Muffelöfen  in  Leipzig-Schleaßig,  zar  Zufriedenheit 
der  Auftraggeber  wiederholt  gebaut  hat. 

Dritte  Antwort:  Oefen,  bezw.  Scharffeuermuffeln  mit  beliebig 
regelbaren  Temperataren,  worin  rein  oxydierend  gebrannt  werden  kann, 
baut  die  Firma  Franz  Ranis  Ingenieur- Gesellschaft  in  Godesberg  a.  Rhein, 

"  i 


332  —  Nr.  29 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


Grlas. 

79.  Ich  bitte  um  Angabe  einer  praktischen  automatischen  Wasch- 
vorrichtung für  Glassand,  womit  man  täglich  bis  2000  kg  Sand  waschen 
kann.  Der  Sand  soll  von  Lehm  und  organischen  Substanzen  befreit  und 
in  einer  gleichmäßigen  Körnung  gewonnen  werden.  Wer  lief ert  solche  Vor- 
richtungen. . 

Erste  Antwort:  Stoffe,  die  im  Wasser  sieh  lösen,  wie  Lehm,  Ton 
usw.  können  dem  Sande  durch  Waschen  entzogen  werden,  andere  Sub- 
stanzen aber,  z.  B.  Bisen  und  dergl.,  werden  am  besten  durch  Kalzinieren 
unschädlich  gemacht.  Eine  einfache  und  praktische  Vorrichtung  für  das 
Sandwaschen  besteht  in  einer  horizontal  gelagerten,  mechanisch  betriebenen, 
drehbaren  Trommel,  unter  welcher  sich  ein  ebenso  großer  Behälter  befindet. 
Die  Trommel  wird  zu  gleichen  Teilen  mit  Sand  und  Wasser  gefüllt,  ver- 
schlossen und  eine  Stunde  laufen  gelassen.  Dieses  Gemisch  entleert  man  in 
den  Behfilter  und  läßt  es  einige  Zeit  stehen.  Der  Sand  setzt  sich  allmählich 
wieder  ab,  die  erdigen  Bestandteile  und  auch  sonstige  Verunreinigungen 
bleiben  jedoch  im  Wasser  suspendiert  und  werden  mit  diesem  abgelassen. 
Die  Zerstörung  der  im  Sand  noch  befindlichen  organischen  Substanzen  ge- 
schieht durch  kräftiges  Glühen  im  Kalzinierofen.  Eine  gleichmäßige  Korn- 
größe gewinnt  man  am  leichtesten  durch  Sieben  des  trockenen  Sandes. 

Zweite  Antwort:  Ist  ausreichend  Wasser  und  Kaum  vor- 
handen, so  eignet  sich  zum  Waschen  großer  Mengen  Sand  am  besten 
die  Sandwäsche  von  Gebr.  Körting  A.-G.  in  Körtingsdorf  bei  Hannover. 
Sonst  kann  man  sich  auch  eine  einfache  Sandwäsche  selbt  einrichten,  indem 
man  einen  entsprechenden  muldenförmigen  Behälter  mit  einem  geeigneten, 
wagrecht  gelagerten  Rührwerk  ausrüstet.  Das  Frischwasser  fließt  auto- 
matisch zu,  während  das  Schmutzwasser  selbsttätig  abläuft.  Alle  Sand- 
waschvorrichtungen  erfordern  Gruben  mit  Filtereinrichtungen  zur  Reini- 
gung der  Abwässer.  Hat  der  Sand  von  Hause  aus  eine  ungleiche  Körnung, 
so  kann  die  Separation  nicht  bei  der  Sandwäsche  vorgenommen  werden, 
Bondern  die  Sortierung  auf  eine  gewünschte  Körnung  geschieht  mittels 
Siebvorrichtung.  —  Zeichnungen  zu  Sandwäschen  liefert  Hütteningenieur 
M.  von  Reiboldt  in  Coburg. 

Dritte  Antwort:  Automatische  Waschvorrichtungen  für  Glas- 
Band  u.  dgl.,  wobei  gleichmäßige  Körnung  vorgesehen  ist,  liefert  die 
Firma  Franz  Rauls,  Ingenieur-Gesellschaft  in  Godesberg  a.  Rhein. 

80.  Ich  erzeuge  Wasserstandsrohre  von  15 — 20  mm  0,  die  am 
Sprengstein  zerschnitten,  dann  geschliffen  und  verschmolzen  werden.  Nach- 
dem diese  Arbeit  zeitraubend  ist,  bitte  ich  um  Angabe  eines  Verfahrens, 
wie  man  Glasrohre  so  schneidet,  daß  sie  gleich  eine  glatte,  verschmelzbare 
Fläche  haben  und  das  Schleifen  erspart  bleibt. 

Erste  Antwort:  Eine  glatte,  verschmelzbare  Fläche  erhalten 
Sie  durch  Sprengen  mittels  Stichflamme  oder  durch  Schneiden  mit  dem 
Diamanten.  DaB  Sprengen  kann  auf  Sprengmaschinen  vorgenommen  werden, 
wie  sie  zum  gleichen  Zweck  bei  Zylindern  und  dergl.  in  Gebrauch  sind/ 
Sollte  das  Zerschneiden  mittels  Diamanten  erfolgen,  so  wird  das  Rohr  auf 
ein  Rollenlager  gelegt,  der  Diamant  an  der  zu  zerschneidenden  Stelle  an- 
gesetzt und  der  Schnitt  durch  Umdrehen  des  Rohres  mit  der  linken  Hand 
vollführt.  '  .  .  ' 

Zweite  Antwort:  Das  Schneiden  von  Glasröhren  geschieht 
mittels  Diamanten.  Die  Glasröhre  wird  in  eine  einfache  Vorrichtung 
ähnlich  einer  Drehbank  gespannt,  während  in  einem  beweglichen  Schlitten 
der  Diamant  befestigt  ist,  so  daß  man  Röhren  von  beliebiger  Länge 
schneiden  kann.  Einige  Fabriken  sprengen  die  Glasröhren  auf  elektrischem 
Wege  ab.  Bei  der  besten  Absprengvorrichtung  wird  es  aber  vorkommen, 
daß  Röhren  ungleich  abspringen  und  dann  abgeschliffen  werden  müssen. 
Die  Beschaffenheit,  der  Röhren  spielt  bei  dem  Absprengverfahren  eine 
große  Rolle. 

Dritte  Antwort:  Maschinen  zum  sauberen  Absprengen  von 
Glasrohren  von  15—20  mm  0  liefert  laut  Meldung  die  Oberlausitzer 
Glasformenfabrik  Schulze  &  Kluge  in  Weißwasser  O.-L. 

81.  Von  meiner  sonst  gut  eingerichteten  Glasschleiferei  werden 
öfters  kleinere,  viereckige  wie  auch  ovale  und  runde  facettierte  Spiegel  ver- 
langt. Wie  wird  die  Facette  sauber  angebracht?  Kann  sie  auf  einer 
Kugelmaschine  hergestellt  werden  oder  ist  ein  Scheibenkasten  nötig  ?  Kann 
ev.  am  Schleiffaß  ein  Schleifwagen  angebracht  werden  oder  gibt  es  besondere, 
für  diese  Zwecke  eingerichtete  kleinere  Ovalwerke?    Wer  liefert  solche? 

Erste  Antwort:  Haben  Sie  geschickte  Schleifer  und  zudem  nur 
wenige  Spiegel  zu  facettieren,  so  können  Sie  diese  Arbeit  sowohl  an  der 
Kugelmaschine  wie  auch  am  ScheibenkaBten  ausführen  lassen,  je  nachdem 
die  Schleifer  Bich  am  ehesten  und  besten  darein  finden.  Haben  Sie  aber 
laufend  halbwegs  große  Posten  anzufertigen,  so  kann  Ihnen  nur  zur  An- 
Bchaffung  einen  Faoettiermaschine,  wie  sie  die  Spezialmaschinenfabnken 
der  Branche  liefern,  geraten  werden. 

Zweite  Antwort:  Am  sichersten  werden  Sie  zum  Ziel  kommen 
wenn  Sie  Ihre  Wünsche  mit  allen  Einzelheiten  einer  Spezialfirma  für 
Schleifmaschinenbau  unterbreiten.  Man  kann  mit  einer  für  einen  bestimmten 
Zweck  gebauten  Schleifmaschine  nicht  alle  möglichen  Schleifereiarbeiten 
verrichten,  demnach  mit  einer  Kugelmaschine  nicht  rationell  Facetten, 
anschleifen,  sondern  man  verwendetfl[zu  letzterer  Verzierungsweise  eine 
Facettenschleifmaschine. 

Dritte  Antwort:  Zur  Lieferung  einer  Maschine  zum  Facettieren 
von  runden  und  ovalen  Spiegeln  empfiehlt  Bich  die  Oberlausitzer  Glasformen- 
fabiik  Schulze  &  Kluge  in  WeißwaBBer,  O.-L. 

82.  Welche  Korngröße  ist  im  allgemeinen  bei  Verwendung  von  Ge- 
steinen (Granit,  Bimsstein,  Basalt  usw.)  in  der  Glasschmelze  nötig,  damit 
eine  normale  Schmelzbarkeit  und  ein  stemfreies  Glas  erzielt  wird? 
Kann  speziell  ein  Bimsstein  mit  etwa  58 «/<,  Kieselsäure,  24°/0  Tonerde 
und  Eisenoxyd,  2*/o  Kalk  und  Magnesia,  12%  Natron  bei  einer  Korn- 
qröße  von  etwa  15X20  mm  oder  wenigstens  von  7X10  mm  im  Wannen- 
ev.  auch  Hafenofen  geschmolzen  werden,  da  eine  Mahlung  unrentabel 
wäre? 

Erste  Antwort:  Gesteine  verwendeten  in  verschiedenen  Korn- 
größen für  die  Glasschmelze,  und  zwar  richtet  sich  dies  nach  dem  Gang 
den  OfenB,  der  Zusammensetzung  des  Gemenges  und  der  Beschaffenheit 
des  Gesteins.  Ihr  Bimsstein  enthält  sehr  viel  Tonerde,  und  es  ist  da  schon 


Behl  große  Hitze  nötig,  um  Körner  von  7—10  mm  in  Fluß  zu  bringen, 
selbst  wenn  das  Gemenge  viel  Alkalien  enthält.  Die  beste  Korngröße  für 
Ihren  Bimsstein  wäre  3—5  mm;  eine  Körnung  von  7—10  mm  könnte  ja 
unter  Umständen  noch  gehen,  dagegen  ist  die  Verwendung  von  15—20  mm 
großen  Körnern  gänzlich  ausgeschlossen. 

Zweite  Antwort:  Fast  in  jeder  Abhandlung  über  die  Glas- 
schmelze wird  darauf  hingewiesen,  daß  es  für  eine  regelrechte  Schmelze 
und  zur  Erzielung  eines  guten  Glases  von  der  größten  Wichtigkeit  ist, 
daß  alle  Gemengebestandteile  von  feiner,  möglichst  gleicher  Korngröße  sind. 
Soll  die  Glasschmelze  gut  verlaufen  und  ein  fehlerfreies  Glas  ergeben,  so 
ist  neben  heißem,  gleichmäßigem  Ofengang  eine  innige  Mischung  der 
einzelnen  Gemengebestandteile  unerläßlich.  Eine  solche  läßt  sich  aber 
nur  ermöglichen,  wenn  alle.  Teile  die  gleiche  Korngröße  aufweisen. 
Hieraus  ersehen  Sie,  daß  von  [einem  Bimssteinzusatz  in  einer  Korngröße 
von  15—20  mm  oder  von  7 — 10  mm  zum  Gemenge,  sowohl  im  Wannen- 
wie  im  Hafenofen,  ganz  energisch  abzuraten  ist.  Zerkleinern  Sie  den 
Bimsstein  und  Bieben  Sie  ihn,  wie  Sie  den  Kalk  sieben.  Man  setzt  die 
Eruptivgesteine  dem  GrttnglaB  hauptsächlich  wegen  des  großen  Eisenge- 
haltes zu,  um  eine  schöne  Färbung  zu  erzielen.  Die  angegebene  Analyse 
ist  aber  in  dieser  Beziehung  ungenau. 

83.  Auf  welche  Weise  können  Gläser  mit  versilberten  Bändern  ver- 
sehen werden?  ... 

Erste  Antwort:  Silberränder  stellt  man  am  einfachsten  auf 
folgende  Weise  her :  In  eine  verdünnte  Lösung  von  salpetersaurem  Silber 
(in  Wasser  aufgelöster  Höllenstein)  bringt  man  ein  Kupferstückchen  zur 
Fällung  des  Silbers  als  Metallpulver.  Scheidet  sich  nichts  mehr  ab,  so 
wird  die  Flüssigkeit  abgegossen,  der  Niederschlag  einige  Mal  mit  Wasser 
gewaschen  und  getrocknet.  Das  so  erhaltene  Silber  wird  nun  mit  basisch 
salpetersaurem  Wismutoxyd  als  Flußmittel  versetzt,  zum  Gebrauch  mit 
Terpentinöl  und  Dicköl  verrieben  und  wie  jede  andere  Farbe  aufgetragen 
und  eingebrannt. 

Zweite  Antwort:  Die  Versilberung  der  Ränder  an  Gläsern 
geschieht  am  einfachsten  nach  dem  Tauchverfahren.  Die  Gläser  müssen 
an  den  Versilberungsstellen  peinlich  sauber  sein  und  werden  so  in  die 
Versilberungsflüssigkeit  gehängt,  daß  der  Rand  des  Glases  den  Boden 
des  Gefäßes  mit  der  Silberlösung  nicht  berührt.  Da  die  letztere  be- 
wegt werden  muß,  so  ist  über  den  zu  versilbernden  Rand  ein  Schutz- 
streifen aus  Deckmasse  zu  legen.  Man  kann  versilberte  Ränder  noch  da- 
durch erzielen,  daß  man  Silberpulver  mit  basischem  Wismutnitrat  aU 
Flußmittel  verreibt,  die  Masse  aufträgt,  in  der  Muffel  einbrennt  und  geJ 
gebenen  Falls  mit  dem  Achatstein  poliert. 

Heue  Fragen. 
Keramik* 

100.  Bei  einer  neu  eingeführten  Gießmasse,  die  etwa  4fi°/0  Pegmatii 
und  42  %  böhmischen  Kaolin  enthält,  zeigt  sich  der  Uebelsland,  daß  die 
Vasen  auf  der  Innenseite  und  die  Schalen  auf  der  Unterseite  des  Bodens, 
wo  der  Ausguß  erfolgt,  „wattig"  werden.  Die  äußere  Fläche  der  Vasen 
wird  tadellos  glatt.  Bei  anderen  Massen,  die  keinen  Fegmatit  enthalten, 
sondern  nur  Kaolin,  Sand  und  Spat,  ist  dieser  Uebelstand  nie  aufgetreten 
Das  „Walligwerden"  zeigt  sich  sowohl,  wenn  der  Kaolin  sofort  mit  aufge- 
geben wird,  als  auch,  wenn  er  erst  später  auf  die  Trommel  kommt.  Wit 
ist  dem  Fehler  abzuhelfen? 

101.  Welches  sind  die  Vorteile  einer  Schneidschablone  beim  Ueber- 
formen  von  Flachgeschirr  in  der  Dreherei?  Kann  damit  auch  schwächet 
gearbeitet  werden,  speziell  bei  Tellern?  Hat  die  Schneidschablone  gegen- 
über der  gewöhnlichen  Schablone  auch  Nachteile  und  eignet  sie  sich  für 
jede  Masse?  m  ■        ,  ,        ,  ■         ,  , 

102.  Gibt  es  eine  bleifreie,  auf  rohen  Tonscherben  aufzutragende,  be, 
SK  08  glatt  fließende  Glasur,  welche  nicht  gef rittet  zu  werden  braucht  i 
Wie  ist  sie  zusammenzusetzen^  _ 

103.    Wer  liefert  Metallfassungen  und  -Verzierungen  für  Kobalttasset 

und  -vasen?   


Glas. 

90.  Läßt  sich  Buchenholz-Gas  von  leer  soweit  reinigen,  daß  mar 
es  als  Brennmittel  für  Bornkesselbrenner  zum  Verschmelzen  verschiedene? 
chem.-pharm.  Glasartikel  verwenden  kann,  und  welches  wäre  hierfür  du 
zweckdienlichste  Vorrichtung?  Genügt  es,  wenn  ich  das  Gas  vom  Gene 
rator  (Sammelkanal)  durch  zwei  hintereinanderstehende,  mit  Wasser  ge 
füllte  Behälter  mittels  Kompressor  sauge  und  auf  diese  Weise  den  Teer  von, 
Gas  soweit  absondere,  daß  eine  Verlegung  der  Gasrohrleilung  ganz  verj 
mieden  wird?  Die  Wasserbehälter  sind  wie  die  Benzinvergasungs-Apparati 
ßedaeht,  und  ich  glaube,  damit  ein  intensives  Durchfiltern  des  Gases  voll 
kommen  zu  erreichen.  Natürlich  wird  das  Wasser  zeitweilig  erneuert.  Nut 
ist  es  die  Frage,  ob  dem  Gas  durch  diese  Filterung  außer  Teer  nicht  auc) 
andere  Stoffe  entzogen  werden,  die  den  Heizwert  des  gereinigten  Gases,  un 
den  es  sich  hauptsächlich  handelt,  nachteilig  vermindern.   Ich  bitte  un 

Aufm^l9'Zmn  ßiegm  kleiner  runder  Gläser  in  Tonformen  verwendet 
wir  dünnwandige  Muffeln  von  6  mm  Wandstärke  aus  Hafenton  bei  1000" 
Bereits  am  dritten  Tage  fängt  die  Muffel  an  zu  reißen  und  muß  ersetz 
werden.  Wie  ist  dem  abzuhelfen,  bezw.  welche  Mischung  ist  zur  Her 
Stellung  der  Muffeln  zu  verwenden?  Der  Ofen  wird  täglich  gelöscht.. 

92  Wir  bitten  um  Angabe  eines  Glassatzes  zum  Blasen  von  weißet 
Glaskugeln,  woraus  sog.  Uhrschalen  für  chemische  Zwecke  sich  gw 
schneiden  lassen.   

Briefkasten  der  Redaktion. 

F.  Schw.  1.  S.  Das  Anbringen  von  Stempeln  auf  Glas  ist  im  Frage 
kästen  so  oft  eiörtert  worden,  dBß  wir  von  einer  Wiederholung  absehe, 
müssen.  Lesen  Sie  die  Antworten  zu  den  Fragen  131  m  Nr.  43  und l  £ 
in  Nr  17  des  Sprechsaal  1921  sowie  132  in  Nr.  61  und  98  in  Nr.  42  1920 

P.  K.  Ed.  geh.  1.  B.  Ihre  Frage  betrifft  Fertigfabrikate  der  Glas 
industrie  und  ist  infolgedessen  für  den  Fragekasten  nicht  geeignet,  tt» 
achäftlichen  Vermittlungen  dient  nur  der  Anzeigenteil.  ' 


(65.  Jahrgang.) 


Coburg,  den  27.  Juli  1922 


Nummer  30 


Zeitschrift  für  bie  Keramischen,  Blas-  unb  verwanbtgn  Industrien 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert :  Bugra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint   wöchentlich   einmal  Donnerstags 


Fernsprecher  Nr.  59.  /  Telegramm- Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto:  Bayerische  Vereinsbank  in  Coburg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  bei  der  Post  bestellt  für  das  III.  Vierteljahr  Jt  35.—,  unter  Streifband  Jt  74.- 
s  J  Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  3.—,  Stellengesuche  Ji  1.50 

Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


Mitglied  von :  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Deutsche  Glastechnisohe  Gesellschaft 
(D.  GL  G.)- 

Am  9.  Juli  d.  Jb.  fand  in  Prankfurt  a.  M.  die  Sitzung  einer 
in  der  Hauptversammlung  vom  16.  Juni  d.  Js.  des  „Verbandes 
der  Glasindustriellen  Deutschlands"  als  Vertretung  der  ver- 
schiedenen Fachverbände  der  Glasindustrie  gewählten  Kom- 
mission statt,  die  sich  mit  der  Frage  der  Förderung  der 
wissenschaftlichen  Arbeiten  in  der  Glasindustrie  beschäftigte. 

Nach  mehrstündiger  Aussprache  kam  einstimmig  zum  Aus- 
druck, daß  die  deutsche  Glasindustrie  gegenüber  der  wissen- 
schaftlichen und  technischen  Erforschung  des  Glases  anderer 
Länder  stark  im  Rückstand  sei.  Unter  Aufwendung  großer 
Mittel  machen  unsere  wirtschaftlichen  Gegner  schon  seit  langen 
Jahren  gewaltige  Anstrengungen,  die  Führung  in  der  Glastechnik 
zu  erlangen  Die  Erkenntnis,  daß  die  wissenschaftliche 
Forschung  die  Grundlage  jedes  technischen  Fortschrittes  ist 
und  bleiben  wird,  hat  den  Entschluß  herbeigeführt,  auf  breitester 
Grundlage  die 

Deutsche  Glastechnische  Gesellschaft  (D.G.G.) 
zu  gründen  und  hierbei  einen  großen  Teil  von  Fachleuten 
heranzuziehen. 

Zweck  und  Ziel  sollen  in  einer  demnächst  in  Berlin  statt- 
findenden Generalversammlung  unter  Vorlage  der  Richtlinien 
zu  den  Satzungen  und  des  Arbeitsprogramms  der  neuen  Gesell- 
schaft bekannt  gegeben  werden.  Diese  erblickt  u.  a.  neben 
ihrer  Hauptaufgabe,  der  Förderung  der  glastechnischen  For- 
schung und  Vervollkommnung  der  Technik,  die 

Förderung  des  Unterrichts  an  Hoch-  und  Fachschulen,  die 
Abhaltung  von  wiederkehrenden  Versammlungen  mit  wissen- 
schaftlich -  technischen  Vorträgen  und  den  Ausbau  der 
Fachliteratur  sowie  der  Fachzeitschriften. 

Nur  ein  weitumfassender  organisatorischer  Zusammenschluß 
aller  an  der  deutschen  Glasindustrie  interessierten  Kreise  und 
Personen,  wie  Industrielle,  Professoren,  Forscher,  Fachleute 
und  Technologen  wird  in  der  Lage  sein,  eine  lebensfähige 
Vereinigung  zu  schaffen.  Mögen  die  leitenden  Männer  der 
Glasindustrie,  welche  stets  in  kaufmännisch- wirtschaftlichen 
Fragen  so  entscheidenden  Anteil  nehmen,  auch  in  vorderster 
Reihe  stehen,  wenn  es  darauf  ankommt,  die  von  der  Technik 
ausgehenden  Anregungen  aufzunehmen  und  sie  zu  Erfolgen 
auszugestalten.  Zögert  die  deutsche  Glasindustrie  noch  länger, 
so  wird  der  Vorsprung  des  Auslandes  ohne  rege  Forschungs- 
arbeit nicht  mehr  einzuholen  sein. 

Es  wird  darauf  ankommen,  daß  die  Glasindustrie  die 
Existenz  der  Gesellschaft  von  vornherein  Sichert,  indem  sie  die 


Mittel  in  einer  der  Geldentwertung  entsprechenden  Höhe  zur 
Verfügung  stellt.  Die  ungesunden  Valutaverhältnisse  führen 
unserer  Industrie  scheinbare  Gewinne  zu.  Einen  Teil  von  ihnen 
der  D.  G.  G.  zu  widmen,  wird  eine  Kapitalanlage  bedeuten,  deren 
Verzinsung  von  Goldwertschwankungen  unabhängig  ist. 

Die  Geschäftsstelle  der  W.B. G.  ist  mit  der  Wahrnehmung 
der  vorbereitenden  Arbeiten  betraut. 

Die  Adresse  lautet: 
„Deutsche  Glastechnische  Gesellschaft, 
Frankfurt  a.  M.,  Gutleutstraße  8." 


Ueber  das  Vorkommen  von  Vanadium  in 
keramischen  Rohstoffen  und  Erzeugnissen 
und  seine  Wirkung  auf  die  Schmelzbarkeit, 
sowie  auf  die  Farbe  und  Bildung  von  Aus- 
blühungen bei  reinem  Kaolin  und  einem 
typischen  Ziegelton. 

Mitteilung  aus  derKeram.  Abteilung  der  Böhm.  Techn.  Hochschule  in  Brunn. 
Von  Prof.  Dr.  O.  Eallauner  und  Dr.  Ing.  I.  H r u d a. 

(Nachdruck  verboten.) 

Das  Vanadium  wurde  lange  Zeit  als  ein  verhältnismäßig 
selten  vorkommendes  Element  betrachtet,  bis  erst  Hayes1) 
darauf  hingewiesen  hat,  daß  es  in  einer  ganzen  Reihe  von 
Gesteinen  enthalten  ist.  Hillebrand2)  bestätigte  diese  An- 
gaben und  ergänzt  sie  in  der  Richtung,  daß  das  Vorkommen 
des  Vanadiums  hauptsächlich  auf  die  basischen  und  meta- 
morphen Gesteine  beschränkt  ist.  Als  akzessorischer  Bestand- 
teil kommt  es  hier  in  einer  Menge  von  0,08  °/0  und  noch  mehr 
vor,  und  zwar  in  dreiwertiger  Form  (häufig  als  Roscoelith). 
In  sekundären  Gesteinen  scheint  es  in  fünfwertiger  Form  ent- 
halten zu  sein,  obgleich  auch  hier  die  Anwesenheit  des  drei- 
wertigen Vanadiums  nachgewiesen  wurde. 

In  verschiedenen  keramischen  Rohstoffen,  hauptsächlich 
in  den  Tonen,  sowie  in  keramischen  Erzeugnissen  wurde  die 
Anwesenheit  des  Vanadiums  durch  verschiedene  Forscher,  und 


!)  Hayes:  Proc.  Am.  Akad.  Boston  1874/75,  S.  29,  4.  Jahr.-Ber 
1875,  S.  934. 

2)  HillebraDd:  Jour.  Amer.  Chem.  Soc.  1898,  S.  461,  Amer.  Joar. 
Sei.  1898,  S.  289,  Chem.  News  1898,  S.  216,  Amer.  Jour,  Sei.  1900, 
S.  120,  Ball.   Unit.  St.  Geol.  Surv.  1905,  S.  9. 


334  —  Nr.  30 


SPRECHSAAL  -  COBURG. 


1922.   (66.  Jahrgang ) 


zwar  hauptsächlich  durch  B  e  an  v  all  et 3),  Terreil4)  Phipson5), 
Forchhammer6),  Haber7)  Seger8),  Dieulafait9) 
Stolba10),  Hillebrand2),  Mingaye11)  usw.  bestätigt. 

Nach  Dieulafait  gelangt  das  Vanadium  in  die  Tone 
durch  Verwitterung  primärer  Gesteine,  die  es  enthielten.  Sein 
Gehalt  in  den  Tonen  beträgt  nach  Hillebrand  0,1  °/0  Vs05  und 
noch  mehr. 

Die  Anwesenheit  von  merklichen  Mengen  des  Vanadiums 
in  keramischen  Rohstoffen  kann  diese  für  verschiedene  Zwecke 
minderwertig  machen,  und  zwar  hauptsächlich  deshalb,  weil 
aus  solchen  Rohstoffen  hergestellte  Erzeugnisse  zur  Bildung 
von  unsehönen,  gelbgrünen  Ausschlägen  neigen.  Die  Bildung 
der  Vanadium aosblühungen  auf  Ziegelwaren  wurde  zum  ersten- 
mal« durch  Seger  beobachtet,  der  festgestellt  hat,  daß  die- 
selben hauptsächlich  durch  Kaliumvanadat  verursacht  sind, 
was  später  auch  durch  Stolba,  der  aber  in  den  Ausblühungen 
Natriumvanadat  vorfand,  und  auch  durch  Mingaye  bestätigt 
wurde. 

Es  wird  angeführt12),  daß  man  im  bestimmten  Maße  „durch 
reduzierenden  Brand  bei  höheren  Temperaturen  der  Bildung 
von  Ausblühungen  entgegentreten  kann,  wobei  wahrscheinlich 
sich  ein  Vanadinmsilikat  bildet.  Sind  die  Ausschläge  aber 
nicht  durch  den  Brennprozeß  unschädlich  gemacht,  so  lassen 
sie  sich  nach  den  bisherigen  Erfahrungen  in  gebrannten  Er- 
zeugnissen nicht  entfernen  . 

Andere  Angaben  über  die  Vanadiumwirkung  in  der  kera- 
mischen Praxis  fanden  wir  in  der  uns  zugänglichen  Literatur 
nicht  vor.  Die  eben  erwähnten  spärlichen  .Beobachtungen  ver- 
aniaßten  uns,  der  Wirkung  des  Vanadiums  auf  die  Schmelz- 
barst, Farbe,  sowie  auf  die  Bildung  von  Ausblühungen  bei 
reinem  Kaoliu,  wie  auch  im  letztgenannten  Falle  bei  einem 
typischen  Ziegelton  erhöhte  Aufmerksamkeit  zu  widmen.  Gleich- 
zeitig versuchten  wir  auch  die  Bedingungen  festzustellen,  bei 
denen  es  möglich  wäre,  die  Bildung  von  Ausblühungen  ent- 
weder zu  beschränken  oder  ev.  ganz  unmöglich  zu  machen. 

-Cl  ■  — - 1 

Arbeitsprogramm: 

1.  Es  wurde  die  Wirkung  des  Vanadiums  als  Vanadium- 
pentoxyd  auf  die  Schmelzbarkeit  des  reinen  Zettlitzer  Kaolins 
mittels  SK  verfolgt. 

2.  Es  wurde  die  Wirkung  des  Vanadiums  auf  die  Farben- 
änd^rung  der  getrockneten,  sowie  in  oxydierender  und  redu- 
zierender Atmosphäre  gebrannten  Versuchskörper  beobachtet. 
Gleichzeitig  versuchten  wir,  die  kleinsten  Vanadiommengen  fest- 
zustellen, die  schon  eine  merkliche  Farbenänderung  des  Kaolins 
verursachen  können. 

3  Endlich  versuchten  wir,  die  Wirkung  des  Vanadiumpent- 
oxydes,  sowie  des  Kaliumvanadates  im  Kaolin  und  Ziegelton 
auf  die  Bildung  von  Ausblühungen  näher  festzustellen.  Es 
wurde  auch  nach  den  geringsten  Vanadiummengen  gesucht,  die 
schon  die  Bildung  von  merklichen  Ausblühungen  verursachen 
können,  sowie  die  Wirkung  verschiedener  Ofentemperaturen 
und  des  Zusatzes  von  Stoffen  studiert,  die  mit  löslichen  Vana- 
diumverbindungen  schwerlösliche  Vanadate  bilden,  um  auf 
diese  Weise  die  Ausblühungen  wegzuschaffen. 

Versuchsmaterial.  / 

Zu  den  Versuchen  wurden  folgende  Stoffe  verwendet: 

a)  Zettlitzer  Kaolin,  ein  geschlämmtes  Produkt  der  Zettlitzer 
Kaolinwerke,  A.-G.  in  Zettlitz  bei  Karlsbad,  von  folgender 
chemischer  Zusammensetzung: 

Si02    47,19  °/0 

A1203    37,74% 

Fe203  (Ti02)    .    .   ,   0,72  % 

CaO  0,16  % 

Alkalien  (K20)   .  0,52% 

Glühverlust   13,58  % 

Tonsubstanzgehalt  94,4  % 

b)  Ein  typischer  Ziegelton  aus  der  Ziegelei  in  Königshof 
(O.B.),  der  folgende  chemische  Zusammensetzung  hatte: 


8) 
4) 
') 

3 
7) 
b) 
') 
wj 
S  221. 

BL  1907 

Ii 


S.  649. 


Beaov»llet:  Comp  rend.  1895,  S.  301. 

Terrtil:  Comp  rend  1860,  S.  94 

Phipson:  Ca«m.  News  1863,  8.  210. 

Forchhammer:  0»ers.  D.  Vid  Selah.  Skr.  1864,  8.  88. 

Haber:  Annal.  Chem.  Phar  1864,  8.  365 

S«j?er:  Tonm-Instrie  Zeitnnar  1877,  8.  367  a,  423. 

Dieulafait:  Comp,  rend  1881,  8.  804. 

Stolba:  Caiop.  pro  prtlm.  ehem.  1895,  S.  41,  Cent.  Blatt  1897,  L, 
Mi-(r«ye:  Jonr.  Chem.  Spc.  London  1904,  II,  8  420,  Chem.  Cent. 
Kerl:  Handbuch  der  ges.  Tonwarenindustrie,  Braunschweig  1907, 


Si02  71,12% 

A1203   .  12,92% 

Fe2Os  4,55% 

TiO,    .    .    .    .,„..„  1,20% 

MnÖ    .    .    .  0,01  % 

CaO  1,40  % 

MgO  0,68% 

SO„  0,81  % 

Alkalien  nicht  bestimmt 

Glühverlust  7,27  % 

c)  Vanadiumpentoxyd,  hergestellt  aus  dem  Merck'schen 
Ammoniumvanadat  nach  Matignon,13)  das,  nach  dem  Verfahren 
von  Rose14)  analysiert,  den  Wert  von  100,02  V205  ergab. 

d)  Kaliumvanadat  (das  Ramroelsberg'sche  Kaliumortho- 
vanadat)  nach  dem  Verfahren  von  Norblad15)  hergestellt  mit 
einem  nach  der  Rose'schen  Methode  festgestellten  Gehalte  von 
»9,96  %  KVO,. 

e)  Barium-,  Calcium-,  Mangan-,  Bleikarbonat,  Bariumnitrat, 
Merck'sche  Präparate  „pro  analysi". 

Die  angeführten  Versuchsstoffe  gelangten  als  durch  ein  Sieb 
von  4900  Maschen  pro  qcm  gehendes  Pulver  zur  Verwendung. 

Ar  beitsverfahren: 

1.  Feststellung  der  Wirkung  des  Vanadiumpentoxyds  auf  die 
Schmelzbarkeit  des  Kaolins. 

Zettlitzer  Kaolin  wurde  gründlich  mit  Vanadiumpentoxyd 
trocken  gemischt  und  unter  Zugabe  einer  entsprechenden  Wasser- 
menge zu  Versuchskegeln  geformt,  die  rasch  getrocknet  und 
auf  ihre  Schmelzbarkeit  durch  Vergleichung  mit  Seger- Kegeln 
im  elektrischen  Kryptolofen  untersucht  wurden.  Der  Schmelz- 
punkt des  reinen  Vanadiumpentoxydes  wurde  gesondert  in 
einem  elektrischen  Ofen  mit  Chrom-Nickel- Wickelung,  mittels 
Le  Chatelier-Pyrometers,  bestimmt. 

Das  Ergebnis  der  Versuche  war  das  folgende: 

Gemisch:  Schmelzpunkt: 
Kaolin  V205 
100%  —  °/„  SK  35 


99 


1°/ 


90% 
80% 
60% 
40% 
20% 


10% 
20% 
40% 
60  % 
80  % 


SK  —34 
SK  — 33 
SK  32 
SK  30 
SK  15 
SK  5a 
SK  08a 

—  %  100%  675°  C 

Durch  Versuche  wurde  folgendes  festgestellt: 
Das  Vanadiumpentoxyd  erniedrigt  die  Schmelzbarkeit  des 
Kaolins  (Kaolinif);  wenn  es  in  geringer  Menge  vorhanden  ist, 
so  ist  seine  Wirkung  verhältnismäßig  gering,  in  größeren 
Mengen  dagegen  wirkt  es  als  sehr  starkes  Flußmittel,  und  zwar 
steigt  die  Wirkung  im  allgemeinen  mit  dem  Gehalte. 

Bei  höheren  Temperaturen  kann  «ine  merkliche  Verflüch- 
tigung des  Vanadiunioxyds  beobachtet  werden. 

Der  Vanadi  imgehalt,  mit  dem  man  gewöhnlich  in  kera- 
mischen kaolinitbaltig^n  Erden  zu  tun  hat,  kann  praktisch  keine 
Wirkung  auf  die  Schmelzbarkeit  ausüben. 

2.  Feststellung  der  Wirkung  des  Vanadiumpentoxyds  und 
Kaliumvanadat»  auf  die  Farbenänderung  des  Kaolins. 

Der  Zettlitaur  Kaolin  wurde  mit  verschiedenen  Mengen 
(0,001,  0,01  und  0,1  %)  von  Vanadiumpentoxyd  und  Kalium- 
vanadat verseUt  und  mit  destillieitom  Wasser  zu  kleinen  Ver- 
srchskörpern  geformt  (38X^0X14  mm),  die  7  Tage  an  der  Luft 
im  Laboratorium,  dann  4  Stunden  im  Trockenschrank  bei  80°  C. 
getrocknet  wurden.  Einen  Teil  der  Versuchskörper  brannten 
wir  in  oxydierender,  einen  anderen  Teil  in  reduzierender  feuchten 
Atmosphäre  eines  Gasofens  2  Stunden  bei  1100°  C.  und  ließen 
sie  langsam  abkühlen. 

Die  Verstichsanordnung  beim  Brennen  in  oxydierender, 
feuchter  Atmosphäre  war  die  folgende: 

In  den  Tiegelofen,  worin  wir  in  einem  Tiegel  die  Ver- 
suchskörper brannten,  wurde  stets  Luft  zugeführt,  die  vor  Ein- 
tritt in  den  Ofen  durch  einen  Glaskolben,  worin  Wasser  vor- 
sichtig erhitzt  wurde,  strömte  und  auf  diese  Weise  mit  Wasser- 
dampf entsprechend  gesättigt  war.  Bei  jedem  Versuch  führte 
man  in  dieser  Weise  etwa  25  ccm  Wasser  in  Form  von  Wasser- 
dampf in  den  Ofen  ein. 

Die  Reduktionsatmosphäre  wurde  durch  Einleitung  feuchten 
reinen  Kohlenoxyds  in  den  Tiegel  erzielt.  Die  Kohlenoxyd- 
j  meßge  wurde  so  reguliert,  daß  im  Tiegel  immer  ein  Ueber- 
schuß  daran  vorhanden  war,  was  sich  dadurch  feststellen  ließ, 
daß  das  überschüssige  Kohlenoxyd  oben  zwischen  Tiegeldeckel 
und  Tiegel  brannte. 


Matignon:  Chemiker  Zeitang  1905,  S.  29. 
Rote:  Hand,  der  anal.  Chemie  6.  Aufl.,  8.  436. 
"»)  Nordblad :  Gmelin-Kraut,  Handb.  d.  anorg.  Chemie  III/II,  8.  134. 


1032.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  — COBURG. 


Hr.  30  —  335 


Die  Farbe  der  getrockneten  und  gebrannten  Probekörper 
war  die  folgende: 

a)  getrocknet:  b)  gebrannt: 

Probekörper:  1.  oxydierend:       2.  reduzierend: 

Bei  Zugabe  von:  .„ 
0,001  »/o  Vs05  weiß  weis  weiß 

Ol1  °/o    "       Flächen  (Fl.) weiß  Fl.  weiß  mit         Fl.  weiß  mit 

'                     mit  Gelbstich,  Gelbatich,  K.  und  graugrttnemSticb, 

Kanten  (K.)  und  E.  merklich  gelb.  K.  und  E.  grau- 
Ecken  (E.)  merk-  ginn, 
lieh  gelb. 

1 0,001  °/o  KV08           weiß  weiß  weiß 

Ol*  °/o     "       Fl.  weiß  m.  braun-  Fl.  weiß  mit  Gelb-  F).  weiß  mit  grau- 
'  rosa  Stich,  K.  u.  stich,  K.  und  1.  grünem  Stich,  K. 

E.  merklich  grttn-  gelb.  und  B.  graugrün, 

gelb. 

Ana  diesen  Ergebnissen  ist  ersichtlich,  daß  die  Färbefähig- 
keit  des  Vanadiumpentoxyds  und  Kaliumvanadats  schon  bei 
ainem  Gehalte  von  0,1  °/0  merklich  in  die  Erscheinung  tritt, 
and  zwar  sowohl  bei  den  getrockneten,  als  auch  bei  den  bei 
jlOO0  C  gebrannten  Versuchskörpern. 

Die  Färbung  tritt  haaptsächlich  an  den  Kanten  und  Ecken 
hervor,  wo  sich  beim  Trocknen  der  Versuchskörper  infolge  der 
Kapillarität  eine  größere  Vanadiummenge  anhäuft. 

8.  Feststellung  der  Wirkung  des  Vanadiumoxyds  und 
Kaliumvanadats  im  Kaolin  und  Ziegelton  auf  die  Entstehung 
der  Vanadiumausblühungen. 

Auf  Grund  der  in  der  keramischen  und  bautechnischen 
Praxis  mit  verschiedenen,  besonders  Sulfat- Ausblühungen  ge- 
machten Erfahrungen  ist  es  genügend  bekannt,  daß  bereits 
verhältnismäßig  sehr  kleine  Mengen  löslicher  Salze  zur  Bildung 
|on  merklichen  Ausblühungen  genügen.  Dies  sieht  man  am 
besten  an  den  keramischen  Erzeugnissen,  die  diese  erwähnten 
kleinen  Salzmengen  enthalten  und  einer  wechselnden  Feuchtig- 
keit und  Wassersättigung  ausgesetzt  sind. 

Das  Wasser,  das  in  die  Kapillaren  eindringt,  löst  die 
Ifwasserlöslichen  Stoffe  auf,  führt  diese  infolge  der  Kapillarität 
leim  Trocknen  der  Oberfläche  zu,  wo  sich  die  Salzlösung 
konzentriert  und  die  Salze  endlich  als  sichtbare  Ausblühungen 
auskristallisieren. 

Beim  Studium  des  Vanadiumeinflusses  auf  die  Entstehung 
der  Vanadiumausblühungen  nahmen  wir  auch  Rücksicht  auf 
lie  Wirkung  wechselnder  Feuchtigkeit  und  Austrocknung,  wo- 
bei folgendermaßen  vorgegangen  wurde : 

Die  oben  erwähnten  Formlinge  (38X20X14  mm)  wurden 
|n  kleine  flache  Porzellanschalen  gestellt,  die  mit  Wasser  bis 
zu  Vs  der  Formlingshöhe  gefüllt  waren,  und  14  Tage  ruhig 
stehen  gelassen.  Nachdem  schon  im  Laufe  von  etwa  8  Tagen  das 
Wasser  aus  den  Schalen  verdunstet  war,  trockneten  in  weiteren 
4  Tagen  die  Formlinge,  in  die  infolge  der  Kapillarität  das  Wasser 
nach  teilweisem  Eintauchen  sofort  eindrang,  langsam  aus. 

Sämtliche,  also  auch  die  vor  dem  Eintauchen  vollkommen 
iweißen  Formlinge  erschienen  nach  diesem  Versuche  durch 
tAusblühungen  gefärbt.  Die  ungebrannten  Formlinge  zerfielen 
dabei  teilweise. 

Einzelne  Formlinge  hatten  folgende  Färbung: 

Formlinge: 

Vanadium-Gehalt:    a)  getrocknet:  b)  gebrannt: 

1.  oxydierend:      2.  reduzierend : 
0001o/nV»Os     Fl.  und  K.  weiß,  Fl.   weiß,  obere  Fl.  weiß,  obere 
'  gelbliche  Färbung  K.   u.  E.  gelb-  E.  und  obere  K. 

der  oberen  E.  braun.  grüngelb. 

0  01  °/  Weiße  Fl.,  obere  Gelbbraune  Fär-  Weiße Fl.,geringe 

'  E.  und  K  gelb-  bung  der  vorderen   gelbjjrüne  Färb. 

braun.         Oberfläche,  sowie  der  oberen  E.  u. 
der  oberen  E.  u.  K. 
K. 

;  0 1    °/o  Teüweise    grau-  Lichtgelbe    Fär-  Geringe  lichtgelb- 

braune und  gelb-  bang  der  ganzen  braune  Färbung 
grünlicheFärbung  Vorderfl.  m.  Stich  an  der  oberen 
d.  oberen  Vorder-  ins  Grüne,  gelbe  Vorderk.,  grau- 
fläche, stärkere  bis  orangegelbe  weiße  Färbung  d. 
Färbung  an  den  Färbung  au  den  Seitenfl,  dunkel- 
oberen K.  u.  E.  zu  oberen  E.  kon-  graue  Färbung  d. 

vergierenden  K  ,  K. 

starke  Färbung  a. 
d.  oberen  E. 

0  001  °/„  KVO»    Fl.  und  K.  weiß,  Weiße  FL,  obere  Weiße    Fl.  und 
1  obere   E    gelb-  K.  und  E.  grttn-  K.,  obere  E.  kaum 

braun.  gelb.  braunweiß. 

'  0  01  °/  Weiße  Fl,  obere  Obere    Vorderfl,  Weiße  Fl,  obere 

"      K.  und  E.  gelb-  obere  K.  und  E.  K  und  E.  unbe- 
braun.  gelbgrttn.         deutend  braun- 

grüngelb. 

Oio/.      „        Obere  Vorderfl      Obere  Vorderfl     Ganz  unbedeut. 
'  braunweiß,  stärk.  Jichtgelb,    obere    gelbbraune  Fär- 

Färbung  mit  Stich  E.  und  E  gelb  bnng  au  der  ob. 
ins  Gelbe  an  den  bis  braunorange.  Vorderfl.,  Seitenfl. 
oberen  K.  und  E.  grauweiß,  K. 

dunkelgrau. 


Durch  diese  Versuche  wurde  bewiesen,  daß: 

1.  Schon  ein  ganz  geringes  Quantum  des  Vanadiumpent- 
oxyds oder  Kaliumvanadats,  und  zwar  0,001  °/0,  die  unschönen 
Ausblühungen  auf  dem  Formling  aus  Zettlitzer  Kaolin  ver- 
ursachen kann. 

2.  Segers  Angabe,  daß  die  Entstehung  von  Vanadiumaus- 
blühungen durch  Brennen  der  Formlinge  in  einer  reduzierenden 
Atmosphäre  beschränkt  werden  kann,  ist  richtig. 

r  (Schluß  folgt.) 

Stocherkursus 
für  Betriebsbeamte  der  Glasindustrie. 

(Nachdruck  verboten.) 

Der  Erfolg,  den  der  Stoeherkursus  für  Betriebsbeamte 
der  Glasindustrie,  veranstaltet  durch  die  „Wärmetechnische 
Beratungsstelle  der  Deutschen  Glasindustrie"  Frankfurt  a.  M. 
und  das  „Landeskohlenamt  für  Sachsen  und  Sachsen- Altenburg 
am  26.  und  27.  Juni  ds.  Js.  in  der  Dresdner  Hütte  der  „Akt.- 
Ges.  für  Glasindustrie  vorm.  Fr.  Siemens",  brachte,  war  ein 
Beweis   dafür,  wie  notwendig  einerseits  derartige  Veranstal- 
tungen für  die  Glasindustrie  sind  und  andererseits  wie  befriedigend 
das  Programm  der  Veranstaltung  für  die  erschienenen  Teil- 
nehmer seitens  der  W.  B.  G.  aufgestellt  war.   Bei  dem  Tief- 
stand der  Feuerungstechnik  in  der  größeren  Zahl  von  Unter- 
nehmungen hört  man  so  oft,  daß  jede  Belehrung  von  außen 
als  wissenschaftlich  und  theoretisch  angesprochen  wird.  Dieser 
Einwand  fällt  meistens  auf  diejenigen  zurück,  welche  leicht- 
fertig und  aus  Mangel  an  Verständnis  solche  Behauptungen 
aufstellen.    Es  war  keine  leichte  Aufgabe,  stofflich  alles  so 
vorzutragen,  daß  die  Gesamtheit  der  Teilnehmer  auf  ihre  Rech- 
nung kam.     Angefangen  bei  dem  wissensdurstigen  Meister, 
hinauf  zum  akademisch  vorgebildeten  Betriebsleiter  und  dem 
nur  kaufmännisch   versierten  Direktor,  war   die  Zusammen- 
setzung der  Hörer  grundverschieden.   Es  hat  sich  aber  gezeigt, 
daß  trotz  der  Verschiedenheit  in  der  Vorbildung  die  Möglich- 
keit gegeben  war,  jedem  Vertreter  eines  Betriebes  die  An- 
regungen zu  erteilen,  die  er  nutzbringend  in  seiner  Hütte  aus- 
werten kann.    Ganz  besonders  hat  dazu  beigetragen,  daß  Zu- 
hörer und  Vortragende  nicht  für  die  ganze  Dauer  ermüdend 
an  den  Hörsaal  gefesselt  waren,  sondern  daß  weit  angenehmer 
Vortrag  und  Versuch  in  der  Hütte,  in  diesem  Falle  am  Gas- 
erzeuger selbst,  sich  wechselnd  ergänzten.    Schon  beim  Aufruf 
zur  Teilnahme  an  dem  Kursus  wurde  gebührend  hervorgehoben, 
daß  die  A.-G.  für  Glasindustrie  vorm.  Fr.  Siemens  in  uneigen- 
nütziger Weise  ihren  Betrieb  und  ihre  Räumlichkeiten  zur  Ver- 
fügung stellte,  welche  es  ermöglichten,  die  an  und  für  sich 
glückliche  Idee  eines  Stocherkurses  in  die  Tat  umzusetzen. 
Infolgedessen  gebührt  besonders  dieser  Firma  ein  Hauptanteil 
an  dem  Verdienst,  die  historisch  gewordene  Abgeschlossenheit 
der  Glasindustrie  durchbrochen  und  ohne  Vorbehalt  die  Mit- 
glieder der  Industrie  zum  Zwecke  der  Belehrung  in  ihrer  Hütte 
aufgenommen  zu  haben.    Die  Anmeldungen  waren  in  so  großer 
Zahl  eingegangen,  daß  es  nicht  möglich  war,  sie  alle  zu  be- 
rücksichtigen.   Um  einmal  die  räumliche  Unterbringung  und 
dann  die  Absicht  der  persönlichen  Unterweisung  jedes  Kurs- 
teilnehmer« zu  ermöglichen,  wurde  die  Teilnehmerhste  auf  45 
beschränkt,  unter  Ausschluß  aller  ausländischen  Firmen  _  und 
derjenigen  Hütten,  die  nicht  im  östlichen  Deutschland  ansässig 
sind     Es  steht  zu  hoffen,  daß  auch  in  anderen  Gegenden 
Deutschlands  gleiche  Veranstaltungen  stattfinden  können,  damit 
auch  späterhin  ein  Erfahrungsaustausch  in  gleicher  Weise  in 
den  übrigen  Industriezentren  eintreten  kann. 

In  der  Begrüßung  und  Eröffnung  des  Stocherkursus  am 
26  Juni  d.  Js ,  an  welcher  die  amtlichen  Vertreter  des  Landes- 
kohlenamtes für  Sachsen  und  einiger  preußischen  Kohlenwirt, 
schaftsstellen  zugegen  waren,  kam  zum  Ausdruck,  daß  die 
wärmewirtschaftlichen  Bestrebungen  in  der  Glasindustrie  ver- 
hältnismäßig spät  eingesetzt  haben.  Wenn  dem  Kursus  als 
Hauptgedanken  zu  Grunde  lag,  eine  fachliche  Beratung  und 
einen  Erfahrungsaustausch  auf  dem  Gebiete  der  Gaserzeugung 
bezw.  der  Brennstoffausnutzung  für  die  Glasindustrie  herbeizu- 
führen, so  wurde  damit  einer  der  wichtigsten  Abschnitte  der 
Betriebsführung  berührt.  Große  Unklarheiten  über  die  Eigen- 
art der  Brennstoffe  und  die  Vorgänge  bei  der  Vergasung  be- 
stehen zweifellos  bei  der  Mehrzahl  der  Glashutten-Techniker, 
und  es  war  nur  bedauerlich,  daß  dieses  wichtige  Arbeitsgebiet 
in  einem  verhältnismäßig  kurzen  Zeitraum  von  2  Tagen  in  den 
Hauptvorgängen  gestreift  werden  konnte.  . 

Die  Vorträge  gaben  jedoch  in  anerkennenswerter  Weise 
ein  Bild  von  dem  umfangreichen  Arbeitsprogramm,  an  welchem 
die  Ingenieure  der  W.  B.  G.  mitwirken  und  dessen  gesunde 
Entwicklung  durch  die  Vortragenden  sich  in  allen  Teilen  zeigte. 
Lobenswert  wurde  hervorgehoben,  daß  die  Veranstalter  nur 
Mitarbeiter  der  W.  B.  G.  waren  und  infolgedessen  genauen 
Ueberblick  über  die  Bedürfnisse  der  Praxis  aus  eigenster  An- 
schauung in  den  angeschlossenen  Glashütten  besaßen. 


336  -  St.  30 


SPRECH  SAAL -CO  BURG. 


1922.  (W.  fmegmfr), 


Der  Leiter  der  W.  B.  G.,  Dipl.  Ing.  Maarach,  sprach  über 
die  Wirkungsweise  älterer  und  neuzeitlicher  Gaserzeuger.  Er 
behandelte  zunächst  die  Vbrgäoge  chemischer  und  physikalischer 
Art  in  Gaserzeugern,  erläuterte  kurz  den  alten  Siemens- 
Generator  mit  natürlichem  Zuge  und  den  neuzeitlichen  Gas- 
erzeuger mit  Gebläsewind  und  Dampfzusatz.  An  Hand  von 
guten  Lichtbildern  wurden  die  Entwicklungsstufen  des  Gas- 
erzeugers vorgeführt  und  die  Gesichtspunkte  besprochen, 
welche  unter  Beachtung  verschiedener  Brennstoffsorten  beim 
Bau  von  Gaserzeugern  zu  befolgen  sind.  Die  Vergasung  von 
Rohbraunkohle  wurde  erörtert  unter  Hinweis  auf  die  be- 
achtenswerten Ausführungen  des  diesjährigen  Braunkohlen- 
Industrie-Tages  am  3.  und  4.  März  in  Halle.  Man  kam  zu  dem 
Schlüsse,  daß  die  Glasindustrie  mit  ihren  bestehenden,  meist 
veralteten  Betriebsmitteln  nicht  in  der  Lage  sei,  ohne  weiteres 
eine  Umstellung  auf  Rohbraunkohle  zur  Vergasung  durchzu- 
führen. Ist  auch  das  Problem  in  anderen  Industrie- Gruppen 
bisher  noch  nicht  restlos  gelöst,  so  kann  von  der  Glasindustrie 
bei  dem  heutigen  Stande  ihrer  Feuerungstechnik  und  der  An- 
hänglichkeit an  veraltete  Auffassungen  nicht  verlangt  werden, 
neuzeitlich  entwickelte  Gaserzeuger  einzuführen,  ohne  daß  die 
Industrie  Gefahr  läuft,  daß  der  mit  der  Vergasung  zusammen- 
hängende Fabrikationeprozeß  gefährdet  wird.  Allerdings  muß 
die  Glasindustrie  fernerbin  das  Bestreben  zeigen,  Anteil  zu 
nehmen  an  dem  technischen  Fortschritt  und  der  wissenschaft- 
lichen Forschung,  um  mit  der  Zeit  Versäumtes  nachzuholen. 

Dipl  Ing.  Maschlanka,  W.  B.  G.  Hannover,  sprach  über 
meßtechnische  Verfahren  zur  Kontrolle  der  Gaszusammen- 
setzung. Die  verschiedenen  Instrumente  und  Meßapparate 
wurden  auf  ihre  Zweckmäßigkeit  hin  vorgeführt.  Dieser  Vor- 
trag bildete  eine  erklärende  Einleitung  zu  den  praktischen 
Vereuchen. 

Diese  Versuche  erstreckten  sich  auf  2  im  Betriebe  befind- 
liche und  in  der  Bauart  voneinander  abweichende  Gaserzeuger, 
den  alten  Siemens  Generator  und  einen  modernen  Drehrost- 
generator.   Beide  Gaserzeuger  waren  mit  einer  größeren  Zahl 
von  Meßinstrumenten   ausgerüstet,   die   von   führenden  Her- 
stellungsfirmen zu   der  Veranstaltung  gestellt  wurden.  Be- 
sonders hervorzuheben  sind  die  elektrischen  Temperatur-Meß- 
instrumente mit  Registriervorrichtung  der  Firmen: 
Hartmann  &  Braun,  A.-G,  Frankfurt  a.  M.  und 
Siemens  &  Halske,  A.-G  ,  Siemensstadt  b.  Berlin. 
Die  gasanalytischen  Apparate  von 

Julius  Pintsch,  A.-G.,  Berlin 
Ströhlein  &  Co ,  Düsseldorf 
Paul  Klees,  Düsseldorf 
Dr.  R.  Hase,  Hannover 
Cornelius  Heinz,  Aachen 
waren  vorhanden.    Zu  erwähnen  sind  noch  die  neuerdings  viel 
genannten  Abgas- Kontrollinstrumente   der  Firma  H.  Maihak, 
A.-G.,  Hamburg  und  der  Rauchganprüfer  von  Siemens  &  Halske, 
Siemensstadt-Berlin.    Die  einzelnen  Gruppen  der  Teilnehmer 
wurden  unter  Führung  je  eines  Ingenieurs  der  W.  B.  G.  in  der 
Handhabung  der  einzelnen  Meßinstrumente  und  in  dem  Meß- 
verfahren unterwiesen. 

Dipl.  Ing.  Junge,  W.  B.  G  Dresden,  fährte  die  Feuchtig- 
keitsbestimmung der  Gase  im  Betriebe  vor. 

Auf  Grund  der  Meßergebnisse  dieser  Versuche  sprach  am 
27.  vormittags  Dr.-lDg.  Friedmann,  W.  B  G.  Frankfurt  a.  M. 
Er  erläuterte  an  Hand  der  Meßergebnisse  die  zahlenmäßige 
Auswertung  derselben.  Die  chemischen  Bestandteile  des 
Generatorgases  und  ihr  Einfluß  auf  die  Gasqualität  wurden 
besprochen.  Allgemeine  Begriffe  wie  Wärmeeinheit,  Heizwert, 
gebundene  und  fühlbare  Wärme,  Wirkungsgrad  des  Generators 
u.  a.  m.  wurden  festgelegt.  Die  durch  den  Wasserdampfgehalt 
des  Gases  bedingte  Aenderung  des  Heizwertes  wurde  rechnerisch 
ermittelt  und  im  Zusammenbang  der  große  Vorteil  der  Erzeugung 
möglichst  trocknen  Gases  klargestellt.  Die  gegenseitige  Be- 
einflussung der  einzelnen  Bestandteile  des  Gases  in  Bezug  auf 
ihre  Menge  faüd  gebührende  Beachtung.  Der  Vortragende  ging 
ein  auf  die  Gaserzeugung  aus  den  verschiedenen  Brennstoff- 
sorten und  h  sprach  eingehend  den  Begriff  der  Gasmenge  unter 
Abhängigkeit  von  dem  erforderlichen  Windzusatz.  Es  muß 
hervorgehoben  werden,  daß  dieses  dem  Nicbtfachmann  schwierig 
erscheinende  Gebiet,  das  teilweise  nur  bei  genauer  Kenntnis 
der  Chemie  und  Thermodynamik  erfaßt  werden  kann,  seitens 
des  Referenten  in  überaus  klarer  und  übersichtlicher  Weise 
behandelt  wurde. 

Nach  dem  Vortrag  wurde  in  der  Hütte  die  Betriebsführung 
der  Gaserzenger  geändert  und  der  Einfluß  auf  die  Gasbeschaffen- 
heit durch  Vornahme  weiterer  Messungen  festgestellt.  Dr.-Ing. 
Friedmann  sprach  nochmals  über  die  Auswertung  der  Meß- 
ergebnisse und  hob  in  kritischer  Betrachtung  die  Mittel  hervor, 
welche  bestehen,  um  Fehler  in  der  Betriebsführung  bezw.  der 
Gaserzeugung  zu  erkennen.  Der  Einfluß  der  Schütthöhe,  die 
Gefahren  eines  übertriebenen  Dampf-  und  Windzusatzes,  die 


Verschlackung  des  Generators,  die  Erscheinungen  des  Randfeuer 
und  alle  jene  Beobachtungen,  die  dem  Praktiker  aus  langjährige 
Erfahrung  bekannt  sind,  fanden  weitgehende  Aufklärung.  Uebej 
zeugend  mußten  die  Hörer  gestehen,  daß  es  durchaus  falsch  is 
wenn  der  Betriebsmann  sich  allein  auf  seine  persönlichen  Ei 
fahrungen,  Fertigkeiten  und  ein  gutes  Auge  stützt.  Sich  Recher 
schaft  über  alle  Vorgänge  zu  geben,  ist  nicht  nur  Gelegenbe: 
im  Erfahrungsaustausch  gegeben,  sondern  auch  Pflicht  jede 
Glashüttentechnikers,  der  den  Willen  hat,  von  der  Theorie  da 
anzunehmen,  was  ihm  zu  übernehmen  ein  leichtes  ist. 

Anschließend  an  die  Vorträge  sprach  Dipl.-Ing.  Maurach  i 
seinem  Schlußvortrag  über  Einrichtungen  zur  laufenden  Kontroll 
des  Gaserzeuger-Betriebes.  Als  besonderes  Erfordernis  wurdei 
außer  der  gasanalytischen  Untersuchung  die  Messungen  vo 
Druck  und  Zug,  Gasfeuchtigkeit,  auch  die  Temperaturmessunge: 
hervorgehoben.  Es  kann  heute  keinem  Apparat  das  Zeugni 
des  besten  zugesprochen  werden,  vielmehr  ist  für  den  Be 
triebsmann  diejenige  Apparatur  die  zuverlässigste,  mit  welche 
er  selbst  am  leichtesten  fertig  wird.  Die  Meßtechnik  befinde 
sich  durch  die  ausführende  Spezialindustrie  in  einer  derartige 
Aufwärtsbewegung,  daß  es  dem  einzelnen  Glashüttenfachman 
schwer  fällt,  denjenigen  Apparat  ausfindig  zu  machen,  welche 
für  seine  Zwecke  geeignet  ist.  Der  Vortragende  warnte  davoi 
die  Einführung  in  den  einzelnen  Glashüttenbetrieben  katalog 
mäßig  zu  betreiben.  Eine  sachliche  und  genaue  Vorprüfung 
aller  Momente,  die  für  oder  gegen  jedes  Instrument  sprechet 
sei  Sache  der  Betriebsleitung  im  vertrauensvollen  Austausci 
der  Betriebserfahrungen  durch  die  Ingenieure  der  W.  B.  Cj 
Wenn  diese  Richtlinien  in  der  Glasindustrie  befolgt  würdeij 
dann  hätten  auch  die  großen  Enttäuschungen  ein  Ende  durej 
Mißerfolge,  verursacht  durch  unüberlegte  Benutzung  von  Meß 
instrumenten.  An  Hand  von  Diagrammen  und  Schaubilder 
wurde  gezeigt,  wie  es  möglich  ist,  in  sogenannten  Meßzentrale 
der  Betriebsleitung  die  Uebersicht  über  ihren  Betrieb  zu  ermög 
liehen.  Die  Aufstellung  der  Kontrollinstrumente  außerhalb  dej 
verschmutzenden  Einwirkung  des  Betriebes  (Sulfatstaub)  un| 
vor  allem  die  sorgsame  Pflege  und  Unterhaltung  aller  Apparat 
bildet  die  Grundbedingung  für  die  zuverlässige  Wirkungsweise 
Die  Arbeiterschaft  soll  in  den  Meßinstrumenten  nicht  ein  Uebei 
wachungsinstrument  gegenüber  ihrer  Person,  sondern  eine 
unentbehrlichen  Helfer  erblicken  Die  wärmewirtschaftlich 
Betriebsführung  bedarf  dieser  Hilfsmittel  in  Form  von  Mefi 
geräten  und  erfahrungsgemäß  hat  die  Einführung  derselben  i 
fortschrittlich  geführten  Betrieben  nur  gutes  gebracht. 

Der  Stöcherkursus  fand  seinen  Abschluß  in  einem  noch 
maligen  Dank  an  die  erschienenen  Teilnehmer  für  das  gezeigt 
Interesse  und  an  die  behördlichen  Vertreter,  sowie  an  die  Firffl 
Siemens  für  ihre  Bemühungen  zum  Zustandekommen  der  Vei 
anstaltung.  Man  war  sich  darin  einig,  daß  die  Hebung  de 
Wärmewirtschaft  innerhalb  der  Glasindustrie  durch  genaue 
Verfolgen  aller  feuerungstechnischen  Vorgänge  in  den  einzelne 
Hüttenbetrieben  unbedingt  erforderlich  sei,  um  Rechenscha 
zu  geben  über  den  Verbleib  der  heute  so  kostbaren  Werte,  di 
unsere  Brennstoffe  enthalten.  In  diesem  Bestreben  stellte  de 
Stocherkursus  mit  seinen  vielfachen  Anregungen  eine  wertvoll 
Teilarbeit  dar. 


Einfuhrbeschränkungen  für  Glas  und 
Glaswaren  in  der  Schweiz. 

Nach  Anhörung  der  begutachtenden  Kommission  und  an 
ihre  Empfehlungen  beschloß  der  schweizerische  Bundesrat  ai 
14.  Februar  1922  die  nachstehenden  Warenkategorien  bis  ai 
weiteres  von  der  Einholung  einer  Bewilligung  abhängig  z 
machen: 

a)  Hohlglas  und  Glaswaren  aus  farblosem  Glas,  nicht  gt 
schliffen  (sog  Weißglas),  Zolltarifnummer  69a. 

b)  Spiegelglas,  Zolltarifnummer  703,  784  a  und  704  b;  ud 
belegt,  mit  bearbeiteten  Kanten:  ex  694c  und  ex  70: 

Es  handelte  sich  ausschließlich  um  bloße  Ergänzunge 
früherer  Maßnahmen  auf  dem  Gebiete  der  Glasindustrie.  Nach 
stehend  werden  die  Beweggründe  mitgeteilt,  die  den  Bundes 
rat  veranlaßt  haben,  die  Einfuhr  der  vorgenannten  Waren  vo 
der  Einholung  einer  Bewilligung  abhängig  zu  machen. 

a)  Hohlglas  und  Glaswaren  aus  farblosem  Glas, 
nicht  geschliffen. 

Mit  diesem  Produktionszweig  betreten  wir  kein  neue 
Gebiet.  Am  14.  März  1921  wurden  von  uns  Flaschen  un 
Flakons  aus  den  Positionen  691 — 693  unter  Einfuhrbeschrän 
kung  gestellt.  Wichtige  Produktionsgebiete  der  schweizerische) 
Glasbläsereien  blieben  dagegen  noch  ohne  Schutz,  weil  ei) 
solcher  damals  nicht  gleich  für  dringlich  erachtet  wurde. 

Die  Herstellung  von  Weißglasfabrikaten  beschäftigt  in  de 
Schweiz  normalerweise  etwa  416  Arbeiter,  die  sich  auf  dre 
Betriebe  verteilen.    Eine  dieser  Fabriken  ist  ganz  auf  den  Ab 


1832.  (61  Jahrgang.]) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG.  ^ 


Sie.  30  —  337 


satz  von  Weißglas  angewiesen.  Die  von  Zeit  zu  Zeit  infolge 
Absatzmaugels  notwendig  werdende  vollständige  Einstellung 
dieses  Betriebes  lastet  um  so  schwerer  auf  Gemeinde  und 
Kanton,  als  es  sich  hier  um  das  wichtigste  Industrieunternehmen 
der  betroffenen  Gegend  handelt.  Eine  Umstellung  der  Pro- 
duktion auf  die  Herstellung  von  Flaschen  war  teilweise  aus 
technischen  Gründen  nicht  wohl  durchfährbar,  teilweise  hat 
sich  auch  die  Einfuhrbeschränkung  auf  ersteren  Artikel  bis 
heute  noch  nicht  so  stark  auswirken  künnen,  daß  sie  eine  der- 
artige Vergrößerung  der  Produktion  ermöglicht  hätte.  Da  die 
umfangreichen  Einfuhren  in  Weißglasartikeln  anhielten,  wurde 
eine  Lage  geschaffen,  welche  die  Ausdehnung  der  Schutzmaß- 
nahmen auf  Weißglas  um  so  berechtigter  erscheinen  ließ,  als 
dieses  Produkt  in  der  Regel  ein  hochwertigeres  Erzeugnis  dar- 
stellt als  die  bereits  geschützten  Flaschen  und  Flakons. 

Ein  teilweiser  Preisabbau  wurde  auch  auf  diesem  Gebiet 
bereits  durchgeführt.  Artikel,  die  gegenüber  dem  Wirkungs- 
preis einen  Aufschlag  von  150  °/0  erfahren  hatten,  stehen  noch 
um  80  °/0,  solche,  die  um  225  °/0  erhöht  worden  waren,  noch  um 
130  °/0  über  der  Friedensnorm.  Einem  weiteren  Abbau  werden 
wir  unsere  Aufmerksamkeit  widmen. 

Die  Preise  für  Weißglas  hängen  im  übrigen  ganz  wesent- 
lich von  denjenigen  für  Kohle  und  Soda  ab. 

Die  Einfuhr  unter  der  hauptsächlich  in  Betracht  kommen- 
den Position  693  zeigt  folgendes  Bild: 

Monatsdurchschnitt  in  Doppelzentnern 
1918     1919     1920  1921  1.  Semester  3  Quartal     Okt.     Nov.  Dez. 
930      926     1661  1595         7ä7        1155    870  1130 

davon  aus  Deutschland    1026         446  750     433  670 

b)  Spiegelglas. 

Den  in  der  Schweiz  bestehenden  Spiegelglasmanufakturen 
war  es  seit  Kriegsausbruch  nicht  mehr  möglich,  den  normalen 
Beschäftigungsgrad  von  1913  zu  erreichen.  Der  enge  Zusammen- 


hang mit  der  ebenfalls  von  der  Krise  betroffenen  Möbel- 
industrie, welche  als  wichtigster  Spiegelkonsument  in  Betracht 
kommt,  erklärt  die  schwierige  Lage  der  Spiegelglasmanufak- 
turen zur  Genüge.  Während  im  Jahre  1920  die  Absatzmög- 
lichkeit der  schweizerischen  Schleif-,  Polier-  und  Belegewerke 
noch  etwa  50°/0  betrug,  ging  sie  bis  in  Sommer  und  Herbst 
1921  auf  30  und  20°/0  gegenüber  dem  Jahre  19 13  zurück.  Die 
Arbeiterzahl  in  den  betroffenen  Betrieben  betrug  vor  dem 
Kriege  250  Personen,  im  Sommer  1921  noch  225.  Seitdem 
mußton  weitere  Entlassungen  vorgenommen  werden. 

Obgleich  die  schweizerischen  Fabrikanten  ihre  Verkaufs- 
preise im  Frühjahr  1921  um  20°/0  und  in  der  Folgezeit 
wiederum  um  10°/0  ermäßigt  haben,  war  es  ihnen  nicht  mög- 
lich, zu  verhindern,  daß  immer  mehr  schweizerische  Kunden 
zum  billigeren  ausländischen  Produkt  übergingen. 

Die  Einfuhr  zeigt  folgendes  Bild: 

Monatsdurchschnitt,    in  Doppelzentnern,  netto 

p  •«  1921 
rosraonen  m8   19ig   192Q      Brgte8    Dlittea  viertes 

Semester  Quartal  Quartal 

Spiegelglas,  belegt: 
703.  —  unter  18  dm2     7        3        6  12  10  7 
davon  aus  Deutsch- 
land  —      3       4           9,6         8  4 

von  18  dm2  und 
darüber : 
704  a.    — ,  von  3  mm 
Dicke  und  darüber    16       3      10,5         27  8  1 
davon  aus  Deutsch- 
land —       2.8           14  4  1 

704  b.    — ,  von  mehr 

als  3  mm  Dicke  .    3,5       0,7     4  15  38  19 

davon  aus  Deutsch- 


land 


0,6 


9,5 


34 


17 


Wirtschaftlich  -  gewerblicher  Teil. 


Korrespondenzen, 

Das  25jährige  Arbeitsj uMläom  in  der  Porzellanfabrik  Wald- 
sassen, Bareuther  &  Co.,  A.-G.,  begingen  vor  kurzem  Dreher  Michael 
Bindl,  Maler  Budolf  Herkner,  Gießer  Georg  Weiß  nnd  Patzerin  Marie 
Wächter.  Den  Genannten  wurden  von  der  Direktion  unter  Anerkennung 
der  treuen  Dienstleistungen  hübsche  Erinnerungsgeschenke  und  die  vom 
Bayerischen  Industriellen -Verbände  verliehenen  Ehrendiplome  nebst 
silbernen  Verdienstmedaillen  ausgehändigt.  Die  Zahl  der  Jabilare  er- 
höhte sich  in  diesem  Werke  jetzt  auf  44. 

Der  Kartellbeirat,  der  auf  Anregung  des  Beichstages  beim  Beichs- 
wirtschaftsministerium  geschaffen  worden  ist,  hat  letzthin  unter  dem  Vor- 
sitz des  Staatssekretärs  Dr.  Hirsch  zum  ersten  Mal  getagt.  Nach  den 
Darlegungen  des  "Staatssekretärs  ist  die  Politik  des  Beichswirtschafts- 
ministeriums  gegenüber  den  Kartellen  bisher  darauf  gerichtet  gewesen, 
durch  Besprechungen  mit  den  großen  Zentralverbänden  der  Industrie  und 
des  Handels  und  durch  sonstige  Untersuchungen  die  Bedeutung  der 
Kartelle  und  ihrer  Maßnahmen  in  der  jetzigen  Zsit  klarzustellen,  vor 
allem  aber  auch  auftretenden  Mißbräuchen  der  Kartellgewalt  entgegen- 
zuwirken. Das  Ziel  war,  einerseits  die  nächstbeteüigten  Kreise  der  Wirt- 
schaft dahin  zu  bringen,  durch  Selbstzucht  und  Stärkung  des  Verant- 
wortungsbewußtseins angemessene  Kartellsitten  herauszubilden  und  un- 
billige, volkswirtschaftlich  schädliche  Maßnahmen  zu  beseitigen,  ander- 
seits jedem,  der  berechtigten  Anlaß  zu  Beschwerden  habe,  Gelegenheit 
zu  geben,  seine  Beschwerden  bei  einer  zur  Behebung  derselben  geeigneten 
Stelle  vorzubringen.  Dementsprechend  haben  die  Spitzenverbände  der 
Industrie,  des  Großhandels  nnd  Einzelhandels,  sowie  der  Genossenschaften 
besondere  Stellen  geschaffen,  in  denen  unter  Beteiligung  des  Ministeriums 
Kartellstreitigkeiten  geschlichtet  werden  sollen,  so  die  „Kartelleinigungs- 
stelle"  für  die  Streitigkeiten  zwischen  Industrie,  Großhandel  und  Einzel- 
handel, die  „Kartellschiedskommissipn"  für  Streitigkeiten  zwischen  In- 
dustrie und  Großhandel,  die  Kommission  „Kartelle  nnd  Genossenschaften" 
für  diejenigen  zwischen  diesen  beiden  Gruppen.  Dazu  kommt  noch  die 
Kartellstelle  des  Beichsverbandes  der  Deutschen  Industrie  für  Streitig- 
keiten innerhalb  der  Industrie  allein.  Beschweiden  von  Außenseitern,  die 
einer  eigenen  Organisation  entbehren,  werden  meist  durch  Verhandlungen 
im  Reichawirtechafteministerium  selbst  erledigt.  Das  Beichswirtschafts- 
ministerium  hofft,  auf  diese  Weise  Mißständen  entgegentreten  zu  können, 
und  hat  weitere  Maßnahmen  erst  in  Aussicht  genommen,  wenn  dieser 
Weg  nicht  zum  Ziele  führen  sollte.  —  Der  Kaitellbeirat  bat  seinerseits 
den  Wünsch  ausgesprochen,  daß  das  Baichswirtschaftsministerium  auf  dem 
beschrittenen  Weg  weitergehen,  insbesondere  die  Erhebungen  über  die 
Bedeutung  der  Kartelle  und  ihrer  Maßnahmen  vertiefen  und  den  Kampf 
gegen  Mißbi  Sache  tatkräftig  fortsetzen  möge.  Dem  Kartellbeirat  soll  in 
weiteren  Sitzungen  Gelegenheit  gegeben  werden,  sich  über  die  Ent- 
wicklung der  Verhältnisse  zu  unterrichten  und  Vorschläge  za  einer  Be- 
kämpfung von  Mißbräuchen  auf  dem  Gebiete  des  Kartellwesens  za  machen. 


Gesetzgebung,  Stenern. 

Umsatzsteuer-Ausfuhrtorse  für  Juni.  Als  Durchschnittskurse 
für  die  Umrechnung  ausländischer-  Werte  sind  vom  Beicbefinanzminister 
für  den  Monat  Juni  nach  Anhörung  der  Boichsbank  folgende  Korse  fest- 
gesetzt worden: 


Amsterdam 

100 

h.  Fl. 

11662 

Kopenhagen  . 

100 

Kr. 

6516 

Stockholm  .  . 

100 

7767 

Christiania 

100 

5131 

Helsingfors 

100 

f."M. 

655 

Schweiz  .   .  . 

100 

Fr. 

5741 

Wien  .... 

100 

Kr. 

1,881 

Prag  .... 

100 

578 

Budapest    .  . 

100 

31,6 

Sofia  .... 

100 

Ijewa 

206 

Yokohama  .  . 

1 

Yen 

144 

Spanien  .   .  . 

100 

Pes. 

4722 

Brüssel    .   .  . 

100 

Br. 

2474 

Italien     .    .  . 

100 

Lire 

1490 

London   .   .  . 

1 

Lstrl. 

1340 

Paris  .... 

100 

Fr. 

2636 

New  York  .  . 

1 

Doli. 

301 

Buenos-Aires  . 

a)  1 

Papierpes 

o  108 

b)l 

Goldpeso 

246 

Bio  de  Janeiro 

1 

Milreis 

41,4 

Bumän.  Noten 

100 

Lei 

195 

Kigra  .... 

loo 

lett.  Eo. 

117 

Beval  .... 

100 

est.  M. 

93 

Luxemburg 


Agram 
Warschau  .  . 
Zaren-Bubemot. 
Duma-Bubelnot. 
Bußland  .  . 
Litauen  «  .  . 
Athen  .  .  . 
Konstantinopel 
Alexandria  .  . 
Teheran  .  . 
Lissabon  .  . 
Bombay  .  . 
Singapore  .  . 
Hongkong  .  . 
Schanghai  .  . 
Montreal  .  . 
Montevideo 
Mexiko  .  .  . 
Lima  .... 
Valparaiso  .  . 


100  Fr.  2474 

100  Din.  404 

100  Kr.  103,2 

100  p.  M.  6,90 

100  Bo.  21 

100  Eo.  3,33 

1000  Sowiet-Eo.  0,12338 

100  Ostmark  95 

100  Drachmen  1120 

1  Lstrl.  tq.  190 
1  ägypt.  Lstrl.  1375 

1  silb.  Kran  26 

1  Eskudo  22,5 

1  Bupie  87 
1  Straits-Doll.  155,5 

1  DoU.  173 

1  Tael  237 

1  kan.  Doli.  298 

1  Peso  245 

1     „  143 

1  peru.  Lstrl.  1241 

1  Peso  35 


Für  den  Monat  März  ist  als  Durchschnittskurs  für  Fr.  100  (Luxemburg) 
Ji  2338  und  für  den  Monat  April  in  Berichtigung  der  Bekanntmachung 
vom  15.  6.  (Eeicbsanzeiger  Nr.  139)  als  Durchs chnittskurs  für  Kr.  100 
(Kopenhagen)  Jt  5876  statt  J(  6476  festgesetzt  worden. 


Gewerblicher  Rechtsschutz. 

Praktische  Winke  für  die  Zahlung  der  patentamtlichen  Ge- 
bühren. Eine  vor  dem  1.  7.  22  fällig  gewordene  Gebühr  ist  nach  wie 
vor  mit  dem  niedrigeren  Betrage  des  alten  Gesetzes  zu  zahlen.  Nur  wo 
die  Fälligkeit  am  oder  nach  dem  1.  7.  eingetreten  ist,  muß  der  erhöhte 
Betrag  des  neuen  Gesetzes  gezahlt  werden.  Bei  gebührenpflichtigen 
Prozeßverhandlungen,  deren  Bechtswirkung  von  der  Zahlung  der  Gebühr 
abhängt,  ist  die  erhöhte  Gebühr  zu  entrichten,  sobald  die  Handlung  am 
oder  nach  dem  1.  7.  bewirkt  wird.  Für  eine  am  5.  7.  erhobene  Be- 
schwerde beträgt  z.  B.  die  Gebühr  Ji  200.  Wer  das  neue  Gesetz  noch 
nicht  kannte  und  deshalb  am  5.  7.  nur  Ji  100  gezahlt  hat,  kann  aber 
aach  dann,  wenn  die  Beschwerdefrist  etwa  schon  am  6.  7.  abgelaufen 
ist,  den  fehlenden  Unterschied  von  M  100  noch  während  des  ganzen 
Monats  Juli  rechtswirksam  nachzahlen.  Nur  bei  Vereäumnng  auch  dieser 
von  dem  Gesetz  für  die  Uebergangszeit  ausnahmsweise  festgesetzte! 
Schonfrist  muß  damit  gerechnet  werden,  daß  die  Beschwerde  als  verspätet 
verworfen  wird.  Die  sogenannte  Zaschlagsgebühr  zu  Patent] ahresgebühren 
(bisher  M  50,  jetzt  M  100)  wird  zweckmäßig  stets  mit  Jt  100  bezahlt,  auch 
dann,  wenn  die  sogenannte  zweite  Sechswochenfrist  vor  dem  1.  7.  be- 
gonnen hat.  Nur  dadurch  kann  für  den  Fall,  daß  (was  zweifelhaft  und 
durch  Entscheidung  der  zuständigen  Beschwerdeabteilung  noch  nicht  fest- 
gestellt ist)  bei  solcher  Sachlage  das  neue  Gesetz  anwendbar  sein  sollte,  mit 
Sicherheit  dem  Verfall  des  Patentes  vorgebeugt  werden ;  andernfalls  werden 
die  zuviel  gezahlten  M  50  von  dem  Patentamt  erstattet.  Aehnlich 
liegen  die  Verhältnisse  bei  der  Nachholungsgebühr  für  die  Warenzeichen- 
erneaerangen.   

Handel  und  Verkehr. 

Devisenabllefernngen  bei  Devisenzahlungen  des  Exporteurs 
an  den  Fabrikanten.     Von  zuständiger  Seite  wird  uns  mitgeteilt: 


838  —  Hr.  30 

„Nachdem  die  DeviaenabUeferungaverpflichtung  in  denjenigen  Fällen,  in 
denen  der  Exporteur  die  anfallenden  Devisen  zu  Zahlungen  an  seinen  in- 
ländischen Lieferanten  verwenden  muß,  in  der  Weise  geregelt  ist,  daß  an 
Stelle  deB  Exporten™  der  die  Devisen  empfangende  inländische  Fabrikant 
mit  der  Devisenablieferungsverpflichtung  belastet  wird,  bedarf  es  seitens 
der  Reichsbank  einer  Freistellnng  des  Exporteurs  aus  dem  in  Rede  Btehen- 
den  Anlaß  und  demgemäß  der  Fuhrung  entsprechender  Nachweise  durch 
den  Exporteur  bei  der  Reichsbank  nicht  mehr.  Soweit  derartige  Anträge 
auf  Befreiung  von  der  Devisenablieferung  noch  an  die  Reichsbank  ge- 
langen, verweist  diese  die  Antragsteller  an  die  zuständigen  Außenhandels- 
stellen." 

Umrechnung'  fremder  Wahrungen  bei  der  Berechnung  deg 
Wechselstempels.  Nach  eine"  am  16  7.  22  iu  Krnft  getretenen  Ver- 
ordnung werden  die  in  der  Verordnung  vom  29.  12  21  festgesetzten 
Mittelwerte  für  die  ¥mrechnung  der  in  anderer  als  Reichswährung  aus- 
gedruckten Beträge  aufgehoben  und  für  die  nachstehenden  Währungen 
folgende  Mittelwerte  festgesetzt:  1  £  Jl  1600,  1  frz.  Fr.  Jt  30,  1  belg. 
Fr.  Jt  28,  1  schweizer  Fr.  Jl  70,  1  Lire  Ji  17,  1  Peseta  M  55,  1  Leu 
Jt  2,20,  J  bulg.  Lewa  2,25,  1  finn.  JL  JL  8.  1000  Sowjet-Rubel  Jk  0,10, 
100  lettl.  Rubel  Jl  140,  100  est.  Jt  Jt  HO,  1000  lettl.  Dinar  Jt  430 
1  deutsch -österr.  Kr.  Ji  0,02,  1  tschech.  Kr.  M  7,  1  ung.  Kr.  Jt  0,35 
1  boll.  Fl.  Jt  140,  1  schwed  Kr.  Jt  90,  1  däD.  Kr.  M  75,  1  norw  Kr, 
M  «0,  1  poln.  M  M  0,08,  1  tflrk.  Piaster  M  1,80,  1  argent.  Peso  (Gold) 
Jt  280,  (Papier)  M  125,  1  chil.  Peso  (Papier)  Ji  40,  1  bras.  Mürels 
Jt  50,  1  japan.  Yen  Jl  140,  l|i  350,  1  mexik.  Goldpeso  (Golddollar) 
Jt  160. 

Erhöhung  der  Postgebühren  im  Auslandsverkehr.  Der  Gegen- 
wert des  Goldfranken  bei  der  Gebührenerhebung  im  Auslands-,  Paket- und 
Telegrammverkehr  sowie  für  Ferngespräche  nach  dem  Ausland  ist  mit  Wir- 
kung vom  10.  7.  an  auf  Jl  100  festgesetzt  worden.  Dieses  Umrechnungs- 
verhältnis gilt  auch  für  die  Wertangabe  auf  Paketen  und  Briefen  sowie 
auf  Kästchen  mit  Wertangabe  nach  dem  Auslande. 

Metallsiegelverschluß  bei  Postpaketen.  Als  Verschlußmittel  für 
Wertpakete  von  mehr  als  M  500  bis  3000  werden  vom  1.  7.  an  neben 
den  bisher  vorgeschriebenen  Lacksiegeln  auch  Bleisiegel  und  Stahlblech- 
Biegel  versuchsweise  zugelassen.  Nähere  Auskunft  erteilen  die  Post- 
anstalten. 

Erhöhung  der  Beleihungssätze  der  Darlehenskassen.  Die  Haupt- 
verwaltung der  Darlehnskassen  hat  ihre  BeleihungBsätz%;.für  die  an  einer 
deutschen  Börse  amtlich  notierten  Aktien  inländischer  Gesellschaften  mit 
Wirkung  vom  20.  7.  22  ab  dahin  erhöht,  daß  bis  zujinem  Kurse  von 
600  o/0  die  Hälfte  und  bei  höherem  Kurs  */io  aea  Kurswertes,  jedoch 
äußerstenfalls  nicht  mehr  als  das  4l/!ifache  des  Nennwertes  als  Barlehen 
gegeben  werden  darf.  Der  Zinsfuß  für  Darlehen,  die  gegen  Verpfändung 
von  Aktien  und  Waren  gegeben  werden,  ist  vom  gleichen  Tage  ab  von 
678%  auf  6%  erhöht  worden. 


Ein-  und  Ausftikr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Eine  Aenderung  der  Ausfuhrmindest- 
preise ist  vorgenommen  worden :  für  Flußspat  nach  den  Gebieten  der  ehe- 
maligen österr .-ungar.  Monarchie  mit  Ausnahme  Tschechbslowakiens,  so- 
wie den  russischen  Randstaaten  (Kurland,  Livland)  mit  Wirkung  ab 
15.  7.  22,  für  Neuburger  Kieselkreide  ab  15.  7. ;  für  Quarzsand  ab  20.  7. 

A.  H.  N.  Glas.  Die  AuBlandsmindestpreise  für  Isolierflaschen,  so- 
wie die  Bestimmungen  über  die  Verlängerung  der  Gültigkeitsdauer  von 
Ausfuhrbewilligungen  für  Isolierflaschen  in  Markwährung  Bind  geändert 
worden.  Näheres  durch  die  Preisprttfungsstelle  für  Isolierflaschen  bei  der 
A.  H.  N.  Glas,  Berlin  W.  67,  GöbenstraSe  10. 

Zur  Unterstützung  des  Delegierten  des  Reichskommissars  in 
Königsberg  werden  die  Außenhandelsstellen  gruppenweise  je  einen 
Referenten  nach  Königsberg  entsenden.  Für  die  chemische  und  keramische 
Gruppe  ist  die  Entsendung  bereits  beschlossen.  Die  Referenten  werden, 
ihre  Tätigkeit  bis  zum  Beginn  der  Königsberger  Ostmesse  am  12. 8,  22 
bereits  aufgenommen  haben. 

Einfuhrerleichterungen  für  Muster,  Proben,  Kataloge  usw. 
Durch  eine  Bekanntmachung  des  ReichswirtschaftsminiBters  werden  die 
allgemeinen  Einfuhrerleichternngen  (Fälle,  in  denen  es  einer  Einfuhrbe- 
willigung nicht  bedarf),  die  durch  die  Bekanntmachung  vom  5.  4  21  — 
Reicheanzeiger  Nr.  81  —  gewährt  worden  sind,  in  einigen  Punkten  ab- 
geändert und  ergänzt.  8o  ist  für  Muster  und  Proben,  die  dem  inländischen 
Empfänger  unentgeltlich  geliefert  werden,  die  bisher  zur  Voraussetzung 
für  die  freie  Einfuhr  gemachte  Bedingung  der  Wiederausfuhr  fallen  ge- 
lassen worden  (Ziffer  11).  Weiter  ist  eine  Erleichterung  für  die  Einfuhr 
von  Katalogen,  von  Schriften  mit  Anpreisungen  geschäftlichen  Inhalts, 
von  Anküudigungstafeln  und  von  Geschäftsdrucksachen,  die  Geschäfts- 
häuser des  Auslandes  für  ihre  Werbezwecke  versenden,  sowie  für  Vor- 
drucke zu  Schecks,  die  Banken  des  Auslandes  an  ihre  inländischen  Kunden 
versenden,  geschaffen  worden. 

Bei  der  Einfuhr  aus  dem  abgetrennten  Oberschlesien  haben 
sich  in  letzter  Zeit  zahlreiche  Schwierigkeiten  ergeben,  die  dadurch 
bedingt  sind,  daß  die  Zollfrage  und  die  Frage  der  Einfuhrbewilligung 
gemäß  Art.  268  des  Friedensvertrages  bezw.  Art.  224  und  234  des  in  Genf 
abgeschlossenen  deutsch-polnischen  Abkommens  über  Oberschlesien  noch 
nicht  geregelt  sind.  Der  Art.  268  besagt  bekanntlich,  daß  während  eines 
Zeitraumes  von  3  Jahren  nach  Inkrafttreten  des  Friedensvertrages  die 
Natur-  oder  Gewerbeerzeugnisse,  die  aus  den  vor  dem  Kriege  zu  Deutsch- 
land gehörigen  polnischen  Gebieten  stammen  oder  herkommen,  bei  ihrem 
Eingang  in  de«  deutsche  Zollgebiet  Zollfreiheit  genießen.  Die  Art  und 
Menge  richten  eich  nach  einer  Kontingentßliste,  die  den  Jahresdurchschnitt 
der  im  Laufe  der  Jahre  1911  bis  1913  versandten  Msngen  nicht  über- 
schreiten soll  Der  Art.  221  besagt,  daß  die  Frist  von  3  Jahren  mit  der 
Bekanntgabe  der  nenen  Grenzen  an  Deutschland  und  an  Polen  zu  laufen 
beginnt  Der  Art.  234  bestimmt,  daß  für  die  Waren  der  Kontingentslinte 
Einfuhrbewilligungen  zu  erteilen  sind,  Boweit  die  Einfuhr  derartiger  Waren 


im  (it.  Jahrgang.» 

nach  Deutschland  verboten  ist.  Ueher  die  zollfreie  Einfnhrkontingentslista 
wird  zwischen  Deutschland  und  Polen  noch  verhandelt.  Solange  die 
Kontingentliste  nicht  vorliegt,  kann  die  Anweisung  an  die  Zollstellen,  die 
Waren  zollfrei  hereinzulassen,  nicht  erfolgen.  Zur  Behebung  besagte' 
Schwierigkeiten  empfiehlt  sich  folgendes  Verfahren:  Das  deutsche  Werk 
zahlt  den  Zoll,  beantragt  aber  gleichzeitig  Rückerstattung  aif  Grund  des 
Art.  268  des  Friedensvertrages  bezw.  234  des  Genfer  Abkommens.  Diesen 
Rüokerstattungsanträgon  sind  Ursprungszeugnisse  darüber  beizufügen, 
daß  die  betreffenden  Waren  aus  dem  abgetrennten  Oberaehlesien  stammen. 
Bis  zur  endgültigen  Regelung  sind  die  Einfuhranträge  bei  den  zuständigen 
Außenhandelsstellen  einzureichen,  die  die  Anträge  wohlwollend  behandeln 
werden. 

Ermächtigung  zu  Zollerhöhungen.  Dar  Reichstag  nahm  end- 
gültig den  Entwurf  eines  Gesetzes  über  die  Ermächtigung  zu  Zoll- 
erhöhungen an  (vergl.  Nr.  19,  S.  225,  Nr.  24,  8.  278),  wonach  die 
Regierung  ermächtigt  wird,  im  Falle  eines  dringenden  wirtschaftlichen 
Bedürfnisses  nach  Anhörung  des  Reichswirtschaftsrates  und  eines  Aus- 
schusses des  Reichstages  mit  Zustimmung  des  Reichsrates  im  Verordnungs- 
wege die  Eingangszölle  zu  erhöhen,  herabzusetzen  oder  neue  Zölle  ein- 
zuführen. 

Das  Goldzollaufgeld  ist  für  die  Zeit  vom  26.  7.  bis  einschließlich 
1.  8.  22  auf  10  400  •/»  festgesetzt  worden. 

Australien.  Bai  Antidumpinggesetz.  Ana  dem  nunmehr  vor- 
liegenden Wortlaut  des  Gesetzes  vom  16.  12.  21  ergibt  sich,  daß  die 
geplante  Freigabe  der  deutschen  Einfuhr  zum  1.  8.  22  von  recht  frag- 
lichem Wert  ist.  Praktisch  wird  jedenfalls  durch  das  Gesetz  jede  Ein- 
fuhr unmöglich  gemacht.  Es  bewegt  sich  zwar  auf  den  Grundlinien 
ähnlicher  Gesetze  in  anderen  Ländern,  geht  jedoch  über  diese  dadurch 
hinaus,  daß  der  Begriff  des  Dumping  weiter  gezogen  ist,  daß  es  nicht 
nur  die  eigene,  sondern  auch  die  britische  Industrie  schützen  soll,  und 
schließlich,  daß  es  rückwirkende  Kraft  haben  kann.  Die  Höhe  der  Zoll- 
sätze steigt  entsprechend  der  Entwertung  der  Valuta.  Bei  der  deutschen 
Währung  beginnt  sie  mit  10%  bei  einem  Wechselkurs  von  über  Jt  25 
und  unter  Jl  30  für  das  Pfd.  Sterling  und  steigt  bis  zu  75%  bei  einem 
Wechselkur*  von  M  240  und  darüber.  Das  Gesetz  gibt  lediglich  die  Richt- 
linien für  die  Erhebung  der  Zölle  und  deren  Höhe;  die  Festsetzung  der 
Warengruppen,  auf  die  die  Zölle  zur  Erhebung  kommen  sollen,  iBt  dem 
Ermessen  deB  Ministers  für  Handel  und  Zölle  im  Einvernehmen  mit  dem 
Tarifamt  überlassen.  Von  dessen  GeBetzesauslegung  wird  es  Bbhängen,  ob 
nach  dem  1.  8  22  wieder  deutsche  Waren  in  Australien  eingeführt  werden 
können  oder  ob  sie  nach  wie  vor  wenn  nicht  verboten,  so  doch  praktisch 
ausgeschlossen  bleiben. 

Belgien.  Zollbestimmungen.  Die  Regierung  ist  ermächtigt  worden » 
bis  zum  30. «.  23  selbständig  die  durch  das  Gesetz  vom  10. 6.  20  und 
31. 3. 21  eingeführten  Vervielfältigungskoeffizienten  in  Anwendung  zu 
bringen. 

Dänemark.  Zollsätze  für  Luxuswaren.  Der  dänische  Wortlaut 
des  diesbezüglichen  Gesetzes  Nr.  208  vom  31.  6.  22  liegt  jetzt  nebst  den 
dazu  erlassenen  AusführungBbestimmungen  vor  und  kann  im  Zollbureau 
des  Reichswirtschaftamiuiste'riuma,  Berlin,  Kurfttrstendamm  102,  einge- 
sehen werden. 

Portugal.  Neue  Bestimmungen  über  Ursprungszeugnisse.  Die 
Generaldirektion  des  Zollwesens  hat  letzthin  an  die  Zollämter  die  Anwei- 
sung ergehen  lassen,  daß  vom  18.  7.  22  an  von  den  Zollämtern  nur  die- 
jenigen Ursprungszeugnisse  zugelassen  werden  dürfen,  die  von  dem  portu- 
giesischen Konsul  in  dem  Lande  ausgestellt  sind,  in  dem  die  Ware  er- 
zeugt ist,  oder,  wenn  es  sich  um  Waren  handelt,  die  außerhalb  Europas 
erzeugt  sind,  von  dem  Konsul  in  dem  Lande,  ans  dem  die  Waren  her- 
kommen. Danach  sind  in  Zukunft  nur  solche  Ursprungszeugnisse  zuzu- 
lassen, die  von  den  portugiesischen  Konsuln  selbst  ausgestellt  Bind.  Die 
von  den  Handelskammern  ausgestellten  und  von  den  portugiesischen  Konsuln 
legalisierten  Ursprungszeugnisse  sind  nicht  mehr  gültig. 

Spanien.  Zum  Yalutazuschlag.  Zur  Befreiung  vom  Valutazu- 
schlag  genügt  nach  einer  zuverlässigen  Nachricht  aus  Madrid  eine  Be- 
seheinigung des  zuständigen  spanischen  Berufskonsulats,  daß  die  be- 
treffende Ware  vor  dem  29.  5.  22  bestellt  wurde.  Ein  besonderes  Ge- 
such an  das  spanische  Finanzministerium  ist  bei  dem  Vorliegen  einer 
solchen  konsularischen  Bescheinigung  nicht  mehr  nötig.  Im  Falle,  daß 
die  Warensendung  bereits  in  Spanien  verzollt  wurde,  kann  der  Importeur 
die  Rückzahlung  des  Valutaznschlags  beim  betrefianden  spanischen  Zoll- 
amt beantragen  unter  Vorlegung  der  vorerwähnten  konsularischen  Be- 
scheinigung. 

Tschechoslowakien.     Die  Einfuhrgebühren  für  Schwerspat 

(aus  T.-Nr.  146)  sind  ab  12.  6.  22  von  »/■%  auf  »/*%  ermäßigt  worden. 


Geschäftliche  Mitteilungen. 

Epiag,  Erste  böhmische  Porzelianindustrie-A.-6.,  Karlsbad. 

Die  Gesellschaft,  deren  Kapital  vor  kurzem  auf  Kr  60  Mill.  erhöht  wurde, 
schließt  das  Geschäftsjahr  1921  mit  einem  Reingewinn  von  Kr  6,54  Mill. 
ab,  woraus  20%  Dividende  verteilt  werden.  Die  neue  Schlämmerei  ist 
bia  zur  inneren  Einrichtung  vollendet  und  dürfte  demnächst  in  Betrieb 
gesetzt  werden 

Wiener  Porzellanfabrik.  Wie  uns  mitgeteilt  wird,  ist  die  Wieder- 
aufrichtung der  Wiener  Porzellanfabrik,  dieser  berühmten  KulturBtätte, 
nunmehr  endgültig  gesichert.  Als  Gründer  kommen  die  Gruppen  des 
Bankhauses  Johann  Liebieg  &  Comp.,  Wien,  und  der  Tiroler  Hauptbank, 
Innsbruck,  in  Betracht.  Keramiker  Kommerzienrat  Fritz  Thomas  wird  als 
Delegierter  des  Verwaltungsratea  in  die  Leitung  des  Unternehmens  ein- 
treten. 

Wessels  Wandplatten-Fabrik,  A.-G.,  Bonn.  Die  a.  o.  G  -V.  beschloß 
die  Kapitalserhöhung  auf  M  10,9  Mill.,  anstatt  wie  vorgesehen  auf  M  20,8 
MilL  Die  bisherigen  Jt  0,3  Mill.  Vorzugsaktien  sollen  in  Stammaktien 
umgewandelt  und  M  0,9  Mill.  neue  Vorzaga-  und  Jl-  7,2  Mill.  Stammaktien 


SPRECH  SAAL  — COBURG. 


m*.  (66.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


Mr.  3©  — 


«schaffen  werden.  Von  den  neuen,  ab  1. 7.  22  gewinnberechtigten  Stamm- 
aktien werden  Jt  3,5  Mill.  den  alten  Aktionären  im  Verhältnis  4  : 5  zu 
110  °/0  zum  Bezug  angeboten  werden.  Die  restlichen  Jt  3,7  Mill.  über- 
nimmt eine  Gruppe  unter  Führung  der  Deutschen  Bank  zu  120  %. 

Steingutfabrik,  A.-G.,  Sörnewitz.  Die  a.  o,  G.-V.  stimmte  der 
Kapitalserhöhung  iii4  Mill.  Stamm-  und  Ji  0,5  Mill.  Vorzugsaktien 
auf  Jt  6  Mill.  zu.  Die  neuen,  ab  1.1.22  dividendenberechtigten  Stamm- 
aktien sind  an  ein  unter  Führung  der  Commerz-  und  Privat-Bank,  A.-G., 
Filiale  Dresden,  stehendes  Konsortium  mit  der  Verpflichtung  begeben 
worden,  Jt  3  Mill  den  alten  Stammaktionaren  im  Verhältnis  1:2  zu 
500%  zum  Bezug  anzubieten. 

Wächtersbacher  Steingutfabrik,  G.  m.  b.  H.,  Schlierbach. 
Ständig  steigender  Gestehungskosten  wegen  sieht  sich  die  Gesellschaft 
gezwungen,  den  bisherigen  Aufschlag  von  250  auf  420  %  mit  Wirkung 
vom  15.  7.  22  zu  erhöhen. 

Dommitzscher  Tonwerke,  A.-G.,  Dommitzsch  a.  E.  Die  a.  o.  G.-V. 
erteilte  ihre  Genehmigung  zu  der  Kapitalserböhung  um  Ji  4  Mill.  auf 
Jt  5  Mill.  Die  Aktien  Bollen  den  bisherigen  Aktionären  durch  ein  Kon- 
sortium im  Verhältnis  4 : 1  zu  höchstens  130  %  angeboten  werden.  Die 
iungen  Aktien  nehmen  für  das  laufende  •eschäftijahr  zur  Hälfte  an  der 
Dividende  teil.  —  Die  Aufsichtgratsmitglieder  Dr.  v.  Schwabach,  Geh. 
Obeifinanzrat  Dr.  Springer  und  Adolf  Wölfl,  welche  mit  der  Minorität  gegen 
die  BeschlüBieigestimmt  hatten,  legten  ihre  Aufsichtsratsmandate  nieder. 

Vereinigte  Großalmeroder  Tonwerke,  A.-G.,  Großalmerode. 
Die  a.  o  G.-V'  besohloß  die  Kapitalserhöhung  um  Jt  6,6  Mill.  Stamm- 
nnd  Ji  0,5  Mill.  Vorzugsaktien.  Von  den  neuen,  für  das  laufende  Ge- 
schäftsjahr zur  Hälfte  dividendenberechtigten  Stammaktien  werden 
Jt  3  5  Mill.  den  Aktionären  im  Verhältnis  2:1  zu  200%  zum  Bezug 
angeboten.  Die  restlichen  Jt  3  Mill.  werden  im  Interesse  der  Gesell- 
schaft später-; -verwendet,  und  zwar,  wie  auf  Anfrage  eines  Aktionärs 
mitgeteilt  wurde,  zu  einem  wesentlich  über  200  %  liegenden  Kurse.  Die 
Vorzugsaktien  sind  mit  6  %  Vorzugszinsen  ausgestattet,  unterliegen  jedoch 
einer  Sperre  bis  1932.  —  Neu  in  den  Aufsichtsrat  wurden  gewählt: 
JuBtizrat  0.  Strack,  Fabrikbesitzer  H.  Wilich,  Großkaufmann  A.  Mauritz 
und  Fabrikbesitzer  M.  Büssing. 

von  Poncet  Glashfittenwerke,  A.-G.,  Friedrichshain*  Die  a.  o. 
G  V.,  in  der  die  zu  geringe  Dividende  von  12%  und  die  im  Verhältnis 
zur  ausgeworfenen  Dividendensumme  zu  hohe  Aufsichtsratsvergütung  be- 
mängelt wurde,  bewilligte  die  beantragte  Kapitalserhöhung  um  Ji  3,9 
Mill.  auf  Jt  12  Mill.  Die  jungen  Aktien  werden  den  Aktionären  im  Ver- 
hältnis 3 : 1  zu  220  %  angeboten. 

Vereinigte  Spiegelfabriken,  A.-G.,  Förth.  Auszng  aus  dem  ge- 
f  nehmigten  Abschluß  vom  »1. 12.  21:  Beingewinn  Ji  5,24  Mill ;  Dividende 
20%;  Abschreibung««  Ji  1,22  Mill.  —  Die  vorgeschlagene  Kapitals-, 
erhöhung  um  Ji  7  Mill.  Stamm-  und  Jt  0,5  Mill.  Vorzugsaktien  fand  die 
Genehmigung  der  o.  G.-V.  Von  den  neuen,  ab  1.  1.  22  gewinnberech- 
tigten Stammaktien«  werden  Ji  6  Mill.  den  alten  Stammaktionären  im 
Verhältnis  3:1  zu  200%  zum  Bezug  angeboten.  Das  Bezugsrecht  läuft 
Eis  einschließlich  31.  7.  22 

Gebrüder  gtoevesandt,  Komm.-tes.  a.  Akt.,  Rinteln  a.  W. 
Die  o.  G.-V.  beschloß  die  Ausgabe  von  M  0,5  Mill.  Genußscheinen,  die  an 
die  Bank  für  Handel  und  Industrie,  Filiale  Bremen,  vorm.  Bernhd.  Loose  & 
Co.  mit  der  Verpflichtung  begeben  werden,  sie  den  Aktionären  im  Ver- 
hältnis 2:1  zu  100%  anzubieten.  Das  Bezugsrecht  ist  bis  spätestens 
t2.  8.  22  auszuüben. 
[  Neue  Aktiengesellschaft.  Die  Isolieiflaschenfabrik  Ernst  Jensen, 
Schmiedefeld,  ist  in  eine  Aktiengesellschaft  unter  der  Firma  „Glos-  und 
Metallwarenfabrik  B  Jensen,  A.-G."  mit  dem  Sitz  in  Berlin  S  42,  Ritter- 
straße  90,  umgewandelt  worden.   Stammkapital:  Jt  12  Mill. 


General-Versammlungen. 

Vereinigte  Porzellanwerke  zu  Lübeck,  A.-G.,  Lübeck:  a.  o.  G.-V.  5. 8. 22, 

11  Uhr  v,  Diskonto-Gesellschaft,  Filiale  Lübeck.  T.-O.:  u.  a.  Kapitals- 
erhöhung  um  bis  zu  M  6  Mill. 

Deutsche  Ton-  und  Steinzeugwerke,  A.-G.,  Charlottenburg:  a.  o. 
G.-V.  7  8.  22,  12  Uhr  m.,  Geschäftslokal,  Charlottenburg.  T.-O.:  Inter- 
esBengemeinschaf tsvertrag  mit  der  Deutschen  Steinzeugwaren-Fabrik  für 
Kanalisation  und  Chemische  Industrie. 

Deutsche  8t«inzeugwaren-Fabrik  für  Kanalisation  und  Chemische 
Industrie,  Friedrichsfeld  i.  B. :  a.  o.  ».-V.  7.  8.  22,  11  Uhr  v.,  Geschäfts- 
fepkal  der  Deutschen  Ton-  und  Steinzeugwerke,  A.-G.,  Charlottenburg. 
>,T.-0  :  Interessengemeinschaftsvertrag  mit  den  Deutschen  Ton-  und  Stein- 
zeugwerken,  A.-G. 

A.-G.  Norddeutsche  Steingutfabrik,  Grohn:   a.  o.  G.-V.  4.  8.  22, 

12  Uhr  m.,  J.  F.  Schröder  Bank,  K.  a.  A.  Bremen.  T.  0. :  Kapitals- 
erhöhung Dml6  MilL  Stamm-  und  Jt  6  Mill.  Vorzugsaktien. 

.Sehmirgelwerke,  A.-G,  Berlin:  a.  o.  G.-V.  17.  8.  22,  4  Uhr  n.. 
Geschäftsräume,  Berlin.  T.-O.:  Kapitalserhöhung  um  Jt  6  Mill.  auf 
M  10  Mill. 

Leipziger  Emaillier-  und  Badiumwerke,  A.-G.,  Taucha:  a.  o.  G.-V. 
7.  8.  22,  3  Uhr  n.,  Allgem.  Deutsche  Credit-Anstalt,  Leipzig.  T.-O.: 
Satzungsänderungen. 

DresdnepsKeramische  Industrie,  A.-G.,  Dresden:  a  o.  G.-V.  8.  8.  22, 
5  Uhr  n.,  Dresdner  Kaufmannschaft,  Dresden.,  T.-O.:  Kapitalserhöhung 
um  Jt  3,5  Mill.  auf  Jt  7  Mill. 

Messen  und  Ausstellungen. 

Die  Breslaner  Messe,  deren  kommende  Herbstveranstaltung  (3.  bis 
-6.9.22)  nun  schon  die  zehnte  im  Beigen  der  bisherigen  Veranstaltungen 
ist,  hat  in  ihrem  Entwicklungsgang  stetige  Fortschritte  zu  verzeichnen. 
In  allen  Abtei  ungen  mußten  trotz  räumlicher  Erweiterungen  Anmeldungen 
zurückgewiesen  wtrden.  —  Zar  Erleichterung  des  Besuches  der  Messe 
werden  wiederum  Gesellschaf tsztige  ans  verschiedenen  Sichtungen  gefahren 


werden, vund  zwar  am  2.  9.  aus  Bichtung  Berlin,  am  3.  9.  aus  Sichtung 
flö'rtitz-Hirschberg  und  am  4.  9.  aus  Richtung  Oberschlesien.  Auch  während 
der  diesjährigen  Herbstveranstaltung  wenden  wie  sonst  eine  Beihe  von 
Verbandstagen  abgehalten  werden;  die  Theater-  und  Konzertdirektionen 
bereiten  besondere  Programme  vor. 

Deutsche  Ostmesse  Königsberg  Pr.  Die  5.  allgemeine  Muster- 
messe, Technische  und  Baumesse  (13.— 18. 8.  22)  wird  als  Musterschau  aller 
auf  der  Messe  vertretenen  Branchen  besonders  diejenigen  Fabrikate  und 
Waren  in  umfangreicher  Zusammenstellung  bringen,  welche  für  den  Ost- 
markt bevorzugt  in  Betracht  kommen.  Unter  den  verschiedenen  Waren- 
gruppen erfreuen  sich  hier  Haus-  und  Küchengeräte,  medizinische  Glas- 
waren und  optische  Instrumente  eines  steigenden  Absatzes.  —  Eine  besondere 
Bedeutung  ist  der  Beteiligung  Bußlands  beizumessen,  das  erstmalig  auf 
einer  deutschen  Messe  Muster  seiner  Exportwaren  ausstellen  wird.  Bei 
den  engen  wirtschaftlichen  Beziehungen,  die  heute  zWiß^hen  Deutschland 
und  den  Oststaaten  bereits  bestehen,  und  bei  dem  großen  Interesse,  das  die 
Einkäufer  Ostpreußens  der  Grenzmesse  entgegenbringen,  ist  mit  einem 
sehr  guten  In-  und  Auslandsbesüch  zu  rechnen. 

Zum  Leipziger  Meßbeitrag.  In  der  MietausgieichskommiBsion  ist 
kürzlich  eine  Einigung  zwischen  den  Vertretern  der  Vermieter  und  der 
Aussteller  zustande  gekommen,  wonach  die  Preise  für  Meßausetellungsräume 
von  der  Frühjahrsmesse  zur  Herbstmesse  um  92  %  erhöht  werden  sollen. 
Während  zur  Frühjahrsmesse  der  Quadratmeter  Kabinenraum  Jt  125  kostete, 
st  die  Miete  für  die  Herbstmesse  auf  Jt  240  festgesetzt  worden. 

Zar  behördlichen  Regelung  der  Meßmieten  in  Leipzig  gehen 
uns  vom  Leipziger  Mustermesse- Verband,  früher  Verband  der  Aussteller 
der  Leipziger  Großmesse,  Altona  a.  E.,  folgende  Ausführungen  zu:  „Bis* 
her  waren  die  Aussteller  der  Willkür  der  Messevermieter  preisgegeben, 
die  die  Mietpreise  sehr  hoch  normierten,  und  die  Mietverträge  nicht 
selten  kündigten.  Jetzt  wird  sich  dies  ändern,  da  das  neue  Reichsmiet- 
gesetz  auch  auf  Meßräume  zur  Anwendung  gelangen  wird.  Wir  kommen 
auf  diese  sehr  wichtige  Neuerung  und  auf  die  Ausführungsbestimmungen 
noch  zurück.  Hoffentlich  wird  dadurch  den  vielen  berechtigten  Klagen 
der  Aussteller  über  die  Messe  Vermieter  abgeholfen.  Bislang  ist  eine  be- 
hördliche Regelung  der  Meßmiete  noch  nicht  erfolgt,  doch  steht  sie  bevor. 
Bis  dahin  sind  die  Aussteller  machtlos.  Sobald  die  Regelung,  die  wir 
nach  dem  neuen  Gesetze  erwarten  —  über  deren  Einzelheiten  noch  nicht 
das  geringste  feststeht  —  geschehen  sein  wird,  dürfte  sich  die  Rechts- 
lage wesentlich  aWdern.  Unser  Verband  hat  sich  in  jeder  Hinsicht  fort- 
gesetzt zu  Gunätitt  der  Aussteller  bemüht.  Wir  bemerken  vorläufig  dazu 
folgendes :  Es  kaiin  nach  geschehener  behördlicher  Festsetzung  der  Mieten 
der  Aussteller  litten  alten,  vor  dem  Kriege  erbauten  Meßpalästen  jeder- 
zeit dem  Messevefinieter  gegenüber  erklären,  daß  die  Höhe  des  Miet- 
zinses nach  den  Vorschriften  des  neuen  Reichsmietgesetzes  vom  24. 3.  22, 
das  am  1.  7.  in  Kraft  getreten  ist,  berechnet  werden  soll.  Es  hätte  dieses 
indes  meiBt  nur  dann  Zweck,  wenn  eine  Kündigung  des  Mietvertrages 
bis  jetzt  noch  nicht  erfolgt  ist,  der  Mietvertrag  noch  längere  Zeit  läuft 
und  wenn  der  jetzige  Mietzins  wirklich  übertrieben  hoch  ist.  Diese  Er- 
klärung des  Ausstellers  bedarf  der  schriftlich  »n  Form.  Sie  muß  etwa 
lauten:  „Ich  erklär»  als  Mieter  im  Meßpalast  X  Ihnen,  daß  an  die  Stelle 
der  bisherigen  Miete  die  gesetzliche  Miete  treten  soll".  Die  Erklärung 
mufr  vom  Aussteller  eigenhändig  unterzeichnet,  mit  Datum  versehen,  und 
dem  Vermieter  am^besten  mittelst  eingeschriebenen  Briefes  zugestellt  sein.  Der 
sogenannten  Mietausgleichs-Kommission,  deren  Ansichten  wir  nicht  teilen, 
stehen  wir  ganzem  Wir  hoffen  somit,  spätestens  für  Beginn  des  Jahres 
1923  auf  grundlegende  Aenderungeu  in  den  Leipziger  Mietverhältnissen, 
und  erwarten  schpn.,  aus  diesem  Grunde  den  Zusammenschluß  aller  Aus- 
steller in  unserem  Verband". 

in.  Internationale  Reichenberger  Messe  (12.— 20. 8.  22).  Die 
Einteilung  der  zur  diesjährigen  Veranstaltung  angemeldeten  Aussteller  in 
die  einzelnen  Messehäuser  ist  nun  vollkommen  beendet  und  mit  den  Teil- 
nehmern die  Verbin dlichkeitemodalität  bei  Bekanntgabe  des  zugeteilten 
Standes  geregelt.  Nach  Möglichkeit  sind  dieselben  Stände  wie  bei  den 
VormeBsen  zugewiesen  worden.  Im  ganzen  stehen  diesmal  16  Messehäuser 
zur  Verfügung.  Die  Erzeugnisse  unserer  Industrien  Bind  innerhalb  der- 
selben wie  folgt  verteilt  worden:  Messehaus  VI  Gymnasium:  Porzellan, 
Steingut,  Glas,  Bijouterien,  Beleuchtung,  Kunstgewerbe,  Spielwaren  und 
Christbaumschmuck;  Messehaus  VIII  Große  Messehalle  und  Messehaus  IX 
Messehalle  „West":  Elektrotechnik;  MesBehaus  XIII  Handelsakademie: 
Laboratoriumseinrichtangen. 

Verbände. 

Verband  Deutscher  Tonwarenfabrikanten  undiKunsttöpfereien, 
E.  V.,  Dresden.  Am  16.  7.  22  fand  in  Dresden  die  diesjährige  General- 
versammlung unter  außerordentlicher  Beteiligung  aus  allen  Teilen  des 
Reiches  statt.  Insbesondere  waren  die  angeschlossenen  Unterverbände 
Schlesien,  Bundesstaat  Sachsen,  Sachsen- Anhalt,  Westdeutschland,  Suideutsch- 
land,  ferner  der  Fachverband  der  Terrakotta- Industrie  und  der  Blumentopf- 
Branche  vertreten.  N*ch  den  begrüßenden  Worten  des  1.  Vorsitzenden, 
lerrn  Fabrikbesitzer  Kttttner,  erfolgte  ein  eingehender  Vortrag  über  die 
Tätigheit  des  Verbandes  während  des  letzten  Jahres,  in  dem  die  Mitglieder- 
zahl auf  die  doppelte  Höhe,  nämlich  über  430  Mitglieder  anwuchs,  und  so- 
wohl ihre  Organisation  nach  den  lokalen  inneren  Bezirken,  als  auch  nach 
oben  durch  engere  Beziehungen  zu  den  Spitzenverbänden  ganz  erhebliche 
Fortschritte  machte.  Iu  wichtigen  Angelegenheiten,  der  Kohlenfrage, 
BrennBtoffveraorguag,  Frachtpreiserböhung,  gegenüber  Zollschikanen,  in 
Steuerfragen,  insbesondere  der  Luxussteuergesetzgebung,  in  der  Frage 
der  Meßmieten,  des  Grenzverkthrs  und  in  allen  Angelegenheiten  des  Außen- 
handels, vertrat  die  Hauptgeschäftsstelle  oft  und  wirksam  das  Interesse 
ihrer  Mitglieder.  Ein  reger  Nachrichtendienst  in  Lohn-  und  Preisfragen 
entwickelte  Bich.  Die  der  Geschäftsstelle  angegliederte  Preisprüfungsstelle 
konnte  schnell  und  zu  aller  Zufriedenheit  ihre  dauernd  zunehmende  Arbeit 
erledigen.  Die  Versammlung  wählte,  darauf  zwecks,  Durchführung  weiterer 
Verbenlszwecke,  insbesondere  zur  Nachprüfung  von  Preisschleudereien  im 
Inland  und  auf  anderen  Spezialgebieten  verschiedene  Ausschüsse.  Ferner 


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SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


1922.  (»6.  Jahrgang.) 


beschloß  sie,  die  Preise  freibleibend  wie  folgt  heraufzusetzen:  Der  Auf- 
schlag wird  für  Braungeschirr,  gewöhnliches,  und  Tülltöpfe,  ferner  braun- 
weißes  Geschirr  mit  rauhem  Rand  und  glattem  Rand  auf  400  %  erhöht, 
der  Aufechlag  für  buntes  Geschirr  auf  500%  festgesetzt.  Für  grau  blaues, 
Balzglasiertes  Stein  zeug  wird  der  Teuerungszuschlag  von  300  auf  500% 
festgesetzt  Besonderes  Interesse  widmete  sie  der  Notlage  der  Fachschulen, 
für  deren  Unterttttzung  eine  eofort  umgehende  Zeichnungsliste  einen  nam- 
haften Betrag  erzielte.  In  der  Generalversammlung  wurde  ferner  einstimmig 
beschlossen,  verschiedene  Aenderungen  in  der  Zusammensetzung  des  Fach- 
ausschusses der  Außenhandelsstelle  Vorzuschlagen.  Mit  einem  Apell  an  die 
weitere  starke  Mitarbeit  der  Mitglieder  seitens  des  1.  Vorsitzenden,  um 
auch  diese  Spfzialbranche  der  organisatorischen  Höhe  der  Konkurrenz- 
industrien zuführen  zu  können,  schloß  die  interessante  Versammlung. 

Der  Verband  der  Feintonwaren-Fabriken,  Dnx  (Böhmen),  hielt 
am  23.  6.  22  seine  Generalversammlurg  ab.  Ans  dem  Rechenschaftsbericht, 
welchen  der  Syndikus,  Rechtsanwalt  Dr.  Paul  Kohn  erstattete,  ging  insbe- 
sondere hervor,  unter  welchen  großen  Schwierigkeiten  die  Industrie  heute  nicht 
nur  im  Inlande,  sondern  auch  auf  dem  Weltmarkte  zu  leiden  hat,  die  durch 
die  Wirtschaftspolitik,  durch  hemmende  Ein-  und  Ausfuhrbestimmungen, 
durch  unglückliche  Steueibestimmungen,  die  abermals  erfolgte  Verteue- 
rung der  Kohle  und  die  allgemein  hohen  Gestehungskosten,  insbesondere 
die  hohen  Frachttarifsätze  hervorgerufen  wurden.  In  wiederholten  münd- 
lichen und  schriftlichen  Vorstellungen  wurde  bisher  vergebens  eine  Milde- 
rung angestrebt.  Die  Generalversammlung,  welche  diesen  Bericht  zur 
Kenntnis  nahm  und  verschiedene  andere  Wirtschaftsfragen  von  großer 
Bedeutung  doit  verhandelte,  setzte  nachstehenden  Ausschuß  ein:  Obmann: 
Direktor  Walter  Pnmpltin  der  Firma  Doxer  Porzellanmanufaktur,  A.-G, 
Dux;  Obmanns  Stellvertreter:  Georg  Fiachmann,  Geschäftsführer  der  Firma 
Brüder  Urbach,  G.  m.  b.  H ,  Turn-Teplitz ;  Ausschuß-Mitglieder:  Oskar 
Bloch,  Gesellschafter  der  Firma  B.  Bloch,  Bichwald,  Walter  Borndorf, 
Teplitz- Schönau,  Ferdinand  Maresch,.  Aussig,  Julius  Kominik,  Geschäfts- 
führer der  Fiima  Terra,  G.  m  b.  H.,  Turn-Teplitz  ■  Revisor:  August  Mitreiter 
Geschäftsführer  der  Firma  Teplitzer  neue  Steingutfabrik,  G.  m.  b.  H.,  Teplitz , 

Die  Vereinigung  Mitteldeutscher  Hohlglasfabriken,  E.  V., 
Dresden,  sieht  sich  zui^ einer  weiteren  Preiserhöhung  genötigt.  Bs  werden 
die  bisherigen  Zuschläge  auf  den  Endbetrag  der  Rechnungen  für  alle 
Lieferungen  auf  400%  für  Hell-  und  farbiges  Glas  und  450%  für  Opal-, 
Seladou-  und  Ueberfangglas  mit  Wirkung  ab  15.  7.  22  erhöht. 

Der  Verband  deutscher  Herdfabrikanten,  Hagen  i.  W.,  hat 
seine  Preise  mit  Wirkung  ab  15.  7.  22  um  100  %  auf  370  %  erhöht 

Der  Leipziger  Mustermesse- Verband,  früher  Verband  der  Aus- 
steller der  Leipziger  Groimesse,  Altona  a.  E.  (Geschäftsstelle:  Altona  a.  E., 
Kronprinzenstr.  4),  hält  seine  Herbstversammlung,  zu  der  nur  Mitglieder 
Zutritt  haben,  am  30  8.  22,  71/»  Uhr  abends,  im  Gesellschaftshause  Metropol, 
Leipzig,  Gottbchedstr.  13,  ab.  Auf  der  T.-O.  stehen  u.  a.:  Kündigungen 
und  Mietsteigerungen  seitens  der  Meßvermieter;  Anwendung  des  neuen 
Reichsmietgesetzes  auf  Meßräume;  die  hoben  Werbebeiträge  zur  Auslands- 
Propaganda  (Ortsmietsteuer);  Austritt  des  Verbandes  aus  der  Zentralstelle. 


Deutschland. 

Porzellan-  und  Apparatefabrik  Elektro-Union  vorm.  Beck,  A.-G., 
Hochstadt.  Den  derzeitigen  Aufsichtsrat  bilden  Geh.  Justizrat  Dr.  S.  Held, 
Vors.,  Direktor  A.  Schmidt,  stellv.  Vors.,  Fabrikdirektor  H.  Bechmann, 
Privatier  R.  Beck,  A.  Bennecke  und  A.  Falkenstörfer. 

Hertel,  Jacob  &  Co  ,  Porzellanfabrik,  G.  m.  b  H,,  Behau.  Das  Stamm- 
kapital wurde  von  M,  620  000  auf  Ji  930  000  erhöht. 

Porzellanfabrik  E.  &  A.  Müller,  A.-G.,  Schönwald.  Vom  Betriebsrat 
wurden  Kapseldreher  Chr.  Paul  und  Oberdreher  P.  Klein  in  den  Aufsichts- 
rat gewählt.  s 

Deutsche  Ton-  und  Steinzeug- Werke,  A.-G.,  Charlottejuburg.  Die 
Kapitalserhöhung  um  JC  15  Mill.  Stamm-  und  M  3  Mill.  Vorzugsaktien 
auf  Ji  40  Mill.  ist  durchgeführt. 

A.-G.  Wiek- Werke,  vereinigte  Fabriken  Merkelbach  &  Wiek,  Merkel- 
back, Stadelmann  &  Co.,  Grenzhausen.  Kaufmann  Paul  Wilsen  hat 
Prokura. 

Fritz  Dahleke,  Tonwarenfabrik,  Banzlau.  Inhaber  ist  Kaufmann 
Fritz  Dahlecke. 

Frankfurter  Kunsttöpferei,  G.  m.  b.  H.,  Frankfurt  a.  M.  Stammkapital: 
JC  60  000.  Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer  sind  Dr.-Ing. 
Alexander  Winkhaus  und  Keramiker  Jakob  Olsen. 

H.  Uebelacker  &  Co.,  Höhr.  Gesellschafterin  Berta  Pfannmüller  ist 
ausgeschieden;  mit  ih*er  Einwilligung  führt  die  andere  Gesellschafterin 
Hilda  Uebelacker  die  Firma  weiter. 

Villeroy  et  Boch,  Mettlach,  Zweigniederlassung  Dänischburg.  Die 
Firma  der  Zweigniederlassung  ist  geändert  in  „Villeroy  &  Boch,  Steingut- 
fabrik Däuischburg."  Sämtliche  Prokuren  sind  erloschen  mit  Ausnahme 
der  Prokura  von  Direktor  Eluard  Knauer.  Fabrikdirektor  Rudolf  G.  Joscht 
hat  Prokura  mit  Beschränkung  auf  die  Zweigniederlassung  Dänischburg. 

Kunstkeramik  München,  G.  m.  b.  H,  München  (Horemannstraße  25). 
Herstellung  und  Vertrieb  keramischer  Artikel  und  verwandter  Erzeugnisse. 
Stammkapital:  Ji  1,5  Mill.  Geschäftsführer  sind  Kaufmann  Ulrich  Scharffe 
und  Keramiker  Karl  B.  Schmitz. 

Bayerische  Keramik  Albert  Oßmann,  Nürnberg.  Kaufmann  Rafael 
Apfel  ist  als  persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten.  Die.  Firma 
iat  geändert  in:  „Bayerische  Keramik  Albert  Oßmann  &  Co." 

Steingutfabrik,  A.-G.,  Sörnewitz-Meißen.  Die  Kapitalserhöhung  um 
Ji  4  Mill.  Stamm-  und  Ji  0,5  Mill.  Vorzugsaktien  auf  M  6  Mill.  ist 
erfolgt. 

Kachelofen-Zentralheizung,  G.  m.  b.  H.,  Eisen.  Herstellung  und 
Vertrieb  von  Kachelöfen  jeder  Art  nebBt  verwandten  GeBchäfteD.  Stamm- 
kapital :  M.  200  000.   Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Wilhelm  Offermann, 


Kaufmann  Heinrich  Breddemann  und  Ofensetzermeiater  Gustav  Fische 
haben  Gesamtprokura. 

Somag  Sächsische  Ofen-  und  Wandplatten- Werke,  A.-G.,  Meißei 
Vom  Betriebsrat  wurden  Töpfer  F.  Lorenz  und  Fliesenpresaer  Th.  Klug 
iu  den  Aufsichtsrat  gewählt. 

Franz  Schreck,  Ofen  Spezialgeschäft,  Gera.  Alleiniger  Inhaber  is 
jetzt  Hoftöpfermeister  Erich  K.  R.  Schreck.   Seine  Prokura  ist  erloschen! 

Leo  Hausleiter,  München.  Nunmehrige  Inhaberin  ist  Babett 
Hausleiter. 

Stettiner  Schamotte- Fabrik,  A.-G  ,  vormals  Didier,  Stettin.   Die  Pro 
kura  des  Ernst  Terres  ist  erloschen ;  er  ist  zum  Vorstandsmitglied  bestellt 
Hermann  Bulle,  Königsee.   Die  Firma  ist  erloschen. 
„Oäram"  G.  m.  b.  H ,  Berlin.   Das  Stammkapital  ist  auf  dl  9  Mill 

erhöht. 

„Metrum"  Apparatebau  A.-G.,  vorm.  G.  A.  Schnitze  J.  C  Greine 
Ben.  &  Sohn,  Berlin- Neukölln.  Die  Kapitalserhöhung  um  M  200000  au 
M  300000  ist  durchgeführt. 

Koewa- Gesellschaft  m.  b  EL,  Spezialfabrik  für  Thermometer,  Glas1 
instrumente  und  Hartgummiwaren,  Jlmenau.  Die  Vertretungsbefugnis  de 
Geschäftsführers  Friedrich  H.  E.  Koehler  ist  erloschen. 

Koehler  &  Walther,  Jlmenau.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst.  Kaul 
mann  Friedrich  H.  E.  Koehler  ist  ausgeschieden.  Kaufmann  Gueta 
Walther  hat  das  Geschäft  mit  allen  Aktiven  und  Passiven  übernomme. 
und  führt  es  unter  der  bisherigen  Firma  weiter. 

Sächsische  Glas-  und  Gissperlenfabrik,  G.  m.  b.  H,  Radeberg  (Gas1 
hof  zum  Roß)  Herstellung  und  Vertrieb  von  Glas  und  Glasperlen  sowi 
verwandter  Artikel.  Stammkapital:  dl  120  000.  Selbständig  Vertretung! 
befugte  Geschäftsführer  sind  Baumeister  Anton  Sprenger  und  die  Kau! 
leute  Emil  Zimmermann  und  Bruno  Posselt. 

„Stella"  A.-G.  für  Christbaumschmuck  (vorm.  J.  Stellmacher),  Steil 
heid,  S.-M.  Uebernahme  und  Fortbetrieb  des  unter  der  Firma  J.  Stet 
macher,  Christbaumschmuckfabrik  „Stella"  betriebenen  Fabrikations-  un 
Handelsunternehmens.  Grundkapital :  Ji  6,3  Mill.  Alleiniger  Vorstand  it 
Kaufmann  Adolf  Stellmacher.  Die  Kaufleute  Franz  Geyer  und  Oaka 
Scheler  haben  Gesamtprokura.  Den  ersten  Aufsichtsrat  bilden  Kaufman 
B.  Stellmacher,  Dr.  0.  Seeling,  Bankdirektor  E.  Cronemeyer. 

Eisglas  G.  m.  b.  H,  G.  Gaß,  Berlin.  Anfertigung  und  Vertrieb  vo 
Bisglas  und  Abschluß  sämtlicher  damit  verwandten  Geschäfte.  Stamm 
kapital  M  20  000.  Geschäftsführer  sind  die  Kaufleute  Mario  Luks  un 
Wilhelm  Heinrich  und  Fabrikant  Gustav  Gaß. 

W.  F.  Besold  &  Co.,  Fürth  (Blumenstraße  12).  Kaufmann  Han 
Haberstumpf  ist  als  pereönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten.  Di 
Firma  lautet  jetzt:  „W.  F.  Besold  &  Cj." 

Verein  deutscher  Spiegelglas- Fabriken,  G.  m.  b.  H.,  Köln.  D 
Heinrich  Schroeder  Nordheim  hat  Gesamtprokura. 

Syndikat  Deutscher  Tropfglasfabriken,  G.  m.  b.  H.,  Dresden  (Berg 
Straße  5)  Verkauf  der  von  den  vertragschließenden  Gesellschaftern  pre 
duzieiten  Tropfgläser,  ferner  Erwerb  oder  Brpachtung  von,  Unternel 
mungen,  die  dem  vorbezeichneten  Zwecke  dienen  können,  insbesonder 
von  Giashüttenwerken  und  Betrieb  solcher  Unternehmungen.  Die  Gesel 
schafter  sind  bis  31. 12.  24  an  den  Vertrag  gebunden.  Findet  bis  zui 
1.  7.  24  von  seilen  eines  Gesellschafters  eine  Kündigung  per  Bnde  192' 
statt,  so  besteht  die  Gesellschaft  für  diejenigen  Gesellschafter,  die  de 
Vertrag  nicht  gekündigt  haben,  weiter,  und  zwar  dergestalt,  daß  die  vei 
bleibenden  Gesellschafter  erst  frühestens  zum  Ablauf  mit  Ende  1926  de 
Vertrag  kündigen  können,  gleichfalls  unter  Einhaltung  der  halbjährige 
Frist  und  mit  der  Wirkung  des  Fortbestehens  unter  den  nicht  kündigende 
Gesellschaftern  über  den  1, 1.  27  hinaus  in  gleicher  Weise  für  jedesms 
zwei  Jahre.  Stammkapital:  JI  40000.  Geschäftsführer  ist  Ingenieur  un 
Chemiker  Dr.  phil.  Hugo  Kratz 

Nordische  Ofenfabrik  und  Gießerei,  A.-G.,  Flensburg.  An  Stelle  dt 
ausgeschiedenen  Direktor  Hans  Bourdy  wurden  die  Direktoren  Otto  Rathj 
und  Jacob  Dreyer  zu  gemeinsam  vertretungsbefugten  Vorstandsmitglieder 
bestellt.    Die  Prokura  von  Jacob  Dreyer  ist  erloschen. 

Germersheimer  Emaillierwerk  Klee  &  Leineweber,  G.  m.  b.  H 
Germersheim.  Die  Kauflente  Fritz  Geißert  und  Ernst  Klee  haben  Gi 
samtprokura. 

A.-G.  Lauchhammer,  Riesa.  Die  Aktiengesellschaft  hat  sich  anfg 
löst.  Ihr  Vermögen  ist  als  Ganzes  an  die  Linke-Hofmann  Werke,  A.-G 
Breslau,  übertragen  worden.  Eine  Liquidation  des  Vermögens  der  au 
gelösten  Gesellschaft  findet  nicht  statt. 

Rheinischer  Glas-  und  Farbenvertrieb,  G.  m.  b.  H,  Köln.  Anto 
Combüchen  ist  nicht  mehr  Geschäftsführer. 

Oberlausitzer  Glashütten-Niederlage  Ludwig  &  Co.,  G.  m.  b.  H 
Görlitz    Das  Stammkapital  ist  um  JL  128000  auf  JC  256000  erhöht  wordei 

Rheinische  Glas-Niederlage  Franz  Forster,  Düsseldorf.  Der  Firmei 
inhaber  ist  gestorben.  Das  Geschäft  ist  durch  Erbgang  auf  Kaufman 
Hans  Niepieklo  übergegangen,  der  es  unter  der  bisherigen  Firma  fortführ 

E.  de  Haen,  A.-G.,  Seelze  bei  Hannover.  Fabrikant  L.  Peill  jr.  un 
Professor  Dr.  H.  Schlange  sind  aus  dem  Aufsichtsrat  ausgeschieden.  Voi 
Betriebsrat  wurden  Angestellter  Th.  Funke  und  Arbeiter  0.  Jarneik  in  de 
Aufsichtsrat  gewählt. 

Zierdruckanstalt  Lindenruh,  G.  m.  b.  M.,  Lindenruh  bei  Glogai 
Alfred  Münnich  ist  nicht  mehr  Geschäftsführer. 


Gebrauchsmuster. 

Deutsches  Beleb. 
Eintragungen. 

811  639.  30  b.  Künstlicher  Zahn.  Carl  Ullrich  Fehr,  Berli 
Friedenau,  Fregeatraße  5.   22.  4.  21. 


1922.  (65.  Jahrgang.; 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  80 


84 1 


811  666.     36  a.     Zirkulationskaehelofen    für  Zweizimmerheizung. 
Erste  Augsburger  Herdfabrik  Ferdinand  Mebert,  Angsburg.   13.  2.  22. 
811  662.     30  b.     Künstlicher   Zahn  mit  gefaßter  Brückenarbeit. 
811  663.   30  b.   Künstlicher  Zahn. 

C.  Hermann  Nagler,  Hannover,  Nordmannstraße  10.   22.  2.  22. 
811682.    30  b.    Hilfsmittel  für  Zahnformen  zur  Herstellung  von 
Logan-  und  Daviskronen.  ,  . 

811  683.  30  b.  Befestigungsvorrichtung  für  Stifte  und  Knöpfe  bei 
künstlichen  Zähnen. 

Deutsche  Zahnfabrik  Pinkas  Buchbinder,  Frankfurt  a.  M.    10.  3.  22. 
811693.    30  k.    Verschlußstöpsel  für  Parfüm-  u.  dgl.  Fläschchen. 
Emil  Hettler  Nachf.,  Pforzheim.    13.  3.  22. 

811 695.  21  c.  Hängeisolator.  Porzellan-Industrie- A.-G,,  Berghaus, 
iuma  i.  Th.   13.  3.  22. 

811 698.  42 1.  Taschenalkoholometer  mit  Kontrollzäbler.  Wilhelm 
Roll  &  Co.,  Berlin.   14.  3.  22. 

811  710.    36  a.   Kachelofen  mit  offenem  Wärmespeicher  und  Luft- 
zirkulation.  E.  von  Bargen,  Berlin-Friedenau,  Lefevrestraße  9.    17.  1.  22 
811731.    30  k.     Pipette  zur  Applikation   von  Flüssigkeiten  für 
tätliche  und  zahnärztliche  Zwecke.   Alfred  Kunz,  Heidelberg,  Brttcken- 
11.  3.  22. 

341.    Isolierflasche.   Eobert  Scha  eider,  Berlin.  Adalbert- 
10  21. 

Glühbirne  mit  farbigen  Zeichen  jeder  Art  als  Kenn- 
gegen  Diebstahl.   W.  Schierholz,  Aachen,  Kasino- 


kopfstraße 4. 
"  811881. 
Straße  6.  24 
811  888. 
zeichen  zum 
Straße  36.  23.2.  22. 
811  927.    75  a 


21  f. 
Schutz 


Spritzapparat  znm  Spritzen  von  Farben,  Lacken, 
Oelen,  Wollstaub,  Fasern  u.  dgl.   Leipziger  Tan  gier- Manier,  Alexander 
i  Grabe,  Leipzig-Plagwitz.   3.  10  21. 

811998.  21  e.  Vetsand-Prtif-Fläschchen  für  elektrische  Isolier- 
flttssigkeiten.   Heinrich  Beil,  Chemnitz,  Solbrigstraße  2.   7.  3  22. 

812 157.  30  b.  Auswechselbarer,  künstlicher  Kassettenzahn. 
Alexander  Sonnenschein,  Dresden,  Kttgelgenstraße  2.   9.  3.  22. 

812192.  80  d.  Selbsttätige  BohiölznftthrungBVorrichtung  för  Glas- 
n.  dgl.  Bohrmaschinen.  Josef  Schechinger,  München,  Geiselgasteigstraße  3. 
!8.  5.  20. 

Thermometer.    Eduard  Koehn,  Genf.    17.  3.  22 ; 


812  383.  42  i. 
Ichweiz  2.  9.  21. 

812  513.    36  a. 
Braunschweig.   13.  3 
812  814.    53  b 


H.  Beinicke  &  Eichau, 


Türplatte  für  Kachelöfen. 

22. 

Deckel  für  Einmachgefäße  (Frischhaltungsgefäße). 
ufiErnst  Langheinrich,  Utting  a.  Ammersee.   20  3.  22. 

812  933.    53  b.    Einmacheglas.    Franz   Eugen   Müller,  Dresden, 
Hindenburgstraße  14.   21.  3.  22. 

812  974.  54  g.  Keramische  Flachmuster.  Porzellanfabrik  F.  Thomas 
j"l(Inh.  Porzellanfabrik  Ph.  Bosenthal  &  Co.,  A.-G.)  und  August  Haußel, 
Ittarktredwitz.    5.  12.  21. 

813 192.   64  a.  Vakuumstöpselverschluß. 
823 193.   64  a.   Sterilisierbarer  Flaschenverschluß. 
Adolf  Bail,  Bielefeld,  Melanchthonstraße  45.   16,  4.  21. 

813  262.   46  f.  Glasrönrebehälter  für  Bezeichnungstäfelchen,  speziell 
Gärtnereibetriebe.    A.  Waldemar  Küster,  Neukölln,  Bergstraße  43. 


für 

2  3  22. 

.J'  813  402.  53  b.  Konservenglas.  Carl  Stöckling  und  Fritz  Seyer, 
Äßerlin,  Elisabethkirchstraße  15.   30.  3.  22. 

im       813  422.    421.    Gasentwicklungsflasche  mit  Waschvorrichtung  für 
«das  entwickelte  Gas.   Bobert  Müller,  Komm.-Ges,,  Essen.   7.  12.  20. 
Iti;       813  424     82  a.    Einrichtung  zum  Trocknen  von  Dewaiflaschen. 
«  Richard  Cmok,  Berlin,  Waldstraße  43.    4.  3.  21. 

\m  813  427.  21  c.  Hänge-  und  Abspannisolator  für  Hochspannung. 
(«Allgemeine  Elektrizitäts-Gesellschaft,  Berlin.  7.  6.  21. 
Ifflf  813  592.  30  b.  Künstlicher  Frontzahn.  Porzellanfabrik  C.  M. 
liHutschenreuther,  A.-G.,  Abteilung  Badeberg  i.  S.,  Eadeberg  i.  S.  1.  4.  22. 
W-  813  687.  80  c.  Bomse.  Bosenthal  Porzellanfabrik,  vorm.  Jacob 
Zeidler  &  Co.,  Selb.   29.3.  22. 


813  721.    30  b.   Künstlicher  Zahn.    1. 3  22. 

813  722.  30  b.   Matrize  zur  Herstellung  künstlicher  Zähne.  2.3.22. 
Porzellanfabrik  C.  M.  Hutschenreuther,  A.-G.,  Eadeberg  i.  S. 
814055.  8  a.  Maschinelle  Einrichtung  zur  Herstellung  von  Schmirgel- 
leinen,  Schmirgel-  nnd  Glaspapier.   Hans  Eich,  Benrath  a.  Eh.   6  4.  22. 

814164.   36  a.   Kachel-  bzw.  Formsteinofen  mit  Temperatur-  und 
IPeuerregelung.   Mott-Ofen  G.  m.  b.  H.,  Berlin.   4. 4.  22. 

814332.   4  a.    Kronleuchter  aus  Ton.    Kölner  Kunstfigurenfabrik 
H.  &  M.  Löhnberg,  Köln-Ehrenfeld.   1. 4.  22. 

814339.   53  b.   Schälchen  für  den  Momentverschluß  von  Einmache- 
gläsern.  Franz  Engen  Müller,  Dresden,  Hindenburgstr.  14.   4.4.  22. 
,f     814445.   44  a.    Gedrückter  und  geschliffener  Glasstein  in  runder, 
'""ovaler  und  stumpfeckiger  Form.    Becker  &  Eli,  Oberstein  a.  d.  Nahe. 
22. 

814489.   36  a.    Ofenkachel.    Wilhelm  Haase,  Berlin,  Hagelberger 
ien|iStraße  5.   7. 4  21.  .  . 

814  554.   44  b.   Pfeifeneinsatz  aus  keramischer  Masse,  in  Form  eines 


JiSiebes    Emil  Müller,  Karlsruhe-Büppurr,  Löwenstr.  17 
54  g.   Eeklamebiergläser.   Carl  Gtilich, 


14.1. 
Köln, 


22 

Berlich  33. 


814618 
16  3  22 

814705.  67  a.  Abziehvorrichtung  für  Schmirgelscheiben.  Franz 
Simon,  Köln-Mülheim,  Windmtthlenstr.  36  b.   10. 4.  22. 

814  734.  80  c.  Bomse.  Porzellanfabrik  Ph.  Eosenthai  &  Co.,  A.G., 
Berlin.   13.2.  22, 

814745.  36  a.   Feuerfester  Stein  für  die  Auskleidung  heißer  Oefen. 

814746.  36  a.   Feuerfester  Stein. 

C.  Petersmann,  Schüren  b.  Aplerbeck.   20.3.  22. 

S14872.  32  a.  Brenner  zur  Erwärmung  der  Flaschenmundstttck- 
kegel  bezw.  -Pegel  an  Flaschenblasmaschinen.  Stralauer  Glashütte,  A.-G., 
Berlin-Stralau.    12.4.  22. 

814882.  80  b.  Auswechselbarer  Zahn  für  Kautschukgebisse.  Dr. 
iL  Stempa,  Frankfurt  a  M.,  Zeil  66.    13  11,  20. 


814  964.     12  e.    Füllkörper  für  Absorptions-  und  Eeaktionstürme 
u.  dgl.    Prym  &  Co.,  Stolberg,  Bhld.    18. 11.  20. 

814  973.  4  b.  Lampenschirm  aus  Glas,  Porzellan  «der  Steingut, 
der  mit  einer  Netz  oder  Schleier  vortäuschenden  Malerei  überfangen  ist. 
Heinrich  Bauer,  Neustadt  a  d.  Haardt.    28.  12.  21. 

815015.    36  8.    Küchenofen  aus  Eisenbeton  mit  Schamottefutter. 
Paul  Müller,  Görlitz,  Eauschwalder  Str  15,    12.4.  22. 

815  058.   30  g.    Flasche  für  Kopf-  und  Haarwässer.   Ernst  Weiß, 
Bielefeld,  Vifctoriastr.  10.    1  2.  22. 

815186.  21c.    Mehrteiliger  Sttttzisolator. 

815 187.  21  c.    Zweischirmiger  Hängeisolator. 

H.  Schomburg  &  Söhne,  A.-G.,  Margarethenhütte,  Post  Großdubran. 
15.  4.  22 

815311.  64  a.  Sicherbeitsverschluß  für  Flaschen  u.  dgl.  Hermann 
Hallwas,  Landsberg  a.  W.    20.4.  22. 

815320.  30  d.  Kombinierte  Wärmflasche  aus  Ton  oder  anderem 
Material  mit  seitlich  vertieft  liegendem  Verschluß,  Dr.-Ing.  Hans  Wrück, 
Leipzig,  Kochstr  49.   22. 4.  22. 

815388.  64  a.  Sicherheitsverschluß  für  Flaschen,  um  das  betrüge- 
rische Nachfüllen  derselben  zu  verhindern.  Friedrich  Menthel,  Gleiwitz 
i.  Schi.,  Babnhofstr.  7.   25.  8.  21. 

815418.  44  b.  Mit  Tischklemmen  versehene  Zigarrenascheschale  aus 
keramischer  Masse.   Emil  Beyer,  Werdau  i.  S,    13,  4.  22. 

815  523.  42  i.  Fieberthermometer  Karl  Beutermann,  Calbe  a.  S. 
25.3.  22.  ; 

815644.  33  c.  Glasflasche  mit  doppeltem  Verschluß.  Johann  Maria 
Farina  Dr.  E.  Meitzen  am  Dom  zu  Köln.    13  4.  22 

815  575.  21h.  Elektrischer  Heizofen.  Sand-  und  Steinzeugwerke 
C.  Großpeter,  Komm -Ges.,  Großkönigsdorf,  Bez  Köln..  2  8.  21. 

815  781  und  815  782.  21c.  Hänge- oder  Abspannisolator.  Porzellan- 
fabrik Ph.  Bosentbul  &  Co,,  A.-G.,  Selb  i.  Bay.   22.4,  22. 

815813.  53  b.  Luftleer  zu  pumpendes  Einmachglas.  Josef  Vogel 
und  Gustav  Heermann,  Weisweiler,  Ehld.   23  3  22. 

815  832.  32  c.  Parfumerie-  und  Kopfwa^serflakons  mit  aufgesetzten 
Puppen  resp.  Puppenköpfen.  Saxa  Parfümerie-Fabrik  B.  &  Th.  Herrmann, 
Berlin.    22.4.  22.  v\-  . ^ 

816  906.  80  a.  Zweiteilige  Gießform  für  Toneier.  0.  Eeinh.  Ohares, 
Steinzeugfabrik,  Altstadt- Waldenburg  i.  S.   24.  4.  22.  . 

815  920.  30  k.  Spritzflasche  znm  Zerstäuben  von  Heil-  und  sonsti- 
gen flüssigen  Mitteln    Serin  &  Carls,  Köln.   29  4.  22. 

816140.  4  b.  Elektrischer  Beleuchtungskörper  aus  mehreren  aus 
Glas  gefertigten,  einzeln  je  eine  Glühlampe  umschließenden  Bosen  an  ver- 
schieden langen,  zweckmäßig  in  einen  Knotsn  zusammenlaufenden  Auf- 
hängeBchnüren.  Willy  Lewerenz,  Berlin-Tempelhof,  Eingbahnstr.  7.  20. 4.  22. 

816  269.  21  h.  Elektrisch  geheiztes  Kochgerät  aus  keramischer 
Masse    Emil  Manger,  Schwenningen  a.  N.   21.  2.  22. 

816  464.  4  b.  Beleuchtungsglas.  Helmholz  &  Pauli,  Frankfurt  a.  M, 
19.  4.  22. 

816  693.  64  a.  Flaschenverschluß.  Hermann  Eieß,  Lange  Eötter  30, 
und  Josef  Osterroth.  Kronprinzenstraße  26,  Mannheim.    18.  10.  21. 

816  722.  64  a.  Panschflasche.  J.  Caderlunds  Söner  Zweignieder- 
lassung in  Lübeck,  Lübeck,   2.  5.  22. 

816  789.  53  b.  Konservenglas.  Fritz  Lange,  Herford  l.  W.  5.  5.  v&. 

816  884.  64  a,  Granatenförmige  Flasche.  Heinz  Gttntzel,  Char- 
lottenburg, Spandauer  Berg  10.    15.  4.  22.  _ 

816  937.  64  a.  Nicht  nachftillbarer  Flaschenverschluß.  Eudolf 
Schädnch,  Magdeburg,  Gartenstraße  5.   11.  3.  22. 

817  072.  34  f.  Stützerisolator  als  Gebrauchsgefäß.  Porzellanfabrik 
Kahla,  Filiale  Hermsdorf-Klosterlausnitz,  Harmsdorf,  S -A.    8  5.  22. 

817  126.  53  b.  Konservenglas.  Paul  Sacher,  Gera,  Eeuß,  Sorge  3. 
8  5  22 

817  249.  42 1.  Eeagenzglas  mit  Aufsatz  zur  Verhütung  von  Sub- 
stanzverlusten  beim  Kocnen  stoßender  oder  schäumender  Flüssigkeiten. 
Hugo  Winkler,  Hamburg,  Lambrechtsweg  10.    8.5.  22. 

817  257.  21  c.  Porzellandrahtklemme,  insbesondere  für  feuchte 
Bäume.    Paul  Zimmermann,  Erfurt,  Daberstedterstraße  17  a.    10.  5.  22. 

817  282,  80  a.  TonschoSlenschneidmaschine.  Johann  Mengen, 
Baumbach,  Westerwald.   31.  3.  22. 

817  581.  341.  Behälter  für  Konfekt  u.  dgl,  von  Poncet  Glas- 
hüttenwerke, A.-G.,  Berlin.    13.  5.  22.  ' 

817  748.  34 1.  Flasche  mit  Iäoliermantel.  Heinrich  Naß,  Langen- 
scheid b.  Balduinstein,  ünterlahnkr.   3.  5.  22. 


Verlängerung  der  Schutzfrist. 
681239.    32  a.    Glasblasmaschine  usw.    Otto  Nicko,  Senftenberg. 
7.  4  22. 

699180  64  a.  Mund- und  Zahnwasserflasche.  Carl  Stelzer,  Leipzig- 
Dölitz,  Bürgerstr.  4.    14. 1.  22.  .  _ 

703  003.   67  a.   Porzellanschleifmaschine  usw.    Eobert  Wenig,  Hof. 

24. 3.  22.  '  ,x        ir  i 
704194.   53  b.   Verschluß  für  Konservengläser.  Konservenglasge- 
sellschaft Bott  &  Co.  m.  b.  H,  Frankfurt  a.  M.   24  3.  22. 

704  493.  21c.  Isolator. 
704  494.    21  c.  Isolator. 

August  Eobert  Müller,  Berlin,  Königgrätzerstraße  103.   24.  3.  22. 

706  544.  42  i.  Thermometer  usw.  Peter  Müller,  Essen,  Bittten- 
scheider  Str.  132.   31.3.  22.  • 

707  533.  21c.  Kappenbefestigung  für  Hänge-  oder  Abspanmsola- 
toren.  Porzellanfabrik  Kahla,  Filiale  Hermsdorf-Klosterlausnitz,  Herms- 
dorf, S.-A.   27  4.  22.  ■  ■' 

711  177.  42  e.  ©asvolumeter.  Dr.  N.  Gerber's  Co.  m.  b.  H., 
Leipzig.   29.  3.  22. 

712  521.    32  a.   Preßvorrichtung  usw.    13.  4.  22. 

712  525.    32  a.   Vorrichtung  zur  Herstellung  von  Flaschen  usw. 

29. 4.  22.  , ,  „     „  , 
Glasmasohinenfabrik  System  Jean  Wolf,  G.  m.  b.  H,  Brühl,  Bez.  Köln. 


m  -  m  m 


$  P  ß  fi  C  H  S  A  AX-CÖBURa 


i&2.  (58.  Jahrgang.) 


724  531.   21  c.   Hänge-  oder  Abspannieolator  usw.  Porzellunfabrik 

Ph.  Eosenthal  &  Co,  AG,  Selb,  Bayern.    14.8  22. 

726  895  4  a.  Flaschen  verschloß.  A.  Bnpp,  Stuttgart,  Haupt- 
stätterstraße  78    4  4.  22 

731426  21  c.  Isolator  usw.  Porzellanfabrik  Ph.  Kosenthai  &  Co., 
A-G.,  Selb  i.  Bayern.    14.  3.  22 


739041.  Sie.  Isolator  usw.  Porzellanfabrik  Ph.  Roseithal  &  Cj., 
A.-G.,  Salb,  Bay.    10.4  22. 

760  257.   21  c    Doppelg'ockenisolator  usw. 
765115.    21  c.   Glockenisilator  usw. 

Siemene-S  hu^kert werke  G.  m.  b.  H.,  Si-mens^tadt  b.  Berlin.   12.  5.  22. 
806  982.   53  b.   Deckel  für  Einkochgtäser.    August  Zir,  Hannover. 
Listerstraße  33c,  und  A.  Lampel  &  Co,  Eomm.-G^.,  Berlin     27.2  22. 


Fragekasten  des  Sprechsaal. 

Keramik. 


96.  Wie  ist  eine  Stanzmaise  für  elektro-techn.  Fayence  (nicht  Por- 
zellan) zusammenzusetzten?  Mit  Fayence  ist  in  diesem  Falk  eine  besondere, 
etwas  gelblich  gefärbte  Ware  für  den  engl  Markt  gemeint.  Die  Masse 
wird  in  Pulverform  gestanzt  und  enthält  offenbar  ziemlich  viel  Feldspat. 
Wie  ist  die  Zusammensetzung  des  Stanzöls,  und  bei  welchem  SK  findet  der 
Garbrand  statt?  Werden  die  Stücke  roh  glasiert  oder  ist  zweimaliger 
Brand  erforderlich? 

Erste  Antwort:  Die  von  Ihnen  bezeichnete  sogenannte  englische 
Ware  wird  in  zwei  Ausführungen  auf  den  Markt  gebracht;  einmal  i*t  der 
Scherben  weiß  mit  deckender  Cremeglasur,  ein  andermal  ist  der  Scherben 
cremefarbig  mit  farbloser  Glasur.  Die  letztgenannte  Art  ist  die  gebräuch- 
lichste, und  diese  Waren  werden  *m  meisten  verlangt.  Verwendet  werden 
rheinische  und  sächsische  Tone  nach  etwa  folgendem  Versatz : 


Masse: 

Plastischer  Ton   .   .  57,5  Gew-T. 

Feldspat   20,0  „ 

Qaarzsand  ....  22,5  „ 


Glasur:  Frittenversatz : 
Borax,  krist.    ...   95  0  Gew.-T. 
Soda,  entwässert  .    .   26,5  „ 
Magnesit     ....    21,5  „ 
Witherit     ....   49,0  „ 
Sand  von  Hohenbocka   70,0  „ 

Mühlen  versatz : 

Fritte  185,0  Gew.-T. 

Zettlitzer  Kaolin   26  0  „ 

Sand  von  Hohenbocka   50  5  „ 

Die  Brenntemperatur  für  den  Schrühbrand  liegt  bei  900—950»,  der 
G'asurbrand  bei  1100—11200.  ßie  Masse  wird  aus  d°n  feingemahlenen 
M«terialien  trocken  versetzt,  mit  Stanzöl  und  etwas  Wasser  aufbereitet 
u^d  änßerst  innig  vermengt,  so  daß  sie  kleine  feucrrtepfiörncben  bildet. 

Zweite  Antwort:  Eine  eigentliche  Fayen^Misse  würde  für 
elektrotechnische  Stanzartikel  einen  zu  porösen  unfly  lockeren  Scherben 
ei  geben,  es  kommt  vielmehr  ein  oxydierend  gebrannterisund  infolgedessen 
gelber  Steinzeugscherben  in  Betracht,  der  nahezu  dicht,  aber  mit  Stein- 
gutelasnr  gebrannt  ist.  Es  gibt  dies  den  gleichen  . Scherben,  wie  ihn 
z  B  die  mit  glatter  Glasur  (nicht  Salzglasur!)  bedeckte,  gelbe  Wester- 
walder Steinzeugware  zeigt.  Sie  erhalten  eine  passende  Masse,  wenn  Sie 
60  Gew-T.  eines  guten,  fetten  Westerwäl  der  Tones  versetzen  mit  40  Gew.-T. 
birkenMder  Feldspat.  Die  naß  fein  gemiscnte  Masse  wird  getrocknet,  mit 
etwa  %  ihres  Gewichtes  eines  zu  gleichen  Teilen  bestehenden  Gemisches 
von  Wasser,  Büböl  und  Mineralöl  gut  durchgeknetet  und  so  zum  Stanzen 
verwendet  Die  Ware  wird  bei  SK  012a  biskuit  gebrannt,  dann  mit  Stein- 
gutglaBur  glasiert  und  bei  SK  4  a— 6  a  glatt  gebrannt  i&jgut  oxydierendem 

Dritte  Antwort:  Die  Zusammensetzung  der  gelblichen  Fayence- 
Masse  für  Stenzartikel  richtet  sich  nach  den  zu  verwendenden  Bohstofien, 
und  es  lassen  Bich  deshalb  nur  Anhaltspunkte  dafür^geben.  Zunächst  ist 
ein  gut  plastischer,  gelblich  brennender  Ton  dazu  nötig,  der  je  nach  seinem 
frinterungs-  und  Plastizitätsgrad  sowie  der  gtwnnschten  Brennhöhe  mit 
F^dspat  und  Sand  versetzt  wird  Die  daraus  gefertigten  Stanzartikel 
werden  bei  SK  6—10  gebrannt,  je  nachdem  man  einen  mehr  oder  weniger 
dichten  Scherben  erzielen  will.  Die  geschrühten  Stücke  werden  dann  mit 
e  ner  passenden  Blei-Borsx  Glasur  versehen  und  zum  zweiten  Mal  bei 
8K  1—3  gebrannt.  Das  Stanzöl  beziehen  Sie  am  besten  von  den  ein- 
ecolägigen  Geschäften,  von  denen  Sie  auch  wohl  eine  Gebrauchsanweisung 
e  halten.  Andernfalls  ißt  auszuprobieren,  mit  wie  viel  und  in  welcher  Weise 
d  mit  am  besten  gearbeitet  werden  kann,  denn  jedes  Stanzöl  und  jede 
Masse  verlangen  besondere  Mischungsverhältnisse.  Ein  Bohglasieren  ist 
nicht  zu  empfehlen,  da  die  Stücke  dabei  nicht  ganz  sauber  werden,  was 
gerade  bei  Stanzaitikeln  zu  vermeiden  ist.  Wenn  die  Ware  sehr  hoch  ge- 
Bührttht  wurde,  müßte  die  Glasur  aufgespritzt  werden,  weil  die  ziemlich 
fctark  gesinterten  Stücke  die  Glasur  schlecht  aufnehmen. 

Vierte  Antwort:  Die  ordinären  Fayencemassen  bestehen  aus  ge- 
wöhnlichen Tonen  mit  10— 15%  Schlämmkreide  oder  Kalkspat.  Haben 
Tone  grobe  Sandbeimengungen,  bo  müssen  Bie  nach  dem  Aufschlämmen 
durch  ein  Sieb  geschlagen  werden.  Feldspatzugabe  ist  gewöhnlich  nicht 
nötig  Vorgebrannt  (geBchrtiht)  werden  die  gewöhnlichen  Fayencen  etwa 
bei  SK08— 1,  je  nach  den  Tonen,  glattgebrannt  bei  09a— 04  Zweimaliger 
Brand  ist  durchaus  zu  empfehlen  Das  Stanzöl  kaufen  Sie  am  besten 
fertig  Die  Feyence,  die  Sie  offenbar  meinen,  ist  schon  ein  feineres 
Material,  ähnlich  dem  FeldBpatBteingot,  und  wird  wie  dieses  zusammen- 
gesetzt, nur  daß  man  gelb  brennende  Tone  verwendet. 

97.  Wir  haben  versucht,  Spielkugeln  aus  Ton  herzustellen.  Die  Form- 
qebunq  ist  uns  zwar  gelungen,  doch  fehlt  den  Kugeln  der  nötige  Qlanz,  so- 
wohl vor  als  auch  nach  dtm  Brande.  Wie  wird  dieser  Qlanz  erreicht, 
und  wie  müssen  die  Kugtin  gefärbt  werden,  damit  sie  ein  schönes  Aus- 
sehen haben?  J.   m     _    ,        ,    ■,      ™     ,  . 

Erste  Antwort:  Falls  die  Tonkogeln  nach  dem  Brande  noch 
etwas  poiös  fciud,  körnen  sie  mit  wasserunlöslichen  Anilinfarben  gefärbt 
werden  indem  man  sie  in  einem  Netze  durch  die  Farblösung  zteht.  Die 
Farbe  wäre  dabei  mit  etwas  KlebBtoff  zu  versetzen.  Sind  die  Kugeln  für 
eine  Flüssigkeit  nicht  mehr  aufnahmefähig,  so  kann  die  Färbung  nur  in 
der  Mbbbb  durch  Faibkörper  erzeugt  werden.  Die  glatte  glänzende  Ober- 
fläche wird  gewöhnlich  durch  Polieren  erzielt,  und  zwar  in  Polier- 
trum mein.  Ob  Bich  aber  Ihre  Masse  hierzu  eignet,  müßte  ausprobiert 
werden. 


Zweite  Antwort:  Der  Glanz  der  Kugeln  hängt  von  dem 
Sinterungsgrad  der  Tone  ab ;  Sie  müssen  früh  sinternde  Tone  verwenden 
oder  höber  brennen.  Ein  Zusatz  von  Borsäure,  B  rax,  Pottasche  u.  dgl. 
bringt  den  gewünschten  Glanz  hervor.  Darch  Zusatz  von  Metal'oxyden 
können  Sie  die  verschiedensten  Färbungen  erzielen.  Kaufen  Sie  sich 
Farbke'per  und  proben  Sie  diese  aus. 

Dritte  Antwort:  Wenn  die  Spielkngeln  nicht  dichtgebrann* 
sind,  wird  es  schwer  sein,  ihnen  Glanz  und  schönes  Aussehen  zu  geben- 
im  andern  Fall  lassen  sie  sich  in  Poliertrommeln  mit  entsprechenden 
Poliermitteln  wie  Talkum,  Zinkoxyd  und  dergl.  glänzend  bekommen.  Die 
Färbung  erfolgt  am  besten  in  der  Masse  selbst  mit  den  bekannten  Farb- 
oxyden bzw.  Farbkörpern,  mit  denen  die  Kugeln  natürlich  gebrannt  werden  j 
müssen. 

98.  Bei  meiner  Fabrikation  von  I einsteinzeug,  das  4$  bei  SK  7/9  i 
in  Kapseln^  eingesetzt  im  Bunzlauer  Langofen  brenne,  habe  ich  mit 
Schwierigkeiten  zu  kämpfen.  Den  eigentlichen  Hochglanz  der  Glasur  haben 
nur  die  Geschirre,  die  in  den  2  Schichten  direkt  an  der  Feueretngang*seite 
stehen;  alle  andern  Gegenstände  sind  wohl  ausgeflossen,  erscheinen  jedoch, 
wie  mit  einem  Hauch  überzogen.  Gebrannt  wird  mit  Briketts  und  Holz.l 
Die  Briketts  sind  ziemlich  minderwertig  und  erscheinen  mir  schwefelhaltig. \ 
Nach  dem  Abbrennen  des  Ofens  warte  ich  mit  dem  Verschmieren  deri 
Feuerungen,  bis  die  letzten  Feuer  flammenfrei  niedergebrannt  sind.  Es\ 
ist  nun  vielleicht  möglich,  daß  während  dieser  Znt  die  ersten  Schichten^ 
bereits  soweit  abgekühlt  sind,  daß  die  nach  dem  Verschmieren  der  Feuer- 
öffnungen entstehenden  Schwefeldämpfe  dem* 'Einsatz  nicht  mehr  schaden,\ 
sondern  nur  den  weiter  hinten  stehenden  Schichten,  wo  die  Abkühlung  noch\ 
nicht  so  weit  vorgeschritten  ist,  also  die  Glasur  noch  die  Schwefeldämpfe\ 
aufnehmen  kann.  Kann  man  vielleicht  mit  dem  Verschmieren  der  Oeff-\ 
nungen  noch  länger  warten,  ohne  ein  Brandrissigwerden  der  Geschirre 
befürchten  zu  müssen,  oder  wie  ist  sonst  der  Fehler  zu  beseitigen? 

Erste  Antwort:  Wann  Sie  er3t  nach  dem  völligen  Niederbrennen 
der  Feuerungen  das  Verschmieren  vornehmen,  können  doch  wohl  nach- 
träglich keine  „Sihwefeldäupfe"  mehr  entstehen.  Dann  ist  darauf  hinzu- 
weisen, daß  die  ungünstige  Wirkung  des  Schwefels  in  den  Brennöfen  nur 
durch  die  Entstehung  von  Schwefelsäure  verursacht  wird,  indem  die  sehr 
frühzeitig  entstehenden  schwefelsauren  Salze  sich  nicht  mehr  oder  nur  sehr 
schwer  zu  Silikat  zersetzen  und  in  das  Glas  übergehen  köanen.  Es  ist 
dieB  die  gleiche  „Glasgallena-Biluung  wie  in  der  Glasindustrie.  Wenn  aber, 
Ihr  Brand  schon  fertig  und  Ihre  Glasur  aufgeschmolzen  ist,  könnte  ein 
nachträgliches  Entstehen  von  Schwefelsäure  Überhaupt  kaum  mehr  eine 
Wirkung  haben  Der  von  Ihnen  beklagte  Fehler  beruht  Bicherlich  auf  dei 
Tatsache,  daß  eben  die  Segerporz  allaugiasur,  die  ja  all  diesen  „Steinzeug- 
glasuren"  zugrunde  liegt,  erst  bei  SK  9  vollständig  klar  ausgeflossen  ist 
und  unter  dieser  Temperatur  stets  noch  etwas  ungeklärt  erscheint.  Sie 
müssen  daher  einfach  etwas  höher  brennen,  wenn  Sie  an  allen  Stellen  des 
Ofens  eine  vollkommen  brillante  Glasur  erzielen  wollen. 

Zweite  Antwort:  Sreinzeugglaturen  für  SK  7—9  Bind  bei 
richtiger  Zusammensetzung  schöne  Glasuren  mit  stets  gutem  Spiegel 
Schwefel  enthält  jede  Kohle,  aber  er  hat.  keinen  Einfloß  auf  diese  Art  voi 
Glasuren,  wenn  er  nicht  gerade  im  Uebermaß  vorhanden  ist.  Ihre  Glasui 
scheint  zu  hart  zu  sein;  an  den  Feuerungen  schmilzt  sie  aus,  weiter  at 
nicht.  Sie  hätten  ihre  Zusammensetzung  angeben  sollen,  um  sie  mit  änderet 
vergleichen  zu  können. 

99  Wir  bitten  um  Angäbe  eines  billigen  Versatzes  für  eine  Pot 
zellan-Stanzmasse,  und  zwar  mit  nur  inländischen  Materialien. 

Erste  Antwort:  Zar  Herstellung  einer  billigen  Stanzmassi 
sind  zunächst  in  der  Nähe  befindliche  Bohstoffa  zu  verwenden,  um  dii 
teure  Fracht  auf  weite  Entfernungen  zu  vermeiden.  Statt  der  teuren  ge 
schlämmten  Porzellanerde  könnte  eine  geeignete  ßoherde,  z.  B.  Kemna 
litzer  Bohkaolin  verwendet  werden  mit  etwa  50%  Tonsabätanz,  so  dal 
dieser  Kaolin  nur  auf  der  Naßtrommel  M  ihle  gemahlen  zu  werden  braucht 
um  ihn  gebrauchsfähig  zu  machen.  Dii  Flußmittal,  wie  Feldspat  un 
Dolomit,  Bind  besonders  zu  mahlen  und  dann  im  Qiirl  zuzusetzen.  Aue 
gewisse  Hallesche  Bohkaoline  köanen  verwandt  werden,  am  besten  mi 
Kemmlitz'vr  oder  Börtewitzer  zusammen.  Fehlt  dann  bei  dem  Versat 
etwas  Tonsubstanz,  so  müßte  etwas  geschlämmter  Kaolin  oder  Ton  be: 
gesetzt  werden.  Versuchen  Sie  folgenden  ausprobierten  Versatz :  80  Gew.-Q 
Kemmlitzer  Bohkaolin,  35  Gew.-T.  Hallescher  Bohkaolin  und  5  Gew.-T 
Hallescher  Iäolatorenton  werden  auf  einer  Trommel  etwa  12  Stunden  lan 
gemahlen,  während  in  einer  anderen  Trommel  20  Gew.-T.  Thüringj 
Porzellansand,  35  Gew.-T.  Qaarzspat  Ströbel  und  1  Gew-T.  Dolomit  etw 
18  Stunden  laufen  Beide  Aufgaben  werden  dann  auf  dem  Qiirl  gemisel 
und  dann  weiter  verarbeitet. 

Zweite  Antwort:  Je  nachdem,  wie  hoch  Sie  brennen  wollei 
benntzen  Sie  eine  echte,  typische  Porzellanmasse,  wie  Sie  sie  in  jedei 
keramischen  Lehrbuch  oder  dem  FragekaBten  früherer  Jahrgänge  fiadei 
Der  Unterschied  gegenüber  der  Dreh-  und  Gießmasse  liegt  nur  darin,  de 
die  Stanzmasse  mit  Wasser  und  Oelen  verknetet  wird  Er  ist  flr  jede 
Fachmann  natürlich  eine  Kleinigkeit,  Ihnen  den  Versatz  irgend  eim 
Bolchen  Masse  bei  Angabe  der  Materialien  zu  berechnen.  Aber  um  di 
Ausprobieren  für  Ihre  speziellen  Zwecke  kommen  Sie  doch  nicht  heran 
Nachstehend  ein  Beispiel  einer  Masse  für  SK  14: 

Hohburger  Kaolin  -47  Gew.-T. 

Quarzapat  „Ströbel"   42 


Dörentruper  Sand 


  " 


ittlVßb.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  -  CößURd 


Dritte  Antwort:  Eine  billige  Masse  und  Glasur  ans  inländischen 
Materialien  für  SK  9  ist  die  folgende: 

Masse : 

Wunsiedler  Pegmatit  46  Gew.-T. 

Döläuer  Kaolin  21  „ 

Weißbrennender  Meißner  Ton    ....   15  „ 

Qaarzmehl  18    '  » 

Glasur: 

Wunsiedler  Pegmatit   235  Gew.-T. 

Kalkspatmehl  20  „ 

Quarz  ■  51  „ 

Vierte  Antwort:  Eine  Stanzmasse  für  SK  7- Ausbrand  mit  nur 
10%  Höhen-Schwindung  ist  die  folgende: 

Kab-Spat  (Richter)  51,32  Gew.-T 

Zettlitzer  Kaolin  (Imperial).   .   .   .     14,11  „ 

Hoburger  Kaolin  lt»,23  „ 

Löthainer  Ton,  schwarz  (Buhle)  .  .  8,69  „ 
Hirschauer  Quarz  (Dorfner)  ....      6,16  „ 

Kalkspat    .    .    .  ■    •  4,49 

Sa.  100,00  Gew.-T 

oder  Rab-Spat   61,02  Gew.-T. 

Imperial-Kaolin  ........     15,54  „ 

Hohburger  Kaolin  .  16,78  „ 

Löthainer  Ton,  schwarz   12  96  „ 

Kalk   3,70 


Sa.  100,00  Gew.-T. 
mit   12%   Schwindung.     Erstere   enthält   37,93%,   letztere  43,89% 
plastische  Substanz. 

Fünfte  Antwort:  Die  auf  Ihre  Frage  zu  erteilende  Antwort 
hätte  bedeutend  mehr  Wert  für  Sie  gehabt,  wenn  Sie  wenigstens  die  un- 
gefähre örtliche  Lage  Ihres  Betriebes  angegeben  hätten.  So  aber  kann 
man  Ihnen  nur  einige  Masseversätze  mit  ausschließlich  inländischen 
Materialien  nennen,  ohne  zu  wissen,  ob  der  Bezug  der  letzteren  durch  die 
mehr  oderrweniger  hohen  Frachtsätze  für  Sie  zu  teuer  wird  oder  nicht. 
Der  Preisunterschied  bei  den  einzelnen  Materialien  fällt  meistens  nicht  so 
sehr  ins  Gewicht,  weil  auch  hier  gilt,  daß  ein  in  seiner  Güte  gleichmäßiges 
und  erstklassiges  Material  trotz  höheren  Preises  billiger  ist  als  ein  minder- 
-wertiges,  wenn  man  den  Ausfall  der  Ware  bezw.  die  Schwierigkeiten  in 
der  Fabrikation  in  Betracht  zieht.  Nachfolgend  seien  Ihnen  bewährte 
Versätze  aus  deutschen  erstklassigen  Materialien  genannt: 

12  3 
Osmose-Kaolin    ...  45        —        —  Gew.-T. 
Osmose-Ton    ....   12         —         —  „ 
Korbitz-Meißner  Kaolin   —         40         10  „ 
Hohburger  Kaolin  .   .   —  8         40  „ 

Ströbelspat  ....  36  —  50  „ 
Neuhäuser  Sand  ...  —  52  —  „ 
Gltthscherben  ....    3        —  5  „ 


Glas. 

85.  Wekhe  Erfahrungen  wurden  bisher  mit  der  Oelfeuerung  gemacht? 
Kann  eine  Wanne  mit  10  000  kg  schwer  schmelzbarem  Material  mit  Erfolg 
mit  Oel  betrieben  werden?  Kann  die  Oelfeuerung  wegen  der  starken  Aus- 
dunstung von  der  Gesundheitsbehörde  verboten  werden? 

Erste  Antwort:  Die  Oelfeuerung  findet  immer  mehr  und  mehr 
Aufnahme  in  allen  Industriezweigen  und  auch  in  den  Glashütten  hat  man 
damit  gute  Kesultate  erzielt.  Die  Anlage  stellt  sich  beim  Neubau  viel 
billiger,  weil  die  Generatoren,  Kanäle  und  Reversier- Vorrichtungen  weg- 
fallen. Man  unterscheidet  zwei  Arten  von  Konstruktionen,  und  zwar  Oel- 
brenner  oder  -Zerstäuber  und  Oelvergaser.  Im  ersten  Falle  wird  durch  Luft- 
oder Dampfdruck  das  Oel  zerBtäubt  und  in  dampfförmigem  Zustande  unter 
Zutritt  von  stark  erwäimter  Luft  verbrannt,  was  eine  lange  und  sehr  heiz- 
fcräftige  Flamme  ergibt.  Im  zweiten  Falle  wird  das  Oel  erst  in  beson- 
deren Vorrichtungen  vergast  und  dann  verbrannt  wie  das  Generatorgas. 
Das  erste  Verfahren  hat  mehr  Aufnahme  in  der  Technik  gefunden.  Der 
Betrieb  des  firlasofens  kann  entweder  nach  dem  Regenerativ-System  mit 
umkehrbarer  Flammenrichtung  oder  nach  dem  Rtkuperativ-System  mit 
gleichbleibender  Flammenrichtung  eingerichtet  werden.  Der  Oeiverbrauch 
hängt  vom  Heizwert  deB  Oeles  und  der  Zusammensetzung  des  Glases  so- 
wie von  dem  Systfm  des  Ofens  ab  und  schwankt  bei  modern  konstruierten 
Oefen  zwischen  45—60  kg  Oel  für  100  kg  fertiges  Glas.  Der  Betrieb  ist 
sicher,  erfordert  wenig  Bedienung  und  ergab  bis  jetzt  keinen  Ver- 
stoß gegen  die  polizeilichen  Verordnungen.  Die  Oeldämpfe  gelangen  fast 
gar  nicht  in  das  Huttengebäude,  und  nur  das  Geräusch  der  Düsen  wirkt 
anfangs  unangenehm;  aber  die  leichte  Regulierbarkeit  des  Ofens  wiegt 
diesen  Nachteil  auf.  In  Ländern,  wo  Mineralöl  gewonnen  wird,  wie 
Amerika,  Bußland  und  Rumänien,  wird  die  Oelfeuerung  in  der  Glasin- 
dustrie in  großem  Umfange  angewendet,  und  es  sind  Oefen  mit  10  und  15 
Tonnen  Tagesleistung  gebaut. 

Zweite  Antw  ort:  Die  Erfahrungen,  die  man  mit  Oelf euerungen 
nicht  nur  in  der  Glas-,  sondern  auch  in  der  chemischen  und  metallurgischen 
Industrie  gemacht  hat,  sind  die  denkbar  günstigsten,  lassen  sich  doch 
mit  der  Oelfeuerung  nicht  nur  sehr  hohe  Hitzegrade  erzielen,  sondern 
euch  eine  flamme  von  immer  gleichbleibender  Zusammensetzung  und 
Reinheit.  Die  Handhabung  der  Oelteuerung  ist  äußerst  einfach,  da  die 
meisten  Regulierungsarbeiten  sich  automatisch  vollziehen.  Da  das  Oel, 
je  nach  seiner  Viskosität  und  Zusammensetzung  eine  lange  Flamme  er- 
gibt, so  muß  die  Wanne  mit  umkehrender  Flamme  beheizt  werden.  Weiter 
ist  auf  eine  gute  Rekuperatorkonstruktion  zu  sehen,  da  die  Oelfeuerung 
bei  einer  Wanne,  wenn  sie  rationell  sein  soll,  hochgradig  erhitzte  Sekundär- 
luft haben  und  dabei  mit  dem  geringsten  Luftuberschuß  arbeiten  muß. 
Die  Oelfeuerungs-Anlage  Boll  dem  Verhalten  des  Brennstoffs  angepaßt  sein, 
ebenso  erfordert  die  Konstruktion  der  Wanne  besondere  Erfahrungen.  Eine 
Belästigung  der  Umgebung  findet  bei  richtiger  Anlage  nicht  statt. 

Dritte  Antwort:  Es  arbeiten  mehrere  Glasfabriken  erfolgreich 
mit  der  Oelfeuerung.  Wenn  Sie  das  Oel  billiger  oder  leichter  beschaffen 


können  als  Kohle,  dann  führen  Sie  ruhig  in  Ihrem  Betrieb  die  Oelfeuerung 
ein.  Das  Oel  gibt  ein  verhältnismäßig  schärferes  Feuer  als  Kohle,  in- 
folgedessen werden  Sie  auch  Ihr  Material  mit  Erfolg  schmelzen  können. 
Die  Oelfeuerung  ist  besonders  vorteilhaft  in  Bezug  auf  den  gleichmäßigen 
Ofengang,  und  Sie  benötigen  weniger  Personal.  Für  eiue  Wanne  mit 
10000  kg  schwer  schmelzbarem  Material  brauchen  Sie  zwei  Brenner,  die 
mit  komprimierter  Luft  oder  mit  Dampf  das  Oel  zerstäuben.  Dampf  als 
Reserve  zu  haben,  empfiehlt  sich,  damit  der  Betrieb  aufrecht  erhalten 
werden  kann,  wenn  der  Kompressor  versagt.  Von  einer  starken  Aus- 
dünstung, die  zu  Anständen  bei  der  Gesuudheitsbehörde  Anlaß  gegeben 
hätte,  ist  mir  bei  der  Oelfeuerung  bisher  nichts  bekannt  geworden. 

86.  Wir  schmelzen  in  einem  Hochflammofen  in  niedrigen  und 
weiten  Häfen  Natron-Kalk-Glas.  Das  Glas  wird  wie  Gußglas  auf  einen 
eisernen  Gießtisch  ausgegossen  und  eben  gewalzt.  In  den  so  erzeugten  Glas- 
tafeln haben  wir  sehr  viel  doppeltes  Glas  zu  verzeichnen,  d.  h.  eine  gewalzte 
Tafel  besteht  aus  zwei  deutlich  erkennbaren  aufeinanderliegenden  Glasschichten. 
Der  zwischen  den  beiden  Schichten  wahrnehmbare  Trennungsstrich  ist 
genau  parallel  zur  Oberfläche  der  Tafel,  d.  h.  die  einzelnen  Schichten  sind 
in  ihrer  ganzen  Ausdehnung  gleichmäßig  stark.  Wir  verwenden  stets  den 
gleichen  Gemengesatz  und  gießen  jeden  Hafen  möglichst  vollständig  aus. 
Worauf  ist  dieser  UebeMand  zurückzuführen? 

Erste  Antwort:  Der  beobachtete  Uebelstand  ist  darauf  zurü?k- 
zufuhren,  daß  die  Homogenisierung  des  Glases  mangelhaft  ist,  und  zwar 
einmal  infolge  des  niedrigen  Glasstandes  im  Hafen,  und  dann,  weil  es 
dem  Oberflammofen  an  Grundhitze  gebricht,  die  für  einen  guten  LäuternngB- 
nnd  Homogenisierungsprozeß  uuerläßlich  ist.  Alle  Flachgläser  erfordern 
eine  sehr  sorgfältige  Dnrchmischung,  weshalb  auch  der  Glasstand  bei 
Flachglaswannen  stets  höher  ist,  wie  bei  Flaschen-  und  Hohlglaswannen. 
Infolge  des  Fehlens  der  Gruudhitze  liegt  das  Glas  im  unteren  Hafenteil 
fest  und  ist  zäher,  während  das  Glas  im  oberen  Hafenteil  durch  die  direkte 
Wärmeeinwirkung  weicher  und  dünnflüssiger  ist.  Beim  Ausgießen  des 
Hafens  können  sich  nun  die  beiden  Giaspartien  wegen  ihrer  verschiedenen 
Beschaffenheit  nicht  innig,  wie  notwendig,  vereinigen,  und  es  bleibt 
zwischen  beiden  der  sichtbare  Trennungsstrich.  Hätte  der  Hafen  eine 
erprobte,  normale  Höhe  und  wäre  ausreichend  Grundhitze  vorhanden,  bo 
würde  es  der  oberen,  dünnflüssigen,  aber  auch  spezifisch  schwersten  Glas- 
schicht möglich  sein,  die  untere  feste  Glasschicht  nach  oben  zu  drücken. 
Der  Druck  der  oberen  dünnflüssigen  Glasschicht  ist  aber  zu  gering,  um 
die  am  verhältnismäßig  kalten  Hafenboden  sitzende  zähe  Glasschicht,  wie 
erforderlich,  fo&Während  nach  oben  bewegen  zu  köunen.  Da  diese  Auf- 
und  Abwärtsbewegung  beim  niederen  Hafen  im  Oberflammofen  nicht  aus- 
reichend zu  erzielen  ist,  so  maß  naturgemäß  die  Homogenisierung  des 
Hafeninhaltes  eine  mangelhafte  sein,  läßt  sich  doch  schon  das  Glas  aus 
niederen  Häfen  im  Oberflammofen  nicht  für  Flaschen,  deren  Inhalt 
pasteurisiert  werden  soll,  verwenden.  Wenn  Sie  darauf  achten,  so  werden 
Sie  finden,  daß  die  Häfen,  welche  z.  B.  in  der  Nähe  des  Herdglasabzuges 
stehen,  wo  die  Grundhitze  noch  geringer  ist,  das  minderwertigste  Glas 
liefern.  Alle  Gläser,  an  welche  man  nach  dieser  oder  jener  Richtung  be- 
stimmte Anforderungen  stellt,  müssen  ausreichend  homogenisiert  sein,  und 
dazu  Bind  eine  bestimmte  Hafenhöhe  und  genügend  Grnndhitze  unerläßlich. 

Zweite  Antwort:  Die  doppeltschichtigen  Tafeln  können  nur 
von  nicht  homogenem  Glas  im  Hafen  herrühren,  d.  h.  von  Gles  von  ver- 
schiedener Dichte,  wie  es  entsteht,  wenn  bei  gewissen  Ofenkonstruktionen 
die  unteren  Hafenpartien  wenig  Feuer  bekommen,  so  daß  der  Hafeninhalt 
nicht  ordentlich  durcheinander  gemischt  wird.  Dar  Schmelzprozeß  ver- 
läuft gewöhnlich  von  oben  nach  unten;  ist  nun  die  Unterhitze  im  Ofen 
nicht  genügend,  so  wird  natürlich  auch  das  Glas  unten  im  Hafen  lang- 
samer schmelzen  -  und  dünnflüssig  werden,  und  die  Folge  davon  ist  die 
Bildung  von  zwei  Schichten  im  Hafen,  die  sich  dann  auch  bei  dessen 
Ausgießen  bemerkbar  machen.   Blasen  Sie  denn  Ihr  Glas  ausreichend? 

87.  Gibt  Ii  kleine  Glasblasemaschinen  oder  Apparate,  mit  denen 
man  kleine  Gegenstände  aus  Glasröhren  an"  der  Glasbläserlampe  herstellen 
kann?  Lassen  sich  derartige  Glassachen,  die  wohl  schwachwandig  sind, 
abschleifen  oder  absprengen,  und  gibt  es  Schleif-  und  Absprengmaschinen 
dafür?  iVdeher  Art  sind  die  Formen,  und  lassen  sich  auch  Sachen  ohne 
Formen  blasen?  Wie  geht  der  Arbeitsgang  vor  sich,  und  was  lassen  sich 
für  Gegenstände  herstellen?    Wer  liefert  entsprechende  Einrichtungen? 

Erste  Antwort:  Um  die  nicht  ganz  klare  Frage  beantworten  zu 
können,  hätten  Sie  angeben  sollen,  was  Sie  an  der  Lampe  erzeugen  wollen. 
Wie  man  beim  Glasblasen  am  Ofen  für  bestimmte  Gegenstände,  um  die 
Lungen  der  Glasbläser  zu  schonen,  sich  eines  Pistons  bedient,  so  kann 
man  unter  Umständen  diesen  Apparat  auch  am  Gebläsetisch  verwenden. 
Je  nach  der  Stärke  der  Röhren  unl  dem  Zweck,  dem  die  am  Gebläsetisch 
nergestellten  Gegenstände  dienen  sollen,  sind  sie  schwach-  oder  starkwan- 
dig,  woraus  sich  ergibt,  daß  sie  nach  Bedarf  abgesprengt  oder  abgeschliffen 
werden  können.  Die  Gegenstände  werden  in  Formen,  gleich  den  anderen 
Glasformen,  öder  aus  freier  Hand,  wie  die  Instrumente  und  Apparate,  ge- 
blasen. Der  Arbeitsvorgang  kann,  da  nicht  gesagt  ist,  was  geblasen  werden 
soll,  nicht  beschrieben  werden. 

Zweite  Antwort:  Wie  ich  Ihre  Frage  verstehe,  wollen  Sie  eine 
Glasbläserei  einrichten,  wissen  aber  noch  nicht,  was  für  Gegenstände  Sie 
herstellen  wollen.  In  diesem  Zweig  der  Glasindustrie  sind  noch  keine 
GlasblaBmaschinen  in  Gebrauch ;  das  wäre  dann  auch  keine  Lampenbläserei 
mehr,.;  üttr  gewöhnlich  werden  chemische,  pharmazeutische,  medizinische 
und  technische  Artikel  an  der  Lampe  hergestellt,  und  zwar  bläst  der  Glas- 
bläser  die  Gegenstände  frei  nach  dem  Augenmaß,  und  die  schwachwandigen 
Glassachen  werden  nicht  abgeschliffen,  sondern  verschmolzen. 

88.  Ich  bitte  um  Angabe  einer  Vorschrift  für  die  Herstellung  eines 
erstklassigen  Glaserkittes.  Welche  Maschinenfabriken  übernehmen  die 
Einrichtung? 

E||ie  Antwort:  Ein  wirklich  guter  Glaserkitt  besteht  aus 
Schlämmkreide  und  Leinölfirnis.  Soll  der  Kitt  schneller  hart  werden,  so 
setzt  man  ihm  etwas  Bleiglätte,  Zinkweiß  oder  Mennige  zu.  An  Maschinen 
sind  hauptsächlich  erforderlich  eine  Knetmaschine  und  eine  Packmaschine. 
Jedenfalls  empfiehlt  es  sich,  da  eine  Kittfabrik  die  verschiedensten- Sorten 
von  Kitten  herstellt,  einen  tüchtigen  erfahrenen  Meister  zu  gewinnen. 


S44  —  Nr.  Sü 


SPRECH  SAAL -COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


Einrichtungen  liefert  die  Maschinenfabrik  von  Kirberg  &  Hüls  in  Hilden 
bei  Düsseldorf. 

Zweite  Antwort:  Der  Vorschriften  für  Glaserkitt  gibt  es  viele; 
sie  unterscheiden  sich  meistens  durch  kleine  Znsätze,  dnrch  die  man  die 
Erhärtung,  Klebkr8ft,  Elastizität  uow.  beeinflussen  will.  Die  Grundstoffe 
für  erstklassigen  Glaserkitt  sind  Leinöl  und  Kreide,  do^h  mischt  man 
häufig  etwas  Schwerspat  bei,  wie  denn  auch  dem  Leinöl  oder  Leinölfirnis 
etwas  Mineralöl  beigegeben  wird,  um  den  Kitt  geschmeidiger  und  elastischer 
zu  machen  und  dessen  Springen  zu  verhindern.  Beim  Zusatz  von  Mineralöl 
ist  Vorsicht  insofern  geboten,  als  ein  Zuviel  das  Erhärten  hintanbält  und 
das  „Ausschlagen"  des  Kittes  veursacht.  Betreffs  der  Apparatur  sei  nur 
gesagt,  daß  viel  Antriebskraft  nötig  ist,  um  die  zähe  Masse  zu  bearbeiten. 


Verschiedenes. 

4.    Wie  stellt  man  Korallrot- Farbkörper  für  Email  her? 

ErsteAntwort:  Die  besten  roten  Farbkörper  für  Email  werden  mit 
Eisencxyd  emelt.  Für  Korallrot  nimmt  man  4  Teile  schwefelsaures  Eisen- 
oxyd und  1  Teil  Alaun,  die  nach  inniger  Mischung  so  lange  geglüht 
werden,  bis  der  gewünschte  rote  Ton  erreicht  ist.  Nach  dem  Erkalten 
zerreibt  man  die  Messe  mit  Wasser,  wäscht  sie  wiederholt  aus,  um  sie 
dann  dem  Deckemail  zuzusetzen.  Um  den  richtigen  Farbton  zu  bekommen, 
muß  man  Erfahrung  haben  und  den  Farbkörper  beim  Glühen  ständig 
beobachten. 

ZweiteAntwort:  Korallrot  wird  hergestellt  entweder  mit  basisch 
chromsaurem  Blei  oder  mit  Eisenoxyd.    Sie  tan  gut,  es  fertig  zu  kaufen. 

Dritte  Antwort:  Der  beste  und  beständigste  Korallrotkörper 
für  Email  besteht  aus  Eiseroxyd,  das  mit  etwas  Tonerde  zusammen  gefällt 
und  in  oxydierender  Almosphäre  bo  hoch  geglüht  wird,  bis  der  ge- 
wünschte Farbton  erreicht  ist.  Das  sog.  Chromrot,  basisch  chromsaures 
Blei,  erfordert  ein  batisches  Email,  sonst  wird  es  gelb  bzw  grün;  es  ist 
auch  empfindlicher  im  Feuer  als  das  Eisenrot.  Neueres  Korallrot  für 
Email  soll  Selen  enthalten,  wahrscheinlich  in  Verbindung  mit  Cadmiumsulfii. 

5  In  welcher  Form  und  Weise  finden  Selenverbindungen  bei  der 
Erzeugung  von  Email-,  d.  h.  überhaupt  keramischen  Farbkörpern  Ver- 
wendung? 

Antwort:  Selen  hat  bisher  bei  der  Herstellung  keramischer 
Farben  keine  größere  Anwendung  gefunden,  wag  ganz  erklärlich  ist,  wenn 
man  sich  erinnert,  daß  es  in  seinem  Verhalten  dem  Schwefel  ganz  ähnlich 
ist.  Vereinzelt  ist  Selenrot  versucht  worden,  das  sich  jedoch  nicht  ganz 
aicher  erzielen  läßt.  Es  wird  aus  Selen,  Cadmiumsulfii  und  etwas  Schwefel 
dnrch  sorgfältiges  Mischen  und  Glühen  bei  nicht  allzu  hoher  Temperatur 
erhalten.  Auch  andere  Selen-  und  Cadmiumverbindungen  lassen  sich  ver- 
wenden. Am  meisten  wird  Selenrot  bei  Email,  besonders  Schmnckemail, 
benutzt,  weil  offenbar  eine  längere  Erhitzung  desselben,  wie  sie  bei  kera- 
mischen Erzeugnissen  üblich  und  nötig  ist,  die  Farbe  beeinträchtigt.  — 
Lesen  Sie  den  Aufsatz  über  Selenrot  in  Nr.  16  des  Sprechsaal  d.  J. 


Biene  IT  ragen. 
Keramik. 

104.  Unser  Porzellan  (Gebrauchsgeschirr)  zeigt  nach  dem  Verlassen 
der  Schmelze  (Helzel- Muffel)  einen  intensiv  gelben  Anflug.  Auffallend  ist, 
daß  häufig  nur  ein  kleiner  Teil  die  gelbe  lärbung  aufweist,  wahrend  der 
größere  Teil  ein  und  desselben  Schmelzkorbeinsatzes  vollkommen  weiß  bleibt. 
Der  gelbe  Anflug  läßt  sich  mit  Säure  entfernen,  liegt  also  nur  ganz  leicht 
auf  der  Oberfläche  der  Glasur.  Auf  den  Drucklack  kann  der  TJebelstand 
nicht  zurückgeführt  werden,  da  auch  gerändertes  Geschirr  gelb  wird.  Der 
Dehler  tritt  nur  periodisch  auf.  Worauf  ist  die  geschilderte  Erscheinung 
zurückzuführen,  und  wie  ist  sie  zu  beseitigen? 

105.  Gibt  es  ein  automatisches  Schleifverfahren  für  Steatitmaterial? 
Es  handelt  sich  um  das  Planschleifen  von  Sockeln  und  Platten. 

106.  Wnsere  Porzellanöfen  haben  einen  Fassungsraum  von  40  cbm 
Glattbrand  und  verbrauchen  bei  SK  13  ettva  14000  kg  Braunkohle  von 
4500  W-E.  Dieses  Ergebnis  ist  im  Vergleiche  zu  dem  anderer  Fabriken 
recht  ungünstig  Die  Schornsteine  haben  eine  Höhe  von  13  m  und  einen 
Querschnitt  von  75  X  75  cm.  Wir  beabsichtigen,  vorgewärmte  Druckluft 
unseren  Rosten  zuzuführen,  um  den  Zug  zu  verstärken  und  die  Schornsteine 
warm  auszunützen.  Ist  diese  Lösung  eine  günstige  oder  gibt  es  andere 
Methoden,  um  den  Brennstoffverbrauch  in  unserem  Falle  herabzusetzen? 


107.  Wir  haben  eine  große  Grübe  mit  hartem  Schiefer.  Wozu  könnte' 
man  letzteren  verwenden? 

Glas. 

93  Ich  will  meine  Glasfabrik,  in  der  ich  Eohiglas  mit  zeitgemäßem 
Nutzen  herstelle,  verpachten,  weiß  aber  nicht,  welche  Pachtsumme  ich  fordern 
kann.    Wie  könnte  letztere  errechnet  werden? 

94.    Wer  liefert  Farben-  für  Kaltmalerei  auf  Glaswaren? 


Verseht  edenes. 

6  Wer  liefert  Füllmasse  für  einen  kleinen  Versuchsofen  für  flammen- 
lose Verbrennung? 

7.    Wer  liefert  die  sog.  Atlas-Mühle? 


Briefkasten  der  Redaktion. 

A.  H.  N,  i.  W.  Es  sind  bisher  so  viele  Vorschriften  zu  Porzellan- 
massen für  SK  13  im  Fragekasten  gegeben  worden,  daß  Sie  wohl  selbst 
in  der  Lage  sind,  danach  die  Versätze  den  Ihnen  frechtgünstig  gelegenen 
Materialien  entsprechend  umzurechnen.  Sollten  Sie  dies  nicht  können,  so 
wenden  Sie  sich  an  ein  Fachlaboratorium  oder  einen  Fachmann. 

D.  &  L.  i.  G.  Bezugsquellen  für  Schleifereieinrichtungen  fiaden  Sie 
im  Anzeigenteil  des  Sprechsaal,  des  Sprechsaal  Kalenders  und  Adreßbuchs 
der  Glasindustrie  zur  Genüge.  Da  Preisfragen  im  Fragekasten  aus  nahe- 
liegenden Gründen  nicht  erörtert  werden,  sehen  wir  von  der  Aufnahme 
Ihrer  Frage  ab. 


GLAS  u^a  KERAMIK 

auf  der 

LEIPZIGER 
MUSTERMESSE 

vom  Zj.  Augujl  bis  2.  September  1922 

J^askun^:  erteilt  und  Anmeldungen  nimmt  entgegen 
MESS  AMT  FÜR  DIE  MUSTERMESSEN 
lH  LEIPZIG 


Lehrverträge 

nach  dem  Muster 
des  Verbandes  keramischer  Gewerke 

liefert  die 

Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 


Mäyer-lugmuffel  U.R.  P.W 


Vollendete  Autführung 


C.  Mayer,  Ingenieur 

Coburg,  Bergstraase  6.1 


Kunsrporze!lan„Keraphof" 


ges.  gegen. 

Hüchel  vollendetste  photokeramiaohe  Dekorations- 
und  Glasurtechnik  der  Gegenwart« 

Eigene  künstlerische  Formen  von  Vasen,  Dosen,  Plaketten  usw.  mit 
Reproduktionen  von  Gemälden,  Kupferstichen,  Bildern  alter  Meister, 
Aktstudien  nach  jeder  Vorlage  in  den  verschiedensten  Farb- 
tönungen nach  eigener  Manier  dauernd  haltbar  in  die  Po^zellan- 
glasur  eingebrannt.  Als  Spezialität  und  aparate  Neuheit :  Minia- 
turen in  Gold-,  Silber-  oder  Bronzefassung  mit  dem  persönlichen 
Bild  nach  jeder  guten  Photographie  originalgetreu  in  Edelmetall- 
farben. ♦  Gegenstände  mit  Städtebildern,  Landschaften  usw. -als 
beasere  Ansicht* -  Artikel  in  tadelloser  Wiedergabe  und 
Ausführung.  ♦  Plaketten  in  Photographieton  oder  Sepia 
garantiert  wetterfest  für  Denkmäler  und  Kapellen. 

Erich  Jahne, 

Photochemisch-Keramiuche  Kunstwerkstätte, 
Dresden  -  Niederlössnitz. 

gfdgr~     Beachten  Sie  meine  Auslage  in  der  Ausstellung  "*W 
B4T*     „J ahresschau  Deutscher  Arbeit",  Dresden, 


(56  Jahrgang.) 


Coburg,  den  3.  Angast  1922 


Nummer  31 


Zeitschrift  für  biß  Keramischen,  Blas-  urtft  ggrwagbtgg  Infrustrien 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert :  St.  Louis  1.904  Goldene .  Medaille 
Prämiiert:  BngraLeipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich   einmal"  Donnerstags 


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Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Ueber  das  Vorkommen  von  Vanadium  in 
keramischen  Rohstoffen  und  Erzeugnissen 
und  seine  Wirkung  auf  die  Schmelzbarkeit, 
sowie  auf  die  Farbe  und  Bildung  von  Aus- 
blühungen bei  reinem  Kaolin  und  einem 
typischen  Ziegelton. 

Mitteilaug  aas  der  Kersm.  Abteilang  der  Böhm.  Techn.  Hochschul®  in  Brünn. 
Von  Prof.  Dr.  0.  K  a  1 1  a  u  n  e  r  und  Dr.  Ing.  I.  H  r  n  d  a. 
(Schluß.) 

Nach  diesen  Versuchen  worden  der  eigentliche  Charakter 
der  Vanadiumausblühungen,  sowie  die  geeigneten  Bedingungen 
zur  Einschränkung  ev.  Verhinderung  derselben  verfolgt.  Bei 
der  Wahl  der  letztgenannten  Bedingungen  wurde  vorausge- 
setzt, daß  zur  Einschränkung  ev.  Verhinderung  der  durch  lös- 
liche Vanadiumverbindungen  verursachten  Ausblühungen  ein 
Zusatz  von  derartigen  Stoffen,  die  mit  den  Vanadiumverbindungen 
unter  Bildung  von  schwerlöslichen  Verbindungen  reagieren, 
wahrscheinlich  der  geeignetste  sein  wird.  In  dieser  Richtung 
kamen  hauptsächlich  die  Barium-,  Calcium-,  Blei-  und  Mangan- 
verbindungen in  Betracht.  Um  mit  dem  Zusatz  dieser  Stoffe, 
die  die  Entstehung  der  die  Ausblühungen  besonders  fördernden 
Anionen  nicht  mit  einzutragen,  wurden  solche  Verbindungen 
gewählt,  deren  Anion  sich  beim  Brennen  leicht  zersetzt  und 
verflüchtigt,  also  die  Karbonate  der  angeführten  Elemente  und 
auch  Bariumnitrat.  Die  Karbonate  wurden  den  Versuchs- 
mischungen durchwegs  in  Palverform,  Bariumnitrat  in  Lösung 
»beigesetzt. 

Im  ganzen  wurden  63  verschiedene  Versuche  mit  Zettlitzer 
3 Kaolin  und  9  Versuche  mit  Ziegelton  durchgeführt,  und  zwar  mit 
liier  schon  größeren,  aber  konstanten  Menge  von  1  °/0  Va05  sowie 
Si°/o  KV03.    Dabei  wurde  in  der  Weise  vorgegangen,  daß  man 
zuerst  durch  Trockenmischen  eine  homogene  Mischung  der 
keramischen  Erden  mit  Vanadiumpentoxyd  oder  Kaliumvanadat 
bereitete,  worauf  aus  einem  Teil  der  Mischung  und  der  nc'.I0  — 
Menge  destillierten  Wassers  die  Versuchskörper  durch  Formen 
hergestellt  wurden;  zum  andern  Teil  der  Mischung  setzten  wir 
dann  eine  bestimmte  Menge  jener  Stoffe  zu,  welche  die  Bildung 
der   Ausblühungen    einschränken    bezw.    verhindern  sollten, 
mischten  gründlich  durch  und  formten  daraus  Unter  Wasser- 
zugäbe    die  Versuchskörper.     Aus  jeder  'Versuchsmischung 
wurden  10  Formlinge  von  etwa  Ö8X20X14  mm  hergestellt,  die 
7  Tage,  öfter  umgedreht,  an  der  Luft  im  Labor atoriam  und  dann 


noch  im  Trockenschrank  bei  80°  C  getrocknet  wurden.  Die 
Karbonatzugabe  betrug  das  zweifache  Aequivalent  des  V205 
und  KV03  mit  einem  5  °/0igen  Ueberschüß  als  Sicherheit  gegen 
ein  ungenügendes  Durchkneten  der  Mischung.  Bariumnitrat 
wurde  in  äquivalenter  Menge  zum  KVO,  zugegeben. 

Nach  dem  Austrocknen  der  Formlinge  wurden  dieselben 
sofort  untersucht  und  zum  Teil  bei  500,  700,  900  und  1100°  C 
in  einer  oxydierenden  und  reduzierenden  Atmosphäre  gebrannt. 
Es  wurden  dann  bestimmt:  der  Glühverlustj  die  Farbe  der 
Flächen,  Kanten  und  Ecken,  der  Bruchfläche,  des  durch  Zer- 
reiben gewonnenen  Staubes,  das  Verhalten  des  Staubes  gegen 
Wasser,  besonders  hinsichtlich  der  Farbe  der  Lösung,  die  in 
Form  von  V205  in  Lösung  übergegangene  Menge  des  Vanadiums, 
das  Verhalten  der  Formlinge  beim  Wasseranfeuchten  und  nach- 
träglichen Austrocknen  in  Bezug  auf  die  Bildung  der  Ausblü- 
hungen (Kapillaritätsprüfang).  Das  Brennen  der  Formlinge  ge- 
schah wie  oben  angegeben. 

Zur  Bestimmung  der  durch  Wasser  ausgelaugten  Vanadium- 
menge wurde  etwa  die  Hälfte  von  jedem  Formling  zu  Pulver 
zerrieben  und  dieses  durch  ein  900-Maschen-Sieb  gesiebt. 
Eine  bestimmte  Menge  des  Pulvers  wurde  dann  auf  der 
Meißner'schen  Schüttelmaschine  (6  Aufschläge  in  1  Minute) 
1  Stunde  lang  in  den  mit  eingeschliffenen  Glasstöpseln  ver- 
sehenen Staubflaschen  von  20©  ccm  Inhalt  mit  100  ccm  destil- 
liertem Wasser  geschüttelt,  und  die  Lösung  dann  4  Tage  zur 
Klärung  stehen  gelassen.  Die  Trübung  verschwand  nach 
4  Tagen  bei  einigen  Proben  vollkommen,  bei  anderen  nur  teil- 
*  weise.  Es  war  aber  in  allen  Fällen  möglich,  durch  vorsichtiges 
Abpipettieren  der  oberen  klaren  Flüssigkeit  und  deren  Filtration 
eine  genügende  Menge  klare  Lösung  zur  Bestimmung  des 
Vanadiums  zu  gewinnen,  die  kolorimetrisch  nach  der  Methode 
von  Maillard  16)  erfolgte,  welche  letztere,  wie  wir  gefunden 
haben,  die  größte  Empfindlichkeit  bei  Konzentrationen  von 
©,0001  bis  0,001  °/0  V205  bei  unseren  Versuchen  aufwies.  Zum 
kolorimetrischen  Vergleich  bereiteten  wir  eine  Lösung  durch 
entsprechende  Verdünnung  der  Lösung  des  Kaliumvanadates 
(0,0224  °/0  Va05)  mit  Wasser.  Es  wurde  immer  mit  15  ccm  der 
Lösung  nach  Zugabe  von  10°/0igem  Merck'schen  Wasserstoff- 
superoxyd in  gläsernen  Eprouvetten  von  demselben  Durch- 
messer (16  mm)  gearbeitet. 

Die  Prüfung  auf  Wasseraufnahme  und  Austrocknen  wurde 
in  der  Weise  durchgeführt,  daß  die  Formlingsreste  nach  der 


»«)  Maillard:  Boll.  80c.  oMm.  1900,  8.  55», 


840  —  Nr.  81 


SPRECH  SAAL  -  CÖBlfRÖ. 


1W1  (W.  mtgätfi') 


Mast  er  entnähme  zur  analytischen  Bestimmung  des  Vanadiums  der  Entfernung  des  Wassers  durch  Trocknen  die  Rückstände 

in  kleine  Gläser  gestellt  worden,  in  welche  man  dann  destil-  näher  nntersncht. 

liertes  Wasser  bis  zu  i]i  der  Höhe  der  Formlingsreste  goß.  Das  Ergebnis  sämtlicher  Versuche  ist  nachstehender  Üeber- 

Nach  48  Standen  wurden  zuerst  die  Flüssigkeiten  und  nach  sieht  zusammengestellt: 


Formlinge  aus  99°/0  Kaolin  und  l°/0  V205. 


Formlinge 

Gltihverlust 

% 

Farbe 

Aar  RmoVvflIKphß 
Ucr  J>ruCQlllnLIlo 

,4  Q  n    IJ  ni  Travel 

ueo  r  mvers 

Auslauge 

Ausgelaugtes 

TT  f\ 

Vii06 

mg 

Kapillaritätsprttfung 

a)  getrocknet 

'  — 

gelbe  Flächen 

licht  gelbbraun 

braungelb 

| 

stark  gelb 

0,591 

FL  u.  E.  stark  gelb- 

braun, Ecken  orange 

b)  oxydierend 

gebrannt : 
bei  500«  C. 

0,99 

Fl.  scbmntziggelb 

lichtgelb 

lichtgelb 

gelb 

0,243 

Fl.  gelb,  E.  orange 

K  grünbraun 

lichtgelb 

bei  700°  C. 

10,87 

schmutzig 

lichtgelb 

farblos 

0,021 

E.  gelbbraun 

gelbgrttn 

bei  900°  C. 

12,33 

gelbgrün 

lichtgelb 

graugelb 

schwach  gelblich 

0,076 

obere  Fl.  gelb,  E.  u.  E. 

orange 

bei  1100°  C. 

12,73 

lichtgelb 

lichtgelb 

lichtgelb 

schwach  gelblich 

0,095 

obere  Fl.  gelb,  E.  orange 

c)  reduzierend 

gebrannt : 

licht  grangrün 

bei  500°  C. 

3,53 

grün 

lichtgrau 

gelbgrttn 

0,143 

obere  Fl.  gelbgrttn, 

E  gelbbraun 

bei  700»  C. 

11,98 

graugrüngelb 

lichtgrau 

graugrün 

farblos 

0  046 

obere  Fl.  gelbgrttn 

bei  900»  C. 

12  52 

graugrün 

lichtgrau 

lichtgrau 

farblos 

0,048 

obere  Fl.  schwach  gelb 

bei  1100»  C. 

12,78 

gelbgrün 

gelbgrün 

gelbgrttn 

farblos 

0,078 

obere  Fl  gelbgrttn 

Formlinge  aus  99°/0  Kaolin,  l°/0  V205  und  2  Aequiv.  -f  5  °/0  BaCOB. 


Formlinge 

Glühvtriust 

°/o 

äußere 

Farbe 
der  Bruchfläche 

des  Pulvers 

Auslauge 

Ausgelaugtes 

vso6 

mg 

Kapillaritätsprüfung 

a)  oxydierend 
gebrannt: 
bei  500»  C. 

"  bei  700  «  C. 

2,13 
12,06 

Fl.  u.  E.  licht- 
gelb 

gelbweiß,  gelb- 
braun bis  gelb- 
grttn 

lichtgelb 

weiß  mit  Gelb- 
stich 

weiß   mit  gelb» 
braunem  Stich 

gelbweiß 

weißrosa 
lichtgelb 

farblos 
gelblich 

0,025 
0,098 

bloß  auf  einer  E.  unbe- 
deutende gelbe  Aus- 
blühung 

ganze  obere  Fl.  licht- 
gelb, eine  E.  orange 

bei  900°  C. 

bei  1100°  C. 

h*\  rßdnzierend 
gebrannt : 
bei  500»  0. 

bei  700 »  C. 

bei  900»  C. 

bei  1100  C. 

13,07 
13,54 

gelbweiß 
gelbwsiß 

weißgelb 
weißgelb 

lichtgelb 
farblos 

0,116 
0,080 

obere  Fl.  lichtgelb,  E.  u. 

anliegende  E.  orange 
obere  Fl.  lichtgelb,  bei 

den  E.  dttnkler,  2  E. 

orange 

3,88 
12,87 
13,55 

13,57 

verschieden : 
grau,  violett, 
rot,  graugelb 

verschieden : 
grau,  violett, 
braungrttn 

schwarz,  an  man- 
chen Stellen 
graublau  bis 
braun  violett 

grau,  stellenweise 
gelbgrttn 

weiß   mit  Stich 
ins  Graue 

grauweiß 

grauweiß 

weiß   mit  Stich 
ins  Gelbgrüne 

lichtgrau 

lichtgrau 

lichtgrau  mit  Ab- 
stich ins  Blaue 

weiß  mit  gelb- 
grünem  Stich 

farblos 
farblos 
farblos 
farblos 

0,012 
0,026 
0,006 
0,069 

ohne     sichtbare  Ans- 
blühungen 

ohne    sichtbare  Ans- 
bltthungen 

ohne    sichtbare  Aus- 
blühungen 

obere  Fl.   zur  Hälfte 
lichtgelb,  E.  orange 

Formlinge  ans  99°/8  Kaolin,  1 

°/0  V,05  und  2  Äequiv.  +  5°/0  CaC03. 

Formlinge 

Gitiuverlust 

% 

äußere 

Farbe 
der  Bruchfläche 

des  Pulvers 

Auslauge 

Ausgelaugtes 

v,o6 

mg 

Eapillaritätsprüfung 

a)  getrocknet 

b)  oxydierend 
gebrannt: 
bei  500»  C. 

bei  700°  C. 

bei  900«  C. 

bei  1100»  C. 

Fl.  gelb,  E.  u.  E. 
m  Abstich  ins 
Braune 

grauweiß 

grangelb 

gelblich 

0,642 

auf  allen  E.  u.  E.  gelb- 
braune Ausbitthungen 
(bis  orange) 

1,17 
12,12 
13,27 
13,72 

schmutzig  gelb- 
grün 

gelb  bis  gelb- 
braungrün 

lichtgelbgrttn 

lichtgelbgrttn 

licht  gelbgrttn 

weiß  mit  Stich 
ins  Gelbbraune 

weiß  mit  Stich 
ins  Gelbe 

gelbweiß 

grangelb 

braunweiß 
gelbweiß 

gelblich 
farbloB 
farblos 
farblos 

0,490 
0,141 
0,258 
0,063 

auf  2  E.  der  oberen  Fl. 

gelbe  AuBblühungen 
ohne     sichtbare  Aus- 

blühnngen 
obere  Fl.  lichtgelb,  E. 

n.  E.  orange 
1  E.  gelb 

c)  reduzierend 

'•  >s<  -  ■ 

gebrannt: 
bei  600»  C. 

5,86 

gelbgrttn  bi  8  grün- 
blau, K.  dunkel- 
blau 

schwarzblau 

schwarzblau 

licht  grüngelb, 
stelleuweise 
braun  bis  grttn 

graugrün 

grangrün 

farblos 

0,400 

ohne     sichtbare  Aus- 
blühungen 

bei  700»  (J. 
bei  900»  G. 
bei  1100«  C. 

12,89 
18,80 
13,86 

grauweiß 
granweiß 
granweiß 

graubläulich 

grau  nach  blau- 

grttn 
weiß   mit  Stich 

ins  Grangrüne 

farblos 

farblos 

"  ii 

farblos 

0,068 
0,035 

ohne  sichtbare  Aus- 
bltthungen 

ohne  sichtbare  Aus- 
blühungen 

obere  Fl.  zur  Hälfte 
lichtgelb,  E.  n.  E. 
orangefarbig 

i 


1922.   (65.  Jahrgang.) 


SPRECHSÄÄL-COBURO. 


Mr.  31 


347 


Formlinge  aus  99°/0  Kaolin,  l°/0  V205  und  2  Aequiv.+5°/0  PbC08. 


Formlinge 


s)  getrocknet 


b)  oxydierend 
gebrannt : 
bei  600°  C. 


bei  700»  C. 
bei  900°  C. 

bei  1100«  C. 

e)  reduzierend 
gebrannt : 

I   bei  500»  C. 

bei  700°  C. 
:  bei  900*  C. 
bei  1100»  C. 


Glühverlust 

°/o 


1,35 

12,17 
13,11 

13,54 

6,75 
12,87 
13,73 
13,84 


äußere 


Farbe 
der  Bruchfläche 


lichtgelb,  E.  nach 
Brann 


Fl.  lichtgelb, 
E.  grüngelb 

Fl.  lichtgelb, 

E.  branngelb 
Fl.  liohtgelb,  an 

den  E.  stark 

gelb 
Fl.  lichtgelb, 

E.  stark  gelb 


Fl.  grau-  bis 
dunkelgrün 

Fl.  K  graublau- 
grün 

Fl.  grau,  E.  grau- 
schwarz 

licht  grüngelb 


gelbweiß 


liohtgelb 

lichtgelb 
lichtgelb 

liehtgelb 

graugrün 

licht  graugrün 

licht  graugrün 

weiß  m.  Stich  ins 
Gelbgrüne 


des  Pulvers 


lichtgelb 

lichtgelb 

lichtgelb 
lichtgelb 

lichtgelb 

graugiün 
graugrün 
licht  grangrün 
grauweiß 


Auslauge 


lichtgelb 

lichtgelb 

farblos 
farblos 

farblos 

farblos 
farbloB 
farblos 
farblos 


Ausgelaugtes 
VA 
mer 


0,219 


0,182 

0,014 
0,049 

0,022 

0,023 
0,029 
0,016 
0,009 


Eapillaritätsprüfung 


E.  mit  braungelben  Aus- 
blühnngen,  E.  orange- 
farbig 


E.  mit  gelben  Aus- 
blühungen, E.  orange- 
farbig 

auf  2  E.  unbedeutende 

Auabittbungen 
obere  Fl.  liohtgelb,  E. 

n.  1  Ecke  gelbbraun 

an  den  Eanten  stark 
gelbe  Ausblühungen 


ohne  siehtbare  Aus- 
blühungen 

ohne  sichtbare  Aus- 
blühungen 

auf  1 E.  schwache  grüne 
Ausblühung 

auf  1  E.  unbedeutende 
gelbe  Ausblühung 


Formlinge  aus  99°/0  Kaolin,  l°/0  V205  und  2  Aequiv.  +  5°/0  MnC03. 


Formlinge 


b)  getrocknet 


b)  oxydierend 
gebrannt 
bei  500»  C. 

bei  700°  C. 


bei  900»  C. 

I  bei  1100«  C. 

e)  reduzierend 
gebrannt : 
bei  600«  C. 

bei  700»  C. 

bei  900»  C. 

bei  1100»  C. 


Formlinge 


a)  getrocknet 

b)  oxydierend 
gebrannt : 

bei  500«  C. 

bei  700»  C. 
bei  900«  C. 

bei  1100»  C. 

c)  reduzierend 
gebrannt : 
bei  500«  C. 

bei  700»  C. 

bei  900»  C. 

bei  1100«  C. 


Glühverlust 


Süßere 


1,61 
11,98 

13,37 
13,79 

5,34 
13,13 
13,22 
13,90 


gelbbraun 


Fl.  lichtbraun,  E. 

gelbbraun 
Fl.  lichtbraun,  E 

gelbbraun 

Fl.  lichtbraun,  E. 

braunrot 
Fl.  lichtbrann,  E. 

etwas  dunkler 


Fl.  gelbbraun 

Fl.  graugrün,  E 
granechwarz 

Fl.  graugrün,  E. 
dunkel 

Fl.  lichtbrann,  E 
brannviolett 


Farbe 
der  Brachfläche 


lichtgelbbraun 

iichtbrannrosa 
lichtgrau 

lichtgelbbraun 
lichtbraun 

grangrün 
lichtgrau 
lichtgran 
lichtbraungrün 


des  Pulvers 


Auslauge 


Ausgelaugtes 

V206 
mg 


Eapillaritätsprüfung 


gelbbraun 

Iichtbrannrosa 
grau 

gelbbraun 
lichtbrann 

grangelb 

grau  mit  Stich 

ins  Grüne 
grau  mit  Stich 

ins  Grüne 
lichtbraungrün 


gelb 

gelb 
farblos 

farblos 
farblos 

farblos 
farblos 
farblos 
farblos 


0,443 

0,204 
0,021 

0,103 
0,084 

0,199 
0,116 
0,064 
0,017 


An  den  E.  Ausblühungen 
stark  braungelb 


An  den  K  braungelbe 
Ausblühungen 

Ein  Teil  d.  Fl.  gelb- 
grün, 1  E.  gelbbraune 
Ausblühungen 

Obere  Fl.  lichtgelb,  1  E. 
n.  1  E.  orangebrann 


An  den  E.  braunrote 
Ausblühungen 

Ein  Teil  d.  Fl.  gelb- 
grün 

Ein  Teil  d.  Fl.  dunkel- 
grün 

Obere  Fl.  braungelb, 
E.  gelbbraun 


Formlinge  aus  99%  Kaolin,  l°/0  KV03  und  2  Aequiv.  +  5  BaC03. 


Glühverlust 


1,48 

11,45 
12,58 

13,20 


2,97 
•  12,28 
12,40 
13,07 


äußere 


Farbe 
der  Bruchfläche 


des  Pulvers 


Auslauge 


Ausgelaugtes 

Va05 
nur 


Fl.  weiß, 
E.  gelblich 


lichtgelb 
gelb 

licht  grüngelb 
licht  grüngelb 


licht  graugrün 
graudunkelgrün] 
'graudunkelgrün 
blangrün 


weiß 


lichtgelb 

lichtgelb 
lichtgelb 

licht  gelbbraun 


lichtgraugrün 
lichtgran 
lichtgrau 
lichtgelbgrün 


weiß 


lichtgelb 

lichtgelb 
lichtgelbbraun 

lichtgelbbraun 


lichtgraugrün 
graublau 
lichtgraugrttn 
lichtgelbgrün 


farblos 


farblos 

farblos 
farblos 

farblos 


farblos 
farblos 
farblos 
farblos 


0,230 


0,024 

0,023 
0,051 

0,013 


0,024 
0,026 
0,021 
0,016 


Eapillaritätsprüfung 


Stark    gelbgrüne  Aus- 
blühungen 


Ohne    merkliche  Aus- 
blühungen 

Obere  Fl.  lichtgelb 

Obere  Fl.  gelb, 
1  E.  orange 

Obere  Fl.  gelb 


Ohne  merkliche  Aus- 
blühungen 

Ohne  merkliche  Aus- 
blühungen 

Ohne  merkliche  Aus- 
blühungen 

Obere  Fl.  gelb 


i 


348  —  Hr.  31 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


1922.  (66. 


Formlinge  aus  99e/0  Kaolin,  l°/0  KV03  und  1  Aequiv.  (BaN03)2. 


Formlinge 

Glühverlust 

°/o 

äußere 

r  aroe 
der  Brucbfläche 

des  Pulvera 

Aualauge 

Ä  n  U  rf  w  1  n  n  n>rau 

a  u  o  g  o  j.  a  u  je  iiCo 

v,o6 

mg 

a)  getrooknet 

weiß 

weiß 

weiß 

farblos 

0,034 

b)  oxydierend 
gebrannt : 
bei  600°  (J. 
bei  700«  c. 

12,03 

weiß 
weiß 

lichtgelb 
lichtgelb 

licntgelD 
lichtgelb 

farblos 
farblos 

0,048 
0,036 

bei  900»  C. 
bei  1100"  (J. 

12,87 
lo,l\) 

lichtgelb 
weiß 

lichtgelb 
licßtgelb 

lichtgelb 
lichtgelb 

farblos 
farblos 

0,055 
0,058 

c)  reduzierend 
gebrannt : 

bei  500  °  0. 



weiß 

lichtgelb 

lichtgelb 

farblos 

0,048 

bei  700°  C. 

lichtgrau 

lichtgrau 

lichtgrau 

farbloa 

0,029 

bei  9000  c. 
bei  1100°  C. 

13,19 
13,27 

lichtblaugrau 
licht  grünlich 

lichtgrau 
lichtgelbgrün 

lichtgrau 
lichtgraugrün 

farblos 
farblos 

0,020 
0,066 

Eapillaritätsprttfang 


An  1  K  gelbgrüne  Aas- 
blühungen 


Obere  Fl.  lichtgelb 
Obere  Fl.  gelb,   2  E. 

orange 
Obere  Fl.  gelb,  2 

orange 
Obere  Fl.  gelbgrÜD, 

E.  u.  E.  orange 


2  K.  gelb,  1  E.  gelb- 
braun 

Ohne    merkliche  Aus- 

blühungen 
Obere  E.  grüngelb 
Obere  Fl.  licht  grüngelb 


Formlinge  ans  ans  99  °/0  Ziegelton  und  1  °/0  V205. 


Formlinge 

Gltthverlust 

% 

äußere 

Farbe 
der  Bruchfläche 

des  Pulvera 

Auslauge 

Ausgelaugtes 
VA 
mir 

a)  getrocknet 

b)  oxydierend 
gebrannt: 
bei  500»  C. 

0,63 

dunkel  okerartig 
lichtbraun 

dunkel  oker artig 
rotbraun 

gelbbraun 
rotbraun 

gelb 
gelb 

0,728 
0,288 

bei  700»  C. 

3,26 

lichtbraun 

rotbraun 

rotbraun 

rotbraan 

0,090 

bei  900»  C. 

4,06 

braunrot 

braunrot 

braunrot 

rotbr.  du 

0,023 

;  bei  1100«  C. 

4,30 

dunkelrot 

kakaofarbig 

kakaofarbig 

farblos 

0,0C5 

c)  reduzierend 
gebrannt : 

bei  500  0  c. 

1,80 

graubraun 

graubraun 

graubraun 

schwach  braun 

0,138 

bei  700»  C. 

4,38 

grauschwarz 

grauachwarz 

graubraun 

schwach  graugelb 

0,073 

bei  900»  C. 

4,66 

grauachwarz 

grauschwarz 

grauachwarz 

graugelb 

0,049 

bei  1100»  C. 

4,69 

schokoladef  arbig 

achokoladef  arbig 

grauschwarz 

farblos] 

0,003 

Eapillarii  Bfcprüf  ung 


Ans  den  Ergebnissen  unserer  Versuche  geht  in  erster  Linie 
hervor,  daß  der  Zusatz  des  Vanadiums  zu  den  benutzten  kera- 
mischen Erden,  aus  denen  die  Formlinge  hergestellt  werden, 
Aenderungen  in  der  Farbe,  und  zwar  sowohl  der  getrockneten, 
als  auch  der  gebrannten  Formlinge  verursachte,  weiter,  daß  er 
auch  zum  größten  Teile  die  Bildnng  der  Vanadiumansblfihungen 
veranlaßte. 

Auf  Grund  der  Literatur  angaben  erwarteten  wir,  daß  die 
Ansblühnngsfähigkeit  mit  steigender  Temperatur  schwinden 
würde;  dies  erwies  sich  jedoch  nnr  beim  Ziegelton  als  aus- 
nahmslos richtig,  während  beim  Kaolin,  sowie  bei  anderen 
Mischungen  sich  die  Verhältnisse  in  der  Hauptsache  ganz 
anders  gestalteten,  wobei  der  Charakter  der  Ofenatmosphäre 
einen  bestimmten  Einfluß  zeigte. 

Vergleicht  man  die  in  Lösung  gegangene  Menge  des  V205 
bei  dem  in  oxydierender  Atmosphäre  gebrannten  Kaolin,  so 
sieht  man  sofort,  daß  in  allen  Fällen  diese  Menge  bis  zn  700 0  C. 
sinkt,  bei  900°  C.  wiederum  steigt  und  bei  1100°  C.  wieder 
stark  sinkt. 

Die  geringfügigen  Abweichungen  bei  Kaolin  mit  dem 
Vanadiumpentoxyd  allein  und  beim  Kalium  van  adat  mit  dem 
Barinmnitrat  sind  wahrscheinlich  nnr  auf  Versnchsfehler  zurück- 
zuführen. Im  Reduktionsfeuer  sind  die  Erscheinungen  nicht 
mehr  so  regelmäßig.  Eine  gewisse  Regelmäßigkeit  erscheint 
vielleicht  nnr  im  Sinken  der  löslichen  Vanadiumpentoxydmenge 
bis  zn  900°  C,  aber  wiederum  nnr  nnter  der  Voraussetzung, 
daß  die  geringen  Abweichungen  bei  700°  C  bei  den  Mischnngen 
ans  Kaolin,  Vanadiumpentoxyd,  Barium-  und  Bleikarbonat,  sowie 
auch  bei  der  Mischung  aus  Kaolin,  Kalinmvanadat  nnd  Barium- 
karbonat anch  nur  auf  Versuchsfehler  zurückzuführen  wären. 
Dagegen  weisen  die  Mischungen  des  Kaolins  mit  dem  Vanadium- 
pentoxyd allein,  weiter  die  Mischungen  ans  Kaolin,  Vanadium- 
pentoxyd, Barinm-  nnd  Calciumkarbonat,  sowie  auch  die 
Mischnngen  aus  Kaolin,  Kalinmvanadat  nnd  Barinmnitrat  bei 
1100°  C  ein  Steigen,  die  Mischnngen  aus  Kaolin,  Vanadiumpent- 


An  Fl.  stark  gelbe  Aus- 
blühungen, K.  u.  E. 
gelbgrün  bis  schoko- 
ladefarbig 

An  oberen  Fl.  u.  E. 
achwache  gelbliche 
Aufblähungen 

An  1  E.  gelbe  Aus- 
blühung 

Ohne  merkliche  Aub- 
blühungen 


Obere  Fl.  graugrün,  an 
2  E.  rotbraune  Aua- 
blühungen 
An  1  E.  gelbe  Aus- 
blühuneren,  an  den  E. 
giaigiüa 
An  den  E.  Abfärbung 

ins  Grüne 
Ohne    merkliche  Aus- 
blühungen 

oxyd,  Blei-  nnd  Mangankarbonat  dann  ein  Sinken  des  Gehalts 
an  Vanadiumpentoxyd  im  Ansiaugewasser  gegenüber  den  bei 
900°  gebrannten  aus. 

Was  die  Ergebnisse  der  Kapillaritäts-Versuche  betrifft,  so 
war  nur  eine  geringe  Menge  der  Formlinge  frei  von  Aus- 
blühungen. Von  diesen  waren  wiederum  die  meisten  in  der 
reduzierenden  und  nur  ein  kleiner  Teil  in  der  oxydierenden 
Atmosphäre  gebrannt.  Von  den  znr  Einschränkung  der  Aus- 
blühungen gewählten  verschiedenen  Znsätzen  wirkt  der  Bildung 
der  Ansblühnngen  am  besten  das  Bariumkarbonat,  weniger  schon 
das  Calciumkarbonat,  noch  weniger  Blei-  nnd  Mangankarbonat 
entgegen.  Eine  genaue  Abhängigkeit  zwischen  der  in  Lösung 
übergegangenen  Menge  des  Vanadinmpentoxyds  und  der  Bildnng 
von  Ansblühnngen  bei  den  Formlingen  wnrde  nicht  festgestellt. 

Unsere  Arbeitsmethode  wnrde  dnrch  einige  Versnchsfehler 
belastet,  die  dnrch  die  Unmöglichkeit  eines  absolnt  homogenen 
Durchmischens  und  Verteilens  der  löslichen  Vanadiumzusätze 
in  den  Formlingen  entstanden.  Infolge  der  Kapillarität  häufte 
sich  besonders  an  den  Kanten  nnd  Ecken,  wie  auch  an  den 
Flächen  der  Formlinge  eine  größere  Menge  von  Vanadium  an 
als  im  Inneren  derselben,  nnd  es  entstand  an  manchen  Stellen 
ein  bestimmter  Vanadiumübersschuß  im  Verhältnis  zn  den  bei- 
gesetzten unlöslichen  Karbonatmengen,  mit  denen  die  Versuche 
znr  Einschränkung  der  Ausblühungen  durchgeführt  wurden. 
Weiter  wnrde  bei  der  Bestimmung  des  Gehaltes  an  ausgelangtem 
Vanadium  nnr  mit  halben  Formlingen  gearbeitet,  was  bei  der 
erwähnten  ungleichen  Vanadinmverteilung  in  den  Formlingen 
eine  weitere  Ursache  von  Versnchsfehlern  sein  konnte. 

Die  Arbeitsmethode,  die  bezüglich  des  Arbeitens  mit 
plastischen'  Massen  den  Verhältnissen  in  der  Praxis  bei  der 
Verarbeitung  keramischer  Rohstoffe  am  meisten  entspricht,  bot 
aber  im  Grunde  doch  eine  genügende  Möglichkeit,  sich  über 
das  Verhalten  des  Vanadinmpentbvyds,  sowie  auch  des  Kalium- 
vanadats  ohne  oder  beim  Vorbandensein  weiterer  Zusätze  zu  den 


t 


19S9.  (M.  Jahrgang,) 


SPRECHSAAL -COBURO. 


Mr.  31  —  349 


keramischen  Erden  in  Bezug  auf  die  Färbung  und  die  Bildung 
von  Ausblühungen  zu  unterrichten. 

Wegen  der  erwähnten  Versuchsfehler  und  auch  einst- 
weiligen Fehlens  sonstiger  näherer  Daten  über  das  Verhalten 
des  Vanadiums  gegenüber  den  in  keramischen  Erden  befind- 
pichen Stoffen  bei  verschiedenen  Temperaturen,  wurde  von  dem 
,  Versuche,  die  beobachteten  Erscheinungen  theoretisch  zu  er- 
klären, abgesehen. 

Znsammenf  assung. 

1.  Es  wurde  über  das  Vorhandensein  merklicher  Vanadium* 
Rmengen  in  keramischen  Rohstoffen,  sowie  über  die  Neigung  der 
|aus  solchen  Rohstoffen  hergestellten  keramischen  Erzeugnisse 
[zur  Bildung  einer  unschönen  Färbung  und  von  Vanadium- 
aasblühungen  berichtet. 

2.  Es  wurde  besonders  der  Einfluß  des  Vanadiums  auf  die 
Schmelzbarkeit,  die  Farbe  und  die  Bildung  von 'Ausblühungen 
bei  reinem  Kaolin  beobachtet,  letztere  Eigenschaft  auch  bei 
einem  typischen  Ziegeltou;  weiter  wurden  Versuche  zur  Ein- 
schränkung oder  event.  Verhinderung  der  Ausblühungen  vor- 
genommen. 

3.  Die  Ergebnisse  waren  folgende: 

a)  Vanadiumpentoxyd  setzt  die  Schmelzbarkeit  des  Kaolins 
(Kaolinits)  herab.  Bei  einem  unbedeutenden  Gehalt  an  Vanadium, 
wie  er  in  der  Regel  in  den  keramischen  Erden  vorkommt,  kann 
es  vom  praktischen  Standpunkte  aus  keinen  merklichen  Einfluß 
auf  die  Schmelzbarkeit  ausüben. 

b)  Das  Färbevermögen  des  Vanadiumpentoxyds  und  des 
Kaliumvanadats,  das  sich  durch  eine  gelbe  Farbe  in  verschiedenen 
{Nuancen  äußert,  macht  sich  erst  bei  0,1  °/0  der  angeführten 
(Stoffe  bei  Normaltemperatur  und  auch  im  Brande  geltend. 
Dieser  Färbung  kann  man  in  genügendem  Maße  durch  Zusatz 
von  Bariumverbindungen  (z.  B.  Nitrat  und  Karbonat)  entgegen- 
wirken. 

c)  Seger's  Angabe  über  den  günstigen  Einfluß  des  Reduk- 
tionsbrandes auf  die  Einschränkung  der  Vanadiumausblühungen 
wurde  bestätigt. 

d)  In  bestimmten  Fällen  kann  durch  einige  Zusätze,  die  mit 
den  löslichen  Vanadiumverbindungen  unlösliche  Verbindungen 
liefern,  und  zwar  besonders  Barium-  und  Calciumverbindungen, 
Ij&ei  bestimmten  Brenntemperaturen  eine  bedeutende  Einschrän- 
kung und  sogar  auch  Verhinderung  der  Vanadiumausblühungen 
erzielt  werden. 


Das  Pyrexglas. 

I  Von  Dr.  Oskar  Lecker  (Lausitaer  Industrielaboratorium),  Cottbus. 

(NachdrucE  verboten.) 

I  Zu  den  Ergänzungen  des  Herrn  Dr.  W.  K.  in  Nr.  25  des 
Sprechsaal  zu  meiner  Abhandlung  über  das  Pyrexglas  bemerke 
ich  noch: 

Da  Kalk  ein  üblicher  Bestandteil  eines  Glases  ist,  Magnesia 
dagegen  mehr  oder  weniger  unerwünscht,  so  wurden  in  der  quali- 
tativen Vorprüfung  die  Ergebnisse  entsprechend  gewürdigt; 
[die  geringen  Spuren  Kalk  wurden  als  nicht  vorhanden,  Magnesia 
dagegen,  die  in  der  qualitativen  Probe  auch  bedeutend  stärker 
ins  Auge  fällt,  als  vorhanden  bezeichnet.  Die  quantitative 
Analyse  ergab  nun  tatsächlich  etwas  mehr  Kalk  als  Magnesia, 
trotzdem  sind  beide  Bestandteile  dem  Gemenge  nicht  zuge- 
setzt, sondern  entstammen  nur  Verunreinigungen  der  Roh- 
materialien. 

Bezüglich  des  Ausdehnungskoeffizienten  ist  tatsächlich  ein 
Fehler  unterlaufen.    Die  französische  Patentschrift,  die  den- 


Wirtschaft  lich-g 

Gesetzgebung,  Steuern. 

Das  Gegetz  zur  Aenderung  des  Einkommensteuergesetzes,  das 
Vöm  Reichstag  am  17.  7.  in  3.  Lesung  angenommen  worden  ist,  bringt 
im  wesentlichen  drei  Neuerungen,  nämlich  einmal  eine  Tarif  änderung, 
sodann  eine  Erhöhung  der  Beträge,  um  die  sich  die  Einkommen- 
steuer ermäßigt,  und  mit  der  letztgenannten  Aenderung  im  engsten 
Zusammenhang  stehend  eine  Milderung  des  Steuerabzuges.  Ab- 
gesehen davoD,  daß  entsprechend  dem  Tarif,  der  künftighin  bei  einem  Ein- 
kommen bis  zu  M  100000  einen  Steuersatz  von  nur  10%  vorsieht,  die 
Einkommensteuer  vom  Arbeitslohn  bei  einem  Einkommen  bis  zu  JC  100000 
durch  den  ordnungsmäßig  vorgenommenen  Steuerabzug  als  getilgt  gilt, 
flini  die  Beträge,  um  die  Bich  der  einzubehaltende  Betrag  von  10%  er- 
mäßigt, vom  1.8.  22  ab  wie  folgt  erhöht  worden: 

Fnr  dtn  Steuerpflichtigen  und  seine  Frau  auf  je  M  40  bei  monat- 
licher, auf  M  9,60  bei  wöchentlicher  und  auf  JC  1,60,  bei  täglicher  Zah- 
lung des  Arbeitslohnes;  für  jedes  zur  Haushaltung  zählende  mindei jährige 
Kiud  auf  je  JC  80,  bezw.  JC  19,20  und  M  3,20;  für  die  zur  Abgeltung 
der  nach  §  13  Abs.  1  Nr.  1  bis  7  zulässigen  Abzüge  (Werbungskosten)  auf 
M  90,  bezw.  JC  21,60  und  Ji  3,60. 


selben  mitteilte,  war  ohne  Angabe,  ob  linear  oder  kubisch ; 
zweifellos  handelt  es  sich  um  den  linearen.  Nach  einer  neueren 
amerikanischen  Feststellung  ist  jedoch  der  kubische  3  a  nur 
gleich  0,0003096,  also  noch  geringer  als  angegeben. 

Es  lauten  also  die  Vergleichszahlen : 

59  III.  3  «  =  0,0000177 
Pyrex  3«  =  0,0000096 
Quarzglas  3«  =  0,0000015 

Aus  Mitteilungen  amerikanischer  Geschäftsfreunde,  die  das 
Pyrexglas  bereits  in  größerem  Mafistabe  im  Laboratorium  ver- 
wenden, erfuhr  ich  inzwischen  noch  viel  Lobenswertes  über 
das  Glas.  Es  wird  bereits  zu  allen  Arten  von  Bechergläsern, 
Retorten,  Ab  dampf  schalen,  Vakuumgefässen,  Autoklaven  etc. 
verfertigt.  Wie  mir  ein  amerikanischer  Kollege  schreibt,  hat 
er  Vakuumdestillationen  bis  über  200  0  C  bei  einem  Druck  von 
10  mm  in  50  1-Kolben  aus  Pyrexglas  ausführen,  bei  12  1- 
Kolben  und  10  mm  Druck  bis  270  0  C  über  freier  Flamme  ohne 
Nachteil  erhitzen  können. 

Nachfolgend  gebe  ich  noch  die  Uebersetzung  eines  Pro- 
spektes der  fabrizierenden  Firma,  der  mancherlei  Interessantes 
enthält. 

Pyrex  oder  G-702  E.  J.  ist  ein  gering  sich  ausdehnendes  Boro- 
silikatglas.  Es  vereinigt  in  sich  eine  Reihe  von  Vorzügen, 
durch  die  es  in  vieler  Beziehung  andere  Gläser  ähnlichen  Typs 
übertrifft,  die  bisher  den  gleichen  Zwecken  dienten.  Die  ein- 
fache chemische  Zusammensetzung  des  Glases  verhindert  den 
Angriff  von  Flüssigkeiten  irgendwelcher  Art.  Es  enthält  keine 
Metalle  der  Magnesia-Kalk-Zink-Gruppen  und  keine  Schwer- 
metalle. 

Festigkeit :  Die  angewandte  Methode  ist  die  von  P.  H.  Walker 
zur  Bestimmung  der  Festigkeit  von  Gläsern  unter  Laboratoriums- 
bedingungen als  Norm  aufgestellte.  (Journal  of  the  American 
Chemical  Society,  volume  27,  p.  865,  1905.)  Becher  von 
250  ccm  Inhalt  werden  mit  150  ccm  dest.  Wasser  gefüllt  und 
48  Stunden  auf  dem  Wasserbade  erhitzt,  wobei  das  verdampfte 
Wasser  stets  auf  das  konstante  Volumen  aufzufüllen  ist.  Unsere 
Methode  unterscheidet  sich  von  der  Walkers  darin,  daß  Wal- 
ker in  der  resultierenden  Lösung  das  Alkali  titriert,  während 
wir  die  Lösung  in  einer  kleinen  Platinschale  zum  Trocknen 
eindampfen  und  die  ganze  gelöste  Menge  wiegen. 

Wiederholte  Proben  mit  Pyrexglas  zeigten  im  Vergleich 
zu  andern  erstklassigen  Gläsern  des  Handels  durchschnittlich 
an  gelöster  Substanz:  \ 

Pyrex  0,0©02  Amerikanisches  Gl.  Nr.  1.  0,0011 

Deutsches  Gl.  0,0011  „  „   Nr.  %  0,0006- 

Widerstandsfühigkeit  gegen  plötzliche  Abkühlung: 
Unsere  übliche  Probe  wird  ausgeführt  durch  Erhitzen  eines 
5  mm-Glasstabes  im  elektrischen  Ofen  und  Abschrecken  des- 
selben in  kaltem  Wasser.  Das  Glas  springt  nicht  bei  dieser 
Methode,  wenn  es  auf  300  0  C  erhitzt  in  kaltes-  Wasser  ge- 
taucht wird. 

Härte :  Pyrexglas  beginnt  nicht  unterhalb  etwa  800  0  C  zu 
erweichen.  Ein  vertikal  aufgehängter  Glasstab  von  1  mm 
Durchmesser  verlängert  sich  bei  dieser  Temperatur  durch  sein 
Eigengewicht  um  1  mm  pro  Minute. 

Ausdehnung:    Linearer  Ausdehnungskoeffizient: 
Pyrex      0,0000032  Bleiglas  0,0000092 

Porzellan  O,O0Q0Od6  Kalkglas  0,0000068—0,0000110 

Der  geringe  Ausdehnungskoeffizient  ermöglicht  es,  Pyrex- 
becher  und  -flaschen  mit  dickeren  Wandungen  als  sonst  üblich  her- 
zustellen ;  damit  wird  eine  große  Dauerhaftigkeit  und  Festigkeit 
der  Gefäße  ohne  Verminderung  der  Widerstandsfähigkeit  gegen 
plötzliches  Erhitzen  und  Abkühlen  erreicht. 


e werblicher  Teil. 

Beispiel:  Verheirateter  Arbeiter  mit  2  Kindern: 

Wochenlohn  JC  1200,  davon  10%  =  M  120.— 

Ermäßigungen  ab  1.8.  22: 

für  ihn  und  Ehefrau  2  X  9.60  =  JC  19,20 
„  die  beiden  Kinder  2X19,20  =  „  38,40 
„  Werbungskosten  „  21.60      JC  79,20 

bleibt:  J$  40,80 
Engültig  einzubehaltender  Steuerbetrag  M  40. — . 
Die  auf  die  vorerwähnte  Erhöhung  der  Ermäßigungen  bezüglichen  Be- 
stimmungen treten  mit  Wirkung  vom  1.8.  22  mit  der  Maßgabe  in  Kraft, 
daß  die  vorgesehenen  Ermäßigungen  bei  jeder  Lohnzahlung  für  den  in  der 
Zät  nach  dem  31.  7.  22  gezahlten  und  nach  dem  31.7.  22.  fällig  gewordeuea 
Arbeitslohn  eintreten,  während  bei  Lohnzahlungen  für  die  Zeit  bis  zum 
3i.  7.  22  für  einen  bis  zu  diesem  Zeitpunkt  fällig  gewordenen  Arbeitslohn 
die  alten  Ermäßigungssätze  nach  dem  Gesetz  vom  20. 12.  21  anzuwenden  sind. 

Der  neue  Tarif  setzt  die  Höchstgrenze  der  10%-igen  Steuer  auf  Ein- 
kommen bis  JC  100000  herauf;  sie  steigt  dann  um  je  6%  in  Stufen  von 
dreimal  Jt  50  000,,  einmal  Jfc  150  000,  dreimal  JC  200 000,  zweimal  JC  1  Mill , 
und  beträgt  für  die  Ernkömmensteile,  die  M  3  Mill.  Überschreiten,  60°/8 


850  —  Hr.  31 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


im  (Ii.  Jahrgang.]! 


Mit  Wirkung  vom  1.1.  22  an  gelten  Versorgungsgebtihrnisse  nicht  als 
steuerpflichtiges  Einkommen. 

Die  Erhöhung  der  Werbangskostenabzttge  kann  beantragt  werden, 
wenn  die  tatsächlichen  Aufwendungen  den  Betrag  von  Jt  1080  um  min- 
destens Ji  1200  übersteigen. 

Die  Abzüge  für  Beiträge  zn  Sterbekassen  sind  erhöht  von  JC  100 
auf  Jt  1000,  für  LebenB Versicherungsprämien  von  JC  3000  auf  M  8000; 
Spareinlagen  bis  JL  8000  jäbrlich  sind  abzugsfähig,  sofern  die  Rückzahlung 
des  Kapitals  nur  f.  d.  Todesfall  bezw.  frühesten«  nach  20  Jahren  vereinbart 
ist  und  die  Vereinbarung  dem  zuständigen  Finanzamt  angezeigt  wird. 
Abzugsfähig  sind  künftig  auch  Steuern  an  die  ReligionsgesellschafteD,  welche 
Körperschaften  des  öffentlichen  Rechtes  sind  (Art.  137  Beichsverf.),  soweit 
die  Steuern  in  dem  maßgebenden  Kalenderjahre  fällig  geworden  sind. 

Die  Höhe  des  steuerbaren  Einkommens,  bis  zn  der  besondere  wirt- 
schaftliche Verhältnisse  (Erziehungsaust!  aben,  Krankheit,  Verschuldung  n.  a  ) 
berücksichtigt  werden,  ist  von  Ji  80  000  auf  Ji  200000  heraufgesetzt. 
Die  Anrechnung  der  Kapitalertraasteuer  erfolgt  bis  zu  M  25  000  Ein- 
kommen mit  100  %,  bis  zn  JC  50  000  Einkommen  mit  50  %.  Die  Ver- 
anlagungsgrenze ist  bei  Einkommen  ans  Arbeitslohn  auf  M  100  000 
heraufgesetzt  worden. 

Gesetz  über  Kündigungsbeschränkung  zugunsten  Schwer« 
beschädigter.  Nach  dem  am  1. 10.  22  in  Kraft  tretenden  Gesetz  vom 
19.  7.  22  wird  die  in  §  18  Abs.  1  d.  G.  über  die  Beschäftigung  Schwer- 
beschädigter vom  6. 4.  20  bestimmte  Frist,  innerhalb  deren  eine  Kündigung 
nach  §  12  Abs.  1  d.  G.  einem  Schwerbeschädigten  gegenüber  erst  wirksam 
wird,  wenn  die  Hauptfürsorgestelle  zugestimmt  hat,  bis  zum  1. 1.  23  ver- 
längert. Bis  zum  gleichen  Zeitpunkt  bleibt  die  erlassene  Verordnung  des 
Beichsarbeitsministers  über  die  Verlängerung  der  Kündigungsbeschränkung 
vom  28. 4.  21  in  Geltung. 


Handel  und  Verkehr. 

Bei  Postpaketen  and  Postfrachtstücken  nach  Ungarn  ist  zur 

Beschleunigung  der  zollamtlichen  Abfertigung  den  Paketkarten  fortan  eine 
offene  Bechnung  oder  eine  Abschrift  davon  beizufügen,  in  der  die  einzelnen 
Teile  des  Inhalts  nebst  den  zugehörigen  Preisen  verzeichnet  Bein  müssen. 


Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen, 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Eine  Aenderung  der  Ausfuhrmindestpreise 
ist  vorgenommen  worden:  für  Korund  und  Schmirgel  ab  25.7.  22. 

Das  Goldzollaufgeld  ist  für  die  Zeit  vom  2.  bis  8.  8.  22  einschließlich 
auf  11400%  festgesetzt  worden. 

Zur  Rückerstattung  der  englischen  Sanktionsabgabe.  Seit 
dem  1  6  22  werden  die  englischen  Beparationsgutscheine  in  einem  Ver- 
fahren eingelöst,  das  den  Wünschen  der  Exporteure  entsprechend  die 
Kurssicberung  auch  für  den  Teil  des  Fakturenbetrages  ermöglicht,  der 
von  der  espliscben  Begierung  als  Reparationsabgabe  einbehalten  wird 
(Vergl  Nr.  26,  S.  298).  Leider  haben  sich  bei  der  technischen  Durch- 
führung große  Schwierigkeiten  daraus  ergeben,  daß  auf  den  Duplikaten 
zahlreicher  Gutscheine  die  Anschriften  der  deutschen  Exporteure  unvoll- 
ständig oder  unleserlich  sied,  wodurch  die  Benachrichtigung  der  Expor- 
teure verzögert  und  in  vielen  Fällen  die  verlustlose  Entdeckung  der  rest- 
lichen ans  dem  Knrsbicherungsgeschäft  fälligen  Devisen  unmöglich  ge- 
macht wird.  Die  mit  den  englischen  Behörden  geführten  Verhandinngen 
haben  den  Erfolg  gehabt,  daß  die  englische  Begierung  für  die  im  folgen- 
den dargestellte  Verbesserung  des  jetzigen  Verfahrens  ihre  Mitwirkung 
zugesagt  hat. 

Statt  der  bisher  üblichen  dreifachen  Ausfertigung  soll  der  deutsche 
Exporteur  in  Zukunft  die  Faktura  für  den  englischen  Impor- 
teur in  4  Exemplaren  ausfertigen,  von  denen  dieser  drei  dem 
zustä<  digeu  tnjfliscüen  Zoüamt  zustellen  und  dieses  auffordern  soll,  eiue 
Au  fe  ligu:  g  dem  an  die  Fri>  densvertrag- Abrechnungsstelle  zu  sendenden 
D  /  p-J  de«  Gutscheins  anzuheften  Um  die  englischen  Importeure  und 
die  Zollstellen  auf  diese  notwendigen  Maßnahmen  besonders  hinzuweisen, 
wird  es  sich  empfehlen,  die  zur  Anheftung  an  das  Gutschein- 
doppel bestimmte  A  bfertigung  der  Faktura  durch 
einen  entsprechend  -:n  ins  Auge  fallenden  Aufdruck 
zu  kennzeichnen.  Auf  Grund  dieser  Fakturadurchschrift-.,  die  natür- 
lich außer  dem  Fakturenbetrag  die  genaue  Anschrift  des  Exporteurs  ent- 
halten muß,  wird  die  Friedensvertrag-Abrechnungsstelle  ohne  zeitraubende 
Vorarbeiten  in  der  Lage  sein,  den  Exporteur  umgehend  von  dem  Eingang 
deB  Doppeis  in  Kenntnis  zu  setzen.  Es  wird  darauf  aufmerksam  gemacht, 
daß  die  Durchführung  des  seit  dem  1.  6  22  eingeführten  Verfahrens  sowie 
die  rechi  zeitige  Einlösung  der  Beparationsgutscheine  überhaupt  weiterhin 
licht  durchführbar  ist,  wenn  nicht  seitens  der  Exporteure  unverzüglich 
den  Sendungen  nach  England  die  vierte  Fakturendurchschrift  beigegeben 
ond  der  englische  Geschäftsfreund  ausdrücklich  auf  deren  Weitergabe  an 
dae  Zollamt  hingewiesen  wird. 

Zollfreie  Einfuhr  aus  dem  abgetrennten  Oberschlesien.  Die 
von  der  polnischen  Regierung  zn  überreicbende  Freiliste  kann  znrzeit 
noch  Licht  in  Kraft  ge«etzt  werden,  da  die  Beibringung  zur  Anwendung 
dieser  Liste  notwendiger  Unterlagen  (über  Ursprungszeugnisse  usw  )  seitens 
Pulens  noch  aussteht.  Zur  möglichsten  Behebung  hieraus  sich  ergebender 
Schwierigkeiten  wird  der  Delegierte  des  BeichBkommissars  für  Aus-  und 
Einfuhrbewilligung  in  Oppeln  bis  auf  weiteres  jederzeit  widerruflich  auf 
Hrund  von  ihm  durch  die  Kattowitzer  Wojewodschaft  zu  übersendenden 
UriprungBzeugnissen  für  die  wichtigsten  der  nach  Art.  224  des  Ab- 
kommens Zollfreiheit  genießenden  Waren  Einfuhrbewilligungen  erteilen. 
Die  Zollstellen  werden  diese  Waren,  sofern  sie  mit  dem  vorgeschriebenen 
Ursprungszeugnis  und  der  Einfuhrbewilligung  versehen  sind,  zollfrei  ab- 
fertigen    (Vgl.  Nr  30,  S.  338) 

Aufhebung  der  Ausfuhrsperre  gegen  Polen.  Die  Anordnung  über 
die  vtiscLörfte  Anwendung  der  Ausfuhrverbote  gegenüber  Polen  int  auf- 
gehoben worden.  Ansfuhranträge  nach  Polen  werden  von  den  Außen- 
handelsstellen  künftig  entsprechend  den  allgemeinen  Bestimmungen  und 


besonderen  Richtlinien  der  Außenhandelskontrolle  gegenüber  Ländern  mi 
niedriger  Valnta  behandelt.  Die  einschränkenden  Sonderbestimmungen  übt 
die  Erforderlichkeit  der  Verbleibsgewähr  bei  AuBfuhranträgen  nach  D  anzi 
und  Polnisch-Oberschlesien  Bind  ebenfalls  aufgehoben.  Ansfuhi 
anträge  nach  diesen  Gebieten  werden  daher  künftig  ebenfalls  nach  de 
obenbezeichneten  allgemeinen  Bestimmungen  und  Richtlinien  behandelt. 

Internationaler  Zollanzeiger,  Der  Reichsverwaltung  stehen  eine 
gewisse  Zahl  von  Exemplaren  des  von  dem  Internationalen  Barea 
in  Brüssel  herausgegebenen  „Internationalen  Anzeigers  für  Zoll 
wesen"  nur  Verfügung.  Eine  beschränkte  Anzahl  davon  kann  a 
einheimische  Interessenten  gegen  Entgelt  abgegeben  werden.  Für  dies 
Exemplare  Boll  rückwirkend  vom  1.  4.  22  ein  Abonnement  eröffnet  werdei 
Bestellungen  sind  an  das  Reichswirtschaftsministerium  (Zollbureau),  Berli 
W.  IS,  Kurfürstendamm  193/94,  zu  richten.  Die  bisher  erschienenen  noc 
geltenden  Zolltarife  und  Nachträge  werden,  soweit  verfügbar,  de: 
Abonnenten  auf  Wunsch  unentgeltlich  nachgeliefert 

Bulgarien.  Das  Zollaufgeld  ist  von  1100  auf  1300  %  erhöh 
worden.   Diese  Festsetzung  gilt  zunächst  bis  1. 10.  22. 

Jugoslawien.  Das  Zollaufgeld  ist  mit  Wirkung  vom  15.  7.  2! 
auf  600  o/0  (bisher  500)  erhöht  worden. 

Jugoslawien.  Das  Luxuswareneinfuhrverbot  ist  mit  dem  1. 7.  2! 
aufgehoben  worden  Im  Zusammenhang  damit  wurde  das  Zollaufgeld  be 
der  Zahlung  der  Luxuastener  in  Papierdinaren  auf  300%  erhöht,  so  da 
nunmehr  der  vierfache  Betrag  der  im  Luxussteuertarif  erwähnten  Sätz 
zu  entrichten  ist  Die  Luxussteuer  wird  bei  der  Einfuhr  gleichzeitig  mi 
dem  Zolle  erhoben. 

Litauen.  Für  die  Wertverzollung  Bind  die  folgenden  neuen  Vor 
Schriften  erlassen  worden:  1.  Als  richtig  Bind  nur  solche  Rechnungen  ar 
zuerkennen,  die  für  deutsche  und  lettische  Waren  %  Monat  und  fü 
Waren  anderer  europäischer  Staaten  1  Monat  vor  dem  Eintreffen  de 
Waren  bei  der  Zolhtelle  ausgestellt  worden  sind.  Die  in  ihnen  ang« 
gebenen  Preise  müssen  dem  tatsächlichen  Wert  der  Waren  während  de 
Zeit  der  Rechnungsausstellung  entsprechen.  In  diesen  Fällen  wird,  fall 
der  Preisunterschied  zwischen  dem  Tage  der  Rechnungeausstellung  an 
dem  der  Warenbesichtigung  10%  nicht  übersteigt,  der  Zoll  von  dem  i 
der  Bechnnng  angegebenen  Warenwert  erhoben.  —  2  Werden  Rechnung« 
mit  bedeutend  älterem  Ausstellungsdatum  als  in  Punkt  1  angegeben,  zt 
gestellt,  so  wird  dem  Importeur  das  Recht  gegeben,  zur  Vermeidung  de 
Anwendung  des  neuen  Gesetzes  auf  die  Waren,  deren  Wert  in  de 
Zwischenzeit  wesentlich  gestiegen  ist,  die  gegenwärtigen  Auslandspreis 
schriftlich  anzugeben,  die  dann  der  Zollberechnung  zn  Grunde  geleg 
werden.  Außerdem  wird  noch  %%  Stempelsteuer  erhoben.  —  3.  Fö 
Waren gattungen,  deren  Preis  dem  Dollarkurs  entsprechend  dauern! 
schwankt,  werden  feste  Preise  festgesetzt,  von  denen  der  Zoll,  ohne  Be 
rücksichtignng  des  in  den  Rechnungen  angegebenen  Preises,  erhoben  wird 
Aendert  Bich  der  Dollarkurs,  so  werden  die  Preise  nen  festgesetzt 
Die  Zollstellen  sind  angewiesen,  bei  der  Durchfübrnng  darauf  zn  achtes 
daß  dadurch  der  Handel  nicht  beschränkt  wird.  In  Fällen,  in  denen  di 
Anwendung  der  vorstehenden  Bestimmungen  unmöglich  ist,  Bollen  sie  mi 
möglichster  Beschleunigung  mit  dem  Zoll-Departement  in  Verbindung 
treten. 

Peru.  Zollbestimmungen.  Die  kürzlich  angeordnete  Erhöhung 
der  Konsulatsgebühren  für  die  Beglaubigung  von  Fakturen  bis  auf  4  °A 
des  Fakturenwertes  findet  anf  Fakturen  über  zollfreie  Einfuhrgüter 
keine  Anwendung.  Die  Gebühr  für  den  konsularischen  Sichtvermerk  bleib 
nach  wie  vor  2%. 

Schweiz.  Die  Einfuhr  von  Soda  ist  freigegeben  worden.  Na 
für  kristallisierte  Soda  wird  eine  Einführbewilligung  bis  Ende  d.  J.  erfor 
derlich  Bein,  doch  wurde  das  Volksdepartement  ermächtigt,  diese  Frist  zt 
kürzen 

Ungarn.  Zollaufgelderhöhung.  Mit  Gültigkeit  vom  25.  7.  2i 
wird  bei  Zahlung  des  Zolles  in  Papierkronen  das  200  fache  der  im  Zoll 
tarif  genannten  Sätze  (bisher  das  170  fache)  erhoben.  Die  besonderen  Be- 
stimmungen für  die  Waren  der  Liste  A  (12  f acher-),  B  (40  facher-), 
C  (80  facher  Grundzoll)  bleiben  davon  unberührt. 


Die  Lage  in  Industrie  und  Handel. 

Die  Lage  der  Kerani-  und  Glasindustrie  im  Monat  Juni.  Die 
feinkeramische  Industrie  erfreut  sich  im  allgemeinen  noch  einee 
guten  Absatzes,  doch  läßt  schon  im  Inland,  mehr  aber  noch  im  Ausland 
die  Nachfrage  nach.  Die  Preissteigerungen  haben  eine  Zurückhaltung 
der  Auftragserteilung  zur  Folge,  so  daß  einzelne  kleinere  Betriebe  dit 
Zukunft  sehr  ungünstig  beurteilen.  Die  noch  recht  gute  Baschäftigung 
größerer  Unternehmungen  dürfte  daranf  zurückzuführen  sein,  daß  zum 
größten  Teil  schon  im  Frühjahr  die  Produktion  bis  Ende  des  Jahres  ver- 
kauft worden  ist.  Die  Lage  das  Arbeitsmarktes  war  im  allgemeinen  recht 
gut,  für  Fachkräfte  bestand  erhebliche  Nachfrage.  Der  Mangel  an  Fach- 
arbeitern ist  zum  Teil  auf  Abwanderung  zum  Bangewerbe  zurückzuführen, 
In  thüringischen  Betrieben  (Bisenberg)  streiken  die  Arbeiter  wegen  Lohn- 
forderungen, so  daß  eine  Anzahl  nicht  direkt  Beteiligter  zum  Feiern  ge- 
zwungen ist.  Die  Ausdehnung  der  Lohnbewegung  auf  weitere  Betriebe 
wird  befürchtet.  Die  Versorgung  der  feinkeramischen  Industrie  mit 
deutschen  Rohstoffen  (Kaolin)  und  deutscher  Kohle  wird  immer  mangel- 
hafter. Einige  von  den  Porzellankonzernen  aufgekaufte  Kaolinwerke  be- 
liefern nunmehr  ihre  eigenen  Fabriken,  während  die  übrigen  Kaolinwerke 
deB  größeren  Verdienstes  wegen  angeblich  lieber  nach  dem  Ausland  liefern, 
bo  daß  immer  mehr  böhmisches  Kaolin  zu  sehr  teuren  Preisen  eingeführt 
werden  muß,  ebenso  auch  immer  mehr  böhmische  und  englische  Kohle. 
Infolgedessen  schnellen  die  Betriebskosten,  auch  infolge  der  Steigerang 
der  übrigen  Materialkosten,  wie  Löhne  nnd  Frachten,  anß erordentlich  in 
die  Höhe.  Die  Exportfabriken  werden  in  ihrer  Konkurrenzfähigkeit  immer 
mehr  geschwächt  ebenso  wie  die  auf  den  Auslandsbezug  der  Rohstoffe 
nnd  Kohle  angewiesenen  süddeutschen  Fabriken  gegenüber  den  mittel- 
und  norddeutschen  Firmen.   Die  Handelskammer  Coburg  fordert  darum 


ldft.  (6b.  Jahrgang.) 


S  P  R  E  C  H  S  A  A  L  -  C  O  B  U  R  G. 


St.  31  —  351 


eine  Einschränkung  der  Kaoiinausfuhr,  soweit  es  der  Herstellung  von 
Porzellan  dient.  —  Besonders  stark  hat  die  Nachfrage  nach  Luxuspor- 
zellan  sich  verringert,  während  Porzellangeschirr  and  Steingut 
noch  sehr  begehrt  sind.  —  In  E  lektro  Porzellan  geht  das  Geschäft, augen- 
blicklich außerordentlich  flott.  Eine  thüringische  Firma  mußte  allerdings 
wegen  Absatzstockung  and  Ueberfüllung  der  Läger  zu  Entlassangen 
schreiten,  die  Arbeiter  wurden  aber  sofort  anderweit  untergebracht. 
Kohlen-  and  Bohstoff  bezog  sind  äußerst  schwierig.  —  In  der  Porzellan- 
Spielwaren  industrie  mehren  sich  erheblicher  Preiserhöhungen  wegen  die 
Abbestellungen  früher  erteilter  Aufträge.  Der  Eingang  neuer  Bestellungen 
ist  nur  mäßig.  Nach  Erledigang  der  großen  amerikanischen  Aufträge  wird 
eine  empfindliche  Minderung  des  Beschäftigungsgrades  befürchtet.  — 
In  der  Glas  industrie  kann  das  Inlandsgeschäft  als  sehr  gut  bezeichnet 
werden,  während  der  Absatz  nach  dem  Ausland  nur  gering  ist.  Für  die 
meisten  Fabriken  liegen  noch  reichlich  Aufträge  vor,  die  genügend  Be- 
schäftigung für  die  nächsten  Monate  bieten.  Fachkräfte  werden  noch 
immer  in  verschiedenen  Gegenden  gesucht.  Die  Bohstolvtrsorgung  wird 
ebenso  wie  die  Versorgung  mit  Kohle  immer  schwieriger,  die  Preise 
steigen  weiter,  die  Lohnforderungen  der  Arbeiter  folgen  einander  in  immer 
kürzeren  Zeitabschnitten.  Damit  nähern  sich  die  Preise  der  Fertiger- 
zeugnisse mehr  und  mehr  dem  Weltmarktpreis ;  stellenweise  ist  ein  üeber- 
scbieiten  desselben  and  in  Verbindung  damit  ein  Bückgang  der  Ausfuhr 
festzustellen.  Wegen  Boh-,  bezw.  Hilfsstoff-  and  Wagenmangels  sind  ver- 
schiedene Fabriken  in  der  Erzeugung  stark  gehemmt  oder  sogar  still- 
gelegt. —  In  der  Fensterglas  industrie  ist  die  Ausfuhr  unbedeutend 
(1  %)•  Belgien  und  TschechoBlowakien  können  beträchtlicher  Lohnsenkungen 
wegen  bereits  billiger  verkaufen  als  wir.  Hie  und  da  dürften  von  diesen 
Ländern  auch  Kampfpreue  angesetzt  werden.  Die  Bohstoffversorgung  war 
befriedigend,  die  Preise  für  alle  Rohmaterialien  aber  sehr  hoch.  Nach 
dem  Bericht  eines  Fachverbandes  liegt  eine  große  westliche  Hütte  infolge 
Streiks  seit  Mai-  immer  noch  still.  Die  Löhne  haben  ab  1.  7.  eine 
25°/,  ige  Ei  höhung  erfahren.  Trotz  Beendigung  des  Streiks  liegen  einige 
bayerische  Spiegelglas fabriken  nach  wie  vor  still,  da  die  Arbeiter 
sich  nur  schwer  an  die  Akkordarbeit  gewöhnen  können.  Der  inländische 
Absatz  ist  gut,  Aufträge  liegen  zum  Teil  für  die  nächsten  5  Monate  vor ; 
das  Auslandsgeschäft  vollzieht  sich  schleppend.  —  Für  Hohlglas  sind 
die  Aasfahrverhältnisse  noch  nicht  so  «ngünstig  wie  für  Fensterglas 
(Tafelglas).  Doch  wird  in  Kürze  die  gleiche  Erscheinung  zu  Tage  treten, 
da  auch  hier  die  Verkaufspreise  dem  allgemeinen  Zuge  folgen.  Eine 
Stockung  wird  befürchtet,  sobald  die  Inlandsnachfrage  zurückgeht,  da  auf 
dem  Aaslandsmarkt  Frankreich,  Belgien  and  Tschechoslowakei  — 
neuesten  auch  Polen  —  durch  ihre  billigeren  Preise  das  Geschäft  all- 
|  mählich  an  sich  reißen  and  auch  noch  durch  hohe  Schatzzölle  den 
I  deutschen  Erzeugnissen  der  Eintritt  in  andere  Länder  verwehrt  ist.  So 
|  hat  neuerdings  die  am  1.6.  in  Kraft  getretene  Erhöhung  der  spanischen 
Einfuhrzölle  die  deutsche  Ausfuhr  nach  dort  zu  gunsten  der  französischen 
I  völlig  lahmgelegt.  Die  Mandelskammer  Bonn  fordert  deshalb  Beseitigung 
i  der  Umsatzsteuer  auf  den  Export  und  der  Aasfahrabgabe.  Für  Erzeug- 
i  nisse  der  Kristallglasindustrie  hat  Inlands-  wie  Anslands- 
i    nachfrage  weiter  nachgelassen. 

Niederlähdigch>Indien.    Absatzmöglichkeiten.    Die  Zweigstelle 
des  Auswärtigen  Amtes  Nürnberg  teilt  hierüber  folgendes  mit: 

Deutsche  Erzeugnisse  aus  Steingut  finden,  obwohl  die  japanische 
Industrie  den  dortigen  Markt  beherrscht,  neben  holländischen  Erzeugnissen 
guten  Absatz,  beionders  solche  mittlerer  and  bester  Qualität,  in  der  die 
japanische  Industrie  nicht  genügend  leistungsfähig  ist.   Deutschen  Por- 
zellan- and  Steingutwaren  bester  Qualität,  besonders  Eßservice 
für  Haushaltungen,  Hotels  and  Pensionen,  wird  von  dem  kaufkräftigeren 
Publikum  wegen  ihrer  gediegenen  Ausfahrung  vor  japanischen  Waren  der 
'!  Vorzug  gegeben,  während  für  wohlfeile  Biskuitwaren,  wie  sie  vor  dem 
i  Kriege  in  größeren  Mengen  eingeführt  worden  sind,  geringes  Interesse  zu 
I    bestehen  scheint.    Kunstartikel  haben  in  den  Kolonien,  zumal  in  den 

<  tropischen,  keine  Heimat.   Desgleichen  ist  dis  Aufnahmefähigkeit  für  Spiel- 

<  waren  weniger  bedeutend.  —  Glaser  Zeugnisse,  besonders  So  hlglas, 
,j  werden  in  steigendem  Maße  aus  Deutschland  eingeführt,  namentlich  solche 

besserer  Aasführ ung,  and  behaupten  sich  gut  neben  der  japanischen,  zumeist 
billigen  and  nicht  fehlerfreien  Massenware.    Eine  in  größeren  Mengen 
eingeführte  Glasware  für  die  Tropen  sind  auch  die  sogenannten  Palver- 
häfen, d.  b.  Glasbehälter,  die  zur  Aufbewahrung  von  Gegenständen  dienen, 
.    die  gegen  Feuchtigkeit  geschützt  werden  sollen.   Medizinische  (Jlas- 
weren  deutscher  Fertigung  werden  infolge  ihrer  Präzision  gern  gekauft, 
j    Aach  deutsches  Tafelglas  wird  vielfach  japanischen  vorgezogen,  da 
,i  dieses  häufig  blasig  ist  and  leicht  erblindet.    In  Lampengläsern 
;    beherrscht  die  japanische  Industrie  mit  ihren  wohlfeilen  Massenartikeln 
a  den  Markt,  desgleichen  in  Glasperlen,  von  denen  allerdings  auch  aus 
j    Deutschland  große  Mengen  eingeführt  werden.   Optische  Waren  deut- 
scher Fertigung,  wie  Augengläser,  Ferngläser,  photographische  Apparate, 
Instrumente  für  Landesaufnahme,  Mikroskope,  werden  vor  den  Erzeugnissen 
'    anderer  Länder  meist  bevorzugt,  doch  werden  auch  amerikanische  Augen- 
gläser viel  gekauft.  —  Von  den  Erzeugnissen  der  E  m  a  i  1  industrie  sind 
Haus-  and  Küchengeräte  die  gangbarsten,  während  Emailschilder  (Bekiame- 
schildsr,  Straßenschilder,  Warnungstafeln,  Bahnhofsschilder),  abgesehen 
von  Hausnummern,  verhältnismäßig  noch  wenig  verwandt  werden.  Ein 
j    gangbarer  Artikel  sind  auch  Emaillöffel  mit  kurzem  Stiel  für  Eingeborene. 
Nähere  Unterlagen,  insbesondere  Importfirmen  in  Niederländisch- 
indien können  durch  die  obengenannte  Zweigstelle  (Geschäftsstelle)  in 
j    Erfahrung  gebracht  werden. 

Tftrkei.    Für  den  Bezog  deutscher  Erzeugnisse  besteht,  was 
i    von  der  heimischen  Geschäftswelt  immer  noch  nicht  genügend  beachtet 
wird,  ein  lebhaftes  Interesse.    Allerdings  ist  dabei  zu  beachten,  daß 
I   Oferten  nicht  plan-  und  ziellos  an  zahlreiche  türkische  Firmen  abge- 
i   geben  werden,  sondern  daß  lediglich  Angebote  auf  die  Artikel  vorgelegt 

<  werden,  die  sich  als  besonders  gangbar  erweisen.  Als  solche  kommen  in 
i  Frage:  u.  a.  auch  Porzellan-  und  Haushaltungsgegenstände.  Da  der 
t  türkische  Kaufmann  gewöhnt  ist,  nicht  nach  Prospekten,  sondern  nach 
l   vorliegenden  Mastern  zu  kaufen,  wird  es  sich  empfehlen,  für  die  vorge- 


nannten Waren  Vertreter  zu  verpflichten,  welche  die  Bearbeitung  des  dor- 
tigen Marktes  sach-  und  fachkundig  in  die  Hand  nehmen  können.  Die 
Zweigstelle  Nürnberg  des  Auswärtigen  Amtes  für  Außenhandel  ist  in 
der  Lage,  solche  Verbindungen  nachzuweisen.  Ebenso  verfügt  sie 
über  ziemlich  reichhaltiges  Material  über  den  Handelsverkehr  mit  der 
Türkei,  das  eventuellen  Interessenten  ebenfalls  zugänglich  gemacht 
werden  kann. 


Geschäftliche  Mitteilungen. 

Erste  Tiroler  Majoliken-,  Steingut-  und  Tonwarenfabrik  Jos. 
Amt.  Hussl,  6.  m.  b.  11.,  Schwaz  (Tirol).  Aaszug  aus  dem  genehmig- 
ten Abschluß  vom  31.12.21:  Beingewinn  Kr.  893  482  (76  838);  Divi- 
dende 60  (10)%;  Abschreibungen  Kr.  47  239  (47  995);  Zuweisung  an  Er- 
neaerangsfonds  Kr.  300000;  Bückstellung  für  Anlage-  nnd  Betriebswert- 
verminderung Kr.  999  500.  —  Das  3.  Geschäftsjahr  brachte  einen  wesent- 
lichen Fortschritt  in  der  Entwickelung  der  Beziehungen  zum  In-  und 
Auslande.  Aufträge  sind  reichlich  vorhanden  und  lassen  auch  für  das 
laufende  Jahr  ein  zufriedenstellendes  Ergebnis  erwarten.  Der  Mangel  an 
geschulten  keramischen  Arbeitskräften  ließ  eine  volle  Ausnutzung  der  An- 
lagen noch  nicht  za.  . 

Odenwälder  TonindusYrie,  A.-G.,  Pfaffen-Beerfurth.  Die  a.  o.  G.-V. 
genehmigte  die  Kapitalserhöhung  um  M  2  Mill.  auf  Jt  6  MiÜ.  Die  neuen 
Aktien  sollen  den  Aktionären  im  Verhältnis  1 : 2  zum  Kurse  von  120  % 
angeboten  werden.  Des  weiteren  wurde  die  beantragte  Aufnahme  eines 
Darlehns  von  Jt  1  Mill.  beschlossen. 

Einkaufsgenossenschaft  Keramik,  e.  G.  m.  b.  H.,  Bremen.  Die 
am  25.  7.  22  Btattgefundene  Generalversammlung  hat  beschlossen,  die  Höhe 
der  Geschäftsanteile  auf  JL  3000  festzusetzen  und  daß  jedes  Mitglied  vier 
Anteile  zu  übernehmen  hat.  Danach  beträgt  das  verantwortliche  Kapital 
bei  172  Mitgliedern  an  Anteilsummen  AI  2,064  Mill.  und  an  Haftpflicht- 
sammen M  2  064  Mill.,  insgesamt  Jt  4,128  Mill. 


General -Versammlungen. 

Emil  Bäsch,  A.-G.,  Optische  Industrie,  Rathenow:  o.  G.-V.  15.  8.  22, 
3  72  Uhr  n„  Sitzungszimmer,  Bathenow.  T.-O. :  u.  a.  Kapitalserhöhung 
um  J6  6,6  Mill.  Stamm-  and  Jt  0,3  Mill.  Vorzugsaktien  auf  M  16,5  Mill. 


Messen  nnd  Ausstellungen. 

Auf  der  Deutschen  Ostmesse  Königsberg,  Pr.,  wird  neben 
dem  Zentrosojus  (Allrussischer  Verband  der  Genossenschaftsverbände  in 
Moskau)  and  der  Moskauer  Verwaltung  der  russischen  Hausindustrie  auch 
die  Handelskammer  des  Nordwestgebietes  in  Petersburg  mit  Exporterzeug- 
nissen verschiedenster  Art  erscheinen.  An  der  angegliederten  russischen 
Kunstausstellung  wird  sich  u.  a.  die  früher  Kaiserliche,  jetzt  Staatliche 
Porzellanfabrik  in  Petersburg  beteiligen.  —  Zar  Förderang  des  Besaches 
litauischer  Kaufleate  hat  das  Deutsche  Konsulat  in  Kowno  eine  erhebliche 
Ermäßigung  der  Kosten  für  den  Sichtvermerk  zur  Einreise  nach  Deutsch- 
land zugestanden  (JC  120  für  Sichtvermerk  and  J6  120  für  Anmelde- 
gebühr). Für  die  Besucher  der  Ostmesse  soll  jedoch  die  Anmeldegebühr 
in  Fortfall  kommen. 

Die  Reichentoerger  Messebörse,  die  allen  Geschäftszweigen  offen 
steht  nnd  auch  Angebote  and  Nachfragen  jener  vermittelt,  die  zur  Messe 
selbst  nicht  kommen  können,  wird  auch  in  diesem  Jahre  im  Nordböhmi- 
schen GewerbemaBeam  in  der  Z.it  vom  12—20.8.  22  täglich  abgehalten 
werden. 

Mexiko.  Ausstellung  deutscher  Industrieerzeugnisse.  Die  im 
Verein  mit  der  Bayerischen  Landesgewerbeanstalt  und  dem  Wirtschafts- 
ausschuß der  Deutsch-Mexikanischen  Gesellschaft  durch  den  mexikanischen 
Konsul  in  Nürnberg  J.  Villarda  Cardoso  eingeleiteten  Bemühungen  zwecks 
Errichtung  einer  Ausstellung  für  deutsche  und  im  besonderen  bayerische 
Industrie-Erzeugnisse  in  Mexiko  haben  zu  dem  erfreulichen  Ergebnis  ge- 
führt, daß  sich  das  Museo  Comercial  in  Mexiko,  das  dem  Ministerium  für 
Handel  und  Industrie  untersteht,  bereit  erklärt  hat,  Muster  deutscher 
Indastrieerzeugnisse,  sowie  Prospekte,  Kataloge  nnd  sonstige  Unterlagen 
in  seinen  Bäumen  zur  Ausstellung  za  bringen. 


Verbände. 

Der  Verband  Deutscher  Elektrotechnischer  Porzellanfabriken 
hat  die  Verkaufspreise  für  Niederspannungsmaterial  aus  Porzellan  nnd 
Steatit  ab  1.8.  22  von  165  %  auf  300%  erhöht.  Des  weiteren  wurde 
in  einer  am  28. 7.  in  Nürnberg  stattgefundenen  Hauptversammlung  be- 
schlossen, die  allgemeinen  Verkaufs-  und  Lieferungsbedingungen  dahin 
abzuändern,  daß  bei  Lieferungen  über  250  km  hinaus  die  Differenz  zwischen 
der  tatsächlichen  Fracht  uud  der  250  km -Fracht  der  Kundschaft  durch 
Abzug  von  der  Bechnung  vergütet  werden  darf.  Ferner  hat  die  Haupt- 
versammlung beschlossen,  die  Umsatzvergütung  in  der  Weise  weiter  aus- 
zudehnen, daß  der  Beverskandschaft  bei  Bezügen  von  Ji  20  bis  40  Mill. 
11%  and  bei  Bezügen  über  M  40  Mill.  12%  gewährt  wird. 

Die  Vereinigten  Porzellan-Isolatoren- Werke  (Hochspannungs- 
Isolatoren-Syndikat)  erhöhten  mit  Wirkung  ab  1. 8.  22  infolge  Ver- 
teuerung der  ausländischen  Bohstoffe,  der  Kohle  usw.  den  für  Juli  gelten- 
den Teuerungsaufschlag  von  165%  auf  280%.  Die  neuen  Verkaufspreise 
gelten  für  den  Monat  August  als  Festpreise. 

Der  Verein  deutscher  Spiegelglasfabriken,  Cöln,  erhöhte  mit 
Wirkung  ab  26. 7.  22  die  Preise  für  Spiegelglas  aller  Kategorien  am 
durchschnittlich  25%. 

Neue  Erhöhung  der  Glaspreise.  Seitens  sämtlicher  Hüttenver- 
bände  der  Glasindustrie  sind  die  Preise  für  Fensterglas  nm  etwa  35%, 
für  Farbenglas  nnd  Mattglas  ebenfalls  am  35%  erhöht  worden.  Die 
Preise  für  Drahtglas  nnd,  dünnes  Bohglas  für  Bedachungen  haben  sich  um 
etwa  20  %  erhöht, 


352  —  Nr.  8\ 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


1928.  (66.  Jahrgang.) 


Die  Vereinigten  Steingutfabriken,  Q.  m.  b.  H.,  haben  am  15.  7. 
beschlossen,  die  Aufschläge  für  Gruppe  I  von  710  auf  1100  o/0,  Gruppe  II 
von  650  auf  1000%  zn  erhöhen. 

Die  Vereinigung  deutscher  Hohlglasfabriken,  Bonn,  beschloß  in 
ihrer  Sitzung  am  17.  7.,  die  bisherigen  Aufschläge  von  2500  auf  3500  »/. 
zu  erhöhen. 


Firmenregister. 

Deutschland. 

Fr.  Pfeffer  Porzellanfabrik,  G.  m.  b.  H.,  Gotha.  Herstellung  und 
Vertrieb  von  Artikeln  der  keramischen  Industrie,  insbesondere  Fortbetrieb 
des  der  unter  der  Firma  Fr.  Pfeffer  bestehenden  offenen  Handelsgesellschaft 
gehörigen  Fabrikgeschäfts.  Stammkapital:  Jt  700000.  Geschäftsführer 
sind  die  Kaufleute  Friedrich  Weber  und  Max  Pfeffer.  Friedrich  Weber 
ist  selbständig  vertretungsbefugt.  Die  Kaufleute  Paul  Weber  und  Radolf 
Pfeffer  haben  Gesamtprokura. 

Keramische  Werke  Rasohig,  A.-G„  Mannheim.  Fabrikation  und 
Handel  mit  Porzellan-  und  Tonwaren.  Grundkapital:  ji  2  Mill.  Vor- 
standsmitglieder Bind  Dr.  Friedrich  Raschid  und  Direktor  Adolf  Pohl, 
etellv,  Vorstandsmitglieder  Kaufmann  Johannes  Deaschel  und  Dr.  Felix 
Singer.  Den  ersten  Aufsichtsrat  bilden  Bankier  H.  Arnhold,  Bankdirektor 
Dr.  K.  Fuchs,  Generaldirektor  N.  Jangeblut  und  Frau  Emilie  Baschig. 

Porzellanfabrik  Mengersgereuth,  G.  m  b.  H,  Mengersgereuth  (Thür.). 
Fabrikbesitzer  Sigmund  Bergmann  jun.  und  Kaufmann  Gustav  Liebermann 
wurden  zu  weiteren  Geschäftsführern  bestellt. 

Düsseldorfer  Thonwaarenfabrik,  A.-G  ,  Düsseldorf-Emsholz.  Die  Firma 
ist  geändert  in:  „Eisenschutz-ZoncaUnion,  A.-G." 

Wittenberger  Steingutfabrik,  G.  m.  b.  H.,  Piesteritz.  Die  Prokura 
Ton  Hermann  Bichter  ist  erloschen. 

Sächsische  Schamotteofenfabrik,  G.  m.  b.  H.,  Dresden-Leuben. 
Prokurist  Albert  Neweklowsby  warde  zum  Geschäftsführer  bestellt. 

Eiserfelder  Ton-,  Schamotte-  und  Ziegelwerke,  G.  m.  b  H,  Eiser- 
feld. Die  Firma  ist  geändert  in  „Eiserfelder  Schamotte-  und  Silikawerke, 
G.  m.  b.  H."    Kaufmann  Ewald  Autschbach  hat  Prokura. 

Eichhorn  &  Weis,  G.  m.  b.  H,  Filiale  Dresden,  Dresden.  Zum  Ge- 
schäftsführer warde  Kaufmann  Carl  Behbock  bestellt.  Das  Stammkapital 
ist  um  Ji  1  Mill.  auf  Ji  2  Mill.  erhöht  worden. 

W.  Hirsch,  A.-G.  für  Tafelglasfabrikation,  Badeberg.  Vom  Betriebs- 
rat worden  Prokurist  M.  Schurig  und'  Strecker  B.  Zampe  in  den  Auf- 
sichtsr at  gewählt. 

„Union "-Thermometer-  und  Glasinstrumenten-Gesellschaft  m.  b.  H, 
Jlmenaa.  Herstellung  und  Vertrieb  von  Thermometern,  Glasinstramenten, 
Apparaten  nnd  Utensilien  für  Chemie,  Elektrochemie,  Physik.  Mikroskopie, 
Cairargie,  Krankenpflege,  Pharmacie,  Bakteriologie,  Photographie,  In- 
dustrie und  Technik;  ferner  Handel  mit  Quecksilber  und  Chemikalien 
engros  Stammkapital :  Jt  20  000  Gemeinsam  vertretungsbefugte  Ge- 
schäftsführer sind  Fabrikant  Arthur  Kühn  und  Kaufmann  Rudolf  Schrickel. 

Handelsgesellschaft  für  Laboratoriumsbedarf  m.  b.  H,  Langewiesen. 
Kaufmann  Heinrich  Schroodt  ist  ausgeschieden,  alleiniger  Geschäftsführer 
ist  Kaufmann  Caarlot  Eschmann. 

Ephraim  =  Greiner,  Stützerbach.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst. 
Hohlplashttiteubesitzer  Otto  Greiner  hat  das  Geschäft  mit  allen  Aktiven 
und  Passiven  käuflich  erworben  und  führt  dieses  unter  der  bisherigen 
Firma  fort.  Kaufmann  Wilhelm  Spillner  und  Frau  Elise  Greiner  haben 
Einzelprokurav 

Otto  G/und  &  Co ,  Berlin.  Friedrich  Kreienbring  nnd  Otto  Bichter 
haben  Gesamtprokura. 

Glasbucbstabenfabrik  Bühl,  G.  m.  b.  H,  Bühl.  Der  Sitz  ist  von 
Bühl  nach  Offen bach  verlegt  worden. 

A.  Schweizer,  Fdrth  (Gebhardstraße  17).  Persönlich  haftende  Ge- 
sellschafter sind  Alfred  Schweizer  und  Theodor  Hummel.  Ein  Kom- 
manditist ist  eingetreten.  Gesellschafter  Adolf  Hammel  ist  ausgeschieden. 

C.  &  W.  Bohnert,  Frankfurt  a.  M.  Die  Prokura  des  Alfred  Hoffmann 
ist  erlo«chen. 

„LnBatia"  Glaswaren,  G.  m.  b.  H,  Döbern,  N.  L,  Vertrieb  von  Glas 
und  keramischen  Produkten,  Uebernahme  von  Vertretungen  zum  Vertrieb 
solcher  Waren  und  eigene  Herstellung  von  solchen.  Stammkapital: 
M  20000.  Geschäftsführer  Bind  GlaBfabrikant  Dr.  Erich  Brox  und  Kauf- 
mann Wolfgang  Mader. 

C  F.  Otto  Müller,  Karlsruhe.  Carl  F.  0.  Müller  jun.  ist  als  persön- 
lich haftender  Gesellschafter  eingetreten.  Seine  Prokura  ist  erloschen. 
Die  Prokura  der  Frau  Amalie  Müller  bleibt  bestehen. 

Karlsruher  Kunstgewerbliche  Werkstätten  C.  F.  Otto  Müller,  G.  m. 
b.  H,  Karlsruhe.  Stammkapital:  JI  30000  Selbständig  vertretungs- 
befugte Geschäftsführer  sind  die  Kaufleute  Cirl  F.  0  Müller  Ben.  und 
Carl  F.  0.  Müller  jun.   Die  Firma  ist  ala  Einzellirma  erloschen. 

Zwickauer  Schmelzfarbenfabrik,  G.  m.  b.  H.,  Zwickau.  Geschäfts- 
führern! Marie  Tischer  ist  auf  geschieden. 


Oesterreich. 

Keramik,  Schrpirtpr  &  Cj  ,  S'raßhof.  Handel  mit  keramischen  Er- 
zeugnissen.   Gese/lschafter  sind  Marie  Schneider  und  Anton  Christen. 

E  pe,  offene  HaudrlBgeBellschaft  Brauchitsoh  &  Komp.,  Braunau  am 
Inn.  LUiidtl  u  it  ktianiitchen  Erzeugnissen  und  Eiehtromaterial  Gesell- 
Hchafier  sind  Joaihim  von  Brauchilsch,  Lilly  von  Brauchitsch  und 
Jnrgeu  Huhn. 

Bull,  Zarnba  Gesellachaft  m.  b.  H ,  Wien.  An-  und  Verkauf,  ev.  Er- 
zeugung von  Glas  und  Ülaswaren  aller  Gattungen.  Stammkapital: 
Kr  900000.    Geschäftsführer  ist  Kaufmann  Fred  Zarüba. 


*  Dentsche  Glasvertriebsgesellschaft  m.  b.  H.,  Wien.  Handel  mi* 
GlaBwaren  jeglicher  Art.  Stammkapital :  Kr  1  Mill.  Geschäftsführer  sind 
Dr.  Hugo  Schönbrunn  und  Alfred  Kollmann. 

Qaarzsand-  und  Kaolinwerke,  G.  m.  b.  H.,  Graz.  Ing.  Ludwig 
Raascher  hat  Gesamtprokura. 

Oesterreichische  Ton-  und  Quarzgruben-Gesellschaft  m.  b.  H„  Schwert- 
berg, Oberösterr.  Stammkapital:  Kr  1  Mill.  Geschäftsführer  ist  lug. 
Paul  Ziegelmeyer. 

Tschechoslowakien. 
Chodauer  Braungeschirrerzeugung  M.  Siemang,  Karlsbad, 
Kab'novsbi  chamottova  Tovärna  nc.  spol.  (Kälnoer  Schamotte- 
werke, A.-G.),  Kalinovo.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen  Mikulas  Zolllay, 
Emil  Staßny,  Zigmund  Bäv  und  Emanu*l  Nenmann  wurden  Ignac  Hercog, 
Dr.  Jan  Kovalik,  Armin  Bälint  und  Ignac  Kohn  in  den  Verwaltungs- 
rat berufen.   Dr.  Imre  Vago  hat  Pcafcura. 

Vitrum,  Bpolecnost  pro  obchod  dutym  a  tabulovym  sklem  s.  r;  o. 
Vitrum,  Hohl-  und  Tafelglas- Vertriebsgesellschaft  m.  b.  H,  Brünn.  Karl 
Bock  ist  nicht  mehr  Geschäftsführer. 

Anton  Rößler,  Gablonz  a  N.  Glashandel.  Martha  Rößler  hat  Prokura . 
-       />;'.'  — — ■  -     '«es*«*5*.  v-f'ßmtlml 
Jugoslawien. 

Elisa  D.  Papo,  Sarajevo.  Glas-,  Porzellan-  und  Galanteriewaren- 
handel. 

Patente. 

Deutsches  Reich. 
Anmeldungen. 

13  i,  32.  E.  24328.  VerfahreViur  Herstellung  hochwertiger  Graphite 
aus  Rohgraphit  oder  Raffinadegraphit.  Elektro- Osmose  Akt.-Ges.  (Graf 
Schwerin  Gesellschaft)  Berlin.   27.  8.  19. 

21c,  2.  M.  71965.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Gewinde  in 
plastischen  Massen,  insbesondere  für  elektrische  Zwecke.  Aug.  Bob  Müller 
Berlin,  Königgrätzer  Str.  103.   28.  12.  20. 

21  c,  10.  H.  83270.  Elektrischer  Isolator.  Emil  Haefely  &  Cie 
A.-G.,  Basel,  Schweiz.   26.  11.  20.   Schweiz  6.  11.  20. 

21  c,  13.  A.  32  806.  Porzellankörper  für  Hängeisolatoren.  Allgemeine 
Elektrizitäts- Gesellschaft,  Berlin.   12.  1.  20 

21c,  13.    L.  48  725.   Hängeisolator.   13.  8.  19.   Italien  11.  2.  18. 

21c,  13.  L.  48741.  Hängeisolator  für  Hochspannungsleitungen. 
18.  8.  19.   Italien  31.  1.  19. 

Hans  Lutz,  Turin,  Italien. 

21  c,  13.  P.  41 046.  Abspannisolator  der  Hewlettype.  Porzellan- 
fabrik Ph.  Bosenthal  &  Co.,  Akt.-Ges.,  Selb  i.  Bayern.   22.  11.  20 

21c,  13.  S.  55379  Hängearmaturen  zur  Verbindaug  von  einzelnen 
Isolatoren,  insbesondere  für  Hochspannung.  Hugo  Sachs,  Leipzig  Lilien- 
str.  24.   21.  1.  21.  ;  J 

21c,  14.    A.  34239.    Hochspannungsisolator  mit  von  der  Außenluft 
abgeschlossenem  Hohlraum.   Aktiengesellschaft   Brown,   Boveri  &  Cie 
Baden,  Schweiz.    18.  10  20. 

21c,  14.  M.  71311.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Stützisolatoren 
für  hohe  Spannungen.   Dr.  Paul  Mayer,  A.-G,  Berlin.   8  11.  20. 

30  g,  1.  C.  30517.  Tropfflasche  für  regelbare  und  einstellbare 
Tropfen.   Dr.  Jacob  Clemens,  Grevenbroich,  Niederrhein.   19.  4.  21. 

30  g,  6.  M.  72805.  Abdichtungering  für  Dosen  mit  Deckel  aus 
keramischer  Masse.   Karl  Mützsch  jr.,  Kamenz  i.  S.   3.  3.  21. 

32  a,  5  B.  47863.  Fördervorrichtung  für  •  Kuhlöf en.  Wolfs  Ma- 
schinenbau-Gesellschaft m.  b.  H.,  Köln.    14  12.  18 

32  a,  10  L.  51 830.  Glasblaserpfeife  mit  einem  Druckluftbehälter 
für  Mund-  und  Druckluftblasen.  Valentin  Lorentz,  Dresden,  Nürnberger 
Str.  12.   26.  11.  20. 

32  a,  22.  K.  63  310.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Glasrohren  mit 
in  der  Wandung  eingebetteten  skelettartigen  Körpern.  Karl  Küppers, 
Aachen,  Habertusstr.  58.   13.  11.  16. 

32  a,  27.  D.  38628.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Vakaum-Isojier- 
gefäßen  ohne  Abstützang.  Dr.  Bruno  Donath,  Berlin-Sohönebarg,  Viktoria- 
Luise-Pl.  2.   23  11.  SO. 

32  a,  34.  0.11790.  Flascheneintragevorrichtung.  The  Owens  Bottie 
Company,  Toledo,  V.  St.  A.   24.  8.  20. 

32  b.   Sch.  57  725.   Verfahren  zum  Mustern  von  Glas  durch  Aetzen 
mit  Säure.   Zus.  z.  Anm.  Sch.  54  648.    3.  10.  21. 

47 f,  27    B.  53  744.    Isolierkörper.   Eheinhold  &  Co.,  Vereinigte 
Kieselgur-  und  Korkstein-Gesellschaft,  Hannover.    16.  8.  21. 

48  b,  2.    Sch.  49  538.   Aaftragmaschiae  für  die  Erzeagang  v<w  Eisen- 
blechgeräten u.  dgl.  Zas.  z.  Anm.  Sch.  47  890  (Kl.  48  c).  22.  1.  16 

48  c,  3.    Sch.  47  890.    Auftragmaschine  für  die  Etzaugung  von 
emaillierten  Eisenblechgeräten  oder  dgl    23.  10.  14. 

Edmund  Schröder,  Berlin,  Ballealliancestr.  88.  .hin 

48  d,  1.  St.  35141.  Verfahren  und  Vorrichtang  zur  Beseitigung 
der  Gasblasen  an  den  zu  beizenden  Gegenständen  in  B  iizbehältern. 
Stellawerk,  A.-G.,  vormals  Wilisch  &  Co,  Berg -Gladbach.    1.  11.  21. 

53  b,  3.     M.  64  571.    Luftdichter  Verschloß  für  Einmachgefäße. 
Dring.  Fritz  Mayer,  Manchen,  Brienner  Str.  29.   30.  12.  18 

64  a,  29.   F.  60  252.   Flaschenverschluß  mit  Sicherang.   Oicar  Feige, 
Breslau.  Ltttzowstr.  10.   22.  9.  21. 

67  a,  9.  W.  68  418  Schleif  Vorrichtung  zum  Ausschleifen  geschliffener 
Glaszylinder.  Alfred  Weisheit,  Arnstadt,  und  Friedrich  Lsihbecher,  tstadt- 
Bemda.    23.  5  21. 

67  a,  16.  H.  84189.  Schleiftisch  für  Maschinen  zum  Schleifen 
ebener  Facetten  an  Glasplatten.  Richard  Herrmann,  Bdriin,  Raeinsberger 
Str.  65.    6.  2.  21. 

67  a,  19.   A.  34  980.   Maechifi'e  zum  Schleifen  und  Polieren  optischer 
Gläser.     Oscar  Ahlberndt,  Berlin.    2.  3.  21. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL -COBURG. 


Nr.  31  —"353 


67  a,  21.  St.  30442.  Vorrichtung  zur  Erzielung  einer  kontinuier- 
lichen Hin-  nnd  Herbewegung  des  Werkalttckhaltera  an  Edelstein-Sehleif- 
nnd  Polieimaschinen.  Zus.  z.  Pat.  294193.  Steril- Coleman  Diamond 
Machine  Company,  New.- York.   21.  3.  17. 

75  b,  21.  J.  20  529.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Mosaiken. 
Marie  Louise  Sophie  Josephine  Jumaux,  geb.  Granier,  Paris.  8.  7.  20. 
Frankreich  1.  5.  17. 

80  a,  45.  G.  53  838.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Steinzeugkrügen 
'mit  einer  Vertiefung,  auch  Beliefdarstellungen  am  Boden.  Aloysius  Girm- 
scheid,  Höhr,  Westerwald.   11.  5.  21. 

80  b,  8.  S.  53557.  Verfahren  znr  Herstellung  geformter  Gegen- 
stände aus  schwer  schmelzbaren  mineralischen  Stoffen  durch  Schmelzung. 
Socieie'  „Le  Basalte",  Voie  de  Seine,  Vitry  Seine,  Frankreich.  1.  7.  20. 
Frankreich  17.  5.  1». 

80  b.  8.  S.  56094.  Verfahren  zur  Nutzbarmachung  von  Basalt. 
Socie  e  „Le  Baselte",  Paris.   6.  4.21.   Frankreich  17.  4.  20. 

80  b,  18.  Scb.  60000.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Schwemm- 
steinen.  Johann  Schnutgen,  Neuwied  a.  Rh.   24.  11.  20. 

80  b,  12.  A.  35  357.  Verfahren  und  Einrichtung  zum  Brennen  von 
keramischen  Massen  im  Eanalofen  mit  Gasfeuerung.  Allgemeine  Elektri- 
zität-Gesellschaft,  Berlin.   27.  4.  21. 

80  b,  23.  P  35039.  Verfahren  zur  Herstellung  von  zusammen- 
hängenden üeberzügen  aus  unedlen  Metallen  auf  keramischen  Gegen- 
ständen. Porzellanfabrik  Kahla,  Filiale  Mennsdorf-Klosterlausnitz,  Herms- 
dorf, 8.-A.    9.  8.  16. 

80  b,  12.  V.  16434.  Verfahren  znr  Veredelung  von  Kaolinen. 
"Verband  Deutscher  Porzellangeschirrfabriken,  G.  m.  b.  H.,  Berlin-Friedenau. 
12.4.21.  

. 

Zurücknahme  von  Anmeldungen. 
32  a.   K.  73950.   Verfahren  zur  Herstellung  von  Glaskörpern  mit 
genauen  Obeiflächenkrttmmungen  oder  Kantenwinkeln.   29.  12.  21. 

82  a.  Sch.  46  557.  Verfahren .  und  Vorrichtung  zur  maschinellen 
Herstellung  von  Glasgefäßen,  besonders  von  Glasgefäßen  mit  Facetten, 
p.  12  21. 

32  a.  Sch.  57  768.  Verfahren  zur  Herstellung  von  DUsenböden  für 
Spinndüsen.    13.  2.  22. 

I       48  c.  P.  35770.  Glühen  und  Emaillieren  von  Blechgeräten.  29.12.21. 
80  b.  R.  45010.   Verfahren  zum  Brennen  von  Porzellan.   7.  7.  21. 


Beschreibungen. 
Maschine  zum  geraden  Abschleifen  einzelner  oder  gestapelter 

optischer  Gläser  odgl.  an  den  schmalen  Randflächen  nach  Schablone,  bei 
der  die  zu  schleifenden  Gläser  an  einem  mit  Schaltvorrichtung  versehenen 
'Schwingrahmen  gegen  den  Schleifstein  geführt  werden,  während  eine 
Signaleinrichtung  das  Ende  des  Schleifvorganges  anzeigt.  Zum  Zwecke 
des  selbsttätigen  Schaltens  der  Einstellvorrichtung  betätigt  ein  auf  der 
angetriebenen  Achse  der  Schwing-  und  antreibenden  Achse  für  den  Werb- 
stückrahmen und  Haltespindeln  verstellbares  Exzenter  durch  Stange  und 
den  doppelarmigen  Hebel  ein  federbeeinflußtes  Klinkengesperre  mit  ange- 
schlossenem Zahnrad  und  einem  als  Mutter  ausgebildeten  Zahnrad  auf 
jSchraubenspindel,  an  dessen  unterer  Fläche  der  das  Widerlager  tragende 
|ederbeeinflußte  Winkelhebel  durch  Arm  anliegt,  während  der  Arm  des 
He  eis  im  Anschlagbereich  der  mit  Skala  versehenen  Einstellscheibe  steht, 
deren  Bolzen  in  der  Platte  isoliert  gelagert  und  mit  elektrischer  Leitung 
versehen  ist,  so  daß  bei  Berührung  des  mit  der  anderen  Zuleitung  ver- 
sehenen Hebels  mit  der  Scheibe  der  Stromkreis  geschlossen  und  ein  Signal 
gegeben  wird.  67  a,  19.  Nr.  349  637.  15.3.21.  Beller  &  Fischer, 
Neuenburg,  Württbg. 

Verfahren  zur  Gewinnung  von  Kaolin  und  Tonsubstanz  aus 
den  durch  Naturgewalten  und  Naturwäschen  abgelagerten  Kaolintonsanden 
des  Oligozän.  Diese  meist  gänzlich  feldspatfreien  weißen  Oligozänfrag- 
mente  und  -sande  werden  durch  leichte  Trocknung  und  Windsichtung,  ge- 
gebenenfalls neben  mechanischer  Aufbereitung,  in  reine  Tonsubstanz  und 
Qaarz,  nötigenfalls  auch  in  Feldspat  und  andere  Nebenbestandteile  zer- 
legt. 80  b,  12.  Nr.  349  780.  10.  3.  21.  Beinhold  Froelich,  Meißen  i.  Sa. 

Verfahren  zum  Blasen  doppelwandiger  Glashohlkörper,  be- 
sonders für  Gefäße  nach  Dewar-Weinhold.  Zunächst  wird  an  der  Pfeife 
in  einer' Form  ein  Hohlkörper  geblasen,  welcher  der  endgültigen  Gestalt 
des  Außengefäßes  und  einer  mit  diesem  Außenteil  am  künftigen  Mündungs- 
rande zusammenhängenden  Bodenkappe  entspricht,  welche  darauf  mit  Hilfe 
einet  Kernes  in  den  Außenteil  eingestülpt  wird.  Der  Hohlkörper  wird  in 
Ider  Form  mit  einer  den  Außenteil  und  die  engere  Bodenkappe  verbinden- 
den Schulter  geblasen,  welche  die  endgültige  Gestalt  des  das  Außen-  und 
Innengefäß  verbindenden  Bandes  hat.  32  a,  8.  Nr.  349862.  12.10.20. 
Glasfabrik  Sophienhütte  Bichard  Bock,  G.  m.  b.  H.,  Ilmenau  i.  Thür. 


Hsov  y,  Aufgebote. 

12  c.  Gefäß  zur  Durchführung  quantitativer  Analysen  mit  Ab- 
gußschenkel.  Eine  Seitenwand  desselben  ist  durch  einen  den  Gesamtraum 
ies  Gefäßes  vergrößernden  Trichter  ersetzt,  dessen  Achse  in  der  Normal- 
lage des  Gefäßes  horizontal  liegt.  Ernst  Hauser,  cand.  phil,  Wien. 
28. 10.  19.   A  3955—19. 

21  a.  Entladungsgefäß  aus  Glas,  bei  dem  eine  oder  mehrere 
Elektroden  aus  einem  metallischen  Belag  der  Innenwand  bestehen  und 
durch  Flüssigkeit  von  außen  gekühlt  werden.  Zur  Verhinderung  einer 
ungleichmäßigen  Erwärmung  des  Glases  ist  auf  der  Grenzfläche  desselben 
gegen  das  Kühlmittel  eine  weitere  metallische  Schicht  angeordnet.  Patent- 
Ireuhand-ttes.  für  elektrische  Glühlampen  m.  b.  H.,  Berlin.  21.  4.  21. 
\  2616—21.   Deutsches  Eeich  3.6.  20. 

21g.  Luftdichter  Verschluß  fflr  Oeffnungen  von  Glashohl- 
lörpern  zur  Stromeinführung  in  elektrischen  Glühlampen,  zur  Anbringung 
ler  Antikathode  in  Röntgenröhren  u  a.  m.  AnJ  den  reinen  oder  aufge- 
rauhten, gegebenenfalls  metallisierten  Rändern  der  Oeffnung  des  Glashohl- 


körpers oder  eines  daran  angesetzten  Glasrohrstutzens  wird  ein  nach  Ge- 
stalt, Dickenabmessungen  und  Material  beliebiger  Metallaörper  (Kappe, 
Scheibe,  Stab  usf )  als  Träger  für  die  keine  Glasteile  berührenden  Strom- 
zuführungen oder  für  andere  Organe  unter  Benutzung  eines  metallischen 
oder  anderen  temperaturbeständigen,  luftdicht  machenden  Bindemittels  be- 
festigt, das  bei  Temperaturen  unter  der  Glühtemperatur  des  Glases  aufge- 
tragen werden  kann.  Dr.  Osias  Krüh,  Chemiker,  Wien.  10. 2.  19. 
A  458—19. 

21  g.  Verfahren  zum  Abdichten  der  Verbindungsstelle  zwischen 
ZufUhrungsteil  und  Gefäßkörper  bei  Vakuumapparaten,  insbesondere  Quarz- 
glaslampen  durch  Verkitten.  Der  Kitt  findet  als  Hartlack  nach  Art  der 
Japan-  oder  Emaillacke  Verwendung,  wird  zweckmäßig  schichtweise  auf. 
getragen  und  nach  jeder  Auftragung  eingebrannt.  Otto  Werner,  Kon- 
strukteur, Berlin.   14. 4.  21.   A  2405  —21. 

32  a.  Vorrichtung  zum  Ziehen  von  Glas  oder  dgl.  in  zjlin- 
drischer  Form.  In  Verbindung  mit  einem  Behälter  für  das  geschmolzene 
Material  ist  ein  um  seine  Achse  rotierender,  gegen  die  Horizontale  ge- 
neigter Dorn  derart  angeordnet,  daß  die  Schmelze  auf  seine  Außenfläche 
herabfließt.  The  Libbey  Glass  Co  ,  Toledo  (V.  St,  A).  22.  3.  17. 
A  1301—17. 

32  a.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Glasfäden,  bei  welchem 
das  Glas  aus  mehreren  Oeffnungen  eines  Behälters  unter  Druck  austritt 
und  an  jeder  Oeffnung  gleichzeitig  und  laufend  zu  einem  Glasfaden  aus- 
gesponnen wird.  Die  in  einem  nicht  unterteilten  Behälter  untergebrachte 
Glasmasse  wird  durch  geeignete  Regelung  ihrer  Temperatur  und  des  zum 
Auspressen  angewendeten  Druckes  sowie  durch  die  Ausbildung  der  vor- 
zugsweise eng  gescharten  Behälter  Öffnungen  zu  Kanälen  in  Gestalt  einer 
entsprechenden  Zahl  von  Glasstäbchen  ausgepreßt,  welche  gleichzeitig  und 
laufend  zu  je  einem  Faden  ausgesponnen  werden.  Carl  Math,  Ingenieur, 
Rathenow.   30.  9.  20.  A  5508—20.   Deutsches  Reich  26  3.  19. 

32  a.  Maschine  zur  Herstellung  von  mit  Böden  verseheneu 
Glasröhren.  Die  Maschine  besteht  aus  einem  Behälter  für  die  zu  bear- 
beitenden Röhren,  einer  Einrichtung  zur  Bodenbildung  und  einer  Sammel- 
vorrichtung für  die  fertigen  Gläser,  wobei  die  Teile  durch  selbsttätig 
arbeitende  Transportorgane  miteinander  in  Verbindung  stehen.  Paul  Born- 
kessel, Fabrikbesitzer,  Frohnau  (Deutsches  Reich).   14.  8.  20.  A  4679—20. 

32  a.  Verfahren  zum  Ansammeln  und  Abtrennen  von  Glas.  '  Ein 
Glasstrom  wird  in  einem  Behälter,  dessen  Auslaß  durch  einen  Boden 
geschlossen  ist,  so  weit  gestaut,  daß  er  eine  den  Auslaß  versperrende  An- 
sammlung bildet,  worauf  der  Boden  zurückgezogen  wird  und  eine  weiter 
fortgesetzte  Ansammlung  in  dem  Behälter  und  darauf  ein  Liefern  und  Ab- 
schneiden der  Charge  stattfindet.  Joseph  Bolden  Graham,  Ingenieur, 
Evansville  (V.  St.  A.).    15. 12.  19.   A  4749—19.    V.  St.  A.  14.  6.  17. 

32  a.  Verfahren  zum  Ziehen  von  Glas  oder  dgl.  in  zylindrischer 
Form.  Die  Schmelze  wird  auf  die  Oberfläche  eines  gegen  die  Horizontale 
geneigten  sich  gleichmäßig  drehenden  zylindrischen  Körpers  z.  B.  eines 
Blasrohres  geleitet,  auf  welcher  sie,  eine  gegen  das  Ende  des  zylindrischen 
Körpers  herabfließende  rohrförmige  Schicht  bildend,  infolge  der  Drehung 
des  Körpers  gleichmäßig  verteilt  und  von  dem  sie  in  Form  eines  Rohres 
oder  einer  massiven  Spange  abgezogen  wird.  The  Libbey  Glass  Co.,  Toledo 
(V.  St.  A.),   24.3.  17.   A  1330—17. 

,*67^.:"Terfahren  nn^  yorriciitung  zur  selbsttätigen  Begelang 
der  Schmier-,  Polier-  und  Schleifmittelzufuhr  bei  Glaspoliermaschinen.  Man 
läßt  die  Aenderung  der  Reibungsgröße  zwischen  dem  Werkstuck  und 
Werkzeug  eine  entsprechende  Aeitderung  in  der  Zufuhr  des  Schmier-  oder 
Schleifmittels  herbeiführen.  William  Taylor,  Konstrukteur,  ;sL8icester. 
24. 10.  19.    A  3889—19.    Großbritannien  21.  5.  18. 

80  e.  Verfahren  zur  Herstellung  einer  wasser-  und  säure- 
beständigen Verbindung  aus  kieselsäurehaltigen  Stoffen  und  Natriumsilikat. 
Diesem  Gemisch  wird  Apatit  zugesetzt  und  die  Mischung  einer"  Mineral- 
Säure  (Schwefelsäure)  ausgesetzt,  die  auf  Apatit  und  Natriumsilikat  ein- 
wirkt. Elektro- Chemical  Supply  and  Engineering  Co.,  Pniladelphia. 
24.7.  17.  A  3456—17. 


Erteilungen. 

87  818.  32  a.  Verfahren  und  Vorrichtung  zur  Herstellung  von  Glas- 
gespinst.    Gedeon  von  Pazsiczky,  Glastechniker,  Wandsbek.    15.  8.  21. 

87  871.  64  a.  Verschluß  für  Einsiedeflaschen,  Konservengläser  und 
dgl.  Hannibal  Lindner,  Leutnant  d.  R.,  Hermannstal  bei  Reichenberg. 
16.  10.  21. 

87  889.  80  a.  Tonreiniger.  Internationale  Patentveiwertungs-Ges. 
m.  b.  H.,  Berlin.   15.  9.  21. 

88  064.  21  d.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Kollektoren  mit  aus 
keramischer  Masse  bestehender  Kollektorbuchse.  Robert  Bosch  A.-G., 
Stuttgart.    15.  7.  21. 

88070.  48  c.  Vorrichtung  zum  Emaillieren  von  Draht.  Georg 
Schmidt,  Ingenieur,  Brannschweig. , ;  16.  9.  21. 

88  078.  80  d.  Verfahren  zur  Herstellung  von  künstlichen  Mühl- 
steinen. Leopold  Schund  jun ,  Mühlsteinerzeuger,  Rohrau  b.  Bruck  a.  d.  L. 
15.  10.  21. 

88112.  21c.  Kappeneinftthrungsisolator.  G.  Bihl  &  Co.,  Ladowitz 
(Tschechoslowakei).    15.9.21.   (Zus.  zu  Pat.  Nr.  82  251.) 

88 127.  21  c.  Elektrischer  Durchführungsisolator.  Porzellanfabrik 
Kahla,  Zweigniederlassung  Freiberg,  Freiberg  (Deutsches  Reich).    15  9  21. 

8  8  226.  80  c.  Kanalofen.  Heisingborgs  Koppatverks,  Aktiebolag, 
Heising  borg.   15.  11.  21. 

88231.  80  c.  Schmelzkorb.  Rsinhold  Schlegelmilch,  Porzelhn- 
fabrik,  Tillowitz.   15.  11.  21.   

Versagung. 

12  b.  Verfahren  zur  Vorbereitung  von  insbesondere  ungarischen 
Bauxiten,  Kaolinen  und  anderen  tonerdehaltigen  Mineralien.   15.  3.  1918. 


A  1404— 17.  - 


354  —  Nr.  31 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


1922.  (86.  Jahrgang.) 


Aufrechterhaltung. 

80  b.  65  693.  Preßform  zur  Herstellung  von  Kacheln.  Vorm.  L.  & 
C  Hardtmath,  G.  m.  b.  H.,  Podersam. 


Gebrauchsmuster. 

Deutsches  Beleb. 
Eintragungen. 

817  300.  30  b.  Gebrauchsform  zur  Herstellung  von  künstlichen 
Zähnen. 

817  301.  30  b.  Gebraochsform  zur  Herstellung  von  künstlichen, 
mit  hinter  sich  gehenden  Profilen  versehenen  Zähnen,  wie  Kronen. 

817  302  30  b.  Gebranchsform  zur  Herstellung  künstlicher  Zähne, 
mit  Zahnfleisch 

Deutsche  Zahnfabrik  P.  Buchbinder,  Frankfurt  a.  M.    11.  5.  22. 

817  558.    45  h.    Tonei.    24  4.  22. 

817  570.   45  h.   Nestei.    11.  5.  22. 

0  Beinh  Caaras,  Altstadt- Waldenburg  i.  S. 

817  751.  34  f.  Teller  und  ähnliche  Gebrauchsgegenstände  aus  ge- 
härteter porzellan ähnlicher  Kunststeinmasse.  Ludwig  Köhler,  Kettnang. 
8.  5.  22. 


817  924.   53  b.   Konservenglasdeckel  mit  drehbarer  Oeffnungsvorrich- 

tnng.    Willy  Kühn,  Gera,  8.-G.    17.  5.  22. 

817  978.  341.  Gebäckkasten  mit  auswechselbaren  Wänden  aas 
Steingut  oder  dergl.   Albert  Plaut,  Hannover- Wülfel.    15.  5.  22. 

818  001.  21  f.  Zuggewicht  mit  Montierungsboden  in  einem  Stück 
aus  keramischer  Masse  für  Doppelzugpendel.   23  9  20. 

818  002.   21  f.   Eiförmiges  Zaggewicht  mit  Bollenhaltern  in  einem 
Stück  aus  keramischer  Masse  für  Pendelaufzüge.   28.  9.  20. 
Otto  Wurm,  Glatz. 

818  055.  37  c.  Dachziegel  aus  Glas.  Ambi- Arthur  Müller  Bauten 
und  Industriewerke,  Berlin.    20.  5.  22. 

818  175  77  f.  Aus  Ton  geformte  und  in  feste  Körperform  gebrannte 
oder  gebackene  Figur  als  Kinderspielzeug.  Michels  &  Co  ,  Höhr  bei  Koblenz. 

19.5.22 

818  222  30  k.  Glasspritze  für  ärztliche  Zwecke,  besonders  für  Ein- 
spritzungen unter  die  Haut.  Dr.  Curt  Apel,  Charlottenburg,  Kuno- 
Fischer- Str.  7.   15  5.  22. 

818  252.  36  a.  Kachelofen.  Oesterreichische  Patentverwertungs- 
Gesellschaft  „Thoria«,  G.  m.  b.  H,  Wien.   5. 1.  22. 

818  298.  21  c.  Porzellanisolator  mit  selbsttätiger  Stromunterbreehung 
bei  Drahtbruch.   Willy  Schöne,  Hamburg,  Kieler  Str.  6.   23. 5.  22. 


1.  Eine  Baryt-Glasur  besteht  ans: 


0,25  K20  )  f23SiO 
0,25  N«90  U,15  Al203  lnKRn 
0,50  BaO  J  10,ÖU2U, 


1,00 

(Davon  0,15  A1203  und  0,3  SiO,  in  den  Mühlversatz.) 
Fritte:  Mühlversatz: 

Salpeter  50,5  Gew.-T.     Fritte   270,5  Gew.-T. 

Borax,  kristallisiert  .   95,5     „         Zettlitzer  Kaolin   .     38,8  „ 
Kohlensaurer  Baryt 

(Witherit)  .  .  .  985  „ 
Quarzmehl  ....  120,0  „ 

2.  Eine  Kalk-Borax- Glasur  besteht  aus: 

0,25  KaO  ]  * 23  SiO 

0,30  Na20  \  0,30  A1203  {  £'%  ^ 
0,45  CaO  J  * 

(Davon  0,05  A1208  und  0,1  Si02  in  den  Mühlversatz ) 


139,8  Gew.-T. 
114,6  „ 

45,0  „ 
42,0  „ 


Mühlversatz : 

Fritte   267.6  Gew.-T. 

Zettlitzer  Kaolin   .     12,9  „ 


Fragek asten  des  Sprechsaal. 

Zup  Beachtung  bei  Benutzung  das  Fragekastens. 

1.  Der  Fragekasten  dient  dann,  technische  and  andere  für  unseren  Iieserkrels  wissenswerte  Fräsen  und  Fabrikationsfehler 
offen  eu  erörtern,  ferner  Hilfsmittel,  Materialien,  Maschinen  nnd  Werkienge  für  unsere  Industrien  nachzuweisen.  Soweit  Sieh  Bezugs- 
quellen im  Anzeigenteil  finden,  wird,  wenn  nicht  besondere  Meldungen  erfolgen,  nur  darauf  hin  verwiesen. 

X.  Die  direkte  Vermlttelung  des  An-  oder  Verkauf«  von  Rezepten,  fertigen  Fabrikaten  usw.  nnd  die  Weitergabe  von  Angeboten 
oder  Antworten  an  die  Fragesteller  sind  ausgeschlossen. 

8.  Sie  Namen  der  Fragesteller  werden  nach  keiner  Welse  hin  genannt,  anonyme  Zuschriften  iedo  eh  nicht  berücksichtigt. 

4.  Die  Antworten  werden  nur  in  die  zweite  auf  die  Frage  folgende  Nummer  aufgenommen.  Verspätet  eingehende  Antworten 
können  nur  ausnahmsweise  Berücksichtigung  finden. 

5.  Die  Redaktion  behalt  sieh  vor,  ohne  Angabe  von  erfinden  sowohl  Fragen  als  auch  Antworten  abzulehnen;  für  brauchbare 
Beantwortungen  technischer  Fragen  gewahrt  sie  ein  angemessenes  Zellenhonorar.  Eine  zivilrechtliche  Haftpflicht  Übernimmt  die 
Redaktion  nleht. 

6.  Jeder  Frage  ist  Rückporto  beizufügen. 

Keramik. 

100.  Bei  einer  neu  eingeführten  Gießmasse,  die  etwa  46° /0  Pegmatit 
und  42°/o  böhmischen  Kaolin  enthält,  zeigt  sich  der  Uebelsiand,  daß  die 
Vasen  auf  der  Innenseite  und  die  Schalen  auf  der  Unterseite  des  Bodens, 
wo  der  Ausguß  erfolgt,  „walligu  werden.  Die  äußere  Fläche  der  Vasen 
wird  tadellos  glatt.  Bei  anderen  Massen,  die  keinen  Pegmatit  enthalten, 
sondern  nur  Kaolin,  Sand  imd  Spat,  ist  dieser  Uebelstand  nie  aufgetreten. 
Das  „Wälligwerden"  zeigt  sich  sowohl,  wenn  der  Kaolin  stfort  mit  aufge- 
geben wird,  als  auch,  wenn  er  erst  später  auf  die  Trommel  kommt.  Wie 
ist  dem  Fehler  abzuhelfen? 

Erste  Antwort:  Pegmatite  gibt  es  viele  und  von  verschiedener 
Zusammensetzung.  In  der  Annahme,  daß  Sie  Pegmatit  von  Tirschenreuth 
verwenden,  der  rand 

Quarz  60,0%  \af 

Spat  .  ...  .    .   36,5% 

Tonsubstanz  3>5% 

enthält,  so  besteht  Ihre  Masse  aus: 

TonsubBtanz   59,56  % 

Quarz  31,36  o/0 

Spat   19,08% 

Wallen  sind  die  Folge  zu  fetter  Massen  bei  zu  feiner  Mahlung.  Eine 
so  tonerdereiche  Masse  mit  so  wenig  Spat  ist  nicht  viel  wert  und  auch 
schlecht  transparent.  Verwenden  Sie  doch  die  in  Bayern  allgemein  ge- 
bräuchliche Masse  aus : 

Böhmischem  Kaolin  48% 

Pegmatit  von  Tirschenreuth  41% 

Spat  von  Schmidt,  Ketsch  8  % 

Glüh-  und  Glattscherben   .  3% 

100% 

die  12,72%  Htfhenschwindung  bei  SK  14  hat,  nnd  mahlen  Sie  diese 
Masse  18  Stunden  bei  23  Umdrehungen  in  der  Minnte.  Wallen  treten  dann 
sicher  nicht  auf.  Den  Kaolin  gibt  man  auf  den  Quirl  und  mischt  ihn 
aufgequirlt  mit  dem  Trommelversatz. 

Zweite  Antwort:  Ihre  Masse  enthält  jedenfalls  zu  viel  unge- 
glühte Tonsubstanz  und  ist  zudem  zu  fein  gemahlen.  Führen  Sie  Glüh- 
nnd  Glattscherben  ein  oder  verglühen  Sie  einen  Teil  des  böhmischen 
Kaolins.  Aus'  Ihrer  Frage  geht  übrigens  nicht  klar  hervor,  ob  die  Masse 
bIb  solche  schon  wallig  wird  oder  erst  mit  der  Glasur  nach  dem  Bremen. 
In  diesem  Falle  wäre  festzustellen,  ob  nicht  die  Stücke  zu  stark  vergl  üht 
sind  oder  die  Glasur  für  die  Masse  zu  strengflttssig  ist. 

101.  Welches  sind  die  Vorteile  einer  Schneidschablone  beim  Ueber- 
formen  von  Flachgeschirr  in  der  Dreherei?  Kann  damit  auch  schwächer 
gearbeitet  werden,  speziell  bei  Tellern?  Hat  die  Schneidschablone  gegen- 
über der  gewöhnlichen  Schablone  auch  Nachteile  und  eignet  sie  sich  für 
jede  Masse? 

Antwort:  Die  Nachteile  der  viel  gebräuchlichen  Schneide- 
nchablone  sind  bei  Massen  keine  anderen  als  bei  der  gewöhnlichen 
Schablone;  sie  hat  aber  den  Vorteil,  gegen  den  Verzug  der  Ware  zu 
wirken.  Sie  brauchen  ja  nur  den  Versuch  zu  machen,  dann  sehen  Sie, 
wie  sich  Ihre  Masse  dabei  verhält.  Fabriken,  deren  Massen  leicht  zum 
Verzug  neigen,  arbeiten  alle  vorteilhaft  mit  der  Schneideschablone,  denn 
sie  ist  in  jedem  Falle  besser  als  die  gewöhnliche  Schablone. 

1§2.  Gibt  es  eine  bleifreie,  auf  rohen  Tonscherben  aufzutragende,  bei 
SK  08  glatt  ßließende  Glasur,  welche  nicht  gefrittet  zu  werden  braucht? 
Wie  ist  sie  zusammenzusetzen? 

Erste  Antwort:  Bleifreie  Glasuren  müssen  Sie  schon  einen  Kegel 
öher  brennen,  also  bei  SK  07. 


Fritte 
Norweg.  Feldspat  . 
Borax,  kristallisiert . 
Kalkspat  od.  Marmor- 
mehl .  .  .  .  . 
Qaarzmehl 


Mit  diesen  Glasuren  kommen  Sie  gut  aus.  Ungefrittete  bleifrei« 
Glasuren  gibt  es  für  niedere  Temperaturen  nicht. 

Zweite  Antwort:  Bleifreie  Glasuren  für  SK  08,  die  nicht  ge- 
frittet zu  werden  brauchen,  gibt  es  nicht,  denn  man  ist  auf  Alkalien, 
Borax  und  Borsäure  angewiesen,  deren  Anwesenheit  das  Fritten  erfordert, 
um  diese  Stoffe  an  andere  zu  binden  nnd  dadurch  wasserunlöslich  zu 
machen. 

Glag. 

89.  Wer  liefert  Bleipfannensulfat? 
Antwort:  Pretzschner  &  Fritzsching  in  Dresden  melden  Bich  zur 

Lieferung  von  Bleipfannensulfat. 

90.  Läßt  sich  Buchenholz-  Gas  von  leer  soweit  reinigen,  daß  man 
es  als  Brennmittel  für  Bornkesselbrenner  zum  Verschmelzen  verschiedener 
chem.-pharm.  Glasartikel  verwenden  kann,  und  welches  wäre  hierfür  die 
zweckdienlichste  Vorrichtung  ?  Genügt  es,  wenn  ich  das  Gas  vom  Gene» 
rator  (Sammelkanal)  durch  zwei  hintereinanderstehende,  mit  Wasser  ge~ 
füllte  Behälter  mittels  Kompressor  sauge  und  auf  diese  Weise  den  Teer  vom 
Gas  soweit  absondere,  daß  eine  Verlegung  der  Gasröhrleitung  ganz  ver* 
mieden  wird  ?  Die  Wasserbehälter  sind  wie  die  Benzinvergasungs- Apparate 
Bedacht,  und  ich  glaube,  damit  ein  intensives  Durchfiltern  des  Gases  voll- 
kommen zu  erreichen.  Natürlich  wird  das  Wasser  zeitweilig  erneuert.  Nun. 
ist  es  die  Frage,  ob  dem  Qas  durch  diese  Filterung  außer  Teer  nicht  auch 
andere  Stoffe  entzogen  werden,  die  den  Heizwert  des  gereinigten  Gases,  um 
den  es  sich  hauptsächlich  handelt,  nachteilig  vermindern.  Ich  bitte  um 
Aufklärung. 

Erste  Antwort:  Buchenholz-Gas  läßt  sich  sehr  gut  reinigen,  so 
daß  man  es  als  Brennmittel  für  Bornkesselbrenner  zum  Verschmelzen  ver- 
wenden kann.  Zunächst  ist  darauf  zu  achten,  daß  nur  ganz  trockenes 
Buchenholz  vergast  wird ;  dann  müssen  dem  Gase  alle  wässerigen  Bestand- 
teile, wie  Teer,  Holzessig  usw.  entzogen  werden.  Zu  diesem  Zweck 
läßt  man  es  einen  Gasreiniger  mit  auswechselbaren  Beinigungskegeln 
passieren,    worauf  es  durch  einen  mit  Gasreinigungsmasse  angefüllten 


im.  (66.  Jahrgang 


M  öl  - 


Apparat  gesaugt  wird,  um  dann  einem  Gassammelbehälter  zugeführt  zu 
•  werden.   Von  einem  .Reinigungsverfahren  mit  Wasser  ist  abzuraten,"  da 
das  Gas  dann  wieder  getrocknet  werden  muß.   Wenn  der  Bedarf  an  Gas 
groß  genug  ist,  ist  es  das  bette,  Sie  banen  eich  eine  kleine  Gasanstalt. 

Zweite  Antwort:  ÜB  ist  wohl  möglich,  Bachenholzgas  durch 
eine  entsprechende  Behandlung  zu  reinigen  und  heizkräftiger  zu  machen, 
doch  wäre  zu  uberlegen,  ob  es  nicht  praktischer  und  wirtschaftlicher  ist, 
eine  eigene  kleine  Gasanstalt  zu  bauen  oder  mit  komprimiertem  Gas  aus 
Stahlflaschen  zu  arbeiten  oder  eine  jener  kleinen  Gasanlaeen  einzurichten, 
wie  man  sie  an  Orten  ohne  Leuchtgas  für  Wohnungen,  Laboratorien  und 
auch  industrielle  Zwecke  mit  großem  Vorteil  benutzt  (Gasolin-,  Aerogen-, 
Benoidgas  u.  dgL). 

91.  Zum  Biegen  kleiner  runder  Gläser  in  Tonformen  verwenden 
wir  dünnwandige  Muffeln  von  6  mm  Wandstärke  aus  Hafenton  bei  1000°. 
Bereits  am  dritten  Tage  fängt  die  Muffel  an  zu  reißen  und  muß  ersetzt 
werden.  Wie  ist  dem  abzuhelfen,  bezw.  welche  Mischung  ist  zur  Her- 
stellung der  Muffeln  zu  verwenden  ?   Der  Ofen  wird  täglich  gelöscht.. 

Erste  Antwort':  Die  dünnwandigen  Muffeln  müssen  mit  der 
größten  Sorgfalt  gearbeitet  werden;  alle  scharfen  Ecken  sind  abzurunden 
und  vor  dem  Einsetzen  müssen  die  Muffeln  vollständig  lufttrocken  sein. 
Das  Anheizen  der  Muffeln  hat  langsam  zu  geschehen.  Beim  Loschen 
nach  der  Arbeit  wird  der  Ofen  gut  verschlossen  und  verschmiert,  damit 
S|e  Muffel  Uber  Nacht  möglichst  wenig  und  nur  ganz  langsam  abkühlt 
Waruni  verwenden  Sie  nicht  blecherne  Muffeln  oder  einen  modernen 
Biegeofen?  Nachstehender  Versatz  gibt  bei  sachgemäßer  Verarbeitung 
und  sorgfältiger  Nachschlagung  brauchbare  Muffeln : 

Meißner  Ton,  roh  5  Teile 

„        „    gebrannt   3  „ 

Muffelscherben  ...........   3  „ 

Zweite  Antwort:  Die  Muffelmasse  ist  wahrscheinlich  nicht  ent- 
sprechend zusammengesetzt  nnd  zu  fein;  sie  müßte  mit  mehr  grobem 
Material  gemagert  sein  und  kein  Schamottemehl  enthalten.  Nun  kommt 
es  auch  noch  darauf  an,  ob  das  Anheizen  der  Muffeln  langsam  genug 
erfolgt,  ebenso  das  Abkühlen.  Sie  geben  leider  nicht  an,  wie  Ihre  Mafi ei- 
nlasse zusammengesetzt  ist ;  magern  Sie  sie  nach  Möglichkeit,  und  zwar, 
Wie  eben  gesagt,  mit  gröberer  mehlfreier  Schamotte. 

92.  Wir  bitten  um  Angabe  eines  Glassatzes  zum  Blasen  von  weißen 
Glaskugeln,  woraus  sog,  Uhrschalen  für  chemische  Zwecke  sich  gut 
ichneiden  lassen. 

Erste  Antwort:  Um  Glaskugeln  zum  Anschneiden  von  Uhr- 
schalen für  chemische  Zwecke  blasen  zu  können,  ist  vor  allem  eine  ganz 
gleichmäßige  Verteilung  des  Glases  anzustreben.  Nachstehender  Satz  gibt 
bei  inniger  Mischung  und  heißem  und  gleichmäßigem  Ofengang  das  ge- 
wünschte Glas. 

Sand    .   .   .   .   .   .   .   .  100  kg 

Soda  30  „ 

Pottasche  15  „ 

Kalkhydrat  20  „ 

Salpeter  •   ■      2  „ 

Arsenik   2  „ 

Nickeloxyd    ............     70  g 

Scherben  .   25  kg 

e  geblasenen  Kugeln  müssen  ausreichend  gekühlt  werden. 

Zweite  Antwort:  Zur  Herstellung  der  erwähnten  Uhrschalen 
für  chemische  Zwecke  bedarf  es  eines  guten  homogenen  Glases  von  ent- 
sprechender Widerstandsfähigkeit  gegen  chemische  Einflüsse,  wie  es  der 
nachstehende  Satz  liefert: 

Sand,  mit  3—4%  A^Os  100  kg 

Soda  25  „ 

Pottasche      .   10  „ 

Kalkspat   20  „ 

Salpeter   <2  „ 

Entfärbung  nach  Bedarf. 


Das  Glas  ist  wiederholt  zu  blasen,  and  di«  daraus  geblasenen  Engeln 
sind  sorgfältig  zu  kühlen. 

Heue  Fragen. 
Keramik. 

108.  Wir  bitten  um  einen  guten  Versatz  für  Kapseln,  die  auch  in 
Oefen  mit  direkter  Feuerung  mindestens  4 — 5  Mal  verwendet  werden  können. 
Wir  verwenden  zur  Zeit  den  teueren  Lieskauer  äteingutton  und  Tirschen- 
reuther Kapselerde,  haben  aber  sehr  schlechte  Ergebnisse,  obwohl  dieselben 
bei  gleichem  Versatz  vorher  wesentlich  besser  waren.  Unsere  Kapseln 
lassen  sich  jetzt  nach  dem  zweiten  Brande  gewöhnlich  schon  gar  nicht  mehr 
verwenden  und  sind  außerordentlich  brüchig. 


Glas. 


95.  Gibt  es  ein  wirtschaftliches  Verfahren,  um  das  Gemisch  von 
Schwefelsäure  und  Flußsäure,  das  bei  der  Säurepolitur  in  erheblichen 
Mengen  abfällt  und  allgemein  als  wertlos  weggegossen  wird,  wodurch  Ab* 
laufkanäle  usw.  stark  zerstört  werden,  in  seine  beiden  Ursprungssäuren, 
Schwefelsäure  und  Flußsäure,  wenn  auch  nicht  in  ganz  reinem,  so  doch 
für  obigen  Zweck  wieder  verwendbarem  Zustand  zu  zerlegen?  Für  welchen 
Zweck  könnte  man  diese  Abfalhäuren  sonst  noch  verwenden? 

96  Welche  Pyrometer  sind  zur  Messung  der  Temperaturen  in  Glas* 
hafenöfen  und  zur  Kontrolle  der  Ofenführung  während  der  Schmelze,  ferner 
zur  Mtssung  der  Temperaturen  in  Kühlöfen  zu  empfehlen,  und  welche  Zug- 
messer kommen  für  die  Glasöfen  in  Frage? 

97.  Wer  liefert  Koksgeneratoren  zur  Gasbeheizung  der  Kühlöfen  in 
Glashütten  ? 

98.  Wie  werden  Glastafeln  zum  Schleifen  und  Polieren  bis  auf  etwa 
4  mm  Stärke  herab  auf  den  rotierenden  Schleiftischen  befestigt,  bezw  welche. 
Kittmassen  werden  dazu  verwendet? 

99.  Wer  liefert  Füllkästen,  Ventile  und  andere  Eisenteile  für  Gas* 
gener atorenanlagen,  und  welcher  Füllkastenart  ist  der  Vorzug  zu  geben? 
Die  Teile  müssen  besonders  widerstandsfähig  und  gasdicht  sein. 

100.  Bei  meiner  Fensterglasfabrikation  (Sulfat- Schmelze)  kommt 
es  vor,  daß  die  Hafenkränze  frühzeitig  dünn  werden,  und  die  Folge  davon, 
ist,  daß  das  Glas  fadig  wird.  Ich  bin  der  Meinung,  daß  die  Kränze  zu 
leicht  sind,  da  sie  */s — 1  cm  über  dem  Glase  hinausstehen;  habe  ich  recht  ? 
Verwandt  wird  fertige  Fichteiberger  Kranztonmasse 


Verschiedenes.  , 

8  Gibt  es  eine  bewährte  Methode  zum  Begenerieren  von  gebrauchtem, 
Gips,  damit  er  seine  ursprüngliche  Bindekraft  wieder  erhält? 


Briefkasten  der  Redaktion. 

Seh.  &  Co.  in  B,  Wenn  die  Lieferanten  von  Rohstoffen  wie 
Kaolin,  Ton,  Sand,  Feldspat  usw.,  kein  Interesse  daran  haben,  uns  den 
ihnen  zugegangenen  Bogen  mit  den  Analysen  Zurückzusenden  und  die 
letzteren  im  Sprechsaal- Kalender  angeführt  zu  sehen,  so  können  wir  nicht 
dafür,  daß  die  Analyse  dieses  oder  jenes  Rohstoffs  in  den  Tabellen  fehlt, 
die  doch  hauptsächlich  den  Verbrauchern  die  Auswahl  erleichtern  sollen. 
F.  L.  i.  P.  Patentamt  Berlin  SW.  61,  Gitschinerstraße  97/103 
W.-K,  W.  i.  W.  Da  Sie  fertige  Misse  und  Glasur  kaufen,  deren 
Zusammensetzung  also  nicht  anzugeben  vermögen,  so  kann  man  Ihnen 
durch  Abänderungsvorschläge  nicht  helfen.  Am  besten  ist  es,;  Sie  setzen 
sich  mit  Ihrem  Glasurlieferanten  in  Verbindung  und  lassen  sich  von  diesem 
eine  passende  Glasur  ausprobieren  oder  Sie  wenden  sich  zu  demselben 
Zweck  an  ein  Fachlaboratorium,  wenn  Sie  die  Glasur  selbst  herstellen 
wollen.  In  diesem  Falle  würde  es  sich  empfehlen,  auch  eine  entsprechende 
Masse  ausarbeiten  zu  lassen. 


Hierzu  eine  Beilage:   Prospekt  der  Verkaufsstelle  elektro  -  osmotisch  gereinigter  Kaoline  und  Tone,  Gesellschaft 
mit  beschränkter  Haftung,  in  Berlin,  Lindenstraße  35. 


Nachruf- 

Mit  dem  so  tief  betrübenden,  unerwarteten  Hinscheiden  unseres  II.  stellvertretenden  Vorsitzenden 

Herrn  Franz  Klücher,weiBwasserO.L. 

Direktor  der  Vereinigten  Lausitzer  Glaswerke  A.-ß. 

haben  wir  einen  überaus  schmerzlichen  Verlust  erlitten. 

Seit  einer  langen  Reihe  von  Jahren  hat  er  unsere  Bestrebungen  wärmstens  unterstützt  und  unsere  Arbeiten 
tatkräftig  gefördert.  Sein  klnger  Rat,  das  allzeit  verbindliche  Wesen,  die  geschickte  Art  zu  vermitteln  und  Gegen- 
sätze auszugleichen,  haben  uns  über  manche  Schwierigkeit  hinweggeholfen  und  ihm  die  Anerkennung  und  Hoch- 
achtung verschafft,  die  er  im  Kreise  unserer  Mitglieder  genoß.  Dazu  kam  die  persönliche  Liebenswürdigkeit,  mit 
der  er  seinen  Kollegen  begegnete,  und  die  frische,  frohe  Art,  die  ihn  im  geselligen  Kreise  zierte  und  die  ihm 
die  Freundschaft  seiner  Kollegen  gewann.  Sein  Wirken  in  unserer  Vereinigung  wird  deshalb  auch  unvergessen 
bleiben  und  immerdar  werden  wir  seiner  in  Dankbarkeit  gedenken. 

Vereinigung  deutscher  Hohlglasfabriken  G.  m.  fo.  HL 

Dr.  Uhlitzsch. 

Bonn,  den  22.  Juli  1922. 


XCIV  -  is  f.  31 


845  — 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1992.  (M.  Jahrgang.) 


Im  Verlag;  des  Sprechsaal  in  Coburg:  erschienen: 

Fachschriften 

\    *  Abhandlnng*n  über  Steinzeug.   M  60,—. 

*  Ausgew äh  le  Kapitel  aas  der  Emailliertecbnik.   M  18, — . 

*  Berdel,          Einfaches  ChemiBches  Praktikum.    Teil  I  M  30, — , 

Teil  II  M  30,—,  Teil  III/IV  M  72—,  Teil  V 
und  VI  M  84,—. 

*  Georgi,         Anlage,  Einrichtung  und  Betrieb  einer  Porzellan- 

fabrik.   Ji  84,—. 

\     *  Hermann,      Tafeln  für  die  Berechnung  von  Glasuren  und  Gläsern. 

Ji  12,—. 

*  Puball,          Grundzuge  der  Keramik  (erscheint  im  Juli  1922). 

*  Sprechsaal-Kalender  für  die  Keramischen,  Glas-  und  verwandten  In- 

dustrien (z  Zt.  vergriffen). 

*  Walter,         Die  Fabrikation  des  Belenchtungsglases.    Jt  SO, — . 

Herda             Brennofen  „System  Herda«.   Jt  1,60. 

Hermanns        Einige  Schlaglichter  zur  Brennstoffwirlsjhaft  in  den 
Glashütten.   JH  5.—. 
Aus  der  Wärmewirtschaft  in  der  Glasindustrie.   JH  3,r«f '~vk 

Jnng               Die   gebräuchlichsten  Verzierungsarten  des  Glases. 

Jt  12,50.                     \  mm 

K allanner-Bart a  Ueber  die  Bestimmung  der  Beständigkeit  der  kera- 
mischen Erzeugnisse  gegen  die  Einwirkung  von 
Lösungen,  insbesondere  Säuren.   JH  8, — . 

Kallauner-Barta-Simane   Ueber  die  Bestimmungen  der  Wasserauf-  ' 
nahmefähigkeit  oder  der  scheinbaren  Porosität  kera- 
mischer Erzeugnisse.   Jt  10, — . 

Kallanner-Fiser   Beitrag  zur  näheren  Wertbegrenzung  der  Wasser- 
aufnahmefähigkeit und  Säurebeständiggeit  von  Stein- 'u 
zeugröhren  fttr  Kanalisationizwecke;  Feststellung 
der  Abhängigkeit   dieäer  Eigenschaften  von  der 
chemischen  Zusammensetzung  des  Scherbens.  Jt  5, — . 

Koelsch           Die  Staubfrage  in  der  Porzellanindustrie.     Jt  2,50 

Koerner           Die  Beurteilung  der  Alkali -Kalk -Gläser  nach  der 
Tscheuchner'schen  Formel.   Jt  12,50. 

Maetz              Elektro-Glasschmelzöfen.   Ji  2, — . 

Maurach          Brennstoff-  und  Wärmemengen  in  Glashütten.  JH  2,— 

Mayer-Havas    Ausdehnungskoeffizient   der   Emails   uud  chemische 
Zusammensetzung.    Jt  8,—. 

Meurer           Das  neue  Meurer?ache  lEmailspritzverfahren.   Ji  3, — . 

Müller            GlasätzmethodenJund  Metallreflexe.   JH  10,—. 

Oelschläger      Ueber  Gasmeßinstrumente    Jt  1,50 

Oggerin           Die  Verarbeitung   des   Spiegelglases   zu  optischen 
Erzeugnissen.   Jt  3, — . 

Petrik             Die  Bleifrage  in  der  keramischen  Industrie.    Jt  3, — . 

Pakall            Beitrag  zur  Lösung  der  Bleifrage.   Jt  8, — . 
„                Bleiborsäurefreie  Glasuren.  Jt  3, — . 
„                Borsäurefreie  Steingntglasuren.   Ji  8,—. 
-„                Ueber    die   Schwiudungsvorgänge    bei  keramischen 

Massen.   Jt  12,50 
„                Ueber  die  Vorgänge  beim  Brennen  keramischer  Waren. 
Jt  5, — . 

„j,  „                Anorganische  Synthesen.   (Neudruck  in  Vorbereitung.) 
„                Keramische  Arbeitsmassen. 
Bieke-Steger    Ueber  den  Einfluß  des  Tonerde -Kieselsäure -Verhält- 
nisses auf  das  Verhalten  von  Porzellanglasuren. 

Jt  8,— . 

„                Ueber  den  Wärmeausdehnungskoeffizienten  von  Glasuren. 

Jt  12,50 

Bohrwasser      Brennstoff  -  Wahl    und    Brennstoff  kosten  -  Ersparnis. 

Jt  1,50. 

Buff-Lauschke  Ueber  die  Herstellung  feuerfester  Geräte  aus  Zirkon- 

dioxyd.   Ji  12,50. 
Schmidt           Ueber  das  Brennen  von  Steingut.   JH  10, — . 
Selch              Die  Auf  Schließung  von  Tonsubstanz  durch  Kalk.  Jt  4, — . 
Springer          Berechnung  der  Härte  bezw.  Ausdehnung  des  Glases. 

Ji  4,—. 

„              Ueber  die  Entfärbung  von  Glas  mit  Salpeter  und 

Arsenik  sowie  Salpeterersatzstoffen.    Ji  4, — . 
„              Ueber  die  Glaubersalzschmelz e.   M  8, — . 
„              Neue  Studien  und  Versuche  über  die  Botätze.  Jt  8, — . 
„               Kaliumchlorat  und  -Perchlorat  als  Salpeterersatz  in 

der  Glasindustrie.   Ji  5, — . 
„              Neue  Schmelzversuche  mit  Salpeterersatz  von  Schott  & 
!                          Genossen-Jena.    Teil  I,  JH  4, — .   Teil  II,  JI  3, — . 
„              Nene    Schmelzversuche    mit    Bariumsnperoxyd  als 

Salpeterersatz.   Jt  2, — .  } 
„              Nochmals  Salpeterersatz  in  der  Glasindustrie.   Jt  1,50. 
„              Was  ist  beim  Wechsel  von  Pottasche  oder  Soda  zu 
i                          beachten  ?   Jt  4,—. 
Stabe?            Die  Ursachen  das  Bissigwerdens  und  Abblätterns  von 
Gußeisenemail  und  die  Mittel  zur  Verhütung  dieser,. 
Fehler.   Jt  S—,  &%? 
Tost  mann         Blei-,    borsäure-   und   natronfreie  Steingutglasuren. 
|                          Jt  10,—. 
Vondracek       Emailindustrie  im  Jahre  1910.   Jt  2, — . 

„**   n     19H-   -*  2,-. 
„                     „            „     „     1912  und  1913,   Ji  4,—,  »-.rmJ 
,,             Die  Deckkraft  der  Emailtrttbungsmittel.   Ji  2,—. 

TPaK  am                            Haa    f-i  o  :j  r»  V»  yy\  a  n\ra  V*1  nnf  Ol"    im     A  nQlanrl          nm    K  ' 
fVCDOr                       Uaa   iTcsCÜIÜäU&alUUSbor  IUI  AUQlUUU.      Jfc    O,— .      "  ™ 

i       „               Die  Nachbildung  von  Kunstwerken.   M  2,50 
Wulf               Geflttgelzuchtgeräte  aus  Ton  oder  Sceinzeuu.  Ji  1,50. 
Wunder           Ein  neues  Verfahren  der  Goldablö  jung  mittels  Königs- 
wassers.  M.  2, — . 
Zwing              Die  Anfärbung  der  Minerialien  und  Gesteine  mit 
anorganischen  und  organischen  Farbstoffen,  M  5, — . 

Fach=Adreßbücher 

*  Adreßbuch  der  Keram-Industrle  in  Deutschland,  Elsaß-Lothringen, 

Luxemburg,    Deutsch  -  Oesterreich,    Danzig,  Polen, 
Tschechoslowakien,  Ungarn,  Jugoslawien,  Rumänien, 
Dänemark,    Schweden,    Norwegen    und  Finnland. 
14.   Auflage   —   April   1922.      Preis   Ji  200,—. 
Teuerungszuschlag  vorbehalten. 

*  Adreßbuch  der  Glas-Industrie  in  Deutschland,  Elsaß- Lothringen, 

Luxemburg,    Deutsch- Oesterreich,    Danzig,  Polen, 
Tschechoslowakien,  Ungarn,  Jugoslawien,  Rumänien, 
Dänemark,    Schweden,    Norwegen    und  Finnland. 
12.  Auflage  erscheint  im  Herbst  1922.   Inhalt:  Etwa 
5000  Firmen  auf  700  Seiten. 

*  Adreßbuch  der  Email-Industrie  in  Deutschland,  Elsaß-Lothringen, 

Luxemburg,  Deutsch-Oesterreich,  Westpolen,  Tachecho- 
slowakien,  Ungarn,  Jugoslawien,  Dänemark,  Schweden 
und  Norwegen,  ^3  Auflage  —  Juni  1921.  Inhalt: 
400   Firmen   auf  200   Seiten.      Preis    M  90,—. 
Teuerungszuschlag  vorbehalten. 

Sonderdrucke 
vüh  Arbeiten  aus  dem  Sprechsaal 

Baldermann     Das  Kupfer-Bubinglas  zum  Ueberfangen.  M  3, — . 
i         .            .nf  'Der  Verlauf  des  Schmelzprozesses  in  niedrigen  Glashäfen. 

Behr               Vergrößern  und  Verkleinern.  Jt  4, — . 

Berdel  Ueber  borsäurefreie  Steingutglasuren  mit  besonderer 
Berücksichtigung  des  Steingutspates  der  Deutschen 
Gold-  und  Silber-Scheide-Anstalt  in  Frankfurt  a.  M 

Ji  4,—. 

Berge             Einführung  in  die  Keramik  mit  Uebungsbeispielen  zur 
Berechnung  vonMasse-und  Glasurversätzeu.  Jt  12,50. 
„                 Msgnesia-Massen.    M  10, — . 
,,                 Wasserglasglasuren.    JH  10, — . 
■    Dorfn«r           Zur  Bleifrage.    M  3, — . 

Englische  Bezeichnungen  und  Zasamenstellungen  beim  Handel  mit 

Gebrauchsgeschirr.    M  3, — . 
Flammenlose  Oberflächenverbrennung.  Mitgeteilt  von  der  Wärme- 
techniechen  Beratungastelle  der  deutschen  Glasin- 
dustrie, Frankfurt  a.  M.    Ji  2,—. 
Fleck              Die  Autotypie  als  Hilfsmittel  zur  Massenerzeugung 
photographischer  Farbenkeramik.   M  9, — ; 
„                 Die  Dreifarben-Photokeramik.   Ji  9, — . 
„                 Die  photographischen  Aufnahme- Verfahren.   Jt  12,50. 
Fruelich           Elastische  Blechgraad  Mtthlenfritten.    M  5, — . 

Erfahrungswerte  für  Blechgrund.    Ji  10, — - 
Frommel          Fachschule  und  Versuchsanstalt  zur  Förderung  der 

Glasindustrie.    M  4, — . 
Greiner           Ueber  ein  graphisches  Hilfsmittel  bei  keramischen 

Berechnungen.   M  7,—. 
Harkort-Scherbius.  Festigköitsbestimmungen  von  Steingutmassen  und 
die  Beziehungen  der  gewonnenen  Festigkeitszahlen 
zur  Zusammensetzung  und  anderen  Eigenschaften 
dieser  Massen    M.  I(>  — 
Heinstein         Masaerisse  und  das  Abblättern  der  Vorformmasse  oder 
des  Begasses  bei  O/enkaeaeln  M  6, — . 
„                Transparente  Ofenglasuren  fttr  Elfenbein  und  Weiß. 
M  «,-. 

Zu  den  beigedruckten  freibleibenden  Preisen  kommen  (mit  Ausnahme  der  mit  *  bezeichneten  Werke)  innerhalb  Deutschlands  und  Oesterreichs 
20°/0  Sortimentsaufüchleg.    Die  Preise  für  Sendungen  nach  dem  Auslände  werden  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt.   Porto  und  Verpackung 
werden  besonders  berechnet.     ♦    Postscheckkonto:  Nürnberg  Nr.  4747,  Erfurt  Nr.  1509.   Bankkonto:  Bayerische  Vereinsbank,  Filiale  Coburg. 

,i  in    <hqaa»*rt!>J  [j         ,S1  '1°  •••*»«* 

(5B.  Jahrgang.) 


Coburg,  den  10.  August  1922 


Nammer  32 


Zeitschrift  für  big  Keramischen,  Glas-  unb  uerwanbten  Inbustrien 


prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert :  Bugra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint   wöchentlich   einmal  Donnerstags 


Fernsprecher  Nr.  59.  /  Telegramm- Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto:  Bayerische  Vereinsbank  in  Coburg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  bei  der  Post  bestellt  für  das  III.  Vierteljahr  Jt  55.—,  unter  Streifband  dl  95.-^- 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  3. — ,  Stellengesuche  Jt  1.50 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


Mitglied  von :  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Die  Notlage  der  deutschen  Fachpresse. 

Auf  der  Mitgliederversammlung  des  Verbandes  der  Fäch- 
iresse  Deutschlands  vom  29.  6.  22,  in  welcher  die  Gründe  für 
fe  Notlage  der  deutschen  Facbzeituugen  und  deren  Abwendung 
usführlich  besprochen  wurden,  faßte  man  u.  a.  zwei  wichtige 
Jesolutionen.  Ausgehend  von.  der  Tatsache,  daß  auch  durch 
las  bevorstehende  Eingreifen  der  Regierung  die  Schwierig- 
leiten und  die  Gefahr  für  das  Weiterbestehen  der  Fach- 
eitungen  nicht  behoben  werden  können,  und  daß  der  Weg 
ler  Selbsthilfe  beschritten  werden  müsse,  sollen  die  für  unser 
Virtschaftsleben  unentbehrlichen  Fachzeitschriften  erhalten 
ileiben,  wurde  einstimmig  folgender  Entschluß  gefaßt,  der  auch 
,n  die  Kundschaft  übermittelt  werden  soll: 

„Die  fortgesetzten  gewaltigen  Steigerungen  der  Druck- 
end Papierpreise  spannen  die  Betriebsmittel  der  Presse  auf  * 
-J das  Aeußerste  an  und  machen  es  ihr  unmöglich,  längere 
^Zahlungsfristen  zu  bewilligen.     Die  im  Verbände 
-der    Fachpresse  Deutschlands   e.  V.  vereinigten  Fachzeit- 
schriften haben  einstimmig  beschlossen,  bei  Aufgabe  einzelner 
^Anzeigen  Vorauszahlung  zu  fordern,  bei  laufenden  Aufträgen 
aber  Monatsrechnung  zu  legen,  die  dann  in  8  Tagen  bezahlt 
werden  soll.    Wir  bitten  durch  Annahme  dieser  Bedingungen 
I  der  Notlage  der  Zeitschriften  Rechnung  zu  tragen." 

Außerdem  wurde  in  Anbetracht  der  fortschreitenden  Geld- 
entwertung, die  jede  Kalkulation  unmöglich  macht,  hinsichtlich 
der  langfristigen  Abschlüsse  einstimmig  beschlossen : 

„Die  Fachzeitschriften  müssen,  wenn  sie  nicht  unter- 
gehen sollen,  ihre  Anzeigen-  und  Bezugspreise  der  Geldent- 
wertung oder  der  Herstellungsverteuerung  entsprechend 
laufend  angleichen.  Festpreise  sind  in  einer  Zeit 
fortschreitender  Geldentwertung  unmöglich. 
Es  soll  jedoch  unseren  Mitgliedern  freistehen,  bei  lang- 
fristigen Abschlüssen  einen  Festpreis  bis  zu  drei  Monaten 
•,zu  geben,  wenn  im  übrigen  gleitende  Preise  vereinbart 
werden.  Der  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  wird  all- 
monatlich verkünden,  welche  prozentualen  Aufschläge  zu 
dem  Abschlußpreise  angemessen  sind.  Er  wird  dafür  sorgen, 
daß  bei  einer  steigenden  Kaufkraft  der  Mark  die  Zuschläge 
wieder  abgebaut  werden." 


Erfahrungen  über  die  Schwierigkeiten  bei  der 
Anbringung  von  Pyrometern  im  Betriebe. 

(Nachdruck  verboten.) 

•  In  den  Sitzungsberichten  der  Engl.  Keram.  Geseilseh.  XXI 
(1921/22),  1.  Tl.,  S.  1— 19,  gibt  Robert  S.  Whipple  für  das  Ver- 
sagen  einer  Pyrometereinrichtung  folgende  Ursachen  au: 

1.  Es  ist  ein  falscher  Instrumententyp  gewählt  worden, 

2.  Das  Instrument  versagt  bei  der  Benutzung,  oder 

3.  Es  erfordert  an  sich  eine  Justierung  oder  Instandsetzung. 
Unter  diese  drei  Gesichtspunkte  können  fast  alle  Schwierig- 
keiten, die  beim  Arbeiten  mit  dem  Pyrometer  vorkommen, 
gruppiert  werden. 


1.  Es  ist  ein  falscher  Typ  gewählt  worden. 

Hatte  man  einen  unrichtigen  Apparat  angeschafft,  so  soll  man 
immer  bedenken,  daß  es  billiger  ist,  ihn  durch  einen  zweckmäßigen 
zu  ersetzen,  als  den  für  den  betreffenden  Zweck  ungenügenden 
weiter  zu  benutzen.  Bei  der  Auswahl  des  Instrumentes  muß 
man  sich  von  vornherein  darüber  klar  sein,  erstens,  welche 
Genauigkeit  für  die  in  Frage  kommenden  Temperaturmessungen 
notwendig  ist,  und  zweitens,  ob  fertlaufende  Temperatur- 
aufzeichnung erwünscht  ist,  oder  ob  nur  die  Ablesung  der 
Temperatur  möglich  sein  soll.  Man  wird  bei  der  Auswahl  auch 
die  Art  und  den  Wert  der  Arbeiten  in  Betracht  zu  ziehen 
haben,  die  in  dem  Ofen  vorgenommen  werden.  In  der  größeren 
Zahl  der  Fälle  sind  die  Anschaffungskosten  für  ein  Pyrometer 
im  Vergleich  zu  den  Kosten  eines  Ofens  und  zum  Werte  der 
monatlich  in  ihm  gebrannten  Waren  gering.  Die  Erfahrung, 
lehrt,  daß  es  in  den  meisten  Fällen  ratsam  ist,  ein  selbstauf- 
zeichnendes Instrument  zu  wählen,  besonders  dann,  wenn  die 
Temperatur  in  einem  bestimmten  Zeitraum  nicht  unter  einen 
bestimmten  Wert  fallen  soll,  oder  wenn  der  Betrag  der 
Temperaturzu-  oder  -abnähme  wichtig  ist.  Ist  man  sich  hier- 
über klar  geworden,  so  ist  der  Aufstellungsort  zu  bedenken. 
Natürlich  will  der  Betriebsleiter  den  Apparat  gern  in  seinem 
Geschäftszimmer  angebracht  haben.  Wenn  es  aber  möglich 
ist,  nur  einen  einzigen  Apparat  anzubringen,  so  dürfte  das  nicht 
der  passendste  Ort  sein.  Er  sollte  vielmehr  an  einem  Platz 
aufgestellt  werden,  wo  auch  der  Brenner  nach  ihm  sehen  kann, 
ohne  sich  zu  weit  von  seinem  Arbeitsplatz  entfernen  zu  müssen. 
Am  besten  bringt  man  aber  zwei  Apparate  an,  einen  selbst- 
aufzeichnenden im  Betriebsleiterzimmer,  den  andern  mit  bloßer 
Zeigervorrichtung  im  Brennhaus.  Ersterer  schreibt  ununter- 
brochen weiter,  ausgenommen,  wenn  der. Brenner  durch  eine 
besondere  Stellvorrichtung  die  Verbindung  löst,  um  seinen 


358  —  Nr.  82 


SPRECHSAAL-COBURO. 


1998.  (51.  Jahrgang.) 


Zeigerapparat  auf  kurze  Zeit  einzuschalten.  Nach  wenigen 
Sekunden  wird  dann  die  Verbindung  beim  selbstaufzeichnenden 
Apparat  wiederhergestellt.  Bei  Instrumenten  mit  hohem  Wider- 
stande können  beide  Apparate  parallel  geschaltet  und  kontinuier- 
lich benutzt  werden,  doch  müssen  sie  dann  für  die  besonderen 
Verhältnisse  (Länge  der  Leitung  usw.)  geeicht  werden,  unter 
denen  ihre  Verwendung  erfolgt. 

Die  Art  des  zu  wählenden  Instrumententypus  richtet  sich 
nach  der  Höhe  der  zu  messenden  Temperaturen  und  der  Ge- 
nauigkeit, mit  der  die  Messung  erfolgen  soll.  Im  allgemeinen 
können  hierbei  für  industrielle  Zwecke  folgende  Richtlinien 
gelten: 

für  Temperaturen  von  200°—  700°  C :  Widerstandsthermometer 

0°— 1200°  C :  Thermo-elektrisches 

Thermometer 

700°— 2000°  C:  Optisches  oderStrahlungs- 
(oder  höher)  Pyrometer. 
Die  Widerstandsthermometer  können  so  eingerichtet  werden, 
daß  die  Meßskala  über  ihren  ganzen  Temperaturbereich  sichtbar 
ist  ;  auch  sind  sie  besonders  wertvoll  als  Vergleichsinstrumente. 
Die  thermo-elektrischen  Apparate  werden  sehr  viel  benutzt  und 
sind  infolge  der  zahlreichen  Verbesserungen  neuerdings  Prä- 
zisionsinstrumente geworden.  Die  optischen  und  Strahlungs- 
pyrometer haben  den  großen  Vorteil,  daß  man  sie  nicht  in  die 
Wärmequelle  [selbst  zu  bringen  braucht;  vielmehr  kann  unter 
gewissen  Vorsichtsmaßregeln  die  Temperatur  eines  heißen 
Körpers  mittels  seiner  Leuchtkraft  oder  seiner  Wärmeaus- 
strahlung gemessen  werden. 

Im  allgemeinen  sollte  im  Betriebe  zur  Messung  von 
Temperaturen  zwischen  800°  C  und  1200°  C  das  thermo- 
elektrische  Thermometer  Anwendung  finden,  und  zwar  sollten, 
wenn  es  sich  um  größere  Genauigkeit  handelt,  bei  Temperaturen 
zwischen  800°  und  1200°  C  Elemente  aus  Metallen  der  Platin- 
gruppe benutzt  werden.  Erfahrungsgemäß  ist  das  beste  Ele- 
ment das  aus  Platin-Platinrhodium,  das  für  kurze  Perioden 
bis  zu  1600 0  C  verwendet  werden  kann. 

Es  ist  fast  unmöglich  ein  Thermoelement  bei  dieser  hohen 
Temperatur  vor  schädlichen  Gasen  zu  schützen,  weshalb  es 
nicht  ratsam  ist,  es  oberhalb  1200°  C  längere  Zeit  hindurch 
zu  gebrauchen.  Der  hohe  Preis  macht  ein  solches  Platin- 
Platinrhodiumelement  zu  einem  kostspieligen  Gegenstand, 
weshalb  man  es  vielfach  durch  das  Eisen-Konstantan  (=  60  Cu, 
40  Ni)-Element  oder  das  Nickelchrom-Nickelaluminium-Element 
(90  Ni,  10  Cu  und  98  Ni,  2  AI)  ersetzt;  die  man  bis  zu  1370°  C 
verwenden  kann. 

Ist  es  erwünscht,  die  Temperatur  oberhalb  1000°  C  fort- 
laufend aufzuzeichnen,  so  sollte  ein  Strahlungspyrometer  be- 
nutzt werden.  Direkte  Ablesungen  kann  man  bei  diesem  und 
beim  optischen  Pyrometer  vornehmen.  Ist  der  heiße  Körper 
klein,  so  muß  man  ein  optisches  Pyrometer  anwenden. 

Man  muß  sich  endlich  auch  darüber  klar  sein,  daß  jeder 
Instrumententyp  gewissen  Einschränkungen  unterliegt.  In  jedem 
Falle  erscheint  es  fraglich,  ob  man  auf  einer  Genauigkeit  von 
etwa  0,1  °/0  (d.  i.  1°  C  auf  1000°)  bestehen  muß,  da  eine  solche 
Genauigkeit  nur  unter  gewissen  Voraussetzungen  erzielt  werden 
kann. 

2.  Das  Instrument  versagt  beim  Gebrauche. 
Die  Ursachen  hierfür  können  folgende  sein: 

a)  Zerstörung  der  Pyrometerschutzrohre  durch  übermäßige 
Hitze  oder  mechanischen  Bruch  infolge  unsachgemäßen 
Einbaues  in  den  Ofen. 

b)  Vibration  des  Unterbaues,  auf  dem  das  Galvanometer 
des  Anzeige-  oder  Schreibapparates  ruht. 

c)  Schadhafte  Drähte  oder  ungenügende  Verbindungen. 

d)  Schmutz. 

e)  Mangelhafte  Aufstellung  des  Zeiger-  oder  Registrier- 
apparates. 

f)  Nachlässige  Handhabung  der  Instrumente  und  Nichtbe- 
achtung von  Einzelheiten. 

Zu  a)  Zweifellos  ist  heute  in  der  Pyrometrie  ein  wichtiges 
Bedürfnis  die  Herstellung  von  Schutzrohren  aus  einem 
Material,  das  große  mechanische  Festigkeit  besitzt  und  dabei 
hohe  Hitzegrade  aushält.  Am  besten  bewährt  sich  als  solches 
das  Porzellan,  während  Rohre  aus  geschmolzenem  Qaarz  nur 
bis  1000°  C  verwendbar  sind.  Sie  sind  aber  mechanisch 
widerstandsfähiger  als  Rohre  aus  Porzellan,  da  man  sie  dicker 
herstellen  kann.  Auch  ist  Quarz  gegen  raschen  Temperatur- 
wechsel viel  unempfindlicher  als  Porzellan.  Leider  entglast 
der  Quarz  oberhalb  1000°  allmählich,  wird  brüchig  und  durch- 
lässig für  Gase.  Als  äußere  oder  zweite  Schutzhülle  sind  Rohre 
aus  Alundum  oder  Salamander  vorteilhaft,  aber  sie  sind  als 
eigentliche  innere  Schutzrohre  zu  porös,  besonders  bei  Be- 
nutzung von  Platinelementen.  Auch  Nickel-Chrom-Rohre  werden 
mancherorts  als  äußere  Hüllen  verwendet,  doch  gehen  sie  in 
schwefelhaltiger  Atmosphäre  leicht  zu  Bruch,  also  z.  B.  in  mit 
Koks  gefeuerten  Oefen   für  schmiedbares  Eisen.    Ist  kein 


Schwefel  vorhanden,  so  sind  sie  einige  Zeit  hindurch  bis  zu 
Temperaturen  von  1000°  verwendbar.  Ein  Nachteil  dieser 
Rohre  ist  ihr  hoher  Preis  und  der  Umstand,  daß  sie  nicht 
selten  porös  sind.  Von  der  Art  und  Weise,  wie  man  die  Rohre 
in  die  Oefen  einbaut,  hängt  die  Lebensdauer  der  Pyrometer 
ganz  besonders  ab. 

Der  Einbau  des  Pyrometers  richtet  sich  nach  der  Art  des 
Ofens,  dessen  Temperatur  gemessen  werden  soll.  Hierfür  gibt 
der  Verfasser  mehrere  Beispiele,  wobei  er  besonders  Oefen 
der  Stahlindustrie  (Härteofen,  Zementierofen,  Temperofen, 
Tiegelstahlofen),  sowie  auch  der  Glas-  und  keramischen  In- 
dustrie berücksichtigt.  Bei  Pyrometern,  die  in  den  Ofen  selbst 
hineinragen,  ist  darauf  Wert  zu  legen,  daß  das  Pyrometer« 
rohr  gut  unterstützt  ist  und  keine  Last  auf  ihm  ruht.  Es  kann 
dann,  wenn  die  Temperatur  900°  nicht  übersteigt,  mehrere 
Jahre  halten.  Die  Einführung  des  Pyrometers  in  den  Ofen 
erfolgt  entweder  seitlich  oder  von  oben  durch  das  Gewölbe. 
Geht  das  Pyrometer  hierbei  durch  einen  Fuchskanal  hindurch, 
so  muß  es  durch  einen  Ring  von  feuerfesten  Steinen  oder  ein 
Schamotterohr  geschützt  werden.  Um  möglichst  genaue  Tem- 
peraturmessungen zu  erzielen,  empfiehlt  es  sich  in  allen  Fällen, 
das  Pyrometer  recht  nahe  an  die  zu  brennende  Ware  heran 
zubringen.  Handelt  es  sich  um  lange  Oefen,  so  muß  mau 
mehrere  Pyrometer  in  jedem  verwenden,  um  die  Wärmever 
teilung  genau  feststellen  zu  können.  Das  ist  überhaupt  bei  de: 
Inbetriebsetzung  jedes  neuen  Ofens  wichtig,  besonders  wenn  e 
groß  ist.  Temperaturunterschiede  von  30°  C  zwischen  Stirn- 
und  Rückwand  des  Ofens  sind  nichts  ungewöhnliches. 

Will  man  in  einem  keramischen  Ofen  die  Temperatur  von 
Anfang  bis  zu  Ende  des  Brandes  in  allen  Höhen  messen,  so  sine 
zwei  verschiedene  Pyrometertypen  erforderlich,  und  zwai 
ein  Thermoelement  für  die  tieferen  Temperaturstufen  und  eii 
Strahlungspyrometer  für  die  höheren.  Man  führt  gewöhnlich 
ein  geschlossenes  Rohr  aus  feuerfestem  Ton  oder  geschmolzene] 
Kieselsäure  von  etwa  12  cm  innerem  Durchmesser  und  120  cu 
Länge  in  den  Ofen  ein,  und  zwar  meist  durch  die  Einsatztür 
wobei  das  Rohr  mit  dem  geschlossenen  Ende  auf  einer  auf 
gebrochenen  Kapsel  im  Ofen  ruht.  Zuerst  schiebt  man  eirj 
elektrisches  Pyrometer  in  das  Rohr,  später  —  etwa  von  7ü0°  C 
ab  —  benutzt  man  ein  Strahlungspyrometer. 

Auch  in  dem  Glasschmelzofen  ist  die  Temperaturkontroll» 
von  großer  Wichtigkeit.  Die  Temperatur  des  geschmolzener 
Glases  ist  so  hoch  und  seine  Wirkung  auf  die  meisten  Materi 
alien  so  zerstörend,  daß  es  technisch  nicht  möglich  ist,  eint 
Pyrometer  in  das  Glas  einzuführen.  Man  stellt  das  Strahlungsl 
Pyrometer  auf  einen  Punkt  ein,  der  oberhalb  des  geschmolzener 
Glases  liegt,  und  die  Ablesungen  sind  daher  nur  angenäherte 
aber  die  Erfahrung  lehrt,  daß  sie  gute  Dienste  leisten. 

Muß  ein  Pyrometer  sehr  hohe  Temperaturen  aushalten,  s> 
muß  man  es  in  vertikaler  Lage  durch  das  Gewölbe  des  Ofen 
installieren  oder  bei  horizontaler  Lage  der  ganzen  Länge  nacl 
unterstützen.  Sind  die  zu  messenden  Temperaturen  hoch,  un 
ist  es  nicht  möglich,  ein  Strahlungspyrometer  zu  benutzen,  s 
begnügt  man  sich  zweckmäßig  damit,  die  Temperatur  in  einei 
weniger  heißen  Teile  des  Ofens  zu  bestimmen  und  mit  Vei 
gleichstemperaturen  zu  arbeiten. 
•  Zu  b).  Wenn  die  Vibration  in  vertikaler  Richtung  verläuf 
ist  sie  selten  wesentlich.  Die  Galvanometernadel  kann  auf  un 
nieder  schwingen,  aber  wenn  keine  stärkere  Horizontalb ewegun 
eintritt,  so  bleiben  die  Ablesungen  unbeeinflußt.  Gleichzeitig 
muß  man  darauf  sehen,  daß  die  Galvanometerspule  frei  schwing 
Kommt  ein  aufgehängtes  Instrument  in  Frage,  so  kann  ei 
Mangel  in  der  Nivellierung  bewirken,  daß  die  Spule  an  die  Pol 
des  Magneten  anstößt. 

Zu  c).  Mangelhafte  Verbindungen  in  den  elektrische 
Stromkreisen  sind  gleichfalls  die  Ursache  von  Irrtümern,  wob 
es  auf  den  Typus  des  Elektrothermometers  nicht  ankomm 
Das  Instrument  kann  scheinbar  ganz  befriedigend  arbeiten,  gi 
aber  in  Wirklichkeit  viel  niedrigere  Grade  an,  als  der  wahre 
Temperatur  entspricht.  Daher  sollt«  man  alle  Metallkontakt 
löten  oder  in  Verbindungsstücke  hinein  verlegen.  Alle  Schal 
Vorrichtungen  müssen  blanke  Oberfläche  besitzen  und  von  gut 
Beschaffenheit  sein. 

Zu  d).  Schmutz  ist  ein  großer  Feind  aller  Meßinstrument 
und  man  kann  gar  nicht  genug  darauf  achten,  daß  das  Gehäui 
des  Meßinstrumentes  staubfrei  gehalten  wird. 

3.  Das  Instrument   erfordert  an  sich  eine  Justierung  od 
Instandsetzung. 

Es  fragt  sich  nun,  ob  das  Instrument  irgend  welch 
Korrektion  bei  der  Ablesung  bedarf,  d.  h.  ob  alle  wissenscha 
liehen  Vorsichtsmaßregeln  erfüllt  sind,  damit  das  Instrume 
richtige  Ablesungen  ergibt.  Die  Grundlage  aller  exakt 
Thermometermessung  bildet  das  Gasthermometer  im  Bure 
International  des  Poids  et  Mesures  in  Sevres,  und  auf  dies 
Normalthermometer  werden  alle  Temperaturmessungen  endgüli 


192i.   (55.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL  -COBURO. 


Kr.  32  —  359 


Siedepunkt 
Erstarrungspunkt 


231,8° 
3*7,4° 
419,4° 
444,7° 
630,7° 
800,0° 
960,8° 


C, 

c, 
c, 
c, 
c, 
c, 
c, 


1083,0°  C. 


bezogen.  Zur  Vergleichung  der  verschiedenen  auf  der  Erde 
befindlichen  Normalthermometer  benutzt  man  als  genaueste 
Methode  die  Bestimmung  der  Erstarrungs-  und  Siedepunkte 
reiner  Metalle  und  anderer  Stoffe.  Besitzt  man  in  einem  Werke 
ein  Laboratorium  mit  Vorrichtungen  zur  genauen  Thermometer- 
messung, so  wird  man  natürlich  neu  eintreffende  Instrumente 
erst  hier  nachprüfen,  ehe  man  .sie  in  den  Betrieb  gibt.  Je  nach 
der  Größe  des  Werkes  ist  das  Prüfungslaboratorium  einfacher 
oder  reicher  mit  Kontrollapparaten  ausgestattet.  Die  vorhandenen 
Normalapparate  sollten  stets  an  das  betreffende  staatliche 
physikalische  Prüfungsinstitut  eingesandt  und  dort  nachgeprüft 
worden  sein.  Der  Verfasser  verbreitet  sich  nun  eingehend  über 
diese  Prüfung  und  bespricht  die  Ausstattung  eines  solchen 
Prüfungslaboratoriums.  Wir  glauben  aber  diese  Ausführungen 
hier  übergehen  zu  dürfen,  da  sich  der  deutsche  Fabrikant  im 
allgemeinen  wohl  darauf  beschränken  wird,  seinen  Messungen 
ein  Instrument  zu  Grunde  zu  legen,  das  in  der  Physikalischen 
Reichsanstalt  geprüft  worden  ist.  Liegt  für  jemand  das  Bedürfnis 
vor  selbst  genaue  Prüfungen  vorzunehmen,  so  bietet  die  vor- 
handene deutsche  physikalische  Fachliteratur  reichlich  Gelegen- 
heit, sich  über  die  erforderlichen  Einzelheiten  eingehend  zu 
unterrichten.  Des  Interesses  halber  wollen  wir  hier  nur  die 
Erstarrungspuakte  einiger  reiner  Metalle  und  reiner  Salze 
anführen,  die  für  die  Eichung  der  mittleren  Temperaturen  in 
Frage  kommen: 

Erstarrungspunkt  von  Zinn: 
„  Blei: 
„    Zink : 
Schwefel : 
Antimon : 
Natriumchlorid 

„'  Silber: 
i  Kupfer: 

Bei  den  thermoelektrischen  Instrumenten,  die  in  den  Fabriken 
am  häufigsten  benutzt  werden,  liegen  den  meisten  Messungs- 
fehlern folgende  Ursachen  zu  Grunde: 

1.  die  allmähliche  Veränderung  der  elektromotorischen  Kraft 
<EMK)  des  Thermoelementes, 

2.  der  Umstand,  daß  die  Temperatur  der  kalten  Lötstelle 
nicht  "oder  nicht  genau  bekannt  ist,  , 

3.  Widerstand  in  den  Leitungen  oder  in  mangelhaften  Ver- 
bindungen, 

4.  die  Temperatur  der  Zeigervorrichtung  oder  eine  Ver- 
änderung im  Galvanometer  selbst. 

Wir  können  auch  hierauf  nur  andeutungsweise  und  zu- 
sammenfassend hinweisen,  wobei  kurz  noch  folgendes  bemerkt 
sei-  Die  EMK  des  Platin  -  Platiniridium  -  Elementes  nimmt 
bei  längerer  Erhitzung  auf  etwa  1100°  C  langsam  ab  infolge 
Iridiumverflüchtigung,  wobei  das  reine  Platin  durch  das  Iridium 
verunreinigt  wird.  Aus  diesem  Grunde  ist  dieses  Element 
gänzlich  durch  das  aus  Platin-Platinrhodium  ersetzt  worden. 

Bei  der  anfänglichen  Aufstellung  des  Galvanometers  sollte 
der  Nullpunkt  des  Zeigers  der  Raumtemperatur  angepaßt  werden. 
Man  unterbricht  den  Stromkreislauf  durch  Lösen  einer  Draht- 
verbindung oder  mittels  eines  besonders  vorgesehenen  Schalters. 
Dann  mißt  man  die  Temperatur  des  Instrumentes  durch  ein 
darauf  gelegtes  Quecksilberthermometer  und  bringt  die  Nadel 
des  Instrumentes  durch  Drehen  der  Regulierschraube  auf  diese 
Temperatur.    Sollen  einigermaßen  genaue  Messungen  gemacht 
werden,  so  ist  es  ratsam,  die  Nullstellung  in  dieser  Weise  zu 
berichtigen.    Ist  das  Thermoelement  langschenkelig  und  besitzt 
es  großen  Widerstand,  und  unterliegt  seine  Länge  beim  Erhitzen 
der  Veränderung,  so  ist  das  Verhältnis  seines  Widerstandes  zu 
dem  des  übrigen  Stromkreises  von  Wichtigkeit.    In  einem 
solchen  Falle  sollte  das  Galvanometer  einen  hohen  Widerstand 
besitzen,  damit  das  Verhältnis  der  Widerstandsänderung  im 
Stromkreise  zum  Gesamtwiderstande  des  letzteren  klein  bleibt. 
Im  allgemeinen  soll  diese  Aenderung  höchstens  2°/0  des  Gesamt- 
widerstandes betragen.    Außerdem  hat  ein  Galvanometer  mit 
hohem  Widerstande  den  Vorteil,  daß  seine  Konstanten  von  seiner 
Eigentemperatur  praktisch  anbeeinflußt  bleiben.    Die  genaueste 
Methode  zur  Messung  der  EMK,  für  die  auch  die  Schwierig- 
keiten bezüglich  des  Leitungswiderstandes  nicht  in  Frage  kommen, 
ist  zweifellos  die  potentiometrische.    Man  kann k  das  Potentio- 
meter auch  zur  Prüfung  der  Thermoelemente  auf  ihre  Richtigkeit 
benutzen;  es  hat  aber  den  Nachteil,  daß  die  Ablesungen  nur 
bei  elektrischem  Gleichgewicht  erfolgen  können,  also  inter- 
mittierend sind.     Eine  Ueberhitzung  des  Galvanometers  muß 
vermieden  werden,  da  sonst  die  Spule  desselben  leicht  deformiert 
werden  kann. 

Diejenigen  Pyrometer,  bei  denen  Ablesungen  von  dem  Be- 
trage der  Ausstrahlungen  des  heißen  Körpers  abhängen,  zer- 
fallen in  zwei  Klassen,  die  sog.  Strahlungs-  und  die  optischen 
Pyrometer.  Die  Intensität  des  von  dem  heißen  Körper  aus- 
gestrahlten Lichtes  schwankt  außerordentlich  mit  seiner  Tem- 


peratur. Man  könnte  daher  annehmen,  daß  es  am  einfachste0 
wäre,  eine  Temperatur  dadurch  zu  messen,  daß  man  das  von 
dem  heißen  Körper  ausgestrahlte  Licht  photometrisch  mit  dem 
eines  zweiten  Körpers  von  bekannter  Temperatur  vergleicht. 
Das  wäre  aber  nur  möglich,  wenn  alle  Körper  bei  der  gleichen 
Temperatur  die  gleiche  Lichtmenge  ausstrahlten. : 

Kirchhoff  hat  als  erster  den  „Schwarzkörper"  vorgeschlagen, 
der  alle  auf  ihn  fallenden  Strahlen  verschluckt.  Er  zeigte 
auch,  daß  die  Strahlung  eines  solchen  schwarzen  Körpers  ledig- 
lich eine  Funktion  der  Temperatur  darstellt  und  identisch  mit 
der  Strahlung  innerhalb  eines  Behälters  ist,  dessen  Teile  sämt- 
lich gleiche  Temperatur  besitzen.  Eisen,  Kohlenstoff  usw.. 
strahlen  bei  Erhitzung  auf  dieselbe  Temperatur  nicht  die  gleiche 
Lichtmenge  aus.  Erhitzt  man  sie  aber  innerhalb  eines  schwar- 
zen Behälters  —  und  der  Industrieofen  erfüllt  praktisch  alle 
Bedingungen  eines  solchen  — ,  so  werden  sie  alle  die  gleiche 
Strahlung  aussenden;  betrachtet  man  sie  durch  eine  enge 
Oeffnung  im  Ofen,  dann  werden  sie  gleiche  Helligkeit  zeigen. 
So  ist  es  möglich,  in  einem  Ofen,  der  diesen  Bedingungen 
eines  schwarzen  Behälters  genügt,  dessen  Temperatur  aus  der 
ausgestrahlten  Energie  zu  bestimmen. 

Die  Strahlungs-  und  optischen  Pyrometer  sind  gewöhnlich 
so  eingerichtet,  daß  sie  die  wirkliche  Temperatur  eines  Körpers 
angeben,  wenn  er  vollständig  in  einem  Ofen  eingeschlossen  ist, 
dessen  Mauern  die  gleiche  Temperatur  wie  der  Körper  selbst 
besitzen.  Sind  die  Versachsbedingungen  nicht  genau  so  wie 
in  einem  schwarzen  Raum,  so  fallen  die  Temperaturablesungen 
zu  niedrig  aus.  Die  scheinbare  Temperatur  eines  Körpers  steht 
aber  immer  in  einer  festen  Beziehung  zu  seiner  wahren 
Temperatur. 

Es  werden  dann  die  Strahlungspyrometer  von  Fery,  Foster 
und  Thwing*)  besprochen;  sie  beruhen  alle  drei  auf  dein 
gleichen  Prinzip :  Die  von  dem  Ofen  ausgestrahlte  Wärme  wird 
nämlich  mittelst  Reflektors  auf  ein  Thermoelement  konzentriert, 
wobei  die  EMK  des  letzteren  mit  der  Strahlungsintensität 
schwankt.  Der  Betrag  der  Strahlung  ist  direkt  proportional 
der  vierten  Potenz  der  Temperatur.  Das  in  einem  Industrieofen 
eingebaute,  hinten  abgeschlossene  Schamotte-  oder  Quarzrohr 
entspricht  in  fast  idealer  Weise  den  Bedingungen  eines 
schwarzen  Behälters.  Nur  wenn  diese  Bedingungen  nicht  ein- 
gehalten werden  können,  z.  B.  bei  Temperaturmessungen  in 
einem  offenen  Schmelztiegel,  werden  Abweichungen  eintreten 
Um  vergleichbare  Werie  zu  erhalten,  muß  man  stets  unter 
gleichen  Bedingungen  arbeiten,  was  in  der  Praxis  verhältnis- 
mäßig leicht  durchführbar  ist.  Die  Messungen  werden  zweck- 
mäßig direkt  auf  einem  Zifferblatt  oder  einer  Skala  angegeben, 
wodurch  die  persönliche  Mitwirkung  des  Arbeiters  ausgeschaltet 
wird.  Solange  das  von  dem  konkaven  Reflektor  geworfene 
Bild  des  heißen  Körpers  groß  genug  ist,  um  das  kleine  Thermo- 
element des  Pyrometers  zu  bedecken,  ist  die  Installation  unab- 
hängig von  der  Entfernung  desselben  von  dem  heißen  Gegen- 
stande. Die  Entfernung  des  Pyrometers  richtet  sich  nach 
dem  Durchmesser  des  Körpers,  dessen  Temperatur  bestimmt 
werden  soll  und  läßt  sich  berechnen;  sie  wird  für  jede  Pyro- 
meterkonstruktion vorgeschrieben.    Z.  B.  beträgt  für  das  Fery- 

Pyrometer  ^  , 

die  Entfernung  zwischen  heißem  bei  einam  Durchmesser 

Körper  und  Py;ometer  des  heißen  Körpern  von 

70  cm  1,2  cm 

80  ,;  Ii*  .« 

100   „  1,8  „ 

150   „  3,1  „ 

200   „  *,2  „ 

300  6,3  „ 

500   „  10,7  „ 

Das  in  den  Ofen  eingebaute  Schamotterohr  sollte  mindestens 
10  cm  inneren  Durchmesser  besitzen,  damit  die  Wärmestrahlung 
nicht  gehemmt  wird.  Auch  darf  auf  dem  Spiegel  kein  Staub 
liegen,  da  dieser  das  Reflexionsvermögen  verringert.  Einen 
wirksamen  Schutz  gegen  Staub  in  der  Atmosphäre  bietet  ein 
Glasfenster,  doch  muß  man  dann  das  Instrument  besonders 
hierfür  eichen,  und  zwar  bei  verschiedenen  Temperaturen,  da 
die  Absorption  der  Wärmestrahlung  durch  das  Fenster  je  nach 
der  Temperatur  verschieden  ist. 

Befriedigende  Ergebnisse  erhält  man  mit  Pyrometerspiegeln 
aus  fleckenlosem  Stahl.  Sie  sind  praktisch  unzerbrechlich, 
werden  nicht  trübe  und  lassen  sich  leicht  polieren,  ohne  zer- 
kratzt zu  werden. 

Die  oben  über  die  Bedeutung  des  „Schwarzkörpers  ge- 
machten Bemerkungen  gelten  im  allgemeinen  auch  für  optische 
Pyrometer.  Zeigen  die  Vergleichslampe  eines  solchen  und  der 
Schwarzkörper  bei  Anwendung  von  Licht  bekannter  Wellen- 
länge (gewöhnlich  0,065  \i)  gleiche  scheinbare  Helligkeit,  so 
läßt  sich,  wenn  man  das  Pyrometer  auf  einen  anderen  Körper 

*)  Für  deutsche  Interessenten  kommt  als  Strahlungspyrometer  beson- 
ders das  sog.  Ardometer  der  Firma  Siemens  &  Halske  in  Frage.   D.  Ref. 


860  —  Nr.  82 


SPRECHSAAL-COBURO. 


1929.  (II.  Jahrgang.} 


einstellt,  der  ebenfalls  unter  Schwarzkörperbedingnngen  Licht 
ausstrahlt,  das  Verhältnis  zwischen  den  Temperataren  der 
beiden  Körper  ermitteln.  Die  totale' Helligkeit  eines  Körpers 
ist  direkt  proportional  der  fünften  Potenz  seiner  Temperatur. 

In  den  V.  St.  A.  wird  allgemein  das  optische  Pyrometer 
von  Morse,  verbessert  von  Holborn  und  Kurlbaum,  benutzt. 
Es  besteht  aus  einem  Fernrohr,  in  dem  das  Bild  des  heißen 
Körpers  auf  einen  Schirm  eingestellt  wird,  der  den  Faden  einer 
elektrischen  Lampe  zeigt.  Der  Strom  in  der  Lampe  wird  nun 
solange  verändert,  bis  der  Faden  gegen  das  Bild  des  heißen 
Körpers  verschwindet.  Ueber  dem  Okular  wird  eine  rote  Glas- 
platte angebracht,  um  einfarbiges  Licht  zu  haben. 

In  England  und  auf  dem  europäischen  Festland  benutzt 
man  am  meisten  das  Polarisationspyrometer.  Es  besteht  aus 
einem  Spektrophotometer,  in  dem  ein  aus  dem  Oefen  stam- 
mender monocbrcmatischer  Lichtstrahl  mit  einem  solchen  aus 
eine?  Normalglühlampe  verglichen  wird.  Der  die  Glühlampe 
durchfließende  Strom  wird  mittelst  Rheostaten  reguliert.  Di« 
Intensität  des  von  der  Lampe  ausgehenden  Lichtstrahles  ver- 
gleicht man  mit  dem  einer  Amylacetatlampe.  Dadurch  wird  die 
Pyrometerskalr  unabhängig  von  der  Ausdauer  der  elektrischen 
Lampe,  und  der  Beobachter  hat  so  eine  einfache  Methode, 
sein  Pyrometer  jederzeit  zu  justieren.  Wichtig  ist,  daß  der 
kleine  geschliffene  Glasschirm,  der  sich  zur  Erzielung  eines 
gleichmäßig  beleuchteten  Feldes  vor  der  Amylacetatflamme  be- 
findet, rein  ist. 

Zur  Eichung  eines  optischen  oder  Strahlungspyrometers 
dient  ein  elektrisch  geheizter  Röhrenofen  oder  eine  kleine  Gas- 
muffel, die  man  je  nach  der  Konstruktion  bis  zu  1200 — 1400° 
benutzen  kann,  ferner  ein  genau  geeichtes  Thermoelement,  das 
man  auf  einem  kleinen  in  dem  Ofen  befindlichen  Schamotte- 
oder Quarzblock  anbringt.  Man  zeichnet  die  wirklichen 
Temperaturen,  die  das  Thermoelement  angibt,  und  die  von  dem 
au  prüfenden  Pyrometer  angegebenen  auf  und  kann  nun  die 
Korrektionen  feststellen.  Aus  den  für  niedrige  Temperaturen 
gefundenen  Korrektionen  lassen  sich  dann  die  für  höhere  be- 
rechnen. Es  ist  ratsam,  in  einer  Fabrik  ein  Instrument  als 
Normalpyrometer  lediglich  zur  Prüfung  der  Betriebsapparate 
zu  benutzen  und  ersteres  von  Zeit  zu  Zeit  in  der  staatlichen 
Prüfungsanstalt  nachprüfen  zu  lassen. 

Zum  Schlüsse  empfiehlt  der  Verfasser,  die  Aufsicht  über 
die  Pyrometer  einer  bestimmten  Person  anzuvertrauen,  der  auch 
der  Einbau  der  Apparate  in  und  an  den  Oefen  und  ihre  Ueber- 
wachung  übertragen  ist.  Vor  allem  sind  auch  die  Arbeiter  an- 
zuweisen, sofort  zu  melden,  wenn  sie  beim  Einbauen  oder 
Herausnehmen  des  Apparates  das  Unglück  haben  sollten,  ihn 
zu  beschädigen.  Durch  rechtzeitigen  Ersatz  des  Schutzrobres 
aus  Porzellan  oder  Quarz  kann  meistens  das  Thermoelement 
vor  Schaden  bewahrt  und  viel  Störung  verhütet  und  Geld  ge- 
spart werden. 

Man  halte  die  Leitungen  und  Schalter  zwischen  Pyrometer 
und  Anzeige-  oder  Registrierapparat  sauber.  Man  schütze 
letztere  vor  Ueberhitzung  und  Staub.  Beachtet  man  dies,  so 
wird  man  bei  der  Aufstellung  des  Pyrometers  wenig  Schwierig- 
keiten haben.  Zu  viel  darf  man  aber  von  dem  Pyrometer  um- 
gekehrt auch  nicht  erwarten,  und  man  darf  die  Ablesungen 
nicht  mit  einer  Genauigkeit  von  1 — 2°  vornehmen  wollen,  wenn 
die  Temperatur  des  Ofens,  die  man  messen  will,  höchstens 
auf  10 — 20°  reguliert  wenden  kann. 


Die  deutsche  G-laswareuindustrie  und  die 
Leipziger  Messe. 

(Nachdruck  verboten.) 

Wenn  der  ursprüngliche  Zweck  der  Messen  darauf  ge- 
richtet ist,  Käufer  und  Verkäufer  von  Messeartikeln  zusammen- 
zuführen, dann  stehen  unter  diesen  Messeartikeln  auch  die  Er- 
zeugnisse der  umfangreichen  und  weit  verzweigten  Glasindustrie 
mit  an  erster  Stelle  Denn  Glas  findet  für  so  mannigfache 
Gegenstände  des  täglichen  Bedarfs  und  des  Luxus  Verwendung, 
daß  wir  uns  unser  modernes  Kulturleben  ohne  Geräte  und 
Gegenstände  aus  Glas  nicht  vorstellen  können,  und  in  der 
Herstellung  von  Glaserzeugnissen  steht  die  deutsche  Industrie 
obenan.  Ihre  Bedeutung  für  die  Volkswirtschaft  geht  daraus 
hervor,  daß  die  Erzeugung  der  Glasindustrie  vor  dem  Kriege 
auf  mindestens  10  Millionen  Doppelzentner  im  Werte  von 
M  460 — 600  Millionen  geschätzt  wird.  Daß  eine  so  umfang- 
reiche Industrie,  die  fast  ausschließlich  auf  Friedensproduktion 
eingestellt  ist  und  die  auch  nur  dann  erfolgreich  produzieren 
kann,  wenn  ihr  alle  Absatzmöglichkeiten  im  In-  und  Auslande 
offenstehen,  durch  den  Weltkrieg  arg  geschädigt  wurde,  be- 
darf keines  näheren  Nachweises.  Aber  trotz  aller  Schwierig- 
keiten konnte  die  deutsche  GlaNindustrie  doch  auch  im  Kriege 
dem  Inlande  und  dem  neutralen  Auslande  zeigen,  welche 
Leistungsfähigkeit  sie  besitzt.  Dazu  boten  auch  die  Leipziger 
Messen  vorzügliche  Gelegenheit. 


Wenn  auch  die  Bedeutung  der  Leipziger  Messe  für  den 
Glashandel  nicht  «o  groß  ist  wie  für  den  Handel  in  Porzellan, 
dessen  ganzes  Geschäft  auf  der  Leipziger  Messe  konzentriert 
wird,  so  läßt  sich  doch  nicht  leugnen,  daß  heute  die  Leipziger 
Messe  auch  für  den  Glashandel  unentbehrlich  geworden  ist, 
und  zwar  in  verstärktem  Masse,  je  mehr  die  Glasindustrie  und 
der  Glashandel  mit  der  Konkurrenz  des  Auslandes  zu  rechnen 
haben.  Für  den  Absatz  auf  der  Messe  kommen  alle  Arten  von 
Glaserzeugnissen  in  Frage,  in  erster  Linie  natürlich  die  Fabri- 
kate der  Hohlglasindustrie  in  Flaschen  und  Gläsern  aller  Art, 
dann  die  thüringische  Glasindustrie,  deren  Hütten  in  der  Er- 
zeugung von  Glasinstrumenten  besonders  leistungsfähig  sind. 
Aber  auch  die  Flachglasindustrie,  namentlich  die  der  Lausitz 
und  Sachsens  hat  in  der  Messe  durch  die  großen  Handels- 
häuser eine  wirksame  Vertretung. 

Ein  besonders  umfangreiches  Gebiet  der  Hohlglasindustrie 
ist  die  Fabrikation  von  Beleuchtungs-  und  Luxusglas,  die  jetzt 
wieder  in  der  Lage  ist,  Waren  in  einwandfreier  Qualität  zu 
liefern.  Dazu  kommt  dann  noch  das  Gebiet  des  optischen 
Glases,  das  für  Brillen.  Lupen,  Objektive,  Ferngläser  usw. 
mannigfache  Verwendung  findet. 

Von  wesentlichster  Bedeutung  für  die  gesamte  Glasindustrie 
ist  die  Wirkung  der  Leipziger  Messen  auf  den  Absatz  im  Aus- 
lande, und  zwar  in  denjenigen  Ländern,  die  einem  wirtschaft- 
lichen Aufschwung  entgegengehen  und  sich  bisher  noch  nicht 
dem  englisch-amerikanischen  Einfluß  vollkommen  unterworfen 
haben.  Hier  hat  die  deutsche  Glasindustrie  den  Konkurrenz- 
kampf auf  dem  Markte  gegen  Amerika  und  Japan  auszufechten, 
und  sie  kann  diesen  Kampf  nur  bestehen,  wenn  sie  individua- 
lisierte Waren,  Qualitätsarbeit,  nicht  nur  Massenartikel,  zur 
Messe  bringt.  In  der  Hauptsache  kommen  für  die  Messe 
solche  Erzeugnisse  der  Glasindustrie  in  Frage,  die  man  als 
typisiert  bezeichnen  kann,  d.  h.  also  solche,  die  zwar  eine 
Mannigfaltigkeit  aufweisen,  wo  aber  die  einzelnen  Stücke  doch 
verhältnismäßig  gleichartig  sind,  also  ein  Muster  darstellen, 
nach  dessen  Betrachtung  Bestellungen  in  Massen  erfolgen 
können.  Das  schließt  keineswegs  aus,  daß  es  sich  dabei  um 
Qualitätswaren  handelt,  denn  auch  diese  können  in  Massen 
hergestellt  werden,  namentlich  aber  in  der  Glasindustrie,  wenn 
dieser  nur  die  notwendigen  Rohmaterialien,  Kohle,  Glaubersalz, 
Soda,  Sand  in  genügenden  Mengen  zur  Verfügung  stehen. 
Deshalb  besteht  auch  eine  Hauptforderung  der  Glasindustrie 
darin,  daß  die  Rohmaterialien,  deren  sie  benötigt  und  die 
sämtlich  in  Deutschland  vorhanden  sind,  auch  richtig  verteilt 
werden,  d.  h.  daß  sie  diejenigen  Fabriken  erhalten,  die  wirklich 
Ausfuhrwaren  herstellen  und  die  für  die  Volkswirtschaft  des- 
halb von  besonderem  Wert  sind.  Die  Erzeugnisse  der  Glas- 
industrie haben  aber  auch  noch  die  besondere  Eigenschaft, 
daß  ihr  Materialwert  verhältnismäßig  sehr  gering  ist.  Denn  ein 
Kristallglas  erfordert  an  Materialaufwendung  verschwindend 
wenig.  Was  seinen  Wert  ausmacht,  ist  vielmehr  die  zur  Her- 
stellung aufgewendete  Intelligenz  und  manuelle  Geschick- 
lichkeit. , 

Es  handelt  sich  also  auch  bei  der  Glasindustrie,  soweit  sie 
auf  den  Messen  in  ihren  Hauptarten  vertreten  ist,,  um  Fertig- 
fabrikate, bei  denen  der  Hauptwert  in  der  Arbeit  steckt.  Wenn 
man  aber  auf  dem  Standpunkt  steht,  daß  nur  die  Arbeit 
Deutschland  wieder  in  der  Welt  voranbringen  kann,  so  ver- 
dient hier  die  Glasindustrie  besondere  Förderung.  Steht  der 
deutschen  Glasindustrie  das  nötige  Rohmaterial  zur  Verfügung, 
so  ist  sie  in  der  Lage,  der  stärksten  Nachfrage  ans  dem  Aus- 
land zu  genügen  und  damit  Werte  zu  schaffen,  die  zur  Einfuhr 
von  notwendigen  Rohmateralien  für  andere  Industrien  Verwen- 
dung finden  könnten.  Von  dieser  Leistungsfähigkeit  der 
deutschen  Glasindustrie  Inland  und  Ausland  zu  überzeugen,  itt 
die  Leipziger  Messe  (die  nächste  Herbstmesse  findet  vom 
27.  August  bis  2.  September  statt)  als  internationaler  Waren- 
markt zweifellos  am  besten  geeignet. 


Neue  Patent-  und  Warenzeichen- Gebühren. 

Von  Patentanwalt  Dr.  Fritz  Warschauer-Berlin. 

(Nachdruck  verboten.) 

Am  1.  Juli  ist  ein  neues  „Gesetz  zur  Erhöhung  der  patent- 
amtlichen Gebühren"  in  Kraft  getreten.  Seit  der  letzten,  im 
vorigen  Jahre  erfolgten  Gebühren-Erhöhung  ist  infolge  der 
weiteren  Geldentwertung  für  das  Reichspatentamt  erneut  die 
Lage  eingetreten,  daß  die  Ausgaben  die  Einnahmen  übersteigen. 
Die  Einnahmen  werden  für  das  Jahr  1922  unter  Zugrunde- 
legung der  bisherigen  Gebührensätze  auf  rund  Jl  38  Millionen, 
die  Ausgaben  dagegen  auf  rund  Jl  t>5  Millionen  geschätzt.  Die 
letztere  Summe  wird  aber  infolge  weiterer  Steigerung  der  Be- 
soldungen voraussichtlich  erheblich  überschritten  werden  und 
auf  eine  Höhe  kommen,  die  mit  Jl  76_— §Q  Millionen  kaum 
überschätzt  sein  wird. 


1882.  (fl. 


SPRECHSAAL  —  COBURG. 


Mi.  32  —  361 


Im  einzelnen  beträgt  vom  1.  Juli  ab  die  Gebühr  für  die 
Anmeldung  eines  Patentes  Jt  300,  für  die  Anmeldung  eines 
Gebrauchsmusters  Jt  200.  Vollkommen  n«u  ist  die  Gebühr 
fir  die  Anmeldang  eines  Eventaal-Gebraachsmusters;  sie  be- 
rügt  Jt  100.  Für  die  neuen  Patentjahresgebühren  gilt  der 
Olgende  Tarif: 

1.  Jahr  Ji  300;  2.  Jahr  Ji  300;  3.  Jahr  Jt  400; 
4.  Jahr  Jt  500;  5.  Jahr  Jt  700;  6.  Jahr  Ji  900; 
7.  Jahr  Ji  1100;  8.  Jahr  Ji  1500;  9.  Jahr  Jt  2000; 
0.  Jahr  Jt  8000;  11.  Jahr  Jt  40©0;  12.  Jahr  Jt  6  000; 
3.  Jahr  Jt  10000;  14,  Jahr  Jt  15000;  15.  Jahr  Jt  20000. 
Bei  Aufrechterhaltung  eines  Patentes  während  seiner  vollen 
ünfzehnjährigen  Dauer  beläuft  sich  demnach  der  Gesamt- 
»etrag  an  Jahresgebühren  auf  Jt  66  000,  also  nur  etwa  das 
wölffache  des  entsprechenden  Betrages  der  Vorkriegszeit 
Ji  5300).  Von  der  jetzigen  Erhöhung  betroffen  sind  haupt- 
iächlich  die  Gebühren  vom  10.  Jahr  an.  Der  Gesetzesentwurf 
atte  übrigens  eine  Verlängerung  der  Patentdauer  auf  18  Jahre 
nd  eine  Verlängerung  der  Gebrauchsmusterdauer  auf  8  Jahre 
orgesehen,  der  Reichstag  hat  jedoch  diese  Bestimmungen  in 
einer  Sitzung  vom  26.  Juni  ds.  Je.  nicht  angenommen. 

Bei  den  Warenzeichen- Gebühren  ist  ein»  von  der  Mehr- 
ahl der  Interessenten  schon  längst  erstrebte  grundlegende 
Lenderung  des  bisherigen  Systems  vorgenommen  worden,  die 
linführung  von  Klassen-Gebühren.  „Im  Sinne  einer  aus- 
reichenden Gerechtigkeit",  so  heißt  ea  in  der  Gesetzesbegrün- 
ung,  „müssen  Anmelder,  die  für  mehrere  oder  alle  Waren- 
lassen  Schutz  begehren,  stärker  zu  den  Kosten  des  Patent- 
tnts  herangezogen  werden  als  Anmelder,  die  sich  mit  wenigen 
der  nur  mit  einer  Klasse  begnügen."  Die  Einführung  der 
lassengebühren  wird  sicherlich  dem  ungerechtfertigten,  für 


das  Patentamt  und  die  Wettbewerber  lästigen  Bestreben  der 
Anmelder  erfolgreich  entgegenwirken,  sich  das  Schutzrecht 
in  einem  weit  über  das  wirtschaftliche  Bedürfnis  hinausgehenden 
Umfang  zu  verschaffen.  Die  Anmeldegebühr  beträgt  Jt  200, 
die  Gebühr  für  jede  Klasse  Jt  100.  Auch  bei  der  Erneuerung 
von  Zeichen  ist  außer  der  Erneuerungsgebühr  für  jede  Klasse 
eine  Klassengebühr  zu  zahlen.  Diese  Bestimmung  ist  zweifel- 
los eine  der  nützlichsten  des  neuen  Gesetzes,  da  hierdurch 
wohl  erreicht  werden  wird,  daß  ungebührlich  weitgreifende 
Warenverzeichnisse  von  den  Zeicheninhabern  anläßlich  der 
Erneuerung  eingeschränkt  werden  und  infolgedessen  neuen 
Anmeldern  die  Möglichkeit  geschaffen  wird,  überhaupt  noch 
ein  Zeichen  zu  finden,  das  nicht  bereits  vergeben  ist. 

Außer  der  Klassengebühr  ist  auch  die  Eintragungsgebühr 
von  Ji  200  eine  Neueinführung,  die  als  durchaus  gerechtfertigt 
bezeichnet  werden  muß.  Denn  es  war  unbillig,  daß  bisher  der 
Anmelder,  der  abgewiesen  wurde,  genau  so  viel  zu  zahlen  hatte, 
wie  derjenige,  der  einen  zehnjährigen  Schutz  für  sein  Zeichen 
bekam. 

Schließlich  ist  von  jetzt  an  vor  der  Eintragung  noch  zur 
Deckung  der  durch  die  Veröffentlichung  im  Reichsanzeiger  und 
im  Warenzeichenblatt  entstehenden  Kosten  ein  Druckkosten- 
beitrag zu  entrichten,  dessen  Höhe  nach  Stufen  berechnet  wird, 
die  das  Patentamt  nach  dem  Umfang  der  Veröffentlichung 
festsetzt. 

Bei  der  Annahme  der  vorstehend  skizzierten  gesetzlichen 
Neuregelung  hat  der  Reichstag  außerdem  in  etwas  starkem 
Optimismus  beschlossen,  die  Reichsregierung  zu  ersuchen, 
etwaige  Ueberschüsse  aus  den  Gebühreneingängen  zur  weiteren 
Ausgestaltung  des  Reichspatentamtes  zu  verwenden. 


Wirts®fea£ili©Ii-g,©w©ff,blieli©r  Teil. 


Fachschulen,  Unterricht,  Forschung. 

Zar  Feier  des  25-jährigen  Bestehens  der  Keramischen  Fach- 
>hule  Banzlau.  Die  vorbereite,!- gea  za  den  festlichen  Veranstaltungen 
lden  am  24. 8.  ihren  Abschluß.  Anmeldungen  aind  spätestens  bis  za 
esem  Zeitpunkt  an  Herrn  Walter  Paul,  Banzlau,  Sehönfelderstr.  19,  ein- 
sreichen. Es  wird  nochmals  auf  den  Aufruf  in  Nr.  28  des  Sprechsaal 
[[gewiesen 

Staatliche  Fachschule  für  Glasindustrie,  Steinschönau  (Böhmen). 
q  Schuljahr  1921/22  wurde  die  Anstalt  von  25  ordentlichen,  30  Gast- 
ihttlern,  25  Besuchern  der  Zeichen- Abteilung  und  68  Fortbildungsschülern 
»sacht.  Auf  der  Münchener  Gewerbeschau  ist  die  Anstalt  mit  einer 
»Bßeren  Anzahl  neuzeitlich  geschmückter  Glaserzeugnisse  durch  die  Firma 
sbrüder  Lorenz  in  Steinschönaa  vertreten.  Am  Schlüsse  des  Schuljahres 
urde  im  Fachschulgebäude  eine  Ausstellung  von  Schülerarbeiten  veran- 
•ltet-  Prof.  M.  Tischer  hielt  im  Frühjahr  d.  J.  in  Morchenstern  einen 
({entliehen  Lehrvortrag  über  Säurepolieren  des  Glases,  sowie  einen  Lehr- 
»ng  für  die  Gürtler  Steinschönaus  und  Umgebung  über  Galvanisieren 
id  Metallfärben.  Nach  wie  vor.  ist  die  Anstalt  bemüht,  allen  Än- 
derungen, welche  die  Arbeiterschaft  und  Glasin dustriefirmen  an  sie 
iellen,  gerecht  zu  werden.  Die  Bibliothek,  die  Vorbildersammlung,  so- 
ie  die  ständige  Ausstellung  von  Schülererzeugsissen  wiesen  einen  regen 
»Buch  auf.  Einschreibungen  zu  dem  am  1.  9.  22  beginnenden  67.  Sehul- 
hr  finden  in  der  Zeit  vom  1.  7.  bis  1.  9.  vormittags  statt.  Alle  näheren 
nskünfte  erteilt  die  Schulleitung. 

Staatsfachschnle  für  Keramik  und  verwandte  Kunstgewerbe, 
eplitz-Schönau,  Nach  dem  vorliegenden  Bericht  über  das  Schuljahr 
121/22  wies  die  Anstalt  einen  Gesamtbeauch  von  257  Schülern  und 
jhulerinnen  auf.  Mit  der  keramischen  Industrie  und  den  an  der  Schale 
rtretenen  Gewerben  wurden  rege  Beziehungen  unterhalten.  Schule  und 
ährkräfte  lieferten  Entwürfe,  Modelle  und  fertige  Arbeiten  und  gaben 
elfach  Auskünfte  and  Gutachten  in  künstlerischer  und  gewerbetech- 
scher  Hinsicht.  Direktor  Professor  Ing.  A.  Willert  und  Professor  J.  Wolf 
aren  wissenschaftliche  Berater  in  einigen  keramischen  Betrieben.  In  den 
eriammlangen  der  keramischen  Fachgruppe  im  Deutschen  Hauptverband 
<r  Industrie  wurden  Vorträge  über  „Kraftbedarf  bei  der  Zerkleinerung 
iramischer  Bohmaterialien"  und  über  „Ursachen  der  Kohlen  Verschwendung, 
aßnaiimen  und  Vorschläge  za  deren  Bekämpfung,  insbesondere  bei 
»chelöfen"  gehalten.  Im  abgelaufenen  Schuljahr  wurden  34  Versuchs- 
rande bei  Temperaturen  von  SK  010  a  bis  9  durchgeführt  und  eine  be- 
ratende Anzahl  Keramiken  verschiedener  Art  und  mannigfacher  Dekois 
irtiggeBtellt.  Einer  lebhaften  Inanspruchnahme  erfreute  sich  der  offene 
sichensaal  and  die  Bibliothek.  Die  Tätigkeit  dar  Untersuchung«-  und 
ersuchsanstalt  war  wiederum  überaus  reg«.  Von  größeren  Arbeiten 
rdienen  Erwähnung:  Beurteilung  von  Tonlagern,  Behebung  von  Fabri- 
stionsfehlern.  Die  Einschreibungen  für  das  am  1.  9.  22  beginnende 
im} jähr  1922/23  findeu  im  August  an  den  Vormittagen  statt.  Ausführ- 
te Lehrpläne  können  von  der  Schulleitung  bezogen  werden. 


Gesetzgebung,  Steuern, 

Entscheidungen  des  Reichsgerichts.  Die  Haftung  des 
pediteurs  für  Verlast  entfällt  nach  §  242  BGB,  wenn  beide 
nie  davon  ausgegangen  Bind,  daß  es  sich  um  ein  riskantes  Geschäft 
adelt,  bei  dem  Verluste  zu  erwarten  waren  In  dem  betr.  Fall  waren 
a  Wertung  besonderer  Mühewaltung"  für  jeden  eingehenden  Waggon 
nderprämien  dem  Spediteur  zugesagt  worden.  (Urt.  v.  31. 5,  22 1  465/21.) 


Zur  Klausel  Akkreditiv  gegen  D  up Ii k a  t f  r  a  c h t- 
b  r  i  e  f  hat  das  Reichsgericht  erneut  Stellung  genommen.  (Urt.  v.  15.  6.  22 
VII  730/21)  Der  Verpflichtuug  zur  Akkreditivstellung  ist  hiernach  erst 
genügt,  wenn  die  Bank  den  Verkäufer  vom  Eingang  des  Geldes  benach- 
richtigt hat;  die  Folgen  einer  Verzögerung  dieser  Benachrichtigung 
treffen  den  zur  Akkreditivstellung  verpiiehteten  Käufer. 

Die  G.  m.  b.  H.  undCo,  Kommanditgesellschaft,  ist  in  einer 
Entscheidung  vom  4. 7.  22  (IIB  3/22)  anerkannt  worden,  da  keine  rechtlichen 
Bestimmungen  gegen  die  Zulässigkeit  dieser  Gesellschaftsform  sprachen 
nnd  ein  Verstoß  gegen  die  guten  Sitten  darin  dann  nicht  zu  erblicken 
ist,  wenn  sie  nicht  lediglich  zum  Zweck  der  Umgehung  der  Steuergesetze 
gewählt  ist;  dem  Handel  ist  zuzubilligen,  solche  nicht  gesetzwidrigen 
Formen  zu  wählen,  die  ihm  die  geringstmöglichen  Unkosten  verursachen. 
Die  Frage,  inwieweit  §  5  BAO.  trotzdem  anwendbar  bleibt,  läßt  diese 
Entscheidung .  offen. 

Ansprüche  fristlos  entlassener  Angestellter. 
Wird  im  Verfahren  nach  §  84  ff  des  BRG.  die  fristlose  Entlassung  eines 
Angestellten  für  unzulässig  erklärt,  so  bestimmen  sich  die  Rechte  des 
Angestellten  nur  nach  diesem  Gesetz;  findet  also  keine  Weiterbeschäfti- 
gung statt,  so  ist  der  Angestellte  mit  der  ihm  zustehenden  angemessenen 
Entschädigung  abgefunden;  er  kenn  keine  weitergehenden  Ansprüche  vor 
Gericht  geltend  machen.   (Urt.  v.  24.  6  22.   III  666/21.) 

Barüberweisung  statt  Steuermarken.  Zur  Vermeidung  der  bei 
der  Ablieferung  der  Einkommensteuermarken  für  1921  vorgekommenen 
großen  Unzuträglichkeiten,  welche  sich  im  Jannar  1923  bei  der  Abführung 
der  Einlagebogen  für  das  Jahr  1922  ia  verstärktem  Maße  wiederholen 
würden,  da  an  Stelle  der  Steaerannahmestellen  die  Finanzämter  treten, 
die  Annahmestellen  somit  bedeutend  eingeschränkt  sind,  kann  nicht 
dringend  genug  empfohlen  werden,  daß  Arbeitgeber,  welche  mehr  als 
75  Arbeiter  beschäftigen,  von  der  gesetzlich  angelassenen  Barablieferung 
der  einbehaltenen  Steuerbeträge  anter  Wegfall  des  Klebens  von  Steaer- 
marken  Gebrauch  machen. 

Fortfall  der  Luxussteuer.  Im  Verfolg  der  Beschlüsse  des  Rjicas- 
tages  dürfte  die  LuxusBteuer  für  eine  Rsihe  von  Artikeln  demnächst  in 
Wegfall  kommen.  Der  Zantralverband  des  Deutschen  Großhaudels  ist 
vor  allen  Dingen  bestrebt,  nunmehr  für  diejenigen  luxussteuerpflichtigeu 
Waren,  di*  sich  auf  den  Lägern  des  Großhandels  befinden,  für  den  In- 
landsmarkt bestimmt  sind  und  mit  dem  Fortfall  der  Luxassteaer  bei 
Lagerverkäufen  gegenüber  den  direkten  Verkäufen  der  Iudaitrie  um  die 
löprozentige  Lüxussteuer  benachteiligt  sein  würden,  die  Rückvergütung 
der  Lüxussteuer  sicherzustellen.  Das  R*ichf.finanzmini»terium  hat  auf 
•ine  entsprechende  Eingabe  des  genannten  Verbandes  geantwortet,  daß 
die  Verhandlungen  über  die  Aendernngen  der  Luxussteaer  so  frühzeitig 
beginnen,  daß  sich  die  beteiligten  Kreise  auf  die  etwa  zu  erwartenden 
Aendernngen  rechtzeitig  einstellen  können.  Soweit  das  nicht  möglich 
sein  sollte,  sieht  sich  das  Ministerium  aus  Erwägungen  grundsätzlicher 
Natur  und  in  Ermangelung  jeder  gesetzlichen  Unterlage  nicht  in  der 
Lßge,  Steuerpflichtigen,  die  bisher  luxussteuerpflichtige  Gegenstände  noch 
auf  Lager  haben  nnd  diese  ohne  Einrechnung  der  Luxussteuer  verkaufen 
müssen,  entgegenzukommen.  —  Es  kann  daher  den  Beteiligten  nur  auf 
das  dringenste  empfohlen  werden,  sich  beim  Zentralverband  des  Deutschen 
Großhandels  über  den  Stand  der  Arbeiten  zur  Aufhebung  der  Lüxussteuer 
in  den  einzelnen  Artikeln  rechtzeitig  zu  informieren,  um  dementsprechend 
die  Dispositionen  treffen  za  können. 


4 


862  —  Kr.  32 


SPRECHSAAL -COBURO. 


1922.  (H.  Jahrgang.) 


Handel  und  Verkehr. 

Zwecks  Gründung  einer  deutsch-italienischen  Handelskammer 
in  Mfiichen  hat  sich  ein  vorbereitender  AuBBchuß  unter  Vorsitz  des 
italienischen  Generalkonsuls  und  von  hervorragenden  Vertretern  des 
heiniischen  Wirtschaftslebens  gebildet. 


Ein- 


und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Eine  Aenderung  der  Ansfuhrmindestpreise 
ist  vorgenommen  worden:  für  Quarzsand  II  nach  Belgien;  für  Klebsand 
nach  Belgien,  Frankreich,  Luxemburg  ab  1.8.22. 

A.  H.  N.  Glas.  Der  Unterausschuß  Hohlglas  hat  in  seiner  Sitzung- 
am  11.7.  AusfuhimiEdeBtpreise  für  Bonbongläser,  Stangen- 
vasen, X-Vasen,  Grubenlampengläser  und  fttr  nicht 
normierte  Spezialartikel  festgesetzt.  Ferner  ist  ein  neues 
Merkblatt  genehmigt  worden.  Die  Unterlagen  können  von  der  Preis- 
pröforgsstelle  Hohlglas,  Dreaden-N.,  Glacisstraße  12,  bezogen  werden. 
Dfu  Mitgliedern  des  Zettralverbandes  des  deutschen  Großhandels  und  des 
Verbandes  deutscher  Exporteure  wird  nahegelegt,  sich  wegen  der  Aus- 
künfte an  ihre  Organisation  zu  wenden.  —  Der  Unterausschuß  für  Spiegel- 
uod  Gnßglas  hat  neue  Verpackungespesen  für  dünnes  Drahtglas 
festgesetzt.  Anfragen  sind  zu  richten  an  dis  Preisprüfungsstelle  für 
Drahtglas,  Bodenwerder  a.  W.,  Hamelner  Landstraße  246. 

Zur  bevorstehenden  Erhöhung  der  Ausfahrabgaben.  Der  Aus- 
fuhrabpabenauischnß  des  vorläufigen  Reich jwirtachaftsrates  nahm  in  seiner 
litzten  Sitzung  nach  längerer  Debatte  einen  Antrag  an,  wonach  die  Ab- 
psbensätze  verdoppelt  werden  sollen  und  außerdem  der  Regierung  freie 
H  *nd  geg  eben  werden  soll,  die  Höhe  der  Abgabensätze  jeweils  dem  Wert 
der  deutschen  Mark  im  Auslande  anzupassen.  Die  endgültige  Entscheidung 
wird  der  ReichsratL treffen. 

Das  Goldzollaufgeld  iBt  für  die  Zeit  [vom  9.  bis  einschließlich 
15.8.22  auf  11900  °/0  festgesetzt. 

Die  Ausfuhr  nach  Danzig  wird,  soweit  die  Preise  unter  den 
polnischen  Ausfuhrpreisen  liegen,  nach  einer  Anweisung  des  Reichs- 
kommissars  nur  dann  genehmigt,  wenn  der  vorgeschriebene  Kontigent- 
Bchein  der  Außenhandelsstelle  vorgelegt  wird. 

Verfahren  bei  Erteilung  der  Einfuhrbewilligung  für  Waren 
aus  dem  abgetrennten  Oberschlesien.  Wie  der  Berliner  Handels- 
kammer mitgeteilt  wird,  ist  von  der  Deutschen  Regierung  zunächst  eine 
TeilliBte  der  polnischen  Kontiii  gentliste  in  Kraft  gesetzt  worden.  Die  Er- 
teilung der  Einfuhrbewilligung  erfolgt  auf  Grund  besonderer  von  polnischer 
Seite  ausgestellter  Ursprungszeugnisse  durch  den  Delegierten  in  Oppeln. 

Das  Ans-  und  Einfahramt  Ems  hat  die  Mindestgebühren  für  Aus- 
und  Einfuhranträge  ab  15.  7.  22  von  M  5  auf  JH  10  erhöht. 

Australien.  Zollabfertigungsvorschriften.  Mit  Rücksicht  auf  das 
am  1.  8.  22  außer  Kraft  tretende  Einfuhrverbot  für  deutsche  Waren 
macht  die  Handelskammer  zu  Berlin  darauf  aufmerksam,  daß  zur  Zoll- 
abfertigung in  Australien  eine  Zollfaktura  nach  bestimmten  Vorschriften 
mit  einer  Erklärung  des  Absenders  nach  vorgeschriebenem  Wortlaut  und 
mit  Angabe  deB  Marktpreises  im  Ausfuhrlande  sowie  der  Verkaufspreise 
vorgelegt  werden  muß.  Der  Wortlaut  der  Erklärung  und  die  zweckmäßige 
Einrichtung  des  Formulars  kann  im  Verkehrsbureau  der  Handelskamner  zu 
berlin  C.  2,  Klosterstraße  41,  erfragt  werden. 

England.  Zum  Industrie- Schutzgesetz.  Wie  aus  zuverlässiger 
Quelle  berichtet  wird,  hat  das  Parlament  den  vom  Kabinett  vorgelegten 
Entwurf  der  Order  Nr.  1  des  Board  of  Trade,  durch  den  Teil  II  des 
Industrie-Schutzgesetzea  für  in  Deutschland  hergestellte  Haushaltglaswaren, 
Giaswaren  zu  Beleuchtungszwecken  und  Hausgeschirr  aus  Email  in  Kraft 
gesetzt  werden  soll,  unverändert  mit  Wirkung  vom  8. 8.  22  ab  angenommen. 
Die  vorgenannten  Erzeugnisse  unterliegen  somit  in  Zukunft  dem  Valuta- 
Ausgleichzoll  von  33l/s  %. 

Frankreich.  Einfuhrbestimmungen.  Die  Fakturenbeglaubigung 
kann  jetzt  von  der  jeweils  zuständigen  deutschen  Handelskammer  vor- 
genommen werden.  Die  von  französischen  Abnehmern  vielfach  noch  ver- 
langte Bescheinigung  des  zuständigen  französischen  Konsulats  ist  dann 
nicht  erforderlich. 

Griechenland,  Neuer  Zolltarif.  Nach  den  neuerdings  in  Kraft 
gesetzten  Zolltarifftuderungen  ist  ab  24.  6.  eine  erhebliche  Erhöhung  der 
Einfuhrzölle  eingetreten,  die  nunmehr  bekanntlich  in  Papiergeld  erhoben 
werden.  Für  die  Erzeugnisse  unserer  Industrien  gelten  folgende  Zoll- 
Bätze  in  Papierdrachmen  je  Oka  (=1,29  kg):  Glasgefäße  außer  dem 
früheren  Zoll  noch  ein  Zuschlag  von  20°/0  deB  geschätzten  Wertes ; 
Spiegelgläser,  SchaufensterBpiegel,  ungeschliffen,  Dr  4,48  im  Generaltarif, 
Dr.  3,86  im  Konventialtarif,  geschliffene  Dr.  6,72  im  G.-T.,  Dr.  5,60  im  K.-T. 

Italien.   Das  Zollaufgeld  beträgt  für  die  Zeit  :om  1.— 15. 8. 
322  %■ 

Neuseeland.  Die  Authebung  des  Einfuhrverbotes  deutscher 
Waren  soll  zurzeit  vom  Kabinett  erwogen  werden.  Wis  in  Australien,  werden 
ausnahmsweise  anch  hier  bereits  deutsche  Erzeugnisse,  die  anderBwoher 
nicht  bezogen  werdeu  können  (wissen schaftliche  IoBtrumente,  Ersatzteile 
von  Maschinen  u.  a.  m),  gegen  jeweils  besondere  Einfuhrgenehmigung 
zugelassen. 

Norwegen.  Zollerhöhungen.  Die  in  Nr.  29,  S.  328,  gebrachten 
neuen  Zollsätze  und  wie  folgt  zu  berichten  und  zu  ergänzen:  (133) 
Isolatoren  aller  Art  aus  Porzellan:  1.  für  Starkstrom  Kr  0,55  Min., 
Kr  2,20  Max.,  für  Schwachstrom  (gewöhnliche  Telegraphen-  und  Tele- 
phon-Isolatoren) Kr  0,26  Mm ,  Kr  1,00  Max.  (Anmerkung.  Das  Zall- 
departement  kann  in  allen  Fällen  den  Zoll  auf  Kr  0,06  je  kg  festsetzen 
für  Isolatoren,  die  nicht  Gegenstand  inländischer  Fabrikation  sind )  — 
(206)  Glas  in  Platten  oder  Scheiben  1  kg  Kr  0,18  Min.,  Kr  0,80  Max. 
v676j  Perlen,  echte  und  unechte,  25°/0  vom  Wert. 


Peru.  Neue  ZollbeBtimmungen.  Die  Fakturen  müssen  vom  Lade- 
schein begleitet  sein  und  den  deklarierten  Wert  der  Waren,  ihr  Rein- 
und  Rohgewicht  enthalten,  auch  möglichst  genau  spezifiziert  sein. 

Spanien.  Das  Zollaufgeld  ist  für  den  Monat  August  22  auf 
23,57%  (22,56)  festgesetzt  worden. 

Die  mittlere  Monatsnotierung  für  die  Reichsmark,  die  als  Grundlage 
fttr  die  Erhebung  des  Valntazollzuschlagea  auf  deutsche  Waren  Anwendung 
findet,  ist  für  den  Monat  August  auf  1,602  (2,222)  festgesetzt  worden. 

Spanien.  Zolltarifänderungen.  Durch  Inkrafttreten  des  Handels- 
vertrages zwischen  Frankreich  und  Spanien  ist  für  eine  ganze  Reibe  von 
Waren  der  2.  Tarifsatz  deB  spanischen  Zolltarifs  ermäßigt  worden.  Auf 
diese  Ermäßigungen  hat  auch  Deutschland  kraft  der  Meistbegünstigung 
Anspruch.   

Die  Lage  In  Industrie  und  Handel. 

Die  Lage  der  feinkeramischen  Industrie  im  Monat  Juli  1922 
Die  Fabriken  waren  im  Monat  Juli  noch  allgemein  gut  beschäftigt,  weat 
sich  auch  teilweis«  schon  ein  Rückgang  der  Nachfrage  besonders  aus  dem 
Auslande  bemerkbar  macht.  Die  stark  zunehmende  Markentwertung,  die 
wesentlich  erhöhten  Preise  für  Rohmaterialien,  besonder«  für  Kaolin,  die 
gesteigerten  Arbeitslöhne  hatten  eine  nicht  unerhebliche  H  iraufsetzung  dei 
Preise  für  Fertigfabrikats  zur  Folge,  so  daß  eine  weitere  Abnahme  de> 
Nachfrage  nicht  ausgeschlossen  erscheint.  Die  großen  Schwierigkeiten  de> 
Rohstofibeschaffung  und  die  trostlose  Lage  auf  dem  inländischen  Kohlen 
und  Holzmarkte  verschlechterten  sich  weiterhin,  bo  daß  50  bis  60%  det 
Bedarfes  an  Brennstoffen  zu  hohen  Preisen  aus  dem  Auslande  gedeck 
werden  müssen.  In  Folge  des  Kohlen-  und  Rohstoffmangels  besteht  bereit 
bei  einzelnen  Werken,  die  besonders  auf  den  Bezug  ausländischer  Kohlei 
und  Rohstoffe  angewiesen  sind,  die  Gefahr  erheblicher  Betriebseinschrän 
kniigen. 

Der  deutsche  Außenhandel  Im  Juni  1922. 


Maß- 

Mei 

igen 

Werte  in  M  1000 

stab 

Juni 

Jan  Juni 

Juni 

Jan.— Jat 

Einfuhr: 

Tonwaren  

Dz. 

99  474 

602  485 

26  652 

134  40! 

Glas  und  Glaswaren 

» 

6  279 

71  829 

40  625 

182  98! 

Ausfuhr: 

n 

392  «86 

2  588  009 

482  812 

2  348  14t 

Glas  und  Glaswaren 

» 

123  175 

715  451 

776  217 

|  3  062  131 

i\ 
I 

f> 

u 
bt 

Britisch-Indiens  Außenhandel.   Der  gegenwärtige  Zeitpunkt  ii 
für  die  verstärkte  Aufnahme  des  deutschen  Exportes  im  allgemeinen  reel 
geeignet.   Nach  den  glänzenden  Erfolgen,  die  Japan  während  der  Krieg 
zeit  auf  dem  indischen  Markt  verbuchen  konnte,  ist  seit  kurzem  ein  erbe 
licher  Rückschlag  eingetreten,  der  vorwiegend  in  der  Unzufriedenheit  m 
den  Lieferungen   seinen  Grund  hat.     Auch  Amerika   hat  neuer  din$ 
Schwierigkeiten,  Beine  überragende  Kontrolle  über  die  indischen  Absatij 
gebiete  auszuüben.    Die  Ursache  für  die  amerikanischen  Fehlschläge  is 
wie  es  heißt,   der  Versuch  gewesen,  die  amerikanische  Mathole  d 
„Cornering"  (Hinaufsehrauhen  der  Preise  durch  Ringbildung)  in  Anwendun 
zu  bringen.   Der  englische  Einfuhrhandel  endlich  ist  wirtschaftlich  durc 
die  ungünstigen  Währungs Verhältnisse  und  die  hohe  Preislage  sowie  Frach 
und  VersicherungBSätze,  sodann  aber  vor  allem  auch  durch  die  politiscl 
Feindschaft  der  indischen  Selbständigkeitskreise  zurückgegangen.  D 
Lage  ist  somit  für  die  deutsche  Wirtschaft  günstig.   Dabei  ist  daran  \ 
erinnern,  daß  es  in  Indien  kein  Reparationsgesetz  nach  englischem  Vorbilt 
gibt  und  daß  ein  solches  auch  nicht  zu  erwarten  sein  soll.   Natürlich  i 
das  Geschäft  fttr  den  deutschen  Fabrikanten  nicht  leicht.   Vor  allem  si; 
deutsche  Handelsniederlassungen  in  Indien  innerhalb  von  5  Jahren  na 
Friedensschluß  verboten.    Soweit  die  Erschwerungen  des  Ausfuhrgeschä: 
in  notwendigen  behördlichen  Maßnahmen  und  in  Valutaschwankung 
begründet  sind,  werden  sie  in  absehbarer  Zeit  kaum  zu  beheben  sein  u: 
drüben  auch  in  Erkenntnis  der  Besonderheiten  unserer   Lage  mit 
Kauf  genommen  werden.   Einer  Reihe  von  Beschwerden  der  ausländisch 
Importeure  dürfte  aber  zweifellos  bei  genügendem  Weitblick  und  richtig 
Voraussicht  der  deutschen  Fabrikanten  und  Exporteure  bis  za  eine 
gewissen  Grade  abzuhelfen  Bein.   Hierzu  gehören,  wie  das  Ausstellung 
und  Messe-Amt  der  Deutschen  Industrie  auf  Grund  ihm  zageganger 
Berichte  mitteilt,  insbesondere  Entgegenkommen  hinsichtlich  der  Zahlunj 
bedingungen  kreditwürdigen  Abnehmern  gegenüber,  ferner  vor  allem  Liefern 
genau  nach  Bestellung  und  unter  strikter  Einhaltung  der  Lieferfristi 
Form  und  äußere  Aufmachung  der  Sendungen  spielen  drüben  eine  gre 
Rolle.  —  Wenn  auch  der  indische  Markt  aus  verschiedenen  Ursach 
hauptsächlich  infolge  der  ungeheuren  Teuerung  der  Lebenshaltung,  z 
zeit  noch  nicht  übermäßig  kaufkräftig  ist,  so  Boll  jedoch  seine  zukttnfti 
besondere  Aufnahmefähigkeit  für  deutsche  Ware  ans  politischen  und  wi 
schaftlichen  Gründen  außer  Zweifel  Bein,    Dies  wird  auch  von  seil 
unseres  ausländischen  Wettbewerbs  durchaus  erkannt 


Gesohäftliohe  Mitteilungen. 

Porzellan* Industrie- A.-G.  Berghaus,  Auma.  Auszug  ans  d 
genehmigten  Abschluß  vom  31.3.  22:  Reingewinn  M  255709  (528  95 
Dividende  26  (25)%;  Abschreibungen  M  148334  (171376)  —  Den  d 
zeitigen  Aufsichtsrat  bilden:  Bankier  W.  Oberlaender,  Vors.,  ^Fabr 
besitzer  0.  Brunnquell,  stellv.  Vors.,  Fabrikdirektor  0.  Richter,  Racfc 
anwalt  K  Boer,  die  Porzellandreher  F.  Pohl  und  0.  Weiß. 

Ludwig  Wessel,  A.-G.  für  Porzellan»  und  Steingutfabrikati« 
Bonn.   Die  a.  o.  G  -V.  beschloß  die  Kapitalserhöhung  um  M  1,7  Mdl. 
JC  7,2  Hill.   Die  Aktien  werden  zu  360%  einer  Bankengruppe  üb 
geben,  die  sie  zu  380  %  den  alten  Aktionären  im  Verhältnis  3 : 1  anbiei 

Porzellan-  und  Apparatefabrik  Elektro-Unlon,  vorm.  Be 
Ai-G<,  Hochstedt.   Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  30.  4. : 


1929.  (M.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  32  —  363 


Beingewinn  M  496 142 ;  Dividende  18  %  P  t. ;  Abschreibungen  Ji  227 163 ; 
Zuweisung  an  Untersttttzungsfonds  M  60000. 

Gebrüder  Heubach,  A.-G.,  Lichte.  Auszug  ans  dem  genehmigten 
Abschluß  vom  30.6.  21:  Reingewinn  M  323217  (181690);  Dividende 
26  (15)%;  Sondervergütung  M  150  (0);  Abschreibungen  Ji  26  500 
(57400).  —  Die  vorgeschlagene  Kapitalserhöhung  um  Jl  1  Mill.  Stamm- 
aktien auf  ;Jt  1.5  Mill.  fand  die  Genehmigung  der  o.  G.-V. 

Porzellanfabrik  Mitterteich,  A.-G.,  Mitterteich.  Auszug  aus 
dem  genehmigten  Abschloß  vom  31. 12.  21 :  Reingewinn  M  1,39  Mill. 
(0,11);  Verwendung  nicht  veröffentlicht  (16  %) ;  Abschreibungen  Jl  0,52  Mill. 

(ojll).  Das  bisherige  Aufsichtsratsmitglied  J.  Wiendl  ist  ausgeschieden. 

a's  Arbeiteraufsichtsratsmitglieder  sind  N.  Schöpf  und  0.  Pörner  ein- 
getreten. 

Vereinigt©  Servals- Werke,  A.«G.,  Trier.  Auszug  aus  dem  geneh- 
migten Abschluß  vom  31.  12.  21:  Reingewinn  M  1,12  Mill.  (0,47);  Ver- 
wendung nicht  bekanntgegeben;  Abschreibungen  M  0,09  Mill.  (0,20). 

Scheidhauer  &  Gießing,  A.-G.,  Bonn.  Auszug  aus  dem  geneh- 
migten Abschluß  vom  31.  12  21 :  Reingewinn  M  3,87  Mill.  (1,28) ;  Divi- 
dende 35  (27)%;  Abschreibungen  M  2,03  Mill.  (0,53).  Dem  Autsichts- 
rat  gehören  jetzt  an :  Geheimrat  H.  B.  Fellinger,  Vors. ;  Direktor  G.  Leser, 
stellv.  Vors  ;  Dr.  Baumbach ;  Kaufmann  E.  Söcking ;  Kaufmann  P.  Esch, 
Hoerle;  Justizrat  Dr.  F.  Gießing;  Kaufmann  H.  Heuser;  Direktor  Cn. 
Neuhans. 

Adolfshütte,  Kaolin-  und  Schamottewerke,  A.-G.,  Crosta. 
Adolfsbütte.  Auszag  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21 : 
Beingewinn  M  463105  (469  896);  Dividende  10  (15)%;  Abschreibungen 
M  407424  (410011).  —  Neu  in  den  Aufsicbtsrat  wurde  Dr.  A.  Arnim  ge- 
wählt. Vom  Betriebsrat  wurden  Tischlermeister  0.  Schröder  und  Fabrik- 
arbeiter F.  Hatscher  in  den  Aufsichterat  entsandt. 

Anhalter  Schamottewerke,  A.-G.,  Unterwiedergtedt.  Auszug 
aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  12.  21:  Beingewinn  M  87  374 
,124958);  Abschreibungen  M  94693  (27  231). 

Glasfabrik  Alexanderbütte,  vorm.  J.  N.  Heinz  &  Sohn,  A.-G., 
Alexanderbütte.  Die  Gesellschaft  schließt  ihr  erstes  Geschäftsjahr  mit 
einem  Verlust  von  Ji  28  600  ab.  Abschreibungen  wurden  in  Höhe  von 
M  105  825  vorgenommen. 

von  Poncet  Glashüttenwerke,  A.-G.,  Friedrichshain,  N.-L. 
Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  3.  22:  Beingewinn 
.^2  46  Mill.  (0,74);  Dividende  12  (12)%;  Abschreibungen  Ji  0,63  Mill. 

(0  37).         An  Stelle  der  ausgeschiedenen  Th.  Meyer  nnd  G.  Bast  wurden 

neu  in  den  Aufsichtsrat  gewählt  die  Fabrikanten  H.  van  Byck,  A.  Hackels- 
berger, P.  Bott  und  Bankdirektor  C.  Bassermann. 

Tafel-»  Salin-  nnd  Spiegelglasfabriken,  A.-G.,  Fürth.  Auszug 
aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  30.  4.  22 :  Beingewinn  Jt  5,08  Mill. 
(2  95)-  Dividende  25%  (25),  Sondervergütung  aus  dem  Verkaufserlös  einer 
Beteiligung  40  % ;  Absenreibungen  Jt  0,33  Mill.  (0,30) ;  Zuweisungen  für 
Gratirlkationen  nnd  Sonstiges  M  1  Mill.,  zur  Bildung  eines  Fonds  für 
soziale  Zwecke  M  1  Mill.  —  Die  ausscheidenden  Aufsichtsratsmitglieder 
worden  wiedergewählt. 

Glashütte  vorm.  Gebrüder  Siegwart  &  Co.,  A.-G.,  Stolberg. 
Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31. 12.  21 :  Beingewinn 
Jl  0  84  Mill.  (1,06);  Dividende  35  %  (30);  Abschreibungen  M  0,06  Mill.  (0,04). 
_  Die  vorgeschlagene  Kapitalserüöhung  um  Jl  2  Mill.  auf  Ji  3,2  Mill. 
fand  die  Genehmigung  der  o.  G.-V.  Die  neuen,  ab  1. 1.  22  dividenden- 
berechtigten Aktien  werden  von  der  Dresdner  Bank,  Filiale  Cöln,  mit  der 
Verpflichtung  übernommen,  hiervon  Jl  1,8  Mill.  den  alten  Aktionären  im 
Verhältnis  2  : 3  zu  130  %>  znm  Bezüge  anzubieten.  Das  Bezugsrecht  ist 
bis  einschließlich  21.  8.  auszuüben.  —  Den  derzeitigen  Aufsichtsrat  bilden  : 
Direktor  B.  Philips,  Vors.,  W.  von  Recklinghausen,  A.  Dilthey,  Direktor 
P.  Schräder,  Ed.  AIS. 

Metrum  Apparatebau- A.-G.,  vorm.  G«  A.  Schnitze,  J.  C.  Greiner 
i  »an  &  Sohn.  Berlin.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom 
I  31  12.  21:  Reingewinn  Jl  80  224  (41016);  Dividende  20%  (12);  Ab- 
schreibungen und  Rückstellungen  M  64  800.  —  Der  AufsichtBrat  besteht 
ietzt  aus  Ing.  J.  Schapiro,  Vors.,  Dr.  J.  Leisermann,  Bechtsanwalt  A.  Krebs 
nnd  Ing.  L.  Schapiro. 

Glaöhüttenwerke>  A.-G.,  vorm.  J.  Schreiber  &  Neffen,  Lnscbltz. 
k  Die  o  G  W.  beschloß,  aus  dem  Eeingewinn  von  Kc  2,18  Mill.  12  %  Dividende 
zur  Verteilung  zu  bringen.    In  der  Verwaltungsratssitzung  wurde  Karl 
Bosen  zum  Präsidenten  wiedergewählt. 

Karlsbader  Glasindustriegesellschaft  Lndwig  Moser  &  Söhne, 
1'  A.-G«  Meierhöten.   Der  Abschluß  für  die  Jahre  1920  und  1921  weist 
1  einen  Reingewinn  von  Kc  1,23  Mill.  aus,  wovon  8%  Dividende  für  1920 
und  10  %  für  1921  ausgeschüttet  werden. 

Montan-  und  Industrialwerke,  vorm.  Joh.  Dav.  Starck,  Prag. 
Aus  einem  Reingewinn  von  Kc  0,71  Mill.  gelangt  wiederum  eine  Dividende 
von  Kc  20  zur  Verteilung.   Die  Abschreibungen  betragen  Kc  5,4  Mill. 

Eisenhüttenwerk  Marienhütte  bei  Kotzenau,  A.-G.  (vorm. 
Schlittgen  &  Haase),  Kotzenau.  Auszug  aus  dem  geuehmigten  Abschluß 
vom  31.3.22:  Reingewinn  Jl  2,68  Mill.  (2,29);  Dividende  30%  (20); 
Abschreibungen  Jf  1,18  Mill.  (1,40).  —  Tom  Betriebsrat  wurden  Ange- 
stellter W.  Hürrich  und  Fabrikarbeiter  K.  Neumann  in  den  Aufsichtarat 
entsandt. 

Nene  Aktiengesellschaften«  Der  Betrieb  der  Fa.  Thomas  &  Co., 
Porzellanfabrik,  Selb,  Werk  Sophienthal,  ist  in  den  Besitz  der  nenge- 
gründeten  „Porzellanfabrik  Thomas  &  Co.,  A.-G.,  München",  übergegangen. 
Stammkapital:  M  3  Mill.  In  den  Vorstand  ist  Herr  F.  J.  Czech  einge- 
treten. Durch  Erweiterung  des  Werkes  Sophienthal  wird  dessen  Leistungs- 
fähigkeit wesentlich  gesteigert  werden.  Korrespondenzen  sind  nach  wie 
vor  an  das  Werk  Sophienthal  zu  richten. 

Die  Veltener  Porzellanfabrik,  G.  m.  b.  H.,  Velten  (Mark),  ist  in 
eine  A.-G.  mit  einem  Kapital  von  Ji  6  Mill.  umgewandelt  worden. 


Iii  8? 


General  -Versammlungen, 

F.  Küppersbusch  &  Söhne,  A«G  ,  Gelsenkirchen  Schalke :  a  o.  G-V. 
24.  8.  22,  121  4  Uhr  m.,  Hotel  Kaiserhof,  E3sen.  T.-O. :  Kapitalserhöhung 
um  bis  jt  4  Mill. 

Kaolin-  und  Tonwerke,  A.-G.,  Korbitz  bei  Meißen :  o  G  -V.  22.  8  22, 
2  Uhr  n.,  Hotel  „Blauer  Stern",  Meißen.  T.-O.:  u.  a.  Kapitals  erhöhung 
um  Ji  1  Mill.  auf  M  2  Mill. 


Messen  nnd  Ausstellungen. 

Die  Fürstenberger  Porzellanfabrib,  Pürstenberg -Weser,  wird 
aus  Anlaß  ihres  diesjährigen  175  jährigen  Jubiläums  neben  dem  zur 
Frühjahrsmesse  gebrachten  Jubiläums-Tafelservice  und  den  anderen 
Jubiläums-Gegenständen  nun  auch  zur  Herbstmesse  ihren  Freunden  und 
Gönnern  eine  gedrängte  Auswahl  der  altberühmten  Fürsten- 
berger Figuren  in  weiß  bringen  unter  Bezeichnung  des  Ent- 
stehungsjahres und  des  damaligen  Modelleurs.  So  also  u.  a.  Figur  Nr.  107 
„Kaffeegesellschaft",  modelliert  1771  von  Desosches,  und  Figur  Nr.  327 
„Kttfergruppe",  ausgeführt  1780  von  Hendler. 

Für  italienische  Besucher  der  Frankfurter  Messe  (8.— 14. 10.  22) 
hat  die  italienische  Staatsbahnverwaltung  von  neuem  eine  Herabsetzung 
der  Personenfahrpreise  auf  den  Sfcaatsbahnen  eintreten  lassen.  Auch  die 
schweizerischen  Bundesbahnen  haben  für  italienische  Besucher  wieder  die 
Ausgabe  von  Sonderfahrkarten  zu  ermäßigten  Sätzen  angeordnet.  Die  für 
beide  Ermäßigungen  erforderlichen  Ausweispapiere  sind  von  dem  Bevoll- 
mächtigten des  Meßamtes  für  Italien,  Dr.  Otto  Stttnzaer,  Mailand,  Corso 
Vittorio  Emanuele  22,  zu  beziehen. 

Soziale  Bewegung. 

Keine  Meldepflicht  für  offene  Arbeitsstellen.  Nr.  48  der  „Mit- 
teilungen des  Deutschen  Industrieschutzverbandes,;+  Dresden,  bringt  eine 
Abhandlung  über  diese  Frage,  wobei  darauf  hingewiesen  wird,  daß  durch 
die  Verordnung  über  die  Beendigung  der  wirtschaftlichen  Demobilmachüng 
vom  18. 2.  21  in  Verbindung  mit  dem  Gesetz  über  die  Verlängerung  der 
Geltungsdauer  der  Demobilmachungsverorduung  vom  30. 3.  22  die  auf  Grund 
der  Verordnung  vom  17.  2.  19  bestehenden  Meldepflicht  ihr  Eade  erreicht 
hat.  Die  Auffassung  wird  durch  einen  Bescheid  des  Beichsarbeitsministers, 
der  an  gleicher  Stelle  wiedergegeben  wird,  gestützt. 

Die  Ueberschreitnng  des  achtstündigen  Arbeitstages.  Gegen 
eine  Entscheidung  des  Landgerichts  Köln,  nach  der  ein  Arbeitgeber,  der 
in  seinem  Betriebe  freiwillige  Ueberstundenarbeit  erlaubte,  nicht  strafbar 
ist,  hatte  die  Staatsanwaltschaft  Revision  eingelegt.  Das  Oberlandesgericht 
hat  nun  ausgelührt,  daß  es  nicht  Absicht  des  Gesetzgebers  gewesen  sei, 
den  Arbeitgeber  schon  deshalb  zu  bestrafen,  weil  er  es,  wie  im  vorliegendm 
Falle,  außerhalb  des  regelmäfigen  Fabrikbetriebes  und  nacli  dessen  Auf- 
hören einzelnen  Arbeitern  auf  ihren  Wunsch  gestattete,  nach  ihren  Belieben 
noch  Arbeiten  in  den  Fabrikräumen  gegen  Bezahlung  der  Ueberstunden 
zu  verrichten.  Der  Gesetzgeber  hat  selbst  schon,  wie  auch  die  sonstigen 
Bestimmungen  erkennen  lassen,  zwar  die  regelmäßige  tägliche  Arbeitszeit 
auf  acht  Stunden  beschränkt,  aber  auch  die  Zulässigkeit  einer  straflosen 
Beschäftigung  über  acht  Stunden  hinaus  im  allgemeinen  und  ausnahmslos 
eingeschlossen.   

Verbände. 

Ein  Verband  deutscher  keramischer  Töpfereien,  G.  m.  b.  H., 
wurde  mit  dem  Sitz  in  Bamberg  gegründet. 

Der  Verband  Deutscher  Kachelofenfabrihanten  beschloß  eine 
neue  Preiserhöhung  für  vorgeformte  Schamotteware  und  Sohmelzware  von 
250  auf  376  °/0,  für  Glätteware  und  unbehautete  Schamotteware  von  275 
auf  420  %. 

Verband  Deutscher  Elektrotechnischer  Porzellanfabriken, 
Berlin.  Die  Isolatoren  Werke,  .Mutzschen,  G.  m.  b.  H ,  Mutzschen,  Bez. 
Leipzig,  haben  die  Mitgliedschaft  des  Verbandes  erworben. 

Bücherschau. 

Einführung  in  das  Abänderungsgesetz  vom  8.  April  1922  znm 
Umsatzsteuergesetz  von  24.  Dezember  1919  unter  Berücksichtigung 
der  neugefaßten  Ausführungsbestimmungen.  Zugleich  Ergänzung 
zum  Kommentar  zum  Umsatzsteuergesetz.  Von  Dr  jar.  Johannes  Popitz, 
Ministerialdirektor  im  Reichsflnanzministerium.  Berlin  W  57,  1922.  Verlag 
von  Otto  Liebmann.   Preis  M  60. — .  . 

Ueber  die  Neuregelung  der  Umsatzsteuer  herrscht  in  weiten  Kreisen 
der  Steuerzahler  immer  noch  Unklarheit,  hauptsächlich  darüber,  daß  die 
nachtiäglich  ab  1.  1.  22  erhöhte  Steuer  von  jetzt  ab  bei  Vermeidung  von 
Steuerzuschlägen  stets  vierteljährlich  im  voraus,  nicht  mehr  jährlich  nach- 
träglich zu  zahlen  ist.  Auch  sonst  bringen  das  Abänderungsgesetz  vom 
8.  4  22  und  die  neugefaßlen  Ausführungsbestimmungen  vom  6  5.  22  eine 
Fülle  weittragender  neuer  Bestimmungen,  die  jeder  selbständige  Handel- 
und  Gewerbetreibende  kennen  muß,  wenn  er  nicht  Schaden  erleiden  will. 
Die  angezeichte  „Einführung"  vom  Schöpfer  der  Umsatzsteuergesetzge- 
bung ist  daher  zu  begrüßen,  denn  der  Verfasser  gibt  darin  nicht  nur  an 
der  Hand  zahlreicher  Beispiele  eine  klare  Uebersicht  über  die  gesamten 
Neuerungen  der  Umsatzsteuer,  sondern  auch  einen  genauen  Abdruck  des 
Aenderungsgesetzes,  des  Umsatzsteuergesetzes  und  der  wichtigen  Ausf üh - 
rungsbestimmungen.  Steuerzahler,  -berater  und  -beamte,  werden  sich  des 
Buches  gern  bedienen,  um  über  die  Neuregelung  der  Umsatzsteuer  Klar- 
heit zu  bekommen. 

Das  Warenzeichen.  Sein  Rechtsschutz.  (Seine  Wahl.  Seine  Be- 
deutung als  Werbemittel.  Ein  Ratgeber  für  Indistrie  und  Handel.  Von 
Patentanwalt  Dr.  Gustav  Rauter,  Berlin.  Halle  a..S.  1922.  Carl  Marhold 
Verlagsbuchhandlung.   Preis  Jl  30. — . 

Ein  kurzgefaßter  Ratgeber  für  den,  der  ein  Warenzeichen  wählen 
möchte  !  und  sich  über  den  Zweck  des  Zeichens,  über  seine  Ausführung 
nnd  Form  und  über  seinen  besonderen  W«rt  bei  jeder  Art  von  Reklame 


364  —  Nr.  32 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


unterrichten  will.  Anhand  von  Beispielen  weist  der  Verfasser  auf  die 
große  Bedeutung  hin,  die  gerade  dem  Warenzeichen  zukommt;  er  zeigt, 
wie  es  oftmals  ein  größerer  Schntz  sein  kann  als  ein  Patent.  Die  besten 
Wege,  sich  den  Kechtsschutz  eineB  Warenzeichens  zu  verschaffen, 
werden  nachgewiesen.  Auch  derjenige,  der  auf  diesem  Gebiete  bereits  Er- 
fahrungen hat,  wird  sich  ?on  dem  Verfasser,  einem  angesehenen  und  er- 
fahrenen Berliner  Patentanwalt,  gerne  belehren  lassen  und  künftig  nach 
seinen  Anweisungen  und  Batschlägen  handeln.  Der  praktische  Wert 
dieses  Buches  wird  durch  die  Beigabe  des  Warenzeichengesetzes  in  der 
heute  gültigen  Form  noch  erhöht. 

Vereinfachte  Schornsteinberechnung.  Von  0.  Hoffmann,  Ober- 
ingenieur  des  Vereines  für  chemische  und  metallurgische  Produktion, 
Aussig  (Tschechoslowakei).  Monographien  zur  Feuerungstechnik  Heft  3. 
Leipzig  1922.    Verlag  von  Otto  Spamer.   Preis  Jt  12,—. 

In  der  kleinen  Schrift,  einem  Sonderdruck  der  bekannten  Zeitschrift 
„Feuerungstechnik",  will  der  Verfasser  auf  Grund  theoretischer  Grundlage 
eine  einheitliche  Berechnungsweise  für  Fabrikschornsteine  geben,  wonach 
der  in  der  Praxis  stehende  Ingenieur  Schornstein-Durchmesser  und  -Höhe 
für  alle  vorkommenden  Fälle  rasch  und  sicher  zu  bestimmen  in  der  Lage 
ist.  Es  ist  bekannt,  wie  oft  beim  Bau  eines  Schornsteines  die  Ansichten 
der  Fachleute  Ober  Höhe  und  Durchmesser  desselben  voneinander  abweichen, 
und  da  verdient  die  Berechnungsweise  des  Verfassers  weitgehende  Be- 
achtung, da  ihr  die  Verbrennungsvorgänge  und  die  Zusammensetzung  der 
Brennstoffe  bzw.  der  Heizwert  der  letzteren  zugrunde  gelegt  sind.  Der 
Verfasser  war  bestrebt,  die  Rechnung  möglichst  einfach  zu  gestalten  und 
zwar  durch  Einführung  von  einfachen  Formeln  und  leicht  im  Gedächtnis 
sich  einprägenden  Merkzifiern,  deren  Brauchbarkeit  er  an  ausgeführten 
Schornsteinen  rechnerisch  beweist.  Die  leicht  verständliche  Schrift  wird 
vielen  willkommen  sein  und  zur  Eontrolle  der  vorhandenen  Schornsteine 
anregen.   . 


Firmenregister. 

Deutschland. 

Porzellanfabrik  Fraureuth,  A.-G.,  Fraureuth.  Vom  Betriebsrat  wurden 

Dreher  Eduard  Blttthner  und  Korrespondent  Emil  Kispert  in  den  Auf- 

sichtsrat  gewählt. 

Hessische  Zahnfabrik,  G.  m.  b.  H.,  Friedberg.   Christian  Gröninger, 

Albert  Klesaen  und  Wilhelm  Wagner  sind  nicht  mehr  Geschäftsführer. 
Porzellanfabrik  Großbreitenbach,  A.-G,,  Großbreitenbach.   Die  Kapi- 

talserböhung  um  Jt  1  Mill.  auf  M  3  Hill,  ist  erfolgt.   Fabrikant  Hugo 

Xößrich  und  Ing.  Friedrich  Opelt  sind  aus  dem  Vorstand  ausgeschieden. 

Alleiniger  Vorstand  ist  Kaufmann  Wilhelm  Hoffmeister- 
Porzellan-  und  Apparatefabrik  Elektro-Ünion,  vorm.  Beck,  A.-G., 

Hochstadt.   Die  Kapitalserhöhung  um  Jt  4,4  Mill.  auf  Jt  7,4  Mill.  ist 

durchgeführt. 

Ludwigsburger  Porzellanmannfaktur,  A-G.,  Ladwigsburg.  Vom 
Betrieb«rat  wurden  W.  Pflugbeil  und  P.  Link  in  den  Aufsichtsrat 
entsandt. 

Porzellanfabrik  Bavaria,  A  -G ,  Ullersricht.  Vom  Betriebsrat  wurden 
F.  Mayer  und  M.  Lachmeyer  in  den  Aufsichtsrat  entsandt. 

Philipp  Koch  Nachfolger,  Franz  Klier,  Hüttensteinach.  Porzellan- 
malerei.  Inhaber  ist  Porzellanmaler  Franz  Klier. 

Schütte,  A.-G.  für  Tonindustrie,  Minden,  Westf.  Uebernahme  und 
Fortführung  der  ,von  der  Firma  Dampf  Ziegelei  Heisterholz  F.  Schütte  be- 
triebenen Unternehmungen  und  Geschäfte,  Herstellung  und  Verwertung 
von  Erzeugnissen  der  Tonindustrie,  Handel  mit  solchen  Produkten. 
Grundkapital:  Jt  6  Mill.  Vorstandsmitglieder  sind  Kaufmann  Rudolf 
Habermann  und  Betriebsleiter  Robert  Schulz.  Den  ersten  Aufsichtsrat 
bilden:  Fabrikbesitzer  F.  Schütte,  Gutsbesitzer  W.  Kiel,  Kommerzienrat 
F.  Leonhardi,  Kaufmann  G.  v.  Siemens,  Kommerzienrat  F.  Lehrer. 

Annaburger  Steingutfabrik,  A.-G.,  Annaburg.  Das  Grundkapital  ist 
um  M  3,5  Mill.  auf  Jt  5,25  Mill.  erhöht.  Zu  weiteren  selbständig  ver- 
tretungsbefugten Vorstandsmitgliedern  wurden  Kaufmann  Karl  Untucht 
und  Dr.  Friedrich  Untucht  bestellt. 

Odenwälder  Kunstiöpferei  Müller  &  Dönig,  Erbach.  Gesellschafter 
sind  Wilhelm  Müller  und  Wilhelm  Dönig.  Jeder  ist  selbständig  vertre- 
tungsbefugt. 

Blumentopffabrik  Ernst  Hartmann,  Lünen.  Inhaber  ist  Kaufmann 
Ernst  Hartmann. 

Villeroy  &  Boch,  Mettlach.  Die  Gesellschaft  ist  in  eine  Kommandit- 
gesellschaft umgewandelt  worden.  Persönlich  haftender  Gesellschafter  ist 
allein  Fabrikdirektor  Luitwin  von  Boch.  Sämtliche  übrigen  persönlich 
haftenden  Gesellschafter  sind  als  solche  ausgeschieden.  Der  Gesellschaft 
gehören  vier  Kommanditisten  an. 

Karl  Lehmann,  G.  m.  b.  H.,  Pirna.  Major  a.  D.  Curt  von  Beulwitz 
ist  als  Geschäftsführer  ausgeschieden.  Das  Stammkapital  ist  auf  Jt  200  000 
erhöht  worden. 

Hiby  &  Schroer,  A.-G,  Bergisch-Gladbach.  Den  derzeitigen  Auf- 
sichtsrat bilden:  Generaldirektor  0.  Wahres,  Vors.,  Bergwerksdirektor 
F.  Hohendahl,  stellv.  Vors.,  die  Fabrikanten  J.  Hager  und  G.  Hiby,  die 
Direktoren  P.  Hilgenstock  und  C.  Jaeger,  Fabrikant  A.  Schroer,  General- 
direktor E.  Tengelmann. 

Vereinigte  Großalmeroder  Tonwerke,  Großalmerode.  Dem  Aufsichts- 
rat  gehören  jetzt  an :  Kommerzienrat  G.  Jung,  Vurs ,  Kommerzienrat 
M.  Wertheim,  stellv.  Vors.,  Universitätsprofeseor  Dr.  A.  Schenk,  Rent. 
C.  Schierenberg,  Bergassesor  a.  D.  A.  Macco,  die  Fabrikbesitzer  M.  Gießing 
und  H.  Wilisch,  Kaufmann  A.  Mauritz,  Justizrat  Dr.  0.  Strack. 

Stettiner  Schamottefabrik,  A.-G,  vormals  Didier,  Stettin.  Die  Kapitals' 
erhöhung  am  J  18  Mill.  auf  Jt  60  Mill  ist  erfolgt. 

Vereinigte  Schmirgel-  und  Maschinenfabriken,  A.-G.,  vormals  S.  Oppen- 
heim &  Co.,  und  Schlesinger  &  Co.,  Hannover  Vorstandsmitglied  Direktor 
Harry  Friedrichs  ist  verstorben.  Direktor  Max  Oppenheim  int  selbständig 
vertretungsbefugt  unter  Führung  des  Titels  Generaldirektor.  Oberingenieur 
Karl  Hahn  hat  Prokura. 


Schmirgelwerk  Oggersheim,  Georg  Proß,  G.  m.  b.  H.,  Oggersheim 
Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst.    Liquidator  ist  Fabrikant  Georg  Proß 

Brühler  Glashütte,  G.  m.  b.  H ,  Brühl  bei  Köln.  Das  Stammkapital 
ist  auf  Jt  273000  erhöht 

Dubraucker  Glasindustrie  Jahncke  &  Hofmann,  Coburg.  Die  Firma 
ist  erloschen. 

Mitteldeutsche  Spiegelglaswerke  Max  Fugmann,  Brand-Erbisdorf.  Die 
Firma  ist  erloschen. 

Tafel ,  Salin-  und  Spiegelglasfabriken,  A-G,  Fürth.   Heinrich  Kupfer 
ist  aus  dem  Vorstand  ausgeschieden. 

Hallesche  Pfännerschaft,  A.-G.,  Halle.    Vom  Betriebsrat  wurden 
E.  Koblitock  und  M.  Schiffner  in  den  Aufsichtsrat  entsandt. 

Hildesheimer  Glashütten-A.-G.,  Hildesheim.  Das  Grundkapital  wurde 
um  Ji  1  Mill.  auf  Jt  2  Mill.  erhöht. 

Glasfabriken  Stockheim  u.  Homburg,  Gebrüder  Sigwart  &  Möhrle, 
Stockheim  Die  Gesellschafter  Heinrich  A  Sigwart  Ben.,  Karl  F.  Sigwart 
sen.  und  Franz  A.  Sigwart  sind  ausgeschieden.  Die  Firma  wird  unver- 
ändert fortgeführt. 

Bartsch,  Quilitz  &  Co.,  A.-G.,  Berlin.   Die  Kapitalserhöhung  um  \ 
M  2,5  Mill.  auf  Ji  6  Mill.  ist  durchgeführt.    Zum  weiteren  Vorstand 
wurde  Direktor  Paul  Schwarzer  bestellt. 

Isolierflasehen   und  Metallwarenfabrik  „Edelweiß",  G.  m.  b.  H., 
Leipzig.   Das  Stammkapital  ist  auf  M  30000  erhöht  worden. 

Thüringer  Glasinstrumenten-Industrie,  G.  m.  b.  H.,  Ohrdruf.  Her- 
stellung und  Verkauf  von  Glasinstrumenten  aller  Art.  Stammkapital: 
M  30000.    Geschäftsführer  ist  Fabrikant  Paul  Fröhlich. 

Eschrich  &  Co.,  G.  m.  b.  H.,  Schmiedefeld.   Das  Stammkapital  be- 
trägt jetzt  J6.  100000. 

Albin  Wagner,  Thermometer-  und  Glasinstrumentenfabrik  Sttttzer- 
bach,  Stützerbach  Pr.  A.   Inhaber  ist  Fabrikant  Albin  Wagner. 

Nitzsche  &  Co.,  Hart-  nnd  Drahtglasindustrie,  Arnsdorf.   Der  Sitz 
ist  nach  Schwarznauslitz  bei  Bautzen  verlegt  worden. 

Vereinigte  Spiegelfabriken  A.-G.,  Fürth.  Die  Kspitalserhöhung  um 
Jt  7  Mill.  Stamm-  und  Jt  0,6  Mill.  Vorzugsaktien  auf  M  26,5  Mill.  ist 
erfolgt. 

Cardinal  &  Müller,  Glas-,  Granit-  und  Metall  werke,  Magdeburg. 
Di«  Firma  lautet  jetzt :  „Cardinal  &  Müller,  Mitteldeutsche  Glas-,  Granit- 
und  Metall-Industrie". 

Spritzmetallisator,  A-G.,  Berlin-Neukölln  (Lahrstraße,  Ecke  Gleia- 
straße).  Gewerbliches  Metallisieren  und  Emaillieren  von  Gegenständen, 
sowie  Ausnutzung  von  diesbezüglichen  Patenten  und  sonstigen  Schutz- 
rechten. Grundkapital :  JI  25  MiU.  Vorstandsmitglieder  sind  Ing. 
Arthur  Edelhoff  und  Kaufmann  Dr.  Werner  Christ.  Den  ersten  Aufsichts- 
rat  bilden  Justizrat  Dr.  F.  W.  Erlinghagen,  Fabrikant  Dr.  H.  Usener, 
Generaldirektor  N.  Meurer. 

Junker  &  Ruh-Werke,  A.-G.,  Karlsruhe.  Die  Kapitalserhöhung  um 
JL  10  Mill.  Stammaktien  auf  M  20  Mill.  ist  durchgeführt.  Frau  Emilie 
Guhl  und  Frau  Anna  Ruh  wurden  in  den  Aufsichtsrat  gewählt. 

Kuppenheimer  Emaillierwerk  Fleiachmann  &  Co.,  Kuppenheim. 
Kaufmann  Wolf  Steuermann  ist  als  persönlich  haftender  Gesellschafter 
eingetreten. 

,  Arnold  Gebauer,  Glas-  und  Porzellanhandlung,  Köln.  Die  Firma 
ist  erlpschen.  Das  Geschäft  ist  auf  die  nachgenannte  G.  m.  b.  H.  über- 
gegangen. # 

Fragilia  Arnold  Gebauer,  G.  m.  b.  H.,  Cöln  (Bismarckstr.  70).  Handel 
mit  Glas  und  Erzeugnissen  der  keramischen  Industrie.  Stammkapital: 
M  1  Mill.  Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer  sind  die  Kauf- 
leute Arnold  Gebauer,  Walter  Engelberg,  Willi  Schlöndorn  und  Fritz 
Mangold. 

Elsa  Johannes,  Glas-Großhandlung  für  Industrie  und  Wissenschaft, 
Coburg.  Kaufmann  Fritz  Johannes  ist  als  persönlich  haftender  Gesell- 
schafter eingetreten.  Die  Firma  lautet  jetzt:  „Glasindustrie-Gesellschaft 
Elsa  Johannes  &  Co."  .  • 

Kunst  und  Keramik  Heinz  Heberer,  Darmstadt,  Inhaber  ist  Kauf- 
mann Heinz  Heberer. 

Geiß  &  Heimlich,  Gesellschaft  für  elektrischen  Bedarf,  Frankfurt  a.  M. 
Der  Geschäftsbetrieb  ist  mit  allen  Besitz-  und  Schuldteilen  auf  die  Firma 
Geiß  &  Heimlich,  G.  m.  b.  H,  übergegangen,  ftesohäftsftsführer  sind 
Wilhelm  Geiß,  Ernst  Heimlich  und  Georg  Kuappke. 

Greifswalder  Kittfabrik  und  FenBterglasgroßhandlung  Walter  Siewert, 
fireifswald.   Inhaber  ist  Glasermeister  Walter  Siewert. 

J.  Schaller,  Bilder-  und  Spiegelhandlang,  EinrahmungBgeschäft, 
Landau.   Nunmehriger  Inhaber  ist  Glasermeister  Karl  L.  Schaller. 

L.  Benedict,  Landau.  Lina  und  Amalie  Benedict  sind  als  persönlich 
haftende  Gesellschafter  eingetreten. 

Osnabrücker  Glasindustrie  Mufiweiler  &  Witte,  Osnabrück.  Die  Firma 
lautet  jetzt:  „Osnabrücker  Glasindustrie  Carl  Mußweiler".  Ludwig  Witte 
ist  ausgeschieden. 

Gesellschaft  für  feuerfeste  Rohstoffe  m.  b.  H.,  Essen  (bisher  Düsseldorf) 
Ausbeutung  von  Gruben  und  Verwertung  der  darin  vorkommenden  Materialen, 
vorwiegend  der  feuerfesten  Rohstoffe  und  Ausbeutung  einer  Grube  in 
Marienrachdorf.  Stammkapital:  Jt  20000.  Geschäftsführer  ist  Wilhelm 
Kleinebekel.  ,  _^ ■" ...  , 

Maschinenfabrik  vorm.  Georg  Dorst,  A-G.,  Oberlind.  Die  Kapitals- 
erhöhung um  Jt  1  Mill.  auf  Jt  2  Mill.  ist  erfolgt. 

SäohBische  Tonindustri«  und  Mineralmahlwerke  Hugo  Janetzky,  Dresden. 
Die  Firma  lautet  jetzt:  „Hugo  Janetzky". 

Prinzlich  Schönburg'sche  Glassandwerke,  G.  m.  b.  H.,  Guteborn.  Die 
Vertretungsbefugnis  des  Liquidators  ist  beendet,  die  Firma  erloschen. 


1029.  (65.  Jahrgang.? 


SPRECHSAAL-  COBURG. 


Fragekasten  des  Spreefasaal. 

Keramik. 

104.  Unser  Porzellan  (Gebrauchsgeschirr)  zeigt  nach  dem  Verlassen 
der  Schmelze  (Helzel- Muffel)  einen  intensiv  gelben  Anflug.  Auffallend  ist, 
daß  häufig  nur  ein  kleiner  Teil  die  gelbe  färbung  aufweist,  während  der 
größere  Teil  ein  und  desselben  Schmelzkorbeinsatzes  vollkommen  weiß  bleibt. 
Der  gelbe  Anflug  läßt  sich  mit  Säure  entfernen,  liegt  also  nur  ganz  leicht 
auf  der  Oberfläche  der  Qlatur.  Auf  den  Drucklack  kann  der  Uebelstand 
nicht  zurückgeführt  werden,  da  auch  gerändertes  Geschirr  gelb  wird  _  Der 
Dehler  tritt  nur  periodisch  auf.  Worauf  ist  die  geschüdtrte  Erscheinung 
zurückzuführen,  und  wie  ist  sie  zu  beseitigen? 

Erste  Antwort:  Der  seltsame  Fehler  scheint  von  der  Kohle  her- 
zurühren. Versnoben  Sie  doch  einmal  eine  andere  Marke  und  sehen  Sie, 
oh  die  Erscheinung  verschwindet.  Vielleicht  ist  die  Helzel-Mnffal  neu 
gebaut  oder  repariert  und  die  Schamottetone  enthalten  vielleicht  Vanadin- 
sänre,  die  sich  gewöhnlich  schon  an  den  rohen  Stsinen  durch  einen  gelben 
Ausschlag  bemerkbar  macht.  Es  ist  kaum  anzunehmen,  daß  ihre  Schamotte 
stäubt,  und  daß  der  Staub  dann  beim  niedrigen  Schmelzfeuer  nicht  auf 
die  Glasur  aufgebrannt  wird. 

Zweite  Antwort:  Nachdem  der  angeführte  Fehler  nur  bei  einem 
kleinen  Teil  Ihrer  verschiedenartig  dekorierten  Geschirre  und  dann  über- 
haupt nur  periodisch  auftritt,  so  liegt  die  Ursache  am  Brennmaterial  oder 
auch  an  der  Brennweise,  und  es  ist  auch  nicht  ausgeschlossen,  daß  der 
Fehler  dadurch  entsteht,  daß  die  Abgase  nicht  unbehindert  abziehen 
können.  Wenn  Brennmaterial  und  Brennweise  Schuld  sind,  so  ist  darauf 
zu  achten,  ob  der  Fehler  immer  nur  an  einer  Stelle  des  Einsatzes  der 
Schmelsmuffel  auftritt.  Dann  wäre  zu  untersuchen,  ob  die  Schmelze 
intakt  ist,  oder  ob  Risse  den  Eintritt  schädlicher  Kohlendämpfe  be- 
günstigen, der  dann  besonders  erfolgen  würde,  wenn  sehr  BtaTk  aufge- 
geben wird.  Iq  diesem  Falle  preßt  sich  der  plötzlich  stark  entwickelte 
Kauch  in  den  Zügen  zusammen  und  sucht  sich  naturgemäß  auch  einen 
Ausweg  durch  vorhandene  Risse  u.  dgl.  Eine  Ablagerung  auf  dem  Ein- 
satz der  Muffel  an  den  betr.  Stellen  ist  dann  unvermeidlich.  Wenn  der  Anflag 
jedoch  auf  das  ungenügende  Abziehen  der  Abdämpfe  vom  Einsatz  der 
Schmelze  zurückzuführen  ist,  so  muß  in  diesem  Falle  die  Türöffnung  der 
Schmelze  länger  als  bisher  offen  gehalten  werden,  d.  h.,  der  Einsatz  der 
Schmelze  muß  Beton  so  warm  geworden  eein,  daß  die  Abdämpfe  alle  ver- 
zogen sind,  bevor  der  Tttrvorsatz  angesetzt  wird. 

106.  Wnsere  Porzellanöfen  haben  einen  Fassungsraum  von  40  cbm 
Glattbrand  und  verbrauchen  bei  SK  13  etwa  14000  kg  Braunkohle  von 
4500  W.-E.  Dieses  Ergebnis  ist  im  Vergleiche  zu  dem  anderer  Fabriken 
recht  ungünstig.  Die  Schornsteine  haben  eine  Eöhe  von  13  m  und  einen 
Querschnitt  von  75^75  cm.  Wir  beabsichtigen,  vorgewärmte  Druckluft 
unseren  Rosten  zuzuführen,  um  den  Zug  zu  verstärken  und  die  Schernsteine 
warm  auszunützen.  Ist  diese  Lösung  eine  günstige  oder  gibt  es  andere 
Methoden,  um  den  Brennstoffverbrauch  in  unserem  Falle  herabzusetzen? ; 

Erste  Antwort:  Berechnen  Sie  doch  einmal  Ihren  Schornstein ;| 
sein  Flächeninhalt  muß  Vi«  sämtlicher  Rostflächen  betragen.  Für  einen| 
so  kleinen  Ofen  erscheint  ein  Querschnitt  von  75X75  cm  viel  zu  groß; j 
die  mir  bekannten  Oefen  gleicher  Größe  haben  nur  60X<50  cm.  Die* 
Schlotweite  wird  bei  allen  Ofenkonstruktionen  bestimmt  durch  die  Rost- 
flächenBumme  aller  Schüren,  deren  13.  Teil  jene  betragen  muß.  Wenn  Sie 
einen  sachgemäßen  Brenngang  haben  und  alle  Schüren  flammenarm  nieder- 
brennen, so  brauchen  Sie  wohl  etwas  mehr  Kohle,  aber  um  so  besser  ist 
auch  das  Brennergebnis.  Wenn  der  Schlot  16  m  hätte,  könnten  Sie  von 
der  8.  Schüre  an  das  doppelte  Quantum,  also  anstatt  %  Kästen  zu  42  Pfund 
deren  4  aufwerten,  bis  bei  SK  02  a  das  Ende  des  Vorfeuers  erreicht  ist. 
Sie  sparen  dadurch  viel  Kohle,  weil  Sie  etwa  6—8  Stunden  eher  aus- 
brennen würden.  Das  Treiben  des  Vorfeuers  schadet  nie,  wenn  richtig 
verglüht  wurde,  und  die  Erhitzung  des  Ofens  ist  eine  viel  intensivere. 
Ob  sich  aber  bei  einem  13-m-Schlot  das  Vorfeuer  treiben  läßt,  habe  ich 
noch  nicht  versucht;  geschieht  es,  so  müssen  die  Schüren  ganz  flammen- 
frei niederbrennen,  um  den  Rauch  abzuführen.  Versuchen  können  Sie  es 
auf  alle  Fälle  Der  Heizwert  Ihrer  Kohle  ist  nicht  abnormal ;  es  ist  aber 
möglich,  daß  Ihr  Schlot  zu  weit  ist,  und  dann  ist  der  Zug  zu  schwach. 
Vielleicht  können  Sie  im  Glühofen  die  Weite  etwas  korrigieren.  16  m 
hohe  SchlÖte  haben  bei  entsprechender  Weite  den  besten  Zug. 

Zweite  Antwort:  Ihr  außergewöhnlich  großer  Verbrauch  an 
Braunkohle  ist  in  erBter  Linie  darauf  zurückzuführen,  daß  dieses  Brenn- 
material für  den  Garbrand  bei  SK  13  nicht  ausreicht.  Zum  Vorfeuer  und 
beim  Uebergang  zom  Scharffeuer  kann  man  Braunkohle  verwenden,  zum 
Garbrand  jedoch  ist  eine  langflammige  Steinkohle  unbedingt  nötig.  Schon 
beim  Uebergang  znm  Schaifleuer  ist  es  angebracht,  die  Braunkohle  mit 
guter  Steinkohle  zu  vermischen,  wodurch  die  Steigerung  der  Hitze  schneller 
herbeigeführt  wird.  Von  der  Absicht,  vorgewärmte  Druckluft  den  Rosten 
zuzuführen,  um  den  Zug  zu  verstärken  und  die  Schornsteine  warm  aus- 
zunützen, würde  ich  abseben,  denn  alle  diese  künstlichen  Hilfsmittel  haben 
nicht  den  für  eine  geregelte  Fabrikation  gewünschten  Erfolg.  Ich  glaube 
mit  meiner  Vermutung  recht  zu  haben,  wenn  ich  annehme,  daß  der  Feuer- 
abzug durch  die  Bodenlöcher  nach  den  Bodenfüchsen  zu  zu  groß  ist,  und  daß 
Sie  das  Feuer  dort  mehr  drosseln  müsBen.  Dieses  geschieht  am  besten 
dadorch,  daß  man  die  Qutrschnittlöcher  in  den  Ansatzkapseln,  mit  denen 
die  Boden  ab  zugsiöcher  Ütersteüt  werden,  entsprechend  verkleinert.  Auf 
diese  Weise  hält  man  das  Feuer  mehr  im  Ofeninnern  und  die  durch 
eine  gute  Steinkohle  erhöhte  Wirkung  ist  intensiver,  sodaß  bei  kürzerer 
Brenndauer  und  geringerem  Kohlenverbrauch  die  Brennhöhe  von  SK  13 


leichter  erreicht  wird.  Im  übrigen  wäre  es  Sache  Ihrer  Ofenbaufinna,  daß 
sie  Ihre  Oefen  in  brauchbaren  Zustand  versetzt.  Die  Ofeubauer  sind 
beim  Bau  neuer  Brennöfen  immer  zu  verpflichten,  die  ersten  Glattbrände 
selbst  zu  leiten  und  bei  unnormalem  Kohlenverbrauch  oder  zu  langer  Brenn- 
dauer auf  eigene  Kosten  Abhilfe  zu  schaffen. 

107.  Wir  haben  eine  große  Grube  mit  hartem  Schiefer,  Wozu  könnte 
man  letzteren  verwenden? 

Antwort:  Nachdem  Sie  von  .einer  großen  Grube  sprechen, 
handelt  eB  Bich  bei  diesem  Vorkommen  wohl  um  einen  harten  Schieferton, 
der,  wein  gut  feuerfest,  für  Schamottematerial  verwendet  wird.  Sollte  es 
sich  jedoch  um  wirklichen  Schiefer  handeln,  so  lassen  sich  daraus  Platten, 
Schiefertafeln,  Griffel,  Formen  für  Zinngießereien  u  dgl.  herstellen. 


Glas. 

93.  Ich  will  meine  Glasfabrik,  in  der  ich  \Hohlglas  mit  zeitgemäßem 
Nutzen  herstelle,  verpachten,  weiß  aber  nicht,  welche  Pachtsumme  ich  fordern 
kann.    Wie  könnte  letztere  errechnet  werden? 

Antwort:  Es  ist  sehr  schwer,  Ihnen  aus  der  Ferne  und  ohne  jede 
Unterlage  eine  Norm  anzugeben,  wie  die  PachtBumme  berechnet  werden 
kann.  Zunächst  ist  eine  zeitentsprechende  Werttaxe  der  ganzen  Fabrik 
erforderlich.  An  der  Hand  dieser  Taxe  wird  dann  in  Verbindung  mit 
einem  angemessenen  Zinsfaß  die  Pachtsumme  ermittelt.  Schwieriger  wird 
sich  die  Festsetzung  der  Pacht-  oder  Entschädigungssumme  für  die  mit- 
überlassenen  Maschinen  und  Werkzeuge  ermitteln  lassen.  Ebenso  ist  auch 
ein  gewisser  Prozentsatz  für  Ueberlassung  dar  Kundschaft  zu  berücksich- 
tigen u.s.  f.  Mier aus  dürften  Sie  ersehen,  daß  sich  eine  für  beide  Teile 
gerechte  Pachtsumme  nur  nach  genauer  Prüfung  der  einschlägigen  Ver- 
hältnisse festsetzen  läßt.  Der  Verpächter  mnß  auch  berücksichtigen,  daß 
die  Heutige  Geschäftskon janktur  nicht  immer  so  bleiben  wird,  da  man 
weiter  bestrebt  ist,  der  Industrie  noch  allerlei  Lasten  aufzubürden. 


Verschiedenes. 

6  Wer  liefert  Füllmasse  für  einen  kleinen  Versuchsofen  für  flammen- 
lose Verbrennung?  !  ,' 

Antwort:  Die  gewünschte  Füllmasse  für  kleine  Veraucheöfen  für 
fllammenlose  Verbrennung  liefern  alle  auf  der  Höhe  stehenden  Schamotte- 
fabriken.  

lene  Fragen. 
Keramik. 

109.  Welche  Entstaubungsanlage  hat  sich  für  den  Kollergang  be- 
währt? 


Glao. 

101.  Welches  sind  die  besten  Auftreiböfchen  für  kleine  Fldkons?  Wie 
bewährt  sich  Bohöl  usw.  hierfür  ? 

102.  Wir  bitten  um  einige  Gemengesätze  für  BorosiKkatglas.  Das 
Glas  soll  zu  GlassiZben  von  etwa  5  mm  0  verarbeitet*  werden  und  mög- 
lichst hart  sein.  Die  Farbe  kann  halbweiß,  d.  h.  grünlich  und  ohne  Ent- 
färbungsmittelzusatz sein.  Sind  bei  diesem  Glas  nicht  auch  besondere 
Vorsichtsmaßregeln  beim  Schmelzen  und  beim  Verarbeiten  zu  beachten? 

— ~~r~r  ■>  

Briefkasten  der  Redaktion. 
S.  Gl.  Indr.,  Br.-Er.   Eine  Soda  mit  98/100  o/0  ist  naturgemäß 
besser  als  eine  solche  mit  90/92  %. 


Verband 

Deutscher  PorzeUangeschirrfabriken, 
G.  m.  b.  H.,  Berlin  W.  30. 
Tabelle 

für  Inhaber  von  Ladengeschäften  beini  Verkauf  von  Porzellan- 

geschirr. 
Gültig  ab  7.  Juli  1922. 
(Fortsetzung.) 


Kostet  l$=?Mk. 


811, — 
833, — 
854, — 
875  — 
897,— 
918,— 
939,— 
961,— 
982,— 
1003,— 


bis  832,— 

„  853,- 

n  874,- 

„  896,- 

»  917,- 

»  938, — 

„  »60,- 

„  981,- 

„  1002,- 

,  1024,- 


So  beträgt  der 
Aufschlag  auf 
den  Ladenpreis 

=  ?% 


290  % 
300  % 
310  o/o 
320  o/o 
330  o/o 
340% 
350  o/o 
360  o/0 
370  o/o 
380  o/0 


Kostet  l$  =  ?Mk. 


1025,— 

bi-ä 

1045, 

1046,^ 

%i 

1066, 

1067,— 

n 

1088, 

1089,— 

n 

110», 

1110, — 

n 

1130; 

1131, — 

» 

1152; 

1153  — 

n 

1173, 

1174,— 

n 

1194, 

1195,— 

n 

1215, 

1216,— 

n 

1237, 

So  beträgt  der 
Aufschlag  auf 
den  Ladenpreis 


390  o/o 
400% 
410  •/„ 
420  % 
430  % 
440  o/o 
450  o/o 
460  o/o 
470  o/0 
480  o/o 


Veröffentlichungen  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinker; 

Laut  Beschloß  des  Hauptausschusses  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik  werden  die  Gebühren  mit  Wirkung 
vom  5  Auaust  auf  6  pro  Mille  erhöht.  ... 

Bei  dieser  Gelegenheit  sei  darauf  hingewiesen,  daß  bei  der  Erhebung  der  Gebuhren  außerdem  noch  der  gesetzliche 
Pressebeitrag  in  Höhe  von  1  */,  pro  Mille  eingezogen  wird. 


I 


XXIV  —  Wr.  32 


B57 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (Ii.  Jahrgang.) 


An  unsere 


Wir  bitten  nach  Erledigung  der  Anzeige  verlangte  Licht- 
bilder sofort  zurücksenden  zu  wollen,  damit  ans  unnötige 
Rückfragen  erspart  bleiben. 

Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 


§  Die  Lichtbilder  | 
|  der  Bewerber  sind  § 
|  mit  der  vollstän-  | 
§  digen  Adresse  zu  § 
|      versehen.  | 

eacg)<gcg)GPCg>(gog)CP8g)0 


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sätzen und  Brennen  von  Oefen  mit  überschlagender  Flamme 
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englische  Kohle,  aber  hauptsächlich  Hol«,  verwendet. 
Deutsch  wird  von  Leitung  gesprochen.  Angeoote  mit  aus- 
führlichem Lebenslauf,  Lichtbild,  Gehaltsansprüchen  (in 
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I2B— 132,  Lissabon. Portugal.  [7ro 

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Tätigkeit,  Zeugnisabschriften,  Lichtbild,  Gehaltsansprüchen 
und  frühestem  Eintritt  sind  zu  richten  an  [778 

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nebst  Zeugnisabschriften,  Gehaltswünschen  und  frühestem  An] 
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mit  Bild,  Empfehlungen  und  Bedingungen  er- 
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an  die  Geschäftastelle  dea 
Sprechsaal. 


(56  Jahrgang.) 


Coburg,  den  17.  August  1922 


Nimmer  33 


Zeitschrift  für  big  Keramischen,  Blas-  unb  verwandten  lnbustrien 


; Prämiiert:  Brüssel  1888    Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Qoldene  Medaille 
i  Prämiiert :  Bugra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint   wöchentlich   einmal  Donnerstags 


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Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


„Deutsche  Erden", 
Jahresschau  deutscher  Arbeit. 

Von  Dr.  E.  0.  Rasser,  Dresden. 

(Nkchdruck  verboten.) 

I. 

|  Am  1.  Juni,  vormittags  ^12  Uhr  wurde  die  Ausstellung 
Keramik  und  Glas  im  großen  Saale  des  Dresdner  Ausstellungs- 
palastes eröffnet.  Wir  bemerkten  außer  den  Vertretern  des 
Reiches,  des  Landes,  der  Stadt  Dresden,  des  Landtages,  der 
Industrie,  des  Handels  und  der  Finanzwelt,  sowie  zahlreicher 
Aussteller,  Vertreter  auswärtiger,  besonders  südamerikanischer 
Regierungen. 

Diese  Jahresschau  ist  eine  dauernde  Folge  von  Ausstel- 
lungen industrieller  Höchstleistungen  aus  alljährlich  wechseln- 
den Produktionszweigen.  Sie  ist  nicht  exklusiv  kunstgewerb- 
lich gedacht,  sondern  will  nur  Erzeugnisse  ausstellen,  wie  sie 
die  deutsche  Industrie  fabrikationsmäßig  und  zum  handels- 
gemäßen Verkaufe  erzeugt,  also  in  jener  charakteristischen 
Vereinigung  von  kaufmännischem  Triebe  und  Streben  nach 
hoher  Wertleistung.  ' 

„Deutsche  Erden"  steht  dieses  Jahr  über  dem  Tore !  Alles, 
was  aus  Erde  geformt  und  aus  Glas  geblasen  wird,  wird  in 
seinen  Höchstleistungen  gezeigt.  Reinheit  des  Stoffes,  Schön- 
heit der  Formen,  hohe  Arbeitsgüte  und  beste  Zweckmäßigkeit 
vereinigen  sich  in  ihnen,  ein  Symbol  gleichsam  aller  deutschen 
Arbeit  im  Dienste  unseres  Vaterlandes. 

Ein  kurzer  Rundgang  soll  auf  das  Wichtigste,  was  die 
Ausstellung  bietet,  aufmerksam  machen. 

Beim  Eintritt  durch  den  Haupteingang  (an  der  Stübel-AUee) 
gelangt  man  zuerst  in  die  Kuppelhalle. 

In  der  Mitte  der  Kuppelhalle  stehen  sechs  Glasschränke 
der  Porzellanfabrik  Fraureuth,  A.-G.,  wie  überhaupt  wohl  den 
größten  Raum  die  Porzellane  einnehmen. 

Fünf  Schränke  enthalten  seine  Erzeugnisse  der  Porzellan- 
malerei, die  die  1865  vom  Kammerherrn  von  Römer  gegrün- 
dete Fabrik  1918  in  Dresden  eingerichtet  hat.  Der  sechste 
bietet  etwas  Besonderes:  nämlich  in  14  Figuren  die  Entwick- 
lung der  Modetrachten  von  1400  bis  1922.  Mit  Burgund  be- 
ginnt die  Reihe,  mit  einer  Berliner  Foxtrott-Gruppe  endet  sie. 
Genaueste  Durchführung  bis  in  alle  Einzelheiten  zeichnet  die 
reizvollen  Trachtenfiguren  aus.  (In  dem  Hauptraum  von  Frau- 
reuth treffen  wir  dieselben  noch  einmal  in  farbiger  Ausführung.) 

Gehen  wir  von  hier  aus  nach  rechts,  so  kommen  wir  durch 
einen  kleineren  Raum  in  eine  größere  Halle,  die  durch  ihre 
architektonisch  geschmackvolle  Ausgestaltung  vorteilhaft  auf- 


fällt, ein  Werk  des  Dresdner  Architekten  Dr.  Ing.  Otto  Schubert 
Das  Hauptmotiv  der  vorderen  Abteilung  ist  in  Spiegelpfeilern 
gegeben,  über  denen  sich  ein  hellgelbes  Zelt  wölbt.  Auf  grün- 
lichgelben Postamenten  und  Wandtischen  stehen  auserlesene 
Stücke  der  Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  &  Co.,  A.-G.,  Selb  in 
Bayern.  Die  zweite  Abteilung  dieses  Gesamtraumes  enthält 
einen  offenen  Mittelraum,  dessen  Zeltüberspannung  von  pfeiler- 
artigen quadratischen  Vitrinen  getragen  wird.  Roter  Rupfen, 
graue  Wände  und  blauer  Samt  geben  einen  geeigneten  Hinter- 
grund, auf  dem  die  zahlreichen  kostbaren  Porzellane  der  Frau- 
reuth-A.-G.  trefflich  zur  Geltung  kommen. 

Gegenüber  dem  Aufbau  der  letzteren  Fabrik  öffnet  sich, 
nach  links  führend,  eine  Tür,  die  zu  dem  Sonderbau  eines 
Porzellankonzerns  führt,  den  folgende  Firmen  führen:  Aelteste 
Volkstedter  Porzellanfabrik  A.-G.,  Porzellanfabrik  C  M.  Hutschen- 
reuther,  A.-G.,  und  Porzellanfabrik  C.  Tieisch  &  Co.,  A-G. 

Der  gesamte  Bau,  sowohl  baulich  wie  auch  räumlich,  ist 
ein  Werk  des  Architekten  Gastav  Partz  in  Blankenburg,  der 
hier  Dinge  geschaffen  hat,  die  ohne  Zweifel  eines  der  Glanz- 
stücke bilden  werden. 

Die  Mitte  des  Raumes  nimmt  ein  Brunnen  aus  Porzellan 
ein,  unterkellert  und  von  innen  erleuchtet,  ein  keramisches 
Kunststück  der  Aeltesten  Volkstedter.  Der  fensterlose  Raum 
wird  künstlich  erleuchtet:  Porzellan,  Wasser  und  elektrisches 
Licht  wirken  zu  eigenartiger  Wirkung  zusammen.  Rings  um 
die  Rotunde  zieht  sich  eine  Reihe  bühnenartiger  Oeffnun- 
gen,  in  denen  die  von  den  beteiligten  Firmen  ausgestellten 
Stücke  ebenfalls  in  künstlerischer  Beleuchtung  stehen.  Der 
Bau  dieser  und  ähnlicher  effektvoller  Räume  der  Jahresschau 
hat  Millionen  an  Arbeitskräften  gekostet. 

Wir  gehen  zurück  und  kommen  in .  den  Raum  der  Por- 
zellanfabriken Weiden,  Hermsdorf,  S.-A.,  Freiberg  i.  Sa., 
H.  Schomburg  &  Söhne,  Margarethenhütte  bei  Bautzen,  Kera- 
mag  (Keramisches  Werk  Bonn  a.  Rhein).  Hier  ist  die  Ge- 
brauchskeramik zu  Hause :  Klosetts,  Waschtische,  Deltaglocken 
für  elektrische  Hochspannung,  Hängeglocken  für  bis  5060  und 
mehr  Volt  Spannung,  Isolatoren  der  verschiedensten  Gestalt 
für  die  verschiedensten  Länder  der  Welt,  wie  überhaupt  diese 
Erzeugnisse  vermöge  des  vorzüglichen  Stoffes  und  der  ge- 
diegenen Herstellung  von  der  ganzen  Welt  begehrt  werden. 

In  prächtiger  Weise  hat  der  Münchner  Architekt  Prof. 
Karl  Bertsch  den  nun  folgenden  großen  Eckraum  für  die  Ge- 
samtausstellung   der  Forschungsgesellschaft  vereinigter  Por- 
I   zellanfabriken  m.  b.  H.  (Struppkonzern,  Meiningen)  neu  ge- 
staltet.    Die  Deutschen  Werkstätten  in  Helbrau  haben  ihn 
I  ausgeführt.     Während  die  Wände  und  Wandtische  in  ver- 


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SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO.  19M.  (W.  Jahrgang.)  i 


schieden  abgestuftem  Blau  gehalten  sind,  erhebt  sich  in  der 
Mitte  ein  hoher  achteckiger  Pavillon  mit  vier  Eingängen  lastig 
blau  in  blau  gemalt.  In  ihm  bat  Lorenz  Hutschenreuther  A.-G,, 
Selb  i.  B.  seine  hochwertige  Ware  ausgestellt. 

Die  Porzellanfabrik  Kahla  zeigt  ihre  entsprechende  Stapel- 
ware in  Gebrauchsgeschirr.  Bei  A.  und  E.  Müller,  A.-G.,  Schön-  ' 
wald  in  Oberfranken  sehen  wir  neben  Tafelgeschirr  große  Zier- 
stücke: einen  Truthahn,  einen  Papagei,  Vasen,  elektrische 
Lampen  usw.  Die  A.-G.  Porzellanfabrik  Weiden  Gebr.  Bauscher 
zeigt  ihr  Hotelgeschirr,  das  diese  Weltfirma  nach  St.  Moritz, 
London,  Paris,  Kairo,  Chicago,  New- York,  Südamerika  usw.  nach  i 
wie  vor  dem  Kriege  liefert.  Dasselbe  gilt  von  dem  hochfeuer- 
fester Porzellankoch-  und  Backgeschirr  Luzifer. 

Von  hier  aus  wendet  man  sich  nach  links  und  gelangt  in 
eine  andere  Halle,  hergerichtet  von  Architekt  Willy  Müller, 
Leipzig,  wo  der  Verband  deutscher  Luxusporzellanfabriken 
G.  m.  b.  H,  Weimar,  in  einzelne  Sonderabteilungen  gegliedert, 
ausgestellt  hat.  Von  den  mehr  als  100  Fabriken,  die  der' 
Verband  umfaßt,  haben  sich  für  Dresden  sechs  zu  einer  gemein- 
samen Ausstellung  zusammengetan.  Sechs  Kojen  nehmen 
aneinandergereiht  die  Mitte  der  langen  Halle  ein,  an  der  ent- 
lang links  und  rechts  je  ein  Gang  für  die  Beschauer  ein- 
gerichtet ist. 

Die  Aussteller  sind:  die  von  Schierholz'sche  Porzellan- 
manufaktur Plaue  (Thüringen),  Gebrüder  Heubach,  A.-G.,  Lichte 
bei  Wallendorf,  Sitzendorfer  Porzellanfabrik  Alfred  Voigt, 
Sitzendorf  in  Thüringen,  Sächsische  Porzellanfabrik  Carl  Thieme, 
Potschappel  bei  Dresden,  Fürstenberger  Porzellanmanufaktur, 
Fürstenberg,  Weser. 

Hier  gefällt  uns  sicherlieh  die  Gesamtanordnung,  wenn 
auch  die  einzelnen  Kojen  nicht  alle  mit  gleichem  Glück  und 
gleichem  Geschick  ausgestattet  sind.  So  wirkt  das  dunkelblaue 
Zimmer  recht  gewaltsam  —  gegenüber  dem  Porzellan.  Die 
nichts  tragenden  ägyptischen  Säulen  sind  eine  unglückliche 
Erfindung.  Aber  sehr  erfreulich  wirkt  am  Ende  des  Ganges 
4er  Wandbrunnen,  der  vor  einem  Spiegel  angebracht  ist,  mit 
seinen  lebendigen  Pflanzen.  Auch  das  Fürstenberger  Bieder- 
meierzimmerchen mit  seinem  Schreibtisch,  der  zugleich  Glas- 
schränkchen  ist,  dürfte  viele  Liebhaber  finden. 

Der  nächste  Raum,  die  Eckhalle,  gehört  den  drei  staat- 
lichen Porzellanmanufakturen  Meißen,  Berlin  und  Nymphenburg. 
Die  Gesamtleitung  dieser  Ausstellung  hatte  Direktor  Pfeiffer, 
Leiter  der  staatlichen  Porzellanmanufaktur  Meißen,  übernommen, 
die  Architektur  Architekt  Willy  Meyer,  Dresden.  Die  roten 
Wandflächen,  die  durch  graue  Schäfte  abgeteilt  sind,  schmücken 
herrliche  Wandteppiche  von  Wanda  Bibrowicz  und  Professor 
Wislicenus  in  Pillnitz. 

Meißen,  das  die  Hälfte  des  ganzen  Raumes  einnimmt,  hat 
ganz  besonders  glanzvoll  ausgestellt  —  Altes  und  Neues.    Alt  - 
ist  z.  B.  die  wieder  hervorgesuchte  barocke  Gruppe  der  Madonna 
mit  dem  anbetenden  Papst  und  dem  Engel  mit  den  Leidens- 
werkzeugen Christi;  nach  den  alten  Kändlerschen  Modellen  sind 
auch  die  herrlichen  großen  Vögel  in  weißem  Porzellan  her- 
gestellt.    Wetter  sieht  man  zum  erstenmal  wieder  ein  Stück  j 
des  berühmten  Brühl'schen  Schwanenservices,  eine  Terrine,  die  | 
nach  dem  Vorbild  aus  Graf  Brühl'schem  Besitz  im  Dresdner 
Kunstgewerbemuseum  hergestellt  ist.     Das  Originalstück  ist 
übrigens  nicht  von  Kändler,  sondern,  wie  schon  der  Gesichts- 
typus der  weiblichen  Figur  ausweist,  von  Eberlein.    Aus  dem 
Vorrat  an  allen  Modellen  stammt  auch  das  neu  und  besser  als  1 
bisher  staffierte  Reiterstandbild  August  III.    Unter  den  neuen 
Stücken  der  Manufaktur  nimmt  den  ersten  Rang  der  Tafel-  1 
aufsatz  „Reinecke  Fuchs"  von  dem  Bildhauer  Esser  ein,  von 
dem  jetzt  allerdings  noch  einige  Stücke  fehlen.  Von  demselben 
Künstler  stammt  auch  die  Eule  und  die  trefflich  bemalte  | 
Mandarinenente,  von  dem  Weimarer  Gerhard  Marx  die  eigen- 
artigen Leuchterreiter  in  steinhartem  rotem  geglättetem  Porzellan, 
von  Scheurig  die  Tänzerinnen  des  russischen  Ballets,  der  Hirte 
Paris,  der  Geck  und  die  Biedermeierdame,  von  Richard  Lange 
eine  liegende  Dame  —  alles  erlesene  Stücke  modernen  Kunst- 
schaffens.   Ueberaus  kostbare  Stücke  sind  dann  die  vier  Schalen 
mit  chinesischen  Bildern,  die  nach  einem  alten  chinesischen 
Bilderbuche  der  Berliner  Sammlung  Wegener  gemalt  sind. 

U",°'e^ucÜ  NymphenWrg'^hal','Älte8  und  Neues  sehr  wirksam 
zur  Ausstellung  gebracht.  Da  sieht  man  beispielsweise  die 
fünf  typischen  Figuren  der  italienischen  Komödie  von  dem 
ältenten  berühmten  Künstler  der  Manufaktur  Franz  Bastelli, 
besonders  schön  in  feinster  Bemalung  die  Columbine;  dann  von 
Dominikas  Aulicze  sechs  von  seinen  berühmten  zehn  Göttern: 
Bacchus,  Ceres,  Vulkan,  Minerva,  Mars  und  Venus,  die  trotz 
ihrer  stark  bewegten  barocken  Gestalt''  au«  dem  Jähre  1770 
stammen.  Um  1800  entstand  die  Pangruppe,  von  dem  Belgier 
Mine  der  Hund  und  die  Ziegengrappe.  Unter  den  neaeren 
Erzeugnissen  Nymphenburgs  sind  Glanzstücke  der  Silberfasan 
und  die  Ära  von  Theodor  Kerner. 


iioo  Bas  Nymphenburger  Scharffeuerrot  (Karmin)  zeigt  der 
Gimpel.    Zum  erstenmal  gezeigt  wird  die  Indianerin  und  der 
indische  Philosoph  mit  der  Gazelle  von  Wackerle.   Zum  ersten- 
mal Wieder  wurde  auch  die  nette  Gruppe  „der  Jager  aus 
Karpfalz,"  von  der  nur  zwei  alte  Stücke  bekannt  sind,  ange-  f 
fertigt.    Sie  entstammt  der  pfälzischen  Manufaktur  Frankenihal,  ' 
die  1799  mit  Nymphenburg  vereinigt  wurde.    Auch  treffliche  ' 
Tafelservice  hat  Nymphenburg  ausgestellt. 

Die  Berliner  Manufaktur  zeigt  ihre  neuen  Werke  vonj  f 
Schenrig,  Hubatsch,  Röbrigt,  Flath  u.  a.,  auch  zwei  alte  : 
Johannes-Figuren  aus  der  Barockzeit,  die  Tafelservice  vom] 
alten  Fritz,  darunter  das  köstliche  Service  Neues  Palais  mit 
durchbrochenem  Rand  und  Golddekor,  sowie  das  Berliner! 
Stadtschloß-Service  mit  trefflicher  Blumenmalerei,  Figuren  von 
Adolph  Amberg  (Braut  und  Bräutigam  zu  Pferde)  u.  a. 

Der  nächste  Raum  ist  der  Epiag,  Erste  (böhmische) 
Porzellan-Industrie,  A.-G.  in  Karlsbad,  überlassen.  Er  ist  mil 
feinem  Geschmack,  ohne  jede  Ueberladung  und  mit  auserlesenen 
Erzeughissen  keramischer  Kleinkunst  ausgestattet/  Da  sieht 
man  Kaffeeservice,  Teller,  Vasen,  Dosen  usw:'  in  Altwiener 
Geschmack,  mit  gelaufene*  Glasuren,  die  sich  statt  nach  unten 
nach  oben  entwickeln,  mit  Bänderung  und  Wolken  in  be- 
sonderen Scharffeuerfarben,  wie  Ocker  und  sogar  in  Schwarz, 
Silber,  Gold,  Platin  sind  zum  Dekor  verwendet,  Pate  sur  päte. 
Reliefgold  usw.  Alles  in  feinster,  sauberster  Ausführung  und 
geschmackvollen  Mustern. 

In  der  folgenden  langen  Halle,  die  Architekt  Gustav 
Lüdecke'  hergerichtet  hat,  sieht  man  vielerlei  Gebrauchsge- 
schirr, keramische  Waren,  wie  man  sie  in  Spezialläden  findet 

Die  Firma  Reinhard  Merkelbach  (Grenzhausen)  versetzt 
ins  Nassauer  Kannenbäckerland,  wo  von  alters  her  Steingut- 
ware aller  Art  hergestellt  wird,  die  weithin  nach  Deutschland 
und  ins  Ausland  geht:  Krüge,  Seidel,  Terrinen,  Bowlen  in 
grauem  und  braunem  Ton  mit  blauem  Reliefschmuck  sind  die 
Haupterzeugnisse,  die  wir  hier  sehen. 

Vor  stark  expressionistischen  plastischen  Werken  einei 
anderen  Firma  steht  hier  eine  Vitrine  des  Dresdner  Juweliers 
Th.  Heinze,  die  mit  fein  in  Gold  und  Silber  montierten  Stücken 
Meißner  Porzellans  —  Aschenbecher,  Schalen,  Mokkatassen  — 
ausgestattet  ist;  eine  Standlampe  mit  einer  fein  modellierten 
weiblichen.  Gestalt  als  Trägerin  ist  ein  besonderes  Stück  dieses 
vornehmen  Gesamtleistung. 

Es  folgen  zwei  Ausstellungsstücke,  die  den  Namen  dei 
Ausstellung  „Deutsche  Erden"  besonders  zum  Ausdruck  bringen 
Ein  hübsches  Panorama,  teils  plastisch,  teils  gemalt,  veran- 
schaulicht die  Vereinigten  Hohenbockaer  Glassandgruben  vor 
M.  Weichelt  &  Co.  Im  Jahre  1873  wurde  das  bedeutsame 
Lager  dieses  Glasandes,  der  99,98  °/0  reine  Kieselsäure  enthält 
entdeckt.  Seitdem  hat  sich  das  umfängliche  Unternehmen  ent 
1  wickelt,  das  so  zahlreiche  Glashütten  in  Deutschland  und  in 
'Auslände  mit  seinem  hochwertigen  Rohmaterial,  dem  Quarz 
mehl,  versorgt.  Das  Panorama  zeigt  den  Ort  Hohenbocka  be 
Senftenberg  mit  dem  beherrschenden  Koschenberg  (230  m),  in 
Vordergrunde  die  Sandgruben  im  Betrieb,  dazu  die  Siedl«ngs< 
häuser,  die  Sandwäsche  usw. 

^Das  andere  Unternehmen,  das  „Deutsche  Erden"  zeigt 
ist  Pretzschner  und  Fritzsching  (Dresden),  Erzbergwerke 
Chemische  Werke,  Mahlwerke.  Schöne,  große  Probestücki 
Schwerspat  und  Flußspat  stehen  neben  Proben  von  zube- 
reitetem Braunstein,  Manganerz  usw. 

Weiter  sind  hervorzuheben  die  Bürgeler  Tonwaren,  die  in 
Dresden  besonders  bekannt  sind,  seitdem  von  hier  aus  die  Be 
wegung  ging,  die  Gebrauchsware  für  Küche  und  Haus  durcl 
die  Volkskunst  zu  veredeln. 

Die  Bürgeler  Kunstkeramischen  Werkstätten  Carl  Fischei 
in  Bürgel  zeigen,  auf  welchem  Stande  sich  jetzt  die  Bürgelei 
Töpferei  befindet.        .»«  mttf 

Die  Reihe  der  Aussteller  setzt  sich  jenseits  des  großer 
Saales  in  derselben  Weise  fort.  Im  Vorraum  stehen  Meißnej 
Oefen  der  Werkstätte  für  Ofenbau  Curt  Heinze,  Dresden  16 
besonders  bemerkenswert  ist  die  Anlage,  die  es  ermöglicht 
mit  einer  Heizstelle  drei  Zimmer  zugleich  zu  heizen. 

Besonders  beachtenswert  ist  sodann  die  Abteilung  def 
hervorragenden  Frohburger  Bildhauers  und  Keramikers  Kur 
Feuerriegel,  der,  Wie  bekannt,  ^ftüs  "Vier  Schule  Carl  Groß  dei 
Dresdner  Kunstgewerbe-Akademie  hervorgegangen  ist.  Jedei 
Stück,  das  hier  steht,  ist  nur*  einmal  vorhanden,  wie  es  aus  dei 
Hand  des  Künstlers  und  "aus  dem  Brennofen  hervorgeganger 
ist.  Form  und  Farbe  gehen  in  seinen  "Schöpfungen  treffliel 
zusammen.  Dia  sind  lustige  menschlich«  Gestalten,  wie  dei 
"Schüsiferjuirge  tind  die  Ballonfrau,  stilgerecht  modelliert« 
Tiere,  wie  Hirnch  Mttnd  Kalb,  ferner  Schmuckteller,  Vasen 
Kannen,  Krüge  mit  plastischen  Oramenten,  eigenartige  Leuchter 
kleine  Modelle  zu  Oefen  usw.  Das  Modell  zu  einem  keramische! 
Brunnen  für  die  Stadt  Kohren  mit  der  Topffrau  obenauf  zeigt 


1922»   (65.  Jahrgang.) 


SPRECHSAÄ^COBURO. 


Mr.  83  —  869 


in  wie  ansprechender  Weise  das  bodenständige  Handwerk  dort 
volkstümlich  verherrlicht  werden  soll.  '  :  _  _ 

Weiter  marschiert  die  ganze  Oberlausitzer  Töpferei  .^n 
zahlreichen  Abteilungen  auf.  Wir  sehen  die  glanzvolle  braun? 
Glasur  von  Bunzlau,  Vasen  mit  eingepreßten  Linienornamenten 
der  deutschen  Tonwarenfabrik,  Dommitzsch  a.  d.  Elbe,  säphsi- 
sches  Bauerngescbirr  von  Johann  Hauffe,  Elstra  i.  tßa.j  ein- 
farbige Vasen  in  Gelb,  Blau,  Grün,  Rosa  und  reinen  Formender 
Fürth-Adolf-Werkstätten  in  Bückeburg,  Farben  und  Glasuren 
der  Chemisch-keramischen  Fabrik  Reimbold  &  Strick,  Köln- 
Kalk,  ebenso  von  der  Keramisch-chemischen  Fabrik  Dr.  Julius 
Bidtel,  Meißen,  hier  auch  in  trefflicher  Anwendung  auf  Tellern 
usw.,  allerlei  Werkstücke  für  Ofen  und  »Herde  von  den  Rade- 
burger Ton-  und  Schamottewerken  F.  L.  Strack  &  Co.,  Rade- 
burg i.  Sa.  usw.  Weiter  interessiert  uns  ein  von  Margarete 
Heil  (Bautzen)  entworfener,  handgemalter  und  modellierter  Ofen 
mit  Kuppel;  die  Hauptbilder  erzähjen  die  Geschichte  des  Sün- 
denfalles nebst  der  Vertreibung  aus  dem  Paradiese. 

Die  Keramischen  Werke  Ufer  &  Co.  (Königsbrück-Ost) 
stellen  wirkungsvoll  9te\b  auf  ..Grün  ihr  hochfeuerfestes  Ton- 
kochgeschirr, Marke  Feuerprobe,  aus. 

Bei  Johannes  Reh,  Kamenz,,  sehen  wir  u.  a.  eine  neue  Art 
freigedrehte,  graue,  wasserdichte  Vasen  und  Töpfe.  Daneben 
steht  eine  Wohnküche  mit  einem  Zierschrank,  der  zugleich 
Geschirr  aufzunehmen  vermag,  entworfen  vom  Architekten 
Lüdecke  (Hellerau).  c  > 

Die  große  Eckhalle,  die  sich  anschließt,  enthält  die  Aus- 
stellung einer  Gruppe  Meißner  Kachelofen-  und  Porzellan- 
fabriken und  ist  in  eigenartiger,  bizarrer  Weise  von  Architekt 
Bernhard  Weyrather  ausgestaltet  worden.  Wenn  man  ihm 
auch  nicht  gerade  ruhige  Sachlichkeit  nachsagen  kann,  so  ge- 
hört der  Raum  doch  zu  den  Sehenswürdigkeiten  der  Ausstellung. 
Zum  Teil  nehmen  auch  die  ausgestellten  Gegenstände  an  dem 
grotesken  Stil  des  Gesamtausbaues  teil.  Daneben  stehen 
wiederum  ausgezeichnete  Erzeugnisse  der  Meißner  Ofenindustrie. 
Die  Blickachse  geht  auf  einen  sehr  hübschen  blau  und  weißen 
Majolika-Brunnen.  , 

Der  nächste  Raum,  nach  links  anschließend,  architektonisch 
aufgebaut  vom  Architekten  Professor  Max  Hans  Kühne,  enthält 
ausschließlich  Steingut,  und  zwar  ausgestellt  von  einer  Sender- 
gruppe des  Verbandes  deutscher  Steingutfabriken..  «, 

Die  Gesamtraumwirkung  ist  großartig;  durch  freistehende 
weiße  Pfeiler  sind  einzelne  offene  Kojen  geschaffen.  Die  Haupt- 
ausstellerin  ist  die  Firma  Villeroy  &  Boch,  die  aus  ihren  zahl- 
reichen Fabriken  vielerlei  Proben  ihrer  mannigfaltigen  Erzeug- 
nisse zusammengestellt  hat. 

Außerdem  sehen  wir  vielerlei  Gebrauchs-  und  Ziergerät 
aus  den  Steingutfabriken  zu  Wächtersbach,  Annaburg,  Elster- 
werda,  Rodach,  Colditz  A.-G.,  Sörnewitz,  Bonn,  Vordamm  und 
Velten.  Gutes  und  weniger  Gutes  geht  hier  bunt  durcheinander ! 

Außerhalb  der  Hallen,  im  Park,  findet  sich  ein  Pavillon  der 
Firma  Aelteste  Volkstedter  Porzellan fabrik  A.-G.,  erbaut  von 
Prof.  Hans  Pölzig,  der  darin  seine  eigenen  Arbeiten  zeigen 
wird.  Pölzigs  Werkstatt  entstammt  auch  der  Brunnen  auf  der 
nach  der  Lennetraße  gelegenen  Parkseite.  Er  wird  ausgeführt 
von  der  Großherzogl.  Majolikamanufaktur  G.  m.  b.  H,  Karls- 
ruhe, Baden. 

Das  wäre  in  kurzen  Zügen  wenigstens  ein  Ueberblick  über 
diese  „Schaustätte  geruhiger  Betrachtung",  wie  sie  Direktor 
Brehmer  in  seiner  Einführungsrede  nannte. 

Hunderte  von  fleißigen  Männern  haben  an  dieser  Sinfonie 
der  Arbeit  geschaffen.  Wir  sehen  überall,  was  uns  zur  An- 
Annehmlichkeit des  Lebens  auf  allen  Gebieten  mit  hilft,  ob  wir 
im  Haus  sind,  in  Heilstätten,  ob  wir  in  öffentlichen  Lokalen 
weilen  oder  in  den  Straßen  der  Stadt  lustwandeln.  Wir  er- 
kennen überall  die  Werke  der  Keramik  und  Glasindustrie,  die 
allein  im  Deutschen  Reiche  über  1000  Betriebe  mit  über 
100  000  Arbeitern  und  Arbeiterinnen  beschäftigt,  die  alle  ver- 
suchen, ihr  Wissen  und  Können  zu  vereinbaren  mit  den  Er- 
rungenschaften der  Volkswirtschaft,  der  Technik  und  der  Chemie ! 

(Schluß  folgt) 


Reparationen  und  Glasindustrie. 

(Nachdruck  veiboten.) 

VlVH-       .-•  t    Sier/ftdtH  :>,£    —  -,  -: 

L},  Aus  dem  Nebelmeer  der  internationalen  Politik  treten 
langsam  aber  immer  deutlicher  die  Konturen  einer  Wirtschafts- 
politik hervor,  die  versucht,  die  Zusammenhänge  der  inter- 
nationalen Volkswirtschaft  erkennen  zu  lassen.  Dabei  spielen 
die  deutschen  Reparationsverpflichtungen  die  ausschlaggebende 
Rolle.  Denn  you  Ihnen  hängt,  wie  mau  nach  und  nach  in 
allen  Ländern,  außer  in  Frankreich,  einsieht,  nicht  nur  das 
Schicksal  Deutschlands  ab,  sondern  das  Schicksal  Europas. 
Schon  die  ersten  Zahlungen,  die  Deutschland  auf  die  132  Mil- 
liarden Goldmark,  die  ihm  als  Kriegsentschädigung  auferlegt 
wurden,  geleistet  hat,  haben  zur  Folge  gehabt,  daß  die  Mark 


weiter  gesunken  und  der  Wettbewerb  Deutschlands  dem  Aus- 
land noch  fühlbarer  gemacht  wurde. 

Um  nun  die  Versailler  Verpflichtungen  zu  mildern,  und 
auch  die  im  Wiesbadener  Abkommen  vorgesehenen  Sach- 
leistungen nach  Möglichkeit  abzugrenzen,  soll  ein  neues  System 
eingeführt  werden.  Man  hat  eingesehen,  daß  die  bloße  Um- 
wandlung der  Goldzahlungen  in  Sachleistungen  für  Deutschland 
außerordentlich  ungünstig  ist  und  nur  Frankreich  Vorteile 
bringen  würde.  Frankreich  hat  sich  in  dem  Wiesbadener  Ab- 
kommen nicht  auf  einen  Mindestbetrag  für  Warenbestellungen 
in  Deutschland  festgelegt,  sondern  sich  freie  Hand  vorbehalten, 
so  daß  als  Resultat  des  Wiesbadener  Abkomme«*  neben  den 
Zwangsleistungen  noch  freiwillige  Vorleistungen  für  Deutsch- 
land entstanden  sind,  ohne  daß  man  sich  jedoch  für  die  Sach- 
leistungen auf  eine  Anerkennung  verständigt  hat. 

Dadurch  entsteht  für  einzelne  Zweige  .  der  deutschen 
Industrie  eine  schwere  Gefahr.  Zu  denjenigen  Industrie-  und 
Handelszweigen,  die  dabei  mitbetroffen  werden,  gehört  auch  die 
Glasindustrie.  Deutsche  Glaswaren,  insbesondere  Flachglas, 
das  für  Wiederaufbauarbeiten  in  umfangreichem  Maße  in 
Betracht  kommen  kann,  könnten  in  so  großen  Mengen  ange- 
fordert werden,  daß  der  deutschen  Industrie  wertvolle  Möglich- 
keiten der  Ausfuhr  und  damit  der  Devisenbeschaffung  verloren 
gehen. 

Aber  auch  noch  nach  anderer  Richtung  hin  sind  die  Re- 
parationen von  weitgehendem  Einfluß.  Das  zeigt  sich  beson- 
ders bei  den  Kohlenlieferungen,  die  an  die  Entente  zu  bewerk- 
stelligen sind.  Wenn  nun  Deutschland,  das  schon  wichtige 
Gebiete  seiner  Kehlenversorgung  durch  den  Friedensvertrag 
verloren  hat,  erhebliche  Mengen  Kohlen  zu  einem  verhält- 
nismäßig niedrigen  Preise  an  die  Entente  liefern  muß,  so 
gehen  diese  Kohlenmengen  natürlich  der  deutschen  Industrie 
verloren.  Nun  ist  aber  kaum  eine  andere  Industrie  in  so 
umfangreichem  Maße  auf  Kohlen  angewiesen,  wie  die  Glas- 
industrie, bei  der  die  Kohlen  den  wichtigsten  Teil  der  Produk- 
tionskosten ausmachen.  Der  Kohlenmangel  hat  bereits  zu 
erheblichen  Einschränkungen  und  Stillegungen  von  Betrieben 
in  der  Glasindustrie  geführt.  Dabei  hat  sich  aber  andererseits 
die  Ausfuhr  von  Glas  durch  die  Verpflichtungen,  die  im 
Friedensvertrag  von  Versailles  festgesetzt  worden  sind,  gehoben. 
So  werden  z.  B.  große  Mengen  von  deutschem  Tafelglas  nach 
Italien  geliefert,  während  im  Inlande  das  Glas  immer  knapper 
und  teurer  wurde.  Eine  Folge  der  Reparatipnsyerpflichtungen 
ist  es,  daß  jetzt  der  größte  Teil  der  deutschen  Glasproduktion 
nach  dem  Auslande  versandt  wird,  während  in  Deutschland 
selbst  die  Glasnot  in  allen  Arten  von  Flachglas  ganz  erschrek- 
kende  Formen  annimmt.  Angesehene  Handelsfirmen  sind 
gezwungen,  um  ihren  Bedarf  zu  decken  und  den  Verkauf 
nicht  ganz  zum  Stillstand  kommen  zu  lassen,  von  Zwischen- 
händlern zu  hohen  Preisen  ihre  Waren  zu  kaufen.  Da  die 
sächsischen  Hütten  zum  größten  Teil  auf  die  Zufuhr  von 
böhmischen  Kohlen  angewiesen  sind  und  diese  neuerdings  von 
den  böhmischen  Gruben  nur  noch  gegen  Zahlung  \n  tschechi- 
schen Kronen  geliefert  werden,  verteuert  sich  natürlich  der 
Herstellungspreis  für  sächsisches  Tafelglas  ganz  erheblich. 
Die  Hütten  an  der  Saar  müssen  ihren  Kdhlenbedarf  in  Franken- 
währung begleichen  und  kommen  deshalb  für  die  Belieferung 
deutscher  Abnehmer  nicht  mehr  in  Frage.  Diese  Hütten 
sehen  sich  gezwungen,  in  verstärktem  Maße  Absatz  für 
ihre  Erzeugnisse  im  valutastarken  Auslande  zu  suchen,  um 
überhaupt  bestehen  zu  können.  Ebenso  haben  die  Preise  für 
schlesisches  Glas,  dem  Beispiel  der  sächsischen  Hütten  folgend, 
angezogen,  da  auch  hier  bedeutende  Preiserhöhungen  für 
Kohlen  eingetreten  sind.  Das  aber  ist  für  die  Glasindustrie 
und  den  Glashandel  nur  eine  der  vielen  Folgen  der  Repara- 
tionen. 

Nicht  minder  schwerwiegend  ist  der  Umstand,  daß  die  Ent- 
wertung der  Mark  und  die  dadurch  bedingte  Konkurrenzfähig- 
keit der  deutschen  Glashütten  und  des^.  deutschen  Glas- 
handels zur  Folge  hatte,  daß  sich  die  einzelnen  valutastarken 
Staaten  mit  immer  höheren  Schutzzollschranken  umgaben. 
Man  hat  sogar  versucht,  den  deutschen  Spiegelglashandel  von 
der  Ausfuhr  abzuschnüren,  indem  .da^  unter  französischer 
Herrschaft  stehende  internationale  Spiegelglassyndikat  seinen 
Abnehmerii/die  Verpflichtung  aufelrlegte,  auf  die  deutsche  Ein- 
fuhr zu  verzichten. 

Wenn  also  auch  die  Entwertung  der  Mark  für  die  deutsche 
Glasindustrie  eine  gewisse  Konkurrenzfähigkeit  geschaffen  hat, 
so  ist  doch  diese  wieder  dadurch  eingeengt,  daß  von^Auslande 
hohe  Schutzzölle  (  erhoben  werden,  und  daß  die^ Preise  für  die 
Rohmaterialien,  insbesondere  für  Kohlen,  so  hoch  sind,  daß 
sie  eine  lohnende  Produktion  und  vor  allem  einen  Absatz  in 
Deutschland  erschweren.  Dieser  Inlandsabsatz  ist  durch  die 
darniederliegende  Bautätigkeit  schon  erheb^ch  herabgegangen. 
Kommt  nun  noch  die  Erdrosselung  der  Ausfuhr  hinzu,  so  wird 


i 


870  —  Kr.  33 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


1988.  (M.  JfülhrgsBg .J) 


der  deutschen  Glasindastrie  jede  Lebensmöglichkeit  abge- 
schnitten. . 

Wie  sich  die  Lage  der  deutschen  Glasindastrie  in  Zakaaft 
gestalten  wird,  hängt  im  besonderen  von  der  Lösung  des  Re- 
parationsproblems ab.  Es  muß  eine  Verminderung  der  die 
deutsche  Wirtschaft  zersetzenden  Zahlungsbedingungen  ein- 
treten. Diese  Erkenntnis  ist  bereits  Gemeingut  aller  wirt- 
schaftlich Einsichtigen.  Schon  im  höchsteignen  Interesse  wird 
das  Ausland  daraus  auch  die  praktischen  Folgerungen  ziehen 
müssen.  Dann  erst  ist  eine  Gesundung  der  deutschen  Wirt- 
schaft und  Finanzen  und  damit  ein  geregelter  Weltwirtschafts- 
verkehr zu  erwarten. 

Der  neue  Zolltarif  in  Rumänien. 

Darch  Königliches  Dekret  vom  28.  Juni  1921  ist  in  Rumänien 
bei  fast  allen  Tarif  Positionen  eine  Abänderung  der  Einfuhr- 
Zollsätze  in  Kraft  getreten.  Der  Wortlaut  des  früheren  Tarifs 
ist  im  allgemeinen  unverändert  geblieben. 

Nachstehend  haben  wir  die  für  uns  in  Frage  kommenden 
Zolltarifnummarn  des  neuen  rumänischen  Zolltarifs  mit  den 
heute  gältigen  Zollsätzen  zusammengestellt. 

Außer  den  Zollsätzen  haben  wir  den  Tarif  der  Vs-prozentigen 
Abgabe  ivom  Werte  der  Waren  mit  ersichtlich  gemacht,  die 
neben  den  Zöllen  von  den  Erzeugnissen  zur  Erhebung  gelangt, 
die  über  die  Häfen  eingeführt  werden. 


Tarif- 
Nr. 

394 


Bezeichnung  der  Waren 


Zollsatz 
für 100kg 

Lei 


408 
450 


483 


488 
511 

512 

6i3 

514 

515 
616 

517 
518 
519 

520 


Künstliche  Blumen,  sowohl  ganze  Blumen 
selbst  als  auch  Blätter,  oder  Blumen- 
au d  Blätterteile: 

a)  aus  Porzellan  oder  Glas,  mit  oder 

ohne  Draht  für  1  kg  20 

Anmerkung  zu  der  Tarifnummer  394. 
Als  Verzollungsgiwicbt  gilt  das  wirkliche  Rein- 
gewicht. Die  Waren  werden  zusammen  mit 
den  unmittelbaren  Papieromhüllungen  sowie  mit 
den  Papier-  und  Pappblättern  oder  dem  Holze, 
worauf  sie  etwa  befestigt  oder  gewickelt  sind, 
angemeldet  und  gewogen. 

Schmirgeltuch  150 

Schmirgelpapier  100 

Anmerkung  zn  der  Tarifnummer  450 

Als  Verzollungsgewicht  gilt  das  Rohgewicht. 

Erde  und  Ton,  Sand,  Kaolin,  Schotter, 
Mergel,natürlicheKaikphosphate,Pazzo- 
lan-  oder  Santorinerde,  Alaunstein: 

a)  roh   1 

b)  gemahlen,  gewaschen,  auch  zu  Brei 
gesiebt,  jedoch  nicht  in  Verbindung, 
mit  anderen  Materialien,  sowie  auch 
Quarzsand  zur  Glaafabrikation  .    .  2 

Polier-  und  Schleifsteine   20 

Anmerkung,  Schmirgelscheiben  .  .  100 
Asbest: 

a)  in  Bogen,  Rollen,  jedoch  ungeformt, 
Asbestmasse  und  Asbestkitt  .    ..  20 

b)  in  Platten  zu  Bedachungen  oder  zu 
anderen  Zwecken      .......  40 

Asbe*t,  zu  Gegenständen  geformt,  wie 
Scheiben,  Röhren,  Stricke,  Schnüre, 
Bänder,  Gewebe  und  andere,  auch  in 
Verbindung  mit  Webwaren  und  mine- 
ralischen Materialien  150 

Kalk,  fetter,  hydraulischer  (Romanzement), 

rohe  Kreide,  Gips,  Talk   7 

Kreide,  geformt;    Graphit  in  Stücken, 

geformt   75 

Portlandzement   35 

Platten,  Röhren,  Verzierungen  und  andere 
Gegenstände  aus  Zement,  ungeschliffen, 
nicht  gestrichen,  nicht  lackiert,  in  oder 
ohne  Verbindung  mit  Holz  oder  Eisen  40 

Dergleichen,  geschliffen,  gestrichen  oder 

lackiert    60 

Waren  aus  Gips,  Gipsstuck,  einfach,  nicht 

gefärbt,  nicht  lackiert  184 

Dergleichen,  gefärbt,  lackiert,  in  oder 
ohne  Verbindung  mit  anderen  gewöhn- 
lichen Materialien  100 

Waren  aus  ge br an n t  e r  Er d e  und 
andere    gebrannte  Materialien. 
Gebrannte   Erde   oder  gebrannter  Ton 
aller  Art,  wie  Ziegel,  feuerfest  oder 
nicht,  Röhren  und  andere  Erzeugnisse, 
nicht  glasiert  15 


Abgabe 

von  V/o 
Lei 


0,20 


8,00 
3,00 


0,05 


0,05 
1,50 
1,50 


5,00 
5,00 

7,50 

0,15 

2,00 
0,30 

«,60 


1,20 


2,00 
2,50 


Tarif- 
Nr. 

521 
522 


Bezeichnung  der  Waren 


Zolleatz 
für  100  kg 

Lei 
20 


0,12 


Dergleichen  glasiert  

Gewöhnliche  Töpferwaren  aus  Ton  oder 
Steingut  und  Röhren,  sowie  Platten 
zum  Pflastern,  ohne  Glasur,  nicht  ver- 
ziert   60 

523  Dergleichen,  glasiert,  mit  Mustern  oder 

erhabener  Arbeit  verziert  120 

524  Töpferwaren   zu  technischen  Zwecken, 

wie  feuerfeste  Schmelztiegel,  Retorten, 
Gefäße  zum  Brennen  der  feinen  Töpfer- 
waren und  ähnliche   15 

525  Steingut,  Majolika,  weiß  oder  in  einer 

Farbe  gefärbt,  auch   mit  erhabenen, 
gepreßten  Mustern  120 

526  Dergleichen,  mehrfarbig,  mit  mehrfarbigen 

Mustern  verziert,  auch  in  Verbindung 
mit  anderen  gewöhnlichen  Materialien  200 
Anmerkung  zu  den  Tarifnummern  513 
bis  526.   Als  Verzollongsgewicht  gilt  das  Roh- 
gewicht. 

527  Porzellan,  weiß,  auch  mit  erhabenen,  ge- 

preßten Verzierungen  250 

Anmerkung  zu  der  Tarifnummer  527. 
Weiße  Porzellanware,  welche  einfache,  nicht 
vergoldete  Monogramme,  Marken  oder  den  Namen 
der  Erzeugungsstätte  oder  des  Wiederverkäufers 
trägt,  wird  nach  dieser  Tarifnummer  verzollt. 

528  Porzellan,  farbig,  verziert,  auch  in  Ver- 

bindung   mit   anderen  gewöhnlichen 
Materialien   300 

529  Isolatoren  und  elektrisches  Isolierungs- 

material aus  Steingut  oder  Porzellan, 
sowie  Walzen  für  Mühlen  und  andere 
gewerbliche  Zwecke,  alle  diese  auch 
in  Verbindung  mit  anderen  gewöhn- 
lichen Materialien  ........  70 

530  Kleine  Gegenstände  aus  Steingut  oder 

Porzellan,  auch  verziert  und  in  Ver- 
bindung mit  anderen  gewöhnlichen 
Materialien,  wie  Pfeifen,  Tintenfässer, 
Zündholzbehälter,Figuren,Schreibtisch- 
gerät,  Aschenbecher,  Bonbonnieren, 
Dosen,  Sparbüchsen  und  dergleichen  800 

531  Perlen,  Knöpfe,  Armbänder,  Halsbänder, 

Halsschmuck  aus  Steingut  oder  Por- 
zellan, auch  in  Verbindung  mit  ande- 
ren Materialien   900 

Anmerkung  zu  den  Tarif nummern  527 
bis  531.  Als  Verzollnngsgewicht  gilt  das  wirkliche 
Reingewicht.  Die  Waren  werden  zusammen 
mit  den  unmittelbaren  Umhüllungen,  wie  Papier- 
blättern, Stroh,  Schilf  nsw-,  ferner  mit  den  ge- 
wöhnlichen Schachteln  oder  Futteralen,  in 
denen  sie  etwa  eingeführt  werden,  angemeldet 
und  gewogen. 

Glas,  Glasschmelz,  optische 
Instrumente. 

532  Glasmasse  in  Klumpen,  als  Abfälle,  in 

Staubform  und  Glasschmelz   ....  5 

533  Glasplatten  für  Oberlicht,  zur  Bedachung, 

für  Spiegel,  Fensterscheiben  und  andere 
Zwecke,  mindestens  5  Millimeter  stark: 

a)  von  einem  Umfang  bis  240  Zentimeter  50 

b)  von  einem  Umfang  von  über  240  • 

bis  400  Zentimeter   70 

c)  von  einem  Umfang  von  über  460 
Zentimeter   80 

Anmerkung  zu  den  Tarifaummern  532 
and  533,  Als  Verzollungsgewicht  gilt  das 
Rohgewicht. 

534  Dergleichen,  in  der  Masse  gefärbt,  mattiert 

oder  geschliffen  150 

535  Platten  und  Scheiben,  unter  5  Millimeter 

stark,  von  einem  Umfang: 

a)  bis  240  Zentimeter  200 

b)  von  über  240  bis  400  Zentimeter  250 

c)  von  über  400  Zentimeter   ....  300 

536  Dergleichen,  gefärbt,  mattiert  mit  Aetz- 

und  Schliff  Verzierungen,  an  den 
Rändern  abgeschliffen  (gefeldert)  oder 
graviert  350 

537  Platten    und    Scheiben,    gegossen,  mit 

rauher  Oberfläche,  gerippt,  gestreift 
oder  mit  Drahtgeflechteinlagen  (Draht- 
glas), in  jeder  Stärke,  nicht  gefärbt  100 


0,70 
1,20 

1,00 
2,00 
3,50 

4,00 


6,00 


3,50 


7,50 


10,00 


0,60 

1,20 
1,50 
1,80 


2,50 


1,50 
1,80 
2,00 


4,00 


2,00 


1922.  (II. 


SPRECHSAÄL  —  COBURG. 


Mr.  33  —  871 


Tarif- 
Nr. 

638 


Bezeichnung  der  Waren 


Zollsatz 
für  100  kg 
Lei 
150 


Dergleichen,  gefärbt  .  -  .   .   .   <,  ... 

Anmerkung  1.  Durchleuchtende  Scheiben 
aus  geblasenem  Glas  für  Kühlräume  werden 
nach  den  Tarifnummern  537  und  538  verzollt. 

Anmerkung  2.  Platten  und  Scheiben 
der  Tarifnummern  533  bis  538  werden  zu  den 
um  die  Hälfte  herabgesetzten  Sätzen  verzollt, 
wenn  die  Inlandsfabriken  die  einheimische  Nach- 
frage nicht  bewältigen  können.  Die  Einfahr 
hat  unmittelbar  vom  Konsumenten  mit  Be- 
willigung des  Finanzministers  auf  Grund,  eines 
Gutachtens  des  Industrierates  zu  erfolgen.  < 

Zu  den  Tarifnummern  534  bis  538. 
Taraabzug  in  Prozenten:  8  in  Kisten  aus 
Tannenholz,  12  in  Kisten  aus  anderem  Holz, 
5  in  Halbkisten  ans  Tannenholz,  7  in  Halbkisten 
aus  anderem  Holz.  Die  Waren  werden  zu- 
sammen mit  dem  Papier,  Stroh  und  anderem 
derartigen  Material,  worin  sie  etwa  verpackt, 
sowie  mit  den  Schachteln,  Worin  sie  dann  noch 
enthalten  sind,  angemeldet-  und  gewogen. 

539  Gefäße  für  moussierende  Wässer,  ge- 
färbt oder  nicht,  ohne  Metallmontierung 
oder  Verbindung  mit  anderen  Materialien ; 
Demijohns  und  Glasballons,  auch  miti 
Geflechten,  Holzruten  oder  Bast  umgeben, 
mit  einem  Fassungsraum  von  mindestens 

20  Liter   40 

Anmerkung.  Behälter  mit  Beschlägen  oder 
in  Verbindung  mit  anderen  Stoffen  werden  nach 
der  Tarifnummer  546,  kleinere  Demijohns  und 
Ballons  nach  den  Tarifnummern  540  bis  542, 
je  nach  der  Gattung  des  Glases  und,  wenn  sie 
mit  anderen  Stoffen  als  biegsamen  Zweigen 
oder  Binden  umkleidet  sind,  nach  der  Tarif- 
nummer 546  verzollt. 

540  Gewöhnliche  Flaschen  und  Gläser,  natur- 
farbig, schwarz,  grünlich,  rötlich  oder 
undurchsichtig,  einfach  gegossen  oder  ge- 
blasen, auch  mit  gegossenen  Aufschriften.  80 

Anmerkung.  Hierher  gehören1  auch 
Flaschen  ans  natnrfarbigem,  bräunlichem  oder 
rötlichbraunem  Glas. 

541  Flaschen  und  Gläser,  gewöhnliche,  aus 
weißem  Glas,  bloß  gegossen  oder  ge- 
blasen, auch  mit  gegossenen  Aufschriften ; 
ebenso  Karaffen  und  Krüge  aus  natur- 
farbigem, schwarzem,  grünlichem  oderröt- 
lichem Glas  .    .  '.    .  . 

§42  Dergleichen,  aus  farbigem  Glas,  mit 
Ausnahme  von  Krügen  und  Karaffen 

Anmerkung  zu  den  Tarif nammarn  540 
bis  542.  fiter  gewöhnlichen  Flaschen  und 
Gläsern  werden  nur  solche  verstanden,  die  ge- 
wöhnlich zum  Aufbewahren  von  Wein,  Bier 
und  Mineralwasser,  einschließlich  der  Flaschen 
für  Brauselimonade,  gebraucht  werden.  Alle 
anderen  Flaschen  und  Gläser  werden  je  nach  ihrer 
Art  nach  den  Tarifnummern  543  bis  546 
verzollt. 

Glasiaschen  der  Tarifnummern  540  bis  542, 
welche  für  Mineralwässer  eingeführt  werden, 
sind  mit  30  Lei  für  1 00  kg  zu  verzollen,  wenn 
die  Inlandsfabriken  nicht  genügende  Mengen 
davon  erzeugen  oder  sie  nicht  zu  ange- 
messenen Preisen  verkaufen.  Die  Einfuhr  hat 
durch  die  Verwaltung  der  Mineralwasserqaellen 
selbst  mit  Bewilligung  des  Finanzministeriums 
auf  Grund  eines  Gutachtens  des  Indnstrierates 
zu  erfolgen. 

Anmerkung  zu  den  Tarif nummern  539 
bis  542.  Als  Verzollungsgewicht  gilt  das  Roh- 
gewicht, 

543  Gefäße  und  Gegenstände  aller  Art  aus 

gewöhnlichem  Glas  von  natürlicher 
Farbe,  nicht  weiß  und  nur  am  Boden, 
an  den  Bändern  und  am  Halsende  ge- 
schliffen, nicht  poliert,  nicht  mattiert, 
nicht  geschnitten  und  nicht  graviert, 
auch  mit  gegossenen  Verzierungen  und 
Aufschriften  250 

544  dergleichen,   aus  weißem  Glas,  ebenso 

Flaschen  und  Krüge  aus  weißem  Glas  450 

545  dergleichen,  aus  farbigem  Glas  ....  500 

546  Flaschen,  Gläser,  Karaffen,  Krüge  sowie 

Gefäße  und  Gegenstände  aller  Art  aus 
Glas,  geschliffen,  poliert,  emailliert,  ge- 
schnitten, mit  Schmirgel  abgerieben 
oder  geätzt,  auch  dekoriert,  gefärbt. 


150 


180 


Abgabe 

von  Va  °/o 
Lei 
2,50 


1,00 


1,50 


1,00 
1,00 


1,50 

4,00 
4,50 


Tarif- 
Nr. 


Bezeichnung  der  Waren 


Zollsatz 
für  100  kg 

Lei 


Abgabe 

von  Va  °/o 
Lei 


547 


548 


549 


550 


551 


552 


553 


554 


555 


556 


557 


558 


559 


560 


561 


vergoldet,  versilbert,  auch  inVerbindung 

mit  gewöhnlichen  Materialien     .    .    .     600  10,00 

Luxusgegenstände  aus  Kunstglas,  wie 
Krön-,  Arm-  und  Handleuchter,  Bahmen 
für  Spiegel  und  Gemälde,  Glasmosaik- 
arbeiten, Berlocken  u.  andere  Schmuck- 
artikel, auch  in  Verbindung  mit  anderen 
gewöhnlichen  Stoffen,  ganz  oder  zerlegt  1500  20,00 
Anmerkung:   Unter  diese  Tarif nummer 

fallen  auch  Hutnadeln  aus  Glas  jeder  Art,  ferner 

Zigarrenspitzen  aus  Glas,  auch  in  Verbindung 

mit  Bingen  aus  gemeinen  Metallen. 

Perlen,  Knöpfe,  Armbänder,  Halsschmuck, 
Kolliers,  Glasringe  aller  Art,  auch  in 
Verbindung  mit  anderen  gewöhnlichen 
Materialien  1000 


24,50 
0,40 


Glaswaren   in   Verbindung   mit  feinen 

Materialien  für  1  kg  30 

Anmerkung  zu  den  Tarifnummern  543 

bis  549. 

Als  Verzollucgsgewicht  gilt  das  wirkliche 
Beingewicht.  Die  Waren  werden  zusammen  mit 
den  unmittelbaren  Umhüllungen  wie  Papier- 
blättern, Stroh,  Schilf  ubw .,  ferner  mit  den  ge- 
gewöhnlichen Schachteln  oder  Futteralen,  in 
denen  sie  etwa  eingeführt  werden,  angemeldet 
und  gewogen 

Spiegel,  nicht  an  den  Bändern  abge- 
schliffen, von  einem  Umfange  bis  2  m  400  9,00 
Anmerkung:  Die  Bahmen,  in  welche 
die  Spiegel  eingerahmt  sind,  sind,  wenn  sie  einem 
höheren  Zollsatz  als  die  Ware  unterliegen,  ge- 
trennt zu  verzollen. 

Dergleichen,  an  den  Bändern  abgeschliffen, 

auch  verziert   600  12,50 

Spiegel  nicht  an  den  Bändern  abgeschliffen, 

von  einem  Umfang  über  2  m  ...  550  11,00 
Dergleichen,  an  den  Bändern  abgeschliffen, 

auch  verziert   900  12,50 

Anmerkung  zu  den  Tarifnummern  550 
bis  553.  Als  Verzollunesgewicht  gilt  das  wirk- 
liche Beingewicht.  Die  Waren  werden  zusammen 
mit  den  Papier-,  Stroh-  und  dergl.  Umhüllungen 
sowie  mit  den  Querleisten  oder  mit  den  gewöhn- 
lichen Schachteln,  in  welchen  sie  etwa  zum 
Schutze  gegen  Bruch  eingeführt  werden,  ange- 
meldet und  gewogen.  Die  Bahmen,  welche  die 
Spiegel  umgeben  und  höheren  Zollsätzen  unter- 
liegen als  die  Ware,  werden  besonders  vorzollt. 

Photographische  Platten,  lichtempfindlich 

oder  anderweit  chemisch  zubereitet  .  100  13,50 
Platten    für  Kinematographen,  Laterna 

magica  und  andere  ähnliche  Apparate     150       25, @0 
Fensterscheiben,  aus  einzelnen  mit  Metall- 
streifen eingefaßten  Stücken  zusammen- 

geeetzt,  weiß,  farbig  and  bemalt  .  .  800  12,50 
Elektrische  Glühlampen  mit  Glasbirnen 

und  mit  in  den  Boden  eingesetztem 

Draht   600  35,00 

Optische  Gläser  und  Uhrgläser,  geschliffen 

poliert,  ungefaßt   1000  75,00 

Brillen  in  jeder  Form  (einschließlich  der 

Brillengestelle) : 

a)  mit  Fassun  g  aus  gewöhnlichen  Stoffen 
und  Metallen,  nicht  vergoldet,  nicht 

versilbert  für  1  kg       10  1,00 

b)  mit  Fassung  aus  gewöhnlichen,  ver- 
silberten oder  vergoldeten  Metallen, 
aus  Aluminium,  Schildpatt,  Elfenbein, 
Perlmutter,    Silber  oder  anderem 

feinen  Material  .    .    .    .    für  1  kg     100  2,50 
c)  mit  Fassung  aus  vergoldetem  Silber 

oder  aus  Gold  .    .    .    .    für  1  kg     200  60,00 
Operngläser,  Lorgnetten  und  Ferngläser 
für  andere  Zwecke: 

a)  aus    Metallen    und  gewöhnlichen 

Stoffen  .......    für  1  kg       10  1,25 

b)  aus  Aluminium,  Schildpatt,  Elfenbein, 
Perlmutter,  Silber  .    .    .    für  1  kg     100  2,50 

c)  aus  vergoldetem  Silber  oder  aus 

Gold  für  1  kg     300  12,50 

Optische,  Präzisions-,  chemische  Beob- 
achtungs-,  physikalische  und  andere 
nicht  besonders  genannte  Instrumente 
zu  Lehrzwecken  oder  zum  Gewerbe- 


872  —  Mr.  30 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1982.  (Ii.  Jahrgang.) 


Tarif- 
Nr. 


Bezeichnung  der  Waren 


Zolleatz  Abgabe 
für  100  kg  vonV,0/0 
Lei  Lei 


betrieb,    einschließlich     der  photo- 
graphischen Apparate  .    .    .   für  1  kg        5  — 

Die  Abgabe  von  l/s  °/0  des  Wertes 
wird  hier  festgesetzt  nach  dem  Wert 
des  in  den  Faktaren  oder  in  anderen 
Papieren  eingetragenen  Wertes. 

562    Künstliche  Zähne  ans  Schmelz,  auch  mit 

Metallstiften,  ebenso  künstliche  Augen    2000  125,00 

771    Spielwaren  aus  Porzellan  oder  Glas,  auch 
in  Verbindung  mit  anderen  gewöhn- 


Tarif- 
Nr. 


Bezeichnung  der  Waren 


Zolleatz 
für  100  kg 

Lei 

900 


772 


liehen  Materialien  oder  mit  Triebwerk 
Dergleichen,  in  Verbindung  mit  feinen 

Materialien   2500 

Anmerkung  zu  den  Tarif nnmmern  771 
and  772.  AU  Verzollungsgewicht  gilt  das 
wirkliche  Beingewicht.  Die  Waren  werden 
zusammen  mit  den  Ymhtlllungen  wie  Papier- 
blättern, Schilf  oder  Stroh  und  dergleichen  und 
mit  den  Schachteln,  in  denen  sie  enthalten  Bind, 
angemeldet  und  gewogen. 


Abgabe 

von  %% 
Lii 

30,00 
55,00 


Wirtschaft lich-gfewerblicher  Teil. 

Korrespondenzen. 


Die  Brennkrafttechnische  Gesellschaft,  E.  V.,  schreibt  einen 
Wettbewerb  zur  Erlangung  vou  Unterlagen  für  Einrichtungen  zur  wirt- 
schaftlichen Vergasung  von  Förderbraunkohle  aus,  an  dem  sich  jeder 
Sachkundige  beteiligen  kann.  Für  die  besten  Lösungen  sind  insgesamt 
Jt  100  000  ausgesetzt.  Einreichetermin:  31.12.22.  Die  näheren  Be- 
dingungen sind  bei  der  Geschäftsstelle,  Berlin  W.  9,  Fotsdamerstr.  21a, 
in  Erfahrung  zu  bringen.   

Fachschulen,  Unterricht,  Forschung». 

An  der  Fachschule  für  Glasindustrie  in  Zwiesel  (Bayern) 
wurde  dem  Zuge  der  Zeit  folgend  neben  den  allgemeinen  Fachklassen 
seit  einigen: ftTahren  ein  Kurs  für  Kunatgewerbler  eingerichtet,  der 
Bich  gut  bewährt  hat.  Junge  Leute,  die  schon  eine  praktische  Erfahrung 
haben  und  vorwärts  streben  wollen,  sollen  hier  Gelegenheit  haben,  sich 
nach  jeder  Biehtung  in  der  Praxis  zu  vervollkommnen,  namentlich  aber 
daB  Entwerfen  von  zeitgemäßen  Glasformen  und  Dekorationen  zu  erlernen 
und  die  Techniken  in  geschmacklicher  und  künstlerischer  Art  zur  An- 
wendung zu  bringen.  Außer  den  allgemeinen  Techniken  der  Glasmalerei 
(Emailarbeit,  Transemail,  Gold-  und  Silbertechnik)  wird  die  gesamte  Aetz- 
technik  praktisch  gelehrt,  auch  bietet  sich  Gelegenheit  das  Beduktions- 
verfahren,  sowie  Gelb-  und  Botätztechnik  kennen  zu  lernen.  Der  Unter- 
richt ist  vollkommen  individuell.  Von  Anfang  an  wird  die  Technik  Hand 
in  Hand  mit  dem  Entwurf  geübt  durch  intensives  Zusammenarbeiten  von 
Lehrer  und  Schuler  unter  Ausschalten  aller  schulmeisterlichen  Theorie. 
Auch  junge  Leute-  mit  guter  zeichnerischer  Schulung  haben  in  diesem 
Kurs  Gelegenheitr  sich  in  die  Praxis  voll  einzuarbeiten.  Der  Eintritt 
ist  nicht  an  den  Schulanfang  gebunden.  Den  heutigen  Verhältnissen  ent- 
sprechend ist  dafür  gesorgt,  daß  je  nach  Vorbildung  in  möglichst  kurzer 
Zeit  der  Zweck  erreicht  wird.  Eine  gute  Fachschulbildung  ist  fttr  alle, 
die  Handwerk  treiben,  unerläßlich,  wollen  sie  dem  Bedürfnisse  unserer 
Zeit  gerecht  werden. 

Der  schon  seit  vielen  Jahren  durchgeführte  glastechnische 
Kurs  zur  besonderen  Ausbildung  von  Hüttenmeistern,  Schmelzern,  Ofen- 
leitern,  techn.  Betriebsleitern,  Wärmetechnikern,  Chemotechnikern  der 
Glasindustrie  erfreut  sich  gleichfalls  regen  Besuches  aus  den  verschiedensten 
Gegenden  Deutschlands.   Die  Teilnehmer  eines  solchen  Kurses  sind,  so- 
weit nicht  schon  darin  tätig,  bis  jetzt  gut  in  der  Industrie  unterge- 
kommen; es  werden  ständig,  wie  Anfragen  an  die  Schule  und  Anzeigen 
in  den  Fachblättern  beweisen,  junge  Leute  mit  glastechniicher  Fachschul- 
bildung gesucht.    In  diesem  Jahre  soll  der  neue  glastechnische  Kura 
pünktlich  am  ML.  9.  22  beginnen  und  infolge  der  Teuerungsverhältnisse 
nicht  auf  ein  ganzes  Jahr,  sondern  etwa  bloß  auf  7  Monate  ausgedehnt 
werden.   Zwei  Hauptprogrammpunkte  sollen  hierbei  in  erster  Linie  durch- 
geführt werden:  einerseits  die  chemische,  anderseits  die  feuerungstech- 
nische Seite  der  Glasindustrie,  die  beide  heute  von  großer  Bedeutung  für 
einen  Betrieb  sind.   In  der  Glaschemie  handelt  es  sich  um  die  Kenntnis 
der  Schmelzmaterialien,  der  Färbungs-  und  Entfärbungsmittel  nach  Zu- 
sammensetzung, Verhalten  beim  Schmelzprozeß  mit  entsprechenden  Be- 
rechnungen und  wenigstens  einfachen  Untersuchungen,  ebenso  um  dia 
Zusammensetzung  des  Glases  und  des  Gemenges  mit  entsprechenden  Be- 
rechnungen, sowie  den  ganzen  Schmelzprozeß.   In  der  Feuerungstechnik 
handelt  es  Bich  um  die  Zusammensetzung  und  Bewertung  der  einzelnen 
Brennstoffe,  das  Wesen  der  Gasfeuerung  und  der  Gaserzeuger-Systeme 
mit  den  zugehörigen  Temperatur-  und  Zugmessungen,  sowie  Gaaunter- 
Buchungen,  endlich  um  die  verschiedenen  Systeme  der  Schmelz-  und 
Nebenöfen.   Es  ist  auch  Gelegenheit  geboten,  die  verschiedenen  Zweige 
der  Glasraffinerie  und  Dekoration,  wie  Schleifen,  Gravieren,  Aetzen,  Malen, 
sowohl  in  den  Werfcstätten  der  Schule  nach  ihrer  technischen  Seite  als 
auch  im  Laboratorium  nach  ihrer  chemischen  Seite  kennen  zu  lernen. 
Endlich  sorgt  ein  ausgiebiger  Zeichenunterricht  sowohl  fttr  die  Aus- 
bildung im  allgemeinen  und  insbesondere  im  technischen  Zeichnen  (glas- 
technische  Zeichnungen)  als  auch  auf  Wunsch  im  kunstgewerblichen 
Zeichnen  Von  Glasformen  und  Dekoren.   Der  ganze  Unterrichtsgang  ist 
bo  'gehalten,  daß  eine  gute  Volksschulbildung  genügt;  immerhin  wird 
aber  ein  bestimmtes  Alter  von  etwa  16  Jahren  vorausgesetzt  und  deshalb 
werden  im  allgemeinen  nur  solche  junge  Leute  als  Teilnehmer  zugelassen, 
welche  entweder  nach  der  Volksschule  mindestens  einige  Jahre  in  einem 
Glasfabrikbetrieb  tätig  waren,  oder  bei  einem  entsprechenden  Alter  Bchon 
eine  höhere  Schulbildung  genossen  haben.   Dagegen  können  in  die  all- 
gemeine glastechnische  Abteilung  der  Schule  auch  junge  Leute  sofort 
von  der  Volksschule  weg  übertreten,  wenn  sie  keine  Gelegenheit  zum 
Eintritt   in   eine    GlaBfabrik   haben.     Sie   müssen    aber   «taan  einen 
3— 4  jährigen  Lehrgang  durchmachen,  zuletzt  auch  den  glastechnischen 
Kurs,  bevor  eie  als  reif  für  den  Uebertritt  in  die  Praxis  erachtet  werden. 
Ei  Bind  aber  besonders  auch  ältere  Leute  aus  der  Praxis  willkommen, 
welche  ihre  praktischen  Erfahrungen  in  den  obigen  Wissenszweigen  er- 


9Bi.'  ! 

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Uifiß  tyk  • 

gänzen  wollen.  Endlich  können  Bich  zukünftige  Glashüttenchemiker  und 
Ingenieure,  während  oder  nach  ihrer  Ausbildung  auf  der  Hochschule,  sich 
im  Glasfach  spezialisieren  (Sommersemester). 

Um  oft  gehörten  Vorurteilen  und  Mißverständnissen  vorzubeugen, 
Bei  auch  hier  betont,  daß  der  glastechnische  Kurs,  bezw.  der  ganze  glas- 
technische Unterricht  an  der  Fachschule  nur  eine  Vorbereitungszeit  fttr 
die  Praxis  ist,  nie  aber  die  Praxis  ersetzen  kann ;  es  Bollen  in  keiner 
Weise  fertige  Glastechniker  ausgebildet  werden,  sondern  nur  eine  mög- 
lichst gute  Vor-  und  Weiterbildung  fttr  bezw.  in  diesem  Beruf  gegeben 
werden. 


Gewerblicher  Rechtsschutz. 

Freistaat  Danzig.  Die  deutschen  Warenzeichen  haben  ihre 
Gültigkeit  verloren  Der  Schutz  der  Marken  muß  daher  unverzüglich  in 
Danzig  beantragt  werden. 

Handel  und  Verkehr. 

Zar  bevorstehenden  Postgebührenerhöhung  ab  1.  10.  22.  Das 

Beichspostministerium  hat  jetzt  dem  Verkehrsbeirat  einen  Teil  der  ge- 
planten neuen  Sätze  vorschlagsweise  unterbreitet.  Wie  wir  hören,  sehen 
diese  Sätze  vor:  fttr  Briefe  der  ersten  Gewichtsstufe  Ortsverkehr  M  1,50, 
Fernverkehr  Jt  6,  Postkarten  Ortsverkehr  M  1,  Fernverkehr  M  4,  Drack- 
Bachen  bis  20  g  M  1,  bis  50  g  Jt  2,  Pakete  der  ersten  Gewichtsstafe 
Nahzone  M  12,  Fernzone  <M  24.  Auch  der  Postanweisungs-,  Postscheck- 
und  Telegraphenverkehr  wird  naturgemäß  von  der  Erhöhung  der  Gebühren 
betroffen  werden. 

Neue  Dampferverbindung'  mit  Schottland.  Wie  wir  soeben  von 
der  Speditionsfirma  Paul  Klembt,  Emden,  erfahren,  soll  von  Emden  nacl 
Leith  und  anderen  schottischen  Plätzen  ein  neuer  Dampf  er  verkehr  ein 
gerichtet  werden  und  zwar  soll  dieser  Verkehr  zehntägig  sein  mit  vor 
aussichtlich  erster  Abfahrt  am  19. 8.  22  ab  Emden.  Nachdem  von  Industrie- 
und  Handelskreisen  wiederholt  die  Notwendigkeit  einer  solchen  Verbindung 
betont  worden  ist,  dtrlte  wohl  anzunehmen  Bein,  daß  die  Neueinrichtung 
größtem  Interesse  begegnen  wird.  Etwaige  Auskünfte  über  den  neuer 
Verkehr  erteilt  die  Speditionsfirma  Paul  Klembt,  Emden. 

Litauen.  Eine  selbständige  Währung  soll  zum  1. 1.  23  eingeführt 
werden.  Statt  der  bisherigen  Ostmark  soll  eine  neue  Einheit  unter  den 
Namen  Auvenas  (Gold)  zur  Einfahrung  gelangen,  die  sich  in  100  Skatikai 
teilen  wird.   

Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Der  Teuerangszuschlag  fttr  feuerfesti 
Erzeugnisse  bei  der  Ausfuhr  nach  Oesterreich  ist  von  270  auf  500  o/0  er 
höht  worden. 

A.  H.  N.Glas.  Der  Unterausschuß  für  GlaBinatrumente  ha 
den  Aufschlag  fttr  das  valutaschwache  Ausland  von  6400  auf  9900  %  fest 
gesetzt.  Die  Preise  fttr  das  valutastarke  Ausland  sind  bestehen  geblieben 
es  ist  jedoch  auf  Liste  Nr.  3  (Thermometer)  fttr  die  Vereinigte) 
Staaten  von  Nordamerika  der  Endrabatt  von  20  auf  33l/„  °/0  erhöht  worden 
Die  Fieberthermometerpreise  nach  dem  valutaschwachen  Ausland  (Liste  Nr. : 
vom  Juni  1922)  gelten  mit  50%  Aufschlag.  Auch  ist  der  Preis  ftt 
Nickeln ttlBen  von  M  60  auf  J(  100  heraufgesetzt  worden.  Die  LiBt 
Nr.  4  (Ganz glasspritzen)  hat  insofern  eine  Aenderung  erfahren,. al 
die  Preise  fttr  Jugoslawien  mit  200  %  Aufschlag  und  die  Preise  fttr  da 
valutaschwache  Ausland  mit  100  %  Aufschlag  festgesetzt  worden  sind. 

Ausfuhrerleichterungen.  In  den  nächsten  Tage»  wird  eine  B< 
kanntmachung  des  Beichswirtschaftsminiaters  im  Baicnsanzeiger  zur  Vei 
öientliohung  gelangen,  durch  welche  die  Bekanntmachung  betreffen 
Ausfuhrerleiohterungen  vom  5.  4.  21  —  Beiohsanzeiger  Nr.  81  —  ve 
schiedene  Aenderungen  bezw  Ergänzungen  erfährt.  Es  handelt  sich  i 
der  Hauptsache  um  die  Ausfuhr  ohne  DesöndÄre  Ausfuhrbewilngüng  ft 
Waren,  die  durch  Werkstättenbetriebe  in  den  seewärts  gelegenen  ZoJ 
ausschlttBBen  verwendet  werden ;  Kataloge,  Geschäftsdrucksachen,  Vordruol 
zu  Schecks  und  Wartn,  die  unter  der  Bedingung  der  Wiederausfuhr  zi 
Einfuhr  zugelassen  worden  sind. 

Das  Goldzollaufgeld  ist  fttr  die  Zeit  vom  16.  bis  22. 8. 
schließlich  auf  14400%  festgesetzt  worden. 

Zölle  nnd  Außenhandelsbestimmungen  im  Verkehr  mit  Obe> 
Schlesien.  Die  Handelskammer  zu  Berlin  hat  eine  systematische  Zusamme 
Btellung  der  diesbezüglichen  Bestimmungen  unter  Berücksichtigung  d 
inzwischen  von  den  Behörden  erlassenen  Ausfuhrbestimmungen  anfertigt  I 
lassen,  die  zum  Preise  von  JC  4  +  60  Pfg.  Porto  vom  Verkehrsburei 
der  Handelskammer,  Berlin  C.  2,  Kloateratr.  41,  bezogen  werden  kann. 


ei 


1922.  (58.  Jahrgang.) 


SPRECH&AAL  —  COBURG. 


Hr.  33  —  373 


Belgien.  Verzollung  tob  Einfuhrwaren.  Bei  den  seit  Ende 
vorigen  Jahres  zur  Einführung  gelangten  Wertzöllen  bestand  bisher  Un- 
klarheit darüber,  welche  Grundsätze  für  die  Bemessung  der  Höhe  des  Zoll- 
wertes  maßgebend  waren.  Der  Deutsche  Wirtschaftsdienst  G.  m.  b.  H. 
ist  jetzt  in  den  Besitz  einer  Liste  gelangt,  aus  der  diejenigen  Werte  zu 
ersehen  sind,  die  znrzeit  von  der  belgischen  Zollbehörde  als  belgischer 
Inlandspreis  im  Großhandel  angesehen  und  den  Wertschätzungen  zugrunde 
gelegt  werden.  Bemerkt  wird,  daß  sich  in  der  Praxis  herausgestellt  hat, 
daß  die  in  der  betreffenden  LiBte  angeführten  Werte  zwar  von  den  Zoll- 
beamten in  Ansatz  gebracht  werfen,  daß  jedoch  angesichts  der  teilweise 
zn  hohen  Wertfestsetzungen  auf  Reklamationen  durch  die  belgischen 
Empfänger  vielfach  Ermäßigungen  gewährt  worden  sind. 

Die  Lage  In  Industrie  und  Handel. 

Italien.  Absatzmöglichkeiten  für  Glühbirnen.  Zar  Zeit  besteht 
wieder  eine^eWafte  Nachfrage  nach  Glühbirnen,  die  mit  der  durch  die 
Aenderung  der  Stromstärke  (von  110  auf  160  Volt)  bedingten  Aaswechs- 
lung  der  Glühkörper  in  Fabriken,  Geschäftsunternehmen  und  Woh- 
nungen zusammenhängt.  Die  Kleinverkaufspreise  für  gewöhnliche  Birnen 
betragen -gegenwärtig  Lire  4,5  bis  5  (Marke  Philips  Lire  12  bis  13). 
Die  Einfuhr  derartiger  Artikel  ist  seit  dem  Jahre  1919  auf  10  Millionen 
(Wert  Lire  35  Mill.)  und  1920  auf  13  Millionen  Stück  (Wert  Lire  50  Mill.) 
angewachsen,  woran  auch  Oesterreich  in  bedeutendem  Maßstabe  beteiligt  ist. 

Sumatra.  Geplante  Errichtung  einer  deutschen  Glasfabrik. 
Nach  einer  Mftteilung  der  Sumatra-Post  ist  hierfür  Asahan  in  Aussicht 
genommen.  Der  von  dem  Deutschen  Graetz  verfolgte  Plan  wird  von 
Hugo  Stinnes,  Hamburg,  sowie  von  anderer  Seite  in  Amsterdam  unter- 
stützt. Die  Firma  Stinnes  beschloß,  einen  ihrer  eigenen  Ingenieure  zu 
entsenden,  um  die  Angelegenheit  an  Ort  und  Stelle  zu  untersuchen.  _  Bei 
positiven  Ergebnissen  wird  Stinnes  den  Bau  übernehmen,  die  Maschinen 
und  das  Betriebskapital  liefern,  das  eine  halbe  Million  Gulden  betragen  soll 


Geschäftliche  Mitteilungen. 

Deutsche  Ton-  and  Steinzeugwerke,  A.-G.,  Charlottenburg. 
Die  a.  o.  G.-Y.  genehmigte  den  auf  50  Jahre  abgeschlossenen  Interessen- 
gemeinschaftsvertrag mit  der  Deutschen  Steinzeugwarenfabrik  für  Kanali- 
sation und  chemische  Industrie,  Friedrichsfeld.  Der  Vertrag  wurde  damit 
begründet,  daß  den  ungeheuer  gestiegenen  Unkosten  entgegengearbeitet 
werden  müsse,  da  es  sehr  schwierig  sei,  durch  Preiserhöhungen  einen 
Ausgleich  zu  erreichen.  Die  Gesellschaften  versprechen  sich  u.  a.  Vorteile 
durch  FrachtersparniBse.  Der  Vertrag  bezieht  sich  nur  auf  die  Erzeug- 
nisse der  Grobkeramik,  umfaßt  also  nicht  die  teilweise  namhaften  Beteili- 
gungen der  Deutschen  Ton-  und  Steinzeugwerke.  Neu  in  den  Aufsichts- 
rat  wurden  als  Vertreter  der  Deutschen  Steinzeugfabrik  Friedrichsfeld  ge- 
wählt :  Bankier  M.  Bonte  und  Prof  .  H  Bonten. 

Deutsche  Steinzeugwarenfabrik  für  Kanalisation  und  chemische 
Industrie,  Friedrichsfeld  (Baden).  Die  a.  o.  G.-V.  gab  dem  lnter- 
esBengemeinschaftsvertrag  ebenfalls  Zustimmung.  In  den  Aufsichtsrat 
worden  gewählt  Direktor  F.  Bonte,  Bankier  H.  Arnhold  und  General- 
direktor Jungeblut. 

A.-G.  Norddeutsche  Steingutfabrik,  Grohn.  Die  a.  o.  G.-V.  ge- 
nehmigte die  vorgeschlagene  Kapitalserhöhung  um  M  ö  Mill.  5%  Vor- 
zugsaktien, die  von  einer  Tochtergesellschaft  übernommen  werden  und 
einfaches  Stimmrecht  erhalten.  Ferner  wurde  die  Ausgabe  von  Jb  6  Mill,, 
ab  1.  4.  22  dividendenberechtigten  Stammaktien  beschlossen. 

Dresdner  Keramische  Industrie,  A.-G,,  Dresden.  Die  a.  o.  G.-V. 
beschloß  die  Ausgabe  von  JC  3,5  Mill.  neuen  Aktien,  die  zum  Kurse  von 
130  °/0  den  Aktionären  im  Verhältnis  2 : 1  zom  Bezüge  angeboten  werden 
sollen. 

■  Becker  &  Sohn,  A.-G.,  Bernsbach.  Auszug  aus  dem  genehmigten 
Abschluß  vom  31.12.  21:  Beingewinn  JC  537575;  Verwendung  nicht  ver- 
öffentlicht; Abschreibungen  JC  170267. 

Deutsche  Gold-  und  Silber-Scheideanstalt,  vormals  Soessler, 
Frankfurt  a.  M.   Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.  3.  22 : 
ü  Reingewinn  M  39,13  (23,07)  Mill.  ;  Dividende  30  (25)%;  Abschreibungen 
M  9,87  (4,64)  Mill.,  hielvon  entfallen  M.  6,0  (3,0)  Mill.  auf  Versuche; 
Zuweisungen  an  Pensions-  und  Unterstützungskassen  Jf  5,36  (5,27)  Mill. 
Dem  Geschäftsbericht  zufolge  konnte  die  keramische  Abteilung  im  ab- 

0  gelaufenen  Jahr  ihren  Umsatz  an  Farben  und  Edelmetallpräparaten  im  In- 

1  und  Ausland  weiter  ausdehnen.  Das  wichtigste  Ereignis  im  Berichtsjahr 
1;  war  der  Abschluß  der  Interessengemeinschaft  mit  der  Metallgesellschaft 
Üi  ind  der  Metallbank  und  der  Metallurgischen  Gesellschaft,  A.-G.  —  In  den 
il: 1  AuMehtsrat  wurden  neugewählt  Komm.-Bat  H.  von  HochBtetter  und  als 
1 1  Betriebsratsmitglieder  A.  Lied  und  Ad.  Kirsch. 

aiow  is*'  |  •  -p  

•w  General -Versamnüangen.> 

■porzeÖamefiali,  Porzellan-  und  Metällwaren-Fabriken,  A.-G.,  Nürn- 
berg: o.  G.-V.  2C,  8.  22,  3  Uhr  n.,  Künstlerhaus,  Nürnberg   T.-O.:  u.  a. 
Kapitalser^öhung  um  bis  zu  JC  5,5  Mill.  auf  JC  10  M|U.  ' 
\  „SteMgutfabrik  Coldiiz.  Colditz:,  a.  o.  G.-V.  14.  9.  22,  4*/«  Uhr 

.»  Hotel  Hauff e,  Laipzig.  TT-O. ;  Kapitalserhöhung  um  JC  3,84  Mill. 
lamm-  und  JC  0,16  Mill.  Vorzugsaktien  auf  Ji  8  Mill. 

Vereinigte  bayerische  Spiegel-  und  Tafelglaswerke,  vorm.  Schrenk 
f*  Co.,  A.-G.,  Neustadt  a  W.  N.:   a.  o.  G.-V.  5.9.22,  10  Uhr  v.,  Ge- 
schäftsräume, Neustadt  a.  W.-N.   T.-O. :  Kapitalserhöhuhg  um  M  0,65  Mill. 
'Stamm-  und  M  0,5  Mill.  Vorzugsaktien  auf  JC  7,15  Mill. 

Messen  und  AnssteUinien^  28**, 

Das  ungünstige  Ergebnis  der  Internationalen  Mustermesse  in 
;:  Padua  (1.— 15.  6.  22),  die  ihrem  Charakter  nach  viel  eher  als  eine  Ge- 
werbeauiatellung  für  Padua  und  Umgegend  anzusprechen  war,  hat  die 
Kette  der  Mißerfolge,  denen  die  meisten  diesjährigen  internationalen  Früh- 


en; 


jahrsmessen  im  Auslande  ausgesetzt  waren,  um  ein  weiteres  Glied  ver- 
mehrt. Nachdem  die  finanzielle  Vorbereitung  bereits  auf  große  Schwierig- 
keiten gestoßen  war,  wurde  die  Veranstaltung  selbst  durch  die  herrschende 
wirtschaftliche  Krisis  und  die  Nichtgewährung  besonderer  Einfuhrkon- 
tingente seitens  der  Begieruug  lähmend  beeinflußt.  Gegenüber  1700  Teil- 
nehmern 1921  waren  diesmal  nur  325  Aussteller  —  darunter  lediglich 
24  Deutsche  —  vertreten.  Der  internationale  Charakter  war  durch  die 
insgesamt  60  Aussteller  aus  dem  Auslande  in  keiner  Weise  gewahrt. 
Auch  der  Besucherkreis  entsprach  durchaus  nicht  den  berechtigten  Erwar- 
tungen der  Aussteller.  Geschäfte  wurden  denn  nur  in  geringer  Anzahl 
getätigt;  die  Absatzkrisis  ließ  keine  Kauflust  aufkommen. 

Auf  der  2.  Internationalen  Ausstellung  Riga  (11.— 25.  6.  22) 
herrschte  die  deutsche  Industrie  in  jeder  Weise  vor.  Dies  gilt  nicht  nur 
hinsichtlich  der  ausgesprochenen  deutschen  Ausstellerfirmen,  deren  Zahl 
178  (im  Verjähr  275)  betrug;  vielmehr  zeigte  sich  auch,  daß  fast  sämt- 
liche lettischen  Firmen,  die  unter  ihrem  Namen  ausgestellt  hatten,  ledig- 
lich Zwischenglieder  zwischen  dem  deutschen  Erzeuger  und  dem  Abnehmer 
sind,  sodaß  etwa  300  deutsche  Werke  mit  ihren  Erzeugnissen  vertreten 
waren.  Insgesamt  hatten  583  Firmen  ausgestellt.  Bein  geschäftlich  be- 
trachtet läßt  sich  der  Erfolg  der  Ausstellung  für  das  deutsche  Erwerbs- 
leben noch  nicht  übersehen. 

m.  Internationale  Reichenberger  Messe  (12.— 20.  8.  22).  Eine 
Sehenswürdigkeit  wird  die  Ausstellung  feiner  Kunstgläser  bilden,  die  in 
der  Staatsfachschule  für  Glasindustrie  in  Haida  hergestellt  und  im  Nord- 
böhmischen Gewerbemuseum  in  Beichenberg  zur  Schau  gebracht  werden. 


Verbände. 

Vollversammlung  der  Keramischen  Fachgruppe  Im  Bereiche 
der  Deutschen  Gewerbeschau  in  Komotau.  Die  am  26.  und  27.  7.  22 
abgehaltene  Vollversammlung  war  von  den  Mitgliedsfirmen  gut  besucht 
und  wies  auch  eine  rege  Beteiligung  seitens  der  Vertreter  der  Stadt- 
gemeinde Komotau,  des  Ausschusses  der  Gewerbeschau  und  der  Komotauer 
Industrie  auf.  Den  geschäftlichen  Beratungen  ging  ein  Begraßungsabend 
voraus,  bei  welchem  Herr  Bürgermeister  Storch  die  Versammlung  im  Namen 
der l  Stadtgemeinde  Komotau  und  der  Deutschen  Gewerbesehau  und  Herr 
Werksdirektor  Doderer  im  Namen  des  Deutschen  Hauptverbandes  der 
Industrie  und  der  Komotauer  Industrie  begrüßte  Den  Vorsitz  der  Ver- 
sammlung führte  Herr  Generaldirektor  Victor  Gottl.  Die  geschäftlichen 
Beratungen  fanden  am  27.  7.  im  Hotel  Scherber  statt  und  führten  zu  einer 
Beihe  richtunggebender  Beschlüsse  für  die  Arbeiten  der  Fachgruppe.  Nach 
dem  geschäftlichen  Teile  des  Programms  wurden  in  der  Staatsgewerbe- 
schule in  Komotau  zwei  für  die  keramische  Industrie  bedeutungsvolle 
Vorträge  gehalten.  Herr  Ing.  Ulrich  Sauer,  Augsburg,  sprach  in  inter- 
essanter Weise  über  das  Transportwesen  in  keramischen  Betrieben ,  und 
veranschaulichte  Beine  Ausführungen  durch  Lichtbilder,  Herr  Staatsfach- 
schuldirektor Ing.  Anton  Willert  schilderte  in  interessanter  Weise  die 
Entwicklung  der  Temperaturbestimmung  in  keramischen  Brennöfen  und 
führte  die  einzelnen  Meßinstrument*  (Pyrometer)  vor.  Auch  dieser  Vortrag 
fand  lebhaftes  Interesse  bei  den  Zuhörern.  Die  eindrucksvoll  verlaufene 
Vollversammlung  der  Fachgruppe  dürfte  das  Zusammengehörigkeitsgefühl 
bei  den  Mitgliedsfirmen  nicht  unwesentlich  gestärkt  haben. 

Preise  für  Glühlampen.  Die  im  Zentralverband  der  deutschen 
Elektrotechnik  vertretenen  Glühlampenfabriken  änderten  ihre  Berechnungs- 
formel wie  folgt:  „Die  Berechnung  erfolgt  zu  den  am  Tage  der  Lieferung 
geltenden  Preisen,  Babatten,  Teuerungszuschlägen  und  Bedingungen."  Um 
vielfachen  Wünschen  gerecht  zu  werden,  wird  an  Stelle  der  bisherigen 
Listenpreise  und  hohen  Teuerungszuschläge  für  normale  Metalldrahtlampen 
5 — 50  HK.  20 — 260  V.-Birne  hell  ein  einheitlicher  Listenpreis  von  J6  40 
(ausschließlich  Steuer)  festgesetzt.  Die  frachtliche  Zusendung,  einschließ- 
lich Verpackung  gemäß  Abs.  3  der  Lieferungsbedingungen  könne  von  jetzt 
ab  erst  bei  Bestellungen  im  Bruttowerte  von  JC  2000,  für  Zwerglampen 
im  Nettowerte  von  Jt  1200  an  übernommen  werden.  Alle  bis  zum  31.  7. 
erteilten  und  angenommenen  Aufträge  werden,  soweit  die  Lieferung  bis 
zum  31. 8.  erfolgen  kann,  auf  Grund  der  bis  jetzt  geltenden  Berechnungs- 
formel zu  den  bisherigen  Preisen,  Teuerungszuschlägen  und  Bedingungen 
berechnet.  Für  die  vom  31. 7.  ab  eingehenden  Aufträge  und  für  sämtliche 
Lieferungen,  die  nach  dem  1. 9.  ausgeführt  werden,  gelten  die  neuen 
Listenpreise  und  Lieferungsbedingungen. 

Der  Verband  deutscher  Herdfabrikanten,  Hagen  1.  W.,  hat  die 
Preisaufschläge  von  370  auf  600%  erhöht. 

Büchersohan. 

Der  gegenwärtige  Stand  der  „  Torf technih.  Von  Prof.  Dr. 
Keppeler,  Hannover.  Berlin  1922.  Preis  M  7,50.  Zu  beziehen  durch  die 
Versuchsanstalt  für  techn.  Moorverwertung  a.  d.  Techn.  Hochschule  Hannover. 

Die  Schrift  ist  die  Wiedergabe  eines  Vortrags,  gehalten  auf  der 
40.  Mitgliederversammlung  des  Vereins  zur  Förderung  der  Moorkultur  im 
Deutschen  Beiche.  Der  Verfasser  streift  darin  kurz  Produktion,  Gewinnungs- 
methoden, Entwässerung,  Brikettierung,  Verwertung,  Vergasung  usw.  von 
Torf,  und  zeigt,  was  erreicht  und  was  noch  zu  erstreben  ist.  Sicher  ist,  daß 
dem  Torf  in  seinem  Produktions-  und,  ^andgebifl  erhöhte  Beachtung  ge- 
schenkt werden  muß,  nachdem  da  seine  Verwendung  vorteilhafter  ist  als 
die  von  Bohbraunkohlen.  Die  Schrift  ist  auch  für  den  Fernstehenden  ganz 
interessant,  weil  sie  kurz  ein  Bild  des  gegenwärtigen  Standes  der 
Torftechnik  gibt,  die  in  kurzer  Zeit  sich  ganz  gut  enwickelt  hat. 

Das  Ende  des  Feuers.  Ein  phantastischer  Zukunftsroman  von 
Franz  Cervulus.   Berlin  SW  1922.   Verlag  F.  Fontane  &  Co.  sie 

Es  mag  zur  Abwechslung  auf  eine  belletristische  Neuerscheinung 
hier  hingewiesen  werden,  umsomehr  als  der  Verfasser  in  den  Kreisen  un- 
serer Industrien  nicht  unbekannt  ist.  Es  handelt  sich  um  eine  abenteuer- 
liche Erfindergeschichte,  in  der  mit  atemraubender  Spannung  die  geniale 
Entdeckung  und  Verwertung  neuer  Naturkräfte  und  die  gewaltigen  sozialen 
und  politischen  Umwälzungen,  die  dadurch  entstehen,  geschildert  werden. 
Durch  kühne  und  prophetische  Gestaltung  wissenschaftlicher  Probleme  er- 


874  —  Nr.  3« 


SPRECH  SAAL  — 'COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


innert  der  Verfasser  an  Jales  Verne,  durch  die  packende  Art  seiner  Dar- 
stellung an  die  besten  Detektiv-  und  Abenteuer-Romane.  Das  wärmeelek- 
trische Problem  wird  in  unterhaltender,  aber  auch  belehrender  Form  be- 
handelt, und  namentlich  dem  Glase  ist  dabei  die  Bolle  zugewiesen,  die 
Menschheit  von  der  Kohlennot  zu  erlösen  und  vom  Feuer  unabhängig  zu 
machen  nnd  Deutschland  zu  einem  neuen  Aufstieg  zu  verhelfen. 

Das  Bach  besticht  durch  die  Kühnheit  seiner  Oedanken  und  durch 
die  originelle  Art  der  Behandlung  wissenschaftlicher  Fragen.  An  Humor 
fehlt  es  darin  auch  nicht,  so  daß  der  Roman  dem  Leser  Stunden  der  Be- 
lehrung und  Erholung  zugleich  bietet,  vielleicht  auch  manchen  anregt,  wenn 
nicht  gerade  einem  Phantom  nachzujagen,  aber  doch  seinem  Werkstoff 
mehr  Beachtung  und  intensiveres  Studium  zu  widmen. 

Handbuch  der  rationellen  Verwertung,  Wiedergewinnung  und 
Verarbeitung  von  Abfallstoffen  jeder  Art.  Von  Dr.  Theodor  Koller. 
Dritte,  durch  Louis  Edgar  Andel  umgearbeitete  und  verbesserte  Auflage. 
Mit  39  Abbildungen.  (Chem.-techn.  Bibl.,  Bd.  61.)  Wien  und  Leipzig 
1921.   A.  Hartleb  en's  Verlag.  Preis  geh.  Ji  72—. 

In  dritter  Auflage  erscheint  das  vorliegende  Buch ;  heute  kommt  ihm 
aber  eine  erhöhte  Bedeutung  zu,  nachdem  die  Verhältnisse  seit  dem  Er- 
scheinen der  beiden  ersten  Auflagen  sehr  wesentlich  sich  geändert  und  die 
allgemeine  Wirtschaft  gezwungen  haben,  aus  Sparsamkeit  auch  Stoffe  zu 
verwerten,  die  fiüher  als  Abfall  unbeachtet  blieben.  Ja,  die  Abfallver- 
werl uDg  ist  heute  ein  Problem  nnd  ihr  verdanken  manche  Industrien  ihre 
Entstehung.  Abfälle  sind  Nebenprodukte  geworden,  aus  dem  frühe?  Wert- 
losen wurde  Wertvolles,  und  der  Krieg  und  der  darauf  folgende  Frieden 
haben  das  Ihre  dazu  beigetragen.  (Wer  dächte  da  nicht  zuweilen  schau- 
dernd an  den  vielen  „Ersatz"!)  ' 

Die  Schrift  gibt  einen  interessanten  Einblick  in  die  Abfallverwertung, 
umsomehr  als  sie  die  neueren  Fortschritte  und  bewährten  Verfahren  be- 
rücksichtigt. Man  muß  dabei  allerdings  oft  staunen  über  die  Findigkeit 
mancher  Menschen;  andererseits  erhält  man  anch  allerei  nützliche  Anreg- 
ung bezüglich  der  Verwendung  bisher  unbeachteter  Abfälle  und  Neben- 
produkte. Von  diesem  Gesichtspunkt  aus  dürfte  das  Buch  manchen 
befriedigen., 

Firmenregister. 

Deutschland. 

Thüringer  Porzellan-Industrie,  G.  m.  b.  H.,  Beutelsdorf.  Das  Stamm- 
kapital beträgt  jetzt  M  52  000. 

Porzellanfabrik  Kahla,  Kahla.  Vom  Betriebsrat  wurden  Porzellan- 
dreher F.  Dietsch  und  Angestellter  K.  Hüsemann  in  den  Aufsichtsrat  ent- 
sandt. 

Porzellanfabrik  Königszelt,  Königszelt  i.  SchleB.  Vom  Betriebsrat 
wurden  Fakturist  F.  Zufall  und  Fabrikarbeiter  P.  Schmidt  in  den  Auf- 
sichtsrat entsandt. 

Niedersachsenwerke,  A.-G.,  Lamspringe.  Max  Winzer  ist  nicht 
mehr  Vorstandsmitglied.   Die  Prokura  von  Karl  Baue  ist  erloschen. 

Porzellanfabrik  Thomas  &  Co.,  A.-G.,  München  (Seidlstraße  7). 
Grundkapital:  Ji  3  Mill.  Vorstandsmitglieder  sind  Keramiker  Franz 
J.  Czech  nnd  Bergwerksbesitzer  Karl  Nüssel,  Den  ersten  Aufsichtsrat 
bilden:  Ziviling.  F.  Boesenberg,  Bankier  K.  Guth  und  Kaufmann  A  Thomas. 

Elektro. Porzellanfabrik  S.  Bergmann  jr.  &  Co.,  Nenhaus  a.  Rennweg. 
Die  Gesellschaft  ist  gelöscht,  die  Firma  erloschen. 

Porzellanfabrik  Pausa  Seyfarth  &  Gr  oh,  Pausa.  Gesellschafter 
Johann  Albert  ist  ausgeschieden. 

Aelteste  Volkstedter  Porzellanfabrik,  A.-G.,  Volkstedt.  Die  Kapitals- 
erhöhung am  Ji  1  Mill.  auf  jt  9  Mill  ist  erfolgt. 

J.  W.  Remy,  Grenzhausen,  Zweigniederlassung  Saarbrücken  3. 
Die  Zweigniederlassung  ist  erloschen. 

Erich  Jähne,  Photochemische  Keramische  Kunstwerkstätte,  Keraphot, 
Niederlößnitz  (Friedrichstraße  12).  Inhaber  iat  Fabrikdirektor  Wilhelm 
A.  E.  Jähne. 

Ton-  nnd  Stein  zeug- Werke  W.  Richter  &  Cie.,  A.-G.,  Bitter  feld. 
Vom  Betriebsrat  wurden  G.  Hille  und  als  dessen  Ersatzmann  S.  Schrecken- 
berger  in  den  Aufsichtsrat  entsandt. 

A.-G.  Wiek- Werke,  Vereinigte  Fabriken  Merkelbach  &  Wiek,  Merkel- 
bach, Stadelmann  &  Co.,  Grenzhausen.  Die  Kapitalserhöhung  um 
Jt  2,5  Mill.  auf  Ji  3  Mill.  ist  durchgeführt. 

Marienberger  Mosaikplattenfabrik,  A.-G.,  Marienberg.  Die  Kapitals- 
erhöhnng  um  Jt  0,75  Mill.  auf  JL  2,25  Mill.  ist  erfolgt. 

Münchner  Majolika-Manufaktur,  G.  m.  b.  H.,  München  (Leopold- 
Straße  107).  Herstellung  von  Majoliken  und  Handel  mit  Keramiken  aller 
Art.  Stemmkapital:  Jt  180  000.  Geschäftsführer  ist  Keramiker  Otto 
Eisele. 

Münchner  Majolika  Manufaktur,  G.  m.  b.  H.,  Kommanditgesellschaft, 
München  (Leopoldstr.  107).  Herstellung  und  Vertrieb  keramischer  Er- 
zeugLisse.  Persönlich  haftende  Gesellschafterin  ist  die  Münchner  Majolika- 
Manufaktur,  G.  m.  b  H,  München.   Ein  Kommanditist  ist  beteiligt. 

Dampfziegelei  und  Schamottefabrik,  G.  m.  b.  I.,  Flensburg.  Die 
Vertretungsbefugnis  der  Liquidatoren  ist  beendet,  die  Firma  erloschen. 

Verband  Deutscher  Keramischer  Malereien,  e.  G.  m.  b.  H  ,  Bamberg. 
Gegenstand  des  Unternehmens  it>t  die  Förderung  der  gewerblichen  Inter- 
essen der  Mitglieder  insbesondere  durch:  a)  Versorgung  mit  Weißware, 
b)  Festsetzung  von  Lieferungsbedingungen,  c)  Erzielung  angemessener 
PreiBe  für  die  Erzeugnisse  der  keramischen  Malereien,  d)  Regelung  der 
geschäftlichen  Beziehungen  zu  den  Weißwarelieferanten  einerseits  und 
den  Kunden  andererseits,  e)  Stellungnahme  und  Schutzmaßnahmen  gegen- 
über außerhalb  der  Genossenschaft  bestehenden  keramischen  Malereien, 
f)  Kreditschutz,  g)  Beschlüsse  über  da«  Verhältnis  zu  den  Arbeitern  und 
Angestellten.  Haftsumme  M  100  für  jeden  Geschäftsanteil.  Vorstands- 
mitglieder: Fabrikbesitzer  K  Grimm,  1.  Vors  ,  Geschäftsführer  W.  Koch, 
2.  Vors.,  Malereibesitzer  W.  Conradt,  Stellv.  des  1.  Vors.,  Porzellanmalerei- 
besitzer  G.  Puracker,  Stell v.  des  2.  Vors.,  Forzellanmalereibesitzer 
F.  Weyrich,  Beisitzer, 


Rheinische  Glashütten,  A-G,  Köln-Ehrenfeld.  Vom  Betriebsrat 
wurden  Glasmacher  H.  Auweiler  and  Schmied  I.  Geyer  in  den  Aafsichts- 
rat  entsandt. 

G.  Müller,  Poeschmann  &  Co  ,  Döbern,  N.-L,  Vertretungsbefugt  ist 
nur  noch  Kaufmann  Ernst  Schneider  gemeinsam  mit  dem  Prokuristen 
H.  Roberth.  Die  Vertretungsbefugnis  des  Gesellschafters  Gottlieb  Küller 
ist  beendet. 

Glashütten  werke,  G.  m.  b.  H,  Wilhelm  Kralik  &  Co.,  Finkenheerd. 
Gottlob  Ritter  von  Kralik  ist  nicht  mehr  Geschäftsführer. 

Deutsche  Glas-  und  Spiegelfabriken,  A.-G,  Fürth.  Die  Kapitals- 
erhöhung um  Jt  3,8  Mill.  Stamm-  und  Ji  0,6  Mill.  Vorzugsaktien  auf 
Ji  11  Mill.  ist  durchgeführt. 

Tafel-,  Salin-  und  Spiegelglasfabriken,  A.-G.,  Fürth.  Als  weiteres 
Vorstandsmitglied  wurde  Dr.  Otto  Seeling  bestellt. 

Vereinigte  Spiegelfabriken,  A-G.,  Fürth.  Vom  Betriebsrat  wurden 
Beamter  J.  Neuhäuser  und  Maschinenarbeiter  D.  Bösl  in  den  Aafsichtsrat 
entsandt. 

Glashütten  werk  Elisabethhütte  Dr.  Ernst  Martin,  G.  m.  b.  H., 
Jamlitz.  Stammkapital:  M  500  000  Geschäftsführer  sind  Fabrikbesitzer 
Werner  Martin  und  Kaufmann  Erich  Boelcke. 

Glashütte  vormals  Ge-r,  Siegwart  &  Cie.,  A.-G.,  Stolberg,  Rhld 
Die  Kapitalserhöhung  um  Jt  2  Mill.  auf  Jt  3,2  Mill.  ist  erfolgt. 

Optische  Werke  Rüdersdorf,  A.-G,  Berlin  (Tempelhof er  Ufer  19). 
Herstellung  und  Vertrieb  von  optischen  Erzeugnissen  jeglicher  Art. 
Grandkapital:  Jt  5  Mill.  Direktor  Eduard  Kühl  ist  aus  dem  Vorstand 
ausgeschieden.  Vorstandsmitglieder  sind  Direktor  Franz  Henke  and 
Mathematiker  Hugo  Hahn.  Kurt  Hacke  und  Franz  Natebus  haben  Ge- 
samtprokura. 

A.-G.  Hahn  für  Optik  und  Mechanik,  Cassel.  Die  Kapitalserhöhung 
um  Ji  6  Mill.  auf  Jt  12  Mill,  ist  durchgeführt  Vom  Betriebsrat  wurden 
Dreher  F.  Müller  und  Buchhalter  A.  Büppel  in  den  Aufsichtsrat  entsandt. 

Optische  Schleiferei  Deschka  Jeschke  &  Co.,  Daschka  bei  Penzig,  O.-L 
Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  Landwirt  Richard  Neu,  Glas- 
BchleifermeiBter  Arthur  Jeschke  und  Kaufmann  Robert  Kahl.  Vertretungs- 
befugt sind  nur  A.  Jeschke  und  R.  Kahl,  und  zwar  jeder  selbständig. 

Glasschleiferei  und  Glasbiegerei  Nitzserie  &  Niese,  Niederschlottwitz 
Bez.  Dresden.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  Glasschleifer  Emil 
E.  0.  Nitzsche  und  Kaufmann  Emil  W.  Niese. 

Thüringer  Glaswarenfabrik,  A.-G.,  Oberweißbach  Herstellung  und 
Vertrieb  von  Gläswaren  jeder  Art,  insbesondere  Anfertigung  von  Isolier 
Haschen  nnd  Beteiligung  an  ähnlichen  Zwecken  dienenden  Betrieben  und 
Unternehmungen.  Grundkapital:  Jt  250000.  Vorstand  ist  Kaufmann  Dr 
Emil  Lehmann.  Kaufmann  Otto  Bogendörfer  hat  Prokura.  Aufsichtsrats 
mitglieler  sind  Direktor  P.  Parucker,  Justizrat  H.  Bogendörfer  und  Syn- 
dikus Dr.  W.  Eichhorn. 

Isolierflaschenfabrik  Qaandel  &  Göpfert,  G.  m  b.  H.,  Pirna.  Die 
Gesellschaft  ist  aufgelöst.  Etwaige  Forderungea  sind  bei  dem  Liqaidatoi 
Carl  Galmert,  Berlin  NW.,  Kirchstraße  21,  anzumelden. 

Heintz,  Kühn  &  Schrickel,  G.  m.  b.  H,  Stützerbach,  W.-A.  Herstellung 
und  Vertrieb  von  Glaswaren  jeder  Art,  insbesondere  Anfertigung  von 
Isolierflaschen.  Stammkapital:  Ji  90000.  Geschäftsführer  sind  die  Fabri 
kanten  Ernst  Heintz,  Arthur  Kühn  and  Arno  Schrickel,  von  denen  je  zwei 
gemeinsam  vertretungsbefugt  sind. 

Karl  Ernst  Schrickel,  Sttttzerbach,  W.-A.  Alleiniger  Inhaber  isl 
Glasinstrnmentenfabrikant  Karl  E.  Schrickel. 

Fttrther  Verein  bayerischer  Tafelglashütten,  G.  m.  b.  H.,  Fürth.  Ai 
Stelle  des  ausgeschiedenen  Heinrich  Kupfer  wurde  Fabrikdirektor  Philipp 
Weinstein  als  Geschäftsführer  bestellt. 

Westf.  Stanz-  und  Emaillierwerke,  A.-G.,  vorm.  J.  &  H.  Kerkmann 
Ahlen.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen  Emil  Wagner  wut de  Direktor  Han 
Kerkmann  zum  Vorstandsmitglied  bestellt. 

Linke-Hofmann-Lauchhammer,  A.-G.,  Breslau.  Die  Direktoren  Dr.-Ing 
h.  c.  Adelf  Wiecke,  Friedrich  Möller,  Carl  Leussing,  Gustav  Kiene,  Heinric) 
Koppenberg,  Richard  Lippmann  wurden  zu  ordentlichen  Vorstandsmit 
gliedern,  Direktor  Fritz  Ptihler  zum  Btellvertr.  Vorstandsmitgliede  bestellt 
Dr.  Hugo  Solbrig  hat 'Gesamtprokura. 

Eisenwerke  Gaggenau,  A.-G.,  Gaggenau.  Die  Kapitalserhöhung  un 
Ji  12  Mill.  Stamm-  und  Ji  0,5  Mill.  Vorzugsaktien  auf  Jt  25  Mill.  is 
erfolgt. 

Eisenhüttenwerk  Marienhütte  bei  Kotzenau,  A  -G.  (vorm.  Schlittger 
&  Haase),  Kotzenau.  Generaldirektor  Zöller  ist  auch  bei  Vorhandensein 
mehrerer  Vorstandsmitglieder  selbständig  vertretungsbefugt. 

Bing- Werke,  vorm.  Gebrüder  Bing,  A.-G.,  Nürnberg.  Generaldirektoi 
Stephan  Bing  und  Direktor  Justin  Schwarz  Bind  selbständig  Vertretung» 
befugt. 

Schwan-Emaillierwerke  and  Metallwarenfabrik,  G.  m.  b.  H.,  Zwickau 
Das  Stammkapital  ist  um  J  1  Mill.  auf  Jt  1,5  Mill.  erhöht  worden. 

Alfred  Teuber  Nachfolger,  Inhaber  Johann  Meybobm,  Hirschberg 
Haushaltungs-,  Glas-  und  Porzellangeschäft.  Inhaber  ist  Kaufmann  Joham 
Meybohm. 

Schulz  &  Oschsner,  Glas-,  Porzellan-  und  Steinguthandlung,  Krumm 
hübel  i.  R.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  sind  die  Kaufieute  Frit: 
Schulz  und  Karl  Oechsner. 

Killiach  von  Horn  &  Co.,  Leipzig  (Zeitzer  Str.  7).  Export-  un 
Kommissionsgeschäft  mit  Warenhausartikeln,  medizinischen  GlaBwaren  un 
Instrumenten.  Persönlich  haftende  Gesellschafter  siud  Karoline  gen.  Lin 
gesch.  Killisch  von  Horn  und  Dr.  med.  Carl  A.  Wittkugel. 

Stegmann  &  Co.,  Metallwaren  nnd  Keramische  Erzeugnisse,  G  in.  b.  H 
Nürnberg  (Mögeldorf er  Str.  6)  Herstellung  und  Vertrieb  von  keramische: 
Erzeugnissen  und  Metallwaren  aller  Art.  Stammkapital :  Ji  100  000.  Ge 
schäftiführer  ist  Kaufmann  Eduard  Stegmann. 

Weokotherm,  A.-G.,  Schmiedefeld,  Kr.  Schleusingen.  Der  Sitz  is 
nach  Frankfurt  a.  M.  verlegt. 

Glas-,  Granit-  und  Syenitwerke  (vormals  Friedrich  Hagelauer)  lnl 
Panl  Fingas,  Liegnitz.  Inhaber  ist  Kaufmann  Paul  Fingas.  Die  Kani 
leute  Werner  nnd  Walter  Fingas  haben  Einzelprokura.  Verbin dlichkeitei 
und  Forderangen  sind  nicht  übernommen  worden. 


J 


ito.  (66.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  -  CÖßUftO. 


Nr.  33  —  875 


Aloys  Josef  Möller,  Siershahn.  Betrieb  von  Tongruben  sowie  Ver- 
kauf und  Handel  mit  Ton.    Inhaber  ist  Kaufmann  Aloys  Müller. 

Drewing-Brann,  ö.  m.  b.  H„  Waldhilsbach  b.  Heidelberg.  Ge- 
winnung und  Verwertung  von  Ton,  Herstellung  von  Tonwaren  und  feuer- 
festen Produkten,  Erwerb  von  weiteren  Tonländereien  und  Beteiligung 
an  ähnlichen  Unternehmungen  sowie  auch  Fabrikation  von  chemisch- 
technischen  Produkten.  Stammkapital:  M  737  000.  Geschäftsführer  ist 
Kaufmann  Conrad  Drewing. 

Tonwerksverband  m.  b.  H,  Coblenz.  Abschluß  von  Verträgen  mit 
firmen,  welche  Tongrubsn  ausbeuten  oder  Ton  vertreiben,  mit  anderen 
deutschen  'Verhäfiden  oder  Körperschaften  des  TonbergbaueB,  die  gleiche 
üder  ähnliche  Zwecke  verfolgen,  mit  sonstigen  Verbänden,  Körperschaften 
oder  Einzelfirmen,  Erwerb  von  Belohnungen  und  von  Grundstücken,  so- 
Irie  Handel  mit  Tob,  wenn  dies  zur  Bekämpfung  der  KonkurreKZ  er- 
forderlich ist.  Stammkapital :  Jl  20  000.  Geschäftsführer  ist  Dr.  Heinrich 
Crome. 

Ofen-Industrie-A..-G.,  Berlin  (Schönhauser  Allee  8).  Herstellung  von 
and  Handel  in  technischen  Oefen  aller  Art,  sowie  Herstellung  vollständiger 
Anlagen  mit  Ofenbetrieb.  Grundkapital:  Ji  260  000.  Vorstand  ist  Kauf- 
mann Carl  Boye.  Den  ersten  Aufsichtsrat  bilden:  Direktor  P.  C.  Pleiß, 
Fabrikbesitzer  0.  Asch,  Justizrat  Dr.  F.  W.  Erlinghagen  und  Kaufmann 
E.  Puttfarcken. 

Gla&maschinen-Induetrie,  G.  m.  b.  H.,  Berlin  W  30.  Baurat  Schiller 
hat  sein  Amt  als  Geschäftsführer  niedergelegt  und  den  Vorsitz  im  Auf- 
bichtsrat  übernommen.  Die  Firma  ist  geändert  in :  „Schiller-Glasmaschinen 
Industrie,  G.  m.  b.  H."  Die  Prokura  des  zum  Geschäftsführer  ernannten 
jDirektor  Alfred  Aftergat  ist  erloschen.  Bud.  E.  Newman  und  E.  Werner 
laben  Gesamtprokura. 

Kachelofenbeizungs-Baugesellschaft  m.  b.  H.,  Bochum.  Bau  von 
Kamin-  und  Kachelöfen,  sowie  von  Kachelofenluftheizungen  Stamm- 
kapital :  M  100  000,  Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer  sind 
Fabrikant  Carl  Bumpf  und  Ing.  Albert  Staubach 

Johann  Blaschek  &  Söhne,  Fabrik  und  Bauausführung  von  Kachel- 
ibeizanlagen,  Bruchsal.  Die  Firma  lautet  jetzt:  „Johann  Blaschek  Söhne, 
Ofenfabrik,  Bruchsal".   Johann  Blaschek  ist  ausgetreten. 


Oesterreich. 

Moosbrnnner  Glasfabriks-A.-G.,  Wien.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen 
jDr.  E.  Frank  und  V.  Ziegler  wurden  Dr.  H.  Freund  und  A  Jessler  in  den 
Verwaltungsrat  berufen. 

!  Oberösterreichische  Glasballon-  und  Flaschenfabrik,  A.-G.,  Wien. 
jUnter  vorstehender  Firma  wurde  in  Wien  eine  Zweigniederlassung  errichtet. 
Hauptniederlassung  in  Eit  bei  Lambach. 

Safier  &  Wallerstein,  G.  m.  b.  H.,  Wien.  Die  Firma  lautet  jetzt: 
;Porzellan-  und  Metallwaren-Handelsgesellschaft  m.  b.  H."  Das  Stamm- 
jkapital  beträgt  jetzt:  Kr.  500  000.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen  Josua 
und  Josef  Saüer  wurden  die  Kaufleute  I.  Balter,  E.  Neugröschel  und 
8.  Alexandrowicz  als  Geschäftsführer  bestellt. 

Ernst  WabliBS,  A.-G.,  Wien.  Handel  mit  keramischen  Waren,  Por- 
zellan- und  Steingutwaren  sowie  Glaswaren  aller  Art.  Aktienkapital: 
Kr.  40  Mill.  Verwaltungsratsmitglieder  sind:  Direktor  E.  Aldor,  General- 
irat  M.  Cavaler  de  Anhauch,  Dr.  L.  Bestermann,  V.  Brausewetter  jan, 
iätfl  Bronner,  Prof.  J.  Hertl,  die  Bankiers  K.  Kola  und  A.  Kola,  Direütor 
8t.  Kath,  Hofrat  A.  Schmidt,  Bankdirektor  S  Schwarz,  Kommerzialrat 
E.  Wabliss,  Bankdirektor  A.  Wechsberg  und  Gutsbesitzer  P.  Kinsky. 

GlaBvertriebsgesellschaft  Kachmann  &  Co..  Wien.  Die  Firma  ist 
»rloschen. 

in, 

m  Tscbechoslowakien. 

P.  A.  Wranitzky,  Frainersdorf.   Nunmehr  fabriksmäßige  Erzeugung 
»4von  Tonwaren.    Jetziger  Inhaber  ist  Paul  Wranitzky. 

„Bohemia",  Karlsbader  keramische  Werke,  A.-G.,  Karlsbad.  Ver- 
waltungsrat L.  Popper  ist  ausgeschieden. 

Briesener  Ton-  und  Schtmottewerke,  A-G.  (Brezinske  doly  na  hlinu 
a  samotärny,  akc.  spol.),  Brünn.    An  Stelle  des  ausgeschiedenen  G.  Kux 
(«wurden  Ing.  0  Goldätain  und  log.  A.  Sklenät  in  den  Verwaltangsrat  he- 
ilt rufen.    Die  Prokura  von  A.  Kauba  ist  erloschen 

Schamotte-  und  Tonwarenwetke  Möcfel  &  Co.,  Chodau.  Die  Firma 
lautet  jetzt:  „Schamotte-  und  Tonwarenwerke  Josef  Riedl."  Ing.  W.  Möckl 
ist  ausgeschieden.   Nunmehriger  Inhaber  ist  Josef  Riedl. 

Glasfabrik  Bilin,  Engels  &  Cj.  (Sklärna  Biiinskä  Engels  a  spol.), 
Bilin.  Leon  Loupot  und  Charles  Ziegler  Bind  als  persönlich  haftende  Ge- 
sellschafter eingetreten. 

Karlsbader  Glasindustriegesellschaft  Ludwig  Moser  u.  Söhne,  Meier- 
ten. Die  Firma  ist  erloschen  infolge  Ueberganges  des  Betriebes  an  die 
Karlsbader  Glabindustriegesellschaft  Ludwig  Moser  &  Söhne  A.-G. 

Eduard  Rtdlhammer  &  Söhne,  öablonz.    Glasfabrik  und  Erzeugung 
s4von  chemischen  und  keramischen  Produkten    Persönlich  haftende  Gesell- 
schafter sind  Eduard  L.  Redlhemmer,  lug.  Walter  Redlhammer,  Dipl.-Ing. 
Eduard  W.  Redlhammer  und  Ing.  Oskar  Redlhammer.   Jeder  ist  selbst- 
iteatändig  vertretungsbefugt. 

Franz  Stefezius  &  Co.,  Josefsthal, 
niii!  Eduard  Stefezius  ist  ausgeschieden, 
dl        Glasbearbeitungswerke  Breuer,  Klaus  &  Werner,  Reichenberg.  Per- 
jmjBönlich  haftende  Gesellschafter  Bind  Adolf  Breuer,  Rudolf  Klaus  und  Franz 
Werner.   Jeder  ist  selbständig  vertretungsbefugt. 

Otto  &  Weidermann,  keramische  Erzeugnisse,  Karlsbad.    Die  Firma 
flautet  jetzt:  „E.  Otto,  Import  Export- Kommission,  Porzellan,  Steingut". 
Nunmehriger  Inhaber  ist  Emil  Otto. 

Kaohna,  akc.  spol.  Karlovarskeho  kaolinoveiio  prumyslu  (Kaolina, 
Karlsbader  Kaolin-Industrie  A.-G.),  Karlsbad.  Aktienkapital:  Kc  6,6  Mill. 
•Verwaltungsrat:  0.  Dobrensky,  F.  Fuchs,  Dr.  A.  Ries,  A.  Roth,  G.  Schwarz 
und  J.  Weiser. 

Zettlitzsr  Kaölinförderanlage  Kraul  &  Co.,  Zettlitz.  Persönlich 
haftende  Gesellschafter  sind  Maiie  Kraul,  lug.  Bruno  Castelli,  Ing.  Robert 
Payer  und  Dr.  Theodor  Seidel. 


Glasschleiferei.  Gesellschafter 


Jugoslawien. 

Slavenski  tekstil  Alois  Beranek,  Zagreb.  Agentur-  und  Kommissions- 
geschäft in  Glas-,  Porzellan-  nnd  Emailwaren.  Inhaber  ist  Alois  Beranek. 
L.  Rehor  hat  Prokura.   

Patente. 

Deutsches  Reich. 
Erteilungen. 

364  941.  80  b,  12.  Verfahren  zur  feinen  Verteilung  von  Flußnaitteln 
in  keramischen  Massen.  Ludwig  Wessel,  A.-G.  für  Porzellan-  und  Steingut- 
fabrikation, Bonn.   7.  8.  20. 

354  948.  12  h,  2.  Kassettenringofen,  mit  von  oben  bedienbaren 
Kassetten.    Franz  Meiser  u  Karl  Meiser,  Nürnberg.   5. 12.  20. 

355  036.  13  a,  26.  Verfahren  zur  Herstellung  einer  feuerfesten  Ver- 
kleidung von  Feuerbuchsrohrwäuden:  Fritz  Kramer,  Schötmar,  Lippe. 
20.  7.  20. 

365  098.  80  c,  5.  Gaskanalofen  mit  Frischluftzuftthrung  zu  den 
Gasdüsen,    Peter  Joseph  Lengersdorff,  Berlin,  Knesebeckstr  46.    14.  1.  19. 

.355  258.  36  b,  6.  Kachelofen;  Zus.  z.  Pat.  354483.  August  Ad  amietz, 
Hamburg,  Borgfelder  Str.  10.  9.12.17. 

355  302.  12  m,  6  Verfahren  zur  Gewinnung  von  Tonerde  durch 
Umwandlung  des  Tonerdegehaltes  eines  Tonerde  und  Kieselsäure  enthaltenden 
Stoffes  in  lösliches  Alkali-Aluminat  und  des  Kieselsäuregehaltes  in  unlös- 
liches Calciumsiiikat.  Metallbank  und  Metallurgische  Gesellschaft,  A-G., 
Frankfurt  a.  M.    12  5  16. 

365  312,  21  f,  40.  Maschine  zum  Verschließen  von  spitzeulosen 
Birnen  elektrischer  Glühlampen.  International  General  Electric  Company, 
Inc.,  Schenectady,  V.  St.  A.    7  7.  20.    V.  St.  Amerika  24  4.  19. 

356  394.  21c,  1.  Isoliermaterialien  mit  Metallüberzügen  von  hoher 
Leitfähigkeit.  Feiten  &  Guilleauine,  Carlswerk,  A.-G.,  Köln-Mülheim, 
27.  7.  20. 

356  427.  37  f,  3.  Säurebeständige  Auskleidung  für  Türme,  Behälter 
Kamine,  Rohre  und  dergl.  Tonwerk  Biebrich,  A.-G.,  Schamottefabrik 
Biebrich  a.  Rh.   27  3.  21. 

355  443.  48  a,  2  Verfahren  zum  Ueberziehen  von  keramischen  und 
ähnlichen  Waren  mit  einem  festhaftenden  metallischen '  Oeberzug.  Quintin 
Marino,  London.    10.11.21.  c 

365  467.  76  c,  29.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Email-,  Glas-  und 
Qaarzschichten  auf  Gegenständen  ans  Kohle  oder  kohlenStoff reichen  Ver- 
bindungen.  Nicolaus  Meurer,  Berlin-Tempelhof,  Kaiser-Korso  4.   23  8.  21. 

355  484.  12  h,  2  Verfahren  zur  Herstellung  von  Formstücken  aus 
reinem  Graphit.   Dr.  Emil  Trutzer,  München,  Steinsdorfstr.13.    23. 11,  20. 

355  544.  21c,  13.  Hänge-  und  Abspannisolator  mit  Metallkappe 
und  kittloser  Verbindung  zwischen  beiden.  Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal 
&  Co..  A-G.,  Selb  in  Bayern,    1.6.  19. 

355  591.  32  b,  2.  Verfahren  zur  Herstellung  weißer  getrübter  Gläser, 
Emails  und  Glasuren;  Zas.  z.  Pat.  331 682.  Eduard  Rietz,  Sao  Paulo, 
Brasilien.    10.5  19. 

355  613.  30  b,  14.  Auswechselbarer  Borzellanzahn  mit  eingebranntem 
Gewinderöhrchen  und  Schraubenbefestigung.  Rudolf  Rath,  München,  Lind- 
wurmstraße 203.    25.  7.  18. 

355  722.  80  c,  11.  Schachtofen  für  pul  verförmiges  Gut,  insbesondere 
für  Gips.    Andre  Paul  Edouard  Bourdet,  Paris.    1.  7  21. 

355  881.  31c,  1.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Formsand.  Fritz 
Kripke,  Chemische  Fabrik,  G.  m.  b.  H ,  Neukölln.   29  6.  21 

356  883.  32  a,  27.  Verfahren  zum  Zusammenschmelzen  der  Glasteile 
von  Glühlampenkolben  und  anderen  Glaskörpern  mit  Hilfe  eines  löslichen 
Flusses.  Leopoldo  Sanchez  Vello,  Barcelona,  Spanien.  4. 5.  19.  Spanien 
22.1.19. 

355  982.  30  b,  14.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Hohlräumen  in 
künstlichen  Mineralzähnen  mittels  Kerne.  Frankfurter  Dental -Werke 
Schulz,  Nicklas  &  Co.,  Frankfurt  a.  M,    13. 10.  20. 

355  997.  21  c,  13.  An  festen  Stützen  anzubringender  Hängeisolator ; 
Zus.  z.  Pat.  344  396.  Elektrotechnische  Industrie,  G.  m.  b.  H.,  Duisburg- 
Wanheimerort.   7. 10.  19.  1  l 

355  998.  21c,  13.  Hängeisolatoren-Kette;  Zus.  z.  Pat.  352  916. 
Siemens- Schuckertwerke,  G.  m  b  H,,  Siemensstadt  bei  Bsrlin,:  %  1;.;20.  ; 

356  004.  36  a,  13.  Ofen  aus  Bich  selbst  verankernden  Kacheln. 
Kurt  Reiche,  Stettin,  Linsingenstraße  19.   2.3.20.  .«  { 

356  037.  80  c,  5.  Ofenanlage  zum  Brennen  feuerfester,  besonders 
kalkgebundener  Steine  (Silika,  Dinas);  Zus.  z  Pat.  347  672'.  '  Dr.-Ing. 
Heinrich  Koppere,  Essen,  Ruhr,  Moltkestr.  29    6.  7.  21.  } 

356  129.  36  a,  13.  Als  Zwischenlage  dienender  Döppelrahmen  für 
Kachelöfen.   Robert  Könnecke,  Brannschweig,  Bültenweg  59.^6.2.20. 

356  299.  21  c,  15.  Kittloser  Isolator.  Societä  Ceramica  Richard- 
Gineri,  Mailand.    16  11.  16 

356  381.  57  b,  15.  Verfahren  zur  photographischen  Herstellung  von 
Mustern  auf  Glas,  Porzellan  und  dergl.  Johannes  Sobawa,  Brieg,  Schi., 
Bismarckstraße  7.    16  7.21.  " 

356  476.  67  a,  19.  Vorrichtung  zum  Anschleifen  zweier  im  Winkel 
zueinander  liegender  Facetten  an  ovale  Brillengläser  durchgebogener  Form 
(Menisken).  Otto  Schwarz,  Charlottenburg,  Stuttgarter  Platz  10  ä. 
4.3.19. 

356  489.  80  b,  7.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Kunstmeerschanm ; 
Zus.  z.  Pat.  340  533.   Paul  Deußing,  Ruhla  i.  Th.   24. 9.  21. 

356  491.  80  d,  1.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Schneide-  oder 
Trennscheiben  nnd  Schneide-  oder  Trennscheibe  zum  Schneiden  von  Glas 
oder  ähnlichem  harten  Material.  Optische  Anstalt  C.  P.  Goerz,  A.-G., 
Berlin-Friedenau.   4.  3.  20, 

356  603.  la,  25.  Verfahren  zur  Reinigung  von  Erzen,  insbesondere 
von  Graphit.  Elektro-Oamose,  A  -G.  (Graf  Schwerin  Gesellschaft),  Berlin. 
22  7.  19. 

356  513.  21  c,  14.  Gestürzte  Stützisolatoren.  Dr-Ing.  A.  Schwaiger, 
Karlsruhe,  Eisenlohrstraße  39.  10.8.20. 

356  523.  30  b,  14.  Künstlicher  Zahn  Otto  Wiemer,  Charlottenburg, 
GrolmanatraUe  17.   16. 11.  21. 


37«  —  Nr.  33 


SPRECHSAAL- COBURG. 


1922.  (Bl.  Jahrgang.) 


35*526.  32  a,  31.  Verschmelzvorrichtung  für  Gläser.  Maarice  Matby, 
Flemalle-Grande,  Belgien.   11  6  18  . 

356  580.  77  g,  6.  Trinkglas.  Moritz  Schmidt,  Bautzen,  Kauer- 
straße  11.    18  h  21. 

356  622.  24  k,  3.  Heizrohr  mit  Einbau  aus  feuerfester  MaBse.  Otto 
Hartmann,  Friedenstr.  59,  Carl  Hartmann,  Oestliche  Karl-Friedrich-Str.  30, 
und  Adolf  Wachsmann,  Gartenstr.  9,  Pforzheim.   13  11.  20 

356  623  24k,  4.  Einbau  aus  feuerfestem  Stoff  zwischen  Heizrohre. 
Dipl.-Ing.  Alfred  Walter,  München,  Ohmstr.  5.   26. 10  20. 

356  639.  30  k,  4.  Flasche.  Dr.  Gerhard  Madaus,  Bonn,  Simrock- 
straße  20    19.  6.  21.   

Beschreibungen. 

Yerfahren  zur  Herstellung  möglichst  schlierenfreien  optischen 
Glases.  Eine  fertige  Schmelze  optischen  Glases  wird  im  Verhältnis  zu 
ihrer  Masse  großer  Oberfläche  von  einem  die  Durchmischung  bis  zu 
möglichst  vollständiger  Beseitigung  der  Schlieren  ermöglichenden  Flüssig- 
keitsgrade so  rasch  und  bis  zu  solchem  Zähigkeitsgrade  abgekühlt,  daß 
eine  Entmischung  möglichst  verhindert  wird.  32  a,  5.  Nr.  300  095. 
2.  9.  15.   Josef  Desenberg,  Berlin-Friedenau. 

Yerfahren  zur  Herstellung  möglichst  schlierenfreien  optischen 
GlaseB  nach  Patent  300  095.  Das  schlierenfrei  gemachte  flüssige  Glas 
wird  im  Verhältnis  zu  seiner  Masse  großer  Oberfläche  durch  Gase,  Flüssig- 
keiten oder  feste  Stoffe  so  schroff  und  bis  zu  solch  niedriger  Temperatur 
hinab  abgekühlt,  daß  es  unter  völliger  Erstarrung  zerspringt,  worauf  die 
Bruchstücke,  wie  üblich  weiter  verarbeitet  werden,  nötigenfalls  unter 
Wiedervereinigung  zu  kleiner  Bruchstücke  auf  an  sich  bekannte  Weise 
im  plastischen  Zustande.  32  a,  5.  Nr.  302  571.  15.  9.  15.  (Zusatz  zum 
Patent  300  095).   Josef  Desenberg,  Berlin-Friedenau. 

Verfahren  zur  Herstellung  möglichst  schlierenfreien  optischen 
Glases  nachdem  Verfahren  gemäß  Patent  300  095.  Die  entschlierte  Glas- 
schmelze wiri»aufl  dem  Schmelz-  oder  Vorratsbehälter  in  Formen  gegossen, 
in  welchen  sie  infoige  der  geringeren  Masse  und  verhältnismäßig  größeren 
Oberfläche  s6'iwrwäi  und  bis  zu  solchem  Zähigkeitsgrade  abkühlt,  daß  eine 
Entmischung  Täglichst  verhindert  wird.  32  a,  5.  Nr.  303  263.  15.  9.  15. 
(Zusatz  zum  Patent  300  095)*   Josef  Desenberg,  Btrlin-Friedenau. 

1  Verfahren  zur  HersteUung  möglichst  schlierenfreien 
optischen  Glases  gemäß  Patent  300  095.  Von  der  fertigen  Schmelze,  die 
einen  die  Durchmischung  bis  zu  möglichst  vollständiger  Beseitigung  der 
Schlieren  ermöglichenden  Flüssigkeitsgrad  hat,  wird  ein  Teil,  von  im 
Verhältnis  zu  seiner  Masse  großer  Oberfläche,  in  der  Hauptmasse  der 
Schmelze  unter  möglichst  geringer  Bewegung  und  Mischung  so  abge- 
grenzt, daß  er  gegen  Wärmezufuhr  von  der  Hauptmasse  durch  Zuleitung 
der  Wärme  oder  Vermischung  der  Massen  ausreichend  geschützt  ist, 
worauf  man  dieserr-Ttil  so  rasch  und  bis  zu  solchem  Zähigkeitsgrade  ab- 
kühlt, daß  die  SMierenbildung  möglichst  verhindert  wird 

2.  Ausführttigsform  des  Verfahrens  gemäß  Anspruch  1.  Der  abge- 
grenzte Teil  wird  nach  einiger  Abkühlung  und  Verfestigung  aus  der 
Schmelze  entnommen  und  rasch  zu  Ende  gekühlt.  32  a,  5.  Nr.  303  264 
22.  12.  15.  (Zusatz  zum  Patent  300  095).  Josef  Desenberg,  Berlin- 
Friedenau. 

1  Verfahren  zur  Herstellung  möglichst  schÜerenfreien 
optischen  Glases  gemäß  Patent  300  095  .  Die  Abkühlung  der  Glasschmelze 
wird  bei  im  Verhältnis  zur  Masse  großer 'Oberfläche  und  dem  die  Durch- 
mischung bis  zu  möglichst  vollständiger  Beseitigung  der  Schlieren  er- 
möglichenden Flüssigkeitsgrade  nach  möglichst  vollständiger  Durch- 
mischung und  Eutächlierung,  aber  ohne  das  Verschwinden  der  Gasblasen 
aus  dem  unmittelbar  abzukühlenden  Teile  der  Schmelze  abzuwarten,  be- 
sonnen _  ,  V 

2.  Verfahren  zur  Herstellung  möglichst  schlierenfreien  optischen 
Glases  gemäß  Patent  300  095.  Die  Glasschmelze  wird  bei  dem  die  Durch- 
mischung bis  zu  möglichst  vollständiger  Beseitigung  der  Schlieren  er- 
möglichenden Flüssigkeitsgrade  durch  darin  erzengte  aufsteigende  Gas- 
blasenströme  bis  zur  endgültigen  Entschlierung  umgerührt  und  darauf 
bei  großer  Oberfläche  so  rasch  und  bis  zu  solchem  Zähigkeitsgrade  ab- 
gekühlt, daß  eine  Entmischung  möglichst  verhindert  wird.  32  a,  5. 
Nr.  303  993.  27.  7.  16.  (Zusatz  zum  Patent  300  095).  Josef  Desenberg 
Berlin-Friedenau. 

1.  Verfahren  zur  Herstellung  möglichst  schlierenfreien 
optischen  Glases,  bei  welchem  zwecks  ununterbrochenen  Arbeitsgarges 
die  Schmelze  in  ein  Bührgefäß  ständig  zufließt  und  ebenfalls  ständig  in 
dem  Gefäß  bis  zur  Entnahme  zwecks  Abkühlung  bei  verhältnismäßig 
großer  Oberfläche  mit  Bührern  gemischt  wird,  gemäß  Anspruch  3  des 
Patentes  300  095.  Die  Bearbeitung  des  Glases  mit  Bührern  und  bis  zur 
Entnahme  zwecks  Abkühlung  bei  verhältnismäßig  großer  Oberfläche  wird 
in  mehreren  hintereinandergeschalteten,  von  der  Schmelze  durchflossenen 
Behältern  vorgenommen. 

2.  Ausfuhrungsform  des  Verfahrens  gemäß  Anspruch  1.  Als  Btthrer 
in  der  GlaBmasse  werden  aufsteigende  Gaublasenströme  an  solohen  Punkten 
der  Schmelze  erzeugt,  wtlche  Querreihen  in  der  Strömung  der  Schmelze 
durch  das  Bührgefäß  bilden,  32  a,  5.  Nr.  306  308.  17.  2.  17.  (Zusatz 
zum  Patent  300  095).   Josef  Desenberg,  Berlin-Friedenau.       t«<  tv 

Maschine  zum  Schleifen  ton  Winkelkantenflächen  au  unrunde 
Brillengläser.  Der  Anschliff  wird  durch  eine  ebene,  mit  einem  Anschlag  zu- 
sammenwirkende LeitBcheibe  begrenzt,  die  auf  der  Werkstückwelle  ange- 
ordnet ist,  und  diese  Welle  ist  um  eine  Achse  schwenkbar,  von  der  sie 
senkrecht  geschnitten  und  die  Achse  des  Schleifsteins  senkrecht  gekreuzt 
wird  Der  Anschlag  ist  um  eine  AchBe  schwingbar,  die,  der  Schwenkachse 
der  Werkattickwelle  parallel  und  zu  ihr  einstellbar,  in  der  Ebene  durch 
diese  Schwenkachse  und  den  Berührungspunkt  der  Winkelkante  mit  der 
Schleiffläche  liegt.  Die  Leitscheibe  ist  auf  der  Werksttickwelle  litngaver- 
schieblich,  und  sie  und  der  Anschlag  greifeh  einander  seitlich  um,  so  daß 
die  MitteleWhe  der  Leitacheibe  bei  der  Drehung  der  Werkstückwelle  stets 
einen  unveränderlichen  Abstand  von  der  Schwingachse  des  Anschlags  hat. 
67  a,  18.  J^r.  849  640.   7.  4  18.    Carl  Zeiß,  Jena. 


Verfahren  zur  Gewinnung  von  Feldspat  durch  Umarbeitung 

von  weniger  gut  gestellten  feldspatähnlichen  Gesteinen  zu  normalen,  den 
nordischen  (Mehl)  gleichwertigen  Feldspaten.  Anormale  Feldspatgesteine 
werden  durch  Trocknen,  Abschrecken,  Zerkleinern  und  Mahlen  behandelt, 
und  das  Mehl  wird  hauptsächlich  durch  Verminderung  der  Kieselsäure 
(Quarz)  auf  einem  Windsichter  in  den  Zustand  guten  nordischen  Feldspat- 
mehles  übergeführt.  80  b,  12.  Nr.  349  781.  10.3.21.  Beinhold  Froelich, 
Meißen  i.  Sa. 

Verfahren  zur  Herstellung  von  feuerbeständigen  Glimmer- 
platten.  Man  vermahlt  Glimmerabfälle  und  läßt  auf  diese  Kieselsäurehydrat 
mit  Boviel  Alkali  und  GaO  einwirken,  als  zur  Bindung  der  Kieselsäure 
gerade  ausreicht,  formt  das  Gemisch  zu  Platten  und  erhitzt  bis  zum 
Schmelzen  des  Silikats.  21  c,  9.  Nr.  349  849  .  6. 11.  20.  Paul  Kertesz, 
Budapest. 

Kammerringofen  zum  Brennen  von  keramischen  Waren,  Kalk, 
Dolomit  u.  dgl.,  gekennzeichnet  durch  die  vereinigte  Anwendung  folgender 
an  sich  bekannter  Merkmale :  a)  Ueberleituigskanäle  von  d«r"Oftadecke  der 
einen  zur  Sohle  der  nächsten  Kammer  für  die  Kühlluft;  b) '.ftutthtötts- 
öffnung  von  der  Sohle  der  einen  zur  Sohle  der  nächsten  Karagner  für  die 
Bauch  gase,  c)  Sandkanäle  zum  Schließen  der  Durchtrittsöffnungen  mit 
Sand.  80  c,  1.  Nr.  349  951.  22.8.  19.  Dr-Ing.  Heinrich  Koppers,  Essen, 
Ruhr. 

Kammerringofen  mit  überschlagender  Flamme  und  in  den 
Kammertrennwänden  angeordneten  Gaserzeugern,  bei  denen  die  Luft  bzw. 
das  Gemenge  von  Luft  und  Verbrennungsgasen  teils  durch:  «Jen  Bost,  teils 
an  der  Gaserzeugerwand  entlang  geführt  wird.  Zwischen  den  Gaserzeugern 
liegen  Luftkanäle,  die  oben  durch  schräge  Leitwände  abgeschlossen  sind, 
welche  die  von  unten  eintretende,  an  der  Gaserzeugerwand  entlang- 
streichende Luft  zu  den  über  den  Gaserzeugern  liegenden  Flammenaus- 
trittsöffnungen hinleiten.  80  c,  1.  Nr.  349952.  22.4.20.  Aloysius  Wü- 
helmus  Franciscus  Weyers,  Tilburg,  Niederlande. 

Selbsttätige  Keibradspindelpresse  znr  Herstellung  von  Fliesen 
o.  dgl.  Sowohl  die  Verschiebung  der  Reibscheibenachse  erfolgt  selbsttätig 
und  in  Uebereinstimmung  mit  der  durch  die  verschiedene  Einschaltung 
des  Schwungrades  bewirkten  Pressung,  als  auch  der  Antrieb  und  die  Hin- 
und  Rückbewegung  der  Fttllvorrichtung,  sowie  die  Betätigung  an  sich  be- 
kannter Bremseinriohtungen  für  das  Schwungrad,  ferner  die  AuSBtoßvor- 
richtungen  für  den  Preßling  von  einer  gemeinschaftlichen  Maschinenan- 
triebshaüptwelle.  80  a,  12.  Nr.  349  966.  24. 4.  15.  Hans  Meißner, 
Bremen. 

Verfahren  und  Vorrichtung  zum  Pressen  von  künstlichen  Zähnen. 
Die  Zahnfüllmasse  wird  von  außen  nach  innen  in  die  Zahnform  durch  Ein- 
führungskanäle eingepreßt.  30  b,  14.  Nr.  349981.  22.6.21.  Frankfurter 
Dental-Werke  Schulz,  Nicklas  &  Co.,  Frankfurt  a.  M. 

Vorrichtung  zum  Beschneiden  von  Glastafeln  mit  einem  über 
dem  Schneidetisch  angebrachten  Querträger  für  eine  Vielzahl  von  verstell- 
baren Glasschneidern.  Sie  ist  gekennzeichnet  durch  ein  in  einer  Oeffnung 
der  Tischplatte  und  bündig  damit  angebrachtes,  die  Glastafeln  aufneh- 
mendes und  unter  den  Glasschneidern  hinweg  bewegendes  Förderband  in 
Verbindung  mit  am  Rande  der  Oelnung  angebrachten  Sttitzleisten  für  die 
Ränder  des  Förderbandes.  32  a,  33.  349  985.  9.  3.  20.  Empire  Machine 
Company,  Pittsbnrgh,  V.  St.  A. 

Graduier-  und  Schreibdruckapparat  für  Thermometerskalen. 
Die  die  Druckstempel  tragenden  Gradleisten  führen  sich  in  Rillen  einer 
Teilschnecke  derart,  daß  zur  Herstellung  von  Skalen  mit  verschiedener 
Teilatrichweite  durch  Drehen  der  Teilschnecke  der  AbBtand  der  Grad- 
leisten und  Druckstempel  voneinander  je  nach  Bedarf  geregelt  werden 
kann.   42  i,  1.   Nr.  350  066.   23.6.  20.   Max  Schilling,  Manebach,  Thür. 

Gaskanalofen  zum  Brennen  keramischer  Waren  u.  dgl.  mit  über- 
schlagender Flamme  und  Vorwärmung  der  Verbrennungsluft  in  Kanälen 
der  Ofendecke.  Die  Verbrennungsluft  tritt  durch  einen  in  der  Ofendecke 
angeordneten,  mit  regelbaren  Eintrittsöffnungen  versehenen  Außenkanal  in 
im  Brennkanalgewölbe  liegende  Längsbanäle  über,  von  denen  Abzweigungen 
in  den  Ofenwänden  zu  einem  gemeinsamen  unteren  Sammelkanal  führen, 
der  mit  den  Gaszuführungskanälen  des  Brennraumes  in  Verbindung  Bteht. 
80  c,  5.  Nr.  350  143.  10.  7.  20.  Anti  Dahl,  Deutsch  Lissa,  Bez.  Breslau. 

Selbsttätige  Glasblasemaschine,  bei  welcher  ein  Kttlbel  vorge- 
blasen und  nach  Beseitigung  der  Vprform  nebst  Soden  im  Hang  auf  die 
Länge  des  fertigen  GJaBgegenstandes  gestreckt  wird.  Sie  besitzt  eine 
einstellbare  Einrichtung,  durch  welche  nach  Beseitigung  der  Vorform  das 
Külbel  von  der  Kopfform  und  Bodenform  unterstützt  und  an  der  Streckung 
verhindert  wird,  bis  sich  der  Wärmeunterschied  der  äußeren  und  inneren 
Külbelsohichten  nach  Bedarf  ausgeglichen  hat.  32  a,  12aii  Nr.  350  261. 
19.  8.  17.   Arthur  Wilzin,  St.  Ouen  b.  Paris. 

1.  Verfahren  zum  Emaillieren  im  Emaillierofem  nrik  endloser  För- 
derbahn für  das  Gut.  Das  zu  emaillierende  Gut  wird«  airf  5  Spitzen  von 
Fingern  auf  Trägern  ruhend,  durch  die  Emaillierkammer!  bewegt,  andern 
die  Träger  an  Wägelchen  befestigt;  sind,  welche  auf  einen!  hörizoBteien 
Schienenweg  laufen,  wobei  das  in  der  Kammer  zur  Entzündung  gebrachte 
Gemisch  von  Gas  and  Druckluft  das  Gut  gleichmäßig  inneft  uÄd  außen 
umspült.  i'c      a^»4«*to,W»i    »no    wa,.  *■    *  j 

2.  Ofen  zur  Ausführung  des  VesfahrenB  gemäß  Anspruchs*.?  Dieser» 
hat  von  feuerbeständigen  Hohlsteinen  gebildete  Kanäle  und  geeignete»: 
durch  Ventile  kontrollierte  Leitungen  und  Hilfsleitungen,  darcu  welche 
die  Luft  unter  Druck  und  das  Gas  der  Emaillierkammer , zur  Entzündung 
zugeführt  wird,  weiter  mit  Zungen  versehene  Flanschen  an  der  Decke  bzw. 
Vorbprünge  am  Boden  der  Kammer^  durch  welche  die  Flamme  gezwungen 
wird,  an  einer  Wölbung  entlangzustreiehen,  bo  daß  die  zu  emaillierenden 
Gegenstände  ungleichmäßig  innen  sowohl  wie  an  dendfcnßenseite  unwpielt 
werden.  48»,  4.  Nr.^50  365.  12.5.15.  Charles  Bickmeier,  Daniel 
Aloysius  Ltston  und  Rdberfr  Herman  Engelhardt,  Bellaire,  Onio,  V.  bt.  Af 

Verfahren  zum  Mustern  vbjn  Glas  durch  Untertauchen  in  Aetz- 
säure  unter  Abdeckung  der  nicht  zu  ätzenden  Stellen  mit  einer  ^nuni. 
decke.  Die  nicht  zu  ätzenden  Stellen  werden  mit  einem  auf  den  Glas 


1922.  (55.  Jahrgang.)! 


SPRECHSAAL-COBURO. 


Nr.  33  —  377 


gegenständ  aufgeschobenen  Gummiring  abgedeckt.  32  b,  6.  Nr.  350389. 
6.  3  19.   Anton  Schlüge],  Berlin. 

Emaille  zur  Bekleidung  der  schädlichen  Flächen  von  Kolben- 
dempfmaschinen.  Sie  enthält  entweder  keine  Alkalien  oder  nnr  in  dem 
Maße,  als  solche  durch  Zusatz  von  Feldspat  und  Kryolith  eingeführt  werden. 
48  e,  1.  Nr.  360770.  27.  10.  20.  Heinrich  Willmer,  Mülheim,  Rohr-Broich. 

Maschine  zum  Schleifen  der  Bänder  von  Porzellantassen  u.  ig]., 
bei  der  die  Tassen  in  Umdrehung  versetzt  werden  und  die  Schleifwerkzeuge 
auf  dem  Tassenrand  eine  Wälz-  und  Torschubbewegung  ausfuhren.  Die 
Halter  der  Schleifwerkzeuge  werden  von  einem  auf  der  Mitnehmerspindel 
für  die  Tassen  auf  und  ab  bewegten  Querhanpt  in  senkrechter  und  wag- 


rechter Richtung  einstellbar  getragen,  nnd  die  Schleifwerkzeuge  selbst  sind 
als  feder-  oder  gewichtsbelastete  Hebel  ausgebildet,  deren  Drehachsen 
neben  dem  Tassenrand  liegen.  67  a,  17.  Nr.  350855  26.  10.  20.  Robert 
Bosch  Akt.- Ges.,  Stuttgart,  Adolf  Krauß,  Cannstatt  nnd  Karl  Krauß, 
Stuttgart. 

Verfahren  znr  künstlichen  Kaolinisierung  der  Muttergesteine 
des  Rohkaolins.  Eisen-,  kalk-,  magnesia-,  glimmerfreie  Urgesteine  des 
Kaolins  werden  aus  der  Klasse  der  feldspathaltigen  Gesteine  durch  Trock- 
nung, Zerfall  und  mechanische  Aufbereitung  und  Windsichtung  in  reine 
Tonsubstänz,  Quarz,  Feldspat  nnd  andere  Nebenbestandteile  zerlegt.  80  b, 
12.   Nr.  360  918.   22.  10.  20.   Beinhold  Froelich,  Meißen  i.  Sa. 


am 

in»!) 


Fr a gekästen  des  Sprechsaal. 

Zur  Beachtung  bei  Benutzung  des  Fragekaetensi 


1.  I>er  Fragekasten  dient  dazu,  technische  und  andere  für  unseren  Leserkreis  wissenswerte  Fräsen  nnd  Fabrikationsfehler 
offen  an  erörtern,  ferner  Hilfsmittel.  Materialien,  Maschinen  und  Werkzeuge  fttr  unsere  Industrien  nachzuweisen.  Soweit  sich  Bezugs- 
quellen Im  Anzeigenteil  finden,  wird,  wenn  nicht  besondere  Meldungen  erfolgen,  nur  darauf  hin  verwiesen. 

».  Die  direkte  Termlttelung  des  An-  oder  Verkaufs  von  Rezepten,  fertigen  Fabrikaten  usw.  nnd  die  Woltergabe  von  Angeboten 
oder  Antworten  an  die  Fragesteller  sind  ausgeschlossen. 

8.  Die  Namen  der  Fragesteller  werden  na«h  keiner  Welse  hin  genannt,  anonyme  Zuschriften  jedoch  nicht  berücksichtigt. 

4.  Die  Antworten  werden  nnr  In  die  zweite  auf  die  Frage  folgende  Nummer  aufgenommen.  Verspätet  eingehende  Antworten 
können  nur  ausnahmsweise  Berücksichtigung  finden. 

5.  Die  Redaktion  bebalt  sieh  vor,  ohne  Angabe  von  «runden  sowohl  Fragen  als  auch  Antworten  abzulehnen;  für  brauchbare 
Beantwortungen  technischer  Fragen  gewahrt  sie  ein  angemessenes  Zellenhonorar.  Eine  zlvilrechtliehe  Haftpflicht  übernimmt  die 
Redaktion  nleht. 


Jeder  Frage  ist  Rückporto  beizufügen. 

Keramik. 

108.  Wir  bitten  um  einen  guten  Versatz  für  Kapseln,  die  auch  in 
Oefen  mit  direkter  Feuerung  mindestens  4 — 5  Mal  verwendet  werden  können. 
Wir  verwenden  zur  Zeit  den  teueren  Lieskauer  Steingution  und  Tirschen- 
reuther Käpselerde,  haben  aber  sehr  schlechte  Ergebnisse,  obwohl  dieselben 
bei  gleichem  Versatz  vorher  wesentlich  besser  waren.  Unsere  Kapseln 
lassen  sich  jetzt  nach  dem  zweiten  Brande  gewöhnlich  schon  gar  nicht  mehr 
verwenden  und  sind  außerordentlich  brüchig. 

Erste  Antwort:  Die  schlechten  Ergebnisse  bei  Ihrem  Kapsel- 
material liegen  einesteils  an  den  Schwankungen  des  Sandgehaltes  des 
,  Lieskauer  Tons,  andcrnteils  daran,  daß  die  Mischung  mit  Tirschenreuther 
Kapselerde  überhaupt  eine  schlechte  Kapsel  ergibt,  wenn  nicht  noch  ein 
Blauton,  wie  z.  B.  der  Altenburger  eingeführt  wird.  Am  besten  wird  der 
Lieskauer  Ton,  der  als  Hallescher  Ton  gehandelt  wird,  allein  mit 
Schamotte  verwendet.  Es  ist  nur  dem  schwankenden  Sandgehalt  beim 
Versatz  mit  Schamotte  Rechnung  zn  tragen  und  deshalb  von  Vorteil,  wenn 
man  ein  großes  Lager  unterhält,  um  die  Schwankungen  auch  in  dieser 
Weise  etwas  auszugleichen.  Ferner  hat  man  bei  einem  großen  Tonlager 
immer  trockenen  Ton,  was  wieder  eine  gute  Sumpfung  gewährleistet.  Ist 
diesem  Faktor  Rechnung  getragen,  dann  spielt  weiter  die  Schamottekörnung 
eine  große  Bolle.  Das  gröbste  Korn  darf  nur  aus  einem  Sieb  von  6  qmm 
stammen,  nnd  man  verwendet  zum  groben  Versatz  l/s  grobes,  1  s  mittleres 
und  7s  feines  Korn,  während  das  Mehl  ausgeschlossen  bleibt.  Der 
trockene  Ton  soll  möglichst  fein  vorgemahlen  sein  und  die  Anzahl 
der  Sumpfe  ist  so  zu  bemessen,  daß  das  Sumpfen  48  Stunden  dauern 
kann.  Gesumpft  wird  am  besten  bei  schichtenweiser  Lagerung  von  Ton 
und  Schamotte,  und  zwar  wird  jede  Schicht  einzeln  bewässert.  Fttr  Dreh- 
masse verwendet  man  55%  Ton  und  46%  Schamotte,  für  Freßmasse 
46  %  Ton  und  66  %  Schamotte.  Es  ist  auch  ganz  besonders  darauf  zu 
achten,  daß  nicht  übermäßig  weich  eingedreht  wird.  Ferner  müssen  die 
Kapseln  auf  den  Platten  weiß  trocken  werden,  bevor  sie  in  Verwendung 
kommen;  im  umgekehrten  Fälle  verursacht  schon  dieser  Fehler  allein 
60%  Ausfall. 

Zweite  Antwort:  Wenn  man  Ihre  Frage  liest,  empfindet  man 
direkt,  daß  Sie  bis  jetzt  auf  Ihre  Kapselfabrikation  wenig  Wert  gelegt 
haben,  nun  aber  durch  den  vielen  Bruch,  der  auf  die  Rentabilität  des 
Betriebes  wirkt,  gezwungen  sind,  den  Gegenstand  näher  ins  Auge  zu 
fassen.  In  den  bekannten  Analysen-Tabellen  ist  weder  der  Lieskauer 
Steingutton  noch  die  Tirschenreuther  Kapselerde  aufgezeichnet ;  ich  nehme 
aber  an,  daß  aus  beiden  Materialien  bei  zweckmäßiger  Behandlung  gute 
Kapseln  sich  herstellen  lassen.  Eigentümlich  ist,  daß  Sie  keine  Angaben 
darüber  machen,  wie  Sie  Ihre  Kapselmasse  bis  jetzt  hergestellt  und  wie 
Sie  die  Kapseln  geformt,  getrocknet,  geglüht  und  im  1.  Glattbrand  behan- 
delt haben«  Haben  Sie  denn  auch  eines  dieser  beiden  Materialien  zu 
'Schamotte  scharf  gebrannt  oder  haben  Sie  nur  Kapselscherben  gemahlen 
und  diese  Schamotte  als  Magerung  den  mehr  oder  weniger  fetten  Tonen 
in  ungenügenden  Mengen  zugesetzt?  Um  allen,  an  eine  gnte  Kapsel  zu 
i  stellenden  Anforderungen  gerecht  zu  werden,  muß  folgendes  beachtet 
werden :  1.  Zu  >  Schamotte  soll  nur  hochbasisches  Material  verwendet 
i  werden;  2.  Der  in  Frage  kommende  Bindeton  soll  möglichst  plastisch  sein, 
.  um  Schamotte  bis  zu  2/s  des  Versatzes  einfuhren  zu  können,  ohne  daß 
dadurch  die  Widerstandsfähigkeit  gegen  Druck  und  Stoß  leidet.  Diese 
sind  die  beiden  Hauptbedingungen,  doch  spielen  auch  noch  andere  Funkte 
eine  große  Rolle.  Die  Aufbereitung  der  Masse  hat  folgendermaßen  zu  ge- 
schehen. Die  nach  Raum-  oder  Gewichtsteilen  abgemessenen  Mengen 
bringe  man  schichtenweise  übereinander,  befeuchte  jede  Lage  gründlich 
und  überlasse  das  Gemisch  8  Tage  sich  selbst,  d.  h.  man  lasse  es  sumpfen. 
Von  wesentlicher  Bedeutung  ist,  daß  der  Fetton  völlig  trocken  znr  Ver- 
wendung kommt,  denn  zähe  Tone  durchweichen  nie  völlig  und  werden 
im  Tonschneider  nur  zu  kleinen  Klumpchen  zerdrückt,  die  dann  in  Kapseln 
schon  beim  ersten  Verglühen  Risse  hervorrufen,  weil  die  Schwindang  der 
Tonteilchen  wesentlich  «»größer  ist,  alsi  die  der  übrigen  Kapselm  asse.  Eine 
solche  Kapsel  ist  unbrauchbar  ehe  sie  in  den  Glattofen  kommt.  Schamotte 
ist  in  Körnungen  von  1ja— 4  mm  Siebweite  zuzugeben,  feinstes  Mehl  aber 
auszuscheiden,  weil  es  in  Massen  leicht  Nester  bildet  und  dadurch  die 
Sissebildung  begünstigt.  Ist  das  Gemisch  gründlich  durchweicht,  sticht 
man  den  Haufen  senkrecht  ab  und  übergibt  die  Masse  dem  Tonschneider. 
Nach  einem  zweimaligen  Passieren  desselben  lagert  man  die  fertige  Masse 


noch  etwa  10  Tage  im  Keller.  Eine  Kapselmasse  soll  immer  etwas  hart 
verformt  werden,  weil  weiche  Massen  viel  Wasser  zu  verdunsten  haben 
und  dann  brüchig  werden.  Die  gedrehten,  gepreßten  oder  geformten 
Kapseliniasse  man  auf  ebenen  Gipsplatten  unter  mehrmaligem  Stürzen  gut 
durchtrocknen  und  gibt  sie  dann  in  den  Glüh-  oder  Kapselofen.  Nach 
dem  Verglühen  können  die  neuen  Kapseln  im  Glattofen  Verwendung 
finden;  es  ist  aber  für  den  ersten  Glattbrand  einer  Kapsel  von  Vorteil,  sie 
nur  mäßig  zu  belasten,  weshalb  man  sie  nahe  an  dem  Gewölbe  verwendet. 

Dritte  Antwort:  Nachstehende  Versätze  eignen  sich  für 
Ihren  Zweck: 

L  Ton  von  Löthain  .  40  Gew.-T. 

Rohkaolin   .   .   10  „ 

Schamotte,  mittel .   .   .  35  „ 

Schamotte,  grob  15  „ 

II.  Löthain-Meißner  Ton,  fett  ,   30  Gew.-T. 

Wiesauer  Ton  ...........   15  „ 

,     Schamotte,  mittleres  Korn .   .   .   .   .   .  35  m 

Rohkaolin  20  „ 

Es  ist  besonders  darauf  zu  achten,  daß  der  Scaamottezusatz  gut 
gesiebt  beigegeben  wird  und  das  Schamottemehl  nicht  in  den  Versatz 
gelangt.  Die  Haltbarkeit  der  Kapseln  wird  erhöht,  wenn  beim  Trocknen 
und  Vorbrennen  derselben  vorsichtig  verfahren  wird. 

Vierte  Antwort:  Am  Lieskauer  Ton  und  an  der  Tirschen- 
reuther Kapselerde  ist  nichts  einzuwenden.  Wenn  Sie  Tirschenreuther 
Kapselerde  verwenden,  müssen  Sie  auch  etwas  Wildsteiner  Ton  zugeben, 
der  gibt  der  Kapsel  die  Bindung  und  macht  sie  fest.  Sie  dürfen  aber 
ja  nicht  zu  viel  nehmen,  weil  der  Ton  sehr  alkalireich  ist  und  die  Böden 
würden  sich  bei  zu  viel  seuken.  Sie  müssen  zwei  Proben  machen,  eine 
mit  viel,  die  andere  mit  wenig  Wildsteiner  Ton.  Die  goldene  Mitte 
werden  Sie  dann  finden. 

Fünfte  Antwort:  Kapselversätze  Sind  angegeben  in  den 
Antworten  zu  den  Fragen  11  in  Nr.  5  des  Sprechsaal  1921,  9  in  Nr.  6 
und  24  in  Nr.  10,  1920. 


Glan. 

95.  Gibt  es  ein  wirtschaftliches  Verfahren,  um  das  Gemisch  von 
Schwefelsäure  und  Flußsäure,  das  bei  der  Säurepolitur  in  erhebliehen 
Mengen  abfällt  und  allgemein  als  wertlos  weggegossen  wird,  wodurch  Ab- 
laufkanäle usw.  stark  zerstört  werden,  in  seine  beiden  Ursprungssäuren, 
Schwefelsäure  und  Flußsäure,  wenn  auch  nicht  in  ganz  reinem,  so  doch 
für  obigen  Zweck  wieder  verwendbarem  Zustand  zu  zerlegen  ?  Für  welchen 
Zweck  könnte  man  diese  Abfällsäuren  sonst  noch  verwenden? 

Antwort:  Ein  für  Glasätzereien  wirtschaftliches  Verfahren  zur 
Trennung  der  Schwefel-  und  Flußsäure  gibt  es  nicht;  es  ist  daher  am 
besten,  das  Gemisch  als  solches  weiterzuverkaufen  zwecks  der  Wieder- 
gewinnung der  Flußsäure  oder  nach  seiner  Neutralisation.  Sollte  sich 
kein  Abnehmer  fttr  diese  Abfallsäure  finden,  so  dürfen  Sie  diese  nur  nach 
der  Neutralisation  mit  kohlensaurem  Kalk  oder  Kalkmilch  weglaufen 
lassen.  Nach  der  Neutralisation  mit  Soda  oder  Pottasche  ließe  sich  durch 
fraktionierte  Kristallisation  Sulfat  und  Fluorid  gewinnen.  Bieten  Sie  die 
Säuren  einmal  in  der  Chemiker-Zeitung  an.  v 

96.  Welche  Pyrometer  sind  zur  Messung  der  Temperaturen  in  Glas* 
hafenöfen  und  zur  Kontrolle  der  Ofenführung  während  der  Schmelze,  ferner 
zur  Messung  der  Temperatüren  in  Kühlöfen  z^impfehlen,  und  welche  Zug- 
messer kommen  für  die  Glasöfen  inlF^age?  W»S  fitöteS  ;"«»•"* 

Er sr$e  .Antwort:  Bei  der  Wahl  eines  Pyrometers  sind  ver- 
schiedene Nebenumstände  zu  berücksichtigen.  Zunächst  kommt  die  Grüße 
der  Ofenanlagen  in  Betracht,  dann  ob  eine  vorübergehende  oder  ständige 
Kontrolle  der  Ofentemperaturen  durch  Aufzeichnung  von  Wärmekurven 
gewünscht  wird,  ferner,  ob  auch  Fernkontrolle  eingerichtet  werden  soll. 
Der  Fabrikherr  kann  sich  die  Auswahl  des  Meßinstrumentes  dadurch 
erleichtern,  daß  er  ein  Pyrometer  anschafft,  das  dem  Betriebsleiter  bereits 
bekannt  ist;  allerdings  darf  dabei  der  Preis  des  Instruments  nicht  be- 
stimmend sein.  In  der  Praxis  Bind  eingeführt  die  elektrischen  Temperatur- 
Meßinstrumente  mit  Registriervorrichtung  von  W.  C.  Heraeus,  G.  m.  b.  H. 
in  Hanau,  Siemens  &  Halske,  A.-G.  in  Siemensstadt  bei  Berlin  und  Hart- 
mann &  Braun,  A.-G.  in  Frankfurt  a.  M.  Soll  die  Öfentemperatur 
periodisch  bestimmt  werden,  so  verwendet  man  das  optische  Pyrometer 


378  -Nr.  33  SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


von  Wanner.  Zur  Bestimmung  der  Ktihlofentemperatnr  benutzt  man  ein 
Widerstandspyrometer  von  W.  C.  Heraens,  G.m.b.H.  in  Hanau.  Von 
den  Zugmessern  trifft  man  am  häufigsten  denjenigen  des  Chemischen 
Laboratoriums  für  Tonindnstrie  in  Berlin.  Am  sichersten  treffen  Sie  die 
Wahl,  wenn  Sie  sich  die  verschiedenen  Prospekte  kommen  lassen  nnd 
gemeinsam  mit  dem  Betriebsleiter  oder  sonst  einem  Fachmann  das  ge- 
eignetste Instrument  auswählen. 

Zweite  Antwort:  Für  Glasöfen  sind  die  Pyrometer  am  ge- 
eignetsten, die  die  Fehler  der  subjektiven  Beobachtung  ausschalten,  und 
das  sind  unter  den  zurzeit  sehr  teueren  Widerstands-Pyrometern  die 
optischen,  wie  sie  Paul  Braun  &  Co.  in  Berlin  N.  113  und  Siemens  & 
Halske,  A.-G.  in  Siemensstadt  bei  Berlin  liefern.  Das  neue  Ardometer 
der  letztgenannten  Firma  hat  sich  als  besonders  praktisch  bereits  ein- 
geführt und  kann  auch  mit  antomatischer  Registrierung  geliefert  werden. 
Für  Kahlöfen  benutzt  man  mit  Vorteil  selbstregistrierende  Widerstands- 
pyrometer,  die  für  die  in  Frage  kommenden  Temperaturen  keine  Platin- 
metalle benötigen,  daher  auch  viel  billiger  sind.  S.  &  H.  bauen  neuer- 
dings auch  einen  praktischen  Zngmesser,  während  bisher  der  Obel-Zug- 
messer  viel  Verbreitung  fand. 

Dritte  Antwort:  Die  besten  Pyrometer  sind  die  optischen  nach 
Fery  und  nach  Wanner,  wie  Bie  von  Dr.  Haase  in  Hannover  hergestellt 
werden.  Diese  Pyrometer  sind  keinem  Verschleiß  ausgesetzt  und  lassen 
Bich  fiberall  ansetzen.  Das  Le  Chatelier-Instrument  ist  im  Preise  höher 
und  leicht  einem  Verderben  durch  die  Ofengase  und  durch  Stoß  ausge- 
setzt. Immerhin  ist  die  Anschaffung  eines  Pyrometers  kostspielig,  aber 
zu  empfehlen,  wenn  dieser  Punkt  keine  Bolle  spielt. 

97.  Wer  liefert  Koksgeneratoren  zur  Gasbeheizung  der  Kühlöfen  in 
Glashütten? 

Antwort:  Zur  Lieferung  von  Koksgeneratoren  in  bewährter 
Konstruktion  zur  Gasbeheizung  der  Kfihlöfeu  in  Glashütten  melden  sich 
H.  T.  Padelt  in  Leipzig-Schleußig,  Franz  Rauls,  Ing.-Ges.  in  Godesberg 
a.  Rh.,  Ing.  M.  von  Reiboldt  in  Coburg 

98.  Wie  werden  Glastafeln  zum  Schleifen  und  Polieren  bis  auf  etwa 

4  mm  Stärke  herab  auf  den  rotierenden  Schleiftischen  befestigt,  bezw.  welche  j 
Kittmassen  werden  dazu  verwendet?  \ 

Erste  Antwort:  Die  Glastafeln  zum  Schleifen  und  Polieren 
werden  meistens  mit  Gips  auf  dem  Schleiftisch  befestigt.  Man  muß  ein 
gutes  Material  verwenden,  daa  bald  fest  wird,  damit  die  Tafeln  auch 
fest  und  ruhig  liegen. 

Zweite  Antwort:  Zur  Befestigung  von  Glaatafeln  zum 
Schleifen  und  Polieren  auf  den  rotierenden  Schleiftischen  verwendet  man 
Harz-  oder  Asphaltkitte. 

99.  Wer  liefert  Füllkästen,  Ventile  und  andere  Msenteile  für  Gas- 
generatorenanlagen, und  welcher  Füllkastenart  ist  der  Vorzug  zu  geben? 
Die  Teile  müssen  besonders  widerstandsfähig  und  gasdicht  sein. 

Erste  Antwort:  Gute  und  dauerhafte  Füllkästen  liefert  die 
Fa.  Bernadorfer  Eisenwerk  in  Straßgräbchen  (N-L.).  Verlangen  Sie  einen 
Prospekt.  Die  Sitzflächen  aowie  die  Klappe  müssen  abgehobelt  sein,  da- 
mit die  letztere  gut  anliegt  und  dicht  schließt.  Sind  die  Generatoren 
nicht  allzugroß,  so  ist  die  mittlere  Größe  der  Füllkästen  zu  empfehlen, 
und  zwar  für  jeden  Generator  einen  Kasten ;  ist  aber  die  Anlage  groß, 
bo  empfiehlt  es  sich,  zwei  Kästen  für  einen  Generator  aufzustellen. 

Zweite  Antwort:    Ventile  und  Eisenteile  zu  Gasgeneratoren  \ 
sowie  Füllkästen  liefern  laut  Meldung  die  Oberlausitzer  Glasformen-Fabrik 
Schulze  &  Kluge  in  Weißwasaer,  O.-L.,  H.  Proppe  &  Co.  m.  b.  H.  in  Harn-  ; 
bürg  I,  Franz  Raule  Ing.-Gea.  in  Godesberg  a.  Rh.,  Ludwig  Hinterschweiger 
&  Co.  in  Lichtenegg  bei  Wels,  O.-Oest.,  Stejakal  &  Niebauer  in  Töplitz  j 
in  Böhmen. 

100.  Bei  meiner  Fensterglasfabrikation  (Sulfat- Schmelze)  kommt  \ 
es  vor,  daß  die  Hafenkränze  frühzeitig  dünn  werden,  und  die  Folge  davon  \ 
ist,  daß  das  Glas  fadig  wird.   Ich  bin  der  Meinung,  daß  die  Kränze  zu 
leicht  sind,  da  sie  x/j — 1  cm  über  dem  Glase  hinausstehen;  habe  ich  recht?  \ 
Verwandt  wird  fertige  Fichteiberger  Kranztonmasse. 

Erste  Antwort:  Wenn  Hafenkränze  bis  1  cm  über  das  Glas  j 
hinausstehen,  so  werden  sie  von  der  Galle  sehr  schnell  abgefressen,  und 
die  Tonteilchen  gehen  unter  Bildung  von  Winden  in  daa  Glas  über.  Daa 
rührt  daher,  daß  der  Kranzton  spezifisch  leichter  ist  als  das  Glas,  infolge- 
dessen die  Kränze  zu  hoch  schwimmen.  Der  Ton  muß  nun  spezifisch 
Bchwerer  gemacht  werden,  und  zwar  dadurch,  daß  der  Tonmischung  etwas 
mehr  Rohton  zugesetzt  wird,  dessen  Menge  durch  Versuche  festzustellen 
ist.  In  Ihrem  Falle  werden  Sie  KraDzton  für  ungefähr  25  Kränze  auf  j 
einmal  einmachen;  wenn  auf  dieses  Quantum  1  Maßteil  Rohton  mehr 
genommen  wird,  dürfte  die  Differenz  ausgeglichen  sein.  Nimmt  man 
zuviel  Rohton,  bo  werden  die  Kränze  wieder  apezifiach  zu  schwer  und 
gehen  dann  unter,  ein  Uebel,  noch  größer  als  das  erstere. 

Zweite  Antwort:  Sie  hätten  die  Maße  der  Kränze  angeben 
sollen.  Nattirlich  mtisaen  die  Kränze  .*/»— 1  cm  über  den  Glaaapiegel  J 
herausragen,  denn  wäre  dies  nicht  der  Fall,  bo  hätten  sie  doch  gar  keinen 
Zweck.  Der  Zweck  des  Kranzes  besteht  doch  darin,  die  aaf  dem  Glas-  j 
spiegel  einer  Wanne  oder  eines  Hafens  vorkommenden  Unreinigkeiten  Von 
der  Stelle,  wo  der  Glasmacher  anfängt,  fern  zu  halten,  sodaß  der  letztere 
nur  ganz  reines  Glas  an  die  Pfeife  bekommt.  Wenn  die  Kränze,  früh- 
zeitig  dünn  werden,  so  sind  sie  wohl  nicht  homogen  genug  gearbeitet. 
Vielleicht  Bind  die  schwimmenden  Brücken  nicht  richtig  angeordnet  oder 
erfüllen  ihren  Zweck  nicht,  sodaß  noch  Galle  an  die  Kränze  gelangt.  Die 
Fichteiberger  Kranzmasse  ist  sonst  sehr  gut.  ' 

Dritte  Antwort:  Werden  beim  Schmelzen  von  Fensterglas  mit 
Sulfat  die  Häfenkränze  frühzeitig  dünn  und  abgezehrt,  bo  ist  anzunehmen, 
daß  die  Masse,  woraus  die  Hafenkränze  gefertigt  wurden,  zu  weich  ist. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 

Die  beim  Schmelzen  entstehende  Glasgalle  greift  die  Kränze  sehr  an  und 

löst  den  Ton  auf,  der  sich  dann  mit  dem  Glas  vermischt,  aber  härter  ist 
als  das  letztere,  wodurch  Fäden  im  Glas  entstehen.  Zu  leicht  sind  die 
Kränze  meines  Erachtens  nicht,  denn  sind  sie  schwerer,  so  schwimmen 
sie  nicht.  Die  Kränze  wären  aber  aus  einer  härteren  Tonmischuog  her- 
zustellen, damit  sie  vom  Glasfluß  nicht  so  schnell  angegriffen  und  auf- 
gezehrt werden.  Stehen  die  Kränze  l/2  bis  1  cm  über  dem  Glas,  so  ist 
das  richtig;  die  Glasmasse  soll  nicht  von  der  Hafenwand  aus  in  den 
Kranz  gelangen,  sondern  von  untenheraut  eindringen,  damit  Unreinigkeiten 
von  der  Hafenwand  zurückgehalten  werden.  Veranlassen  Sie  Ihren  Krauz- 
tonmasae  Lieferanten,  daß  er  die  Masse  etwas  härter  zusammenstellt  als 
bisher,  und  zwar  müßte  etwas  mehr  gebrannter  Ton  genommen  werden, 
der  sich  nicht  so  schnell  auflöst.  Die  Mahlung  für  den  Kranzton  soll 
möglichst  fein  sein.  Folgende  Mischung  hat  Bich  für  Sulfatglas  gut  bewährt : 

Großalmeroder  Rohton  .11  Gew.-T. 

Großalmeroder  Ton,  gebrannt  ....  7  „ 
Rakonitzer  Ton,  gebrannt    .....     6  „ 


Verschiedenes. 

8.  Gibt  es  eine  bewährte  Methode  zum  Begenerieren  von  gebrauchtem 
Gips,  damit  er  seine  ursprüngliche  Bindekraft  wieder  erhält? 

Erate  Antwort:  Die  Frage  der  Regeneration  des  gebrauchten 
Gipses  hat  schon  viele  beschäftigt,  ober  ohne  ein  wesentliches  Ergebnis 
zu  zeitigen.  Hinderlich  ist  vor  allem,  daß  alle  Verfahren  zu  teuer  sind 
und  dann  doch  kein  Regenerat  ergeben,  das  vollkommen  dem  frisch  ge- 
brannten Gips  entspricht.  Die  besten  Erfolge  wurden  damit  erzielt,  d*ß 
der  gebrauchte  Gips  nicht  allzuhoch  geglüht  mit  Lösungen  bestimmter, 
Salze  bespritzt  und  dann  wieder  erhitzt  wurde.  Dieses  Material  ließ  Bich 
dann,  zu  einem  gewissen  Teil  frischem  Gips  zugegeben,  ganz  gut  ver- 
wenden, ohne  die  guten  Eigenschaften  des  letzteren  zu  beeinträchtigen 
Heute  dürfte  die  Regeneration  ganz  unwirtschaftlich,  sein. 

Zweite  Antwort:  Ein  Verfahren,  gebrauchten  Gips  wieder  auf- 
zufrischen, damit  er  seine  ursprüngliche  Bindekraft  wieder  erhält,  gibt  es 
nicht.  Dahingehende  Versuche  haben  zu  keinem  brauchbaren  Ergebnis 
geführt.  Wenn  auch  verbrauchter  und  wieder  gebrannter  Gips  in  kleinen 
Mengen,  dem  guten  Gips  zugemischt  werden  konnte,  aq  war  die  Brauch- 
barkeit der  Formen  doch  herabgesetzt.  Im  übrigen  stellt  sich  das  Wieder- 
auffrischen des  Gipses  sehr  teuer.  Ich  rate  Ihnen,  die  unbrauchbar  ge- 
wordenen GipBformen  zum  Ausmauern  von  Innenfachwerkwänden  zu  ver- 
wenden oder  zu  diesem  Zweck  zu  verkaufen,  anch  für  Dünge  zwecke  findet 
dieaes  Material  Abnehmer. 

Dritte  Antwort:  Einen  schon  abgebundenen  Gipa  können  Sie 
nicht  mehr  regenerieren;  wenn  das  möglich  wäre,  hätten  dies  andere 
Firmen  schon  längst  versucht.  Ich  hatte  etwa  2  Tonnen  abgebundenen 
Gipa  als  Abfall  liegen  und  konnte  ihn  nur  zum  Ausfüllen  von  Gruben 
verwenden,  da  ihn  die  Düngerfabrik  wegen  der  Entfernung  von  2  Standen 
auch  nicht  als  Geschenk  nahm,  weil  die  Fahrlöhne  za  teuer  waren. 
Versuchen  Sie  selbst,  den  Gipa  als  Düngemittel  zu  verkaufen  oder  zu 
verwenden. 


Heue  Fragen. 
Karamik. 

110.  In  einem  Feldspatlager,  welches  etwa  10  km  von  der  nächsten 
Station  entfernt  liegt,  gewinnen  wir  auch  eine  größere  Menge  reinen  Quarz, 
für  welchen  wir  bisher  noch  keine  Verwendung  haben.  Für  welchen  Zweck 
könnte  dieser  Quarz  verwendet  werden? 

111.  Wir  bitten  um  Angabe  einer  Porzellanmasse  mit  dazu  gehöriger 
Glasur  für  SK  10  Garbrand  und  zwar  hauptsächlich  für  elektrotechnisches 
Porzellan. 


Glaaa 

103.  Wir  beabsichtigen,  neben  unserem  Wannenofen  auch  den  Streck- 
ofen mit  Bohöl  (etwa  1OO0O  Cal.)  zu  beheizen.  Die  Zerstäubung  erfolgt 
durch  überhitzten  Dampf.  Wir  bitten  daher  um  Angabe,  ob  ohne  Nach- 
teile für  die  zu  streckenden  Tafeln  die  Flammen  über  die  Strecksteine 
horizontal  geführt  werden  dürfen.  Der  Flammeneintritt  in  den  Streck- 
raumer  folgt  durch\zwei  Injektoren  an  der  Frontseite  des  Streckofens  ;  der 
Abzug  liegt  gegenüber  und  führt  durch  die  Wände  des  Walzenvorwärme- 
kanals. Lassen  sich  auch  1J eberleger  aum,  und  Beheizung  der  Kühlplatten 
für  Jnjektorbetrieb  vorteilhaft  einrichten  ? 


Briefkasten  der  Redaktion. 
H.-W.  I.  H.   Sie  leaen  offenbar  den  Sprechsaal  nicht,  denn  sonst 
hätten  Sie  gefunden,  daß  die  Verwertangamöglichkeit  alter  Gipsformen 
bereits  in  den  Antworten  za  Frage  94  in  Nr.  29  d.  Jahrg.  erörtert 
wurde 

K.  J.  i.  H.  Norton-Schleifscheiben  liefern  Schuchardt  &  Schütte  in 
Berlin  C  2,  Alfred  H.  Schütte  in  Köln-Deutz,  L.  Niggl  in  Mittelsteine- 
Albendorf  (Graf sei».  Glatz). 

Zirkon-  und  Titanoxyd  beziehen  Sie  in  kleinen  Mengen  am  besten 
von  einer  chemischen  Fabrik,  wie  sie  im  Anzeigenteil  genannt  Bind. 

Ein  „Gemengesatz"  für  Quarzglas  läßt  sich  nicht  angeben,  denn 
letzteres  wird  nicht  aus  einem  „Gemenge"  im  gewöhnlichen  Sinne 
erschmolzen,  sondern  aus  reinem  Quarz  ohne  Zasätze.  Die  Zusammen- 
setzung des  Satzes  für  die  Abarten  des  Quarzglases  z.  B.  für  daa  Zirkon-, 
Titan-  u.  dgl.  Glaa  ist  dagegen  nicht  bekannt. 

P.-  u.  M.-F.  A.  W.  i.  N.  Bezugsquellen  für  automatische  Pressen 
zu  Stanzartikeln  finden  Sie  im  Anzeigenteil, 


Veröffentlichungen  der  Aufienhandelsnebenstelle  Feinkeramik. 

Für  den  Bereich  der  Prüfungsstelle  Steingutgeschirr  sind  |    Näheres  ist  durch  die  Prüfungsstelle  Steingutgeschirr,  Bonn, 
die  Teller-tirundprelae  nach  hochvalutarischen  Ländern,   I    Schumannstraße,  4—6,  zu  erfahren, 
mit  Aufnahme  der  skandinavischen,  neu  festgesetzt  worden.  1   


1922  (66.  Jahrgang.) 

Terkaufsbedingungfen  für  die  Ausfuhr  von 
(elektrotechnischem  und  technischem  Porzellan 

(gültig  ab  1.  August  1922). 

I.  Allgemeine  Bedingungen. 

1.  Die  Ausfuhr-Mindestpreise  verstehen  sich  fob  deutschem 
Ausfuhrhafen  bzw.  frei  deutscher  Grenze,  und  zwar  ausschließ- 
lich Verpackung.  . 

2.  Bei  allen  Arten  von  Hochspannungsporzellan  sowie 
Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren  ist  für  Verpackung 
linschließlich  Kisten  ein  Mindestzuschlag  von  5  °/0  zu  erheben. 
Bei  allen  übrigen  Arten  von  elektrotechnischem  und  sonstigem 
technischen  Porzellan  sowie  bei  losen  Metallarmaturen  und  bei- 
gepackten losen  Armaturen  ist  für  Verpackung  einschließlich 
Kisten  ein  Aufschlag  von  mindestens  3  °/0  des  Rechnungswertes 
anzurechnen.  _  _ • 

3.  Den  Ausgangspunkt  für  die  Ausfuhrpreise  bilden  die 
Grundpreise  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik  (vergl. 
Drucksache  Nr.  235  vom  23.  Februar  1922).  Die  wichtigsten 
Exportartikel  samt  ihren  Grundpreisen  sind  auf  einem  be- 
sonders erhältlichen  Preisblatt  zusammengestellt. 

4.  Gegenüber  den  Ländern  unter  Ländergruppe  la)  wird 
in  der  Währung  des  Bestimmungslandes  fakturiert  (Ueber- 
seeländer  und  Ausnahmen  siehe  Fußnote).*)  Gegenüber  den 
Ländern  unter  Ländergruppe  1  b)  ist  in  Reichsmark  zu  berechnen. 

5.  Die  Errechnung  des  Ausfuhrmindestpreises  erfolgt,  indem 
der  Grundpreis  mit  der  Zahl  multipliziert  wird,  die  in  der 
Nachstehenden  Tabelle  (11,  3)  für  das  in  Frage  kommende  Land 
nnter  Berücksichtigung  der  Artikelgruppen  vorgesehen  ist. 
per  sich  ergebende  Wert  ist  der  fertige  Ausfuhrmindestpreis 
in  der  für  das  betreffende  Land  vorgeschriebenen  Währung  für 
JLQO  Stück,  ausschließlich  Verpackung. 

II.  Preisbestimmungen. 

1.  Ländergruppen: 

a)  Fremdwährungsländer. 

Holland,  Schweiz,  China,  Japan,  Vereinigte  Staaten 
von  Nordamerika,  Canada,  Mexiko,  sonstige  mittel- 
amerikanische Staaten,  Großbritannien,  seine  Dominions 
und  seine  Kolonien,  südamerikanische  Staaten, 
Spanien,  Portugal,  Norwegen,  Dänemark,  Schweden, 
Belgien,,  Frankreich,  Luxemburg,  Italien,  Tschecho- 
slowakei. 
Markländer. 

Deutsch-Oesterreich  und  Ungarn,  Jugoslawien,  Balkan- 
länder, Finnland,  ehemaliges  Rüßland,  Polen,  wahl- 
weise südamerikanische  Staaten. 

2.  Artikelgruppen: 
I.  Niederspannungs-FreileitungS'Isolatoren  einschließlich  der 

Reichspostmodelle. 
II.  Elektrotechnische  Stanzartikel   und  sonstige  technische 
Artikel. 

III  a.  Freileitungs-Stützen-Isolatoren    bis    zur    Größe  entspr. 

Hermsdorf  I.  1387. 
Illb.  Freileitungs-Stützen-Isolatoren  größer  als  Hermsdorf  I. 

1387  bis  inkl.  Hermsdorf  1391. 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  33  —  379 


III  c.  Freileitungs-Stützen-Isolatoren   größer  als  Hermsdorf  I. 

1391. 

IV.    Hänge-Isolatoren   und   leeres   Porzellan    zu  armierten 
Hänge -Isolatoren. 

V.  Durchführungen,  Stützer,  Griffe,  Rillen-Isolatoren. 
(III  bis  V  alles  ohne  Armaturen.) 

VI.  Hänge-  und  Abspann-Isolatoren  mit  Armaturen. 

3.  Multiplikatorentabelle. 


*)  Es  wird  fakturiert: 

nach  hi 

Portugal.  ■   Pfund  Sterling** 

Britische  Dominions  und  Britische  Kolonien   Pfund  Sterling** 

Canada  U.S.  A.-Dollar  *** 

Holländische  Kolonien   .   holländischen  Gulden 

China   .    .  •  .   US  A.-Dollar 

Japan  •    ■   Yen  j 

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika  ...  Dollar 

Mexiko   .   wahlweise  in  U.S.A.-Dollars 

od«  in  mexikanischen  Goldpesos 
Sonstige  mittelamerikanische  Staaten .   .    .   U.S.A.-Dollar  \ 

.Argentinien     .  wahlweise  in  Pfund  Sterling**, 

argent,  Goldpesos  oder  in 
deutscher  Mark 

Paraguay   wahlweise  in  Pfund  Sterling** 

'     '     argent.  Goldpesos   oder  in 
deutscher  Mark 

Uruguay  .   wahlweise  in  Pfund  Sterling**, 

urug.  Goldpesos  oder  in 
deutscher  Mark 

Chile  wahlweise  in  Pfund  Sterling** 

chilen.  Goldpesos  oder  in 
deutscher  Mark 

8onstige  südamerikanische  Staaten  .   .   .   .   nur  in  Pfund  Sterling** 

oder  in  deutscher  Mark 

**  Die  nachstehend  verzeichneten  Multiplikatoren  für  diese  Länder 
sind  auf  Schillings  bezogen.  a  . 

***  Bei  Artikelgruppen  I  und  II  wahlweise  auch  in  Pfund  Sterling. 


Land 


Artikel-Gruppen 


I       II     lila    Illb    HIc  IV 


VI 


Holland 
Schweiz 
Japan 

Vereinigte  Staa- 
ten von  Nord- 
Amerika 

Restlich.  Mittel 
amerika,  Canada 
und  China 

England  und 
Kolonien 

Canada 

Mexiko 

bei  Faktur,  in 
mex.  Gold-Pesos 

Mexiko 

bei  Faktur,  in 
TJ.S.A. -Dollars 

Argentinien 

bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

Argentinien 

bei  Faktur,  in 
arg.  G.-Pes. 

Paraguay 

bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

Paraguay 

bei  Faktur,  in 
arg.  G-.-Pes 

Uruguay 

bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

Uruguay 

bei  Faktur,  in 
urug.  G-.-Pes. 

Chile 

bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

Chile 

bei  Faktur,  in 
chil.  G.-Pes. 

Sonstige  Süd 
amerikanische 
Staaten 

bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

Spanien 
Portugal 
Dänemark 
Norwegen 
Schweden 
Belgien 
Frankreich 
Luxemburg 

Italien 
Tschecho- 
slowakei 


0,029 
0,062 
0,024 

0,008 
0,009 

0,049* 
0,049* 


0,029 
0,062 
0,024 

0,008 
0,009 

0,049* 
0,049* 


0,022 
0,047 
0,018 

0,007 
0,008 

0,037* 


0,023 
0,049 
0,018 

0,007 
0,008 

0,038* 


0,018 
0,009 
0,049* 
0,013 
0,049* 
0,013 
0,049* 
0,014 
0,049* 
0.032 


0,018 
0,009 
0,049* 
0,013 
0,049* 
0,013 
0,049* 
0,014 
0,049* 
0,032 


0,024 
0,051 
0,019 

0,007 
0,008 

0,040* 


0,049* 

0,075 

0,058* 

0,050 

0,057 

0,044 

0,125 

0,18 
0,50 


0,016 
0,008 
0,037* 
0,010 
0,037* 
0,010 
0,037* 
0,010 
0,037* 
0,025 


0,016 
0,008 
0,038* 
0,011 

0,038* 


0,025 
0,054 
0.020 


0,007 
0,008 


0,023 
0,047 
0,018 

0,007 
0,008 


0,043*  |0,038* 


0,016 
0,008 
0,040* 
0,011 
0,040* 


0,023 
0,049 
0,018 

0,007 
0,0,08 

0,039* 


0,049* 

0,075 

0,058* 

0,050 

0,057 

0,044 

0,125 

0,18 
0,50 


0,011  0,011 


0,037* 

0,057 

0,044* 

0,041 

0,046 

0,033 

0,087 

0,156 
0,577 


0,038* 
0,011 
0,038* 
0,026 


0,038* 

0,060 

0,047* 

0,047 

0,053 

0,034 

0,099 

0,172 
0,577 


0,040* 
0,011 
0,040* 
0,027 


0,016 
0,008 
0,043* 
0,012 
0,043* 
0,012 
0,043* 
0,012 
0,043* 
0,029 


0,016 
0,008 
0,038 
0,011 
0,038* 
0,011 
0,038* 
0,011 
0,038* 
0,026 


0,040* 

0,069 

0,053* 

0,053 

0,060 

0,034 

0,099 

0,194 
0,577 


0,043* 

0,074 

0,057* 

0,059 

0,066 

0,037 

0,109 

0,22 
0,60 


0,016 
0,008 
0,039* 
0,011 
0,039* 
0,011 
0,039* 
0,011 
0,039* 
0,026 


0,038* 

0,064 

0,050* 

0,043 

0,048 

0,034 

0,099 

0,156 
0,577 


0,039* 

0,067 

0,052* 

0,053 

0,060 

0,034 

0,099 

0,20 
0,60 


Deutsch-Oester-1 
reich  u.  Ungarn 

Jugoslawien  und 

Finnland 
Balkanländer 

Rußland  und 
Polen 

Südamerika- 
nische Staaten 

bei  Faktur,  in 
Beichsmark  ['' 


5,00 

5,00 

4,25  , 

4,25 

4,25 

4,25 

4,25 

4,25 

6,00 

6,00 

4,41 

4,41 

4,41 

4,41 

4,41 

4,41 

6,00 

6,00 

4,41 

4,41 

4,41 

4,41 

4,41 

4,41 

6,50 

6,50 

4,41 

4,57 

4,72 

4,72 

4,72 

4,72 

*  Obige  Multiplikatoren  sind' auf  Schillings  bezogen, 

Zur  Beachtung!  Vorstehende  Multiplikatoren  beziehen 
sich  auf  die  Grundpreise  der  Drucksache  Nr,  235  vom 
23.   Februar  1922. 


XiVI  —  Nr.  83 


367  — 


SPRUCHS  AAL -COBURG. 


1922.  (Ii.  Jahrgang.) 


Sd  unsere  Mnnten! 


Wir  bitten  nach  Erledigung  der  Anzeig«  verlangte  Lieht" 
bilder  sofort  zurücksenden  zn  wollen,  damit  uns  unnötige 
Rückfragen  erspart  bleiben. 

Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 


®(5CSG5C<2(5C2)G5CCDG?C©a 

§   Die  Lichtbilder  § 

I  der  Bewerber  sind  1 

I  mit  der  vollstän-  | 

|  digen  Adresse  zu  | 

versehen.  § 


Sr.eiien-Angtbcre 
Kerarnih 


Größere  Porzellanmalerei 
sucht  tüchtig  an 

Perzeiianmaler, 

der  Bich  als  Obermaler  aus- 
bilden will.  Derselbe  muß 
im  Entwerfen  neuer  Bekore 
usw.  etwas  Tüchtiges  leisten 
können  und  ein  größeres 
Personal  mit-11  Umsicht  zu 
leiten  verstehen.  Gefl.  An- 
gebote unter  N  5499  an  die 
Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 

Tttcutiger,  junger 

Schleifer, 

ledig,  für  eine  Geschirrfabrik 
nach  Thüringen  gesucht,  für 
Dauerstellung  oder  aushilfs- 
weise. Angebote  unter  N  5486 
an  die  Geschäftsstelle  des 
Sprechsaal.   


Zum  I.  Oktober 

Drehermeister 

für  Hochspannung*- Isolatoren  gesucht. 

Nnr  erfahrene  und  energische  Oberdreher,  die  bereits  mehrere 
Jahre  als  solche  in  erstklassigen  Fabriken  tätig  waren, 
wollen  ihre  Bewerbung  einreichen  unter  Beifügung  von 
Zeugnisabschriften,  Lebenslauf  und  Lichtbild  an  die 

Direktion  der  porzellanfabrik  Kahla, 
Zweigniederlassung  Freiberg, 

Freiberg  i.  Sa.  [  596 


Größere  elektrotechnische  Fabrik  Thüringens  sucht  zum 
1.  Oktober  für  ihre  Hochspannungsabteilung 


3mtocr  Modelleur 

für  leichtere  Arbeiten  gesucht. 
G.  B.  Troch,  Neuhaldens- 
leben  bei  Magdeburg.  [785 

Ein  Formengießer 

und  mehrere  Dreher 

werden  eingestellt  [799 

Steingutfabriken 
Velten -Vordamm 

G.  m.  b.  H. 
Velten  i  Mark. 


Sieingutfabrik,  welche  neu 
eingerichtet  wird,  sucht  für 
sofort  tüchtigen 

Betriebsleiter. 

Da  Wohnungsmangel,  Ledige 
bevorzugt.  Angebote  mit 
lückenlosem  Lebenslauf  und 
Geh  aitsf  orderungen  unter 
N  5500  an  die  Geschäftsstelle 
des  Sprechsaal  erbeten. 


Zum  Eintritt  für  1.  Oktober 
wird  von  einer  älteren 
Thüringer  Luxus -Porzellan- 
fabrik ein  zuverlässiger 

Expedient 

gesucht,  der  auch  Korrespon- 
denz zu  erledigen  hat  und 
guter  Maschinenschreiber  sein 
muß.  Ausführliche  Angebote 
mit  Angabe  der  bisherigen 
Stellungen,  Leistungen  und 
GehaltsanBprttche  unt.  N  5494 
an  die  Geschäftsstelle  des 
Sprechsaal. 


Mehrere  tüchtige 

Porzdlannale? 

ftu  Band,  Band  und  Schrift 
werden  zum  sofortigen  Ein 
tritt  gesucht,  r7«5 

Otlo  Scheidt,  Althaldensleben 

(Btzirk  Magdeburg). 


von  großer  öoeingutfabrik 
A.-G.  Mitteldeutschlands  für 
1.  Oktober  oder  früher  ge 
Bucht.  Nur  wirklich  erste 
Kräfte  wollfn  ausführliche 
Angebote  unter  Beifügung  von 
Lichtbild  nud  Zeugnisab 
Schriften,  sowie  Angabe  der 
Gehaltsansprücha  unt.  N  5490 
au  die  Geschäftsetelle  des 
Spreehsaal  senden. 


mit  langjähriger  Praxis.  Angebote  mit  Gehaltsansprüchen, 
Angabe  seitheriger  Tätigkeit,  Beferenzen  und  Lichtbild 
unter  M  5470  an  die  Geschäftstelle  des  Sprechsaal. 


Hochfeuerfeste  Produkte. 


Spezi  al-Quallt  ätswerk 

sucht  bewährte  arbeitsfreudige  und  gewissenhafte 

fachmännische  Kraft 

in  selbständige,  entwicklungsfähige  und  gut 
bezahlte  Dauerstellung. 
Bedingung:  Gute  theoretische,  j edoch  vorwiegend  prak- 
tische Erfahrungen.  Befähigung,  einen  kleineren,  aber 
vielseitigen  und  ausbaufähigen  Betrieb  in  allen 
Fabrikationsstadien  fachmännisch  zu  leiten  und  zu 
überwachen. 

Erwünscht:  Kenntnisse  in  f enerungstechnischen  Fragen. 
Unverheiratete  bevorzugt.  Diskretion  zugesichert.  Aus- 
führliche Angebote  von  nur  zielbewußten  und  vorwärts- 
strebenden Reflektanten  unter  N  5527  an  die  Geschäfts- 
stelle des  Sprechsaal  erbeten. 


Ledige 


und 


Kachel- 
Sisiormer 


zum  sofortigen  Antritt  ge- 
sucht. [7fl9 

Meissner  Öfen- 
und  porzellanfabrlK  * 

vorm  C.  Teichert, 
Meißen  (Sachsen),Nenmarkt5. 


Wir  suchen  für  unsere 
beiden  Kronacher  Betriebe 


Wir  suchen  für  Oefen  mit 
überschlagender  Flamme  einen 
tüchtigen 

ersten  Brenner, 

der  eine  längere  Tätigkeit 
in  gleicher  Eigenschaft  in 
besseren  Fabriken  nachweisen 
kann  zum  baldigen  Antritt. 
Ledige  bevorzugt  wegen  Woh- 
nnngsmangel.    i  [7«ö 


C.  &  E.  Carstens, 
in  Blankenhain  Tnür. 


Wir  suchen  für  unsere 
Steindruckerei  zum  sofortigen 
oder  alsbaldigen  Eintritt 
einen  tüchtigen 


einen 

der  möglichst  auf  einer  kera 
mischen  Schule  vorgebildet 
ist.  D  erselb  e  muß  in  größeren 
elektrotechnischen  Porzellan- 
fabriken bereits  beschäftigt 
gewesen  sein  und  Massever 
Sätze  und  Fabrikationsver- 
hältnisse beherrschen.  Auch 
soll  derselbe  zur  Beaufsich- 
tigung des  Personals  mit 
herangezogen  werden.  Die 
Stellung  ist  gut  bezahlt  und 
bei  guten  Leistungen  dauernd, 
Meldungen  möglichst  mit 
Photographie  nnd  Gehalts- 
ansprüchen an  die  [797 


Stockhardt  &  Schmidt 
Eckert,  Kronach  Bayern 


für  Ornamente  und  Vignetten. 

A.-G.  Porzellanfabrik  Weiden, 

Gebr.  Hausen or  [797 
in  Weiden  (Bayern). 

Zwei  tüchtige 


werden  gesucht.  [797 

Georg  Wunderlich, 

Kronach  Bayern. 


Mehrere  gut  eingearbeitete 

Dreher 

für  Hochspannisolatoren 

und  Freidreher 

für    Durchfünrungen  und 
Stützenisolatoren  werden  so- 
fort aufgenommen  in  der 
PorzeHanfabrik 
B.  Hermann  &  Sohn, 
Laun  in  Böhmen.  [7«6 


Tüchtige 


werden  sofort  eingestellt.  [796 

Porzellanlabrik  Weitotadt, 

Dürr  heck  &  Ruckdäschel 
WelBonstadt  (Bayern) 


Tüchtiger 

Tellerdreher, 

der  nachweislich  in  diesem 
Artikel  mit  Erfolg  in  besseren 
Fabriken  gearbeitet  hat,  so- 
fort gesucht.  Ledige  bevor- 
zugt. [799 


Für  keram.  Werkstätte  wir0 


ein 


tüchtiger  Dreher 

für  Gebrauchsgeschirr,  welche 
das  Eindrehen  der  Kapseln 
mit  übernimmt,   sowie  ein 

iiing.  Modelleur 

zum  baldigen  Antritt  gesucht. 
Angebote  an  die  (797 

GrS«.  Crbachschctt 
Keratn.  Werkstätten, 

Erbach  im  Odenwald. 


C.  *  E.  Carstens, 
in  Blankenhain  Thür. 


Lediger 


für  f  Aufglasurmalerei  der 
Wandplattenbranche  gesucht. 
Bevorzugt  werden  Bewerber, 
die  auch  Erfahrung  in  Dekor- 
um! Figurenstaffage  auf  Por- 
zellan haben.  [799 


vorm.  C.  Teichert, 
Meißen  ( Sachsen)  Neumarkt  5 


Ein  Oberdreher, 

der  große  Erfahrungen  in  der 
Gebrauchsgeschirrbranche  be- 
sitzt und  perfekt  in  Schab- 
lonenfeilen ist,  sowie  auch 
Kenntnisse  vom  Brennhaus 
mit  besitzt,  wird  von  einer 
Porzellanfabrik  in  der  Nähe 
Karlsbads,  (Tschechoslowakei) 
aufgenommen.  Es  wird  nur 
auf  eine  ältere,  erfahrene 
Person  reflektiert.  Gefl.  An- 
gebote unter  N  5507  an  die 
Geschäftsstelle  des  Sprechsaal. 


Porzellanfabrik  der  Ge- 
schirr- nnd  elektrotechnischen 
Branche  stellt  noch  solide 
tüchtige  Arbeiter  für  dauernde 
Stellung  ein  und  zwar: 

1  Kapseldreber 

für  ovale  Kapseln, 

1  Modelleur  o. 
1  Grol-  und  Freidreher, 
rinnen, 

3 
1 

Angebote  unter  N  5510  an  die 
Geschäftsstelle  des  Spreehsaal, 

Ein  strebsamer,  jüngerer 

Kaufmann, 

perfekt  in  Stenographie  und 
Maschinenschreiben,  wird  so 
fort  gesucht  von  [803 

Edmund  Krüger, 

Porzellanfabrik, 
Blankenhain  b.  Weimer 


i 

möglichst  mit  abgeschlos- 
sener Fachsehulbildung 
von  bedeutender  Steingut- 
fabrife,  A.-G.,  gesucht. 
Herren,  welche  auch  in 
dem  Umgang  mit  der 
Arbeiterschaft  die  erforder- 
lichen Erfahrungen  be- 
sitzen, wollen  ausführliche 
Angebote  mit  Angaben  über 
bisherige  Tätigkeit,  Ge- 
haltsansprfiche  usw.  unter 
N  5516  an  die  Geschäfts 
stelle  des  Sprechsaal  ein 
senden. 


PorztUandrcbcr. 

Wir  suchen  noch  einige 
perfekte  Gießer  u.Teller- 

dreher.  Wir  bitten  um 
Angabe  von  Alter  nnd  bis- 
heriger Tätigkeit.  Infolge 
Wohnungsmangel  Ledige  be- 
vorzugt. [  800 

Friedrich  Kaestner, 

Porzellanfabrik,  G.  m.  b.  H., 
Oberhohndorf  beiZwickau  i.  Sa 


Für  die  Betriebsleitung 

einer  Porzellangeschirrfabrik 
wird  ein  tüchtiger,  durchaus 
selbständiger  nnd  erfahrener 


Ausführliche  Angebote  mü 
Lebenslauf  nnd  Gehaltsan 
Sprüchen  unter  N  5539  an  die 
Geschäftsstelle  des  Sprechsaal 
erbeten. 


Für  die  Expedition  eine; 
Porzellanfabrik  der  Geschirr 
branche  tüchtiger 

unoer  mann  als 


Bewerber  müssen  im  Stand« 
sein,  die  Expedition  nnd  all« 
damit  verbundenen  Arbeiter 
selbständig  "zu  erledigen 
Kenntnisse  des  Lohnwesens  er 
wünscht.  Ausführliche  Ange 
böte  mit  Zeugnisabschriftei 
und  Gehaltsansprüchen  untei 
N  5533  an  die  Geschäfts 
stelle  des  Sprechsaal  erbeten 


Tüchtiger,  gewissenhafter 


L 


in  mittleren  Janren  für  Thür 
Porzellanfabrik  für  sofort  evtl 
1.  Oktober  gesucht.  Für  Ver 
heirateteWohnung  vorhanden!  j 
Gefl.  Angebote  mit  Zeugnis 
abschritten  und  Gehaltsan 
Sprüchen  unter  N  5534  an  rti 
Geschäftsstelle  des  Sprechsaal 


(65.  Jahrgang.) 


Coburg,  den  24.  August  1922 


Nummer  34 


Zeitschrift  für  bie  Keramischen,  das-  unb  verwanbten  Inbustrien 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Qoldene  Medaille 
Prämiiert :  Bugra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  !  868 
Erscheint   wöchentlich   einmal  Donnerstags 


Fernsprecher  Nr.  59.  /  Telegramm-Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto:  Bayerische  Vereinsbank  in  Coburg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  bei  der  Post  bestellt  für  das  III.  Vierteljahr  Jt  55.—,  unter  Streifband  Jt  95.— 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  Jt  6. — ,  Stellengesuche  Jt  3. — 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


Mitglied  von :  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Aufruf 


zum  Beitritt  zu  der 

Gesellschaft  von  Freunden  der  Preussischen  Keramischen  Fachschule" 

zu  B unzlau  (Fachschulgesellschaft). 


An  alle  Freunde  und  Verehrer  der  Preußischen  Keramischen  Fachschule  zu  Bunzlau,  an  alle,  die  in  ihr  einen  Hort  der 
keramischen  Wissenschaften,  einen  Eckpfeiler  am  Bau  der  deutschen  Keramik,  eine  Pflanzstätte  für  den  jungen  Nachwuchs  in 
der  Führung  der  deutschen  Industrie  und  des  deutschen  Wirtschaftslebens  erblicken,  ergeht  der  Ruf.  sich  mit  uns  in  der  Not  der 
Zeit  um  die  Fachschule  zu  scharen,  zu  ihrem  Schutz  und  ihrer  Hilfe,  zu  eigenem  Nutzen  und  zum  Nutzen  unseres  Vaterlandes. 

Was  zu  schützen  ist  und  wo  zu  helfen  ist  bedarf  kaum  der  Worte :  in  den  Laboratorien  mangelt  es  an  Maschinen,  Apparaten 
und  anderen  Hilfsmitteln,  um  Unterricht  und  Ausbildung  auf  der  notwendigen  Höhe  zu  erhalten,  die  Bibliotheken  und  konstruktiven 
Lehrmittel  veralten  und  werden  immer  lückenhafter,  den  Schülern  fehlt  es  an  Vorlagen,  an  Büchern  und  Zeichengeraten.  Die 
Mittel  des  Staates  können  trotz  wesentlicher  Erhöhung  nicht  entfernt  ausreichen.  Der  für  die  Fortentwicklung  der  deutschen 
Keramik,  Industrie  und  Wissenschaft  erforderliche  Nachwuchs  junger  Keramiker  droht  zu  verkümmern. 

Aber  auch  die  anderen,  die  die  Fachschule  längst  verlassen  haben,  bedürfen  ihrer,  wie  uns  scheinen  will,  als  des  geistigen 
Mittelpunktes  unserer  keramisch-wissenschaftlichen  Bildung  mehr  als  zuvor  Nur  eine  dauernde  und  enge  Berührung  der  Praxis 
mit  der  Wissenschaft  vermag  die  geistigen  Kräfte  wachzuhalten  und  zu  mehren,  deren  unsere  Industrie  heute  mehr  denn  je  be- 
darf, um  an  der  Spitze  zu  bleiben.  Der  Weltruf,  den  die  deutsche  Industrie  und  der  Name  Bunzlau  bisher  besessen  haben,  muß 
erhalten  bleiben.  •    ,.,     ,      „    ,  ,  „  , 

Wir  wenden  uns  an  die  oft  bewährte  Opferfreudigkeit  der  Industrie  und  des  ihr  nahestehenden  Handels,  an  die  tfacu- 
Verbände,  an  die  keramisch-wissenschaftlichen  Gesellschaften,  an  die  Behörden  des  Reiches,  des  Staates  und  der  Städte  und  deren 
Vertreter,  an  die  früheren  Schüler  und  sonstigen  Angehörigen  unserer  Fachschule,  an  die  jetzigen  und  früheren  Lehrer,  an  jeden 
der  durch  ihre  Pforten  gegangen  ist,  in  ihren  Hörsälen  gesessen  hat  und  nun  bereit  ist,  abzutragen  von  dem,  was  er  unserer 
Fachschule  unmittelbar  oder  mittelbar  verdankt,  um  wieder  aus  ihr  neue  Anregungen  zu  empfangen. 

Wir  fordern  Sie  auf,  sich  mit  uns  zu  einer  u 
„Gesellschaft  von  Freunden  der  Preußischen  Keramischen  Fachschule 

(Fachschulgesellschaft) 

zu  vereinigen  und  die  Mitgliedschaft  zu  erwerben. 

Die  Gründungsversammlung  findet  gelegentlich  des  25-jährigen  Jubiläums  der  Fachschule  am  Sonnabend,  den  4.  November  1922 
nachmittags  3  Uhr,  im  Saale  des  Hotel  „Zum  schwarzen  Adler"  in  Bunzlau  statt. 

Anmeldungen  bitten  wir  an  den  Mitunterzeichneten  Walter  Paul,  Bunzlau,  Schönfeld-erstraße  19,  zu  richten. 


Bunzlau,  den  21.  August  1922. 


Der  vorbereitende  Ausschuss 


Generaldirektor  Hugo  Auvera,  Dresden  F.  O.  Gerhardt,  Schönebeck 

iii  Max  Neugebauer,  Bürgel  Direktor  Dr.  Felix  Singer,  Charlottenburg  Direktor  Dr.  Dorfner,  Meiningen 


G.  Krause,  Schweidnitz 


C.  Schumann  jr.,  Arzberg 


W.  Paul  jr.,  Bunzlau. 


882  —  St.  £4 


SPRECH  SAAL -COBURO. 


19SS.  (Ii.  Jahrgang,) 


Der  Verband  Deutscher  Porzellanfabriken  versendet  nachfolgendes  Bandschreiben: 


An  unsere  geehrte  Inlandskundschaft! 


Die  rapid  sinkende  Valuta  der  Mark,  die  eine  fast  tägliche 
Umstellung  aller  wirtschaftlichen  Faktoren  mit  sich  bringt, 
macht  es  uns  nunmehr  leider  unmöglich,  an  unserem  alten  Ver- 
fahren der  zeitlich  ganz  unregelmäßig  erfolgenden  Preisauf- 
schläge festzuhalten. 

Parallel  mit  der  Entwertung  der  Mark  läuft  die  Ver- 
teuerung aller  Roh-  und  Hilfsstoffe.  Diese  Vorgänge  zwingen 
uns  gebieterisch,  uns  nicht  nur  in  materieller  Hinsicht  der 
Lage  anzupassen,  sie  zeigen  auch  deutlich,  daß  die  äußere 
Form  unserer  Preispolitik  nicht  mehr  haltbar  ist.  Nachdem 
der  Verband  Deutscher  Porzellangeschirrfabriken  G.  m.  b.  H. 
vorgestern  mit  den  Vertretern  der  mit  ihm  im  Vertragsver- 
hältnis stehenden  Händlerschaft  eingehend  verhandelt  und  die 
dringende  Notwendigkeit  einer  Umstellung  der  Inlandspreis- 
politik diskutiert  hat,  ist  mit  dem  heutigen  Tage  für  den  Be- 
reich des  Verbandes  Deutscher  Porzellangeschirrfabriken  G.  m. 
b.  H,  des  Verbandes  Deutscher  Luxusporzellanfabriken  G.  m. 
b.  H.  und  des  Verbandes  Deutscher  keramischer  Malereien 
E.  G.  m.  b.  H.  folgendes  beschlossen  worden: 

1.  Der  jeweilig  gültige  Inlandsmindestpreis  ergibt  sich  aus 
einem  Grundpreis  und  einem  Multiplikator. 

2.  Der  Multiplikator  stellt  die  jeweils  für  die  Erzeugnisse 
unserer  Industrie  gültige  Teuerungsziffer  dar,  die  sich  aus  der 
Reichsindexziffer  und  den  Indexziffern  für  die  Hauptroh-  und 
Hilfsstoffe  unserer  Industrie  ergibt. 

3.  Wenn  nach  dieser  Methode  der  letzte  Preis  unter  Be- 
rücksichtigung der  Juni-Teuerung  auch  hur  annähernd  berechnet 
würde,  so  würde  der  diesem  Preis  zugrunde  gelegte  Grund- 
preis (beim  Luxusverband  doppelter  Grundpreis)  mit  3,5  zu 
multiplizieren  sein.  Diesem  Multiplikator  von  3,5  stand  eine 
Reichsindexziffer  für  Monat  Mai  von  6458  gegenüber.  Da  je- 
doch durch  den  Bezug  von  ausländischer  Kohle  (englischer 
und  böhmischer)  und  ausländischem  Kaolin  und  Feldspat  die 
Produktionskosten  der  Branche  die  allgemeine  Teuerung  über- 
schreiten, kann  die  allgemeine  Indexziffer  als  Maßstab  nur  dann 
dienen,  wenn  sie  durch  eine  Roh-  und  Hilfsstoffindexziffer 
korrigiert  wird. 

Dem  Preis  vom  8.  Juni  entsprach  eine  Roh-  und  Hilfsstoff- 
indexziffer von  12  901,  dem  Preis  vom  31.  Juli  müßte  eine  Roh- 
und  Hilfsstoffindexziffer  von  20334  zagrunde  gelegt  werden.  Da- 
durch würde  der  Preis  ein  zweifellos  unerträglich  hoher  werden. 
Deshalb  muß  man  die  Roh-  und  Hilfsstoffindexziffer  und  die 
allgemeine  Indexziffer  so  miteinander  verbinden,  daß  die  all- 
gemeine Indexziffer  zweimal,  die  Rohstoff-  und  Hilfsstoffindex- 
ziffer nur  einmal  erscheint.  Auf  diese  Weise  ergeben  sich  für 
die  Monate  Mai  und  Juli  folgende  Indexziffern  und  entsprechende 
Multiplikatoren : 

Indexziffer  Multiplikator 

Mai   8606  3,5 

Juli   13416  5,5 

Das  heißt :  der  Multiplikator  muß  am  10.  Augast  5,5  sein. 

4.  Selbstverständlich  ist  mit  der  Annahme  dieses  Systems 
die  Preisfestsetzung  der  Autonomie  der  Fachverbände  entzogen 
und  der  Preis  eine  Funktion  der  allgemeinen  Teuerung  und  der 
speziellen   Teuerung    der   Produktionskosten    geworden.  Es 

Mit  vorzüglicher  Hochachtung 


treten  am  10.  eines  jeden  Monats  neue  Preise  in  Kraft.  Selbst- 
verständlich kann  der  neue  Preis  auch  ein  niedrigerer  werden 
Der  neue  Multiplikator  wird  gleichzeitig  den  Fabriken  und 
Händlern  bekanntgegeben.  Die  Händlerverbände  erhalten  auch 
die  dem  neuen  Multiplikator  zugrunde  gelegte  Indexberechnung 
zur  Kenntnis. 

5.  Der  aus  Grundpreis  und  Multiplikator  unter  Berück- 
sichtigung der  weiteren  Positionen  der  Faktura  (Verpackung, 
Kisten,  Anfuhr  usw.)  entstehende  Betrag  heißt  von  heute  ab 
„Nettobetrag"  der  Faktura. 

6.  Zu  dem  Nettobetrag  rechnen  alle  Verbandsfirmen  und 
Malereien  einen  gleichmäßigen  Aufschlag  von  200  °/0  (Export- 
sicherung), der  lediglich  verhindern  soll,  daß  die  zu  Inlands- 
preisen erworbenen  Waren  ins  Ausland  exportiert  werden.  Die 
Händler  erhalten  dadurch  also  nicht  die  Berechtigung,  zum 
Bruttopreise  die  Waren  für  den  Export  zu  erwerben,  sondern 
sind  in  diesem  Falle  verpflichtet,  die  Export-Rechnung  der 
Lieferfabrik  einzuholen.  Haben  sie  vorher  den  Nettobetrag 
ganz  oder  teilweise  gezahlt,  so  kommt  dieser  auf  die  neue 
Faktura  in  Anrechnung.  Die  beim  Luxasverband  zugelassenen 
Exportgrossisten  erhalten  von  Weimar  besondere  Nachricht. 

7.  Lautet  der  Nettobetrag  z.  B.  auf  Ji  50  000,  so  beträgt 
der  Bruttobetrag,  der  sich  aus  Nettobetrag  und  200  °/0  Export- 
sicherung ergibt,  mithin  Ji  50000  +  200  °/0  =  Ji  150000,—. 

8.  Der  Inlandshändler  kann  jedoch  ohne  weiteres  mit  dem 
Nettobetrag  (z.  B.  Ji  50000)  regulieren,  wenn  er  folgende  Er- 
klärung abgibt,  die  auf  einem  besonderen  Zettel  von  der  Fabrik 
jeder  Faktura  beigeheftet  wird: 

„Ich  begleiche  den  Betrag  der  Faktura  Nr.  X.  vom  Sound- 
sovielten im  Betrage  von  brutto  Ji  150000, —  nur  mit  netto 
Ji  50  000, —  (d.  h.  mit  da  ich  die  Ware  ausschließlich  auf 
dem  Inlandsmarkt  verwertet  habe  oder  verwerten  werde.  Von 
den  Händlern,  denen  ich  die  Ware  verkauft  habe,  habe  ich  mir 
eine  gleichlautende  Erklärung  ausstellen  lassen,  die  bei  mir 
jederzeit  vom  Verbandskontrolleur  eingesehen  werden  kann. 

Sollte  die  Ware  gleichwohl  zum  Teil  oder  ganz  exportiert 
werden,  so  verpflichte  ich  mich,  von  der  Lieferfabrik  eine 
Exportrechnung  einzuholen,  auf  die  der  eventuell  bereits  ge- 
zahlte Betrag  in  Anrechnung  zu  bringen  ist. 

Was  im  Laden  an  reisende  Ausländer  für  deren  Privat- 
gebrauch verkauft  wird,  fällt  nicht  unter  diese  Abmachungen. 
Ort  Datum  Unterschrift  

9.  Es  ist  uns  in  Zukunft  nicht  mehr  möglich,  bei  einer  Ab- 
änderung des  Multiplikators  eine  Annullierangsfrist  zuzuge- 
stehen. Unsere  Inlandskundschaft  wird  mit  uns  darin  über- 
einstimmen, daß  es  nur  zur  Gesundung  von  Handel  und 
Industrie  beiträgt,  wenn  nur  die  Orders  erteilt  und  aufgenommen 
werden,  die  dem  tatsächlichen  Bedarf  entsprechen. 

10.  Für  dieses  Mal  soll  eine  Annullierungsfrist,  und  zwar 
auf  Wunsch  der  organisierten  Händlerschaft,  ausnahmsweise 
bis  zum  21.  August  gewährt  werden  in  dem  Sinne,  daß  die 
Fabriken  Annullierungen  noch  anerkennen,  die  bis  zum 
21.  August  1922  einschließlich  zur  Post  gegeben  sind.  Soweit 
die  Aufträge  bei  den  Fabriken  bereits  in  Arbeit  genommen 
sind,  finden  Annullierungen  nicht  statt. 


Interessengemeinschaft  der  Verbände: 


Verband  Deutscher  Porzellangeschirrfabriken  Verband  Deutscher  Luxusporzellanfabriken 

G.  m.  b.  H.  G.  m.  b.  H. 

Verband  Deutscher  keramischer  Malereien 
E.  G.  m.  b.  H. 
gez.:  Dr.  Wilhelm  Vershofen. 


„Deutsche  Erden", 
Jahresschau  deutscher  Arbeit. 

Von  Dr.  E.  0.  Basser,  Dresden. 
(Schluß.) 
II. 

Die  eigentliche  GlasausBtellung  beginnt  in  dem  hohen  Eck- 
saale, der  sich  an  die  Steingathalle  anschließt  und  zeigt  die 
mannigfaltigsten  Erzeugnisse  der  gesamten  Glasindustrie,  aus- 
gestellt von  einer  Reihe  von  Werken  und  Fabriken  von  Welt- 
ruf. Wir  bemühen  uns,  da  eine  erschöpfende  Darstellung 
dieser  Glasausstellung  schon  des  uns  zur  Verfügung  stehenden 
Raumes  wegen  unmöglich  ist,  wenigstens  eine  solche  Be- 
schreibung der  Gegenstände  und  Aufzählung  der  ausstellenden 
Firmen  zu  geben,  die  der  gesamten  Ausstellung  gerecht  werden 


dürfte,  wobei  wir  von  vornherein  um  Entschuldigung  bitten 
müssen,  wenn  eine  oder  die  andere  Firma  zu  wenig  berück- 
sichtigt sein  sollte,  oder  vergessen  worden  ist. 

Die  Mitte  des  hohen  Ecksaales  füllt  ein  Glasgebäude  der 
Firma  Aktiengesellschaft  für  Glasindustrie  vorm.  Friedrich 
Siemens,  Dresden,  als  anschauliches  Beispiel  der  Verwendung 
ihrer  Glasbausteine.  Im  Inneren  sind  allerlei  Erzeugnisse 
dieses  in  seiner  Weise  einzigartigen  Betriebes  zu  sehen: 
Flaschen  verschiedenster  Größe,  Drahtglas,  Hartglas,  Stanz- 
glas, Glaskörper  für  elektrische  Beleuchtung,  feuerfeste  und 
säurefeste  Behältnisse,  ein  mundgeblasener  Riesenballon,  der 
Werdegang  einer  Flasche,  Schiffsfenster,  das  Modell  eines 
Siemens-Regenerator-Glasschmelzofens  usw. 

Ein  Kino  zeigt  dreimal  täglich  in  einstündiger  Vorführung 
den  gesamten  Betrieb  des  Riesenwerkes. 


7 

198?;   (66.  Jahrgang.) 

Rings  um  das  imposante  Glashaas  haben  aasgestellt:  der 
Verband  deutscher  Glasinstrumentenfabriken  E.  V.  Jlmenau, 
die  Heliosflaschengesellschaft  Jlmenau,  die  Parivit-Gesellschaft 
m.  b.  H,  Radeberg  (farbige  Glasplatten  für  Wände,  Tische 
usw.),  die  Isola-Gesellschaft  für  Wärme-Kälte-Isolierung,  Rudol- 
stadt, u.  a. 

An  diesen  Ecksaal  schließt  sich  die  große  Glashalle,  deren 
Erbauer  der  Dresdner  Kunstakademieprofessor  Dr.  h.  c.  Hein- 
rich Tessenow  (Hellerau)  ist.  Das  Monumentalgemälde  in  der 
Stirnwand :  Glasbläser  in  Flammenglorie,  stammt  von  Geh.  Hof- 
rat Prof.  Otto  Gußmann. 

Von  links  nach  rechts,  den  Gang  entlang  bis  an  die 
offene  Glashalle  und  (rechts)  zurück  begegnen  wir  folgenden 
Ausstellern : 

Penziger  Glashüttenwerke  (Kollektiv- Austeilung) :  Euphos- 
Glas  (sicherster  Schutz  gegen  die  dem  Auge  schädlichen  ultra- 
violetten Strahlen);  Indifferent-Glas  (für  Glühlichtbeleuchtung); 
Reinlichtglas  (voller  Ersatz  für  Tageslicht). 

„Kristalco"-Glasfaser-Verwertungsges.  m.  b.  H.,  Dresden  16, 
Pfotenhauer straße  28/30.  Dieses  „Kristalco"  ist  eine  merk- 
würdige Neuheit,  besonders  für  Zwecke  der  •  Textilindustrie. 
Man  ist  sicherlich  zunächst  erstaunt,  was  Damenhüte,  Lampen- 
schirme, Puppen  u.  a.  in  dieser  Ausstellung  zu  suchen  halfen, 
bis  uns  ein  Blick  auf  das  in  größeren  Massen  vorhandene 
Glasgespinst  in  den  feinsten  Fäden  überzeugt,  daß  man  es  hier 
wirklich  mit  Glas  zu  tun  hat.  So  fein  wie  Baumwoll-  oder 
Seidenfäden  im  Aussehen,  greift  es  sich  auch  wie  Textil- 
ware an,  ohne  daß  es  bricht.  Es  ist  hier  zu  künstlichen 
Blumen,  zum  Untergrund  für  alle  hellen  Stoffe  und  in  ähn- 
licher Weise  wirksam  verwendet  und  macht  auf  den  Beschauer 
einen  sehr  guten  Eindruck. 

Fettke  &  Ziegler,  Glashüttenwerke,  Döbern,  N.-L.:  Wir 
sehen  hier  die  verschiedensten  Glassachen  für  Bakteriologie, 
Chirurgie,  Chemie,  Physik,  Elektrotechnik,  Medizin,  Pharmazie, 
Photographie,  Parfümerie.  Dieser  Raum  enthält  im  Fenster 
ein  vorzügliches  Bild  der  Glasmalerei  Friese  &  Lange,  Plauen 
(Vogtland). 

Weiter  sehen  wir  allerlei  farbige  Kunstgläser,  Preßglas, 
geschliffene  Gläser,  physikalische  und  chemische  Instrumente, 
eine  Sondergruppe  der  Gläser  nach  Entwürfen  von  Professor 
Härtel  (Breslau),  die  sogenannten  „Härtel-Gläser",  von  der  Gräfl. 
Schaffgotsch'schen  Josephinenhütte,  Oberschreiberhau  (Riesen- 
gebirge); Tafelgläser  der  Rheinischen  Glashütten- A.-G.,  Köln- 
Ehrenfeld;  Lampenschirme  der  Glashüttenwerke  Phönix,  Penzig 
(O.-L.);  Glasschüsseln,  Glasglocken,  Wassergläser,  Karaffen 
wunderbarer  Art  der  Glashüttenwerke  Eichhorn  &  Weis, 
Heidenau  (Bez.  Dresden). 

Die  Glastechnischen  Präzisionswerkstätten  Carl  Wiegand, 
Dresden-N.,  zeigen  Thermometer  der  verschiedensten  Art, 
Vakuumröhre  nach  Perrin,  eine  Dewar-Flasche  für  flüssige  Luft, 
Scheidetrichter,  Büretten,  Pipetten,  einen  Orsatapparat. 

Hermann  Liebold,  Dresden  27,  stellt  ausgeführte  Anlagen 
im  Bilde  vor. 

Es  folgen  die  Lausitzer  Glasraffinerie  Rudolf  Redl,  Bischofs- 
werda  i.  S.  (Bleikristall  und  sein  Werdegang,  dargestellt  an 
einer  Schüssel);  Penziger  Feinschleiferei  R.  Meißner  &  Co., 
Penzig  (O.-L,);  B.  Bayerl,  G.  m.  b.  H,  München  (kunstgewerbliche 
Werkstätte)  mit  Terrinen,  Gläsern,  Schalen;  Hallesche  Pfänner- 
schaft,  A.-G.,  Halle  (Saale)  mit  Flaschen,  Gläsern  in  den  ver- 
schiedensten Arten  und  Formen. 

So  sind  wir  auf  der  linken  Seite  der  Glashalle  am  Ende 
angelangt  und  betreten  eine  offene  Halle,  wo  uns  der  Glasbau 
der  „Deutschen  Luxferprismen-G.  m.  b.  H.  (Berlin -Weißensee) 
vorteilhaft  ins  Auge  fällt.  Dicht  dabei  steht,  von  dem  „Verein 
Sächsischer  Tafelglashütten"  herrührend,  ein  Aufbau  mächtiger 
Glaszylinder,  aus  denen  durch  Aufschneiden  und  Strecken  die 
Glasscheiben  gewonnen  werden.  Wir  bewundern  weiter  das 
Trockenplattenglas  der  Firma  Carl  Menzel  &  Söhne,  Lommatzsch 
und  Bunzlau;  Tafelglas  rheinischer  und  deutscher  Art;  den 
Werdegang  eines  Bonbonglases;  die  Glasbausteine  Falconnier 
der  „Adlerhütten",  Penzig. 

Die  Werkzeugfabrik  für  die  Glasindustrie,  G.  m.  b.  H,, 
Dresden-A,,  zeigt  die  pneumatische  Glasmacherpfeife  (Patent 
Lippold-Lorenz). 

Von  der  Spiegelglasfabrik  F.  G.  Häusler,  Dresden-Neustadt, 
,  sehen  wir  Spiegel,  geätzte  Schalen  und  alle  sonstigen  für  Möbel- 
j  fabrikation  in  Betracht  kommenden  Glaserzeugnisse. 

Ein  großes  anschauliches  Modell  zeigt  die  gesamte  Anlage 
.  der  Deutschen  Fensterglashütte  Heinrich  Hildebrand,  Triebel 
1 1  (Kreis  Sorau). 

Wir  verlassen  die  offene  Glashalle  und  kehren  auf  der 
i  anderen  Seite  in  die  lange  Glashalle  zurück,  wo  zunächst  der 
Verband  Deutscher  Preßglasfabrikanten,  Dresden,  seine  Schiffs- 
fenstergläser, Schaugläser,  Reflexionswasserstandgläser  usw. 
zur  Ansicht  bringt;  dann  die  Firma  Aug.  Walther  &  Söhne, 


Je.  34  883 

A.-G.,  Ottendorf- Okrilla,  ihr  gepreßtes  Glas  als  Schüsseln, 
Butterglocken,  Vasen  usw. 

Die  Kristall-Kunstgläser  des  Riesengebirges  werden  vor- 
teilhaft gezeigt  von  der  Firma  Fritz  Heckert,  Petersdorf 
(Riesengebirge),  so  z.  B.  wunderbare  Tafelgläser. 

Die  Firma  Gebr.  Tischer,  Großbreitenbach  (Thüringen) 
bringt  als  Neuheit  einen  selbsttätigen  Irrigator,  außerdem  ver- 
schiedene Thermometer,  Glasinstrumente  und  Apparate,  sowie 
Massenartikel. 

Nicht  unerwähnt  soll  bleiben  die  Gesellschaft  zur  Her- 
stellung künstlicher  Augen  „Ocar",  G.  m,  b.  H.,  Lauscha.  Wir 
sehen  da  künstliche  Europäer-,  Neger-,  Inder-,  Japaner-,  abnorme 
Augen,  den  Werdegang  des  künstlichen  Auges  u.  a. 

Die  Vereinigten  Stützerbacher  -  Frauenwalder  Glashütten- 
werke Heym,  Wenz  und  Witzmann,  Stützerbach  i.  Thüringen 
bringen  ihre  Zylinder,  Retorten,  Standgefäße  und  Chemikalien- 
gläser wirksam  zur  Anschauung,  wobei  wir  manches  Neue 
entdecken  konnten. 

Die  Sendlinger  Optischen  Glaswerke,  G.  m.  b.  H,  Zehlendorf 
(Wannseebahn)  b.  Berlin  führen  in  einer  mustergültigen  Aufstel- 
lung ihre  Erzeugnisse  vor,  von  denen  wir  besonders  erwähnen 
möchten :  schweres  Flintglas  für  Objekte,  Kronglas  für  Prismen, 
Flintglas  für  Prismen,  unsortiertes  Hafenglas,  einen  halbierten 
Hafen  (Kronglas),  Kondensoren  aus  hitzebeständigem  Ignalglas 
und  optischem  Kronglas,  Rohstoffe  für  verschiedene  optische 
Gläser,  optisches  Plattenglas,  gepreßte  Linsen,  Platten  mit 
Kristallbildungen,  gesenkte  und  gekühlte  Platten,  ein  großes 
Stativ  mit  Linsen,  eine  kleine  Sonderausstellung :  „Was  aus  dem 
S.  O.  Glas  gemacht  wird"  usw.  ubw. 

Das  Jenaer  Glaswerk  Schott  und  Genossen  zeigt  in  lehr- 
reicher Weise,  wie  optisches  Rohglas  hergestellt  wird,  aus  dem 
dann  Linsen  für  Fernrohre  usw.  gefertigt  werden.  Man  sieht 
da  das  Modell  eines  Hafens,  man  sieht  die  sämtlichen  Roh- 
stoffe: rohen  und  gebrannten  Ton,  Pottasche,  Zink,  Soda, 
Magnesia,  Quarzmehl  usw.  Daneben  liegt  auf  einem  Glasberge 
die  Ausbeute  eines  solchen  Ofens  an  gutem  optischen  Glas. 
Man  sieht  den  Senkofen,  in  dem  das  Rohglas  in  Senkformen 
erweicht  und  die  rohe  Glasplatte,  die  aus  der  Senkform  her- 
vorgeht, dieselbe  angeschliffen,  anpoliert,  endlich  das  fertige 
einwandfreie  Plattenglas.  Auch  fehlerhafte  Gläser  mit  Trü- 
bungen, Schlierenbildung  und  Kristallen  sind  ausgestellt.  Ferner 
farbige  Gläser  für  Photographie  und  Laboratorium,  Röhren  vom 
breitesten  bis  zum  schmälsten  Durchmesser  —  im  Bilde  sieht 
man  auch,  wie  sie  hergestellt  werden  u.  a.  Unter  den  zahlreichen 
chemischen  Apparaten  sind  auch  zwei  Quecksilberlampen,  die 
im  Gebrauch  gezeigt  werden  können. 

Eine  ganze  Reihe  größerer  und  kleinerer  Linsen  aus  einem 
farbenkompensierten  Glas,  darunter  ein  Glanzstück  als  Tisch- 
platte montiert,  fesselt  das  Auge  des  Beschauers.  Dieses 
Prachtexemplar  wiegt  330  kg,  hat  110  cm  Durchmesser  und  ist 
115  mm  dick.    Preis  für  Deutschland  rund  1  Million  Mark. 

Im  Gange  der  langen  Glashalle  haben  weiter  auagestellt 
die  Glaswerke  Tettaugrund,  e.  G.  m.  b.  H,  Tettau  (Oberfr.),  z.  B. 
Gläser,  Parfümflaschen;  die  Glasbläserei  Blaues  Haus,  Berlin, 
wunderbare  Nippsachen,  die  Gräfl.  Schaffgotsch'sche  Josephinen- 
hütte ihre  Härtelgläser. 

Vertreten  sind  auch  die  Fachschule  für  Glasindustrie  Zwiesel 
und  „Werku",  Laubegast-Dresden  (Glasmalereien). 

Soweit  noch  nicht  erwähnt,  müssen  wir  endlich  der  Glas- 
malereien gedenken,  wovon  herrliche  Kunstprodukte  an  ver- 
schiedenen Stellen,  wo  die  Beleuchtung  günstig  ist,  ange- 
bracht sind. 

Der  Beschauer  fühlt  die  gewaltige  technische  Entwicklung, 
die  sich  da  vor  seinen  Augen  ausbreitet,  die  aus  sprödem, 
deutschem  Rohmaterial  Fabrikate  herstellt  von  künstlerischen 
Formen  und  technischen  Vollkommenheiten.  Für  den  Fachmann 
reden  diese  stummen  Ausstellungsobjekte  eine  beredte  Sprache. 
Sie  zeigen,  daß  Deutschland  nach  wie  vor  mit  an  der  Spitze  der 
Glaserzeugung  für  Optik,  Elektrizität  und  Chemie  steht,  daß 
insonderheit  das  optische  Glas  weltbeherrschend  ist,  was  fest- 
zustellen hiermit  für  uns  eine  angenehme  Aufgabe  war! 

III. 

Die  Sonderausstellung  von  alten  Porzellanen  im  Residenz- 
schloß zu  Dresden  ist  zugleich  mit  der  Hauptausstellung  der 
„Jahresschau  deutscher  Arbeit"  eröffnet  worden,  und  diese 
alten  Schätze  japanischen,  chinesischen  und  Meißner  Porzellans, 
überaus  kostbare  und  in  ihrer  Art  einzige  Stücke,  stellen  eine 
Fundgrube  aus  der  Zeit  Augustus  des  Starken  dar,  die  für  alle 
Liebhaber  und  Kenner  der  alten  Keramik  von  ganz  besonderem 
Interesse  ist,  umsomehr,  als  dies  das  einzige  Mal  ist,  daß  die 
so  hochbedeutenden  Porzellane  in  der  Nähe  zu  betrachten  sein 
werden. 

Diese  Porzellane  umfassen  —  um  [etwas  vorzugreifen  — 
in  der  Hauptsache  einzig  dastehende  Bestände  von  Altmeißner 
Porzellan,  insbesondere  von  großen  Vasen  aus  der  Zeit  (um 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


384  —  Mr.  34 


SP  RECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


1922.  (H.  yaMging.) 


1725)  des  Königs  August  des  Starken,  sogenannte  AR-Vasen, 
eine  Bezeichnung  die  anf  die  Marke  mit  den  verschlungenen 
Bachstaben  AR  zurückzuführen  ist,  die  nur  auf  den  für  den 
König  bestimmten  Stücken  aufgetragen  wurde.  Alle  Vasen 
weisen  eine  wundervolle  kräftige  Bemalung  auf.  Darunter  be- 
finden sich  sogenannte  Fondvasen,  d.  h.  solche  mit  farbigen 
(gelben,  grünen,  violetten,  blauen)  Gründen,  so  auch  das 
einzige  von  dem  verdienstvollen  künstlerischen  Leiter  der 
Meißner  Porzellan  -  Manufaktur  nach  Böttgers  Tode,  Herold, 
gezeichnete  Stück,  ferner  mehrere  der  großen  bemalten  Tier- 
etücke von  Kandier  (Meißner  Manufaktur)  aus  der  Zeit  um 
1735.  Alle  diese  Stücke  sind  ungemein  geschätzt,  aber  sehr 
selten  und  auch  in  der  Dresdner  Porzellansammlung  so  gut 
wie  gar  nicht  vertreten.  Dazu  kommen  noch  einige  änßerst 
wertvolle  chinesische  Porzellane,  alles  Porzellane,  die  August 
der  Starke  einstmals  im  Japanischen  Palais  aufstellen  ließ,  die 
aber  später  samt  der  Wandvertäfelung  in  das  Turmzimmer  des 
Schlosses  gebracht  und  dort  in  der  dekorativen  Weise  aufgestellt 
wurden,  die  heute  noch  besteht. 

Die  Porzellane  kamen  aber  in  dem  so  prachtvoll  und 
eigenartig  geschmückten  Turmzimmer  wegen  ihres  an  den 
Wänden  sich  bis  zur  Decke  erstreckenden  dekorativen  Auf- 
baues und  wegen  der  dort  herrschenden  ungenügenden  Licht- 
Verhältnisse  —  das  Turmzimmer  gehört  zu  den  dunkelsten 
Räumen  des  ganzen  Schlosses  —  niemals  voll  zur  Geltung, 
zumal  die  hochgestellten  Vasen,  Tiere  und  Figuren  kaum  ge- 
sehen, geschweige  denn  studiert  werden  konnten.  Es  war  da- 
her ein  erfreulicher  und  dankenswerter  Gedanke,  für  die  Zeit 
der  keramischen  Ausstellung  einmal  eine  größere  Anzahl  dieser 
kostbaren  Erzeugnisse  der  Porzellankunst  aus  alter  Zeit  heraus- 
zunehmen und  in  zwei  Sälen  der  Festräume  des  Schlosses 
unterzubringen.  Prof.  Zimmermann,  der  Leiter  der  staatlichen 
Porzellansammlung  hat  die  Aufstellung  in  Vitrinen  vorge- 
nommen, wo  eine  gute  nähere  Besichtigung  möglich  ist. 

August  der  Starke  war,  wie  wir  historisch  treu  bestätigen 
wollen,  nach  einem  Briefe  von  ihm  an  den  Grafen  Flemming, 
von  der  Porzellankrankheit  ergriffen  und  kaufte  keramische 
Erzeugnisse  Ostasiens,  soviel  er  hur  erlangen  konnte.  Vom 
Grafen  Flemming  selbst,  der  schon  früher  derselben  Neigung 
gehuldigt  hatte,  kaufte  er  1715  dessen  Sammlung,  und  nach 
Paris  und  nach  Holland  wurden  von  ihm  Agenten  geschickt 
zum  Ankauf  japanischen  und  chinesischen  Porzellans  sowie 
Delfter  Guts.  Aus  dem  Nachlaß  des  Kriegsrats  Raschke  er- 
warb er  1722  zahlreiche  Gefäße,  und  andere  Ankäufe  zahl- 
reicher Art  bei  Sammlern  und  Kaufleuten  wurden  von  ihm  ge- 
tätigt. 

Diese  Sammelwut  des  Königs  kostete  naturgemäß  viel 
Geld;  gewaltige  Summen  wurden  in  diesen  Gegenständen  an- 
gelegt —  kein  Wunder,  daß  schon  vor  1708  daß  Wort  von 
Sachsens  porzellanenen  Schröpfköpfen  aufkam,  wodurch  der 
Erfinder  dieses  Wortes  das  teure  ostasiatische  Porzellan 
meinte..  Kein  Wunder  auch,  daß  die  Phantasie  den  Wert  des 
kurfürstlichen  Porzellans  ins  Ungemessene  steigerte,  wie  bei- 
spielsweise der  Reisende  J.  G.  Keyßler  von  den  Porzellan- 
schätzen im  Japanischen  Palais  schreibt:  „Die  Menge  des  ein- 
heimischen und  ausländischen  Porzellans  ist  nicht  zu  be- 
schreiben, allein  dasjenige,  was  zum  Küchengerät  gehört,  wird 
auf  eine  Million  Taler  geschätzt.  In  einem  der  oberen  Zimmer 
sieht  man  die  48  großen  Gefäße  aus  weißem  und  blauem 
Porzellan,  für  welche  der  König  von  Polen  dem  itzigen  Könige 
von  Preußen  ein  Regiment  Dragoner  gegeben  hat 

Immerhin  hat  des  Königs  von  Polen  Leidenschaft  für  die 
keramischen  Erzeugnisse  Ostasiens  für  Sachsen  viel  Gutes 
gezeitigt.  Sie  führte  ohne  Zweifel  zur  Wiedererfindung  des 
Porzellans  in  Sachsen  und  hat  dazu  geführt,  daß  Sachsen  die 
Wiege  des  Porzellans  auf  europäischem  Boden  wurde.  In 
Meißen  und  Dresden  war  es,  wo  der  Naturforscher  und  Chemiker 
Ehrenfried  Walter  Freiherr  von  Tschirnhausen  mit  dem 
Alchimist  Johann  Friedrich  Böttger  zu  Anfang  des  18.  Jahr- 
hunderts keramische  Versuche  anstellte,  wodurch  Böttger, 
anstatt  des  Goldes,  das  der  König  in  erster  Linie  wünschte, 
auf  das  Porzellan  kam.  Nach  langem  Tasten  und  Suchen  gelang 
es  1709  Böttger,  nachdem  Tschirnhausen  1708  gestorben  war, 
aus  Schneeberger  Kaolin  jene  köstlichen  und  kostbaren  Produkte 
herzustellen,  die  vordem  nur  als  Importwaren  aus  dem  fernen 
Osten  bekannt  waren.  Meißen  und  Dresden  wurden  zu  Mittel- 
punkten der  rasch  aufblühenden  Industrie,  und  von  hier  gingen 
die  „Porzelliner"  mit  ihren  entwendeten  Geheirrnissen  nach 
Berlin,  Wien,  Höchst,  Frankenthal  usw.  und  in  die  ganze  Welt 
hinaus. 

Es  lag  nahe,  daß  sich  die  Manufaktur,  sobald  sie  von  dem 
roten  Böttger-Porzellan  oder  -Steinzeug  zum  weißen  Porzellan 
überging,  an  das  chinesische  und  japanische  Porzellan  eng 
anschloß.  Der  König  selbst  trieb  sie  dazu  an,  indem  er  z.  B. 
Preise  für  die  Nacherfindung  der  kobaltblauen  Unterglasurfarbe 
aussetzte,  die  ihm  durch  die  berühmten  chinesischen  Deckel- 


töpfe bekannt  geworden  war.  Einige  von  diesen  herrlichen 
Töpfen  mit  tiefem  leuchtend  kobaltblauem  Grunde  und  aus- 
gesparten Muhmeblüten  in  herrlicher  dekorativer  Wirkung  sind 
jetzt  mit  ausgestellt.  „Dazu  auch  einige  ganz  ungewöhnlich 
schöne  Deckeldosen  mit  jenem  wirkungsvollen  darch  Spritzung 
hervorgerufenen  unterglasurblauen  Grunde  (bleu  fouette)  und 
ausgesparten  Feldern  mit  farbigen  Emailmalereien." 

Daneben  stehen  Nachahmungen  aus  Meißener  Porzellan 
aus  dieser  Zeit,  die  in  Ausführung  und  Farbe  eine  erstaunliche 
Geschicklichkeit  bekunden  und  —  wenigstens  vom  Laien  —  kaum 
von  den  chinesischen  Vorbildern  unterschieden  werden  können. 

Böttgers  Nachfolger,  Herold,  ging  aber  erst  zur  voll- 
ständigen Nachahmung  des  ostasiatischen  Porzellans  über,  und 
aus  seiner  ersten  Zeit  der  Wirksamkeit  stammen  noch  Porzellane 
mit  der  gelblichen  Masse  aus  der  Zeit  Böttgers,  die  zwar  auch 
unter  dem  Einflüsse  des  ostasiatischen  Porzellans  stehen,  aber 
es  nicht  streng  nachbilden  und  kopieren.  Die  Farben  sind 
düster  und  ernst,  das  lichte  Unterglasurblau  fehlt  noch,  wo- 
hingegen ein  dunkles,  kräftiges  Uaterglasurblau  vorhanden  ist, 
das  (nach  Berlings  Angabe)  zuerst  im  Jahre  1720  gefunden 
wurde.  Daneben  findet  sich  ein  ungewöhnlich  feuriges  Eisenrot, 
Violett  und  Gelb  und  zwei  Arten  Grün,  darunter  ein  wunder- 
voll smaragdartiges.  Wunderbar  bleibt  nur,  daß  Herold  diese 
ganze  eigenartige  Farbenskala  später  fast  gänzlich  aufge- 
geben hat. 

Herold  schloß  sich  aber  immer  enger  an  das  ostasiatische 
Porzellan  an,  was  weitere  Stücke  der  Ausstellung  hinreichend 
beweisen,  wenn  auch  ein  bestimmter  Stil,  in  sich  gefestigt,  noch 
nicht  zu  erkennen  ist,  auch  die  Technik  dieser  Nachahmungen 
ganz  ungewöhnliche  Töne  zeitigt.  Es  herrscht  bei  jedem  Stück 
etwas  Besenderes  vor,  das  zaweilen  eigenartig  anmutet. 

Zu  den  ailerschönsten  Schöpfungen  jener  Zeit,  1720  bis 
173®,  gehören  die  sogenannten  Fondporzellane,  das  sind  Por- 
zellane mit  farbigen  Gründen.  Außer  den  Nachahmungen  ge- 
spritzten Blaues  sind  besonders  erwähnenswert  große  Deckel- 
dosen und  Vasen  mit  jenem  gelben  Grund,  den  in  der  Jagd- 
sammlung das  sogenannte  Jagdservice  König  Augusts  des 
Starken  zeigt.  Drei  Stücke  sind  besonders  beachtenswert: 
Das  erste  ist  eine  Stangenvase  mit  gelbem  Grund  und  Chinois- 
serien  in  ausgespannten  Bildfeldern,  das  einzige  Stück,  von 
dem  bekannt  ist,  daß  es  den  Namen  des  Leiters  der  Manu- 
faktur nebst  Tagesangabe  trägt:  Johann  Gregorius  Hörold  inv. 
Meißen  d.  22.  Jan.  anno  1727.  Nach  Ansicht  von  Kunst- 
verständigen, vor  allem  des  Leiters  der  Dresdner  staatlichen 
Porzellansammlung  Professor  Zimmermann  ist  damit  die 
Geburtsstunde  der  farbigen  Fonds  im  Meißner  Porzellan  ange- 
zeigt, eine  Annahme,  die  entschieden  berechtigt  erscheint, 
da  nur  ein  Stück  mit  einer  solchen  Tagesangabe  bekannt  ist 

Die  beiden  anderen  merkwürdigen  Stücke  sind  zwei 
baluster artige,  saftig  grüngrundige  Deckelvasen  mit  einer  ganz 
eigenartigen  Darstellung  König  Augusts  des  Starken.  Das 
ausgesparte  Feld  auf  der  Rückseite  zeigt  Blumen  und  Pflanzen 
im  chinesischen  Stil,  auf  der  Vorderseite  eine  Cfctinois-Serie,  das 
heißt  eine  der  damals  beliebten  phantastischen  Darstellung 
chinesischen  Lebens.  Man  sieht  da,  wie  Chinesen  vor  einemi 
Herrscher  auf  seinem  Thron  eine  große  Ansicht  der  Meißner 
Albrechtsburg  entrollen,  während  auf  der  anderen  Chinesen 
eine  Riesen  vase,  geschmückt  mit  dem  sächsisch -polnischen 
Wappen,  vorführen.  Der  Herrscher  in  chinesischer  Tracht 
trägt  ganz  unverkennbar  die  Züge  Augusts  des  Starken. 

Die  Ansichten  darüber,  was  damit  eigentlich  gemeint  sei 
oder  dargestellt  werden  sollte,  sind  verschieden.  Manche  sind 
der  Ansicht,  daß  es  sich  bei  diesen  beiden  merkwürdigen 
Stücken  um  einen  Scherz  handele  oder  wieder  andere  nehmen 
mit  Bestimmtheit  an,  so  Professor  Zimmermann,  daß  sie  eine 
Erinnerung  an  eines  jener  Hoffeste  darstellen,  bei  denen  der 
König  es  liebte,  in  der  Maske  eines  exotischen  Herrschers  in 
einer  ebenso  verkleideten  Umgebung  zu  erscheinen. 

Die  Ausstellung  zeigt  weiter  einige  Werke  des  Porzellan- 
plastikers  Kandier,  in  denen  er  sich  als  Tiermaler  ersten 
Ranges  ausweist.  Besonders  beachtenswert  sind  Hauben- 
taucher und  Wiedehopfe,  die  die  Porzellansammlung  nicht 
besitzt.  Ferner  auch  gute  Beispiele  der  Kändlerschen  Klein- 
plastik, besonders  einige  Figuren,  die  sehr  schön  als  Leuchter 
und  Uhren  montiert  sind,  und  ein  in  blaue  Zeittracht  geklei- 
detes Pilgerpaar,  das  nach  Zimmermanns  Urteil  zu  d«n  besten 
Meißner  Schöpfungen  dieser  Art  überhaupt  zu  rechnen  ist. 
Es  zeigt  noch  einmal  die  ganze  Höhe  des  damaligen  künstleri- 
schen Schaffens  und  Könnens  dieser  Manufaktur. 

So  haben  wir  gezeigt,  daß  Dresden  noch  heute  die  kost- 
barsten unschätzbaren  Glanzstücke  aus  der  klassischen  Blüte- 
zeit des  Porzellans  besitzt,  zum  Teil  einzigartige  Stücke  größter 
Schönheit  auf  keramischem  Gebiet,  die  Arbeiten  eines  Böttger, 
Kändler,  Acier  und  wie  die  Altmeister  der  Kunst  sonst  noch 
heißen. 


V 


1988.  (Ii.  fahigang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Mr.  34  —  385 


Keine  andere  Stadt  als  Dresden,  das  alte  Dresden  Angasts 
des  Starken,  des  Schirmherrn  der  ersten  Porzelliner,  das 
Dresden  der  Zauberkraft  schöner  Barock-  nnd  Rokokobauten, 
hat  eine  so  enge  geistige  Verwandtschaft  mit  dem  Wesen  des 
Porzellans. 

Die  historische  Sonderausstellung,  die  zu  sehen  nnr  ein- 
mal Gelegenheit  vorhanden  ist,  bleibt  bis  15.  September  geöffnet; 
dann  werden  die  Stücke  wieder  in  das  dunkle  Tnrmzimmer  ge- 
bracht and  entziehen  sich  so  dem  Auge  des  Beschauers,  der  im 
Grunde  nur  die  dekorative  Anordnung  bewandern  kann. 

IV. 

Die  große  Dresdner  keramische  und  Glas-Schau  hat  neben 
ihrer  ästhetischen  Bedeutung  —  sie  bietet  so  hohe  künst- 
lerische Reize,  zeigt  in  Formen  und  Farben  soviel  des  Schönen, 
Anmutigen,  Seltenen  und  Abwechslungsreichen  —  vor  allem 
eine  große  industrielle;  sie  liefert  den  Nachweis,  daß  diese 
'  mächtige  Industrie  auch  in  der  Gegenwart  von  einer  Leistungs- 
fähigkeit ist,  die  sich  jener  der  altklassischen  Perioden  getrost 
an  die  Seite  stellen  darf,  ja  sie  in  mancher  Hinsicht,  was  Reich- 
tum und  Schönheit  der  Formen  und  Farben  angeht,  wohl  oft 
noch  übertrifft! 

Dresden  hat  sicherlich  einen  guten  Griff  getan,  daß  es  den 
Reigen  seiner  Ausstellungen  mit  der  keramischen  Industrie 
eröffnete  und  das  aus  mancherlei  Gründen:  die  keramische 
Industrie  hatte  gerade  unter  den  Kriegsverhältnissen  schwer 
zu  leiden  gehabt,  sodaß  sie  sicherlich  ein  Recht  auf  Voran- 
stellung hatte.  Dann  aber  steht  diese  Industrie,  wenn  sie  selbst- 
verständlich anch  kein  deutsches  Privilegium  bedeutet,  in 
Deutschland  unbestreitbar  auf  so  hoher  Stufe,  daß  ihre  Erzeug- 
nisse auf  der  ganzen  Welt  geschätzt  werden  und  in  der  Waren- 
statistik des  Welthandels  eine  sehr  beträchtliche  Rolle  spielen. 
Zur  Bekräftigung  dessen  wollen  wir  eine,  den  Fachleuten  zwar 
längst  bekannte  Tatsache  anführen.  Als  während  des  Krieges 
auf  den  Auslandsmärkten  das  deutsche  Porzellan  zu  fehlen  be- 
gann, machten  sich  die  Japaner,  diese  gewandtesten  und  fleißigsten 
aller  Nachahmer  (nach  Viktor  Ottmann),  schleunigst  daran, 
deutsches  Ersatz-Porzellan  herzustellen.  Das  waren  Sachen, 
äußerlich  ganz  nett,  aber  von  so  dünnem  Material  und  so 
spröde,  daß  die  bisherigen  fremdländischen  Abnehmer  dieses 
„deutschen"  Pseudo  Porzellans,  made  in  Japan,  froh  sind,  jetzt 
wieder  echtes  deutsches  Porzellan,  made  in  Germany,  kaufen 
zu  können.  „Es  läßt  sich  eben  doch  nicht  alles  so  einfach 
kopieren  .  .  .",  sagt  Ottmann. 

Neben  dem  Porzellan,  von  dem  Sachsen  die  Wiege  ist, 
darf  auch  das  übrige  deutsche  keramische  Kunstgewerbe  auf 
!  eine  glänzende  Vergangenheit  zurückblicken.    Schon  lange  vor 
.  'der  Erfindung  des  Porzellans  im  16.  Jahrhundert  standen  Stein- 
,  gut,  Fayencen  und  künstlerisch  wertvolle  Töpfereien  in  Deutsch- 
land auf  einer  Stufe  der  Vollendung,  die  keinen  Vergleich  mit 
!  den  besten  Erzeugnissen  einschlägiger  Art  Italiens  und  des 
,  Orients  zu  scheuen  brauchte.    Die  Krüge  und  Humpen  von 
j  Raeren,  Siegburg,  Kreußen  —  um  nur  einige  wenige  Fabri- 
,  kationsorte  zu  nennen  — ,  die  Alt-Nürnberger  Fayence-Oefen, 
s  ja  selbst  die  gewöhnlichen  Apothekergefäße  jener  Zeit  stellen 
,  kunstgewerbliche  Leistungen  von  so  hohem  und  feinem  Ge- 
schmack und  Reiz  dar,  daß  sie  längst  Lieblingsobjekte  des 
r  Sammelfleißes  geworden  sind  und  heute  bekanntlich  zum  Teil 
j  mit  geradezu  phantastischen  Preisen  bezahlt  werden. 


Wirtschaftlich-^ 

1  Handel  and  Verkehr. 

q        Verzichtlei  s  tun  g  auf  d&s  Recht,  bei  Nichterfüllung  des  Friedens- 
i  Vertrages  neue  Deutsche  Guthaben  zu  beschlagnahmen.  Die  kanadische 
e  Regierung  hat  durch  Verordnung  vcm  SO.  6.  22  den  Beschluß  gefaßt,  für 
.den  Fall  der  Nichterfüllung  der  Deutschen Verpflichtungen  unter  Teil  VIII 
des  Friedensvertrages  von  dem  ihr  nach  §  18  der  Anlage  II  zu  diesem 
Teil  des  Friedensvertrages  zustehenden  Rechte  auf  Beschlagnahme  des 
Eigentums  deutscher  Staatsangehöriger  in  Kanada  keinen  Gebrauch  zu 
•  machen.   Diese  Verzichtleistung  Kanadas  gilt  in  demselben  Umfange  wie 
u  die  der  englischen  Regierung.   Wir  haben  Uber  dieses  Rächt  der  Beschlag- 
nähme  des  Eigentums  deutscher  Staatsangehöriger,  das  erst  nach  dem 
I  Oebergang  in  den  Friedensznstacd  erworben  worden  ist,  ausführlich  im 
Sprechsaal  Nr.  27.  vom  6.7.  d.  Js.  berichtet,  (ng) 

r       Umrechnung  fremder  Währungen  bei  der  Berechnung  des 
j,  'Wechselstempels.    Mit  Wirkung  ab  12.  8.  wurden  vom  Raichsnnanz- 
0  ministerium  für  die  Umrechnung  der  in  anderer  als  Reichswährnng  aua- 
',  gedruckten  Beträge  bis  auf  weiteres  folgende  Mittelwerte  festgesetzt: 
.  für  1  Pfund  Sterling  M  2440,  1  franzöä.  Frank  Jt  46,  1  belgischer 
Frank  M  44,  1  Schweiz.  Frank  Jt  105,  1  Lire  Jt  25,  1  Peseta  M  85, 
L  Leu  Jt  3,50,  1  finnische  Mark  M  11,  1  deutsch- österreichische  Krone 
\.  M  0,02,  1  tschechische  Krone  Jt  12,  1  ungarische  Krone  Jt  0,35, 
,.  1  hollandischer  Gulden  M  211,  1  schwedische  Krone  Jt  145,  1  dänische 
Krone  M>  120,  1  norwegische  Krone  Jt  95,  1  polnische  Mark  Jt  0,09, 
l  türkischer  Piaster  Jt  2,50  1  argentinischer  Peso  (Gold)  Jt  430,  1  argen- 
r>  änischer  Peso  (Papier)  M  190,  1  chilenischer  Peso  (Papier)  Ji  75, 
°  l  brasilianischer  Milreia  M  75,  1  japanischer  Yen  Jt  260,  1000  Sowjet- 


Es  hat  in  Deutschland,  aber  auch  in  anderen  Ländern, 
viele  Irrwege  und  manche  Epochen  des  Stillstandes  und  Rück- 
schrittes gegeben.  Aber  heute  herrscht  wieder  —  dafür  bringt 
ja  die  Dresdner  Ausstellung  den  besten  Beweis  —  in  allen 
Staatsmanufakturen  und  Privatbetrieben  der  eifrigste  Ehrgeiz, 
Musterhaftes  zu  leisten  und  die  Industrie  einer  neuen  Höhe 
zuzuführen. 

Dazu  gehört  aber  —  als  Hauptsache  —  die  Qualitäts- 
leistang,  ein  Begriff,  der  zu  einem  Schlagwort  geworden,  in 
letzter  Zeit  etwas,  wenn  nicht  viel  von  seiner  ursprünglichen 
Bedeutung  verloren  hat.  Was  brüstet  sich  heute  nicht  alles 
mit  Qualität! 

Die  Dresdner  Aussteller  bringen  den  Begriff  in  seiner  un- 
verfälschten Bedeutung  reiner  zum  Ausdruck,  indem  sie  von 
Höchstleistung  sprechen.  In  Anbetracht  des  Endzieles  der 
Jahresschauen:  Anregung  zu  gesteigerter  Güte  in  Arbeit,  Stoff 
und  Formung,  würdige  Vorführung  der  erreichten  Leistungen, 
liegt  es  auf  der  Hand,  daß  in  einer  derartigen  Eliteschau  nur 
solche  Arbeiten  gezeigt  werden  dürfen,  die  der  Erzeuger  selbst 
als  Gipfelpunkte  seines  Könnens  betrachtet  und  bei  denen  er 
voraussetzen  darf,  daß  auch  der  kritische  Beschauer  diese  An- 
sicht gelten  läßt. 

Das  ist  der  Fall,  und  das  ist  es,  wodurch  sich  die  Dresdner 
Ausstellung  von  Warenmessen  und  Ausstellungen  nach  alter 
Schablone  unterscheidet.  Die  Dresdner  Jahresschau  gibt  einen 
Querschnitt  durch  die  besten  fabrikationsmäßig  hergestellten 
Erzeugnisse  der  Industrie  —  Erzeugnisse  von  dekorativem 
Wert,  Gebrauchsgegenstände  für  alltäglichen  und  technischen 
Bedarf,  auf  welch  letztere  in  Anbetracht  ihrer  großen  Wichtig- 
keit für  die  Hebung  des  Geschmacks  in  den  breiten  Volks- 
schichten hoher  Wert  gelegt  ist  —  und  zwar,  wie  er  in  der 
Tat  ist  und  nicht,  wie  eine  übertrieben  strenge  Kritik  vielleicht 
wünschen  könnte,  daß  er  wäre!  Also  keine  Potemkinschen 
Dörfer,  wie  dergleichen  ja  manchmal  vorkommen  soll! 

Keine  eigens  für  diesen  Zweck  und  nur  für  diesen  Zweck 
hergestellte  Paradearbeiten,  sondern  ehrliche  Erzeugnisse 
dessen,  was  wirklich  und  ehrlich  allgemein  an  bester  Arbeit 
geleistet  und,  im  Hinblick  auf  den  zu  erwartenden  Absatz, 
genau  ebensogut  möglichst  oft  wiederholt  werden  kann. 

Dresden  hat  alles  aufgeboten,  um  die  erste  Jahresschau, 
die  deutsche  Keramik  und  Glasindustrie,  zu  einer  großzügigen 
Ausstellung  in  vorbildlich  würdiger  Form  auszugestalten. 

Wenn  wir  wirklich  etwas  an  dieser  Ausstellung  auszusetzen 
haben,  so  ist  es  der  Untertitel  der  Ausstellung  „Deutsche 
Erden" :  Porzellan,  Keramik,  Glas,  was  man  nicht  gerade  denk- 
richtig nennen  kann ;  denn  Porzellan  ist,  wie  bekannt,  auch 
Keramik.  Ein  Kritiker,  Prof.  Schumann,  hat  abe?  auch  dafür 
eine  Entschuldigung  gefunden,  die  Bezeichnung  (dreiteilig)  sei 
nützlich  und  angenehm  nach  zwei  Seiten:  sie  genügt  den  An- 
sprüchen der  geistig  Vornehmen,  denen  Wörter  wie  Töpfer- 
kunst oder  Kunsttöpferei  schwer  über  die  Lippen  gehen,  und 
sie  gibt  einen  deutlichen  Fingerzeig  denen,  die  sonst  nicht  ganz 
genau  wüßten,  was  die  Ausstellung  bietet.  Freilich  werden  die 
nun  glauben,  Porzellan  zähle  nicht  zur  Keramik.  Aber  — 
nichts  ist  vollkommen  auf  Erden  —  nicht  einmal  der  Titel  einer 
Jahresschau ! 


ew  erblicher  Teil. 

rubel  M  0,20,  1  bulgarischer  Lewa  M  3,30,  1  Ver.  Staaten-Dollar  Jt  550 
1  mexikanischer  Goldpeso  (Gelddollar)  Jt  260,  1  lettländischer  Babel 
Jt  2,10,  1  estnische  Mark  Jt  1,65,  1  jugoslawischer  Dinar  Jt  6,75. 

Italien.  Merkblätter  für  den  Eisenbahn-,  Fracht-  nnd  Eil- 
frachtenverkehr. Die  Handelekammer  in  Triest  hat  im  „BoUetino"  eine 
Zusammenstellung,  enthaltend  „Nützliche  Hinweise  über  Fracht  nnd  Eil- 
frachtgütertransporte für  diejenigen,  die  sich  der  italienischen  Staatsbahnen 
bedienen",  veröffentlicht.  Die  Zusammenstellung  ist  gründlich  nnd  um- 
sichtig gefertigt  und  dürfte  für  die  wirtschaftlichen  Verbände,  die  sich 
für  den  Handel  mit  Italien  interessieren,  von  Wert  sein.  Die  betreffende 
Nammer  des  „Bolletino"  ist  nicht  mehr  erhältlich,  dagegen  können  Sonder- 
abdrücke in  Buchform  zum  Preise  von  je  10  Lire  vom  Deutschen  Konsulat 
in  Triest  bezogen  werden. 

Spanien.  Paketverkehr.  Die  Beförderung  von  Paketen  nach  Spanien 
Uber  Hamburg  beansprucht  im  allgemeinen  drei  bis  vier  Monate.  Die 
Ursachen  der  Verzögerungen  dürften  vor  allem  in  den  unzureichenden 
Einrichtungen  der  spanischen  Zollverwaltung  im  Landungshafen  liegen. 
Auch  die  Zulassung  nur  eines  Hafens,  La  Cornna,  als  Eingangs-Postanstalt 
für  Postpakete,  die  auf  dem  Seewege  in  Spanien  eingehen,  dürfte  zn  den 
Verzögerungen  beitragen.  Die  vom  genannten  Hafen  ins  Innere  Spaniens 
führenden  Eisenbahnen  sollen  so  überlastet  sein,  daß  die  Pakete  oft  erst 
nach  längerer  Zeit  weiter  befördert  werden.  Es  sind  Bemühungen  im 
Gange,  die  Schwierigkeiten  zn  beheben.  Der  Leitung  ihrer  Pakete  über 
Frankreich  sind  die  beteiligten  Handelskreise  vielfach  abgeneigt;  sie 
bevorzugen,  ungeachtet  der  ihnen  bekannten  Nachteile,  den  Seeweg, 
obgleich  der  Weg  über  Frankreich  zuzeit  der  schnellste  ist.  Abgesehen 
davon,  daß  anch  bei  dieser  Laitang  Verzögerungen  vorkommen,  sollen 


886  —  Hr.  34 


SPRECHSAÄL  —  CO  BÜRO« 


19SS.  4M.  Jafiigang.]) 


die  Pakete  dabei  öfters  verloren  gehen  oder  mit  unvollständigem  Inhalt 
ankommen. 

Eine  deutsch-russische  Handelsgesellschaft.  In  Königsberg  ist  die 
Dentsch-Russische  Warenaustausch-Gesellschaft  m.  b.  H.  gegründet  worden, 
deren  Zweck  die  Pflege  des  Handelsverkehrs  zwischen  Deutschland,  Ruß- 
land, Finnland,  Lettland,  Litauen  und  Polen  ist,  und  zwar  durch  den 
Austausch  deutscher  Waren  gegen  Waren  dieser  Länder,  hauptsächlich 
Rohstoffe.  Die  Gesellschaft  soll  für  beide  Parteien,  sowohl  für  die  deutschen 
wie  für  die  russischen  Interessenten  arbeiten.  Für  die  Tätigkeit  der 
Gesellschaft  hat  jede  der  beiden  Parteien  eine  angemessene  Vergütung  zu 
entrichten.  Die  Geschäfte  vollziehen  sich  grundsätzlich  unter  Beteiligung 
der  von  der  russischen  Regierung  für  derartige  Geschäfte  zugelassenen 
Stellen.  In  ähnlicher  Weise  wie  mit  Rußland  soll  der  Warenaustausch 
auch  mit  den  übrigen  vorstehend  genannten  Ländern  durchgeführt  werden. 
Die  Deutsch-Russische  Warenauetauschgesellschaft  befindet  sich  in  Inter- 
essengemeinschaft mit  dem  wirtschaftlichen  Institut  für  Rußland  und  die 
Randstaaten. 

Zollgebührenzettel  zu  Paketen  im  Verkehr  mit  Frankreich  sind 
vom  1.  9.  an  zugelassen. 

Pakete  mit  Metallbandverschnürung  nach  der  Schweiz  und 
Italien  oder  im  Durchgang  durch  diese  beiden  Länder  sind  nicht  zuge- 
lassen. Im  sonstigen  Auslands  verkehr  werden  derartig  verschlossene  Pakete, 
vorausgesetzt,  daß  die  Beschaffenheit  der  Verschnürung  den  Vorschriften 
entspricht,  bis  . auf  weiteres  von  den  PostanBtalten  zur  Beförderung  ange- 
nommen. 

Die  Paket-  und  Telegrammgebühren  sowie  Fernsprechgebühren 
nach  dem  Ausland  haben  sich  unter  Zugrundelegung  der  Berechnung 
eines  Goldfranken  mit      160  vom  7.  8.  ab  geändert. 

Pakete  nach  Bulgarien  können  bis  zu  5  kg  befördert  werden. 

Postfrachtstücke  nach  Rumänien  können  sät  dem  14  d.  M.  auch 
mit  Wertangabe  bis  1000  Franken  geschickt  werden. 

Einfache  und  telegraphische  Postanweisungen  nach  Italien 
sind  seit  dem  16.  8.  wieder  zugelassen. 

Ein-  irad  Ansfukr,  Zollwesen. 

A.  H. N.  Grobkeramik .  Die  Mindestpreise  für  Walkererde  nach 
Polen  und  den  russischen  Randstaaten  sind  festgelegt.  —  Die  Ausfuhrmindest- 
preise für  feuerfeste  Erzeugnisse  nach  Polniach-OberschlesieD, 
Polen,  Randstaaten  und  Finnland  haben  mit  dem  10.  8.  22  eine  Aenderung 
erfahren.  —  Die  für  Kreideausfuhr  festgesetzten  Mindestpreise  haben 
mit  sofortiger  Wirkung  eine  Abänderung  erfahren. 

A.H.N.  Glas.  Für  Glasröhren  undHohlgäser  für  wissen- 
schaf  tliche  und  technische  Zwecke  sind  mit  sofortiger  Wirkung 
neue  Ausfuhrmindestpreise  festgelegt  worden.  Näheres  durch  die  Preis- 
piüfungsstelle  für  Glasröhren,  Glasetäbe  und  Hohlgläser  für  wissenschaft- 
liche und  technische  Zwecke  in  Ilmenau.  —  Für  die  Ausfuhr  von  Re- 
klameartikeln aus  Preßglas  ist  die  Berechnung  in  Markwährung 
nach  allen  Ländern  zugelassen.  Gleichzeitig  sind  Ausfuhrmindestpreise 
festgesetzt  worden,  die  bei  der  A.  H.  N.  Glas,  Berlin.W  67,  Goebenstr.  10, 
erfragt  werden  können.  —  Als  Vertreter  der  Weißhohlglasindustrie  für  die 
A.  H  N.  Glas  wird  auf  der  Leipziger  Herbstmesse  in  der  Zeit  vom  26.  bis 
30.  8  22  der  Preisprttfer  dieser  Industrie,  Herr  Dir  H.  Reichow,  Dresden, 
anwesend  sein.  Das  Büro  befindet  sich  im  Cafe  Corso,  Goethestraße  UV 
(Vereinigung  Mitteldeutscher  Hohlglasfabriken).  Sprechzeit  9—11  Uhr 
vormittags  und  3 — 5  nachm. 

Ausfuhrbewilligungen  nach  Italien.  Das  vorläufige  deutsch  - 
italienische  Wirtschaftsabkommen  vom  28  8  21  ist  in  allen  seinen  Teilen 
einschließlich  der  ihm  beigefügten  Anlagen  für  einen  weiteren  Zeitraum 
von  neun  Monaten  unter  den  gleichen  Bedingungen  verlängert  worden. 
Der  italienischen  Regierung  ist  bei  dieser  Gelegenheit  folgendes  zugesagt 
worden:  Soweit  für  die  Frage  der  Erteilung  von  Ausfuhrbewilligungen 
die  Preishöhe  der  Ausfuhrware  entscheidend  iit,  werden  die  vor  der  Auf- 
stellung von  Preisbestimmungen  oder  von  neuen  Preisbestimmungen  ab- 
geschlossenen Verträge  hiervon  in  der  Regel  nicht  berührt,  wenn  beim 
Abschluß  der  Verträge  den  damals  geltenden  Preisbestimmungen  Rechnung 
getragen  worden  ist  und  entweder  der  Käufer  bereits  Anzahlungen  ge- 
leistet oder  der  Lieferer  bereits  Leistungen  aus  dem  Vertrage  bewirkt  oder 
der  Käufer  bereits  entsprechende  Preiserhöhungen  bewilligt  hat. 

Besetztes  Gebiet.  Fakturierung  in  Mark  beim  Versand  nach 
Griechenland.  Die  Außenhandelsstellen  sind  angewiesen  worden,  acge- 
gesichts  der  verhältnismäßig  leichten  und  billigen  Beschaffung  der  Mark 
in  Griechenland  die  Bezahlung  von  deutschen  Ausfuhren  dorthin  allgemein 
in  Mark  zuzulassen  oder  auch  unmittelbare  Preisstellung  in  Mark  durch- 
zulassen Natürlich  dürfen  die  Mindestpreise  —  bei  Umrechnung  zum 
Tageskurs  —  dadurch  nicht  unterschritten  werden.  Das  Aus-  und  Ein- 
fuhramt in  EmB  bewilligt  allerdings  nur  solche  Markantläge  nach  Griechen- 
land, für  die  allgemein  die  Fakturierung  in  Maikwährung  zugelassen  ist. 

Danzig.  Geltung  der  polnischen  Ein-  und  Ausfuhrverbote.  Die 
polnischen  Ein-  und  Ausfuhrverbote  gelten  auch  in  Danzig,  wie  jetzt 
durch  den  Vertrag  vom  28.  7.  22  nochmals  ausdrücklich  festgestellt 
worden  ist,  da  der  Artikel  211  des  polnisch- Danziger  Vertrages  bisher 
wiederholt  zu  Mißverständnissen  gefuhrt  hatte. 

Spanien.  Zum  Valutazuschlag.  Anträge  auf  Rückvergütung  be- 
reits bezahlter  Zuschläge  müssen  bis  zum  13.  8.  bei  dem  Zollamt,  wo  die 
Verzollung  erfolgte,  unter  Vorlegung  gewisser  Handels-Urkunden  bean- 
tragt werden.  Vielfach  konnten  diese  Bescheinigungen  wegen  Ueber- 
laBtung  der  spanischen  Berufskonsulate  nicht  rechtzeitig  bereit  gestellt 
werden  Nunmehr  ist  durch  eine  Verordnung  vom  8.  8.  die  Frist  ittr  die 
Beibringung  der  betr.  Urkunden  Mb  zum  13.  9.  22  verlängert  worden, 
immer  aber  unter  der  Voraussetzung,  daß  der  betreffende  Antrag  recht- 
zeitig, d.  h.  bis  zum  13.  8.  gestellt  wurde. 

Ungarn.  Neue  Einfuhrbeschränkungen.  Das  amtliche  Com- 
munique  über  die  Ministerialsitzung  vom  7.  d.  M.,  welche  sich  insbe- 


sondere mit  der  in  ein  kritisches  Stadium  eingetretenen  Teuerungsfragt 
beschäftigte,  besagt  u.  a  :  Es  wurde  beschlossen,  eine  Einfuhrliste  auf 
zustellen,  die  nur  solche  Artikel  enthalten  soll,  deren  Einfuhr  v..n  dei 
Fachkreisen  als  notwendig  bezeichnet  wird.  Damit  soll  eine  Ein 
schränkung  der  Einfuhr  erreicht  und  die  Einfuhr  von  Luxusartikeln  fft: 
einige  Zeit  überhaupt  unterbunden  werden, 


Die  Lage  in  Industrie  und  Handel. 

der  Porzellan-  und  Glasindustrie  in  Oberfranken.  Dei 

„Mitteilungen"  der  oberfränkischen  Handelskammer  entnehmen  wir  di 
nachfolgenden  Ausführungen:  In  der  Porzellanindustrie  haben  di 
mit  der  unaufhaltsam  fortschreitsnden  Teuerungswelle  im  Zusammenhan) 
Btehenden  Steigerungen  der  Verkaufspreise  teilweise  zur  Annullieruui 
von  Aufträgen  geführt.  Im  allgemeinen  sind  aber  die  Porzellanfabrikei 
noch  für  längere  Zeit  mit  Aufträgen,  besonders  aus  dem  Inland,  versehet 
Das  Ausland  beobachtet  bei  der  Aufgabe  von  Bestellungen  nach  wie  vo 
große  Zurückhaltung.  Das  gilt  namentlich  von  Nordamerika.  Beeinträch 
tigt  worden  ist  die  Produktion  im  Berichtsmonat  vereinzelt  durch  de: 
Streik  in  den  böhmischen  Kaolinwerken  Immer  schwieriger  gestalte 
sich  die  Kohlen  Versorgung.  —  Normal  ist  die  Produktion  in  der  Glas 
fabrikation.  Jedoch  gestaltet  sich  der  Export  im  Spiegelgla 
schleppend. 

Schweiz.  Lage  der  Glühlampenindustrie.  Der  Verei 
schweizerischer  Maschinen-Industrieller  macht  in  seinem  Jahresbericb 
über  die  Lage  der  schweizerischen  Glühlampenindustrie  im  J  ahre  192 
die  folgenden  Ausführungen:  Die  Geschäftslage  in  der  Glühlampen 
industrie  war  im  Berichtsjahre  noch  ungünstiger  als  1920.  Der 
ländische  Markt  hatte  spezieil  darunter  zu  leiten,  daß  Zwischenhändlt 
der  valutaschwachen  Länder  Glühlampen  zu  jedem  Preis  verkaufte! 
Das  Exportgeschäft  wurde  durch  das  fortwährende  Sinken  der  fremde 
Valuten  unmöglich  gemacht.  Die  im  Spätherbst  1921  erlassene  Einfuh: 
beschränkung  kam  zu  spät,  um  noch  irgend  welche  Wirkung  auszuttbei 
Die  Aussichten  für  die  Zukunft  dürften  noch  schlimmer  werden.  Ueb» 
die  allgemeine  Lage  werden  nachstehende  Ausführungen  gemacht, 
speziell  für  Deutschland  in  Frage  kommen.  Einen  konstanten  normale 
Zustand  gibt  es  im  Wirtschaftsleben  nicht.  Nach  einem  Niedergan 
folgt  immer  wieder  ein  Aufstieg.  Diese  Titsache  und  die  Erwäguni 
daß  in  den  valutaschwachen  Ländern,  speziell  in  Deutschland,  die  G 
stehungskosten  sich  in  einem  sehr  raschen  Tempo  erhöhen,  die  Preii 
immer  eilender  sich  den  Weltmarktpreisen  nähern,  bringen  eiaij 
Hoffnung  in  die  sonst  gewiß  trostlose  Lage.  Es  ist  unmöglich,  de 
jahrelang  ein  industrielles  Land,  wie  Deutschland,  so  viel  billiger  pr 
duzieren  kann  als  die  ganze  Welt.  Die  Verschleuderung  df 
Nationalvermögens  muß  einmal  aufhören,  und  dann 
der  Moment  gekommen,  wo  wir  mit  unserer  gesunden  Valuta  wieder 
normalen  Bedingungen  arbeiten  können.  Als  eine  schwere  B 
nachteiligune  betrachtet  es  unsere  Industrie,  daß  wir  für  eine  gan 
R  ihe  7ou  Rohstoffen  und  H*lbfabri£atau  wesentlich  höhere  Preise  b 
aablen  müssen  als  der  deutsche  Inlaudsvarbraucher  Die  Auslaudsve 
kaufspreise  werden  nicht  gemäß  den  Produktionsbedinguagen  abgegebe 
sondern  entsprechend  der  Valuta  der  Absatzländer,  so  daß  z  B.  Fran 
reich  und  Italien  von  Deutschland  günstiger  beliefert  werden  wie  w 
das  deutsche  Inland  selbst  am  günstigsten.  Wir  könnten  diesem  Vc 
gehen  noch  eher  Verständnis  entgegenbringen,  wenn  derselbe  Grunds* 
auch  auf  die  Ausfuhr  der  Fertigfabrikate  von  Deutschland  angewend 
würde.  Aber  hier  wird  die  minderwertige  Valuta  gegen  uns  rttcksicht 
los  ausgenützt  und  dieselbe!  zu  Schleuderpreisen  in  das  Land  gewoife 
Für  unsere  Industrie  liegt  darin  eine  große  Gefahr,  und  wenn  dur 
internationale  Aussprache  und  Abmachungen  oder  durch  einen  bald  ei 
tretenden  Preisausgleich  hier  keine  Aenderung  erreicht  werden  kao 
sollten  Mittel  und  Wege  studiert  werdei,  um  diesem  schwerwiegend 
Uebelstand  abzuhelfen.    (Q80 


Vereinigte  Porzellanwerke  zu  Lübeck,  A.-G.,  Lübeck.  Die  a. 
G-V  vom  5  8.  gab  ihre  Genehmigung  zu  der  vorgeschlagenen  Kapita 
erhöhung  um  M  6  Mill.  auf  M  10  Mill  Die  neuen  Aktien  sind  v 
einem  Konsortium  unter  Führung  des  Bankhauses  S.  Schoenberger  &  C 
Berlin,  zum  Kurse  von  112  °/0  übernommen  worden.  Hiervon  werd 
Ji  2  Mill.  zum  OriginalausgabekuTS  den  alten  Aktionären  im  Verhält: 
2  : 1  zum  Bezüge  angeboten. 

Hohlglaswerke,  A,-G.,  Dresden.  Die  G  -V.  genehmigte  die  Ka 
talserhöhuug  um  Jt  2  Mill.,  die  zu  pari  begeben  werden  Unter  V 
legung  des  SitzeB  nach  Brand-Erbisdorf  wurde  die  Firma  in  „Mitteldeuts< 
Glashüttenw'erke,  A.-G  ",  abgeändert 

Dresdner  Keramische  Industrie,  A.-G.,  Dresden.    Die  aufi 
ordentliche  Hauptversammlung  Btimmte  der  beantragten  Kapitalserhöhu 
um  JL  3,5  auf  Ji  7  Mill   za  unter  Begebung  der  neuen  Aktien  an 
Bankenkonsortium  zu  120  °/0  mit  der  Verpflichtung,  sie  den  alten  Akl 
nären  zu  130%  zum  Bezüge  anzubieten. 


Oeneral  -  Versammlungren. 

Vereinigte  Schamotte-  und  Qaarzwerke,  A-G.,  Frankfurt  a.  M  :  a 
G.-V.  2.  9  22,  9  Uhr  v.,  Geschäftslokal,  Frankfurt  a.  M.  T.-O. :  Kapit 
erhöhung. 

Ziegel-  und  Schamottewerke,  A.-G,,  Könnern  a.  S.:.o.  G.-V.  5.9. 
HVs  Uhr  v,,  Hotel  „Zum  Bock«,  Könnern. 

Glasindustrie,  A.-G.,  Ladwigsburg:    o.  G.-V,  2.9.22,  10  Uhr 
Oberes  Museum,  Stuttgart.  ■ 

Deutsche  Kaolin  A-G..  Spergau:  a.  o.  G.-V.  28.8.  22,  Hotel  Lif 
päischer  Hof,  DreBden.   T.-O.:  Kapitalserhöhung. 


1929.  (6».  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL  —  COBURG. 


Hr.  34  —  38? 


Messen  und  Ausstellungen. 

Ein-  und  Ausfuhrbewilligungen  für  die  Leipziger  Herbst- 
messe 1922.  Für  die  Behandlung  von  Einfuhranträgen  aus 
Messekäufen,  die  auf  der  Leipziger  Herbstmesse  1922  von  deutschen 
Firmen  mit  ausländischen  Ausstellern  getätigt  sind,  gelten  die  nach- 
stehenden Richtlinien.  Für  die  einzelnen  Außenhandelsstellen  sind 
Kontingente  aufgestellt  worden,  deren  Höhe  dem  Umfange  der  auf  der 
Leipziger  Frühjahrsmesse  genehmigten  Einfahranträge  entspricht.  Außen- 
handelsstellen,  aus  derem  Zuständigkeitsgebiet  auf  der  letzten  Frühjahrs- 
messe Bewilligungen  nicht  erteilt  worden  sind,  erhalten  kein  besonderes 
^Kontingent.  Um  die  Möglichkeit  zu  heben,  auch  eventuelle  Anträge  auf 
Einfuhr  von  Waren  aus  den  Gebieten  dieser  Außenhandelsstellen  zu  ge- 
nehmigen, wird  hierfür  dem  Reichskommissar  für  Aus-  und  Einfuhrbe- 
willigung ein  Sonderkontingent  zugeteilt.  Soweit  aus  den  Gebieten  der- 
jenigen Außenhandelsstellen,  denen  ein  Kontingent  zugeteilt  ist,  Be- 
willigungen vom  Reichskommissar  für  Aus-  und  Einfuhrbewilligung  aus- 
gestellt werden,  gehen  diese  auf  das  Kontingent  der  Außenhandelsstelle. 
Hm  Rahmen  der  aufgestellten  Kontingente  können  sämtliche  Anträge  be- 
willigt werden.  Die  Grenze  für  die  sogenannten  „kleinen  Anträge"  ist 
|m  wesentlichen  von  Jt  15  000  auf  Jt  25  000  erhöht  worden.  Als  Schluß- 
termin für  die  Einreichung  der  Anträge  auf  Abstempelung  der  Meßorder 
beim  Meßamt  wird  der  16.  September  1922  und  für  die  Einreichung  der 
Anträge  auf  Einfuhrbewilligung  auf  Grund  der  abgestempelten  Meßorder 
der  21.  Oktober  1922  vorgesehen.  Anträge  auf  Einfuhrbewilligung 
Können  sowohl  von  den  hierzu  berechtigten  Interessenten  als  auch  von 
faen  offiziellen  ausländischen  bei  der  Messe  anwesenden  Vertretern  bei 
den  Außenhandelsstellen  eingereicht  werden.  Die  Behandlung  von  Aus- 
fSuhranträgen  unterliegt  den  hierfür  allgemein  geltenden  Richtlinien 
und  Bestimmungen.  Die  beteiligten  Außenhandelsstellen  sind  von  dem 
Eeichskommiesar  für  Aus-  und  Einfuhrbewilligung  ersucht  worden,  nach 
Möglichkeit  Vertreter  zur  Leipziger  Herbstmesse  zu  entsenden.  Die  Zoll- 
Stellen  sind  ermächtigt  worden,  die  Ein-  und  Wiederausfuhr  von  Waren, 
die  zur  Ausstellung  auf  der  am  27.  August  bis  2.  September  1922  in 
Eeipzig  stattfindenden  allgemeinen  Herbstmustermesse  und  der  gleichzeitig 
stattfindenden  Bau-  und  technischen  Messe  bestimmt  sind  und  als  solche 
in  den  Begleitpapieren  bezeichnet  sind,  unter  der  Bedingung  ohne  Ein- 
Keziehungsweise  Ausfuhrbewilligung  zuzulassen,  daß  sie  unter  Zollauf- 
licht auf  dem  Hauptzollamt  I  in  Leipzig  abgefertigt  werden,  wahrend 
Ihres  Verbleibs  in  Deutschland  im  Vormerkverfahren  unter  Zollaufsicht 
[bleiben  und  binnen  zweier  Monate  nach  Schluß  der  Messe  wieder  ausge- 
führt werden.  Die  Wiederausfuhr  muß  dem  Hauptzollamt  gegenüber 
Sichergestellt  werden,  Bei  der  Gelegenheit  sei  darauf  hingewiesen,  daß 
die  von  der  Reichsregierung  gegenüber  Polen  getroffene  Anordnung 
Uber  die  verschärfte  Anwendung  der  Ausfuhr  verböte 
»ufgahoben  worden  ist.  Die  Außenhandelsstellen  sind  ermächtigt  worden, 
Unsfuhranträge  nach  Polen  entsprechend  den  allgemeinen  Bestimmungen 
und  besonderen  Richtlinien  der  Außenhandelskontrolle  gegenüber  Ländern 
mit  niedriger  Valuta  selbständig  zu  behandeln.  (ng) 
|  Eine  niederdeutsche  Kunstgewerbeschau  in  Bremen  findet  vom 
3.  bis  10. 9.  22  unter  Leitung  der  gemeinnützigen  Norlwestdeutschen 
Pürerhaus-Gesellschaft  im  dortigen  Museum  statt.  Zur  Ausstellung  gelangen 
alle  Gebiete  niederdeutschen  Kunsthandwerks  und  Kunstgewerbes  ein- 
schließlich Keramik  nnd  Glas. 

Bußland.  Die  Messe  in  Nishnij  Nowgorod.  Am  1.8. 22  fand 
die  feierliche  Eröffnung  der  Messe  statt.  Natürlich  kann  die  Messe  von 
£922  keinen  Vergleich  mit  ihren  Voigängern  aushalten:  der  Westen  des 
ilten  Rußland,  die  baltischen  Provinzen,  Finnland  und  noch  manches 
andere  fehlten  ganz.  Aber  sie  bedeutet  immerhin  einen  Anfang  und  ist 
ein  Beweis  von  der  ungeheuren  Lebensenergie,  die  in  diesem  ärmlichen 
Sowjetstaat  ohne  Kredit  und  ohne  das  Vertrauen  des  Auslandes  steckt. 
Bis  zum  6. 8.  waren  146  Firmen  in  das  Register  der  Meßleitung  eingetragen ; 
'davon  sind  allerdings  93  staatliche  Organe  des  Handels  und  22  genossen- 
schaftliche Organisationen  und  nur  31  Privatfirmen. 

verbände. 

Der  Verband  Deutscher  Grossisten  für  Glas  und  Keramik, 
,E.  V.,  Leipzig  hält  seine  diesjährige  Herbstversammlung  am  Sonntag, 
den  27.  8.  22,  nachmittag  3  Uhr  in  der  Loge  Minervs,  Leipzig,  Weststr.  1  ab 
Die  Zentralstelle  für  Interessenten   der   Leipziger  Muster- 
Finessen,  E.       veranstaltet  am  30.  8.  22  8  Uhr  abends  im  Saal  der  Alten 
uHandelsbörse  in  Leipzig  eine  außerordentliche  Hauptversammlung. 

Der  Verein  deutscher  Spiegelglasfabriken,  Cbln,  erhöhte  mit 
Wirkung  ab  16.  8.  die  Preise  für  Spiegelglas  aller  Kategorien  um  durch- 
schnittlich 30%,  die  Verpackung  von  Jt  1100  auf  Jt  1600. 

Versicherungen. 

Angestelltenversicherung.  Mit  Wirkung  vom  1. 7.  22  ist  die  Ver- 
■icherungsgrenze  auf  Jt  100  000  erhöht  worden.  Die  Zahl  der  Gehalts- 
klassen ist  um  drei  vermehrt  worden.   Der  monatliche  Beitrag  in  den 


A 

B 

C 

D 

E 

F 

G 

H 

J 

K 

L 

M 

•N 

0 

P 


von  mehr  als  Jt 


beträgt  wie  folgt: 

1.60 

bis 

zu 

Jt 

560 

J6. 

550  „ 

n 

r> 

850 

n 

320 

850  „ 

B 

B 

1150 

B 

4  80 

1150  „ 

n 

n 

1500 

B 

6.80 

1500  „ 

B 

f> 

2000 

B 

9.60 

2000  „ 

n 

n 

2500 

B 

13.20 

2600  „ 

n 

B 

3000 

>  '» 

16.60 

3000  „ 

n 

B 

4000 

B 

20.— 

4000  „ 

» 

B 

5000 

B 

26,60 

5000  „ 

n 

B 

10000 

» 

33.20 

10000  „ 

» 

B 

15Ö00 

B 

40.— 

15000  „ 

B 

30000 

B 

48  — 

30000  „ 

n 

B 

50000 

B 

60  — 

50000  „ 

» 

» 

75000 

B 

80.— 

76000  „ 

b 

B 

100000 

B 

110,— 

Das  Beitragsverfahren  mittels  Postscheckverkehrs  endet  mit  dem  31. 12.  22. 
Vom  1. 1.  23  ab  erfolgt  die  Beitragsleistung  durch  Einkleben  von  Marken 
in  die  Versicherungskarte  des  Versicherten. 

Krankenversicherung.  Mit  Wirkung  vom  7. 7.  22  ist  die  Ver- 
sicherungsgrenze für  Betriebsbeamte,  Werkmeister  und  andere  Angestellte 
in  ähnlich  gehobener  Stellung  sowie  Handlungsgehilfen  auf  Jt  72000 
(Jahresarbeitsverdienst)  heraufgesetzt  worden. 


Schönwald  Paul 


Kühn 

Josef 


Ein 


Firmenregister. 

Deutsehland. 

Ebert  &  Herold,  Porzellanmalerei,  G.  m.  b.  H. 
Herold  ist  nicht  mehr  Geschäftsführer. 

Starke  &  Co,  G.  m.  b.  H,  Naundorf.  Geschäftsführer  Hugo 
ist  ausgeschieden.  Alleiniger  Geschäftsführer  ist  .Fabrikdirektor 
Gombert. 

Terracotta-Fabriken  Riffarth,  Arnos  &  Co.,  Cöln-Braunsfeld. 
Kommanditist  ist  ausgeschieden.  Die  Kommanditgesellschaft  ist  in  eine 
offene  Handelsgesellschaft  umgewandelt  worden.  Die  Prokura  des  J.  E. 
Mc.  Cielland  ist  erloschen.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst.  Der  bisherige 
Gesellschafter  Leo  Riffarth  ist  alleiniger  Inhaber. 

*  Villeroy  &  Boch,  Zweigniederlassung  Wallerfangen  und  Wadgassen. 
Die  Zweigniederlassung  Wallerfangen  führt  den  Zusatz:  „Steingutfabrik 
Wallerfangen",  die  Zweigniederlassung  Wadgassen  den  Zusatz:  „Kristall- 
fabrik Wadgassen".  Fabrikdirektor  Peter  J.  Lengersdorf  hat  Prokura  für 
die  Zweigniederlassung  Wallerfangen.  Die  Direktoren  Friedrich  Fischer 
und  August  Wilhelm  haben  Gesamtprokura  für  die  Zweigniederlassung 
Wadgassen.  -  '  ^     .  ■■ 

Keramische  Werke,  G.  m.  b.  H.,  Fulda.  Herstellung  und  Vertrieb 
keramischer  Erzeugnisse.  Stammkapital:  M  45000.  Geschäftsführer  sind 
die  Kaufleute  Karl  Wegel  und  Bruno  Winkler  nnd  Keramiker  Bern- 
hard Koziol.  .  •  _. 

Max  Kray  &  Co.-Glasindustrie  Schreiber,  A.-G.,  Berlin.  Direktor 
Josef  Steska  wurde  zum  Vorstandsmitglied  bestellt. 

Glashütte  Hannover,  G.  m.  b.  H„  Hannover  (Scharnhorststr.  7). 
Herstellung  und  Vertrieb  aller  Sorten  von  Glas  und  Glaswaren.  Stamm- 
kapital: Jt  100000.  Alleiniger  Geschäftsführer  ist  Fabrikant  Louis 
Schoeller. 

Spiegel-Industrie  und  Glashandels-A.-G.,  Berlin  (Prinzenstr.  19). 
Verarbeitung  und  Vertrieb  sämtlicher  Glasarten,  Betrieb  der  mit  diesen 
Handels-  und  Industriezweigen  im  Zusammenhang  stehenden  Geschäfte 
und  Erwerb  von  Unternehmungen  gleicher  oder  ähnlicher  Art.  Grund- 
kapital: Jt  2,2  Mill.  Vorstandsmitglieder  sind  die  Kaufleute  Georg 
Schulvater  und  Hans  Wachsmann.  Alfred  Weberbauer  hat  Gesamt- 
prokura, Den  ersten  Aufsichtsrat  bilden  Direktor  H.  Maaßen,  Kaufmann 
F.  W.  Gebhardt,  Steuersyndikus  P.  Seiffhart  und  Rechtsanwalt  F.  F.  Levy. 

Georg  Linz,  Glasschleiferei,  Erlangen  (KuttlerBtr.  31).  Inhaber  ist 
Spiegelglasschleifereibesitzer  Georg  Linz. 

Kristsllspiegelfabrik  Wittfeld  &  Janssen,  A.-G.,  Kempen-Rhein.  Kauf- 
mann Karl  Janssen  ist  als  Vorstandsmitglied  ausgeschieden. 

Karl  Hofbauer  Kristallglasschleiferei  Neustadt  W.-N.,  Neustadt 
a.  W.-N.   Inhaber  ist  Kaufmann  Karl  Hofbauer. 

Bruno  Müller  &*Co.,  Petersdorf  i.  R.  Persönlich  haftende  Gesell- 
schafter sind  Kaufmann  Bruno  Müller  und  Fabrikbesitzer  Adolf  Wagen- 
knecht.  Sieben  Kommanditisten  sind  beteiligt. 

Glashttttenerzeugnisse-Vertriebs-Geaellschaft  Racz  &  Pintus,  Berlin. 
Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst.  Der  bisherige  Gesellschafter  Anton  Racz 
ist  alleiniger  Inhaber.  Die  Firma  lautet  jetzt:  Glashüttenerzeugnisse- 
Vertriebs- Gesellschaft  Anton  Racz.   Eine  KommanditiBtin  ist  eingetreten. 

Mitteldeutsche  Glasindustrie  August  Junker,  Hannover  (Gr.  Barlinge 
52  A).    Inhaber  ist  Kaufmann  August  Junker. 

Rheinische  Glasniederlage  Gebr.  Heinemann,  Inhaber  Johannes 
Heinemann  und  Frau  Richard  Heinemann,  Hamborn.  Persönlich  haftende 
Gesellschafter  sind  Johannes  Heinemann  und  Frau  Richard  Heinemann. 
Kaufmann  Richard  Heinemann  hat  Einzelprokara. 

Zinnoxyd-Comtoir,  m.  b.  H.,  Cöln.  Die  Vertretungsbefugnis  des 
Liquitators  ist  beendet,  die  Firma  erloschen. 

Patente. 

Deutsches  Kelch. 

Anmeldungen. 

1  a,  9.  St.  32 180.  Rutsche  zum  Trennen  der  festen  von  den 
flüssigen  Bestandteilen  bei  der  Behandlung  von  Schlammen  der  ver- 
schiedensten Art.   19.7.  19. 

la,9.  St.  34  836.  Verfahren  zur  stetigen  Erneuerung  der  Filter- 
schicht bei  Nutschen  zum  Entwässern  körnigen  mit  Staubkorn  vermengten 
Materials.    10.  8.  21. 

1  a,  9.  St.  35  093  Verfahren  zur  stetigen  Erneuerung  der  Filter- 
schicht  bei  Nutschen  zum  Entwässern  körnigen  mit  Stanbkorn  vermengten 
Materials ;  Zus.  z.  Anm.    St.  34  836.   26.  10.  21. 

Theodor  Steen,  Berlin- Charlottenburg,  Knesebeckstr.  .77. 

1  a,  19.  G.  50  495.  Federnd  aufgehängtes  Stoßsieb  zur  Klassiernng 
körnigen  Gutes.  GuBtav  Gröndal,  Djursholm,  Schweden.  11.  3.  20. 
Schweden  22.  3.  19. 

12  b.  R.  51 646.  Kalzinierofen.  Rhenania  Verein  Chemischer 
Fabriken,  A.-G.,  Aachen,  und  Dr.  Karl  Thelen,  Hönningen.   26.  11.  20. 

12  d,  12.  C.  27  487.  Filterflächen  aus  an  sich  undurchlässigen, 
mit  ebenen  Flächen  aneinander  gelegten  festen  Körpern.  Chemisches 
Laboratorium  für  Tonindustrie  und  Tonindustrie-Zeitung  Dr.  H.  Seger 
und  E.  Cramer,  G.  m.  b.  H,  Berlin.   23.  T.  18. 

12  e,  1.  S.  58  262.  Füllkörper.  Fritz  Seng,  Berlin,  Kaiser-Franz- 
Grenadier-Platz  7.   3.  12.  21. 

21  c,  2.  D.  40  030,  Verfahren  zur  Herstellung  von  Isolierkörpern 
für  die  Elektrotechnik  aus  Quarzglas.  Dsntsche  Ton-  nnd  Steinzeug- 
Werke,  A.-G.,  Charlottenburg.    16  7.  21 


888  —  Nr.  34 


SPRECHSAAL-  COBURG. 


1922.  (66  Jahrgang.) 


21  c,  2.  H.  81 309  Vorrichtung  zur  Herstellung  von  Mikanit- 
platten.  Henri  Herrmann,  Paris.    10  6.  20    Frankreich  29.  9.  19. 

21  c,  10  A  32  415.  Durchführungsisolator.  Aktiengesellschaft 
Brown,  Boveri  &  Cie.,  Baden,  Schweiz.   16  10.  19 

21  c,  13.  P.  38  037.  Hänge-  oder  AbBpannisolator  mit  aas  Kappe 
nnd  Bolzen  bestehenden  Beschlägen.  Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  &  Co., 
A-G,  Selb  i.  Bayern    9  7.  19. 

21  c,  13.  B  92  663.  Isolator  für  Hochspannung.  Bergmann  Elek- 
trizitäts-Werke, A.-G.,  Berlin.    3.  2  20. 

21  c,  14.  B.  100  297.  Isolator  für  hohe  und  höchste  Spannungen. 
Josef  Bergmeister,  München,  Sendlinger  Torhaus.    20.  6  21. 

21  c,  14  W.  66  305.  Isolator  mit  Sicherung.  Fa.  Joseph  Wolff, 
Frankfurt  a.  M.   25.  9.  20 

21  g,  11.  L  49  481.  Hocbvakuumröhre,  insbesondere  Röntgen- 
röhre, Ventilröhre,  Senderöhre  oder  Verstärkungsröhre.  Dr.  Julius  Edgar 
Lilienfeld,  Leipzig,  Mozartstraße  4.    12.  12.  19. 

21g,  15.  8.  56  536  Röntgenröhre.  Siemens  &  Halske,  A.-G, 
Siemensstadt  b.  Berlin.   28  5.  21. 

24  e,  3.  G.  54 157.  Gaserzeuger  mit  Beschickung  von  unten. 
Hermann  Goehtz,  Berlin  Schöneberg,  Merseburgerstraße  9.   22  6  21. 

30  b,  14.  M.  74  241.  Zwei-  oder  mehrteilige  Form  zur  Herstellung 
künstlicher  Zähne  mit  Preßstempel  zum  Einpressen  der  Zahnmasse  von 
außen  her.  Ludwig  Mergehen,  Frankfurt  a.  M ,  Süd,  Hedderichstraße  118. 
25.  6.  21. 

30  b,  14.  8.  52  418.  Künstlicher  Zahn  mit  einem  in  einem  Loch 
des  Zahnkörpers  untergebrachten  schalenförmigen  Ankerglied.  Weeley  L. 
Smith,  Pittsburg,  V.  St.  A.   2  3.  20.   V.  St.  Amerika  13.  3.  19 

30  k,  4.  F.  45  839.  Winkelförmige  und  mit  einem  Einspritzrohr 
versehene  Ampulle.  Dr.  Julius  Frankenstein,  Berlin-ScLöaeberg,  Kaiser- 
Wilhelmplatz  5.   12  12.  19. 

32  a,  1.  N.  17  624.  Wannenofen  zum  Schmelzen  von  Glas,  be- 
sonders für  flüssige  Brennstoffe  Naamlooze  Vennootschap  Glasfabrik 
„Leerdam"  vorheen  Jeekel,  Mijnssen  &  Co.,  Leerdam,  Holl.  5.  12.  18. 
Holland  14.  1.  18 

32  a,  12.  W.  65  150.  Glasblasemaschine.  The  Westlake,  European 
Machine  Company,  Toledo,  Ohio,  V.  St.  A.   6  6.  20. 

32  a,  16.  Sch.  51411.  Glasblasemaschine  zar  Herstellung  von 
Flaschen  mit  innerer  Troplöffnung.  Carl  Schnuerle,  Frankfurt  a.  M , 
Waldechmidtstraße  57    Zus.  z.  Pat  325  004.    14  5.  17. 

32  a,  22.  K  65  026  Verfahren  zur  Herstellung  von  Glasrohren 
mit  in  der  Wandung  eingebettetem,  skelettartigem  Körper.  Karl  Küppers, 
Aachen,  Hubertusstraße  58    Zus.  z.  Anm  K.  63  310.   12.2.  17. 

32  a,  24.  F.  46  699.  Vorrichtung  zur  Herstellung  von  Glasgegen- 
ständen,  besonders  zum  Ziehen  von  GlaBtafeln.  Stephan  Forgo,  Budapest. 
27.  4.  20. 

32  a,  27.  H.  82  441.  Verfahren  zur  Herstellung  von  doppelwandigen 
Glasgefäßen  nach  Dewar- Weinhold.  Christian  Hinkel,  Berlin,  Mathieu- 
Btraße  7—9.    16.  9  20. 

32  a,  35.  P.  40  144.  Verfahren  und  Schmelzofen  zur  Herstellung 
von  flächenhaften  Gegenständen.  Paul  Ludwig  Pfannenschmidt.  Jena, 
Marienstraße  12.  30.  6.  20.  England  7.  1.  14  für  Anspr.  1  und  23.  5.  14 
für  Anspr.  2 

33  c,  12.  B.  95  652.  Flasche  zum  Aufbewahren  von  Duftstoffen. 
Felix  Bartsch,  Leipzig-Neustadt,  Eisenbahnstraße  64.*  23  8.  20. 

341,  11.  G.  50  060.  Duppelwandiges  Vakuumgefäß  aus  Glas  oder 
Porzellan.  Gesellschaft  zur  Verwertung  chemischer  Produkte  m.  b.  H, 
Kommanditgesellschaft,  Berlin.    14  1.  20. 

42  h,  23.  B.  103997.  Glastrog.  Dr.  Ludwig  Bergmann,  Wetzlar. 
15.3.  22. 

421,  18.  B.  99346.  Meßglas  mit  Saugvorrichtong  für  Säureprüfer 
o.  dgl    Robert  Bosch,  A-G,  Stuttgart.    18. 4.  21. 

48  b,  10.  J.  20571.  Verfahren  zur  Erzeugung  eines  Schutzüber- 
zuges  auf  oxydierbaren  Metallen.  International  General  Electric  Company 
Incorporated,  New- York.   8.  7.  20.    V.  St.  Amerika  10.  7.  18.  . 

48  c,  6.  Z  12381.  Verfahren  zur  Herstellung  von  emaillierten 
Schreibtafeln.    Richard  Zulauf,  Frankfurt  a.  M ,  Stiftsur.  28.    10  6.  21. 

67  a,  16.  H.  85  615.  Einspannvorrichtung  für  mehrere  nebeneinan- 
derliegende Werkstücke  auf  dem  SchleiftiBch  von  Maschinen  zum  Schleifen 
von  Facetten  an  Glasplatten.  Richard  Hermann,  Berlin,  Rheinberger 
Str.  66.   5  2.  21. 

67  a,  19.  T.  23466.  Verfahren  zum  Bepichen  zu  schleifender  oder 
polierender  Glasstücke,  insonderheit  Glaslinsen.  William  Taylor  und 
Francis  William  Preston,  Laicester,  Engl.  27. 12  19.   England  14. 10.  18. 

67  a,  21.  St.  30  438.  Nach  einem  Kreisbogen  schwingbarer  Doppen- 
halter für  Masohinen  zum  Polieren  von  Edelsteinen.   20  3.  17. 

67  a,  21.  St.  30441.  Edelstdnpoliermaschine,  bei  der  mit  fortschrei- 
tender Bearbeitung  deB  Werkstückes  die  Gewichtsbelastung  der  dasselbe 
tragenden  HauptBpindel  und  damit  der  Arbeitsdruck  zunimmt.    21. 3.  17. 

Stern- Coleman  Diamond  Machine  Company  Inc,  New- York. 

67  a,  21.  K.  76  987.  Vorrichtung  zum  Umstecken  von  allseitig  mit 
Schleif  flächen  zu  versehenden  Werkstücken,  wie  z.  B.  durchbohrten  Perlen, 
Oliven  u.  dgl.  von  den  Spindeln  eines  Schleifkaetens  auf  die  Spindeln 
eines  zweiten  Schleifkastens.  H.  Kaiser,  Metallwarenfabrik,  Reichenberg. 
30.3  21.   Oesterreich  30.3.  15. 

67  a,  26.  S.  51  650.  Vorrichtung  zum  Abrichten  der  ebenen  Fläche 
von  Schleifscheiben.  Siemens-Schuckertwerke  G.  m.  b.  H.,  Siemensstadt 
bei  Berlin.   2.12.  19. 

75  c,  5.  H.  84  927.  Verfahren  zur  Uebertragung  ineinanderlaufen- 
der FarbenBchichten  auf  Wandverkleidungen;  Zus.  z.  Pat.  296  386. 
Johanna  Margareta  Hermann,  geb.  Wucherer,  und  Jakob  Adolf  Hermann, 
Offenbach  a.  M,  Bernardstr.  102.    1.4.  21. 

80  a,  64.  B.  96  790.  Vorrichtung  zum  Abwischen  der  Glasurmasae 
von  den  Räudern  vorgebrannter  Porzellantassen  u.  dgl.  und  Vorrichtung 
zum  Nachschneiden  deB  Wischers.  Robert  Bosch,  A-tt.,  Stuttgart,  Rote- 
btlhlbtr.  118.   6.  11  20. 

80  b,  8.  A.  36081.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Dinasateinen. 
Allgemeine  PhyBicochemiecbe  A.-G,  Hannover.  20.9.  21. 


80  b,  9.  P.  43  204  Verfahren  zur  Herstellung  von  plastischen 
Massen  aus  Glimmer,  Asbest  oder  ähnlichen  Silikaten.  Plausons  For- 
schungsinstitut G.  m.  b.  H.,  Hamburg.   21. 11.  21. 

80  b,  9.  St.  32965.  Verfahren  nnd  Vorrichtung  zur  Herstellung 
von  Baustoff  ans  Torf.  Fritz  Stötzel,  Zehlendorf  b.  Berlin,  Potsdamer 
Str.  44    25  2.  20 

80  b,  12  L  53871.  Verfahren  zur  Herstellung  von  ungebrannten 
Baustoffen.  Wilhelmine  Londenberg,  geb.  Fehmer,  Berlin,  Lützowstr.  111. 
26.8.  21. 

80  c,  8.  8.  53305.  Scharf brandofen  mit  Lichtbogenheizuug.  Siemens- 
Sehackert-  Werke,  G.  m.  b.  H ,  Siemensstadt  b.  Berlin.   9.  6  20. 

80  c,  5.  L.  50035.  Verfahren  und  Vorrichtung  zum  Baheizen  von 
Kanalöfen.   28.2  20. 

80  c,  5  L  52672  Brenner  znr  Ausübung  des  Verfahrens  zum  Be- 
heizen von  Kanalöfen;  Zus.  z.  Anm.  L.  50035.   22.3  21. 

Nicola  LengerBdorff,  Bnnzlau,  Schles. 

80c,  5.  W.  57016.  Ringförmiger  Kanalmuffelofen;  Zus  z.  Anm. 
W.  50  997.    Charles  B  Winzer,  Hamburg,  Parkallee  15.    20. 12.  20. 

80  c,  12.  M.  73391.  Verfahren  zum  Brennen  mit  Gas  im  Schacht- 
ofen.  Fa.  Franz  Meiser  n.  Karl  Meiser,  Nürnberg.    16,  4.  21. 

85  e,  21.  H.  86001.  Seitliche  Auslauf  Vorrichtung  für  Wannen  aus 
Ton  o.  dgl.  Thomas  Christian  Hagemann,  Kristiania,  Nirweg.  21.6.  21. 
Norwegen  13. 10.  17. 


Zurücknahme  von  Anmeldungen. 

67  a.  H.  70637.  Maschine  zum  Rohschleifen  von  Edelsteinen, 
Halbedelsteinen,  synthetischen  Steinen  und  deren  Nachahmungen  mit  um- 
laufendem Werkstück  und  Werkzeug.   29.  3.  20. 

67  a.  H.  70  538.  Maschine  zum  Schleifen  und  Polieren  von  Edel- 
steinen, Halbedelsteinen,  synthetischen  Steinen  und  deren  Nachahmungen. 
30.10.  19. 

67  a.  H.  70  548.  Vorrichtung  zum  zentrischen  Einsetzen  von  echten 
und  unechten  Edelsteinen  in  ihre  Halter  und  zum  Einbetten  in  erstarren- 
dem Bettungsstoff.   30.  10.  19. 

80  b.    F.  49109.    Verfahren   zur  Gewinnung   von  Feldspat  und 

Dolomit.   12. 1.  22.   

Versagnng. 

21  c.  J.  19 148.  Aub  mehreren  Teilen  bestehender  nicht  auseinander- 
nehmbarer Hochspannungsisolator.   20.9  20. 


Erteilungen. 

356948.  67  a,  16.  Schwingbarer  Werkstückhalter  für  Maschinen 
zum  Schleifen  von  Facetten  an  die  graden  Kanten  von  Glasplatten.  Karl 
Müller,  Schwabacher  Str.  65,  und  Albert  Roder,  Moststr.  45,  Fürth. 

6. 3.  21. 

356  967.  80  c,  16.  Verfahren  und  Vorrichtung  zur  Beheizung  von 
periodischen  Oefen.  Franz  Meiser  u.  Karl  Meiser,  Nürnberg,  Sulzbacher 
Str.  9.    26.  7.  21. 

357  159.  30  g,  3.  Sicherheitsverschluß  für  Flaschen.  Carl  Schnuerle, 
Frankfurt  a.  M.   Waldschmidtstr.  67.   31. 8.  20. 

357  253.  42  i,  1.  Kapillarrohr  für  Thermometer.  12.6.21. 
367  254.  42  i,  1.  Kapillarrohr  für  Thermometer.  17.6.21. 
Wilbeim  Uebe,  G.  m.  b.  H.,  Zerbst,  Anh. 

357  323.  42  i,  1.  Thermometer.  Wilhelm  Kramer,  Thermometer- 
fabrik, Komm.-Ges.,  Zerbst,  Anh.   28. 6.  21. 

357  450.  42i,  9.  Optisches  Pyrometer.  Dr.  Rudolf  Haase,  Hannover, 
Josefstr.  26.   26. 1.  21. 

357  451.  42  i,  9.  Strahlungspyrometer  mit  Thermoelement  und  vor 
diesem  liegender  Blende.  Siemens  &  Halske,  A.-G.,  Siemensstadt  bei  Berlin. 
11.1  21. 

357  421.  82  a,  1.  Trocken -Verfahren  für  Tonerzeugnisse.  Carl 
Munzel  n.  Alois  Pözel,  Röhradorf  a.  d.  B„  N  -B.    13. 10.  20. 

357  433.  21  r,  13.  Verbindungsstück  für  Isolatorketten  mit  Aus- 
sparungen, durch  die  die  mit  Verdickungen  versehenen  Enden  der  Auf- 
hängeorgane gezogen  sind.  Porzellanfabrik  Kahla,  Filiale  Hermsdorf- 
Klosterlauanitz,  Hermsdorf,  S.-A.   24. 1.  20. 

357  588  10  a,  13.  Formstein  zum  Aufbau  gitterwerkartiger  Heiz- 
wände von  Kammeröfen.   American  Coke  &  Chemical  Company,  Chicago. 

2. 4.  20. 

357  653.  80  a,  57.  Verfahren  und  Vorrichtung  zur  Herstellung  von 
an  der  Oberfläche  verzierten  Gegenständen  aus  keramischer  oder  ähnlicher 
Masse.   Heinrich  Thein,  Hofheim,  Unterfranken.   11. 10.  19. 

357  685.  21  c,  13.  Hänge-  oder  Abspannisölator  der  Kappentype 
Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  &  Ca.,  A.G.,  Selb  i.  Bayern    10.  7.  19. 

357  689.   21  g,  11.   Eatladungsgefäß  aus  Glas,  bei.  dem  eine  oder 
mehreie  Elektroden  ans  einem  metallischen  Belag  der  Innenwand  bestehen. 
Patent- Treuhand  Gesellschaft  für  elektrische  Glühlampen  m.  b.  H.,  Berlin. 
4. 6.  20. 

357  809.  75  b,  13.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Glasmosaiken. 
Werkstätten  für  dekorative  Kunst  Racz  &  Co.,  Berlin.   20. 2.  21. 

357  833.  12  g,  1.  Verfahren  und  Vorrichtung  zur  Behandlung  von 
Silikaten  mit  Säuren  zwecks  Erzielung  kieselsäurefreier  Salzlösungen. 
Dr.  Gian  Alberto  Blanc,  Rom.   16. 10.  21.   Italien  14. 6.  21. 

357  864.  32  a,  27.  Verfahren  zum  Drehen  zylindrischer  Körper, 
besonders  Glaskörper.   Paul  Bornkessel,  Frohnau,  Mark.  13.11.19. 

357  865.  3,2  a,  27.  Verfahren  zur  Erzeugung  eines  verflechtbaren, 
verseilbaren  oder  verwebbaren  Glasgespinstes.  Gedeon  von  Pazsiczky, 
Wandsbek,  Wilhelmstr.  33.   12. 10.  20. 

357  866.  32  a,  33.  Verfahren  znm  Ritzen  oder  Schneiden  von  Glas. 
Dr.  Erik  Liebreich,  Berlin-Halensee,  Joachim-Friedrichstraße  61.   11. 7.  20. 

357  890,  80  a,  44.  Maschine  zum  Formen  anrunder  keramischer 
Gegenstände  mit  Diehscheibe  nnd  Formsteg.  Aktiebolaget  Gustafsbergs 
Fabrik»  Interessenten  Gastafsberg,  Schwei   9. 7.  20.   Schweden  16. 8. 19. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


Beschreibungen. 
Maschine  zun  Einschieifen  gerader  oder  kurvenförmiger 
Killen  oder  Nuten  in  Glasplatten  mittels  umlaufenden  Werkzeuges,  das  in 
einem  fahrbaren  Gestell  Uber  dem  Werkstück  angeordnet  ist.  Das  Werkzeug 
ist  mit  seinem  nnter  Eigengewichtswirknng  stehenden  Halter  am  seine  Längs- 
achse drehbar  in  einem  nm  den  vertikalen  Zapfen  des  fahrbaren  Gestelles 
mittels  einer  von  ihm  aas  getriebenen  Kurbelschleif  e  mit  einstellbarem  Kurbel- 
arm schwingbaren  Hebel  angeordnet.  Mit  dem  Kurbelschleifenzapfen  ist 
eine  zweite  in  der  Armlänge  einstellbare  Kurbel  verbunden,  die  mittels 
eines  längsfedernd  angordneten  Kettentriebes  auf  der  Werkzeughalterblichse 
diese  in  Schwingung  versetzt,  so  daß  die  Ebene  der  Schleifscheibe  in  Rich- 
tung der  Tangente  an  die  durch  die  Schwingbewegung  des  Hebels  beim 
geradlinigen  Bewegen  des  Fahrgestelles  entstehenden  Wellenkurven  im 
Ichleifpunkt  eingestellt  werden  kann.  67  a,  15.  Nr.  350854.  10.  3.  21. 
Franz  Liebel,  Wien. 

Verfahren  zur  Herstellung  künstlicher  Peilen,  Halbperlen, 
mit  oder  ohne  Schmelz,  unechter  Diamanten,  Farbsteine  und  anderer  ähn- 
licher Erzeugnisse.  In  das  Innere  der  Perlen  oder  auf  die  Rückseite  der 
Ferien,  Halbperlen  oder  Steine  wird  ein  Ueberzag  aus  geeignetem  phospho- 
reszierenden Stoff  gebracht,  wodurch  Farbänderungen  im  Zwielicht  oder 
beim  Uebergang  vom  Licht  in  die  Dunkelheit  und  ein  völliges  Leuchten 
ia  der  Dunkelheit  erzielt  werden.  75  d,  4.  Nr.  350  963.  16. 1.  21.  Fernand 
Sauvage,  Paris. 

Terfahren  zur  Erzeugung  von  Steinen,  Platten  u.  dgl.  aus  Bims- 
sand. Der  aus  der  Grube  kommende  Bims  wird  in  Schiefer,  feinen  und 
groben  Bims  zerlegt,  wobei  aus  den  drei  Grnndarten  Steine  in  Verbindung 
mit  Bindemitteln  hergestellt  werden,  and  zwar  Steine  aas  den  Schieferteilchen, 
Iieichtsteine  aus  dem  groben  Bims  und  Steine  aus  dem  feinen  Bims.  80  b, 
ja.   Nr.  350  966.   20.  11.  20.   Wilhelm  Ludwig  Paul  Cieff,  Haag,  Holl. 

Liegende  Gasretorte  aus  Formsteiuen,  insbesondere  Silikatsteinen. 
Die  an  den  oberen  Schlußstein  angrenzenden  Steine  liegen  mit  ebenen, 
zur  Retortenachse  geneigten  Stoßflächen  an,  bo  daß  Bie  sich  unter  der  Wir- 
kung der  bei  der  Ausdehnung  der  Retortenwandungen  auftretenden  Kräfte 
Inf  dem  Schlußstein  verschieben  kennen.  26  a,  6.  Nr.  351011.  20.7.19. 
Stettiner  Chamotte-Fabrik,  Akt.-Ges.  vormals  Didier,  Stettin. 

Terfahren  zur  Herstellung  von  keramischen  Massen.  Es  wird 
tnf  mechanischem  oder  chemischem  bezw.  mechanischem  und  chemischem 
Wege  von  seinen  ISebenbestandteilen  befreiter  Bimstuff  für  keramische 
»wecke  verwendet.  80  b,  12.  Nr.  351069.  21.7.20.  Gesellschaft  für 
Tuff-  und  Ton-Technik  m.  b.  H.,  Neuwied. 

Kanalofen.  In  den  Seiteawandungen  der  Brennzone  sind  sich  all- 
mählicn  vertiefende  Ausbuchtungen  vorhanden,  an  deren  tiefster  Stelle 
lie  Flammeneinführung  erfolgt.  80  c,  5.  Nr.  351  070.  14  1.  19.  Peter 
Joseph  Lengersdorff,  Berlin. 

Vorrichtung  zum  Zerkleinern  von  Ton,  Torf,  oder  dgl.  in 
Verbindung  mit  einer  Baggerkette.  Die  Kettenglieder  der  Becherkette 
sind  mit  Schermessern  versehen,  die  an  Scheimessern  entlanggleiten. 
|)c,  1.   Nr.  351213.   1.10.20.   Walter  Berger,  Berlin-Schöneberg. 

Firmenschild  aus  einzelnen  Buchstahenfeldern,  die  mit  dem 
Rahmenteii  aus  einem  Stück  bestehen,  nach  Patent  332413.  Die  ge- 
gerippten, aus  Schaufläcbe  und  Rahmen  hergestellten  Einzeiteile  bestehen 
»us  Glas,  wodurch  das  Schild  nicht  nur  versteift,  sondern  auch  durch  die 
Zerstreuung  des  Lichtes  der  Eindruck  hervorgerufen  wird,  als  ob  die 
Bloßstellen  der  Einzelfelder  nicht  vorhanden  seien  und  das  ganze 
ichild  ans  einem  Stück  Glas  besteht.  54  g,  11.  Nr.  351 253.  28.  3.  20. 
Zusatz  zum  Patent  332  413).   Benedikt  Holzmayer,  Berlin. 

Kanalofen  mit  im  Innern  der  Ofenkammer  angeordneten  Längs- 
ferbrennungskammern,  durch  welche  die  Verbrennungsgase  hindurch- 
gezogen werden,  ohne  mit  dem  Brenngut  in  Berührung  zu  kommen.  In 
len  Verbrennungekammern  liegen  mehrere  VerbrennungsBtellen  hinter- 
iinander.  80  c,  5.  Nr.  351272.  11.9.17.  Dreßler  Tunnel  Ovens, 
Itoke-on- Trent,  England. 

Brennofen  mit  mittelbarer  Beheizung  nach  Patent  344  363.  Die 
farbrennungskammern  und  die  Luftumlanfkanäle  sind  aus  aneinanderge- 
reihten Ruppeaplatten  gebildet.  80  c,  4.  Nr.  351 314.  10.  5.  21.  (Zusatz 
um  Patent  344  363).    Carl  Bochmann,  Hennigsdorf  b.  Berlin. 


Vorrichtung  zur  Herstellung  von  Bleioxyd  durch  Oxydation 
von  geschmolzenem  Blei.  Sie  besteht  ans  einem  hohen,  geräumigen 
zweckmäßig  mit  einer  wärmeisolierenden  Schutzschicht  bedeckten  Be- 
hälter, der  an  seinem  unteren  Teile  mit  zwei  gegenüberliegenden  Rohren 
sowie  einem  unter  einem  durchlöcherten  Zwischenboden  befindlichen 
Rohre  zur  Zuführung  heißer  Druckluft  ausgestattet  ist.  12  n,  7.  Nr.  351 328. 
16.  11.  20.   Leopold  Kübler,  Berlin. 

Konservenglas.  Die  Oeffaung  des  Glases  ist  mit  zwei  untereinander- 
liegenden Ringauflagen  ausgebildet,  welche  die  eine  als  Sitz  für  den  Deckel  und 
die  andere  als  Halter  für  den  Rand  eines  zweiten  einzusetzenden  gleich- 
geformten Glases  dienen,  wobei  in  den  Ringauflagen  Bohrungen  vorge- 
sehen sind,  um  beim  Behandeln  des  Konservenglases  im  Vakuum  die  Luft 
aas  dem  Ringraum  zwischen  den  beiden  Gläsern  entweichen  zu  lassen, 
derart,  daß  jedes  Glas  sowohl  als  Speisebehälter  als  auch  als  Konserven- 
glasaufnahm»behälter  Verwendung  finden  kann.  53  b,  3.  Nr.  351565. 
31.  3.  20.   Arthur  Eggleton  Worster,  Vancouver,  B.  C,  Kanada. 

Terfahren  zur  Herstellung  von  Spiegeln  durch  Ueberziehen 
einer  geeigneten  Unterlage,  besonders  Glas,  mit  der  Lösung  eines  Platin- 
oder ähnlichen  Metallsalzes  in  organischen  Lösungsmitteln  and  Erhitzen 
bis  zur  Abscheidung  der  spiegelnden  Metallschicht.  Es  wird  eine 
kollodiumhaltige  Lösung  des  Platins  oder  ähnlichen  Metallsalzea  ange- 
wendet.  32  b,  10.   Nr.  351 655    20.  10.  20.   Juluis  Rheinberg,  London. 

Terfahren  zur  Herstellung  hochfeuerfester  Steine  auf  kaltem 
Wege.  Quarzit  und  Kalk  wird  zu  einer  Grandmasse  innigst  ver- 
mählen and  mittels  dieser  Grundmischang  gröber  zerkleinerter  Quarzit 
eingebunden.  80  b,  8.  Nr.  351 789.  29.  8.  18.  P.  Litwin  &  Co.,  Kom.- 
Ges.,  Berlin. 

Terfahren  zur  Herstellung  poröser  keramischer  Erzeugnisse. 
Als  Masse  wird  ein  feinpulvriges  Gemisch  aus  plastischem  Tod,  Gips  and 
Holzkohle  verwendet.  80  b,  18.  Nr.  351 790.  29. 2. 20.  Societe  Anonyme 
Le  Carbone,  Levallois-Perret,  Seine. 

Kipptisch,  insbesondere  zum  Umkehren  von  Spiegelscheiben 
beim  Scnleifen.  Er  besteht  aas  einem  am  die  wagereente  Mittelachse 
kippbar  angeordneten  Rahmen  mit  zwei  untereinander  and  zar  Rahmen- 
ebene parallelen  Gittern  oder  Rosten  bemessenen  Abstandes,  deren  Stäbe 
nach  den  Rahmenseiten  hin  zusammengeschoben  werden  können,  so  daß 
die  auf  den  jeweils  unteren  Rost-  aufgelegte  Scheibe  mit  dem  oberen 
überdeckt  durch  Kippen  des  Tisches  am  180°  auf  den  zweiten  Rost  am 
gelegt  aad  entnommen  werden  kann,  nachdem  der  nunmehr  obere  erste 
Rost  zar  Seite  geschoben  worden  ist.  32  a,  21.  Nr.  338  687.  5.  12.  19. 
Socieie  Anonyme  des  Manufaktares  des  Glaces  et  Produits  Chimiques  de 
St.  Gobain,  Caauny  &  Cirey,  Paris. 

Terfahren  zur  Herstellung  von  kugelähnlichen  Ampullen  oder 

Fiolen  mit  eingebrannter  Aufschrift  durch  Aufbringen  der  einbrennbaren 
Farbe  auf  ein  Glasrohr,  Erhitzen  bis  zur  Erweichung  und  Aufblasen. 
Die  Inschrift  wird  auf  einen  zylindrischen  Röhrenabschnitt  aufgestempelt 
und  dieser  erhitzt  und  aufgeblasen.  32  b,  8.  Nr.  351  820.  12. 11.  19. 
Paul  Bornkessel,  Frohnau,  Mark. 

Hängeisolator.  Er  ist  gekennzeichnet  durch  einen  nach  der  Mitte 
zu  zweckmäßig  stärker  werdenden  and  an  der  Unterseite  mit  konzen- 
trischen Wülsten  versehenen  tellerförmigen  Mittelteil,  der  oben  and  unten 
unmittelbar  in  Köpfe  übergeht,  die  von  Metallkappen  umfaßt  sind,  welche 
hierdurch  möglichst  nahe  an  den  Mittelteil  herangeführt  sind  und  ge- 
gebenenfalls an  der  Unterseite  zwischen  Wülste  eingreifen.  21  c,  13. 
Nr.  351870.  21.  3.  19.  Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal  &  Co.,  A.-G., 
Selb,  Bayern. 

Terfahren  zum  Beheizen  von  periodisch  betriebenen  Oefen 
mit  Generatorgas.  Die  vom  Gase  angesaugte  Lnft  wird  zunächst  in 
durch  die  Rauchgase  oder  durch  die  Hitze  der  Ofenwand  erwärmten 
Bekupeiationskanälen  and  darauf  in  die  Feuerschächte  umgebenden 
Kanälen  erhitzt.  80  c,  3.  Nr.  352  224.  17.  4.  21.  Firma  Franz  Meiser 
and  Karl  Meiser,  Nürnberg. 

Schneckenpresse  für  Ton  und  andere  plastische  keramische 
Massen.  Die  Treibläche  der  Schnecke  besteht  t.na  Messing,  Kupfer,  Zink 
oder  Aluminium.  80  a,  25.  Nr.  352  559.  7.  9.  19.  Griesemann  &  Co., 
Magdebarg-Neastadt. 


Fragekasten  des  Sprechsaal. 

Zur  Beachtung  bei  Benutzung  des  Fpagekaatens. 

1.  Der  Fragek&sten  dient  dun,  technische  and  andere  für  unseren  Leserkreis  wissenswerte  Fräsen  nnd  Fabrikationsfehler 
iffen  zu  erörtern,  ferner  Hilfsmittel,  Materialien,  Maschinen  und  Werkzeuge  für  unsere  Industrien  nachzuweisen.  Soweit  sich  Beines- 
(Hellen  im  Anzeigenteil  finden,  wird,  wenn  nicht  besondere  Meldungen  erfolgen,  nur  darauf  hin  verwiesen. 

2.  Die  direhte  Vermittelung  des  An-  oder  Verkaufs  von  Rezepten,  fertigen  Fabrikaten  usw.  und  die  Weitergabe  von  Angeboten 
ifler  Antworten  an  die  Fragesteller  sind  ausgeschlossen. 

S.  Die  Kamen  der  Fragesteller  werden  nach  keiner  Welse  hin  genannt,  anonyme  Zuschriften  Jedoch  nicht  berücksichtigt. 

4.  Die  Antworten  werden  nur  In  die  zweite  auf  die  Frr.ge  folgende  Nummer  aufgenommen.  Verspätet  eingehende  Antworten 
tonnen  nur  ausnahmsweise  Berücksichtigung  finden. 

5.  Die  Redaktion  behalt  sich  vor,  ohne  Angabe  von  erfinden  sowohl  Fragen  als  auch  Antworten  abzulehnen:  für  brauchbare 
Beantwortungen  technischer  Fragen  gewährt,  sie  ein  angemessenes  Zellenhonorar.  Eine  zivllrechtliehe  Haftpflicht  übernimmt  die 
ttedaktion  nicht. 

6.  Jeder  Frage  ist  Rückporto  beizufügen. 

Keramik. 

109.    Welche  Entstaubungsanlage  hat  sich  für  den  Kollergang  be- 
währt? 

Erste  Antwort:  Die  üblichen  bewährten  Entstaubungsanlagen 
ttr  Koilergänge  bestehen  aus  einer  Staubhaube,  die  Uber  den  Koller  ge- 
itttlpt  ist  und  an  geeigneten  Stellen  Türen  zum  Oeffnen  und  Schließen 
.&t.  Diese  Staubhaube  ist  mit  einem  Exhaustor  verbunden,  der  den  ent- 
wickelten Staub  absaugt  und  in  eine  Staubkammer  abläßt,  wo  sich  der- 
elbe  ansammelt  nnd  dann  mit  verwendet  werden  kann.  In  dem  neuesten 
laschinenkatalog  von  Beißmann-Saalfeld  sind  solche  Staubhauben  bildlich 
largeBtellt.  Der  Exhaustor  ist  zwar  nicht  ersichtlich,  doch  ist  in  der 


einen  Staabhaabe  oben  eine  Oeffnung  für  ein  Bohr  angebracht,  das  eben 
zum  Anschluß  an  einen  Exhaustor  dienen  soll.  Die  Staubkammer  besteht 
aus  einem  größeren  Holzkasten,  von  dem  3  Seiten  mit  gutem  Nesseltach 
überspannt  Bind,  durch  welche  die  eingeblasene  Luft  gereinigt  wird  und 
den  Staub  zurückläßt.  Man  kann  auch  noch  die  obere  Decke  mit  Nessel- 
tuch versehen,  damit  man  eine  größere  Durchlaßfläche  für  die  Luft  erhält. 
Die  vierte  Seite  der  Staubkammer  dient  als  Ein-  and  Ausgang  und  ist 
mit  einer  gut  schließenden  Tür  versehen.  Bei  größerem  Kollergang  ver- 
bindet man  den  Exhaustor  noch  mit  einem  Zyklon,  durch  den  die  Luft 
vor  ihrem  Eintritt  in  die  Staubkammer  strömt. 


39Ö  -  Nr.  34 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


Glas. 

101.  Welches  sind  die  besten  Auftreiböfchen  für  kleine  Flakons  ?  Wie 
bewährt  sich  Rohöl  usw.  hierfür? 

BrBte  Antwort:  Die  Konstruktion  der  Auftreiböfen  richtet  sich 
ganz  nach  der  vorhandenen  Beheizungsmöglichkeit.  Hat  man  Gas  zur 
Vertagung,  so  baut  man  Auftreiböfen  mit  Gasbeheizung;  diese  Oefen  be- 
anspruchen wenig  Platz,  sind  mit  einem  einfachen  Lufterhitzungsapparat 
ausgerüstet,  benötigen  geringe  Wartung  und  sind  sehr  sparsam  im  Gas- 
verbrauch. Jeder  Anftreiböfen  hat  3  Arbeitsplätze,  wobei  jedem  Arbeits- 
platz drei  Einwärmlöcher  znr  Verfügung  stehen.  Ist  auf  der  Hütte  aus- 
reichend Koks  vorhanden,  so  verwendet  man  bei  Gasmangel  diesen.  Der 
Auftreibofen  erhält  je  nach  Bedarf  bis  4  Schnauzen,  ähnlich  wie  die  ver- 
deckten Häfen,  an  einem  runden  Zylinder,  worin  sich  die  mit  Gebläseluft 
betriebene  Koksfeuerung  befindet.  Sind  gute  Stückkohlen  am  Platz,  so 
wählt  man  bei  Gasmangel  den  Auftreibofen  mit  direkter  Feuerung.  Bei 
dieser  Ofenkonstruktion  entwickelt  sich  aber  viel  Rauch,  und  die  Hütte 
wird  durch  abfallende  Asche  usw.  verunreinigt.  Die  kleinen,  transpor- 
tablen, mit  Rohöl  betriebenen  Auftreiböfen  bewähren  sich  sehr  gut;  sie 
arbeiten  auch,  um  eine  bessere  Mischung  von  Rohöl  mit  Luft  zu  erreichen, 
mit  Preßluft ;  Voraussetzung  für  die  Wirtschaftlichkeit  ist  jedoch  billiges 

R°hÖlZ weite  Antwort:  Für  kleine  Flakons  sind  die  kleinen  Auf- 
treiböfchen, die  mit  Leuchtgas  oder  Petroleum  beheizt  werden,  die  beBten ; 
sie  werden  aus  einem  feinkörnigen  Tonstück  gefertigt  und  messen  außen 
20X11X9  cm  Den  Kern  des  Ballens  bildet  der  6  cm  Durchmesser 
betragende  Heizkanal,  an  dessen  Kopfende  die  Flamme  einströmt,  und 
zwar  ist  diese  Binströmungsöfinung  bis  auf  4  cm  zu  verjüngen;  das  ent- 
gegengesetzte Ende  ist  mit  einer  3  cm  dicken  Wand  abgeschlossen.  An 
den  Seiten  werden  je  zwei  Wärmlöcher  angebracht,  deren  Größe  sich  nach 
dem  Bedarf  richtet. 

Dritte  Antwort:  Zur  Lieferung  von  Auftreibofen  neuester 
Konstruktion  melden  sich  Franz  Borgmeyer  &  Helle  in  Hamburg, 
„Heintzehof". 

102.  Wir  bitten  um  einige  Gemengesätze  für  Borosilikatgla's.  Da9 
Glas  soll  zu  Glasstäben  von  etwa  5  mm  0  verarbeitet  werden  und  mög- 
lichst hart  sein.  Die  Farbe  kann  halbweiß,  d.  h.  grünlich  und  ohne  Ent- 
färbunqsmittelzusatz  sein.  Sind  bei  diesem  Glas  nicht  auch  besondere 
Vorsichtsmaßregeln  beim  Schmelzen  und  beim  Verarbeiten  zu  beachten? 

Erste  Antwort:  Um  den  Glasstäben  eine  entsprechende  Härte 
zn  verleihen,  setzt  man  den  Gemengesätzen  Borsäure  und  Zinkoxyd  zu; 
sie  erfordern  aber  heißen,  gleichmäßigen  Ofengang,  sowie  öfteres  Blasen 
des  Hafeninhaltes,  wie  dann  auch  großer  Wert  auf  eine  gute  Homogeni- 
sierung des  Glasflusses  zu  legen  ist.   Nachstehender  Satz  gibt  das  ge- 



Borsäure,  entwässert  16  » 

Pottasche,  hochprozentig  16  » 

Zinkoxyd   60  „ 

Scherben  •  ■  20  »  _ 

Die  Widerstandsfähigkeit  der  Stäbe  kann  man  auch  ohne  Borsäure  und 
Zinkoxyd  mit  TonerdeSiydrat  nach  folgendem  Satz  erzielen: 

Sand  100  kg 

Pottasche  •   •  Jj  » 

Soda  •    ■     °7  „ 

Kalk,  roh  10» 

„    gebrannt   6  „ 

Tonerdebydrat  •     1°  « 

Scherben    .....     20  „ 


Beide  Gemenge  müssen  innig  gemischt  and  die  gezogenen  Stäbe  gut  ge- 
kühlt werden. 

Zweite  Antwort:   Nachstehend  ein  Satz,  der  Ihrem  Wausche 
entsprechen  wird: 

Sand   100  kg 

Soda  '  Iß  „ 

Borsäure  72  „ 

Antimon   8  „ 

Salpeter   5  » 

Arsenik    2  „ 

Scherben  25  „ 

Der  Ofen  muß  bei  der  Schmelze  und  bei  der  Arbeit  gut  heiß  ge- 
halten nnd  die  durchgeschmolzene  Glasmasse  vor  der  Läuterung  gut 
geblasen  werden. 

Meue  Fragen. 
Keramik. 

111.  Mir  steht  ein  Ziegelton  zur  Verfügung,  den  ich  wegen  seiner 
schönen  Beschaffenheit  zum  Gießen  verwenden  möchte,  was  mir  aber  nicht 
gelingt.  Ohne  weiteren  Zusatz  reißt  er;  mischt  man  ihm  aber  Schamotte 
zu,  die  aus  dem  Ton  selbst  hergestellt  ist,  so  ist  er  gar  nicht  gießfähig, 
denn  er  läuft  nicht  mehr,  auch  nicht  unter  Zusatz  von  Seda  und  Wasser- 
glas und  bei  noch  so  großer  Verdünnung.  Ich  machte  Versuche  mit 
Wasserglas  und  Soda,  einzeln  und  zusammen,  in  kleineren  und  größere 
Mengen,  aber  immer  ist  das  Ergebnis  das  gleiche.  Man  kann  den  Ton- 
schlicker  zwar  in  die  Form  ein-,  aber  nicht  mehr  ausgießen,  weil  er  förm- 
lich zusammenstarrt 

112.  Ich  habe  große  Mengen  Steinzeugmasse  in  eiserne  Formen  zu 
pressen.   Die  Masse  läßt  nun  sehr  schlecht  von  den  Formen  los,  bezw. 
diese  müssen  sehr  oft  geölt  werden,  um  ein  schnelles  und  glattes  Arbeiten 
zu  ermöglichen.   Ich  bitte  daher  um  Angabe  von  Bezugsquellen  für  gutes'  ~ 
lormenöl  oder  einer  guten  Oelmischung      Eine  Verfärbung  der  Masse  [n 
durch  das  Oel  ist  nicht  schädlich. 


Glas* 

10£.  Mein  in  offenen  Häfen  nach  jahrelang  erprobten  Vorschriften 
hergestelltes  Bottaschekristall  wird  in  den  letzten  zwei  bis  drei  Stunden  der 
Ausarbeit  derart  schlierig  und  windig,  daß  es  nicht  mehr  verarbeitet  werden'  " 
kann,  während  es  zu  Beginn  der  Äusarbeit  vollkommen  rein  ist.  Womit 
ist  diese  Erscheinung  zu  erklären?  Kann  etwa  der  vor  vierzehn  Tagen) 
von  Grund  aus  umgebaute  Ofen  daran  Schuld  sein. 

105.  Wer  liefert  weißes  Bauspapier  für  Glasmalerei? 

106.  Welche  Innenmaße  muß  eine  Weißglaswanne  haben,  um  an 
derselben  bei  Tag-  und  Nachtarbeit  5  bis  6900  kg  verkäufliches  Glas  in 
24  Stunden  herstellen  zu  können  ?  Ist  es  vorteilhafter,  die  Brenner  an  der 
Sehmalseite  des  Ofens  für  rückkehrende  hufeisenförmige  Feuerführung  an- 
zuordnen, oder  aber  sie  an  den  Längsseiten  des  Ofens  mit  quer  durch- 
strömender Flamme  aufzustellen?  Wie  groß  müssen  die  Kammern  sein, 
wenn  eine  Förderbrmnkohle  von  etwa  3000  W.  E  zur  Verfügung  steht  ? 


Briefkasten  der  Redaktion. 

W.  Z.  u.  B.  i.  W.  Welche  Tone  für  Ihr  Porzellan  nnd  Steingut  sich 
am  besten  eignen,  läßt  sich  ohne  Versuche  nicht  entscheiden.  Sie  finden 
im  Sprechsaal-Kalender  1922,  S  188  ff.,  die  bekannteren  Tone  und  Kaoijne 
mit  ihrer  Zusammensetzung  und  Bezugsquelle  und  können  danach  wenigsten8 
die  für  Sie  frachtgttnstigen  auswählen,  die  sie  dann  weiter  ausprob  ieren 


Veröffentlichungen  der  Anfienhandelsnebenstelle  Feinkeramik. 

_    _  n  vi  "s  ■    i  U  ~—       J „  ß    »«MnwvnnA    T^alrlovofinnan  Aar 


Zu  den  Bestimmungen  für  die  Ausfuhr  von  Porzellan- 
Salbenkruken  mit  und  ohne  Deckel  sind  neue  Deck- 
blätter mit  Gültigkeit  ab  10.  August  erschienen,  die  durch  die 
Prüfungsstelle  Luxueporzellan,  Weimar,  Brennerstraße  18  zu 
beziehen  sind.   

Die  bisher  erschienenen  Händlertab eilen  für  Auslandsver- 
käufe aus  Ladengeschäften  für  Geschirrporzellan  und  Steingut- 
geschirr werden  für  ungültig  erklärt  und  es  tritt  an  ihre 


So  beträgt  der 

Kostet  1$= 

?Mk. 

Aufschlag  auf 
den  Ladenpreis 

=  ?% 

353,— 

bis 

387,— 

10% 
20  % 

388,— 

i) 

422,— 

423,— 

n 

458,— 

30  o/o 

459  — 

f  *. 

492,— 

40% 

493,— 

528  — 

50% 

629  — 

» 

563,— 

60  % 

564  — 

n 

598,— 

70  % 

599,— 

n 

633,— 

80  % 

634  — 

n 

«68  — 

90  % 
100  o/0 

669.— 

n 

704,— 

705,— 

i) 

739,- 

no% 

740,— 

i) 

774  — 

809  — 

120% 

775  — 

n 

130  % 

So  beträgt  der 

Kostet  1 

=  ?Mk. 

Aufschlag  auf 
den  Ladenpreis 

=  ?% 

810,—  bis 

845,— 

140% 

846  — 

» 

880,— 

150  % 

881,— 

n 

915,— 

160  % 

916  — 

n 

950,— 

170  % 

951,— 

ti 

985,— 

180  % 

986  — 

n 

1021  — 

190  % 

1022,— 

n 

1056  — 

200  <>/0 

1057,— 

y> 

1091  — 

210  % 

1092,— 

M 

1126, — 

220  % 

1127,— 

M 

1 162, — 

230  % 
240  % 

1163,— 

n 

1197, — 

1198  — 

n 

1232,— 

250  % 

1233,— 

» 

1268,— 

260  % 

Deklaration  «1er  Ausfuhrbewilligung:  Die  Er- 
fahrungen der  Revisionen  durch  die  Außenhandelsnebenstelle 


Feinkeramik  haben  ergeben,  daß  ungenaue  Deklarationen  der 
Ausfuhrbewilligungen  über  Warenart  und  Gewichte  in  sehr 
erheblichem  Maße  die  Möglichkeit  der  Warenverschiebung 
bieten.  Es  wird  daher  hiermit  bekanntgegeben,  daß  alle  Aus 
fuhranträge,  die  in  der  Spalte  „genaue  Bezeichnung  des  Gegen 
Standes  der  Sendung"  nicht  genaue  Angaben  über  die  Zahl  und 
Art  der  zu  versendenden  Artikel  enthalten,  ohne  weitere  Prü- 
fung abgelehnt  werden  müssen.  Es  sind  also  nicht  Bezeich- 
nungen wie  beispielsweise:  „Geschirrporzellan,  Luxusporzellan, 
Steingutgeschirr",  sondern  solche  wie  „100  Dtz.  Tassen, 
20  Stück  Vasen  und  ähnliches"  zu  geben.  —  Ferner  sei  noch- 
mals darauf  hingewiesen,  daß  auch  die  Gewichtsangaben  voll- 
ständiger und  genauer  gemacht  werden  müssen. 

Neue  A.usfutarsteuer  zugunsten  der  Presse. 

Gemäß  Gesetz  vom  21.  Juli  1922  (Reichs-Gesetzblatt  Nr.  55)  über 
Maßnahmen  gegen  die  wirtschaftliche  Not  der  Presse  wird  die 
Erteilung  jeder  Ausfuhrbewilligung  von  der  Zahlung  eines 
Beitrages  von  1,5  °/00  des  Ausfuhrwertes  zugunsten  de* 
Presse  abhängig  gemacht. 

Durch  Verfügung  des  Reichskommissars  für  Aus-  und 
Einfuhrbewilligung  —  B.  V.  10410/22  —  vom  21.  Juli  1922  ist 
dieser  Pressebeitrag  an  die  Außenhandelsstellen 
zu  entrichten. 

Demgemäß  sind  wir  gezwungen,  vom  5.  August  d.  J.  ab  außer 
der  G  ebühr  der  Außenhandelsstelle  von  einstweilen  5,5  °/oc 

und  der  Reichsgebühr  von    .    .  0,5  /0( 

einen  Pressebeitrag  von  1>&°/oi 

einzuziehen. 


(55.  Jahrgang.) 


Coburg,  des  31.  August  1922 


Nimmer  35 


Zeitschrift  für  bie  Keramischen,  Glas-  unb  ugrwanbtgn  inbustrign 


[Prämiiert:  Brüssel  1888  Qoldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis,  1904  Qoldene  Medaille 
I  Prämiiert :  Bugra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint   wöchentlich   einmal  Donnerstags 


Fernsprecher  Nr.  59.  /  Telegramm- Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto:  Bayerische  Vereinsbank  in  Coburg 


Bezugspreis:  Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  bei  der  Post  bestellt  für  das  III.  Vierteljahr  Jt  55.—,  unter  Streifband  JC  95.— 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  6.—,  Stellengesuche  Jf  3. — 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


Mitglied  von :  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


?  Bekanntmachung. 

Die  allgemeinen  wirtschaftlichen  Verhältnisse  haben  uns  zu  einer  weiteren  Erhöhung  der  Än- 
:eigenpreise,  geltend  ab  15.  August,  gezwungen. 

Keramische  Rundschau,  Berlin.  Sprechsaal,  Coburg. 


Fachschulgesellschaft  Bunzlau. 

Mitgliedsbeiträge  und  Stiftungen  sind  auf  das  Bankkonto 
ler  Gesellschaft  von  Freunden  der  Staatlichen  Keramischen 
Fachschule  in  Bunzlau  bei  der  Bank  für  Keramische  Industrie 
i.-G.  in  Dresden  einzuzahlen. 


Die  3.  Hauptversammlung 
der  Deutschen  Keramischen  Gesellschaft. 

fNacbdrack  verboten.) 

Vom  18. — 21.  Juni  fand  unter  sehr  zahlreicher  Beteiligung 
iie  3.  Hauptversammlung  der  Deutschen  Keramischen  Gesell- 
ichaft  in  Dresden  statt.  Während  am  Vormittage  des  ersten 
?ages  eine  Sitzung  des  Vorstandes  und  nachmittags  eine 
Sitzung  des  Arbeitsausschusses  stattfand,  war  den  andern  Teil- 
lehmern  an  der  Hauptversammlung  an  diesem  Tage  Gelegen- 
ieit  geboten,  die  Jahresschau  deutscher  Arbeit  unter  sachver- 
ständiger Führung  zu  besichtigen.  Schließlich  vereinigte  am 
traten  Tage  ein  von  der  Bank  für  keramische  Industrie  in 
Oresden  veranstalteter  Begrüßungsabend  die  Teilnehmer  mit 
fhren  Damen  im  großen  Konzertsaal  des  Ausstellungsrestaurants. 

Die  geschäftlichen  und  technisch- wissenschaftlichen  Sitzungen 
»egannen  am  Montag,  den  19.  Juni,  vorm.  91/*  Uhr  in  der  Aula 
ler  Technischen  Hochschule.  Der  1.  Vorsitzende,  Prof.  Dr. 
fteisenegger,  eröffnete  die  Sitzung  und  begrüßte  die  er- 
ichienenen  Gäste  und  Mitglieder,  insbesondere  die  Vertreter 
ier  Reichsregierung,  Reichswirtschaftsminister  Robert  Schmidt 
and  Reg.-Rat  von  Raven,  sowie  den  als  Vertreter  der 
sächsischen  Regierung  erschienenen  Oberberghauptmann 
Or.  Fischer,  die  Vertreter  der  Dresdner  Technischen  Hochschule 
tnd  andere  Behörden  und  gedachte  in  seiner  Ansprache  be- 
sonders der  engen  Beziehungen  der  Stadt  Dresden  zur  kera- 
nischen  Industrie. 

Nach  ihm  ergriff  der  Geschäftsführer  der  D.  K.  G.,  Dr.  R. 
Ühlitzsch  das  Wort,  um  in  herzlichen  Worten  des  kürzlich 
verstorbenen  Ehrenmitgliedes  der  Gesellschaft,  Kommerzienrat 


Dr.-Ing.  e.  h.  Max  Roesler  zu  gedenken,  dessen  Leben  und  Ver- 
dienste um  die  keramische  Industrie  er  kurz  schilderte.  Nach- 
dem sich  die  Anwesenden  zu  Ehren  des  Verstorbenen  von 
ihren  Plätzen  erhoben  hatten,  dankte  Oberberghauptmann 
Dr.  Fischer  im  Namen  der  sächsischen  Regierung  dem  1.  Vor- 
sitzenden für  seine  herzlichen  Begrüßungsworte  und  hieß  die 
Gesellschaft  in  Sachsens  Hauptstadt  willkommen,  wobei  er  ihr 
einen  guten  und  erfolgreichen  Verlauf  der  Tagung  wünschte. 

Zum  1.  Punkt  der  Tagesordnung  erstattete  hierauf  der 
Geschäftsführer,  P.  Bartel,  den  Geschäftsbericht  für  das  ver- 
flossene Jahr,  dessen  wesentlicher  Inhalt  bereits  in  Nr.  27  dieses 
Blattes*  wiedergegeben  wurde. 

Im  Anschluß  an  diesen  Bericht  machte  der  Leiter  der 
literarischen  und  wissenschaftlichen  Arbeiten  der  Gesellschaft, 
Dozent  Dr.  R.  Rieke,  einige  nähere  Mitteilungen  über  die  von 
der  Gesellschaft  herausgegebenen  „Berichte"  und  „Bücher  der 

D.  K.  G."  sowie  über  die  in  Angriff  genommenen  technisch- 
wissenschaftlichen Arbeiten;  über  einige  dieser  Arbeiten,  die 
in  der  Chemisch-technischen  Versuchs-Anstalt  bei  der  Staat- 
lichen Porzellan- Manufaktur  ausgeführt  seien,  werde  im  Vor- 
tragsteil von  Dr.  Steger,  Dr.-Ing.  Kohl  und  ihm  selbst  Näheres 
berichtet  werden.  Eine  weitere  dieser  Arbeiten  sei  die  soeben 
als  Band  3  der  „Bücher  der  D.  K.  G."  erschienene  Arbeit 
von  Dr.-Ing.  E.Roth.  Zum  Schlüsse  sprach  Dr.  R.  Rieke  noch 
kurz  über  die  Entwicklung  des  von  ihm  geleiteten  keramischen 
Unterrichtes  an  der  Technischen  Hochschule  in  Charlottenburg. 

Im  Auftrage  der  Vorsitzenden  des  Bleiausschusses  und  des 
Ausschusses    für    gewerblichen    Rechtsschutz,  Patentanwalt 

E.  Cramer  und  Dr.-Ing.  J.  Dorfner,  erstattete  Dr.  R.  Rieke  dann 
noch  einen  kurzen  Bericht  über  die  Tätigkeit  dieser  beiden 
Ausschüsse,  worauf  Direktor  Dipl.-Ing.  M.  A.  Pfeiffer  als  Vor- 
sitzender des  Ofenausschusses  über  dessen  Tätigkeit  sprach. 
Der  Ofenausschuß  war,  ebenso  wie  die  andern  Ausschüsse  in 
dem  Berichtsjahr  nicht  zusammengetreten;  die  Wärmewirt- 
schaftsstelle der  D.  K.  G.  habe  nach  dem  vom  Ofenausschuß 
seinerzeit  aufgestellten  Programm  gearbeitet  und  werde  selbst 
über  die  Ergebnisse  berichten.  Der  Ausschuß  habe  sich  ferner 


862 


Nr.  85 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1998.  (Ii.  Jahrgang,) 


mit  der  Befeuerung  von  Porzellanöfen  mit  Braunkohle  befaßt 
und  werde  seine  Erfahrungen  demnächst  veröffentlichen. 

Hierauf  folgte  die  Kassenabrechnung  für  das  vergangene 
Jahr  und  die  Genehmigung  des  Kostenvoranschlages  für  1922. 
Die  dauernd  steigenden  Ausgaben  machten  eine  Erhöhung  der 


Mitgliederbeiträge    um    100 1 


notwendig ;    diese  Erhöhung 


wurde  von  der  Versammlung  einstimmig  angenommen.  Ueber 
die  Ersatzwahlen  für  den  Vorstand  und  den  Arbeitsausschuß 
sei  erwähnt,  daß  die  beiden  satzungsgemäß  ausscheidenden 
Vorstandsmitglieder  Prof.  Dr.  Reisenegger  und  Direktor 
Dr  Heine  vom  Arbeitsausschuß  wiedergewählt  und  Direktor 
Paist  neu  hinzugewählt  wurde.  Auch  die  aus  dem  Arbeitsaus- 
schuß ausscheidenden  Mitglieder  Geh.  Ober-Reg.-Rat  Dr.  rl. 
Heinecke,  Prof.  Dipl.-Ing.  F.  Kraze  und  Schriftleiter  C.  Tost- 
mann  wurden  wiedergewählt;  ferner  wurde  neu  hinzugewahlt 

Df  Der  Leiter  der  Wärmewirtschaftsstelle  der  D.  K.  G.,  Dr.- 
Ing  E.  Reutlinger,  schilderte  alsdann  die  Tätigkeit  und  die 
bisherige  Entwicklung  dieser  Stelle  deren  Einrichtung  einem 
dringenden  Bedürfnisse  entsprungen  sei  und  die  immer  mehr 
Anerkennung  fände.  Im  Anschloß  an  diesen  Tätigkeitsbericht 
behandelte  Dr.  Reutlinger  in  längerem  Vortrage  die  Brand- 
führung in  Porzellanrund-  und  -tunnelöfen.  Dieser  Vortrag  ist 
bereits  in  den  „Berichten"  der  D.  K.  G.  im  Druck  erschienen 
(1922,  Heft  3),  worauf  hier  verwiesen  sei. 

In  dem  auf  die  verschiedenen  Berichte  folgenden  technisch- 
wissenschaftlichen Teil  sprach  als  erster  Redner  Dr.  W.  Braun, 
Neuwied,  über  „Aufgaben  der  Geologie  im  Dienste  der  Keramik, 
Der  Vortragende  betonte  die  Wichtigkeit  des  Zusammenarbeitens 
von  Geologie  und,  Keramik^  So  könnten  durch  genaue  Kenntnis 
der  geologischen  Verhälttffsse  der  Lagerstätten  keramischer 
Rohstoffe  oft  Schlüsse  auf  das  anderweitige  Vorkommen  ahn- 
licher Lager  gezogen  werden.  Ferner  könne  die  Geolog1» 
Anregungen  zur  Einführung  neuer  Rohstoffe  geben  und  Mittel 
angeben,  um  beim  Abbau  der  Lager  eine  möglichst  weitgehende 
Gleichmäßigkeit  des  Materials  zu  erzielen.  Auch  zur  Klärung 
technisch  wichtiger  Eigenschaften,  wie  z.  B.  der  Piastizitat, 
ließen  sich  petrographische  Methoden  vorteilhaft  verwenden, 
desgleichen  zur  Aufklärung  der  Abhängigkeit  der  Eigenschaften 
fertiger  Erzeugnisse  von  der  Zusammensetzung  der  Rohstoffe 
und  der  Art  der  Herstellung.  Zum  Schluß  betonte  der  Vor- 
tragende noch,  wie  wichtig  es  sei,  daß  gerade  der  angehende 
Keramiker  bei  seinen  Studien  sich  auch  mit  Geologie  und 
Mineralogie  beschäftige. 

Das  nächste  Thema  allgemeiner  Art  wurde  von  Professor 
Dr.  K.  Endeil,  Berlin,  behandelt,  der  über  „Die  Bedeutung  der 
wissenschaftlichen  Forschung  für  die  Entwicklung  der  kera- 
mischen Industrie  in  Nordamerika"  sprach.  Auf  Grund  der 
auf  einer  längeren  Reise  in  Nordamerika  gemachten  Beob- 
achtungen schilderte  der  Vortragende  die  Tätigkeit  der  dortigen 
keramisch-wissenschaftlichen  Institute,  die  teils  nur  der  For- 
schung dienen,  teils  daneben  noch  nach  Art  unserer  Material- 
prüfungsämter tätig  sind,  teils  sich  außer  der  Forschung  auch 
der  Ausbildung  von  Keramikern  widmen.  Die  Amerikanische 
Keramische  Gesellschaft  trägt  in  hohem  Maße  dazu  bei,  daß 
die  Ergebnisse  der  keramischen  Forschung  der  Industrie  über 
mittelt  und  von  dieser  praktisch  verwertet  werden.  Die 
keramische  Industrie  in  Amerika  steht  daher  wissenschaftlich  und 
technisch  durchaus  auf  der  Höhe,  und  die  deutsche  keramische 
Industrie  wird  sich  sehr  anstrengen  müssen,  um  mit  dieser 
schnellen  Entwicklung  in  Amerika  Schritt  halten  zu  können. 

Dr.  W.  Funk,  Meißen,  berichtete  hierauf  über  „Versuche 
mit  Porzellan  mit  niedriger  Brenntemperatur."*)  Die  Herstellung 
brauchbarer  Porzellane,  die  bei  SK  7—9  gebrannt  werden  können, 
wäre  ein  bedeutender  Fortschritt,  da  hierdurch  erhebliche  Er- 
sparnisse an  Brennmaterial  möglich  wären.  Nach  Besprechung 
der  bisher  in  dieser  Richtung  ausgeführten  Versuche  von  Berdel, 
Pukall,  Dorfner  und  Hertwig-Möhrenbach  teilte  der  Vortragende 
unter  Angabe  der  Zusammensetzung  der  Massen  und  Glasuren 
die  Ergebnisse  seiner  eigenen  Versuche  mit  mehreren  Weich- 
porzellanmassen für  Garbrandtemperaturen  von  SK  8—9  mit. 
In  einem  kleinen  Versuchsofen  erhielt  er  gute  Resultate ;  die 
Proben  zeigten  gute  Transparenz  und  ihre  von  Dr.  R.  Rieke 
gemessenen  mechanischen  Eigenschaften  (Zugfestigkeit,  Kugel- 
druckfestigkeit und  Schlagbiegefestigkeit)  ergaben  Werte,  wie 
sie  auch  bei  Hartporzellan  gefunden  werden.  Ohne  diese 
ersten  Ergebnisse  verallgemeinern  zu  wollen,  hielt  es  der  Vor- 
tragende doch  für  sehr  erwünscht,  wenn  auch  von  anderen 
Seiten  praktische  Versuche  in  dieser  Richtung  unternommen 
würden. 

Der  zweite  Tag  der  technisch-wissenschaftlichen  Sitzungen 
begann  mit  einem  Vortrage  von  Oberingenieur  Dipl.-Ing. 
Spindler  (Hennigsdorf)  über  „Die  Wärmewirtschaft  und  Feuer- 
führung im  Tunnelofen".    Unter  Vorführung  zahlreicher  Dia- 

*)  in  Nr.  28,  Seite  312  dee^aprechBaal"  bereite!  ausführlicher  berichtet. 


gramme  sprach  der  Vortragende  über  seine  Erfahrungen  an 
den  Tunnelöfen  der  A.E.G.  in  Hennigsdorf,  die  bei  richtiger 
Handhabung  nicht  nur  gegenüber  den  üblichen  Rundöfen  eine 
bedeutende  Ersparnis  an  Brennmaterial  erzielen  lassen,  sondern 
auch  einwandfreies  Porzellan  zu  liefern  vermögen. 

Nach  längerer  Diskussion  über  diesen  Vortrag,  an  der  sich 
zahlreiche  Herren  beteiligten,  berichtete  als  nächster  Redner 
Prof.  Dr.  Keppeler  unter  dem  allgemeinen  Thema  „Unter- 
suchungen über  den  grünen  Zustand  der  Tone"  über  die  Er- 
gebnisse von  Versuchen,  die  er  gemeinsam  mit  den  Herren 
Engelhorn,  Vasel  und  Schiller  ausgeführt  hatte.  Die  ersten 
Versuche  galten  der  Lösung  der  Frage,  ob  plastische  Tone 
Allopbanoide  enthalten,  was  auf  Grund  der  erhaltenen  Resultate 
zu  verneinen  ist.  Besonders  bemerkenswert  war  das  Verhalten 
von  Tonen  und  Kaolinen  nach  der  Behandlung  mit  Salzsäure,  , 
wobei  die  aus  der  teilweise  zersetzten  Tonsubstanz  ausge- 
schiedene, fein  verteilte,  amorphe  Kieselsäure  den  Materialien 
ganz  bestimmte  Eigenschaften  verleiht.  Weitere  Versuche 
zeigten,  daß  ein  Erhitzen  plastischer  Tone  auf  290-409  Grad 
sie  in  physikalischer  Hinsicht  stark  beeinflußt  und  sie  zur  Her- 
stellung von  Gießmassen  besser  geeignet  macht.  Auch  solche 
Tone  die  sich  sonst  nicht  zum  Gießen  eignen,  bereiten  nach 
einer  derartigen  Vorbehandlung  keine  Schwierigkeiten  mehr. 

Es  folgte  dann  ein  Vortrag  aus  dem  Gebiete  der  feuer- 
festen Industrie  von  Dr.  W.  Steger  „Ueber  den  Einfluß  einiger 
tvnischer  feuerfester  Tone  auf  das  Verhalten  von  hchamotte- 
massen  bei  höheren  Temperaturen".  Der  Vortragende  hatte 
unter  Beibehaltung  des  gleichen  Gehaltes  an  Schamotte  aus 
Halle'schem  Ton  unter  Verwendung  sieben  verschiedener  Tone 
Schamottemassen  hergestellt,  an  denen  er  die  Schwindung,  die 
Porosität,  die  Durchbiegung  freitragender  Stabe,  die  Aus- 
dehnung und  Erweichung  bei  höheren  Temperaturen  unter  Be- 
lastung, die  Druckfestigkeit  in  kaltem  Zustande  und  die  Wider- 
standsfähigkeit gegen  schroffen  Temperaturwechsel  nach  ver- 
schieden hohem  Brande  feststellte  Die  Versuche  ergaben  zum 
Teil  charakteristische  Unterschiede  zwischen  den  einzelnen 
Massen,  ließen  jedoch  keinen  einfachen  Zusammenhang  zwischen 
den  einzelnen  Eigenschaften  erkennen.  Die  Ergebnisse  zeigten 
aufs  neue,  wie  wichtig  derartige  Bestimmungen,  die  bisher 
noch  viel  zu  wenig  ausgeführt  werden,  zur  Beurteilung  der 
Erzeugnisse    und  zur    Charakterisierung    der  verschiedenen 

TOnHierauf  berichtete  Dr.-Ing.  H.  Kohl  unter  dem  Thema  „Die 
Wärmeausdehnung  und  einige  andere,  physikalische  Eigen- 
schatten  von  Steingut  in  Abhängigkeit  von  der  Zusammen- 
setzung  und  Brenntemperatur"  über  die  wesentlichsten  Ergeb- 
nisse seiner  in  der  Versuchsanstalt  bei  der  Staatl.  Porzellan- 
Manufaktur  in  Charlottenburg  ausgeführten  Doktorarbeit.  An 
zahlreichen  Diagrammen  konnte  er  die  starke  Beeinflussung 
der  Wärmeausdehnung  durch  den  Quarzgehalt  der  Massen  und 
die  Wirkung  von  Feldspat  und  Kalk  veranschaulichen.  Be- 
sonders deutlich  zeigte  sich  hierbei  die  durch  die  Umwandlung 
von  oc-  in  b- Quarz.  ,  , 

Der  Einfluß  der  Zusammensetzung  von  Porzellan  auf 
seine  Eigenschaften"  lautet*  das  Thema  des  nächsten  Vortrages 
von  Dozent  Dr.  R.  Rieke  (Charlottenburg),  der  an  19  verschie- 
denen  Porzellanmassen,  in  denen  das  Verhältnis  von  Kaolinit 
zu  Quarz  und  Feldspat  systematisch  variiert  wurde  die 
Schwindung,  das  spezifische  Gewicht,  die  Zugfestigkeit,  die 
Kugeldruckfestigkeit,  die  Schlagbiegefestigkeit,  den  Ausdehnungs- 
koeffizienten, die  elektrische  Durchschlagsfestigkeit  und  die 
Widerstandsfähigkeit  gegen  schnellen  Temperaturwechsel  ge- 
messen hatte.  Die  gefundenen  Werte  ließen  zum  Teil  eine 
deutliche  Abhängigkeit  von  der  Zusammensetzung  erkennen, 
indem  eine  geringe  Erhöhung  des  Quarz-  oder  Feldspat- 
gehaltes  sich  deutlich  bemerkbar  machte.  In  fast  noch 
stärkerem  Maße  werden,  wie  ebenfalls  festgestellt  wurde  die 
erwähnten  Eigenschaften  durch  die  Brenntemperatur  beeinflußt. 

Gewerbeschulrat  Dr.  W.  Pukall  (Bunzlau)  sprach  hierauf 
über  „Feinsteinzeug",  wobei  er  besonders  die  Entwicklung  des 
Bunzlauer  Steinzeugs,  die  durch  die  Arbeiten  der  dortigen 
Fachschule  sehr  gefördert  sei,  sowie  die  Verwendung«-  und 
Dekorationsmöglichkeiten  behandelte.  Eine  ganze  Reihe  gut 
gelungener  Stücke  aus  der  Bunzlauer  Fachschule  ließ  die 
vielseitige  künstlerische  Behandlung  derartiger  Feinsteinzeug- 
massen  erkennen.  . 

Zum  Schluße  schilderte  Dr.  H   Eisenlohr  (Dresden)  die 
Prüfung  keramischer  Massen  für  künstliche  Zähne  ,  ein  in  der 
deutschen  keramischen  Industrie  noch  recht  wenig  behandeltes 
Gebiet.     Er    beschrieb    vor  allem  einen  zur  Messung  der 
Transparenz  und  einen  zur  Messung  der  Festigkeit  geeigneten 

APPDie  Beteiligung  an  sämtlichen  Vorträgen  war  eine  sehr 
rege,  und  fast  an  jeden  Vortrag  schloß  sich  eine  mehr  oder 
weniger  ausgedehnte  Aussprache  an.  Das  reichhaltige  Pro- 
gramm, das  trotzdem  in  der  nicht  zu  reichlich  bemessenen 


1998.  (65.  Jahrgang.) 


SPRECHSÄÄL  —  COBURG. 


Hr.  85  -  893 


Zeit  abgewickelt  werden  konnte,  war  ein  erfreulicher  Beweis 
für  die  Vielseitigkeit  der  Fragen,  mit  denen  sich  die  D.  K.  G. 
befaßt  und  stellte  den  deutschen  Keramikern  ein  glänzendes 
Zengnis  ans,  die  trotz  der  Schwere  der  Zeit  und  der  starken 
beruflichen  Anspannung  sich  der  mühevollen  Arbeit  unter- 
ziehen, an  der  wissenschaftlichen  Entwicklung  und  technischen 
Vervollkommnung  unserer  Industrie  weiterzuarbeiten,  wie  in 
früheren  Zeiten. 


Sitzungsbericht 
des  Hauptausschusses  des  Verbandes 
der  Glasindustriellen  Deutschlands  E.V. 

Am  17.  August  1622  fand  in  Berlin,  Hotel  „Kussischer  Hof, 
unter  dem  Vorsitz  des  Herrn  Glashüttenbesitzers  Dr.  Max 
von  Vopelius,  Sulzbacb  (Saar),  eine  gut  besuchte  Sitzung  des 
Hauptausschusses  des  Verbandes  der  Glasindustriellen  Deutsch- 
lands E.  V.  statt.  Aus  der  reichhaltigen  Tagesordnung  sei 
erwähnt : 

Stellungnahme  zur  Erhöhung  der  Ausfuhrabgabe  und  zum 
Pressebeitrag. 

Einstimmig  wurde  die  nachstehende  Entschließung  gefaßt: 

„Der  Verband  der  Glasindustriellen  Deutschlands  E.  V. 
legt  die  entschiedenste  Verwahrung  dagegen  ein,  daß  die 
Reichsregierung  ohne  Fühlungnahme  mit  den  Industriefachver- 
bänden und  ohne  Rücksichtnahme  auf  die  Konkurrenzverhält-  • 
nisse  der  deutschen  Glasindustrie  auf  dem  Weltmarkt  lediglich 
auf  Grund  des  erheblichen  Marksturzes  die  Ausfuhrabgabe  um 
100  °/0  zu  erhöhen  beabsichtigt. 

Die  deutsche  Glasindustrie  wendet  sich  entschieden  da- 
gegen, daß  dem  falschen  Prinzip,  die  Ausfuhr  zu  besteuern, 
noch  weiter  nachgegangen  wird,  ohne  vorher  zu  prüfen,  ob 
die  Konkurrenzverhältnisse  auf  dem  Weltmarkt  eine  rein 
schematische  Erhöhung  der  Ausfuhrabgabe  nach  .dem  Stand 
der  Mark  zulassen  oder  nicht. 

Für  einen  nicht  unerheblichen  Teil  der  deutschen  Glas- 
industrie-Erzeugnisse stellt  sich  die  Ausfuhrabgabe  von  6°/0 
bereits  schon  als  eine  die  Ausfuhr  behindernde  Maßnahme  dar. 
Diese  muß  aber  die  Ausfuhr  weitgehendst  in  dem  Augenblick 
drosseln,  in  dem  die  Ausfuhrabgabe  um  100  °/0  erhöht  wird. 
Auf  die  bedauerliche  Tatsache  der  Einführung  des  Valuta- 
dumpingzolls in  England  und  des  Valutazuschlags  auf  deutsche 
Waren  in  Spanien  sei  besonders  hingewiesen,  da  sich  diese 
Maßnahmen  genau  so  wie  die  differenzierten  Zölle  Frankreichs 
ausschließlich  gegen  die  Einfuhr  deuscher  Waren  richten  und 
den  ausländischen  Glasindustrien  auf  dem  Weltmarkt  erheb- 
liche Vorteile  bieten.  Ausdrücklich  sei  hervorgehoben,  daß 
die  Hauptkonkurrenten  der  deutschen  Glasindustrie  auf  dem 
Weltmarkt,  insbesondere  die  Tschechoslowakei  und  Belgien, 
zu  Preisen  die  Waren  auf  dem  Weltmarkt  bringen,  die  den 
deutschen  Preisen  vollkommen  gleich  sind,  ja  zum  Teile  die 
deutschen  Preise  unterbieten. 

Die  deutsche  Glasindustrie  warnt  daher  dringend  die 
Reichsregierung,  den  Weg,  -  durch  Erhöhung  der  Ausfuhrab- 
gabe die  deutsche  Industrie  zu  den  Reparationslasten  heran- 
zuziehen, weiter  zu  beschreiten,  und  bittet  dringend,  mit  diesem 
verfehlten  Prinsip  zu  brechen.  Die  Reichsregierung  dürfte 
sich  nicht  im  Unklaren  darüber  sein,  daß  die  Papiermarkge- 
winne Scheingewinne  sind,  die  ohnedies  durch  die  verfehlte 
Steuerpolitik  über  das  erträgliche  Maß  hinaus  der  Industrie 
entzogen  werden. 

Die  deutsche  Glasindustrie  bedauert  weiter,  daß  die  Reichs- 
regierung auf  gleichem  Wege  der  Belastung  der  Ausfuhr  durch 
Erhebung  des  Preasebeitrages  einem  Wirtschaftszweige  Vor- 
teile zufließen  läßt.  Die  getroffene  Maßnahme,  die  ebenfalls 
ohne  Fühlungnahme  mit  den  anderen  Industriezweigen  erfolgt 
ist,  schädigt  die  Interessen  der  anderen  Industriezweige. 

Gegen  die  UebertraguDg  der  Einhebung  des  Pressebei- 
trages durch  die  Außenhandelsstellen  wird  ebenfalls  Terwahrung 
eingelegt,  da  zu  den  Aufgaben  der  Außenhandelsstellen  nicht 
gehört,  als  Steuerstelle  für  den  Reichsfiskus  eine  Tätigkeit  aus- 
zuüben, die  den  Aaßenhandelsstellen  ihre  eigentliche  Aufgabe, 
die  Außenhandelskontrolle  durchzuführen,  nur  erschwert." 

Hinsichtlich  der  Versorgung  der  Glasindustrie  mit  Roh- 
materialien und  Brennstoffen  wurden  lebhafte  Klagen  über  die 
unzureichende  Belieferung  durch  das  Sodasyndikat  laut.  Als 
das  Ergebnis  gepflegener  Erhebungen  wurde  ferner  miigeteilt, 
daß  die  Glasindustrie,  gezwungen  durch  den  Kohlenmangel,  in 
erheblichem  Umfange  zum  Verbrauch  englischer  und  tschecho- 
slowakischer Kohle  übergegangen  ist. 

Bei  Besprechung  verschiedener  Steuerfragen  wurden  die 
Klagen  über  die  späte  Mitteilung  der  Umrechnungskurse  für 
die  Umsatzsteuer  bei  Fakturierung  in  ausländischer  Währung 
und  die  zu  Schwierigkeiten  führende  Verschiedenheit  dieser 
Umrechnungskurse  und  der  vom  Reichskommissar  für  Ein- 
und  Ausfuhrbewilligungen  für  die  Berechnung  der  Ausfuhrab- 


gabe festgesetzten  Kurse  verhandelt.  Es  wurde  beschlossen, 
beim  Reichsverband  der  deutschen  Industrie  anzuregen,  die 
vom  Reichskommissar  für  Ein-  und  Ausfuhrbewilligungen  all- 
wöchentlich festgesetzten  Umrechnungskurse  auch  für  die  Um- 
satzsteuer maßgebend  sein  zu  lassen. 

Auf  einen  Bericht  über  den  Entwurf  des  Gesetzes,  betr. 
Beseitigung  der  falschen  Vermögens-  und  Erfolgsrechnung 
durch  Aenderung  des  Bilanzrechtes  wurde  die  Einsetzung  einer 
Kommission  zur  Beratung  über  den  Professor  Schmalenbach- 
schen  Entwurf  beschlossen. 

Ans  der  Reihe  der  anderen  Beratungsgegenstände  sei  noch 
erwähnt,  daß  im  Oktober  das  fünfzigjährige  Bestehen  des  Ver- 
bandes gefeiert  werden  soll. 


Die  Glaswarenindustrie 
auf  den  Ausstellungen  für  Industrie  und 
Gewerbe  während  der  Isergebirgswoche. 

(Nachdruck  verboten. 

Es  ist  nicht  das  erste  Mal,  daß  in  der  Industrie-  und  Han- 
delsstadt Gablonz  a.  N.  die  Anregung  zu  einer  Ausstellung  der 
Industrieprodukte  gegeben  wurde  und  wie  in  der  früheren 
Durchführung  dieser  Pläne,  so  hatte  man  auch  diesmal  zu 
allem  Anfange  nichts  anderes  im  Auge,  als  durch  eine  zusam- 
menfassende Ausstellung  aller  Erzeugungsprodukte  der  Industrie 
des  Isergebirges  den  Besuchern  der  Isergebirgswoche  zu 
zeigen,  daß  hier  schaffendes  Leben  pulsiert,  daß  der  gute  Ruf, 
den  die  Isergebirgserzeugnisse  in  der  ganzen  Welt  genießen, 
tätsächlich  volle  Berechtigung  hat.  Das  Gesamtbild  der  Aus- 
stellungen zeigt  nun  aber,  daß  man  über  das  gesteckte  Ziel 
hinausgehen  mußte,  wenn  man  aller  Zweige,  der  Isergebirgsin- 
dustrie  in  gebührender  Weise  berücksiehtigen  und  zur  Geltung 
bringen  wollte,  und  so  ist  eigentlich  aus  der  erstgeplanten 
Kleinausstellung  eine  großzügig  angelegte  Industrieschau  ge- 
worden, die  würdig  den  Meßmusterausstellungen  an  die  Seite 
gestellt  werden  kann.  Fast  alle  Industrien  finden  wir  hier  durch 
Spezialfachgruppen  mehr  oder  weniger  stark  vertreten. 

An  erster  Stelle  dominiert  selbstverständlich  die  hier  boden- 
ständige und  mit  der  Volkskraft  innig  verwachsene  Glas-  und 
Metallwarenindustrie.  Wer  Gelegenheit  hatte  unsere  Erzeug- 
nisse auf  den  ausländischen  Meßplätzen  zu  sehen,  und  wer  die 
fachmännische  Fähigkeit  hat,  einen  richtigen  Vergleich  zwischen 
den  Musterlägern  dortselbst  und  den  Ausstellungsständen  auf 
der  Isergebirgswoche  zu  ziehen,  wird  zugeben  müssen,  daß 
selbstverständlich  wohl  die  Materialfülle  auf  den  Meßen  über- 
wiegt, aber  man  muß  sich  sagen,  daß  auf  der  Isergebirgswoche 
speziell  die  obenerwähnten  Branchen  Musterzusammenstellungen 
dargeboten  haben,  die  wir  nur  im  eigentlichen  Erzeugungsge- 
biete  in  solcher  Vielgestaltigkeit  und  Mannigfaltigkeit  antreffen 
können. 

Ferner  erkennen  wir  auf  den  ersten  Blick,  daß  bei  Gegenüber- 
haltung der  früheren  Erzeugnisse,  sich  sowohl  in  der  Glas-  als 
auch  in  der  Metallwarenbranche  eine  deutliche  Wertverbesse- 
rung durch  Hebung  der  Warenqualität  konstatieren  läßt.  Mit 
Freude  können  wir  sagen,  daß  unser  Volk,  dank  des  vorbild- 
lichen Einflußes  unserer  ausgezeichneten  Staatsfachschule,  be- 
reits soweit  erzogen  ist,  daß  es  auf  kunstgewerblichem  und 
industriellem  Gebiet  die  Spreu  vom  Weizen  größtenteils  zu 
unterscheiden  vermag.  Und  je  mehr  das  ästhetische  Empfinden 
und  Verstehen  jedes  Einzelnen  zunimmt,  desto  mehr  muß  ja 
die  Industrie  davon  profitieren,  desto  eher  wird  aus  der  Er- 
zeugungsweise ein  Kunsthandwerk.  Von  den  im  lsergebirge 
schaffenden  Arbeitern  und  Unternehmern  gilt  daher  so  recht 
der  alte  Handwerksspruch,  der  vielleicht  nur  wenigen  bekannt, 
der  aber  sich  gerade  bei  uns  am  meisten  bewahrheitet: 

Wer  ist  Lehrling  ?  —  Jedermann ! 

Wer  ist  Geselle  ?  —  Der  was  kann  ! 

Wer  ist  Meister  ?  —  Der's  ersann ! 
Wie  viele  findige  Köpfe  schaffen  jahraus  jahrein  und  tragen 
mit  Bienenfleiß  zusammen,  was  sie  auf  Reisen  oder  durch 
spezielle  Angaben  erfassen  und  verwerten  können.  Am  pro- 
duktivsten ist  man  aber  vor  allem  in  der  Glas-  und  Metall- 
warenindustrie und  diese  beiden  Industriebranchen  verdienen 
es  daher  auch,  daß  sie  in  unserer  Besprechung  mit  in  erster 
Reihe  gewürdigt  werden. 

Die  Glasindustrie  auf  der  Ausstellung  der  Isergebirgswoche 
zeigt  sich  uns  als  ein  Mosaik  von  zahllosen  Spezial-Industrie- 
gruppen  und  man  würde  enschieden  ein  Unrecht  tun,  wenn 
man  bei  der  Besprechung  die  Leistungen  der  einzelnen  Firmen 
speziell  hervorheben  würde.  In  erster  Reihe  verdienen  wohl 
die  ausgestellten  Objekte  der  anerkannt  hervorragenden  Fach- 
genossenschaften der  Kristallglasraffineure  und  Lieferanten  in 
Tiefenbach,  wie  auch  der  Musterschutzvereinignng  der  Flakon- 
interessenten  gewertet  zu  werden,  die  im  II.  Stock  der  Knaben- 
schule im  Saal  7  untergebracht  sind.  Alle  uns  von  den  Messen 
her  wohlbekannte  Firmen  treffen  iviNhier  wieder  und  zwar  mit 


394  —  Mr.  35 


SPRECH  SAAL -COB  URO. 


im  (M.  Jahrgang.) 


Erzeugnissen,  die  der  Glasbranche  volle  Ehre  machen.  Haupt- 
sächlich in  feinen  Schliffglaswaren  sind  nahezu  alle  Branchen- 
gruppen vertreten.   Hochfeine  Bureouglaswaren,  Tintenzeuge 
in  modernster  Ausführung,  Briefleger,  ferner  Toiletteartikel, 
Parfümerieflakons  von  der  einfachsten  Ausführung  bis  zum  hoch- 
modernen französischen  Eleganzflakon  mit  neuen  kunstvollen 
Dekortechniken.   Ueberraschende  Erfolge  verrät  die  durch  die 
Firma  Johann  Umann,  Tiefenbach,  vertretene  Spezialbranche 
in  optischen  Glaswaren,  Linsen  und  Scheinwerfern,  ferner  verraten 
die  Bureauartikelerzeugnisse  der  Firma  Em.  Simm-Dessendorf 
eine  echt  künstlerische  Auffassung  in  der  modernen  Formen- 
gebung.    In  Schwerkristall  waren  brachte   die  Firma  Johann 
Bergmann-Grüntal,  wie  auch  Rud.  Rabik-Dessendorf,  ausge- 
zeichnete Arbeiten,  die  durch  die  modern  stilisierten  Schlifforna- 
mente besonders  auffielen.   Hauptsächlich  auch  bei  Ueberfang- 
gläsern  kam  die  Anwendung  der  bekannten  Schliffarten,  Sechs- 
ecksteinchen,  Quadrat-  und  Palmetten-  sowie  Sternschliff  durch 
die  moderne  Gruppierung  vorteilhaft  zur  Geltung.   Nicht  weniger 
als  26  Firmen  hatten  in  dem  Saale  die  verschiedenen  Spezialartikel 
ausgestellt  und  fast  jede  Firma  machte  sich  durch  Spezial- 
leistungen  auf  diesem  oder  jenem  Zweige  der  Kristallglasin- 
dnstrie  besonders  bemerkbar.  Auch  die  Beleuchtungsglaswaren- 
industrie  hatte  hier  durch  Behangsachen  für  Ampeln,  Lüster  usw. 
eine  große  Musterauswahl  geschaffen  und  zusammengetragen. 
Außer  alteingeführten  Firmen,  wie  Ed.  Dressler-Gablonz,  Josef 
Schmidt-Polaun,  Emil  Fischer-Josefstal,  Ed.  Steckbauer- Tiefen- 
bach, Emil  Seibt  -  Josefstal,  Laura  Kunze-Schwarzfluß,  Franz 
Stefezius-Josefstal,  fanden  wir  hier  noch  die  leistungsfähigen 
Firmen  Semtner-Ünter-Polaun,  F.  Seidels  Nachf olger- Antoniwald, 
J.  Vorbach-Maxdorf,  J.  Leder-Maxdorf,  Josef  Hoffmann  und 
J.  Endler  -  Maxdorf,  sowie  Siegmund  Simon  -  Josefstal,  Alfred- 
Thomas-Albrechtsdorf,  Ant.  Hannich  und  An.  Preisler-Antoni- 
wald.    Die  Kompositions-  und  Glaskleinindustrie,  die  haupt- 
sächlich im  Saal  8  der  Knabenschule  ihre  Erzeugnisse  ausge- 
stellt hat,  zeigte  selbstverständlich  noch  eine  große  Mannig- 
faltigkeit und  Farbenbuntheit.    In  erster  Reihe  heben  wir  da 
die  Erzeugnisse  der  Firma  Redelhammer-Gablonz  in  Knöpfen 
und  Perlen  hervor.     Vom  einfachen  Kragengebrauchsknopf 
sehen  wir  hier  bis  zum  zierlichen  Modeknopf  diese  Branche 
vertreten.    Besonders  reichhaltig  sind  die  Perlkollektionen, 
deren  flächliche  Ausstattung  weitere  neue  Fortschritte  verrät. 
Auch  die  Firma  Gebrüder  Mahla  hat  hier  Knopf-  und  Anhänge- 
erzeugnisse aus  Glas  in  schwarz  oder  besonderen  Metalldekoren, 
desgleichen  auch  moderne  Perlgürtel,  ausgestellt.    Bei  vielen 
Firmen  in  diesen  Ausstellungsgruppen  kann  man  konstatieren, 
daß  sie  nur  einen  verschwindend  kleinen  Teil  ihrer  Spezial- 
erzeugnisse  vor  Augen  geführt  haben.    In  schöner,  einfacher, 
aber  leicht  faßlicher  Weise  führt  die  letztgenannte  Firma  die 
Entwickelungsphasen  des  Glaszierknopfes  vor  und  zwar  durch 
Auswahlstücke  an  sattweißem,  korallrotem  und  schwarzem  Roh- 
glas, im  Brockenformstück  und  im  fertigen  dekorierten  Knopf. 
Hier  finden  wir  auch  ein  Haupterzeugnis  unserer  Glasindustrie, 
die  Hohlperle  in  den  verschiedensten  Dekor-  und  Formen- 
variationen, von  der  einfach  eingemalten  glatten  Perle  bis  zur 
gerieften  zierlichen  Echtgoldperle,  vertreten.    Ein  reichhaltiges 
Musterlager  in  diesen  Artikeln  hat  die  Firma  Siegm.  Haupt- 
Unter-Maxdorf  ausgestellt.    Ziersteine,  Kolliers  und  deren  Be- 
standteile, Lampenperlen,  Edelsteinimitationen,  sowie  Kunst- 
glasaugen wurden  hier  zu  Kollektiv-  und  Einzelausstellungen 
zusammengetragen.     Auch  einen  wichtigen   Artikel   der  Be- 
leuchtungsindustrie, die  Lampenfranse,  finden  wir  hier  in  ver- 
schiedenen Ausführungen  vor.    Es  ist  uns  leider  unmöglich, 
all'  die  Namen  der  Aussteller  hier  besonders  anzuführen.  Be- 
merken müssen  wir,  daß  auch  in  diesen  Artikeln  durchweg  ein 
qualitativer  Fortschritt  zu  verzeichnen  ist.    Insbesondere  hat 
die  Firma  Heinr.  Hoffmann  durch  die  naturgetreue  und  sorg- 


fältige Ausarbeitung  der  menschlichen  Glasaugen  den  Beweis 
erbracht,  daß  unseren  Glasarbeitern  kein  Ding  unmöglich  ist, 
und  daß  wir-  uns  hinsichtlich  der  technischen  Tüchtigkeit  mit 
Spezialindustrien  des  Thüringer  Produklionsgebietes  messen 
können. 

Im  Saal  9  der  Knabenschule  ist  hauptsächlich  die  Beleuch- 
tungsglasindustrie, die  Porzellan-  und  Galanteriewarenbranche 
vertreten.  Wahrhafte  Kunstserien  in  dekorierten  Dosen,  Vasen, 
Tassen,  Bonbonnieren  hat  die  Porzellanwarenfirma  Kamill 
Seidel  -  Tiefenbach  ausgestellt,  während  die  bekannte  Firma 
J.  Schnabel  &  Sohn  in  Dessendorf  künstlerisch  dekoriertes 
Gebrauchsgeschirr  vor  Augen  führte.  Beachtenswerte  Neue- 
rungen auf  dem  Gebiete  der  Zierstein-  und  Moeaikperlen-In- 
dustrie  brachte  die  Firma  Josef  Heidrich-Gablonz  zur  Schau. 
Die  Erzeugnisse  ließen  ebenfalls  die  echt  künstlerische  Er- 
fassung dieser  bekannten  venezianischen  Dekorationsmanier 
erkennen.  Auch  in  Hals-,  Haar-  und  Kleiderschmuckartikeln 
brachte  die  Firma  wichtige  Neuheiten.  Eine  interessante  Nach- 
ahmung der  bekannten  Krondiamantenformen  brachte  die  Firma 
F.  Brosche  -  Gablonz.  Die  Genossenschaft  der  Industriemaler, 
welche  allein  durch  40  tonangebende  Firmen  vertreten  war, 
überraschte  uns  durch  auf  Glas,  Porzellan,  Elfenbein,  Holz  und 
andere  Materialien  ausgeführte  Industrie-  und  Kunstmalereien. 
Man  muß  unumwunden  zugeben,  daß  sich  die  Industriemalerei 
lange  nicht  mehr  in  den  Bahnen  der  einfachen  Flächendekoration 
bewegt,  sondern  was  hier  geboten  wird,  ist  kunstgewerbliche 
!  Technik.  Wir  verweisen  da  nur  auf  die  wundervollen  Arbeiten 
in  Elfenbeinmalereien,  Aetzungen,  Tulaimitationen  auf  Knöpfen 
und  Glaswaren,  Emailmalereien  usw.  Gerade  hier  zeigt  sich 
ein  erfreulicher  Aufstieg,  der  unserer  Industrie  sehr  bald  zu 
statten  kommen  wird,  wenn  insbesondere  die  richtige  Wert- 
bemessung dieser  Dekore  im  Auslande  wieder  erfolgt. 

Die  Spezialabteilung  der  Glashüttenwerke  Josef  Riedel- 
Polaun,  die  uns  die  Ent Wickelung  der  Zierglas-  und  Knopf- 
industrie durch  Einzelausstellungen  und  durch  spezielle  Muster- 
zusammenstellung vor  Augen  führt,  verdient  größte  Berück- 
sichtigung, denn  hier  kann  man  den  qualitativen  Aufstieg  klar 
und  deutlich  verfolgen.  Ferner  bietet  uns  die  Firma  Gelegen- 
heit, durch  Mustervorlagen  die  technische  Verwertungsmöglich- 
keit der  Schmelzperlen  zu  Perlstickereien  und  ähnlichen  Aus- 
schmückungen kennenzulernen.  Die  Ausstellung  der  genannten 
Firma  hat  einen  museologischen  Wert  für  jeden,  welcher  die 
Formenentwickelung  unserer  Industrieerzeugnisse  vom  Jahre  1826 
bis  zur  Jetztzeit  verfolgen  und  studieren  will.  In  modernen 
Beleuchtungskörpern  bietet  der  Saal  11  durch  die  prachtvollen 
Objekte  der  Firma  Josef  Feix,  Metallwarenfabrik,  Gablonz,  aus- 
erlesene Neuheiten  in  modernen  Hängeampeln,  Lüstern,  Stand- 
lampen usw. 

In  zusammenfassender  Weise  kommt  man  bei  Betrachtung 
der  ausgestellten  Glaswaren  zu  dem  günstigen  Urteil,  daß  man 
hinter  das  Geheimnis  der  zunehmenden  Vervollkommnung 
dieser  Industrieerzeugnisse  gekommen  ist.  Man  verarbeitet 
nicht  mehr  wie  einst  das  Rohmaterial,  sondern  man  lernt  richtig 
seine  Eigenheit  verstehen  und  weiß  überall  den  ausgeführten 
Formstücken  einen  künstlerischen  Geschmack  zu  geben.  Da- 
durch wird  der  Warenwert  qualitativ  gehoben,  ganz  gleich, 
ob  es  sich  nun  um  eine  einfache,  schlichte  Glasperle  oder  um 
ein  feines  Glasziergefäß  oder  um  einen  Feinschliffglasartikel 
handelt.  Wie  anregend,  bildend  und  veredelnd  aber  derartige 
Industrieausstellungen  auf  die  Produzenten  selbst  wirken,  geht 
daraus  hervor,  daß  die  Besucherzahl  in  den  Ausstellungsräumen 
.  ständig  wächst,  und  daß  unter  den  Besuchern  nur  eine  Meinung 
vertreten  ist,  nämlich  die,  daß  man  nicht  versäumen  möge, 
in  bestimmten  Zeitabschnitten  ähnliche  Industrieausstellungen 
zu  wiederholen. 


Wirtschaftlich-gewerblicher  Teil. 


Korresp  ondenzen. 


Fund.  Wie  uns  mitgeteilt  wird,  ist  von  der  Schneidemaschinen- 
fabrik  Graß  &  Stein,  G.  m.  b.  H.,  WiUen-Rnhr,  in  aufgekauften  leeren 
Kisten  von  der  Porzellan-  und  Glashandlung  Fr.  Herrmann,  Witten-Ruhr, 
ein  goldener  Trauring  gefunden  worden.  In  welcher  Kiste  dieser  vorge- 
funden wurde,  laßt  sich  nicht  mehr  feststellen,  doch  handelt  es  Bich  aus- 
nahmslos um  Kisten  von  Porzellan-  und  Glasfabriken,  die  mit  der  letzt- 
genannten Firma  in  Verbindung  stehen. 

Jubiläum.  Die  Meißner  Ofen-  und  Porzellanfabrik  vorm  C.  Teichert, 
Meißen,  konnte  am  18  8.  23  auf  das  50  jährige  Bestehen  als  Aktiengesell- 
schaft zurückblicken.  Die  Verwaltung  hat  aus  diesem  Anlaß  ein  hübsch 
ausgestattetes  Werk  herausgegeben,  das  ein  anschauliches  Bild  über  den 
Werdegang  der  Gesellschaft  gibt. 

Handel  und  Verkehr. 

Nene  Geschäftsbedingungen  der  Ileichsbank  Im  Devisenverkehr. 
Die  ßeichsbank  hat  soeben  ein  neues  Merkblatt  „August  1922"  über  den 


I  Ankauf  usw.  von  Wechseln,  Schecks,  Banknoten  und  Auszahlungen  in 
ausländischer  Währung  herausgegeben,  das  den  Kasseankauf  ferner  den 
Ankauf  von  Termindevisen,  die  Einziehung  von  Wechseln,  Schecks,  Bank- 
noten, Anweisungen  und  Quittungen  in  ausländischer  Währung  sowie 
limitierte  Verkaufsaufträge  behandelt.  Das  für  alle  an  der  Ausfuhr 
beteiligten  Kreise  außerordentlich  wichtige  Merkblatt,  das  bei  jeder 
ReichsbankanBtalt  erhältlich  ist,  hat  gegenüber  dem  Merkblatt  vom  No- 
vember 1921  wesentliche  Aenderungen  erfahren. 

Zur  Neuregelung  der  statistischen  Gebühr.  Den  Ausftthrungs- 
bestimmungen  zu  dem  Gesetz  über  die  Neuregelung  der  statistischen 
Gebühr  vom  18.  7.  22  entnehmen  wir  über  die  für  die  Zwecke  der 
statistischen  Gebühr  vorzunehmende  Umrechnung  ausländischer  in  Mark- 
währung folgendes:  „Ist  der  Fakturenwert  in  ausländischer  Währung 
angemeldet,  so  ist  er  nach  der  letzten  vor  der  Ausstellung  des  Anmelde- 
scheins bekanntgegebenen  Notierung  des  Kurses  dieser  Währung  an 
einer  deutschen  Börse  in  die  deutsche  Währung  umzurechnen.  Wird  ein 
Kurs  für  die  Währung  an  deutsehen  Börsen  nicht  notiert,  so  ist  der  Um- 
rechnung der  Kurs  zugrunde  zu  legen,  der  nach  §  8  Abs.  9  des  Umsatz- 


UM,  (W. Jahrgang.)   SPRECHSAAL 

stenergeaetzes  vom  24.  12.  19  und  §  31  Aba.  5  der  Auaführungsbestimmungen 
vom  Reichsminister  der  Finanzen  zuletzt  festgesetzt  worden  ist  (Umsatz- 
Bteuerausf  uhrkurs) " 

Güterverkehr  nach  dem  Gebiet  der  Freien  Stadt  Danzig.  Im 
Verkehr  nach  dem  Gebiet  der  Freien  Stadt  Danzig  geht  täglich  auf  den 
Grenzstationen  eine  grrße  Anzahl  von  Sendungen  ohne  die  vorgeschrie- 
benen Begleitpapiere  ein,  was  eine  Verzögerung  in  der  Beförderung  der 
Güter  und  im  Wagenumlauf,  eine  Ueberfüllung  der  Güterböden  auf  den 
Grenzstationen  and  einen  umfangreichen  Schriftwechsel  zur  Folge  hat.  . 
Neben  den  sonst  erforderlichen  Zollpapieren  müssen  folgende  Papiere  die 
Sendung  begleiten:  1.  Statistischer  Anmeldeschein,  2.  Ausfuhrerklärung, 
3.  bei  ausfubrverbotenen  Waren  Ausfnhrbewilligung,  sofern  diese  nicht 
von  der  Zollkasse  bei  der  Einzahlung  der  Ausfahrabgabe  oder  von  der 
Zollstelle  bei  der  zollamtlichen  Vorabfertigung  am  Versandorte  oder  auf 
einer  Unterwegsstation  zurückbehalten  ist.  Ist  sie  zurückbehalten,  so  muß 
die  Ausfahrerklärung  mit  einer  zollamtlichen  Bescheinigung  darüber  ver- 
sehen sein,  daß  die  Ausfuhrbewilligung  vorgelegen  hat,  dal!  die  Ausfuhr- 
abgabe bezahlt  worden  oder  daß  die  Ware  abgabefrei  ist,  außerdem  bei 
Teilsendungen,  daß.  die  Teilmenge  von  (Menge)  auf  der  Ausfahrbewilligung 
abgeschrieben  ist.   Eine  Einfuhrbewilligung  ist  nicht  erforderlich. 

Erhöhung  der  Postgebühren  im  Anslandsverkehr.  Der  Gegen- 
wert des  Goldfranken  bei  der  Gebührenerhebung;  im  Auslanda-Paket-, 
Telegramm-  und  Fernsprechverkehr  ist  mit  Wirkung  vom  22.  8.  an  auf 
Ji  250  festgesetzt  worden.  Dieses  Umrechnungsverhältnis  ist  auch  für 
die  Wertangabe  auf  Paketen  und  Briefen  sowie  auf  Kästchen  mit  Wert- 
angabe nach  dem  Auslande  maßgebend. 

Paketverkehr  mit  Polnisch- Ober  Schlesien,  Nach  Polnisch- Ober- 
Bohlesien  sind  auch  Pakete  mit  Nachnahme  bis  zum  Batrage  von  M  2000 
zugelassen. 

Verpackung  von  Postpaketen  nach  den  Vereinigten  Staaten 
von  Amerika.  Es  liegt  Veranlassung  vor,  darauf  hinzuweisen,  daß 
Kisten,  die  zur  Verpackung  von  Postpaketen  nach  den  Vereinigten 
Staaten  von  Amerika  verwendet  werden,  aus  dicken,  widerstandsfähigen 
Brettern  hergestellt  sein  müssen. 

Erhöhung  des  Meistbetrags  ffir  Postanweisungen  und  Nach- 
nahmen nach  Portugal.  Vom  1.  9.  an  wird  der  Meistbetrag  für  Postan- 
weisungen nach  Portugal  sowie  für  Nachnahmen  auf  eingeschriebenen 
Briefsendungen,  auf  Briefen  und  Kästchen  mit  Wertangabe  und  auf  Post- 
paketen nach  und  aus  Portugal  auf  <M  5000  erhöht. 

Deutsch- Oesterreich.  Erhöhte  Bahntarife  und  Zollaufschläge. 
Wie  die  StaatBkorrespondenz  erfährt,  werden  auf  deutsch-österreichischen 
Staatsbahnen,  auf  der  Südbahn  und  der  Aspangbahn  die  Gütertarife  ab 
1.  9.  um  150  °/0,  die  Personen-  und  Gepäcktarife  ab  8.  9.  um  300  %  herauf- 
gesetzt. Vom  28  8.  wird  der  Zollaufschlag  auf  das  5000  fache  des  Nominal- 
betrages erhöht. 

Im  Schriftverkehr  mit  Ländern  des  spanischen  Sprachgebiets 
empfiehlt  es  sich,  neben  der  deutschen  allein  die  spanische  Sprache  in 
Anwendung  zu  bringen. 

Ueber  Firmen  in  Sofia,  Honduras,  Alexandrien,  Paris  und 
Holland  Bind  der  Handelskammer  zu  Berlin  vertrauliche  Mitteilungen  zu- 
gegangen. Eingetragene  Firmen  dea  Berliner  Handelskammerbezirks  er- 
halten nähere  schriftliche  Auskunft  im  Verkehrsbureau  der  Handelskammer 
zu  Berlin  C.  2,  Klosterstraße  41.' 

Litauen.  Znr  Einführung  der  neuen  Wahrung.  Am  9.  8.  22 
wurde  vom  litauischen  Parlament  in  dritter  Lesung  das  Gesetz  zur  Ein- 
führung der  litauischen  Währung  angenommen.  Nach  diesem  Gesetz  wird 
die  litauische  Währung  auf  der  Basis  des  Goldmünzensystems  aufgebaut. 
Als  Währungseinheit  gilt  der  Litas  (Goldgewicht  0,150462  Gramm)  zu 
100  Cents,  gleich  Vio  Dollar.  Die  gegenwärtig  im  Umlauf  befindlichen 
Ostmark,  Ostrubel  und  Reichsmark  müssen  im  Laufe  der  ersten  drei 
Monate  nach  der  Einführung  der  neuen  Währung  zu  dem  vom  Handels- 
und Finanzministerium  festgesetzten  Kurse  umgetauscht  werden.  Sämt- 
liche Finanzoperationen,  wie  Auszahlungen  jeder  Art  erfolgen  dann  ledig- 
lich in  Liten.  Der  Tageskurs  der  fremden  Devisen  wird  durch  eine  beson- 
dere Verfügung  des  Handels-  und  Finanzministeriums  festgesetzt. 


Ein-  and  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Eine  Aenderung  der  Ausfuhrmindestpreise 
ist  vorgenommen  worden :  für  künstliche  Wetzsteine,  künstliche  Mühlsteine 
und  Klebsand  ab  20.  8.  22,  für  Neuburger  Kieaelkreide  ab  15  8.,  für  Gips- 
dielen ab  25  8.,  für  Verpackung  ab  18  8.,  Dachziegel,  chemisches  Stein- 
zeug und  Findlinge quarzit  nach  DeutBchösterreich,  für  Qaarzsand  nach 
den  valutaschwachen  Ländern. 

A.  H.  N.  Glas.  Mit  Wirkung  vom  8. 8.  22  ab  ist  eine  neue  Tabelle 
für  Inhaber  von  Ladengeschäften  beim  Verkauf  von  Glaswaren  aller  Art 
herausgegeben.  Die  Tabelle  ist  die  gleiche  wie  die  von  dem  Verband 
Deutacher  Porzellangeachirr-Fabriken  bezw.  von  der  Außenhandelsneben- 
stelle Feinkeramik  herauagegebene  Tabelle.  —  Die  Tabelle  vom  7. 7.  22 
einschließlich  aller  Nachträge  ist  damit  ungültig  geworden ;  sie  gilt  ledig- 
lich für  die  bis  zum  8. 8.  22  getätigten  Geschäfte.  Die  neue  Tabelle  kann 
bei  der  A.  H.  N.  Glas,  Berlin  W.  57,  Goebenstraße  10,  angefordert  werden. 
—  Die  A.  H.  N.  Glas  weist  ferner  darauf  hin,  daß  alle  Zuschriften  sowohl 
an  die  Außenhandelsstelle  als  auch  an  die  Preisprüf ungsstellen  nicht 
persönlich  zu  adressieren  sind,  da  hierdurch  Verzögerungen  eintreten 
können. 

Aenderung  der  Zuständigkeit.  Vom  16. 8.  22  ab  ist  für  die  Er- 
teilung von  Anträgen  auf  Ausfuhr  von  Specksteinbrennern  (T.-Nrn. 
799jf  und  878  b)  die  Außenhandelsstelle  für  die  Fahrzeugindustrie  zuständig. 

Zur  bevorstehenden  Erhöhung  der  Ausfuhrabgabe.  Der  Wirt- 
schaftspolitische AusBchuß  des  Beichswirtschaftsrats  hat  am  17.  8  folgenden 
Beschluß  gefaßt:  „Der  Wirtschaftspolitische  Ausschuß  des  vorläufigen 
Reichswirtschaftsrats  stimmt  der  Anpassung  der  Ausfuhrabgabe  an  die 
veränderte  Diviaenlage  zu."   Dazu  wurde  folgende  Ergänzung  beschlossen : 


■  COBURG.    Mr.  35  —  895 

„Bei  der  diesmaligen  Erhöhung  der  Ausfahrabgabe  sollen  diejenigen  Er- 
zeugnisse, die  ganz  überwiegend  ausländische  Rohstoffe  enthalten,  keine 
oder  nur  eine  geringe  Erhöhung  erfahren.  Insoweit  Inlandsrohstoffe  den 
Weltm  arktnreis  wieder  erreichen  oder  überschreiten  sollten,  ist  eine 
schleunige  Ueberprüfung  der  Tragfähigkeit  der  betreffenden  verarbeitenden 
Industrien  vorzunehmen.  Der  Ausschuß  behält  sich  vor,  bei  wesentlicher 
Veränderung  der  Verhältnisse  die  Regierung  aufzufordern,  ev.  die  erhöhte 
Ausfnhrabgabe  wieder  generell  zu  ermäßigen.  Soweit  gegen  die  erhöhten 
Abgabensätze  begründete  Einsprüche  erfolgen,  wird  die  Regierung  gebeten, 
damit  den  Ausfuhrabgabenausschuß  beschleunigt  zu  befassen." 

Vermutlich  wird  die  erhöhte  Ausfuhrabgabe  am  1.  9.  in  Kraft  treten. 
Die  bisherigen  Sätze  sollen  noch  für  Anträge  gelten,  die  vor  dem  1.  9. 
an  eine  Außenhandelsstelle  abgegangen  sind  Für  später  einlaufende  An- 
träge sollen  die  niedrigen  Sätze  nur  in  den  Fällen  zur  Anwendung 
kommen,  wo  die  Geschäfte  vor  dem  18.8.  abgeschlossen  sind.  Die  amt- 
liche Bekanntgabe  der  neuen  Bestimmungen  und  der  Uebergangsvor- 
schriften  wird  entweder  kurz  vor  der  Messe  oder  während  ihres  Verlaufes 
erfolgen.  Es  ist  dringend  zu  empfehlen,  daß  die  an  der  Ausfuhr  beteiligten 
Meßaussteller  und  -einkäufer  ihre  Ausfahranträge  tunlichst  vor  dem  1.  9. 
einreichen. 

Ausfuhrabgabe.  Verzinsung.  Dem  Reichaverband  dea  deutschen 
Ein-  und  Ausfuhrhandels  ist  über  die  angeblich  geplante  Aufhebung  der 
Zinsfreiheit  gestundeter  Ausfahrabgaben  vom  Reichsfinanzministerium  nach- 
stehender Bescheid  zugegangen:  „Auf  die  Stundung  von  AuBfuhrabgaben 
sind  die  für  die  Stundung  der  Zölle  geltenden  Vorschriften  anzuwenden. 
Nach  §  105  der  Reichsabgabenordnung  kann  die  Einzahlung  von  Steuern, 
zu  denen  die  Zölle  gehören,  bis  zu  sechs  Monate  gegen  Sicherheit  und 
Verzinsung  hinausgeschoben  werden.  Diese  Vorschrift  iat  bisher  noch 
nicht  in  Kraft  gesetzt  (§  7  der  Einführungsverordnung  zur  Raichsabgaben- 
ordnung).  Wann  dies  der  Fall  sein  wird,  läßt  sich  zurzeit  noch  nicht 
übersehen.  Tritt  die  Vorschrift  aber  in  Kraft,  so  wird  eine  allgemeine 
Abstandnahme  von  der  Verzinaung  aufgeschobener  Ausfuhrabgaben  nicht 
mehr  möglich  sein." 

Ausfuhrabgabe.  Bezahlung  bei  den  Zollkassen.  Auf  Antrag 
der  Handelskammer  Berlin  ist  der  Reichsfiuanzminiater  zur  Behebung  der 
Schwierigkeiten  im  Zahlungsverkehr  bei  den  Zollkassen  nunmehr  damit 
einverstanden,  daß  auch  unbestätigte  Schecks  bei  der  Zahlung  der  Aus- 
fahrabgaben durch  die  Zollstellen  angenommen  werden.  Die  Vergüristi- 
gung  kann  jedoch  auf  schriftlichen,  an  das  zuständige  Finanzamt  (Haupt- 
zollamt) zu  richtenden  Antrag  nur  zuverlässigen,  vertrauenswürdigen  und 
hinreichend  sicherem  inländischen  Gewerbe-  und '  Handeltreibenden  ge- 
währt werden,  die  regelmäßig  Abgaben  zu  zahlen  haben  und  sich  ver- 
pflichten, für  jeden  dem  Reiche  aus  diesem  Verfahren  etwa  erwachsenden 
Schaden  aufzukommen.  Nähere  Auskunft  erteilt  das  Verkehrsbureau  der 
Handelskammer  zu  Berlin  C  2,  Kloateratr.  41.  . 

Das  Goldzollaufgeld  ist  für  die  Woche  vom  23.  bis  einschließlich 
29. 8.  22  auf  17  400  %  und  für  die  Zeit  vem  30.  8.  bis  einschließlich 
5.9.  22  auf  21900%  festgesetzt  worden. 

Die  Ausfuhrstelle  für  Oberschlesien  in  Oppeln.  Um  das  ober- 
schleeiache  Wirtschaftsleben  in  Gang  zu  halten  und  den  Güter  auatausch 
zwischen  West-  und  Oat-Oberschlesien  zu  erleichtern,  sowie  den  Geschäfts- 
gang bei  der  Erteilung  von  Aus-  und  Einfuhrbewilligung  zu  beschleunigen, 
iat  die  Stelle  des  Delegierten  des  Reichekommisaars  für  Aus-  und  Einfuhr- 
bewilligung für  Qberechlesiea  in  Oppeln,  Sedanstraße  13,  den  Bedürfnissen 
des  oberschlesischfn  Wirtschaftslebens  entsprechend  neugestaltet  worden. 
So  wurden  beim  Delegierten  in  Oppeln  folgende  uns  intereasierende  Referate 
geschaffen :  Referat  2 :  Steine  und  Erden,  keramische  Industrie  und  sonstige 
nicht  besonders  genannte  Gebiete ;  Referat  4 :  Elektrotechnik.  Die 
Referate  bearbeiten  sämtliche  Fragen  der  Zuständigkeit  dea  Delegierten  und 
ferner,  aber  nur  im  Zonenverkehr  zwiachen  Weat-  und  Ost  Oberschlesien, 
alle  Anträge  aus  dem  Zuständigkeitsgebiet  der  fachlichen  Außenhandels- 
stellen nach  den  allgemeinen  Bestimmungen  der  Außenhandelskontrolle  und 
den  Richtlinien  der  zuständigen  Stelle.  Zur  Erläuterung  sei  bemerkt,  daß 
zur  Zuatändigkeit  des  Delegierten  in  Oppoln  folgende  Fragen  gehören: 
1.  Einfuhrbewilligungen  aua  dem  Auslande  (aber  nicht  ans  Polen)  für 
solche  Waren,  die  schon  bei  der  Aufgabe  zum  Transport  aus  diesem  Aus- 
land für  den  deutsch  gebliebenen  Teil  Oberschlesiens  bestimmt  waren,  und 
für  die  die  Einfuhrzölle  vor  dem  1. 11.  21  bezahlt  worden  Bind.  (Diese 
Waren  können  bekanntlich  bis  zum  15. 11.  22  zollfrei  eingeführt  werden); 
2  Ein-  und  Ausfuhr  von  Rohstolen  und  'Halbfabrikaten  zwischen  West- 
und  Ost-Oberschlesien,  soweit  diese  Ein-  oder  Ausfuhrverboten  unterliegen; 
3.  Einfuhr  in  Ost  OberBchlesien  veredelter  Waren,  wenn  diese  einem 
deutachen  Einfuhrverbot  unterliegen;  Einfuhr  in  Weat-Oberschleaien  ver- 
edelter Waren  zwecks  Zurücksendung  nach  Oat-Oberschlesien;  4.  Einfuhr- 
kontingentafragen. 

ZoHtarifermäßigungen  auf  Grund  des  spanisch-schweizerischen 
Handelsvertrages.  Der  Wortlaut  des  Handelsvertrages  zwischen  Spanien 
und  der  Schweiz  ist  jetzt  bekannt  geworden.  Danach  ist  sowohl  in  der 
Schweiz  wie  auch  in  Spanien  eine  Rsihe  von  Zollermäßigungen  in  Kraft 
getreten,  die  auf  Grund  der  Meistbegünstigung  auch  deutschen  Herkünften 
zugute  kommen.  Nähere  Auskunft  über  die  Höhe  der  ermäßigten 
Zollsätze  gibt  das  Verkehrabureau  der  Handelskammer  zu  Berlin  C  2, 
Klosterstr  41. 

Besetztes  Gebiet.  Fakturierung  beim  Versand  nach  Griechen- 
land. Während  der  Reichskommissar  für  Aus-  und  Einfuhrbewilligung 
die  Außenhandels  stellen  angewiesen  hat,  angesichts  der  leichteren  und 
billigeren  Beschaffung  der  Mark  in  Griechenland  die  Bezahlung  von 
deutschen  Ausfuhren  dorthin  allgemein  in  Mark  zuzulassen  oder  auch 
unmittelbare  Preisstellung  in  Mark  durchzulassen,  soweit  nicht  dadurch 
die  Mindestpreise  bei  Umrechnung  zum  Tageskurse  unterschritten  werden, 
hat  die  interalliierte  Rheinlandkommission  für  das  besetzte  Gebiet  ange- 
ordnet, daß  neu  eingehende  Ausfuhranträge  nach  Griechenland  bis  auf 
weiteres  nur  bei  Fakturierung  in  hochwertiger  Valuta  genehmigt  werden. 
Daran  ändert  auch  nichts  die  Anordnung,  daß  alle  bisher  unbearbeitet 
zurückgehaltenen  alten  Auafuhranträge  in  Mark  genehmigt  werden  können 


/ 


-  Mr.  86 


SPRECH  SAAL  — COBURG. 


im  (II.  jfaftfgang.| 


und  die  seitens  des  EmBer  Amtes  den  Auaf  ahrfirmen  zurückgesandten  Antrage 
bei  Neueinreichung  dem  interalliierten  Unterausschuß  des  Emser  Amtes  zur 
Entscheidung  vorgelegt  werden  müssen. 

Australien.  Zur  Aufhebung  des  Einfuhrverbotes.  Das  Verbot  der 
Einfuhr  deutscher  Waren  nach  Australien  iet  zwar  mit  dem  1.  8.  22  aufge- 
hoben worden,  anderseits  aber  verlautet,  daß  die  für  die  ausnahmiweiae 
Zulassung  deutscher  Waren  bisher  in  Geltung  gewesenen  Einfuhrbestim- 
mungen, die  insbesondere  die  Beibringung  eines  Einfuhr- 
erlaubnisscheines  in  jedem  einzelnen  Falle  vorsehen, 
nicht  außer  Kraft  gesetzt  stien.  Bestätigt  Bich  dies,  d.  h.  werden 
deutsche  Waren  auch  in  Zukunft  in  jedem  einzelnen  Falle  nur  mit  be- 
sonderer behördlicher  Einfuhrerlaubnis  zugelassen,  so  bedeutet  das 
praktisch  das  Fortbestehen  des  früheren  Einfuhrverbotes.  Die  Aufhebung 
des  Einfuhrverbotes  wäre  unter  diesen  Umständen  als  rein  formell  anzu- 
sprechen. Die  deutschen  Exporteure  werden  daher  gut  tun,  bei  der  Aus- 
fuhr nach  Australien  eine  gewisse  Vorsicht  zu  beobachten,  was  übrigens 
auch  schon  deshalb  angezeigt  erscheint,  weil  es  gegebenenfalls  für  sie 
schwierig  werden  könnte,  ihre  Rechte  an  Ort  und  Stelle  zu  wahren,  da 
die  australische  Regierung  die  Zulassung  deutscher  Konsuln  nach 
wie  vor  ablehnt.  Das  im  vergangenen  Dezember  erlassene  australische 
Anti-Dumping  Gesetz  enthält  bekanntlich  scharfe  Bestimmungen,  die 
unter  Umständen  die  Einfuhr  deutscher  Waren  in  Australien  so  gut 
wie  unmöglich  machen  können.  Es  wird  abzuwarten  sein,  wie  sich  die 
Handhabung  \  des  Gesetzes  in  der  Praxis  gestalten  wird.  Das  Gesetz 
sieht,  entsprechend  dem  damaligen  Stande  der  Rsichsmark,  für  die 
deutschen  Waren  Dumpingzölle  bis  zu  75  %  des  Wertes  vor  Infolge 
der  seither  eingetretenen  beträchtlichen  weiteren  Eptwertung  der  deutschen 
Währung  ist  jedoch  von  den  australischen  Fabrikanten  neuerdings 
energisch  eine  dem  Sinken  der  deutschen  Valuta  entsprechende  Erhöhung 
des  im  Gesetze  vorgesehenen  Höchstzollsatzes  gefordert  worden,  ^»er- 
richten darüber,  auf  welche  Warengattungen  Dampingzölle  zur  Erhebung 
kommen  Bollen,  liegen  noch  nicht  vor.  In  diesem  Zusammenhang  ist 
auch  darauf  hinzuweisen,  daß  Australien  auf  das  ihm  aus  §  18  Anl.  11 
zu  Teil  VUI  des  Friedensvertrags  zustehende  Recht  der  Beschlagnahme 
auch  der  deutschen  Nachkriegsvermögen  bisher  nicht  verzichtet  hat. 

England.  Liste  der  nach  dem  Industrieschutzgesetz  zoll- 
pflichtigen Waren.  Nunmehr  liegt  der  genaue  Wortlaut  der  Liste  vor, 
in  der  die  Waren  aufgeführt  werden,  die  nach  dem  britischen  Schutzge- 
setz, Teil  II,  vom  8.  8.  ab  als  zollpflichtig  erklärt  worden  sind  Es 
kommen  folgende  Waren  in  Betracht:  §3.  Haushaltsglaswaren,  Dicht  in 
Silber  oder  anderem  Metall  gefaßt,  und  zwar  Wasserflaschen,  Sellerie- 
gläser,  Sahnen-  und  Milchtöpfe,  Costardgläser,  Karaffen  und  ähnliche  Be- 
hälter, Dessert-  und  andere  Teller,  Fingernäpfe,  Blumenvasen  und  -g  äser, 
farbig  oder  bemalt,  Pokale,  Eisgläser,  Eisteller,  Geleegläser,  Likörgläser, 
Salat ,  Obst-,  Gurken-  und  ähnliche  Näpfe  und  Schüsseln,  Zackernapfe, 
Henkelgläser,  Hetkelvasen,  Kompottschalen,  Servierbretter,  Becher, 
Waeeerktüge,  -töpfe  und  -näpfe,  Weingläser ;  §4.  Glas  für  Beleuchtungs- 
zwecke zum  Gebrauch  für  künstliches  Licht  bestimmt,  ausschließlich 
elektrischer  Glühlichtbirnen,  GrnbenlampengläEer,  Petroleumlampen- 
zyiinder;§5.  HauBhaltBgeschirr,  emailliert.  —  Anmerkung :  a)  Die »öS  6 
und  4  dieter  Liste  schließen  keine  Glaswaren  ein  (weder  Boiche  f»r  tt*ua- 
halt-,  noch  für  Beleuchtungszwecke),  die  nur  gepreßt  Bind,  noch  Waren 
aus  geschmolzenem  Quarz,  Vitreosil  oder  ähnlichem  Material ;  b)  d 
dieser  Liste  schließt  keine  unter  dem  Titel  „Haushaltsglaswaren"  im  Sinne 
dieses  Paragraphen  fallenden  speziellen  Artikel  ein,  betreffs  derer  der 
Importeur  der  Zollbehörde  den  genügenden  Beweis  erbringt,  daß  sie  tat- 
sächlich dazu  bestimmt  sind,  mit  Silber  oder  einem  anderem  Metall  ge- 
faßt zu  werden. 

England.  Der  Außenhandel  im  Juli.  Im  Monat  Juli  betrug 
der  Wert  der  englischen  Einfuhr  Pfd.  Sterling  81783  534,  das  sind 
Pfd  Sterling  1281  671  mehr  als  zur  gleichen  Zeit  des  Vorjahres.  Der 
Wert  der  Ausfuhr  erreichte  eine  Höhe  von  Ptd.  Sterling  60  418  626,  was 
einer  Vermehrung  gegenüber  dem  Vorjahre  um  Pfd,  Sterling  17  246  227 

"^'Frankreich.   Zollbehandlung  der  deutschen  Sachlieferungen. 

Die  Liste  der  Waren,  die  bei  Lieferung  auf  Reparationskonto  in  Frank- 
reich zum  Minimalzolltarif  zugelassen  werden,  kann  im  Verkehrsbureau 
der  Handelskammer  zu  Berlin  C.  2,  Klosterstr.  41,  eingesehen  werden. 
Abdrücke  der  Liste  Bind  gegen  Zahlung  von  M  100  bei  der  Deutschen 
Wirtschaftsdienst  G.  m.  b.  H,  N.W.  7,  Bunsenstr.  2,  in  Abschrift  zu  haben. 


Spanien.  Zum  Valutazuschlag.  Im  Ansehlaß  an  die  bisherigen 

Meldungen  betreffend  Befreiung  vom  Valntazuschlag  erfahren  wir,  daß 
unter  einem  „unmittelbaren  Importeur"  (importador  directo)  im  Sinne  der 
Verordnung  vom  11. 7.  22  nur  ein  solcher  Importeur  verstanden  wird,  der 
eine  Warensendung  unmittelbar  aus  Deutschland  nach  einem  spanischen 
Hafen  (oder  Bahnstation)  zur  Versendung  gebracht  hat.  •amnach  können 
die  bereits  gezahlten  Valutaznachläge  anf  alle  j*ne  Bahn-  und  Postpaket- 
Bendungen,  welche  an  einen  Spediteur  in  einer  Grenzstation  auf  französi- 
schem Gebiet  zwecke  Weiterbeförderung  gerichtet  wurden,  nicht  zurück 
gefordert  werden.   

Geschäftliche  Mitteilungen. 

Yeltener  Porzellanfabrik,  A.-G.,  Velten.  Die  Veltener  Porzellan- 
fabrik, G.  m.  b.  H ,  ist  in  den  Besitz  der  neagegründeten  Veltener  Por- 
zellanfabrik, A.-G,  Velten,  übergangen.  Den  Vorstand  bilden  die 
Direktoren  K.  Baeatsch  und  Th.  Hohensohild.  Kaufmann  E  Lemme  hat 
fteeamtprokura.  Die  Läger  in  Berlin- Friedenau,  Maybachplatz  14 16 
Vertreter :  Hermann  Mttrba),  und.  Breslau  5,  Zlmmeratraße  10  (Vertreter  : 
DipL-Iog.  Louis  Kempe)  werden  weiter  unterhalten.  . 

Schmirgel-  und  Cornnd-Werke  Chemnitz,  A.-G.,  Äettluff. 
Unter  dieser  Firma  wurde  eine  neue  A  G  mit  einem  Grundkapital  von 
Ji  2,1  Miil.  gegründet. 

Lettland.  Neugründung.  Unter  der  Firma  A.-G.  für  Fabrikation 
von  Glühlampen  „tylmar"  iBt  in  Riga  eine  neue  A.-G.  gegründet  worden. 

General  -Versammlungen. 

Altenburger  Glashütte,  A--G.,  Alteuburg  S.-A.:  o.  G.-V.  119.22, 
1  Uhr  m.,  Bankhaus  Wagner  &  Co.,  Laipiig.  T.-O.:  u.  a.  Satzungs- 
änderung. _ 

Glashütte  Neuwerk,  A.-G.,  Berlin:  o.  G.-V.  16.9.  22,  11  Uhr  v.,  Ge- 
schäftsräume der  Handels-  und  Diskont- A.-G.,  Berlin  SW.  68.  T.-O.:  u.  a. 
Kapitalserhöhang. 

Gesellschaft  für  Glasindustrie,  Augsburg :  o.  G.-V.  20. 9  22,  ll'/s  Uhr 
V.,  Böraengebäude,  Augsburg. 

Messen  und  Ausstellungen. 

Breslauer  Herbstmesse  (3.-6,  9.  22)  Der  Mesaekatalog  ist  pünkt- 
lich 14  Tage  vor  Beginn  der  Messe  erschienen;  er  ist  wieder  außerordent- 
lich übersichtlich  und  praktisch  eingerichtet  und  mit  7  Einzelpläuen  aus- 
gestattet. Er  ist  zum  Preise  von  Jt  20  im  Büro  der  Messe-Gesellschaft 
sowie  bei  den  bekannten  Vorverkauf satellen  zu  beziehen,  wo  auch  die 
Messeausweise  zum  Vorverkauf spreise  von  Ji  40  abgegeben  werden. 

Verbände. 

Der  Verband  Deutscher  Kachelofenfabrikanten,  Velten,  sucht 
im  Auzeigenteil  des  „Sprechsaal"  einen  Syadikas.  Herren  mit  reichen 
Volkswirtschaftlichen  Erfahrungen  bietet  sich  hier  Gelegenheit  zu  außer- 
ordentlich interessanter  und  erfolgreicher  Tätigkeit,  da  das  Interessenge- 
biet des  Kachelofens  sich  ständig  vergrößert. 

Vereinigung  Mitteldeutseher  Hohlglasfabriken,  E.V.,  Dresden. 
Die  bisherigen  Zaschläge  auf  den  Eudbetrag  der  Rechnungen  Bind  mit 
sofortiger  Wirkung  für  alle  Lieferungen  aaf  750  °/0  für  Hell-  und  farbiges 
Glas  und  850  °/0  für  Opal-,  Seladon-  und  Ueberfangglaa  weiter  erhöht 
worden. 

Der  Verein  der  rheinischen  und  westfälischen  Tafelglashütten 
m.  b.  H.,  Bonn,  erhönte  den  Teuerongazuschlag  mit  Wirkung  vom 
12. 8.  22  ab  für  Tafelglas  auf  350%  und  für  Rippenglaa  auf  250  %. 


Kunstgewerbe. 


König  Ludwigs  Preis-Stiftung  1922.  Um  die  Medaillen  der 
Stiftung  bewarben  sich  in  diesem  Jahre  5  Aussteller.  Von  diesen  erhielten 
u.  a.  die  silberne  Medaille:  Fachschule  Zwiesel  für  anerkennenswerte 
Leistungen  in  Arbeiten  der  Fachschule;  die  bronzene  Medaille:  Firma 
Bayerische  Kunstkeramik  Keerl  &  Schumann-Arzberg  für  technisch  gute 
Ausführung  von  keramischen  Arbeiten. 


Fragekasten  des  Sprechsaal. 


Keramik. 

110  In  einem  Feldspatlager,  welches  etwa  10  hm  von  der  nächsten 
Station  entfernt  liegt,  gewinnen  wir  auch  eine  größere  Menge  reinen  Quarz, 
für  welchen  wir  bisher  noch  keine  Verwendung  haben.  Für  welchen  Zweck 
könnte  dieser  Quarz  verwendet  werden?  '  1.''.     iT7  .„ 

Erste  Antwort:  Reiner  Qaarz  findet  wie  Feldspat  Verwendung 
bei  der  Fabrikation  von  Porzellan,  Steingut,  Fayence,  Tongeschirr  usw. 
und  wird  auch  zur  Herstellung  von  Glasuren  in  den  genannten  Fabn- 
kationszweigen  benötigt.  Lassen  Sie  Ihren  Quarz  analysieren  und  geben 
Sie  dann  Proben  mit  der  Analyse  an  Interessanten  hinaus. 

Zweite  Antwort:  Eb  kommt  darauf  an.  wie  der  fragliche  Qaarz 
beachaffen  ist  Ist  er  kiiatalliniach,  rein  weiß  und  ohne  Eiöenverbinduugen, 
ao  kann  er  aehr  gut  zu  keramischen  Zwecken  verwendet  werden,  inabe- 
aondere  für  die  Porzellanfabrikation.  Iat  der  Quarz  aber  dem  Qiarzit  ähn- 
lich so  iBt  er  besonders  in  8chamottefabrikep  für  pinaasteme  zu  verwen- 
den' Es  iat  am  besten,  den  Quarz  einmal  von  einem  Fachmann  unter- 
suchen und  möglichst  auch  die  Grube  besichtigen  zu  lassen,  denn  es 
sprechen  mancherlei  Umstände  bei  der  Verwendbarkeit  eines  Quarzes  mit. 

111.    Wir  bitten  um  Angabe  einer  Forzellunmasse  mit  dazu  gehöriger 
Glatur  iür  SK  19  Garbrand  und  zwar  hauptsächlich  für  elektrotechnisches 
Forzellan. 


i  Brate  Antwort:  Nachstehender  Masse- und  Glaaarveraatz  eignet 
aich  hauptsächlich  für  elektrotechnische  Porzellane.  Der  Garbrand  liegt 
bei  8K  9—10. 


Glasur: 

Kaolin  von  Dölau  .   .  8  Gew.-T. 

Qaarz  von  Hohenbocka  46  „ 

Spat  von  Schweden    .  36  „ 

Dolomit  von  Schlesien  10  „ 


Masse : 

Spat  von  Schweden    .   18  Gew.-T. 
Q  aarzsand  v.  Hohenbocka  30  „ 
Kaolin  von  Dölau  .    .    22  „ 
Kaolin  von  BSrtewitz     22  „ 
Giattscherben    ...     8  „ 

Zweite  Antwort:  Für  die  angegebene  Temperatur  seien  Ihnen 
Versnobe  mit  folgender  Masse  empfohlen: 

Tonsubstanz  ji '  45  °/0  (davon  40  aus  Kaolin  und  5  aus  fettem  Ton) 
Qaarz    .   .    .  25°/0 
teldspat    .   .   80  o/0 


Eine  passende  Glasur  entapricht  etwa  der  folgenden  Formel: 
0,25  K,0  1 

0,25  MgO  i  0,5  A1,0, .  4  SiO,. 
0,60  OaO  I 


im,  (M.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL  —  COBURG. 


Hr.  35  —  397 


103.  Wir  beabsichtigen,  neben  unserem  Wannenofen  auch  den  Streck- 
ofen mit  Rohöl  (etwa  10  000  Cal.)  zu  beheizen.  Die  Zerstäubung  erfolgt 
durch  überhitzten  Dampf.  Wir  bitten  daher  um  Angabe,  ob  ohne  Nach- 
teile für  die  zu  streckenden  Tafeln  die  Flammen  über  die  Strecksteine 
horizontal  geführt  werden  dürfen.  Der  Flammeneintritt  in  den  Streck' 
raumerfolgt  durch  zwei  Injektoren  an  der  Frontseite  des  Streckofens;  der 
Abzug  liegt  gegenüber  und  führt  durch  die  Wände  des  Walzenvorwärme- 
kanals.  Lassen  sich  auch  TS  eberleger  aum  und  Beheizung  der  Kühlplatten 
für  Jnjektorbetrieb  vorteilhaft  einrichten? 

Erste  Antwort:  Wie  die  Hauptöfen,  lassen  sich  auch  alle  Neben- 
öfen  bei  der  Tafelglasfabrikation  mit  Kohöl  beheizen.  Werden  Streeköfen 
mit  Rohöl  beheizt,  so  weieht  die  Flammeaftthrung  mit  Rücksicht  auf  das 
Verhalten  dieses  Brennstoffes  gegenüber  dem  Generatorgas  wesentlich  ab. 
Die  Rohöliamme  heizt  nicht  nur  intensiver,  sondern  sie  hat  auch  eine 
ganz  beträchtliche  Länge,  so  daß  es  angebracht  erscheint,  im  ersten  Stadium 
die  Flamme  indirekt  wirken  zu  lassen,  Die  Beheizung  der  Kuhlplatten 
und  des  Ueberlegraumes  erfolgt  dann  mit  direkter  Flamme.  Der  Ueber- 
legraum  wird  hauptsächlich  vom  Streckraum  beheizt.  Werden  starke 
Tafeln  gestreckt,  so  wird  die  Wärme  im  Ueberlegraom  sowie  im  Ktthl- 
kanal  durch  seitlieh  angelegte  Flammen  reguliert.  Bei  der  Verwendung 
von  Rohöl  wird  b«i  richtiger  Anlage  der  ganze  Streckofen  von  einer  Stelle 
ans  belwizt.  Die  Zerstäubung  des  Heizstoffes  soll  in  hüttenmännischen 
Betrieben  mit  Druckluft  und  nie  mit  Dampf  geschehen. 

Zweite  Antwort:  Die  Führung  der  Flamme  horizontal  über  den 
Streckstein  ist  für  eine  gleichmälige  Erwärmung  der  Tafel  äußerst  günstig; 
Streeköfen  mit  Gasheizung  und  derartiger  Fiammenftthrung  arbeiten  daher 
sehr  gut.  Daß  mit  Oelfenernng  dasselbe  gute  Ergebnis  erzielt  werden 
kann,  steht  wohl  anßer  allem  Zweifel.  Fflr  eine  gleichmäßige  Verteilung 
der  Flamme  ist  es  Bedingung,  daß  die  Wand,  über  welche  das  Feuer  in 
den  Ofen  tritt,  nicht  zu  niedrig  bemessen  wird,  denn  sonst  schlägt  das 
Feuer  am  Gewölbe  hoch,  und  die  Erwärmung  der  Steine  ist  mangelhaft 
Bei  richtiger  Einstellung  von  Laft-  und  Easenzug  fällt  das  Feuer  wie  ein 
Wasserfall  über  die  Mauer  und  kann  noch  durch  Auflegen  von  Steinen 
nach  Bedarf  reguliert  werden.  Der  Beheizung  des  Ueberlegeraumes  und 
Kanals  mit  Oel  steht  natürlich  nichts  im  Wege. 


Nene  F?»g®ra. 
Kwramik. 

114.  Wie  kann  man  die  nach  dem  Glattbrande  unter  der  Glasur 
hin  und  wieder  erscheinenden  Flecken  durch  Bohren  beseitigen?  Die 
zurückbleibende  Vertiefung  soll  dann  durch  eine  im  Schmelzfeuer  zer- 
fließende Einlage  ausgeglichen  und  durch  diesen  Prozeß  größeres  Porzellan- 


geschirr wieder  verwendbar  gemacht  werden.  Wer  liefert  entsprechende 
Bohrmaschinen  und  Diamantstahlbohrer  ?  Gibt  es  noch  bessere  Mittel  zur 
Beseitigung  der  erwähnten  Schäden? 

115.  Gibt  es  ein  neueres  Verfahren  zur  Herstellung  von  Druckfirnis 
zum  Mischen  der  Farben  beim  Stahldruck? 

116.  Wir  bereiten  unsere  Steingutfliesenmasse  auf  trockenem  Weg. 
Die  von  den  Trockentrommeln  kommende  Masse  durchläuft  eine  Trommel* 
siebanlage  und  wird  von  hier  aus  in  große  Solzbehälter  eingebracht,  wo 
sie  zum  Zweck  der  Befeuchtung  lagenweise  mit  der  nötigen  Menge  Wasser 
überschichtet  wird.  Die  auf  diese  Weise  bereitete  Masse  wird  einige  Zeit 
in  den  Behältern  belassen  und  dann  dem  Kollergang  zugeführt,  nach  dessen 
Verlassen  sie  in  die  einzelnen  Silos  der  hydraulischen  Pressen  gelangt.  Es 
treten  nun  beim  Pressen  mehrere  Uebelstände  auf,  die  darin  bestehen,  daß 
sich  beim  Preßvorgang  ab  und  zu  Risse  an  den  Fliesenrändern  zeigen  und 
daß  die  Feuchtigkeitsverteilung  im  Preßprodukt  ungleichartig  ist.  _  Wir 
führen  diese  Mängel  auf  die  unvollkommene  und  ungleichmäßige  Mischung 
mit  Wasser  zurück.  Welche  rationelle  Einrichtung  zur  vollständigen  und 
gleichmäßigen  Mischung  käme  in  Betracht,  wobei  darauf  Rücksicht  zu 
nehmen  ist,  daß  täglich  etwa  4000  kg  Masse  erzeugt  und  verarbeitet  werden? 

117.  Wer  liefert  leistungsfähige  Blumentopfpressen? 


Glaaii 

107.  Wie  wird  sog.  „Schwefelleb er",  mit  welcher  man  auf  weißen 
Emaildekorationen  künstliche  Patina  erzeugen  kann,  zusammengesetzt? 
Gibt  es  vielleicht  etwas  anderes,  das  denselben  Zweck  erfüllt? 

108.  Kann  mit  einem  Sand  von  81,67  SiOt,  8,21  Al2Os,  4,22  FetOi> 
5,02  KiO  rotbraunes  oder  weinrotes  Glas  in  der  Wanne  hergestellt  werden> 
und  wie  wäre  der  Satz  zusammenzustellen? 


Verschiedenes. 

9.  Ich  bitte  um  Angabe  einer  pirschen  Masse,  die  sich  mit  Eisen- 
oder Bronzewalz m  zu  kleinen  Kügelchen,  Pastillen  und  Drops  ausformen 
läßt.  Auf  eine  besondere  Haltbarkeit  der  kleinen,  etwa  7  mm  im  Durch- 
messer betragenden  Gegenstände  wird  kein  größerer  Wert  gelegt. 


Briefkasten  der  Redaktion. 
A..G.  P.  ß.  i.  B.    Ihre  Frage  ist  im  Fragekasten  wiederholt  be- 
handelt worden,  ao  auch  in  den  Antworten  zu  Frage  81  in  Nr.  23.  Um 
das  zu  finden,  muß  man  allerdings  den  Sprechsaal  auch  lesen  und  das 
Inhaltsverzeichnis  durchsehen. 


Veröffentlichungen  der  Änßenhandelsnebenstelle  Feinkeramik. 


Für  den  Bereich  der  Prüiongsstelle  Luxusporzellan  sind 
neue  Preisvorschriften  über  den  Absatz  nach  nnter- 
valotarischen  Ländern  und  nach  Finnland  sowie  Bestimmungen 
über  Kisten-  und  Anfuhrberechnung  beider  Ausfnhr  von  Luxas- 
porzellän  erlassen  w«rden.  Interessenten  erfahren  näheres  bei 
der  Prüfungsstelle  Luxusporzellan,  Weimar,  Brennerstr.  18. 


Verkaufsfoedingungen  für  die  Ausfuhr  von 
chemisch-technischem  Porzellan 

(gültig  ab  25.  August  1922). 

I.  Allgemeine  Bedingungen. 

1.  Es  wird  ausgegangen  von  Vorkriegspreisen  der  liefern- 
den Porzellanfabrik. 

2.  Nach  der  Ländergruppe  I  muß  in  der  betreffenden  Aus- 
landswährung verkauft  werden.  (Ausnahmen  siehe  Fußnote.)* 
Nach  der  Ländergruppe  II  ist  in  deutscher  Mark  zu  berechnen. 

3.  Die  Ausfuhrmindestpreise  verstehen  sich  ab  Werk,  und 
zwar  ausschließlich  Verpackung,  die  zu  einem  der  Marktlage 
entsprechenden  Preise  zu  berechnen  ist. 

4.  Die  Berechnung  der  Ausfuhrmindestpreise  erfolgt,  indem 
der  Vorkriegspreis  mit  der  Zahl  multipliziert  wird,  die  in  der 
nachstehenden  Tabelle  für  das  in  Frage  kommende  Land  vor- 
gesehen ist.  Der  sich  ergebende  Wert  ist  der  fertige  Ausfuhr- 
mindestpreis in  der  für  das  betreffende  Land  vorgeschriebenen 
Währung  für  das  Stück  ausschließlich  Verpackung. 

5.  Den  Ausfuhranträgen  ist  eine  Rechnung  beizufügen,  aus 
der  die  Vorkriegspreise  der  Porzellanfabrik,  die  die  Artikel 

*  Es  wird  fakturiert  nach:  Portugal,  Mittel-  und  Südamerikanische 
Staaten  und  Japan  in  Pfand  Sterling. 


hergestellt  hat,  zu  ersehen  sind.  Händler  und  Exporteure 
müssen  sich,  soweit  Lieferwerksbescheinigung  erforderlich,  die 
Vorkriegspreise  von  der  Fabrik  in  die  Lieferwerksbescheinigung 
eintragen  und  bescheinigen  lassen. 


II.  Multiplikatorentabelle 


Multiplikatoren 


Länder- 


Großbritannien 
Norwegen 
Schweden 
Holland 
Schweiz 
Spanien 
Portugal 
iuauuoi-  /  Dänemark  , 
gruppe  I  'Japan 

Mittel-  und  Südamerika 


amerika 
Frankreich 

Belgien  und  Luxemburg 
Tschecho-Slowakei 
Italien 
Finnland 

Rußland  und  Polen 
Oesterreich-Ungarn" 
Balkan 


Länder- 
gruppe II 


für  chemisch-tech- 

für Farb- 

nisches Porzellan 

mühlen  und 

außer  Farbmühlen 

Pyrometer- 

u. Pyrometerrohren 

rohre 

2** 

1,48** 

2 

2 

1,6 

1,6 

1,06 

1,06 

1,8 

1,8 

2,65 

2,55 

2** 

2** 

1,81 

1,81 

2** 

2** 

2** 

2** 

Nord- 

0,35 

0,29 

4 

3,25 

4 

4 

7,5 

7,5 

5 

5 

130 

130 

130 

130 

130 

130 

130 

130 

Diese  Multiplikatoren  sind  auf  Schillings  bezogen. 


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Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


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Bezugspreis :  Für  Deutschland  und  Deutsch-Oesterreich  bei  der  Post  bestellt  für  das  III.  Vierteljahr  Jl  55.—,  unter  Streifband  M  95.— 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  6. — ,  Stellengesuche  Ji  3. — 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 

Mitglied  von :  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 

Die  Not  der  Verbandspresse! 

Die  gesamte  Fachpresse  ringt  um  ihre  Existenz.  Besonders  bedroht  sind  viele  angesehene  Verbandsorgane,  die  unter  der 
Ungunst  der  Verhältnisse  leiden  müssen.  Mit  Bedauern  muß  dabei  festgestellt  werden,  daß  oft  sogar  unlauterer  Wettbewerb  die 
Lage  verschärft.  Es  wird  nicht  selten  der  Versuch  gemacht,  ein  langjähriges  Verbandsorgan  aus  dem  Sattel  zu  heben,  um 
geringwertige  oder  neugegründete  Zeitschriften  durch  Uoterbietang  an  ihre  Stelle  zu  setzen.  Fachverbände,  bei  denen  sehr 
häufig  nicht  die  Sache,  sondern  persönliche  und  materielle  Interessen  den  Ausschlag  geben,  fallen  leicht  auf  solche  Vorschläge 
hinein,  weil  ihnen  die  erforderliche  Sachkunde  im  Zeitschriftenwesen  fehlt.  Nach  kurzer  Zeit  machen  sie  die  Erfahrung,  daß  der 
Vorteil  nur  ein  augenblicklicher  war,  die  Preissteigerung  hinterher  kommt  oder  sogenannte  Vorteile  durch  geringere  Leistungs- 
fähigkeit des  Blattes  ausgeglichen  werden. 

Den  Verbandsvorständen  rufen  wir  daher  zu:  Stützt  eure  alten  angesehenen  Fachzeitungen,  denen  ihr  größtenteils  Existenz 
und  Entwicklung  verdankt,  steht  ihnen  bei  in  der  tiefsten  Not,  empfiehlt  sie  eueren  Lieferanten  zur  Insertion  und  feilscht  nicht 
bei  der  Erhöhung  der  Abonnementopreise.  Weiset  vor  allem  jeden  unlauteren  Wettbewerb  neuerstandener  Konkurrenz  -  Zeit- 
schriften ab.  Nur  so  können  Verband  und  Verbaidsorgan  bestehen  und  gedeihen.  In  Zweifelsfällen  steht  der  Verband  der 
Fachpresse  Deutschlands  mit  Rat  und  Tat  zur  Verfügung. 

Der  Vorstand  des  Verbandes  der  Fachpresse  Deutschlands. 

H.  Worms  Dr.  B.  Pape 

Vorsitzender.  Syndikus. 


Ueber  die  Plastizität  der  Tone. 

In  den  Verhandlungsberichten  der  Englischen  Keramischen 
Gesellschaft  Bd.  XXI  (1921/22),  Tl.  1,  S.  91—103,  bringt  J.  W. 
Mellor  zu  diesem  wichtigen,  auch  den  deutschen  Keramiker 
lebhaft  interessierenden  Kapitel  einen  manches  Neue  enthalten- 
den Beitrag,  den  wir  hier  auszugsweise  wiedergeben  wollen. 
1.  Erklärung  des  Begriffes  „Plastizität". 

Die  dem  rohen  Tone  eigentümliche  Eigenschaft  der  Ge- 
staltbarkeit ist  in  erster  Linie  von  seiner  Plastizität  abhängig. 
Letztere  ist  die  Eigenschaft,  die  einen  Ton  befähigt,  seine  Ge- 
stalt zu  verändern,  ohne  Risse  zu  bekommen,  wenn  er  einer 
Formveränderung  unterworfen  wird.  Die  Elastizität  des  mit 
Wasser  angemachten  Tones  ist  so  gering,  daß  man  sie  ver- 
nachlässigen kann.  Dem  Tone  ist  noch  eine  andere  Eigenschaft 
eigentümlich,  die  ebenso  wichtig  wie  die  Plastizität  ist.  Er  hat 
nämlich,  Wenn  getrocknet  und  gebrannt,  ein  hohes  Bindever- 
mögen, sodaß  die  dem  Ton  im  plastischen  Zustande  erteilte 
Form  mehr  oder  weniger  beharrlich  festgehalten  wird,  wenn 
man  ihn  trocknet  und  brennt.  Sehr  feine  Pulver,  Bariumsulfat, 
Glas,  Quarz  usw.,  erlangen  zwar  mit  Wasser  eine  Art  Bildsam- 
keit, aber  nach  dem  Trocknen  ist  ihre  Bindekraft  äußerst  klein. 
Sie  sind  plastisch,  aber  ihre  Plastizität  kann  in  der  gestalten- 
den Kunst  nicht  benutzt  werden,  weil  ihnen  die  zweite  Eigen- 
schaft fehlt. 


Manche  Erklärungen  des  Ausdruckes  „Plastizität"  ver° 
mischen  diese  beiden  verschiedenen  Eigenschaften  und  neh- 
men an,  daß  die  Bindekraft  des  getrockneten  Tones  in  dem 
Begriff  der  Plastizität  mit  enthalten  ist.  In  der  Tat  beruhen 
viele  vorgeschlagene  Verfahren  der  Plastizitätsmessung  auf  der 
Bindekraft  des  getrockneten  Tones.  Es  wird  dabei  angenom- 
men, daß  die  Zähigkeit  des  getrockneten  Tones  der-  Bildsam- 
keit des  nassen  Tones  proportional  ist.  Dies  ist  im  allge- 
meinen, aber  nicht  immer  wahr.  Keine  bekannte  Eigenschaft 
des  getrockneten  Tones  kann  als  unfehlbarer  Gradmesser  für  die 
Plastizität  des  nassen  Tones  dienen,  und  Plastizitätsmessungen,  die 
auf  einer  Eigenschaft  des  getrockneten  Tones  beruhen,  können  da- 
her unterlassen  werden,  denn  man  kann  mit  ihrer  Hilfe  zwar 
eine  wichtige  Eigenschaft  eines  Tones  bestimmen,  aber  diese 
Eigenschaft  ist  nicht  die  Plastizität. 

2.  Mechanische  Begriffserklärung. 
Die  Messung  der  Plastizität  des  Tones  ist  ziemlich  schwer, 
weil  diese  Eigenschaft  eine  ziemlich  verwickelte  ist.  Schon 
A.  Brongniart  (1844)  erkannte  ihren  rätselhaften  Charakter;  er 
sagte:  „Man  hat  oft  von  dieser  Eigenschaft .  gesprochen,  man 
scheint  sie  zu  kennen,  aber  man  hat  nur  eine  leere  Idee  davon." 
Die  Prüfung,  die  der  Töpfer  mit  dem  Daumen  vornimmt,  ist 
eine  der  empfindlichsten  Proben,  die  man  zur  Zeit  kennt,  aber 
sie  genügt  nicht  immer.  B.  Zschokke  (1903)  zerlegte  die  Plasti- 


400  —  Nr.  36 


SPRECHSAAL-COBURO. 


1923.  (M.  Jahrgang.) 


zität  in  Formveränderungsvermögen,  Kohäsion,  Adhäsion  und 
Vi=Vn°ität  oder  innere  Reibung  des  Tods.  A.  Martens  (1898) 
stellte  die  Plastizität  P  dar  als  proportional  der  Zähigkeit  T 
des  Materials  und  umgekehrt  proportional  dem  Bruchmodul 
R,  sodaß  P  =  T/R.  H.  Fischer  (1884)  stellte  weiter  fest,  daß 
sich  die  Plastizität  in  umgekehrtem  Verhältnis  ändert  wie  die 
Elastizität  e  des  Materials,  sodaß  also  P  =  T/eR.  Aus  diesen 
Gedankengängen  ergibt  sich  die  Annahme,  daß 

Kohäsion 

Plastizität  = :  p  ..  . 

innere  Reibung 

sodaß  bei  der  Prüfung  der  Plastizität  eines  Tones  der  Daumen 
des  Töpfers  unbewußt  von  mindestens  zwei,  vielleicht  von  noch 
mehr  Erscheinungen  beeinflußt  wird.  Dies  sind  erstens  die 
innere  Reibung,  die  man  auch  als  den  Widerstand  bezeichnen 
kann,  den  der  Ton  der  Veränderung  seiner  Form  entgegen- 
setzt, und  zweitens  die  Kohäsion,  d.  i.  dasjenige  Maß  von  Form- 
veränderung, das  der  Ton  aushält,  ohne  rissig  zu  werden.  In 
diesem  Sinne  wurde  von  F.  F.  Grout  (1905)  gearbeitet. 

Man  nimmt  also  an,  daß  die  Plastizität  sich  proportional 
mit  jedem  der  genannten  Faktoren  ändert,  so  daß,  wenn  P  die 
P  lastizität  des  nassen  Tones  bedeutet,  r  den  Widerstand,  den 
er  seiner  Formveränderung  entgegensetzt,  und  s  das  Maß  der 
letzteren,  das  er  ohne  Rissebildung  ertragen  kann,  bei  Ein- 
führung der  Konstanten  a  und  b  die  Gleichung  besteht: 

P  =  k  (r  +  a)  (s  +  b), 
wobei  k  die  Proportionskonstante  ist.  Jede  der  Größen  r  und  s 
ist  meßbar  und  aus  ihnen  läßt  sich  P  berechnen.  Bei  passender 
Wahl  der  Einheiten  oder  bei  entsprechend  vereinbarter  Ein- 
richtung des  Meßapparates  scheidet  die  Konstante  k  aus,  so  daß 
dann  die  Gleichung  lautet:  P  =  (r  +  a)  (s  +  b). 

Es  gibt  verschiedene  Arten  von  Plastizität.  Bei  manchen 
Tonen  ist  der  zur  Formveränderung  erforderliche  Druck  größer 
als  bei  anderen,  und  solche  Tone  nennt  man  „steif"  oder  „streng" 
(strong).  Manche  von  ihnen  setzen  ihrer  Formveränderung 
kräftigen  Widerstand  entgegen  und  geben  ihr  nur  unter  Risse- 
bildung nach.  Der  Ton  ist  dann  „streng"  und  „kurz".  Andere 
Tone  verändern  ihre  Form  leicht,  werden  aber  hierbei  schon 
rissig.  Man  bezeichnet  sie  als  „wenig  fest"  und  „kurz".  Hierher 
gehören  die  quarzreichen  Pfeifentone.  Wieder  andere,  die 
„fettigen"  Tone,  setzen  einer  Formveränderung  geringen  Wider- 
stand entgegen  und  halten  demnach  verhältnismäßig  starke  Defor- 
mation aus,  ohne  daß  Bruch  eintritt.  Eine  solche  Art  ist  der 
dunkle  ball  clay. 

3.  Die  Messung  der  Plastizität. 

Die  Plastizität  eines  Tones  wechselt  in  bemerkenswerter 
Weise  mit  seinem  Wassergehalte.  Setzt  man  einem  trockenen 
Tone  Wasser  in  steigender  Menge  zu,  so  wächst  seine  Plasti- 
zität fortgesetzt,  bis  sie  ein  Maximum  erreicht.  Jeder  weitere 
Wasserzusatz  verringert  die  Plastizität;  der  Ton  nimmt  dann 
eine  andere  Form  an.  Die  Teilchen  haben  nicht  mehr  die 
Neigung,  zusammenzuhängen.  Der  Ton  wird  klebrig  und  ist  in 
diesem  Zustande  nicht  mehr  verarbeitbar.  Je  mehr  Wasser 
man  zufügt,  umso  breiiger  wird  der  Ton  und  kann  nun  wie  eine 
Flüssigkeit  gegossen  werden. 

Es  ist  daher  interessant,  die  Beziehungen  zwischen  dem 
Wassergehalt  des  Tones  und  dem  Widerstande  zu  messen,  den 
er  seiner  Formveränderung  entgegensetzt,  sowie  diejenige  Form- 
veränderung, die  der  Ton  ohne  Entstehung  von  Rissen  verträgt. 
Die  Ergebnisse  lassen  sich  in  Kurven  darstellen,  denen  die 
Gleichungen  r  =  f  (w)  und  s  =  f '  (w)  zukommen.  Setzt  man 
die  Werte  in  die  Gleichung  P  =  f  (w)  .  f '  (w)  ein,  so  erhält  man 
die  Plastizitätskurve,  wobei  die  Prozente  des  Wassergehaltes 
als  Abszissen  und  die  Plastizitätseinheiten  als  Ordinaten  im 
Koordinatensystem  aufgezeichnet  werden.  Dabei  erkennt  man, 
daß  die  Plastizität  mit  zunehmendem  Wassergehalt  einen  Höhe- 
punkt erreicht.  Es  ist  aber  schwer,  übereinstimmende  Messungen 
zu  erhalten,  und  die  folgende  Meßmethode  genügt  daher  auch 
nicht  allen  Anforderungen,  stellt  aber  das  jetzige  Stadium  einer 
später  zu  veröffentlichenden  Arbeit  von  G.  E.  Stringer  und 
W.  Emery  dar,  weshalb  Mellor  sie  kurz  beschreibt. 

Man  stellt  aus  dem  Tone  eine  Kugel  von  2  cm  Durch- 
messer her,  was  ziemlich  schwierig  ist.  Hierauf  haben  Stringer 
und  Emery  schon  im  Jahre  1913  hingewiesen.  Sie  benutzten 
deshalb  eine  gewöhnliche  Metallform,  die  mit  kleinen  federnden 
Bolzen  versehen  ist.  Diese  drücken  die  Kugel  von  der  Form 
los,  in  der  sie  gepreßt  worden  ist.  Zylindrische  Probestücke 
verhielten  sich  weniger  befriedigend  als  die  sphärischen,  Die 
Kugel  wurde  dann  mitten  auf  eine  Glasplatte  gelegt  und 
gewogen.  Die  Meßvorrichtung  ist  folgendermaßen  einge- 
richtet: Die  Glasplatte  und  die  Tonkngel  werden  so  unter 
eine  Scheibe  gelegt,  daß  letztere  die  Kugel  gerade  berührt. 
Diese  Stellung  der  Scheibe  ist  an  einer  Zeigervorrichtung 
ablenbar.  Die  Scheibe  kann  in  vertikaler  Richtung  auf-  und 
abbewegt  werden;  letzteres  erfolgt  durch  Einschütten  von  Schrot 
in  einen  Behälter.  Durch  die  Beschwerung  wird  ein  Druck  auf 
einen  Kolben  übertragen,  wodurch  die  Scheibe  sinkt.  Diese 


Abwärtsbewegung  wird  unterbrochen,  wenn  man  beobachtet, 
daß  an  den  Rändern  der  zur  Platte  zusammengedrückten  Kugel 
vertikale  Risse  auftreten.  Ein  angebrachter  Spiegel  ermöglicht 
es,  auch  die  Rückseite  der  Tonplatte  zu  beobachten.  Die  Länge 
der  Abwärtsbewegung,  welche  der  Kolben  auszuführen  hat, 
dient  als  Maß  für  die  Formveränderung,  die  der  Ton  ohne 
Rissigwerden  aushält.  Das  Gewicht  des  Schrotes,  das  zur 
Zusammendrückung  der  Tonkugel  um  eine  bestimmte  Länge 
nötig  ist,  dient  als  Maßstab  für  den  Widerstand,  den  der  Ton 
der  Formveränderung  entgegensetzt.  Glasplatte  und  Tonscheibe 
werden  bei  110°  C  getrocknet.  Aus  dem  Gewichtsverlust  kann 
man  dann  den  Gehalt  des  ursprünglichen  Tones  an  Feuchtigkeit 
berechnen. 

4.  Wirkung  des  Druckes  auf  das  Plastizitätsmaximum. 

Im  Zustande  der  höchsten  Plastizität  ist  der  Ton  auch  am 
besten  verarbeitbar,  aber  dieser  Zustand  liegt  dem  des  Klebrig- 
seins so  nahe,  daß  man,  um  eine  scharfe  Grenze  ziehen  zu 
können,  eine  ein  klein  wenig  geringere  Wassermenge  zum  An- 
machen des  Tones  benutzen  sollte.  Je  größer  ferner  der  bei 
der  Formung  des  Tones  aufgewandte  Druck  war,  desto  geringer 
ist  die  zur  Erzielung  höchster  Plastizität  erforderliche  Wasser- 
menge, und  um  so  kleiner  ist  die  Menge  des  zuzusetzenden 
.Wassers,  durch  die  der  Ton  klebrig  wird.  Dieser  Punkt  läßt 
sich  leicht  dadurch  feststellen,  daß  man  den  nassen  Ton  ver- 
schiedenen Drucken  unterwirft  und  denjenigen  Druck  feststellt, 
bei  dem  der  Ton  am  Werkzeuge  haftet.  Bei  einer  Steingut- 
masse trat  dies  bei  den  in  Tafel  1  angegebenen  Drucken  bei 
den  gleichzeitig  verzeichneten  prozentualen  Wassergehalten  ein. 

Tafel  1. 


Druck,  kg  auf  1  cm2 

Wassergehalt,  Hundertteile 

200 

5,5 

150 

8,8 

100 

12,5 

50 

19,2 

25 

2a,0 

1 

26,4 

5.  Physikalische  Untersuchung  der  Plastizität. 

Plastizität  ist  eine  mechanische  Eigenschaft,  das  resultierende 
Ergebnis  einer  Formveränderung  und  eines  Druckes.  Die  Eigen- 
schaft eines  Tones,  seine  Gestalt  zu  ändern,  häDgt  wahrschein- 
lich von  der  Entfernung  ab,  innerhalb  der  sich  seine  Teilchen 
bewegen  können,  ohne  ihre  Kohäsion  zu  verlieren,  und  der 
Deformationsdruck  stellt  die  Größe  der  Kohäsions-  oder  Attrak- 
tionskräfte dar,  d.  h.  den  Widerstand,  den  die  Kohäsion  den 
Bewegungen  der  kleinen  Teilchen  entgegensetzt,  die  diese  unter 
dem  Einflüsse  einer  Druckkraft  vornehmen.  Die  Deformierbar- 
keit  des  Tones  ist  ferner  von  der  Größe  und  Form  seiner 
Teilchen  abhängig,  und  der  Deformationsdruck  hängt  ab  von 
der  Größe  der  Kohäsion  zwischen  den  Tonteilchen  und  dem 
Wasser  und  von  der  Dicke  der  Wasserschicht. 

Ehe  nicht  bewiesen  ist,  daß  die  Plastizität  eine  bestimmte 
Funktion  einer  anderen  Eigenschaft  —  Farbaufnahmevermögen, 
Zähflüssigkeit  des  Tonbreies  usw.  —  ist,  kann  nicht  vorbehaltlos 
angenommen  werden,  daß  durch  Messung  dieser  Eigenschaften 
die  Plastizität  gemessen  wird.  Zieht  man  aus  derartigen 
Plastizitätsbestimmungen  irgendwelche  Folgerungen,  so  bewegt 
man  sich  im  Kreise.  Das  ist  z.  B.  bei  der  Farbabsorptions- 
probe  des  Verfassers  (1905)  der  Fall.  Es  wird  angenommen, 
daß  sich  die  Plastizität  mit  dem  Kolloidgehalt  in  einem  Tone 
ändert.  Der  Kolloidgehalt  ist,  wie  man  weiter  annimmt,  der 
Farbstoffmenge  proportional,  die  der  Ton  aus  einer  Lösung  mit 
bestimmtem  Gehalt  an  Farbstoff  absorbieren  kann.  So  ist  die 
Farbabsorption  ein  Maß  für  die  Plastizität.  Offenbar  bedarf 
es  aber  noch  einiger  Arbeit,  ehe  man  dies  Verfahren  wirklich 
verwenden  kann,  und  genau  so  verhält  es  sich  mit  der  Vis- 
kositätsprobe. 

Bei  anderen  Methoden,  die  zur  Messung  der  Plastizität 
vorgeschlagen  worden  sind,  wird  in  Wirklichkeit  nur  eine  der 
Komponenten  —  Formveränderung  und  Druck —  gemessen,  in 
die  die  Plastizität  zerfällt.  Z.  B  messen  die  sog.  Nadelprobe 
von  Vicat,  die  Probe  von  A.  Brongniart  (1844),  die  Biegeprobe 
von  P.  Jochum  (1899)  und  die  Spiralenprobe  von  K.  Dümmler 
(1908)  nur  die  Formveränderung,  nicht  den  Druck.  Für  eine 
bestimmte  Tonsorte  geben  sie  unter  konstanten  Verhältnissen 
bei  gleichbleibendem  Drucke  vergleichbare  Werte,  aber  nicht 
notwendiger  Weise  für  verschiedene  Tongattungen. 

6.  Plastizität  und  kolloidaler  Ton. 

Es  wird  häufig  angenommen,  daß  die  Plastizität  eines 
Tones  umgekehrt  proportional  der  Korngröße  ist.  A.  Baume 
(Paris,  1770),  der  sich  mit  Bodenuntersuchungen  für  land- 
wirtschaftliche Zwecke  beschäftigte,  schrieb  die  hohe  Plastizi- 
tät der  Tone  ihrem  äußerst  feinen  Verteilungsgrade  und  ihrem 


1922.  (66.  Jahrgang.)! 


SPRECH  SAAL-  COBURG. 


Nr.  36  —  401 


Gehalt  an  „salzigem  Stoffe"  zu.  Er  spricht  von  einem  „etat 
salin"  der  Tone,  der  sie  fast  unlöslich  in  Wasser  mache. 
Wenn  man  diesen  Ausdruck  mit  „kolloidaler  Substanz"  über- 
setzt, so  könnten  Baume  's  Ausführungen  auch  erst  heute  ge- 
schrieben sein.  Er  meint  also,  daß  die  Plastizität,  die  fein- 
körnige Pulver  zeigen,  eine  Eigentümlichkeit  der  Tone  auf 
Grund  ihres  Kolloidgehaltes  sei.  Baume  kommt  hierbei  mit 
seiner 'Annahme  der  Auffassung  von  T.  Way  (1850),  T.  Sehlö- 
sing  (1870),  P.  Rohland  (1902)  und  K.  E.  Ashley  (1909)  sehr 
nahe,  daß  nämlich  die  Plastizität  dem  Gehalte  des  Tones  an 
kolloidaler  Substanz  und  dem  Zustande  der  Verteilung  direkt 
proportional  sei.  Wenn  ersteres  zutrifft,  dann  ist  die  Färb-, 
absorptionsprobe  wahrscheinlich  ungültig,  weil  es  sich  nicht 
nachweisen  läßt,  daß  die  Kolloidstoffe  in  verschiedenen  Tonen 
gleiches  Absorptionsvermögen  haben.  Es  steht  ziemlich  fest, 
daß  die  kolloidale  Substanz  in  verschiedenen  Tonen  —  z.  B.  in 
ball  clay  und  china  clay  —  nicht  die  gleiche  ist,  denn  das 
hängt  wesentlich  von  der  Natur  der  organischen  Substanzen  ab, 
welche  sich  dem  Tone  zur  Zeit  seiner  Ablagerung  beige- 
mischt haben  oder  die  später  von  außen  her  in  ihn  gelangt 
sind. 

Wie  A.  Baume  einen  „etat  salin"  und  wie  man  im  Mittel- 
alter eine  terra  pingua  oder  ein  Phlogiston  annahm,  so  sind 
wir  jetzt  in  der  Tat  geneigt,  jede  uns  nicht  verständliche  Eigen- 
schaft der  Tone  den  Kolloiden  zuzuschreiben.  Trotzdem  wird 
eine  etwas  abgeänderte  Kolloidbypothese  wohl  die  beste  Er- 
klärung für  mehrere  Eigenschaften  des  Tones  geben,  obwohl 
wir  gegenüber  dem  18.  Jahrhundert  in  der  Erkenntnis  nicht 
viel  weiter  gekommen  sind.  Denn  damit,  daß  man  einer  Sache 
einen  anderen  Namen  gibt,  ist  nicht  viel  getan. 

7.  Plastizität  und  Korngröße  der  Tone. 
Der  Beweis  dafür,  daß  die  Plastizität  umgekehrt  propor- 
tional der  Korngröße  sei,  ist  nicht  ohne  Vorbehalt  anzunehmen. 
Sowohl  B.  Zschokke  (1903)  als  F.  F.  Grout  (1905)  haben  bewiesen, 
daß  die  Plastizität  mancher  Tone  durch  feineres  Mahlen  nicht 
beeinflußt,  ebenso  die  anderer  Tone  durch  Feinmahlen  nicht 
verringert  wird.  Das  beweist,  daß  auch  eine  dichte  Lagerung 
(packing)  der  Teilchen  in  der  Wirkung  beschränkt  ist,  und 
hieraus  folgt,  daß  bei  gemischten  feinen  und  groben  Körnern 
.  ein  engeres  Zusammenlagern  möglich  ist  als  bei  nur  feinen  oder 
nur  groben  Teilchen.-  U.  Aleksiejeff  und  P.  A.  Cremiatschensky 
(1896)  haben  gezeigt,  daß  sehr  grobkörnige  oder  aber  sehr 
feinkörnige  Tone  weniger  plastisch  sind,  als  solche  Tone,  die 
grobe  und  feine  Körnchen  gemischt  enthalten.  Wird  also  durch 
das  Mahlen  die  Korngröße  gleichmäßiger,  so  wird  der  Ton 
weniger  plastisch  werden,  und  es  ist  anzunehmen,  daß  unter 
sonst  gleichen  Verhältnissen  derjenige  Verteilungsgrad  der 
Körnchen,  welcher  die  engste  Lagerung  erlaubt,  der  höchsten 
Plastizität  am  günstigsten  ist.  (Schluß  folgt.) 


Ueber  Entglasung.  ■) 

(Nachdruck  verboten.) 

Alle  gewöhnlichen  Gläser  sind  unterkühlte  Flüssigkeiten 
und  als  solche  unbeständig.    Würden  sie  in  den  beständigen 

'Zustand  übergehen,  so  würden  sie  alle  bei  gewöhnlichen 
Temperaturen  vollständig  kristallin  sein.  In  Wirklichkeit  ist 
bei  letzteren  Temperaturen  die  Geschwindigkeit,  mit  der  der 
Uebergang  in  den  beständigen  Zustand  erfolgt,  d.  h.  mit  der 
die  Kristallisation  fortschreitet,  so  gering,  daß  man  sie  völlig 
vernachlässigen  kann.  Dagegen  vermag  sie  bei  höheren 
Temperaturen  groß  genug  zu  werden,  um  dem  Glasmacher 
Anlaß  zu  ernsten  Fabrikationsstörungen  zu  geben.  Ehe  diese 
Verhältnisse,  und  zwar  besonders  soweit  sie  die  Herstellung 
von  optischem  Glase  betreffen,  eingehender  betrachtet  werden, 
möge  hier  einiges  über  die  Grundsätze  gesagt  werden,  denen 
die  Kristallisation  oder  Entglasung  unterliegt. 

Die  bestimmten  chemischen  Verbindungen  haben  fast  un- 
veränderlich auch  bestimmte  Schmelzpunkte,  und  die  feste, 

'  kristallisierte  Substanz  geht,  wenn  auf  ihre  Schmelztemperatur 
erhitzt,  gewöhnlich  rasch  in  den  flüssigen  Zustand  über.  Läßt 

'man  dann  die  Flüssigkeit  abkühlen  und  sind  die  Verhältnisse 
so,  daß  ein  Gleichgewicht  erreicht  wird,  so  wird  bei  der  Tem- 
peratur des  Schmelzpunktes  Kristallisation  eintreten.  Daher 
ist  Schmerzen  eine  umkehrbare  Erscheinung,  und  der  Schmelz- 
punkt eines  Stoffes  ist  als  die  Temperatur  zu  bezeichnen,  bei 
der  die  kristallische  und  die  flüssige  Phase  miteinander  im 
Gleichgewicht  stehen.  Bekanntlich  ist  aber  letzteres  nicht 
immer  gleich  der  Fall,  und  oft  ist  es  bei  der  Abkühlung  einer 
geschmolzenen  Substanz  möglich,  daß  die  Temperatur  unter 
den  Schmelzpunkt  sinkt,  ohne  daß  Kristallisation  eintritt,  näm- 
lich wenn  die  Flüssigkeit  unterkühlt  ist. 


*)  Abgekürzte  Wiedergabe  einer  Arbeit  von  N.  L.  Bowen,  Journal 
of  the  American  Ceramic  Society,  Vol.  II,  Nr.  4  (1919). 


In  welchem  Maße  diese  Unterkühlung  bei  den  verschiedenen 
Stoffen  eintritt,  ist  außerordentlich  verschieden.  Gewöhnlich 
erfolgt  die  Unterkühlung  nur  innerhalb  bestimmter  Grenzen. 
Sind  diese  erreicht,  so  beginnt  die  Kristallisation.  Es  gibt  aber 
auch  Stoffe,  die  im  unbegrenzten  Umfange  unterkühlt  werden 
können.  Bei  ihnen  kann  man  annehmen,  daß  sie  allmählich 
und  fortgesetzt  aus  dem  Zustand  des  Flüssigseins  durch  den 
fortwährend  ansteigender  Viskosität  schließlich  in  den  Zustand 
völliger  Starrheit  übergehen,  ^vergleichbar  mit  dem  gewöhn- 
licher kristallisierter  Stoffe,  obgleich  die  Substanz  vom  Stand- 
punkt des  Physikochemikers  aus,  noch  eine  unterkühlte 
Flüssigkeit  darstellt.  Man  sagt  dann,  sie  befinde  sich  im 
glasigen  Zustande,  oder  nennt  sie  einfach  „Glas". 

Die  Silikate  sind  die  am  besten  bekannten  Vertreter  dieser 
Klasse,  die  durch  Unterkühlung  in  den  glasigen  Zustand  über- 
führt werden  können.  Doch  gibt  es  viele  mehr  oder  weniger 
nahe  verwandte  Stoffe,  die  sich  ähnlich  verhalten,  wie  z.  B.  die 
Borate,  und  noch  andere,  die  mit  ihnen  gar  nicht  verwandt 
sind,  wie  z.  B.  der  gewöhnliche  Aethylalkohol. 

Die  Verhältnisse,  welche  die  bleibende  Unterkühlung  dieser 
Stoffe  begünstigen,  ergeben  sich  aus  nachstehenden  Betrach- 
tungen. Oberhalb  des  Schmelzpunktes  ist  die  Kristallisations- 
neigung  einer  Substanz  gleich  Null.  An  diesem  Punkte  ist  sie 
noch  Null,  aber  sobald  die  Flüssigkeit  unter  diese  Temperatur 
abgekühlt  wird,  wächst  ihr  Bestreben,  zu  kristallisieren,  rasch 
und  würde  wahrscheinlich,  wenn  keine  Gegenwirkung  einträte, 
mit  zunehmender  Unterkühlung  sich  weiter  rasch  vergrößern. 
Mit  dem  Abkühlen  der  Flüssigkeit  verringert  sich  aber  auch 
ständig  die  Bewegungsfreiheit,  mit  der  sich  die  Atome  zu  den 
die  Kristalle  charakterisierenden  Formen  gruppieren,  weil  die 
Zähflüssigkeit  oder  innere  Reibung  der  »Flüssigkeit  fortgesetzt 
zunimmt.  Die  steigende  Viskosität  arbeitet  also  der  Kristalli- 
sationsneigung entgegen,  mit  dem  Ergebnis,  daß  das  Kristalli- 
sationsvermögen mit  dem  Fortschreiten  der  Abkühlung  unter 
den  Schmelzpunkt  rasch  wächst,  ein  Maximum  erreicht  und 
dann  praktisch  bis  auf  Null  abnimmt. 

Das  Kristallisationsvermögen  kann  als  die  Zahl  von  Kristal- 
lisationszentren definiert  werden,  die  sich  in  der  Zeiteinheit 
pro  Volumeneinheit  bilden.  Seine  Abhängigkeit  von  der  Tem- 
peratur läßt  sich  durch  Kurven  von  der  Form  wie  in  Figur  1 
darstellen.  Kurve  A  ist  die  einer  Substanz,  deren  Kristalli- 
sationskraft sehr  rasch  wächst,  wenn  der  Schmelzpunkt  über- 
schritten wird.  Es  handelt  sich  hier  um  einen  Stoff,  bei  dem  es 
schwierig  ist,  die  Abkühlung  so  rasch  vorzunehmen,  daß  die 
Bildung    zahlreicher    Kristallisationszentren   verhindert  wird. 

—  Kurve  B  ist  die  einer  Substanz, 
bei  der  die  Vermeidung  der  Kri- 
stallisation schwierig  ist,  nicht  so 
sehr  deshalb,  weil  der  absolute 
Wert  des  Kristallisationsvermögens 
bei  einem  gegebenen  Betrage  der 
Unterkühlung  so  groß  ist,  sondern 
weil  dieses  Vermögen  durch  eine 
lange  Spanne  der  Unterkühlung 
hindurch  verhältnismäßig  groß  ist. 
Daher  ist  es  schwer,  die  Abküh- 
lung durch  dieses  Intervall  hin- 
durch mit  einer  Geschwindigkeit 
vorzunehmen,  die  groß  genug  ist, 
am  Kristallisation  zu  verhindern, 
-vurve  C  ist  die  einer  ohne  Kri- 
stallisation leicht  unterkühlten 
Substanz. 

Nicht  alle  Silikate  gehören  zu 
der  Klasse  von  Substanzen,  wie 
sie  durch  Kurve  C  charakterisiert 
werden.  Verbindungen  wie  Mg  Si08, 
sind  eher  der  Klasse  von  Substanzen  mit 
zuzurechnen.    Sie  können  also  in  dem  glasigen 


AI 


Fig-ur  1. 

SiO,  und  CaSi03 


der  Kurve  B 

Zustand  nur  dann  abgekühlt  werden,  wenn  die  Kühlgeschwin- 
digkeit recht  groß  wird.  Andrerseits  kann  eine  große  Zahl  von 
Silikaten,  besonders  jene  der  Alkalien,  ganz  langsam  abgekühlt 
werden,  ohne  daß  Kristallisation  eintritt ;  sie  entsprechen  daher 
der  Kurve  C.  Bei  genügend  langsamer  Abkühlung  tritt  aber 
bei  ihnen  nichtsdestoweniger  Kristallisation  ein. 

Da  geschmolzene  Silikate  verhältnismäßig  große  Wärme- 
kapazität besitzen  und  schlechte  Wärmeleiter  sind,  ist  es  nicht 
möglich,  eine  große  Masse  von  ihnen  rasch  abzukühlen.  Leicht 
kristallisierbare  Silikate,  wie  CaSi03,  können  daher  nur  in 
kleinen  Mengen,  gewöhnlich  nur  solchen  von  wenigen  Grammen, 
durch  Abkühlung  in  den  glasigen  Zustand  übergeführt  werden. 
Solche  Gläser  sind  nicht  als  gewöhnliche  technische  Gläser 
verwendbar,  obgleich  sie  an  der  Zusammensetzung  solcher  teil- 
nehmen können,  weil  ihre  spezifischen  Eigenschaften  in  Ge- 
mischen sich  ändern, 


402  —  Nr.  3C 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (5B.  Jahrgang.) 


Bevor  wir  näher  auf  diese  Gemische  eingehen,  wollen  wir 
die  Erhitzung  einer  unterkühlten  Flüssigkeit  oder  eines  Glases 
betrachten,  also  den  der  Abkühlung  entgegengesetzten  Vorgang. 
Wird  eine  Substanz  erhitzt,  so  ist  ihr  Verhalten  genau  das  um- 
gekehrte wie  vorhin  bei  der  Unterkühlung.  Das  starre  Glas 
erweicht  allmählich,  wird  eine  viskose  Flüssigkeit  und  schließ- 
lieh  tropfbar  flüssig,  ohne  daß  dieses  Verhalten  bei  irgend 
einer  Temperatur  unterbrochen  würde,  d.  h.  ein  Glas  hat  keinen 
eigentlichen  Schmelzpunkt. 

Die  Kurven,  welche  zur  Darstellung  des  Kristallisations- 
vermögens für  Flüssigkeiten  im  Zustande  der  Unterkühlung 
angegeben  wurden,  gelten  im  wesentlichen  auch  für  die  Kri- 
stallisationskraft eines  wiedererhitzten  Glases.  Gehört  die 
Substanz  zu  der  durch  Kurve  B  dargestellten  Klasse  B,  dann 
muß  sie  äußerst  rasch  auf  eine  Temperatur  oberhalb  des 
Schmelzpunktes  der  kristallisierten  Substanz  erhitzt  werden,  um 
Kristallisation  zu  vermeiden.  Z.  B.  wird  Glas  von  der  Zu- 
sammensetzung CaSi03  in  kurzer  Zeit  kristallisieren,  selbst 
wenn  es  auf  einer  Temperatur  von  mehreren  hundert  Grad 
unterhalb  des  Schmelzpunktes  der  kristallisierten  Substanz  er- 
halten wird;  steigert  man  die  Temperatur  bis  wenig  unter  den 
Schmelzpunkt,  so  tritt  die  Kristallisation  augenblicklich  ein. 
Entspricht  das  Verhalten  der  Snbstanz  der  Kurve  C,  dann  kann 
man  sie  langsam  erhitzen  und  während  verhältnismäßig  langer 
Zeit  auf  Temperaturen  erhalten,  die  nicht  viel  unter  dem 
Schmelzpunkt  der  kristallisierten  Substanz  liegen,  ohne  daß 

Kristallisation  erfolgt. 

Bei  den  vorstehenden  Ausführungen  handelte  es  sich  ledig- 
lich um  reine  bestimmte  Verbindungen.  Wenn  wir  nun  zu 
Gemischen  von  Verbindungen  übergehen,  wie  sie  die  gewöhn- 
lichen Gläser  darstellen,  so  müssen  wir  hierbei  noch  gewisse 
andere  Punkte  berücksichtigen.  Die  für  die  Kristallisation 
solcher  Gemische  geltenden  Grundsätze  lassen  sich  durch 
Figur  2  veranschaulichen,  welche  die  Kristallisationstempera- 
turen aller  Gemische  von  CaSi03  und  Si02  wiedergibt. 


jioo  - 


sjc>3 


Jric£yfnc'lt  iCa,Q  Jld^ 


30 


So  60 


So      90  CäOSiO, 


Figur  2. 

Während  die  Kristallisationstemperatur  von  reinem  CaSi03 
unter  Gleicbgewichtsbedingungen  bei  1540°  C  liegt,  ist,  wie  aus 
der  Figur  hervorgeht,  die  eines  Gemisches  mit  15°/0  SiO,  nur 
noch  1490°  C,  und  zwar  ist  dies  die  Temperatur,  wo  die  Kri- 
stallisation aDfäDgt.    Anders  wie  die  reine  Verbindung  CaSi03 
kristallisiert  dieses  Gemisch  bei  einer  bestimmten  Temperatur 
nicht  vollständig,  sondern  in  dem  Maße,  wie  die  Temperatur 
si^kt,  geht  die  Kristallisation  des  CaSi03  weiter,  und  die  übrig- 
bleibend« Flüssigkeit  verändert  daher  ihre  Zusammensetzung, 
bis  schließlich  bei  1435°  C,  wo  sie  noch  78°/0  CaSi03  enthält, 
die  F   Ölsäure  zu  kristallisieren  anfängt  und  die  ganze  Masse 
fest    .  i  d.     So   verläuft    der  Hergang,    wenn  Gleichgewicht 
herrscht,  aber,  wie  bei  den  reinen  Substanzen    so  kann  auch 
bei  den  Gemischen  Unterkühlung  eiotreten,  und  zwar  aus  ähn- 
lichen Ursachen.    So  ist  die  Neigung  der  Verbindung  CaSi03, 
aus  der  soeben  besprochenen  Mischung  auszukristallisieren,  bei 
allen  Temperaturen  oberhalb  1490°  C  gleich  Null    Schreitet  die 
Abkühlong  nnter  diese  Temperatur  fort,  so  wächst  diese  Nei- 
gung rasch,  aber  durch  Suigerung  der  Viskosität  tritt  eine 
Gegenwirkung  ein,  sodaß  die  tatsächliche  Kristallisationskraft 
niemals  sehr  groß  ist.    Die  Abkühlung  zu  einem  Glase  geht 
daher  bei  diesem  Gemisch  leicht  vor  sich,  obgleich  dies  bei 
der  reinen  Verbindung  CaSiO,  nur  schwer  möglich  ist.  Die 
Wirkung  des  Kieselsäurezusatzes  besteht  in  der  Herabsetzung 
der  KriNtallisationstemperatur  von  CaSi03  auf  eine  solche,  bei 
der  die  Viskosität  viel  größer  ist  und  daher  das  Kristalli- 
sationsvermögen  stark   verringert.     Gleichzeitig  bewirkt  die 
Kieselsäure  eine  weitere  Erhöhung  der  Zähflüssigkeit.  Wir 
sehen  aUo,  daß  eine  Substanz,  die  in  reinem  Zustande  ein 
großes     Kristallisationsvermögen     besitzt,    sich  nichtsdesto- 
weniger aus  Gemischen  nicht  leicht  abscheidet.   Im  allgemeinen 
wird  ihre  Neigung  zur  Abscheidung  in  unmittelbarer  Beziehung 
zu  ihrem  Gehalt  in  der  Flüssigkeit  stehen. 

En  ist  oben  bei  Besprechung  des  Gemisches  85  °/0  CaSi03 
+  15°/0  Si02  festgestellt  worden,   daß   eich   die  Flüssigkeit 


unterhalb  1490°  C  im  Zustande  der  Unterkühlung  befindet. 
Da  es  sich  um  ein  Gemisch  mit  mehreren  Bestandteilen  handelt, 
können  wir  dieses  als  Lösung  auffassen  und  sagen,  daß  diese 
Lösung  bei  allen  Temperaturen  unter  1490°  C  mit  CaSiO, 
übersättigt,  bei  dieser  Temperatur  gerade  gesättigt  und  ober- 
halb 1490°  C  in  Bezug  auf  CaSi03  ungesättigt  ist.  Die  Fest-  j 
Stellung,  daß  ein  bestimmtes  Glas  mit  einer  gewissen  Ver- 
bindung übersättigt  ist,  ist  gänzlich  ohne  Bedeutung,  wenn  es 
sich  nicht  um  eine  bestimmte  Temperatur  handelt.  Gewöhn- 
liche Gläser  sind  bei  Zimmertemperatur  mit  Bezug  auf  mehrere 
Verbindungen  übersättigt,  wie  wir  in  folgendem  sehen  werden. 

In  dem  besprochenen  Gemisch  begann  die  Kristallisation 
des  CaSi03  bei  1490°  C  und  ging  weiter  bis  zu  1435°  C  herab, 
wo  die  Kristallisation  der  Kieselsäure  anfing,  Gleichgewicht 
vorausgeseUt.  Tritt  aber  Unterkühlung  ein,  so  wird  die  Flüssig- 
keit bei  1490°  C  mit  Bezug  auf  CaSiOg  unterkühlt  oder  über- 
sättigt, und  bei  1435°  C  mit  Bezug  auf  Si02  das  gleiche.  Es 
wird  nun  für  das  Kristallisationsvermögen  jeder  dieser  Ver- 
bindungen eine  Kurve  bestehen,  ähnlich  den  schon  erwähnten 
Kurven,  aber  natürlich  verschieden  von  den  Kurven  für  die 
reinen  Verbindungen.  Die  Abkühlung  eines  Gemisches  der 
angegebenen  Zusammensetzung  muß  so  vor  sich  geben,  daß 
das  Glas  in  dem  Temperaturintervall  nicht  lange  verharrt,  wo 
das  Kristallisationsvermögen  von  CaSi03  oder  Si02  oder  beider 
groß  ist.  Praktisch  bedeutet  dies,  daß  das  Glas  rasch  auf  eine 
Temperatur  abgekühlt  werden  muß,  bei  der  das  Kristallisations- 
vermögen dieser  Substanzen  vernachlässigt  werden  kann. 
Aehnlich  sollte  bei  einer  Wiedererhitzung  des  Glases  die 
Temperatur  nicht  über  den  Punkt  gesteigert  werden,  bei  dem 
ihr  Kristallisationsvermögen  noch  nicht  von  Belang  ist.  Ist 
dies  aber  erfolgt,  so  muß  die  Zeit,  während  der  das  Glas  ober- 
halb dieser  Temperatur  erhalten  wird,  kurz  sein.  Andernfalls 
können  CaSi03  oder  SiOj  oder  beide  auskristallisieren. 

Wir  gehen  nun  zu  Gemischen  von  mehr  als  zwei  Bestand- 
teilen über.  Bei  ihnen  gelten  die  gleichen  aligemeinen  Grund- 
sätze, doch  haben  wir  in  diesem  Falle  bei  der  Abkühlung  eine 
bestimmte  Temperatur,  bei  der  die  Flüssigkeit  mit  einer  der 
Komponenten  gesättigt  wird  —  der  sog.  primären  Phase  — , 
ferner  eine  niedrigere  Temperatur,  bei  der  sie  mit  der  zweiten 
Phase  gesättigt  wird  und  so  fort  für  alle  Komponenten.  Wird 
die  Abkühlung  so  geleitet,  so  wird  das  Glas  unterkühlt  oder 
für  die  betreffenden  Temperaturen  mit  Bezug  auf  diese  ver- 
schiedenen Phasen  übersättigt.  Bei  der  Wiedererhitzung  eines 
solchen  Glases  mit  vielen  Bestandteilen  können  sich  irgend 
einer  oder  alle  von  diesen  ausscheiden,  wenn  das  richtige  Ver- 
hältnis zwischen  Kristallisationsvermögen  und  Erhitzungsdauer 
innegehalten  wird. 

Betrachten  wir  nun  die  Glasfabrikation  im  Lichte  der  vor- 
stehend erörterten  Entglasungstheorie,  so  finden  wir,  daß  es 
drei  bestimmte  gefährliche  Abschnitte  gibt,  in  denen  leicht 
Entglasung  eintritt.  Bei  der  Garschmelz-  oder_  Läuterungs-i 
temperatur  braucht  man  keine  Störung  zu  befürchten,  aber 
wenn  die  Kühlung  als  Vorbereitung  für  die  nachherige  Ver- 
arbeitung erfolgt,  kann  Entglasung  eintreten.  Dabei  gelten  die 
gleichen  Gesichtspunkte,  ob  die  Kühlung  zwecks  Herausn 
arbeitung  des  Glases  aus  dem  Hafen  oder  dem  Arbeitsende 
einer  Wanne,  für  das  Gießen  beim  Tafelglas  oder  vor  dein 
Herausnehmen  beim  letzten  Umrühren  von  optischem  Glas  er- 
folgt. Die  Temperatur,  auf  die  das  Glas  gekühlt  und  auf  der 
es  lange  Zeit  erhalten  wird,  darf  keine  sein,  bei  der  es  mit 
Bezug  auf  einen  seiner  Bestandteile  übersättigt  wird,  oder, 
anders  ausgedrückt,  die  Zusammensetzung  des  Glases  dar* 
keine  solche  sein,  daß  es  bei  der  Temperatur,  auf  der  es  er* 
halten  werden  soll,  mit  einer  dieser  Komponenten  übersättiglt 
wird  Tritt  bei  der  hier  in  Frage  kommenden^,  yerhältnismäßig 
hohen  Temperatur  Entglasung  oder  Kristallisation  ein,  sc 
scheiden  sich  gewöhnlich  große  Kristallindividuen  ab,  denn  das 
Glas  ist  ziemlich  flüssig,  und  es  können  wirkliche  Gleichgei 
Wichtsverhältnisse  bestehen  oder  wenigstens  eine  genügend« 
Annäherung  an  solche,  die  ein  langsames  Wachstum  de) 
Kristalle  durch  Diffusion  zulassen,  ohne  daß  die  Ausfällunj 
der  Myriaden  winziger  Kristalle  eintritt,  die  sich  bilden,  wem 
das  Glas  kälter  ist.  Ein  besonders  anschaulicher  Fall  diese) 
Art  aus  des  Verfassers  Erfahrung  sei  hier  ausführlich  be 
schrieben. 

Bei  der  Herstellung  einer  besonderen  ArJ  von  optischen 
Glase,  bekannt  als  leichtes  Barium-Kronglas,  zeigten  sich  vie 
Schwierigkeiten  durch  Entstehung  von  Kristallen,  die  dei 
größeren  Teil  des  Hafenglases  verdarben.  Sie  bildeten  siel 
während  der  letzten  Zeit  des  Rührens,  unmittelbar  vorher,  ehe 
man  den  Hafen  zum  raschen  Abkühlen  aus  dem  Ofen  nahm 
Das  naheliegendste  und  zuerst  versuchte  Gegenmittel  bestan« 
darin,  daß  man  den  Hafen  bei  einer  Temperatur  herausnahm 
die  höher  war  als  die,  bei  der  sich  Kristalle  bilden,  und  das  Gla| 
sich  rascher  unter  die  gefährliche  Temperatur  abkühlen  liefi 
Diese  Maßnahme  erwies  sich  für  die  Verhinderung  der  Kristall 


1922  (66.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL -COBURG. 


Nr.  36  —  403 


bildung  ganz  erfolgreich,  war  aber  aus  einem  anderen  Grnnde 
nicht  angebracht.  Das  zuletzt  vorgenommene  Durchrühren  des 
Glases  soll  nämlich  bei  einem  ganz  bestimmten  Flüssigkeits- 
grade erfolgen,  und  würde  man  nun  den  Hafen  bei  höherer 
I  Temperatur  aus  dem  Ofen  nehmen,  dann  würde  die  Flüssigkeit 
des  Glases  bei  dem  letzten  Rühren  zu  groß  sein.  Da  man  die 
Temperatur  also  nicht  erhöhen  konnte,  maßte  man  die  Glas- 
zusammensetzung so  abändern,  daß  bei  der  unter  normalen 
Verhältnissen  angewandten  Temperatur  Kristallausscheidung 
nicht  eintrat.  Dabei  verfuhr  man  so,  daß  man  die  Natur  der 
Kristalle  feststellte  und  daraus  ableitete,  wie  die  Zusammen- 
setzung des  Glases  abzuändern  war.  Die  Kristalle  waren  sehr 
dünne  hexagonoide  Plättchen,  die  wohl  mit  rein  chemischen 
Hilfsmitteln  nicht  untersucht  werden  konnten,  sie  wurden  aber 
durch  Bestimmung  ihrer  optischen  Eigenschaften  als  BaSijOj1) 
erkannt.  Offenbar  war  das  Glas  bei  der  betreffenden  Temperatur 
mit  BaSi205  übersättigt,  und  die  Kristallisation  jener  Verbindung 
konnte  vermieden  werden,  wenn  man  den  Bariumgehalt  des 
Glases  herabsetzte.  Gleichzeitig  war  es  erwünscht,  daß  die 
optischen  Eigenschaften  des  Glases  so  wenig  wie  möglich  ge- 
ändert wurden,  weshalb  man  die  kleinste  Verringerung  des 
Bariumgehaltes  bestimmte,  welche  zur  Erzielung  der  gewünschten 
Wirkung  erforderlich  war:    Es  wurde  der  Schmelzpunkt  von 

reinem  BaSi205  ermittelt  und  zu 
1426°  C  gefunden,  ebenso  die  Tem- 
peratur, bei  der  das  vorliegende  Ba- 
rium-Kronglas gerade  mit  BaSi205 
gesättigt  wurde;  sie  betrug  1100°  C. 
Die  Zusammensetzung  des  Glases 
war  so,  daß  es  57°/0BaSi2O5  enthielt. 
Die  Verringerung  um  43°/0  (100—57) 
erniedrigt  also  die  Sättigungstempe- 
ratur um  826°  C  (1426—1100).  Wenn 
wir  daher  die  Aenderung  dieser  Tem- 
peratur als  linear  ansehen,  so  würde 
jede  weitere  Abnahme  um  1  °/0  die 
Sättigungstemperatur  um  7,5°  C 
erniedrigen.  Diese  Annahme  einer 
linearen  Beziehung  ergibt  jedoch 
nur  eine  Minimumschätzung,  weil 
alle  Kurven  dieser  Art  für  die  unter- 
suchten Silikate  in  Bezug  auf  die 
Temperaturachse  (vergl.  Fig.  2), 
konkav  sind,  so  daß  die  Kurve 
,    ,.  ,     ,.  ,    ,.  ,     eher  die  in  Figur  3  angegebene 

Wahrscheinlicher  Verlauf  der  .         „.••_  j„  aYl  j„„  - 

Xurve  für  die  Sättigungstemperatur  Form  zeigen  wurde  anstatt  den  in 
eines  Barium-Kronglases  mit  Bezug   erstgenannter  dargestellten  gerad- 

auf  Bariumdisilikat.  linigen  Verlauf 

Es  ist  ziemlich  sicher,  daß  die  Kurve  an  dem  fraglichen 
Funkte  etwa  die  doppelte  Steigung  wie  die  Gerade  hätte  und 
daher  eine  Aenderung  des  Gehaltes  um  1  °/0  BaSi205  eine 
Aenderung  der  Sättigungstemperatur  um  etwa  15°  C  bewirken 
müßte.  Die  Erfahrung  hatte  gezeigt,  daß  die  Abscheidung 
dieser  Kristalle  tatsächlich  bei  einer  Temperatur  stattfand,  die 
etwa  70°  C  höher  als  diejenige  lag,  bei  der  das  Durchrühren 
gegen  das  Ende  hin  erfolgen  soll.  Eine  Veränderung  der 
Zusammensetzung,  die  für  eine  Herabsetzung  der  Sättigungs- 
temperatur um  70°  C  oder  etwas  mehr  genügt,  sollte  daher  so 
reichlich  sein,  daß  das  Durchrühren  bei  der  gewünschten 
Temperatur  ohne  Gefahr  der  Ausscheidung  von  BaSi.,0 ,  erfolgt. 
Aus  obigen  Erwägungen  geht  hervor,  daß  die  Aenderung  der 
Zusammensetzung  eine  solche  sein  soll,  daß  der  Gehalt  von 
BaSi205  um  B  e/0  verringert  wird.  Sie  wurde  demgemäß  vor- 
genommen, und  der  Erfolg  war  durchaus  befriedigend.  Das 
leichte  Barium-Kronglas  brauchte  also  nicht  wegen  Vorhanden- 
seins von  Kristallen  verworfen  zu  werden. 

Der  Fall  der  Ausscheidung  von  BaSi205  ist  das  einzige 
Beispiel  —  nach  des  Verfassers  Erfahrung  —  für  die  Kristalli- 
sation eines  Glases  bei  einer  verhältnismäßig  hohen  Tempera- 
tur, bei  der  die  Kristalle  befähigt  werden,  ziemlich  große  Ab- 
messungen anzunehmen.  Dem  Verfasser  lag  aber  eine  Probe 
von  Tafelglas  mit  Wollastonitkristallen  (CaSi03)  bis  zu  4  mm 
Länge  vor,  die  sich  in  dem  Hafen  unmittelbar  vor  dem  Gießen  der 
Tafel  bildeten.  Während  des  Gießens  ordneten  sich  alle  Kristalle 
mit  ihren  Längsachsen  parallel  zur  Walzrichtung  an.  Die 
genauen  Bedingungen  unter  denen  sich  diese  Kristalle  bildeten, 
stehen  nicht,  zur  Verfügung,  aber  eine  Analyse  dieses  Glases 
zeigt,  daß  es  einen  etwas  höheren  Kalkgehalt  besitzt  als  nor- 
males Tafelglas.  Ob  dieser  geringe  Kalküberschuß  genügt,  das 
Glas  mit  CaSi03  bei  der  normalen  Gießtemperatur  zu  über- 
sättigen, ist  fraglich.  Ob  die  Gießtemperatur  niedriger  als  die 
normale    war,   konnte   der   Verfasser  nicht  ermitteln,  doch 


Kg.  3. 


*)  N.  L.  Bowen,  „Crystals  of  Barium  Disilicate  in  Optical  Glase") 
J.  Wash.  Acad.  Sei.,  8  (1918),  8.  265. 


scheint  es  möglich,  daß  diese  beiden  Faktoren  an  der  Beein- 
flussung der  Kristallausscheidung  teilgehabt  haben. 

Le  Chatelier  beschreibt  sehr  große  Tridymitkristalle,  die  in 
einem  Flintglase  entstanden,  dessen  Temperatur  lange  Zeit 
hindurch  auf  etwa  800 0  C  erhalten  worden  war  2).  Für  mittel- 
mäßige Zeitabschnitte  kann  das  gleiche  Glas  ohne  Gefahr  der. 
Kristallbildung  auf  800°  C  erhalten  werden.  So  beleuchtet  im 
angegebenen  Falle  die  Kristallisation  die  Wichtigkeit  des  Zeit- 
faktors.   (Schluß  folgt). 

Die  Gablonz-Haidaer  Industrie  auf  der 
III.  Reichenberger  Messe. 

Die  Stellung,  die  die  Messen  im  neuzeitlichen  Wirtschafts- 
leben einnehmen,  hat  sich  in  den  ersten  Jahren  der  Nachkriegs- 
zeit als  durchaus  berechtigt  und  begründet  erwiesen.  Ist  es 
doch  ein  Bedürfais,  den  Außenhandel  auf  diese  Weise  zu  be- 
leben und  vor  allem  den  Absatzkreis  aufs  neue  zu  festigen  und 
zu  erweitern. 

Auch  die  Reichenberger  Messe  hat  in  diesem  Sinne  eine 
gewisse  Existenzberechtigung,  denn  sie  bildet  sozusagen  eine 
notwendige  Industrieheerschau  des  hochentwickelten  industriellen 
nordböhmischen  Gebietes. 

Man  ist  es  von  den  Mustermessen  in  Leipzig  gewohnt,  daß 
vor  allem  das  Meßbild  ein  buntes  und  vielgestaltiges  ist.  Und 
daher  waren  auch  die  Anforderungen  beim  Auftauchen  des 
ersten  Meßgedankens  in  Reichenberg  gleich  von  dem  Bestreben 
geleitet,  die  Industrien  Böhmens  möglichst  lückenlos  zu  er- 
fassen und  zur  Schau  zu  bringen.  Und  tatsächlich  hat  diese 
mit  Umsicht  geführte  Werbepropaganda  überraschende  Erfolge 
gezeitigt.  Immer  weiter  greift  das  Interesse  für  die  Reichen- 
berger Messe  um  sich,  und  die  wirtschaftliche  Wertung  wird 
dabei  eine  ungleich  höhere. 

Daß  unter  den  verschiedenen  Industriegruppen  neben  der 
Textilbranche  auch  die  bodenständige  nordböhmische  Glas-  und 
Bijouteriewarenindustrie  in  hervorragender  Weise  durch  Aus- 
steller vertreten  ist,  braucht  wohl  kaum  noch  erwähnt  zu  werden. 
Auch  die  Wertung  der  mannigfachen  Erzeugnisse  des  Haidaer 
und  Gablonzer  Industriegebietes  ist  seitens  der  fremden  Ein- 
käufer eine  ganz  besondere,  obwohl  diese  Artikel  nirgends  auf 
den  wichtigsten  Meßhandelsplätzen  der  Welt  fehlen. 

Die  auf  der  dritten  Reichenbeiger  Messe  ausgestellten  neu- 
zeitlichen Erzengnisse  der  Glaswarenindustrie  erbringen  den 
unwiderleglichen  Beweis,  daß  wir  dem  Aufblühen  einer  neuen 
Epoche  des  Kunstgewerbes  entgegengehen,  denn  hier  sind 
Glanzleistungen  zur  Schau  gebracht,  die  geradezu  vorbildlich 
wirken.  Hauptsächlich  heben  wir  die  von  Haida  ausgestellten 
Formen  in  modernen  Zier-  und  Luxusgläsern  hervor.  Diese  Neu- 
heiten haben  mit  den  früher  dargebotenen  Erzeugnissen  kaum 
mehr  irgendwelche  Berührungspunkte.  Die  dekorative  Aus- 
stattung wird,  abgesehen  von  den  herrlichen  Ueberfängen, 
häufig  durch  besondere  Dekors  bewirkt,  so  durch  Aetzungen, 
Gravuren  und  Emaillierungen.  Die  in  diesem  Genre  ausge- 
arbeiteten und  zur  Schau  gestellten  Kristallvasen  und  Dosen 
mit  den  herrlichen  Kunstschliffen  erregen  vor  allem  unser 
Interesse.  Besonderen  Effekt  machen  die  rubinrot-weißen  Kunst- 
gläser. Nicht  übersehen  dürfen  wir  hier  auch  die  mit  reichen 
Arabesken  ausgestatteten  Ueberfangschalen,  ferner  die  ent- 
zückenden Muster  in  Edelemailkunstgläsern.  Auch  hinsichtlich 
der  Aetzdekore  wurde  Bewunderswertes  geleistet.  Dasselbe 
gilt  auch  von  gravierten  Gläsern. 

Die  Gablonzer  Glaswarenindustrie  dominiert  an  erster 
Stelle  mit  den  reinen  Kristallschliffwaren.  Die  Kristallglas- 
und  Wirtschaftsartikelbranche  hat  da  Ausstellungsstücke  ge- 
schaffen, denen  man  einen  sicheren  Absatz  voraussagen  kann. 
Besonders  reichhaltig  sind  die  Musterlager  in  sogenannten 
Bureauartikeln,  wie  Tintenzeuggarnituren,  bei  denen  durchweg 
die  moderne  Formgebung  vorherrschend  ist.  Es  gelang  durch 
speziell  angepaßte  Metallmontagen  in  Messing,  Bronze  und 
Nickel,  diesen  Waren  ein  wirksames  gefälliges  Aussehen  zu 
geben.  Auch  wurden  andere  Materialstoffe,  wie  Holz,  Kunst- 
horn, Schwarzglas  usw.  zur  Mitverwertung  und  Verschönerung 
der  Bureauartikel  herangezogen,  sodaß  man  eine  möglichst 
große  und  vielseitige  Auswahl  in  diesen  Artikeln  schuf. 

Die  Glaskleinindustrie  beschränkt  sich  auf  die  Ausstellung 
fertig  verarbeiteter  Erzeugnisse;  so  finden  wir  hier  vor  allem 
Glasperlen  zu  prachtvollen  Kolliers  oder  Gürteln  verarbeitet, 
wir  treffen  hier  wiederum  den  Glasknopf  als  Zier-  und  Gebrauchs- 
knopf an,  auch  sind  beachtenswerte  Musterzusammenstellungen 
in  Kunsthornknöpfen  ausgestellt,  die  durch  Glanzpolitur  sich  in 
besonderer  Weise  auszeichnen. 

Die  Behangartikelindustrie  für  Beleuchtungszwecke,  wie 
überhaupt  die  Beleuchtungsglasindustrie,  weist  in  einzelnen 
Ständen  reichhaltige  Kollektionen  auf,  die  uns  die  Verwertung 


*)  Bull  Soe.  Mio.  Fr.,  39  (1916), 


404  —  Nr.  36 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


der  Perlfranse  oder  des  Glasstengels  oder  der  Perlkette  nach 
neuen  Gesichtspunkten  praktisch  vor  Angen  fähren.  Große, 
bekannte  Exportfirmen  des  Gablonzer  Gebietes  sorgten  dafür, 
daß  durch  Spezialausstellungen  der  derzeitige  Stand  und  die 
Entwicklung  der  Beleuchtungsindustrie  in  besonderer  Weise 
zum  Ausdruck  gebracht  wird.  Diese  Bemühungen  verdienen 
besondere  Anerkennung,  werden  doch  dadurch  die  fremden 
Einkäufer  in  spezieller  Weise  darauf  aufmerksam  gemacht,  was 
unsere  Industrie  zu  leisten  vermag. 

Die  für  uns  in  Betracht  kommende  Metallwarenindustrie 
ist  durch  die  Bijouterie-  und  Gürtlerwaren  des  Gablonzer 
Marktes  in  erster  Reihe  vertreten.  Das  Bild  ist  nicht  so  reich- 
haltig, wie  es  uns  während  der  Isergebirgswoche  in  den  Gab- 
lonzer Ausstellungen  gezeigt  wurde,  dafür  aber  sehen  wir  hier 
manches  Neue,  das  für  den  ausländischen  Kunden  berechnet 
ist.  Hauptsächlich  sind  reichhaltige  Kollektionen  in  Broschen, 
Anhängern  und  Gürtelschließenformen  anzutreffen.  Fein- 
bijouterien mit  Schliff-  oder  Schmelzemail-,  Simili-  oder  farbi- 
gen Ziersteindekoren  sind  in  reicher  Auswahl  vorhanden,  ebenso 


Metallprägewaren,  Taschenbügel,  ferner  Haar-  und  Hutschmuck 
artikel.  Die  Mitverwertung  anderer  Materialstoffe,  wie  Elfen' 
bein,  Kunstelfenbein,  Perlmutter  usw.,  tritt  hier  deutlicher  zu 
Tage.  Auch  finden  wir  unter  anderen  hier  wohlgelungene 
Bijouterieerzeugnisse  im  Pforzheimer  Genre  vor. 

Was  den  geschäftlichen  Erfolg  anbelangt,  so  muß  voi 
vornherein  betont  werden,  daß  man  keinerlei  große  Erwartungei 
hegt.  Das  Ausland  fühlt  sich  durch  den  hohen  Stand  dei 
tschechischen  Krone  behindert,  größere  Abschlüsse  zu  machen 
und  Deutschland  als  Nachbarstaat  ist  bei  dem  Tiefstand  de) 
Mark  unfähig  zu  kaufen.  Der  Meß  erfolg  wird  demnach  nui 
ein  ideeller  sein,  aber  trotzdem  wird  dies  der  wirtschaftliche! 
Bedeutung  der  Beichenberger  Messe  kaum  einen  nenneng 
werten  Abbruch  tun,  im  Gegenteil,  der  Fremdenzustrom,  dei 
auch  jetzt  schon  ein  recht  erfreulicher  ist,  beweist,  daß  mar 
die  Beichenberger  Messe  als  Sammelpunkt  der  internationale! 
Handelswelt  betrachtet  und  wertet. 


 = — :  =  \   = — — =  =  =====  

Wirtschaftlich-gewerblicher  Teil. 


Korrespondenzen. 

Ernennung.  Der  Dozent  and  Privatdozent  an  der  Technischen 
Hochschule  zu  Berlin  und  Vorsteher  der  Chemisch-technischen  Veisuchs- 
Anstalt  bei  der  Staatlichen  Porzellan-Manufaktur  in  Charlottenburg 
Dr.  K.  Rieke  erhielt  vom  Minister  für  Wissenschaft,  Kunst  und  Volks- 
bildung die  Amtsbezeichnung  außerordentlicher  Professor. 

Wirtschaft  und  Kultur  in  Mittelamerika.  Das  Frankfurter  Meß- 
amt hat  im  Rahmen  seiner  Schriften  unter  diesem  Titel  ein  Werk  heraus- 
gegeben, das  geeignet  ist,  genaue  Kenntnis  über  die  Verhältnisse  in 
Mittelamerika  einschließlich  Mexiko  nnd  die  Geschäftsmöglichkeiten  mit 
diesen  kaufkräftigen  Ländern  zu  verbreiten.  Als  Verfasser  zeichnet  Dr. 
Otto  Lutz,  der  frühere  Direktor  des  Nationalmuseums  und  Lehrer  für 
Naturwissenschaften  am  National-Institut  der  Republik  Panama.  Die 
Broschüre  ist  durch  unseren  Verlag  zu  beziehen. 


Fachschulen,  Unterricht,  Forschung». 

Staatliche  Fachschule  für  Glasindustrie  in  Steinschönau.  An 
genannter  Anstalt  gelangt  die  Stelle  eines  Professors  für  die  zeichnerischen 
Fächer  zu  sofortiger  Besetzung.  Nähere  Auskunft  erteilt  die  Direktion. 

Gesetzgebung,  Steuern. 

Die  Umsatzsteuer-Ausfuhrkurse  für  Juli  1922  Bind  vom  Reichs- 

finanzminister  wie  folgt  festgesetzt  worden: 

Schweden  . 
Schweiz 

Spanien  .  .  . 
Tscheehoslowak. 
Türkei  .... 


Belgien   .   .  . 

Bulgarien    .  . 

Dänemark  .  . 
England  .  . 

Estland  .   .  . 

Finnland     .  . 

Frankreich  .  . 

Griechenland  . 

Holland  .   .  . 

Italien     .   .  . 

Jugoslawien  . 

Lettland  .   .  . 

Litauen  .  .  . 
Luxemburg 

Norwegen  .  . 
Dt.  Oesterreich 

Polen      .   .  . 

Portugal     .  . 

Eumänien  .  . 

Bußland     .  . 


100  Er. 
100  Lewa 
100  Kr. 

1  Lstrl. 
100  est.  M. 
100  f.  M. 
100  Fr. 


3659 
301 
10118 

2091 
143 
993 

3876 


100  Drachmen  1359 


100  h.  El. 
100  Lire 
100  Dinar 
100  Kr. 
100  lett.  Bo. 
100  Ostmark 
100  Fr. 
100  Er. 
100  Kr. 
100  p.  M. 

1  Eskudo 
100  Lei 
100  Zaren  Eo. 
100  Duma-Eo. 


18230 
2140 
554 
139 
182 
95 
3659 
78ä8 
1,603 
8,190 
33,478 
288 
20,9 
3,325 
0,1» 


100  Kr. 
100  Fr. 
100  Pes. 
100  Kr. 

1  Ltq. 
100  Kr. 


12173 
8976 
7295 
1033 
287 
33,562 


Ungarn  .  . 

Aegypten  ...  1  äg.  Lstrl.  2137 

Britisch  Ostindien  1  Rupie  136 
Britisch  Straits 

Settlements  1  Doli.  242 

Britisch  Hongkong  1  Doli.  270 

China  Schanghai  1  Tael  Silber  363 

Japan   1  Yen  196 

Persien    ....  1  silb.  Kran  40,425 

Argentinien    ...  1  Goldpeso  384 
1  Papierpesö  155 

Brasilien  ....  1  Milreis  61 

Kanada  '.   .   .   .  1  Doli.  463 

Chile   1  Peso  54 

Mexiko    ....  1  Peso  230 

Peru   1  peru.LstrL  1939 

Uruguay     ...  1  Peso  384 

Ver.  Staaten    .   .  1  Doli.  469 


1000  Sowjet-Ko. 

Entscheidungen  des  Rcichsflnanzhofes.  Warenumschließungen, 
Verpackungsmaterial  für  loxussteuerpflichtige  Waren,  bestehend  in  rohen 
Holzkisten,  Packleinen  und  Papier,  sind  umgekehrt  luxussteuerpflichtig 
als  Teil  einer  steuerpflichtigen  Lieferang,  nicht  weil  sie  selbst  Luxus- 
gegenstände sein  könnten.  Die  Kosten  hierfür  können  nur  dann  von 
luxussteuerpflichtigem  Entgelt  für  die  Lieferung  gekürzt  werden,  wenn 
die  Verpackung  zurückgenommen  und  das  Entgelt  entsprechend  gemindert 
wird.   (Urteil  vom  31. 3.  22  V  A  236/21.) 

Gewerblicher  Rechtsschutz. 

Beschlagnahmte  amerikanische  Patente  deutscher  Staatsan- 
gehöriger. Im  amerikanischen  Kongreß  ist  ein  Gesetzentwurf  einge- 
bracht worden,  nach  welchem  die  Frist  zur  Anstrengung  von  Prozessen 
zwecks  Rückerstattung  von  Beträgen,  welche  die  amerikanische  Regierung 
für  während  des  Kriegs  beschlagnahmtes  feindliches  Eigentum  erhalten 
hat,  um  6  Monate  verlängert  werden  soll.  Durch  den  sogen.  „Trading 
with  the  Enemy  Act"  wurde  die  Regierung  ermächtigt,  auf  Grund  von 
amerikanischen  Patenten,  Warenzeichen  und  Urheberrechten,  welche 
Eigentum  von  deutschen,  österreichischen  oder  ungarischen  Bürgern  sind, 
Lizenzen  abzugeben,  und  zugleich  wurde  für  Anstrengungen  von  Pro- 
zessen eine  vom  Datum  der  Unterzeichnung  iii  Friedensvertrags  laufende 
Frist  von  einem  Jahr  festgesetzt.  Diese  Frist  war  am  2.  7.  d.  J.  abge- 
laufen. Da  der  neue  Gesetzentwurf  die  Genehmigung  des  Präsidenten 
Harding  und  der  Führer  der  gegenwärtigen  Regierung  hat,  wird  er  aller 
Wahrscheinlichkeit  nach  angenommen  werden.  Die  amerikanischen  Be- 
hörden verwalten  über  82  000  Gegenstände  feindlichen  Eigentums  im 


Wert  von  etwa  40  Mill.  Dollar,  was  beim  gegenwärtigen  Wechselkur 
einer  Summe  von  nahezu  M  22  Milliarden  entspricht.  Inhaber  voi 
amerikanischen  Patenten  sollten  deshalb  zweckmäßig  die  erforderliche) 
Nachforschungen  anstellen  lassen,  um  festzustellen,  ob  auf  Grund  ihre 
Patente  Lizenzen  abgegeben  worden  sind,  und  dann  auf  Rückerstattuni 
der  Lizenzgebühren  klagen. 

Internationaler  Schutz  der  Warenzelchen.  Mit  Gesetz  voaj 
12.  7.  22  hat  der  Reichstag  das  Gesetz  über  den  Beitritt  des  Reiches  zun 
Madrider  Abkommen  über  die  Internationale  Registrierung  von  Fabrik 
und  Handelsmarken  vom  14.  4. 1891  angenommen.  Die  internationale  Re 
gistrierung  deutscher  Schutzmarken  erfolgtauf  Antrag  beim  Reichspatent 
amt  im  internationalen  Büro  in  Bern  und  setzt  die  Hinterlegung  derselbei 
Marke  im  Heimatland  (Deutschland)  voraus.  Außer  der  an  das  Inter 
nationale  Büro  zu  zahlenden  Gebühr  von  Schweiz.  Fr.  100  für  die  erstil 
und  je  Fr.  50  für  jede  weitere  Anmeldung  desselben  Anmelders,  sind  M  50( 
für  jeden  Antrag  an  das  Reichspatentamt  zu  entrichten.  Die  bereits  voi! 
dem  Beitritt  Deutschlands  international  registrierten  Marken  uuterliegei 
nach  Maßgabe  der  inneren  deutschen  Gesetze  der  Prüfung  auf  Schutz 
fähigkeit.  Nach  Art.  1  des  jetzt  also  auch  für  Deutschland  gelten  dei 
Madrider  Vertrages  können  sich  die  Untertanen  oder  Bürger  eines  jedes 
der  vertragschließenden  Länder  den  Schutz  ihrer  Fabrik-  und  Handels 
marken  in  allen  den  Vertragsländern  durch  Hinterlegung  sichern  Jed 
Marke,  die  innerhalb  von  4  Monaten  seit  Hinterlegung  im  Ursprungsland 
international  registriert  worden  ist,  genießt  das  Prioritätsrecht  gemäl 
Art.  4  der  Hauptübereinkunft,  wonach  der  Schutz  in  jadem  der  Vertrags^ 
Staaten  der  gleiche  sein  soll,  als  ob  die  Marke  dort  unmittelbar  hinterlegt 
worden  wäre.  Für  früher  bereits  einzeln  registrierte  Marken  tritt  diij 
Internationale  Registrierung  an  Stelle  der  nationalen  Eintragungen,  un 
beschadet  der  durch  jene  erworbenen  Rechte.  Die  Schutzdauer  der  inter] 
nationalen  Eintragung  beträgt  20  Jahre  und  ist  erneuerbar,  wenn  dei 
Schutz  im  Ursprungsland  noch  besteht.  Auf  den  Internationalen  Marken« 
schütz  kann  auch  vom  Eigentümer  jederzeit  ganz  oder  für  ein  bestimmtei 
Land  durch  eine  Erklärung  an  die  Behörde  des  Ursprungslandes  —  Deutsch 
land,  Reichepatentamt  —  verzichtet  werden  Markenübertragungen  sim 
nur  auf  Personen  oder  Firmen  zulässig,  die  in  einem  dem  Abkomme 
beigetretenen  Lande  ansässig  sind.  Durch  den  Beitritt  zum  Madride 
Abkommen  ist  den  am  Außenhandel  beteiligten  Firmen  die  Möglichkei 
gegeben  worden,  auf  billige  und  schnelle  Art  einen  Schutz  ihrer  Warei 
zeichen  im  Auslande  zu  erlangen.  Es  ist  Pflicht  einer  jeden  Firma,  ein 
weitgehende  Ausnutzung  dieser  Begünstigung  vorzunehmen,  vielmehr  b< 
dem  jetzt  wieder  auflebenden  deutschen  Export  ein  Erfordernis 


Handel  und  Verkehr. 

50,%ige  Erhöhung  der  Gütertarife.  Die  Reichsbahn  ist  infolgj 
der  katastrophalen  Entwicklung  der  Mark  nnd  der  sich  daraus  ergebende 
Ausgabesteigerungen  genötigt,  die  zur  Zeit  gültigen  Gütertarife  voi 
1.  9.  22  ab  um  50%  zu  erhöhen.  Diese  Erhöhung  wird  bei  der  am  1.  1< 
erfolgenden  organischen  Umarbeitung  der  Gütertarife,  bei  der  der  nen| 
Reichseisenbahnrat  mitwirkt,  bereits  berücksichtigt. 

Güter versand  nach  Ostpreußen.  Mit  Rücksicht  auf  die  bisher  zi 
tage  getretenen  Erschwernisse  und  Unsicherheiten  im  Versand  nach  dei 
abgetrennten  Ostpreußen  sind  von  der  Speditionsfirma  Bolliger  &  Klappe 
Berlin  SO.  16,  ab  Berlin  nach  Danzig,  Elbing,  Königsberg  und  Alienstein  gl 
funktionierende  Sammelladungsverkehre  im  geschlossenen  Eisenbahnwaggo 
durch  den  polnischen  Korridor  eingerichtet  worden,  wobei  weder  Absend« 
noch  Empfänger  in  keiner  Weise  irgendwelche  Befürchtungen  wie  solcl 
bei  Stückgntsendungen  zu  hegen  brauchen.  Die  Firma  ist  gerne  berei 
jedem  Interessenten  kostenlos  Fraohtkalknlationen  zwischen  den  einzelne 
deutschen  Gebieten  vorzulegen. 

Erhöhung  der  Postgebühren  Im  Auslandsverkehr.  Der  Gege 
wert  des  Goldfranken  bei  der  Gebührenerhebung  im  AuslandB-Paket 
Telegramm-  und  Fernsprechverkehr  ist  ab  28.  8.  auf  Ji  400  festgeset: 
worden. 

Zur  Neuregelung  der  statistischen  Gebühr.  Durch  die  Gebührei 
erhöhung  sind  insofern  Schwierigkeiten  entstanden,  als  statistische  Marke 
von  genügend  hohen  Werten  augenblicklich  nicht  vorhanden  waren.  D 
Handelskammer  zu  Berlin  hat  deshalb  durch  Vorstellungen  beim  Statist 
sehen  Reichsamt  erwirkt,  daß  bis  zur  Fertigstellung  die  Anmeldescheh 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL -COBURG. 


Nr.  36  —  405 


auch  dann  angenommen  werden,  wenn  anf  ihnen  nnr  die  den  früheren 
Bestimmungen  entsprechenden  Markenwerte  geklebt  sind.  Inzwischen  ist 
die  Beichsdruckerei  in  der  Lage,  Marken  im  Werte  von  zunächst  M  5 
abzugeben.  Die  Ausgabe  höherwertiger  Marken  soll  mit  der  größten 
Beschleunigung  erfolgen 

Geld-Empfangsbestätigungen  in  Form  gedruckter  Formulare,  in 
die  die  erhaltene  Summe  handschriftlich  eingefügt  wird,  dürfen  als  Druck- 
sache verschickt  werden. 

Diskonterhöhung  der  Reichsbank.  Die  Beichsbank  erhöhte  ab 
28.  8.  22  den  Wechseldiskont  von  6  auf  7  % ;  der  Lombardzinsfuß  wurde 
auf  8  %  erhöht. 

Torsicht  bei  Briefen  für  das  besetzte  Gebiet.  Mit  Bttcksicht 
auf  die  seitens  der  interalliierten  Rheinlandkommission  oftmals  unvermutet 
vorgenommene  Postttberwachung  und  heimliche  Ueberwachung  ist  bei 
allen  Sendungen  nach  Orten  des  besetzten  rheinischen  Gebietes  größte 
Vorsicht  zu  beachten.  Die  besonders  an  Sendungen  von  nnd  nach 
Behörden  und  von  und  an  Handelsfirmen  geübte  Geheimzensur 
berechtigt  zu  der  Annahme,  daß  die  Postüberwachung  vielfach  zu  einer 
geheimen  Handelsspionage  ausgenutzt  wird. 


Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N«  Grobkeramik.  Der  Teuerungszuschlag  für  feuerfeste 
Erzeugnisse  bei  Lieferungen  nach  Deutschösterreich  ist  ab  16.8.  22  von 
500  °/o  auf  13Ö0%  erhöht  worden.  —  Die  Ausfuhrmindestpreise  für 
gchmirgel  und  Korund  haben  ab  28.  8  22  eine  Aendernng  erfahren. 

A.  H.  N.  Glas.  Der  Unteransschuß  Hohlglas  hat  neue  Sätze  für  Ver- 
packungskosten festgesetzt  Es  sind  mindestens  zu  berechnen  M  200  je  qm 
Haraßteilfläche  und  Jt  250  je  qm  Kistenteilfläche  einschließlich  Innen- 
verpacbung.  Antiäge,  die  diesen  Bedingungen  nicht  genügen,  werden  von 
per  Preisprüfungsstelle  Hohlglas,  Dresden-N  6,  Glacisstraße  12,  unbear- 
beitet zurückgegeben. 

Für  die  Ausfuhr  von  Wachsperlen,  die  bisher  in  Markfakturierung 
zugelassen  war,  ist  vom  26.  8.  22  ab  Auslandswährung  vorgeschrieben 
worden.  Die  zuständige  Anßenhandelsstelle  für  Schnitz-  nnd  Former- 
stoffe und  Knöpfe  hat  ein  Merkblatt  (Nr.  57)  herausgegeben,  das  eine 
Zusammenstellung  der  Aus-  und  Einfuhrbestimmungen  enthält,  die  für 
die  abgetrennten  Gebiete  (Elsaß-Lothringen,  Eupen-Malmedy,  Ost-Ober- 
schleBien,  Posen,  Weatpreußen)  sowie  für  das  Saargebiet  und  Helgoland 
Geltung  haben. 

Das  Goldzollaufgeld  ist  für  die  Zeit  vom  6.  bis  einschließlich 
12.  9.  22  anf  28  900  •>/„  (21900)  festgesetzt  worden. 

Saargebiet»  Einfuhrbestimmungen.  Die  französische  Zollbehörde 
verlangt  bei  der  Einfuhr  unbedingt  die  Bezeichnung  der  Ware  nach  dem 
Wortlaute  des  französischen  Zolltarifs. 

Aegypten.   Ein  neuer  Zolltarif  ist  in  Vorbereitung. 

Frankreichs  Außenhandel.  Die  durch  Havas  veröffentlichte  offi- 
zielle Statistik  weist  für  die  ersten  sieben  Monate  des  laufenden  Jahres 
eine  Einfuhr  von  t  28  667  342  im  Werte  von  Fr.  12  667  338  000  anf. 
Im  Vergleich  zu  dem  entsprechenden  Zeitraum  des  Jahres  1921  ist  die 
Einfuhr  um  fast  t  714  946  gleich  Fr.  588C68  000  gestiegen.  Die  Aus- 
fuhr belief  sich  auf  t  11  713  758  im  Werte  von  Fr.  10  801  702  000.  Sie 
ist  damit  im  Vergleich  zu  den  ersten  Bieben  Monaten  des  Jahres  1921 
um  t  2  448 164  gestiegen  bezw.  um  Fr.  751  630  000  zurückgegangen. 

Jugoslawien.  Die  Verzollung  deutscher  Einfuhrwaren  erfolgt 
nach  den  Minimalzollsätzen.  Die  Herkunft  der  Waren  muß  durch  Ursprungs- 
zeugnisse, Erklärungen  der  Ansgangszollämter  oder  behördlich  beglau- 
bigte Bechnungen  nachgewiesen  werden. 

Litauen.  Zollbestimmungen.  Die  bisherige  Vorschrift,  wonach 
für  die  Verzollung  von  der  Handelskammer  beglaubigte  Bechnungs- 
abschriften  erforderlich  waren,  ist  dahin  abgeändert  worden,  daß  mit 
Wirkung  vom  15.  9.  22  Bechnungs  abschritten,  die  an  solchen  Orten  aus- 
gestellt sind,  an  denen  eine  litauische  Gesandschaft  oder  ein  litauisches 
Konsulat  vorhanden  ist,  von  genannten  Behörden  beglaubigt  sein  müssen. 
Neufundland.  Eine  Aenderung  des  Zolltarifs  wird  erwogen. 
Oesterreich.  Die  Goldparität  fflr  Zollzahlusgen  beträgt  für  die 
Zeit  vom  28.  8.  bis  2.  9.  Kr  17  000  gegen  bisher  Kr  15  200. 

Polen.  Zollermäßigungen  für  den  Verkehr  mit  Polnisch-Ober» 
Schlesien.  Nach  einer  neuerlichen  Verordnung  über  vorübergehende 
Zollerleichterungen  für  nach  Oberschlesien  gerichtete  Waren  sind  die- 
jenigen Waren  vom  Zoll  befreit,  die  spätestens  am  Tage  der  Uebernahme 
der  neuen  Staatsgrenze  durch  Polen  zar  Beförderung  auf  dem  Wasser- 
wege oder  mit  der  Bahn  unmittelbar  nach  dem  polnischen  Teile  Ober- 
schlesiens bei  den  polnischen  Zollbehörden  aufgegeben  worden  sind.  Diese 
Zollermäßigung  wird  von  den  Zollämtern  innerhalb  ihres  Bereiches  während 
30  Tagen,  gerechnet  vom  Tage  der  Uebernahme  der  Staatsgrenze,  ange- 
wandt, entbindet  aber  nicht  von  der  Beibringung  einer  Einfuhrgenehmigung 
für  solche  Waren,  die  auf  der  Einfuhrverbotsliste  stehen. 

Schweiz.  Einfuhrbeschränkung  für  Kachelöfen  und  Kacheln. 
Ueber  die  Handhabung  der  Einfuhrbeschränkung  wird  mitgeteilt,  daß  eine 
Unzufriedenheit  der  schweizerischen  Abnehmerkreise  über  die  bisherige 
Einfuhrregelung  dieser  Artikel  nicht  festzustellen  sei.   Die  Verfügung 
gelbst  soll  wie  früher  so  auch  heute  noch  die  Zustimmung  der  überwiegen- 
den Mehrzahl  der  als  reguläre  Händler  in  Frage  kommenden  schweizerischen 
HafneimeiBter  nnd  OfengeBcbäfte  haben.   Die  Bemessung  der  zuzulassen- 
den Mengen  ausländischer  Kachelöfen  und  Kacheln  richtet  sich  nach  dem 
Beschäftigungsgrad  der  einheimischen  Industrie,  die  besonders  in  den 
letzten  Jahren  dnrch  die  großen,  im  Lande  aufgestapelten  Vorräte  der 
Gelegenheitshändler  einen  recht  schwierigen  Stand  hat.   Trotzdem  soll  die 
Handhabung  der  Beschränkung  der  Einfuhr  deutscher  Kachelöfen  nicht 
i    prohibitiv  wirken    Beguläre  Handelsfirmen,  die  Bich  über  regelmäßige 
I   Importe  früherer  Jahre  ausweisen  können,  sollen  angemessene  Einfuhrkon - 
\    tingente  oder  anch  Einzelbewillignngen  beim  Nachweis  von  entsprechenden 
i   Inlandsbezügen  erhalten.   Für  gewisse,  in  der  Schweiz  nicht  hergestellte 
i   Kachelaorten  aoll  die  Einfuhr  besonders  erleichtert  worden  sein.  Sobald 


eine  wesentliche  Besserung  des  Beschäftigungsgrades  der  einheimischen 
Kachelofenindustrie  festzustellen  sei,  ist  auf  eine  Mildemng  oder  gegebe- 
nenfalls auch  Aufhebung  der  Einfahrbeschränkung  zu  hoffen. 

Ukraine.   Die  Einfuhr  von  Luxuswaren  ist  untersagt. 

Ungarn.  Die  Gebühren  für  Ein-  und  Ausfuhrbewilligungen 
sind  ab  15.  8.  22  erhöht  worden. 

Venezuela.  Die  Zollinhaltserklärungen  können  in  fremder  Sprache 
abgefaßt  sein.  Sie  sind  indessen  dann  anf  Kotten  des  Empfängers  ins 
Spanische  zu  übersetzen  Aus  diesem  Grunde  empfiehlt  sich  die  Abfassung 
der  Zollbegleitpapiere  in  spanischer  Sprache. 


Die  L&ge  in  Industrie  und  Handel. 

Die  Lage  der  Kersm-  und  Glasindustrie  im  Monat  Juli.  Der 
Beschäftigungsgrad  der  keramischen  Industrie  ist  infolge  alter  Auf- 
träge weiterhin  noch  gut,  doch  macht  das  Abflauen  des  Geschäfts  weitere 
Fortschritte.  Der  Großhandel  hält  mit  neuen  Bestellungen  merklich  zurück; 
das  Kleinhandelsgeachäft  wurde  durch  den  Fremdenverkehr  zwar  belebt, 
doch  werden  die  Verkaufsgelegenheiten  in  Süddsutschland  als  reichlich 
mittelmäßig  bezeichnet.  Der  teilweise  Bückgang  der  Nachfrage  besonders 
ans  dem  Ausland  wird  auf  die  hohen  Preise  für  Porzellanwaren,  eine 
Folge  der  Markentwertung,  der  erhöhten  Bohmaterialienpreise  (besonders 
für  Kaolin),  der  gesteigerten  Arbeitslöhne  usw.  zurückgeführt;  eine  wäitere 
Abnahme  der  Nachfrage- wird  befürchtet.  Dia  großen  Schwierigkeiten  der 
Bohstoffbeschaffung  und  die  trostlose  Lage  auf  dem  inländischen  Kohlen- 
und  Holzmarkt,  die  die  Industrie  zwingt,  ihren  Bedarf  an  Brennstoff  teil- 
weise zu  mehr  als  zur  Hälfte  aus  dem  Ausland  zu  decken,  lassen  bereits 
bei  einigen  Werken  die  Gefahr  erheblicher  Betriebseinschränkungen  auf- 
steigen. Die  Bohstoffversorgung  aus  Böhmen  her  wurde  dadurch  ver- 
zögert, daß  durch  den  Streik  in  den  Karlebader  Schlämmereien  die  Kaolin- 
lief ernngen  fast  im  ganzen  Monat  Juli  ausblieben.  —  In  Luxuspor- 
zellan herrscht,  wie  die  Handelskammer  Coburg  berichtet,  nach  wie  vor 
Hochkonjunktur,  ebenso  in  Spielwaren,  Orientartikeln,  Puppenköpfen  für 
die  Sonneberser  Industrie,  wie  auch  in  Gebrauchsartikeln.  Die  Ware  ist 
in  den  bestellten  Mengen  nicht  ausreichend  zu  beschaffen.  Für  elektro- 
technische Artikel  ist  das  Geschäft  dagegen  mittelmäßig.  —  Die  Fein- 
st ein gutindustrie  ist  immer  mehr  bei  der  mangelhaften  Belieferung 
mit  Inlandskohle  auf  hochwertige  ausländische  Brennstoffe,  besonders  auf 
böhmische  Steinkohle  angewiesen,  die  gleichwohl  in  den  erforderlichen 
Mengen  nicht  zu  haben  ist  Der  Eingang  der  Rohmaterialien  ist  weiter 
sehr  schleppend,  so  daß  oftmals  Betriebsstörungen  die  Folge  sind.  Die 
Lieferanten  berufen  sich  auf  Kohlen-  nnd  Wagenmangel.  Das  Geschäft 
war  im  allgemeinen  befriedigend  trotz  der  dnrch  die  Verhältnisse  gebotenen 
Preiserhöhungen.  Löhne  wie  alle  Materialien  gingen  im  Preise  bedeutend 
in  die  Höhe.  —  Die  Glasindustrie  arbeitet  im  allgemeinen  noch  gut, 
da  alte  Aufträge  von  früher  her  noch  aufzuarbeiten  sind,  die  wohl  für 
die  nächsten  Monate  noch  genügend  Beschäftigung  geben.  Beim  Eingang 
von  neuen  Aufträgen  macht  sich  aber  hie  und  da  bereits  ein  Nachlassen 
bemerkbar.  Große  Sorgen  macht  den  Fabriken  nach  wie  vor  der  inten- 
sive Brennstoffmangel,  die  schwierige  Beschaffung  mancher  Boh-  und 
Hilfsstoffe  (Soda)  nnd  die  Gestellung  von  Eisenbahnwagen.  Durch  die  in 
England  geplante  Einführnng  eines  Zolles  anf  Glaswaren  würde  sich  die 
Lage  der  Exportindustrie  sehr  verschlechtern.  Die  Industrie  macht  sich 
auf  einen  Bückgang  der  Beschäftigung  und  auf  Betriebseinschräukungen 
gefaßt,  da  die  Ausfuhr  in  den  verschiedenen  Artikeln  weiterhin  nachläßt 
nnd  die  fortgesetzten  Materialpreis-  nnd  Lohnerhöhungen  den  Inlands- 
absatz immer  mehr  erschweren.  —  In  der  H  o  h  1  g  1  a  s  industrie,  die  im 
allgemeinen  flott  arbeitet,  mehren  sich  nach  dem  Bericht  der  Handels- 
kammer Bonn  die  Anzeichen,  daß  die  Hochkonjunktur  vorüber  ist  und  ein 
Abflauen  im  Absatz  der  Erzeugnisse  eingesetzt  hat;  die  große  Mehrzahl 
der  Käufer,  die  durch  die  katastrophale  Entwertung  der  Mark  betroffen 
wird,  beschränkt  eich  auf  das  allern otwendigBte.  Die  Vereinigung  deutscher 
Flaschen  f  abrikanten  berichtet  von  gutem  Beschäftigungsgrad  und  guten 
Aussichten  für  die  nächste  Zeit;  allerdings  mache  sich  in  Sachsen,  im 
mittleren  Wesergebiet,  Oldenburg  und  Hannover  starker  Brennstoffmangel, 
teilweise  auch  Soda-  und  Sulfatmangel  und  ebenso  im  Bezirk  Dresden,  in 
Oberschlesien,  im  mittleren  Wesergebiet  und  Hannover  starker  Wagen- 
mangel geltend.  —  Der  Beschäftigungsgrad  dar  Industrie  für  Beleuch- 
tungsglas, chemisches,  pharmazeutisches  und  Medizinglas 
war  noch  recht  zufriedenstellend;  die  Industrie  litt  aber  unter  denselben 
Schwierigkeiten  wie  die  Flaschenindustrie.  Aus  Thüringen  (Jlmenau) 
berichtet  das  dortige  Arbeitsamt  über  eine  Verschlechterung  der  Lage  der 
Fabriken,  die  Fieberthermometer  herstellen,  so  daß  die  dortigen  Staats- 
prüfanstalten 20  weibliche  Angestellte  entlassen  mußten.  —  Der  Auftrags- 
eingang aus  dem  Ausland  ist  in  der  .Kristallglasfabrikation  weiter 
zurückgegangen,  und  ebenso  läßt  das  Inlandsgeschäft  zu  wünschen  übrig. 
—  Die  Taf  e I g  1  a s industrie  hat  bei  der  anhaltenden  lebhaften  Bautätig- 
keit noch  gute  Aufträge  für  längere  Zeit  Die  Ausfuhr  von  Tafelglas 
wird  durch  die  billiger  liefernde  Auslandskonkurrenz  (böhmisches  Tafel- 
glas z.  B.  soll  um  etwa  10%  anf  dem  Auslandsmarkt  billiger  als  deutsches 
angeboten  worden  sein)  so  gut  wie  unmöglich  gemacht.  Die  Salin- und 
Spiegelglasfabriken  haben  ebenfalls  noch  zufriedenstellend  zu  tun  bei 
genügender  Aufnahmefähigkeit  des  Inlandes  und  geringem  Bückgang  des 
Absatzes  ins  Ausland 


Der  deutsche  Außenhandel  in  Keram-  und  Glaswaren  im  Jali  1922. 


Maß- 

Mengen 

Werte  in  M  1000 

stab 

Juli 

Jan — Jali 

Juli 

Jan. — Juli 

Einfuhr: 

Tonwaren  .... 

dz 

115  521 

618  006 

28  838 

163  243 

Glas-  und  Glaswaren 

n 

10  243 

82  072 

56  086 

239  071 

Ausfuhr: 

Tonwaren  .... 

ii 

413  667 

3001676 

653  797 

3  001  945 

Glas-  nnd  Glaswaren 

n 

113  700 

829  151 

934  375 

3  996  510 

40«  —  Kr.  16 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1928.  (M.  Jahrgang.) 


Böhmens  Glasindustrie  [vor  dem  Zusammenbruch.    Wie  die 

Zeitung  „Sozialdemokrat"  meldet,  steht  die  gesamte  Glasindustrie  Nord- 
böhmens vor  dem  Zusammenbruch.  Letzter  Tage  sei  mit  Massenentlas- 
Bungen  im  Westen  und  Nordwesten  Böhmens  begonnen  worden.  Der 
gesamten  Arbeiterschaft  wurde  gekündigt.  13000  Arbeiter  sind  arbeitslos, 
über  20000  arbeiten  nur  zwai  bis  drei  Tage  in  der  Woche. 


Gesohäftliohe  Mitteilungen. 

Mosaikplatten.Fabrik  Deutsch  Lissa,  A.-G.,  Deutsch  Lissa.  Die 
Gesellschaft  schließt  das  Geschäftsjahr  1921  mit  einem  Verlust  von 
Jt  174071  (136172)  ab.  Abschreibungen  wurden  in  Höhe  von  M  13041 
(13  336)  vorgenommen. 

Emil  Busch,  A.-G.,  Optische  Industrie,  Rathenow.  Auszug  aus 
dem  genehmigten  Abschloß  vom  31.  3.  22:  Reingewinn  Jt  4,43  (1,46)  Mill.; 
Dividende  21  (18)%;  Abschreibungen  und  Ersatz  Jt  2J?5  (2,14)  Mill.; 
Erlöhurg  des  Werkerhaltungskonto  von  Jt  0,7  Mill.  auf  Jt  4,25  Mill.  — 
Die  o.  G-V.  genehmigte  die  Kapitalserhöhung  auf  JL  16,5  Mill.  Von 
ji  6,6  Mill.  ab  1.  4.  22  dividendenberechtigten  Stammaktien  werden 
M  6  Mill.  durch  das  Bankhaus  E.  J.  Meyer,  Berlin,  den  Aktionären  im 
Verhältnis  3:2  zu  207%  angeboten.  Ueber  die  restlichen  0,6  Mill. 
Stammaktien  ist  eine  Vereinbarung  mit  dem  Bankhaus  Meyer  betreffs 
späterer  Verwendung  getroffen.  Die  ferner  neugeschaffenen  Jl  300000 
6%  Vorzugsaktien  werden  von  der  unter  Treuhandverwaltung  stehenden 
Rahegehaltsverticherung  der  Gesellschaft  erworben. 

Herzogliche  Elsen-  und  Emaillier- Werke,  A.-G.,  Frimkenau. 
Die  Gesellschaft  weist  in  ihrem  Abschluß  vom  31.  3.  22  einen  Beingewinn 
von  Jt  1,77  (0,90)  Mill.  auf,  dessen  Verwendung  nicht  bekannt  gegeben 
ist.   Die  Abschreibungen  betragen  Jt  1,06  (0,69)  Mill. 


General  -  Versammlungen« 

Porzellanfabrik  Fraureuth,  A.-G.,  Fraureuth:  a.  o.  G.-V.  11.9.  22, 

10  Uhr  v ,  Verwaltungsgebäude,  Fraureuth.  T.-O. :  Kapitalserhöhung  um 
bis  zu  M  5,5  Mill.  Stamm-  und  Jt  0,3  Mill.  Vorzugsaktien. 

Porzellanfabrik  Stadtlengsfeld,  A  -G.,  Stadtlengsfeld :  o.  G.-V.  21.  9.  22, 
12  Uhr  m.,  Geschäftsräume,  Stadtlengsfeld.  T.-O.:  u.  a.  Kapitalserhöhung 
um  M  1,5  Mill.  auf  Jt  2  Mill.,  Aufnahme  einer  Obligationsanleihe  von 
Jt  0,5  Mill. 

Porzellanfabrik  Waldsassen  Bareuther  &  Co  ,  A.-G.,  Waldsassen:  a.  o. 
G.-V.  28.  9.  22,  9  Uhr  v.,  Direktionszimmer,  Waldsaseen.  T.-O  :  Kapitals- 
erhöhung um  Jt  2  Mill  Stammaktien. 

Union,  Veltener   Tonindustiie,  A.-G.,  Berlin :   o.  G.-V.  19. 9;  22, 

11  Uhr  v.,  Weinhaus  Bheingold,  Berlin.   T.-O.:  u.  a.  Kapitalserhöhung. 

Richard  Blumenfeld,  Veltener  Ofenfabrik,  A.-G.,  Charlottenburg: 
a.  o.  G-V,  12.9.22,  11  Uhr  v,  Bankhaus  Gebr.  Arnhold,  Berlin.  T.-O.: 
Kapitalserhöhung  um  Jt  4  Mill.  Stammaktien  auf  Jt  9,5  Mill. 

Niederlausitzer  Tonwerke,  A.-G.,  Cabel:  o.  G.-V.  19.  9.  22,  2  Uhr  n. 
Kasinogesellschaft,  Cottbus. 

Stoiberger  A.-G.  für  feuerfeste  Produkte  (vorm.  Bud.  Keller),  Stol" 
berg  2 :   o.  G.-V.  23.  9.  22,  12  Uhr  m.,  Erholungsgesellschaft  Aachen. 

A.-G.  der  Gerresheimer  Glashüttenwerke,  vorm  Ferd.  Heye,  Düssel- 
dorf :   Die  auf  den  14,  9.  22  einberufene  a.  o.  G  -V  findet  nicht  statt. 

Thüringer  Glaswareufabrik,  A.-G,  Oberweißbach :  a.  o.  G.-V.  18.  9.  22, 

12  Uhr  m.,  Parkhotel,  Dusseldorf.  T.-O.  :t  Verkauf  der  früheren  Neo  Iso- 
Werke  in  Oberweißbach;  Kapitalserhöhung'. 

Eisenwerk  Kaiserslautern,  Kaiserslautern :  a.  o.  G.-V  16. 9. 22,  3  Uhr  n, 
Rheinische  Creditbank,  Kaiserslautern.  T.-O. :  Kapitalserhöhung  um  Jt  12 
Mill.  Stammaktien  auf  Jt  24,6  Mill. 

Emaillier-  und  Stanzwerke,  vorm.  Gebr.  Ullrich,  Maikammer :  o.  G.-V. 
19.  9.  22,  3  Uhr  n ,  Gasthaus  zum  Rebstock,  Maikammer. 

Alfred  Gutmann,  A.-G.  für  Maschinenbau,  Hamburg :  a.  o.  G.-V. 
16.  9.  22,  12  Uhr  m ,  Commerz-  und  Privat-Bank,  A.-G.,  Hamburg.  T.-O  : 
Kapitalserhöhung  cm  M  2  Mill  Stamm-  und  Jt  0,25  Mill.  Vorzugsaktien. 


Messen  und  Ausstellungen. 

Zur  Frankfurter  Herbstmesse  wird  die  Z»hl  der  Sonderzüge  er 
heblich  vermehrt.  Für  die  auf  »Uen  Hauptlinien  nach  Frankfurt  verkehren- 
den GesellBcbaitszBge  sind  die  Fahrpreise  bis  zu  40°/0  herabgesetzt  worden- 
Der  Kartenverkauf  liegt  in  den  Händen  der  Beisebureaus  der  Hamburg. 
Amerika-Linie.   

Soziale  Bewegung. 

Die  gleitende  Lohnskala.  Der  12  000  Industriebetriebe  als  Mit- 
glieder umfassende  Deutsche  Iodustrieschutzverband,  Sitz  Dresden  (Ge- 
schäftsführer Giützner)  hat  pich  seit  dem  Auftauchen  des  GedankenB  der 
gleitenden  Lohnskala  wiederholt  mit  dieser  Frage  beschäftigt.  Er  steht 
auf  dem  Stend^unkt,  der  in  der  Nr.  60  seiner  „Mitteilungen"  eingehend 
begründet  wird,  daß  die  gleitende  8kala  keine  «eignete  Form  der  Lohn- 
regulierung darstellt.  Sie  führt  zu  vermehrter  I  fiation,  die«e  wieder  zu 
Preiserhöhungen  und  letztere  wieder  zu  neuerlichem  Steigen  der  Skala, 
also  im  Endeffekt  zu  einer  weiteren  Inflation.  Den  besten  Beweis  für  die 
unheilvolle  Wirkung  der  für  ein  ganzes  Wirtschaftsgebiet  geltenden  glei- 
tenden Skala  liefert  Oesterreich. 

Neue  Gehaltsgrenzen  in  Kündigung»-  und  KonkurrenzverbotB- 
recht.  Das  Beicbsgesetzblatt  vom  1.  8.  22  (Nr.  ,55)  bringt  folgende  Aen- 
derungen :  Im  HGB.  ist  bekanntlich,  wenn  es  sich  um  höuer  bezahlte  An- 
gestellte bandelt,  bezgl.  der  Art  und  Dauer  der  Kündigungsfrist  jede 
Schranke  außer  der  der  guten  SitteD,  beseitigt.  Die  GehaltBgrenze  für 
höher  bezahlte  Angestellte  iit  jetzt  auf  Ji  100000  erhöht  worden  (zuletzt 
M  30000,  im  Frieden  Jt  6000).  Weiter  darf  mit  einem  Angestellten, 
der  weniger  als  Jt  60000  (früher  Jt  12000,  im  Frieden  Jt  1600)  ver- 


dient, eine  Konkurrenzklausel  nicht  vereinbart  werden.  —  Mit  leitenden 
Angestellten,  das  Gesetz  versteht  darunter  solche,  die  über  M  120000 
(f itther  JK  40000,  im  Frieden  Jt  8000)  verdienen,  kann  eine  Konkurrenz- 
klausel  vereinbart  werden,  ohne  irgend  welche  besonderen  Einschrän- 
kungen.  Nur  die  Schriftform  ist  vorgeschrieben. 

Verbände. 

Der  Verband  Deutscher  Elektrotechnischer  Porzellanfabriken 

hat  beschlossen,  den  Teuerungszuschlag  »b  1.  9.  22  von  300  %  auf  640  % 
zu  erhöhen,  was  eine  Preissteigerung  von  60  o/0  gegenüber  den  Augustpreisen 
bedeutet.  Der  Verband  hat  ferner  mit  Rücksicht  auf  die  Bich  überstürzende 
allgemeine  Preisentwicklung  beschlossen,  vorläufig  von  seiner  festen  Preis- 
bindung für  jeweils  einen  Kalendermonat  wieder  abzugehen  und  sich  an 
vorstehenden  Teuerungszuschlag  vorläufig  nur  bis  zum  15.  9.  gebunden  zu 
halten. 

Der  Verband  Deutscher  Elektrotechnischer  Porzellanfabriken 

hat  beschlossen,  die  Verkaufspreise  für  Niederspannungsmaterial  ans  Por- 
zellan und  Steatit  ab  1.  9.  22  von  300%  auf  540  °/0  zu  erhöhen. 

Der  Verband  Deutscher  Elektrotechnischer  Porzellanfabriken 
Fachgruppe  chemisch-technisches  Porzellan  hat  beschlossen,  vom 
25.  8.  22  ab  auf  die  Grundpreise  (d.  s.  die  zehnfachen  Friedenspreise)  einen 
Teuerungszuschlag  von  900  %  in  Anrechnung  zu  bringen. 

Der  Verband  Deutscher  Porzellangeschirrfabriken  G.  m.  b.  H., 
sieht  sich  infolge  des  ungeheueren  Steigens  der  ausländischen  Roh-  und 
Hilfsstoffe  und  der  allgemeinen  durch  den  Kurssturz  verursachten  Pro- 
duktionskostenBteigerung  genötigt,  den  Multiplikator  mit  dem  28.  8.  22 
einstweilen  auf  11  festzusetzen. 

Die  Vereinigten  Porzellan-Isolatoren- Werke,  G.  m.  b.  H., 
Berlin,  (Hochspannungs-Isolatoren-Syndikat),  erhöhten  mit  Wirkung 
ab  1  9.  22  den  für  August  geltenden  Teuerungsaufschlag  von  280  auf 
510%-  In  Anbetracht  der  Bich  stetig  ändernden  Verhältnisse  haben  die 
neuen  Verkaufspreise  nur  für  die  erste  Hälfte  des  Monats  September 
Gültigkeit,  da  es  unter  gegenwärtigen  Verhältnissen  nicht  möglich  ist, 
die  Verkaufspreise  auf  längere  Zeit  hinaus  im  Voraus  zu  errechnen. 

Die  Vereinigten  Steingutfabriken,  G.  m.  b,  H.,  erhöhten  mit 
Wirkung  vom  25. 8.  22  die  Aufschläge  für  Gruppe  I  von  1100  auf  2200% 
und  für  Gruppe  II  von  1000  auf  2000%. 

Verband  Deutscher  Kachelofen  -  Fabrikanten.  Mit  sofortiger 
Wirkung  ist  der  Teuerungszuschlag  für  vorgeformte  Schamotteware  und 
Schmelzware  auf  650%,  für  Glätteware  und  unbehautete  Schamotteware 
auf  750%,  für  Glätteware  unb  undehauteta  Schamotte  wäre  mit  Nute  auf 
750  %  und  für  Glätteware  und  unbehautete  Schamotteware  gemustert  mit  o  ler 
ohne  Nute  auf  760%  auf  die  erhöhten  Grundpreise  der  Durchschnittspreis- 
liBte  festgesetzt  worden.  Für  alle  Verkäufe  gelten  die  am  Tage  des 
Versandes  gültigen  Preise. 

Die  Westdeutsche  und  die  Mittel-  und  Ostdeutsche  Schamotte- 
Kon  venlion  sowie  die  Westdeutsche  und  die  Ostdeutsche  Silikat- Kon- 
vention erhöhten  den  bisherigen  Teuerungszuschlag  von  560%  für  alle 
Lieferungen  ab  28.8.  22  auf  1100%. 

Der  Verein  deutscher  Spiegelglasfabriken,  Cöln,  erhöhte  seine 
Preise  für  unbelegtes  Spiegelglas  unterm  30.  8.  22  um  weitere  60  %. 

Preiserhöhung  für  Fensterglas.  Sämtliche  Verbände  der  Glas 
fabriken  haben  den  TeuernngszuBchlag  von  190%  auf  350%  erhöht,  was 
einer  Preiierhöhung  von  ungefähr  55%  entspricht.  Auch  die  Preise  für 
Drahtglas  für  Bedachung  sind  seitens  der  Httttenvereinigung  Anfang  August 
abermals  um  M  50  je  qm  erhöht  worden. 

Preiserhöhung  für  Glühlampen.  Die  Glühlampenfabriken  haben 
mit  Wirkung  ab  30. 8.  22  mit  Rücksicht  auf  die  weiterhin  gestiegenen 
MateriBipreise,  Löhne  und  sonstigen  Unkosten  eine  Erhöhung  der  am 
31.7.  22  eingeführten  deutschen  Grundpreise  um  100  °/0  beschlossen. 

Der  Verband  deutscher  Herdfabrikanten,  Hagen  i.  W.,  erhöhte 
mit  Berechnung  ab  21.  8.  22  den  Aufschlag  auf  840%. 

Neuer  Arbeitgeberverband.  Die  Bächeischen  Sand-  und  Kieswerke 
haben  sich  unter  enger  Anlehnung  an  den  Deutschen  InduBtrieschutzver- 
band  zu  einem  Arbeitgeberverband  mit  dem  Sitz  in  Dresden  zusammen 
geschlossen.  Die  konstituierende  Versammlung  wählte  Herrn  Budolf 
Gebler,  Dresden,  als  Vorsitzenden,  und  Herrn  Stadtrat  HertzBch,  Penzig, 
als  stellv.  Vorsitzenden. 

Firmenregister. 

Deutschland. 

Porzellanfabrik  C.  M.  Hutschenreuther,  A.-G.,  Zweigniederlassung 
Berlin,  VertriebBstelle  der  Zahnfabrik  Saxonia,  Berlin,  Zweigniederlassung 
der  Porzellanfabrik  C.  M.  Hutschenreuther,  A.  G,  Hohenberg  a.  Eger, 
Berlin.  Unter  vorstehender  Firma  wurde  in  Berlin  eine  Zweignieder- 
lassung errichtet.  Dr.  Hermann  Eisenlohr  und  Gottlieb  Heilmann  haben 
für  die  Zweigniederlassungen  in  Berlin  und  Badeberg  Prokura  mit  einem 
Vorstandsmitglied.  ,  t 

Vereinigte  Porzellan  werke,  A.-G.  zu  Lübeck,  Lübeck.  Als  Auf- 
sichtsratsmitglieder wurden  hinzugewählt:  Kaufmann  W.  Berlin,  H.  Jacob, 
H.  Rosenthal,  Max  Scheidt. 

Porzellanfabrik  Schönwald,  Schönwald.  Vom  Betriebsrat  wurden 
Dreher  H.  Werner  und  Buchhalter  G.  Schaller  in  den  Aufdichtsrat  ent 
sandti 

Ottomar  Häntzsohel,  Porzellankunstmalerei,  Freital.  Die  Handels 
niederlaaBung  ist  nach  Dresden  verlegt  worden. 

Ton-  und  Steinzeugwerke  W.  Richter  &  Cie.,  A.-G.,  Bitterfeld 
Direktor  Albin  Pscheidl  ist  in  den  Vorstand  eingetreten;  seine  Prokun 
ist  erloBchen.   Kaufmann  Fritz  Körner  hat  Prokura. 

Deutsche  Ton-  und  Steinzeugwerke,  A-G  ,  Berlin  Cdarlottenburg 
Vom  Betriebsrat  wurden  lug.  H.  Jaensch  und  Töpfer  G.  Domel  in  dei 
Aufsichtsrat  entsandt. 


I9aa.  (65.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL -CÖBURÖ. 


ft'r.  86  -  407 


Schlesische  Stein  zeugwerke,  G.  m.  b.  F..  Freiwaldan  An  Stelle  des 
Gustav  Dünnbier  winde  Rechtsanwalt  Otto  Hamann  zum  Geschäftsführer 
bestellt    Kaufmann  Johannes  Großmann  hat  Gesamtprokura. 

Deutsche  Steinzeugwarenfabrik  für  Canalisation  und  Chemische 
Iodastrie,  Friedrichsfeld.  Vom  Betriebsrat  worden  Töpfer  W.  Stapka  nnd 
Bachhalter  J.  Silberzahn  in  den  Aufsichtsrat  entsandt. 

Boemer'scbe  Msjolika-Werkstätte  Harlachin,  G.  m.  b.  H,  Manchen 
(Harlachin  Hs.  Nr.  3).  Erwerb  nnd  Fortführung  der  von  Prof.  Georg 
Boemer  gegründeten  Majolika- Werkstätten  sowie  Erzengang  kunstgewerb- 
licher Gegenstände  aller  Art.  Stammkapital!:  Ji  100  000.  Geschäftsführer 
ist  Direktor  J.  E.  Fehling. 

Tonwarenfabrik  Gustav  Kothe,  Straach  bei  Wittenberg.  Die  Firma 
ist  erloschen. 

Märkische  Tonwaren-Indastrie,  A.-G,  Oranienburg.  Den  derzeitigen 
Anfsicbtsrat  bilden:  Kaufmann  H.  Hecht,  Vors.,  Fabrikdirektor  H.  Loening, 
stell  v.  Vors.,  Dr.  L.  Dicken,  Komm.-Rat  M  Falk,  die  Direktoren  A.  Fricke, 
S.  Herrmanu,  P.  Loening  und  Jostizrat  H.  Priester, 

Feuerfest,  G  m.  b.  H.,  Düsseldorf-Oberkassel  (Wildenbrachstr.  27). 
Herstellung  and  Vertrieb  feuerfester  und  säurefester  Produkte,  Ton-  und 
Steinzeug  aller  Art  für  die  Eisen-,  Hatten-,  chemische  und  keramische 
Industrie.  Stammkapital:  <M  60000.  Geschäftsführer  sind  lag.  Siegfried 
Barth  und  die  Kaufieute  Franz  Heiweg  und  Peter  Buschmann. 

Vereinigte  Großalmeroder  Tonwerke,  A.-G..  Großalmerode  Die 
Kapitalserböhnng  um  Jl  6,5  Mill.  Stamm-  und  M  0,5  Mill.  Vorzugsaktien 
auf  M  14  5  Mill.  ist  erfolgt 

Schamotte-  und  Steinindustrie-GeseHschaft  m.  b  H,  Leichlingen. 
1  Der  Sitz  ist  nach  Siegburg  verlegt.  Herstellung  und  Vertrieb  von  feuer- 
festen Produkten  aller  Art  Stammkapital:  M  45000.  Geschäftsführer 
ist  Kaufmann  Paul  Sporeg. 

Mitteldeutsche  Schmirgelwerke,  A.-G.,  Butzbach,  Werk  Helmars- 
hausen, Helmarshausen.  Unter  vorstehender  Firma  wurde  in  Helmars- 
hausen eine  Zweigniederlassung  errichtet. 

Vertriebs-Verband  der  Krugbäcker  des  Unterwesterwaldkreises, 
e.  G.  m.  b.  H,  Bansbach.  Die  Genossenschaft  ist  aufgelöst.  Liquidatoren 
sind  die  seitherigen  Vorstandsmitglieder  Peter  C  Wingender,  Clemens 
Korzilins  und  Franz  M.  Gerharz 

Bobert  Hirsch,  Döbern,  N.-L  Witwe  Fernandine  Hirsch,  Frau 
Dorothea  Pade,  Frl.  Hildegard  Hirsch,  Frau  Amanda  Spitzer,  Witwe 
Hedwig  See  ff,  Frau  Olga  Kleefeld,  Frau  Marie  Hirsch  sind  als  persönlich 
|  haftende  Gesellschafter  eingetreten.  Vertretungsbefugt  ist  nur  Gesell- 
!  schafter  Friedrich  Hirsch.  Kaufmann  Karl  Kittner  und  Hauptmann  a.  D. 
A'fons  Pade  haben  Gesamtprokura. 

Drebkauer  Hohlglashüttenwerke,  Opitz  Madrack  &  Co.,  G.  m.  b.  H., 
Drebkan.  Das  Stammkapital  ist  um  Ji  35  000  auf  M  100000  erhöht 
worden. 

A.-G.  der  Gerresheimer  Glashüttenwerke,  vorm.  Ferd.  Heye,  Düsseldorf. 
;  Eduard  Gößling  ist  aus  dem  Aufsichtsrat  ausgeschieden.  Vom  Betriebsrat 
i  wurden  Buchhalter  P.  Viehmann  und  Arbeiterratsvorsitzender  W.  Niek  in 
)  den  Anfsicbtsrat  entsandt. 

Deutsche  Spiegelglas- A.-G.,  Kl.  Freden.  DipL-Kaufmann  Ojkar 
Bornheim  wurde  zum  Vorstandsmitglied  bestellt. 

Hohlglaswerk  Süntelgrund  Martin  &  de  la  Porte,  Münster  (Deister). 
Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst,  die  Firma  erloschen. 

Hohlglaswerk  Süntelgrund,  A.-G.,  Münder  a.  D.  Grundkapital  : 
I  M  475  000.   Vorstand  ist  Eisenbahnbeamter  August  Neff . 

Glasfabrik  Weißwasser,  G.  m.  b.  H,  Weißwasser,  0 -L  An  Stelle 
'  von  Rechtsanwalt  van  Heyst  wurde  Rechtsanwalt  Hermann  F.  von  Walsem 
i  zum  Geschäftsführer  bestellt. 

Berlin  Grünaner- Glühlampen-Fabrik  v.  Hanstein  &  Co.,  Komm  G , 
Berlin-Grünau.  Kaufmann  Paul  Meyer  hat  Prokura  mit  dem  Gesell- 
schafter Paul  Lehmann.  Der  persönlich  haftende  Gesellschafter  v.  Han- 
stein ist  als  solcher  ausgeschieden ;  er  ist  nunmehr  als  Kommanditist  beteiligt. 

Dr.  Bachfeld  &  Co.,  Frankfurt  a.  M.  Die  Gesellschaft  ist  aufge- 
löst. Der  bisherige  Gesellschafter  Dr.  phil.  Eugen  Bachfeld  iBt  alleiniger 
Inhaber. 

Thermometer-  und  Glasinstrumentenfabrik  Friedrich  Kupfer,  Schmiede- 
feld. Inhaber  iBt  Fabrikant  Friedrich  Kupfer.  Die  Fabrikanten  Max  und 
Willy  Kupfer  haben  Einzelprokura. 

Glaskunst,  G.  m  b.  H,  Berlin.  Herstellung  und  Vertrieb,  insbe- 
sondere Export  von  Kunstmalereien  auf  Glas  und  ähnlichen  Erzeugnissen. 
Stammkapital :  M  20  000.  Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer 
sind  Kaufmann  Heinrich  Eisert  und  Frl.  Else  Häßner. 

Georg  Kreiß,  G.  m.  b.  H,  Fürth  (Lnisenstraße  9).  Herstellung  und 
Vertrieb  von  Spiegeln,  Metall-  und  Glaswaren  aller  Art.  Stammkapital: 
Jt  1  Mill.    Geschäftsführer  ist  Fabrikant  Georg  Kreiß. 

J.  W.  Bemy,  A.-G.,  Grenzbansen.  Die  Firma  J.  W.  Bemy,  Fabrik 
nnd  Versand  ven  i ämtlichen  Apparaten,  Gefäßen  und  Utensilien  znm 
pharmazeutischen  nnd  chemischen  Gebrauche  und  Kork  abrik,  Grenz- 
hansen, welche  anch  Zweigniederlassungen  in  Essen  und  Saarbrücken 
unterhält,  ist  in  eine  A.-G.  umgewandelt  worden.  Stammkapital: 
M.  2,25  Mill.  Vorstand  ist  der  bisherige  Firmen- Inhaber  Fabrikant 
Philipp  Weickel.  Die  Kaufleute  Jakob  Trescb,  Georg  Budolph  und  Fritz 
1  Meyer  haben  Gesamtprokura  zu  je  zweien. 

Annweiler  Email-  und  Metall- Werke,  vorm.  Franz  Ullrich  Söhne, 
.Annweiler.  Vom  Betriebsrat  wurden  Buchhalter  Ph.  J.  Leicht  und 
Arbeiter  Jos.  Kleinhanß  in  den  Aufsichtsrat  entsandt. 

Stema  Stanz-  nnd  Emaillewaren-Kommanditgesellschaft  Hensel  &  Co., 
Hamburg.  Persönlich  haftender  Gesellschafter  ist  Kaufmann  Walter  H.  K. 
Hensel.  Ein  Kommanditist  ist  beteiligt. 


Patente. 

Deutsches  Reich. 
Anmeldungen. 

1  a,  9.  St.  33  638.  Verfahren  zum  Entwässern  von  mit  einem  hohen 
Wassergehalt  versehenen  Gut;  Zus.  z.  Anm.  St.  32222.  Theodor  Steen, 
Charlottenburg,  Knesebeckstr.  77.  2.10.20. 


12  b.  Z.  12  688.  Vonichtansr  zam  Eöst«n  oder  Kalzinieren  des 
Reaktionsproduktes  von  festen  und  flüssigen  Stoffen  in  einem  Muffelofen; 
Zas.  z.  Pat.  343  460.  Victor  Zieren,  Berlin -Friedenau,  Saarstraße  6. 
25. 10.  21. 

12  e,  2.  S.  58  126  Geheizter  Isolator  für  elektrische  Entstaubungs- 
anlagen oder  dergl.  Siemens-Schuckertwerke,  G.  m.  b.  H,  Siemensstadt 
bei  Berlin.   19. 11.  21. 

12  i,  37.  M.  76  655.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Aluminats- 
Silikaten  oder  Permutiten;  Zus.  z.  Anm.  M.  74  548.  Dr.  C.  Massatsh, 
Berlin,  Hedemannstr.  13/14.   9.  2.  22. 

12i,  37.  P.  38  868.  Verfahren  zur  Herstellung  einer  stark  porigen 
adsorbierenden  Masse.  The  Silica  Gel  Corporation,  Baltimore,  Maryland, 
V.  St.  A.    6. 12.  19.   England  7. 12.  18. 

12  i,  37.  S.  51  745.  Verfahren  zur  Herstellung  von  künstlichem 
Glimmer.   Siemens  &  Halske,  A.-G.,  Siemensstadt  bei  Berlin.   6. 12. 19. 

12  m,  6.  C.  29  134.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Tonerde  aus 
Tonerdesilikaten.  Chemische  Fabrik  Griesheim-Elektron,  Frankfurt  a.  M. 
81.5.20. 

12  m,  6.  B.  55  370.  Verfahren  zur  Darstellung  synthetischer  Edel- 
steine.  Dr.  Otto  Bnfi,  Breslau,  Uferzeile  10    15. 3  22. 

13  c,  6.  A.  34  569.  Einrichtung  zar  Befestigung  von  Wasserstands- 
gläsern an  den  Hahnköpfen.    Gottf/ied  Adrian  in  Linz  a.  Eh.    17. 12.  20. 

21c,  .13.  S.  49  827.  Hängeisolator  mit  druckausgleichenden  Be- 
schlägen.  Dipl  -lag  Eugen  Seifried,  Waldkirch  i  B.    19.  3.  19. 

21c,  13.  B.  99149.  Hängeisolator.  Paul  Bergeon,  Louis  Perotto 
u.  Ernest  Dasangey,  Grenoble,  Frankreich.   8  4.  21.  Frankreich  18.  3.  21. 

30  b,  14.  W.  59  515.  Verfahren  zur  Herateilung  der  Zahnform- 
platten zum  Formen  künstlicher  Zähne.  Hans  Wetzler,  Offenbach  a.  M. 
30. 9.  21. 

30  d,  27.  0.  10  825.  Verfahren  zur  Herstellung  von  ultraviolett 
absorbierenden  Augengläsern.  Optische  Anstalt  C.  P.  Goerz,  A.-G., 
Berlin-Friedenau.   11. 12.  18. 

32  a,  13.  E.  24  399.  Selbsttätige  Glasblasemaschine  mit  Saugeform. 
Europäischer  Verband  der  Flaschenfabriken,  G.  m.  b.  H„  Düsseldorf. 
18. 9.  19.  - 

32  a,  33.  H.  78  858.  Glasschneider.  Franz  Huth,  Hamburg, 
Bethesdastr.  8.   29. 10.  19. 

32  b,  8.  B.  48  961.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Preßglasgegen- 
ständen  mit  farbigen,  erhabenen  Mustern.  Karl  Eehm,  München,  Kobell- 
Btraße  10.   2  12  19. 

341,  11.  H.  82  442.  Doppelwandiges  Gefäß  nach  Dewar- Weinhold. 
Christian  Hinkel,  Berlin,  Alexandrinenstr.  35.   16.  9.  20. 

42  h,  5  H.  89  558.  Bingförmiger  optischer  Glaskörper.  Karl 
Hansen,  Hasenheide  47,  u.  Alex  Binder,  Kurfürstendamm  225,  Berlin. 
25. 1.  22. 

42h,  9.  B.  99  745.  Scheinwerferlinse;  Zas.  z.  Pat.  294  771.  Bausch 
&  Lomb,  Optical  Company,  Eochester,  New  York,  V.  St.  A.    18.  5.  21. 

42  i,  1.  L  52  403.  Qaecksilberkontaktthermometer.  Fa  Hermann 
E,  Lindenlaub,  Schmiedefeld.  Thür.    17.2.  21. 

421,  7.  D.  40  765.  Verfahren  und  Vorrichtungen  zur  Messung  der 
Zähigkeit  von  Flüssigkeiten.  Dr.  Eichard  v.  Dallwitz- Wegner,  Neckar- 
gemünd bei  Heidelberg.   23. 11.  21. 

42  m,  17.  B.  54  389.  Glasläufer  für  Eachenschieber.  B.  Beiß, 
G.  m.  b.  H  ,  Liebenwerda,  Sa.    12. 11.  21. 

48  c,  1.  K.  65  757.  Verfahren  zur  Herstellung  getrübter  Emaillen ; 
Zus.  z  Anm.  K.  62021.  Dr.  Heinrich  Kretzer,  Koblenz- Wallersheim.  9. 3.  18. 

48  c,  1.  M.  74076.  Verfahren  zur  Herstellung  von  für  Naßauftragang 
geeigneten  Emaillen;  Zas.  z.  Anm.  M.  66128.  Charles  Musco],  Brüssel. 
10.  6.  21. 

53  b,  3.  B  52  145.  Vorrichtung  zum  Entlüften  und  Schließen  von 
Konservengläsern  und  dergl.  mittels  Luftabsaugung.  Willy  Eudolph, 
Hirsohberg  i.  Schles.   28  1.  21. 

64  a,  54.  St.  33  318.  Flaschenverschluß  mit  Ausguß.  Adolf  Stern,, 
Charlottenburg,  Fredericiastr.  8.   21  6.  20. 

67  a,  14.  E.  27  011.  Maschine  zum  Schleifen  ebener  Flächen  an 
Schleifsteinen.  Malvern  Arnos  Egton,  Littleton,  V.  St.  A.  15  8  21.  V.  St. 
Amerika  15.  3.  20. 

67  a,  16.  H.  87  315.  Maschine  zum  Schleifen  von  Facetten  an 
Glasplatten  mit  zwei  nacheinander  arbeitenden  Schleifscheiben.  Eichard 
Herrmann,  Siegen  i.  Westf.  11.10.21. 

75  c,  22.  E.  51 738.  Arbeitsglaskasten  zur  Aufnahme  von  zerstäubten 
Farben,  Lacken  usw.    7. 12  20 

75  c,  22.  B  54  795.  Arbeitsglaskasten  zur  Aufnahme  von  zerstäubten 
Farben,  Lacken  usw.;  Zas.  z.  Anm  E  51738.  18.10.21. 

Karl  Kein,  Tillowitz,  0  -8. 

80  a,  45.  B.  80271.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Spiegeln  aus 
keremischer  Messe.  Wilhelm  Boehm,  Berlin,  Gotzkowskystr.  20.   6. 10.  15. 

80  b,  6.  T.  25481.  Verfahren  zur  Hersteilung  von  Gegenständen 
aus  einer  G.psmasse.  Eichard  Trautmann,  Potsdam,  Brandenburger  Str.  2, 
u.  Paul  Kurze,  Berlin,  Schönhauser  Allee  126  a.    20.  6.  21. 

80  b,  9.  G.  51560.  Verfahren  znr  Herstellung  einer  Wärmeisolier- 
masse. Gesellschaft  für  Tnff-  und  Tontechnik  m.  b.  H„  Neuwied.   26  7.  20. 

80b,  12.  P.  43508.  Verfahren  zur  Herstellung  von  synthetischem 
Speckstein.   Porzellanfabrik  Ph  Romenthal  &  Co.,  A  -G.,  Berlin.    14. 1.  22. 

80  b,  17.  0.  10786.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Dichtangs- 
platten  für  Hochdruckleitungen.  Adolf  Oasterheld,  Eichriede  b.  Wunstorf, 
Hannover.   22. 10.  18 

80  b,  23.  L.  51853  Herstellung  einer  politurfähigen  Glasur  anf 
Zement,  Stein  oder  Hol«;  Zus.  z  Anm.  L  49655.  John  Langbein,  Ham- 
barg, Hasselbroekstr.  18    29. 11.  20. 

80  c,  3.  D.  37  746  Brennofen.  Dipl.  log.  Erwin  Wesnigk,  Berlin, 
Waterloo  Ufer  14.    10.  6.  20. 

80  c,  5.  M  71025  Tunnelofen.  Bobert  Clay  Metcalfe,  Newark, 
New  Jersey,  V.  St.  A.    14. 10.  20. 

80  o,  11.  A.  33  473.  Verfahren  und  Ofen  zum  gleichzeitigen  Brennen 
von  Stück-  und  Estrichgips.  Joseph  Etienne  Ardisson,  Digne  (Basses- 
Alpes).   22.5.  20.    v 


408 


Nr.  86 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


im  (u. 


Erteilungen. 

357  892  80  a,  47.  Presse  fttr  Porzellangegenstände  mit  Innen' 
gewinde.    Franz  Jawanehy,  Carlowitz,  Schulst*.  90.    11.  6  20. 

357  975.  42  i,  9.  Optisches  Pyrometer.  Michael  Lockhoven,  Köln- 
Ehrenfeld,  Geißelst*.  78    5. 12.  20. 

358  010.  12  e,  1.  FtJlJkörper  für  Reaktionstürme  u.  dgl.  Walter 
Krause,  Friesack,  Mark.    10  5.  16. 

368031.  20k,  9.  Hängeisolator,  insbesondere  für  Hochspannungs- 
fahrleitungen.  Fritz  Bielefeld,  Bonn,  Königstr.  37.    19.7.  21. 

358  051.  30  b,  14.  Auswechselbarer  künstlicher  Zahn  mit  Bücken- 
platte Wilhelm  von  Kondratowicz,  Berlin,  Alte  Schönhauser  Str.  60. 
27.11  20. 

358162.  44  b,  18.  Etui  für  Zigarren  oder  Zigaretten  u.  dgl  Por- 
zellanfabrik F.  Thomas,  Marktredwitz,  Bay.   8.  7.  21. 

358249.  30  g,  3.  Befestigung  von  Flaschenhal«einsätzeu.  Carl 
Schnuerle,  Frankfurt  a.  M ,  Waldschmidtstr.  57.   20. 1.  20. 

358  294.  80  b,  7.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Kunstmeerschaum ; 
Zus.  z.  Pat.  340  533.   Paul  Deussing,  Buhla,  Thür.    24.  9  21. 

368411.  21c,  13.  Hochspannisolator.  Robert  Marsh  Johnston, 
Huntington,  V.  St.  A.    10. 10  20. 

358412.  21c,  13.  Doppelkopfisolator  mit  kittloser  Verbindung 
zwischen  Beschlägen  und  Isolatorkörper.  Porzellanfabrik  Ph.  Rosenthal 
&  Co  ,  A.-G ,  Selb.   26.  2.  20. 

358  421.  21g,  15.  Hochvakuumröatgenröhre.  Siemens  &  Halske 
A.-G,  Siemensstadt  b.  Berlin.   3.3.  21. 

358435  30  g,  1.  Essigsäure-  oder  Tropfflasche.  Carl  Schnuerle, 
Frankfurt  a.  M ,  Waldschmidtstr.  57.   31.  8.  20. 

358  531.  21  f,  49  Isolierfassung  fttr  elektrische  Glühlampen.  Gustav 
Eiternick,  Ilmenau  i.  Th.    3.  8.  21. 

•  358  578.  67  8,  19.  Vorrichtung  zum  Anschleifen  zweier  im  Winkel 
zueinander  liegender  Facetten  an  ovale  Brillengläser  durchgebogener  Form 
(Menisken);  Zus.  z.  Pat.  356  476.  Otto  Schwarz,  Charlottenburg,  Stutt- 
garter PI.  10  a.    29.  3.  19. 

358608.  12  c,  1.  Vorrichtung  zum  Auslaugen  fester  Stoffe.  Dr. 
Rudolf  Adler,  Karlsbad.   27.  7.  20 

358  680.  80  b,  9  Verfahren  zur  Herstellung  einer  gegen  chemische 
und  elektrische  Einflüsse  widerstandsfähigen,  feuerfesten  Kunstmasse. 
Plauson'a  Forschungsinstitut  G.  m.  b.  H,,  Hamburg.   21.9.  20. 

368  714.  21c,  9.  Verfahren  zur  Schlagprüfung  von  Isolatoren.  All- 
gemeine Elektrizitäts- Gesellschaft,  Berlin.   20.  3.  21. 

368  806.  26  a,  14  VerBchlußvorrichtung  für  die  unteren  Oeffnungen 
stehender  Retorten  oder  Kammern.  Chamottefabrik  Thonberg,  A.-G., 
Thonberg,  Post  Wiesa-Kamenz,  Bez.  Dresden.   24  6.  21. 

Beschreibungen. 
Kammerringofen  zum  Brennen  von  keramischen  Waren,  Kalk, 

Dolomit  u.  dgl.  nach  Patent  349  951  Aueh  die  von  der  Ksmmerdecke 
zur  Sohle  führenden  Ueberl eitern gskanäle  sind  mit  Sandverschlussen  an  der 
KammerBohle  versehen,  kdem  Sand  durch  eine  Pfeife  eingefüllt  wird,  der 
Bich  in  einer  fich  einseitig  nach  dem  Kammerinnern  öffnenden  Grube 
unter  der  Trennwand  ansammelt  80  c,  3.  Nr  352  043  28.3.  20  (Zu- 
satz zum  Patent  349  951)    Dr.-Ing.  Heinrieh  Koppere,  EsBen,  Ruhr. 

Vorrichtung  zum  Heben  und  Transportieren  von  Spiegel- 
scheiben und  anderen  ebenen  Gegenständen.  Sie  besteht  aus  einem  mit 
Saugern  versehenen  Rahmen,  wobei  die  Sauger  so  an  Stangen,  des 
Rahmens  aufgehängt  sind,  daß  Bie  sich  auf  diesen  Stangen  verschieben 
lassen,  die  sich  ihrerseits  senkrecht  zu  ihrer  Längsachse  verschieben 
lassen.  36  b,  7.  Nr.  352  067.  28  11.  19.  Socsete  Anonyme  des  Mann- 
-  faktures  des  Glaces  et  Piodaits  Chimiques  de  Saint-Gobain,  Chauny  & 
Cirey,  Paris. 

Einffihrungsisolator  mit  Hohlraum  zur  Reinigung  von  Gasen 
durch  hochgespannte  Elett'izität.  Der  Hohlraum  des  Isolators  ist  durch 
•  eine  Zone  in  Glimmerentladrrng  übergehender  Elektrizität  nach  dem  Gas- 
raum hin  abgesperrt  72  e.  Nr.  352  281.  13.  8.  20.  Allgemeine  Elek- 
trizitäts-Gesellschaft, Barlin. 

Verfahren  zur  Herstellung  von  Isolatoren  u.  dgl.,  bei  welchem 
die  Masse  (Porzellan,  Ton,  Steinzeug  u.  dgl )  in  eine  Form  gebracht  und 
hier  durch  einen  Stempel  zu  einem  Isolator  u.  dgl.  geformt  wird.  Zu- 
nächst wird  in  einem  ersten  Arbeitigang  der  Isolator  oder  dgl.  ohne 
Innengewinde  unter  Drehung  des  Stempels  und  gleichzeitiger  senkrechter 
Verschiebung  der  Form  oder  bei  nur  senkrecht  verschiebbarem  aber  nicht 
drehbarem  Stempel  unter  Drehung  der  Form  (nach  dem  Wirkverfahren) 
hergestellt,  worauf  in  einem  besonderen  zweiten  Arbeitsgauge  das  Ge- 
windeschneiden und  Verputzen  mittels  einer  heb-  und  senkbaren  sowie 
gleichzeitig  um  90°  drehbaren  Gewindeschneidspindel  und  einer  die  Ge- 
windescbneidspindel  umschließenden  rotierenden  Hohlwelle  erfolgt,  welche 
auf  ihrem  oberen  Ende  den  Isolator  trägt.  80  a,  47.  Nr.  352  560. 
13. 1.  20.   Hellwig  Ströder,  Coblenz  a.  Rh. 

Verfahren  zur  Verkleinerung  der  in  einem  Glase  enthaltenen 
Blasen.  Das  Glas  wird  in  erweichtem  Zustande  einem  Druck  ausgesetzt, 
bo  daß  das  Glas  die  in  den  Blasen  enthaltenen  Gase  absorbiert.  32  a,  5. 
Nr.  352  732.    8.  12  14.    Schott  &  Gen.,  Jena. 

Spritzapparat  für  Farben  u.  dgl.  Das  Hebelgestänge  zur  Be- 
wegung der  nie  Dttsenmündung  verschließenden  Ventilnadel  ist  eis  Gelenk- 
geradftthrnng  bo  ausgebildet,  daß  der  Angriffspunkt  an  der  Ventilnadel 
geradlinig  gefrort  ist.  75  c,  22.  Nr.  352829.  27.11.20.  Leipziger 
Tangier  Manier  Alexander  Grube,  Leipzig-Piagwitz. 

Verfahren  zur  Befestigung  von  Körpern  in  den  Hohlräumen 
von  Porzellangegenatänden,  besonders  zur  Herstellung  zwei-  oder  mehr- 
teiliger Isolatoren  durch  Aufschrumpfen.  Tin  innerer  Körper  aus  einem 
Stoff  von  geringerer  Schwindung  als  Porzellan  wird  in  getrocknetem  Zu- 
stande in  den  getrockneten  Hohlkörper  eingeführt,  worauf  beide  zu- 
sammen fertig  gebrannt  werden.  21c,  13.  Nr.  353  290.  20.3.  21.  (Zu- 
satz zum  Patent  295467).  H.  Schomburg  &  Sühne,  Akt.-Ges.,  Marga- 
rethenhütte, Post  üroßdubrau. 


Vorrichtung  zum   Beschicken  keramischer   Brennöfen  mit 

flüssigem  Brennstoff.  Sie  besteht  ans  einem  Oelbehälter  mit  durchgehen- 
dem Schaurohr,  und  unter  der  mit  einer  Abschlußvorrichtung  versehenen 
Auslauf Öffnung  ist  eine  Abtropfstange  angeordnet,  die  am  Ende  ein 
pendelndes  Verlängerungsstück  trägt.  80  c,  16.  Nr.  353427.  21  7.20. 
Leser  Cohen,  Berlin  Schöneberg. 

Kanalofen  zum  Brennen  keramischer  Waren,  Silikasteine, 
Magnesit  u.  dgl.  Der  Kühlraum  und  der  Vorwärmeraum  fallen  im  ganzen 
gegen  die  kalten  Enden  derart  ab,  daß  sich  in  ihnen  unter  dem  natür- 
lichen Auftrieb  die  Luft  bezw.  die  Abgase  in  Schichten  gleichmäßig 
abnehmender  Temperaturen  einstellen.  80  c,  5.  Nr.  353  475.  4.9.  19 
Heinrich  Koppers,  Essen,  Ruhr. 

Brillengläser-Schneidemaschine,  -  bei  welcher  der  obere  senkrecht 
geführte  Teil  der  federnden,  das  Brillenglas  gegen  die  Unterlage  drücken-» 
den  Stütze  mit  dem  unteren  Drnckstück  kugelgelenkig  verbunden  ist, 
Zwischen  dem  oberen  senkrecht  geführten  Teil  und  dem  unteren 
Druckstück  der  Stütze  sitzt  ein  an  beiden  Enden  durch  Kugelgelenk« 
verbundenes  Zwischenstück.  32  a,  33  Nr.  353  484.  5. 9  19.  A.  Schumann 
Dttsssldorf. 

Maschine  zum  Aufschneiden  der  Glasbirne  elektrischer  Glüh 

lampen  mit  einem  umlaufenden  Glühlampenhalter  und  einem  seitlich  des 
selben  angeordneten  Schneidstifthalter,  der  bei  Beendigung  einer  Um 
drehung  der  Birne  mechanisch  aus  der  Arbeitsstellung  zurückgezogei 
wird.  Der  Schneidstifthalter  wird  von  einem  in  wagreohter  Ebern 
schwingbaren,  durch  eine  Feder  in  der  Arbeitsstellung  gehalteneu  Arn 
getragen,  der  bei  Beendigung  einer  Umdrehung  der  Birne  durch  einei 
an  der  den  Glühlampenhalter  tragenden  Welle  angebrachten  Arm  über  du 
Mittelstellung  hinaus  zurückgeschlagen  und  durch  die  Feder  vollends  zurück 
gezogen  wird.  32  a,  33.  Nr.  353539.  17.8.15.  The  AUies  Electri» 
Lamp  Company  Ltd.,  London. 

Anfeuchteapparat  für  trockenes  pul  verförmiges  Material 
insbesondere  Ton.  Er  besteht  aas  einer  zur  Aufnahme  des  pulverförmigei 
Materials  dienenden  sich  drehenden  Scheibe,  oberhalb  welcher  zwei  in 
rechten  Winkel  zueinander  gerichtete  Reihen  von  Brausen  und  pflüg 
scharartigen  Umschauflern  feststehend  angeordnet  sind,  so  daß  das  Materia 
nacheinander  befeuchtet  und  umgeschaufelt  wird.  80  a,  1.  Nr.  353541 
21.  2  14.   Georges  Hidoox  und  Julian  Bernheim,  Paris. 

Mit  gleichzeitiger  Kühlung  arbeitender  Absorptionsturm 
Die  mit  Kühlwasser  beschickten  Einhängerohre  haben  Wandungen,  dil 
im  ganzen  oder  in  einzelnen  Teilen  wasserdurchlässig  Bind.  12  e,  1 
Nr.  353  653.  8  5  20.  Deutsche  Ton-  und  Steinzeugwerke  Akt.-Ges.  um 
Friedrich  Plinke,  Charlottenburg. 

Glüh-  und  Muffelofen  nach  Patent  344479.  Die  freistehende 
Heizkörper  werden  au«  lose  in  einen  feuerfesten  Mantel  eingefüllter,  köi 
niger  oder  stückiger  Widerstandamasse  gebildet  und  bilden  mit  der  um 
gebenden  Ofenwand  rohrartige  Luftumlaufkanäle.  80  c,  4.  Nr.  363  711 
29  7.  21.  (Zusatz  zum  Patent  344J479).  Carl  Roschmann,  Hennigsdoi 
b.  Berlin,  Osthavelland. 

Verfahren  zur  Erziel  ung  einer  vollkommenen  Gasverbrennun; 
in  Gaskanalöfen  zum  Brennen  von  keramischen  Erzeugnissen,  Porzellan 
Tonwaren  u.  dgl  mit  in  den  Kanalseitenwäuden  angeordneten  Gasbrennern 
Den  in  der  Brennzone  während  der  Verbrennung  in  den  unteren  Kanal 
schichten  sich  ansammelnden  unverbrannten  Gasmengen  wird  durch  ii 
au  sich  bekannter  Weise  in  den  Platten  der  Tonnelwageu  vorgesehen 
Oeffaungen  Luft  iu  zur  vollkommenen  Gasverbrenaang  ausreichender  Meng, 
von  unten  her  zugeführt.  80  c,  5.  Nr.  353712.  31.8.  21.  Allgemein 
Elektrizitäts-Gesellschaft,  Berlin. 

Verfahren  zum  Brennen  von  Porzellan  o.  dgl.  unter  Verwendun 
von  Gasfeuerung.  Der  Gasflamme  wird  durch  künstliche  Zuführung  d 
Verbrennungsprodukte  anderer  Stoffe  eine  einer  Kohlenflamme  ähnlict 
Beschaffenheit  erteilt.  80  b,  12.  Nr.  353  867.  18.3.21.  Siemens- Schucker 
Werke,  G.  m.  b.  H.,  Siemensätadt  b.  Berlin. 

Warenzeichen-Eintragungen. 

Erklärung  der  Abkürzungen:  G  Geschäftsbetrieb;  W.  Ware) 
Verzeichnis;  (A.)  Auszug;  (B.)  Der  Anmeldung  ist  eine  Beschreibun 
beigefügt;  A.  Tag  der  Anmeldung;  E.  Tag  der  Eintragung. 

287  972.  Staatliche  Porzellan-Manufactur  Nymphen- 
burg, München.  G. :  Porzellanmanufaktur.  W. :  Porzellan- 
gegenstände.   A. :  25  1.  21.   E. :  16. 6.  22. 


i  : 


Fragekasten  des  Sprechsaal. 

Keramik. 

112.  Mir  steht  ein  Ziegelton  zw  Verfügung,  den  ich  wegen  sein 
schönen  Beschaffenheit  zum  Gießen  verwenden  möchte,  was  mir  aber  nie 
gelingt.  Ohne  weiteren  Zusatz  reißt  er;  mischt  man  ihm  aber  Schamoi 
zu,  die  aus  dem  Ton  selbst  hergestellt  ist,  so  ist  er  gar  nicht  gießfäh 
denn  er  läuft  nicht  mehr,  auch  nicht  unter  Zusatz  von  Soda  und  Wasse 
glas  und  bei  noch  so  großer  Verdünnung.  Ich  machte  Versuche  n 
Wasserglas  und  Soda,  einzeln  und  zusammen,  in  kleineren  und  größer 
Mengen,  aber  immer  ist  das  Ergebnis  das  gleiche.  Man  kann  den  To 
schlicker  zwar  in  die  Form  ein-,  aber  nicht  mehr  ausgießen,  weil  er  fön 
lieh  zusammenstarrt. 

ggj  Erste  Antwort:  Die  Ziegeltone  sind  gewöhnlich  mager,  und  e 
daraus  hergestellter  Gießschiicker  erscheint  meistens  wässrig.  Sobald  d 
letztere  in  der  Form  antrocknet,  reißt  er,  und  der  Gießscherben  ist  sand 
und  brüchig.  Sie  werden  ein  weitaus  besseres  Resultat  erzielen,  wei 
Sie  Ihren  Ton  schlämmen.  Wollen  Sie  ihn  aber  bo  verwenden,  wie  er  ii 


im.  (Ii.  fthigang.) 


SPRECHSAAL  —  COBURG. 


Mr.  36  —  409 


so  müssen  Sie  einen  plastischen  reinen  Ton  oder  Kaolin  beimischen.  Bei 
dem  Sodagießverfabren  darf  man  nicht  wahllos  vorgehen,  sondern  nnr 
ganz  planmäßig,  wobei  man  Bich  besonders  das  merken  muß,  daß  der 
Schlicker  nach  dem  Zugeben  der  Sodalösung  erst  dicker  und  dann  nach 
einiger  Zeit  erst  dünnflüssig  wird.  Ich  empfehle  Ihnen  folgendes:  Sie 
streuen  Ihren  geschlämmten,  getrockneten  und  wieder  feinstgemahlenen 
Ton  oder  Ihren  mit  Kaolin  oder  plastischem  reinen  Ton  gemischten 
Versatz  solange  in  den  mit  Wasser  bis  zu  1/3  gefüllten  Bührbotticb,  bis 
der  Ton  etwa  1  cm  Uber  dem  Wasserspiegel  Herausstellt.  Am  nächsten 
Dlorgen  ist  der  Wasserspiegel  wiedtr  sichtbar,  und  Sie  lassen  das  Rühr- 
werk einige  Stunden  laufen.  Inzwischen  ist  die  kalz.  Soda  in  Wasser 
aufgelöst  und  wird  nun  unter  einigen  Umdrehungen  des  Quirls  der 
Masse  beigegeben ;  hierauf  steht  das  Bührwerk  1 4  Stunde  still,  damit  die 
Soda  durchgreift.  Sobald  das  Bührwerk  wieder  in  Tätigkeit  ist,  werden 
Sie  die  Wirkung  feststellen  können.  Der  Sodazusatz  muß  natürlich  aus- 
probiert werden.  Zuerst  beginnen  Sie  mit  0,5  kg  auf  100  kg  trockene 
Masse ;  es  ist  aber  möglich,  daß  Sie  den  Sodaznsatz  auf  0,8  bis  1  kg,  ev. 
auch  roch  etwas  darüber  erhöhen  müssen,  was  Sie  dann  seibat  sehen 
werden.  Viele,  die  das  Gießverfahren  nicht  kennen  und  neu  einführen 
wollen,  machen  immer  den  gleichen  Fehler,  daß  sie  der  Masse  von  vorn- 
herein zu  viel  Wasser  beigeben,  wodurch  schon  das  Gelingen  in  Frage 
gestellt  ist.  Der  Tonbrei  muß  dickflüssig,  also  dicht  sein,  dann  auch 
zeigt  Bich  erst  die  richtige  Wirkung  beim  Sod&zusatz. 

Zweite  Antwort:  Nicht  jeder  Ton  verhält  sich  einem  Sodazusatz 
gegenüber  gleich;  namentlich  die  Ziegeltone  zeigen  oft  ein  eigenartiges 
verhalten.  Man  muß  daher  den  Sodazusatz  genau  ermitteln  und  sein 
verhalten  im  Tonschiicker  feststellen,  wobei  zn  beachten  ist,  daß  die 
Wirkung  der  Soda  oft  erst  nach  einiger  Zeit  eintritt  und  daß  ein  zu 
irößfr  Sodazusatz  das  Gegenteil  von  der  Verflüssigung,  also  eine  Ver- 
lickong  hervorruft.  Sie  werden  sich  die  Sache  sehr  erleichtern,  wenn 
Sie  Ihrem  Ton  eine  auszuprobierende  kleine  Menge  eines  besseren,  plasti- 
lohen  Tones  zumisehen  nnd  die  Tonmischung  wie  bisher  mit  Schamotte 
'ins  der  eigenen  Masse  und  mit  etwas  Sand  zur  Erhöhung  der  Stand- 
festigkeit magern. 

Dritte  Antwort:  Ein  ausgesprochener  Ziegelton  läßt  sich  zum 
[stießen  ohne  weitere  Zusätze  nicht  verwenden.   Ihr  Material  ist  entschie- 
len  zu  mager,  nnd  wenn  Sie  dann  noch  Magerungsmittel  zusetzen,  ist  der 
ichlicker  natürlich   noch   weniger  gießfähig   als  vorher.  Gießmassen 
iküssen  mit  sehr  plastischen  Tonen  versetzt  sein,  um  die  ihnen  zuge- 
gebenen notwendigen  Magerungsmittel,  die  den  Massen  den  Stand  geben, 
während  des  Gießens  in  der  Schwebe  zu  erhalten  und  eine  Entmischung, 
jirie  sie  bei  Ihnen  der  Fall  ist,  auszuschließen.   Versetzen  Sie  einmal  Ihr 
Material  mit  ungefähr  1/3  sehr  fettem  Ton,  wie  z.  B.  Meißner  Bohton  I, 
lutkel,  und  Quarz.   Genaue  Gewichtsangaben  kann  man  nicht  machen, 
a  Ihr  Ton  nicht  genan  bezeichnet  nnd  seine  Zusammensetzung  nicht 
ekannt  ist. 

1  113.  Ich  habe  große  Mengen  Steinzeugmasse  in  eiserne  Formen  zu 
messen.  Die  Masse  läßt  nun  sehr  schlecht  von  den  Formen  los,  bezw. 
Uese  müssen  sehr  oft  geölt  werden,  um  ein  schnelles  und  glattes  Arbeiten 
m  ermöglichen.  Ich  bitte  daher  um  Angabe  von  Bezugsquellen  für  gutes 
^ormenöl  oder  einer  guten  Oelmischung  Eine  Verfärbung  der  Masse 
lurch  das  Oel  ist  nicht  schädlich. 

Erste  Antwort:    Ganz  abgesehen  davon,  daß  Sie  Ihre  Masse 
Wahrscheinlich  zu  klebrig  aufbereiten,  ist  das  Verfahren,  die  Preß-  oder 
[(tanzformen  sn  ölen,  weniger  üblich.   Nachdem  Sie  von  großen  Mengen 
;iprechen,  so  nehme  ich  an,  daß  Sie  kleinere  Stanzartikel  anfertigen,  und 
ist  es  doch  zweckdienlicher,  wenn  Sie  Ihre  Masse  direkt  als  Stanz- 
lasse  aufbereiten  und  derselben  Stanzöl  und  etwas  Wasser  beimengen. 
i)ie  Aufbereitung  erfolgt  durch  Maschinen  oder  vermittels  mehrzackiger 
labein  oder  auch,  indem  man  sie  mit  der  Hand  durch  ein  Sieb  reibt. 
)ie  Hanpsache  dabei  ist,  daß  Oel  und  Wasser  gleichmäßig  auf  die  trockene 
lemahlene  Masse  verteilt  werden.   Wenn  die  Masse  richtig  aufbereitet 
worden  ist,  muß  sie  aus  ganz  kleinen  Tonkügelchen  bestehen,  die  gleich- 
läßig  so  mit  Stanzöl  und  Wasser  durchtränkt  sind,  daß  sie  auf  keinen 
'all  klebrig  erscheinen.   Die  so  hergestellte  Stanzmasse  läßt  äußerst  gut 
an  den  Stahlmatrizen  los,  und  es  können  täglich  Tausende  von  Stücken 
«stanzt  werden. 

1  Zweite  Antwort:  Allem  Anschein  nach  ist  Ihre  Steinzeugmasse 
icht  richtig  aufbereitet,  sonst,  würfe  sie  nicht  an  den  Formen  kleben. 
Vahrscheinlich  ist  das  Verhältnis  zwischen  Wasser  und  Oel  einerseits 
nd  zwischen  Masse  und  Flüssigkeit  andrerseits  nicht  günstig  gewählt. 
Namentlich  auf  den  Wasserzusatz  kommt  es  an ;  er  ist  nicht  überall  gleich, 
andern  richtet  sich  nach  der  physikalischen  Beschaffenheit  bezw.  nach 
em  Verhalten  des  Tones.  Gehen  Sie  bei  Ihren  Versuchen  von  folgendem 
blichen  Mischungsverhältnis  von  Oel  und  Wasser  aus: 

Rttb-  oder  sonst  ein  pflanzliches  Oel  250  g  1     .  .     Kn  . 

Petroleum   1250  g  \  J™  *™*  °u  * 8 

Wasser   7  1  j  trockene  MaB8e- 

ifezug!  quellen  für  Stanzöl  finden  Sie  im  Anzeigenteil  des  Sprechsaal. 

Dritte  Antwort:   Folgende  Mischung  hat  sich  in  der  Praxis 
estens  bewährt: 

Masse,  trocken  gtmahlen  17,5  kg 

Wasser   3  1 

helles  Oel   V«  1 

schwarzes  Stanzöl   'U  l  > 


Glas. 


104.   Mein  in  offenen  Häfen  nach  jahrelang  erprobten  Vorschriften 
hergestelltes  Poitaschekristall  wird  in  den  letzten  zwei  bis  drei  Stunden  der 
usarbeit  derart  schlierig  und  windig,  daß  es  nicht  mehr  verarbeitet  werden 
um,  während  es  zu  Beginn  der  Äusarbeit  vollkommen  rein  ist.  Womit 
M  diese  Erscheinung  zu  erklären?   Kann  etwa  der  vor  vierzehn  Tagen 
ili  m  Grund  aus  umgebaute  Ofen  daran  Schuld  sein. 

Erste  Antwort:  Wird  das  Pottaschekristallglas  beim  Ver- 
ii  tbuten  windig  und  schlierig,  so  kann  das  verschiedene  Ursachen  haben. 


Am  häufigsten  kommt  es  vor,  wenn  bei  der  Ausarbeit  der  Ofen  zu  kalt 
wird.  Das  ist  vielleicht  auch  hier  der  Hauptfehler,  weil  sich  der  Uebel- 
stand.  erst  am  Schluß  der  Arbeit  bemerkbar  macht.  Der  neue,  umgebaute 
Ofen  ist  nicht  schuld,  wenn  das  Glas  gut  durchgeschmolzen  und  zu  Beginn 
der  Arbeit  rein  ist,  denn  das  ist  ein  Zeichen,  daß  der  Ofen  gut  geht. 
Jedenfalls  ist  den  Glasmachern  das'Glas  zu  weich,  besonders  wenn  größere 
Artikel  gemacht  werden.  Durch  Abstellen  des  Feuers  wird  aber  8m 
Schluß  der  Arbeit  der  Ofen  zu  kalt.  Es  würde  sich  daher  empfehlen,  den 
Ofen  während  der  Pausen  etwas  warm  zu  schüren,  damit  er  wieder  etwas 
Grundhitze  bekommt,  und  dann  möglichst  warm  zn  halten  bis  zum  Schluß 
der  Arbeit.  Dieses  Verfahren  muß  von  dem  Ofenleiter  kontrolliert  werden, 
denn  man  kann  nicht  den  Wünschen  jedes  einzelnen  Glasmachers  gerecht 
werden.  Die  Winden  oder  Schlieren  können  auch  durch  zerfressene  Kränze 
oder  ausgefressene  Häfen  entstehen  Da  aber  der  Ofen  erst  kurze  Zeit 
in  Betrieb  ist,  wird  das  Uebel  kaum  darauf  zurückzuführen  sein.  Zu  be- 
achten wäre  noch,  daß  nicht  zweierlei  Scherben,  harte  oder  weichere  von 
anderen  Hütten  mit  verschmolzen  werden,  denn  dadurch  kann  das  Glas 
am  Boden  auch  schlierig  werden.  Die  Hafenkränze  sollen  1— 1*/2  cm  über 
das  Glas  hinausstehen,  damit  letzteres  nicht  von  der  Hafenwand  einströmen 
kann,  Bondern  von  unten  herauf  kommen  muß.  Wird  das  Glas  am  Hafen- 
boden schlecht,  so  ist  der  Hafen  zu  reinigen  und  das  windige  Glas 
auBzuBchöpfen. 

Zweite  Antwort:  Wenn  Ihr  Pottascheglas  in  den  letzten 
Stunden  windig  und  schlierig  wird,  so  kann  dies  verschiedene  Ursachen 
haben.  Sie  hätten  aber  vor  allem  Ihren  Gemengesatz  angeben  und  die 
Ofenkonstruktion  skizzieren  sollen.  Meistens  ist  die  Ursache  darin  zu 
suchen,  daß  der  Ofen  gegen  Ende  der  Arbeit  zu  weit  abkühlt.  Es  ist  zu 
berücksichtigen,  daß  wir  nicht  mehr  die  guten  Brennstoffe  wie  früher 
zur  Verfügung  haben,  und  dieser  Umstand  nötigt  uns,  der  Gesäßkonstruktion 
erhöhte  Aufmerksamkeit  zu  widmen,  um  eine  ausreichende  und  anhaltende 
Grundhitze  zu  erzielen.  Kühlt  der  Hafeninhalt  zu  schnell  ab,  so  wird 
das  Glas  windig.  Nun  kann  es  aber  auch  der  Fall  sein,  daß  infolge 
fehlender  Grundbitze  das  Glas  im  unteren  Hafenteil  überhaupt  nicht  aus- 
reichend durchschmilzt,  sondern  schlierig  bleibt.  Werden  Glasbrocken 
verschmolzen,  die  härter  zusammengesetzt  sind  wie  das  Gemenge,  so  tritt 
derselbe  Fehler  auf,  da  diese  Brocken  schwerer  schmelzen.  Winden  ent- 
stehen auch,  wenn  die  Glasmacher  die  Pfeifen  nicht  peinlich  sauber  ab- 
klopfen, so  daß  die  abspringenden  Glasteilchen  in  der  flüssigen  Glasmasse 
solche  bilden.  Wird  beim  Blasen  des  Glases  nicht  bis  auf  den  Boden  der 
Häfen  gefahren  und  dieser  ausreichend  bestrichen,  so  verursacht  die  fest- 
sitzende Glasschicht  auch  Winden  und  Schlieren.  Dasselbe  ist  der  Fall, 
wenn  eingelegt  wird,  bevor  Ofen  und  Häfen  genügend  aufgewärmt  waren, 
dann  bleibt  ein  Teil  der  ersten  Einlage  in  der  Begel  unvollständig  ge- 
schmolzen fest  sitzen.  Auch  tritt  der  Fehler  auf,  wenn  das  Gemenge 
nicht  innig  genug  gemischt  wird  oder  der  Ofen  überhaupt  nicht  heiß 
genug  geht,  so  daß  der  Läuterungsprozeß  unvollständig  ist.  Schließlich 
sind  auch  die  Bohmaterialien  auf  ihre  Beinheit  und  Brauchbarkeit  zu  prüfen. 

Dritte  Antwort:  Es  ist  eine  allgemeine  Erscheinung,  daß  Glas 
zu  Ende  der  Arbeit  leicht  schlierig  wird,  wenn  man  den  Ofen  während 
der  Ausarbeitung  zu  kalt  hält,  und  dieses  Uebel  tritt  besonders  bei  frisch 
in  Betrieb  genommenen  Oefen  auf.  Wird  ein  von  Grund  aus  umgebauter 
Ofen  in  Betrieb  genommen,  so  dauert  es  immerhin  3—4  Wochen,  mit- 
unter auch  noch  mehr,  je  nach  der  Größe  des  Ofens,  bis  der  Unterofen 
richtig  durchwärmt  ist,  der  Ofen  also  Grundhitze  besitzt.  Bis  dahin  ist 
auf  einen  geregelten  Betrieb  nicht  zu  rechnen;  denn  solange  dem  Ofen 
die  Grundhitze  fehlt,  geht  die  Schmelze  nicht  so  flott  von  statten,  wie 
es  sein  sollte.  Das  Glas  wird  demzufolge  nicht  recht  durchgeschmolzen, 
es  wird  wohl  mit  der  Zeit  blank,  ist  aber  nicht  so  homogen,  wie  es  für 
ein  gutes  Fabrikat  nötig  ist.  Dieser  Umstand  gibt  die  Veranlassung  zur 
Bildung  von  Schlieren  usw.,  besonders  wenn  während  der  Ausarbeitung 
die  Hitze  im  Ofen  weit  herunter  geht.  Halten  Sie  also  Ihren  Ofen 
während  der  Arbeit  so  warm  wie  möglich,  wenigstens  noch  für  die  Zeit, 
bis  die  rechte  Grandhitze,  die  übrigens  nun  erreicht  sein  dürfte,  vor- 
handen ist. 

Vierte  Antwort:  Wenn  Jder  Ofen  von  Grund  aus  umgebaut 
worden  ist,  so  liegt  die  Vermutung  nahe,  daß  er  etwas  anders  geraten 
ist,  als  wie  es  beabsichtigt  war.  Jedenfalls  geht  er  einmal  bei  der  Schmelze 
nicht  mehr  so  heiß  wie  der  alte  Ofen,  und  dann  wird  er  bei  der  Arbeit 
zu  kalt.  Für  erstere  Annahme  spricht  das  schlierige,  also  nicht  genügend 
durchgeschmolzene,  und  für  die  zweite  das  windige  Glas,  das  entsteht, 
wenn  der  Ofen  bei  der  Ausarbeit  zu  kalt  wird.  In  ganzem  fehlt  dem 
Ofen  in  jedem  Falle  die  nötige  Grundwärme.  Wie  nun  diesem  Uebel  ab- 
geholfen werden  kann  und  ob  es  überhaupt  möglich  ist,  läßt  sich  nur  an 
Ort  und  Stelle  ermitteln.  Aus  der  Entfernung,  nur  auf  Ihre  kurzen  An- 
gaben hin,  ist  das  nicht  möglich.  Jedenfalls  ist  für  größere  Schmelzhitze 
und  größere  Wärme  bei  der  Ausarbeit  zu  sorgen. 

106.  Welche  Innenmaße  muß  eine  Weißglaswanne  haben,  um  an 
derselben  bei  Tag-  und  Nachtarbeit  5  bis  6Q00  kg  verkäufliches  Glas  in 
24  Stunden  herstellen  zu  können?  Ist  es  vorteilhafter,  die  Brenner  an  der 
Schmalseite  des  Ofens  für  rückkehrende  hufeisenförmige  Feuerführung  Jan- 
zuordnen,  oder  aber  sie  an  den  Längsseiten  des  Ofens  mit  quer,  durch- 
strömender Flamme  aufzustellen?  Wie  groß  müssen  die  Kammern  sein, 
wenn  eine  Förderbraunkohle  von  etwa  3000  W.  E.  zur  Verfügung  steht  ? 

Erste  Antwort:  Eine  Weißglaswanne,  die  in  24  Stunden  bis, 
6000  kg  nutzbares  Glas  liefern  soll,  müßte  5 — S1/«  m  lang,  2,50  m  breit 
und  0,75  m  tief  sein.  Es  ist  besser,  die  Wanne  etwas  größer  anzulegen, 
wenn  man  immer  dasselbe  Quantum  Glas  verarbeiten  will,  damit 
nie  Glasmangel  eintritt,  wenn  einmal  eine  kleine  Störung  eintreten 
sollte.  Die  Anordnung  der  Brenner  hängt  haupstächlich  von  der  örtlichen 
Lage  der  Wanne  zu  den  Generatoren  ab ;  beide  Systeme,  wie  Sie  sie  angeben, 
haben  sich  bewährt.  Die  Gaskammern  sind  3,50  m  X  1  m  X  1,40  m 
die  Luftkammern  3,50  m  X  1,25  m  X  1.40  m  groß  zu  machen.  Die  meiste 
Aufmerksamkeit  ist  den  Generatoren  zuzuwenden,  damit  diese  immer  ge- 
nügend Gas  liefern.  Für  die  Verwendung  von  Förderbraunkohle  mit  nur 
3000  W.-E.  müßten  die  Generatoren  mit  Unterwindgebläse  versehen  werden, 
wenn  nicht  Drehrostgaserzeuger  vorgesehen  Bind.  Sollen  nur  gewöhnliche 


4lö-m.36  SPRECHSAAL-COBÜRÖ.  1*Ä  d*. /aftfgang* 

  -       — ~     ■  —       ■  -  — 


Generatoren  angelegt  werden,  so  wären  deren  3  zu  bauen,  and  zwar 
ziemlich  große,  damit  immer  genügend  Gqb  erzengt  wird.  Bei  der  Ver- 
arbeitung von  WeißglaB  sind  jedenfalls  auch  Kühlöfen  nötig,  die  doch 
wohl  auch  mit  Gas  geheizt  werden  sollen.  Um  nun  auch  bei  der  Ver- 
gasung der  Förderbraunkohle  keinem  Gasmangel  ausgesetzt  zu  sein, 
müssen  die  Generatoren  stets  gut  funktionieren.  Soll  die  Wanne  ganz 
neu  angelegt  werden,  so  ist  es  am  besten,  wenn  verschiedene  Funkte  mit 
einem  Fachmann  an  Ort  und  Stelle  besprochen  werden;  man  kann  sich 
dadurch  am  ehesten  vor  Schaden  bewahren. 

Zweite  Antwort:  Diese  Frage  läßt  sich  ohne  Kenntnis  der 
läheren  Verhältnisse  überhaupt  nicht  beantworten.  För  die  Konstruktion 
der  Wanne  find  auch  die  Artikel  maßgebend,  die  an  derselben  erzeugt 
werden  Bollen.  Die  Anordnung  und  Durchbildung  der  Kammern  sind 
durch  den  Grundwasserstand  sowie  die  Geländeverhältnisse  bedingt.  Wenn 
Sie  bedenken,  was  heute  die  Erbauung  einer  Wanne  kostet,  so  werden 
Sie  wohl  zu  dem  Entschluß  kommen,  einen  im  Wannenbau  erfahrenen 
Fachmann  zu  Bäte  zu  ziehen. 

Dritte  Anwort:  Für  die  Produktion  von  6000  kg  Natzglas  in 
24  Stunden  ist  eine  kontinuierliche  Wanne  von  8,5  m  Länge  und  5  2m 
Breite  —  innen  gemessen  —  nötig  mit  einem  Glasstand  von  1  m  FOr 
solche  Wannen  ist  es  vorteilhafter,  die  Brenner  an  der  Längsseite  auf- 
zustellen und  an  der  Schmalseite  das  Gemenge  einzubringen.  Bei  Ver- 
wendung von  Förderbrannkohle  von  3000  W-E  Bind  für  eine  solche 
Wanne  Kammfrn  von  etwa  2,6  X  1>5  X  1>8  m  Größe  die  beBten. 

Heue  Frage». 
Karamlk. 

118.  Zur  Erledigung  eiliger  Aufträge  möchte  ich  einen  Meinen 
Muffelofen  von  etwa  1  cbm  Setzraum  mit  Überofen  bauen  und  demselben 
durch  den  Ofen  selbst  vorgewärmte  Preßluft  als  Verbrennungsluft  zuführen. 
Eaben  sich  solche  Oefen  in  der  Praxis  bewährt,  welches  Quantum  Kohle 
von  etwa  4500  W.-E.  ist  zur  Erreichung  von  SK  05  a  erforderlich  und 
in  welcher  Zeit  brennt  ein  Ofen  ohne  und  mit  Preßluft  ab?  Welche 
Luftgeschwindigkeit  käme  in  Frage,  und  welcher  Apparat  würde  am 
billigsten  arbeiten?  Der  vorhandene  Kamin  ist  16  m  hoch  und  hat  40  cm 
Querschnitt.    Erzeugt  wird  Fayence. 

119.  Ich  brenne  seit  langer  Zeit  meine  Kachelware  mit  böhmischer 
Braunkohle.  In  letzter  Zeit  ist  nun  der  Preis  dieser  Kohle  derart  ge- 
stiegen (über  Ji  100000  für  10  t),  daß  die  Verwendung  derselben  einfach 


unmöglich  ist.  Gibt  es  einen  Ersatz  dafür,  der  bezüglich  der  Fracht  f. 
Württemberg  nicht  zu  ungünstig  liegt?  Rheinische  Briketts  sind  nie 
kräftig  genug.   


Blas. 

109.  Welches  sind  die  praktischsten  Versuchsöfen  zur  Vornahme  v 
Probeschmelzen  von  Glas? 


Anfrag«  an  unsere  Leser. 

Wer  liefert  die  Gummiringe  „Sekurit  Original"  für  Konservengläser  ? 


Verband 

Deutscher  Porzellangesohirrfabriken, 
Ch  m.  b.  H.,  Berlin  W.  30. 


Händlertabelle. 

Gültig  ab  28.  August  1922 


So  beträgt  der 

So  beträgt  der 

Kostet  1$  = 

=?Mk. 

Aufschlag  auf 
den  Ladenpreis 

Kostet  1$  = 

=  ?Mk. 

Aufschlag  auf 
den  Ladenpreis 

=  ?°/o 

=  ?% 

704,— 

bis 

774,— 

10% 

1620,— 
1691, — 

bis 

1690,— 

140  % 

775,— 

845,— 

20% 

i) 

1760,— 

150  o/o 

846,— 

» 

915,— 

30  o/o 

1761, — 

i) 

1830,— 

160  o/o 

916  — 

H 

986,— 

40  o/0 

1831, — 

n 

1901,— 

170  o/0 

987, — 

n 

1056,— 

50% 

1902,— 

» 

1971,— 

180  o/. 

1057  — 

» 

H26,— 

60% 

1972  — 

ji 

2042,— 

190% 

1127,— 

n 

1197,— 

70% 

2043  — 

n 

2112,— 

200  o/0 

1198,— 

» 

1267,— 

80  % 

2113,— 

r> 

2182,— 

210  % 

1268,— 

n 

1338,— 

90o/0 

2183,- 

n 

2253,— 

220  o/0 

1339,— 

n 

1408- 

100  o/0 

2254,— 

T) 

2323,— 

230  o/o 

1409,— 

n 

1478,- 

no% 

2324,— 

n 

2394,— 

240  o/0 

1479,— 

n 

1549,— 

120% 

2395,— 

n 

2464,— 

250  o/o 

1550  — 

» 

1619  — 

130  % 

2465,— 

19 

2534,— 

260o/0 

Veröffentlichungen  der  Außenh; 

Betrifft:   Das  am  21.  August  1923  in  Kraft  ge- 
tretene neue  Herkblatt  vom  August  1922  über 
den  Ankauf  pp.  von  Wechseln,  Schecks,  Bank- 
noten und  Auszahlungen  in  ausländischer 
Währung  durch  die  Beichsbank. 

1.  Beim  Kassenankauf  werden  Tratten  (d.  h.  nicht  akzep- 
tierte Wechsel)  und  Wechsel  mit  einer  Laufzeit  von  mehr  als 
14  Tagen  mit  einem  Kursabschlag  von  '///o  (bisher  Vs'/o)  für 
jeden  angefangenen  Monat  Laufzeit  angekauft. 

2.  Beim  Ankauf  von  Termindevisen  ist  för  die  ersten  drei 
Monate  der  Laufzeit  der  Kursabschlag  auf  V/Zb  (bisher  %°j0) 
für  jeden  angefangenen  Monat  ermäßigt  und  entsprechend  bei 
längerer  Laufzeit.  Bei  Prolongationen  für  Termindevisen  wird 
die  abgelaufene  Lieferfrist  bei  der  Berechnung  des  Kurs- 
abschlages (wie  bisher)  mitgerechnet,  aber  es  wird  nicht  mehr 
ein  besonderer  Kursabschlag  von  VZ/o  über  den  gewöhnlichen 
Satz  hinaus  berechnet 

3.  Ausländische  Banknoten  können  künftig,  vorbehaltlich 
der  Echtheit,  von  den  Reichsbankstellen  angekauft  werden 
(während  sie  bisher  nur  zur  Einziehung  angenommen  wurden). 
Es  wird  ein  Kursabschlag  von  1f2°/o  vom  Notenkurse  zur 
Deckung  sämtlicher  Spesen  (Porto,  Versicherung,  Courtage, 
Provision)  berechnet.  Kursberechnung  wie  beim  Ankauf  von 
Schecks. 

4.  Auszahlungen  können  zum  Kurse  des  Angebotstages  an 
die  Reichsbank  verkauft  werden. 

5.  Verkaufsaufträge  können  limitiert  werden. 

6.  Bezüglich  der  Befreiung  von  der  Ablieferung  der  Termin- 
devisen erklärt  sich  die  Reichsbank  geneigt,  in  besonders 
gelagerten  Fällen  Erleichterungen  zuzugestehen  (entgegen- 
kommendere Fassung  als  bisher). 

7.  Die  Liste  der  Länder,  deren  Währung  für  das  Devisen- 
geschäft der  Reichsbank  in  Betracht  kommen,  ist  erweitert  be- 
züglich Brasilien,  Bulgarien,  Luxemburg  und  (ohne  Einschränkung) 
Tschechoslowakei.   

Betr.:  Wertgrenze  für  Beiseandenken  (Er- 
gänzung zu  Rundschreiben  Nr.  6.)  Verfügung  des  Reichs- 
kommissars  für  Aus-  und  Einfuhrbewilligung  —  B.  IV  1498/22 
—  vom  11.  August  1022. 

Obige  Verfügung  wird  nachstehend  zur  Kenntnis  gebracht: 
Auf  Veranlassung  des  Reichswirtschaftsministeriums  wird 
die  Wertgrenze  für  Reiseandenken  und  übliche  Reisegeschenke,  * 
welche  auf  Grund  der  Verfügung  des  Reichskommissars  für 
Aus-  und  Einfuhrbewilligung  vom  18.  Mai  1922  —  B.  I.  1668  —  | 
(Rundschreiben  Nr.  6  der  Hauptfahndungsstelle  der  Reichszoll- 


tndelsnebensteüe  Feinkeramik. 

Verwaltung)  ohne  Ausfuhrbewilligung  zur  Ausfuhr  zuzulassen 
sind,  sofern  die  Gegenstände  von  dem  Reisenden  vorschrifts- 
mäßig zur  Revision  gestellt  werden,  von  eintausend  Mark  auf 
dreitausend  Mark  erhöht. 


Der  Teuerungszuschlag  für  Wandplatten  ist 

ab  23.  August  1922  für  das  mindervalutarische  europäische 
Ausland  von  1300  °/„  auf  1700 °/0  erhöht  worden. 

Die  sonstigen  Verkaufs-  und  Lieferwerksbedingungen  sind 
die  bisherigen  geblieben.; 

A  eues  Merkblatt  der  Beichsbank  „August  1922" 

Das  von  der  Reichsbank  herausgegebene  neue  Merkblatt 
„August  1922"  über  den  Ankauf  usw.  von  Wechseln,  Schecks, 
Banknoten  und  Auszahlungen  in  ausländischer  Währung  ent- 
hält wichtige  neue  Geschäftsbedingungen  und  Erleichterungen, 
die  am  21.  August  1922  in  Kraft  getreten  sind. 

Die  betreffenden  Merkblätter  sind  von  der  Außenhandels- 
nebenstelle Feinkeramik  zum  Selbstkostenpreis  zu  beziehen. 


Bekanntmachung 
über  die  Erhöhung  der  Ausfuhrabgabe. 

Auf  Grund  des  §  9  der  Ausführungsbestimmungen  vom 
8.  April  1920  (RGBL.  S.  500)  zu  der  Verordnung  über  die 
Außenhandelskontrolle  vom  20.  Dezember  1919  (RGBL.  S.  2128) 
wird  bestimmt: 

Artikel  I. 

Die  Erhebung  der  Ausfuhrabgabe  erfolgt  vom  3.  Sep- 
tember 1922  ab  bis  auf  weiteres,  soweit  Ausnahmen  nicht  aus- 
drücklich zugelassen  sind,  unter  Berechnung  eines  Zuschlages 
von  60°/0  auf  die  Sätze  des  Ausfuhrabgabentarifs  vom 
27.  Oktober  1921  (Deutscher  Reichsanzeiger  Nr.  254  vom 
29.  Oktober  1921)  in  der  Fassung  der  Bekanntmachungen  vomi 

25.  Januar    1922    (Deutscher   Reichsanzeiger   Nr.    22  vom* 

26.  Januar  1922),  29.  März  1922  (Deutscher  Reichsanzeiger 
Nr.  77  vom  31.  März  i922),  22.  April  1922  (Deutscher  Reichs- 
anzeiger  Nr.  y5  vom  24.  April  1922  mit  Berichtigung  im 
Deutschen  Reichsanzeiger  Nr.  103  vom  4.  Mai  1922), 
19./21.  Juni  19*2  (Deutscher  Reichsanzeiger  Nr.  145  vom 
26.  Juni  1922)  und  23.  Juni  1922  (Deutscher  Reich sanzeiger 
Nr.  145  vom  24.  Juni  1922). 

Artikel  II. 

Statt  des  Zuschlags  von  60°/0  auf  die  tarifmäßigen  Sätze 
werden  erhoben: 


im  (W.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  -  COBURG. 


Hr.  36  —  All 


a)  30°/„  der  Tarifsätze  auf  die  Tarif  nummern : 

166  a  bis  d,  167,  171a  bis  d,  172,  230  a  bis  h,  340,  392  a 
bis  502,  515  a  bis  541  e,  555  bis  5i6d,  587  bis  591,  592 
ausgenommen  Rohrklopfer,  593  bis  600,  608,  609,  610 
613,  688  c,  737  a  und  b,  778  bis  783h,  791b  bis  793, 
795  a  und  b,  798  a  bis  799  f,  801a  bis  841c,  848,  849, 
853  a  bis  854  c,  859  a  und  b,  863  a  bis  c,  86a,  874  a  bis 
877|b,  878  a  bis  880  b,  883  bis  889,  890  b  bis  907  e,  912  a 
bis  f,  912  h  bis  914  e,  926  bis  928,  944  a  bis  b. 

b)  Für  folgende  Taiifnummern  wird  ein  Zuschlag  zu  den 

tarifmäßigen  Sätzen  nicht  erhoben: 

63,  64.  ,n  v 

aus  130  natürliches  und  künstliches  Gerbefett  (Degras), 
141,  144  c,  144  f,  145  b,  145  c,  146,  147  b,  150,  169  b, 
162  a  bis  165,  173  b,  198  bis  201,  i03  a,  203  b,  205, 
205  a,  231  e,  247  a, 

aus  266  metallisches  Uran  (Uranmetall),  284,  296,  300, 
301,  310,  317  h,  317  r, 

aus  317  s  Quecksilbersalze,  Wismutsalze,  Platinsalze, 
Harzleim,  324  a  und  b,  326  a,  327,  328  b,  380  a  und  b, 
384  b  und  c,  544  bis  552  c,  557,  560  c  und  d, 

aus  560  e  Katzenrücken,  -bänder :  Blätter  für  Flugwalzen 
(Volantblätter);  Streifen  und  Blätter  für  Schützen- 
treiber ;  Nitschelhosen  (Laufleder,  Manchons) ;  Schlag-, 
Näh-,  Florteilriemen,  Lederschnüre  für  Spinnerei  und 
Weberei;  Bindriemen,  Webervögel;  alle  diese  aus 
eder,  rohen  Häuten  usw.,  562  a  bis  565,  570  bis  686 

aus  592  Rohrklopfer, 

aus  601  Elfenbeinplatten  oder  -stücke,  auch  zu  Waren 
erkennbar  vorgearbeitet, 

aus  602  Waren  ganz  oder  teilweise  aus  Elfenbein, 
Täschnerwaren  aus  Leder  in  Verbindung  mit  Elfenbein 
oder  Nachahmungen  davon, 

aus  603  Schildpattplatten  oder  -stücke,  auch  zu  Waren 
erkennbar  vorgearbeitet, 

ans  604  Waren  ganz  oder  teilweise  aus  Schildpatt, 
Täschnerwaren  in  Verbindung  mit  Schildpatt  oder 
Nachahmungen  davon, 

aus  605  Perlmutterplatten  oder  -stücke,  auch  zu  Waren  er- 
kennbar vorgearbeitet,  Peilmutter  in  ganzen  Schalen,  ge- 
schliffen oder  poliert,  auch  mit  Perlen, 

aus606  Waren  ganz  oder  teilweise  aus  Perlmutter, Täschner- 
waren aus  Leder  in  Verbindung  mit  Perlmutter  oder  Nach- 
ahmungen davon,  607a,  bl2, 635  bis  638c,  646a,  648a  und  b, 
674a  bis  678,  683b, 

aus  687  Steinmetzarbeiten, geschliffen,  gehobelt,  poliert  oder 
vergoldet,  auch  in  Verbindung  mit  Holz  oder  I  isen,  aus 
Granit,  Porphyr,  Syenit  oder  ähnlichen  harten  Steinen, 
692a,  705  bis  708, 

aus  724a  und  b  Schamottesteine,  769a  bis  771c,  7  7(5  •*  bis  777b, 
800a  und  b,  844  bis  846,  850  bis  852,  855a  bis  858,  860  und 
862,  864  bis  866,  869a  bis  873,  877c  und  d,  881a  bis  882b, 
890a,  908a  bis  909,  912  g,  915d,  921a  bis  921. 
Artikel  HI. 

Führen  diese  Zuschläge  zu  Abgabesätzen,  die  nicht  auf  volle 
Hundertsätze  lauten,  so  ist  bei  Bruchteilen  bis  zu  0,5°/0  ein- 
schließlich der  nächst  niedrigere,  bei  Bruchteilen  über  0,5  °/0 
der  nächst  höhere  volle  Prozentsatz  zu  erheben. 

Artikel  IV. 

Bei  vor  dem  3.  September  1922  erteilten  Ausfuhrbewilli- 
gungen wird  die  Ausfuhrabgabe  ohne  Zuschlag  zu  den  Sätzen 
des  Tarifs  erhoben.  Diese  Ausfuhrbewilligungen  können  auch 
mit  den  Sätzen  des  Tarifs  ohne  Zuschlag  verlängert  werden, 
soweit  nach  den  Bestimmungen  des  Reichskommissars  für  Aus- 
und  Einfuhrbewilligung  eine  Verlängerung  gewährt  wird,  und 
soweit  außerdem  der  Nachweis  geführt  wird,  daß  die  Ware  mit 
fester  Preisvereinbarung  in  handelsüblicher  Weise  und  mit 
handelsüblichen  Lieferfristen  in  das  Ausland  verkauft  worden  ist. 

Artikel  V. 

Wird,  die  Ausfuhrbewilligung  am  3.  September  1922  oder 
später  erteilt,  so  erfolgt  die  Erhebung  der  Ausfuhrabgabe  nach 
den  in  Artikel  I  und  II  bezeichneten  Sätzen. 

Der  Tarif  ohne  Zuschlag  findet  jedoch  Anwendung, 

1.  wenn  der  Antrag  auf  Erteilung  der  Ausfuhrbewilli- 
gung vor  dem  3.  September  1922  an  eine  zur  Erteilung 
von  Ausfuhrbewilligungen  zuständige  Stelle  abgesandt 
worden  ist,  oder 

2.  wenn  die  Ware  vor  dem  18.  August  1922  nachweislich 
mit  fester  Preisvereinbarung  in  handelsüblicher  Weise 
und  mit  handelsüblichen  Lieferfristen  in  das  Ausland 
verkauft  worden  ist  und  außerdem  bis  zum  15.  Oktober 
1922  ein  Antrag  auf  Ausfuhrbewilligung  oder  ein 
Gesuch,  den  bisherigen  Tarif  anzuwenden,  an  die  zur 
Erteilung  von  Ausfuhrbewilligungen  zuständige  Stelle 
abgesandt  ist. 


Bei  Ausfuhrgeschäften  nach  außereuropäischen  Ländern 
genügt  es,  wenn  das  vom  Käufer  innerhalb  angemessener  Frist 
angenommene  bindende  Verkaufsangebot  vor  dem  18.  August 
1922  und  der  Antrag  auf  Ausfuhrbewilligung  oder  das  Gesuch 
auf  Beibehaltung  des  früheren  Tarifs  vor  dem  30.  November 
1922  abgesandt  worden  sind. 

Berlin,  den  30.  August  1922. 

Der  Reichswirtschaftsminister. 
Schmidt. 

Der  Reichsminister  der  Finanzen. 
Dr.  Hermes. 

Die  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik  bemerkt  dazu 
wie  folgt: 

Zu  Artikel  II.  Die  Warengruppen  der  Außenhandelsneben- 
stelle Feinkeramik  werden  durchweg  von  der  60°/0igen  Erhöhung 
der  Reichsabgabe  betroffen,  da  die  unter  SO^/gige  Erhöhung  auf- 
geführten Tarifnummern  nicht  in  den  Bereich  dieser  Dienst- 
stelle fallen. 

Zu  Artikel  III.  Die  neue  Reichsabgabe  bewegt  sich  somit 
bei  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik  durchschnittlich 
zwischen  8  bis  ll°/0- 

Zu  Artikel  IV.  Die  gewünschten  Verlängerungen  müssen 
nach  wie  vor  entweder  bei  der  Außenhandelsnebenstelle  Fein- 
keramik direkt  oder  bei  der  in  Frage  kommenden  Prüfungs- 
stelle mit  entsprechendem  Antrag  eingereicht  werden.  Die  Ein- 
reichung bei  einer  Preisprüfungsstelle  ist  für  die  Antragsteller 
insofern  vorteilhafter,  als  sie  durch  die  direkte  Einreichung 
Zeit  ersparen,  da  die  Außenhandelsnebenstelle  selbst  ihrerseits 
Verlängerungsanträge  an  die  Preisprüfungs stelle  zur  Begut- 
achtung weiterreicht.  Der  Nachweis  betreffend  feste  Preis- 
vereinbarung in  handelsüblicher  Weise  mit  handelsüblicher 
Lieferfrist  wird  bei  Verlängerungsanträgen  nur  ausnahmsweise 
und  in  Streitigkeitsfällen  entweder  durch  die  Außenhandels- 
nebenstelle Feinkeramik  direkt  oder  aber  durch  die  in  Frage 
kommende  Preisprüfungsstelle  eingefordert  werden. 

Zu  Artikel  V,  1.  Dementsprechend  müssen  derartige  An- 
träge bereits  am  3.  September  1922  entweder  bei  der  Außen- 
handelsnebenstelle oder  der  in  Betracht  kommenden  Preis- 
prüfungsstelle vorliegen  oder  aber  letzten  Endes  mit  dem  Post- 
stempel vom  3.  September  1922  an  eine  dieser  Stellen  auf  den 
Weg  gebracht  sein.  Postsendungen  mit  späterem  Poststempel- 
datum werden  ohne  weiteres  mit  der  neuen  Reichsabgabe 
belegt. 

Zu  Artikel  V,  2.  Hierzu  ist  die  Einreichung  einer  soge- 
nannten Voranmeldungsliste  bis  zum  15.  Oktober  1922  notwendig, 
und  derartige  Voranmeldungslisten  müssen  bis  spätestens  zu 
diesem  Zeitpunkt  bei  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik 
vorliegen  oder  aber  mit  Poststempel  vom  15.  Oktober  an  diese 
Dienststelle  auf  den  Weg  gebracht  sein.  Eine  Einreichung 
dieser  Voranmeldungsliste  an  die  Prüfungsstelle  direkt  ist 
unstatthaft  und  nicht  zulässig,  und  dortseits  eingereichte  Voran- 
meldungslisten werden  den  Antragstellern  seitens  der  Prüfungs- 
stelle zurückgereicht.  Gleichzeitig  müssen  mit  diesen  Vor- 
anmeldungslisten die  in  Betracht  kommenden  Kaufabschlüsse 
der  Außenhandelsnebenstelle  zwecks  Vergleichs  mit  der  Liste 
selbst  eingesandt  werden,  und  diese  wird  nach  Vergleich  die 
Kaufabschlüsse  unter  „Einschreiben"  den  Firmen  zurückstellen. 
Sollte  sich  aus  technischen  Gründen  die  Miteinreichung  der 
Kaufabschlüsse  nicht  ermöglichen  lassen,  so  wäre  in  diesem  Fall 
eine  dementsprechende  Handelskammerbescheinigung  oder  eine 
Bescheinigung  einer  behördlichen  Stelle  beizubringen,  daß  die 
beglaubigende  Stelle  die  Kaufabschlüsse  mit  der  Voranmel- 
dungsliste verglichen  und  in  Uebereinstimmung  damit  gefun- 
den hat.  Des  weiteren  müssen  derartige  Voranmeldungslisten 
laufend  numeriert  sein  und  es  muß  bei  Einreichnng  der  ent- 
sprechenden Ausfuhranträge  seitens  der  Antragsteller  unter 
allen  Umständen  auf  ihre  Voranmeldungsliste  mit  folgendem 
Wortlaut  auf  beiden  Antragsformularen  Bezug  genommen  wer- 
den :  „Siehe  unsere  Vor  anno  eldungsliste  vom  xy  Nr.  Z,  daher 
alter  Tarifsatz."  Sollte  seitens  der  Antragsteller  ein  derartiger 
Vermerk  auf  die  Antragsformulare  nicht  gesetzt  sein,  sähe  sich 
die  Außenhandelsnebenstelle  zur  Anwendung  des  alten  Tarif- 
satzes außerstande  und  müßte  ohne  weiteres  die  neue  Reichs- 
abgabe errechnen.  Mit  der  damit  zusammenhängenden  Rekla- 
mation dieserbalb  seitens  der  Antragsteller  wäre  für  diese  nur 
ein  unnötiger  Zeitverlust  verbunden,  und  die  Außenhandelsneben- 
stelle bittet  daher  noch  einmal  nachdrücklichst,  diesen  Ver- 
merk auf  den  Antragsformularen  unter  allen  Umständen  vor- 
zunehmen. 

Zu  Artikel  V,  betreffend  Ausfuhrgeschäfte  nach  außereuro- 
päischen Ländern  siehe  Artikel  V,  2,  betreffend  Voranmeldungs- 
listen.  Voranmeldungslisten  sind  getrennt  nach  europäischen 
und  außereuropäischen  Ländern  einzureichen. 


412  — Hr.  36 


SPRECH  SAAL-  COBURG.  WM.  (15.  Jahrgang.) 


Verkaiifsbedingongen  für  die  Ausfuhr  von 
elektrotechnischem  und  technischem  Porzellan 

(gültig  ab  1.  September  1922). 

I.  Allgemeine  Bedingungen. 
.    1.  Die  Ausfuhr-Mindestpreise  verstehen  sich  fob  deutschem 
Ausfuhrhafen  bzw.  frei  deutscher  Grenze,  und  zwar  ausschließ- 
lich Verpackung. 

2.  Bei  allen  Arten  von  Hochspannungsporzellan  sowie 
Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren  ist  für  Verpackung 
einschließlich  Kisten  ein  Mindestzuschlag  von  5  °/0  zu  erheben. 
Bei  allen  übrigen  Arten  von  elektrotechnischem  und  sonstigem 
technischen  Porzellan  sowie  bei  losen  Metallarmaturen  und  bei- 
gepackten losen  Armaturen  ist  für  Verpackung  einschließlich 
Kisten  ein  Aufschlag  von  mindestens  3  °/0  des  Rechnungswertes 
anzurechnen. 

3.  Den  Ausgangspunkt  für  die  Ausfuhrpreise  bilden  die 
Grundpreise  der  Außenhandelsnebenstelle  Feinkeramik.  Die 
wichtigsten  Exportartikel  samt  ihren  Grundpreisen  sind  auf 
einem  besonders  erhältlichen  Preisblatt  (vergl.  Drucksache 
Nr.  235  vom  23.  Februar  1922)  zusammengestellt. 

4.  Gegenüber  den  Ländern  unter  Ländergruppe  la)  wird 
in  der  Währung  des  Bestimmungslandes  fakturiert  (Ueber- 
seeländer  und  Ausnahmen  siehe  Fußnote).*)  Gegenüber  den 
Ländern  unter  Ländergruppe  lb)  ist  in  Reichsmark  zu  berechnen. 

5.  Die  Errechnung  des  Ausfuhrmindestpreises  erfolgt,  indem 
der  Grundpreis  mit  der  Zahl  multipliziert  wird,  die  in  der 
nachstehenden  Tabelle  (II,  3)  für  das  in  Frage  kommende  Land 
unter  Berücksichtigung  der  Artikelgruppen  vorgesehen  ist. 
Der  sich  ergebende  Wert  ist  der  fertige  Ausfuhrmindestpreis 
in  der  für  das  betreffende  Land  vorgeschriebenen  Währung  für 
100  Stück,  ausschließlich  Verpackung. 

II.  Preisbestimmungen. 

1.  Ländergruppen: 

a)  Fremdwährungsländer. 

Holland,  Schweiz,  China,  Japan,  Vereinigte  Staaten 
von  Nordamerika,  Canada,  Mexiko,  sonstige  mittel- 
amerikanische Staaten,  Großbritannien,  seine  Dominions 
und  seine  Kolonien,  südamerikanische  Staaten, 
Spanien,  Portugal,  Norwegen,  Dänemark,  Schweden, 
Belgien,  Frankreich,  Luxemburg,  Italien,  Tschecho- 
slowakei, Deutsch-Oesterreich  und  Ungarn,  Jugoslawien 
und  Finnland,  Balkanländer,  ehemaliges  Rußland  und 
Polen. 

b)  Markländer. 

Deutsch-Oesterreich  und  Ungarn,  Jugoslawien  und 
Finnland,  ehemaliges  Rußland  und  Polen, 

2.  Artikelgruppen: 

I.  Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren  einschließlich  der 

Reichspostmodelle. 
II.  Elektrotechnische  Stanzartikel   und  sonstige  technische 
Artikel. 

lila.  Freileitungs-Stützen-Isolatoren    bis    zur    Größe  entspr. 

Hermsdorf  I.  1387. 
III  b.  Freileitungs-Stützen-Isolatoren   größer  als  Hermsdorf  I. 

1387  bis  inkl.  Hermsdorf  1391. 
III  c.  Freileitungs-Stützen-Isolatoren    größer   als  Hermsdorf  I. 

1391.  - 

*)  Es  wird  fakturiert: 

nach  in 

Portugal  Pfund  Sterling** 

Britische  Dominions  und  Britische  Kolonien    Pfund,  Sterling** 

Canada  U.S.A.-Dollar  *** 

Holländische  Kolonien  holländischen  Gulden 

China  U.S  A.-Dollar 

Japan  •    •  Yen 

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika  .    .    .  Dollar 

Mexiko  wahlweise  in  U.S.A.-Dollars 

od.  in  mexikanischen  Goldpesoa 
Sonstige  mittelamerikanische  Staaten  .    .    ,    U  S.  A.-Dollar 

Argentinien  wahlweise  in  Pfund  Sterling** 

oder   in  argent.  Goldpesos 

Paraguay  wahlweise  in  Pfund  Sterling** 

oder  in    argent.  Goldpesos 

Uruguay  wahlweise  in  Pfund  Sterling** 

oder    in    urug.  Goldpesos 

Chile  .   .   .  wahlweise  in  Pfund  Sterling** 

oder   in   chilen.  Goldpesos 
Sonstige  südamerikanische  Staaten  ....    nur  in  Pfund  Sterling** 
Deutsch  Oesterreich    und    Ungarn,  Jugo- 
slawien and  Finnland,  Balkanländer,  ehe- 
maliges Roßland  und  Polen  wahlweise  in  Pfund  Sterling** 

oder  in  deutscher  Mark. 
**  Die  nachstehend  verzeichneten  Multiplikatoren  für  diese  Länder 
sind  auf  Schillings  bezogen. 

***  Bei  Artikelgruppen  I  und  Ii  wahlweise  auch  iu  Pfund  Sterling. 


IV.    Hänge-Isolatoren   und   leeres   Porzellan    zu  armierten 

Hänge-Isolatoren. 
V.    Durchführungen,  Stützer,  Griffe,  Rillen-Isolatoren. 

(III  bis  V  alles  ohne  Armaturen.) 
VI.    Hänge-  und  Abspann-Isolatoren  mit  Armaturen. 

3.  Multiplikatorentabelle. 


Land 


Artikel- Gruppen 


Holland 
Schweiz 
Japan 

Vereinigte  Staa- 
ten von  Nord- 
Amerika 

Restlich.  Mittel 
amerika,  Canadf 
und  China 

fiagland  und 
Kolonien 

Canada 

Mexiko 

bei  Faktur,  in 
mex.  Gold-Pesos 

Mexiko 
bei  Faktur,  in 
U.S.A. -Dollars 

Arpe»>»iMen 

bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

Af^entimen 
bei  Faktur,  in 
arg.  G.-Pes 

Parajrnay 

bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

Parajrnüy 

bei  Faktur,  in 
arg.  G.-Pes. 

Uruguay 
bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

Uruguay 
bei  Faktur,  in 
urug.  G.-Pes. 

Chile 
bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

Cüile 
bei  Faktur,  in 
chil.  G.-Pes. 

Sonstige  Süd- 
amerikanische 
Staaten 

bei  Faktur,  in 
Pfd.  Sterling 

Spanien 

Portugal 

Dänemark 

Norwegen 

Schweden 

Belgien 

Frankreich 

Luxemburg 

Italien 
Tschecho- 
slowakei 

Deutsch  -  Oester- 
reich n  .Ungarn 

b.  Fakturierung 
in  Pfd.  Sterling 

Jugoslawien  und 

Finoland 
ßnlkouländer 

1).  Fakturierung 
in  Pfd.  Sterling 

RaUla»rt  ii  Polen 

b.  Fakturierung 
in  Pfd.  Sterling 


0,029 
0,062 
),024 

),008 
>,009 


II      lila    Illb    IIIc  IV 


VI 


0,029 
0,062 
0,024 


0,008 
0,009 


0,049*0.049* 
),049*  0.049* 


0,018 
0,009 
),049* 
0,013 
0,049* 
0,013 
0,049* 
0,014 
0,049* 
0,032 


0,049* 

0,075 

0,058* 

0,050 

0,057 

0,044 

0,125 

0,18 
0,50 


0,022 
0,047 
0,018 


0,007 
0,008 

0,037* 


0,023 
0,049 
0,018 


0,007 
0,008 

0,038* 


0,024 
0,051 
0,019 

0,007 
0,008 

0,040* 


0,025 
0,054 
0,020 

0,007 
0,008 

0,043* 


0,018 
0,009 
0,049* 
0,013 
0,049* 
0,013 
0,049* 


0,014  |0,010 
0,049*  0,037* 


0,016 
0,008 
0,037* 
0,010 
0,037* 
0,010 
0,037* 


0,032 


0,049* 

0,075 

0,058* 

0,050 

0,057 

0,044 

0,125 

0,18 
0,50 


0,025 


0,016 
0,008 
0,038* 
0,011 
0,038* 
0,011 
0,038* 
0,011 
0,038* 
0,026 


0,037* 

0,057 

0,044* 

0,041 

0,046 

0,033 

0,087 

0,156 
0,577 


Deutscn-Oesier- 
reich  u.  Ungarn 

Jugoslawien  und 
Finnland 

Balkanländer 

Rußland  und 
Polen 


1,044* 
0,044* 

,044* 


9,00 

10,50 
10,50 


0,044 
0,044* 

0,044* 


9,00 

10,50 
10,50 


0,016 
0,008 
0,040* 
0,011 
0,040* 
0,011 
0,040* 
0,011 
0,040* 
0,027 


0,038* 

0,060 

0,047* 

0,047 

0,053 

0,034 

0,099 

0,172 
0,577 


0,023 
0,047 
0,018 

0,007 
0,008 

0,038* 


0,023 
0,049 
0,018 

0,007 
0,008 

0,039* 


0,016 
0,008 
0,043* 
0,012 
0,043* 
0,012 
0,043* 
0,012 
0,043* 
0,029 


0,040* 

0,069 

0,063* 

0,053 

0,060 

0,034 

0,099 

0,194 
0,577 


0,016 
0,008 
0,038 
0,011 
0,038* 
0,011 
0,038* 
0,011 
0,038* 
0,026 


0,043* 

0,074 

0,057* 

0,059 

0,066 

0,037 

0,109 

0,22 
0,60 


0,033* 
0,033* 

0  033* 


0,034* 
0,034* 

0,034* 


8  00 

9,50 
9,50 


8,00 

9,50 
9,60 


0,036* 
0,036* 

0  036* 


8,00 

9,60 
9,60' 


0,016 
0,008 
0,039* 
0,011 
0,039* 
0,011 
0,039* 
0,011 
0,039* 
0,026 


0,038* 

0,064 

0,050* 

0,043 

0,048 

0,034 

0,099 

0,156 
0,677 


0,039* 
0,039* 

0,039* 


0,034* 
0,034* 


8,00 

9,50 
9  60 


0,039* 

0,067 

0,062* 

0,063 

0,060 

0,034 

0,099 

0,20 
0,60 


0,035* 
0,035* 


0.034* 


8,00 

9,60 
9,60 


9,50 
9,50 


*  Obige  Multiplikatoren  sind  auf  Schillings  bezogen. 

Zur  Beachtung!  Vorstehende  Multiplikatoren  beziehen 
sich  auf  die  Grundpreise  der  Drucksache  Nr.  235  vom 
23.    Februar  1922. 


(65.  Jahrgang.) 


Col»«rg,  den  14  September  1922 


Zeitschrift  für  Die  Keramischen,  Sias-  unb  verwanbten  lnbustrien 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Qoldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Qoldene  Medaille 
Prämiiert :  Bugra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1 868 
Erscheint   wöchentlich   einmal  Donnerstags 


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Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt.   


Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Ueber  die  Plastizität  der  Tone. 

(Schluß.) 

8.  Die  Wirkung  von  Säuren,  Alkalien  und  Salzen  auf  das 


Absetzen  des  Tones. 
Es  gibt  mehrere  Theorien,  die  für  die 


in  jedem  Tone 

vorwiegend  vorhandenen  Teilchen  eine  besondere  Form  an- 
nehmen. So  nimmt  z.  B.  H.  le  Chatelier  (1910)  abgeplattete, 
W.  Olzschewsky  (1880)  schwammige  Teilchen  an.  Die  mit 
Wasser  angemachten  Tone  besitzen  eine  Anzahl  verwandter 
Eigenschaften,  die  zur  Klärung  unserer  Vorstellung  von  der 
Plastizität  beitragen  können.  So  z.  B.  das  langsame  Fort- 
schreiten der  Plastizität  während  der  Auswitterung  oder  des 
Lagerns  der  Tone,  die  Wirkung  der  Alkalien,  hydrolysierbaren 
Salze  und  gewisser  organischer  Stoffe,  wie  Tannin,  auf  Ton- 
brei, ferner  die  große  Zähigkeit  getrockneter  Tone  usw. 

Die  Erscheinungen,  die  mit  der  Wirkung  der  Alkalien  usw. 
auf  Tonbrei  zusammenhängen,  sind  schon  vielfach  untersucht 
worden,  besonders  hinsichtlich  des  Absetzens  von  Ton  aus 
einer  wässerigen  Aufschlämmung.  Hiernach  sind  auf  Grund 
der  gemachten  Beobachtungen  drei  Klassen  von  Stoffen  zu 
unterscheiden : 

I.  Ausflockung  (flocculation):  Säuren,  saure  Salze,  Kalk, 
Calcium sulfat,  Chlornatrium  und  die  meisten  neutralen  Salze 
bewirken,  daß  die  feinen  in  Aufschwemmung  befindlichen 
Teilchen  ausflocken  oder  koagulieren  und  sich  absetzen.  Diese 
Reagentien  steigern  also  die  Plastizität  der  Tone. 

II.  Verflüssigung  (deflocculation) :  Ein  kleiner  Zusatz  von 
Ammoniak,  Alkalihydroxyd,  Alkalikarbonat,  -borat,  -silikat  oder 
eines  Salzes  andrer  schwacher  Säuren  deflokkulieren,  dekoa- 
gulieren  oder  peptisiereu  den  Ton  und  veranlassen  ihn,  einen 
feineren  Verteilungszustand  anzunehmen  als  in  Wasser  und 
so  längere  Zeit  in  Suspension  zu  bleiben.  Diese  Zusätze  ver- 
ringern also  die  Plastizität  der  Tone. 

III.  Ein  Ueberschuß  der  unter  II  genannten  Mittel  kann 
die  umgekehrte  Wirkung  ausüben  und  das  gleiche  Ergebnis 
wie  ein  Säurezusatz  herbeiführen. 

Die  Anziehungskraft,  die  auf  ein  Molekül  an  der  Ober- 
fläche einer  Flüssigkeit  ansgeübt  wird,  ist  kleiner  als  die  auf 
ein  Molekül  im  Inneren,  so  daß  die  Oberflächenmoleküle  eine 
Neigung  haben,  sich  nach  innen  zu  bewegen.  Die  allgemeine 
Folge  hiervon  besteht  darin,  daß  die  Oberfläche  sich  zusammen- 
zuziehen sucht,  sodaß  möglichst  wenig  Moleküle  an  ihr  ver- 
bleiben. K.  Fuchs  (1889),  M.  Whitney  (1892)  und  W.  J.  A.  Bliss 
1895)  haben  festgestellt,  daß  bei  der  Aufschwemmung  feiner 


Teilchen  eines  festen  Stoffes  in  einer  Flüssigkeit  folgende 
beiden  Fälle  möglich  sind: 

1.  Die  Moleküle  der  festen  Substanz  ziehen  die  der 
Flüssigkeit  stärker  an  als  sie  dies  gegenseitig  tun.  In  jenem 
Falle  wird  die  um  die  Teilchen  herum  befindliche  Flüssigkeits- 
haut bestrebt  sein,  sich  zu  erweitern,  sodaß  die  Körner  nicht 
zusammenkommen,  sondern  getrennt  gehalten  werden.  Das 
System  wird  sich  im  Gleichgewicht  befinden,  wenn  jedes  feste 
Teilchen  von  einer  Flüssigkeitsschicht  mit  etwa  der  gleichen 
Dicke  wie  der  Radius  der  intramolekularen  Anziehungskräfte 
umgeben  ist.  Die  Teilchen  werden  dann  einander  zurück- 
stoßen, wenn  ihre  Entfernung  geringer  wird  als  der 
doppelte  Radius  der  molekularen  Kraft.  Das  entspricht  der 
Erscheinung  der  Deflokkalation. 

2.  Wirkt  die  Anziehungskraft  der  Flüssigkeit  auf  die 
flüssigen  Teilchen  stärker  als  die  feste  Substanz,  so  werden 
die  festen  Teilchen  bestrebt  sein,  sich  einander  möglichst  zu 
nähern,  d.  h.  die  feinkörnigen  Teilchen  des  festen  Stoffes 
werden  ausflocken,  sich  zusammenballen. 

Die  praktische  Bedeutung  von  Alkalien  und  Säuren  auf 
Tonbreie  ist  bekannt  und  soll  hier  nicht  näher  erörtert  werden. 

Bezeichnet  Fsl  die  Anziehungskraft  des  festen  Stoffes  auf 
die  Flüssigkeit  und  Fü  die  der  letzteren  auf  die  flüssigen  Teil- 
chen, dann  wird  ein  Zusammenballen  oder  das  Gegenteil  eintreten, 
je  nachdem  Fsi  — -  Fu  =  F  negativ  oder  positiv  ist.  Nimmt  F  ab, 
so  wächst  die  Neigung  des  suspendierten  Stoffes  zum  Aus- 
flocken. Die  beschleunigend  wirkende  Anziehung  der  Teilchen 
aufeinander  kann  konstant  angenommen  werden,  so  daß  bei 
einer  Aenderung  der  Zusammensetzung  der  Flüssigkeit  durch 
Einführung  von  d C  Teilchen  eines  gelösten  Stoffes  negativ 
wird,  wenn  eine  Spur  einer  koagulierend  wirkenden  Substanz 
zugesetzt  wird  (Klasse  I),  und  positiv  bei  Zusatz  einer  Spur 
eines  Deflokkulationsmittels  (Klasse  II).  J|  ändert  das  Vor- 
zeichen für  Stoffe,  bei  denen  die  Wirkung  eine  umgekehrte 
wird,  wenn  zunehmende  Mengen  des  Gelösten  zugesetzt  werden 
(Klasse  III).    In  allen  Fällen  ist  daher  J-^  negativ. 

Versuche,  den  Wert  Fu  zu  ermitteln,  sind  vor  Jahren  von 
einer  Reihe  Forschern  gemacht  worden.  J.  J.  Thomson  (1688) 
hat  gezeigt,  daß  Fu  wahrscheinlich  in  der  Nähe  des  festen  Stoffes 
etwas  größer  ist  als  im  gleichen  Teile  der  Flüssigkeit  weiter 
entfernt  und  verschieden  von  dem  Werte  an  der  Begrenzungs- 
fläche zwischen  Flüssigkeit  und  Luft.  Folglich  kann  Fsl  qualitativ 
der  Oberflächenspannung  der  Flüssigkeit  proportional  sein,  aber 


414  —  Hr.  37 


SPRECHSAAL  -COBURO. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


nicht  quantitativ.  Der  Wert  von  Fgl  ist  experimentell  nicht  er- 
mittelt worden. 

Kurz  zusammengefaßt  findet  also  folgendes  statt:  Ist  die 
Molekularanziehung  zwischen  den  Flüssigkeitsteilchen  größer 
als  die  zwischen  Ton  und  Flüssigkeit,  so  wird  sich  die  den 
Ton  umgebende  Flüssigkeitshülle  verkleinern  und  Ausflockung 
eintreten.  Dieser  Fall  wird  gekennzeichnet  durch  Säuren  und 
Substanzen  der  Klasse  I.  Ist  die  Molekularanziehung  zwischen 
Ton  und  Flüssigkeit  größer  als  zwischen  den  Teilchen  der  letzteren, 
so  wird  sich  die  den  Ton  umgebende  Flüssigkeitshülle  ver- 
größern, die  Tonteilchen  werden  für  sich  bleiben,  und  es  wird 
feinste  Verteilung  eintreten.  Dieser  Fall  ist  typisch  für  ver- 
dünnte alkalische  Lösungen  und  Stoffe  der  Klasse  II.  Das 
Verhalten  der  Substanzen  in  Klasse  III  zeigt,  daß  für  sie  eine 
„kritische  Konzentration"  besteht,  unterhalb  deren  die  mole- 
kulare Anziehung  zwischen  Ton  und  Flüssigkeit  und  oberhalb 
deren  die  zwischen  den  Flüssigkeitsteilchen  vorherrscht.  Die 
Gravitationsanziehung  zwischen  den  festen  Teilchen  ist  dabei 
vernachlässigt,  weil  sie  unter  diesen  Bedingungen  als  konstant 
angesehen  werden  kann. 

Die  vorstehende  Hypothese  zeigt,  wie  die  Plastizität  eines 
Tones  mit  zunehmendem  Wassergehalt  so  lange  wachsen 
kann,  als  die  durchschnittliche  Dicke  der  die  Tonteilchen  um- 
gebenden Wasserschicht  nicht  größer  ist  als  der  durchschnitt- 
liche Anziehungsbereich  des  Tones  gegenüber  dem  Wasser. 
Ist  genügend  Wasser  zur  Entstehung  dickerer  Schichten  zu- 
gesetzt, so  wird  sich  ein  Teil  des  Wassers  außerhalb  des 
Bereiches  dieser  Anziehung  befinden.  Der  Ton  wird  dann 
weniger  kohärent  sein  und  klebrig  werden. 

Einen  Maßstab  für  die  große  molekulare  Anziehungskraft 
des  Tones  gegenüber  Wasser  stellt  der  sog.  Pouilletsche  Effekt 
dar.  Bei  angenähert  gleicher  Oberfläche  ist  sein  Maximum 
bei  Kaolin  etwa  1,50  g-cal,,  bei  Quarzpulver  0,03  cal.  und  bei 
Flintpulver  0,01  cal.  Versuche  von  J.  Aron,  B.  Kosmann  u.  a., 
die  Plastizität  mit  dem  Wasseraufnahmevermögen  der  Ton- 
moleküle in  Beziehung  zu  bringen,  waren  nicht  sehr  erfolgreich, 
weil  bis  jetzt  keine  direkte  Abhängigkeit  der  Plastizität  von 
der  Menge  des  aufgenommenen  Wassers  beobachtet  worden  ist. 
Je  größer  aber  die  Plastizität  eines  Tones  ist,  umso  größer  ist 
auch  die  Menge  Wasser,  die  zur  Erzielung  der  höchsten 
Plastizität  benötigt  wird. 

Bei  einer  Prüfung  der  Wirkung  von  Säuren,  Basen  und 
Salzen  auf  Ton  muß  man  auch  die  Adsorption  in  Betracht 
ziehen.  Denn  die  Beziehungen  zwischen  den  Tonteilchen  und 
der  Flüssigkeit  können  sich  entscheidend  ändern,  wenn  erstere 
Salze,  Säuren  usw.  adsorbiert  enthalten. 

9.  Die  Wirkung  der  kolloidalen  Substanz  auf  Ton. 
Die  steigernde  Wirkung  von  Gummi  und  anderen  Schleimstoffen 
auf  die  Plastizität  von  Ton  ist  seit  unbestimmt  langer  Zeit  von 
den  Keramikern  ausgenutzt  worden.  Auf  die  Patente  von 
E.  C.  Acheson  (1903)  und  später  von  G.  Keppeler  und  A. 
Spangenberg  (1908),  welche  wässerige  Lösungen  von  Tannin 
und  Gallotannin  bezw.  eine  Aufkochung  von  Huminsäure,  Torf 
usw.  benutzten,  sei  hier  nur  hingewiesen.  Diese  plastisch 
machenden  Zusätze  wirken  wahrscheinlich  indirekt  durch  Ad- 
sorption. Die  Tonteilchen  adsorbieren  die  organische  Sub- 
stanz, was  wahrscheinlich  den  Wert  Fsl,  d.  h.  die  molekulare 
Anziehung  zwischen  den  Teilchen  und  der  umgebenden  Flüssig- 
keit, verringert.  Die  Plastizität  der  Kaoline,  die  praktisch  von 
organischen  Stoffen  frei  sind,  zeigt  daß  adsorbierte  organische 
Kolloide  nicht  die  Quelle  ihrer  Plastizität  sein  können. 

Tone,  die  mit  an  organischer  Substanz  reichem  Grund- 
wasser gekocht  wurden,  sind  gewöhnlich  sehr  plastisch  und 
diejenigen,  von  denen  geologisch  feststeht,  daß  sie  sich  in 
Sümpfen  oder  Mooren  gebildet  haben  oder  die  in  Berührung 
mit  solchen  Wässern  gewesen  sind,  sind  stets  plastisch,  wenn 
nicht  sonstige  Veränderungen  mit  ihnen  vorgegangen  sind. 
Viele  solche  Tone  sind  allerdings  nicht  plastisch,  wenn  sie 
frisch  gegraben  sind,  sondern  werden  dies  erst  beim  Aus- 
wittern. 

Die  Art,  wie  der  Ton  beim  Zubereiten  für  die  spätere 
Verarbeitung  mit  dem  Wasser  in  Berührung  kommt,  ist  eben- 
falls von  Einfluß  auf  seine  Plastizität.  Tone,  deren  Ent- 
wässerung rabch  (Filterpresse)  erfolgt,  sind  nicht  so  plastisch, 
als  wenn  sie  durch  langsam  verlaufende  Verfahren  (Trocken- 
ofen r  ^slip  -  kiln)  entwässert  werden.  Kaoline,  die  nach  dem 
alten  primitiven  Cornwaller  Prozeß  zubereitet  werden,  sind 
ebenfalls  plastischer,  als  wenn  die  Entfernung  des  Wassers 
mittels  der  Filterpresse  beschleunigt  wird.  Es  besteht  also 
ein  enger  Zusammenhang  zwischen  der  Plastizität  eines  Tones 
und  der  Art  seiner  Behandlung  mit  Wasser.  Das  deutet 
darauf  hin,  daß  sich  in  dem  Ton  beim  Zusätze  von  Wasser 
Kolloide  bilden. 

Man  hat  versucht,  wenig  plastische  Tone  mit  künstlich 
zubereiteten  Kolloiden  zu  versetzen  und  dadurch  die  Kolloid- 
theorie für  die  Plastizität  zu  beweisen.    Z,  B,  fand  A.  S. 


Cushman  (1902),  daß  durch  Zusatz  kolloidaler  Kieselsäure  zu 
einem  Tone  seine  Trockenschwindung  und  Festigkeit  erhöht 
wurde,  aber  nicht  die  Plastizität;  hingegen  wurde  durch  Zusatz 
kolloidaler  Tonerde  weder  die  Trockenschwindung  noch  die 
Festigkeit,  aber  die  Plastizität  vergrößert.  F.  F.  Grout  stellte 
aber  fest,  daß  diese  Plastizität,  die  dem  Tone  durch  Zusatz 
kolloidaler  Tonerde  erteilt  worden  war,  beim  Trocknen  des 
Tones  verloren  geht.  Aehnliches  gilt  bei  Zusatz  von  Kolloiden, 
die  aus  einem  Gemisch  der  Lösungen  von  Tonerde  und  Wasser- 
glas erhalten  waren  (Aluminiumsilikat).  S.  Kasai  (1896)  konnte 
jn  Zettlitzer  Kaolin  keinen  kolloidalen  Ton  finden. 

10.  Versuche,  den  kolloidalen  Ton  zu  isolieren. 

Wird  Ton,  den  man  zuvor  von  löslichen  Salzen  gereinigt  hat, 
mit  Wasser  gekocht  und  24  Stunden  stehen  gelassen,  so  werden 
die  besonders  feinkörnigen  Teilchen  der  festen  Substanz  für 
unbestimmt  lange  Zeit  in  der  Schwebe  bleiben.  Der  sus- 
pendierte Ton  kann  durch  Eindampfen  oder  durch  Zusatz  einer 
Spur  Natriumchlorid,  Kalkwasser  usw.  abgeschieden  werden, 
die  ihn  rasch  zur  Ausfällung  bringen.  Der  durch  Eindampfen 
einer  „klaren"  Fett-Ton-Lösuog  erhaltene  Staub  bildet  eine 
tiefbraune,  harte,  hornartige,  leimähnliche  Masse,  die  fest  an 
der  Zunge  haftet  und  bei  Zusatz  von  Wasser  stark  aufquillt. 
Die  nasse,  klebrige  Masse  schwindet  sehr  beim  Abtrocknen 
und  wird  rissig.  Kaolin  von  Cornwall  gibt  eine  Ausbeute  von 
etwa  0,005  °/0,  Fett-Ton  von  Devonshire  etwa  0,05  °/0.  Es  ist 
fraglich,  ob  dieses  Produkt  sämtliche  in  diesen  Tonen  vor- 
handene kolloidale  Substanz  enthält.  Eine  Aenderung  der 
Plastizität  des  Tones  aus  dem  die  kolloidale  Tonsubstanz  ent- 
fernt worden  war,  konnte  übrigens  nicht  beobachtet  werden. 
Die  Kolloidsubstanz  scheint  aber  eine  wichtige  Rolle  beim 
Trocknen  der  Tone  zu  spielen.  Die  „verfilzende"  Wirkung  der 
Tonteilchen  beim  Trocknen  dürfte  keine  vollwertige  Erklärung 
für  die  verhältnismäßig  große  Zähigkeit  der  getrockneten  Tone 
abgeben.  Die  Undurchlässigkeit  naß  eingesümpften  Tones 
gegen  Wasser  wäre  auf  Grund  der  „Verfilzungshypothese" 
gleichfalls  nur  schwer  zu  verstehen. 

Bemerkungen  zu  Abschnitt  7  betr.  die  lose  oder  enge 
Lagerung  runder  Körner. 

Oft  wird  behauptet,  daß  die  Porosität  fein  gemahlenen 
Materials  notwendigerweise  geringer  sei  als  die  von  grob  ge- 
mahlenem. Es  ist  wesentlich,  hierüber  klare  Vorstellungen  zu 
haben,  weshalb  es  angebracht  erscheint,  hierbei  ein  wenig 
Arithmetik  zu  benutzen,  denn  für  gewöhnlich  ist  obige  Behaup- 
tung zwar  richtig,  aber  sie  kann  zuweilen  auch  falsch  sein. 

Der  Einfachheit  halber  sollen  bei  dieser  Betrachtung  die 
Teilchen  als  Kugeln  von  gleichmäßigen  Abmessungen  ange- 
sehen werden.  Diese  Kugeln  können  auf  zweierlei  Weise  so 
aneinander  gelagert  sein,  daß  sich  jede  stets  in  unmittelbarer 
Berührung  mit  der  benachbarten  befindet.  Die  erste  Möglich- 
keit wird  durch  Fig.  1,  die  zweite  durch  Fig.  2  veranschaulicht. 
Diese  Bilder  stellen  die  Grundschichten  dar;  weitere  Schichten 
sind  in  Uebereinstimmung  mit  der  Anordnung  der  Grundschicht 
gelagert. 


Fig.  1.  Figr.  2. 

Enge  Lagerung.  Offene  Lagerung. 

Es  soll  nun  dargelegt  werden,  daß  1.  die  Porosität  einer 
Masse  runder  Körner  von  gleicher  Beschaffenheit  unabhängig 
von  der  Korngröße  ist  und  2.  die  Porosität  um  so  größer  ist, 
je  gleichmäßiger  die  Beschaffenheit  der  Körner  ist. 

Bei  geschlossener  (enger)  Lagerung  ruht  jede  Kugel  so 
zwischen  ihren  Nachbarkugeln,  daß  die  Ebenen  durch  die 
Mittelpunkte  der  aneinanderstoßenden  Kugeln  mit  dem  Halb- 
messer r  ein  Dreieck  mit  gleichen  Winkeln  (60  °)  bilden ;  ähn- 
lich bilden  die  Mittelpunkte  von  vier  aneinanderliegenden 
Kugeln  die  Spitzen  eines  Tetraeders  mit  der  Kante  2r.  Da  die 
Grundfläche  ein  Quadrat  darstellt,  so  ist  die  Kante  bei  n  Kugeln 
in  einer  Seite  2nr.  Der  Kubikinhalt  des  Tetraeders  beträgt 
daher  (2rn)3/   _    Das  Volumen  von  n  solcher  in  einer  tetra- 

gonalen  Pyramide  gelagerten  Kugeln  beträgt 

(4        \  n3  4 
^r^oder^rcrW. 

Das  Porenvolumen  ist  gleich  der  Differenz  zwischen  dem  Raum- 
inhalt der  Pyramide  und  der  Kugeln. 

(2rn)3        4        3    4r3n3  ,g 


1922.   (56.  Jahrgang.) 


SPRECrl SAAL  -  COBURG. 


Nr.  37  —  415 


ilglich  ist  das  Verhältnis  des  Porenvolumens  zum  gesamten 
jlumen  der  Pyramide 

4r3n3(6  — V1D 

^~V2  =  6  — ^"2  - 

Rr3n3  6 


0,2593. 


3^2 


aher  tritt  das  Porositätsminimum  ==  25,93  °/0  bei  einander  be- 
törenden Kugeln  in  enger  Lagerung  ein. 

Bei  offener  (loser)  Lagerung  ist  entsprechend  das  Volumen 
is  in  Frage  kommenden  Würfels   (2nr)3  und  das  Volumen 
4 

»r  Kugeln ^7cn3r  3 ,  daher  das 

4  4 

Porenvolumen  =  8  n 3  r 3  —  -3  %  n 3  r 3  =-y  n 3  r  3  (6  —  jc). 
ie  Porosität  ist  also  das  Verhältnis  des  Porenvolumens  zum 
jsamten  Wfirfelvolumen,  d.  h. 

.  4n3r3(6-rc)  _ 

A-^--  =  °>4762- 

8n3r3  o 

Somit  ist  das  Porositätsmaximum  gleich  47,62  °/0  bei  einan- 

jr  berührenden  Kugeln  bei  loser  Lagerung  vorhanden. 

Man  erkennt,  daß  diese  Ergebnisse  ganz  unabhängig  vom 
adius  sind  und  für  Kugeln  jeden  Halbmessers  gelten,  voraus- 
esetzt,  daß  alle  gleiche  Größe  besitzen.  Somit  ist  die  Porosi- 
it  unabhängig  von  der  Korngröße.  Sind  Kugeln  verschie- 
ener  Größe  vorhanden,  sodaß  die  kleineren  in  die  Hohlräume 
irischen  den  größeren  gelagert  werden  können,  so  kann  der 
lorenraum  verringert  werden.  Hieraus  folgt  bei  einer  ge- 
ebenen Art  der  Lagerung,  daß,  je  mehr  die  Körner  in  der 
tröße  übereinstimmen,  um  so  größer  der  Porenraum  sein  wird, 
orausgesetzt,  daß  die  kleinerßn  Teilchen  in  den  Zwischen- 
iumen  untergebracht  werden  können.  Daraus  geht  wiederum 
ervor,  daß  bei  eckigen  und  nicht  kugeligen  Teilchen  eine 
ogere  Lagerung  möglich  ist. 


Ueber  Entglasung. 


(Schluß.) 


(Nachdruck  verboten). 


Eine  andere  Gefahrperiode  bei  der  Glasbereitung  ist  die, 
ro  das  Glas  von  der  Endtemperatur  in  der  Wanne  oder  im  Hafen, 
ei  der  es  sich  im  plastischen  Zustande  befindet,  auf  tiefere 
Temperaturen  abkühlt,  bei  denen  es  starr  ist.  Während  dieses 
Abschnittes  wird  es  gewöhnlich  in  einer  Form  verarbeitet  oder, 
jeim  optischen  Glase,  gewöhnlich  im  Hafen  selbst  erkalten 
gelassen.  Da  die  Geschwindigkeit,  mit  der  eine  große  Glas- 
nasse  abkühlen  kann,  infolge  des  geringen  Wärmeleitvermögens 
on  Glas,  begrenzt  ist,  so  tritt  bei  der  Abkühlung  von  Glas 
a  einem  Hafen  mit  einer  gewissen  Wahrscheinlichkeit  Ent- 
glasung ein.  Sie  erfolgt  unter  solchen  Bedingungen  niemals 
Inter  Ausscheidung  großer  individualisierter  Kristalle,  sondern 
tnter  Bildung  von  Sphärolithen  (kugeligen  Kristallaggregaten 
nit  strahliger  Faserstrnktur)  oder  von  sehr  kleinen  gleich- 
näßig  verteilten  Kristallenen.  Letztere  Form  der  Entglasung 
cann  ein  opalisierendes  Glas  ergeben,  ein  milchiges  Glas, 
>der  ein  dichtes,  opakes  Glas,  je  nach  der  Größe  der  Kristall- 
partikel, die  sich  ausscheiden.  In  opalisierendem  oder  milchi- 
;em  Glase  lassen  sich  die  Kristallpartikelchen  mit  dem 
Mikroskop  nicht  erkennen,  wohl  aber  leicht  mit  dem  Ultra- 
tfikroskop.  In  einem  dichten,  opaken,  entglasten  Glase  kann 
nan  sie  sehen,  ebenso  ihre  Lichtbrechung  mit  der  des  Glases 
vergleichen.  Nach  der  Erfahrung  des  Verfassers  stellen  die 
{ristalle  augenscheinlich  eine  niedrigbrechende  Form  der 
iieselsäure,  nämlich  Tridymit  oder  Kristobalit,  dar.  Gewisse 
Substanzen,  die  mangels  eines  besseren  Ausdrucks  als  „Minera- 
isatoren"  bezeichnet  werden  können,  scheinen  diese  Art  der 
Kristallbildung  zu  befördern.  Zu  diesen  gehören  S03  und  Cl3). 
Auch  Arsenik  wirkt  in  größerer  Menge  ähnlich.  In  einem 
?alle  konnte  die  Entglasung  eines  mittleren  Flintglases 
(n  =  1,62)  durch  Herabsetzung  des  Arsenikgehaltes  des  Glas- 
satzes von  0,9  auf  0,3  °/0  behoben  werden.  Fluor  wirkt 
wahrscheinlich  ähnlich,  und  gewisse  absichtlich  durch  Fluorid- 
zusatz getrübte  Gläser  verdanken  ihre  Undurchsichtigkeit  ohne 
Zweifel  einer  Ausscheidung  von  Kristallen,  die  durch  Fluor 
befördert  wird.  In  manchen  Fällen  können  die  Fluoride  selbst 
die  kristallisierte  Phase  darstellen.    Im  übrigen  ist  über  die 


3)  Fenner  und  Ferguson,  „Die  Wirkung  gewisser  Verunreinigungen 
auf  die  Entstehung  einer  milchigen  Trübung  in  optischem  Glase",  Journ 
Americ.  Ceram.  Soc.  I  (1918),  3.  468. 


Grundsätze,  nach  denen  die  Entstehung  dieser  opaken  und 
durchscheinenden  Gläser  vor  sich  geht,  wenig  bekannt. 

Mehr  Klarheit  herrscht  über  die  Probleme,  welche  die 
andere  Form  der  Kristallisation  betreffen,  die  während  dieser 
jetzt  erörterten  Periode  der  Glaskühlung  vor  sich  geht.  Die 
kristallischen  Sphärolithbestandteile  sind  unter  dem  Mikroskop 
leicht  bestimmbar,  und  die  Behandlung  des  Glases  in  der  Hitze 
kann  nicht  so  abgeändert  werden,  daß  die  Bildung  dieser 
Kristalle  verhindert  wird,  so  ermöglicht  die  Kenntnis  der 
Kristallzusammensetzung,  in  der  Zusammensetzung  des  Glases 
angemessene  Abänderungen  vorzunehmen. 

Das  Barium-Kronglas,  dessen  Entglasung  bei  hohen 
Temperaturen  schon  beschrieben  wurde,  kann  ferner  während 
der  Abkühlung  unter  Ausscheidung  von  BaSi205-Sphärolithen 
entglasen,  die  um  die  größeren  Kristalle  der  früheren  Ab- 
scheidung  herum  wachsen,  oder  unter  Bildung  neuer  einfacher 
Sphärolithe.  Gegenmittel  hierfür  sind  1.  die  Verringerung  des 
BaSi205-Gehaltes  des  Glases,  gerade  wie  bei  höherer  Tem- 
peratur (s.  0.)  oder  2.  raschere  Abkühlung.  Außerdem  können, 
wenn  auch  in  der  Hauptmasse  eines  Barium-Kronglases  in 
diesem  Zustande  Entglasung  nicht  eintritt,  an  der  freien 
äußeren  Oberfläche  des  Glases  unter  Entglasung  desselben 
sich  Sphärolithe  von  BaSi205  bilden. 

Aus  gewöhnlichen  Krongläsern,  die  Kalk  im  Ueberschuß 
enthalten,  im  Vergleiche  zu  Flüssen,  scheiden  sich  bisweilen 
Wollastonitkristalle  während  der  Kühldauer  ab. 

Manche  Arten  von  Borosilikatgläsern  können  unter  Ab- 
scheidung  von  Tridymitsphärolithen  entglasen.  In  einem  Falle 
erwies  sich  hiergegen  als  brauchbares  Mittel,  wenn  ein  Teil 
des  Natrons  im  Glas  durch  Kali  ersetzt  wurde,  eine  Ver- 
änderung, die  wahrscheinlich  die  Zähflüssigkeit  erhöht  und 
so  das  Kristallisationsvermögen  bei  der  betreffenden  Tem- 
peratur verringert. 

Die  letzte  gefährliche  Periode  für  die  Entglasung  ist  von 
besonderer  Wichtigkeit.  Es  ist  jene,  während  der  das  Glas 
wieder  erhitzt  wird,  sei  es  für  die  Verarbeitung  zur  gewünschten 
Form  oder  für  die  Abkühlung  nach  schon  erfolgter  Form- 
gebung. Hierbei  muß  die  Wechselbeziehung  von  Zeit,  Tem- 
peratur, Zusammensetzung  und  Kristallisationsvermögen  sorg- 
fältig in  Erwägung  gezogen  werden. 

Soll  das  Glas  geformt  werden,  so  muß  man  es  auf  eine 
Temperatur    erhitzen,    daß    es    zu   fließen   beginnt.  Beim 
optischen  Glas  z.  B.  ist  es  ein  ganz  gewöhnlicher  Vorgang, 
daß  die  rohen  Klumpen  aus  den  zerbrochenen  Häfen  in  Formen 
erhitzt  werden.    Bei  der  innegehaltenen  Temperatur  erweicht 
das  Glas  und  nimmt  die  Umrisse  der  Form  an.   Diese  Tem- 
peratur kann  innerhalb  gewisser  Grenzen  schwanken,  denn 
offenbar  kann  dieses  Niedersinken  des  Glases  mit  einer  be- 
stimmten Geschwindigkeit  bei  einer  bestimmten  Temperatur 
vor  sich  gehen  oder  mit  größerer  Geschwindigkeit  bei  höheren 
Temperaturen.    Bei  Besprechung  der  für  die  Kristallisation 
maßgebenden  Gesetze  wurde  darauf  hingewiesen,  daß  es  für 
jedes    Glas    eine    Temperatur    gibt,   unterhalb    deren  sein 
Kristallisationsvermögen  vernachlässigt  werden  kann,  und  eine 
andere  Temperatur,  oberhalb  welcher  dieses  Vermögen  gleich 
Null  ist.    Die  untere  Grenze  hat  für  den  Formgebungsprozeß 
keine  besondere  Bedeutung,  da  für  das  Formen  bei  diesen 
Temperaturen  alle  Gläser  zu  starr  sind.  Aber  die  obere  Grenze 
ist  von  großer  Wichtigkeit,  denn  wenn  die  Formgebung  nur 
bei  einer  etwas  höheren  Temperatur  als  diese  obere  Grenze 
erfolgt,  so  besteht  völlige  Sicherheit,  daß  während  des  Formens 
selbst  Entglasung  nicht  eintritt,  obgleich  nachher  besondere 
Maßnahmen  zu  treffen  sind,  damit  die  Abkühlung  in  ange- 
messener Geschwindigkeit  verläuft.    Es  ist  daher  äußerst  er- 
wünscht, für  die  einzelnen  Gläser  die  Temperatur  dieser  oberen 
Entglasungsgrenze  zu  kennen.    Es  ist,  wie  nochmals  gesagt 
sei,  diejenige,  bei  der  die  primäre  Phase  sich  abzuscheiden 
anfängt,  wenn  die  Abkühlung  des  Glases  unter  vollkommenen 
Gleichgewichtsbedingungen  vorgenommen  wird.    Sie  ist  gleich- 
bedeutend mit  der  Temperatur,  bei  der  das  kristallisierte  Glas 
Aollständig  geschmolzen  ist,  sobald  die  Temperatur  erhöht  wird. 
Diese  Tatsache  kann  man  für  die  Bestimmung  der  Temperatur 
dieser  oberen  Grenze  benutzen.    Ein  kleines  Stück  entglasten 
Glases  wird  etwa  eine  Stunde  lang  auf  einer  bestimmten 
Temperatur  erhalten,  dann  rasch  abgekühlt  und  untersucht. 
Dieses  Verfahren  wird  bei  allmählich  steigenden  Temperaturen 
wiederholt,  bis  eine  erreicht  ist,  bei  der  die  letzten  Spuren  von 
Kristallen  verschwunden  sind.    Wenn  es  nicht  aus  anderen 
Gründen  wünschenswert  ist,  wie  die  Entstehung  von  Blasen 
im  Glase,  dann  sollte  man  die  Formgebung  bei  einer  etwas 
höheren  Temperatur  vornehmen  als  der  durch  obiges  Verfahren 
bestimmten,  denn  dann  hat  man  die  Gewähr  für  Verhütung 


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jeder  Entglasung  während  des  Formens.  Bei  Gläsern,  deren 
Neigung  zur  Entglasung  nur  gering  ist,  läßt  sich  dieses  bei 
niedrigeren  Temperaturen  vornehmen. 

Die  für  verschiedene  optische  Gläser  gefundenen  Tem- 
peraturen sind  aus  Tafel  1  ersichtlich. 

Tafel  1. 

Werte  zur  Entglasung  einiger  optischer  Gläser. 


Glasart 

Temperatur, 
bei  der  die 
Kristalle  ver- 
schwinden. 

Zusammen- 
setzung der 
Kristalle 
(primärePhase) 

Mittieres  Flintglas  (nD=  1,621 

910°  C 

Si02 

Gewöhnliches  Kronglas 

1110°  „ 

Si02 

Leichtes  Barinm-Kronglas 

1100°  „ 

BaSi205 

Leichtes  Flintglas 

1115°  „ 

Siü2 

Das  Glas  wird  häufig  nicht  nur  für  die  Weiterverarbeitung» 
sondern  auch  zur  Kühlung  wiedererhitzt.  Daher  muß  alles 
Glas  frei  von  übermäßiger  Spannung  sein,  die  Bruch  verur- 
sachen könnte,  und  im  besonderen  muß  in  optischem  Glas  die 
Spannung  unter  den  Betrag  verringert  sein,  der  während  des 
Schleifens  und  Polierens  ein  Verziehen  der  Reflexions-  oder 
Refraktionsflächen  verursacht.  Das  optische  Glas  muß  also 
einer  besonderen  Feinkühlung  unterworfen  werden.  Beim 
Kühlen  wird  das  Glas  auf  eine  Temperatur  gebracht,  bei  der 
die  Spannung  durch  verhältnismäßig  langsames  Fließen  ausge- 
löst wird.  Offenbar  ist  ein  gewisser  Temperaturspielraum  zu- 
lässig, denn  das  Fließen  geht  langsam  bei  tieferen  und  rascher 
bei  höheren  Hitzegraden  vor  sich.  Daher  ist  es  wichtig,  die 
Kristallisationsneigung  der  zu  kühlenden  Gläser  für  verschie- 
dene Temperaturen  zu  kennen,  um  eine  Temperatur  zu  wählen, 
die  nicht  Anlaß  zur  Entglasung  gibt.  Die  Wahl  ist  hier  nicht 
so  leicht  wie  bei  der  Formgebung,  denn  es  besteht  keine 
scharfe  untere  Grenze  für  Entglasungstemperaturen,  etwa  in 
Uebereinstimmung  mit  der  festgelegten  oberen  Grenze.  Es 
gibt  zwar  für  jedes  Glas  eine  praktische  untere  Grenze,  unter- 
halb deren  sein  Kristallisations-  oder  Entglasungsvermögen 
vernachlässigt  werden  kann,  aber  bei  einigen  Gläsern  ist  dies 
unglücklicherweise  eine  Temperatur,  bei  der  die  Abkühlungs- 
geschwindigkeit von  gleicher  Größe  ist.  Bei  niedrigen  Tem- 
peraturen wird  die  Entglasung  in  einer  bestimmten  Zeit  bei 
einer  bestimmten  Temperaturhöhe,  bei  einer  höheren  Tempera- 
tur in  kürzerer  Zeit  vor  sich  gehen  usw.  Deshalb  ist  es  er- 
wÜDScht,  für  jedes  ©las  zu  wissen,  ob  die  Entglasung  bei  einer 
gegebenen  Temperatur  in  einem  Zeitraum  erfolgen  wird,  der 
lang  genug  ist,  um  bei  jener  Temperatur  eine  richtige  Kühlung 
zu  ermöglichen.  Daher  ist  es  notwendig,  sowohl  die  Ge- 
schwindigkeiten der  Entglasung  als  der  Kühlung  für  verschie- 
dene Gläser  vorher  zu  kennen.  Aus  Vorstehendem  geht  weiter 
hervor,  daß  Gläser  vorkommen,  bei  denen  Feinkühlung  und 
Freibleiben  von  Entglasung  miteinander  unvereinbar  sind.  Bei 
einem  solchen  Glase  muß  man  sich  bemühen,  die  Zusammen- 
setzung so  zu  ändern,  daß  die  Kühlgeschwindigkeit  erhöht  und 
die  Entglasungsgeschwindigkeit  verringert  wird,  oder  beides 
gleichzeitig  erfolgt.  Bei  einer  solchen  Aenderung  der  Zu- 
sammensetzung ist  wiederum  die  Kenntnis  der  Natur  der  sich 
abscheidenden  Phasen  erwünscht,  ebenso  wie  dies  bei  der  Ent- 
glasung in  anderen  Stadien  der  Glasherstellung  der  Fall  war. 
Bei  der  Entglasung  während  des  Kühlens  können  sich  Sphäro- 
lithe  abscheiden  oder  winzige  gleichmäßiger  verteilte  Kriställ- 
chen,  die  ein  milchiges  oder  dichtes  opakes  Glas  ergeben.  Die 
Art  der  Sphärolithkristalle  läßt  sich  gewöhnlich  leicht  er- 
mitteln. Bei  der  Untersuchung  opaker  Gläser  gibt  häufig  die 
des  Lichtbrechungsvermögens  der  Kristalle  und  des  Glases 
einen  Hinweis  bezüglich  der  Art  der  ersteren.  In  milchigem 
Glas  kann  man  die  Kristalle  nicht  untersuchen ;  man  kann  aber 
durch  Erhitzung  eines  Stückes  dieses  Glases  auf  eine  etwas 
höhere  Temperatur  die  Wirkung  oft  verstärken.  Die  hierbei 
entstehenden  größeren  Kristalle  sind  dann  der  Untersuchung 
leichter  zugänglich. 

Tafel  2  zeigt  die  Ergebnisse  der  Untersuchung  der  Ent- 
glasung verschiedener  Gläser  bei  diesen  niedrigeren  Tem- 
peraturen. 


Tafel  2. 


Untersuchungen  betr.  die  Entglasung  gewisser  optischer  Gläse 


Zeit  in 
Stunden 


Temperatur:  0  C 


Ergebnisse 


Barium-Flintglas 

15,0 

660 

27,5 

700 

ein  /\ 

29,0 

760 

68,0 

800 

Mittleres  Fhntglas 

(nD  =  1,62) ; 

Kristalle;  Si02 

1,0 

650 

12,5 

650 

4,5 

700 

6,5 

700 

23,5 

700 

Borosilikat-Kronglas ; 
Kristalle;  SiO, 

14,5 

660 

27,5 

700 

4,5 

750 

8,0 

750 

2,3 
20,6 

800 

800 

Gewöhnliches  Kronglas; 
Kristalle ;    SiO,  und 

Ca  Si03. 

41,0 

600 

36,0 

650 

4,0 

700 

6,5 

700 

23,5 

700 

33,0 

700 

47,0 

700 

keine  Entglasung 
geringe  Oberflächenschicht 
keine  Entglasung 
geringe  Oberflächenschic'  t 
deutliche  Oberf lächer s:  cül 


keine  Entglasung 
Entglasung  der  Oberfläche 

Ji  n  n 

»  »  » 


keine  Entglasung 

geringe  Oberflächenschicht 

O  b  erf  lächens  chicht 

dicke  Schicht  auf  d.  Oberflächii 


Häufig  findet  die  Entglasung  nur  an  der  freien  Oberfläche 
eines  Glasstückes  statt.    Der  Grund  hierfür  ist  unbekannt. 


keine  Entglasung 


Zusammenfassung. 

Die  Entglasung  des  Glases  ist  das  Ergebnis  des  Bestreben! 
desselben,  in  den  beständigen  kristallinen  Zustand  überzugehen 
Sie  tritt  ein,  wenn  das  Glas  genügend  lange  Zeit  hindurcl 
innerhalb  des  Temperaturabschnittes  gehalten  wird,  in  dem  seit 
Kristallisationsvermögen  groß  ist.  Von  diesem  Gesichtspunkte 
aus  wurden  die  verschiedenen  Arten  der  Entglasung  besprocher 
und  Ratschläge  hinsichtlich  der  Grundsätze  erteilt,  nach  denei 
Aenderungen  in  der  Herstellung  oder  bei  der  Zusammensetzung 
vorzunehmen  sind,  die  die  Vermeidung  der  Entglasung  be 
zwecken.  Weiter  wurden  einzelne  Beispiele  für  die  f?ntglasung 
optischer  Gläser  angegeben,  in  Verbindung  mit  der  Bestimmung 
der  Entglasungstemperaturen  und  der  sich  abscheidenden 
Kristallphasen. 

Im  Anschlüsse  an  die  vorstehenden  Ausführungen  vor 
N.  L?  Bowen  teilt  W.  S.  Williams  ebenfalls  noch  einiges  über 
entglaste  optische  Gläser  mit  (a  a.  O.,  S.  278),  was  hier  kur« 
erwähnt  sei:  Es  handelte  sich  um  zwei  dichte  Barium-Kron- 
gläser, nD  =  1,60,  von  denen  das  erste  folgende  Zusammen- 

Setzung  besaß : 

Si02    40,7  °/0 

B203   6,2  °/0 

ZnO  9,3  °/0 

BaO   .    43,2  °/0 

As203    0,6  °/0 

100,0  °/0 

Das  Einfüllen  des  Gemenges  erfolgte  bei  1350°  C  innerhaU 
16  Stunden.  Die  Läuterungsperiode,  während  der  die  Temperatui 
die  gleiche  blieb,  dauerte  8  Stunden.  Bei  der  Probenahme 
wurde  ein  leichter  schaumiger  Ueberzug  beobachtet,  der  ab- 
gestreift wurde.  Nach  zwei  Stunden  hatte  sich  aber  eine  etwa 
drei  Zoll  dicke  schaumige  Schicht  gebildet.  Diese  wurde 
abermals  abgestrichen.  Ebenso  wurde  auch  eine  drei  Zoll 
starke  Glasschicht  aus  dem  Hafen  entfernt,  in  der  Absicht,  wenn 
möglich,  etwa  vorhandene  Kristallkerne  auszuscheiden.  ,  Hieraul 
wurde  die  Temperatur  auf  1400°  C  gesteigert.  Dennoch  zeigte 
nach  drei  Stuuden  eine  6  Zoll  starke  Schicht  des  Glases  Ent- 
glasung, worauf  die  Schmelzung  abgobrochen  wurde,  und  nach 
der  Abkühlung  befand  sich  auf  der  Oberfläche  der  Schmelze 
eine  12  Zoll  dicke  Schicht  von  reinem  weißem  Opalglas,  während 


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das  übrige  Glas  durchsichtig  war.  Die  chemische  Untersuchung 
beider  Glasschichten  ergab  folgende  bemerkenswerte  Unter- 
schiede in  ihrer  Zusammensetzung: 

Durchsichtiges  Glas  Opalglas 

Si02  .....  37,88  o/0  44,67  °/0 

BaO  .    .    .    .    .  42,36  °/0  38,02  °/0 

ZnO   10,52  °/0  9,2§°/0 

B203    9,31  o/0  8,46  % 

Eine  petrographische  Untersuchung  war  infolge  der  äußersten 
Feinheit  der  Kriställchen  zwecklos.  Es  war  dies  also  ein  Fall 
von  Entglasnng  während  Einschmelzung  und  Läuterung.  In  den 
nachfolgenden  Schmelzen  wnrde  dann  die  Schwierigkeit  durch 
Zusatz  von  A1203  behoben. 

Der  andere  Fall  von  Entglasnng  in  dichtem  Barium-Kron- 
glas, n^  =  1,60,  trat  in  einem  Gemisch  folgender  Zusammen- 
setzung ein: 


Si02    37,0  °/o 

B2Os  5,0  o/o 

K20  2,7  o/0 

ZaO  7,8  % 

BaO  47,0  °/o 

As203    0,5  o/p 

100,0  o/o 

Hier  danerte  das  Einschmelzen  15  Stunden  bei  1400°  C 
und  das  Läutern  2  Stunden.  Während  der  zwölfständigen  Rühr- 
periode wurde  die  Temperatur  allmählich  bis  auf  1100°  C 
erniedrigt.  Entglasung  wurde  dabei  nicht  beobachtet,  aber  nach 
der  Abkühlung  zeigten  sich  bis  8  Zoll  unter  der  Oberfläche  an 
einer  Seite  des  Hafens  Sphärolithkristalle.  Sie  erstreckten  sich 
von  der  Wandung  etwa  bis  6  Zoll  ins  Innere.  Die  Kristalle 
bestanden,  wie  die  mikroskopische  Prüfung  ergab,  aus  Barium- 
disilikat.    Mit  Ausnahme  dieser  einen  Stelle  war  das  Glas  gut. 

Während  des  Formens  und  Kühlens  entglast  dichtes  Barium- 
Kronglas,  n^  =  1,60,  aller  Zusammensetzungen  leicht  und  muß 

daher  in  möglichst  kurzer  Zeit  geformt  werden. 


Wirtschaft  lieh -  gewerblicher  Teil. 

Korrespondenzen. 


Fand.  Von  der  Firma  Schneidemaschinen-Fabrik  Graff  •&  Stein, 
G.  m  b.  H.,  Witten,  geht  nns  die  Nachricht  zu,  daß  anter  Bezugnahme 
auf  die  Notiz  im  „SprechBaal"  Nr.  35,  S.  394,  sich  Herr  Walter  Engel- 
berg in  Firma  Engelberg  &  Mangold,  Essen-Ruhr,  als  Verlierer  des  auf- 
gefundenen goldenen  Traurings  gemeldet  und  ausgewiesen  hat. 

Jubiläum.  Oer  bei  seinem  Chef  als  auch  in  Kunden-,  Kollegen- 
und  Arbeiterkreisen  allgemein  beliebte  und  geachtete  Prokurist  der  Firma 
paepeke  &  Schäfer,  Porzellan-Manufaktur,  Haida  i.  Böhmen,  Herr  Otto 
Beckert,  konnte  bei  vollster  körperlicher  und  geistiger  Frische  am  l.  7. 
sein  40  jähriges  Dienstjubiläum  bei  vorgenannter  Firma  feiern. 


Gesetzgebung,  Stenern. 

Kündigungsschutz  für  Schwerbeschädigte.  Die  gesetzlichen 
Vorschriften,  wonach  einem  Schwerbeschädigten  nur  mit  Zustimmung  der 
Hauptfürsorgestelle  rechtswirksam  gekündigt  werden  kann,  sind  erneut 
bis  znm  1.  1.  23  verlängert  worden.  Bis  dahin  wird  voraussichtlich  das 
neue  Schwerbeschädigtengesetz,  das  das  gegenwärtig  geltende  Gesetz  vom 
6.  4.  20  in  wesentlichen  Punkten  ändert,  in  Kraft  getreten  sein.  Der 
Entwurf  des  neuen  Gesetzes  ist  fertiggestellt  und  wird  den  gesetzgeben- 
den Körperschaften  nach  dem  Wiederzusammentritt  zugehen.  Die  in  der 
Presse  verbreiteten  Nachrichten,  wonach  die  neuen  Bestimmungen  bereits 
am  1.  10.  22  in  Kraft  treten  sollen,  beiuhen  auf  einem  Irrtum. 


Handel  und  Verkehr. 

Erhöhung  der  Personen,  und  Gütertarife.  Nachdem  die  Erhöh- 
ung der  Personenfahrpreise  am  1.  10.  22  von  etwa  60%  nicht  ausreicht, 
vm  den  bevorstehenden  Mehrbedarf  zu  decken,  ist  eine  weitere  Erhöhung 
ifter  vom  1  10.  ab  gültigen  neuen  Fahrpreise  um  60»/0  in  Aussicht  ge- 
pnmmen,  die  znm  1.  12.  wirksam  werden  soll.  Die  Erhöhung  erstreckt 
Bich  auch  auf  Schnellzugszuschläge  und  Preise  für  Zeitkarten  aller  Art. 
I  Ferner  gelten  ab  1. 10.  22  folgende  Verhältniszahlen  für  die  horizon- 
tale Staffelung  im  Gütertarif  der  Keichseisenbahn : 

I       II        A      B      C      D  E 
Stückgutklassen       Wagenlad  od  gsklassen 
Bei  d.  Streckensätzen    180     140      100     73     55     35  26 
Bei  d.  Abfertigungs- 
gebühren     ...     120     170      100     95     80     65  50 
Hierbei  ist  insbesondere  die  Spannung  zwischen  den  Stückgutklassen 
and  der  Wagenladungsklasse  A  beträchtlich  verringert.    Die  vertikale 
Staffelung  ist  nunmehr  für  alle  Klassen  (Wagenladungen  und  Stückgut) 
gleichmäßig  gebildet.   Die  für  100  km  angenommene  Verhältniszahl  von 
100  senkt  sich  um  6  für  je  weitere  100  km,  beziffert  sich  also  bei  1000  km 
auf  55.   Bei  Ausnahmetarifen  sind  wesentliche  Verschiebungen  nicht  ein- 
getreten.  Auch  von  einer  Aenderung  der  Staffel  des  KohlenauBnahmetarifes 
ffird  abgesehen.   Endlich  wird  im  Einverständnis  mit  dem  Reichseisen- 
bahnrat  die  Mindestentfernung  für  die  Berechnung  der  Fracht  von  10  km 
mf  5  km  herabgesetzt. 

Denisehe  Beteiligung  an  einer  Petersburger  Neugründung.  Die 
russische  Sowjetregierung  hat  letzthin  die  Statuten  eines  auf  breiter  Basis 
arbeitenden  deutsch-russischen  Unternehmens  genehmigt.  Die  neue 
Gesellschaft,  die  „Handels-  und  IcduBtriegesellschaft  Merkurij  in  Petrograd" 
firmiert  und  ihre  Tätigkeit  bereits  aufgenommen  hat,  bezweckt  gegen- 
teiligen Warenaustausch,  Warenveiteilung  in  Knssland,  Neujrründnngen  und 
Finanzierungen,  kurz  weitgehende  Mitarbeit  am  Wiederaufbau  Eaeslands. 

Frachtsätze  für  Kapselscherben.  In  Nr.  49/1921,  Seite  691,  hatten 
v'u  eine  Zuschrift  der  Firma  Friedrich  Wahrenbnrg,  München,  veröffant- 
icht,  in  der  auf  die  unverhältnismäßig  ltohen  Frachtsätze  für  Kapsel- 
cherben hingewiesen  wird.  Wie  uns  jetzt  von  gleicher  Seite  mitgeteilt 
fird,  ist  der  Pitma  „bereits  jetzt"  auf  die  s.  Zt.  mehrmals  erfolgten  Ein- 
gaben an  das  Reichsverkeh»ministerium  ein  ablehnender  Bescheid  zuteil 
;eworden,  mit  dem  Bemerken,  daß  „durch  ein  Versehen"  erst  jetzt  die 
üngaben  zur  Erledigung  gelangten.  Ein  Kommentar  erübrigt  sich.  Der 
"eutige  Preis  lux  10  Tonnen  KapselBcherben  beträgt  etwa  M  2000;  die 
facht  hierfür  zum  Khein,  dem  Hauptverbrauchsbezirk,  stellt  Bich  auf  etwa 
t  30000. 


Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

Das  Goldzollaufgeld  beträgt  vom  13.  bis  einschließlich  19.  9.  22 
33  900  »/„. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Eine  Aenderung  der  Ausfuhrpreise  ist 
vorgenommen  worden:  Für  feuerfeste  Erzeugnisse  nach  Dänemark,  Polen, 
Freistaat  Danzig,  Ukraine  und  Großrußland,  Polnisch  Oberschlesien,  Memel- 
gebiet,  Litauen  und  Randstaaten;  für  Kies  und  Sand  nach  Tachecho- 
slowakien.  —  Der  Teuerungszuschlag  für  ff  Erzeugnisse  bei  Lieferung 
nach  Deutschösterreich  ist  ab  1.9  22  von  1000  auf  2000  %  erhöht 
worden.  —  Hinsichtlich  der  Ausstellung  der  Lieferwerkbescheinigung 
wird  darauf  aufmerksam  gemacht,  daß  stets  Stückzahl  oder  dergl,, 
Gewicht  und  Art  der  Ware  vom  Lieferwerk  einzutragen  sind.  Auch 
der  Tag  der  Ausstellung  des  Scheines  darf  vom  Lieferwerk  nicht  ver- 
gessen werden.  Scheine,  die  diese  Angaben  nicht  enthalten,  werden 
als  unvollständig  zurückgewiesen.  Ferner  empfiehlt  es  sich,  stets  ein 
genaues  Doppel  des  Lieferwerkscheines  an  die  A.  H.  N.  einzusenden, 
während  die  Urschrift  der  Handelsfirma  zu  übermitteln  ist,  die  den 
Schein  dem  Antrage  beifügt. 

Besetztes  Gebiet.  Die  erhöhte  Ausfuhrabgabe  ist  am  gleichen 
Tage  wie  im  freien  Deutschland,  also  am  3.  9.  22,  in  Kraft  getreten. 

Memelgebiet.  Zollerhöhungen.  Dnrch  Verordnung  vom  10.  8.  22 
sind  mit  sofortiger  Wirkung  die  in  der  Nachtragsverordnung  vom  3.  7.  Sß 
zur  Verordnung  vom  10.  5.  22  betreff*  den  Zolltarif  für  das  Memelgebiet 
festgesetzten  Zölle  dahin  abgeändert  worden,  daß  sämtliche  Einfuhr" 
ga wichtszölle  und  Aasfuhrzölle  um  60%  erhöht  werden.  Eine  Nachver- 
zollung findet  nicht  statt 

England  und  Kolonien.  Zollfakturenformulare.  Die  zur  Zeit 
für  den  Versand  von  Waren  nach  englischen  Kolonien  vorgeschriebenen 
„Invoice"-Formulare  können  im  Zollbureau  des  R  W.  M.  eingesehen 
werden.  Die  Unterschriften  aof  den  für  Australien  bestimmten  Rech- 
nungen brauchen  nicht  von  beamteten  Persönlichkeiten  oder  Behörden  be- 
glaubigt zu  werden.  Bei  den  von  englischen  Firmen  ausgestellten  Rai- 
nungen unterschreibt  der  Chef  oder  Beauftragte  der  Firma,  und  ein  ihm  am 
nächsten  stehender  Angestellter  beglaubigt  als  Zeuge.  Die  Beglaubigung 
einer  deutsehen  Handelskammer  dürfte  daher  für  deutsche  Absender  völlig  ge- 
nügen. —  Bereits  im  vorigen  Jahre  iBt  übrigens  von  den  Vertretungen 
der  verschiedenen  englischen  Kolonialregierungen  ein  einheitlicher  Text 
für  das  Formular  vereinbart  worden,  der  nach  Genehmigung  durch  die  in 
Frage  kommenden  Regierungen  selbst  als  invoice  Formular  generell  in 
Anwendung  kommen  soll.  —  Die  Einführung  für  Australien  steht  znm 
1.  1.  23  bevor.  Von  Kanada  wird  angenommen,  daß  das  Formular  nicht 
eingeführt  werden  wird.  Südafrika  h«t  die  Einführung  noch  nicht  genehmigt, 
sie  wird  jedoch  erwartet.  —  Für  Neufundland  und  Neuseeland  ist  die  Be- 
nutzung des  Formulars  vorgeschrieben.  —  Für  Sendungen  nach  Australien 
kann  das  Formular  schon  jetzt  benutzt  werden. 

Italien.  Das  Zollaufgeld  beträgt  für  die  Zeit  vom  1.— 15.  9.  22 
332  %  - 

Spanien.  Das  Zollaufgeld  iBt  für  den  Monat  September  auf  23,75  % 
festgesetzt  worden. 

Die  mittlere  Monatsnotierung  für  die  Reichsmark,  die  als  Grundlage 
für  die  Erhebung  des  Valutazollzuschags  auf  deutsche  Waren  Anwendung 
findet,  ist  für  den  Monat  September  auf  0,913  festgesetzt  worden. 

Ungarn.  Erhebliche  Einfuhrbeschränkungen  sind  im  ungarischen 
Amtsblatt  vom  29.  8.  veröffentlicht  worden.  Die  Verordnung  tritt  sofort 
in  Kraft,  gilt  jedech  nicht  für  bereits  bestellte  Waren,  falls  die  Zollbe- 
handlung in  Ungarn  binnen  10  Tagen  erfolgt. 


Die  Lage  in  Industrie  und  Handel. 

Tschechoslowakien.  Industriekrise.  Die  Lage  in  der  Keram- 
industrie  nimmt  immer  bedrohlichere  Formen  an.  Bisher  wurden  in 
12  Betrieben,  die  gegen  1500  Personen  beschäftigen,  die  ganze  Arbeiter- 
schaft entlassen  und  die  Betriebe  geschlossen.  Außerdem  wurden  in  neun 
Fabriken  bisher  gegen  1000  Personen  entlassen  Ia  den  meisten  Betrieben 
wird  verkürzt,  höchstens  3 — 4  Tage  in  der  Woche  gearbeitet.  In  der 
Glasindustrie  steigen  die  Betriebseinstellungen.  Die  Zahl  der  Arbeits- 
losen ist  in  den  letzten  Tagen  um  über  2000  auf  über  14000  gestiegen, 
während  die  Zahl  der  in  der  Glasindustrie  nur  2  bis  3  Tage  Baachäftigten 


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SPRECHSAAL- COBURG. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


nunmehr  schon  über  24000  beträgt.  Neuerdings  haben  sämtliche  Glas- 
fabriken Oatböhmens  erklärt,  ihre  Betriebe  zum  Teil  am  9..  zum  Teil  am 
16.  9.  schließen  zu  müssen.  Insgesamt  beschäftigen  diese  Fabriken 
1600  Arbeiter. 

Geschäftlich©  Mitteilungen. 

Geschäftsübergang.  Das  seit  etwa  30  Jahren  bestehende  Spezial- 
haus  für  Porzellan,  Kristall,  Luxus  C.  Stürmer,  Görlitz,  ist  durch  Kauf 
in  den  Besitz  der  Herren  G.  Handke  und  W.  Kaczmarek  übergegangen 
und  wird  unter  der  Firma  „C.  Stornier"  weitergeführt. 

Porzellanfabrik  Kahla  —  Porzellanfabrik  H.  Schomburg: 
&  Söhne  A.-G.  Nach  Abschluß  des  Interessengemeinschaftsvertrages  sind 
die  Vorstandsmitglieder  der  Porzellanfabrik  Kahla  in  den  Vorstand  der 
Porzellanfabrik  H,  Schomburg  &  Söhne,  Margaretenhtttte,  und  die  der 
Porzellanfabrik  Schomburg  in  den  von  Kahla  eingetreten.  Den  Gesamt- 
vorstand beider  Gesellschaften  bilden  nunmehr  Generaldirektor  Dr.  Fill- 
mann.  die  Direktoren  J.  Dönitz,  Dipl -lug.  Hofmann,  H.  Immisch, 
Dr.  M.  Richter,  F.  Scheid. 

Yereinigte  bayer.  Spiegel-  und  Tafelglaswerke,  vorm.  gehrenk 
&  Co.,  A.-6.,  Neustadt  a.  W.-N.  Die  a.  o.  G.-V.  beschloß  die  beantragte 
Kapitalserhöhung  auf  M  7,16  Mill.  durch  Ausgabe  von  M  0,65  Mill. 
Inhaberstamm-  und  M  0,50  Mill.  -Vorzugsaktien  mit  Dividendenberechtigung 
für  1922/23.  Das  Bezugsrecht  der  Aktionäre  wurde  ausgeschlossen;  die 
Aktien  sollen  freihändig  verwertet  werden. 

Eisenwerke  Kaiserslautern.  Kaiserslautern.  Auszug  aus  dem 
eenehmigten  Abschluß  vom  31.  3.  22 :  Beingewinn  M  2,63  (1,88)  Mill. ; 
Verwendung  nicht  veröffentlicht  (i.V.  12  »/*  %) ;  Abschreibungen 
Jt  0,63  (0,17)  Mill. 

Generai -Versammlungen. 

Triptis,  A-G.,  Triptis:  a.  o.  G.-V.  30.  9.  22,  12  Uhr  m.  Bankhaus 
ftehr  Arnhold  Dresden.  T.-O.:  Umwandlung  eines  Teils  der  Vorzugs-  in 
ÄnlSSen;  Ka"italserhöhung  un7  Jt  2,6  Mill.  Stamm-  und  M  0,9  Mill. 
Vorzugsaktien ;  Satzungsänderungen.  _ 

Dresdner  Keramische  Industrie,  A.-G,  Dresden:  a.  o.  G-V.  26.9.22, 
5  Uhr  n.,  Dresdner  Kaufmannschaft,  Dresden.  T.-O.:  Wegen  Form- 
fehlerB  zu  wiederholender  Beschluß  über  Kapitalserhöhung  um  M  3,5  Mill. 

ftUf  "^EKt^Darmstädter  Herdfabrik  und  Bisengießerei  Gebrüder  Boeder, 
A-G  Darmstadt:  a.  o.  G.-V.  28.  9  22,  11  Uhr  V..  Deutsche  Bank, 
Filiale  Darmstadt.   T.-O. :  Kapitalserhöhung  um  Jl  1  Mill.  Stammaktien. 

Messen  nnd  Ausstellungen. 

Das  Ergebnis  der  Leipziger  Herbstmesse  wurde  durch  die  un- 
geklärten wirtschaftspolitischen  Verhältnisse  entscheidend  beeinflußt.  Die 
Mitglieder  der  Einkäufervereinigungen  hatten  Anweisung  erhalten,  bei 
ihren  Einkäufen  möglichste  Vorsicht  walten  zu  lassen.  Die  Bedarf  säuße- 
mng  der  inländischen  Käufer  bewegte  sich  in  engen  Grenzen,  ebenso 
vorsichtig  disponierte  die  Auslandskundschaft.  Die  Beschickung  seitens  der 
etwa  13  000  Aussteller  war  in  manchen  Zweigen  außerordentlich  reichhaltig 
Verschiedentlich  bestand  aber  auch  seitens  der  Verkäufer  wenig  Interesse 
für  neue  umfangreichere  Abschlüsse;  die  stellenweise  geforderte  Be- 
zahlung in  ausländischen  Valuten  hatte  weitere  Zurückhaltung  und 
Widerspruch  der  Käufer  zur  Folge.  Vom  Ausland  stellten  nächst  Tschecho- 
slowakien  Holland,  die  nordischen  Länder  und  die  Schweiz  die  gioßte 
EinkäuferBchar.  Die  Kundschaft  aus  Uebersee  war,  wie  meist  zur  Herbst- 
messe, weniger  vertreten.  Aus  dem  Inland,  vorwiegend  auch  aus  den  be- 
setzten Gebieten,  waren  sehr  viele  Einkäufer  anwesend.  Die  geschäft- 
lichen Ergebnisse  stehen  nach  den  aus  den  Ausstellerkreisen  vorliegenden 
Meldungen  im  ganzen  hinter  denen  der  vorausgegangenen  letzten  beiden 
Messen  erheblich  zurück.  Selbst  die  Kesultate  der  Herbstmesse  1921  sind 
nicht  erreicht  worden.  In  Porzellan  zeigte  das  Geschäft  nicht  den  großen 
Zug  wie  sonst.  Die  Glasbranche  hat  mit  dem  Messegeschäft  günstig  ab- 
geschnitten. Kristallglas  war  trotz  der  hohen  Preise  gut  verkäuflich, 
insbesondere  fanden  die  schweren  Schliffe  Interesse  und  Begehr.  Größere 
Umsätze  erfolgten  in  Preßglas, 

Leipziger  Aussteller  und  Meßhausbesitzer.  Zahlreiche  Leipziger 
Meßhausbesitzer  verlangen  von  den  Ausstellern  eine  nachträgliche  Er- 
höhung der  Meßmieten  für  die  Herbstmesse  1922  um  50  «/0.  Wie  uns  der 
Leipziger  Mustermesse- Verband,  Sitz  Altona  a.  E.  mitteilt,  ist  kein  Aus- 
Bteller  rechtlich  verpflichtet,  diese  Mehrforderung  zu  bewilligen.  Die 
Mietverträge  gestatten  wohl  meist  eine  vorherige  Festsetzung  der  Mieten 
von  Messe  zu  Messe,  die  diesmal  Bchon  lange  vorher  erfolgt  war.  Eine 
nachträgliche  Forderung  ist  indes  vertraglich  nicht  vorgesehen  und  nicht 
zulässig  Es  empfiehlt  sich  daher  für  die  Aussteller,  diese  abzulehnen.  — 
Wiederholt  ist  es  vorgekommen,  daß  die  Meßhausbesitzer  die  Werbebeiträge, 
die  sie  nach  dem  Leipziger  Ortsgesetz,  dessen  Bechtsgttltigkeit  übrigens 
bestritten  ist,  in  Höhe  von  25%  der  Meßmiete  aus  eigenen  Mitteln  zu 
entrichten  haben,  ebenfalls  auf  die  Aussteller  abzuwälzen  suchen.  Der- 
artige Forderungen  Bollten  die  Aussteller  zurückweisen.  Der  obige 
Altonaer  Verband  ersucht  diese,  sich  in  allen  solchen  Fällen  an  ihn  zu 
wenden,  damit  er  für  Abhilfe  Sorge  tragen  kann,  zumal  da  er  mit  den 
Meßhausbeeitzern  eine  tunlichst  gütliche  Begelung  derartiger  Fragen 
vereinbart  hat. 

Musterausstellung  New-York  1922.  Die  zweite  Halbjahrsaus- 
etellung  der  von  der  N.  Y.  Merchandiae  Fair  Company  seit  2—3  Jahren 
regelmäßig  veranstalteten  Warenausstpllungen  bat  vom  24.-29.  7.  22  in 
der  Waffenhalle  dea  71.  Regiments  in  New-York  stattgefunden.  Die 
Namen  der  über  200  Teilnehmer  können  aus  einem  an  der  Geachäftflatelle 
des  AuBstellungs-  und  MeBse-Amta  der  Deutschen  Industrie  (Berlin  NW  40, 
Hindersinstraße  2)  zur  Einsichtnahme  abliegenden  Verzeichnis  ersehen 
werden.   Die  Kauflust  der  Besucher  ist  nach  verschiedenen  Mitteilungen 


der  Aussteller  zufriedenstellend  geweBen.  Neben  vielen  kleineren  Firmen 
waren  auch  große  Unternehmen  wie  die  Federal  Enameling  &  Stamping 
Co ,  die  den  Trust  in  Emaillegefäßen  bildet,  sowie  große  Firmen  der 
Porzellanbranche  vertreten.  Besonders  bemerkenswert  war,  daß  in  den 
meisten  Ständen  neben  einheimischer  Ware  auch  aus  Deutschland  impor- 
tierte Fabrikate  gezeigt  wurden  (Porzellanwaren  und  Christbaumschmuck). 
Eine  Reihe  von  privaten  Geschäftsdrucksachen,  zum  Teil  mit  Preisen 
versehen,  die  auf  der  Ausstellung  zur  Verteilung  gelangten  und  gesammelt 
wurden,  können  beim  AuBstellungs-  nnd  Messe-Amt  eingesehen  werden. 


Verbände. 

Der  Verband  deutscher  Kachelofenfabrikanten,  Meißen,  hat 

den  Teuerungszuschlag  mit  sofortiger  Wirkung  wie  folgt  festgesetzt :  Für 
vorgeformte  Schamotteware  und  Schmelzware  auf  1000%,  für  Glätteware 
und  unbehautete  Schamotteware  auf  1150%,  für  Glätteware  und  uube- 
hautete  Schamotteware  mit  Nute  auf  1160  <>/0,  mit  oder  ohne  Nute  auf 
1150  %. 

Der  Verein  deutscher  Schleifmittelwerke  hat  seine  Ausgleichasätze 
für  Schleifscheiben  auf  1210  °/0  für  Schleifacheiben  aus  Corund  und  auf 
1100  o/o  ffa"  Schleifscheiben  aus  Silizium-Karbid  festgesetzt.  Die  Aua- 
gleichssfttze  werden  auf  die  Grundpreise  plus  stabile  Teuerungszuschläge 
berechnet  und  kommen  am  Tage  der  Lieferung  in  Anrechnung. 

Der  Verein  deutscher  Spiegelglasfabriken,  Cöln,  erhöhte  mit 
Wirkung  ab  31.  8.  22  die  Preise  für  Spiegelglas  aller  Kategorien  um 
durchschnittlich  60%  für  Packung  von  M  1600  auf  Jt  3200. 

Der  Verband  Deutscher  Porzellangeschirrfabriken  hat  be- 
schlossen den  Multiplikator  11,  der  ab  28.  8  22  Gültigkeit  hat,  bis  auf 
weitereB  beizubehalten.   

Firmenregister. 

Deutschland. 

Vereinigte  Iaolatorenwerke,  A.-G.,  Berlin-Pankow.  Vom  Betriebsrat 
wurden  F.  Töpke  und  G.  Glaser  in  den  Aufeichtarat  entsandt. 

Vereinigte  Porzellanwerke  zu  Lübeck,  A.-G.,  Lübeck.   Die  Kapitals- 
erhöhung um  Jt  6  Mill.  auf  M  10  Mill.  ist  erfolgt. 

Steingut-  und  Porzellanfabrik  München,  A.-G.,  München  (Ludwig- 
straße 26).  Herstellung  und  Handel  mit  keramischen  Erzeugnissen  aller 
Art,  insbesondere  Gebrauchsgeschirren  aus  Steingut  und  Porzellan,  sowie 
Stanz-  und  sonstigen  Artikeln  aus  Steingut  und/Porzellan  für  elektrotech- 
nische Zwecke.  Grundkapital:  Jt  1  Mill.  Vorstand:  Dipl.-Ing.  Karl  Fritz. 
Aufsichtarat :  Dr.  E.  Oberländer,  Geh.  Justizrat  Dr.  K.  Schad,  H.  Grtttzner. 

Porzellanfabrik  Plankenhammmer,  G.  m.  b.  H,  Plankenhammer.  Das 
Stammkapitel  ist  um  Jt  900000  auf  M  1,5  Mill.  erhöht. 

Veltener  Porzellan-Fabrik,  A.-G.,  Velten  i.  d.  Mark.  Grundkapital: 
6  3  Mill    Vorstand:  Dir.  K.  Baensch,  Ing.  Th.  Hohenschild.  Aufsichta- 
rat •' J.  Krako,  Generalkonsul  0- Weißenberger,  Generaldirektor  Dr.  jar. 
E  Wiethaus,  Fabrikbesitzer  M.  Holländer,  Dr.  W.  Constem. 

Aelteste  Volkstedter  Porzellanfabrik,  A.-G.,  Volkstedt.  Vom  Betriebs- 
rat wurden  M.  Fiedler  und  J.  Voigt  in  den  Aufsichtarat  entsandt. 

Porzellan-Malerei  und  Druckerei  Karl  Friedrich,  Marktredwitz.  In- 
haber: Kaufmann  Kail  Friedrich.  *  _ 

Reinhold  Richter,  Volkstedt.  Die  Kaufleute  Traugott  Mtthhng  und 
Max  Wunderlich  Bind  als  persönlich  haftende  Gesellschafter  eingetreten. 

Bonner  Schleifmittel-  und  Steinzeugwerke,  G.  m.  b.  H.,  Bonn.    Die 1 
Gesellschaft  ist  aufgelöst.   Liquidator  ist  Kaufmann  Carl  Jäckel. 

Krugfabrik  Hillscheid,  Gebrüder  Gerz,  Hilteeheid.  Persönlich  haftende 
Gesellschafter:  Kaufmann  Peter  Gerz  und  Krugfabrikant  Josef  Gerz. 
Jeder  ist  selbständig  vertretungsbefugt. 

Keramische  Werke  A.  Pfeiffer,  Althaldensleben.    Inhaber :  Kauf- 
mann Alfred  Pfeiffer.  .  ■ 
Berliner  Kunst-Keramik,  G.  m.  b.  H.,  Berlin.   Das  Stammkapital  ist 
um  Jt  80000  auf  Jt  100000  erhöht.             ....          „  at  „•„ 
Keramik  A.-G.,  Berlin.     Das  Grundkapital  ist  um  Jt  2,4  Mill. 
auf  Jt  4,8  Mill.  erhöht. 

Keramik  A.-G.,  Osterath.  Herstellung  und  Vertrieb  von  Erzeug- 
nissen aller  Art,  insbesondere  von  keramischen  Artikeln.  Grundkapital: 
Jt  1  Mill.   Vorstand:  Kaufmann  Georg  Karger.  ■ 

Großherzogliche  Majolika-Manufaktur  Karlsruhe,  A.-G.,  Karlsruhe. 
Vom  Betriebsrat  wurden  0.  Thomaier  und  A.  Henn  in  den  Aufsichtsrat 

ent88IKeramische  Werke  Ofiatein  &  Worms,  A.-G.,  Worms.  Vom  Betriebs-j 
rat  wurden  Keramiker  J  Kling  und  Maler  P.  Hessel  in  den  AufsichtBrat 

entsandt.^  ^  Sehamotte.  nnd  D»chsteinfabrikation,  Berlin  (Hardenberg- 
Straße  14).  Grundkapital:  M  1  Mill.  Vorstand:  Dipl-Ing.  Sally  Wolff 
und  Kaufmann  Leopold  Bermeiser.  Aufsichtarat :  Oberingenieur  Dipl  -lngj 
P.  Stern,  Kaufmann  R.  Gläßer  und  Privatier  S.  Wolff. 

Schmirgelwerke,  A.-G.,  Berlin.  In  den  Aufaichtsrat  wurden  neu 
hinzugewählt  Bankier  G.  Fließ,  HandelsgerichtBrat  H.  Wolfiaohn  nnd 
C  Beck 

Max  Kray  &  Co.-Glasindustrie  Schreiber,  A.-G.,  Berlin.  Direktor 
Josef  Steska  wurde  zum  Vorstandsmitgliede  bestellt.  , 

Mitteldeutsche  Glashüttenwerke,  G.  m.  b.  H.,  Brand-Erbislorf. 
Die  Firma  lautet  künftig :  „Glas-Gesellschaft  m.  b.  H.M 

Hohlglas-A.-G,  DreBden.  -Der  Sitz  ist  nach  Brand-Erbisdorf  verlegt, 
Die  Firma  lautet  künftig :  „Mitteldeutsche  Glashttttenwerke,  A.-G.,  Brand- 
Erbisdorf."  VorBtand:  Kaufmann  Maximilian  Fugmann.  Die  Kapitals- 
erhöhung um  Jt  1,6  Mill.  Stamm-  und  JL  0,4  Mill.  Vorzugsaktien  aul 
M  4  Mill.  ist  durchgeführt.  . 

Fttratenberger  Glashttttenwerke,  A.-G.,  Fürstenberg  a.  0.  Dal 
Stammkapital  ist  um  M  6  Mill.  auf  Jt  12  Mill,  erhöht  worden, 

Christian  Winkler  &  Sohn,  Fürth  (Rosenatr.  3).  Karl  E.  Sttttzel  I» 
ausgeschieden  und  Witwe  Jakobine  Stützel  als  Gesellschafterin  ohne  Ver 
tretungsbefugnis  eingetreten. 


SPRECHSAAL-COBURG.  Nr.  37  -  419 


1922.  (55.  Jahrgang.) 

Glaswerke  GelBdorf,  G  m.  b  H.,  Weißwasser,  O.-L.  Das  Stamm- 
kapital ist  um  Jl  500000  auf  Ji  2,5  Mill.  erhöht  worden. 

A.  Sachse  &  Co,  Bayreuth  (Luitpoldplatz  14).  Glasfabrikation  nnd 
Export.  Gesellschafter:  Karl  M.  A.  Sachse  nnd  Karl  Vent  Die  Aktiven 
nnd  Passiven  der  bisherigen  Zweigniederlassnngsfirma  „A.  Sachse  &  Co.u 
worden  nicht  Übernommen. 

Eschrich  &  Mammen,  Schmiedefeld.   Die  Firma  ist  erloschen. 
Oskar  Schneider,  Glastechnische  Werkstätte,  Sttttzerbach,  Pr.-A.  In- 
haber: Fabrikant  Oskar  Schneider. 

Nitzsche  &  Co.,  Hart-  nnd  Drahtglas-Industrie,  Schwarznanslitz. 
Glasschleiferei  nnd  Handel.  Persönlich  haftender  Gesellschafter :  Gnstav 
A.  Schneider    Ein  Kommanditist  ist  beteiligt. 

Schlesische  Kristall-Glas-Raffinerie,  G.  m.  b.  H  ,  Berlin.  Erzeugung 
nnd  Vertrieb  von  Linsen  für  Taschenlampen,  Leuchtstäben  sowie  anderen 
Artikeln  der  Glasbranche.  Stammkapital  Jt  50000.  Selbständig  vertre- 
tungsbefugte Geschäftsführer:  Franz  Oppitz  und  Joseph  Holey. 

J.  W:  Kemy,  A.-G.,  Filiale  Saarbrücken,  Saarbrücken  3.  Die  bis- 
herige  Zweigniederlassung  hat  nunmehr  vorstehenden  Firmenwortlaut. 

Philipp  Uhlemann,  Limbach  i.  Sa.  Inhaber:  Glasmalermeister 
und  Alnminiumwarenfabrikant  Philipp  Linus  Uhlemann. 

Lommatzscher  Spiegelfabrik,  G.  m  b  H.,  Lommatzsch.  Fabrikmäßige 
Herstellung  und  Vertrieb  von  Spiegelglas,  allen  Arten  Spiegelglasspezial- 
artikeln  und  allen  einschlägigen  Artikeln.  Stammkapital:  Jl  200000 
Geschäftsführer:  Friedrich  E  Baschke. 

Glasindustrie  A.-G.  Ludwigsburg.  Die  Kapitalserhöhung  nm  M  5 
Mill  auf  M  10  Mill.  ist  erfolgt 

Bayerische  Glasmanufaktur  Wüchner  &  Schwab,  München,  Martha 
Habicht  ist  als  weitere  Gesellschafterin  ohne  Vertretnngsbefognis  einge- 
treten.  Die  Firma  lautet  jetzt:    „Habicht  &  Weidmüller. 

Ullersdorfer  Kristallglas-Industrie  Eommerskirch  &  Co.,  Ullersdorf 
an  der  Biele.  Persönlich  haftende  Gesellschafter:  Kaufmann  Willibald 
Eommerskirch,  Frau  Anna  Eommerskirch,  Architekt  Kort  B.  Gehricke  und 
Frau  Louise  Gehricke.  Vertretungsbefugt  sind  nur  Willibald  Eommerskirch 
und  Kurt  B.  Gehricke,  und  zwar  nur  gemeinschaftlich. 

Nordwestdeutsche  Glasmanufaktur,  A.-G.,  Oldenburg.  Erwerb  und 
Fortführung  des  bisher  von  der  Kommandit-Gesellschaft  Nordwestdeutsche 
Glasmanufaktur  Karl  Schulze  in  Oldenburg  betriebenen  Geschäfts.  Stamm- 
kapital: Jl  1.  Mill.   Geschäftsführer:  Kaufmann  Karl  Schulze. 

M.  Hensoldt  &  Söhne,  Optische  Werke,  A.-G,  Wetzlar.  Grund- 
kapital:  M  1  Mill.    Vorstand:   Kaufmann  Karl  Bill.    Aufsichtsrat : 
Rechtsanwalt  B.  Schauen  und  die  Kaufleute  L.  Eitz  und  B.  von  Forig. 
Bayerische  Glasmanufaktur  Ludwig  Habicht,  München  (Berg  am 
|  Laimstraße  115).    Inhaber:  Kaufmann  Ludwig  Habicht. 

Bayerische  Flachglas-Großvertriebsgesellschaft  m   b.  H,  Nürnberg 
(Mathildenstra£e  7).    Stammkapital :  M  50  000.   Selbständig  vertretungs- 
I  befngte  Geschäftsführer:  Wilhelm  Petschenik  und  Walter  Kolb. 

Berliner  Glas-,  Porzellan-,  Lampen-  und  Metallwarenhandelsgesell- 
schaft m.  b.  H,  Berlin.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst.  Liquidator  ist 
der  bisherige  Geschäftsführer. 

Kottbuser  Glasmanufaktur  Oskar  Piwonka,  Kottbua.   Die  Firma  ist 
!  erloschen. 

Kottbuser  Glasmanufaktur  Oskar  Piwonka  &  Co.,  G.  m.  b.  H, 
Kottbus.  Stammkapital:  Jl  160  000.  Geschäftsführer:  Kaufmann  Oskar 
Piwonka. 

Johann  Heinrich  Döring,  Porzellan-  und  Glaswarengeschäft,  Geln- 
;  hausen.    Inhaber :  Witwe  Katharine  Döring.    Häfner  Friedrich  Döring 
hat  Prokura. 

Glafala,  Glas-,  Farben  und  Lackfabriken -Vertriebsgesellschaft 
m.  b.  H,  Essen.  Vertrieb  von  Glas,  Farben,  Lacken  und  verwandten 
Artikeln  für  fremde  Kechnung  Grundkapital:  Jt  50  000.  Geschäfts- 
führer: Heinrich  Schnater  und  Hermann  Bacb. 

Robert  Kahl,  E.  L.  Sohn.  Steinheid,  S.-M.  Exportgeschäft  in  Glas- 
waren aller  Art.   Inhaber :  Kaufmann  Robert  Kahl. 

Gebr.  Krüger,  Wittenberge.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst.  Der 
bisherige  Gesellschafter,  Kaufmann  Ludwig  Krüger,  ist  alleiniger  Inhaber. 
Die  Prokura  der  Johanna  Krüger  ist  erloschen.  Geschäftsführer  Hermann 
Müller  hat  Prokura. 

Peill  &  Sohn,  G.  m.  b.  H.,  Berlin.  Herstellung  und  Vertrieb  aller 
Sorten  Von  Glas  und  Glaswaren.  Stammkapital:  Jl  100  000.  Selb- 
ständig vertretungsbefugte  Geschäftsführer:  Geh.  Kommerzienrat  Leopold 
Peill  und  Fabrikant  Leopold  Peill  jun.  Kaufmann  Theodor  Rapp  hat 
Eihzelprokura. 

Peill  &  Sohn,  G.  m.  b.  H,  Leipzig  (Grimmaische  Straße  2/4).  Her- 
stellang  und  Vertrieb  aller  Sorten  von  Glas  und  Glaswaren.  Stamm- 
kapital: M  100  000.  Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer: 
Geh.  Kommerzienrat  Leopold  Peill  und  Fabrikant  Leopold  Peill  jun. 
Kaufmann  Theodor  Bapp  hat  Einzelprokura. 

Peill  &  Sohn,  G.  m.  b.  H,  Nürnberg  (Kießlingstraße  3).  Her- 
stellung und  Vertrieb  aller  Sorten  von  Glas  und  Glaswaren.  Stamm- 
kapital: Jl  100  000.  Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer: 
Geh.  Kommerzienrat  Leopold  Peill  und  Fabrikant  Leopold  Peill  jun. 
Kaufmann  Theodor  Eapp  hat  Einzelprokura. 

Pfüller  und  Haferkorn,  G.  m.  b  H,  Leipzig.  Handel  mit  Glaswaren  und 
verwandten  Artikeln.  Stammkapital:  M  50  000.  Selbständig  vertretungs- 
befugte Geschäftsführers  Kaufleute  Walther  Pfüller  und  Cart  Haferkorn. 
■  j  Spiegelglas- Verkauf s-Kontor,  e.  G.  m.  b.  H.,  Fürth.  An  Stelle  von 
Andreas  Pirner  und  Lothar  Midas  wurde  Stefan  Weil  als  Vorstandsmit- 
glied gewählt. 

Hugo  Wernicke,  Jlmenau.  Kaufmann  Hans  Gillischewski  ist  ausge- 
schieden, Frau  Hedwig  Wernicke  als  persönlich  haftende  Gesellschafterin 
unit  Vertretungsbefugnis  eingetreten.  Ihre  Prokura  ist  erloschen.  Die 
Kaufleute  .Curt  Kirchner  und  Arthur  Höritzsch  haben  Einzelprokura. 

Kaolin-Industrie  und  Handelsgesellschaft  m.  b.  H,  Breslau.  Die 
Liquidation  ist  beendet,  die  Firma  erloschen. 


Oesterreich. 

Beer,  Lichtenstein  &  Schrada,  Tonpfeifenerzeugung,  G.  m.  b.  H, 
Wien.  Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst  und  in  Liquidation  getreten. 
Liquidatoren :  Siegfried  Beer,  Carl  Schrada  und  Hago  Lichtenstein. 

Erste  Floridsdorfer  Thonwarenf  »brik  Lederer  &  Nessenyi,  A.-G.,  Wien. 
Das  Aktienkapital  beträgt  nunmehr  Kr  4  Mill. 

„Datagu  Dampfziegelei  und  Tonwarenfabrik,  A-G.,  Wien.  A.  Müller 
nnd  E  Whitehead  sind  als  Verwaltungsratsmitglieder  gelöscht. 

A  Bartosak  &  Co.,  Wien.  Handel  mit  Porzellan  und  Glaswaren  im 
großen.   Die  Firma  ist  erloschen. 


Tscbechoslowakien. 

Bohemia.  Karlsbader  keramische  Werke,  A-G,  Karlsbad.  Einge- 
treten: Verw-Eat  Dr.  jur.  K  Hahn. 

Penhaswerke,  Glasfabriken,  A.-G.,  vormals  Knizek  &  Co.,  Töplitz. 
Verwaltungsräte  Josef  und  Albert  Penhas  gelöscht. 

Schottenhammel  &  Co.,  Teplitz-Scbönau,  Qaarzsandgrube  in  Kaunova 
bei  Saaz.  Gesellschafter :  Irene  Preiß,  Lucie  Preiß  und  Wenzel  Schotten- 
hammel. Vertretungsbefugt  ist  allein  W.  Schottenhammel.  E.  Preiß  hat 
Prokura. 

Glashüttenwerke  Josef  Knizek,  G.  m.  b-  H,  Ullersdorf  bei  Teplitz. 
An  Stelle  von  Eadolf  Knizek  wurde  Wenzel  Dlouhy  als  Geschäftsführer 
bestellt. 

Schicketanz  &  Co.,  Luxdorf.  Erzeugung  und  Handel  mit  Masseperlen 
und  verwandten  Artikeln.  Gesellschafter:  Ernst  Schicketanz,  Josef  Hilpert 
jun,  Adolf  H.  Eößler  und  Eichard  Eautachek.  Vertretungsbefugt: 
E.  Schicketanz  oder  J.  Hilpert  jun. 

Josef  Knizek,  Teplitz-Schönau,  Glaswarenagentur  und  Kommission. 
Inhaber:  Josef  Knizek. 


Jugoslawien. 

BogoBlav  P.  Tosic,  Pirot.  Töpferei. 

HriBtifor  A.  Jordanovic,  Prokuplje.  Glas-  und  Bisen- Warenhandlung. 


Patente. 

Deutsches  Beiefc. 

Beschreibungen. 

Trommelt  rockenmü  nie.  Im  Trommelinnern  unmittelbar  an  der 
Ausgangstrommelwand  ist  ein  Anfiangtrichter  für  das  Mahlgut  ange- 
ordnet, welcher  mit  seinem  unteren  Ende  unmittelbar  an  das  Absaugerohr 
für  das  Gut  angeschlossen  ist  und  mit  seiner  oberen  Mündung  im  Bereich 
eines  durch  einen  besonderen  Kanal  in  der  N&he  der  Austragvorrichtung 
von  außen  her  im  Gegenstrom  zum  Auftragsgut  eintretenden  Luftstromes 
liegt,  so  daß  in  ihm  ein  Druckunterschied  gegenüber  dem  in  der  Trommel 
herrschenden  Druck  erzeugt  wird,  infolgedessen  das  in  der  Trommel  vor- 
handene staubförmige  Mahlgut  in  den  Trichter  hineingesaugt  und  dadurch 
an  der  Austragsstelle  gesammelt  wird.  50  c,  5.  Nr,  353  825,  20.  8.  20. 
Philipp  Frankenb  erger,  Gera,  Eeuß. 

Fenerungskasten  für  Porzellanbrennöfen.  Der  Eost  wird  durch 
einen  niedrigen,  unterhalb  der  Beschickungstür  angeordneten  Schlitz  aus- 
gefahren, vor  dem  ein  stehender  Abstreifer  angeordnet  ist.  80  c,  9. 
Nr.  353  859.   27.  5.  21.   Porzellanfabrik  Scnönwald,  A.-G.,  Selb  i.  Bay. 

Kittschale  zum  Aufkitten  optischer  Gläser.  Die  für  die  Ein- 
stellung der  Gläser  maßgebenden  Eichtleisten  sind  an  durchbrochenen 
Einsätzen  angeordnet  und  letztere  auswechselbar  auf  einer  Kalotte  be- 
festigt, die  lösbar  mit  der  auf  der  Arbeitsspindel  aufgeschraubten  Grund- 
platte verbunden  ist.  67  a,  19.  Nr.  353  910.  4.  4.  20.  Wilhelm  Müller, 
Berlin- Wilmersdorf. 

Verfahren  zur  Herstellung  säurefester,  dichter  Gegenstände 
aus  Kieselsäure.  Die  aus  Kieselsäuresand  mit  Gips  als  Bindemittel  herge- 
stellten Gegenstände  werden  mit  Wasserglaslösung  getränkt,  gebrannt, 
dann  mit  Schwefelsäure  oder  anderer  Sänre  und  nochmals  mit  Wasserglas 
und  wiederum  mit  Schwefelsäure  o.  dgl.  getränkt,  gebrannt  und  diesen 
Tränkungen  wiederholt  mit  nachfolgendem  Brennen  ausgesetzt.  80  b,  8. 
Nr.  353912.   31.5.19.    Oskar  Btthring,  Mannheim. 

Ausführung  des  Verfahrens  zur  Herstellung  säurefester 
dichter  Gegenstände  aus  Kieselsäure  nach  dem  Patent  353  912.  Geglühte 
Formlinge  aus  mit  Wasserglas  verkittetem  Sand  werden  durch  wieder- 
holtes, abwechselndes  Tränken  mit  Schwefelsäure  u.  dgl.  und  Wasserglas 
mit  Kieselsäure  bereichert  und  bis  zum  Zusammensintern  der  Poren  bei 
wiederholtem  Brennen  verdichtet.  80  b,  8.  Nr.  353  913.  11.  6.  19.  (Zu- 
satz zum  Patent  353  912).   Oskar  Btthring,  Mannheim. 

Künstlicher  Zahn  mit  einem  in  einem  offenen  Kanal  unter- 
gebrachten hohlen  Ankerglied  zur  Aufnahme  eines  konisch  zulaufenden 
Stiftes.  Das  Ankerglied  und  die  Spitze  des  Stiftes  besitzen  die  Gestalt 
eines  Vollkegels.  30  b,  14.  Nr.  353  954.  27.  2.  20.  Wesley  Linford 
Smith,  Pennsylvania,  V.  8t.  A. 

Kitt,  insbesondere  zum  Verbinden  von  Eisenteilen  mit  Porzellan. 
1  Eaumteii  Bleiglätte  wird  mit  1  bis  8  Eaumteilen  Zement  vermischt 
und  die  Mischung  mit  Glyzerin  zu  einem  dickflüssigen  Kitt  verrührt. 
22  i,  1.   Nr.  354162.   1.9.21.   Otto  Hiller,  Berlin. 


Oesterreich. 
Aufgebote. 

4a.  Verfahren  zum  Fassen  von  Glasscheiben,  besonders  für 
Deckgläser.  Um  den  Glasrand  aus  einem  leicht  schmelzbaren  oder  leicht 
erweichenden,  beim  Erstarren  schwindenden  Stoff,  z.  B.  aus  leicht  flüssigem 
Metall,  in  geschmolzenem,  bezw.  erweichtem  Zustand  wird  ein  Eeifen 
gebildet,  der  infolge  des  Schwindens  beim  Erstarren  das  Glas  fest  ein- 
spannt. Eobert  Bosch,  A.-G.,  Stuttgart.  29. 3. 21.  A  1884—21.  Deut- 
sches Eeich  31.  7.  20. 


420 


Hr.  b7 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


im  (11.  Jahrgang 


12  a   Verfahren  zur  Reinigung  Ton  Roh-  oder  Raffinadegraphit 

zu  Graphiten  von  über  99  »/0  Kohlenstoff  durch  Erhitzen  niedrigpro- 
zentiger Graphite  mit  wässrigen  Lösungen  von  Alkalien  oder  Alkali- 
karbonaten unter  Druck:  Man  wendet  Drucke  von  mindestens  18  Atmos- 
phären an.  Elektro  Osmose,  A-G.  Wien.  12.  12.  19,  A  4683—19. 
Deutsches  Reich  27.  8.  19. 

12  b.  Verfahren  znr  Herstellung  eisenarmer  Tonerde  ans  ton* 
erdehaltigen  Ausgangsstoffen  durch  Glühen  der  letzteren  und  Behandeln 
mit  Säure:  Der  Ausgangsstoff  wird  zunächst  einer  Erhitzung  auf  schwache 
Rotglut  unterworfen  und  dann  mit  verdünnter  Salpetersäure  behandelt, 
wodurch  die  durch  das  Glühpn  verhältnismäßig  leicht  löslich  gewordene 
Tonerde  der  Hanptmenge  nach  in  Lösung  geht,  während  die  Haupt- 
menge der  Eisenoxyde  und  Kieselsäure  ungelöst  bleibt,  worauf  die  ton- 
erdehaltige  Lösung  von  ungelösten  Bestandteilen  getrennt  und  auf  be 
kannte  Weise  weiter  verarbeitet  wird.  Det  NorBke  Aktieselskab  for 
Elektrokemisk  Industri  Norsk  Industri-Hypotekbank,  Kristiania.  6.  12.  18, 
A  6639—18.   Norwegen  24. 1.  18. 

12  b  Verfahren  znr  Herstellung  von  Tonerde  aus  hiesel- 
Bäurehaltigen  Rohstoffen  durch  Glühen  mit  Calciumcarbonat  und  Alkali- 


verbindungen und  nachträgliche  Auelaugung:  Das  Erhitzen  findet  bei 
Anwesenheit  einer  geringen,  zur  Ueberftthrung  des  Aluminiumgehaltes  des 
Ausgangsstofies  in  Alkalialuminat  unzureichenden  Menge  Alkali  statt, 
worauf  das  geglühte  Gemisch  einer  an  Bich  bekannten  Auslangung  mit 
einer  alkalikarbonathaltigeu  Lösnng  unterworfen  wird.  Aktieselskabet 
Hoyangfaldene  Norsk  Aluminium- Co.,  Christiania.  3.  7.  19,  A  2298—1». 
Frankreich  10.  7.  14. 

21  c.  Kettenisolator  für  Hochspannungsleitungen,  insbesondere 
für  horizontal  verlegte  Leitungen:  Derselbe  besteht  aus  zwei  helmartigen 
und  konaxial  aneinander  gefügten  Glocken  von  annähernd  ovalem  Quer- 
schnitt in  welchem  die  Trume  der  Verbindungslaschen  zusammengehöriger 
Isolatoren  je  tunlichst  in  gleichem  Abstände  von  der  benachbarten 
Isolatormantelfläche  entfernt  sind.  Renaudin  Alfred,  Konstrukteur,  Lyon. 
18.  6.  20,  A  3082—20. 

21c  Verfahren  zur  Herstellung  elektrischer,  mit  Trager- 
spindeln aus  Metall  versehener  Isolatoren.  Die  Trägerspmdeln  werden 
unmittelbar  in  die  Masse  des  Isolatorkörpers  selbst  eingeführt,  solange 


dieselbe  in  der  Form  noch  in  plastischem  Znstand  ist. 
Paris.    13.  1  21,  A  224—21.   Frankreich  23.  1.  20. 


Soc.  „Le  Basalte" , 


Fragekasten  des  Sprechsaal. 


Zur  Beachtung  bei  Benutzung  des  Fragekastens, 

1.  Ber  Fragekasten  dient  da.«,  technische  und f«^^ 

können  nur  ausnahmsweise  Berücksichtigung  finden.  «„„„hl  Vrazen  als  aueh  Antworten  abzulehnen;  für  brauchbare 

Redaktion  nicht 


6.  Jeder  Frage  ist  Buckporto  beizufügen. 


114  Wie  kann  man  die  nach  dem  Glattbrande  unter  der  Glasur 
hin  und' wieder  erscheinenden  Flecken  durch  Bohren  beseitigen?  Die 
zurückbleibende  Vertiefung  soll  dann  durch  eine  im  Schmelzfeuer  zer- 
Meßende  Einlaqe  ausgeglichen  und  durch  diesen  Prozeß  größeres  Porzellan- 
qeschirr  wieder  verwendbar  gemacht  werden.  Wer  liefert  entsprechende 
Bohrmaschinen  und  Diamantstahlbohrer?  Gibt  es  noch  bessere  Mittel  zur 
Beseitigung  der  erwähnten  Schäden?  _  r>nhr„ 

Erste  Antwort:   Ei  gibt  wohl  ein  besseres  Mittel  als  Bohrer, 
um  Eisenflecken  zu  beseitigen,  und  das  ist,  durch  peinliche  Sorgfalt  und 
Aufmerksamkeit  ihre  Entstehung  zu  verhindern.   Gewiß,  es  können  sich 
Eisenflecken  bilden  trotz  größter  Sauberkeit,  aber  das  darf  nur  so  selten 
der  Fall  sein,  daß  man  damit  nicht  zu  rechnen  braucht.    Ganz  oberflächlich 
sitzende  Flecken  lessen  Bich  zuweilen  mit  Flußeäure  wegätzen,  doch  ist 
dies  etwas  umständlich;  leichter  iet  das  Wegschleifen  mit  darauffolgendem 
Polieren  der  SchleifBtelle.  Tiefer  Bitzende  Eisenflecken  müssen  mitDiamant- 
stahlbohrer  ausgebohrt  werden;  das  entstehende  Löchlein  wird  dann  mit 
einem  leichtschmelzenden,  mit  Ziuioxyd  getrübten  Glase  im  Muffelbrand 
ausgefüllt,  was  aber  einige  Uebung  erfordert.   Am  besten  ist  ein  Email, 
das  allerdings  etwas  höher  eingebrannt  werden  maß  als  die  Muffelfarben. 
VerBuche  sind  anzustehen,  um  eine  Emailfärburg  zu  erzielen,  die  von  cier 
Farbe  des  Porzellans  licht  absticht,  tonst  sieht  man  die  ausgebesserten 

Zweite  Antwort:  Empfehlenswerter  wäre  es,  der  Fehlei qaelle 
der  Flecken  nachzugehen,  als  die  letzteren  durch  zeitraubende  Bohrungen 
zu  beseitigen.  Diese  erfordern  schnellste  Umdrehung  der  Bohrer  harte 
Stahlbohrer  und  Terpentinöl.  Besseres  Material  als  Diamantstahlbohrer 
iribt  es  nicht.  Wenn  Sie  die  Flecken  mit  Bordwachs  umgeben  und  mit 
Flußsäure  wegätzen  könnten,  würden  Sie  auch  zum  Ziel  kommen.  Größte 
Vorsicht  beim  Hantieren  mit  der  Säure  ist  erforderlich,  damit  die  Glaaar 

nicht  befleckt  wird.  _      ,.  , 

Dritte  Antwort:  Flecken  auf  gebranntem  Porzellan  werden 
in  üblicher  Weise  mittels  schnell  laufender  Schleifscheiben  abgeschliffen, 
und  dann  werden  die  Stellen  poliert.  Die  Schleifscheiben  begehen  entweder 
aus  geeignetem  Naturstein  oder  aus  Schmirgel  bezw.  Karborundum  Die 
Polierscheiben  dagegen  sind  aus  Pappelholz  oder  ans  ähnlichem  Material. 
Zum  Schleifen  sind  geübte  Arbeiter  nötig,  die  alle  Handgriffe  Kennen. 
Das  Ausbohren  mit  Stahlbohrer  ist  eine  langwierige  Arbeit  und  dabei  nicht 
ganz  zuverlässig,  weshalb  das  Abschleifen  vorzuziehen  ist. 

115.  Gibt  es  ein  neueres  Verfahren  zur  Herstellung  von  Druckfirnis 
zum  Mischen  der  Farben  beim  Stahldruck?  _ 

Erste  Antwort:    Der  SprecbsaalKalender  gibt  folgende  Vor 

Schriften:  .  . 

1.  Leinöl   * 

Rttböl   £  » 

Kolophonium   «k  K 

Holzteer   °°  » 

werden  im  Etaentopl  so  lange  gekocht,  bis  erkaltete  Tropfen  Fäden 
ziehen    Ist  der  Firnis  zu  klebrig,  gibt  man  200  g  Holzteer  zu. 

2.  Leinöl   J  } 

Holzteer  u>*  1 

Kolophonium   TrJi 

Schwefelpulver   .   .   .    .»  150  » 

werden  zusammen  gekocht. 

3.  Leinöl   ° 

Baumöl   -    *  80  L 

Kolophonium    °"  • 

werden  bis  OTT  FfrnUildoiig  gekocht,  worauf  man  0,6  1  Kienteer  zugibt. 


4-    Leinöl   4  } 

ßttböl  •  075 

Brennöl  *  

Kolophonium  '  \fi  8 

Holzteer  .   .   310  g 

kocht  man  bis  zur  Firnisbildung. 

ZweiteAntwort:  Druchfirnis  wird  durch  Kochen  verschiedene! 
Oele  und  Harze  hergestellt,  und  es  gibt  dazu  verschiedene  Vorschriften; 
die  einen  mehr  oder  weniger  brauchbaren  Firnis  liefern,  zumal  die  Zube- 
reitung verstanden  sein  will.  Es  ist  besser,  den  Druckfirnis  von  den  ein- 
schlägigen Handlungen  oder  Laboratorien  zu  kaufen,  bezw.  sich  den  am| 
beBten  geeigneten  Firnis  von  verschiedenen  Lieferanten  auszuwählen. 

116     Wir  bereiten  unsere  Steingutfliesenmasse  auf  trockenem  Weg 
Die  von  'den  Trockenirommeln  kommende  Masse  durchläuft  eine  Trommel 
siebanlage  und  wird  von  hier  am  in  große  Eolzbehälter  eingebracht,  w 
sie  zum  Zweck  der  Befeuchtung  lagenweise  mit  der  nötigen  Menge  Warna 
überschichtet  wird.    Die  auf  diese  Weise  bereitet  Masse  wird  einige  Zei 
in  den  Behältern  belassen  und  dann  dem  Kollergang  zugeführt,  nach  desset 
Verlassen  sie  in  die  einzelnen  Süos  der  hydraulischen  Pressen  gelangt  JL. 
treten  nun  beim  Pressen  mehrere  Uebelstände  auf,  die  dann  bestehen,  [dai 
sich  beim  Preßvorgang  ab  und  zu,  Bisse  an  den  Fliesenrändern  zeigen  «mm 
daß  die  FeucMigkeUsverteilung  im  Preßprodukt  ungleichartig  ist.  wv 
führen  diese  Mängel  auf  die  unvollkommene  und  ungleichmäßige  Mischum 
mit  Wasser  zurück.    Welche  rationelle  Einrichtung  zur  vollständigen  un, 
gleichmäßigen  Mischung  käme  in  Betracht,  wobei  darauf  Bucksicht  z\ 
nehmen  ist,  daß  täglich  etwa  4000  kg  Masse  erzeugt  und  verarbeitet  werden 
ErsteAntwort:  Wenn  nur  ab  und  zu  Risse  an  den  Fliesenränderi 
entstehen,  so  deutet  dies  darauf  hin,  daß  die  Art  der  Feuchtigkeit^ 
teilung  in  Ihrer  Masse  doch  nicht  richtig  ist ;  sie  hat  feuchtere  Partiei 
neben  weniger  feuchten,  da  der  Ausgleich  der  Feuchtigkeit  nicht  stattge 
fanden  hat    Es  wäre  auch  denkbar,  daß  Ihre  Masse  schon  an  sich  nich 
pW.isch  genug  ist  und  deshalb  bei  der  geringsten  Sähwankuug  des  Wasser 
gehalts  reißt.    Es  gibt  nun  verschiedene  Einrichtungen  zur  gleichmäßige 
Mischung  und  Befeuchtung  der  Fliesenmasse ;  wenden  Sie  sich  einmal  a 
die  einschlägigen  Fabriken  keramischer  Maschinen  z.  B.  Dorst  Gerae 
Industriewerke,  Reissraann,  Eohrbach  usw.,  die  Ihnen  .gerne  Vorschlag 
unterbreiten.^  Antwort.    RisBe  entstehen  beim  Pressen,  wenn  di 
Masse  zu  unplastisch  ist;  Sie  müssen  sie  daher  nach  dieter  »icbtung  * 
verbessern.    Wenn  die  Masse  den  Kollergang  passiert,  muß  doch  aac 
die  Feuchtigkeitsverteilung  gleichmäßig  Bein. 

DritteAntwort:  Die  Bearbeitung  der  aufgeschichteten  un 
angefeuchteten  Fliesenmasse  auf  dem  Kollergang  allein  ist  ungenttgen« 
und  es  ist  kein  Wunder,  wenn  Sie  fehlerhafte  Platten  haben.  Die  angc 
feuchtete  MaBse  müßte  zuerst  durch  einen  Mischapparat  z.  B.  von  Wem« 
&  Pfleiderer  in  Cannstatt  gehen  und  dann  nochmals  eine  nicht  zu  kurz 
Zeit  lagern.  Alsdann  könnte  man  sie  auf  einem  geeigneten  Koilergan 
mit  drehbarem  Boden  und  selbsttätiger  Absiebung  weiter  bearbeiten  ui 
durch  das  Sieben  eine  ganz  gleichmäßige  Körnung  zu  erhalten.  Ab« 
auch  dann  ist  es  nötig,  daß  die  bo  erhaltene  Masse  einige  Tage  im  Sil 
lagert,  damit  sie  durcbans  gleichmäßig  wird.  Die  Werner  &  leidere 
sehen  Mischmaschinen  und  die  Trockenkollergänge  Bind  für  diese  Aufb< 


reitung  erprobt  und  zu  empfehlen, 

117.    Wer  liefert  leistungsfähige  Blumentopfpressen? 
Antwort:   Blumentopf  pressen  liefern:  Friedrich  Horn  in  Worm 
H  Reißmann  A-G.  in  Saalfeld,  Ringel  &  Jeremias  in  Radeberg  i 
Johann  Schiöder  in  Schwepnitz  i.  8.,  Ferdinand  Schultz  &  Co.  in  Lttm 
a.  d.  Lippe,  Windisch  &  Kunze  in  Meißen  i.  S. 


10S8.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


m.  37 


421^ 


Glai. 


107.  Wie  wird  sog.  „Schwefelleb er",  mit  welcher  man  auf  weißen 
Emaildekorationen  künstliche  Patina  erzeugen  kann,  zusammengesetzt? 
Gibt  es  vielleicht  etwas  anderes,  das  denselben  Zweck  erfüllt? 

Erste  Antwort:  Schwefelleber  ist  eine  Verbindung  der  Alkali- 
metalle mit  Schwefel.  Man  erhält  sie  durch  Zusammenschmelzen  von 
8  Teilen  kohlensaurem  Kali  und  1  TVil  gereinigtem  Schwefel.  Die  leber- 
liraune  Masse  ist  ein  Gemisch  von  PolysuJfiden  des  Kaliums  mit  unter- 
BchwefJigsaurem  Kali  oder,  wenn  die  Schmelztemperatur  sehr  hoch  war, 
mit  schwefelsaurem  Kali. 

Zweite  Antwort:  Schwefelleber  entsteht  beim  Zusammen- 
schmelzen von  1  Gew  T.  Schwefel  mit  2  Gew.-T.  trockener  Pottasche. 
Sie  bildet  eine  gelbbraune,  beim  Liegen  durch  Zersetzung  sich  verfärbende 
Masse,  <*ie  Schwefelwasserstoff  entwickelt  und  in  Wasser  und  Alkohol 
leicht  löslich  ist.  Es  ist  keine  einheitliche  Verbindung,  sondern  ein  Ge- 
misch von  allerlei  Srnwefelverbindungen.  —  Ihre  Angaben  betreffs  der 
Patinaherstellung  sind  nicht  genügend,  um  Ihnen  an  die  Hand  gehen  zu 
iö'onen.  Sicherlich  ließe  sich  auf  anderem  Wege  zum  Ziele  kommen, 
nnd  zwar  unter  Umgehung  der  Schwefelleber  durch  direkte  Verwendung 
von  Schwefelwasserstoff.  Allerdings  maß  das  Email,  um  eine  schöne 
Patinafärbung  anzunehmen,  etwas  Kupfer  n.  dergl.  enthalten  oder  mit 
einer  Kupfer  Verbindung  leicht  überzogen  werden.  Wie  gesagt,  man 
müßte  Ihre  Arbeitsweise  kennen. 

108.  Kann  mit  einem  Sand  von  81,67  <Si02,  8,21  Al203,  4,22  Fe^Os, 
5,02  KzO  roibraunes  oder  weinrotes  Glas  in  der  Wanne  hergestellt  werden, 
md  wie  wäre  der  Satz  zusammenzustellen? 

Erste  Antwort:  Der  Sand  läßt  sich  zur  Fabrikation  von  rotbraunem 
Sias  in  der  Wanne  verwenden.  Vielleicht  könnte  man  den  Gehalt  an 
ronerde  etwas  vermindern,  indem  man  ihn  schlämmt,  trocknet  nnd  dann 
debfi.  Ein  zu  großer  Gehalt  an  Tonerde  hat  verschiedene  Nachteile  im 
Befolge.  Bei  richtigem  Ofengang  gibt  der  nachstehende  Satz  die  ge- 
wünschten Fiaschen : 

Sand  100  kg 

Sulfat   37  „ 

Kalk   .   ."  28  „ 

Fiußspat  10  „ 

Brannstein   .     10  „ 

Koks,  gemahlen   2,6  „ 

Scherben   25  , 

Zweite  Antwort:  Sand  der  angebenen  Zusammensetzung  ist 
ur  Herstellung  von  rotbraunem  und  weimotem  Glas  zn  verwenden,  wenn 
ie  Wanne  gut  heiß  geht.  Die  Gemenge  sind  wie  folgt  zusammen  zu 
teilen : 

rctb  am: 


oda  .... 
olfat  .  .  . 
lußspat  .  . 
.aik  .... 
töhle  .  .  . 
Hraunstein  .  . 
laput  mortuum 
iühdben     .  . 

i 


weinrot : 

100  kg 

14  » 

Soda  

.  10 

28  „ 

S olfat   

25 

8  „ 

Kalk  ....... 

22 

16  „ 

Kohle  ...... 

1  n 

5 

4  „ 

5  „ 

.  25 

25  „ 

Verschiedenes. 


9.  Ich  bitte  um  Angabe  einer  plastischen  Masse,  die  sich  mit  Eisen- 
der Bronztwalzen  zu  kleinen  Kügelchen,  Pastillen  und  Drops  ausformen 
i,ißt  Auf  eine  besondere  Haltbarkeit  der  kleinen,  etwa  7  mm  im  Durch- 
ijjK8«er  betragenden  Gegenstände  wird  ktm  größerer  Wert  gelegt. 
idl'  Antwort:  Die  Eerttellung  der  sogenannten  Kuhlkugeln,  die 
nifan  in  Sozbletflaschen  usw.  gibt,  um  eine  gute  Kühlung  zu  erzielen, 
i|it  sehr  einfach.  Man  nimmt  rohen  nnd  gebrannten  Ton  ganz  fein  ge- 
bebt zu  gleichen  Teilen  und  rühit  die  Masse  mit  verdünntem  Leim- 
,,  atser  en.  Hauptsache  ist,  daß  die  Masse  lichtig  nnd  ausreichend  ge- 
knetet wild  Die  Walzen  musBen  leicht  gefettet  sein.  Andere  Fabriken 
jehmen  SO  Teile  Lenzin,  mifchtn  dieses  mit  10  Teilen  Dtxtrin,  feuchten 
'le  Masse  an  nnd  kneten  sie  gut  durch. 


Rene  Fragen. 
Keramik. 


120.  Wir  erzeugen  in  unserem  Betrieb  u  a  eine  Milchkanne  von 
Vf'S  mm  Höhe,  107  mm  Boden-  und  90  mm  Borddurchmesser.  Obgleich 

mibe  auf  einer  geschliffenen  Tonpumse  von  20  mm  Stärke  gebrannt 
^rd  und  die  Kapselböden  gar  nicht  niedergegangen  sind,  haben  wir  40  bis 
%ikrumme  Ware.  Die  Pumsen  aus  Magerton  und  Schamoltemehl  sind 
mfalls  krumm  trotz  ihrer  Stärke.   Wo  ist  der  Fehler  zu  suchen? 

121.  Ich  möchte  einen  Muffelofen  für  Porzellanmalerei  auf  Glasur, 
cm  breit,  74  cm  hoch  und  1  m  tief  (Lichtmaß)  mit  Holzfeuerung,  5  m 
i  einem   steigbaren   Bauchfang  von  8  m  Höhe  entfernt,  aufstellen, 
elches  sind  die  Maße  1.  für  den  Rost,  2.  vom  Rost  bis  zum  Muffelboden, 
«wischen  Muffelwand  und  Mauer,  4.  zwischen  Muffeldecke  und  Gewölbe, 

dfür  die  Abzugfüchse  im  Gewölbe,  6.  für  das  Abzugrohr  von  der  Muffel  zum 
\<t[f,uchfang?  Ist  die  Entfernung  des  Ofens  vom  Rauchfang  nicht  zu  groß? 
ml  122.  Wir  benützen  zum  Glasieren  unserer  Fliesen  die  Goldschmitt- 
be  i  c  Qrlamrmaschine,  deren  Walzenbezüge  aus  Drahtsiebstrümpfen,  Zellen- 


100000  Ctr.  Fichten-  und  kielernstockholz 

gesprengte,  erd-  nnd  steinefrei,  ab  Oberhesaischen-  nnd  Wester- 
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Niddastraße  92.         Telefon  1780  Börner. 


Gummibezug  und  Gummischwamm  (roter  Porengummi),  sowie  enggelochte 
Zelluloid- Siebplatten  bislang  aus  dem  Auslande  bezogen  wurden.  Wie  wir 
hören,  werden  diese  öfter  zu  ersetzenden  Teile  auch  von  der  deutschen 
Metall-,  Gummi-  und  Zellulose- Industrie  in  vollentsprechender  Qualität  ge- 
liefert.   Wer  fertigt  diese  Spezialartikel  oder  solche  nach  Maß-Skizzen  an  ? 

Glas. 

110.  Wir  haben  verschiedene  Glaswaren,  die  infolge  längeren 
Lagerns  blind,  d.  h.  mit  einer  milcharligen  Schicht  überzogen  sind,  die 
sich  durch  Putzen  nicht  entfernen  läßt.    Wie  ist  diesem  üebel  abzuhelfen? 

111.  Ich  kühle  täglich  größere  Mengen  starkwandiger,  an  der 
Lampe  verarbeiteter  Hohlglasgefäße  in  mehreren  Muffelöfen  von  guter 
moderner  Bauart.  Die  Oefen  arbeiten  mit  Braunkohle  und  Koks  mit 
mehrfach  überschlagender  Flamme  und  müssen  im  Innern  etwa  500° 
zeigen.  Diese  Temperatur  wird  auch  im  größten  Teil  der  Muffeln  ziem- 
lich gleichmäßig  erreicht;  nur  die  der  Beschickungstür  der  Muffeln  zu- 
nächst liegende  Schicht  der  Hohlglaskörper  wird  nicht  genügend  heiß  und 
behält  infolgedessen  starke  Spannungen.  Die  Muffeln  sind  2  m  lang, 
1  m  hoch  und  0,80  m  breit,  die  Türen  doppelwandig  aus  Eisenblech  mit 
einer  5  cm  starken  Lage  von  Kieselgur.  Gibt  es  ein  Mittel,  den  Wärme- 
verlust an  den  Türen  zu  verhindern,  sodaß  auch  die  vorderen  Laqen  out 
gekühlt  werden? 

112.  Gibt  es  eine  Norm  dafür,  welche  Anforderungen  an  gewöhn- 
liche Wasserstandsgläser  bezüglich  des  ohne  weiteres  auszuhaltenden  Druckes 
gestellt  werden  dürfen,  ev.  nach  den  verschiedenen  Dimensionen  spezifiziert  ? 

113.  In  offenen  Häfen  möchte  ich  himmelblaues,  blaues,  gelbes, 
braunes,  milchweißes  und  reinweißes  Glas  schmelzen  und  bitte  um  An- 
gäbe verläßlicher  Gemengesätze  dafür.   Der  Ofen  erreicht  1250—13000  C 


Briefkasten  der  Redaktion. 

Gl.  F.  &  S.  i.  T.-Sch.  Nachstehend  Bezugf  quellen,  die  Marmor 
frachtgünstig  nach  Sachsen  liefern :  Karl  Eckardt  in  Penzig,  O.L ,  Jacob 
Gerner  in  Leipzig,  Kichard  Wagner  Str.  19,  Martin  Luther  in  Meissen  i.  8., 
Marthahütte,  Mineralmühlen  und  Kalkwerke  G.  m.  h.  H.  in  Marktred witz  i.  B. 
Otto  Schönefeld  in  Meissen  3,  Verkaufsstelle  für  Terrazzo-  und  Kunststein- 
Materialien  G.  m.  b.  H.  in  Tharandt  i.  S. 


Verband 

Deutscher  Porzellangeschirrfabriken, 
Cr.  m.  b.  H.,  Berlin  W.  30. 

Als  Mitglieder  sind  unserem  Verbände  beigetreten  die 
Firmen :  Meißner  Ofen-  nnd  Porzellanfabrik  vorm.  C.  Teichert, 
Meißen,  Sa,,  Porzellanfabrik  Wilhelm  Lange,  Neuhaidensleben. 

Veröffentlichungen  der 
Außenhandelsnenensteile  FeinheramiR. 

Die  PrüfuDgsstelle  Loxasporzellan,  Weimar,  Brennerstr.  18, 
hat  unter  dem  28.  August  1922  ein  neues  Merkblatt  für  die 
Ausfuhr  von  Luxusporzellan  herausgegeben,  das  von  Interessenten 
durch  genannte  Stelle  selbst  zu  beziehen  ist. 


Händlertabelle  iür  Geschirrporzellan. 

Die  bisher  gültigen  Aufschläge,  die  der  Händler  beim  Ver- 
kauf an  private  Ausländer  auf  den  Ladenpreis  mindestens 
nehmen  muß,  werden  außer  Kraft  gesetzt.  Ab  28.  August  1922 
gelten  die  folgenden  Sätze: 


Kostet  l$=?Mk. 


So  beträgt  der 
Aufschlag  auf 
den  Ladenpreis 

=  ?% 


Kostet  l$  =  ?Mk. 


704,— 
775,— 
846,— 
916,— 
987,— 
1057,— 
1127,— 
1198,— 
1268,— 
1339,— 
1409,— 
1479,— 
1650,— 


bis  774,- 

„  845- 

.  915,- 

„  986,- 

n  1066,- 

»  1126,- 

„  1197,- 

,  1267- 

„  1338,- 

»  1408,- 

a  1478,- 

„  1549,- 

„  1619- 


10% 
20  o/0 
30  o/o 
40  o/o 
50o/„ 
60  o/o 
70  o/o 
80  o/o 
90o/0 
100  o/0 
110  % 
120o/o 
130  o/0 


1620,— 
1691,— 
1761, — 
1831,— 
1902,— 
1972,— 
2043,— 
2113,— 
2183,- 
2254,— 
2324,— 
2395,— 
2465,— 


bis  1690,- 

„  1760,- 

„  1830,- 

„  1901,- 

„  1971,- 

„  2042- 

„  2112,- 

„  2182,- 

„  2253,- 

„  2323,- 

m  2394,- 

„  2464,- 

n  2534,- 


So  beträgt  der 
Aufschlag  auf 
den  Ladenpreis 

-?°/o 


140  0/0 
150  o/0 
160  o/0 
170  0/0 
180  o/o 
190o/0 
200  o/0 
210  0/0 
220  o/„ 
230  0/0 
240  o/0 
250  o/0 
260  0/0 


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19000   l        5  '"/36  mm  Kugelbauolizylinder,  rauh,  M.  «3 0— 
3000    „         8  "'/42  mm  „  »     •»  0301 

4000   n       30 "'  Aalral-Wladeop-Ziflindcf,  oben 
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Marke,  in  Papier  •« 

1400  30'"  International  -  Zylinder,  oben 

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3300  20"  /64  mm  Faeeomylinder  mit  Aus- 

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2000   „       20  "  Gloriazylinder,  oben  verschmolzen, 

nuten  poliert,  mit  Marke,  in  Papier  .   M  3«-- 
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3000    h       18  "'  L  B  Zylinder,  oben  verschmolzen, 

unten  poliert,  mit  Marke,  in  Papier  M  925.- 
1000   „       16  "'  Rhenaniazylinder,  oben  ver- 

schmolzen,  unten  poliert,  mit  Marke, 

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2500   „       16"'  Klarazylinder,  oben  verschmolzen, 

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300   „       14'"  FaworitzyIinder|2XveTSchmolzen, 

mit  Marke,  in  Papier  .   .   .   .   •   .   ■*  ito. 
1000   „       io"'  Victoriazylinder,  oben  verschmol- 

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zen,  mit  Marke,  in  Papier  .   .   .   .   M  585— 
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Prämiiert:  St.  Louis  1904  Qoldene  Medaille 
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Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint   wöchentlich   einmal  Donnerstags 


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Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Ueber  die  Thörpe'sche  Löslichkeitszahl.*) 

Zur  Prüfung  von  Glasuren,  Fritten  u.  dgl.  auf  Bleilöslich- 
eit  behandelt  man  diese  bekanntlich  in  England  nicht  wie  bei 
ns  mit  Essig,  sondern  mit  verdünnter  Salzsäure.  Um  rasch 
ntscheiden  zu  können,  ob  eine  solche  Fritte  Blei  abgibt,  also 
iiftige  Eigenschaften  besitzt,  hat  T.  E.  Thorpe  eine  empirische 
Formel  angegeben,  aus  der  man  auf  die  Giftigkeit  der  vorlie- 
genden Verbindung  schließen  kann.    Diese  Formel  lautet : 

Summe  der  Basen  (einschl.  Tenerde)  X  223 

Summe  der  Säuren  X  60 
Lobei  molekulare  Verhältnisse  angenommen  sind.  Man 
iie  Thörpe'sche  Formel  also  in  zwei  Faktoren  zerlegen: 


nicht  im  Stande,  minderwertige  Brennstoffe,  vor  allem  Braun- 
kohle, in  wirschaftlicher  Weise  zu  verarbeiten;  vergleiche  hier- 
zu Brandis1). 

Eigentlich  erst  durch  die  Erfindung  des  Drehrostes  ist  es 
gelangen,  der  auftretenden  Schwierigkeiten  Herr  zu  werden. 


=  1,45  (besser  2), 
kann 


Summe  der  Basen  (einschl. 


Tonerde)  223 

—  X 


Summe  der  Säuren  /x  60 

Hit  gewissen  Einschränkungen  bezüglich  der  Tonerde  und  Bor- 
läure  stimmt  die  Formel  mit  der  Beobachtung  ziemlich  gut 
herein.    Zweck  dieser  Zeilen  soll  sein,  darauf  hinzuweisen, 

2^3 

laß  die  Multiplikation  mit  dem  Faktor  -^r  ein  Fehler  ist.  Die 


60 


i'ormel  hat  vielmehr  zu  lauten 


Summe  der  Basen  (einschl.  Tonerde) 
Summe  der  Säuren 


■  angenähert  0,5. 


Abb.  1.    Alter  Generator  ohne  Drehrost. 


Die  Formel  besagt  offenbar,  daß,  wenn  die  Löslichkeitszahl 
{deiner  als  0,5  ist,  die  Fritte  wahrscheinlich  geringe  Löslichkeit 
besitzt.  Thorpe's  Vorschlag,  die  Zahl  mit  dem  Molekulargewicht 
les  Bleioxyds  (—  223)  zu  multiplizieren  und  durch  das  der 
Kieselsäure  (=60)  zu  dividieren,  ist  ganz  willkürlich,  und  es 
st  daher  völlig  unnötig,  eine  hervorragende  empirische  Formel 
verwickelter  zu  gestalten. 


Vergasung  von  erdigen  Rohbraunkohlen 
mit  hohem  Wassergehalt. 

Von  Dipl.-Iag.  GL  H.  Meyer. 

(Nachdruck  verboten.) 

Noch  vor  20  Jahren  waren  zum  Vergasen  nur  gute  Brenn- 
stoffe geeignet:  Anthrazit,  Koks  und  Steinkohle.  Die  alten 
Siemens-Generatoren  und  ihre  unmittelbaren  Nachfolger  waren 


Braunkoklenbriketts2),  Torf  und  andere  minderwertige  Brenn- 
stoffe, sogar  Waschberge  und  Lokomotivlösche  werden  heute 
anstandslos  vergast. 

An  die  gewöhnliche  Braunkohle  im  grubenfeuchten  Zu- 
stand, die  einen  Wassergehalt  von  50— 60  °/0  aufweist  bei  einem 
Heizwert  von  2000—2300  Cal.,  wagte  man  sich  aber  nicht  so 
gern  heran.  Es  mochte  scheinen,  als  ob  mit  so  nasser  Kohle 
ein  guter  Gang  des  Generators  nicht  zu  erreichen  sei,  daß  es 
nicht  möglich  sei,  ein  gutes  Gas  aus  Rohbraunkohle  zu  er- 
halten. In  der  Eisenindustzie,  speziell  in  Westdeutschland, 
wird  Braunkohle  im  allgemeinen  nur  in  Form  von  Briketts 
vergast.  Vergl.  hierzu  die  große  Diskussion  im  Stahlwerks- 
Ausschuß  des  Vereins  deutscher  Eisenhüttenleute  über  die 
Verwendung  von  kaltem,  eutteertem  Braunkohlengas  im  Stahl- 
werksbetriebe3). Veröffentlichungen  über  die  Verwertung  von 
Rohbraunkohle  in  Gasgeneratoren  sind  sehr  sehr  spärlich,  ich 


*)  Von  J.  W.  Mellor,  Sitzungsber.  d.  Engl.  Keram.  Ges.,  Bd.  XX, 
1920/21),  Tl.  II,  S.  120. 


J)  Z.  d.  V.  D.  lug.  1904,  8.  1620. 

»)  Brannkohle,  1913,  S.  649  ff. 

8)  Stahl  und  Eisen,  1920,  S.  533,  ff. 


424  —  Hr.  38 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (II.  jahrging,} 


nenne:  Neumann4),  der  böhmische,  und  Becker  &  Weiß5),  die 
rheinische  Rohbrannkohle  mit  gutem  Erfolg  vergasten. 

Die  folgenden  Zeilen  sollen  zeigen,  wie  man  aus  der  stark 
wasserhaltigen,  minderwertigen  Rohbraunkohle  ein  Gas  er-, 
zeugen  kann,  dessen  Verwendungsfähigkeit  dieselbe  ist  wie  die 
des  Brikett-  oder  Steinkohlen-Generatorgases. 

Die  Not  der  Zeit  erfordert  vielfach  ein  Umstellen  von 
Feuerungsanlagen  von  Steinkohle  bezw.  Braunkohlenbriketts 
auf  Rohbraunkohle.  Dnrch  Ueberfährung  letzterer  in  Gas  und 
Entfernung  des  Wassers  durch  Kühlung  findet  eine  Veredelung 
des  geringen  Brennstoffes  statt,  die  durch  Gewinnung  nnd 
Verkauf  des  wertvollen  Nebenproduktes,  des  Ürteers,  noch 
rentabler  gemacht  wird. 

A.  Der  Betrieb  der  Generatoren  mit  Rohbraunkoble 

wird  von  der  physikalischen  Beschaffenheit  der  Kohle  sehr 
stark  beeinflußt.  Je  knorpelreicher  die  Kohle, 
desto  leichter  der  Betrieb  und  desto  besser 
das  Gas. 

Ein  entschiedener  Nachteil  der  Rohbraun- 
kohle liegt  darin,  daß  man  bei  ihrer  Verwen- 
dung nicht  soviel  Gas  pro  Generator  erhält 
wie  beim  Verbrauch  besserer  Kohlen.  Es 
lassen  sich  in  einem  bestimmten  Generator 
ebensoviel  Rohkohlen  durchsetzen  wie  Briketts 
aber  die  erhaltenen  Gasmengen  stehen  im 
Verhältnis  2:3  bis  1:2.  In  einem  2,6  m 
Drehrost- Generator  kann  man  z.  B.  von  gnten 
Knorpeln  ganz  gut  20  bis  25  t/Tag  verar- 
beiten, vorausgesetzt,  daß  die  Konstruktion 
sich  überhaupt  für  die  Vergasung  von  Roh- 
kohle eignet.  Auch  bei  Gegenwart  von  ziem- 
lich viel  Staab  läßt  sich  dieser  Darchsatz 
noch  annähernd  erreichen.  Sehr  feinerdige 
Kohle  mit  geringem  Knorpelgehalt  bereitet 
aber  dem  Betrieb  erhebliche  Schwierig- 
keiten, da  sie  den  regelmäßigen  Durchgang 
von  Wind  bezw.  Gas  verhindert.  Man  maß 
höheren  Winddruck  anwenden,  doch  wiid  die 
Windverteilnng  dann  mangelhaft,  sodaß  der 
Generator,  besonders  an  den  Seiten,  durch- 
brennt und  schlechtes  Gas  liefert.  Mit  dem 
Schüreisen  die  Löcher  in  der  Beschickung  zu 


Kohlenschicht  gut  auflockert,  während  die  Backet  des  Rost- 
unterteils die  groben  Schlacken  zerbrechen. 

Der  Betrieb  ist  mit  diesem  bekannten  Generator-System 
ein  sehr  regelmäßiger  und  durchaus  angenehmer.  Rohbraun- 
kohle rutscht  gleichmäßiger  nach  als  Briketts,  sodaß  ein  Durch- 
arbeiten der  Kohlenschicht  mit  der  Schürstange  sich  erübrigt. 
Die  Stocharbeit  zwecks  Zerkleinerung  der  Schlacken  ist  aller- 
dings größer  als  bei  Briketts,  aber  geringer  als  bei  Steinkohle 
und  darf  nicht  vernachlässigt  werden.  Die  Wände  des  Gene- 
rators sind  gnt  sauber  zu  halten. 

Die  Ansichten  über  den  Dampfzusatz  zum  Winde  sind 
geteilt;  Becker  &  Weiß5)  haben  gar  keinen  Dampf  gebraucht, 
da  sie  meinten,  daß  der  Generator  sonst  zu  kalt  ginge.  Ich 
bin  der  Ansicht,  daß  der  Wassergehalt  der  Kohlen  entfernt 
ist,  bevor  sie  in  die  Fenerzone  kommen,  und  daß  höchstens 
der  disponible  Was-ser-tolf  ia  das  Gas  gelangt.   Der  Generator 


A 'ib.  3.    Anordnung  des  J)rehros 


Abb.  2.   Moderner  Drehrost-Generator,  System  Poetter. 


schließen,  ist  ein  Notbehelf,  der  für  Dauerbetrieb  selbst  bei 
aufmerksamster  Bedienung  keine  Besserung  schafft.  Bei  sehr 
feiner  Kohle  wird  man  also  den  oben  angegebenen  Darchsatz, 
besonders  anter  gleichzeitiger  Erzielang  eines  einwandfreien, 
verwertbaren  Gases,  nicht  erreichen. 

Für  einen  gnten  Gang  des  Generators  ist  es  erforderlich, 
daß  der  Rost  so  gestaltet  ist,  daß  die  Kohle  unten  in  der 
Fenerzone  durchgerührt  wird.  Dadurch  gestaltet  sich  die 
Windverteilung  regelmäßiger,  nnd  das  Durchbrennen  an  der 
Seite  wird  verhindert  Ein  solcher  Rost  ist  z.  B.  der  stern- 
förmige Host  der  Poetter-Generatoren,  der  im  Verein  mit  dem 
Pilgerschritt-Antrieb  der  Schüssel  die  Schlacken-  nnd  unterste 


<)  Stahl  nnd  Eisen,  1919,  S.  1233. 
»j  Stahl  nnd  Eisen,  1920,  3.  1067. 


kann  dann  noch  so  heiß  gehen,  daß  die  Schlacke  schmilzt 
Ich  richte  mich  also  nach  der  Schlacke  und  setze  soviel 
Dampf  za,  daß  sie  der  Schüsseldrehung  und  dem  Stochmeissel 
keinen  zu  großen  Widerstand  bietet.  Dabei  erziele  ich  eir 
Gas  von  (trocken)  1250  Cal.,.  das  mit  90°  den  Genorator  ver< 
läßt  und  ohne  Vorkühler  entteert  werden  kann.  Auch  die 
Roste  werden  sehr  geschont.  Endlich  ist  noch  folgendes  zt 
erwähnen : 

Wenn  bei  Stromstörungen  der  Ventilator  stehen  bleibt,  sc 
verhindert  der  zuströmende  Dampf  das  Zurücktreten  des  Gaset 
in  die  Windleitung  und  das  langsam  sich  entwickelnde  Wasser- 
gas ein  Erlöschen  der  Feuerung.  Damit  sind  zwei  Hauptur 
Sachen  von  Explosionen  ausgeschaltet. 

Feinerdige  Braunkohle  entwickelt  ziemlich  viel  Staub 
Staubsäcke  und  Vorrichtungen  zum  Durchstoßen  der  Leitanger 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL-  COBURG. 


Nr.  38  —  425 


während  des  Betriebes  sind  vorzusehen  u  nd  regelmäßig  zu 
Benutzen. 

Alles  in  allem  kann  man  sagen:  Die  Vergasung  von  Roh- 
braunkohle ist  keine  Hexerei,  wenn  ein  guter  Generator,  wie 
das  oben  erwähnte  System  z.  B.,  zur  Verfügung  steht.  Wer 
aus  Steinkohle  oder  Braunkohlenbriketts  ein  gutes  Gas  herzu- 
stellen versteht,  wird  auch  mit  Rohkohle  fertig  werden,  und 
zwar  um  so  leichter,  je  knorpelreicher  sie  ist. 

B.  Kühlung  und  Teergewinnung. 

Durch  die  Kühlung  werden  Wasser  und  Teer  aus  dem 
Gas  ausgeschieden.  Die  Abscheidung  des  Wassers  verbessert 
den  Heizwert  des  Gases,  gleichzeitig  werden  aber  die  heiz- 
kräftigen Teernebel  und  die  fühlbare  Wärme  des  Gases  ent- 
fernt. Während  man  bei  Brikettgas  noch  zweifelhaft  sein 
kann,  ob  durch  die  Kühlung  das  Gas  verbessert  wird,  ist  bei 
Gas  aus  Rohkohle  kein  Zweifel  möglich. 

Becker  &  Weiß5)  geben  folgende  Zahlen: 
[  Heizwert  des  trockenen   Gas  ans  Rohkohle    Gas  ans  Briketts  Differenz 
Gases  1 044  Cal.  1 236  Cal.         192  Cal. 

Heizwert  des  nassen  Gases      725    „  1  160   .  435  „ 


Verbrennnngstemperatur 
des  trockenen  Gases         1  629 0 
I  Verbrennungstemperatur 

des  nassen  Gases  1  288 0 

j  Verbrennnngstcmperatnr 

des  nassen  Gases 
Hesgl.  +  10  gr/cbm  Teer    1  334 0 


1-783"° 
1  665° 


1701° 


154° 


377° 


367° 


Abb.  4.   Anordnung^der  Pilgerschritt-Antriebs-Vorrichtuna 


Abb.  5.    Generatoren  mit  geräumigen  Staubsäcken. 


Man  sieht  aus  diesen  Zahlen,  daß  der  gute  Einfluß  des 
Teers  selbst  bei  Briketts  lange  nicht  so  groß  ist  wie  der 
schlechtere  des  Wassers  und  vor  allem:  durch  die  Kühlung 
'wird  die  Qualität  des  Gases  aus  Rohkohle  der  des  Brikett- 
gases sehr  genähert.  Die  Unterschiede  im  Heizwert  und  in 
der  Flammentemperatur  gehen  auf  weniger  als  die  Hälfte  zu- 
rück. Vergleicht  man  das  Gas  aus  Rohkohle  mit  dem  häufig 
benutzten  ungekühlten  Brikettgas,  so  werden  die  Unterschiede 
noch  geringer. 

Die  Ersetzbarkeit  von  Braunkohlenbriketts  durch  Roh- 
kohle ist  damit  zahlenmäßig  ausgedrückt6). 

Eine  moderne  Anlage,  wie  sie  die  Poetter-G.  m.  b.  H. 
Düsseldorf,  baut,  besteht  aus  Vorkühler,  Zentrifugalwäscher, 

•)  Vergl.  hierzu  auch  die  Ausf.  v.  Schwier,  St.  u.  £.  8.  1034  ff. 


Stoßschneider  und  Schlußköhler.  Ersteren  wird  man  häufig 
entbehren  können,  da  das  Gas  aus  feuchter  Rohbraunkohle 
sich  mit  100°  und  noch  weniger  dem  Generator  entnehmen 
läßt  (vergleiche  oben).  Die  Abscheidung  des  Teers  muß  bei 
einer  so  hohen  Temperatur  erfolgen,  daß  alles  Wasser  dampf- 
förmig bleibt,  also  oberhalb  des^sogen.^  Taupunktes.  Dieser 
liegt  bei  Kohlen  mit  50— 60°/0  Wassergehalt  bei  etwa  80°. 
Wäscht  man  kälter,  so  (wird  derjTeer"wasserhaltig,  also  minder- 
wertig. Bei  zu  hoher  Temperatur  ist  die  Abscheidung  unvoll- 
ständig. Da  der  ganze  Rest  des  Teeres  sich  jedoch  im  Schluß- 
kühler abscheidet,  ist  dieser  Mangel  J  schließlich  weniger  er- 
heblich. 

Die  Zentrifugalwäscher,  die  von  der  Firma  Poetter  gleich- 
zeitig geliefert  werden,  laufen  sehr  gut  und  brauchen  keiner- 
lei Wartung.  Das  entsprechend  vorgekühlte  Gas  wird  in  ihnen 


426  —  Nr.  38 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (56.  Jahrgang.) 


Urfeer-  Gewinnungsan/age 
„  System  Poetier  " 


Abb.  6.   Schematische  Darstellung  einer  Urteer-Gewinnungsanlage. 


mit  eingespritztem  Waschteer  durch  ein  schnell  rotierendes 
Schlagbolzen-System  von  den  Teermengen  befreit,  die  gemein- 
sam mit  dem  Waschteer  in  die  Sammeigrabe  abfließen.  Um 
zu  vermeiden,  daß  ein  Teil  des  im  Gas  enthaltenen  Wasser- 
dampfes durch  Abschreckung  niedergeschlagen  wird  und  so 
die  Qualität  des  gewonnenen  Teeres  beeinträchtigt,  erhält 
der  Behälter  für  Waschteer,  auch  Teertopf  genannt,  ebenso 
wie  die  Sammelgrube  Rohrschlangen  mit  Dampfanschluß,  da- 
mit man  den  Waschteer  der  Gastemperatur  entsprechend  an- 


A.bb.  7.  Z<:utriiu|flllwänrli(T 


wärmen  kann.  Der  Teertopf,  auf  dem  Stoßscheider  aufgebaut, 
wird  überdies  durch  die  Eigenwärme  der  aus  letzterem  ab- 
ziehenden Gase,  die  entsprechend  geleitet  werden,  beheizt. 

Die  Zentrifagalwäscher  übernehmen  gleichzeitig  die  Auf- 
rechterhaltung des  Leitungsdruckes,  indem  sie  das  Gas  von 
den  Generatoren  fortsaugen  und  es  in  die  Leitung  drücken- 
Unterdruck  auf  der  Saugseite  ist  nicht  zu  befürchten,  da  Saug- 
und  Druckleitung  durch  ein  mit  Schieber  versehenes  Rohr  ver. 
bunden  sind.  Erfordern  es  die  Betriebsverhältnisse,  weniger  Gas 
zu  entnehmen,  so  genügt  entsprechende  Oeffnung  des  Schiebers 
zwecks  Rücksaugung  eines  Teiles  des  Reingases,  um  den 
Gleichgewichtszustand  im  Gasdruck  aufrecht  zu  erhalten. 

Man  reguliert  so,  daß  in  der  Rohgasleitang  ein  möglichst 
geringer  Ueberdruck  herrscht.  Nach  meinen  Erfahrungen 
gehen  die  Generatoren  schlechter,  wenn  sie  gegen  einen  hohen 
Gasdruck  arbeiten  müssen.  Auch  kann  man  einen  höheren 
Durchsatz  pro  Generator  erzielen,  da  ja  für  die  durch  den 
Generator  gehende  Windmenge  nicht  der  absolute  Winddmck, 
sondern  seine  Differenz  gegen  den  Gasdruck  maßgebend  ist. 
Wenn  letzterer  fällt,  steigt  der  nutzbare  Winddruck  und  da- 
mit der  Durchsatz. 

Hinter  dem  Zentrifugalwäscher  passiert  das  Gas  noch  den 
mit  Raschig-Ringen  oder  Stahldrehspänen  gefüllten  Stoßscheider, 
in  welchem  die  auf  mechanischem  Wege  in  Tropfenform  aus 
dem  Wasser  mitgerissenen  Teerteilchen  zurückgehalten  werden. 
Sie  gelangen  von  dort  mit  dem  Waschteer  und  dem  im  Zentri- 
fugalwäscher bereits  ausgeschiedenen  Teer  in  die  Sammelgrube. 
Der  so  gewonnene  Teer  wird  aus  der  Sammelgrube  von  Zeit 
zu  Zeit  entweder  in  den  Vorratshochbehälter  oder  unmittelbar 
in  den  Kesselwagen  zum  Versand  gepumpt.  Auch  der  Wasch- 
teer wird  durch  Pampen  dieser  Grabe  entnommen,  um  im  Kreis- 
lauf dem  Teertopf  nach  Bedarf  wieder  zugeführt  za  werden. 

Die  Kondensation  des  Wasserdampfes  erfolgt  im  Schluß- 
kühler,  in  welchem  das  Gas  durch  WasserberieselunK  über 
Holzhorden  auf  Normaltemperatur  herabgekühlt  wird.  Hierbei 
wird  der  größte  Teil  des  Wasserdampfes,  auch  der  etwa  im 
Vorkühler  aus  dem  Kühlwasser  aufgenommene,  bis  auf  einen 
geringen,  für  den  Effekt  der  Verbrennung  unschädlichen  Rest 
niedergeschlagen,  sodaß  ein  fast  trockenes  und  daher  heiz- 
kräftiges Gas  vor  die  Feuerstellen  gelangt.  Es  wird  so  nicht 
allein  der  mit  der  Kühlung  verbundene  Verlust  an  Gas-Eigen- 
wärme ausgeglichen,  sondern  darüber  hinaus  eine  erhebliche 
Verbesserung  der  Heizkraft  erzielt. 


1  1922  (55.  Jahrgang.) 


I 

Außer  diesen  und  den  obengenannten  wärmetechnischen 
'Vorteilen  läßt  sich  zu  Gunsten  der  Kühlung  und  Entteernng 
noch  folgendes  anführen: 

1.  Geringere  Leitnngs-Qaerschnitte  nnd  Fortfall  der  Ent- 
urässerungs-Vorrichtungen  an  den  Leitungen,  also  geringere 
Leitungskosten, 

2.  Weniger  Bedienung,  da  der  gesamte  Teer  an  einer  Stelle 
anfällt  und  nicht  in  der  ganzen  Fabrik  zusammengesucht 
werden  muß,7 

3.  Keine  Verstopfung,  kein  Einfrieren  der  Leitungen. 
Diese  Punkte  treten  besonders  bei  größeren  Leitungslängen 

hervor.   Allgemein  aber  gilt: 

4.  Sauberkeit  in  den  Betrieben, 

5.  Rentabilität  der  Anlage,  da  der  Braunkohlen-Generator- 
teer  dem  Tieftemperaturteer  fast  gleichwertig  ist  und  gute 
Preise  erzielt, 

6.  Geringe  Kohlenkosten,  da  für  jede  Tonne  gewonnenen 
Teers  ein  Teil  der  Kohlensteuer  erlassen  wird. 

Dem  steht  als  Nachteil  einzig  und  allein  der  höhere  Kraft- 
Bedarf  gegenüber. 

Der  Einbau  von  Schwei-Retorten  in  die  Generatoren  be- 
nufs  Gewinnung  von  Urteer  ist  überflüssig,  da,  wie  eine  leichte 
Rechnung  zeigt,  bei  Rohbraunkohlen-Vergasung  die  Gastempe- 
ratur nicht  ausreicht,  die  großen  Wassermengen  aus  der  Kohle 
zu  verdampfen,  geschweige  denn  die  Kohle  zu  verkoken. 

C.  Wirtschaftliches, 
a)  Ersatz  von  Braunkohlen-Briketts  durch  Rohbraunkohle. 
Eine  Fabrik  vergase  in  4  Generatoren  täglich  60  t  Briketts 
Ion  4506  Cal./kg  ohne  Teergewinnung.    Bei  80°/0  Wirkungs- 


SPRECHSAAL- COBURG. 


Nr.  38  —  427 


grad  des  Generators  entstehen  aus  1  kg  Briketts  2,9  cbm  Gas 
von  1235  Cal.  Für  die  gleiche  Wirkung  braucht  man  140  t 
Rohbraunkohle  von  2300  Cal.,  wobei  sich  bei  70°/0  Wirkungs- 
grad aus  1  kg  Kohle  1,4  cbm  Gas  von  1150  Cal.  ergeben. 

Es  sind  zwei  nene  Poetter-Drehrostgeneratoren  aufzustellen, 
sowie  die  Teerwäscher- Anlage.  Dafür  werden  Jt  3000000 
aufgewendet. 

Einnahmen  aus  Urteergewinnung: 
Ausbringen  4,5  °/0  der  vergasten'Kohle,  also!6,3  t/Tag 
mit  1750  M/t  Ertrag  ist  der  Erlös  insgesamt 

jährlich  Jt  3  970000 

Ersparnis  an  Brennstoffkosten: 
60  t  Briketts  zu  737  M/t        Ji  44220 
140  i  Rohbraunkohle  zu  206  M/t 
abzügl.  37,8  t  steuerfreier 
Kohle  „  25725 

täglich   Ji  18495 

somit  insgesamt  jährlich  „  4825000 


Davon  gehen  ab :  • 
Betriebskosten    der  Poetter- 

Wäsche  Ji  1100000 

10°/0  Amortisation  der  Neu- 
anlage „  300000 


Gesamt  Ji  8295000 


1400000 


üeberschuß  ^  6895000 
Die  Kosten  sind  also  in  kurzer  Zeit  hereingeholt, 
b)  Die  Umstellung  einer  Steinkohlen-Generatorgasanlage  auf 
Rohbraunkohle  läßt  sich  in  ähnlicher  Weise  berechnen. 


Wirtschaft  lieh -gewerblicher  Teil. 

Korrespondenzen. 


Jubiläum.  Am  28.  9.  begeht  Herr  Lorenz  Jansen  das  25  jährige 
Dienstjabilänm  als  Beisevertreter  der  Firma  Keimbold  &  Strick,  G.m.b.H., 
Chemisch-keramische  Werke,  Köln  a.  Rh. 


Handel  und  Verkehr. 

„Die  Wiederherstellung  des  Bankgeheimnisses  ist  —  in  dieser 
Fassung  wurde  ein  diesbezüglicher  Antrag  in  einer  gemeinsamer  Sitzung 
des  wirtschaftspolitischen  nnd  finanzpolitischen  Ansschnsses  des  Beichs- 
jriitBchaftsrates  am  13.  9.  angenommen  —  im  Interesse  nnserer  wirt- 
schaftlichen Lage  insoweit  erforderlich,  daß  die  Aaskunftspfiicht  der 
Kreditinstitute  auf  die  Fälle  eines  eingeleiteten  Stenerstraf Verfahrens 
beschränkt  wird.  Hand  in  Hand  damit  hat  die  Aufhebung  des  Depot- 
zwanges zu  gehen." 

Erhöhung  der  Personen-  und  Gütertarife.  Der  ständige  Aus- 
schuß des  Beichseisenbahnrats  beschloß,  die  am  1. 10.  in  Kraft  tretenden, 
Im  60  o/o  erhöhten  Personentarife  vom  1.11.  22  ab  nm  weitere  100% 
und  die  Gütertarife  vom  1.  10.  ab  nnter  Einrechnnng  der  bereits  be- 
EchloBBenen  Erhöhung  von  33x/s%  insgesamt  nm  100  %  der  September- 
sätze zu  erhöhen. 

Zur  Postgebührenerhöhung.  Der  Beichsrat  nahm  die  nenen  Sätze 
der  Post-,  Telegraphen-  nnd  Fernsprechgebühren  ohne  Erörterung  ein- 
stimmig an.  Damit  wird  u.  a.  der  einfache  Fernbrief  ab  1. 10.  M  6  kosten, 
die  Postkarte  im  Fernverkehr  Jt  3,  ein  5  kg-Paket  wird  in  der  Nahzone 
ji  30,  in  der  Fernzone  Jt  80  kosten.  Der  Höchstbetrag  für  Postanwei- 
sungen wurde  auf  Jt  5000  erhöbt,  wofür  das  Porto  Ji  20  beträgt.  Ein 
Ausländsbrief  bis  zum  Gewicht  von  20  Gr.  wird  M  20  kosten.  Der  Min- 
destbetrag für  Ortstelegramme  ist  auf  Jt  30,  für  Ferntelegramme  auf 
M  50  festgesetzt.  Die  Fernsprechgebühren  haben  jetzt  eine  Erhöhung 
von  insgesamt  600%  erfahren. 

Erhöhung  der  Postgebühren  im  Auslandsverkehr.  Der  Gegen- 
wert des  Goldfranken  bei  der  Gebührenerhebung  im  AnalandB-Paket-, 
Telegramm-  und  Fernsprechverkehr  ist  ab  16.  9.  anf  Jt  300  festgesetzt. 

Eine  deutsch-italienische  Handelskammer  ist  letzthin  in  Frank- 
furt a.  M.  offiziell  gegründet  worden.  Anfragen  sind  zu  richten  an  das 
Bureau  der  Kammer,  Frankfurt  a.  Uff.,  Hans  Offenbach,  Hohenzollernplatz. 


Eis-  nnd  Ausfuhr,  Zollweeen. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Die  AusfnhrmindeBtpreise  sind  geändert 
worden :  für  Flußspat  ab  15  8.  22 ;  Polierrot  ab  16.  8.  22 ;  Quarzit  (nach 
Deutschösterreich),  Korund  nnd  Schmirgel  ab  1.  9. 22 ;  Kiea  und  Sand 
(nach  Tschechoslowakien)  ab  5.9.22;  Quarzsand,  Stiöbel- Feldspat  und 
Klebsand  ab  15.  9.  22. 

Erhöhung  der  Ausfuhrabgabe.  Der  Wortlaut  der  diesbezüglichen 
Bekanntmachung  ist  in  Nr.  36,  S.  410  n.  411,  nnter  Veröffentlichungen 
der  A.  H.  N.  Feinkeramik  wiedergegeben  worden. 

Erläuterungen  zur  Erhöhung  der  Ausfohrabgabe.  In  Ausfuhr- 
kreisen sind  Zweifel  darüber  entstanden,  wie  hoch  der  jetzige  Tarifsatz 
für  solche  Waren  ist,  die  nach  dem  alten  Tarif  ausfuhrabgabefrei 
waren.  In  einer  Verfügung  des  BeichshommisBars  für  Aus-  und  Einfuhr- 
bewilligung wird  darauf  hingewiesen,  daß  diese  Waren  ansfnhrabgabefrei 
bleiben.  —  Hinsichtlich  der  Verlängerung  von  Ausfuhrbewilligungen  gemäß 
Art.  IV  der  Bekanntmachung  ist  zu  beachten:  Bereits  abgelaufene  Be- 
willigungen können  nicht  verlängert  werden ;  es  muß  Neuausstellung  der 
Bewilligung,  nnd  zwar  zu  den  dann  geltenden  Abgabesätzen,  erfolgen. 
9b  eine  Bewilligung  ans  sachlichen  Gründen  verlängert  werden  kann,  hat 


gemäß  der  bisherigen  Praxis  die  ausfuhrbewilligende  Stelle  nach  der 
Wirtschaftslage  anf  dem  speziellen  Warengebiet  zu  beurteilen.  Zweifel- 
hafte Fälle  sind  dem  Beichskommissar  für  Aus-  und  Einfuhrbewilligung 
vorzulegen.  Wird  verlängert,  so  ist  der  alte  Tarifsatz  zu  belassen,  soweit 
der  Nachweis  geführt  wird,  daß  eine  feste  Preisvereinbarung  in  handels- 
üblicher Weise  und  mit  handelsüblichen  Fristen  vor  dem  3. 9.  22  vorlag. 
—  Die  bisherigen  Bestimmungen  über  den  Begriff  der  festen  Preis- 
vereinbarung, der  handelsüblichen  Fristen  und  des  bindenden  Verkaufs- 
angebots (Bnndschreiben  des  Beichskommissar»  B.  V.  738  vom  19. 11.  21) 
bleiben  in  Geltung.  Hiernach  liegt  eine  feste  Preisvereinbarnng  vor,  wenn 
der  Preis  sich  auf  Grund  eines  bindenden  Verkaufsabschlusses  ohne  nene 
Preisvereinbarung  jeweils  fest  errechnen  läßt.  Preise,  bei  denen  Zischläge 
vereinbart  sind,  die  der  Lohnhöhe  oder  bestimmten  Bohmaterialpreisen 
entsprechend  gleiten,  können  unter  Umständen  als  feste  Preise  in  diesem 
Sinne  gelten.  Ein  fester  Preis  wird  jedenfalls  nicht  als  vorliegend  anerkannt 
werden  können,  wenn  die  Vertragsbestimmungen  es  möglich  machen,  die 
erhöhte  Ansfnhrabgabe  in  dem  endgültigen  Preis  zu  berücksichtigen.  — 
Ausfuhren  an  eigene  Niederlassungen  oder  Konsignationslager  im  Aus- 
land werden  vom  3.  9.  22  ab  regelmäßig  die  erhöhte  Ansfnhrabgabe  zu 
tragen  haben ;  denn  in  diesen  Fällen  kann  eine  feste  Preisvereinbarnng 
nur  dann  vorliegen,  wenn  etwa  gleichzeitig  eine  Weiterveräußerung  bezw. 
ein  bindendes  Angebot  an  Dritte  im  Auslande  erfolgt  ist.  Begelmäßig 
wird  ein  bindendes  Verkaufsangebot  bei  Ueberseegeschäften  unter  heutigen 
Verhältnissen  nur  vorliegen,  wenn  eine  Frist  zur  Annahme  entweder  aus- 
drücklich gestellt  ist  oder  nach  bestimmtem  Handelsbrauch  besteht.  Es 
kommt  natürlich  nur  auf  dasjenige  Angebot  an,  welches  der  Käufer 
schließlich  angenommen  hat.  Andere  während  der  Vertragsverhandlungen 
vorher  abgegebene  Angebote  kommen  nicht  in  Betracht.  Wenn  also  das 
schließlich  angenommene  Angebot  erst  nach  dem  18.  8.  22  heraus- 
gelegt worden  ist,  kommt  die  Vergünstigung  des  alten  Abgabesatzes  nicht 
in  Betracht,  wenngleich  ältere  Angebote  vorausgegangen  sind.  —  Handels- 
übliche Fristen  können  nicht  als  vorliegend  anerkannt  werden,  wenn  der 
Abschluß  soweit  zurückliegt,  daß  er  bis  zur  Stellung  des  Antrages  schon 
normalerweise  hätte  ausgeführt  werden  können.  Als  bindendes  Angebot 
gilt  nicht  das  Hinaussenden  von  Preislisten,  vielmehr  wird  darunter  ein 
Angebot  verstanden  werden  müssen,  das  an  eine  bestimmte  Frist  ge- 
bunden ist. 

Bargeldlose  Zahlung  der  Ausfuhrabgabe.  Zwecks  schnellerer 
Abfertigung  bei  den  Zollstellen  sollte  die  Zahlung  der  Ausfuhrabgabe 
möglichst  bargeldlos  vorgenommen  werden.  Die  Handelskammer  zu  Berlin 
ersucht  die  beteiligten  Kreise,  von  der  zulässigen  Stundung  der  Abgaben 
gegen  Sicherheitsleistung  mehr  als  bisher  Gebrauch  zu  machen.  Anträge 
auf  Gewährung  der  Stundung  sind  an  das  zuständige  Hauptzollamt  zu 
richten.  Es  kann  auch  die  Zahlung  der  Ausfuhrabgabe  durch  bestätigte 
oder  unbestätigte  Schecks  von  der  Beicbsbank  bezw.  von  Privatbanken 
bestätigte  Schecks  —  in  letzteren  Fällen  nach  Bestellung  einer 
Sicherheit  —  bewirkt  werden.  Neuerdings  wird  auch  die  Freigabe  von 
Waren  zum  Uebergang  in  freien  Verkehr  oder  zur  Ausfuhr,  sowie  die 
Aushändigung  von  Steuerzeichen  und  ähnlichem  durch  Zahlung  von  Seiten 
der  Beichsbank  nicht  bestätigter  oder  durch  Hinterlegung  nicht  gesicher- 
ter Schecks  gewährt. 

Das  Zollaufgeld  beträgt  für  die  Woche  vom  20.  bis  26.  9. 22 
35  900  %. 

Export  nach  Kolumbien.  Unter  deutschen  Häusern,  die  sich 
neuerdings  mit  Exporten  nach  Kolumbien  befassen,  herrscht  vielfach  die 
Ansicht  vor,  daß  die  dortigen  Empfänger  ebenso  wie  in  Deutschland  und 
den  meisten  anderen  Ländern  die  Waren  nur  gegen  Vorzeigung  der  dazu 
gehörigen  Dokumente  aus  dem  Zoll  nehmen  können,  und  daß  mit  der 
Uebersendung  der  Konsulatsfaktura  und  der  Verschiffangspapiere  an  eine 


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SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


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dortige  Bank  einem  Mißbrauch  mit  ihrem  Eigentum  vorgebengt  sei.  Wie 
in  einem  Sehreiben  ans  der  kolumbianischen  Geschäftswelt  hingewiesen 
wird,  bedürfen  die  dortigen  Empfänger  solcher  Dokumente  nicht,  wenn 
die  Sendungen  an  ihre  Konsignation  gerichtet  sind.  Allein  der  Umstand, 
daß  ihr  Name  auf  der  Konsulatsfaktura  figuriert  (als  Empfänger,  Eigen- 
tümer, Konsignator  oder  in  anderer  Form),  ermöglicht  es  ihnen,  die  Waren 
aus  dem  Zoll  zu  holen.  Vielfach  haben  fibelbeleumdete  Firmen  die  Waren 
in  ibren  Besitz  genommen,  währenddessen  die  Dokumente  uneingelöat  in 
den  Händen  der  rechtmäßigen  Empfänger  verblieben.  Der  einzige  Schutz 
gegen  Mißbrauch  ist  der,  daß  die  Dokumente  an  die  Konsignation  der  mit 
dem  Eiszug  der  entsprechenden  Tratte  betrauten  Bank  ausgestellt  werden. 

England.  Der  beantragte  Dumpingzoll  auf  Glasflaschen  soll 
nicht  zur  Einführung  gelangen. 

Litauen.  Der  neue  Einfahrzolltarif  ist  am  28.  7.  22  in  Kraft 
getreten.  Von  dem  bisherigen  Tarif  erheblich  abweichend,  weist  er  bei 
einer  großen  Zahl  von  Waren  eine  Heraufsetzring  von  einer  niedrigeren 
in  eine  höhere  Verzollungsklasse  auf.  Zollfrei  sind  n.  a. :  Ziegel  und 
Fensterglas.  Mit  5%  des  tatsächlichen  Wertes  werden  verzollt:  Boh- 
soda,  kaustische  Soda,  Schleif-  und  Wetzsteine,  Gips,  Kreide,  Graphit; 
mit  20°/0  des  Wertes:  Erzeugnisse  ans  Glas.  Der  Ausfuhrzoll  für  Glas- 
brocken beträgt  je  100  kg  Ji  10. 

Litauen.  Teränderte  Zollbestiminungen.  Ab  15.  9.  22  bedürfen 
sämtliche  Fakturen  der  nach  Litauen  einzufahrenden  Waren  der  Be- 
stätigung der  auswärtigen  Gesandtschaften  und  Konsulate.  Unbestätigte 
Fakturen  werden  von  den  Zollbehörden  zurückgewiesen. 

Oesterreich.  Der  Zollaufschlag  ist  auf  das  8000 -fache  des 
nach  den  geltenden  Tarifeätzen  Bich  ergebenden  Nominalbetrages  der 
Goldzollschuld  erhöht  worden. 

Vereinigte  Staaten.  Zur  Zolltarifrevision.  Nach  einer  Meldung 
aus  Washington  ist  der  Bericht  der  Konferenz  von  Vertretern  beider 
Hänser  des  Kongresses  für  die  Tarif bill  dem  ßepräsentantenhause  Über- 
mittelt worden.  Danach  kann  mit  einer  baldigen  Annahme  der  Tarifbill 
gerechnet  werden.  Der  Bericht  ermächtigt  den  Präsidenten,  die  Sätze 
auf  Empfehlung  der  Tarifkommission  zu  erhöhen  oder  herabzusetzen. 
Die  Konferenzmitglieder  setzten  die  Sätze  in  manchen  Panktene  twas  unter 
die  Positionen  des  Senats  herunter,  im  allgemeinen  jedoch  über  die  Sätze 
des  Payne-Aldrichtarifs  hinauf.  Verzierte  irdene  Geschirre  50%,  Por- 
zellan 70%-  Pottasche  wurde  auf  die  Freiliste  gesetzt  mit  Abgabe  von 
1 7a  Cents  je  Pfund  für  die  ersten  drei  Jahre  nach  Annahme  des  Gesetzes. 


Die  Lage  in  Industrie  und  Handel. 

Absatzstockung  in  der  Thüringer  Thermometerindustrie.  In 
der  Thüringer  Thermomtteiindustrie  wird  Uber  plötzlichen  Absatzmangel 
gt- klagt.  Die  Fabriken  führen  den  Absatzmangel  darauf  zurück,  daß  in- 
folge der  bedeutenden  Erhöhung  der  staatlichen  Prüfungsgebühren  die 
Preise  für  Thermometer  zu  hoch  geworden  sind.  Die  Staatsprfifungsan- 
stalt  in  Ilmenau  hat  umfangreiche  Arbeiterentlassungen  vorgenommen. 


Geschäftliche  Mitteilungen. 

Porzellanfabrik  Fraureuth,  A.-W.,  Fraureuth.  Die  a.  o.  G.-V. 
beschloß  die  Kapitalserhöhung  um  M  5,5  Miil  auf  Jt  16  Hill.  Von  den 
neuen  Aktien  werden  Jt  3,5  Mill.  zu  760  °/0  den  alten  Aktionären  ange- 
boten. M  2  Mill.  bleiben  zar  Verfügung  der  Verwaltung,  Außerdem 
werden  Jt  0,3  Mill.  Vorzugsaktien  ausgegeben.  Neu  in  den  Aufsichtsrat 
wurde  Justizrat  Dr.  Adler  gewählt 

Bichard  Blumenfeld,  Veltener  Ofenfabrik,  A.-ö.,  Charlottenburg. 
Die  a  o.  G  -V.  genehmigte  die  beantragte  Kapitalserhöhung  um  jfb  4  Mill. 
auf  Jt  9,5  Mill.  Von  den  neuen  8b  1.  1.  22  gewinnberechtigten  Aktien 
werden  Ji  2,75  Mill.  den  Aktionären  zu  200  %  im  Verhältnis  2 : 1  zum 
Bezug  angeboten.  Die  restlichen  Jt  1,25  Mill.  werden  zu  pari  von 
einem  Konsortium  übernommen  nnd  sollen  bis  31.  12.  22  für  Angliederungs- 
zwecke  und  bestmögliche  Verwertung  der  Gesellschaft  dienen.  Von 
letzteren  sollen  noch  250  Aktien  Unternebmerinteressen,  d.  h.  Vorstand 
und  Angestellten,  angeboten  werden.  Das  bisher  achtfache  Stimmrecht 
der  Vorzugsaktien  ist  in  zwölffaches  Stimmrecht  umgewandelt  worden. 


General  -  Versammlangen. 

Fürstenberger  Porzellanfabrik,  Fttrstenberg- Weser :  a.  o.  G.-V.3. 10.  22, 
3  Uhr  n.,  Hildesheimer  Bank,  Hildesheim.  TO.:  Kapitalserhöhung  um 
M  1  Hill,  auf  Jt  3  Mill. 

Striegauer  Porzellanfabrik,  A.-G.,  vorm.  C  Walter  &  Co.,  Stanowitz : 
o.  G.-V.  25.  9.  22,  4  Uhr  n.,  Hotel^Deutscher  Kaiser,  Striegau. 

Dresdner  Keramische  Industrie,  A.-G.,  Dresden :  a.  o.  G.-V.  11.  10.  22, 
5  Uhr  n.,  Dresdner  Kaufmannschaft,  Dresden.  T.-O. :  Zuwahl  zum  Auf- 
sichtsrat. 


Verbände. 

Die  Interessengemeinschaft  der  Verbände:  Verband  Deutscher 
Luxusporzellanfabriken  6.  m.  b.  H.,  Verband  Deutscher  Porzellan- 
geschirrfabriken 0.  m.  b.  H.  versendet  nnter  dem  8.  9.  22  an  ihre 
Inlandskundachaft  folgendes  Bandschreiben  (vergl  Nr.  34,  S.  382).  „Unsere 
Index-Kommission  hat  heute,  wie  vorgesehen,  die  Untersuchung  Uber  die  Höhe 
derlolandspreiseabgeschloseen  und  hat  feststellen  müssen,  daß  die  Verteuerung 
der  Boh-  und  Hilfsstoffe  eine  wesentliche  Erhöhung  der  Inlandspreise  erfordert. 
Wir  sind  uns  darüber  klar,  daß  der  errechnete  Multiplikator  die  Lage  von 
Handel  und  Konsum  kritisch  gestalten  würde  ;  andererseits  sind  wir  uns 
aber  bewußt,  daß  wir  dann,  wenn  wir  den  neuen  Verhältnissen  nicht 
Bechnung  tragen,  die  Lage  der  Betriebe  sehr  schwierig  gestalten.  Da 
aber  die  allgemeinen  Verhältnisse  in  diesem  Augenblick  Behr  ungeklärt 
Bind,  wollen  wir  mit  der  Festsetzung  des  neuen  Preises  noch  zuwarten, 
so  schwere  Opfer  das  auch  Leu  einzelnen  Fabiiken  auferlegt,  in  der  Hoff- 
nung, durch  dieses  unser  Verhalten  zu  unserem  Teil  dazu  beizutragen,  der 


Teuerungswelle  Einhalt  zu  gebieten  und  den  Konsum  der  von  uns  her 
gestellten  Artikel  im  Inland  aufrecht  zu  erhalten.  Wir  sind  uns  bewußt 
daß  eine  einzelne  Industrie  Bich  gegen  die  Teuerung  nicht  zu  sperret 
vermag,  daß  aber  dem  stürmischen  Verlauf  der  Preisbewegung  Fesseli 
angelegt  werden  könnten,  wenn  viele  Industrien  unserem  Beispiel  folget 
würden,  zumal  wenn  alle  Boh-  und  HilfsBtofflieferanten  einen  ähnliche] 
Standpunkt  finden  würden."  —  Diesen  Beschlüssen  hat  sich  der  Verbanc 
Deutscher  Keramischer  Haiereien,  e.  G.  m.  b.  H.,  angeschlossen. 

Der  Verband  Deutscher  Elektrotechnischer  Porzellanfabriken 
Berlin,  hat  beschlossen,  den  Teuerungszuschlag  ab  16.  9.  22  von  540 0 
auf  740  %  zn  erhöhen,  was  eine  Preissteigerung  von  ca.  30  %  gegenübe: 
den  Preisen  der  ersten  Septemberbälfte  bedeutet. 

Die  Verkaufspreise  für  NiederspannungBmaterial  aus  Porzellan  un< 
Steatit  Bind  ab  16.  9.  22  von  540%  auf  740%  erhöht  worden. 

Die  Vereinigten  Porzellan-Isolatoren- Werke,  6.  m.  b.  H.,  Berlii 
(Hochspannungs-Iäolatoren-Syndikat),  erhöhten  mit  Wirkung  ab  16. 9.  25 
den  zurzeit  geltenden  Teuerungszuschlag  von  510  auf  700  °/0.  In  Anbe 
tracht  der  sich  stetig  ändernden  Verhältnisse  haben  die  neuen  Verkaufs 
preise  nur  für  die  zweite  Hälfte  des  Monats  September  Gültigkeit,  da  es  unte 
den  gegenwärtigen  Verhältnissen  nicht  möglich  ist,  die  Verkaufspreise  au 
längere  Zeit  hinaus  im  voraus  zu  errechnen. 

Der  Verband  Deutscher  Tonwarenfabrikanten '  und  Kunst 
töpfereien,  e.  V.,  Dresden,  hat  eine  sofortige  Heraufsetzung  der  Preisi 
wie  folgt  beschlossen:  Grundpreise:  Einleggeschirr,  Braun-  nnd  Stein 
zeug  Ji  1,20  + 1400 °/0  =  JC  18.—.  Kochgeschirre:  gewöhnli-he  Töpf 
Jt  1,20,  braun-weiß  ohne  Tülle  Ji  1,80,  Schnabeltöpfe  Jt  1,60,  braun 
weiß,  rauher  Band  M  2,40,  braun-weiß,  glatter  Band  JI  3.—,  bun 
Jt  4. — .  Zuschlag:  freibleibend  1900 %  Weitere  Erzeugnisse,  Kruken 
Backformen  entsprechend  höher.  Die  Preise  sind  Mindestpreise.  Königs 
brücker  feuerfestes  Tonkochgeschirr  5000%  auf  Listenpreise. 

Die  Westdeutsche  und  die  Mittel-  und  Ostdeutsche  Schamotte 
Konrention  sowie  die  Westdeutsche  und  die  Ostdeutsche  Silika-Kon 
vention  erhöhten  den  bisherigen  Teuer  an  gez  Uschlag  von  1100%  für  all 
Lieferungen  ab  15.9.  22  auf  1500% 

Die  Vereinigung  Mitteldeutscher  Hohlglasfabriken,  E.  V. 
Dresden,  hat  die  bisher  geltenden  Zuschläge  ab  8. 9.  22  wie  folgt  erhöht 
1500°/0  für  hell-  und  farbiges  Glas  und  1800%  für  Opal-,  Seladon-  um 
DVerfarggla«.  Lattenkisten  werden  künftig  je  qm  mit  Jt  400,  VoUkistet 
je  qm  mit  Jt  500  berechnet.  Ferner  wird  das  bisher  gewährte  Ziel  au 
8  Tage  dato  Faktur  beschränkt;  für  jeden  angefangenen  Honat  der  Ziel 
Überschreitung  werden  IV2  %  Verzugszinsen  berechnet. 

Der  Verein  der  rheinischen  und  westfälischen  Tafelglashfitten 
Gr.  m.  b.  H.,  Bonn,  erhöhte  am  31. 8.  22  den  Teuerungszuschlag  für  Tafel 
glas  von  350  auf  700  °/0,  desgleichen  erhöhten  die  Vereinigung  Schlesisch 
Lausitzer  Tafelglashütten  am  1.  9.  den  Teuerungszuschlag  für  Tafelgla 
von  350  auf  750  o/0  Die  Verkaufsstelle  der  Drahtglasfabriken,  Berlin 
hat  die  Preise  für  dünnes  Drahtglas  am  28.8.  um  etwa  50%  erhöht 
Ebenfalls  hat  der  Verein  deutscher  Farbenglaswerke,  G.  m.  b.  EL,  Berlin 
die  Preise  für  Farbenglas  ab  1.  9.  um  etwa  100  °/0  erhöht. 

Zusammenschluß  in  der  Fieberthermometer  -  Industrie.  De: 
Verband  deutscher  Glasinstrumenten-FabHken,  Jlmenau,  und  der  Verban< 
der  Thermometer-  und  GlaBinBtrumenten-Erzeuger,  Roda,  S.-W.,  haben  einet 
Vertrag  abgeschlossen,  der  Bich  insbesondere  auf  den  Ausschluß  des  wildei 
Zwischenhandels  richtet  und  angemessene  Einkaufs-,  Verkaufspreise  um 
Löhne  festlegt.  Die  Glaswerke  Schott  &  Gen.,  Jena,  Gast.  Fischet 
Jimsnau,  Greiner  &  Friedrichs,  Stützerbach,  verabfolgen  bloß  Söhren  a> 
Abnehmer  in  Deutschland,  die  einem  der  obengenannten  Verbände  ange 
schlössen  sind.  Die  beiden  Verbände  haben  aich  ihrerseits  verpflichtet 
ihre  Hitglieder  zur  strengen  Einhaltung  der  vereinbarten  Preise  um 
Löhne  anzuhalten,  im  Uabertretungsfalle  BöhrenBperre  und  eine  den 
einzelnen  Falle  angemessene  Konventionalstrafe  "eintreten  zu  lassen. 


Firmenregister. 

Deutschland. 

Berichtigung.  Die  in  Nr.  37,  S  419,  erfolgte  Veröffentlichuni 
„NitzBche  &  Co.,  Hart-  und  Drahtglas-Industrie"  ist  dahin  richtig  i>\ 
stellen,  daß  der  Sitz  der  Firma  in  Singwitz  b.  Bautzen  Sa.,  Industrie 
bof,  ist.  Die  Ortsangabe  Schwarznanßlitz  beruhte  auf  einer  unrichtige] 
Angabe  seitens  des  Amtsgerichts  Bautzen. 

Porzellanfabrik  Gmünd,  A.-G.,  Schwäbisch  Gmünd.  Grundkapital 
M  10  Hill.  Vorstand:  Fabrikant  Walther  Weber.  Keramiker  E.  Wit 
litach  nnd  die  Kanfleute  0.  Schümm  und  E.  Künzel  haben  Gesamtprokure 
zu  je  zweien.  Aufsichtsrat:  die  Direktoren  G.  G.  Hulshoff,  J.  Ouwekau 
und  Kaufmann  W.  Schmidt. 

Elektro- Porzellanfabrik  Hoheneck,  G.  m.  b.  H.,  Hoheneck.  Die  Be 
Stellung  des  Geschäftsführers  K.  Hang  ist  widerrufen.  Als  weiterer  Ge 
Schäftsführer  wurde  Kaufmann  H.  Schächterle  bestellt. 

Heber  &  Co.,  Neustadt  b.  Cobg.   Die  Firma  ist  erloschen. 

Elektro-Porzellanfabrik,  G.  m.  b.  H ,  Altstadt  Waldenburg.  Ver 
trieb  von  elektrotechnischen  Porzellanartikeln.  Stammkapital:  Ji  100 000 
Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer:  Fabrikanten  Ernst  unt 
Max  Becher. 

Barmer  Ziegel-  und  Kalkwerke,  G.  m  b.  H.,  Barmen.  Die  Firm* 
ist  geändert  in:  „Barmer  Klinkerplatten- Werke,  G.  m.  b.H"  Kaufmani 
W.  Koch  hat  Prokura. 

Wessels  Wandplattenfabrik,  A.-G.,  Bonn.  Die  Kapitalserhöhung  un 
M  1#  Mill.  Stamm-  und  Jt  0,9  Mill.  Vorzugsaktien  auf  Ji  10,9  Mill 
ist  erfolgt. 

Steingutwerke,  A.-G.,  Breslau  Die  Kapitalserhehung  um  Jt  2  Hill 
anf  Ji  4  Hill  ist  durchgeführt. 

A.-G.  Norddeutsche  Steingutfabrik,  Grohn.  Die  Kapitalserhöhunj 
um  Ji  6  Hill.  Stamm-  und  Jt  6  Hill.  Vorzugsaktien  auf  M  20  Hill,  is 
erfolgt. 


I 
I 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  88  —  429 


Münchner  Majolika-Manufaktur,  G.  m  b.  H.,  München.  An  Stelle  von 
0  Eisele  wurde  Maschinenfabrikant  Philipp  Frankenbtrger  als  Geschäfts- 
führer bestellt. 

Heiztechnische  Töpferei- Prodnktiv-Genossenschaft,  e.  G.  m.  b.  H.,  Forst 
(Lausitz).  An  Stelle  von  A.  Schulz  wurde  Ofensetzer  C.  Badich  zum 
Liquidator  bestellt. 

Märkische  Ofen-  und  Tonwarenfabrik,  G.  m.  b.  H.,  Oranienburg.  Die 
Gesellschaft  ist  aufgelöst    Liquidator:  H.  Sachs. 

Schamottewerke  und  Tonwarenfabrik  Eppertshausen,  Otto  Dewet 
Blascbek,  Eppertshansen.   Inhaber:  0.  D.  Blaschek. 

Pf  äff  rather  Ton-  und  Schamottwerke,  G.  m.  b.  H.,  Pfaffrath.  Die  Ge- 
lellscbaft  ist  aufgelöst.   Liquidator :  Geschäftsführer  F.  Klein. 

Keramische  Htttte,  A.-G.,  Sehnde.  Herstellung  und  Vertrieb  von 
Erzeugnissen  der  keramischen  und  hiermit  in  Verbindung  stehenden 
Industrien.  Grundkapital:  M  4  Mill.  Alleiniger  Vorstand:  Bergwerks- 
ffirektor  Georg  Zschocke.  Aufsichtsrat:  Dr.  jur.  W.  North,  Direktor 
L  North,  Ingenieur  H.  Dieekhoff. 

Schmirgel-  und  Corund-Werke  Chemnitz,  A.-G.,  Rottluff  b.  Chemnitz. 
Herstellung  und  Vertrieb  aller  in  das  Schleif-  und  Schmirgelfach  ein- 
schlagenden Artikel  sowie  Erwerb  und  Fortbetrieb  der  Unternehmungen 
der  Schmirgel-  und  Corund-Werke  Chemnitz  G.  m.  b.  H.  Grundkapital: 
M  2,1  Mill.  Vorstand :  Direktor  W.  Gräfe  Die  Kaufleute  0.  P.  Viertel  und 
Wilhelm  E.  Schwarz  haben  Gesamtprokare.  Aufsichtsrat:  Direktor  F. 
Kögler,  Vors.,  Bankdirektor  F.  Christ,  stellv.  Vors.,  Direktor  F.  Beinecker 
|nd  die  Kaufleute  K.  Beck  und  B.  Hoppe. 

Naxos-  Schmirgelwerk  Philipp  Pessel  &  Co.,  Frankfurt  a.  M.  Kauf- 
mann Siegfried  Prager  ist  als  persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten. 
|8eine  Prokura  ist  erloschen. 

Hannoversche  Schleifscheiben-Fabrik  Carl  Krebs  &  Co.,  Hannover 
peorgstr.  21).  Persönlich  haftende  Gesellschafter:  Fabrikant  Carl  Krebs  jan. 
ind  Kaufmann  Carl  Künneke. 

Verband .  deutscher  Porzellangeschirrfabriken,  G.  m.  b.  H.,  Berlin. 
Weiterer  Geschäftsführer:  Major  a.  D.  K.  Tettenborn. 

Gustav  Müller,  Präzisionemechanische  Anstalt,  Glastechnische»  Institut, 
Ilmenau.  Kaufmann  Ernst  Maurer  ist  als  persönlich  haftender  Gesell- 
ichafter eingetreten.  Die  Firma  lautet  jetzt:  „Gustav  Müller,  Glas- 
Istrumenten- Fabrik." 

Bichard  Wiche,  Glasmalerei  und  Glasgroßhandlung,  Naumburg  (Queis). 
|Jje  Firma  ist  erloschen. 

Nordwestdeutsche  Glasmanufaktur  Carl  Schulze,  Kommanditgesell- 
ichaft.  Oldenburg.   Die  Firma  ist  erloschen. 

Neue  Prodnktiv-Genossenschaft,  e  G.  m.  b.  H.  für  ehem.  pharm.  Glas- 
varen  für  Neuhaus  a.  Bwg.  und  Umgegend,  Neuhaus  a.  Bwg.   An  Stelle 
Von  B.  0.  PröBcholdt  wurde  Glasbläser  E.  Michel  in  den  Vorstand  gewählt. 


J.  A  Berliner,  Manufaktur-,  Glas-  und  Porzellanwaren,  Buchau  Die 
Einzelfiima  ist  erloschen. 

J.  A.  Berliner,  Buchau.  Persönlich  haftende  Gesellschafter:  Kauf- 
leute Josef  und  Alfred  Berliner. 

Glasindustrie,  A.  G ,  Ludwigsburg.  Vorstandsmitglied  Ing.  S.  Hirsch 
ist  ausgeschieden  Derzeitige  Vorstandsmitglieder:  die  Direktoren  L.Bast 
und  G.  Campill.    Kaufmann  Max  Lichtenberg  hat  Gesamtprokura. 

Anton  Hierlemann,  Glas-,  Porzellan-  und  Spiel  Warenhandlung, 
Wurzach.  Geschäft  und  Firma  Bind  auf  Kaufmann  Josef  Spehle  über- 
gegangen.  Die  Fiima6lautet  jetzt:  „Anton  Hierlemann" 

Hanseatische  Keramik,  G.  m.  b.  H ,  Hamburg  Handel  mit  keramischen 
Erzeugnissen  und  verwandten  Artikeln  und  in  Verbindung  damit  Betrieb 
von  Lagerungs-,  Speditions-  und  Transportgeschäften.  Stammkapital: 
Jt  300000.    Geschäftsführer:  Carla  M.  M.  Mante. 

Glas  Kontor,  G.  m  b  H,  Zweigniederlassung  Hamburg.  An-  uud 
Verkauf  von  Flachglas  jeder  Art  sowie  Abschluß  aller  damit  im  Zusammen- 
hang stehenden  Geschäfte.  Stammkapital:  Jt  100  000.  Geschäftsführer: 
Kaufmann  F.  Doutine. 

F  G.  Kreis,  Inhaber  Wilhelm  Hempel,  Gelnhausen.  Handel  mit  Glas, 
Porzellan  und  HauBhaltungHgegenständen.   Inhaber:  Kaufmann  W.  Hempel. 

Kamphaus,  G.  m  b.  H ,  Gelsenkirchen.  An-  und  Verkauf  von  Glas, 
Porzellan-,  Haushaltungs-,  Eisen-  und  Luxaswaren.  Stammkapital: 
Jl  600000.  Geschäftsführer:  Kaufleute  F.  Kamphaus,  E.  Schulte  und 
0  Büsch. 

Steinzeug-Expbrt- Vermittlung  m.  b.  H.,  Frechen  bei  Köln.  Verkauf 
der  von  den  Gf  sellschaftern  hergestellten  Gegenstände  aus  salzglasiertem 
Steinzeug  für  Rechnung  der  Gesellschafter  unter  der  Firma  der  Gesellschaft 
nach  dem  Ausland.  Stammkapital:  jft  90000.  Selbständig  vertretungs- 
befugte Geschäftsführer:  Fabrikant  J.  Cremer  und  Direktor  T.  Ooms. 

Bayerische  Graphitwerke,  G.  m.  b.  H.,  Passau.  Nunmehriger  Sitz: 
Erlau  bei  Passau.  Die  Vertretungsbefugnis  von  H.  Mendheim  ist  erloBchien. 
Derzeitige  Geschäftsführer:  Dr.  b.  c.  H.  Brockhues  und  Direktor  G.  Lüh. 
W.  Herber  hat  Prokura.  Gegenstand  des  Unternehmens  ist  jetzt:  Fabri- 
kation und  Handel  chemischer  Erzeugnisse  nnd  einschlägiger  Artikel. 

W.  C.  Heraeus,  G.  m  b.  H,  Hanau.  Das  Stammkapital  ist  um 
Jt  2,5  Mill.  auf  jt  17,5  MU1.  erhöht. 

Keramische  Elektro-OsmoBe,  A.-G.,  Berlin.  Die  Kapitalser„höhung 
am  1  3  Mill.  Stammaktien  auf  M  9  Mill  ist  durchgeführt. 

Meißner  Email-  und  Glas-Schmelze  Beinhold  Froelich,  Keilbusch  b. 
Meißen.   Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst. 

Maurer  &  Tilp,  Kempten.  Die  Gesellschaft  hat  sich  ohne 
Liquidation  aufgelöst.  Geschäft,  Maschinenfabrik  und  Firma  sind  auf 
Alrons  Maurer  als  Alleiniahaber  übergegangen. 


Fragekasten  des  Sprechsaal. 


Keramik. 

HB.   Zur  Erledigung  eiliger  Aufträge  möchte  ich  einen  kleinen 
ljj£uffelofen  von  etwa  1  cbm  Setzraum  mit  Oberofen  bauen  und  demselben 
kreh  den  Ofen  selbst  vorgewärmte  Preßluft  als  Verbrennungsluft  zuführen, 
faben  sich  solche  Oefen  in  der  Praxis  bewährt,  welches  Quantum  Kohle 
hm  etwa  4500  W.-E.  ist  zur  Erreichung  von  SK  05  a  erforderlich  und 
i|  welcher  Zeit  brennt  ein  Ofen  ohne  und  mit  Preßluft  ab?  Welche 
§\Mftgeschwindigkeit   käme   in  Frage,  und  welcher  Apparat  würde  am 
j. iiiigsten  arbeiten?   Der  vorhandene  Kamin  ist  16  m  hoch  und  hat  40  cm 
Querschnitt.   Erzeugt  wird  Fayence. 

;  Antwort:  Eine  Muffel,  wie  Sie  sie  bauen  wollen,  die  mit  vor- 
gewärmter Preßluft  arbeitet,  habe  ich  noch  nicht  gesehen,  aber  ich 
«zweifle,  daß  sie  wirtschaftlich  arbeitet,  denn  schon  die  Preßlufteinrich- 
ung  und  ihr  Betrieb  sind  kostspielig,  da  Kraft  hierzu  nötig  ist.  Wenden 
ie  sich  einmal  an  die  Deutsche  Evaporator-A.-G.  in  Berlin  W  15. 

119.   Ich  brenne  seit  langer  Zeit  meine  Kachelware  mit  böhmischer 
Braunkohle.    In  letzter  Zeit  ist  nun  der  Preis  dieser  Kohle  derart  ge- 
tiegen  (über  Jt  100000  für  10  t),  daß  die  Verwendung  derselben  einfach 
iknmöglich  ist.    Gibt  es  einen  Ersatz  dafür,  der  bezüglich  der  Fracht  für 
Württemberg  nicht  zu  ungünstig  liegt?    Rheinische  Briketts  sind  nicht 
räftig  genug. 

Antwort;  Anstelle  der  böhmischen  Braunkohle  dürften  am  ehesten 
ie  mitteldeutschen  Brannkohlenbriketts  für  Sie  in  Betracht  kommen, 
achdem  Sie  rheinische  Briketts  nicht  brauchen  können.  Vielleicht  ver- 
achen Sie  auch  einmal  sächsische  Steinkohlen, 


Glas. 

109.  Welches  sind  die  praktischsten  Versuchsöfen  zur  Vornahme  von 
ty'robeschmelzen  von  Glas? 

Erste  Antwort:  Die  praktischsten  Versucheöfen  Bind  zweifellos 
ie  elektrischen,  weil  sie  namentlich  höhere  Temperataren  mit  Leichtig- 
eit  zu  erreichen  gestatten  und  dabei  nicht  viel  Wartung  und  keinen 
ostBpieligen  Materialverbrauch  benötigen.  Allerdings  ist  der  Energie- 
verbrauch ein  ziemlich  hoher,  und  auch  die  Anlage  ist  heute  nicht  billig. 
To  Gas  vorhanden  ist,  eignen  sich  auch  die  sog.  Seger-Heinecke-,  Meker- 
od  derartigen  mit  oder  ohne  Gebläse  betriebenen  Versuchsöfen.  Wo  Gas 
ihlt  und  elektrischer  Strom  sich  nicht  verwenden  läßt,  benutzt  man  heute 
ielfach  Oefen  mit  Oelfeuerung,  die  ganz  vorzüglich  arbeiten  und  die 
Hinwendung  ziemlich  großer  Tiegel  gestatten. 

Zweite  Antwort:  Zunächst  kommt  es  darauf  an,  wo  die 
robeschmelzen  von  Glas  vorgenommen  werden  sollen.  Soll  es  auf  der 
lashütte  geschehen,  so  läßt  man  sich  kleine  Häfen  anfertigen,  die  1—2 
fond  Gemenge  fassen.  Diese  Probehäfen  stellt  man  dann  auf  zwei 
lasschmelzhäfen  und  läßt  die  Probeschmelze  unter  normalem  Ofengang 
or  sich  gehen.  Diese  Probeschmelzen  geben  das  beste,  der  Wirklichkeit 
atsprechende  Bild.   Sollen  die  Versuche  im  Laboratorium  vorgenommen 


werden,  so  benutzt  man  meistens  kleinere  Tiegel,  die  in  mit  Leuchtgas 
beheizten  Versuchsöfen  eingesetzt  werden.  Probeschmelzen  von  Glas  in 
kleinen  Koksöfen  vorzunehmen,  ist  nicht  zu  empfehlen,  da  das.  Verhalten 
der  Schmelze  im  Koksfeuer  zu  verschieden  ist  von  dem  der  Glasschmelze 
im  großen.  Neuerdings  benutzt  man  auch  kleine  elektrische  Versachs- 
öfen für  Probeschmelzen. 

Dritte  Antwort:  Glashütten  nehmen  ihre  Probeschmelzen 
von  besonderem  Farben-  oder  sonstigem  Qnalitätsglas  in  kleinen,  an  der 
Stirnseite  des  Schmelzofens  plazierten  Tiegeln  vor.  Man  kann  aber  auch 
Glasschmelzen  in  kleinen  Versuchsöfen  ausführen,  wie  sie  in  den 
Laboratorien  in  Gebrauch  sind  und  elektrisch  oder  mit  Lsuchtgas  ge- 
heizt werden.  Auch  kleine  Wannenöfen  von  etwa  0,25  cbm  Fassangs- 
raam  werden  benutzt.  Sie  hätten  nun  vor  allem  angeben  sollen,  was  für 
Glas  Sie  ausprobieren  wollen.  Wollen  Sie  nur  einen  bestimmten  Farbton 
erzielen,  so  kann  es  nach  vorgenannter  Art  geschehen ;  bei  Probeschmelzen 
von  besonderem  Qaalitätsglas  oder  auch  nur  von  rein  weißem  Glas  nützt 
aber  ein  Versuchsofen  nicht  viel  Würden  Sie  beispielsweise  in  einem 
solchen  ein  schönes  weißes  Glas  erhalten,  so  ist  sicher  anzunehmen,  daß 
der  gleiche  Gemengesatz  im  Glasschmelzofen  eingeschmolzen  ein  Glas 
von  mehr  oder  weniger  btarkem  Stich  ins  Grüne,  Gelbe,  Bota  oder  dergl. 
ergeben  würde,  je  nach  den  Bedingungen,  unter  denen  die  Schmelze  vor 
sich  geht.  Die  Erscheinung  kann  man  schon  beim  Einschmelzen  eines 
gleichen  Gemenge^atzes  in  einem  Hafen-  oder  Wannenofen  beobachten, 
selbst  wenn  beide  Oefen  mit  demselben  Brennstoff  betrieben  werden. 


Man«  fiTragen. 
Karamlk. 

123.  Wir  heizen  unsere  zwei  Muffelöfen  mit  Torf,  Kohle  und  Koks 
und  brennen  bei  SK  05  a  ab.  Leider  werden  die  darin  gebrannten  Platten 
geflammt,  d.  h.  die  Hälfte  derselben  nimmt  eine  andere  Bärbung  an. 
Sollten  die  verschiedenen  Farben  von  Wasser-  oder  den  Dämpfen  herrühren, 
die  sich  beim  Brennen  der  Platten  entwickeln  und  wieder  auf  diese  nieder- 
schlagen? Der  Ton  brennt  sich  rot;  wir  haben  aber  häufig  graue,  gelbe 
und  andere  Farben.  Wie  ließe  sich  eine  gleichmäßige  Farbe  der  Platten 
erreichen  ? 

Glas. 

114.  Wir  bitten  um  Angabe  eines  Gemengesatzes  für  dünnwandige 
Röhrchen  von  8 — 9  mm  Durchmesser  und  1ji  mm  Stärke  für  Ampullen, 
die  zur  Aufnahme  von  Medikamenten  zu  subkutanen  Einspritzungen,  z.  B. 
Morphium- Lösung  bestimmt  sind  und  an  letztere  keine  Glassubstanz  ab- 
geben dürfen.  Zur  Verfügung  steht  uns  ein  Hafenofen  (Hafeninhal 
250  kg  Glas)  mit  überschlagender  Flamme,  der  nicht  sehr  heiß  geht,  in- 
folgedessen andere  Gläser  mit  35—  40°j0  Flußmittel  geschmolzen  werden 
müssen. 

115.  Ich  arbeite  bei  der  Herstellung  von  silberbelegten  Spiegeln  nach 
der  Bötlger'schen  Vorschrift,  allerdings  mit  einigen  Aenderungen,  um  schon 


m  —  Mr. 


SPRECHSÄAt  -  CÖBÜft'C*. 


lsHÄ  <il.  Jahrgang.) 


6ei  einmaligem  Aufguß  einen  vollkommen  dichten  Belag  zu  erhalten, 
Periodenweise  kommt  es  nun  vor,  daß  der  normalerweise  kurz  nach  dem 
Aufguß  erscheinende,  langanhaltende  helle  Goldton  der  Flüssigkeit  nur  ganz 
kurz,  manchmal  auch  gar  nicht  zu  beobachten  ist;  der  Belag  ist  dann  in 
solchen  Fällen  nur  sehr  dünn  und  durchsichtig,  während  er  normalerweise 
(wenn  der  Goldton  länger  anhält)  vollkommen  dicht  erscheint  Das  zum 
Abspülen  verwendete  Wasser  wird  dann  in  solchen  Fällen  stark  getrübt, 
während  es  sonst  fast  völlig  klar  bleibt.  Ein  weiterer,  zeitweise  auftretender 
Fehler  ist  der,  daß  sich  (auch  bei  lange  anhaltendem  Goldton)  sehr  stark 
ausgeprägte,  manchmal  auch  schwächere  Züge  (Schlieren  und  netzartige 
Maschen),  die  fast  immer  auch  auf  der  Spiegelseite  zu  sehen  sind  und 


störend  wirken,  bilden.  Auffallenderweise  sind  diese  Linien  manchmal  nw 
nach  den  Seiten  hin  zu  beobachten,  so  daß  in  der  Mitte  des  Glases,  wohin 
meist  länger  aufgegossen  wird,  der  Belag  vollkommen  einwandfrei  ist;  ein 
noch  so  kräftiges  Umschütteln  der  Lösung  vor  dem  Aufguß  ändert  diese 
Bildung  nicht.  ,  Wie  sind  diese  Erscheinungen  zu  erklären?  Ist  etwa  ein 
zu  langes  Kochen  der  Beduktionslösung  oder  Lichtwirkung  und  Temperatut 
die  Ursache?  Gibt  es  eine  Vorschrift,  die  nicht  so  empfindlich  ist,  so  dal 
die  Wirkung  bei  jeder  Temperatur  die  gleiche  ist  und  die  Btduktion  nur 
entsprechend  der  Wärme  langsamer  oder  schneller  vor  sich  geht? 

116.  Lassen  sich  Glasgalle  und  Braunkohlenasche  vielleicht  m  Ver 
bindung  mit  Sand  und  Zement  nutzbringend  verwenden? 


Veröffentlichungen  der  Aufienhandelsnebenstelle  Feinkeramik 


Die  Aufienhandelsnebenstelle  Feinkeramik  sieht  sich  auf 
Grund  verschiedener  Vorfälle  genötigt,  unter  allen  Umständen 
die  Einsetzung  des  in  Frage  kommenden  Rein-  und  Rohgewich- 
tes in  den  Antrags-  und  Ausfuhrbewilligungsformularen  zu  ver- 
langen. Anträge,  die  diese  Angaben  nicht  enthalten,  können 
nicht  bewilligt  werden  oder  aber  rufen  zum  mindesten  eine 
Verzögerung  in  der  Bearbeitung  der  Ausfahranträge  und  vor 
allen  Dingen  in  der  Absendung  der  Waren  hervor.  Es  liegt 
also  im  eigensten  Interesse  der  Antragsteller,  das  Rein-  und 
Rohgewicht  genaustens  einzusetzen. 


Auf  Grund  verschiedener  Vorfälle  sieht  sich  die  Außen- 
handelsnebenstelle Feinkeramik  genötigt,  mit  sofortiger  Wir- 
kung die  Erlaubnis  zur  Einreichung  von  Zirkaanträgen  aufzu- 
heben. Eingereichte  Zirkaanträge  werden  somit  seitens  der 
Aufienhandelsnebenstelle  nicht  mehr  bewilligt,  sondern  umgehend 
den  Antragstellern  zurückgestellt;  hingegen  werden  jedoch  noch 
laufende  Zirkaanträge  vollständig  bearbeitet  werden. 


Rundschreiben  des  Reichskommissars  für  Aus-  und  Ein- 
fuhr, Berlin,  —  B.  V.  12000/22  —  vom  5.  9.  22. 

Betrifft:  Erhöhung  der  Ausfuhrabgahen.  Zu 
der  Bekanntmachung  vom  30.  VIII.  d.  J.,  Reichsanzeiger  Nr.  194 
vom  31.  Angust  d.  J.  und  meinem  Rundschreiben  —  B.  V.  11800  — 
vom  31.  8.  d.  J.  habe  ich  noch  folgendes  ergänzend  zu  bemerken: 

Waren,  die  nach  dem  alten  Tarif  mit  keiner  Abgabe  belegt 
waren  (0  °/0),  werden  gemäß  Artikel  III  der  Bekanntmachung 
durch  den  Zuschlag  von  60  °/0  nicht  etwa,  wie  mehrfach  irrtüm- 
lich angenommen,  auf  den  Abgabensatz  von  1  °/0  gebracht, 
sondern  bleiben  abgabefrei  (0  +  60  °/0  von  0=0). 


Soweit  Verlängerungen  gemäß  Artikel  IV  der  Bekannt 
machung  demnächst  in  Frage  kommen,  ist  folgendes  zu  beachten 

Bereits  abgelaufene  Bewilligungen  können  nicht  verlänger 
werden;  es  muß  Neaausstellung  der  Bewilligung,  und  zwar  zu 
den  dann  geltenden  Abgabesätzen  erfolgen.  Ob  eine  Bewilligung 
aus  sachlichen  Gründen  verlängert  werden  kann,  hat  gemäfi 
der  bisherigen  Praxis  die  ausfuhrbewilligende  Stelle  nach  dei 
Wirtschaftslage  auf  djm  speziellen  Warengebiet  zu  beurteilen 
Zweifelhafte  Fälle  bitte  ich  mir  vorzulegen.  Wird  verlängert, 
so  ist  der  alte  Tarifsatz  zu  belassen,  soweit  der  Nachweis 
geführt  wird,  daß  eine  feste  Preis  vereinbarung  in  handelsübliche! 
Weise  und  mit  handelsüblichen  Fristen  vor  dem  3.  Septembei 
vorlag.  Hierzu  bleiben  die  Bestimmungen  meines  Rund 
Schreibens  —  B.  V.  7638  —  vom  19.  November  1921,  Seite 
Artikel  II,  Ziffer  2  in  Geltung. 

Ebenso  ist  hinsichtlich  des  Begriffes  eines  bindenden  Ver 
kaufsangebotes  im  Sinne  des  Artikels  V  das  gleiche  Rand 
schreiben,  Seite  3,  Ziffer  4  zu  beachten. 

Der  Teuemngsznschlag  für  Wandplatten  is 

mit  Wirkung  ab  spätestens  14.  9.  1922  für  das  mindervaluta 
rische  europäische  Ausland  von  1700  °/0  auf  3500  °/0  erhöh 
worden. 


Die  Prüfungsstelle  Luxusporzellan,  Weimar,  Brennerstr.  18 
hat  unter  dem  10.  August  ein  neues  Merkblatt  für  die  Ans 
fuhr  von  Orientartikeln  und  eine  Liste  für  die  Ausfuhi 
von  Salbenkraken  aus  Steinzeug  mit  Nachtrag  vom  10.  August 
sowie  ein  neues  Merkblatt  für  die  Ausfahr  von  Luxasporzellan 
unter  dem  28.  August  herausgegeben.  Interessenten  könnet 
diese  Blätter  bei  der  Prüfungsstelle  Luxasporzellan  anfordern 


Etwa  15000  kg  Bleimennige  Master 

und  Analyse  anter  Tagespreis  auch  in  Teilposten  abzugeben*.  Angebote 
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I  (55.  Jahrgang.) 


Coburg,  den  28.  September  1923 


Nummer  39 


Zeitschrift  für  hm  Keramischen,  Blas-  unb  verwanbten  Inbustrien 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Qoldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Qoldene  Medaille 
Prämiiert :  Bugra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint   wöchentlich   einmal  Donnerstags 


Fernsprecher  Nr.  59.  /  Telegramm- Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto:  Bayerische  Vereinsbank  in  Coburg 


Bezugspreis:    Für  Deutschland  bei  der  Post  bestellt  für  das  IV.  Vierteljahr  Jl  126. — ,   unter  Streifband  Jl  205.- 
Anzeigen :  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  6. — ,  Stellengesuche  Jt  3. — 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


Mitglied  von :  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  B.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


Tonerdegehalt  und  Schmelzbarkeit 
von  Tonen. 

(Nachdruck  verboten), 

In    einer  Arbeit  über   die  Zusammensetzung,  die  mikro- 
skopische Struktur  und  die  Schmelzbarkeit  von  Tonen  unter- 
suchen L.  Bertrand  und  A.  Lanquine  *)  u.  a.  auch  die  Frage,  ob 
[der  Qehalt  an  Tonerde  bei  einem  Ton  einen  Maßstab  für  seine 
Schmelzbarkeit  bildet.    Nach  dem  dieVerfasser  die  Bildungs- 
reise der  Tone  erörtert  und  daran  erinnert  haben,  daß  die 
letzteren  fast  immer  eine  gewisse  Menge  Alkali,  das  durch  die 
Zersetzung  der  ursprünglichen  Feldspate  in  Freiheit  gesetzt 
[wurde,  führen,  wenden  sie  sich  gegen  die  Ansicht,  wonach  die 
[durch  die  chemische  Analyse  ermittelten  Alkalien  auf  die  Gegen- 
wart von  Glimmerblättchen  zurückzuführen  seien.   Das  Polari- 
Isations-Mikroskop  zeigt,  daß  man  nur  ausnahmsweise  Glimmer- 
blättchen in  nennenswerter  Menge  in  den  Tonen  findet,  obgleich 
diese  oft  mehr  als  2°/0  Alkali  enthalten,  was  etwa  20°/0  und 
mehr  Glimmer  entspräche.  « 

Die  mikroskopische  Untersuchung  von  0,02 — 0,3  mm  großen 
Blättchen  von  ungeschlämmtem  und  nicht  weitgehend  zerriebe- 
nem Ton  gestattet,  bald  wohl  definierte  feine  Blättchen  von 
Kaolinit  festzustellen,  bald  eine  kryptokristallinische  Skruktur 
ohne  individuelle  molekulare  Orientierung  gut  kristallisierter 
Blättchec.  Letztgenannte  Struktur  findet  sich  in  vielen  Tonen, 
namentlich  vom  Halloysit-Typus.  Hieraus  lassen  sich  3  Typen 
ableiten,  der  halloysitische,  kaolinische  und  der  gemischte  Typus 
(Kaolinitblättehen  in  vorwiegend  halloysitischem  Grund),  Ver- 
schiedenheiten, die  auch  im  Verhalten  der  Materialien  zum  Aus- 
druck kommen.  Das  molekulare  Verhältnis  zwischen  Kiesel- 
säure und  Tonerde  ist  nahezu  konstant  in  den  kaolinischen  und 
halloysitischen  Typen,  und  deren  Hydratationsgrad  ist,  entgegen 
der  allgemeinen  Ansicht,  zu  einer  Unterscheidung  beider  nicht 
geeignet.  Außerdem  findet  sich  die  freie  Kieselsäure  in  ver- 
schiedenem Zustande:  Neben  feinen  Quarzkörnchen  kann  man, 
i  namentlich  in  Tonen  mit  halloysitischem  Grund,  eine  oft  wesent- 
liche Menge  in  Alkali  löslicher  und  amorpher  Kieselsäure 
feststellen,  die  wahrscheinlich  von  gefällter  hydratischer  Kiesel- 
säure  herrührt,  die  mit  dem  kolloidalem  tonigen  Grund  innig 
verbunden  ist.  Wahrscheinlich  enthalten  gewisse  Tone  auch 
I  Tonerde  im  gleichen  Zustande,  und  auch  die  Eisenverbindungen, 
welche  ohne  bestimmte  Mineralien  zu  bilden,  die  Tone  färben, 
scheinen  in  demselben  kolloidalen  Zustand  vorhanden  zu  sein. 


*)  Bull.  Offic.  de  la  Direction  d.  recherches  scientifiqnes  et  industri- 
elles et  des  mventions  1922,  No.  27 ;  Bef.  La  Ceramique  XXV  (1922) 
Nr.  410,  412. 


Alle  diese  Verschiedenheiten  in  der  physikalischen  Struktur 
der  Tone  sind  von  weitgehender  Wirkung  und  müssen  studiert 
werden,  um  die  industrielle  Verwendbarkeit  der  Tone  zu  er- 
mitteln. 

In  der  Praxis  spricht  man  von  fetten  und  mageren  Tonen 
und  nimmt  an,  daß  je  tonerdereicher  ein  Ton,  umso  fetter  er 
auch  ist,  weil  ein  magerer  Ton  infolge  seines  Sandgehaltes 
eine  kurze,  wenig  plastische  Masse  ergibt.  Untersuchungen 
haben  aber  ergeben,  daß  keine  strenge  Beziehung  zwischen  dem 
fetteren  und  magereren  Charakter  eines  Tones  und  dem  ent- 
sprechenden Gehalt  an  Tonerde  und  Kieselsäure  besteht.  Ge- 
wisse kieselsäurereiche  Tone  sind  ungewöhnlich  fett,  weil  ihre 
freie  Kieselsäure  in  kolloidalem  Zustand  oder  als  äußerst  feiner 
Qnarzsand  vorhanden  ist.  Andererseits  kann  man  beobachten, 
daß  die  an  kristallinen  Kaolinitblättehen  reichen  Tone  deutlich 
weniger  plastisch  sind  als  diejenigen  von  gleichem  Tonerdege- 
balt, aber  mit  halloysitischer  Base.  In  Bezug  auf  die  Schmelz- 
barkeit pflegt  man  nur  die  Tonerde-Kieselsäure-Produkte  mit 
hohem  Tonerdegehalt  als  feuerfest  zu  betrachten,  undfihre  Er- 
zeuger und  Verbraucher  glauben,  daß  die  pyrometrische  Wider- 
standsfähigkeit der  Tone  direkt  abhängt  von  ihrem  Gehalt  an 
Tonerde. 

Dies  ist  aber  nicht  die  Regel.  Verschiedentlich  wurde  ver- 
sucht, mehr  oder  weniger  empirische  Formeln  aufzustellen, 
welche  den  Schmelzpunkt  eines  Tones  als  Funktion  seiner  ver- 
schiedenen Bestandteile  erscheinen  lassen.  Diese  Frage  ist 
sehr  verwickelt,  und  die  verschiedenen  Lösungen,  die  sie  erfuhr^ 
stehen  oft  mit  den  tatsächlichen  Feststellungen  in  Widerspruch, 

Die  Verfasser  gingen  nun  in  der  Erkenntnis,  wie  wichtig 
die  Schmelzbarkeit  eines  Tones  ist,  von  dieser  aus  und  unter- 
suchten zunächst  die  erwähnte  Beziehung  zwischen  der  Schmelz- 
barkeit der  Tone  (nach  Kegeln)  und  ihrem  Gehalt,  an  Tonerde, 
und  zwar  verglichen  sie  bei  etwa  100  Tonen  verschiedenster  Her- 
kunft den  Schmelzpunkt  mit  dem  Tonerdegehalt.  Erinnert  man 
sich,  daß  die  erreichte  Höchsttemperatur  nicht  allein  maßgebend 
ist,  sondern  auch  die  Dauer  ihrer  Einwirkung,  so  können  die 
Ergebnisse  der  Schmelzpunktsprüfung  nur  eine  Größenordnung 
für  die  Schmelztemperatur  der  Tone  und  keramischen  Erzeug- 
nisse angeben. 

Die  Ergebnisse  haben  die  Tatsache  klar  bewiesen,  daß  der 
Gehalt  eines  Tones  an  Tonerde  keineswegs  ein  sicheres  Kri- 
terium für  seine  Schmelzbarkeit  ist,  und  daß  andere  Faktoren 
diese  beeinflussen. 

Wenn  auch  die  besonders  tonerdereichen  Tone,  mit  mehr 
als  30°/0  A1203,  sich  alle  als  feuerfest  (Smp  =  oder  >  1670  °) 
erwiesen,  so  fand  sich  doch  auch  eine  große  Menge  von  prak- 


432  —  ffr.  39 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (tt.  Jahrgang.) 


tisch  feuerfesten  Tonen  unter  denjenigen  mit  viel  weniger 
Ala03,  bis  zu  sehr  sandigen  Erden,  die  sogar  als  mehr  oder 
weniger  tonhaltige  Sande  praktisch  als  noch  feuerfest  anzu- 
sprechen sind. 

Umgekehrt  gehören  die  am  leichtesten  schmelzenden  Tone 
(von  den  untersuchten)  keineswegs  zu  den  tonerdeärmsten.  In 
nachstehender  Tafel  sind  die  101  untersuchten  Tone2)  nach  ihrem 


Schmelzpunkt  geordnet: 

Aeu Berater  Gehalt 
an  AljOg  in  % 

Schmelztemperatur 

in  o  c. 

Anzahl  der  Tone 

1850 

1 

38,35 

1840 

2 

37,3  —39,3 

1830 

1 

34,75 

1820 

2 

34,9  —36,1 

1810 

7 

28,45—36,6 

1800 

2 

24,0  —35,8 

1790 

11 

21,8  —36,3 

1770 

10 

20,0  —33,6 

1750 

3 

21,4  —32,2 

1740 

1 

33,6 

1730 

13 

21,3  —33,4 

1720 

4 

18,5  -28,2 

1710 

5 

1  ,0  —31,2 

1700 

3 

23,45—803 

1690 

2 

14,3  —29,3 

1680 

1 

24,15 

1670 

4 

12,7  —33,2 

1660 

1 

26,8 

1650 

7 

8,15—26,2 

1570 

1 

23,9 

1550 

1 

26,05 

1530 

1 

28,65 

1500 

1 

27,4 

1470 

2 

16,7  —26,1 

1460 

1 

14,2 

1450 

5 

19,35—25,75 

1440 

1 

22,35 

1430 

1 

28,4 

1410 

1 

16,9 

1390 

2 

12,6  —23,1 

1270 

1 

21,85 

1160 

2 

16,6  —20,3 

1120 

1 

20,7 

Von  den  untersuchten  Tonen  schmolzen  80  zwischen 
1850°  und  1650°;  sie  bilden  die  Gruppe  der  feuerfesten  Tone. 
Eine  zweite  Gruppe  umfaßt  nur  i7  mäßig  feuerfeste  Tone  mit 
einem  Schmelzpunkt  zwischen  1570°  und  1370°  ;  in  der  Tabelle 
tritt  sie  durch  eine  Diskontinuität  in  der  Temperaturskala  in 
Erscheinung,  die  sicherlich  nicht  auf  die  Zahl  der  untersuchten 
Tone  zurückzuführen  ist,  jedoch  anzudeuten  scheint,  daß  Tone 
dieser  Gruppe  in  der  Natur  verhältnismäßig  weniger  zahlreich 
sind. 

Die  Tabelle  zeigt  noch  4  leicht  schmelzbare  Tone  mit 
einem  Schmelzpunkt  zwischen  1270°  und  1120°. 

Nach  der  Spalte  mit  den  Tonerdegehalts-Zahlen  war  der 
äußerste  Gehalt  an  Tonerde  bei  den  Tonen  mit  gleichem 
Schmelzpunkt  sehr  verschieden  und  unregelmäßig,  außer  bei 
den  ersten  Gliedern  —  übrigens  nicht  bei  allen  —  die  eben 
hochfeuerfeste  Tone  darstellen. 

Teilt  man  die  erste  Gruppe  in  Untergruppen  entsprechend 
den  von  50°  zu  50°  abnehmenden  Schmelzpunkten,  so  ergeben 
sich  folgende  Zahlen: 

1)  höchst  feuerfeBt  T>  1800»,  15  Tone  mit  24,0—39,3%  AJa08 

2)  hoch  feuerfest  T<  1800»  >  1760»,  24    „      „   20,0—36,30/0  „ 

3)  mafiig  feuerfest  T<  1750»,  >  1700»,  26    „      „   16,0— 33,6  »/0  „ 

4)  schwach  feuerf.  T<  1700»,  >  1650?,  16    „      „     8,1— 33,2  »/„  „ 
Für  die  mäßig  leicht  schmelzbaren  Tone  lauten  die  Zahlen: 
6)  T<  1570 »,  >  1500»    4  Tone  mit  23,9— 28,65  »/0  A1208 

6)  T<  1470»,  >  1390»,  13     „      „    12,6-28,  4%  „ 

und  für  die  sehr  leicht  schmelzbaren  Tone 

7)  T<  1270»,  >  1120«,   4  Tone  mit  16,6—21,85%  AI„Os 

Wohl  stellt  man  bei  den  4  ersten  Gliedern  dieser  Unter- 
teilung eine  schrittweise  Abnahme  der  Minimal-  und  Maximal- 
gehalte an  Tonerde  fest;  aber  die  äußersten  Zahlen  sind  der- 
art voneinander  entfernt,  daß  die  letzte  Kategorie  noch  auf 
die  erste  übergreift,  und  zwar  um  mehr  als  die  Hälfte  des 
Unterschieds  im  Al208-Gehalt  bei  dieser.  Tone,  die  bereits 
schwach  feuerfest  sind,  finden  sich  unter  denjenigen  mit  hohem 
Ala08-Gehalt  (bis  zu  33°/0  Al203  im  Rohton  entsprechend  etwa 
36  °/0  Al.O;,  im  gebrannten  Ton),  so  daß  die  üblichen  Zahlen  für 
den  Tonerdegehait  der  feuerfesten  Erzeugnisse  nicht  nur  dazu 
führen,  Tone  auszuschließen,  die  feuerfest  wären,  sondern  auch 


')  Ein  Teil  der  Tone  wurde  früher  schon  von  Vogt  und  Lavezard 
in  Sevres  untersucht. 


umgekehrt  nicht  einmal  eine  hohe  Feuerfestigkeit  bestimm 
verbürgen,  was  vielleicht  noch  schlimmer  ist  als  ersteret 
Jedenfalls  zeigen  die  Zahlen,  daß  der  Gehalt  an  Tonerde  bt 
einem  Ton  weit  davon  entfernt  ist.  der  einzige  Faktor  zu  seic 
der  seine  Schmelzbarkeit  bestimmt. 

Es  ist  übrigens  interessant,  die  untersuchten  Tone  in  eine 
zweiten  Tafel  nach  dem  Prozentgehalt  an  Ai2Og  za  gruopierei 
um  so  den  Wechsel  in  der  Schmelzbarkeit  nach  dem  Tonerde 
gehalt  zu  verfolgen.  (Die  Dezimalen  sind  weggelassen,  un 
die  Zahl  22  z.  B.  umfaßt  alle  Tone  mit  22— 22,9  °/0  AI,Oj.  1 
der  Tafel  findet  man  bei  einem  Gehalt  von  20°/0  A'203  noc 
stark  feuerfeste  (T  >  1770°)  Tone  neben  anderen  leicht  scbmel 
baren.  Dafür  findet  man  mit  29°/0  A)20,  noch  deutlic 
schmelzende  Tone,  denn  ein  Ton  mit  28,4  °/0  schmolz  bei  1430 
und  ein  anderer  mit  28,6  °/0  bei  1550°;  gebrannte  Erzeugnis« 
aus  letzteren  wären  demnach  trotz  der  32°/0  Al203  nicht  eil 
mal  schwach  feuerfest. 

In  der  nachstehenden  Tafel  wurde  auch  versucht,  durch  ein 
besondere  Gruppierung  die  fenerfesten  Typen  unter  den  Tone 
mit  verschiedenem  Tonerdegehait  genauer  zu  bezeichnen. 

»/  A180       Aeuß.  Schmelz-  Anzai! 

39 


I.  Gruppe: 

39— 29  o/o  AI208. 
35  Tone,  alle  feuerfest: 

13  (37o/0)  Smp.  1850—1800° 

14  (14»/0)  Smp.  1790—17500 
6,  (14  o/o)  Smp.  1740— 1700  0 
3  (  »%)  Smp.  1690—1650° 


II.  Gruppe: 
28,9— 20  o/0  A1S08. 
53  Tone,  davon  feuerfest: 
2  (  4%)  Smp.  1810—1800« 
11  (21%)  Smp.  1790—1750» 
19  (36%)   Smp.  1740—1700» 
7  (13  o/o)  Smp.  1690—1650° 


III.  Gruppe: 
19,9—8%  AlsOs. 
13  Tone,  davon  feuerfest : 
2  (16  o/o)  Smp.  1710—1700° 
5  (39%)  Smp.  1690—1650° 


38 
37 
36 
35 
34 
33 
32 
31 
30 
2» 
28 
27 
26 
25 
24 
23 
22 
21 
20 
19 
18 
17 
16 
16 
14 
12 
8 


temperatur  in  »  C. 
1840 
1850 
1830 
1790—1830 
1790—1800 
1810—1830 
1670—18/0 
1760-1«  10 
1670—1810 
1700—1790 
1690—1790 
14b0— 1810 
1500—1770 
1470—1770 
1450—1790 
1460—1800 
1300—1790 
1440—1790 
1270—1730 
1120—1770 
1450 
1720 
1650 
1160—1710 

1660 
1460—1690 
1390—1670 
1660 


der  Toi 
1 
1 
1 
3 
2 
4 
7 
2 
6 
3 
6 
7 
7 
9 
6 
4 
8 
7 
3 
3 
1 
1 
1 
4 
1 
2 


Hieraus  ersieht  man,  daß  es  eine  regelmäßige  Abnahu 
der  feuerfesten  Typen  wohl  gibt,  je  nachdem  der  Tonerdegeha 
abnimmt ;  man  sieht  aber  auch,  daß  Tone  mit  einer  genügende 
Feuerfestigkeit  von  vornherein,  vielleicht  ohne  Grand,  ausg> 
schlössen  sind,  wenn  man  hergebrachter  Weise  annimmt,  ds 
ein  üblicher  Gehalt  an  Tonerde  notwendig  ist,  damit  ein  Tc 
feuerfest  sei. 

Daraus  ergibt  sich,  daß  man  ein  anderes  Merkmal  außi 
dem  Tonerdegehait  suchen  muß,  um  a  priori  eine  angenäher 
Beziehung  zwischen  Schmelzpunkt  und  chemischer  Zusammei 
setzung  der  Tone  zu  finden.  Dies  ist  anderwärts  auch  erkani 
und  versucht  worden,  und  es  sei  nur  an  Bischofs  und  Sege; 
Feuerfestigkeitsquotienten  erinnert. 

Die  Verfasser  bemerken,  daß  sie  diese  Frage  nur  erörterte 
weil  vielfach  dem  Tonerdegehait  eine  übertriebene  Wichtigke 
beigemessen  wird,'  was  vielleicht  in  der  Praxis  einen  zweifache 
Nachteil  haben  kann.  Der  erste  ist  der,  daß  zuweilen  von  vor; 
herein  gewisse  Rohstoffe  nur  auf  Grund  einer  chemischen  An. 
lyse  ohne  praktische  Versuche  von  der  Verwendung  ausg 
schlössen  werden,  die  sonst  für  die  gewöhnliche  Qualität  fene 
fester  Erzeugnisse  sich  verwenden  ließen,  was  dazu  führt  fi 
letztere  Rohstoffe  zu  verwenden,  die  besser  für  Produkte,  t 
die  strengere  Anforderungen  gestellt  werden,  reserviert  würde 
Dies  kann  zu  einer  wirklichen  Verschleuderung  von  Rohstoffe 
führen.  Der  andere  Nachteil  besteht  darin,  daß  man  bei  Ai 
nähme  einer  selbst  hohen  Zahl  für  den  Mindestgehalt  an  Toi 
erde  in  der  Tat  keine  absolute  Sicherheit  für  die  Feuerfesti) 
keit  dieser  Produkte  hat,  was  auch  für  die  Klassifikation  di 
feuerfesten  Erzeugnisse  in  Kategorien  nach  dem  Tonerdeg 
halt  gilt.   '_ 

Bück-  und  Ausblick 
zur  industriellen  Wärmewirtschaft. 

(Uebermittelt  von  der  „Warmetechniscben  Beratungsstelle  der  deutsch« 
Glasindustrie"  W.  B.  G.,  Frankfurt  a.  M.) 

(Nachdruck  verboten). 

Vor  dem  Reichskuratorium  für  Wirtschaftlichkeit  in  Indc 
strie  und  Handwerk  hielt  am  10.  Juni  1922  Herr  Direkte 
Dr.  Thiele  vom  „Deutschen  Verband  Technisch-Wissenschai 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL-  COBURG. 


Nr.  39  —  433 


licher  Vereine",  Berlin,  ein  Referat,  das  auf  die  Verhältnisse 
der  Glasindustrie  in  vielen  Teilen  zutrifft.  Wir  geben  nach- 
stehend einen  kurzen  Auszug  des  Vortrages  zur  besten  Beachtung 
wieder : 

Gegenüber  der  früheren  Selbstverständlichkeit,  an  jedem 
Ort  den  Brennstoff  mit  dem  jeweils  günstigsten  Wärmepreise 
zu  verstochen,  sah  sich  die  deutsche  Industrie  schon  während 
des  Krieges  infolge  Kohleknappheit,  zum  Teil  auch  wegen 
Transportschwierigkeiten  gezwungen,  auf  Kohlensorten  zurück- 
zugreifen, auf  welche  die  vorhandenen  Dampf-  und  Gas- 
Erzeugungsanlagen  von  Hause  aus  nicht  zugeschnitten  waren. 
Man  nahm  damals,  und  mit  einem  gewissen  Recht,  diesen 
zunächst  nur  als  lästig  empfundenen  Zustand  lediglich  als  eine 
Kriegsei  scheinung  an,  und  daher  war  auch  die  stellenweise 
geschaffene  Abhilfe  nur  eine  provisorische.  Leider  hat  die 
Folgezeit  zu  der  Erkenntnis  geführt,  daß  die  Industrie  noch 
auf  Jahre  hinaus  auf  eine  Brennstofflieferung  angewiesen  wäre 
die,  verglichen  mit  der  Vorkriegszeit,  nach  der  quantitativen 
wie  qualitativen  Seite  hin  außerordentlich  viel  zu  wünschen 
übrig  lassen  würde.  Diese  bittere  Wahrheit  hat  unsere  Be- 
triebe aus  den  einfachsten  wirtschaftlichen  Erwägungen  heraus 
gezwungen,  sich  endgültig  mit  den  gegebenen  Verhältnissen 
abzufinden  und  sich  ihnen  mit  tunlichster  Beschleunigung 
I  anzupassen. 

Um  die  gleiche  Leistung  zu  erzielen,  mußte  nach  Streckungs- 
mitteln Umschau  gehalten  werden,  da  auf  eine  Belieferung  mit 
der  gewohnten,  sagen  wir  „Einheitskohle"  bis  auf  weiteres 
nicht  mehr  zu  rechnen  war.  Man  richtete  daher  sein  Augen- 
merk auf  die  früher  verpönten  minderwertigen  Brenn- 
stoffe, wie  sie  bei  der  Steinkohlenaufbereitung  anfallen, 
gekennzeichnet  durch  ihren  vermehrten  Asche-  und  Wasser- 
gehalt, weiterhin  auf  die  plötzlich  in  der  allgemeinen  technischen 
Achtung  steigende  Rohbraunkohle  und  schließlich  sogar 
;  auf  den  Torf. 

Es  ist  klar,  daß  eine  Umstellung  auf  derartige,  ihrem  Wesen 
nach  ganz  andere  Brennstoffe  grundlegende  systematische  Ab- 
änderungen der  Feuerungsanlagen  bedingte,  die  nicht  nur 
große  Opfer  an  Geld,  sondern  auch  an  Zeit  erforderten. 
Schlechterdings  mußte  versucht  werden,  die  notwendige  Um- 
stellung ohne  zu  große  Einbuße  an  Produktion  zu  vollziehen. 
Hinzu  kam  noch  das  Problem  der  größeren  Massenbewältigungi 
denn  es  bedingten  die  nunmehr  zur  Verfügung  stehenden  neuen 
Brennstoffe,  bezogen  auf  die  gleiche  Wärmemenge,  deren  Heran- 
schaffung bis  zu  der  fünffachen  früheren  Menge  und,  was  noch 
schwieriger,  deren  Lagerung  und  Hin-  und  Herbeweeung  auf 
dem  Werk  selbst.  ~ 

Dieser  ganze  Fragenkomplex  ist  auch  heute  noch  zu  neu 
"  um  berechtigter  Weise  erwarten  zu  dürfen,  daß  eine  zufrieden- 
stellende Lösung  auf  der  ganzen  Linie  schon  verzeichnet  werden 
könnte;  auch  deshalb  nicht,  weil  unsere  ganze  heutige  Brenn- 
stoff Wirtschaft  noch  immer  mehr  oder  minder  im  Fließen  ist 
Wenn  daher  die  Industrie  einen  Teil  der  ihr  bis  dahin  noch 
unbekannt  gewesenen  Aufgaben  noch  nicht  überall  zu  lösen 
[vermochte,  so  sollte  man  dies  nicht  in  allen  Fällen  als  einen 
Mangel  an  dem  nötigen  guten  Willen  oder  an  Verständnis 
deuten.    Häufig  liegt  es  in  der  Tat  an  anderen  Gründen,  nicht 
Jzuletzt  aber  oft  auch  an  der  reinen  Geldfrage,  welche  die 
t,  Anpassung   an    die  heutige  Brennstoffwirtschaft  abgebremst 
haben.  —  Wer  zu  beobachten  Gelegenheit  gehabt  hat  mit 
fwelcher  Musterkarte  verschiedenartiger  Brennstoffe,  teilweise 
fragwürdigster  Qualität,  heute  noch  viele  Werke  ihr  Leben 
fristen  müssen,  nur  um  dem  obersten  Grundsatz  aller  industriellen 
(|  Wirtschaft  gerecht  zu  werden,  d.  h.  zu  produzieren,  so  gut  oder 
^»o  schlecht  dabei  auch  die  wärmetechnische  Theorie  fahren 
möge,  wird  es  verstehen,  wenn  die  Lust  und  Liebe,  praktische 
K  Wärmewirtschaft  zu  treiben,  selbst  bei  durchaus  einsichtigen 
,j  Werksleitern  vor  der  Notwendigkeit,  unter  allen  Umständen 
v  den  Betrieb  aufrecht  zu  erhalten,  in  den  Hintergrund  treten 
mußte. 

Das  soll  und  darf  die  berufenen  Stellen  nicht  hindern, 
p  immer  wieder  die  Forderung  zu  erheben,  daß  sich  die  Betriebe 
%i  einem  stetig  wachsenden  Umfange  der  neuzeitlichen  Brenn- 
.  Stofflage  anzupassen  haben  durch  Pflege  einer  geregelten  Wärme- 
(1  Wirtschaft.  Es  gilt  heute  nicht  mehr,  kurz  befristete  Schwierig- 
keiten zu  überwinden,  sondern  es  liegen  Verhältnisse  vor,  mit 

denen  wir  leider  auf  lange  Jahre  hinaus  zu  rechnen  haben 

werden. 

Um  die  gleiche  Leistung  wie  früher  zu  erzielen,  erfordern 
die  Feuerungen,  auch  bei  Verwendung  von  normal  geltender 
Steinkohle,   infolge    deren   viel   minderwertiger  gewordenen 
i  Beschaffenheit  mehr  Brennstoff- Auf  wand. 

Das  Augenmerk  der  Industrie    sollte    vermehrt  darauf 
gerichtet  sein,  bei  der  Erstellung  von  Feuerungsanlagen  unab- 
»  hängigen  Sachverständigenrat  hinzuzuziehen  und  nach  Möglich- 
o  keit,  so  wie  es  vor  dem  Kriege  üblich  war,  die  Einhaltung  von 
'^zahlenmäßigen  Garantien  von  den  Lieferfirmen  zu  verlangen. 


Einzelne  Betriebe  haben  den  Weg  beschritten,  das  Feingut 
in  Kleinbrikettieranlagen,  und  zwar  ohne  Vortrocknung  zu  ver- 
arbeiten.   Das  abgesiebte,  mehr  stückige  Material  kann  leicht 
verfeuert  werden.    Solche  Industrien,  namentlich  wenn  sie  hohe 
Verbrennungstemperaturen  ben  ötigen,  können  die  wasserreichen 
Brennstoffe,  wie  Braunkohle  und  Torf,  nur  durch  Vergasung 
und  Niederschlagen  des  im  Gase  enthaltenen  Wasserdampfes 
oder  durch  Vortrocknung,  Vermahlung  und  Verfeuerung  in 
Staubform  nutzbar  machen.    Beide  Wege  erfordern  die  Auf- 
wendung beträchtlicher  Anlagekosten,  sind  aber  doch  in  letzter 
Zeit  beschritten  worden.    Die  Vergasung  von  Braunkohle  ist 
heute,  soweit  es  sich  um  überwiegend  stückiges  Material  handelt, 
als  technisch  gelöst  anzusehen,  wenn  man  von  der  natürlichen 
Begleiterscheinung  absieht,  daß  in  diesem  Fall  der  Durchsatz  der 
Generatoren  bedeutend  geringer  ist,  als  bei  Briketts  oder  Koks. 
Wirtschaftlich  denkende  Werkleiter  laden  sich  nur  ungern  die 
beträchtlichen  Schwierigkeiten,  die  bei  der  Verstochung  von 
minderwertigen  Brennstoffen  letzten  Endes  immer  eintreten,  sowie 
die  großen  Kosten  der  apparaturmäßigen  Neueinrichtung  auf, 
wenn  sie  nicht  einen  genügenden  Anreiz  in  einer  entsprechenden 
Preisspanne    für    das    verwandte    Feuerungsmaterial  finden. 
Schöne  praktische  Erfolge  sind  bereits  erzielt  worden  durch 
ganz  einfache  und  daher  an  sich  wirtschaftliche  Verfahren,  ge- 
wisse Abfallprodukte  der  Steinkohle   in   relativ  hochwertige 
Brennstoffe  umzuwandeln.     Bs  ist  zu  erwarten,  daß  die  Ver- 
wendung selbst  geringwertigster  Brennstoffe  eine  starke  Zu- 
nahme erfahren  und  dadurch  fühlbar  zu?  Entlastung  des  Stein- 
kohlenmarktes beitragen  wird.  In  dieser  Richtung  liegt  offensicht- 
lich ein  bedeutsamer  Zusammenhang  zwischen  Kohlenpreisen 
und  Wärmeausnutzung.    Im   wohlverstandenen  Interesse  der 
Brennstoff   verbrauchenden    Industrie   sollte   jeder  mögliche 
Einfluß  geltend  gemacht  werden,  um  unter  Anpassung  an  die 
Preisentwicklung  auf  dem  Kohlenmarkte  einer  dauernd  stei- 
genden Verwendung  minderwertiger  Brennstoffe  die  Wege  zu 
ebnen. 

Die  technischen  Grundlagen  für  die  Verwertung  von  Ab- 
wärme und  Abfallkraft  waren  zwar  im  wesentlichen  schon  vor 
dem  Kriege  bekannt,  doch  war  die  Zahl  der  Betriebe,  welche 
diese  Erkenntnis  in  die  Praxis  umzusetzen  wußten,  noch  ver- 
hältnismäßig gering.  Die  Krafterzeugungskosten  spielten  da- 
mals längst  keine  so  ausschlaggebende  Rolle  wie  heute.  Seit 
Kriegsende  ist  ein  erfreulicher  Aufschwung  in  der  Nutzbar- 
machung solcher  bisher  vernachlässigter  Energiemengen  zu 
verzeichnen1).  Nach  der  konstruktiven  Seite  hin  ist  auf 
diesem  Gebiet  seither  nicht  überall  Erstklassiges  geleistet 
worden.  Der  plötzlich  einsetzenden  starken  Nachfrage  ist  so- 
wohl von  Lieferfirmen  als  auch  von  technischen  Beratern  mit 
ungenügenden  Erfahrungen  mit  großem  Eifer  begegnet,  aber 
nicht  immer  glücklich  gedient  worden. 

Immer    wieder   ist   zu    betonen,  daß  der  Anfang  aller 
praktischen  Wärmewirtschaft   darin   bestehen  sollte,   die  In- 
dustrie-Anlagen einer  dauernden  wärmetechnischen  Betriebs- 
überwachung zu  unterwerfen.    Mit  Recht  wird  in  diesem  Zu- 
sammenhang von  namhaften  Werksleitern  darauf  hingewiesen, 
daß  es  ein  Widersinn  sei,   in   wärmetechnisch  schlecht  be- 
stellten Betrieben  mit  komplizierten  Messungen,  mit  Projektieren 
aller  möglichen  Verbesserungen  u.  dgl.  zu  beginnen,  anstatt 
zunächst  einmal  alle  Spuren  betrieblicher  Vernachlässigungen 
an  der  wärmeerzeugenden  wie  -verbrauchenden  Apparatur  zu 
beseitigen.    Solche  Betriebe,  namentlich  kleinerer  Ausdehnung, 
gibt  es  heute  leider  noch  sehr  viele.    In  Werksanlagen,  in 
welchen  Zustände  möglich  sind,  wie  sie  u.  a.  auch  in  dem  vor- 
züglichen Bericht2)  des  „Technisch  -  Wirtschaftlichen  Sachver- 
ständigen-Ausschusses  beim  Reichskohlenrate"  vom  Januar  d.  J. 
erwähnt,  werden,  müssen  erst  Ordnung  und  wärmetechnisches 
Verständnis  geweckt  werden,  ehe  man  an  die  größeren  Auf- 
gaben dieser  Art  herangeht.  —  Ausführlich  ist  dieses  Kapitel 
auch  auf  der  Jahresversammlung  der  Hauptstelle  für  Wärme- 
Wirtschaft  (H.  f.  W.)  in  Dresden  1921  behandelt  worden.3)  Es 
wurde  u,  a.  dort  von  Berner  festgestellt,  daß  in  der  Mehrzahl 
der  von  ihm  geprüften  kleineren  und  mittleren  Betriebe,  die 
ohne  größere  BetriebsumstelluDg,  also   lediglich   durch  eine 
sorgsame  Betriebskontrolle  erreichbare  Ersparnis  zwischen  10 
und   15°/0,   bei   Großbetrieben  zwischen  8   und   10°/0  ange- 
nommen werden  könnte.  Nur  1/10  würde  für  die  Aufwendungen 
zur  Durchführung  der  wärmetechnischen  Betriebsüberwachung 
abzurechnen  sein. 

Die  Preisentwicklung  auf  dem  Brennstoffmarkt  sowie  die 
Knappheit  an  Brennstoffen  hat  für  alle,  namentlich  größere 
Betriebe  die  Rückgewinnung  der  brennbaren  Bestandteile  aus 
Herdrückständen  lohnend  gemacht.4)    Bei  allen  gut  geleiteten 

»)  Abhitzekessel  in  Glashütten,  (Verl  d  W.  B.  G.)  1922;  Sprechsaal 
1922,  S  158, 

2)  Sprechsaal  1922,  S.  170. 
8)  Sprechsaal  1921,  S.  ,620. 

*)  Feuerungsrückstände  in  Glashüttten,  (Verl.  der  W.  B.  G.)  1921. 


434  —  Nr.L39 


SPRECHSAAL- COBURG*. 


1928.  (56.  Jahrgang.) 


Betrieben  sollte  das  Bestreben  dahin  gehen,  durch  konstruktive 
und  betriebliche  Maßnahmen  an  den  Feuerstellen  die  Menge 
des  Verbrennlichen  in  der  Asche  von  Hause  aus  möglichst 
herunterzudrücken. 

Die  Kohlenstaubfeuerung  beginnt,  nachdem  eine  Reihe 
namhafter  Firmen  die  Vorbedingungen  für  ihre  aussichtsreiche 
Anwendung  genügend  erforscht  haben,  an  Boden  zu  gewinnen. 

Die  Vermeidung  von  Wärmeverlusten  infolge  Ausstrahlung 
durch  Anwendung  von  Wärmeschutzmitteln  ist  durch  wissen- 
schaftliche Durcharbeitung  dieses  Sondergebietes  bedeutend 
gefördert  worden. 

Die  H.  f.  W.  hat  es  unternommen,  zusammenfassende  Ar- 
beiten auszuführen,  um  eine  Uebersicht  über  die  speziellen 
wärmetechnischen  Verhältnisse  vorhandener  Industriezweige  zu 


gewinnen  und  Anregungen  für  Verbesserungsmöglichkeiten  zu 
geben. 

Der  Bericht  schließt  mit  dem  Hinweis,  daß  die  Warme- 
wirtschaft  tatsächlich  marschiert.  Es  ist  eine  sehr  mühsame 
Aufgabe,  das  Verständnis  für  die  schwebenden  Probleme  in 
allen  beteiligten  Kreisen  so  zu  fördern,  wie  es  nach  der 
heutigen  Brennstofflage  den  volkswirtschaftlichen  Notwendig- 
keiten entspricht.  Mit  der  H.  f.  W.  sind  aber  zum  Glück  jetzt 
schon  viele  fachliche  Wärmestellen  am  Werk,  um  wärme- 
wirtschaftliche Erkenntnis  in  stetig  zunehmendem  Maße  in  die 
Tat  umzusetzen.  Zu  guter  Letzt  werden  sich  die  schwer  beweg- 
lichsten Brennstoffverbraucher  überzeugen  müssen,  daß  Kohlen- 
sparen nicht  nur  in  wohlverstandenem  eigenen  Interesse, 
sondern  Pflicht  der  Allgemeinheit  gegenüber  und  Gebot  der 
Stunde  ist. 


Wirtschaftlich-gewerblicher  Teil. 


Korrespondenzen. 

Das  25  jährige  Arbeitsjubiläum  bei  der  Firma  Max  Roesler,  Fein- 
steingutfabrik, A.-G.,  Bodach,  begingen  anch  in  diesem  Jahre  eine i  Reibe 
von  Werksangehörigen.  Bs  sind  dies :  Modelleur  Reinhard  Ritter,  Former 
Max  Bär,  Schleifer  Carl  Hoffmann,  Fabrikarbeiter  Friedrich  Lersch,  Packer 
Carl  Morgenrotb,  Biennbansarbeiter  Johann  Popp  aua  Rudelsdorf,  Lager- 
arbeiter Eugen  Völker  und  Fiechterin  Emma  Wedel.  Den  Jubilaren 
wurde  in  Anerkennung  der  treuen  Dienste  seitens  der  Direktion  ein  Ge- 
denkblatt und  die  silberne  Denkmünze  des  Bayerischen  Industriellen- Ver- 
bandes und  von  der  Firma  ein  Gedenkteller  mit  einem  Geldgeschenk 
überreicht. 

Totenschau.  Am  16.  9.  £2  verschied  nach  längerem,  schwerem 
Leiden  im  67.  Lebensjahr  Josef  Gttn  zel ,  Inhaber  der  Schmelzfarbenfabrik 
Jos.  F.  Gttnzel,  Haida. 

Fachschulen,  Unterricht,  Forschung. 

Handels-Hochschule  Berlin.  Das  Vorlesungsverzeichnis  für  das 
Wintersemester  1922/23  ist  soeben  erschienen  und  beim  Sekretariat  der 
Handels- Hochschule,  Berlin  C  2,  Spaudauer  Straße  1,  zum  Preise  von 
Ji  10  erhältlich.   

Gesetzgebung,  Steuern. 

Neue  Ausführungsbestimmungen  zum  Luxussteuergesetz.  Der 
Reichrat  hat  in  seiner  letzten  Sitzung  neue  Ausfnhrungsbestimmungen 
zum  Umsatzsteuergesetz,  insbesondere  zur  Luxussteuer,  angenommen. 
Danach  sollen  eine  ganze  Reihe  weiterer  Einschränkungen  und  Befreiungen 
von  der  Lnxussteuer  hinzukommen.  So  sind  die  Verfeinerungsarbeiten 
jetzt  nicht  mehr  maßgebend  für  die  Luxussteuerpflicht,  die  eigentlichen 
Gebrauchsgegenstände  sind  fast  durchweg  freigelassen  und  u.  a.  bei 
keramischen  Waren  nur  die  Schmuckgegenstände  der  Lnxussteuer  unter- 
worfen. 

Entscheidung  des  Reichsfinanzhofs.  Zum  Begriff  der  Tage- 
und  Reisegelder  der  Auf sicbtsratsmitglieder  im  Sinne  des 
Reichsstempelgesetzes.  Das  Gesetz  unterscheidet  in  Tarifnummer  9 
Abs  3  ausdrücklich  zwischen  Tagegeldern  und  Reisegeldern.  Schon  diese 
Unterscheidung  ergibt,  daß  unter  letzteren  nichtB  anderes  als  die  Auf- 
wendungen für  die  Beförderung  nach  nnd  von  dem  Orte  der  Bestimmung 
verstanden  werden  können.  Alles,  waB  nicht  unter  diese  Beförderungs- 
kosten fällt,  insbesondere  die  Bestreitung  der  Kosten  fttr  Verpflegung  und 
Unterkunft,  muß  daher  unter  der  Bezeichnung  Tagegelder  begriffen  werden. 
Daraus,  daß  die  Befreiung  der  Tagegelder  an  einen  niedrig  gehaltenen 
PauBchalsatz  geknöpft  ist,  folgt  ohne  weiteres,  daß  fttr  die  Reisegelder,  die 
fttr  steuerpflichtig  eiklärt  sind,  wenn  Bie  den  Betrag  der  baren  Auslagen 
übersteigen,  im  Gegen«atze  zam  Pauschale  der  Nachweis  dieser  Auslagen 
hat  gefordert  werden  sollen.  Man  hat  einen  Mißbrauch  der  Befreiunga- 
vorschrift  bei  den  Beförderungskosten  durch  den  leicht  zu  kontrollierenden 
Nachweis  der  erwachsenen  Kosten,  bei  den  Kosten  der  Verpflegung  und 
des  Unterhalts  durch  die  niedrige  Bemessung  des  Pauschalbetrages  aus- 
schließen wollen.  Die  AuslegnngsgrundBätze  des  Bundesrats  unter  VI,  4,  6, 
die  allerdings  keine  gesetzliche  Kraft  haben,  haben  hiernach  in  der  Jtfe- 
BriffibeBtimmnng  dessen,  was  als  Tagegeld  und  was  als  Reisegeld  anzusehen 
ist  durchaus  das  Richtige  getroffen.  Wenn  infolge  der  Geldentwertung 
die  Befreiung  der  Tagegelder  in  Beschränkung  auf  einen  Betrag  von 
Ji  60  fttr  heutige  Verbältnisse  zu  eng  erscheint,  so  ist  dies  ein  Mangel 
des  Gesetzes,  der  nur  auf  dem  Wege  der  Gesetzesänderung  beseitigt  werden 
kann  wie  dies  inzwischen  auch  durch  das  neue  Kapitalverkehrssteuerge- 
setz  4?  64  Abs.  2  geschehen  ist.  Den  AuBlegungsgrnndsätzen  des  Bundes- 
rats iat  auch  darin  recht  zu  geben,  daß  sie  die  Befreiung  von  Tagegeldern 
und  Reisegeldern,  selbBt  in  dem  im  Gesetz  anerkannten  beschränkten  Um- 
fang, nur  auf  Aufwandsvergtttungen  fttr  den  Fall  der  Abwesenheit  des 
AufaichtsratBmitglieds  von  Beinern  Wohnort  beziehen.  (U.  v.  11.  7.  22 
IIA  161/22)   

Handel  und  Verkehr. 

Die  Gründung  einer  deutschen  Handelskammer  in  Mexiko 
wird  von  dem  Wirtschaftsausschuß  der  DeutBch-Mexikaniachen  Gesell- 
schaftNttmberg,  in  ernstliche  Erwägung  gezogen.  Interessenten  wollen 
eich  mit  besagtem  Wirtschaftsausschuß  (Dr.  Karl  Mttller,  Nürnberg, 
Frommannstraße  19)  in  Verbindung  Betzen. 


n 


n 


Ein-  und  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  Feinkeramik.    Geb   Regiert  ngsrat  Nehring  hat  mit 
Wirkung  vom  1.  9.  sein  Amt  als  stellvertretender  Reichsbevollmächtigter 
der  A.  H.  N.  Feinkeramik  niedergelegt.    Mit  der  Weiterfttbrung  seine 
Geschäfte  ist  bis  zur  Wahl  eines  neuen  stellvertretenden  Reichsbevoll- 
mächtigten  Herr  Dr.  Scherman  betraut  worden. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Die  AuBf uhrmindestpreise  fttr  Korund  und 
Schmirgel  haben  ab  15.  9.  Abänderungen  erfahren.  —  Die  neuen  Ausfuhr- 
mindestpreise fttr  Ton  treten  am  25.  9.  in  Kraft 

A.  H.  N.  Glas.  Fttr  Kristallschleifglas  ist  mit  sofortiger  Wirkung 
der  bisherige  Aufachlag  für  Italien  von  26«/0  auf  33V3  °/o  erhöht  worden. 
—  Mit  Wirkung  vom  28.8  22  ist  eine  neue  Tabelle  für  Inhaber 
von  Ladengeschäften  bei  Verkäufen  an  Ausländer  festgesetzt.  Die  Tabelle 
ist  bei  der  A.  H.  N.  Glas  erhältlich.  Alle  früheren  Tabellen  Bind  damit 
ungültig  geworden.  —  Der  Aufschlag  auf  die  Inlandspreise  der  Hohl- 
glasindustrie ist  von  750.  auf  1500  o/0  erhöht  worden.  Die  Inlandspreise 
stellen  nach  wie  vor  die  Autfnhrmindestpreise  für  valutaschwache  Linder 
dar  —  Ferner  sind  die  Kiatenmindestpr eise  auf  M  400  ]e  qm 
Kißtenteile  für  Lattenkisten  und  auf  500  je  qm  für  Vollkisten  erhöht 
worden. 

Freibleibender  Preis  bei  der  Ausfuhr.  Hierzu  schreibt  die  Handels- 
kammer München  folgendes:  Die  unsichere  Lage  unserer  wirtschaftlichen 
Verhältnisse  hat  es  mit  sich  gebracht,  daß  die  deutsche  Industrie  ihre 
Erzeugnisse  beim  Export  nach  Uebersee  immer  häufiger  mit  der  Klausel 
„Preis  freibleibend"  anbietet  Dies  hat  aber  nach  einem  Bericht  der 
deutschen  Gesandtschaft  in  Havanna  zur  Folge,  daß  dort  immer  mehr 
Bestellungen  an  außerdeutache  Firmen  gegeben  werden,  die  sonst  deutschen 
Firmen  zufallen  würden,  lediglich  weil  der  Rehmer  die  Grundlage 
eines  festbestimmten  Lieferungapreisea  für  unentbehrlich  hält  Die  Gefahr, 
daß  auf  diese  Weise  große  Teile  des  auswärtigen  Marktes  den  deutschen 
Erzeugnissen  verloren  gehen,  darf  nicht  unterschätzt  werden.  Iu  einer 
Zeit,  in  der  die  deutsche  Kaufkraft  im  Inland  immer  mehr  zurückgeht 
und  daher  die  Ausfuhr  für  die  Aufrechterhaltung  vieler  Betriebe  eine 
Lebensfrage  wird,  müßte  jeder  Kaufmann  darauf -Beben,  feste  Preise  zu 
stellen,  die  auch  dem  Abnehmer  eine  genaue  Kalkulation  ermöglichen, 
und  abgeschlossene  Verträge  auch  unbedingt  zu  halten.  Bai  den  starke» 
Schwankungen  der  Mark  muß  daher  auf  alle  Fälle  die  Faktonerung  la 
fremder  Währung  vorgezogen  werden  und  ea  ist  auch  anzunehmen,  da« 
jene  aualändiachen  Abnehmer,  welche  früher  in  Mark  zu  zahlen  wünschten, 
nunmehr  ebenfalls  sich  auf  R9chnungastellung  in  fremder  Valuta  einlassen 
werden. 

Freiliste  luxemburgischer  Erzeugnisse.  Um  zu  vermeiden,  daß 
mangels  rechtzeitiger  Bekanntgabe  der  neuen  Liste  die  Einfuhr  aus  Luxem 
bürg  gestört  wird,  hat  der  Reichsbommissar  bestimmt,  daß  die  am  16  9.22 
ablaufende  Kontingentaliste  vom  16.  9.  22  ab  bia  zum  Emgang  der  neuen 
amtlichen  Liete  tla  Kontingentsliste  fttr  das  3.  KontiDgent^ahi :  zu 
betrachten  iat.  Die  fttr  das  3.  Kontingents] ahr  auf  die  bisherige  Kon- 
tingentaliste  angerechneten  Bewilligungen  Bind  nachträglich  auf  die  neue 
Liste  zu  verrechnen. 

Das  Goldzollaufgeld  beträgt  fttr  die  Woche  vom  27.  9.-3. 10.  2S 
34  400  »lo. 

Das  Aus-  und  Einfuhramt,  Bad  Ems,  hat  ein  neues  Merkblat 
(Nr.  13)  herausgegeben,  das  nunmehr  allein  Gültigkeit  hat. 

Italien.  Das  Zollaufgeld  ist  für  die  zweite  Septemberhälfte  an 
345  °/0  (332)  festgesetzt  worden. 

Litauen.  Zum  neuen  Einfuhrzolltarif,  über  dessen  Iukrafttrete 
wir  in  Nr  38.  S.  428,  berichtet  haben,  ist  in  teilweiser  Ergänzung  noot 
folgendes  nachzutragen:  Fttr  die  nach  Litauen  eingeführten  Waren  wirc 
ein  dem  tatsächlichen  Warenwerte  berechneter  Zoll  in  folgender  Weis, 
erhoben.  Zollfrei  Bind:  Ziegel,  Fensterglas,  Zement,  Kalk  Mit  5 o/,  de 
tatsächlichen  Wertes  werden  verzollt:  Mühlsteine,  Schleifsteine  Wetz 
Steine,  Lehm,  Gips,  Kreide,  Graphit.  Mit  15  «/«,:  Tisch-  und  Wanduhren 
Mi  20  o/o  :  Gegena  ände  aus  Lehm,  Gips,  Zement,  die  für  Verachönerungs 
zwecke  bestimmt  sind,  Erzeugnisse,  aus.  Glas, 

fttr  unsere  Industrien  keine  Erzeugnisse  in  Frage.  Mit  50»/0:  Spielzeug 
AUe  vorstehend  nicht  aufgeführten,  für  uns  in  Betracht  kommenden JJ 
Zeugnisse  unterliegen  einem  Hingangszoll  von  10  Vo  ihres  Werte 
(Porzellan,  Tonwaren  usw.). 

Tschechoslowakien.  Bevorstehende  ZollermaBIgungen.  Ui 
der  Wirtschafts-  und  beaondera  der  Absatzkriais  zu ■  ateuarn,  wird  ii 
Handelaminiaterinm  gegenwärtig  ar i  einer  Rmsion  der  Zölle  gearbeite 
Die  Zollermftßigung  wird  in  eiBter  Linie  jene  Waren  betreffen,  bei  den« 


1922  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  39  —  435 


'  durch  eine  Herabsetzung  der  Preise  auf  den  inländischen  Märkten  Welt 
:  marktpreise  erzielt  werden  konnten,  wodurch  die  Konkurrenzfähigkeit  der 

Industrie  gehoben  und  die  Arbeitslosigkeit  mit  Erfolg  bekämpft  werden 

könnte. 

Vereinigte  Staaten.  Inkrafttreten  des  neuen  Zolltarifs.  Wie 

'  der  Deutsch- Amerikanische  Wirtschaftsverband  mitteilt,  ist  nach  einem 
New  Yorker  Eadiotelegramm  das  neue  Zolltarifgesetz  vom  Präsidenten 
Harding  unterschrieben  worden,  so  daß  es  in  der  Nacht  vom  20.  zum 

1 21.  9.  22  in  Kraft  getreten  ist.  Alle  nach  diesem  Zeitpunkt  ans  dem 
Zollhaus  entnommenen  Waren  unterliegen  nunmehr  den  neuen  Zöllen. 

Der  Deutsch-Amerikanische  Wirtschaftsverband,  Berlin,  wird  dem- 
nächst eine  deutsche  Uebersetzung  des  neuen  Taiifs  herausgeben,  die 
nicht  nur  die  einzelnen  Tarifpositionen,  sondern  auch  die  neuen  administra- 

'  tiven  Torschriften  enthalten  wird.  Bestellungen  sind  an  die  Geschäfts- 
stelle (Berlin  NW  7,  Neue  Wilhelmstraße  12/14)  zu  richten. 


Die  Lage  in  Industrie  und  Handel. 

Die  Lage  der  feinkeramischen  Industrie  Im  Monat  August  1922. 
[Die  Werke  waren  allgemein  gut  beschäftigt,  da  noch  genügend  alte  Auf- 
I  träge  vorlagen.   Es  macht  Bich  aber  ein  starker  Rückgang  der  Nachfrage 
sowohl  aus  dem  In-  als  auch  dem  Ausland  bemerkbar.   Die  Versorgung 
[mit  inländischen  Kohlen  ist  nach  wie  vor  ungenügend.  An  Steinkohle 
wurden  durchschnittlich  45°/?,  an  Braunkohle  und  Briketts  etwa  66% 
des  Bedarfes  geliefert.   Dabei  sind  die  dem  Verteilungsschlüssel  unter* 
(liegenden  böhmischen  Kohlen  bereits  eingeschlossen.    Die  dem  Bedarf 
entsprechende  übrige  Kohle  muß  also  aus  dem  Auslände  zu  Weltmarkt- 
preisen bezogen  werden.  Dabei  ist  noch  besonders  zu  berücksichtigen,  daß  die 
[Werke  in  erster  Linie  auf  böhmische  Kohle  angewiesen  sind  und  der 
Kurs  der  tschechischen  Krone  ganz  besonders  gestiegen  ist  (verhältnis- 
mäßig höher  als  der  des  Dollars).   Ihre  Rohstoffe  muß  die  keramische 
Industrie  ebenfalls  zum  überwiegenden  Teil  aus  dem  Auslande,  besonders 
raus  Böhmen,  beziehen  und  ist  gezwungen,  Weltmarktpreise  dafür  zu 
Rahlen.  Dazu  kommt,  daß  die  keramische  Industrie  jetzt  mit  der  um  60  % 
erhöhten  Ausfuhrabgabe  belastet  ist,  die  nicht  mehr  auf  den  Auslands- 
markt abzuwälzen  ist,  sondern  letzten  Endes  vom  Inlandsverbraucher  zu 
tragen  Bein  wird.  Die  Preise  auf  dem  Inlandsmarkt  wurden  bisher  niedrig 
gehalten  und  deckten  nicht  einmal  den  Herstellungswert  der  Ware ;  dies 
wird  sich  auf  die  Dauer  nicht  mehr  durchführen  lassen.  Die  keramische 
Industrie  hat  ihre  Vorkriegsbedeutung  noch  nicht  wieder  erreichen  können. 
Unsere  heutige  Gesamtproduktion  beträgt  70%  der  Vorkriegsproduktion. 
Vor  dem  Kriege  wurden  etwa  65%  exportiert,  heute  nur  noch  30%. 
Die  englische,  französische,  tschechoslowakische  und  amerikanische  Por- 
zellanindustrie macht  den  deutschen  Erzeugnissen  auf  dem  Weltmarkte 
eine  scharfe  Konkurrenz.    Zahlreiche  Länder  schützen  sich  gegen  die 
Einfuhr  deutscher  keramischer  Erzeugnisse  durch  hohe  Einfuhrzölle  So 
ist  die  Lage  der  deutschen  keramischen  Industrie  zur  Zeit  nicht  als 
günstig  anzusehen. 

Die  Lage  der  Keram.  und  Glasindustrie  im  Monat  August. 
In  der  Porzellanindustrie  herrschte  im  Berichtsmonat  fast  durchweg 
reges  Leben.  Die  Aufträge  reichen  vorläufig  noch  für  die  nächsten 
Monate  aus.  Die  Notwendigkeit,  Auslandsbrenn-  und  Rohstoffe  heranzu- 
ziehen, hat  aber  bedeutende  Erschwerungen  für  viele  Betriebe  zur  Folge ; 
mit  Bücksicht  auf  deren  hohen  Preis  verzichtet  manche  Fabrik  auf  den 
Bezug  derselben.  Da  aber  kein  genügender  Inlandsausgleich  da  ist,  wird 
die  notwendige  Folge  auch  hier  mit  der  Zeit  eine  Verringerung  der  Er- 
zeugung lein  müssen.  Nach  dem  Bericht  der  Handelskammer  Bayreuth 
bewegt  sich  der  Absatz  scheinbar  bereits  auf  absteigender  Linie.  Das 
Inland  werde  für  die  teueren  Porzellansachen  täglich  weniger  kauffähig, 
das  Ausland  aber  bleibe  mit  seinen  Bestellungen  ebenfalls  schon  seit  ge- 
raumer Zeit  hinter  den  gehegten  Erwartungen  zurück.  Aehnliche  Meldungen 
Hegen  auch  von  anderer  Seite  vor.  Auf  dem  Arbeitemarkt  ist  die  Lage 
noch  recht  günstig,  doch  soll  in  der  Provinz  Sachsen  die  Nachfrage  nach 
Arbeitskräften  jetzt  schon  mäßig  sein.  —  Dia  Fabriken  für  Luxuspor- 
zellan und  Gebrauchsgeschirr  haben  anscheinend  noch  lohnende 
,  Aufträge,  dagegen  fließen  die  neuen  Aufträge  spärlicher,  worunter  die 
i  Aussichten  leiden.  Für  elektrotechnisches  Porzellan  herrscht  schein- 
bar in  den  Betrieben  der  sächsischen  Lausitz  noch  lebhafte  Nachfrage, 
ebenso  in  Sachsen-Meiningen.  Geringes  Interesse  dagegen  besteht  nach 
wie  vor  im  Coburger  Bezirk,  ebenso  neuerdings  in  der  elektrotechnischen 
Porzellanindustrie  im  Riesen gebirge.  —  Die  Feinsteingutindustrie 
arbeitet  ebenso  wie  die  grobkeramische  Industrie  im  allgemeinen 
noch  gut,  der  Auftragsbestand  wäre  reichlich  zu  nennen,  wenn  nicht  die 
unerträgliche  Kohlennot  bestände.  Die  Versorgung  mit  Rohstoffen  ist 
(gleichfalls  andauernd  unzureichend,  eine  Folge  wieder  der  Kohlennot  bei 
den  Rohstofflieferanten.  Die  Verteuerung  aller  Betriebsmittel  und  Roh- 
stoffe, das  Ansteigen  der  Löhne  usw.  bedingen  eine  fortwährende  Herauf- 
setzung der  Preise.  Das  Auslandsgeschäft  scheint  noch  gut  zu  gehen. 
—  In  der  Glasindustrie  wiesen  die  Betriebe  aller  Art  bei  lebhafter  und 
ateigender  Nachfrage  nach  wie  vor  flotten  Geschäftsgang  auf.  Die  An- 
forderung tüchtiger  Arbeitskräfte  hielt  an,  ohne  daß  diese  überall  in  der 
gewünschten  Anzahl  gestellt  werden  konnten.  Die  vom  Inland  zuge- 
,  wiesenen  Kohlen  genügen  in  den  seltensten  Fällen  zu  einer  stetigen  Er- 
i  zeugung.  Die  Herbeiziehung  englischer  oder  böhmischer  Kohle  verteuert 
die  Produktion  so  sehr,  daß  in  vielen  Fällen  hiervon  Abstand  genommen 
Iwerden  muß,  so  daß  Stockungen  des  Betriebes  und  Einschränkung  der 
Erzeugung  die  Folge  sind.  Ein  Hindernis  für  den  raschen  Absatz  bleibt 
.  vielfach  auch  die  ungenügende  Gestellung  von  Eisenbahnwagen.  —  Der 
^Beschäftigungsgrad  der  H  o  h  1  g  1  a  s  industrie  ist  noch  recht  gut,  auch  in 
len  Fabriken,  die  Beleuchtungsglas,  chemisches,  pharmazeutisches  und 
medizinisches  Glas  herstellen.  Doch  ist  auch  hier  ein  Rückgang  der 
Auftragserteilung  verschiedentlich  festzustellen.  Die  Flaschenfabriken 
<  'arbeiten  noch  gut  und  haben  auch  günstige  Aussichten,  wie  ein  Verbands- 
bericht meldet.  Die  Betriebe  tind  aber  durch  den  starken  Brennstoff- 
ond  teilweisen  Wagenmangel  im  Wesergebiet  ebenso  wie  durch  Mangel 
u  Soda  und  Sulfat  im  allgemeinen  aufgehalten.  —  Die  bei  den  Kristall' 


glasfabriken  vorliegenden  Aufträge  reichen  zum  Teil  noch  für  die  nächsten 
Monate  aus.  Die  Aufnahmefähigkeit  des  Inlandes  war  bisher  zufrieden- 
stellend. —  Die  Taf e  1  g  1  a s industrie  hat  weiterhin  recht  gut  zu  tun; 
die  vorliegenden  Aufträge  sichern  für  die  nächste  Zeit  einen  ungestörten 
Geschäftsgang.  —  Während  die  Erzeugung  der  Spiegel-  und  Spiegel- 
glasfabriken  nach  dem  Bericht  der  Handelskammer  Regensburg  dem 
gesteigerten  Inlandsbedarf  nicht  entspricht,  läßt,  wie  die  Handelekammer 
Bayreuth  ausspricht,  der  verringerte  Absatz  bereits  einen  deutlichen 
Rückgang  der  Kaufkraft  im  Inland  erkennen;  die  teure  böhmische  Kohle 
treibt  die  Preise  ungemein  in  die  Höhe.  Aus  dem  Rheinland  wird  über 
eine  glänzende  Geschäftslage  berichtet,  ebenso  auch  aus  Schlesien,  jedoch 
haben  dort  wie  auch  in  der  Lausitz  die  Aufträge  erheblich  nachgelassen. 
Das  Auslandsgeschäft  soll  Bich  nach  dem  Regensburger  Bericht  nur 
schleppend  vollziehen. 

Belgien.  Die  Lage  in  der  Glasindustrie.  Wie  verlautet,  sind 
der  belgischen  Fensterglasindustrie  im  Monat  Juni  bei  einer  Produktion 
von  22  Millionen  Quadratfui  Aufträge  für  insgesamt  26  Millionen  Qaadrat- 
faß  zugegangen.  Die  Läger  müssen  sich  demnach  nicht  unerheblich  ver- 
ringert haben.  Infolge  Inbetriebnahme  einiger  weiterer  Schmelzöfen 
rechnet  man  für  die  Zukunft  mit  einer  monatlichen  Produktion  von  rund 
30  Millionen  Quadratfuß,  wodurch  dann  die  Nachfrage  wieder  über- 
schritten sein  würde.  —  Aus  Amerika  kommen  fortlaufend  große  Aufträge 
auf  geschliffene  Glasscheiben  für  Automobile. 

Gesohäftllohe  Mitteilungen. 

Porzellanmetall,  Porzellan-  und  Metallwarenfabriken,  A.-G., 
Nürnberg.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  für  die  Zeit  vom 
10.10.  21—30.6.  22:  Reingewinn  M  411440;  Dividende  7Vi°A>;  Ab- 
schreibungen M  916  064.  —  Das  erste  Geschäftsjahr  ist  hauptsächlich 
dem  Ausbau  der  Porzellanfabrik  in  Oberklingensporn  gewidmet  worden. 
Das  bis  jetzt  erzeugte  Porzellan  sowohl  in  Geschirr  als  auch  in  Elektro- 
technik entspricht  allen  Erwartungen.  Um  von  Lieferfirmen  noch  mehr 
unabhängig  zu  sein,  wurde  letzthin  die  Elektro  Fayencefabrik  in  Mitter- 
teich erworben.  Mit  Rücksicht  hierauf  und  zur  Stärkung  der  Betriebs- 
mittel wurde  die  Kapitalserhöhung  um  JL  5,5  Mill.  auf  M  10  Mill.  be- 
schlossen. Sämtliche  neue  Aktien  werden  von  einem  Konsortium  über- 
nommen und  zwar  Jt  1,9  Mill.  zu  152%  mit  der  Verpflichtung,  diese 
den  bisherigen  Aktionären  im  Verhältnis  3 : 1  zum  gleichen  Kurse  anzu- 
bieten. Von  den  restlichen  Aktien  werden  Jt  1,2  Mill.  zum  vorerwähnten 
Fabrikerwerb  verwendet,  während  die  übrigen  j(,  2,4  Mill.  zu  230% 
übernommen  werden  und  nach  Weisung  des  Aufsichtsrates  Verwendung 
finden  sollen.  In  den  Aufsichtsrat  wurde  Fabrikbesitzer  N.  Bauer  neu 
gewählt. 

Steingutfabrik  Colditz,  A.-G.,  Colditz.  Die  a.  o.  G.-V.  ge- 
nehmigte die  Kapitalsverdoppelung  um  Jt  4  Mill.  auf  M  8  Mill.  Die 
M  3,84  Mill.  Stammaktien  werden  der  Commerz-  und  Privatbank, 
Filiale  Leipzig,  zu  225  %  überlassen,  mit  der  Maßgabe,  sie  den  alten 
Aktionären  zu  250%  im  Verhältnis  1:1  anzubieten.  Die  M  0,16  Mill. 
Vorzugsaktien  werden  zu  225%  im  Verhältnis  2:1  ausgegeben.  Ferner 
wird  den  bisherigen  Vorzugsaktionären  noch  auf  je  2  Vorzugsaktien  eine 
neue  Stammaktie  zum  Bezüge  überlassen.  Sämtliche  neuen  Aktien  sind 
für  das  laufende  Geschäftsjahr  zur  Hälfte  dividendenberechtigt. 

Terrakottawerk,  G.  m.  b.  H.,  Speicher  (Bez.  Trier).  Der  Betrieb 
ist  auf  die  Firma  Rheinische  Tonwarenfabrik  W.  Kuhmiehel  &  Co.  käuf- 
lich übergegangen, 

Altenbnrger  Glashütte,  A.-G.,  Alten  bürg,  S.-A.  Auszug  aus  dem 
genehmigten  Abschluß  vom  30.  6.  22:  Reingewinn  Jt  707201 ;  Verwendung 
nicht  veröffentlicht;  Abschreibungen  Jt  725  543. 

General  -  Versammlungen. 

Deutsche  Glas-  und  Spiegelfabriken,  A.-G.,  Fürth  i.  Bay.:  o.  G.-V. 
14. 10.  22,  11  Uhr  v.,  Geschäftsräume,  Fürth. 

Vereinigte  bayerische  Spiegel-  und  Tafelglaswerke,  vorm.  Sehrenk 
&  Co.,  A.-G.,  Neustadt  a.  d.  W.-N. :  o.  G.-V.  16. 10.  22,  10  Uhr  v.. 
Geschäftslokal,  Neustadt  W.-N. 

Ostdeutsche  Stanz-  und  Emaillierwerke,  A.-G.,  Cüstrin:  o.  G-V 
10. 10  22,  11  Uhr  v.,  Viktoria  Hotel,  Cüstrin. 

Gebr.  Schultheiß'sehe  Emaillierwerke,  A.-G.,  St.  Georgen:  o.  G.-V. 
9. 10.  22,  4  Uhr  n.,  Gasthof  zum  Hirsch,  St.  Georgen. 

Eisenwerk  Wertheim,  A.-G.,  vorm  Wilh.  Kreß,  Wertheim  a.  M.: 
a.  o.  G.-V.  9. 10.  22,  11  Uhr  v.,  Hotel  zum  Kronprinz,  Würzburg.  T.-O.: 
u.  a.  Kreditbeschaffung. 

Verbände. 

Der  Verein  deutscher  Spiegelglasfabriken,  G.  m.  b.  H.,  Cöln, 
erhöhte  mit  Wirkung  ab  14.  9.  22  die  Preise  in  Spiegelglas  aller  Kategorien 
um  20%. 

Preiserhöhung  für  Glühlampen.  Die  Glühlampenfabriken  haben 
mit  Wirkung  vom  21.  9. 22  eine  Erhöhung  des  bisherigen  Teuerungs- 
zuschlagB  vou  100  %  auf  300  %  beschlossen. 

Bleuen  und  Ausstellungen. 

Die  Frankfurter  Messestadt.  Die  Kartenskizze,  die  wir  hier  ver- 
öffentlichen, unterrichtet  anschaulich  über  das  außerordentlich  starke  Wachs- 
tum der  Frankfurter  Internationalen  Messen,  deren  nächste  vom  8.  bis 
14. 10.  abgehalten  wird.  Bekanntlich  sind  die  gesamten  Messe-Austellungs- 
Anlagen  in  einer  besonderen  „Messestadt"  (einem  eigenen  Bezirk)  zu- 
sammengefaßt, die  in  wenigen  Minuten  vom  Hauptbahnhof  zu  erreichen 
und  auch  sonst  sehr  günstig  gelegen  ist.  Das  vorbildlich  ausgebildete 
System  der  Gruppierung  der  Aussteller  nach  Warenbranchen,  die  auf  die 
gleichen  Einkäuferkreise  rechnen,  wird  dnrch  den  technisch-organisatorischen 
Aufbau  der  Meßhallen  und  -häuser  planmäßig  gefördert  und  getragen.  In 
großen  Zügen  ergibt  sich  das  folgende  Bild: 


436  —  Nr.  39 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


Die  Erzeugnisse  unserer  Industrien  Bind  wie  folgt  untergebracht: 
Hbub-  und  Küchengeräte,  Glas,  Porzellan,  Steingut,  Metallwaren,  elektrl 
Schwachstromertikel:  Haue  wirtschaftliche  Halle  I  und  II  (13  und  14); 
Stielwaren:  Nordhalle  (11);  Maschinenbau,  Elektrotechnik,  Beleuchtung, 
Heizeng,  sanitäre  Anlagen:  Haus  der  Technik  (16).  Die  projektierten 
Erweiterungen  sind  gestrichelt. 

Eine  besondere  Stellung  im  Rahmen  der  Frankfurter  Messestadt 
nimmt  das  „Haus  Werhbnnd"  (8)  ein,  in  dem  kunstgewerbliche  Werk- 
stätten und  Firmen  untergebracht  Bind,  die  durch  eine  vom  Deutschen 
Werkbund  eingesetzte  „Werkbun dkommiBSion  beim  Meßamt"  zugelassen 
sind  Kunstgewerbliche  Erzeugnisse  rindet  man  auch  in  der  Westhalle  D 
(10),'  in  der  die  Wiener  Werkstätte  ausstellt.  (Außerdem  in  der  Ost- 
halle B).   

Soziale  Bewegung. 

Mit  dem  Gesetzentwurf  über  die  Arbeltszeit  der  gewerblichen 
Arbeiter  beschäftigte  sich  der  Fozialpolilische  Ausschuß  des  Reichswirt- 
sebaftsrates.  Der  Entwurf  legt  im  engen  Anschluß  an  die  im  November 
1919  in  Washington  gefaßten  Beschlüsse  der  Internationalen  Arbeitsorga- 
nisation beim  Völkerbunde,  der  Deutschland  als  Mitglied  angehört,  den 
8-Stundentag  gesetzlich  fest.  Der  erste  Abschnitt  bestimmt  den  Geltungs- 
bereich des  Gesetzes.  Za  den  gewerblichen  Arbeitern  sind  auB  dem  Kreise 
der  Angestellten  die  Werkmeister  nnd  Techniker  hinzugenommen  worden. 
Er  wurde  in  folgender  Fassung  angenommen:  „Die  Vorschriften  dieses 
Gesetzes  gelten  für  die  in  Gewerbebetrieben  einschließlich  des  Handels 
und  des  Bergbaues  beschäftigten  gewerblichen  Arbeiter  sowie  für  die  mit 
ihnen  in  ui mittelbarer  Arbeitsgemeinschaft  stehenden  Betriebsbeamten; 
ferner  ffir  im  Haushalt  beschäftigte  Arbeiter,  soweit  das  Hausgehilfen- 
geBetz  auf  sie  keine  Anwendung  findet "  -  Der  §  2  gibt  eine  Auslegung 
deB  Begriffs  gewerblicher  Arbeiter  und  reebnet  dazu  auch  die  Lehrlinge. 
—  Der  zweite  Abschnitt  betrifft  die  Arbeitszeit  im  allgemeinen  und  setzt 
im  §  B  den  8-Stundentag  und  die  48-StuDdenwoche  als  Regel  fest.  Die 
beantragte  Aufnahme  folgender  Bestimmung:  „An  den  beiden  letzten 
Tagen  der  Woche  bezw.  an  den  Tagen  vor  hohen  Feiertagen  darf  bis  zu 
10  Stunden  gearbeitet  weiden,  sofern  an  den  ersten  Tagen  der  Woche 
entsprechend  weniger  Arbeit  geleistet  worden  ist«  wurde  angenommen. 
Ferner  wurde  von  einem  Arbeitgeber  des  Handwerks  folgender  Antrag 
gestellt-  Lehrlinge  dürfen  außerhalb  der  Normalarbeitszeit  täglich  bis  zu 
einer  Stunde  zu  Vorbereitongs-  nnd  Atfräomungsarbeiten  herangezogen 
werden  «  —  Der  §  6  deB  Entwurfs,  der  als  Arbeitszeit  in  ununterbrochenen 
Betrieben  die  66  Stundenwoche  als  Regel  festsetzt,  wurde  ebenfalls  ange- 
nommen. 

Arbeilsstreekung  Matt  Entlassungen.  Die  wirtschaftliche  Un- 
sicherheit infolge  des  MarMturzes  und  insbesondere  die  Erschwerungen 
leim  Bezug  ausländischer  Ruhstoffe  haben,  wie  uns  vom  ReichsarbeitB- 
ministenoni  geschrieben  wird,  stellenweise  die  Gefahr  einer  Verminderung 
der  industriellen  Tätigkeit  nahegeiückt  Das  gibt  Anlaß,  darauf  hinzu- 
weisen, daß  die  Besümmongen  über  die  Pflicht  zur  Arbeitsstockung  noch 
in  Kraft  sind.  Nach  §  12  der  Verordnung  vom  12.  2.  20  (R.G  Bl  8.  218) 
dürfen  Entlassungen  zur  Verminderung  der  Arbeitnehmerzahl  nur  vorge- 
nommen werden,  wenn  dem  Arbeitgeber  nach  den  Verhältnissen  des  Be- 
triebes keine  Vermehrung  der  Arbeitsgelegenheit  durch  Verkürzung  der 
Arbeitszeit  (Streckung  der  Arbeit)  zugemutet  werden  kann.  Hierbei 
braucht  jedoch  die  Wochenarbeitszeit  eines  Arbeitnehmer  nicht  unter 
U4  Stunden  herabgesetzt  zu  werden.  Gegebenenfalls  kann  der  Arbeitgeber 
Lohn  oder  Gehalt  der  verkürzt  arbeitenden  Arbeitnehmer  entsprechend 
herabsetzen,  jedoch  erst  von  dem  Zeitpunkt  an,  an  welchem  eine  Ent- 
lassung der  betreffenden  Arbeitnehmer  hätte  erfolgen  können,  wenn  die 
Arbeitsstockung  nicht  Platz  gegriffen  hätte  Die  Vorschriften  über 
Aibeitsstreckung  gelten  nicht  bei  Entlassung  Von  Arbeitnehmern,  die 
nur  zu  vorübergehender  Aushilfe  oder  für  einen  vorübergehenden  Zweck 


angenommen  worden  sind  Soweit  Entlassungen  erfolgen  müssen,  sind 
nach  §  13  der  genannten  Verordnung  für  die  Auswahl  die  Betriebs- 
Verhältnisse  maßgebend,  sodann  Lebens-  und  Dienstalter  sowie  der 
Familienstand  deB  Arbeitnehmers.  Besonderer  Schutz  ist  für  Kriegs- 
beschädigte, Kriegshinterbliebene  usw.  vorgesehen.  Für  Streitigkeiten,  die; 
aus  der  Anwendung  dieser  Bestimmungen  entstehen,  sind  die  Schlichtung»- 
ausBchüBse  zuständig. 

Zorn  Einsprnchsver fahren  gegen  Entlassangen.  In  Betrieben, 
die  einen  Betriebsrat  haben,  steht  dem  Arbeitnehmer  das  Recht  zu,  gegen 
eine  an  Bich  rechtswi*ksame  Kündigung  aus  bestimmten  Gründen  Ein- 
spruch zu  erheben.  Kommt  eine  Verständigung  nicht  zustande,  so  bat 
letzten  Endes  der  Scfclichtungsaupschuß  über  die  Berechtigung  des  Ein- 
spruchs zu  entscheiden  und  bei  ihrer  Bejahung  den  Arbeitgeber  für  den 
Fall,  daß  er  eine  Weilerbeschaftiguag  des  betreffenden  Arbeitnehmers 
ablehnt,  zur  Zahlung  einer  Entschädigung  zu  verpflichten.  Bezüglich  der 
Höhe  der  letzteren  bestimmt  §  87  Abs  2  des  BBG ,  d;ß  sie  sich  nach 
der  Zahl  der  Jahre  bemißt,  wählend  denen  der  Arbeitnehmer  in  dem 
Betr  eb  insgesamt  beschäftigt  war  und  daß  sie  für  jedes  Jahr  bis  zu 
einem  Zwölftel  —  im  ganzen  aber  nicht  über  sechs  Zwölftel  —  des  letzten 
Jehreserbeitfe Verdienstes  betragen  darf.  Wenn  nun  ein  Arbeitnehmer  noch 
nicht  ein  volles  Jahr  in  dem  Betrieb  beschäftigt  war,  dann  ging  bisher 
die  herrschende  Meinung  dahin,  daß  die  Entschädigung  entsprechend 
niedriger  festzusetzen  ist,  daß  sie  also  z.  B.  bei  einem  Arbeitnehmer,  dei 
erst  ein  halbes  Jahr  lang  dem  Betrieb  angehörte,  nur  höchstens  ein  Vier- 
undzwanzigBtel  des  letzten  Jahresarbeitaverdienstes  betragen  darf.  Diesei 
Auffassung  ist  die  8  Zivilkammer  des  Landgerichts  I  Berlin  durch  Urtei 
vom  4.  5.  22  (23  S.  172/21)  entgegengetreten.  Sie  hat  sich  auf  den  Stand 
punkt  gestellt,  daß  aus  der  vorgeschriebenen  Art  der  Berechnung  der  Ent 
Schädigung  zu  entnehmen  ist,  daß  die  Gewährung  einer  Entschädigung 
überhaupt  erst  in  Betracht  kommt,  wenn  der  Arbeitnehmer  mindestens  eil 
volles  Jahr  in  dem  Betrieb  beschäftigt  gewesen  ist,  Das  Urteil  verweis 
darauf,  daß  z.  B  auch  die  Pensionsansprüche  der  Beamten  regelmäßig  ers 
nach  einer  gtwissen  Wartezeit  entstehen  und  zieht  die  Schlußfolgerung 
daß  auch  das  Betriebsrätegesetz  nur  dem  Arbeitnehmer,  der  durch  ein« 
einjährige  Dienstzeit  eine  gewisse  Betriebszugehörigkeit  erlangt  hat,  di 
Vergünstigung  der  Einspruchsmöglichkeit  hat  gewähren  wollen.  —  Da 
Urteil  ist  für  den  Arbeitgeber  von  großer  Tragweite.  Selbst  wenn  de 
Schlichtungsausschuß  sich  über  das  Urteil  hiuwegsetzen  wollte,  bleibt  den 
Arbeitgeber  immer  noch  der  ordentliche  Rechtsweg  offen,  da  die  Ent 
Scheidungen  der  Schlichtungsausschüsse  nicht  vollstreckbar  sind,  und  di 
Gerichte  es  ablehnen,  solche  Entscheidungen,  die  ihrer  Ansicht  nach  unte 
Verletzung  gesetzlicher  Vorschriften  zustande  gekommen  sind,  zur  Grund 
läge  eines  verurteilenden  Erkenntnisses  zu  machen. 

Wärmewirtschaft. 

Die  technisch-wissenschaftliche  Organisation  der  deutsche- 
Glasindustrie  im  Lichte  der  ausländischen  Kritik.  Iu  der  Zeitschrii 
„Le  Verre",  Nr.  8,  AugUBt  1922,  dem  Fachorgan  der  belgischen  Glaf 
mduBtrie,  werden  die  bisherigen  Erfolge  der  „Wärmetechniscben  Bers 
tungsBtelle  der  deutschen  Glasindustrie"  und  die  seitens  der  Glasmdt 
strie  neu  gegründete  „Deutsche  Glastechnische  Gesellschaft"  eioer  am 
fübrlichen  Kritik  unterzogen.  Der  in  Form  eines  Leitartikels  verfaßt 
Aufruf  an  die  belgischen  und  französischen  Glasindustriellen  stellt  mi 
Bedauern  fest,  daß  die  deutsche  Glasindustrie  in  technischer  Hinsicht  di 
Initiative  ergreife.  Das  Land  stehe  in  finanzieller  Beziehung  dicht  vc 
dem  Ruin,  und  die  Zeiten  der  wirtschaftlichen  Schwierigkeiten  seien  ii 
Anzug.  Anstatt  in  nutzlosen  Klagen  über  die  unglückliche  Zeitlage  sie 
zu  ergehen,  organisieren  sich  die  deutschen  GlaBhüttenleute,  um  sich  ii 
kommenden  wirtschaftlichen  Kampfe  einen  beneidenswerten  Platz  zu  sichert 

Demgegenüber  befinde  »ich  der  belgische  und  französische  Gla 
industrielle  in  gleichgültigem  Zastande.  Es  Bei  geradezu  musterhaft,  wi 
die  deutsche  Glasindustrie  beim  Fabrikal ionsgang  der  traditionellen  En 
pirie  entgegentrete  und  die  Tore  der  Hütten  für  den  Eintritt  der  Wisse) 
Bchaft  weit  öffne.  Fortschrittlich  haben  die  deutschen  Glatindustriell« 
eikannt,  daß  die  Politik  der  Abgeschlossenheit,  einst  durch  die  AlchimiBte 
gepflegt,  nicht  mehr  einer  gehobenen  industriellen  Tätigkeit  wtttdig  se 

Freislisten,  Prospekte  usw. 

Die  Poizellanfabrihen  des  Strupp.Konzer«8  und  die  Kerama; 
Die  Schrift,  von  der  Literarischen  Abu  nun«  der  Forschungsgesellscba 
Vereinigter  Porzellanfabriken  m.  b.  H,  Meiningen  zur  Jabresscbi 
Deutscher  Arbeit  Dießden  1922  hereusgegeben,  ist  mehr  als  eine  Rsklam 
schritt;  sie  ist  ein  Stück  deutscher  Wirtschaftsgeschichte  und  zugleich  e 
Beitrag  zur  neuzeitlichen  Entwicklung  der  Keramik.  Mit  Interesse  ve 
folgt  man  darin  den  Werdegang  der  im  Strupp-Konzern  vereinigten  eti 
20  keramischen  Firmen,  wie  sie  den  Bteigendeu  wirtschaftlichen  Auford 
rungen  durch  technische  und  organisatorische  Maßnahmen  gerecht  wurde 
wie  ihre  Giüoder  und  deren  Nachfolger  beBtrebt  waren,  durch  Steigeren 
der  Qualität  der  Waren  auf  dem  Weltmarkt  konkui renzfähig  zu  bleib 
und  wie  sie  schließlich  durch  Anlehnung  aneinander  zum  Zusammensein 
gebracht  wurden.  Auf  dieße  Weise  ist  der  Strupp-Konzern  entstand 
und  nach  und  nach  zu  einem  maßgebenden  Faktor  in  der  deutschen  kei 
mischen  Industrie  gewoideu.  Der  Anteil  des  Bankhauses  B  M  Strn 
und  der  daraus  hervorgegangenen  kapitalkräftigen  Bank  für  Thüring 
»n  der  Entwicklung  der  keramischen  Industrie  ist  allgemein  bakann 
Unternehmungsgeist  und  ein  weitsichtiger  Bück  hatten  rechtzeitig 
kehneh  lassen,  welche  Rolle  eine  Industrie  im  Wirtschaftsleben  und  ( 
dun  Weltmarkt  zu  spielen  veimochte,  die  einheimische  Bodenschätze  •  y 
werten  und  veredeln  konnte,  dieH  aber  nur,  wenn  sie  sich  die  Erränge 
Bchmften  von  Wissenschaft  und  Technik  zunutze  machte,  und  dieB  fttöi 
eben  dazu,  geeignete  keramische  Werke  auszubauen,  wirtschaftlich 
stärken  und  schließlich  zusammenzuschließen. 

Die  Schrift  gibt  ein  treffliches  Bild  jeder  einzelnen,  zum  Straj 
Konzern  gehörenden  Porzellanfabrik,  mit  vielen  Einzelheiten,  und  ( 
Leser  gewinnt  daraus  den  Eindruck  einerseits  einer  machtvollen  Gr 


$922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL-  COBURG. 


Nr.  i>9  —  487 


Ägigkeit,  andererseits  einer  schier  unbegrenzten  Leistungsfähigkeit,, 
fejiöne  bildliche  Wiedergeben  einzelner  Arbeitsvorgänge  in  den  Fabriken 
precben  eine  beredte  Sprache  und  dienen  der  Schrift  mehr  denn  nur  eis 
shmuck. 

Firmenregister. 

Deutschland. 

PorzelJanfabrik  Fraureuth,  A.G.,  Fraureuth.  Die  Bestellung  des 
egierungsrats  a.  D.  Dr.  Furbach  als  Vorstandsmitglied  ist  widerrufen 
arden 

Elster-Porzellanwerke,  A-G.,  Mahlhansen  i.  V.  Fabrikation  von 
jQrzellBnwaren  oder  anderen  keramischen  Artikeln  aller  Art  sowie  Handel  mit 
lesen  Erzeugnissen.  Grundksmtal:  M 15  Mill.  Vorstand:  Direktor  R  Kttnzel. 
ofsichtsrat:  Bankdirektor  H.  Lange,  Fabrikdirektor  A.  Mocker  und  die 
jbrikbesitzer  C.  Kemnitzer,  F.  Paulus  und  A.  Wagner. 

Striegauer  Porzellaofabiik,  A  G.,  vorm  C  Wa-lter  &  Co.,  Stanowitz. 
om  Betriebsrat  wurden  Oberschleifer  G.  Schubert  und  Porzellanmaler 
St  Mate  in  den  Aufsichtsrat  entsandt 

Krister  PorzellM)industrie-A.-G ,  Waldenburg,  Schles.  Das  Stamm- 
tpital  ist  um  M  3  Mill.  auf  M  6  Mill  erhöht  worden. 

Isolatorenwerk  Volkanit  Benedikt  Zucker,  Weinheim.  Inhaber:  lag. 
Zucker. 

Steingutfabrik  Amberg,  A.-G.,  Amberg.  Die  Kapitalserhöhung  um 
(  1  Mill.  auf  M  2,5  Mill.  ist  dm  abgeführt 

C.  &  E  Carstens,  Zweigniederlassungen  Georgenthal  und  Gräfenroda, 
lieber:  Fabrikbesitzer  Chr.  Carstens.  Kaufmann  G.  Matz  hat  Prokura 
r  den  Betrieb  der  Zweigniederlassungen 

Weimarer  Werkstätten  konBt- feinkeramischer  Erzeugnisse  Bich 
Ferner  &  Co.,  Weimar  Perfönlich  haftende  Gesellschafter:  Werkftthrer 
1  Werner,  Prokurist  C.  Werner  und  Kaufmann  K.  Adler. 

Bichard   Blumenfeld,    Veltener  Oferfabrik,   A-G,,  Chariottenburg. 
pm  Betriebsrat  wurden  Brenner  A  König  und  Werkmeister  0.  Lässig 
den  Aufsichtsrat  entsandt 

„Qaarzit",  G.  m.  b.  H,  Dresden  (Winterbergstraße  96).  Stamm- 
gital.  M  24 (KO.    Geschäftsführer:  Kaufmann  J.  H  E  Lange. 

Martin  &  Pagenstecher,  G  m.  b.  H ,  Köln-Mülheim.  Geschäfts- 
hrer  G.  Martin  ist  selbständig  vertretungsbefugt.   Die  Geschäftsführer 


G.  Kassel  und  K.  Wagner  sind  nur  geineinsam  oder  mit  einem  Pi-oknristen 
vertretungsbefugt  Ihre  Prokura  ist  erloschen.  H.  Lingens  und  K  Becker 
haben  Gesamtprokura. 

Phönix,  Schamotte-  und  Dinaswerk«.  G.  m.  b.  H,  Spich.  Das 
Stammkapital  ist  um  Jt  1,8  Mill  auf  Jt  2  Mill  erhöht. 

Gisshütte  Neuwerk,  A.-G ,  Berlin.  Vom  Betriebsret  worden  A.  Alt 
und  H  Eichhorn  in  den  Aufsichtsrat  entsandt. 

Glas-  und  Metallwerke  Ernst  Jensen,  A-G,  Berlin  (Bitteratraße  90). 
Herstellung  und  Vertrieb  von  Isolieiflasohen  und  anderen  Glaswareo.  so- 
wie von  Metallwaren  und  ähnlichen  Artikeln.  Grundkapital:  M  12  Mill, 
Vorstand:  Kaufmann  E.  Jensen.  Aufsichtsrat:  Kommerzienrat  N.  Ham- 
burger, Direktor  W.  Heß,  Kaufmann  J  Brotzen  und  Benkdirektor  Dr.  F 
Saatfeld. 

Glashütte  Hannover,  G.  m.  b.  H ,  Hannover.  An  Stelle  von 
L.  Scboeller  werde  Fabrikant  Leopold  Peill  zum  Geschäftsführer  bestellt. 

Maurer  &  Bock,  G  m.  b  H ,  Ilmenau.  Die  Gesellschaft  ist  aufge- 
löst.   Liquidator:  Kaufmann  E  Maarer. 

Edmund  Eosenbascb,  G  m  b.  H.,  Budolstadt.  K  tufmann  B.  Harraß 
ist  als  Geschäftsführer  ausgeschieden 

Chr.  Keßler  &  Sohn,  Schmiedefeld.  GlasinBtrumentenfabrikant 
W.  Keßler  ist  als  persönlich  haftender  Gesellschafter  eingetreten 

Berliner  Glas-  und  Spiegelmanufaktnr,  A  -G.,  Barlin.  Die  Kapitals- 
erhöhung um  den  Bestbetrag  von  M  1  Mill  auf  M  3  Mill.  ist  erfolgt. 

Deesauer  Knitallglaepchleiferei,  Schubert  &  Cj.,  Dessau.  Persönlich 
haftende  Gesellschafter:  Schiefer  A.  Schubert  und  Maschinenmeister 
P.  Pfttrunky 

Detmolder  Kunstglaserei  Hermann  Bastian,  Djtmold.  Die  Firma 
lautet  jetzt:  „Lippische  Glasindustrie  Hermann  Bastian. 

Pelziger  Feinschleiferei  B  Meißner  &  Co ,  Penzig.  Die  Firma 
lautet  jetzt:  „Penziger  Bleikristallglasfabrik  Meißner  &  Co  " 

Emaillier-  und  Stanzwerke,  G.  m.  b.  H ,  Breslau.  Herstellung  und 
Vertrieb  von  emaillierten  Geschirren  und  verwandten  Artikeln  Stamm- 
kapital: Jt  500000  Selbständig  vertretungsbefugte  Geschäftsführer: 
Kaufleute  S.  Staub  und  P  Wickel. 

Satzveyer  Ton-  und  Kaoliowerk  m.  b.  H ,  Satzvey,  Kreis  Enekirchen. 
Ausbeutung  und  Verwertung  der  Ton-,  Kaolin-,  Sand-  und  sonstigen  Ab- 
lagerungen von  Bodenschätzen  auf  dem  Bittergute  Birg  Satzvey  Stamm- 
kapital: JC  300000.    Geschäftsführer:  Bergmeister  a.  D.  K  Sporkenbach. 


Fragekasteu  des  Sprechsaal. 


Keramik. 

120.  Wir  erzeugen  in  unserem  Betrieb  u  a.  eine  Milchkanne  von 
5  mm  Höhe,  107  mm  Boden-  und  90  mm  Borddurchmesser.  Obgleich 
selbe  auf  einer  geschliffenen  Tonpumse  von  20  mm  Stärke  gebrannt 
d  und  die  KapseÜböden  gar  nicht  niedergegangen  sind,  haben  wir  40  bis 
!%  krumme  Ware.  Die  Bumsen  aus  Magerton  und  Schamottemehl  sind 
nfalls  krumm  trotz  ihrer  Stärke    Wo  ist  der  Fehler  zu  suchen? 

Erste  Antwort:  Es  ist  nicht  immer  gesagt,  daß  das  Krumm- 
&den  der  Ware  vom  Brennen  herrührt ;  vielleicht  eignet  sich  Ihre  Masse 
:bt  für  derartige  größere  S' ticke,  oder  der  Henkel  i»t  zu  schwer  und 
so  an  der  Kanne,  daß  er  das  Krummwerden  herbeiführt.  Wenn 
»teres  der  Fall  ist,  so  nehmen  die  krummen  Stücke  eine  ovale  Form 
Bord  an,  die  sich  nach  dem  Henkel  zu  etwas  zuspitzt.  Zeigen  die 
Climen  Stücke  auch  noch  unregelmäßige  Formen,  eingedrückte  Stellen 
id  gewellten  Bord,  eo  können  Sie  bestimmt  annehmen,  daß  sich  Ihre 
»sse  iür  größere  Gegenstände  nicht  eignet.  Ei  ist  ferner  zu  beobachte», 
Jsich  das  Krummwerden  des  Bodens  der  Milchkanne  genau  in  den  Linien 
r  krumm  gewordenen  Pomse  wiedergibt,  dann  trägt  auch  die  letztere 
t  Schuld  an  dem  Fehler,  da  sich  ganz  natürlich  die  Kanne,  dem  krumm 
jor denen  Boden  derselben  folgend,  in  ihrer  Gestalt  verändern  muß. 
e  Pumse  hat  zwei  Fehler,  einmal  ist  sie  zu  stark  und  dann  besteht 
Hiebt  aus  demselben  Material  wie  Ihr  Fabrikat  Mit  einer  Stärke  von 
>is  10  mm  erzielen  Sie  weitaus  bessere  Resultate,  vorausgesetzt,  daß 
h  Ihre  Masse  für  Pumsen  eignet  und  sich  nicht  verzieht.  Andernfalls 
jeine  standhafte  Pamsenmasse  aus  möglichst  demselben  Material  zä- 
umen zustellen.  Jene  Pamsen,  die  Sie  aus  Magerton  und  Schamotte- 
bl  hergestellt  haben,  sind  trotz  ihrer  Stärke  krumm  geworden,  sie 
meten  eich  also  schon  von  vornherein  nicht  für  diesen  Zweck.  Außer- 
a  müssen  Sie  berücksichtigen,  daß  derartige  Schamottepumsen  wieder 
e  andere  Set  Windung  haben  als  Ihr  Scheiben,  was  naturgemäß  die 
tstehung  des  angeführten  Fehlers  begünstigt. 

Zweite  Antwort:    Wenn  Ihre  Kapselböden  gerade  sind  und 
Pumsen  werden  kremm,  so  ist  die  Herstellung  der  letzteren  nicht 
utig.    Jedenfalls  ist  die  Masse  zu  tonreich,  aus  der  Sie  die  Pumaen 
chen    Auch  das  Formen  erfordert  Sachkenntnis;  werden  die  Pamsen 
I  Herausnehmen  aus  den  Formen  verbogen,  so  werden  sie  im  Feuer 
ftm,  auch  wenn  sie  wieder  gerade  gerichtet  wurden.   Die  Masse,  aus 
Sie  die  Pnmsen  formen,  muß  gut  durchgeschlagen  sein.    Wenn  sich 
1  Kapselböden  nicht  verziehen,  so  brennt  man  Milchkannen  am  besten 
gegossenen  Porzellanpumsen,  welche  die  Schwindung  mitmachen.  Es 
möglich,  daß  Ihre  Kannen  deshalb  krumm  werden,  weil  die  P amissa 
ht  mit  schwinden.    Die  gegossenen  Pumsen  streicht  man  mit  einer 
ichung  aus  2  Gew.-T.  Kaolin  und  3—4  Gew  -T.  Qiarzmehl  an.  Auf 
ie  Weise  werden  Sie  auch  gerade  Kannen  erzielen,  wenn  die  Ursache 
Verziehens  nicht  im  Modell  zu  suchen  ist. 

■  Dritte  Antwort:  Der  hohe  Prozentsatz  an  krummer  Ware 
fte  durch  das  Zusammenwirken  verschiedener  Umstände  hervor- 
ofen  sein.  Vermutlich  neigt  Ihre  Masse  zur  Deformation  oder  sie  ist 
sich  für  Ihre  Brenntemperatur  nicht  standfest  genug.  Dann  mag  der 
atz  des  Henkels  bezw.  dessen  Gewicht  eine  Bolle  spielen,  weiter  die 
eitsweise  bei  der  Gestaltung,  und  schließlich  taugen  die  Pumsen  nicht 

■  Wenn  die  letzteren  aus  Magerton  und  Schamottemehl  trotz  ihrer 
•ke  sich  verziehen,  so  darf  Sie  das  Krummwerden  der  M  chkanne  nicht 


Wundern;  man  pflegt  übrigens  die  Pamsen  aus  derselben  Masse  wie  das 
Geschirr  herzustellen,  damit  sie  mit  dem  letzteren  mitschwinden. 

121.  Ich  möchte  einen  Muffelofen  für  Forzellanmalerä  auf  Glasur, 
60  cm  breit,  74  cm  hoch  und  1  m  tief  (Lichtmaß)  mit  Holzfeuerung,  5  m 
von  einem  steigbaren  Rauchfang  von  8  m  Höhe  entfernt,  aufstellen. 
Welches  sind  die  Maße  1.  für  den  Rost,  2  vom  Rost  bis  zum  Muffelboden, 
3  zwischen  Muffelwand  und  Mauer,  4  zwischen  Muffeldecke  und  Gewölbe, 
5  für  die  Abzugfüchse  im  Gewölbe,  6.  für  das  Abzugrohr  von  der  Muffel  zum 
Rauchfang  ?  Ist  die  Entfernung  des  Ofens  vom  Rauchfang  nicht  zu  groß  ? 

Erste  Antwort:  Die  Länge  des  Weges  zum  Schlot  spielt  keine 
Bolle,  wenn  der  Schlot  2  m  höher  ist  als  der  Weg  lang  igt,  also  eine 
Höhe  von  10  m  hat.  Der  Bost  muß  60  cm  lang  und  40  cm  breit  sein. 
Vom  Rost  bis  zum  Maffelborten  geben  Sie  70  cm  B»um  Die  Eatfemung 
zwischen  Mofielwand  und  Miuer  sollen  5  cm,  diejenige  zwischen  Moffal- 
decke  und  Gewölhe  7  cm  betragen.  Djr  Abzugsfuchs  bis  zum  Bauch- 
fang erhält  einen  Q  lerschnitt  von  20><20  cm ;  von  seiner  Größe  hängt  der 
Gang  der  Muffel  ab.  Er  muß  in  einen  größeren  Sammelraum  münden, 
der  seinerseits  ein  Abzugsrohr  von  20—25  cm  im  Q  ladrat  erhält.  ist 
besser,  Sie  lassen  sich  von  einem  Ofenbanmeister  eine  richtige  Zeiehnung 
machen,  wenn  Sie  den  Ofenbau  nicht  sicher  beherrschen ;  dieser  Weg  ist 
für  Sie  der  billigste  und  sicherste. 

Zweite  Antwort:  Es  ist  für  den  Antwortgeber  ebenso  schwierig, 
derartige  Fragen  ohne  Kenntnis  der  örtlichen  Verhältnisse  zu  beantwor- 
ten, wie  es  für  den  Fragesteller  gewagt  ist,  sich  ohne  weiteres  nach  den 
in  Antworten  gegebenen  Maßen  zu  richten.  Gerade  beim  Ofenbau  spielen 
so  viele  Faktoren  mit,  die  dem  Fernstehenden  unbekannt  sind,  dabei  aber 
den  Gang  eines  Ofens  wesentlich  beeinflussen  Es  kommt  bei  den  genann- 
ten Absräuden  darauf  an,  wie  der  Schornstein  zieht;  ist  der  Zag  gut,  so 
läßt  sich  durch  nicht  allzuwtice  Züge  die  nötige  Pressung  des  Feuers 
ohne  Schwierigkeiten,  erzielen,  wogegen  bei  schlechtem  Zug  allerlei  Maß- 
nahmen erforderlich  sind,  die  Bich  eben  nur  an  Ort  und  Steile  beurteilen 
lassen.  Wenden  Sie  sich  an  einen  tüchtigen  Ofenbauer,  Sie  ersparen  sich 
dadurch  viel  Aerger,  Zeit  und  Geld. 


Ghla«. 


110.  Wir  haben  verschiedene  Glaswaren,  die  infolge  längeren 
Lagerns  blind,  d.  h.  mit  einer  milchariigen  Schicht  überzogen  sind,  die 
sich  durch  Futzen  nicht  entfernen  läßt    Wie  ist  diesem  üebel  abzuhelfen? 

Erste  Antwort:  Die  durch  längeres  Lagern  angelaufenen 
Gläser  lassen  sich  nur  schwer  von  dem  Beschlag  befreien,  denn  dieser 
wird  sich  wohl  nicht  nur  außen  zeigen,  sondern  auch  im  Innern  der 
Gläser.  Haben  die  letzteren  eine  weite  Oaffnung,  so  können  sie  leicht 
innen  und  außen  geputzt  werden,  bei  G  äsern  mit  enger  O.ffnung  ist 
dieses  schon  schwieriger.  Wenn  die  Schicht  nicht  schon  zu  fest  sitzt, 
bo  hilft  ein  gutes  Ab-  und  Ausspülen  der  Gläser  mit  angesäuertem 
warmen.  Wasser.  .  Man  richtet  zu  diesem  Zweck  ein  warmes  Bad  her, 
dem  man  5%  Salz-  oder  Schwefelsäure  zuäetzt,  legt  die  GJäser  eine  ge- 
wisse Zeit  hinein  und  reibt  sie  mittels  Bürste  und  Putzlappen  ab  Zi- 
erst ist  eine  Probe  im  kleinen  zu  machen;  möglicherweise  ist  das  Wasser 
etwas  stärker  anzusäuern,  was  auszuprooieren  ist.  Die  Schwefelsäure 
wirkt  gewöhnlich  am  besten;  es  kommt  aber  auf  die  Gläser  an,  ob  sie 
Blei  oder  Baryt  enthalten,  in  welchem  Fall  Schwefelsäure  nicht  ange- 
bracht ist. 


t 


438  —  Mr.  89 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1MB.  (».Jahrgang.) 


Zweite  Antwort:  Allem  Anschein  naeh  bandelt  es  sich  hei 
Ihren  Glaswaren  nm  eine  leichte  Entglasung.  Jedenfalls i  haben  die  Stttche, 
die  etwas  reich  an  Alkalien  sind,  fencht  gestanden.  Als  einziges  Mittel 
kann  man  Ihnen  ein  Waschen  und  Ausspülen  der  Gläser  mit  warmem 
Wasser  empfehlen,  dem  Sie  26  •/<,  SalzBäure  zusetzen.  Sollte  der  Beschlag 
damit  nicht  ganz  weggehen,  so  muß  man  den  ZuBatz  an  Säure  erhöhen; 
bildet  er  sich  aber  von  neuem,  so  ist  das  Glas  zu  ändern. 

Dritte  Antwort:  Wenn  die  Glaswaren  nur  mit  einer  mileh- 
artigen  Schicht  aberzogen  sind,  so  versuchen  Sie  zunächst,  dieselben  mit 
lauwarmen  WasBer,  dem  6— 10<>/0  Salzsäure  zugesetzt  sind,  unter  even- 
tueller  Zuhilfenahme  eines  Lappens  oder  einer  Bürste  abzuwaschen  und 
die  Gläser  gleich  darauf  in  reinem  Wasser  gut  nachzuspülen.  Erfüllt 
dieses  Mittel  seinen  Zweck  nicht,  so  empfiehlt  sich  die  Anwendung  einer 
Waschflüssigkeit  von  100  g  Schwefelsäure  und  60  g  chromsaurem  Kali 
in  1  1  lauwarmem  Wasser.  Sind  die  Glaswaren  aber  blind  geworden,  so 
ist  in  der  Kegel  nicht  mehr  viel  zu  machen,  denn  in  diesem  Falle  ist  die 
Glasoberfläche  zersetzt  und  da  hilft  nur  eine  Gemengeänderung,  um  dag 
Glas  widerstandsfähiger  zu  machen. 

111  Ich  kühle  täglich  größere  Mengen  starkwändiger,  an  der 
Lampe  verarbeiteter  Hohlglasgefäße  in  mehreren  Muffelöfen  von  guter 
moderner  Bauart.  Die  Oefen  arbeiten  mit  Braunkohle  und  Koks  mit 
mehrfach  Überschlagender  Flamme  und  müssen  im  Innern  etwa  5UU° 
zeigen.  Diese  Temperatur  wird  auch  im  größten  Teil  der  Muffelm  ziem- 
lich gleichmäßig  erreicht;  nur  die  der  Beschickungstar  der  Muffeln  zu- 
nächst liegende  Schicht  der  Hohlglaskörper  wird  nicht  genügend  heiß  md 
behält  infolgedessen  starke  Spannungen.  Die  Muffeln  sind  2  m  lang, 
1  m  hoch  und  0,80  m  breit,  die  Türen  doppelwandig  aus  Eisenblech  mit 
einer  5  cm  starken  Lage  von  Kieselgur.  Gibt  es  ein  Mittel,  den  Warme- 
verlust  an  den  Türen  zu  verhindern,  sodaß  auch  die  vorderen  Lagen  gut 

^Er"sTe^A?ntwort:  Sind  Ihre  Muffelöfen  im  allgemeinen  gleich- 
mäßig  heiß  und  nur  vorn  an  den  Toren  kälter,  so  ist  es  am  einfachsten, 
wenn  neben  der  Tür  noch  eine  kleine  Flamme  angebracht  wird,  die  sich 
leicht  regulieren  läßt;  damit  ist  der  Ofen  auch  vorn  auf  die  gewünschte 
Temperatur  zu  bringen.  Ist  die  Einrichtung  der Flamme  nicht  möglich 
so  hüft  man  sich  mit  etwas  Holzfeuerung,  wenn  die  MuSel  voUgelegt  ist. 
Natürlich  darf  diese  nicht  zu  heiß  werden,  damit  die  Gläser  nicht  schmelzen. 
Der  Ofen  wird  dann  geschlossen,  ebenso  der  Abzug;  beim  Oeffnen  sind 
die  Türen  auch  nur  allmählich  aufzumachen. 

Zweite  Antwort:  Zunächst  ist  zu  bemerken,  daß  die  Ktthl- 
temperatnr  in  den  Muffelöfen  für  starkwandige  und  doppelwandige i  Hohl- 
glasgef  äße  zu  niedrig  ist.  Um  solche  Hohlglasgef  äße  sachgemäß I  zu  kühlen 
muß  die  Temperatur  an  allen  Stellen  des  Ktthlofens,  Muffelofens,  600» 
betragen.  Wenn  die  zuletzt  eingepfiegte  Schicht  nicht 
Kühltemperatur  gebracht  werden  kann  und  die  jedem  Hohlglaskörper 
bewohnenden  starken  Spannungen  durch  den.  Ktthlprozeß .verliert  so 
können  hieran  verschiedene  Ursachen  schuld  sein.  Zunächst  sind  viel- 
leicht die  Querschnitte  der  Feuerkanäle  derart  bemessen,  daß  eine  aus- 
reichende  Erhitzung  der  Muffel  nicht  möglich  ist,  dann  ist  f^SS 
die  Flammenftthrung  derartig,  daß  eine  gleichmäßige  ™*  »"r«**»5 
Erhitzung  der  Muffel  nicht  erzielt  werden  kann,  «der  ^St  SfS 
sind  für  die  vorhandene  Feuerung  zu  stark.  Jedenfalls  äßt  die  Feuer- 
ftthrung  am  vorderen  Teil  der  Muffel  zu  wünschen  übrig,  wozu  noch 
kommt?  daß  dieMuffel  vielleicht  zu  lange  offen  bleibt.  Die  Türen  müssen 
nicht  nur  gut  isoliert,  sondern  auch  sorgfältig  abgedichtet  sein. 

Dritte  Antwort:  Die  Muffeltttren  sind  ztt  schwach;  sie  müßten 
wenigstens  eine  12  cm  starke  Kieselgureinlage  haben.  Versuchen  Sie _es 
einmal  damit,  die  Türen  an  der  Ofenseite  noch  mit i  einer  1  cm  starken 
Asbestschicht  zu  versehen;  genügt  dies  nicht  so  müssen  Sie  sich  schon 
dazu  entschließen,  die  Türen  entweder  stärker  zu  machen  oder  eine 
Doppeltür  bei  jeder  Muffel  einzubauen. 

112.  Gibt  es  eine  Norm  dafür,  welche  Anforderungen  an  gewohn- 
liche Wasserstandsgläser  bezüglich  des  ohne  weiteres  auszuhaltenden  &™kes 
gestellt  werden  dürfen,  ev.  nacl  den  verschiedenen  Dimensionen  ^zifiziert? 
9  Erste  Antwort:  Meines  Wissens  gibt  es  keine  besonderen  Nor- 
men  für  Wasserstandsgläser,  und  sie  sind  auch  nicht  nötig.  Jeder 
Fabrikant  wird  sich  bemühen,  bei  einem  derartigen  Artikel  nur  Bestes 
zu  liefern,  denn  tut  er  dies  nicht,  so  ist  sein  Ruf  sehr  schnell  dabm  _ 

Zweite  Antwort:  Besondere  Normen  über  den  von  Wasserstands- 
gläsern abzuhaltenden  Druck  bestehen  nicht.  Die  Gläser  werden  durch 
Verschiedene  Manipulationen  so  widerstandsfähig  gegen  Druck-  und  Tem- 
peraturschwankungen gemacht,  daß  besondere  Normen  überflttss  g  sind^ 
Der  Fabrikant  von  Wasserstandsgläsern  liefert  die  letzteren  "»  Jeder 
gewünschten  Dimension  und  für  jeden  beliebigen  Druck  nach  Angabe  der 

113  In  offenen  Häfen  möchte  ich  himmelblaues,  blaues,  gelbes, 
braunes,  'milchweißes  und  reinweißes  Glas  schmelzen  md  bitte  um  An- 
gabe verläßlicher  Gemengesätze  dafür.  Der  Ofen  erreicht  J^O-1300«  L. 
gerne  ww»  '  »     Nachstehend  die  gewünschten  Farbenglassätze : 


Himmelblau,  hell: 

Sand  .    .   100  kg 

Soda  •  25  » 

Pottasche   8  „ 

Kalkspat   18  „ 

Kupfervitriol   3  » 

Salpeter   2  „ 

Antimon   350  g 


Himmelblau,  Opal 

Sand  .   .  85  kg 

Soda    .   .   .   22 

Pottasche   8 

Kryolith   1° 

Kalkspat   * 

Salpeter   j» 

Kupfervitriol   2 

Kobaltoxyd   8 


Dieees  Gemenge  ist  nur  auf  weißes  Glas  einzulegen,  sonst  verdirbt  die 
Farbe.   Der  betreffende  Hafen  ist  zuvor  sauber  zu  reinigen. 


Blau: 


Sand  .    .  . 
Soda  .    .  . 
Kalkspat 
Salpeter  . 
Kobaltoxyd 
Antimon 


100 
35 
25 
8 

200 
150 


Gelb 

Sand   100 

Soda   .......  38 

Kalkspat   20 

Braunstein   I1/» 

Graphit   1 


hg 


Braun : 

Sand  100  kg 

Soda  33  „ 

Kalkspat  20  „ 

Braunstein   8  „ 

Eisenoxyd   2  „ 

Milchweiß :  Weiß : 

Sand   200  kg     Sand  100  k 

8oda  .  50  „      Soda  28 

Pottasche  .     10  „     Pottasche   6 

Flußspat  25  „      Kalkspat  18  , 

Kryolith  12  „      Nickeloxyd   2  | 

Feldspat  .     20  „      oder  Braunstein  ....  300 

Mennige     .......      3  „      Antimon  250 

Salpeter   3  „      Kobaltoxyd     .   .   .   .  1 

Braunstein  .   .   .   .   .  .   350  g      Salpeter   2  h 

Antimon   200  „ 

Alle  farbigen  Gläser  sind  der  Sicherheit  wegen  auf  Weißglas  einzulegei 
damit  die  Farbe  immer  rein  ausfällt.  Soll  eine  andere  Farbe  in  ein  ue 
demselben  Hafen  geschmolzen  werden,  so  ist  der  letztere  zuvor  gai 
sauber  zu  reinigen.  Blaues  Glas  soll  nnr  in  einem  Hafen  geschmolzt 
werden,  der  zu  keinem  anderen  Glas  mehr  benutzt  wird,  denn  sonst  b 
kommt  die  Schmelze  stets  einen  bläulichen  Stich. 

Zweite  Antwort:  Sie  würden  gut  tun,  sich  die  einschlägig 
Literatur  zu  kaufen,  denn  Sie  können  doch  nicht  gut  verlangen,  daß  Ihm 
im  Fragekasten  ausführliche  Glasrezepte  usw.  mitgeteilt  werden.  Zude 
Bcheint  Ihr  Ofen  nicht  besonders  heiß  zu  gehen.  Beinweißes  Glas  erhi 
man  im  offenen  Hafen  nach  folgendem  Satz : 

Sand  100  kg 

Pottasche   30  « I  7 


Soda  . 
Salpeter 
Kalk 


8 


"  >  oder  g8  oder 


35 


14 


Scherben   25  „ 

Nickeloxyd    ......      2,5  g 

Um  blaues  Glas  zu  erzeugen,  gibt  man  dem  Gemenge  100  g  Kobaltox 
zu.  Gelbes  Glas  erfordert  l3/4  kg  Graphit  oder  28/4  kg  Holzkohle,  währei 
braunes  Glas  durch  Zugabe  von  3,3  kg  Eisenoxyd  und  12  kg  Braunste 
entsteht. 

Milchglas  gibt  der  nachfolgende  Satz: 

Sand   100  kg 

Soda   15  n 

Feldspat   •     18  „ 

Flußspat  •   •      9  n 

Kryolith   8  „ 

Zinnoxyd   4  » 

Alle  Gläser  erfordern  große  Uebung  beim  Schmelzen. 

Dritte  Antwort:   Es  wäre  gut  gewesen,  wenn  Sie  mit  anj 
geben  hätten,  was  für  Brennstoff  Sie  verwenden  bezw.  welches  Ofensyati 
Sie  haben.    Wenn  Sie  nur  1250—1300°  C  in  Ihrem  Ofen  erreichen, 
werden  Sie  mit  viel  Schwierigkeiten  zu  kämpfen  haben.  Nachstehend  < 
gewünschten  Sätze  für  kalten  Ofengang: 

Himmelblau :  Blau : 

Sand  100  kg     Sand  100 

Pottasche  18   ,     Pottasche  12 

Soda   15    „      Soda  28 

Kryolith    ......     12    „      Kalkspat    .  14 

Mennige  10    „      Scherben  25 

Salpeter    „   9    »      Kupferoxyd    .....  8 

Borax   .   3    „      Kobaltoxyd  50 

Kupferoxyd   M  » 

Scherben  25  „ 

Gelb:  Braun: 

Sand  ......   .   .   100  kg     Sand   100 

Soda  40  „      Soda  42 

Kalkspat  14  „      Kalkspat  14 

Flußspat    ......      4  „      Braunstein  12 

Kohle   1  »      Graphit  .   5 

Scherben  25  „     Weizenmehl   .....  & 

Scherben  25 

Milchweiß:  Weiß: 

gan)i   100  kg  Sand,  eisenfrei    ....  100 

Soda    32  „  Pottasche   ......  25 

Feldspat   18  „  Soda  .   .   20 

Flußspat     ......  12  „  Kalkspat  •  1» 

Kryolith  14  „  Mennige  •  4 

Kaolin   .......  8  „  Salpeter  


Braunstein 
Salpeter  . 
Scherben 


Braunstein 
1  „  Scherben 


0, 


Heu*  Fragen. 
K«r>anilk. 

124.  Für  die  Fabrikation  kleiner  Spielwaren  und  Gebrauchsart 
benötige  ich  eine  Masse,  deren  Brenntemperalm  bei  SK06a  liegt.  Da 
selbst  keine  Massemühle  besitze,  so  bitte  ich  um  Angabe  emes  Fabrikat 
solcher  leichtbrennender  Massen,  bezw.  um  Aufgabe  eines  Versatzes,  det 
seiner  Zusammensetzung  ungefähr  der  des  8K  06  a  entspricht. 

125  Ich  verwende  in  meiner  Porzellan-Malerei  (Aufglasur)  2 
zum  Brennen,  md  zwar  mit  befriedigendem  Resultat.  Mit  dem  TorfU 
habe  ich  auch  eine  große  Menge  weißen  Torf  übernommen,  für  den 


19S2.  (65.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  89  -  439 


keine  geeignete  Verwendung  habe,  da  er  nur  zum  Vorwärmen  zu  gebrauchen 
ist.  Gibt  es  nun  eine  zweckmäßigere  Verwendung  dafür,  kann  man  ihn 
vergasen,  und  wer  liefert  die  Apparate  dazu?  Ist  ein  solches  Verfahren 
rentabel,  nachdem  Quantitäten  nicht  in  Frage  kommen?  Rann  man  durch 
eine  besondere  Ofenkonstruktion  weißen  Torf  zur  Erzielung  einer  höheren 
Brenntemperatur  benutzen? 

126.  Wir  beabsichtigen,  einen  Schachtofen  zum  Brennen  von  See- 
kieseln zu  bauen    Wer  baut  solche  Oefen  mit  Gas-  oder  Kohlenfeuerung? 


Utas. 

117.  Bei  einer  gelegentlich  einer  Reparatur  mit  neuem  Boden  ver- 
sehenen 120  cm  tiefen  halbweißen  Flaschenwanne  wurde,  um  den  Boden 
beim  Aussetzen  durch  niederfallende  große  Herdglas-Stücke  vor  Beschädi- 
gung zu  bewahren,  der  Boden  zunächst  mit  einer  30  cm  hohen^Schicht 
Glühlampen- Scherben  bedeckt  und  auf  diese  halbweißes  Serdglas  gelegt. 
Sind  nun  die  Glühlampen-Scherben  so  bleihaltig,  daß  durch  reduziertes 
Blei  die  Gefahr  der  raschen  Zerstörung  des  Bodens  zu  befürchten  ist? 

118  Unsere  Säureflaschen  von  etwa  62  l  Inhalt  werden  in  Kühl- 
öfen mit  direkter  Steinkohlenfeuerung,  also  Rostfeuer  ausgekühlt,  und  das 
Feuer  wird  durch  den  Flaschenpfleger  bedient.  Die  Flaschen  erhalten  eine 
sehr  gute  Auskühlung.  Klagen  der  Käufer  kennen  wir  nicht.  Infolge 
Platzmangels  in  der  Bütte  für  die  Anlage  noch  mehrerer  Kühlöfen  und 


um  ev  einen  Teil  der  heute  teuren  Steinkohle  zu  sparen,  bitten  wir,  bevor 
wir  eine  Entscheidung  treffen,  um  Angabe,  ob  unsere  alten  Kühlöfen,  die 
sich  bis  jetzt  bestens  bewährt  haben,  durch  andere  Oefen  bereits  überholt 
sind  ? 

119  Wer  liefert  gutgehende  Oefen  zur  Verfeuerung  von  Braunkohlen- 
Rückständen? 

120.   Wer  liefert  kleine  Rekuperatoren? 

Verschiedenes. 

10.  Wie  kann  man  Gips  so  zubereiten,  daß  er  in  flüssigem  Zustande 
mindestens  2 — 3  Stunden  verarbeitungsfähig  bleibt"} 

Briefkasten  der  Redaktion. 

E.  H.  i.  L.  Vorlagen  für  keramische  Dekore  liefert  Christian  Stoll 
in  Planen  i  Vgtl 

F.  -L.  i,  B.  Bohrer  für  Porzellan  liefern  Bichard  Fritzsche  in 
Bischof  s  wer  da  i  Sa.,  ür -Langentraße  14,  C  &  B.  Fein  in  Stuttgart,  Emil 
Offanbacher  in  Marktredwitz  i.  B 

A.-J.  i.  M.  Kleine  Tafelglasscheiben  mattiert  man  am  einfachsten 
mit  dem  Sandstrahlgebläse ;  man  kann  sie  aber  anch  ätzen.  Lesen  Sie  die 
Antworten  zo  Frage  23  in  Nr.  9  d.  Jahrg.  Bezugsquellen  für  Maschinen 
und  Materialien  finden  Sie  im  Anzeigenteil. 


Veröffentlichungen  der  Aufienhandelsnebenstelle  Feinkeramik. 


Für  den  Bereich  des  Fachausschusses  Tonwaren  gelten  für 
die  Ausfuhr  nach  schwachvalol arischen  Ländern  und  Polen  die 
Inlandspreise  als  Grundlage.  Diese  Grundpreise  haben  sich 
mit  sofortiger  Wirkung  wie  folgt  geändert: 

Einlegegeschirr  Braun-  u  Steinzeug  M.  1,20  +  1400  °/0  ==  M.  18  — 
Kochgeschirre 

M.  1,20  braun- weiß  ohne  Tülle  M.  1,80 
„  1,60 

braun-weiß,  rauher  Rand  „  2,40 

„       „     glatter  Rand  „  3, — 

»  4- 

/„,  weitere  Erzeugnisse  Kruken, 
Backformen  entsprechend  höher.  Die  Preise  sind  Mindestpreise. 
Königsbrücker  feuerfestes  Tonkochgeschirr  5000  °/0  auf  Listen- 
preise. 


gew.  Töpfe 
Schnabeltöpfe 


„  bunt 
Zuschlag   freibleibend  1900°' 


Nachtrag     zur    Mnlliplikatorentabelle  für 


elektrotechnisches  Porzellan  (Nachtrag  zur  Druck- 
sache Nr.  146). 

Mit  Wirkung  vom  16. 9.  1922  sind  die  Multiplikatoren  der 
Markländer  der  Artikel-Gruppen  I  bis  VI  wie  folgt  geändert 
worden : 


II      lila    Illb    IIIc  IV 


VI 


Land :  I 

Deutsch  -  Oester- 
reich u.  Ungarn  11,70  11,70  10,80  10,80  10,80  10,80  10,80  10,80 

Jugoslawien  und 
Finnland,  Bal- 
kanländer .  .  .  13,65  13,65  12,80  12,80  12,80  12,80  12,80  12,80 

Rußland  u  Polen  13,65  13  65  12,80  12,80  12,80  12,80  12,80  12,80 


Ferner  wird  bekanntgegeben,  daß  von  der  Außenhandels- 
nebenstelle Feinkeramik  die  neuen  Merkblätter  der  Reichsbank 
über  den  Ankauf  usw.  von  Wechseln,  Schecks,  Banknoten  und 
Auszahlungen  in  ausländischer  Währung  zu  einem  Preise  von 
Ji  7, —  pro  Stück  zuzüglich  Porto  zu  beziehen  sind. 


Hierzu  eine«  Beilage:  Prospekt  der  Firma  Allgemeine  Vergasungs-Gesellschaft  m. 
„Automatischer  Absperrtopf  für  Gasleitungen".   Patent  Schünhoff  A.  V.  G. 


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Fertigstellung  der  Werkstücke  die  Formen  den  einzelnen 
selbsttätigen  Arbeitsstellen  zuführt",  Nr.  298178  „Form- 
maschine zur  selbsttätigen  Herstellung  gemusterter  Fliesen" 

ist  bereit,  Lizenzen  zu  erteilen. 

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der  Glasindustrie 
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*Viu  —  »r.  39 


431  + 


SPRECHSAAL-COBURO. 


i»2i.  (16.  Jahrgang.) 


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gläser,  100  nnrt   »50  g, 
20  000    weite  Köliisoh- 
Wasserflaschen,  50 
und  100  g, 
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halbweiß   und    biaou,  in 
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Kruken    mit  Zelloloid- 
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4/s0,  5/,0  Liter. 
Ks  handelt  sich  um  sächa. 
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Sprechsaal  erbeten.  


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St  6825  an  die  Geschäftsstelle 
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(55.  Jahrgang.) 


Coburg,  den  5.  Oktober  1922 


Nummer  40 


iiiiijiiiif!;;,;» 


Zeitschrift  für  bie  Keramischen,  Blas-  unb  perwanbten  fnDustrien 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Louis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert :  Bogra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


Fernsprecher  Nr.  59.  /  Telegramm-Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto:  Bayerische  Vereinsbank  in  Cobnrg 


Bezugspreis;   Für  Deutschland  bei  der  Post  bestellt  für  das  IV.  Vierteljahr  Jl  126.—,   unter  Streifband  JK,  205.— 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  9.—. 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt.  

Mitglied  von:  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten.   


Gias-Berulsgenossenschaft. 

Büro:  Berlin-Lankwitz,  Kaulbachstraße  6/8. 


Am  Freitag,  den  20.  Oktober  1923, 
vor  mittags  11  Uhr, 

findet  in  Eisenach,  Hotel  Bautenkranz,  eine 
außerordentliche  Genossenschaft»  Versammlung 
der  Glas-Berufsgenossenschaft  statt  mit  nachstehender 

Tagesordnung: 

1.  Erhebung  eines  Vorschusses  auf  die  Umlage  für  1922. 
Aenderung  des  §  35  der  Satzung. 

2.  Erhöhung  der  Geldstrafen.  Aenderung  des  §  22,  Absatz  2 
der  Satzung,  des  §  167  der  Unfallverhütungsvorschriften  für 
Unternehmer  und  des  §  122  der  Unfallverhütungsvorschriften 
für  Versicherte. 

3.  Aenderung  des  §  21  Abs.  2  und  3  der  Satzung  der  Haftpflicht- 
Versicherungsanstalt  der  Glas-Berufsgenossenschaft. 

4.  Etwaige  Anträge  der  Herren  Vertreter. 

5.  Verwaltnngsangelegenheiten  und  Verschiedenes. 
Zu  dieser  Versammlung  beehren  wir  uns,  die  Herren  Ver- 
treter gemäß  §  11  der  Satzung  ergebenst  einzuladen. 

Berlin -Lankwitz,  den  30.  September  1922. 

Olas-Berufsgenossenschaft. 

Der  Vorstandsvorsitzende:  M.  Großbüning,  Generaldirektor. 


Ueber  den  Gießfleck. 

Von  Dr.-Ing.  Karl  Fr.  Pfefferkorn,  Dresden.*) 

(Nachdruck  verboten.) 

I.  Teil. 
Einleitung. 

In  der  keramischen  Industrie  sind  heute  drei  wichtige  Ver- 
ahren  zur  Formgebung  gebräuchlich.  Man  bewirkt  die  Ge- 
staltung: 

1.  Mittelst  Handarbeit  mit  oder  ohne  Gipsformen, 

2.  Mittelst   mechanischer  Einrichtungen:  Formen  auf  der 
Drehscheibe,  Pressen  plastischer  oder  trockener  Masse, 

3.  Durch  Gießen. 


*)  Von  der  Sächsischen  Hochschule  zu  Dresden  zur  Erlangung  der 
Vttrde  eines  Doktor-Ingenieurs  genehmigte  Dissertation. 


Die  beiden  ersten  Verfahren  sind  in  ihrem  Grundprinzip 
sehr  alt,  aber  im  Laufe  der  Zeit  hat  man  sie,  besonders  das 
Formen  mit  maschinellen  Anlagen,  auf  eine  hohe  Stufe  der 
Entwicklung  gebracht.  Die  Herstellung  der  Gegenstände  durch 
Gießen  ist  erst  in  späterer  Zeit  nach  vielen  Bemühungen  ge- 
lungen. Schon  um  die  Mitte  des  vorigen  Jahrhunderts  bat 
man  in  Meißen1)  zum  ersten  Male  keramische  Massen  mit 
Wasser  zu  einem  gießbaren  Brei  angerührt  und  damit  ge- 
gossen. Später  begann  man  auch  in  der  Königlichen  Manu» 
faktur  zu  Sevres  nach  diesem  Verfahren  zu  arbeiten. 

Da  die  Tonwandung,  die  bei  dem  Aufsaugen  des  Wassers 
durch  die  Gipsform  entsteht,  stets  noch  reichliche  Mengen 
Wasser  enthält,  so  zerreißen  größtenteils  die  Gegenständ  a 
beim  späteren  Eintrocknen.  Dieser  Uebelstand  wurde  erst 
beseitigt,  als  man  einen  leichtflüssigen  Massebrei  mit  viel 
weniger  Wasser  herstellen  konnte.  Man  fand  nämlich,  daß  die 
zur  Verflüssigung  des  Tones  benützte  Wassermenge  um 
40— 45°/0  herabgesetzt  werden  kann,  wenn  man  das  Wasser 
schwach  alkalisch  macht,  indem  etwa  0,5  °/0  Soda  oder  0,2  °/0 
Natronhydrat  zugesetzt  werden. 

Auf  die  Verwendung  alkalischer  Gießschiicker  hat  C  Harf- 
mann2) schon  hingewiesen.  Er  schlägt  Kochsalz  oder  schwärze 
Seife  zur  Verflüssigung  der  Masse  vor. 

Trotz  dieses  erkannten  Vorteiles  ist  das  alkalische  Gieß- 
verfahren bis  etwa  1895  in  größerem  Maßstabe  nicht  ange- 
wendet worden.  Erst  als  man  dem  Karlsbader  Rechtsanwalt, 
Dr.  Goetz,  ein  Patent  auf  diese  schon  lange  bekannte  Tat- 
sache  erteilte,  begannen  sich  die  deutschen  Keramiker  zu 
regen.  Renö  von  Boch3)  focht  in  Gemeinschaft  mit  dem 
Coburger  Professor  A.  Schmidt  den  Patentanspruch  an  und 
hatte  Erfolg.  Das  Kaiserliche  Patentamt  erklärte  das  Patent 
für  nichtig,  und  das  Reichsgericht  schloß  sich  als  Berufungs- 
instanz am  10.  Oktober  1896  dieser  Entscheidung  an.  Die 
keramische  Industrie  konnte  jetzt  ungehindert  das  Alkaligiefi- 
verfahren  anwenden  und  die  technischen  Schwierigkeiten,  die 
noch  im  Wege  lagen,  beseitigen,  allerdings  mit  Ausnahme 
einer  Erscheinung.  Bei  der  allgemeinen  Anwendung  des  Gieß- 
verfahrens stellte  sich  alsbald  ein  außerordentlich  lästiger 
Fabrikationsfehler  ein,  der  darin  bestand,  daß  an  fertigen 
Gegenständen  kleinere  oder  größere  Flächen  auftraten,  die  sehr 
wenig  oder  gar  keine  Glasur  angenommen  hatten.  Diet>e 
sonderbaren  Stellen,  die  bis  heute  noch  immer  und  sehr  oft 

»)  ß.  Dietz,  „Das  Porzellan",  S.  46. 

2)  C.  Hartmann,  „Die  Tonwarenfabrikation",  Sprechsaal  1894,  8.  1028. 
s)  Eugen  von  Boch,  von  Adam  Gö'rgen,  Saarlouis,  1912,  S.  16. 


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SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


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n  starkem  Maße  auftreten,  befinden  sich  meist  da,  wo  der 
Gießschiicker  auf  die  Gipsform  aufgetroffen  ist.  Da  diese 
Fehler  nur  bei  gegossenen  Gegenständen  sich  einstellen,  so 
spricht  man  von  Gießflecken. 

Seit  der  Einführung  des  Gießverfahrens  hat  man  oft  ver- 
sucht, diesen  Uebelstand  zu  beseitigen,  aber  meist  ohne 
nennenswerten  Erfolg.  Hier  und  da  ist  auch  nach  der  Ursache, 
r"ih  der  Entstehung  der  Gießflecke  geforscht  worden,  doch 
bewegen  sich  die  Erklärungen  alle  mehr  oder  weniger  auf 
theoretischer  Grundlage. 

Vielfach  wurde  die  Ansicht  vertreten,  daß  die  Flecke  ver- 
ursacht werden  durch  Anreicherung  der  Masse  mit  löslichen 
Salzen,  besonders  mit  der  zum  Gießen  verwendeten  Soda  an 
den  betreffenden  Stellen.  Die  Annahme  wurde  aber  bald  wider- 
legt; denn  auch  Gießmassen,  die  nicht  mit  Soda  versetzt  waren, 
zeigten  die  Flecke. 

Von  anderer  Seite  wurde  angenommen,4)  daß  die  Masse 
durch  schnelle  Wasserentziehung  an  der  Stelle,  wo  sie  auffällt, 
dichter  wird. 

Eine  ganz  andere  Erklärung  für  die  Entstehung  der  Gieß- 
flecke wurde  im  Jahre  1913  gegeben.  Sie  führt  auf  die 
Arbeiten  von  F.  Foerster  und  Billitzer  zurück.  Ersterer  be- 
richtet, „daß  starke  Basen  durch  ihre  überwiegend  wirkenden, 
negativ  geladenen  OH-Ionen  die  Tonteilchen  abstoßen.  Das 
Wasser  kann  sich  leichter  zwischen  die  einzelnen  Teilchen 
schieben,  die  Verflüssigung  wird  erleichtert,  während  Säuren 
eine  Fällung  herbeiführen,  indem  die  positiv  geladenen  H-Ionen 
die  Tonteilchen  anziehen,  mit  ihnen  größere  Gebilde  erzeugen, 
die  sich  für  das  Auge  sichtbar  niedergeschlagen."  Analog  wie 
die  Säuren  werden  auch  Sulfate  wirken.  Die  Erklärung5)  sei 
im  Anschluß  hieran  wörtlich  mitgeteilt: 

„In  den  Poren  der  immer  etwas  feuchten  Gipsformen  be- 
findet sich  etwas  Gipslösung,  die  beim  Aufprallen  des  Schlicker- 
strahles herausgeschwemmt  wird,  an  dieser  Stelle  die  Masse 
versteift  und  die  dabei  ausgeflockten  Kolloide  hier  in  größerer 
Menge  ansammelt.  Diese  an  der  Eingaßstelle  angereicherten 
Kolloide  bewirken  im  Brande  eine  Verdichtung  der  Masse, 
so  daß  der  Scherben  an  dieser  Stelle  nicht  mehr  saugt  und 
keine  Glasur  annimmt." 

F.  Foerster6)  berichtet  in  der  Abhandlung  „Ueber  das 
Gießen  des  Tones"  über  die  merkwürdige  Erscheinung  des 
Gießfleckes.  Er  sagt  wörtlich:  „Da,  wo  ein  scharf  auf  eine 
Gipsform  aufgegossener  Strahl  von  Tonbrei  diese  getroffen 
hat,  zeigt  der  fertig  geformte  Gegenstand  ein  so  stark  ver- 
dichtetes Gefüge,  daß  er  hier  beim  Eintauchen  in  das  Glasurbad 
keine  Glasur  mehr  einsaugt.  Es  liegt  nahe,  daran  zu  denken, 
daß  die  beim  kräftigen  Aufschlagen  des  Tonbreies  auf  Gips 
besonders  reichlichen,  sich  von  diesem  im  Tonbrei  lösenden 
Mengen  alsbald  ein  Erstarren,  eine  plötzliche  große  Verdichtung 
der  von  ihnen  durchzogenen  Anteile  des  Tonbreies  hervorrufen, 
'  welche  dann  durch  die  Schwindung  beim  weiteren  Austrocknen 
des  Gegenstandes  so  stark  wird,  daß  die  zur  Glasuraufnahme 
erforderliche  Porosität  des  Scherbens  an  dieser  Stelle  ver- 
loren geht." 

Im  Jahre  1913  veröffentlichte  sodann  C.  Tostmann7)  eine 
Abhandlung,  in  der  er  die  fragliche  Erscheinung  auf  eine  Ent- 
mischung der  MaBse  zurückführt.  Da,  wo  der  Strahl  auftritt, 
wird  die  plastische  Tonsubstanz  angesaugt,  während  die  mageren 
Bestandteile  abgeschleudert  werden.  Die  Stelle  nun,  wo  die 
reine  Tonsubstanz  haften  geblieben  ist,  gibt  dann  eine  stärkere 
Schwindung,  da  sie  ja  keine  Magerungsmittel  mehr  enthält. 
Nebenbei  soll  nach  Tostmann  noch  an  der  Eingußstelle  der  in 
dünner  Haut  abgelagerte  Ton  durch  geringe  Mengen  von 
Calciumsulfat  eine  Kolloidstoffanreicherung  erfahren,  der  seine 
Verdichtung  im  Bauhbrande  begünstigt. 

H.  Stein8)  bestreitet  die  Ausführungen  Tostmanns.  Eine 
Entmischung  der  Masse  kann  nicht  in  Frage  kommen,  da  Gips- 
formen, wenn  sie  wiederholt  in  Gebrauch  gewesen  sind,  also 
sehr  viel  Wasser  enthalten,  auch  dann  noch  Gießflecke  geben. 
In  solchem  Falle  ist  plötzliche  Entmischung  infolge-  schneller 
Wasserentziehung  nicht  gut  denkbar.  Stein  führt  vielmehr  die 
Ursache  auf  die  Soda  in  der  Gießmasse  zurück. 

Endlich  sei  noch  eine  kurze  Mitteilung  von  K.  Jakob9) 
erwähnt.  Er  erhielt  mit  geschlämmtem  Lischwitzer  Ton,  der 
außerordentlich  arm  an  mageren  Bestandteilen  war,  keine 
Gießflecke.  Der  Ton  hatte  im  ungeschlämmten  Zustande  die 
Zusammensetzung:  / 

Tonsubstanz   95,58  °/0 

Quarz  4,27  °/0 

Feldspat  0,16  °/0 

*)  Sprechsaal  1810,  Nr.  18,  8.  273. 

'•)  Fragekasten  der  Keramischen  Rundschau  1913,  Nr.  38,  S.  393. 
•{  Chemische  Industrie,  XXVIII,  Nr.  24  (1915). 
7)  Keramische  Kundschau  1914,  8.  11  und  317. 
)  Keramische  Randschau  1914,  8.  11. 
■)  Ebenda  1914,  8.  84. 


Diese  Beobachtung  ist  nach  Jakob  eine  starke  Stütze  für 
die  Tostmannsche  Erklärung,  da  ein  an  Tonsubstanz  hoch- 
wertiger Ton  sich  nicht  entmischen  und  demgemäß  die  ver- 
dichtete Auffallstelle  des  Strahles  nicht  geben  kann. 

Zur  Verhütung  des  Gießfleckes  sind  zahlreiche  Vorschläge 
angegeben  worden,  die  sich  aber  untereinander  meist  wider- 
sprechen. Es  ist  dies  auch  nicht  verwunderlich  ;  denn  so  ver- 
schieden die  Erklärungsversuche  sind,  so  voneinander  stark 
abweichende  Vorschriften  zur  Beseitigung  des  Fehlers  hat  man 
gegeben. 

Da,  wo  die  Soda  die  Ursache  sein  soll,  hat  man  diese 
teilweise  durch  Alkaliwasserglaslösungen  ersetzt  und  vielleicht 
auch  Erfolg  gehabt.  In  anderen  Fabriken  dagegen  kam  man 
auf  diese  Weise  garnicht  zum  Ziele.  Hier  wurde  dem  Uebel- 
stande  auf  mechanischem  Wege  begegnet,  indem  man  die  ver- 
schiedensten Eingußvorrichtungen  konstruierte,  die  jetzt  noch 
angewendet  werden;  aber  vielfach  mit  ganz  geringem  Erfolg. 

Hierüber  ist  leider  wenig 
in  Erfahrung  zu  bringen, 
da  es  sich  in  den  meisten 
Fällen  um  Fabrikationsge- 
heimnisse handelt.  In  eini- 
gen Betrieben  verfährt 
man  derart,  daß  der  Masse- 
strahl nicht  direkt  auf  die 
Gipsform  aufprallt,  son- 
dern erst  auf  eine  Metall- 
platte, die  an  dem  Ein- 
gußtrichter befestigt  ist. 
(Figur  1.) 

Figur  1. 

a  ist  die  Gipsform,  auf  die  das  Holzgestell  b,  das  den  Ein- 
gußtriehter  c  trägt,  aufgesetzt  ist.  An  e  ist  die  Metallplatte  d 
befestigt. 

Verfasser  hat  diese  Vorrichtung  praktisch  ausprobiert, 
konnte  aber  damit  den  Gießfleck,  der  jetzt  an  anderen  Stellen 

der  Oberfläche  auftritt,  nicht 
beseitigen. 

An  anderer  Stelle  führt 
man  die  Mündung  des  Ein- 
gußrohres  bis  auf  den  Boden 
der  Form,  biegt  diesen  hier 
um  90°  um  und  bewirkt  da- 
mit, daß  der  Schlickerstrahl 
an  der  Gipsfläche  entlangläuft 
(Figur  2). 

Auf  diese  Weise  erreichte 
man,  daß  der  Gießfleck  zum 
größten  Teil  an  der  Fläche  a 
verschwand,  dafür  aber  bei  b 
wieder  auftrat. 

Figur  2. 

Auch  Ueberläufe  sind  angewendet  worden,  wie  es  Fig.  3 
schematisch  darstellt.  Aber  auch  hier  ist  nur  wenig  Erfolg 
zu  verzeichnen, 

Viel  wirkungsvoller  erwies 
sich  das  Verfahren  von  A. 
Hoffmann.  Es  wird  hierbei 
die  Stelle  der  Gipsform,  wo 
der  Massestrahl  auftritt,  mit 
Gießschiicker  angestrichen. 
Sehr  oft  aber  treten  auch 
hier  Gießflecke  auf,  wenn 
die  fertig  gegossenen,  leder- 
harten Gegenstände  abge- 
schwemmt werden. 

Nicht  zuletzt  sind  auch  Aen- 
derungen  in  der  Masse  vor- 
genommen worden.  So  soll  der 
Gießfleck  völlig  verschwinden, 
wenn  der  Ton  elektroosmotisch  gereinigt  worden  ist  oder  wenn 
man  den  größten  Teil  des  Tones  in  schwach  verglühtem  Zu- 
stand zum  Masse- Versatz  nimmt.  Wie  weit  sich  diese  beiden 
letzteren  Vorschläge  bewährt  haben,  entzieht  sich  meiner 
Kenntnis. 

Beim  genauen  Studium  der  Literatur  über  den  Gießfleck, 
die  wenig  umfangreich  ist,  hat  Verfasser  die  Ueberzeugung 
gewonnen,  daß  über  diesen  Gegenstand  systematische  Unter- 
suchungen wohl  noch  nicht  ausgeführt  worden  sind.  Die;  zur 
Veröffentlichung  gekommenen  Abhandlungen  aber  wider- 
sprechen sich  so  sehr,  daß  es  hier  lohnend  schien,  die  fragliche 
Erscheinung  experimentell  zu  studieren.  So  hat  Verfasser  den 
„Gießfleck"  als  Thema  dieser  Arbeit  gewählt. 


Figur  3. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL-  COBURG. 


Nr.  40  —  443 


Figur  4  a. 


II.  Teil. 

Experimentelle  Untersuchungen. 
Experimentelle  Untersuchungen  über  den  Gießfleck  sind, 
wie  aas  der  Literatur  hervorgeht,  in  nur  ganz  geringem  Um- 
fange angestellt  worden.  Die  Erklärungsversuche  nnd  Vor- 
schläge zur  Beseitigung  sind  zum  größten  Teil  durch  Be- 
obachtungen im  praktischen  Betriebe  hervorgegangen.  Hier 
aber  sind  die  Verhältnisse  am  kompliziertesten.  Eine  kera- 
mische Masse,  die  sich  aus  vier  Substanzen  (Ton,  Feldspat, 
Qaarz  und  Soda)  zusammensetzt,  und  die  verschiedenen 
Flächen  der  Gipsformen  setzen  einer  einwandfreien  Be- 
obachtung große  Schwierigkeiten  entgegen.  Hinzu  kommt 
noch,  ganz  abgesehen  von  der  stets  wechselnden  Konsistenz 
des  Massebreies,  daß  die  Tonsnbstanz  des  letzteren  in  den 
meisten  Fällen  ein  Gemenge  aus  mehreren  untereinander  ganz 
verschiedenen  Tonen  ist.  Ferner  hat  man  das  Wasser,  das  zur 
Verflüssigung  des  Masse-Versatzes  dient,  nicht  außer  acht  zu 
lassen,  da  es  mehr  oder  weniger  Salze  gelöst  enthält,  die  evtl. 
auch  von  Einfluß  sein  können. 

Diese  Ueberlegungen  veranlaßten  mich,  zu  meinen  Unter- 
suchungen die  denkbar  einfachsten  Verhältnisse  zu  wählen. 
So  bestand  bei  sämtlichen  Versuchen  der  Gießbrei  nicht  aus 
einer  Mischung  von  verschiedenen  Tonen,  nondern  nur  aus 
einem  geschlämmten  Tone,  dessen  Zusammensetzung  durch  die 
Analyse  ermittelt  werden  konnte.  Die  Verflüssigung  des  Tones 
geschah  mit  destilliertem  Wasser  ohne  irgendwelche  Zusätze 
von  Alkalien  bezw.  Soda.  Das  Gießen  wurde  in  der  Weise 
ausgeführt,  daß  der  mäßig  dünnflüssige  Tocbrei  aus  der 
Oeffnung  eines  Behälters  in  dünnem  Strahle  (Durchmesser  des 
Strahles  betrug  4  bis  5  mm)  auf  eine  wagrecht  liegende, 
ebene  Gipslläche  aufprallt.  Die  Gipsform  besaß  folgende 
Gestalt  (Fig.  4). 

Fig.  4  a  stellt  die  Aufsicht 
auf  die  Form  bei  abgenommenem 
Kranze  dar.  a  ist  die  eigentliche 
Form,  b  ist  ein  quadratischer 
Gipskranz,  der  auf  a  gesetzt 
wird.  Hierdurch  wird  der  Baum- 
inhalt der  Form  vergrößert. 
Ist  der  Tonbrei  eingetrocknet, 
so  wird  der  Kranz  abgehoben, 
und  die  noch  weiche  quadra- 
tische Platte  läßt  sich  bequem 
herausnehmen.  Die  Gießvorrich- 
tung, die  auch  in  der  einfachsten 
Weise  gebaut  wurde,  stellt 
Fig.  5  dar.  A  ist  ein  Blechgefäß 
Der  Glashahn  b  ist  mittels 
Gummischlauches  an  das  Glas- 
rohr c  angesetzt.  Das  Ganze  ist 
unbeweglich  an  einem  eisernen  Figur  4b. 

Stativ  aufmontiert.  Die  Fallhöhe  des  Ton- 
breies wird  durch  die  Strecke  d — e  dar- 
gestellt. 

Die  Gießversuche  wurden  der  Reihe 
nach  mit  fünf  verschiedenen  Tonen  aus- 
geführt. Um  nun  eine  gewisse  Gleich- 
mäßigkeit des  Materials  bei  allen  Versuchen 
zu  gewährleisten,  wurde  der  Bohton  in 
folgender  Weise  behandelt: 

Eine  größere  Menge  desselben  weichte 
ich  in  destilliertem  Wasser  auf  zu  einem  fei- 
nen Schlamm  und  rieb  diesen  dann  durch  ein 
Sieb  aus  Kupferbronzedrahtgewebe,  das  auf 
1  qmm  200 Maschen  enthielt.  Hierbei  blieben  6  tKH 

alle  mechanischen  Beimengungen,  wie  Grob- 
sand, Gesteinstrümmer,  Holzreste,  Kohle 
und  dergleichen  auf  dem  Sieb  zurück,  wäh- 
rend die  Tonsubstanz,  der  Feinsand  und 
Feldspat  hindurchgingen.  Nachdem  dies 
letztere  Material  auf  einer  Dampfplatte  voll- 
ständig eingetrocknet  und  sodann  gut 
pulverisiert  war,  wurden  davon  2  kg  mit 
ö  Liter  destilliertem  Wasser  angerührt  Mit 
dem  so  erhaltenen  mäßig  dünnflüssigen  Brei 
führte  ich  die  Gießversuche  aus.  Zu  jedem 
Gusse  wurde  eine  neue  Form  verwendet. 

Von  Wichtigkeit  war  nun  die  Zasam-  ggy 
mensetzung  des  geschlämmten  Tones  Diese 
zu  ermitteln,  kamen  zwei  Wege  in  Betracht, 
die  rein  chemische  und  die  rationelle  Ana-  ws-y* 
lyse.    Da  es  darauf  ankam,  die  Menge  der  Figur  5. 

Komponenten  des  geschlämmten  Tones  genau  zu  erfahren,  wurde 
die  lationelle  Analyse  angewendet.^Von  den  vielen  hierüber 


gegebenen  Vorschriften  wählte  ich  diejenige  von  Seger10)  und 
verfuhr  in  der  folgenden  Weise : 

Von  dem  geschlämmten  und  bei  120°  C  längere  Zeit 
getrockneten  Tone  wurden  4  bis  5  g  abgewogen  und  in  einer 
Platinschale  mit  etwa  150  ccm  destilliertem  Wasser  unter 
Erwärmen  aufgeweicht  zu  einem  zarten  Schlamm.  Nach  dem 
Erkalten  wurden  50  ccm  konzentrierte  Schwefelsäure  unter 
gutem  Umrühren  zugegeben,  über  freier  Flamme  der  Inhalt 
der  Schale  bei  aufgelegtem  Uhrglase  solange  gekocht,  bis 
die  Schwefelsäure  anfing  stark  zu  rauchen.  Die  Tonsubstanz 
war  dann  in  Aluminiumsulfat  und  Kieselsäurehydrat  zerfallen. 
Den  Inhalt  der  Schale,  der  mit  Wasser  verdünnt  wurde, 
filtrierte  ich  ab  und  wusch  den  Rückstand,  der  aus  Kiesel- 
säurehydrat, Feldspat  und  Feinsand  bestand,  mit  salzsäure- 
haltigem Wasser  aus.  Der  Filterrückstand  wurde  sodann 
mit  verdünnter  Natronlauge  gut  ausgekocht,  abfiltriert  und  mit 
verdünnter  Salzsäure  abermals  gekocht.  Um  das  aus  der 
Tonsubstanz  stammende  Kieselsäurehydrat  völlig  zu  beseitigen, 
wurde  der  verbleibende  Rückstand  wieder  mit  Natronlauge  und, 
nach  vorherigem  Filtrieren,  mit  verdünnter  Salzsäure  gekocht, 
dann  aufs  Filter  gebracht  und  mit  verdünnter  Salzsäure  gut 
ausgewaschen.  Der  Rückstand,  der  nun  aus  Feldspat  und  Fein- 
sand bestand,  wurde  in  einem  Platintiegel  verascht  und  ge- 
wogen, mit  verdünnter  Schwefelsäure  befeuchtet  und  mit  Fluß- 
säure versetzt.  Nach  dem  Abdampfen  auf  dem  Wasserbade 
wurde  die  Schwefelsäure  über  freier  Flamme  abgeraucht,  der 
Tiegelrückstand  mit  verdünnter  Salzsäure  digeriert  und  dann 
filtriert.  Im  Filtrat  war  jetzt  die  Tonerde  des  Feldspats  in 
Form  von  A1$(S04)3,  die  in  der  üblichen  Weise  durch  zwei- 
maliges Fällen  mit  Ammoniak  bestimmt  wurde.  Das  gefundene 
Gewicht  an  A1203  ergab,  mit  5,41  multipliziert,  die  im  ge- 
schlämmten Tone  vorhandene  Menge  Feldspat.  Der  Feinsand- 
gehalt wurde  aus  der  Differenz  des  Feldspats  vom  Gesamt- 
rückstand berechnet.  Nach  Abzug  des  Gewichtes  an  Feldspat 
und  Feinsand  von  der  Ton-Einwage  resultierte  die  Menge  der 
Tonsubstanz. 

Um  eine  Kontrolle  über  die  Analysenresultate  zu  erhalten, 
bestimmte  ich  in  jedem  geschlämmten  Tone  nebenher  die  Ge- 
samtkieselsäure. Diese  muß  mit  der  errechneten  aus  der_Ton- 
substanz,  aus  dem  Feinsand  und  dem  Feldspat  annähernd  über- 
einstimmen. Für  die  Berechnungen  der  Gesamtkieselsäure 
wurden  folgende  Formeln  verwendet: 

Tonsubstanz  (Kaolinit)  =  Al2Os .  2  SiO, .  2H20 
Feldspat  =  K20  .  A120, .  6  Si02 

Bei  der  Bestimmung  der  Gesamtkieselsäure  wurden  etwa 
10  g  des  geschlämmten  Tones  im  Platintiegel  2  Stunden  scharf 
geglüht  und  der  Glühverlust  festgestellt.  Die  geglühte,  aufs 
allerfeinste  pulverisierte  Substanz  schloß  ich  dann  mit  Soda 
in  der  üblichen  Weise  auf.  Die  gefundene  Kieselsäure  mußte 
dann,  unter  Berücksichtigung  des  Glüh  Verlustes,  umgerechnet 
werden  auf  geschlämmten  Ton.  (Fortsetzung  folgt) 


Die  Teergewinnung  aus  dem  Generator engas. 

(Nachdruck  verboten.) 

Die  unerbittliche  Notwendigkeit  unserer  jetzigen  Wirt- 
schaftslage, jedes  Natur-  und  Abfallprodukt  auf  das  vollstän- 
digste zu  verwerten,  um  die  Industrie  auf  den  Füßen  zu  er- 
halten nnd  wirtschaftlich  zu  arbeiten,  hat  es  mit  sich  gebracht, 
daß  die  Teerabsonderungen  aus  dem  Generatorgas  in  den  Glas- 
hütten im  allgemeinen  nicht  mehr  achtlos  auf  den  Schutthaufen 
kommen,  sondern  gesammelt  werden,  da  daraus  Schmieröle, 
Treiböle,  Leuchtmittel  u.  a.  m.  sich  gewinnen  lassen,  wozu  bisher 
nur  der  Kokereiteer  verwendet  wurde. 

Es  läßt  sich  natürlich  vom  Generatorgas  in  den  Glashütten 
ein  Teer  von  einer  besonderen  oder  stets  gleichbleibender  Zu- 
sammensetzung nicht  gewinnen;  denn  die  letztere  hängt  außer 
von  dem  Brennstoff  sehr  viel  davon  ab,  bei  welcher  Tempera- 
tur die  Vergasung  des  letzteren  vor  sich  geht.  Da  nun  die 
Generatoren  aber  nicht  immer  gleich  heiß  gehen,  weil  der  Gas- 
verbrauch ziemlich  großen  Schwankungen  unterworfen  ist,  so 
wechselt  naturgemäß  auch  die  Art  des  Teers. 

Es  gibt  aber  immer  noch  Werke  genug  —  besonders  kleine, 
die  nur  mit  einem  oder  zwei  Oefen  arbeiten  und  demzufolge 
nur  wenig  Teerabfall  haben  —  die  sich  noch  nicht  mit  der 
rechten  Energie  der  Aufgabe  der  Teergewinnung  widmen,  in 
dem  Glauben,  daß  es  auf  das  Wenige  nicht  ankomme  und  es 
sich  überhaupt  nicht  lohne.  Dieser  Standpunkt  ist  aber  heute 
nicht  richtig,  denn  auch  die  geringste  Teermenge  sollte  nicht 
achtlos  vergeudet,  sondern  der  weiteren  Verarbeitung  zugeführt 
werden,  umso  mehr,  als  der  Teerpreis  ganz  annehmbar  ist. 
Der  jüngste  Fortschritt  der  Teergewinnung  aus  Generatorgas 
ist  die  Erstellung  von  Generatoren  mit  Tieftemperaturteer- 
gewinnung,  das  sind  Schwelgeneratoren,  in  denen  schon  bei 

10^Tonnidustrie-Zeitnng  J892,  S.  491;  1893,  S.  288. 


444  —  Nr.  4.0 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


der  Gaserzeugung  der  Teer  dadurch  gewonnen  wird,  daß  die 
den  Teer  enthaltenden,  Schwelgase  besonders  abgeführt  und 
bei  niedriger  Temperator  entteert  werden  und  nur  das  Rein- 
gas  direkt  zur  Verbranchsstelle  geleitet  wird. 

Es  ist  aber  nun  nicht  jedes  Werk  finanziell  so  gestellt, 
daß  es  jede  aufkommende  Neuerung  sogleich  auch  einführen 
kann;  denn  es  macht  doch  ganz  erhebliche  Kosten  aus,  die 
schon  vorhandenen  Generatoren  durch  neue  zu  ersetzen  oder, 
wenn  angängig,  auf  die  Gewinnung  von  Urteer  umbauen  zu 
lassen.  Im  nachstehenden  sollen  daher  praktische  Winke  und 
Batschläge  gegeben  werden,  wie  man  ohne  große  Umänderungen 
der  Gesamtanlage  und  ohne  große  Auslagen  den  sich  abschei- 
denden Teer  ebenfalls  für  die  Nebenproduktengewinnung  rest- 
los sammeln  kann. 

Verfasser  dieses  ist  der  Meinung,  daß  das  Generatorgas 
nicht  übermäßig  vom  Teer  befreit  werden  sollte,  und  zwar 
nur  soviel,  als  sich  auf  dem  Wege  zu  den  Oefen  von  Natur 
aus  absetzt;  es  sollte  nur  darauf  geachtet  werden,  daß  dieser 
Teerabsatz  durch  Ausbrennen  u.  dergl.  nicht  verloren  geht, 
während-  der  übrige  vom  Gas  noch  mitgeführte  Teer  die  Heiz- 
kraft des  Gases  noch  erhöht. 

Die  nachfolgend  gegebenen  Ausführungen  behandeln  prak- 
tisch bewährte  Einrichtungen,  wie  sie  in  Glashütten  schon 
jahrelang  anstandslos  in  Betrieb  sind;  in  diesen  Werken  war 
man  schon  früher  bestrebt,  den  Teer  in  flüssigem,  also  Ur- 
zustände, abzuleiten  bezw.  zu  sammeln,  nicht  in  der  Absicht, 
ihn  zwecks  der  Weiterverwendbarkeit  zu  gewinnen,  sondern  um 
einem  Verstopfen  der  Kanäle  vorzubeugen  und  die  so  lästige 
Arbeit  des  Kanälereinigens  bezw.  Ausbrennens  möglichst  zu 
umgehen. 

Die  Generatoren,  gleich  welchen  Systems,  dürfen  nicht  zu 
klein  oder  müssen  wenigstens  in  genügender  Anzahl  vorhanden 
sein,  damit  sie  besonders  bei  Schmelzbeginn  nicht  zu  scharf 
gehen.  Die  Schütthöhe  ist  dem  Brennstoff  gut  anzupassen 
und  darf  vor  allem  nicht  zu  niedrig  gehalten  werden,  um  das 
Durchbrennen  des  Brennmaterials  zu  verhüten;  denn  tritt 
letzteres  ein,  so  verbrennt  das  Gas  schon  teilweise  im  Gene- 
rator, und  es  entsteht  dadurch  in  den  anstoßenden  Kanälen 
eine  so  große  Hitze,  daß  sich  der  darin  befindliche  Teer  ent- 
zündet. Hält  dieser  Zustand  länger  an,  so  brennt  der  Teer 
immer  weiter  aus,  und  es  dauert  garnicht  lange,  so  ist  der 
Teer  im  ganzen  Kanälnetz  ausgebrannt;  aus  dem  Rückstand 
lassen  sich  keine  Nebenprodukte  mehr  gewinnen,  und  derselbe 
muß  vollständig  ausgebrannt  werden.  Bei  der  größten  Vor- 
sicht und  bei  Beachtung  aller  Umstände  bleibt  es  aber  doch 
nicht  aus,  daß  die  Generatoren  zeitweise  doch  heißer  gehen, 
als  es  für  die  Teergewinnung  wünschenswert  ist;  es  ist  deshalb 
Vorsorge  zu  treffen,  daß  das  heiße  Gas  nicht  auch  zu  heiß  in 
das  Kanalnetz  eindringt.  Diesem  Umstände  ist  schon  stets 
Rechnung  getragen  worden,  indem  die  Gaserzeuger  mit  den 
Gaskanälen  durch  eiserne  Ueberführungsbogen  verbunden  sind, 
die  aber  vielfach  dem  Zweck  entsprechend  nicht  sachgemäß 
ausgeführt  sind  und  oft  nur  einfache  Blechhauben  darstellen. 

Solche  gewöhnliche  Blechhauben  trifft  man  da  überall  an, 
wo  die  Ansicht  besteht,  daß  die  Ueberführungsbogen  einzig 
nur  den  Zweck  haben,  die  Verbindung  zwischen  Generator  und 
Gassammeikanal  herzustellen;  und  doch  sind  gerade  diese 
Ueberführungsbogen  die  erste  und  dabei  sehr  einfache  Einrich- 
tung für  die  Teergewinnung,  denn  hier  kann  schon  das  meiste 
des  im  Gas  enthaltenen  Teers  abgesondert  werden.  Je  nach- 
dem welcher  Brennstoff  vergast  wird,  müssen  die  Ueberfüh- 
rungsbogen mehr  oder  weniger  hoch  sein ;  jedenfalls  sind  sie 
nicht  leicht  zu  hoch.  Damit  nun  der  Teer,  der  sich  ja  vor- 
nehmlich an  der  Innenwandfläche  des  Bogens  absetzt  und 
herabläuft,  ungehindert  von  innen  herausdringen  kann,  zahnt 
man  den  Bogen  unten  etwa  5  cm  tief  aus,  sodaß  er  nur  auf 
diesen  Zähnen  steht.  Der  Wasserring  ist  wenigstens  10  cm 
hoch  und  ebenso  breit  zu  machen,  damit  einmal  der  Bogen 
tief  genug  im  Wasser  oder  Teer  steht  und  sodann  der  Ring 
bei  Bedarf  mittels  eines  flach  geschärften  Eisens  von  ver- 
dicktem Teer  gereinigt  werden  kann.  Die  bisher  verwendeten 
Ueberführungsbogen  stehen  auf  jeder  Seite  in  einem  eigenen 
Wasserring;  für  die  Teergewinnung  ist  es  .  aber  praktischer, 
wenn  diese  beiden  Ringe,  gleich  wie  die  Wasserkränze  für  die 
Ueberführungsbauben,  miteinander  verbunden  sind.  In  die  dem 
Generator  gegenüber  liegende  äußere  Kranzseite  macht  man 
eine  1  cm  tiefe  Rinne,  legt  an  diese  Kerbe  eine  Blechrinne  an 
und  leitet  letztere  in  ein  bereitstehendes  Faß.  Die  Rinne  muß 
indes  etwas  Gefälle  haben,  und  der  Teer  läuft  dann  auf  diese 
Weise  von  selbst  in  das  Teerfaß  ab.  Damit  das  Faß  aber  nicht 
tief  gestellt  zu  werden  braucht,  legt  man  den  Wasserkranz, 
wenn  möglich,  erhöht  über  dem  Boden  an  und  kann  dann  auch 
die  vollgelaufenen  Fässer  bequem  schließen,  fortrollen  und 
durch  neue  ersetzen.  Das  Wasser,  das  sich  im  Teer  befindet, 
scheidet  sich  zum  größten  Teil  im  Faß  aus  und  kann  von  hier 
beliebig  weiter  geleitet  werden.   Der  Wasserring  ist  ständig 


mit.  Wasser  voll  zu  halten ;  au  diesem  Zweck  wird  am  besten 
ein  Rohr  über  dem  Ueberführungsbogen  montiert,  durch  welches 
sich  Wasser  beliebig  stark  auf  den  Ueberführungsbogen  leiten  läßt, 
und  zwar  in  der  Weise,  daß  es  auf  der  Seite  nach  dem  Gene- 
rator zu  über  dem  Bogen  hinweg  in  den  Wasserkranz  herab- 
läuft. Diese  Anordnung  ist  deshalb  zu  treffen,  damit  das  Wasser 
auf  der  entgegengesetzten  Seite  vom  Teerablauf  in  den  Wasser- 
kranz gelangt,  somit  nicht  gleich  wieder  durch  den  Ablauf  ab- 
fließen kann;  ferner  wird  auf  diese  Weise  der  Ueberführungs- 
bogen auf  dieser  Seite  gut  gekühlt,  demzufolge  auch  das 
aufsteigende  Gas,  und  der  Teer  setzt  sich  desto  besser  ab ; 
Wasser  gelangt  zudem  angewärmt  in  den  Wasserring  und 
kühlt  somit  den  sich  hier  angesammelten  Teer  nicht  soweit  ab, 
daß  er  hart  wird,  sondern  erhält  diesen  flüssig  genug,  um  zur 
Abflußrinne  abzulaufen. 

Es  wird  nun  wohl  bei  den  meisten  Werken  nötig  sein, 
Wasserkranz  und  Ueberführungsbogen  neu  anzuschaffen,  um 
den  Teer  anf  die  geschilderte  Weise  gewinnen  zu  können;  da 
aber  hier  angegeben  werden  soll,  wie  es  möglich  ist,  mit  wenig 
Unkosten  den  Teer  aus  dem  Generatorgas  zu  gewinnen,  so  sei 
erwähnt,  daß  der  Wasserkranz  Jwohl  vielfach  sich  noch  ver- 
wenden lassen  wird,  wogegen  der  Ueberführungsbogen  meistens 
nicht.  Waren  bisher  nur  Blechhauben  im  Gebrauch,  so  läßt 
sich  die  Teergewinnung,  wenn  der  Wasserkranz  nicht  allzu 
klein  bemessen  ist,  dadurch  einrichten,  daß  man  anstatt  der 
Ueberführungshaube  einen  Ueberführungsbogen  von  etwas 
anderer  Gestalt  als  der  oben  erwähnte  aufstellt. 

Damit  wird  aber  dem  Gas  nicht  aller  Teer  entzogen;  es 
setzt  sich  solcher  auf  dem  Wege  zur  Verbrauchsstelle  infolge 
der  Abkühlung  des  Gases  immer  noch  ab.  Der  sich  nun  er- 
gebende Teerabsatz  wird  am  besten  und  einfachsten  in  sog. 
Senkgruben  gesammelt  und  von  da  ausgepumpt.  Die  Senk- 
gruben sind  seitlich  vom  Gaskanal  liegende  Schächte  von  un- 
gefähr 50  cm  Breite,  80  cm  Länge  und  100  cm  Tiefe  unterhalb 
der  Gaskanalsohle,  die  natürlich  bis  zur  Erdoberfläche  aufge- 
führt und  da  mit  einem  gußeisernen  Deckel  oder  einer 
Schamotteplatte  abgedeckt  werden.  Von  der  Sohle  des  Gas- 
kanals mündet  ein  quadratisches  Loch  von  20  cm  Länge  und 
Breite  in  die  Senkgrube,  das  Teerabflußloch,  das  aber  mit 
einem  Schieber  versehen  sein  muß,  damit  die  Senkgrube  be- 
hufs Entleerung  jederzeit  geöffnet  werden  kann.  Damit  sich 
der  Teer  gut  nach  diesen  Abflußlöchern  hin  sammelt,  ist  die 
Sohle  des  Kanals  nach  ihnen  zu  mit  Gefälle  anzulegen.  An 
Senkgruben  sind  beim  Sammelkanal,  je  nach  seiner  Größe,  eine 
-oder  zwei  und  bei  den  Zuleitungskanälen  etwa  alle  10  m  eine 
anzulegen. 

Wird  eine  Anlage  mit  vorstehenden  Einrichtungen  versehen, 
so  ist  völlige  Gewähr  für  die  Gewinnung  des  sich  absetzenden 
Teeres  gegeben.  Wo  der  erwünschte  Erfolg  ausbleibt,  liegt  es 
nicht  etwa  an  der  Unzweckmäßigkeit  der  Einrichtungen,  sondern 
an  unsachgemäßer  Anlage  bezw.  an  nicht  genauer  Befolgung 
der  gemachten  Angaben. 

In  Fällen,  wo  man  gewillt  wäre,  die  Teerausbeute  auf  das 
ausgiebigste  zu  betreiben,  wären  außerdem  noch  sogenannte 
Gasreiniger  einzubauen;  es  wird  dann  am  besten  noch  ein 
zweiter  Sammelkanal  angelegt,  von  dem  sich  dann  die  Leitungs- 
kanäle nach  dem  Ofen  und  den  Nebenöfen  abzweigen,  und  in 
den  Verbindungskanal  der  beiden  Sammelkanäle  der  Gasreiniger 
eingebaut.  Bisher  baute  man  derartige  Gasreiniger  nur  in  den 
Gaskanal  zum  Schmelzofen  ein,  da  nur  eine  reinere  Flamme 
für  den  Ofenbetrieb  erstrebt  wurde. 

Gasreiniger  gibt  es  nun  in  verschiedenen  Ausführungen. 
Eine  einfache  und  praktisch  bewährte  Einrichtung  besteht  aus 
wenigstens  4  Reihen  senkrecht  gestellter,  gußeiserner  Röhren 
von  verschiedenem  Querschnitt,  durch  welche  das  Gas  geleitet 
wird.  Es  ergeben  sich  dann  beim  Auf-  und  Absteigen  des 
letzteren  verschiedene  Geschwindigkeiten,  was  ein  starkes  Aus- 
scheiden der  wässerigen  Bestandteile  des  Gases  zur  Folge  hat. 
Die  ausgeschiedenen  Teerprodukte  werden  in  Teersenkgraben 
unter  dem  Gasreiniger  gesammelt. 

Eine  ähnliche  gleich  gute,  aber  gemauerte  Einrichtung  be- 
steht in  der  sog.  Gasreinigungskammer,  die  ebenfalls  zwischen 
die  beiden  Sammelkanäle  eingebaut  ist.  Es  ist  dies  eine  mit 
Scheidewänden  versehene  Kammer,  deren  ©röße  sich  nach  der 
Menge  des  durchgehenden  Gases  richtet.  Für  eine  mittelgroße 
Ofenanlage  wäre  sie  ungefähr  1  m  breit  und  3  m  hoch  im 
Lichten  auszuführen.  Von  Meter  zu  Meter  ist  eine  Zwischen- 
wand einzubauen,  und  zwar  so,  daß  sie  2/,  der  Kammerhöhe 
abschließt  und  */•  als  Durchgang  frei  läßt.  Die  eine  Wand 
schließt  die  Kammer  unten,  die  folgende  oben  ab  und  so  fort; 
das  Gas  muß  also  einen  Zickzackweg  machen  und  dadurch 
setzt  sich  der  Teer  ab.  An  der  einen  Längsseite  der  Reiniganga- 
kammer  wird  eine  ebenso  lange  Teersenkgrube  eingebaut,  in 
die  von  den  einzelnen  Abteilungen  der  Kammer,  wie  bei  den 
sonstigen  Gaskanälen,  verschließbare  Verbindungskanäle  münden. 
Die  gegenüberliegende  Kammerwand  wird  bei  jedem  Abteil  mit 


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leicht  verschließbaren  Oeffnangen  versehen,  die  von  außen 
gut  zugänglich  sind,  um  eine  etwaige  Reinigung  der  Kammer 
bequem  vornehmen  zu  können. 

Diese  beiden  Gasreinigungseinrichtungen  bewähren  sich 
sehr  gut,  sind  aber,  wenn  Ueberführungsbogen  und  Teersenk- 
gruben in  der  richtigen  Weise  ausgeführt  werden,  ziemlich 
überflüssig,  selbst  wenn  Generator  und  Ofen  nahe  beieinander 
liegen.  Eine  solche  Einrichtung  kommt  bei  einer  Neuanlage 
zudem  auch  hoch  zu  stehen,  sodaß  in  solchen  Fällen  die  ört- 
lichen Verhältnisse  und  sonst  obwaltenden  Umstände  den  Aus- 
schlag geben,  ob  eine  solche  Gasreinigungseinrichtung  oder 
eine  Generatoranlage  mit  Tieftemperaturteergewionung  wirt- 
schaftlicher ist.  Meistens  wird  wohl  da  das  letztere  das 
bessere  sein,  vorausgesetzt,  daß  diese  Generatoren  das  halten, 
was  man  von  ihnen  erhofft.  Verfasser  dieses  kann  darüber 
kein  maßgebendes  Urteil  abgeben,  da  er  die  Bewährung  solcher 
Generatoren  in  der  Praxis  noch  nicht  zur  Genüge  beobachten 
und  studieren  konnte. 

Die  Teergewinnung  läßt  sich  natürlich  nur  bis  zur  Wechsel- 
einrichtung vornehmen,  von  da  an  ist  nicht  mehr  daran  zu 
denken.  Im  Interesse  einer  sparsamen  Wärme  Wirtschaft  sei 
erwähnt,  daß  die  Wechseleinrichtung  stets  so  nahe  als  nur 
irgend  möglich  am  Ofen  sein  sollte,  damit  das  Gas  beim  Durch- 
gang zum  Ofen  keinen  Teer  mehr  absondert,  denn  dieser  würde 
doch  nur  von  den  abziehenden  heißen  Gasen  zum  Verbrennen 
gebracht,  somit  nutzlos  verloren  gehen.  Die  ganze  Anlage 
läßt  sich  aber  auch  so  besser  warm  halten  und  vor  allem  läßt 
sich  die  Abhitze  in  den  Regeneratoren  viel  intensiver  ausnutzen. 

Wird  die  Teergewinnung  aus  dem  Gase  durch  Gasreini- 
gungsanlagen vorgenommen,  so  kühlen  sich  die  Gase  durch 
diese  Prozedur  bedeutend  ab.  Es  wäre  daher  bei  vielen 
Schmelzofenanlagen  darauf  Bedacht  zu  nehmen,  durch  geeig- 
netere Regeneratoren  —  diese  müssen  hauptsächlich  recht 
hoch  sein,  damit  die  durchziehenden  Gase  einen  recht  langen 
Weg  durch  die  Gittersteine  zu  machen  haben  —  die  Abhitze 
besser  festzuhalten,  wodurch  dann  die  ankommenden  Gase  so 
stark  erhitzt  werden,  daß  eine  scharfe  Flamme  erzeugt  wird, 
andernfalls  wäre  kalter  Ofengang  die  Folge ;  was  dies  aber  be- 
deutet, ist  ja  allgemein  bekannt. 

Von  großen  Werken,  die  mit  3  und  mehr  Oefen  arbeiten, 
sind  nun  schon  teilweise  Versuche  angestellt  worden,  das  Pro- 
blem der  Teergewinnung  durch  Erstellung  sogenannter  Gas- 
zentralen zu  lösen,  in  welchen  das  Gas  für  alle  Oefen  erzeugt 
und  von  denen  es  zu  den  einzelnen  Oefen  abgeleitet  wird.  Vom 
theoretischen  Standpunkte  aus  verspricht  dieser  Weg  wohl  sehr 
viel,  ob  er  sich  aber  in  der  Praxis  auch  in  der  gewünschten 
Weise  bewähren  wird,  sei  einstweilen  noch  dahingestellt.  Zu- 
dem wird  es  wohl  auch  hier  wie  bei  jeder  anderen  Neuerung 
viel  Lehrgeld  kosten,  bevor  die  Einrichtung  in  gewünschter 
Weise  arbeitet.  Das  beweist  schon  der  Umstand,  daß  Werke, 
die  diese  Neuerung  einführten,  noch  mit  Schwierigkeiten  zu 
kämpfen  haben  und  sogar  öfters  nicht  arbeiten  können,  so  daß 
sie  statt  des  erhofften  Gewinnes  vorläufig  Verlust  gegenüber 
der  früheren  Betriebsweise  haben. 

Im  nachfolgenden  seien  vom  praktischen  Standpunkte  aus 
einige  Fingerzeige  gegeben,  die  bei  Anlage  einer  solchen  Gas- 
zentrale unbedingt  mit  zu  beachten  sind,  soll  die  Lebensfähig- 
keit des  Unternehmens  nicht  schon  von  vornherein  gefährdet  sein. 

Der  Ort  für  die  anzulegende  Gaszentrale  ist  möglichst 
günstig  d.  h.  so  zu  wählen,  daß  die  einzelnen  Ofenanlagen,  die 
an  die  Zentrale  angeschlossen  werden  sollen,  gleichweit  von 
derselben  entfernt  sind.  Das  wird  sich  aber  nur  in  den  selten- 
sten Fällen  einrichten  lassen,  da  man  bei  der  Anlage  der  Oefen 
nach  dieser  Richtung  hin  bisher  keine  Rücksicht  genommen  hat. 
Eines  muß  aber  bestimmt  Berücksichtigung  finden,  nämlich,  die 
Zentrale  muß  so  tief  wie  es  die  Oertlichkeit  nur  erlaubt  ange- 
legt werden,  um  dem  Gas  zu  den  Oefen  einen  kleinen  Auf- 
trieb zu  geben,  denn  nur  so  hat  man  einige  Sicherheit,  stets 
genügend  Gas  am  Verbrauchsort  zu  haben.  Da  der  Hauptzweck 
einer  Gaszentrale  meistens  der  ist,  die  Nebenprodukte  mög- 
lichst vollständig  zu  gewinnen,  so  versieht  man  solche  Anlagen  in 
der  Regel  mit  Generatoren  für  die  Tieftemperaturteergewinnung, 
über  deren  Brauchbarkeit  speziell  in  der  Glasindustrie  der  Ver- 
fasser, wie  schon  erwähnt,  noch  nicht  genügend  orientiert  ist. 
*  So  viel  kann  aber  wohl  mit  Bestimmtheit  behauptet  werden, 
daß  sich  höchstens  die  Teerzusammensetzung  etwas  günstiger 
gestaltet,  während  die  Teerausbeute  nicht  viel  reichlicher  aus- 
fallen wird,  als  bei  Ausrüstung  der  Zentrale  mit  gewöhnlichen 
Generatoren  und  den  vorerwähnten  Teerabsonderungseinrich- 
tungen. Von  einer  Gaszentrale  sollte  man  zudem  nicht  erhoffen, 
sehr  viel  Brennstoff  sparen  zu  können;  der  Verbrauch  an 
solchem  wird  wohl  gegenüber  gewöhnlichen  Generatoranlagen 
der  gleiche  sein,  aber  ein  Vorteil  ergibt  sich  dabei,  daß  man 
die  Nebenprodukte,  vor  allem  den  Teer  besser  gewinnen  und 
somit  auch  besser  verwerten  kann;   zudem   gestaltet  sich 


die  Bedienung  einfacher,  da  man  alles  in  einem  hat  und  dem- 
zufolge an  Bedienungsmannschaft  sparen  kann. 

Angenommen,  man  wollte  eine  Gaszentrale  für  4  Oefen 
erstellen,  und  zwar  mit  gewöhnlichen  Generatoren  und  ent- 
sprechenden Teerabsonderungseinrichtungen.  Mehr  wie  bei 
einer  gewöhnlichen  Generatorenanlage  für  nur  einen  Ofen  ist 
bei  einer  Gaszentrale  darauf  Bedacht  zu  nehmen,  daß  dieselbe 
stets  mit  natürlichem  Gasdruck  arbeitet,  denn  nur  so  kann  sie 
einwandfrei  funktionieren;  herrscht  nämlich  im  Hauptsammel- 
kanal  nicht  immer  ein  gewisser  Gasdruck,  so  wird  man  nur 
allzuoft  unter  Gasmangel  zu  leiden  haben.  Am  meisten 
werden  da  die  Oefen  in  Mitleidenschaft  gezogen,  die  am 
weitesten  von  der  Zentrale  entfernt  liegen,  da  durch  die  Länge 
des  Weges  die  Saugkraft  des  Ofens  sich  vermindert.  Beson- 
ders bei  Beginn  der  Schmelze  wäre  mit  diesem  Uebel  zu 
rechnen,  denn  die  Schmelze  wird  ja  bei  allen  vier  Oefen  zu 
fast  gleicher  Zeit  begonnen,  und  es  wird  auf  einmal  viel  Gas 
gebraucht.  Bleiben  jetzt  die  Generatoren  in  der  Gaserzeugung 
zurück,  so  entsteht  Gasmangel,  dem  man  nur  vorbeugen  kann, 
indem  man  die  Generatoren  mit  Gebläse  versieht,  die  zwar 
nicht  immer  in  Tätigkeit  zu  sein  brauchen,  sondern  nur  in  den 
Zeiten,  wo  ein  erhöhter  Gasverbrauch  eintritt  und  wo  die 
Generatoren  die  Gasversorgung  aus  eigener  Kraft  nicht  bewäl- 
tigen können. 

Da  einesteils  die  Generatoren  behufs  der  Teergewinnung 
nicht  übermäßig  heiß  gehen  und  vor  allem  nicht  durchbrennen 
dürfen,  andererseits  aber  auch  zeitweise  ein  scharfer  Gang 
derselben  erforderlich  ist,  so  ist  außer  dem  System  der  Gene- 
ratoren besonders  auch  der  Anzahl  und  Größe  derselben  Auf- 
merksamkeit zuzuwenden.  Für  jeden  Ofen  werden  am  besten 
zwei  Generatoren  erstellt,  deren  Größe  sich  nach  der  Größe 
des  Ofens  und  der  Eigenart  des  zur  Verwendung  kommenden 
Brennstoffes  richtet;  sie  sind  auf  jeden  Fall  wenigstens  so 
groß  zu  wählen,  daß  der  durchschnittliche  Brennstoffverbrauch 
sich  in  ihnen  normal  vergasen  läßt.  Ihre  lichte  Höhe  ist  besser 
etwas  höher  zu  nehmen,  als  sie  für  eine  gute  Schütthöhe  bei 
Gebläse  für  das  betreffende  Material  nötig  wäre,  damit  sich 
jederzeit  eine  höhere  Schütthöhe  als  gewöhnlich  einhalten  läßt, 
denn  nur  dadurch  wird  einem  Heißgehen  des  Gaserzeugers 
oder  einem  Durchbrennen  der  Brennmaterialschicht  vorgebeugt. 
Das  beste  Generatorensystem  für  diesen  Zweck  sind  die 
Schachtgeneratoren;  in  Treppenrostgeneratoren  mit  Zunge 
läßt  sich  die  Schütthöhe  nicht  beliebig  erhöhen. 

Für  4  Oefen  wären  somit  8  Generatoren  von  entsprechen- 
der Größe  und  zudem  2  Reservegeneratoren  aufzustellen.  Ohne 
letztere  sollte  keine  Anlage  errichtet  werden,  denn  nur  so  ist 
man  vor  unliebsamen  Betriebsstörungen  gesichert.  Sollten  die 
Generatoren  etwas  zu  klein  geraten  sein,  oder  sollte  der  Ueber- 
gang  zu  einem  minderwertigeren  Brennstoff  nötig  werden,  so 
daß  die  Generatoren  in  Zeiten  des  größten  Gasverbrauches  bei 
Schmelzbeginn  zu  scharf  gehen,  so  wird  man  noch  einen  oder 
unter  Umständen  alle  beide  Reservegeneratoren  mit  in  Betrieb 
nehmen.  Der  Anlage  wäre  aber  in  solchen  Fällen  noch  ein 
dritter  Reservegenerator  anzugliedern,  damit  man  denselben,  in 
Betrieb  setzen  kann,  sobald  ein  anderer  Generator  zwecks  einer 
Ausbesserung  oder  dergl.  unbedingt  gelöscht  werden  muß. 

Sämtliche  Generatoren  haben  ebenfalls  in  einen- Sammel- 
kanal zu  münden,  der  aber  ziemlich  groß  zu  machen  ist,  da 
er  gleichsam  eine  Art  Reservoir  bildet.  Seine  Länge  ist  gleich 
der  Länge,  die  sich  aus  den  gesamten  aneinander  gereihten 
Generatoren  ergibt,  während  er  wenigstens  2  m  hoch  und 
1,50  m  breit  zu  machen  ist.  Die  Verbindung  der  einzelnen 
Generatoren  mit  diesem  Hauptsammeikanal  geschieht  auf  die 
gleiche  Weise,  wie  bereits  erwähnt,  mittels  Ueberführungs- 
bogen. Hier  ist  ebenfalls  die  erste  und  auch  zugleich  die 
Hauptstation  für  die  Teergewinnung. 

Von  diesem  Hauptsammelkanal  ist  zu  den  einzelnen  Ofen- 
anlagen je  ein  Hauptkanal  abzuzweigen,  der  so  groß  zu  wählen 
ist,  daß  durch  ihn  das  gesamte  für  die  Anlage  benötigte  Gas- 
quantum leicht  durchgehen  kann.  Für  eine  mittelgroße  Anlage 
würde  es  eines  Kanals  von  etwa  1,50  m  Tiefe  und  1  m  Breite, 
bedürfen ;  es  ist  aber  auf  jeden  Fall  besser,  den  Kanal  so  groß 
als  möglich  anzulegen,  und  zwar  umso  größer,  je  größer  die 
Distanz  zwischen  Ofen  und  Zentrale  ist.  Dieser  Hauptkanal 
hat  kurz  vor  der  Wechseleinrichtung  der  Ofenanlage  in  einen 
Sammelkanal  zu  münden.  Bei  Anlagen,  wo  nur  die  Zentrale 
eingerichtet  wird,  besteht  dieser  Sammelkanal  ja  schon  bei  den 
Schmelzöfen,  und  der  Hauptzaleitungskanal  braucht  also  nur 
angeschlossen  zu  werden;  bei  vollständiger  Neuanlage  wäre 
ein  solcher  Sammelkanal  in  der  gleichen  Weise  anzulegen, 
wie  man  sie  bisher  hatte,  und  von  ihm  zweigen  sich  die  Kanäle 
zu  den  einzelnen  Nebenöfen  und  den  Schmelzöfen  ab. 

Vom  Hauptsammelkanal  bis  zur  Wechseleinrichtung  der 
einzelnen  Oefen  wird  die  Anlage  in  gleicher  Weise  wie  bei 
dem  einfachen  Ofen  mit  Teersenkgruben  versehen.  Besondere 
Gasreinigungs-  bezw.  Teerabsonderungs  -  Anlagen  haben  hier 


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SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (66.  Jahrgang.) 


Dar  beladen  Oefen,  die  nahe  an  der  Zentrale  liegen,  einen 
Zweck  und  wären  in  den  Verbin dungskanal  zwischen  den  beiden 
Sammelkanälen  einzubauen.  Im  allgemeinen  wird  ja  der  Weg 
des  Gases  von  der  Zentrale  bis  zur  Ofenanlage  ein  so  weiter 
sein,  daß  sich  durch  die  dadurch  bedingte  Abkühlung  des  Gases 
der  Teer  vollständig  genügend  vom  Gas  abscheidet. 

Wegen  der  Abkühlung  des  Gases  müssen  bei  weit  entfernt 
liegenden  Oefen  die  Regeneratoren  recht  hohe  Füllung  be- 
kommen, damit  sich  das  Gas,  bevor  es  zur  Verbrennung  ge- 
langt, durch  gute  Ausnützung  der  Abhitze  gut  erhitzt  und  dann 
eine  heiße  Flamme  ergibt. 

Wird  eine  Gaszentrale  in  Aussicht  genommen,  die  mit 
Schwelgeneratoren  zur  Erzeugung  von  Urteer  und  Reingas 
ausgerüstet  werden  soll,  so  müßte  zunächst  die  Sicherheit  vor- 
handen sein,  daß  die  Generatoren  vollständiges  Reingas  erzeugen, 
also  kein  Teer  mehr  sich  in  den  Kanälen  absetzt.  Ist  das  der 
Fall,  so  kann  die  Gesamtanlage  wie .  vorher  beschrieben  aus- 
geführt werden ;  an  Stelle  der  Ueberführungsbogen  können  jedoch 
Ueberführungshauben  treten,  und  die  Teersammeisenkgruben 


können  ebenfalls  wegfallen.  Da  man  aber  doch  wohl  nie  die 
vollständige  Gewähr  haben  wird,  daß  sich  kein  Teer  mehr  im 
Gas  befindet,  der  sich  noch  in  den  Kanälen  absetzen  könnte, 
so  ist  es  der  Sicherheit  wegen  schon  besser,  die  Anlage  wenigstens 
mit  Senkgruben  zu  versehen. 

Es  sei  ausdrücklich  erwähnt,  daß  die  obigen  Ausführungen 
über  die  Gaszentrale  nur  Richtlinien  sein  sollen,  die  bei  Anlage 
einer  solchen  vom  praktischen  Standpunkt  aus  mit  zu  beachten 
wären,  und  die  Abhandlung  soll  durchaas  keine  Ermunterung 
zum  Bau  einer  Gaszentrale  sein.  Die  Teergewinnung  sollte 
nicht  eigens  auf  das  äußerste  betrieben  werden,  sondern  es 
wäre  nur  danach  zu  streben,  den  sowieso  vom  Gas  abgeschiedenen 
Teer  durch  die  eingangs  erwähnten  Einrichtungen  für  die 
Weiterverarbeitung  zu  gewinnen. 

Erst  dann,  wenn  es  praktisch  möglich  ist,  mit  vom  Teer 
völlig  gereinigtem  Gas  bei  gleichem  .Brennstoffverbrauch  das 
gleiche  Ergebnis  zu  erzielen  wie  mit  dem  bisherigen  Rohgas, 
wäre  es  wirtschaftlich  geboten,  die  Teerausscheidung  aus  dem 
Generatorgas  bis  zum  letzten  zu  treiben. 


Wirtschaftlich-gewerblicher  Teil. 

Gesetzgebung,  Steuern. 


Umsatzsteuer.  Ausfahrkurse  für  August  1922.  Nach  §  31  Abs.  6 
der  Ausf.-Best.  zum  UStG.  können  ausländische  Werte  (§  8  Abs.  9  d.  G.) 
an  Stelle  der  Umrechnung  im  einzelnen  nach  dem  Kurse  umgerechnet 
werden,  den  der  Reiche  finanzminister  nach  Anhörung  der  Reichsbank  fest- 
setzt, wenn  der  Steuerpflichtige  dieses  Verfahren  in  der  ersten  Voranmeldung 
des  Kalenderjahres  beantragt.  Für  August  1922  Bind  folgende  Durch- 
schnittskurse festgesetzt  worden: 


Belgien  .  . 
Bulgarien  . 
Dänemark  . 
England  .  . 
Estland  .  . 
Finnland 
Frankreich  . 
Griechenland 
Holland  .  . 
Italien  .  . 
Jugoslawien 

Lettland  .  . 
Litauen  .  . 
Luxemburg 
Norwegen 


100  Ft. 
100  Lewa 
100  Kr. 

1  Lstrl. 
100  est.  M. 
100  f.  M. 
100  Fr.- 


622 
23209 
4820 

285 
2338 
8525 


100  Drachmen  3304 


100  h.  Fl. 
100  Lire 
100  Dinar 
100  Kr. 
100  lett.  Eo. 
100  Ostmark 
100  Fr. 
100  Kr. 


41978 
4816 
1197 


95 


Dt.  Oesterreich  100  Kr. 


Polen 
Portugal 
Rumänien 
Bußland 


100  p.  M. 

1  Eskudo 
100  Lei| 
100  Zaren  Bo. 
100  Duma-Bo. 
1000  Sowjet-Ko 


18510 
1,524 
13,776 
70,9 
934 
20,9 
3,33 
.  0,2086 


Schweden  .  .    .  100  Kr.  28410 

Schweiz     ...  100  Fr.  20573 

Spanien     ...  100  Pes.  16738 

Tschechoslowak.  100  Kr.  3261 

Türkei   ....      1  Ltq.  661 

Ungarn  .  .  .  .  100  Kr.  61,65 
Aegypten  ...      1  äg.  Lstrl.  4983 

Britisch  Ostindien    1  Bupie  316 
Britisch  Straits 

Settlements       1  Doli.  565 

Britisch  Hongkong  1  Doli.  620 
China  Schanghai     1  Tael Silber  829 

Japan  1  Yen  540 


Persien 
Argentinien 

Brasilien .  . 
Kanada 


1  silb.  Kran  94,3 
1  Goldpeso  844 
1  Papierpeso  390 
1  Milreis  145 
1  kan.  Doli.  1085 


Chile  1  Peso 


Mexiko 


1  Peso 


133,2 
536 


Peru  lperu.Lstrl.4480 

Uruguay  ...  1  Peso  879 
Ver.  Staaten   .  .    1  Doli.  1077 


Handel  und  Verkehr. 

Die  Erhöhung  der  Telegraphengebühren  im  Fernverkehr  auf  M  5 
für  das  Wort,  mindestens  Jt  50  für  ein  Telegramm,  im  Ortsverkehr  anf 
Jt  3  und  M  80  ist  am  1.  Oktober  in  getreten.  Gleichzeitig  werden  auch 
die  Neben  gebühren  erhöht;  die  wichtigsten  neuen  Sätze  Bind:  Zustellung 
bei  ungenügender  Anschrift  M  8,  abgekürzte  Telegrammanschriften  jährlich 
M  800,  regelmäßige  besondere  Zustellung  der  Telegramme  jährlich  M  800, 
Vorausbezahlung  der  Eilbestellnng  (XP)  M  18,  Stundung  der  Telegraphen- 
gebühren monatlich  M  16  nnd  für  jedes  Telegramm  Jt  2. 

Ein-  nnd  Ausfuhr,  Zollwesen. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Die  Ausfuhrmindestpreise  sind  geändert 
worden:  für  Quarzit  naoh  Deutschflsterreich  ab  92.  9.  22,  für  Kreide  mit 
sofortiger  Wirkung,  für  künstliehe  Mühlsteine. 

Das  Goldzollaufgeld  beträgt  für  die  Zeit  vom  4.  10.  bis  einschließ- 
lich 10.10.22  34400  o/0. 

Danemark.  Verzollung  von  Glasflaschen.  Vierkantige  grüne 
Flaschen  unterliegen  in  Dänemark  einem  Eingangszoll  von  12  Oere  für 
1  kg  nach  Tarifposition  60  des  dänischen  Zolltarifes.  Gewöhnliche  grüne 
Flaschen  sind  nach  der  Tarifposition  58  nur  mit  4  Oere  für  1  kg  zoll- 
pflichtig. Unter  gewöhnlichen  grünen  Flaschen  werden  nur  Bier-  und 
Weinflaschen  und  ähnliche  runde  Flaschen  verstanden,  nicht  aber  vier- 
kantige Flaschen.  (ag) 

Portugal.  Verzicht  anf  die  Bepressalienklausel.  Nach  dem  Ge- 
setz vom  5.  9.  22  verzichtet  Portugal  auf  die  im  Satz  §  18  der  Anlage  2 
zu  Teil  8  des  Versailler  Vertrages  verliehene  Berechtigung,  wie  sie  in 
diesem  Paragraphen  vorgesehen  ist,  Güter,  welche  deutsche  Staatsange- 
hörige nach  Erlaß  des  Dekrets  vom  2.  4.  20  (Datum  der  Bekanntmachung 
der  Ratifikation  des  Friedensvertrages)  auf  portugiesischem  Gebiet  erwor- 
ben haben  oder  in  Zukunft  erwerben  werden,  zn  erfassen  oder  zu  be- 
schlagnahmen.    Alle  entgegenstehende  Gesetzgebung  wird  aufgehoben. 


Die  Lage  In  Industrie  nnd  Handel. 

Der  Absatz  der  Spiegelglasindustrie  Oberfrankens  läßt,  wie 
uns  berichtet  wird,  einen  deutlichen  Bückgang  der  Kaufkraft  im  Inland 
erkennen.  Die  Abhängigkeit  dieses  Industriezweiges  von  der  böhmischen 
Kohle  bat  die  Verkaufspreise  so  stark  in  die  Hohe  getrieben,  daß  man 
der  nächsten  Zeit  mit  größter  Sorge  entgegensieht.  Zunächst  ist  die 
Produktion  sowohl  in  den  Spiegelglas-  als  auch  Hohlglasfabriken  noch 
noinul.   Dasselbe  gilt  auch  für  die  Fabrikation  optischer  Gläser. 


Die  Lage  In  der  Emailindustrie.  Die  Werke  Bind  bei  unvermindert 
fortbestehender  Inlands-Nachfrage  nach  wie  vor  gut  beschäftigt.  Mit 
Ausnahme  einiger  ausländischer  Absatzgebiete,  deren  scharfe  Zollmaß- 
nahmen die  Einfuhr  völlig  unterbinden,  ist  der  Eingang  von  Aufträgen 
aus  dem  übrigen  Ausland  zufriedenstellend.  Die  Ausfuhr  nach  England 
hat  durch  die  Errichtung  des  Antidumping-Zolles  einen  erheblichen  Rück- 
gang zu  verzeichnen.  Neben  dem  Ausbleiben  neuer  Aufträge  wird  auch 
über  Annullierung  alter  Bestellungen  berichtet  Spanien  hat  durch  seinen 
Ende  Mai  in  Kraft  gesetzten  Valuta-Zollzuschlag  ebenfalls  die  Einfuhr 
deutscher  Emailwaren  unterbunden  und  es  besteht  zunächst  noch  keine 
Aussicht  dafür,  daß  dieser  Zollzuschlag  in  nächster  Zeit  in  Fortfall  kommen 
konnte,  obgleich  das  Betreben  der  deutschen  Unterhändler  für  einen 
Handelsvertrag  auf  Beseitigung  dieses  Zollzusohlages  gerichtet  sein  muß. 
In  den  Vereinigten  Staaten  waren  bereits  vor  Inkrafttreten  der  neuen 
ZollerhOhungen  eine  Beihe  von  Emailartikeln  nicht  mehr  konkurrenzfähig. 
Das  neue  Zolltarif g« setz  wird  die  Auswirkung  haben,  daß  auch  dieses 
Absatzgebiet  für  die  deutsche  Emailindustrie  ausfällt.  In  Australien  dürfte 
die  Einfuhr  deutscher  Emailerzeugnisse  in  absehbarer  Zeit  nicht  mOglich 
sein.  Hinzu  tritt,  daß  der  japanische  Wettbewerb  auf  dem  dortigen  Markt 
schärfer  als  an  anderen  Plätzen  hervortritt. 

Belgien.  Zur  Lage  in  der  Glasindustrie.  Die  Spiegelglasindustrie 
entwickelte  sich  bisher  ausgezeichnet.  Die  Produktion  ist  stark  vermehrt 
worden,  doch  scheint  im  Augenblick  ein  Stillstand  eingetreten  zu  sein. 
In  der  Fensterglasindustrie  scheint  die  Lage  sich  leicht  zu  bessern,  nach- 
dem besonders  das  Ausfuhrgeschäft  (China)  gute  Möglichkeiten  bietet. 
Die  Kiste  zu  300  Quadratfuß,  englisch,  stellt  sich  auf  Fr.  135  fob  Ant- 
werpen (Glas  billigster  Sorte).  Bei  den  Glasbläsereien  ist  die  Geschäftslage 
ebenfalls  nicht  schlecht.  In  Fachkreisen  beschäftigt  man  sich  intensiv 
mit  der  Frage  der  mechanischen  Glasfabrikation.  Die  'neue  Glasfabrik, 
die  zur  Zeit  in  der  Kampine  im  Bau  begriffen  ist  und  Alf  ing  des  nächsten 
Jahres  fertiggestellt  sein  wird,  soll  zur  mechanischen  Herstellung  von 
Fensterglas  nach  dem  amerikanischen  Verfahren  arbeiten.  Die  Glasfabrik 
„Verrerie  de  Montigny"  bei  Charleroi  bedient  sich  ebenso  wie  die  Glas- 
fabrik bei  Dampremy  für  die  Glasscheibenfabrikation  bereits  der  „Fouroault"- 
Anlage.  Die  „Fourcaulf -Anlage  soll  auch  in  der  Spezialglasfabrik  von 
Eoux  Verwendung  finden.   

Gesohäftliohe  Mitteilungen. 

Vertretung.  Die  Firma  Flachglas-Großvertriebs-Gesellschaft  m.  b.  H., 
Leipzig,  Breitenfelderstr.  30,  hat  ihre  Generalvertretung  bezw.  den  Allein- 
verkauf des  ihr  unter  dem  Namen  „Marke  Möve"  gesetzlich  ge- 
schützten Qualitäts-Fensterglases  Herrn  Paul  Schneider,  Hannover,  Hildee- 
heimerstraße  201,  ab  1.  10.  22  für  Nordwest-  und  Mitteldeutschland  über- 
tragen. Die  Vertriebsbefugnis  der  Firma  E.  F.  Friese,  Hannover-Stöcken, 
ist  Vom  genannten  Zeitpunkt  ab  erloschen.  Das  neue  Versandlager  be- 
findet sich  Sandstraße  14,  das  neue  Ausschnittlager  Burgstraße  40,  g,^ 


General  -  Versammlungen. 

Steingutfabrik  Arnberg,  A.-G.,  Amberg  (Bay.):  o.  G.-V  16.10.  22, 
5  Uhr  n.,  Geschäftsräume,  Amberg.  T.-O. :  u.  a.  Kapitalserhöhung  auf 
Jt  5  Mi». 

Steingutfabrik  Grttnstadt,  A.-G.,  Grttnstadt:  o.  G.-V.  21.  10.  22, 
3'/?.  Uhr  n„  Geschäftslokal,  Grünstadt. 

A.-G.  Möncheberger  Gewerkschaft,  Cassel:  a.  o.  G.-V.  14.  10.  22, 
2  Vi  Uhr  n.,  Geschäftslokal,  Cassel.  T.-O. :  Kapitalserhöhung  um  höchstens 
Jt  6  Mill. ;  Neufassung  der  Satzungen. 

Bing- Werke,  vorm.  Gebrüder  Bing,  A.-G.,  Nürnberg:  a.  o.  G.-V. 
21. 10.  22,  11  Uhr  v.,  Geschäftsräume,  Nürnberg.  T.-O. :  KapitalserhOhung 
um  Jt  100  Mill.   

Messen  nnd  Ausstellungen. 

Zur  Erhöhung  der  Leipziger  Meßmietpreise.  Zahlreiche  An- 
fragen wegen  der  Nachforderung  der  Leipziger  Meßraumvermieter  ver- 
anlassen die  Zentralstelle  für  Interessenten  der  Leipziger  Mustermessen, 
e  V,  folgendes  festzustellen:  1.  Wenn  auch  ein  rechtlicher  Anspruch 
auf  Nachforderungen  anf  Grund  sämtlicher  für  die  Meßvermietung  iu  Be- 
tracht kommenden  Verträge  nicht  besteht,  hat  Bich  dennoch  die  paritätische 
MietauBgleiohBkommission  durch  die  ungeheure  Verteuerung  aller  Waren  und 
Dienste  veranlaßt  gesehen,  in  gewissen  Grenzen  aus  Billigkeitsgründen 
ausnahmsweise  eine  Nachforderung  anzuerkennen.   2.  Die  Mietausgleiohs- 


1922.  (65.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  40  —  44T 


kommission  hat  nur  Einfluß  auf  die  Festsetzung  der  Mietpreise  der  in  der 
Meflhäuser-G.  m  b.  E.  zusammengeschlossenen  Vermieter.  Deren  Mietern 
empfiehlt  sie  die  Zahlung  eines  freiwilligen  Zuschlages  von  331  '3  °/0  auf 
den  für  die  Herbstmesse  festgesetzten  Mietpreis  von  Jt  240  je  qm. 
3.  Der  „Verband  der  Meßkaufhausinhaber"  hat  in  einem  Schreiben  dem 
Meßamt  erklärt,  daß  er  „als  Anteil  des  Aasstellers  an  den  gesteigerten 
Unkosten  einen  Zuschlag  von  SO  %  zum  Ausgleich  auf  Dienst-  und  Werk- 
vertrag, nicht  auf  das  Entgelt  für  die  Raummiete"  verlange.  Die  Erhe- 
bung von  50%  auf  das  Gesamtentgelt,  also  auch  auf  die  Miete,  durch 
einzelne  Vermieter  kann  sich  daher  nicht  einmal  anf  einen  Beschluß  des 
Verbandes  der  Meßkaufhausinhaber,  geschweige  denn  des  Meßamtes  oder 
der  Mietauspleichskommission  stutzen  4.  Das  dnrch  Verfügung  des 
sächsischen  Ministeriums  nen  geschaffene  besondere  Mieteinigungsamt, 
welches  voraussichtlich  noch  in  diesem  Monat  zusammentreten  wird,  kann 
sich  nur  mit  der  Regelung  der  Mietpreise  ab  Frühjahrsmesse  1923  befassen. 
Auf  die  Mietpreise  der  vergangenen  Herbstmesse  haben  die  Verhandlungen 
keinen  Einfluß.  5.  Diejenigen  Mieter,  welche  ab  Frühjahrsmesse  1923  die 
sogenannte  gesetzliche  Miete  zu  bezahlen  wünschen,  müssen  dies  unter 
Berufung  auf  §  1  des  Reichsmietengesetzes  dem  Vermieter  bis  spätestens 
3.  10.  unter  Einschreiben  mitgeteilt  haben. 


Verbände. 

Der  Verband  Deutscher  Elektrotechnischer  Porzellanfabriken, 
Berlin,  hat  beschlossen,  den  Teuerungszuschlag  für  Niederspannungs- 
material aus  Porzellan  und  Steatit  mit  Wirkung  ab  1. 10.  22  für  die  erste 
Oktoberhälfte  von  740  %  auf  1025  %  zu  erhohen. 

Des  weiteren  wurden  die  Zahlungsbedingungen  wie  folgt  abgeändert: 
„Die  Zahlungen  sind  binnen  14  Tagen  ab  Ausstellungstag  der  Rechnung 
netto  ohne  jeden  Abzug  frei  Kasse  der  Werks  zu  leisten.  Nach  Frist- 
ablauf wird  der  Rechnungsbetrag  zuzüglich  Verzugszinsen!  deren  Höhe 
jeweils  nach  den  Bankzinsen  des  verflossenen  Monats  vom  Verband  Deutscher 
Elektrotechnischer  Porzellanfabriken  festgesetzt  wird  und  die  zurzeit  mit 
15  %  bemessen  worden  sind,  durch  Tratte  mit  14-tägiger  Laufzeit  ent- 
nommen." 

'  Die  Vereinigten  Porzellan-Isolatoren- Werke,  G.  m.  b.  H,,  Berlin 
(Hochspannonge-Isolatoren-Syndikat),  erhöhten  mit  Wirkung  ab  1.  10.  22 
den  zurzeit  geltenden  Teuerungszuschlag  von  700  auf  1025  %.  Die  neuen 
Verkaufspreise  haben  Gültigkeit  für  die  erste  Hälfte  des  Monats  Oktober. 

Preiserhöhungen.  Der  Verein  Deutscher  Spiegelglasfabriken,  Cöln, 
erhöhte  die  Preise  für  unbelegtes  Spiegelglas  um  20%  und  für  dünnes 
Rohglas  um  100%,  —  Die  Verkaufsstelle  der  Drahtglasfabriken,  Berlin, 
erhöhte  die  Preise  für  dünnes  Drahtglas  um  100%.  —  Die  Ornament- 
glas-Vereinigung, Cöln,  erhöhte  die  Preise  für  Ornamentglas  um  100% 


Firmenregister. 

Deutschlande 

Porzellen  Manufaktur  Sitzendorf,  A.-G.,  Sitzendorf.  Die  Firma  lautet 
jetzt:  „Sitzendorfer  Porzellanmanufaktur,  vorm.  Alfred  Voigt,  A.-Gh", 
Das  Grundkapital  ist  um.  M  3  Mill.  auf  Jt  3,6  Mill.  erhöht  worden. 

Sitzendorfer  jPorzellanmanufaktur  Alfred  Voigt,  Sitzendorf.  Die 
Gesellschaft  ist  aufgelöst,  die  Firma  erloschen. 

Dümler  &  Breiden,  Höhr.  Witwe  Peter  Dttmler  ist  gestorben.  Da« 
Geschäft  ist  auf  Sebald  B.  Dttmler,  Antonie  Dttmler,  Hermine  Dttmler  und 
Keramiker  Dietrich  Dümler  Übergegangen.  Jeder  Gesellschafter  ist  selbst- 
ständig  vertretungsbefugt. 

Keramische  Werke  Hermann  Mo  elter,  Althaldensieben.  Die  Firma 
ist  erloschen. 

||  Erste  Hamburger  Keramische  Industrie,  G.  m.  b.  H.,  Hamburg- 
Hammelsbüttel.  Das  Stammkapital  ist  von  M  40000  anf  M  80000  er- 
höht worden. 

Erste  bayr.  Braungeschirrtöpferei  Mitterteich,  Tb..  Hegen  &  Söhne, 
Mitterteicb.  Die  Liquidation  ist  beendet,  die  Firma  erloschen. 

Fragekasten  des  Sprechsaal. 

Keramik. 

123.  Wir  heizen  unsere  zwei  Muffelöfen  mit  Torf,  Kohle  und  Koks 
und  brennen  bei  SK  05  a  ab,  Leider  werden  die  darin  gebrannten  Platten 
geflammt,  d.  h.  die  Hälfte  derselben  nimmt  eine  andere  Bärbung  an. 
Sollten  die  verschiedenen  Farben  von  Wasser-  oder  den  Dämpfen  herrühren, 
die  sich  beim  Brennen  der  Platten  entwickeln  und  wieder  auf  diese  nieder- 
schlagen? Der  Ton  brennt  sich  rot;  wir  haben  aber  häufig  graue,  gelbe 
und  andere  Farben.  Wie  ließe  sich  eine  gleichmäßige  Farbe  der  Platten 
erreichen  ? 

Erste  Antwort:  Die  Verfärbung  der  Platten  ist  darauf  zurück- 
zuführen, daß  Sie  Ihre  Muffeln  zu  rauchig  brennen.  Sorgen  Sie  bis  zur 
Sinternng  für  immerwährende  Luftzufuhr  nach  jedem  Niederbrand  durch 
Aufstoßen  der  Roste  vor  jedem  Bewarf.  Der  Rost  muß  freiliegen,  die 
Spalten  müssen  aufgestochen  werden  und  so  muß  der  Rost  eine  Minute 
lang  offen  stehen  bleiben,  bevor  er  wieder  beworfen  wird;  wird  der  Rost 
zu  voll,  so  entleeren  Sie  ihn  öfter  einmal,  sodaß  immer  sehr  viel  Luft 
beim  Niederbrand  auf  die  Platte  vor  ihrer  Sinterung  einwirkt  Die  ein- 
tretende Reduktion  durch  zu  dichten  Bewurf  reduziert  die  Eisenverbin- 
dungen und  ruft  Gelb-,  dann  Graufärbung  sowie  die  anderen  Mißfärbungen 
hervor.  Das  Eisenrot  ist  sehr  empfindlich,  und  nur  ein  gutes  oxydierendes 
Brennen  kann  Sie  vor  Verfärbungen  der  Platten  bewahren.  Möglicher- 
weise werfen  Sie  auch  zu  große  Mengen  Kohle  auf ;  ein  Rost  von  154  qsm 
braucht  84  Pfund  Kohle  für  den  Bewurf,  kleinere  Roste  benötigen  im 
Verhältnis  weniger.  Wasser  hat  auf  das  Eisenrot  keinen  so  großen  Einfluß, 
nur  eine  reduzierende  Atmosphäre  verdirbt  es. 

Zweite  Antwort:  Es  hätte  angegeben  werden  müssen,  ob  die 
Platten  trocken  gepreßt  oder  naß  geformt  werden,  ob  sie  völlig  trocken  in 
den  Ofen  kommen,  ob  es  dichte  Steiazeug-  oder  poröse  Tonplatten  sind, 
ob  die  untere  oder  obere,  vordere  oder  hintere  Hälfte  des  Einsatzes  rein- 
farbig bleibt  und  ob  die  Muffeln  völlig  [dicht  sind.    So  kann  man  nur 


Rheinisch- Westfälische  Silika-  und  Schamottefabriken,  A.-G.,  Bochum. 
Herstellung  und  Vertrieb  feuerfester  Erzeugnisse  aller  Art  sowie  Aus- 
führung von  Bauten  unter  Verwendung  der  feuerfesten  Erzeugnisse  der 
Firma.  Grundkapital :  M  12  Mill.  Vorstand :  Generaldirektor" G.  Martin, 
die  Direktoren  Dr.-Iug.  G.  Kassel  nnd  K.  Wagner.  Auf sichtsrat : 
die  Bergassessoren  a.  D.  H.  Wenzel,  F.  Burgers,  die  Direktoren  W.  Borbet, 
A.  Pott  und  F.  Seidelbach  und  Oberstleutnant  a.  D.  H.  Weber. 

Ziegel-  und  Schamotte- Werke,  A-G.,  Könnern  a.  d.  Saale.  Neu  in 
den  Auf  sichtsrat  wurden  gewählt :  Bankier  R,  Wagner,  •  Bankdirektor 
F.  Heinrich,  Kaufmann  A.  Vasel,  Dr.  phil.  M.  Oels,  Fabrikdirektor  Ed. 
Thorwest. 

Altenburger  Glashütte,  A-G ,  Altenbarg.  Glashttttenbesitzer  0.  Möller 
wurde  in  den  Aufaichtsrat  hinzugewählt. 

Gebirgs-Kristallglaswerke,  G.  m.  b.  H.,  Görlitz.  Kaufmann  Et 
Podbira  wurde  zum  Geschäftsführer  mit  selbständiger  Vertretungsbefugte 
bestellt. 

Glasfabrik  Weißwaiser,  G.  m.  b.  H.,  Weißwasser,  O.-L.  (bisher  in 
Berlin).  Fortbetrieb  des  von  der  Firma  Hirsch,  Janke  &  Co.,  A.-G.,  zu 
übernehmenden  Fabrikgeschäfts,  das  früher  unter  der  Firma  Malky,  Müller 
&  Co.,  G.  m.  b.  H.,  betrieben  nnd  von  der  Firma  Hirsch,  Janke  &  Co.,  A.-G, 
weiterbetrieben  worden  ist,  sowie  Herstellung  und .  Vertrieb  von  Glas- 
waren jeder  Art,  insbesondere  von  Glühlampenkolben,  Glasröhren  nnd 
Gla«*täbchen.  Stammkapital:  Jt  270  000  Geschäftsführer:  Acoountant 
S.  Wolf  und  Rechtsanwalt  H.  Francis  van  Walgern. 

Friedrich  Heinz  &  Söhne,  Jlmenau.  Fabrikation  und  Handel  von 
Thermometern  und  Glasinstramenten  aller  Art.  Persönlich  haftende  Ge- 
sellschafter :  die  Fabrikanten  Friedrich,  Paul  und  Fritz  Heinz  und  Kaufmann 
Berthold  Klingberg.  Jader  Gesellschafter  ist  selbständig  vertretungsbefugt. 

Flirther  Spiegelmanufaktur  Bavaria,  Julius  Hopf  Nachfolger,  Nürn- 
berg. Die  Firma  ist  erloschen. 

Glasindustrie,  A.-G.,  Ludwigsburg.  Derzeitiger  Aufsichtsrat: 
Generaldirektor  Dr.  Hochhut,  Direktor  0.  Bornheim,  Bankier  E  Meyer, 
Assessor  a.  D.  P.  Hellinghausen,  BergasBessor  a.  D  K.  Hapertz,  von  den 
Betriebsratsmitgliedern  Kaufmann  K.  Zahn  und  A,  Maier. 

Emaillier- Werk  Bremen,  G.  m.  b.  H ,  Bremen.  An  Stelle  von .  H. 
W.  Stelloh  und  A.  Groh  wurden  die  Fabrikenten  J.  H.  Lamberty  und  F. 
Linke  zu  Geschäftsführern  bestellt. 

Stanz-  und  Emaillirwerke,  vorm  Carl  Tiel  &  Söhne,  A.-G.,  Lübeck. 
Die  Kanitalserböhung  um  Jt  4  Mill.  auf  Jt  10  Mill.  ist  durchgeführt. 

Bayerische  Flachglas-Großvertriebs-Gesellschaft  m.  b.  H.,  Kommandit- 
gesellschaft, Nürnberg  (Mathiidenstraße  7)  Peigöalich  haftende  Ge- 
sellschafterin: Bayerische  Flachglas  -  Großvertriebs  -  Gesellschaft  m.  b.  H. 
Drei  Kommanditisten  sind  beteiligt. 

Deutsche  Flaschen-Verwertungs-Gesellschaft  m.  b.  H.»  Düsseldorf 
(Wehrhahn  70).  An-  und  Verkauf  von  gebrauchten  Flaschen  sowie  Roh- 
produkten. Stammkapital:  Jt  100000.  Geschäftsführer:  Kaufleute 
K.  Kessels  und  Th.  Mörchen  und  lug.  C.  Schwarz. 

Süddeutsche  Glashandels-A.-G,  Stuttgart  (Calwer  Str.  52/54).  An- 
und  Verkauf  sowie  Bearbeitung  von  Glas  aller  Art.  Grundkapital: 
JL  3  Mill.   Vorstand:   Architekt  E.  Weber  nnd  die  Kaufleute  F.  Stump 
und  C.  Stein.    Auf  sichtsrat :    Großkaufmann  H  Heinemann,  B.  Wörnle, 
Rechtsanwalt  0.  Meyer. 

Uca-Glasindustrie  Dr.  Schillbach,  Steyer  &  Gen.,  Cassel.   Die  Ge 
Seilschaft  ist  aufgelöst.  Der  bisherige  Gesellschafter  Dipl.-Ing.  Ivo  Schwarte- 
Arnyasy  ist  Alleininhaber. 

Kaolinwerk  Reinersdorf,  G.  m.  b.  H ,  Heiaersdorf.  Die  Bestellung 
des  Geh.  Kommerzienrats  Dr.  K.  Niethammer  als  Geschäftsführer  ist 
widerrufen  worden.  An  seine  Stelle  wurde  Lindgerichtsdirektor  A.  Brodauf 
zum  Geschäftsführer  bestellt. 

Kaolinwerke  Meistersgraben,  G.  m.  b.  H.,  Düsseldorf  (Rethelstr.  6). 
Erwerb  und  Verwertung  der  Kaolingrube  Meistersgraben,  Gemeinde  Nie  ler- 
selters.  Stammkapital:  M  100000  Geschäftsführer:  Direktor  H.  Rinder- 
knecht und  BergwerksbeBitzer  W.  Bach.  n  • 


vermuten,  daß  Gase  in  die  Oefen  eindringen  nnd  die  Verfärb  ungau  ver- 
ursachen. Ist  der  Einsatz  nicht  genügend  ausgesohmaucht,  so  wird  das 
Uebel  noch  ärger.  Rote  Platten  werden  sonst  auch  in  Etnzel-  oder  Ring- 
öfen, in  freiem  Feuer  oder  in  Kapseln,  immer  aber  mit  oxydierender 
Flamme  einwandfrei  gebrannt. 

Dritte  Antwort:  Wenn  Sie  reinfarbige  (rote)  Platten  erzielen 
wollen,  so  müssen  Sie  vor  allem  auf  eine  ganz  reine  Atmosphäre  in  den 
Muffeln  sehen.  Allem  Anschein  nach  wird  die  letztere  sowohl  durch 
Wasser-  und  andere  Dämpfe  verdorben,  die  sich  aus  der  Ware  entwickeln, 
als  auch  durch  Gase,  die  von  der  Feuerung  durch  Undichtigkeiten  der 
Muffeln  in  die  letzteren  dringen.  Das  Wesentliche  wird  aber  wohl  das 
sein,  daß  alle  diese  sohlechten  Dämpfe  nicht  recht  wieder  aus  den 
Muffeln  entweichen  können  und  infolgedessen  lange  mit  der  Ware  in  Be- 
rührung bleiben  und  sie  verfärben.  Sorgen  Sie  also  vor  allem  für  gute 
Lüftung  der  Muffeln  und  reinen  Brand  d.  h.  mit  reicher  Luftzufuhr  ohne 
UeberftÖlung  der  Feuerkästen.   


Ctlas. 

114.  Wir  bitten  um  Angabe  eines  Gemengesatzes  für  dünnwandige 
Röhrchen  von  8 — 9  mm  Durchmesser  und  %  Wim  Stärke  für  Ampullen, 
die  zur  Aufnähme  von  Medikamenten  zu  subkutanen  Einspritzungen,  z.  B. 
Morphium- Lösung  bestimmt  sind  und  an  letztere  keine  Glassubstanz  ab- 
geben dürfen.  Zur  Verfügung  steht  uns  ein  Hafenofen  (Hafeninhalt 
250  kg  Glas)  mit  überschlagender  Flamme,  der  nicht  sehr  heiß  geht,  in- 
folgedessen andere  Gläser  mit  55—40%  Flußmitteln  geschmolzen  werden 
müssen 

Erste  Antwort:  Dünnwandige  Rlhrohen  lassen  Bich  aus  unten- 
stehendem Gemengesatz  herstellen.  Das  Glas  soll  allerdings  für  derartige 
Artikel  nicht  zu  weich  geschmolzen  werden,  damit  es  sich  nicht  löst,  d  h. 
an  Flüssigkeiten  keine  Substanz  abgibt.  Geht  der  Schmelzofen  nickt  be- 
sonders heiß,  so  ist  der  am  heißesten  gehende  Hafen  für  die  Schmelze 


448  _  5fr.  40  SPRECHSAAL 

auszuwählen.  Das  Glas  muß  gut  und  rein  durchgeschmolzen  sein;  läßt 
Bich  diesea.nchwer  erreichen,  so  ist  der  Hafen  nur  zweimal  einzulegen; 
das  Glaa  reicht  dann  Bicher  für  die  Arbeit  aus,  auch  wenn  der  Hafen 
nicht  ganz  voll  ist,  es  wird  aber  eher  blank  und  gut.  Beim  Keinschmelzen 
ist  das  Glas  mehrmals  tüchtig  zu  blasen,  damit  es  Bich  besser  läutert. 
Ein  Zusatz  von  reinen  gewaschenen  Scherben  ist  zu  empfehlen,  denn 
dadurch  schmilzt  das  Glas  etwas  leichter,  und  das  Gemenge  hegt  nicht 
so  fest  im  Hafen.    Es  muß  eben  auf  die  Schmelze  etwas  Sorgfalt  ver- 

wend9t  wast;:  •  •  •  bg 

Soda   f  » 

Pottasche  f"  », 

Kalkspat   x£  »i 

Tonerdehydrat  •   ■  • *  »3 

Arsenik  '*  » 

Nickeloxyd  oder  Selen  als  Entfärbung  .  .  dg 
Zweite  Antwort:  Wenn  Sie  Eöhrchen  herstellen| wollen,  die 
nicht  die  leiseste  Entglasung  zeigen,  damit  die  in  ihnen  aufbewahrten 
Skamente  nicht  leidin.  so  ist  ein  heißgehender  Ofen  Grundbedingung. 
Will  man  gutes  Köhrenglas  erzeugen,  so  vermeidet  man  den  Oberflamm, 
ofen,  der  für  solche  Gläser  zu  kalt  geht  und,  wie  Bchon  oft  an  dieser 
Stelle  hervorgehoben,  die  für  ein  gutes  Eöhrenglas  unumgänglich  not- 
wendige Homogenisierung  des  Hafeninhaltes  nicht  gewährleistet.  Nach- 
stehender  Satz  gibt  bei  richtiger  Behandlung  des  Gemen«es  sorgsamer 
Schmelze  und  gewissenhafter  Läuterung  daB  gewünschte  Röhrenglas : 

Sand  10"  *S 

Pottasche  d"  » 

Soda  °  ■ 

Kalkspat  "  ■ 

Tonerde,  kalz   £  » 

Salpeter  •      *  » 

Scherben  .  g*J  » 

DriuTAntwort':  Versuchen  ' Sie  'den  folgenden  Glassatz;  er 
schmilzt  leicht  und  eignet  sich,  gut  durchgeschmolzen  und  geläutert,  für 

Ih"  ^Saud    .  ♦  • 

Soda  6l  « 

Pottasche   *  » 

Kreide  .   •   iö  „ 

Zinkoxyd  •   » 

Borsäure   !?  » 

Tonerdehydrat   *  » 

Scherben  .   .  .  •   w  » 

Nickeloxyd  l*  <* 

115  Ich  arbeite  bei  der  Herstellung  von  silberbelegten  Spiegeln  nach 
der  Böttger' sehen  Vorschrift,  allerdings  mit  einigen  Aenderungen,  um  schon 
bei  einmaligem  Aufguß  einen  vollkommen  dichten  Belag  zu  erhalten. 
Periodmweise  Kommt  es  nun  vor,  daß  der  normalerweise  kurz  nach  dem 
iZfgu^TcMnlZe,  langanhaltende  helle  Goldton  der  Flüssi gkei  t  nur  ja  nz 
Hü  manchmal  auch  gar  nicht  zu  beobachten  ist;  der  Belag  ist  dann  m 
Zehen  Fällen  nur  sehr  dünn  und  durchsichtig,  wahrend  ^  normalerwme 
(wenn  der  Geldton  länger  anhält)  vollkommen  dicht  erscheint  Das  zum 
Abspülen  verwendete  Wasser  wird  dann  in  solchen  Fallm  dark  getrübt, 
während  es  sonst  fast  völlig  klar  bleibt.  ^fZ^'al^^fZttl 
Fehler  ist  der,  daß  sich  (auch  bei  lange  anhaltendem  Goldton) ^  sehr  stark 
ausgeprägte,  manchmal  auch  schwächere  Züge  (Schlieren  und  netzartige 
Mdschen),  die  fast  immer  auch  auf  der  SpiegeUeite  zu  sehen  sind  und 
störend  wirken,  bilden.  Auffallenderweise  sind  diese  Linien  manchmal  nur 
ZhdeTsdten  hin  zu  beobachten,  so  daß  in  der  Mitte  des  Glases,  wohin 
meist  länger  aufgegossen  wird,  der  Belag  vollkommen  einwandfrei  ist,  ein 
noch  so  kräftiges  ümschüttebi  der  Lösung  vor  dem  Aufguß  ändert  diese 
Bildung  nicht.  Wie  sind  diese  Erscheinungen  zu  erklaren?  Ist  etwa  ein 
zu  langes  Kochen  der  Beduktionslösung  oder  Lichtwirkung  und  Temperatur 
die  Ursache?  Gibt  es  eine  Vorschrift,  die  nicht  so  empfindlich  ist,  so  daß 
die  Wirkung  bei  jeder  Temperatur  die  gleiche  ist  und  die  Reduktion  nur 
entsprechend  der  Wärme  langsamer  oder  schneller  vor  sich  geht  ? 

Erste  Antwort:  Sie  hätten  zunächst  angeben  sollen,  welche 
Aenderungen  Sie  an  der  Böttger'schen  Vorschrift  vorgenommon  haben,  um 
mit  einem  einmaligen  Aufguß  der  Versilberungsfittssigkeit  einen  vollkommen 
dichten  Silberbelag  zu  erhalten.  Die  Böttger'sche  Vorschrift  besagt: 
1  g  Silbernitrat  in  8  g  destilliertem  Wasser  gelöst  wird  in  einer 
kochenden  Lösung  von  0,8  g  Seignettesalz  und i  384  g  destilhertem  Wasser 
ausreichend  gekocht  und  filtriert.  Der  zweiten  Lösung,  gleichfalls  aus 
1  2  8ilbernitrat  in  8  g  destilhertem  WaBser  bestehend,  wird  bo  lange 
Ammoniak  zugesetzt,  bis  der  Niederschlag  verschwindet,  worauf  die 
Flüssigkeit  mit  90  g  destilliertem  Wasser  versetzt  und  nun  filtriert  wird. 
Gleiche  Baumteile  dieser  Lösungen  werden  vor  dem  Gebrauch  gut  ge- 
mischt. Wenn  bei  der  Herstellung  der  Versüberungsflüssigkeit  mit  der 
nötigen  Sorgfalt  verfahren  wird,  die  Spiegeltafeln  peinlich  gereinigt 
werden,  im  Verwlberungsraam  und  am  VerBÜberungstisch  eine  gleichmäßige 
Temperatur  von  26«  C.  herrscht,  bo  gibt  es  kein  besseres  und  einfacheres 
Versilberungsverfahren.  Die  angeführten  Fehler,  daB  Nichterscheinen  deB 
GoldtoneB  der  VersuberungeflüBBigkeit  sowie  das  Auftauchen  einer  die 
Versilberung  trübenden  Schleierbildung  deuten  Ihnen  an,  wo  die  Fehler- 
naelle  zu  suchen  ist,  nämlich  wahrscheinlich  beim  Chlor.  Ob  Bich  nun 
dieses  in  geringen  Mengen  in  den  Chemikalien  oder  im  destil herten 
Wasser  befindet?  muß  festgestellt  werden.  Werden  die  Spiegeltafeln  mit 
verdünnter  Salzsäure  gewaschen  und  nicht  ausreichend  nachgespült,  bo 
treten  dieselben  Erscheinungen  auf.  Sie  können  jedes  Verailberungs- 
verfahren  anwenden;  kommt  aber  irgendwie  Chlor  in  Betracht,  bo  zeigt 
lieh  immer  die  trübende  Sohleierbildung. 

Zweite  Antwort:  Sie  hätten  vor  allen  Dingen  die  Aenderungen, 
die  Sie  an  der  Böttger'schen  Vorschrift  vornahmen,  mit  angeben  Bollen, 
denn  nur  dann  konnte  man  Ihnen  vielleicht  genaueren  Aufschluß  über  die 
Entstehung  der  Fehler  geben.  Im  allgemeinen  Bind  Ausführung  und  fcrfo  g 
der  Vorschrift  ja  gut,  und  nur  zeitweise  treten  Uebelstände  auf,  ein 


COBURG. 


1022.  (55.  Jahrgang.? 


Zeichen,  daß  also  auch  nur  periodenweise  ein  Fehler  in  der  Bereitung 
oder  Behandlung  der  Versilberung  gemacht  wird.  Welcher  Art  nun 
dieses  Versehen  ist,  kann  am  besten  durch  genaue  Beobachtung  an  Ort 
und  Stelle  ermittelt  werden.  Achten  Sie  einmal  auf  Verunreinigungen  der 
Chemikalien,  namentheh  durch  Chlor.  Es  gibt  wohl  noch  einige  gute 
Vorschriften  für  das  Belegen  von  Spiegeln,  aber  auch  dieBe  versagen, 
wenn  die  Ausführung  nicht  exakt  erfolgt. 

116.  Lassen  sich  Glasgalle  und  Braunkohlenasche  vielleicht  m  Ver- 
bindung mit  Sand  und  Zement  nutzbringend  verwenden? 

Erste  Antwort:  Glasgalle  läßt  sich  meines  Erachtens  nicht 
mit  den  anderen  angeführten  Materialien  verwenden,  dagegen  ließe  s'ch 
Braunkohlenasche  mit  Sand  und  Zement  zu  Steinen  pressen,  die  an  der  Luft 
getrocknet  werden  und  dann  zu  Scheide-  oder  sonstigen  Innenwänden)  die 
den  Witterungseinflüssen  nicht  ausgesetzt  Bind,  Verwendung  finden  können. 
Glasgalle  zersetzt  sich  an  der  Luft,  wenn  sie  auch  anfangs  hart  ist,  und 
zerfällt  und  zerfließt  bei  längerem  Lagern,  ein  Prozeß,  der  Steinen  nur 
nachteilig  wäre  Die  Glasgalle  wird  bei  der  Zttndholzfabrikation  ver- 
wendet und  auch  von  chemischen  Fabriken  gekauft.  Sie  können  auch 
Braunkohlenasche,  richtig  durchgeglüht,  mit  etwas  gemahlenem  Bohton 
vermischen  und  zu  Mauersteinen  verformen,  die  Sie  dann  brennen.  Dar- 
artige Steine  können  auf  der  Hütte  Verwendung  finden,  und  zwar  für 
Oefen,  die  nicht  stark  erhitzt  werden,  wie  Ktthlöfen  usw,  und  auch  für 
sonstige  Bauten  unter  Dach.  \  . 

Zweite  Antwort:  Die  Braunkohlenasche  läßt  Bich  in  Ver- 
bindung mit  Zement  zu  Aschen-  und  Schlackensteinen  formen.  Auch  wird 
sie  in  Bandarmen  Gegenden  als  Zusatz  zum  Kalkmörtel,  als  Fftllmat  enal 
für  Fußböden  usw.  verwendet.  Die  Aschensteine  müssen  einer  Pressung 
unterworfen  werden,  erfordern  aber  keinen  Brennprozeß.  Die  Glasgalle 
auB  unzersetzten  Sulfaten  und  Chloriden  der  Alkalien  und  des  Kalkes 
bestehend,  findet  in  der  chemischen  Industrie,  bei  der  Zündwaren- 
herstellung usw.  Verwendung. 

Dritte  Antwort:  BraunkohlenaBche  läßt  Bich  als  Zusatz  zu 
Steinen  auB  Sand  und  Zement  nutzbringend  mit  verwenden,  Glasgalle  aber 
nicht.  Letztere  wird  in  einigen  Industrien  verarbeitet,  die  Nachfrage  ist 
aber  nur  gering. 


127. 


Heue  Fragen. 
Karamlk. 

Wer  liefert  Stanzmatritzen  für  durchbrochene  Teller? 


Glas« 

121.  In  den  Gasgebläseapparaten  der  BornkessehBrenner  sind  in 
den  Luftdüsen  (sog.  Ziepfen)  siebähnliche  kleine  Löcher.  Welche  Vorteile 
usw.  haben  diese  Luftdüsen  gegenüber  den  aUgemän  gebräuchlichen  rohr- 
förmigen  Ziepfen?  ,  , 

122.  Wer  liefert  einen  Ersatz  für  Holzstoff  zum  Auslegen  der 
Wulgerklötze  in  Glasfabriken? 


Briefkasten  der  Redaktion. 

W.  B.  1.  L.  Sie  lesen  den  Sprechsaal  wohl  nicht,  denn  sonst  wären 
Sie  um  Bezugsquellen  für  Abziehbilder  nicht  in  Verlegenheit.  Werfen 
Sie  nur  einen  Blick  in  die  Bezugsquehenliste. 

A.  E.  i.  Ch.   Vorschriften  für  Druckfirnis  sind  in  den  Antworten 
zu  Frage  115  in  Nr.  37  da.  Jhrga.  sowie  im  Sprechsaal-Kalender  1922, 
S.  45,  angegeben. 


Mntttnp  der 
Aien!töntielsnel»telie  Feinheramih. 


Für  Luxusporzellan  ist  mit  Wirkung  vom  25.  Sept.  1922, 
der  Multiplikator  auf  16  festgesetzt  worden.  Näheres  durch 
die  Prüf  ungsstelle  Luxusporzellan  in  Weimar,  Brennerstraße  18.  . 

Verband  j 
Deutscher  Porzellangeschirrfabriken, 
G.  m.  b.  H.,  Berlin  W.  30. 

Händlertabelle. 

Die  bisher  gültigen  Aufschläge,  die   der  Händler  beim , 
Verkauf  an  private  Ausländer  auf  den  Ladenpreis  mindestens 
nehmen  muß,  werden  außer  Kraft  gesetzt.  Ab  25.  September  1922 
gelten  die  folgenden  Sätze: 


Kostet  l$=VMk. 


1025,— 

bis  1092,— 

1093  — 

M 

1160,— 

1161  — 

n 

1229,— 

1230,— 

n 

1297,— 

1298,— 

n 

1365,— 

1366,— 
1435  — 

n 

1434,— 

» 

1502,— 

1603,— 

n 

1570,- 

1671,— 

» 

1638,— 

1639,— 

n 

1706,— 

So  beträgt  der 
Aufschlag  auf 
den  Ladenpreis 

=  ?% 


10% 
20o/0 

30  o/o 
40% 
50o/„ 
60% 
70% 
80  o/o 
90  o/0 
100  o/0 


Kostet  l$  =  ?Mk. 


1707,- 
1776,- 
1844,- 
1912,- 
1981,- 
2049,- 
2117,- 
2185,- 
2254,- 


bis  1776,- 

„  1843,- 

„  1911,- 

„  1880,- 

„  2048,- 

n  2116,- 

„  2184,- 

„  2253,- 

n  2321,- 

n  2389,- 


So  beträgt  der 
Aufschlag  auf 
den  Ladenpreis 

=  ?% 


110% 
120  o/o 
130  % 
140  o/o 
150  »/„ 
160  o/o 
170  o/0 
180  o/0 
lfOo/0 
200  o/o 


(55.  Jahrgang.) 


Coburg,  den  12.  Oktober  1922 


Nummer  41 


Zeitschrift  für  bie  Keramischen,  Blas-  unb  verwanöten  Industrien 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Loois  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert :  Bugra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint  wöchentlich  einmal  Donnerstags 


Fernsprecher  Nr.  59.  /  Telegramm-Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto:  Bayerische  Vereinsbank  in  Coburg 


Bezugspreis;   Für  Deutschland  bei  der  Post  bestellt  für  das  IV.  Vierteljahr  Jt  .126.—,   unter  Streifband  Jl  205.— 
Anzeigen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  9.—. 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 

Mitglied  von :  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  B.  V.  —  Deutscher  Schutzverband  für  geistiges  Eigentum. 

Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten. 


An  die  deutschen  Glashütten! 


50  Jahre 


sind  verflossen,  seit  Männer  aus  allen  Zweigen  der  deutschen  Glasindustrie  den  Verband  der  Glasindustriellen  Deutschlands  als 
Stätte  des  Ratens  und  Tatens  für  alle  gemeinsamen  Interessen  der  deutschen  Glasindustrie  gegründet  haben. 

Gute  und  schlechte  Jahre  sind  seitdem  im  Wechsel  der  Zeiten  dahingegangen;  Zeiten  stolzen  Glückes  und  tiefster  Er- 
iedrigung  hat  unser  Vaterland  gesehen.    Jahre  der  Blüte,  schweren  Daseinskampfes  und  täuschender  Scheinblüte  hat  unsere 
Industrie  durchlebt.  Mit  dem  Rückblick  auf  vergangene  Zeiten  verbindet  sich  die  Vorschau  auf  die  Zukunft.    Es  gilt,  die  Waffen 
der  Industrie  zu  schmieden  für  eine  harte  Zeit.    Dies  kann  nur  in  einigem  Zusammenarbeiten  aller  Zweige  der  deutschen  Glas- 
industrie geschehen.    Die  Stelle  aber,  wo  diese  Arbeit  vollbracht  wird,  sei  der  Verband  der  Glasindustriellen  Deutschlands! 

Soll  sie  gelingen,  so  bedarf  es  gegenseitigen  Verstehens  und  Vertrauens.  Die  Vertreter  der  verschiedenen  Gruppen 
unserer  Industrie  müssen  einander  persönlich  näher  kommen.  Dies  anzubahnen  sei  mit  die  Aufgabe  unserer  50-Jahrfeier,  zu  der 
wir  uns  die  Ehre  geben,  die  Herren  Vertreter  der  deutschen  Glasindustrie  zam 

19.  Oktober  1922  nach  Eisenach,  Hotel  Rautenkranz 

einzuladen. 

Es  ist  vorgesehen :  vormittags  10  lk  Uhr  Festsitzung : 

Begrüßungsansprache  mit  Rückblick  und  Ausblick; 

Wirtschaftspolitischer  Vortrag  (Dr.  Schneider  Geschäftsführer  des  Reichs  Verbandes  der  Deutschen  Industrie)  ; 
Sozialpolitischer  Vortrag  (Dr.  Tänzler,  Geschäftsführer  der  Vereinigung  der  Deutschen  Arbeitgeb  er  verbände); 
Technisch-wissenschaftlicher  Vortrag  von  einem  noch  zu  bestimmenden  Herrn. 

Nach  der  Festsitzung  gemeinsames  Essen  —  entsprechend  dem  Ernst  der  Zeit  —  in  bescheidenem  Rahmen. 


Wir  bitten  um  feste  Zusage,  welche  Herren  Ihres  Werkes  wir  in  Eisenach  begrüßen  dürfen.  Festprogramm  werden 
wir  uns  erlauben,  alsdann  Ihnen  zu  übersenden.  Hotelzimmer  bitten  wir  —  einem  Wunsche  des  Hotels  entsprechend  —  selbst 
bestellen  zu  vollen. 

Auf  Wiedersehn  in  Eisenach!  -j 


*anr 


1  Hochachtungsvoll! 

Verband  der  Glasindustriellen  Deutschlands  e.  V. 


Der  Vorstandsvorsitzende : 
Dr.  von  Vopelius 


Die  Geschäftsführung: 
Dr.  Schaller        Dr.  Götz 


450  —  Nr.  41 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


1922.  (55.  jfthrgang.D 


Ueber  den  Gießfleck. 

Von  Dr.-Ing.  Karl  Fr.  Pfefferkorn,  Dresden. 

(Nachdruck  verboten.) 

(Fortsetzung.) 

Im  folgenden  seien  die  Analysendaten  der  fünf  Tone,  die 
zu  den  Gießversachan  verwendet  worden,  tabellarisch  aufge- 
führt. Vor  dem  Schlämmen  des  Rohtones  wurde  dessen 
Feuchtigkeitsgehalt  ermittelt  durch  Trocknen  bei  110 0  C. 
Der  Schlämmrückstand  wurde  ebenfalls  bestimmt  und  die 
Resultate  der  rationellen  Analyse  des  geschlämmten  Tones  (in 
der  Tabelle  mit  „bu  bezeichnet)  auf  den  Rohton  (mit  „a"  be- 
zeichnet) umgerechnet.  Die  in  den  Tabellen  numerierten  Tone 
sind  folgender  Herkunft: 

Ton  I:  sehr  fetter  Steingutton;  Liboritz  b.  Saaz  i.  Böhmen- 
Ton  II:  hochplastischer,  fetter,  weißbrennender  Steingutton  von 

Löthain  b.  Meißen. 
Ton  III:  fetter,  weißbrennender  Steingutton  von  Löthain. 

Ton  IV:  glimmerhaltiger,    gelbbrennender   Wildsteiner  Stein- 
gutton ;  Eger  i.  Böhmen. 
Ton  V:  Kaolin  von  Pilsen  i.  Böhmen. 

Tabelle  1. 


Ton  I 

Ton  II 

Ton  III 

a 

h 

a 

b 

a 

b 

Feuchtigkeit 

7,03 

3,58 

Schlämmrückstand 

12.1 

2,16 

2,10 

Feinsand 

7,56 

8,60 

21,23 

23,38 

26  36 

27,95 

Feldspat 

3,03 

3,45 

1,81 

2,00 

3,48 

3,69 

Tonsubstanz 

77,30 

87,94 

67,76 

74,62 

64,47 

68,36 

Glühverlust 

16,4 

17,42 

10,94 

Gesamt-SiOj, 

50  83 

58,17 

61,08 

errechnete  Öesamt-Si02 

51,93 

59,45 

62,22 

Die  angeführten  Zahlen  stellen  die  Mittelwerte  aus  je 
zwei  Analysen  dar.  Ton  I  bis  Ton  III  sind  drei  Steinguttone, 
die  in  ihrer  Zusammensetzung  stark  voneinander  abweichen. 
Während  Ton  I  außerordentlich  fett  ist,  handelt  es  sich  bei 
II  und  III  um  hochplastische,  jedoch  weniger  fette  Tone.  Noch 
stärker  wird  diese  Abweichung  bei  dem  Steingutton  IV  (siehe 
Tabelle  2).  Dieser  enthält  im  geschlämmten  Zustande  nur 
äußerst  geringe,  kaum  bestimmbare  Mengen  Feldspat,  dagegen 
viel  Glimmer,  und  ist  sehr  fett. 

Tabelle  2. 


Ton  IV 

Ton  V 

a 

b 

a 

b 

Feuchtigkeit 

3,02 

0,37 

Schlämmrückstand 

0,85 

0,37 

Glimmer 

4,22 

4,4 

2,54 

2,57 

Feldspat 

Feldspat  und  Feinsaud 

Spur 

Spur 

8,49 

8,57 

Quarz 

Tonsubßtanz 

91,90 

95,60 

88,08 

88,86 

Gltthverlust 

15,11 

11,60 

Gesamt-Si02 

46,22 

51,02 

errechnete  GeBamt-3i02 

51,67 

Nachdem  ich  genaue  Kenntnis  der  fünf  Tone  erlangt  hatte, 
ging  ich  an  die  Ausführung  der  Gießverauche.  Bei  jedem 
einzelnen  Tone  wurden  Platten,  die  fortlaufende  Bezeichnungen 
erhielten,  mit  verschiedenen  Fallhöhen  des  Strahles  gegossen 
und  die  einzelnen  Versuche  tabellarisch  geordnet.  Der  ein- 
gegossene Tonbrei  füllte  die  bei  110°  C  längere  Zeit  getrocknete, 
kalte  Form  bis  zum  obersten  Rande  des  aufgesetzten  Gips- 
kranzes voll  aus.  Das  Ganze  blieb  dann  so  lange  stehen,  bis 
Erstarrung  eingetreten  war  und  die  Platte  einen  etwa  leder- 
harten Zustand  aufwies.  Jetzt  wurde  sie  aus  der  Form  heraus- 
genommen, mit  der  unteren  Fläche  auf  eine  saubere  Gipsplatte 
gelegt  und  mit  einer  zweiten  solchen  beschwert,  um  ein  „Ver- 
ziehen" zu  verhindern.  Durch  Erwärmen  der  Gipsplatte  auf 
110°  C  in  einem  Trockenschranke  trocknete  die  Tonplatte  völlig 
aus.  Sie  erhielt  hierauf  den  „Rauhbrand",  wobei  sie  zwischen 
zwei  bereits  „gar"  gebrannten,  unglasierten  Wandplatten  lag, 
in  einem  großen  Betriebsofen.  Das  Glasieren  des  „rauhen" 
Scherbens  erfolgte  in  der  Weise,  daß  die  betreffende  Fläche 
(im  folgenden  mit  „Gesicht"  oder  „Oberfläche"  bezeichnet), 
nach  unten  gerichtet  war.    Die  Platte  verblieb  höchstens  eine 


Sekunde  in  der  Glasur.    Während  des  „Glattbrandes"  lag  si* 


j  Platte 

( 

\         Tondreifuß      [  ^| 

Tiguv  6. 

wagrecht  auf  einem  Tondreifuß  (Fig.  6)  mit  dem  „Gesicht" 
nach  oben, 

Gießversuche  mit  Ton  I. 
Gleich  bei  diesen  ersten  Versuchen  wurden  einige  sehr 
interessante  Erscheinungen    beobachtet.     Die  „lederharten' 
rohen  Platten  zeigten  einen  dunkler  gefärbten  Ring  um  diel 
Auffallstelle  des  Strahles.    Der  Gießbrei  des  Tones  I  besitzt! 
eine  beinahe  schwarze  Farbe,  die  auf  einen  hohen  Gehalt  an 
kohligen  und  humusartigen  Bestandteilen  zurückzuführen  ist. 
Kurze  Zeit  nach  dem  Guß  wird  der  Ton  heller,  die  Farbe  geht 
beim  lederharten  Zustand  in  ein  dunkles  Braun  über,  und  die 
vollständig  abgetrockneten  Platten  sehen  grau  aus.    Der  be- 
obachtete dunklere  Ring,  der  bei  den  trockenen  Platten  eine 
braune  Farbe  besitzt,  ist  dadurch  zu  erklären,  daß  hier  das 
Material  noch  wasserhaltig  ist.    In  rauh  gebranntem  Zustande' 
war  nichts  wahrzunehmen,  dagegen  wies  der  glattgebrannte 
Scherben  folgendes  merkwürdige  Bild  auf: 

In  der  Mitte  der  Fläche,  genau  an  der  Stelle,  wo  der  Strahl 
aufgeprallt  war,  befand  sich  eine  kreisrunde  Fläche  (1),  diej 
einen  ganz  normalen  Glasurbelag  hatte,  wie  die  übrige  Ober- 
fläche (3).  Um  (1)  herum  zog  sich  ein  Ring  (2),  der  sich  rauhl 
anfühlte  und  nur  äußerst  matt  glänzte.  Während  jedoch  (1) 
scharf  umrissen  war,  verlief 
sich  (2)  allmählich  bis  zum 
normalen  Glasurbelag  (3). 
Fig.  7  b  bringt  dies  deutlich 
zum  Ausdruck.  • 

Die  Größe  der  ring- 
förmigen Fläche  (2)  ist  ab- 
hängig von  der  Fallhöhe  des 
Strahles,  wie  aus  der  unten 
angeführten  Tabelle  3  zu  er- 
sehen ist.  Je  größer  diese 
ist,  umso  größer  wird  der 
Durchmesser  des  Ringes  (2), 
während  der  von  (1),  bis  auf 
kleine  Abweichungen,  kon- 
stant bleibt.  Er  variiert  nur 
mit  dem  Durchmesser  des 
Strahles.  Je  größer  dieser  ist, 
umso  größer  wird  der  Durch- 
messer von  (1).  Es  wurden  diese  merkwürdigen  Erscheinungen 
an  einer  größeren  Reihe  von  Platten  nachgeprüft,  und  sie 
bestätigten  sich  immer  wieder.  Schon  beim  Glasieren  der 
rauh  gebrannten  Platte  waren  diese  Flächenunterschiede,  be- 
sonders wenn  die  Glasur  sehr  dünn  gehalten  war,  gut  zu 
beobachten. 

Tabelle  3. 


Mgur  7  a. 


x-~  


Figur  7  b. 


Bezeichnung 
der  Platte 


Gießbrei:  2  kg  Ton  I  +  5  1  Wasser. 


Fallhöhe  des 
Strahles 
in  cm 

53 
12,5 
7,5 
7,5 


Durchmesser 
der  Fläche 
(1)  in  mm 

15 
13 
13 
15 


Durchmesser 
des  Ringes 
(2)  in  mm 

35 
27 
23 
23 


Gießversuche  mit  Ton  II. 
Die   abgetrockneten   rohen   Platten   s  bis  x  zeigten  die 
typische    Erscheinung    des    dunkleren    Ringes    in  bedeutend ! 
schwächerem  Maße  als  bei  Ton  L    Aufnahme  1*)  gibt  diesen 
Ring  wieder. 

Bei  t  und  u  siehe  Tabelle  4  ist  der  Ring  vollkommen  ver- 
schwunden, bei  s  und  w  kann  er  gerade  noch  wahrgenommen 
werden. 

Tabelle  4. 
Gießbrei:  2  kg  Ton  II  +  5  1  Wasser. 


Bezeichnung 
der  Platte 


s 
t 
u 
w 

X 


Fallhöhe  des 
Strahles 
in  cm 

53 
53 
53 
12,5 
12,5 


Durchmesser 
der  Fläche 
(1)  in  mm 

13 

kein 

» 

14 

13 


Durehmesser 
des  Ringes 
(2)  in  mm 

28 

Gießfleck 

23 
23 


Noch  auffallender  war  das  Verhalten  im  Rauhbrande.  Die 
Platten  hatten  sich  trotz  guter  Beschwerung  stark  verzogen. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECrlSAAL- COBURG. 


Nr.  41  —  451 


und^  über  die  Oberfläche  liefen  nach  allen  Richtungen  hin 
Sprünge.  Nach  dem  Glattbrande  sprang  die  Glasar  an  allen 
Stellen  der  „Oberfläche"  ab,  während  sie  an  der  hinteren  Fläche 
festhielt.  Von  einem  rauhen  Ring,  wie  bei  den  glasierten 
Platten  des  Tones  I,  war  nichts  zu  sehen. 

Die  Erklärung  für  dieses  eigentümliche  Verhalten  des 
Tones  II  konnte  bald  gefanden  werden.  Die  Scherben  der 
Platten  zeigten  nämlich  auffallende  Verschiedenheiten.  Man 
konnte  mehrere  ausgeprägte  Schichten  beobachten,  wie  es 
Figur  8  erläutert. 


Figur  8. 

I  In  der  Schicht  1,  die  eine  sehr  grobe  Struktur  besaß,  konnte 
ich  eine  starke  Anreicherung  an  Feinsand  (Quarzsand)  fest- 
stellen. Das  Material  war  hier  von  so  lockerer  Beschaffenheit, 
daß  es  sich  leicht  abtrennen  ließ.  Eine  Gesamtkieselsäure- 
bestimmung desselben  ergab  70,04  °/0  Si02.  Ueber  der  grob- 
körnigen Schicht  1  zeigte  sich  eine  etwas  feinere  Lage  2,  und 
erst  bei  3  und  4  konnte  man  ein  dichtes  Tongefüge  erkennen. 

Beim  Gießen  mit  Ton  II,  der  sehr  viel  Feinsand  enthält, 
hatte  sich  dieser  in  dem  Tonbreibehälter  stark  abgesetzt,  sodaß 
in  die  Gipsformen  zuerst  ein  Material  gelangte,  das  weit  mehr 
Feinsand  enthielt,  als  der  Zusammensetzung  des  Tones  ent- 
spricht. Innerhalb  der  Gipsformen  erfolgte  ein  Absetzen  des 
Feinsandes,  wodurch  die  Schichtenbildung  entstand. 
I  Bei  den  weiteren  Gießversuchen  mit  Ton  II  wurde  infolge- 
dessen in  den  Gießbehälter  ein  Rührer  eingebaut,  der  ein  Ab- 
setzen verhinderte.  In  dieser  Weise  wurden  folgende  Platten 
gegossen : 

Tabelle  5. 
Gießbrei:  2  kg  Ton  II  +  5  1  Wasser. 
Bezeichnung       Fallhöhe  des      Durchmesser  Durchmesser 
der  Platte  Strahles  der  Fläche  des  Ringes 

in  cm  (1)  in  mm  (2)  in  mm 

ac  52  14  HO 

ad  22  13  28 

ae  11  14  24 

af  11  15  24 

Die  rauhgebrannten  Platten  zeigten  die  Sprünge  an  der 
Oberfläche  nicht  mehr.  Auf  dem  glattgebrannten  Scherben 
jedoch  hatte  sich  jetzt  der  Gießfleck  eingestellt.  Der  rauhe 
Ring  war,  wenn  auch  nur  äußerst  schwach,  zu  beobachten. 
Die  weiteren  gegossenen  Platten  lieferten  das  gleiche  Resultat, 
.m  Vergleich  zu  den  Gießflecken  bei  Ton  I  wurde  hier  bei 
ton  II  festgestellt,  daß  die  Erscheinung  ganz  bedeutend  schwächer 
tusgebildet  war.  Im  übrigen  aber  wurden  die  bei  Ton  I 
»wähnten  Abhängigkeiten  beobachtet,  nämlich,  je  größer  die 
Fallhöhe  ist,  umso  größer  ist  der  Durchmesser  des  rauhen 
iitinges  (siehe  Tabelle  5). 

Gießversuche  mit  Ton  III. 
Analog  wie  bei  Ton  II  wurde  hier  der  Tonbrei  gut  gerührt 
röhrend  des  Gießens.  Die  glattgebrannten  Platten  zeigten, 
üßer  al  Tabelle  6,  den  Gießfleck  so  schwach,  daß  von  der 
iben  in  Figur  7  a  gegebenen  typischen  Zeichnung  des- 
elben  nichts  mehr  zu  erkennen  war.  Der  Uebersichtlichkeit 
regen  sind  die  Versuche  mit  Ton  III  in  die  Tabelle  6,  die 
sdoch  nur  die  Angabe  der  Fallhöhen  enthält,  eingetragen 
rorden.  3 

Tabelle  6. 
Gießbrei :  2  kg  Ton  III  +  5  1  Wasser. 
Bezeichnung  Fallhöhe  des 

der  Platte  Strahles  in  cm 

ag  22 
ah  22 
ai  11 
ak  11 
al  53 
Vergleicht  man  die  Ergebnisse  der  Versuche  bei  Ton  I 
s  Ton  III  untereinander,  so  ergibt  sich  eine  merkwürdige 
eziehung.    Ton  I  hat  den  kleinsten  Feinsandgehalt,  Ton  III 
m  größten.    Ersterer  gibt  einen  markanten  Gießfleck,  bei 
■tzterem  tritt  dieser  nicht  auf.    Ton  II  nimmt  insofern  eine 
ittelstellung  ein,  als  er  ca.  4,5  °/0  weniger  Feinsand  enthält 
id  den  Gießfleck  in  einem  Maße  gibt,  daß  man  gerade  noch 
äche  (l)  und  (2)  erkennen  kann.   Je  gerfnger  demnach  der 
dnsandgehalt  eines  Tones  ist,  umso  ausgeprägter  und  stärker 
eilt  sich  der  Gießfleck  ein,  der  bei  einem  Maximum  des 


*)  Die  photographischen  Aufnahmen  sind  auf  einem  besonderen 
att  dem  Sprechsaal  beigegeben.  D.  Bei. 


ersteren  schließlich  verschwinden  wird.  Es  war  also  voraus 
zusehen,  daß  bei  einem  an  Tonsubstanz  hochprozentigen  Kaolin 
der  Gießfleck  am  intensivsten  auftreten  mußte.  Ein  solches 
Material  ist  der  Ton  V,  ein  böhmischer  Kaolin  mit  ca.  89°/0 
Tonsubstanz. 

Gießversuche  mit  Ton  V. 
Die  Resultate  der  Versuche  mit  Ton  V  sind  aus  der 
Tabelle  7  zu  ersehen. 

Tabelle  7. 
Gießbrei :  2  kg  Ton  V  +  5  1  Wasser. 


Bezeichnung 
der  Platte 

aw 

ay 
az 


Fallhöhe  des 
Strahles 
im  cm 

53 
12,5 
12,5 


Durchmesser 
der  Fläche 
(1)  in  mm 

15 
16 
16 


Durchmesser 
des  Ringes 
(2)  in  mm 

40 
28 
28 


Die  Vermutungen  bestätigten  sich  voll  und  ganz.  Der 
Kaolin  gab  einen  so  typischen  Gießfleck,  wie  er  bisher  noch 
nicht  erhalten  worden  war.  Eine  Abbildung  der  glattgebrann- 
ten Platte  az  wird  durch  die  Aufnahme  2  wiedergegeben. 

Gießversuche  mit  Ton  IV.  Q 
Auch  bei  Ton  IV  wurde  ein  stark  ausgeprägter  Gießfleck 
erhalten.  Während  aber  bei  Kaolin  die  Fläche  (2)  gar  keine 
Glasur  aufwies,  war  hier  ein  ganz  matt  glänzender,  sich  rauh 
anfühlender  Ring  vorhanden.  Ton  IV  ist  ebenfalls  hoch- 
prozentig an  Tonsubstanz,  aber  stark  glimmerhaltig.  Ob  der 
Glimmer  die  Ursache  dieses  mehr  graduellen  Unterschiedes  ist, 
konnte  vorläufig  noch  nicht  beantwortet  werden.  Im  allgemeinen 
bestätigte  aber  auch  Ton  IV  die  bisher  gemachten  Erfahrungen, 
wie  es  Tabelle  8  zeigt. 

Tabelle  8. 
Gießbrei:  2  kg  Ton  IV  +  5  1  Wasser. 
Bezeichnung       Fallhöhe  des       Durchmesser  Durchmesser 
der  Platte  Strahles  der  Fläche  des  Ringes 

in  cm  (l)  in  mm  (2)  in  mm 

«  57  20  60 

ß  27,5  21  50 

Y  11  21  45 

Die  große  Reihe  von  Gieß  versuchen,  die  ich  mit  den 
fünf  Tonen  anstellte,  zeigte  also  eine  gewisse  Abhängigkeit  des 
Gießfleckes  vom  Feinsandgehalt  des  Tones.  Da  dieser  nur  rein 
mechanisch  neben  anderen  unwesentlichen  Bestandteilen  der 
Tonsubstanz  beigemengt  ist,  mußte  es  möglich  sein,  einem  sehr 
reinen  Ton  allmählich  soviel  Feinsand  zuzusetzen,  bis  der  Gieß- 
fleck verschwindet.  Diese  Versuche  wurden  mit  Ton  V  und 
Ton  I  ausgeführt. 

Ton  V  in  Mischung  mit  Feinsand. 
Bei  diesen  Versuchen  wurde  so  verfahren,  daß  eine  größere 
Menge  Kaolin  durch  das  200er-Sieb  geschlämmt  und 
dann  abgetrocknet  wurde.  Von  diesem  reinen,  gut  pulveri- 
sierten Material  weichte  ich  in  einer  großen  Schale  2,7  kg  in 
etwa  7  Liter  Wasser  auf  und  rieb  zu  dem  Kaolinbrei  300  g  naß 
gemahlenen,  abgetrockneten  Feinsand  durch  ein  aufgesetztes 
200er-Sieb  trocken  hinzu.  Ee  war  so  eine  10°/0ige 
Sandmischung,  aufgeschlämmt  in  Wasser,  hergestellt  worden, 
die  in  dem  oben  beschriebenen  Apparat  (Figur  5)  bei  gutem 
Rühren  vergossen  wurde. 

Mischung:  90  °/0  Kaolin  und  10%  Feinsand. 
Tabelle  9. 


Bezeichnung 
der  Platte 


ar 
as 
at 
au 
av 

Vergleicht  man 


Fallhöhe  des 
Strahles 
in  cm 

63 
29 
12,5 
12,5 
12,5 


Durchmesser 
der  Fläche 
(1)  in  mm 

23 
22 
17 
17 
16 


Durchmesser 
des  Ringes 
(2)  in  mm 

36 
34 
25 
24 
24 


die  Abmessungen  dieser  Gießflecke  mit 
denen  in  der  Tabelle  7  (reiner  Kaolin),  so  bemerkt  man,  daß 
der  Durchmesser  der  Fläche  (1)  größer,  der  von  (2)  erheblich 
kleiner  geworden  ist.  Beim  Betrachten  der  Platten  kann  man 
auch  sofort  eine  Abnahme  des  Gießfleckes  feststellen.  Obwohl 
der  Ring  (2)  sich  auch  sehr  rauh  anfühlt,  ist  er  doch  mit  einer 
äußerst  feinen' Glasurschicht  überzogen. 

Mischung:  70°/0  Kaolin  und  30°/0  Feinsand. 
Zur  Herstellung  dieser  Mischung  wurden  1400  g  Kaolin 
und  600  g  Feinsand  in  derselben  Weise,  wie  oben  geschildert, 
miteinander  gemischt. 

Tabelle  10. 

Fallhöhe  des 
Strahles  in  cm 

53 
29,5 
12,5 
12,5 


Bezeichnung 
der  Platte 
bg 
bh 
bi 
bk 


452  —  Nr.  41 


SPRECHSAAL -COBURO. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


Die  glattgebrannten  Platten  bg  bis  bk  wiesen  nicht  die 
geringste  Spur  eines  Gießfleckes  auf.  Tabelle  10  enthält  dem- 
nach auch  nur  die  Fallhöhen  verzeichnet.  Die  Aufnahme  3 
zeigt  eine  Zusammen  Stellung  der  drei  Platten: 

ay      reiner  Kaolin  (Tabelle  7) 

au  „  „      +  10°/0  Feinsand     (     „  9) 

bg  „  „      +  30°/0        „         (     „  10) 

Man  kann  gut  die  Abnahme  des  Gießfleckes  bis  zum  volli- 
gen Verschwinden  bei  bg  beobachten. 

Ton  I  in  Mischung  mit  Feinsand. 
Es  wurden  Gießversuche  ausgeführt  mit  einer  10°/0igen, 
20°/0igen  und  30°/0igen  Mischung.    Ihre  Herstellung  geschah 
genau  wie  beim  Ton  V.    Das  Resultat  war  auch  ganz  das 
gleiche.    Die  30°/0ige  Feinsandmischung  gab  keinen  Gießfleck 

mehr.  .  , 

Diese  letzten  Gießversuche  mit  den  Sandmischungen  be- 
stätigen die  Beobachtung,  daß  der  Gießfleck  umso  intensiver 
auftritt,  je  reiner  das  Gießmaterial  an  Tonsubstanz  ist,  und  daß 
er  mit  zunehmendem  Sandgehalte  allmählich  verschwindet. 
Diese  gefundene  Tatsache  steht  im  völligen  Widerspruche  mit 
den  Angaben  K.  Jakobs  (vergl.  I.  Teil,  Fußnote  9)  und  mit  der 
Theofie  von  C.  Tostmann  (I.  Teil,  Fußnote  7).  Nach  meinen 
Beobachtungen  ist  es  nicht  denkbar,  die  Bildung  des  Gieß- 
fleckes auf  eine  Entmischung  der  Gießmasse  zurückzuführen; 
denn  dann  müßte  er  bei  zunehmendem  Gehalte  an  Tonsubstanz 
an  Intensität  abnehmen  und  schließlich  verschwinden.  Meine 
Beobachtungen  jedoch  ergaben  das  Gegenteil. 

In  den  wenigen  Veröffentlichungen,  die  den  Gießfleck  be- 
handeln, wird  dieser  im  allgemeinen  als  eine  „dichtere"  Stelle 
des  Materials  angesehen,  die  beim  Glasieren  keine  oder  sehr 
wenig  Saugfähigkeit  gegenüber  der  Glasurmischung  besitzt, 
infolgedessen  letztere  wieder  abläuft.  Ich  prüfte  diese  Ver- 
hältnisse nach,  indem  ich  mehrere  Platten  mit  Ton  V  und  I 
bei  53  cm  Fallhöhe  goß,  rauh  brannte  und  dann  in  farbigen 
(roten  und  blauen),  mäßig  dicken  Glasurbrei  längere  Zeit  (etwa 
4  Sekunden)  eintauchte.  Obwohl  auf  der  Oberfläche  des 
Scherbens  eine  außerordentlich  dicke  Glasurschicht  haften 
blieb,  zeigte  sich  der  Ring  (2)  vollständig  frei  davon.  Auch 
bei  wiederholtem  Eintauchen  lief  bei  (2)  jedesmal  die  Glasur 
wieder  ab.  Die  glattgebrannten  Platten  wurden  mit  einer  sehr 
feinen  Schmirgelscheibe  auseinandergeschnitten,  wie  es  Fig.  9 
veranschaulicht. 


/ ^  Rfchf-'jrig  der 


5chmtfflocfit 


Figur  9 

Die  schraffierte  Fläche  stellt  die  Schnittfläche  dar.  Diese 
war  bei  allen  Platten  rein  weiß  (Fig.  10). 

Auch  bei  den  stärksten  Vergrößerungen  war  bei  (2)  nicht 
die  geringste  Färbung  zu  sehen. 

Ganz  analog  verhielten  sich  auch  rauh  gebrannte  Platten 
von  Ton  V,  als  sie  durch  eine  dicke  Farbstofflösung,  z.  B. 
Methylviolett,  gezogen  wurden.  Die  Fläche  (2)  blieb  beinahe 
weiß,  während  die  übrige  Oberfläche  sehr  viel  Farbstoff  zurück- 
hielt. 

Endlich  wurde  von  der  Schnittfläche  einer  rauh  gebrannten 
auseinandergeschnittenen  Platte,  gegossen  mit  Ton  V  bei 
60  cm  Fallhöhe  (wie  es  Fig.  9  zeigt),  ein  mikroskopischer 
Dünnschliff  angefertigt.  Dieser  zeigte  bei  a,  Fig.  10,  eine  be- 
deutend dichtere  Oberfläche  als  bei  b. 


■    Fig-ur  10 

Die  Versuche  bestätigten  also  die  bisherige  Annahme,  daß 

es    sich    beim    Gießfleck  tatsächlich  um   dichteres  Material 

handelt.  (Fortsetzung  folgt,) 


Das  Glas  auf  der  Deutschen  Gewerbeschau 
München  1922. 

Von  Carl  Jaeger. 

(Nachdruck  verboten). 

In  die  durch  ihre  riesigen  Ausmaße  und  harmonische  Ab- 
stimmung gleich  ausdrucksvolle  Halle  I  teilen  sich  die  Schau- 
gruppen von  Erzeugnissen  der  Glas-  und  keramischen  Industrie. 
So  imponierend  sich  aber  auch  diese  gewaltige  Töpfer-  und 
Gläserschau  dem  überraschten  Besucher  beim  Anblicke  dieses 
vielbewunderten  und  mit  Recht  bestaunten  Raumes  darbietet, 


soll  doch  nicht  verschwiegen  werden,  daß  seine  Teilung  in  j 
Keramik  und  Glas  oftmals  auf  Kosten  des  letzteren  Materials 
vorgenommen  worden  ist.  Mit  Ausnahme  von  zwei  hinter  dem 
Tempel  im  Mittelraume  befindlichen  Schaugruppen  und  von 
den  auf  der  Südseite  der  Halle  räumlich  abgeschiedenen  Seiten- 
kabinetten, die  ja  den  Anforderungen  an  eine  Spezialausstellung 
von  Glas  vollauf  gerecht  werden,  findet  man  doch  so  manches 
Edelglas  in  bescheidenen  Kästen  und  in  sehr  dämmriges  Halb- 
dunkel an  die  Wand  gestellt.  Das  belebende  Element  des 
durchflutenden  Lichtes,  daß  doch  erst  so  recht  die  optischen 
Tugenden  des  Glases  zur  strahlendsten  Entfaltung  bringt,  ist 
vielen  edlen  Glasschöpfungen  somit  entzogen  und  ergießt  sich 
dafür  in  reichster  Fülle  über  sattfarbige  Töpferwaren,  die  eine 
gedämpftere  Beleuchtung  wohl  eher  hätten  ertragen  können. 

Im  „südlichen  Längsgange"  und  in  den  anstoßenden  Seiten- 
räumen  sind  Beleuchtung  und  Ausstellung  ausstellungstechnisch 
am  meisten  befriedigend.  Hier  zeigen  zunächst  Franz  Steiger- 
wald's  Neffen,  München,  ihre  in  guten  Formen  gehaltenen  Ge- 
brauchs- und  Luxusgläser.  Eine  Reihe  von  Kristallgläsern, 
deren  Formen  durch  aufgeschmolzene,  in  meridionalen  Reihen 
angeordnete  Farbpunkte  besonders  verdeutlicht  werden,  wirken 
mit  ihrem  transluziden  Violett,  Orange  und  Grün  recht  vor- 
nehm und  zart  gegenüber  dem  modischen  blauen  Glas,  aus 
welchem  neben  schon  bekannten  guten  Rehm'schen  Typen 
ovale  Formen  einnehmend  hervortreten.  Einige  Kristallschalen 
zeigen  mit  gutem  Empfinden  für  Oberflächenteilung  aufgemalte 
weiße  Opakemaildekore,  wieder  andere  Kristallgläser  reizvolle 
Randschliffe.  In  der  Kollektivausstellung  bayerischer  Kristall- 
glasfabriken ist  Buchenau  (Bayer.  Wald)  mit  einer  großen 
Bowle  und  mit  lachsrot,  rosalinrot  und  urangrün  gefärbten 
Gläsern,  die  vorzüglichen  Kantenschliff  aufweisen,  gut  ver- 
treten. Einige  in  Aquamarin  gefärbte  Römer  sind  durch  eben- 
solchen Kantenschliff  veredelt  und  erreichen  durch  ihre  abge- 
klärte Wirkung  einen  viel  höheren  Bewertungsgrad  als  die 
daneben  zur  Schau  gestellten,  in  sattsam  bekannter  Art  reich 
ausgeschliffenen  blau  und  rot  überfangenen  Weinkelche.  Feine 
zum  Teil  medaillonartig  angebrachte  Gravuren  stehen  auf 
mehreren  gelbgeätzten  Gläsern  sehr  gut  auf  dem  farbigen 
Grunde,  viel  besser  als  das  etwas  pomphafte  Nebeneinander 
Gold    und    Email    auf    einer   großen    blauen  Schale. 


von 


Theresiental  (bei  Zwiesel,  Bayer.  Wald)  beteiligt  sich  an  dieser 
Kollektivausstellung  mit  sehr  guten  edelgeformten  Weinsätzen 
(zum  Teil  ebenfalls  mit  Kantenschliff),  mit  blauen  Schalen, 
deren  Ueberfang  mit  einem  reizvollen  Rosendekor  ausgraviert 
ist  (wobei  auf  die  angebrachten  „Sterne"  ruhig  hätte  verzichtet 
werden  können),  mit  Schalen  und  Platten,  deren  Randfelder 
mit  geätztem  Golddekor  geschmückt  sind,  und  mit  Fadengläsern, 
von  welchen  in  der  Spezialausstellung  dieser  Firma  noch  mehr 
zu  sehen  sind. 

In  diesen  reich  beschickten  Spezialausstellungen  von  Glas, 
die  der  Südseite  der  Halle  I  angegliedert  sind,  erfährt  die  Be- 
trachtung der  Gläserschau  eine  besondere  Vertiefung.  Hier 
offenbaren  sich  die  erstaunlich  vielen  Möglichkeiten,  die  sich 
bei  der  Gestaltung  der  Form,  Farbe  und  Zier  in  diesem  köst- 
lichen Material  erschließen  lassen,  ebensosehr  wie  die  Grenzen, 
die  dem  Schaffenswillen  des  Werkkünstlers  durch  die  Eigen- 
art des  Stoffes  gezogen  sind. 

Die     Kollektion     der    Theresientaler  Kristallglasfabrik 
(Theresiental  bei  Zwiesel)  lenkt  hier  den  Blick  zuerst  auf  sich. 
Es  ist  nicht  allein  die  Vielseitigkeit,  mit  welcher  sich  diese 
Fabrik  in  allen  Veredlungstechniken  betätigt,  was  hier  auf- 
schauen läßt —  darin  sehen  wir  ja  auch  bei  anderen  ausstellenden 
Firmen  große  Leistungen  —  ihre  Glasschau  erhält  diesmal 
eine  besondere  Note  durch  eine  Gruppe  von  zum  Teil  freige- 
blasenen, in  Venezianer  Art  gebildeten,  aber  dem  modernen 
Zeitgeschmack   in   Form  und  Farbe  vorzüglich  angepaßten 
Fadengläsern.    Daß  die  Firma  wieder  einmal  diese  reizvolle 
Ziertechnik  aufgegriffen  hat,  ist  ihr,  abgesehen  von  dem  Erfolg, 
mit  dem  sie  es  tat,  schon  deshalb  gutzuschreiben,  weil  sie  da- 
mit der  in  Händler-  und  Künstlerkr eisen  weit  verbreiteten  An- 
schauung, daß  diese  Zierweise  ein  Vorrecht  von  Murano  und 
die  Kenntnis  davon  den  Glasmachern  in  unseren  deutschen 
Hütten  nicht  mehr  geläufig  sei,  den  Nährboden  entzieht.  Eine 
Menge  Schalen  und  Schälchen,  Platten,  zierliche  Deckeldosen 
und  fein  profilierte  Vasen  sind  in  Filigrantechnik  mit  weißen 
und  blauen,  einfachen  oder  sich  kreuzenden  Fäden  reizvoll 
durchzogen.    Da,  wo  die  Gefäße  noch  besonders  deutlich  die 
Kennzeichen  ihrer  glühenden  Ausformung  tragen  und  in  diesem 
Zustande  an  der  Pfeife  etwa  eine  Drehung  erfahren  haben, 
winden  und  schlingen  sich  diese  zarten  Fäden  zu  einem  köst- 
lichen Linienspiel  ineinander.    Des  öfteren  Bind  auf  kelchartig 
geformten  Schalen  die  Fadeneinlagen  achsial  und  abwechselnd 
mit  breiten,  bandartigen  grünen  Streifen  angeordnet  oder  die 
Netzfäden  dunkelbraun  gefärbt  und  mit  dieser  Earbe  in  sehr 
gute  Wirkung  zum  farblos-durchsichtigen  Glaskörper  gestellt 
Diesen  Fadeneinlagen  begegnen  wi?  auch  wieder  bei  einem 


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ganzen  Weinsatz,  wo  sie  in  weißblauer  Farbe  die  Stengel  der 
Kelche  spiralförmig  gedreht  durchziehen.  Weniger  gut  ver- 
bindet sich  diese  Technik  mit  Lüsteranftrag.  Mit  einem  Satze 
„Römer",  deren  Stengel  dreikantig  geschliffen,  mit  Wein- 
kelchen, Platten  und  Tellerinen,  die  mit  ornamentalen  oder 
pflanzlichen  Dekoren  (einmal  auch  mit  Tierfiguren)  graviert 
sind,  mit  Schalen,  deren  Schmnck  geätzt  und  vergoldet  ist,  ver- 
mag die  Fabrik  eine  ganze  Reihe  neuer  Typen  auf  dem  Ge- 
biete des  luxuriösen  Tafelgeschirres  zu  stellen.  Die  bemalten 
Gläser  dieser  Hütte  stehen  im  Vergleich  mit  diesen  Schöpfungen 
erst  in  zweiter  Linie.  So  hat  beispielsweise  eine  reich  ge- 
zierte Prunkvase  mit  ihrem  auf  himmelblauem  Grund  gemaltem 
opakweißen  Email-  und  Golddekor  die  Grenzlinie  zwischen  Glas 
und  Keramik  sicher  schon  weit  überschritten. 

Ferdinand  von  Poschinger,  Buchenau,  zeigt  eine  ganze 
Reihe  von  verschieden  gefärbten,  gut  geformten  Vasen  mit 
vorzüglichen  Kantenschliffen,  dann  mit  Gold  und  teilweise  auch 
noch  mit  Email  gut  bemaltes  blaues  Glas,  sowie  Ueberfang- 
schliffe,  bei  welchen  in  einem  Falle  die  Vermengong  von 
geometrischer  Schliffornamentik  mit  naturnahen  Motiven  (Auer- 
hahn usw.)  nicht  glücklich  wirkt,  ferner  eine  Schale,  deren 
imitierter  blauer  Emailüberfang  in  Felder  geteilt  und  mit 
gravierten  Füllungen  abwechselnd  gut  unterbrochen  ist.  Unter 
den  reichhaltigen  Gebrauchsgläsern  zieht  ein  Weinsatz  mit 
roten  und  schwarzen  Stengeln  und  ausgravierten  Mäander- 
bändern die  Aufmerksamkeit  etwas  herausfordernd  auf  sich. 

Die  funkelnden  Erzeugnisse  der  Firma  F.  X.  Nachtmann, 
Neustadt  a./W.,  bewegen  sich  durchwegs  im  reichsten  Schliff- 
glasstil. 

Die  Kristallglasfabrik  vorm.  Steigerwald,  Regenhütte,  bringt 
neben  vorzüglichem  Gebrauchsglas  viel  farbiges  Glas  in  mehr- 
fachen Abtönungen.  Wir  sehen  blaues  und  violettes  Glas  in 
guten  Formen  mit  Kanten-  und  Randschliff  und  gleicbgefärbtes 
Glas  mit  sehr  dezentem  Golddekor  charaktervoll  und  organisch 
richtig  geziert.  Aus  dem  Vielerlei  dieser  Gruppe  seien  noch  ein 
in  Rutscbmanier  gravierter,  gut  dekorierter  Weinsatz,  eine  in 
Form  und  Zier  gleich  gute  gravierte  Bowle,  Römer  mit  kantigem 
Schliff  und  gravierte  Schalen  mit  dekorativ  ausgeschliffenen 
Bändern  rühmend  hervorgehoben.  Die  Kommanditgesellschaft 
Ring,  Nürnberg,  zeigt  hauptsächlich  an  Gebrauchsgläsern  Ueber- 
fangschliff,  den  sie  besonders  an  langgestielten  ein-  und  mehr- 
fach übergangenen  Römern  in  reichster,  aber  herkömmlicher 
Weise  entfaltet.  Die  Gräfl.  Schaffgot'sche  Josephinenhütte, 
Schreiberhau,  überrascht  durch  ihre  großen,  in  wuchtigen  Aus- 
mafien gehaltenen  Kristallschalen  und  Deckelpokale  (Ehrenpreis- 
pokale), vorzügliche  Arbeiten,  die  durch  ihren  breitflächigen 
Kantenschliff  Formen  errungen  haben,  welche  schon  architek- 
tonisch wirken  und  bei  einigen  riesigen  Pokalen  schon  zu 
wichtigen  Elementen  der  sie  umgebenden  Innenarchitektur 
werden.  Zum  Teil  sind  sie  gelb  gefärbt,  neben  Gold  der  einzige 
farbige  Einschlag  in  dieser  Gruppe  glitzernden,  wasserklarsten 
Kristalls. 

Auch  die  Firmen  Neumann  &  Staebe,  Hermsdorf,  Fritz 
Heckert,  Petersdorf,  H.  J.  Baeumer,  Hirschberg,  und  Gebrüder 
Rohrbach,  Friedrichsgrund  bei  Rückers,  reihen  sich  mit  ihren 
reichen,  zum  Teil  sehr  tief  gekerbten  Kristallschliffen  ebenbürtig 
an,  wobei  auf  die  Schliffdekore  von  Neumann  &  Staebe,  sowie 
auf  einen  sehr  schön  geschliffenen  Wein-  und  Likörkrug  der 
Firma  H.  J.  Baeumer  besonders  hingewiesen  sei. 

Außerhalb  dieser  Räume  im  „südlichen  Längsgange"  weiter- 
schreitend, begegnen  wir  in  einigen  blauen,  mit  schönem  Gold- 
dekor gezierten  Deckelschalen  und  Dosen  nochmals  Erzeug- 
nissen der  Schaffgot'schen  Hütte.  Auch  die  Firma  Heckert  ist 
hier  nochmals  vertreten  und  bietet  neben  sehr  schön  gravierten 
Weingläsern  mit  geschliffenem  Fuße  einige  reine  Glasbläser- 
arbeiten; Kristall-  oder  gelbgefärbte  Glasschalen  mit  frei  an- 
gesetzten dreiteiligen  Beinglasfüßen,  Arbeiten,  die  von  Venezianer 
Leistungen  nicht  überboten  werden  können.  Bei  mehreren  in 
diesem  Schranke  gezeigten  Malereien  tritt  der  in  unmöglichen 
Farbenzusammenstellungen  (rubinrotes  und  kobaltblaues  Trans- 
email mit  schwarzen  Konturen)  angeordnete  Dekor  mit  der  zu 
deutlichen  Durchsicht  der  Rückseite  in  unangenehme  Wechsel- 
wirkung und  verwirrt  das  Bild. 

In  der  Gruppe  bayerischer  und  österreichischer  Gläser  hat 
Fachlehrer  Wilhelm  Richter,  Zwiesel,  die  in  dieser  Zeitschrift 
wiederholt  ausführlich  beschriebene  Technik  der  Metallfärbung 
der  Gläser  wieder  aufgegriffen  und  sie  auf  vielen  wohlgelungenen 
Stücken  zu  einer  Farbensensation  gesteigert,  die  an  die  besten 
Edelgläser  Schneckendorfs  erinnert.  Umso  unverständlicher 
erscheint  es,  daß  er  an  manchen  Gläsern  mit  Goldrand  oder 
Emailaufmalung  nachzuhelfen  versucht  und  damit  ein  Neben- 
einander von  Techniken  schafft,  die  sich  ausschließen.  Eine 
Technik,  die  Farbeneffekte  von  solchem  Schmelz  und  Schiller 
erzielt,  kann  für  sich  allein  bestehen.  Viel  eher  würde  man 
diesen  Gläsern  eine  der  Zartheit  dieser  Farbentöne  entsprechende 
noch  geschmeidigere  Formengebung  wünschen. 


Die  Tiroler  Glashütte,  Kramsach,  bringt  neben  neuzeitlichem 
Kristall  gelbgeätzte  und  grüne  Gläser,  kantig  geschliffen  und  in 
tadellosen  Formen,  sowie  leicht  bräunlichgelb  gefärbte  Gläser  in 
Feuerzier.  Mit  gravierten,  teilweise  in  Rutschtechnik  gezierten 
Bechern,  Pokalen,  Schnapsgläschen  und  Weinflaschen  poly- 
gonalen Querschnitts  belebt  diese  Hütte  eine  sympathische 
bodenständige  Art. 

Rudolf  Mehr  &  Co.,  Steinschönau,  ist  mit  sehr  guten  rot 
überfangenen  und  gelb  gebeizten  gekugelten  und  gravierten 
Gläsern  zur  Stelle.  Eine  große  weiß  und  blau  überfangene 
Deckeldose  ist  unter  geschickter  Benützung  des  weißen  Zier- 
saumes reizvoll  ausgeschliffen. 

Franz  Scholz,  München,  bringt,  eine  große  Bowle  mit  ge- 
ätztem und  vergoldetem  gut  stilisierten  Weinlaub-  und  Trauben- 
schmuck, blaue  mit  Gold  und  farbigem  Email  bemalte  Dosen, 
Kristallbecher  mit  Streichmatt- Ornament  auf  schwarzem  Grund 
und  mit  Goldrand,  gelb  gebeizte  und  gravierte  Gläser,  sowie  als 
besondere  Eigenart  gravierte,  versilberte  und  blau  oder  rot 
überfangene  Glasbroschen.  Die  „Oka"- Werkstätten  von  Fisch- 
bach &  Doli,  München,  stellen  Irislüster  und  ebenfalls  gelb 
geätzte  und  ausgravierte  Gläser,  sowie  blaues  mit  Gold  be- 
maltes Glas  zur  Schau. 

Bei  den  Gläsern  der  österreichischen  Edelglaswerke,  A.-G., 
Stockerau  bei  Wien,  fallen  besonders  die  guten  Ueberfang- 
schliffe  auf.  Darunter  die  edelgeformten  Gläschen  eines  rot 
überfangenen  Likörsatzes  und  rosarot-rubinrot  und  aquamarin- 
blau überfangene  Schalen  mit  ausgeschliffenen,  gewellten  oder 
gezackten  Rändern.  Hohe,  gezogene  Vasen  mit  blauem  oder 
rosarotem  Fuße  und  gewelltem  (nicht  geschliffenem)  Rand 
haben  eigenen  Formenreiz.  In  Kristall  zeigt  man  guten  Kanten- 
schliff, an  einer  Weinflasche  aufgemalte  netzartig  sich  kreuzende 
Goldlinien  mit  Streublumen  dazwischen  und  bei  zwei  Milchglas- 
deckeldosen diskrete  schwarz-blaue  Bemal ung  in  Wiener  Art. 

Im  westlichen  Quergang  der  Halle  ist  von  Ida  Paulin, 
Augsburg,  eine  blaue  Bowle  mit  tiefgeätztem  Golddekor  und 
sehr  viel  bunte  Malerei  in  Email  auf  Kristall  und  in  Gold  auf 
einem  blauen  Service  zu  sehen.  Daneben  haben  Eschinger 
&  Kleiber,  Zwiesel,  in  einem  ziemlich  dunklen  Schrank  und 
viel  zu  dicht  gedrängt  ihre  Emailarbeiten  auf  violett,  blau  und 
grün  gefärbtem  Glase  aufgestellt.  Die  Zeichnungen  zu  dem 
teilweise  figürlichen  Genre  zeigen  große  Stilsicherheit,  und  die 
Farbenskala  der  technisch  meisterhaft  aufgemalten  Emails  verrät 
eine  auf  Erfahrung  und  Geschmack  gegründete  Beschränkung 
auf  einige  zum  Grundton  passende  Nuancen.  Die  Bemalung 
von  blauem  und  violettem  Glas  mit  Silber  und  Gold,  das  auch 
mit  der  Feder  aufgetragen  wird,  verleugnet  im  Ornament  nicht 
den  Einfloß  der  Zwieseler  Schule. 

Die  Glasraffinerie  der  Gebr.  Lorenz,  Steinschönau,  bringt 
eine  stattliche  Anzahl  kunstgewerblicher  Gläser  in  allen  Tech- 
niken, viele  nach  Entwürfen  der  Staatsfachschule  in  Stein- 
Schönau,  zur  Ausstellung.  Weinkelche  und  Deckelpokale  mit 
mattgeätzten  Füßen,  sehr  reiche  und  zum  Teil  auch  gute  figür- 
liche Gravuren,  gut  gekugelte  Kristallschalen  (Krause  &  Weiß), 
rote  und  blaue  Ueberf angschliffe  und  mehrere  gekugelte  größere 
Stücke  nach  Entwürfen  von  Dorn,  Horn  nnd  Süß,  gelb  gebeizte 
und  mit  Glasschnitt  geschmückte  Schalen  und  geschliffene  und 
gravierte  Likörsätze  seien  aus  dem  Vielen  rühmend  hervorge- 
hoben. E.  Palme,  Steinschönau,  zeigt  Schliffglas,  verwendet  an 
Lüstern  und  Stehlampen,  und  Alfred  Pietsch,  Steinschönau,  Eis- 
schalen,  Konfektschalen  und  Tafelaufsätze  in  reichem  Kristall- 
schliff Nach  Paul  Thomas',  Steinschönau,  in  Transparentemail  und 
mit  Gold  bemalten  Gläsern,  wenden  wir  uns  zu  Joh.  Oertel 
&  Co.,  Haida,  wo  man  wiederum  vorzüglichen  Ueberfangscbliff 
in  Blau,  Violett  und  Rot  an  Dosen  mit  flachen  und  Knauf-Deckeln 
und  an  Schalen  mit  schön  geschwungenen  Profillinien  zu  sehen 
bekommt.  Violette  und  grüne  Gläser  mit  Schälschliff,  Gläser 
mit  Randschliff  und  mit  reichen  Gravuren  vervollständigen  das 
Bild  der  mit  dem  Schleif-  oder  Gravierrade  gezierten  Stücke. 
Unter  den  bemalten  Gläsern  sind  gedeckelte  Konfektschalen 
mit  einem  zarten  Goldliuienmuster  und  Transemail  und  einige 
Schwarzlotmalereien  wegen  ihrer  guten  Anordnung  be- 
merkenswert. 

An  der  Nordseite  haben  die  Deutschen  Werkstätten  A.-G. 
einige  Vitrinen  belegt,  und  ihre  rühmlichst  bekannten  Mit- 
arbeiter zeigen  hier  schönstes  Edelglas.  So  E.  Wenz-Vietor 
ihreVenezianer  Faden-, Warzen-,  Noppen-  und  Flügel gläs er,  einige 
chromgrün  und  zart  gelbgrün  gefärbte  Gläser  mit  ausgezeich- 
netem Schälschliff  und  drei  große  Glasplatten,  grün  und  blau 
und  mit  weißen  Fadeneinlagen  bei  blauem  Tellerrande.  Von 
W.  v.  Wersin  sind  Schalen,  Deckelvasen  und  Dosen  in  be- 
kannter Güte,  von  Eng.  Julius  Schmid  und  von  Hillerbrand 
naive  und  mit  dem  Rade  gerutschte  figürliche  Gravuren  auf 
4-eckigen  Flaschen  zu  sehen.  In  einem  anderen  Abteil  gibt  es 
eine  bunte  Menge  von  Kleinglasformen  in  Gelb,  Blau,  Lachsrot, 
Violett  und  mit  Fäden  durchzogen  und  frei  geblasen.  Eine  An- 
zahl von  Gläsertieren,  mit  köstlichem  Humor  gestaltet  und, 


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durch  geschickte  Benutzung  der  wenigen  technischen  Hilfs- 
mittel staunenswert  charakterisiert,  schließt  diese  bunte  Reihe. 

Es  bleiben  noch  die  im  Hofe  III  und  in  den  Vitrinen  an 
der  Treppe  ausgestellten  Gläser  zur  Betrachtung  übrig.  Die 
reichhaltigen  Gruppen  von  R.  Bayerl,  München,  und  Leonhard 
Weiderer,  Zwiesel,  verkörpern  die  Tradition  jdes  Bayerischen 
Waldes  und  den  Einfluß  der  Zwieseler  Schule.  Erstere  bringt 
in  gelästerten  Weingläsern,  geschliffenen  Ueberf anggläsern, 
Gelbätzen,  Kristallschliffen  und  Emailmalereien  auf  weißem 
und  farbigem  Glase  im  Sinne  der  Fachschule  Zwiesel,  alle 
Techniken  geschickt  zur  Anwendung.  Weiderer  bietet  schöne 
Gravuren  auf  Kristall  und  auf  gelb  geätztem  Glase  nach  Ent- 
würfen von  Bruno  Mauder.  L.  Moser  &  Söhne,  Meierhöfen 
b.  Karlsbad,  hat  Vorliebe  für  polierte  Glasschnitte  und  reich- 
geschliffene und  gravierte  Weinkelche.  Violettes  Glas  mit 
reichen  vergoldeten  Aetzungen  und  mit  in  historischem  Stil- 
empfinden gehaltenen  antiken  Darstellungen  geben  dieser  Aus- 
stellung eine  eigene  Note.  Bei  Peill  &  Sohn,  Düren,  fallen  die 
Kelchgläser  durch  ihre  schöne,  der  Bildsamkeit  des  glühenden 
Glases  entsprechende  Formensprache  auf.  Auch  sonst  er- 
blicken wir  hier  meisterhafte  Beherrschung  aller  in  Frage 
kommenden  Zierweisen. 

Aus  Lauscha  in  Thüringen  sind  neben  einigen  bemerkens- 
werten Fadenkrügen  zierlich  geformte  Tiergestalten  in  ge- 
färbtem Glase  und  in  Milchglas  ausgeführt  zu  erwähnen.  Auch 
das  „Blaue  Haus"  Fr.  v.  Allesch,  Berlin,  hat  Glastiere,  die  mit 
Humor  und  Geschick  gestaltet  sind,  gesandt. 

In  einer  Vitrine  an  der  Treppe  hat  Jean  Beck,  München, 
blaues,  rubinrotes  und  dunkelgrünes  Glas,  zum  Teil  kantig  ge- 
schliffen, gelästerte  Schmuckgläser,  marmoriertes,  mit  schwarzen 
und  vergoldeten  Deckelknäufen  versehenes  Zierglas  und  blaue 
Dosen  mit  geätztem  und  vergoldetem  Blumendekor  in  be- 
kannter Qualität  ausgestellt. 

Bruno  Mauder,  Zwiesel,  dem  wir  auch  noch  in  anderen 
Hallen  (beim  Bund  der  Freunde  wertvoller  Handwerkstechniken) 
begegnen,  hat  sich  die  Bemalung  des  Glases  zur  besonderen 
Aufgabe  gestellt  und  zeigt  ebenso  interessante  wie  unter- 
schiedliche Versuche  auf  diesem  Gebiete.  Mir  gefallen  von 
«einen  Malereien  immer  noch  diejenigen, am  besten,  die  frei  von 
expressionistischen  Einbrüchen,  in  einer  abstrakten  Ornamentik 
organisch  mit  dem  Glase  verbunden  bleiben.  Beispiele  hierfür 
sind  einige  große,  mit  Gold  und  Silber  bemalte  Rubin-  oder 
violette  und  blaue  Vasen,  Platten  und  Schalen  oder  seine  mit 
leuchtenden  Transparentemails  bemalten  Kristallgläser,  die  den 
Reiz  seiner  Ornamentik  voll  erstehen  lassen  oder  die  auf  Matt- 
fond gesetzten  Schwarzlotmalereien,  die  in  ihrem  Gegensatz 


Wirtschaft  lich-gf 

Korrespondenzen. 

Preisauszeichnung.  Auf  der  Photographischen  Ausstellung  in 
München  ist  der  Firma  „Keraphot,  Photochemisch-keramische  Kunstwerk- 
statte,  Niederlößnitz",  für  hervorragende  Laistang  auf  dem  Gebiete  der 
Photokeramik  der  erste  Preis  zuerkannt  worden. 


Gesetzgebung,  Stenern. 

Entscheidungen  des  Reichsfinanzhofes.  Reichsstempel  bei 
Gründung  einer  G.  m.  b.  H.  &  Co.  Die  Gesellschafter  einer  G.  m.  b.  H. 
haben  an  demselben  Tage  diese  G.  m.  b.  H.  und  sodann  eine  Kommandit- 
gesellschaft gegründet,  deren  Komplementärin  die  G.  m.  b.  H ,  deren  Kom- 
manditisten die  Gesellschafter  der  G.  m.  b.  H  sind.  Der  Reichsnnanzhof 
hat  erkannt,  daß  es  den  wirtschaftlichen  Vorgängen,  Tatsachen  und  Ver- 
hältnissen angemessen  wäre,  wenn  die  Beteiligten  lediglich  eine  G.  m.  b.  H. 
gegründet  hätten,  und  daß  die  Gründang  der  „G.  m.  b.  H  &  Co."  einen 
Milibrauch  von  Formen  und  Gestaltungsmöglichkeiten  des  bürgerlichen 
Rechts  darstellten,  durch  die  die  Steuerpflicht  umgangen  oder  gemindert 
werden  soll.  Entsprechend  dem  §  5  der  RA.O.  ist  daher  aus  dem  Grttndungs- 
vorgang  nach  Tarifnummer  1  A  b  des  Ruichsstempelgesetzes  in  gleicher 
WeiBe  erfordert  worden,  wie  bei  der  Gründung  einer  G.  m.  b.  EL,  deren 
Gesellschafter  sich  zur  Leistung  des  Stammkapitals  der  G.  m.  b.  H.  (M  20000) 
und  außerdem  zu  Leistungen  in  Höhe  der  jetzigen  Kommanditeinlagen 
{Jt  1  Mill)  verpflichtet  haben.  Die  Stempelabgabe  M  mithin  auf  B.% 
von  Jt  1,02  Mill.  auf  M.  BlOuO  berechnet  worden.    (II  A  132/22.) 


Gewerblicher  Rechtsschutz. 

Tschechoslowaklen.  Neue  Vorschriften  im  gewerblichen  Rechts- 
schutz. Die  Verordung  vom  18.  6.  22  bringt  die  neuen  Bestimmungen 
über  die  Frist  zur  Geltendmachung  bezw.  Erneuerung  der  Rechte  aus  dem 
gewerblichen  Eigentum,  deren  Verfall  nach  dem  31.  10.  22  eintritt.  Bis 
zu  ditxem  Tage  spätestens  ist  anzusuchen  um: 

Die  Erneuerung  der  Schutzmarken,  welche  in  der  Zeit  vom  26.  7.  14 
angefangen  nach  dem. Verlaufe  ihrer  zehnjährigen  Sohutzdauer  neu  ein- 
zureichen waren,  bezw.  noch  zu  erneuern  sind; 

t  die  Neuanmeldung  der  Schutzmarken,  die  bei  einer  Handels-  und 
Gewerbekammer  der  ehemaligen  üstemichisch-ungarischen  Monarchie  bis 
zum  11.  8.  1»  registriert  waren,  damit  sie  den  8ohutz  iu  der  tscheoho- 


zwischen  tiefem  Schwarz  und  farblosem  Glase  Wirkungen  von 
hohem  Reize  erschließen.  In  der  von  ihm  geleiteten  Fachschule 
für  Glasindustrie  in  Zwiesel  kommt  diese  strengere  Art  der 
Glaszier  schön  zur  Auswirkung.  Die  Gläsergruppe  dieser  Schule 
in  Halle  II  leidet  außerordentlich  unter  der  ungünstigen,  gegen 
das  Licht  und  auf  einer  Stufenpyramide  erfolgten  Aufstellung. 
Der  gelbe  Anstrich  dieser  Holzgalerie  tritt  außerdem  sehr  oft 
in  unangenehmste  Wechselwirkung  mit  der  farbenfrohen 
Mannigfaltigkeit,  die  naturgemäß  mit  einer  alle  Techniken 
zeigenden  Schulausstellung  verbunden  ist.  So  wechseln  hier 
in  bunter  Folge  Malerei  in  opaken  und  transluziden  Emails  in 
Pinsel-  und  Federtechnik  auf  Kristall  und  farbigem  Glase  mit 
Gravuren  und  Schliffen  an  Kristall  und  Ueberfang  oder  auf 
gelb  oder  rot  geätzten  Gläsern.  Es  wäre  zu  weitschweifig,  wollte 
man  diese  Fülle  von  veredelten  Gläsern  im  einzelnen  beschreiben. 
Es  sei  darauf  hingewiesen,  daß  sich  in  diesen  Arbeiten  hand- 
werkliches Können  mit  liebevollem  Einfühlen  in  die  Wesenheit 
des  Werkstoffes  zu  einer  Einheit  paart,  die  den  Erziehern  und 
Schülern  dieser  Anstalt  nur  zur  Ehre  gereicht. 

In  dem  Edelraume  der  österreichischen  Werkstätten  be- 
kommen wir  in  den  dekorativ  ausgestatteten  Vitrinen  noch 
Kunstgläser  von  höchster  Qualität  zu  sehen.  Unter  nahezu 
gänzlichem  Verzicht  auf  Farbe  —  nur  in  der  Masse  gefärbtes 
Glas  findet  Verwendung  —  ist  hier  das  Formungsproblem 
in  den  Vordergrund  gestellt  und  seine  glänzenden  Lösungen 
in  Kristallkelchen  von  Professor  Struad  und  Powolny 
aufs  edelste  verkörpert.  Diese  aparten  Formgestaltungen 
werden  bei  Pokalen,  Schalen,  Bechern,  Karaffen  und  Krügen 
durch  Schliff  und  gehaltvolle  Gravuren  bereichert,  für  welche 
letztere  als  Urheber  Professor  Powolny  zeichnet.  Vom  gleichen 
Künstler  stammen  die  am  Ofen  und  in  Feuerzier  geformten 
grün  und  blau  getönten  Gläser,  von  Professor  O.  Struad 
Edelkristallgläser  und  von  Professor  Larisch  ein  Pokal.  Diese 
Edelgläser  der  österreichischen  Werkstätten,  deren  Wirkung 
sich  durch  Worte  nicht  verdeutlichen  läßt,  gehören  zum 
Schönsten  und  Vorbildlichsten,  was  man  von  Glas  auf  der  Ge- 
werbeschau erblickt.  Es  ist  bezeichnend,  daß  gerade  hier  auf 
die  Bemalung  des  Hohlglases  Verzicht  geleistet  wird. 

Auch  bei  einem  Rückblick  über  die  gesamte  Gläserschau 
tritt  das  bemalte  Glas,  bei  strenger  ästhetischer  Würdigung, 
neben  den  erstaunlichen  Leistungen  unserer  deutschen  Glas- 
industrie in  allen  anderen  Veredelungstechniken  als  etwas 
Sekundäres  zurück  und  kann  trotz  einzelner  wohlgelungener 
Versuche  als  ein  noch  nicht  gelöstes  Problem  bezeichnet 
werden. 


e  werblicher  Teil. 

slowakischen  Republik  mit  der  Priorität  der  ursprünglichen  Registrierung 
zuerkannt  erhalten; 

die  erneuerte  Anmeldung  der  Muster,  die  bei  einer  Handels-  und 
Gewerbekammer  der  vormaligen  österreichisch-ungarischen  Monarchie, 
außerhalb  des  Gebietes  der  tschechoslowakischen  Republik,  bis  zum 
11.  8.  19  registriert  waren,  damit  sie  den  Schutz  in  der  tschechoslo- 
wakischen Republik  weiter  genießen; 

die  Verhandlung  der  vor  dem  11.  6.  19  bei  den  Patentämtern  in 
Wien  oder  Budapest  überreichten  Anmeldungen  (die  vor  der  Auslegung 
den  einstweiligen  Patentschutz  noch  nicht  genießen)  beim  Patentamte  in 
Piag  zwecks  Schutzes  in  der  tschechoslowakischen  Republik  zum 
Schutze  in  der  Tschechoslowakei  mit  der  Priorität  vom  Tage  der  bei  den 
vorstehend  genannten  Patentämtern  erfolgten  Anmeldung ; 

den  patentamtlichen  Schutz  jener  Patente  für  die  tschechoslo- 
wakische Republik,  welche  bei  den  Patentämtern  in  Wien  und  Budapest 
bis  zum  11.  6.  19  eingereicht  wurden  und  dortselbst  bereits  rechtsgültig 
erledigt  sind; 

die  nachträglichen  Klagen  auf  Löschung  von  Marken  nach  §  4  des 
Gesetzes  vom  30.  7.  95,  ZI.  108  R.  G.  B.  beim  Handelsministerium. 


Handel  und  Verkehr. 

Weitere  Tariferhöhungen  im  Güter-  und  Personenverkehr. 

Zum  Ausgleich  der  weiteren  starken  Belastung  der  Reicbseisenbahn  soll 
bereits  am  16. 10.  22  eine  erneute  60  °/0-ige  Erhöhung  der  Gütertarife  vor- 
genommen I werden.  Eine  100  »/„-ige  Erhöhung  der  Personentarife  tritt, 
wie  bekannt,  am  1.  11.  ein.  üeber  eine  weitere  Erhöhung  zum  1. 12. 
wird  im  Ausschuß  des  Reichseisenbahnrats  beraten. 

Rückerstattung  beschlagnahmten  Vermögens  In  Amerika.  Die 
Concord  Finance'  Corporation,  die  Vertrauensstelle  des  Bandes  der  Aus- 
landsdeutschen in  den  Vereinigten  Staaten,  macht  darauf  aufmerksam,  daß 
am  2. 1.  23  die  Frist  abläuft,  innerhalb  welcher  diejenigen  Eigentümer, 
denen  durch  Art.  9  des  „Traiing  with  the  Enemy  Act"  bereits  das  Recht 
zugesprochen  ist,  die  Rückerstattung  ihrer  beschlagnahmten  Vermögen  zu 
beantragen,  ihre  Forderungen  gegen  die  Treuhänder  in  Amerika  anmelden 
können.  Der  Band  der  Auslandsdeutschen,  E.  V.,  Abt.  Amerika,  Berlin, 
Burgstraße  30,  ist  zu  näheren  Auskünften  bereit. 

Die  Zentrale  der  tschechoslowakischen  Handels-  und  Gewerbe- 
kammern,  Prag,  die  vor  kurzem  ins  Leben  gerufen  warde,  wird  ent- 
sprechend einer  Bestimmung  ihrer  Satzangen  eigene  „Mitteilungen"  heraus- 


1922.  (56.  Jahrgang.) 


SPRECHSAAL- COBURG. 


Nr.  41  —  455 


geben.  Das  Anfang  September  erschienene  L  Heft  enthält  u.  a.  einen 
Artikel  des  Handelsministers  Ing.  Lad.  Noväk  über  die  Aufgaben  der 
Zentrale,  einen  weiteren  Artikel  des  Sektionschefs  Dr.  Benda  über  die 
geplante  Reform  der  tschechosl.  Handels-  nnd  Gewerbekammern,  ferner  den 
Wortlaut  der  Satznngen  und  die  Geschäftsordnung  der  Arbeitsausschüsse 
der  Zentrale,  Berichte  über  die  letzten  Plenarsitzungen  und  über  die  Be- 
ratungen der  verschiedenen  Ausschüsse  der  Zentrale.  Außerdem  werden 
die  neuesten,  für  das  geschäftliche  Leben  wichtigen  Nachrichten  bezüglich 
des  Außenhandels,  der  Steuergesetzgebung,  des  Verkehrswesens,  der  Statistik 
usw.  veröffentlicht.  X 


Ein-  und  Ausfuhr,  Z&llwmem 

A.  H.  X.  Feinkeramik.  Auf  Grund  eines  Beschlusses  des  Arbeits- 
ausschnsses  hat  der  Raichskommissar  für  Aus-  und  Einfuhrbewilligung 
Herrn  Rsgiernngsrat  a.  D  Dr.  Furbach  mit  Wirkung  vom  1.10.22 
zum  stellvertretenden  Raichsbevollmäahtigten  der  A.  H.  N.  Feinkeramik 
ernannt. 

A.  H.  N.  Grobkeramik.  Die  AuBfuhrmindestpreise  sind  geändert 
worden  für :  künstliche  Mühlsteine  ab  8.  9.  22 ;  Korund  und  Schmirgel 
ab  15  9  22;  künstliche  Wetzsteine  ab  16,9.  22;  Kreide  ab  20.9.22; 
Quarzit  ab  22.  9.  22  und  Ton  ab  25.  9.  22.  Der  Teuerungszuschlag  auf 
die  Grundpreise  für  feuerfeste  Erzeugnisse  bei  Auefuhr  nach  Oesterreich, 
ist  erhöht  worden.  Näheres  durch  A.  H.  N.  Grobkeramik,  Berlin  NW  7, 
Friedrichstr.  93. 

EinfnhrzoUerhöhnng  für  gewisse  Hohlglasarten,  Auf  Grund 
von  §  1  des  Gesetzes  über  die  Ermächtigung  zu  vorübergehenden  Zoll- 
änderungen vom  5.  8.  22  (vergl.  Sprechsaal  Nr.  19,  S.  225,  Nr.  24,  S.  278, 
Nr.  30,  8.  338)  sind  durch  Verordnung  vom  27.  9.  22  die  Zollsätze  für  die 
Tarifnummern  739  und  740  um  50  °/0  erhöht  worden. 

Das  GoldzoUaufgeld  beträgt  vom  11. 10.  bis  einschließlich  17. 10.  22 
36  900  %. 

Zum  Abbruch  der  deutsch-spanischen  Wirtschaftsverhandlnngen. 
Der  Deutsche  Industrie-  und  Handelstag  nimmt  zur  Frage  des  deutsch- 
spanischen Handelsverkehrs  wie  folgt  Stellung:  „Deutschland  besitzt  bis 
zum  21.  12.  22  in  Spanien  das  Becht  der  Meistbegünstigung.  Nichts- 
destoweniger wurden  am  29.  5.  22  die  bekannten  Valntazuschläge  einge- 
führt, die  sich  praktisch  nur  gegen  die  deutschen  Waren  richteten  und  — 
abgesehen  von  einigen  Spezialitäten  —  auch  geradezu  prohibitiv  wirkten. 
Einen  weiteren  krassen  Bruch  der  Meistbegünstigung  stellt  die  Ver- 
weigerung der  Anwendung  der  Frankreich  und  der  Schweiz  gewährten 
Vorzugssätze  für  deutsche  Waren  dar.    Hinzu  kommt  noch,  daß  die 
Handhabung  der  sog.  Uebergangs-nErleichterungen"  vom  11.  7.  22  durch 
die  spanischen  Konsulate  zu  den  denkbar  größten  Schwierigkeiten  und  zu 
schweren  Verlusten  der  deutschen  Exporteure  geführt  hat  und  noch  führt. 
Trotz  aller  amtlichen  und  privaten  Vorstellungen  hat  die  spanische 
Regierung  in  dieser  Frage  kein  Entgegenkommen  gezeigt.    Daß  unter 
diesen  Umständen  die  Verhandlungen  in  Madrid  schließlich  trotz  aller 
deutschen  Bemühungen  abbrechen  mußten,  ist  nicht  zu  verwundern.  Die 
durch  W.  T.  B.  am  15.9.  verbreitete  Erklärung  der- deutschen  Begiernng, 
nach  der  sie  der  spanischen  Begiernng  habe  mitteilen  müssen,  daß  sie 
von  einer  derzeitigen  Fortsetzung  der  Verhandlungen  leider  kein  beide 
Teile  befriedigendes  Ergebnis  erwarten  könne,  hat  die  volle  Billigung  der 
deutschen  Handelskammern  gefunden.   Es  wird  nunmehr  in  erster  Linie 
von  der  Haltung  der  spanischen  Begiernng  abhängen,  ob  die  Verhand- 
lungen demnächst  wieder  aufgenommen  und  ob  sie  zu  einem  befriedigenden 
.  Abschlüsse  führen  werden." 

Britisch-Osflndien.   Der  Einfahrzolltarif  na ch  dem  Stande  vom 
1.  4.  22  sieht  für  Gias-  und  Irdenwaren  folgende  Sätz  e  vor : 


Nr. 

Maß- 

Tarifschätzung 

Zoll- 

stab 

Rupien |  Annas 

satz 

78 

78a 
79 


Glas  und  Glaswaren,  Lackwaren,  Ir- 
denwaren, China-  und  anderes  Por- 
zellan ;  alle  Arten,  ausgenommen 
Glasspangeu,  -perlen,  falsche  Perlen 
und  Mineralwasserflaschen  (System 
Codd  (siehe  Nrn.  78  a  und  79) 

Mineralwasderflaschen  (System  Codd) : 
8  Unzen  und  darunter  .... 
über  8  Unzen  

Glasspangen  und  -perlen,  sowie 
falsche  Perlen  ....... 


Gros 


vom  Werte*) 


55 
65 


vom  Werte*) 


15% 


30»/, 


*)  Der  Ausdruck  „vom  AVerte'*  bezieht  sich  auf  den  wirklichen  "Wert,  wie  er 
in  Abschnitt  30  des  See-Zollffesetzes  von  1878  (Sea  Customs  Act,  1878)  ("VIII  von 
1878)  bestimmt  ist. 

Finnland.  Zolltarifentscheidnng.  (Randschreiben  der  Zolldirek- 
tion vom  27.  5.  22,  Nr.  19). 

Nr.  des 

Zolltarifs  Eingeführte  Waren  Maßstab 

für  19 a 

774 


Zollsatz 
für  1922: 
finn.  Mk. 


Figuren-Tischlampen  aus  Porzellan,  mehr- 
farbig.   (Desgl.  vom  12.  4.  22)   ...    .    1  kg  40 

Frankreich.  Zollbehandlung  deutscher,  als  Reparation  ssach. 
lieferungen  eingeführter  Waren.  Nach  einer  Verordnung  vom  28.  7.  22 
werden  gegen  Entrichtung  der  Zölle  eines  Soadertarifs,  dessen  Sätze  bis 
auf  gegenteilige  Anordnung  gleich  den  Sätzen  des  Mindesttarifs  (Verviel- 
fältigt) gskoeffizienten  inbegriffen)  sind,  die  Erzeugnisse  zugelassen,  die  in 
der  der  Verordnung  beigefügten  Tabelle  aufgeführt  sind,  aus  Deutschland 
Btammen  und  von  dort  als  Reparationssachlieferungen  und  unter  Ueber- 
wachnng  der  zuständigen  Verwaltungen  für  den  Wiederaufbau  der  zer- 
störten Gebiete  eingeführt  werden.  Die  begünstigte  Zollbehandlung  unterliegt 


T.-Nr. 

331 


332 


333 
336  u  337 
338,  339,  340  u.  341 
342 

344,  345  u.  346 
347  bis 


348 
348  bis 

348  ter 
348  quater 
349—349  quater 


349  quinquies 


der  Beibringung  von  besonderen  Bescheinigungen,  die  von  dem  Ministerium 
für  die  befreiten  Gebiete  ausgestellt  werden.  Die  Ankunft  der  Waren  am 
Bestimmungsorte  wird  durch  einen  Begleitschein  (acqait-ä-caution)  sicher- 
gestellt, der  die  Entrichtung  des  doppelten  Zolles  des  Generaltarifs  ver- 
bürgt, falls  die  Bestätigung  nicht  rechtzeitig  eingeht.  Dieser  Begleit- 
schein ist  an  das  Ausfertigungsamt  zurückzusenden,  nachdem  er  von  den 
Lokalbehörden  des  Ministeriums  für  die  befreiten  Gebiete  mit  einer  Erledi- 
gungsbescheinigung versehen  worden  ist.  —  In  der  oben  erwähnten  Tabelle 
sind  von  den  Erzeugnissen  unserer  Industrien  die  folgenden  T.  Nr,  auf- 
geführt: 

1  -KTt 

Tonwaren,  feuerfeste,  aus  gemeinem  Ton: 
Schmelztiegel,  Betörten,  Kapseln,  (cazettes),  Muffeln 
und  ausgehöhlte  oder  hohle  Gegenstände,  mit 
Ausnahme  der  Mauerziegel. 
Mauerziegel  volle,  von  weniger  als  2  Kubikdezimeter 
Mauerziegel,  andere,  von  jeder  Form  und  Größe 
Andere  feuerfeste  Erzeugnisse: 
Mauerzregel  und  Gegenstände,  hergestellt  mit  Kiesel- 
erde, Tonerde,  Bauxit,  Magnesia  usw. 
Schmelztiegel  und  Erzeugnisse  aus  Graphit,  Beißblei 
oder  anderen  Kohlenstoffen 
Drainröhren 

Tonwaren,  andere,  aus  gemeinem  Ton 
Steinzeug 

Fliesen  und  Pflasterziegel,  gebrannt 
Fayence 

Elektrotechnische  Erzeugnisse  aus  Porzellan,  Fayence, 
weißem  oder  farbigem  Steinzeug,  ohne  Teile  aus 
Metall  und  anderen  Stoffen 
Spiegelglas 

Spiegelglas,  am  Rande  schräg  abgeschliffen,  graviert, 
geschnitten  oder  zugeschnitten  (taiUe  ou  decoupe) 
Spiegelglas,  verstärkt  Drahtglas  —  (arme) 
Spiegelglas,  undurchsichtig  gemacht 
Glas,  roh,  gegossen,  von  jeder  Stärke,  mit  oder  ohne 
Riefen  oder  Durchbrechungen;  Glas,  gegossen  oder 
geformt,  von  jeder  Form  und  Größe,  Decksteine 
(dalles),  Dachziegel,   Böhren  für  Dachdeckungen, 
Verglasungen,  zur  Kanalisation  oder  Pflasterung 
Elektrotechnische  Erzeugnisse  aus  Glas,  ohne  Ver- 
bindung mit  Metall 
Fensterglas 

Elektrische  Glühlampen,  mit  oder  ohne  Ausrüstung 
Verzweigte  Brenner  (becs  ä  branches)  aus  Speckstein, 
mit  oder  ohne  Metallzutaten  für  Acetylenbeleuchtung 
Verzweigte  Brenner  aus  Metall  mit  Spitzen  aus  Speck- 
stein für  Acetylenbeleuchtung 
Kerzen  mit  Isolierstücken  aus  Speckstein  oder  anderem 

ähnlichen  Stoffe  für  Beleuchtungszwecke 
Einfache  Brenner  aus  Speckstein  oder  anderem  Stoffe, 
mit  oder  ohne  Metallmontur,  für  Acetylenbeleuchtung, 
und  einzelne  Teile  davon. 

Italien,   Das  Zollaufgeld  beträgt  für  die  Zeit  vom  1.— 15. 10.  22 

359  o/0. 

Spanien.  Das  Zollaufgeld  ist  für  den  Monat  Oktober  auf  24,80  °/0 
festgesetzt  worden. 

Die  miniere  Monatsnotierung  für  die  Reichsmark,  die  als  Grundlage 
für  die  Erhebung  des  Valutazollzuscblags  auf  deutsche  Waren  Anwendung 
findet,  ist  für  den  Monat  Oktober  auf  0,567  festgesetzt  worden. 

Vereinigte  Staaten.  Zollamtliche  Wertschätzung.  Bei  der 
heutigen  unsicheren  und  ständig  wechselnden  Marktlage  ziehen  es  viele 
Importeure,  namentlich  solche,  deren  Waren  auf  Grund  alter  Kontrakte 
zu  niedrigeren  Preisen  geliefert  werden,  vor,  noch  bevor  sie  die  Verzol- 
lung beantragen,  mit  dem  Appraissr  (Zollabschätzer)  über  den  für  die  Ver- 
zollung festzasetzenden  Wert  za  verhandeln,  um  ihn  dann  gegebenfalls 
zu  erhöhen  und  Strafen  zu  vermeiden.  Derartige  Verhandlangen  müssen 
aber  unter  allen  Umständen  geführt  werden,  bevor  der  Verzollungsantrag 
gestellt  iet.  Durch  eine  neuerdings  in  Heft  1  des  42.  Bandes  der  „Trea- 
sury  Decissions"  veröffentlichte  Entscheidung  wird  bestimmt,  daß  nicht  in 
jedem  einzelnen  Fall  der  Appraiser  selbst  zur  Prüfung  der  Ware  verpflichtet 
ist,  sondern,  daß  auch  eine  durch  einen  Unterbeamten  vorgenommene 
Prüfung  zu  Becht  besteht.  Es  ist  von  besonderer  Wichtigkeit,  daß  der 
deutsche  Fabrikant  den  amerikanischen  Importeur  möglichst  eingehend 
über  die  Marktlage  informiert.  Der  Importeur  wird  die  Verzollung  nur 
dann  zu  richtigen  Preisen  beantragen  oder  Verhandlungen  mit  dem 
Appraiser  zwecks  Preisfestsetzung  geschickt  führen  können,  wenn  diese 
Voraussetzung  erfüllt  ist. 

Bio  Lage  in  Industrie  und  Handel. 

Der  deutsche  Außenhandel  in  Kerara-  nnd  Glaswaren  im 
August  1922  (Vorläufige  Ergebnisse). 


Werte  in  M  1000 
August       Jan /August 


351 
361 


360  quater 


630  quioquies 


Einfuhr: 
Tonwaren 
Glas-,  und 
Glaswaren 
Ausfuhr : 
Tonwaren 
Glas-  und 
Glaswaren 


dz 


188  076 
13  553 
463  717 
106  242 


806  082 
95  625 
3  465  393 
935  393 


58  247 
67  728 
1  053  225 
1  757  548 


221  490 
306  799 

4  055  170 

5  754  058 


456  —  Nr.  41 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1932.  (55.  Jahrgang.) 


England.  In  der  Glasindustrie  liegen  bisher  nur  wenig  Anzeichen 
fflr  eine  Besserung  vor,  wenn  auch  einige  Fabriken  besser  beschäftigt  zu 
sein  scheinen  als  vor  kurzem.  Diese  Werke  erzeugen  meist  bessere  Sorten 
von  geschliffenem  Tafelglas,  sowie  von  Glas  zu  dekorativen  Zwecken.  Die 
Ornament  glasicdustrie  ist  gegenwärtig  die  verhältnismäßig  am  besten 
beschäftigte,  obgleich  auch  dort  nach  Aufträge  gut  untergebracht  werden 
feöonten.  Bemerkenswert  ist,  daß  die  seit  langen  Jahren  bestehende 
Edinbourgh  and  Laith  Flint  Glass  Co.,  die  jetzt  durch  die  Wabbes  Crystal 
Glass  Co  kontrolliert  wird  und  sich  während  des  Krieges  ausschließlich 
auf  die  Erzeugung  von  Birnen  und  Bühren  fttr  elektrische  Lampen  ein- 
gestellt hatte,  neuerdings  die  ausschließliche  Herstellung  von  feinem 
Kristallglas  aufgenommen  hat.  Sie  befaßt  sich  u.  a.  mit  der  Erzeugung 
von  Glaswaren  in  antiken  Formen,  insbesondere  aus  der  gregorianischen 
Zeit,  und  fertigt  vollständige  Tafelseivice,  ferner  Krüge,  Likörservice 
und  dergl.  an. 

Porzellan  ■  Industrie  in  den  Föderierten  Malajen  •  Staaten. 

In  den  Föderierten  Mal*yen-8taaten  hat  sich  kürzlich  eine  neue  jln- 
dustrie  aufgetan,  die  voraussichtlich  einen  %eitreichenden  Einfluß  auf  das 
wirtschaftliche  Leben  des  Landes  haben  und  dort  ansässige  Kapitalisten 
veranlassen  dürfte,  auch  andere  einheimische  Industrieunternehmen  zu 
unterstützen.  Der  neue  Konzern  ist  die  „Malayan  China  Clay  and 
Pottery  Co.,  Ltd.  (Maleyan China  Ton-  und  Töpferwaren- Gesellschaft 
m.  b.  H.),  deren  Zweck  es  sein  soll,  die  reichen  Tonlager  in  den  Schwemm- 
gebieten der  Zinn-Minen  von  Perak  auszuwerten.  Auch  die  Regierung 
von  Perak  nimmt  reges  Interesse  an  der  Sache.  Die  Arbeit  wurde  vor 
einem  Jahr  begonnen,  und  da  Bich  die  malayischen  Arbeiter  als  sehr  ge- 
schickt erwiesen  haben,  ist  es  der  Gesellschaft  möglich,  bereits  Porzellan 
von  hochwertiger  Qualität  herzustellen.  Beide  Herstellungsarten,  die 
Guß-  und  die  „jolleying"  Metbode  werden  angewendet,  und  es  verlautet, 
daß  es  mit  der  letztgenannten  Metbode  einem  einheimischen  Arbeiter  mit 
wenig  Erfahrung  gelungen  ist,  2000  Lat«x-(Milchsaft-)Schalen  (zum  Sam- 
meln des  Gummibaumsaftes)  in  einem  achtstündigen  Arbeitstag  herzu- 
stellen. Bei  einer  Einrichtung  von  12  Maschinen  rechnet  man  mit  einer 
Produktion  von  über  30000  Latex-Schalen  je  Tag,  die  man  zu  Preisen 
auf  dem  Markt  absetzen  könnte,  mit  denen  die  eingeführten  Artikel 
nicht  konkurrieren  könnten.  Ehe  die  Gasellschaft  mit  der  Produktion 
dieser  Schalen  beginnen  ließ,  setzte  sie  einen  annehmbaren  Preis  für  das 
beste  Muster  in  Latex  Schalen  aus,  der  von  einem  heimischen  Pflanzer 
gewonnen  wurde.  Iu  Gopeng,  im  Zentrum  des  Zinn-Minendistrikts,  sind 
die  Arbeiten  bereits  aufgenommen.  Getrennt  von  dieser  Produktion 
heimischer  Artikel,  versorgt  die  Gesellschaft  zwei  der  größten  Baumwoll- 
spinnereien in  Bombay  und  Papiermühlen  in  Calcutta  mit  China- Ton. 
Es  ist  verständlich,  daß  die  an  der  Englischen  China-Ton-Industrie 
interessierten  Kreise  angeboten  haben,  die  ganze  Produktion  von  Gopeng 
zu  kaufen,  da  der  dort  lagernde  Ton  den  besten  englischen  Porzellan- 
erden als  vollkommen  gleichwertig  befunden  worden  ist.  Die  Gesellschaft 
beabsichtigt,  später  die  Herstellung  von  Porzellan  im  Großen  ausführen 
zu  lassen. 


Geschäftliche  Mitteilungen. 

Porzellanfabrik  Stadtlengsfeld,  A.-G.,  Stadtlengsfeld.  Auszug 
aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  30.  6  22:  Beingewinn  M  602  970 
(836  337);  Dividende  22%  (16);  Abschreibungen  M  196  934  (82  368); 
Zuweieungen  an  Werkerhaltungskonto  M  200  000  (40  000),  an  Wohlfahrts- 
fonds  Ji  45  000  (15  000).  —  Die  o.  G  -  V.  beschloß  des  weiteren  die  Kapitals- 
erhöbung  um  Jt  1,6  Mill.  auf  M  2  Mill.  Die  neuen,  ab  1.  7.  22  divi- 
dendenberechtigten Aktien  werden  unter  Ausschluß  des  gesetzlichen  Be- 
zngsrerbts  der  Aktionäre  dem  Bankverein  Spröngerts,  Büchner  &  Co., 
Korn  Ges.  a.  A.,  Artern,  zu  126  °/0  überlassen.  Ferner  Bind  Vorstand  und 
Aarsichtsrat  ermächtigt  worden,  zu  geeigneter  Zeit  und  noch  zu  verein- 
barenden Bedingungen  eine  Obligationsanleihe  in  Höhe  von  M  0,5  Mill. 
aufzunehmen  —  Aus  dem  Aufsichtsrat  ist  ausgeschieden  P.  Hörning; 
neugewählt  wurden  H.  Büchner  und  als  Betriebsvertreter  B.  Eckl  und 
W.  Uwelius.   Das  Unternehmen  ist  gut  beschäftigt. 

Strlegsuer  Porzellanfabrik,  A.-G.,  vorm.  C.  Walter  &  Co., 
Stanowltz.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  30.  6-  tt:  Rein- 
gewinn M  2,20  (0,72)  Mill.  Dividende  26%  (20),  Bonus  M  15#pfeO);  Ab- 
schreibungen M  17  188  (9620);  Zuweisungen  an  Wohlfahrtskonto  Jt  201800 
(80000),  an  Werkerb  altungskonto  M  400000  (2ÖO00O);  Rücklage  fttr 
Tunnelofenbau  M  600000.  —  Im  Berichtejahr  konnten  durch  zweck- 
entsprechende Neuorganisation  Fabrikation  und  Umsatzzifiern  wesentlich 
erhöht  werden.  Die  Beschaffung  der  Rohmaterialien,  insbesondere  dir 
Porzellanerden,  verlangte  die  größte  Aufmerksamkeit  Der  Absatz  war 
zufriedenstellend;  das  Exportgeschäft  konnte  erweitert  werden.  Die  Ge- 
sellt cbaft  ibt  auf  Monate  hinaus  mit  Aufträgen  versehen.  —  Neu  in  den 
Aufsichtsrat  wurde  Bankier  H.  Freytag  gewählt. 

Triptis,  A.-G.,  Triptis.  In  der  a.  o.  G.-V.  wurde  zunächst  be- 
schlossen, die  beBtehendin  M  1  MilL  Vorzugsaktien  in  Stammaktien  um- 
zuwandeln mit  Dividende  ab  1.  1.  22,  ferner  das  Aktienkapital  von 
M  9,6  Mill.  auf  M  12  zu  erhöhen  durch  Ausgabe  von  Jt  2,5  Mill.  neuer 
Stammaktien  mit  Dividende  ab  1. 1.  22,  die  zum  Kurse  von  305  %  von 
einem  Konsortium  Übernommen  werden  mit  der  Verpflichtung,  den  bis- 
herigen Stammaktionären  Jt  2,125  M  i  L  zu  320  °/0  im  Verhältnis  4 : 1 
anzubieten,  weitere  Jt  120000  der  jungen  Aktien  Verwaltungsmitgliedern 
zur  Verfügnng  zu  stellen  und  die  restlichen  JL  265000  bestens  zu  ver- 
werten, wobei  die  Gesellschaft  mit  %  %  an  dem  Gewinn  beteiligt  bleibt, 
der  sich  bei  einem  Verwertungskurs  vou  mehr  als  320%  ergeben  sollte. 
Schließlich  wurde  noch  beschlossen,  M  1  Mill.  neuer  Vorzugsaktien  mit 
Dividende  ab  1. 1.  22  zu  schaffen,  die  dieselbe  Rechtsstellung  haben  wie 
die  bisherigen  Vorzugsaktien. 

Altrohlauer  Porzellanfabriken,  A.-G.,  Karlsbad.  Der  erste  Ab- 
schluß der  Gesellschaft,  die  bekanntlich  aus  der  Altrohlauer  Niederlassung 
der  C.  M.  Hutschenreuther  A.-G.  hervorgegangen  ist,  ergibt  nach  Vor- 
nahme einer  besonderen  Rückstellung  für  etwaige  Währungsverluste  einen 


Gewinn  von  Kc  1,4  Mill.  Die  Verwaltung  hat  beschlossen,  davon 
Kc  0,62  Mill.  für  Abschreibungen  zu  verwenden,  Kc  88  186  dem  Reserve- 
fonds zuzuführen  und  die  Verteilung  von  je  Kc  40  auf  die  1000  Kronen- 
Aktie  vorzunehmen.  Die  Aktionäre,  die  vor  4  Monaten  auf  3  Hatschen- 
reuther  Aktien  1  Altroblauer- Aktie  zu  175%  (in  Mark!)  bezogen  haben, 
erhalten  also  jetzt  eine  Dividende  von  170  bis  180%. 

Union,  Veltener  Tonindustrle,  A.-G.,  Berlin.  Die  o.  G.-V. 
beschloß  die  KapitalBerhöhung  um  Jt  6  Mill.  auf  Ji  10  Mill.  Die  fttr 
das  laufende  Geschäftsjahr  dividendenberechtigten  neuen  Aktien  werden 
von  den  Lehrer-v  Siemens  Vereinigten  Baustoffindustrien,  Berlin,  übernommen 
und  davon  M  3,4  Mill.  den  Aktionären  im  Verhältnis  1:1  zu  160  %  zum 
Bezug  angeboten.  Die  restlichen  Ji  2,6  Mill.  werden  zur  Verfügung  des 
Aufsichtsrates  gehalten.  —  Aus  dem  Aufsichtsrat  sind  ausgeschieden 
B.  Schmidt  und  K.  Wessel,  neugewählt  wurden  F.  Dupont  und  A  Fricke. 

A.-G.  NIederlausitzer  Tonwerke,  Cabel.  Auszug  aus  dem  geneh- 
migten Abschluß  vom  30.  6.  22 :  Reingewinn  Jt  347  666  (82  681) ;  Divi- 
dende 20%  (12);  Abschreibungen  Ji  137  882  (54279). 

Ziegel-  und  Sehamottewerke,  A.-G.,  Könnern.  Auszug  aus  dem 
genehmigten  Abschluß  vom  30.6.22:  Reingewinn  Jt  283  466;  Dividende 
20  %  ;  Abschreibungen  Jt  99  932. 

Stoiberger  A.-G.  für  feuerfeste  Produkte  (vorm.  Rud.  Keller), 
Stolberg.  Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  30.  6.  22 :  Rein- 
gewinn M  1,96  Mill. ;  Dividende  60  %. 

Vereinigte  Schmirgel-  nnd  Maschinenfabriken,  A.-G.,  vorm. 
S.  Oppenheim  &  Co.  nnd  Schlesinger  &  Co.,  Hannover.  Die  a.  o. 
G.-V.  genehmigte  die  KapitalBerhöhung  um  Jt  8  Mill.  auf  Jt  15  Mill., 
wovon  JL  6  Mill  den  Aktionären  zu  285%  im  Verhältnis  1:1  angeboten 
werden  sollen.  Die  restlichen  Ji  2  Mill.  soll  ein  Uebernabmekonsortium 
im  Interesse  der  Gesellschaft  bestmöglich  verwerten. 

Thüringer  Glaswarenfabrik,  A.-G-,  Oberweißbach.  Die  a.  o.  G.-V. 
stimmte  der  Kapitalserhöhung  um  Ji  1,75  Mill.  auf  Jt  2  Mill.  zu.  Ia 
den  Aufsichtsrat  wurde  Exz.  v.  Lueder  neu  gewählt. 

Emaillier-  nnd  Stanzwerke,  vorm.  Gebr.  Ullrich,  Malkammer. 
Auszug  aus  dem  genehmigten  Abschluß  vom  30.  6.  22:  Reingewinn 
Jt  2,75  (0,66)  Mill.;  Dividende  20%,  (10);  Abschreibungen  M  0,16 
(0,08)  Mill. ;  Zuweisungen  an  Werkerhaltungskonto  Jt  0,6  (0,2)  Mill.,  an 
Unterstützungsfonds  Jt  50000  (20  000). 

Kaolin-  nnd  Tonwerke,  A.-G.,  Korbitz  b.  Meißen.  Auszug  aus 
dem  genehmigten  Abschluß  vom  31.3.  22:  Verlust  M  60881  (29  331); 
Abschreibungen  M  43071. 

Neugründung.  Unter  der  Firma  „Bayerisches  Glaswerk,  A.-G., 
München"  wurde  mit  einem  Aktienkapital  von  M  6,5  MilL  Stamm-  und  Jt  0,5 
Mill.  6%  Vorzugsaktien  ein  Unternehmen  gegründet,  das  die  Erzeugung 
und  den  Verkauf  von  basischen  Silikaten  bezweckt. 


General -Versammlungen. 

Porzellanfabrik  Limbach,  A.-G.,  Limbach :  a  o.  G.-V.  18.  10.  22, 

11  Uhr  v.,  Bahnhofshotel,  Coburg.  T  -0  :  Kapitalserhöhung  um  Jt  200  000. 

Porzellanfabrik  Moschendorf,  A.-G.,  Moschendorf :  o.  G.-V.  18.  10.  23, 
2  Uhr  n.,  Hotel  Kaiserhof,  Hof. 

Marienberger  Mosaikplattenfabrik,  A.-G.,  Marienberg  i.  8.:  o.  G.-V. 
24. 10.  22,  10  Uhr  v ,  Hotel  Deutsches  Haus,  Braunschweig.  T.-O. :  u.  a. 
KapitalBerhöhung  um  Jt  0,76  Mill.  auf  Jt  3  Mill. 

Keramische  Werke  Offstein  und  Worms,  A-G.,  Worms:  a.  o.  G.-V. 
20.  10.  22,  10 */»  Uhr  v.,  Handelskammer,  Worms.  T.-O.:  Kapitalserhöhung 
um  J  12  5  Mill.  auf  Jt  25  Mill. 

Annaburger  Steingutfabrik,  A.-G.,  Annaburg:  o.  G.-V.  80.10.22, 
10  Uhr  v.,  Geschäftslokal,  Berlin  W  62. 

Wessels  Wandplatten-Fabrik,  A  -G.,  Bonn :  o.  G.-V.  26. 10.  22, 11  Uhr  v. 
Verwaltungsgebäude,  Bonn. 

Max  Roesler,  Feinste ingutfabrik,  A.-G.,  Rodach:  a.  o.  G.-V.  27. 10.  22 

12  Uhr  m.,  Bankhaus  Gebr.  Arnhold,  Dresden.  T.-O:  Kapitalserhöhung 
auf  M  3  Mill.  Stammaktien. 

Bheinische  8piegelglasfabrik,  Eckamp:  a.  o.  G.-V.  24  10.  22, 
12  Uhr  m ,  Dresdner  Bank,  Aachen    T.-O.  KapitalBerhöhung. 

W.  Krefffc,  A-G..  Gevelsberg  i.  W-:  o.  G.-V.  24  10.  22,  61/»  Uhr  n., 
Barmer  Bank-Verein  Hinsberg,  Fischer  &  Comp.,  Barmen. 


Messen  nnd  Ausstellungen. 

8.  Reichenberger  Messe  1922.  Aufbau  und  Ausstattung  der  dies- 
jährigen, in  16  Messehäusern  untergebrachten  Herbst-Messe  bedeuteten 
gegenüber  den  früheren  Veranstaltungen  zweifellos  einen  großen  Fort- 
schritt Von  den  Ausstellern  waren  in  dieBein  Jahre  96%  Erzeuger  und 
nur  4%  Großhändler;  die  1921  noch  ziemlich  zahlreichen  „zweifelhaften 
Existenzen"  unter  den  Ausstellern  waren  grundsätzlich  ausgeschieden 
worden.  Die  rund  2000  Aussteller,  deren  Zahl  hinter  der  des  Vorjahres 
allerdings  zurückblieb,  stellten  eine  Auslese,  insbesondere  der  nordböh- 
mischen,  mitbin  zum  größten  Teil  deutschen  Industrie  dar.  Aus  dem 
Auslände  waren  kaum  mehr  als  100  Aussteller  beteiligt,  davon  aus  dem 
Reiche  73,  auB  Deutsch-Oesterreich  24  Aussteller.  Der  Ausländerbesuch 
bte.lte  sich  Dank  der  frühzeitig  begonnenen  und  intensiven  Propaganda 
dreimal  so  hoch  als  im  Jahre  1921,  dem  Glanzjabre  der  Messe;  als  haupt 
sächlichste  Einkäufer  werden  die  skandinavischen  Länder,  ferner  Fran- 
zosen und  Engländer,  Holländer,  Amerikaner  und  Orientalen  bezeichnet. 
Das  Messegeschäft  wurde  durch  den  Valutastand  und  namentlich  durch 
das  gerade  während  der  Messedauer  eingetretene  Steigen  der  tschechischen 
Krone  sehr  stark  beeinträchtigt,  sodaß  sich  die  von  einer  schweren  Industrie 
krisis  begleitete  Messe  mit  ihrer  Vorgängerin  an  Erfolgen  nicht  im  ent- 
ferntesten vergleichen  kann, 

Die  Prager  Herbstmesse  (3.— 10. 9.  22),  die  fünfte  ihrer  Art,  stand 
im  Zeichen  einer  schweren  Wirtschaftskrise.    Die  Beschickung  wai 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  41  —  457 


erheblich  schwächer  als  zur  Frühjahrsmesse  Der  Besuch  Boll  gut  gewesen 
sein.  Aus  dem  Aaslande  wurden  u.  a.  Bussen  und  die  Übrigen  Rand- 
Btaaten,  Schweden,  Rumänien,  Franzosen,  Engländer  sowie  Sttdamerikaner 
als  Einkäufer  genannt.  Noch  immer  wirkt  die  Unmenge  von  Vergnügunga- 
itätten  der  Abwicklung  des  Geschäftsverkehrs  störend  entgegen.  Im  übrigen 
Sit  aber  der  Aufbau  und  die  äußere  Gliederung  des  Unternehmens  vervoll- 
kommnet worden,  so  daß  die  Gruppeneinteilung  jetzt  allen  billigen 
Forderungen,  die  die  Einkäufer  stellen  können,  Bechnung  trägt.  Gut 
vertreten  waren  u.  a.  böhmische  Gläser  und  Haushaltungsgegenstände. 
Reichsdeutsche  Häuser  stellten  ausnahmslos  unter  den  Namen  iher  tsche- 
chischen, meistens  Prager  Vertreter  aus.  Von  dem  geschäftlichen  Er- 
gebnis verspricht  man  eich  nicht  viel.  Die  meisten  Käufer  hielten 
angesichts  des  hohen  Standes  der  tschechischen  Krone  in  Erwartung  eines 
Konjunkturrückganges  zurück. 


Verbände. 

Verband  Deutscher  Elektrotechnischer  Porzellanfabriken. 
Die  Porzellanfabrik  Tettau,  A.-G.,  Tettau  in  Bayern,  sowie  die  Staatliche 
Porzellanmanufaktur  Nymphenburg,  Nymphenburg  bei  München,  haben  die 
Mitgliedschaft  des  Verbandes  erworben. 

Die  Vereinigten  Steingutfabriken,  6.  m.  b.  H.,  Bonn,  erhöhten 
den  Aufschlag  für  St  einguter  zeugt- isse  der  Gruppe  I  auf  3300  °/0, 
Gruppe  II  auf  3000  o/0  mit  Wirkung  vom  15.  9.  22.  Für  alle  golddekorier- 
ten Waren  ist  vom  gleichen  Zeitpunkt  an  der  Aufschlag  für  Gruppe  I  auf 
8800%,  fbr  Gruppe  II  auf  3500  »/o  erhöht  worden.  Die  Rechnungs- 
beträge sind  zukünftig  rein  netto  Kasse  gegen  ein  Ziel  bis  zu  14  Tagen 
nach  Ausstellung  des  Frachtbriefes  zahlbar.  Skonto  wird  nicht  vergütet. 
Bei  Ueberachreitnng  des  gewährten  Zieles  werden  Verzugszinsen  in 
gleicher  Höhe  berechnet,  wie  sie  von  den  Banken  zuzüglich  der  üblichen 
Provitionen  berechnet  werden.  An  Verpackungsgebühren  werden  berech- 
net :  3  %  ▼om  Bechnungsrohbetrag  für  lose  Sendungen,  5  %  vom  Rech- 
nungsrohbetrag  für  geschlossene  Sendungen.  Kisten  werden  zum  vollen 
Betrag  gutgeschrieben,  wenn  diese  innerhalb  von  4  Wochen  vom  Tage 
des  EmpfangB  der  Waren  frachtfrei  und  in  gutem  Zustande  mit  vollstän- 
digem Packmaterial  zurückgeschickt  werden,  andernfalls  nur  zu  2  Drittel 
des  berechneten  Betrages. 

Die  Mittel«  und  Ostdeutsche  Schamotte>Konvention,  Breslau, 
erhöhte  für  alle  Lieferangen  ab  1. 10.  22  bis  auf  weiteres  die  jetzigen 
Preise  um  rund  37  /2  %,  sodaß  sich  also  der  bisher  1600  %  betragende 
TeuerungBzuBchlag  auf  2100  °/0  erhöht. 


Versicherungen. 

Unfallversicherung  von  Unternehmern,  Betriebsbeamten  und 
kaufmännischen  Angestellten  der  Glasindustrie.  Für  die  Glasindustrie 
sind  einige  in  der  Sitzung  der  Glas-Berufagenossenschaft,  sowie  daroh  die 
Verordnung  vom  12. 9.  22  eingetretene  Aenderungen  in  den  Bestimmungen 
über  die  Unfallversicherung  von  Betriebsunternehmern,  Betriebsbeamten 
und  kaufmännischen  Angestellten  von  großer  Wichtigkeit.  Die  in  Frage 
kommenden  Bestimmungen  sind  folgende: 

Betriebs  unter  nehm  er  sind  berechtigt,  sich  selbst  und  ihren  im 
Betriebe  tätigen  Ehegatten  gegen  die  Folgen  von  Betriebsunfällen  zu 
versichern,  wenn  sie  nicht  mehr  als  M  300000  JahresarbeitBverdienst 
haben,  oder  wenn  sie  regelmäßig  keine  oder  höchstens  zwei  Versicherungs- 
pflichtige gegen  Entgelt  beschäftigen. 

Betriebs be am te  bis  zu  einem  Jahresarbeitsverdienst  voa  .#  300  000 
sind  ohne  weiteres  versicherungspflichtig.  Die  Betriebsanteraehmer  sind 
aber  berechtigt,  ihre  Betriebsbeamten  mit  mehr  als  Ji  300  000  Jahres- 
einkommen, sowie  kaufmännische  Angestellte  (Bttrobeamte)  mit  ihrem  Jahres- 
arbeitsverdienst ohne  Bücksicht  auf  seine  Höhe  zu  versichern. 

Unternehmer,  die  von  dieser  Berechtigung  für  einzelne  Betriebsbeamte 
oder  kaufmännische  Angestellte  Gebrauch  machen  wollen,  haben  die  Ver- 
sicherung unter  Angabe  des  Namens  und  des  Jahresarbeitsverdienstes  dieser 
Personen,  sowie  der  Art  der  Beschäftigung  bei  der  Glas-BerafsgenoBsenschaft 
anzumelden.  Aenderungen  in  der  Höhe  der  Gehälter  brauchen  nicht 
jeweila  mitgeteilt  zu  werden;  sie  ergeben  sieh  aus  den  am  Jahresschluß 
der  Berufsgenossenschaft,  wie  bisher  schon  für  das  freiwillig  versicherte 
Büropersonal,  einzureichenden  Gehaltssummen. 

Werden  sämtliche  Betriebsbeamte  oder  kaufmännische  Angestellte 
ohne  Bücksicht  auf  die  GehaltBhöhe  versichert,  so  genügt  diesbezügliche 
Mitteilung  an  die  Berufsgenossenschaft  und  namentliche  Aufführung  in 
der  Nachweisung  am  Jahresschiaß.  Vorheriger  namentlicher  Anmeldung 
und  Zugangsmeldung  bedarf  es  nicht. 

Unfallversicherung,  Naoh  einer  am  15. 9.  22  in  Kraft  getretenen 
Verordnung  ist  die  Versicherungsgrenze  auf  Ji  300000  erhöht  worden. 
Desgleichen  haben  die  Geldbeträge  anderer  Vorschriften  eine  entsprechende 
Heraufsetzung  erfahren. 

Angestelltenversicherung.  Durch  eine  am  1.  9.  22  in  Kraft  ge- 
tretene Verordnung  ist  die  Versicherungsgrenze  für  Angestellte  auf 
JC  300  000  erhöht  worden.  Für  Neaveraicherte  gelten  die  §§  366,  395 
bis  398  des  A.  V.  G.  mit  der  Maßgabe,  daß  die  Fristen  vom  1.  9.  22  ab 
laufen.  Den  Wiederversicherten  werden  die  Kalendermonate  der  Zwischen- 
zeit als  Beitragsmonate  im  Sinne  der  §§  15,  49  des  A.  V.  G.  angerechnet 
Wenn  ein  Boicher  Angestellter  vom  Bechte  der  freiwilligen  Versicherung 
nach  §  15  des  A.  V-  G.  für  die  zurückliegende  Zeit,  während  der  er 
nicht  versicherungspflichtig  war,  Gebrauch  macht  oder  gemacht  hat,  [[so 
gelten  die  freiwilligen  Beiträge,  die  er  für  diese  Zeit  entrichtet  hat  oder 
gültig  nachentrichtet,  als  Pflichtbeiträge  im  Sinne  des  §  48,  nicht  da- 
gegen im  Sinne  des  §  398.  Die  freiwillige  Versicherung  hat  die  Wirkung 
der  Pflichtversicherung  nur  insoweit,  als  ihre  Beiträge  mindestens  in  der 
Gehaltsklasse  des  letzten  Pflichtbeitrags  vor  jenem  Ausscheiden  des  An- 
gestellten aus  der  Versicherungspflicht  und  im  Falle  des  §  177  mindestens 
in  derjenigen  Gehaltsklasse,  deren  Beitrag  diesem  Pflichtbeitrag  am 
nächsten  liegt,  entrichtet  sind  oder  gültig  nachentrichtet  werden.  Neu- 


versicherte werden  auf  Grund  des  §  11  des  A.  V.  G.  von  der  Versicherung - 
pflicht  rückwirkend  auf  den  Tag  ihres  Beginns  befreit,  wenn  der  Be- 
freiungsantrag bis  einschl.  31.  10.  22  beim  Bentenaasschuß  oder  der 
BeichsversinherungBanstalt  eingeht  und  bereits  zu  dem  früheren  Zeitpunkt 
die  gesetzlichen  Voraussetzungen  für  die  Befreiung  im  übrigen  vorlagen. 

Krankenversicherung.  Nach  einer  Verordnung  vom  14.  9.  22  ist 
die  Versicherungsgrem»  auf  Jt  204000  erhöht  worden. 


Firmenregister. 

Deutschland. 

Porzelias-Manufaktur  Walther  Weber,  Gmünd.  Die  Firma  ist  er- 
loschen. 

Gebr.  Kühnlenz,  A.-G.,  Kronach.  Erwerb  und  Fortführung  der  Por- 
zellanfabrik in  Firma  »Gebr.  Kühnlenz".  Grundkapital:  Ji  2  Mill. 
Vorstand :  Kaufmann  C  Schindhelm,  Fabrikdirektor  H.  Schindhelm  Auf  » 
sichtorat :  Dr.  jar.  H  Arnhold,  Fabrikbesitzer  C.  Ktthnlenz,  Kommerzien- 
rat  K.  Gretzschel,  Kommerzienrat  E.  TiöBter,  Kaufmann  M.  Kaufmann, 
Justizrat  Dr.  J  Schmidt,  Dr  jar.  J.  Krüger. 

Ludwig  Wessel,  A.-G.  für  Porzellan-  und  Steingutfabrikation,  Bonn. 
Das  Grundkapital  ist  um  Ji  1,7  Mill.  Stammaktien  auf  M  7,2  Mill. 
ertönt,  worden. 

Wilhelm  Dienst,  Flörsheim  a.  M.   Die  Firma  ist  erloschen. 

BadiBche  Steingut-  und  Tonwarenfabrik  Engen  Dietsche,  Freiburg 
(Zähringersir.  101).   Inhaber:   Fabrikant  E.  Dietsche. 

Keramik,  chemi  keramische  Fabriks-  and  Handelsgesellschaft  m.  b.  H., 
Nordhausen.  Fabrikation  von  Gipsprodukten  und  Handel  mit  Gips  und 
Erzeugnissen  der  keramischen  and  chemischen  Industrie.  Stammkapital: 
M  100  000.   Geschäftsführer:   Kaufleute  H.  Wulff  and  H.  A.  Müller. 

Tonwaren  and  Tellifr Fabrik  Hö'ppli,  G  m  b.  H,  Wiesbaden.  Die 
Prokura  des  Heinrich  Jankmann  ist  erloschen.  An  Stelle  von  G.  H.  Lippert 
und  E.  Gottlieb  wurde  Cur.  Höppli  zum  alleinigen  Geschäftsführer  be- 
stellt 

Keramische  Werke  Senteinen,  A.-G.,  Tilsit  Herstellung  von  kera- 
mischen Fabrikaten  aller  Art  sowie  Handel  mit  diesen.  Grundkapital: 
M  2  Mill.  Vorstand:  Direktor  E.  Metscher.  Aufsichtsrat:  M.  Schulz, 
M.  Keyser,  P.  BJöß,  G.  Gasovias,  G.  Hoffmann. 

von  Poncet  Glashüttenwerke,  A-G.,  Friedrichshain,  N-L.  Die 
Kapitalserhöhung  nm  M  3,9  Mill.  auf  Ji  12  Mill.  ist  erfolgt. 

Glaswerk  Mttllheim,  G.  m.  b.  H  ,  Müllheim.  Fabrikation  und  Ver- 
trieb von  Glas  und  verwandten  Artikeln.  Geschäftsführer:  Kaufmann 
W.  Beeckmann. 

Brehm  &  Co.,  Jlmenau.  Kaufmann  K.  Brehm  ist  ausgeschieden, 
Kaufmann  A.  Kimmerling  ist  als  persönlich  haftender  und  selbständig 
vertretungsbefugter  Gesellschafter  eingetreten. 

C.  Bülsmann,  Jlmenau  (bisher  Arnstadt).  Alleiniger  Inhaber: 
Fabrikant  Dr.  B.  Mohr,  Arnstadt. 

Berliner  Glas-  und  Spiegel-Manufaktur,  A.-G,  Berlin.  Das  Ver- 
mögen der  Gesellschaft  ist  ,  unter  Ausschloß  der  Liquidation  auf  die 
Deutsche  Wasserwerk- A-G.,  Berlin,  übergegangen.  Die  Gesellschaft  ist 
aufgelöst.  Eine  Liquidation  hat  nicht  stattgefunden.  Die  Firma  ist  er- 
loschen. 

Breslauer  Emailleschilder  Fabrik  Max  Scholz,  Breslau.  Die  Firma 
lautet  jstzt:  „Emailliefwerk  Max  Scholz. 

E.  Hean,  Ofen-  und  Zentralheizungsfabrik  Kaiserslautern,  Inhaber 
E  Henn  und  Ludwig  Henn,  Kaiserslautern.  Das  Geschäft  ist  mit  Aktiven 
und  Passiven  an  Fabrikant  L.  Henn  übergegangen  nnd  wird  von  diesem 
unter  der  Firma  „E.  Henn,  Ofen-  und  Zentralheizangsfabrik  Kaiserslautern, 
Inhaber  Ludwig  Henn"  weitergeführt.   Kaufmann  J.  Hilcher  hat  Prokura. 

Berliner  Glas-,  Porzellan-,  Lampen-  und  Matallwaren-HandeU-G.  m. 
b  H ,  Berlin.  Die  Gesellschaft  iat  aufgelöst.  Liquidator :  W.  Schachmann. 
Die  Gläabiger  wollen  sich  bei  der  Gesellschaft  melden. 

Schamottewaren  und  Tonrohrhandlung  Hermann  Meißner,  Berlin. 
Inhaber:  Kaufmann  H  Meißner. 

Glaemaschinen-Iadustti«,  G.  m.  b.  H.,  Berlin.  Die  Firma  lautet 
jetzt:  „Schiller-Glasmaschinen-Iudustrie,  G  m.  b.  H"  B.  E  Neumann 
und  E.  Werner  haben  Gesamtprokura.  An  Stelle  des  abberufenen  Ge- 
schäftsführers Schiller  wurde  Kaufmann  A.  Aftergut  zum  Geschäftsführer 
bestellt 

Kaolin-  und  Tonwerke,  A-G.,  Korbitz  b.  Meißen.  Die  Kapitals- 
erhöhung um  Ji  1  Mill.  auf  M  2  Mill.  ist  durchgeführt. 

Qaarzspat  Ströbel,  G.  m.  b.  H,  Ströbel.  0.  Jäckel  ist  als  Geschäfts- 
führer ausgeschieden.  Die  Prokura  von  M.  Hüttich  ist  erloschen.  Ing. 
K.  L.  Gaebler  hat  Gesamtprokura. 


Oesterreich. 

Eibiswalder  Glasfabrik,  G.  m  b.  H.,  Aibl  (Deutsch-Landsberg).  Stamm- 
kapital: Kr.  900000.   Geschäftsführer:  Kaufmann  F.  Zaruba. 

Email-  und  Metall- Waren  Fabriks-Gesellschaft  m.  b.  H,  Wien.  Er- 
zeugung von  Email-,  Metall-  and  Bronzewaren  aller  Art  sowie  Handel  mit 
dieeen  Waren.  Stammkapital:  Kr.  900  000.  Geschäftsführer:  Dr.  F.  Bindler 
und  H.  Grünberg.   Gesamtprokuristen :  S.  Peretz  und  Dr.  N.  FriedJänder. 

F.  Kierszkowski,  Kufstein.  Großhandel  mit  keramischen  Waren. 
Inhaber:  Friedrich  W.  L.  Kierszkowski. 

Deutsche  Glasvertriebagesellschaft  m.  b.  H.,  Wien.  An  Stelle  von 
Dr.  H.  Schönbrunn  wurde  Kaufmann  G.  Zaruba  Ben.  als  Geschäftsführer 
bestellt. 


Tscbechoslowakien.  . 

H.  Kretschmann,  Elbogen.  Erzeugung  von  Porzellan-  und  Tonwaren. 
J.  Pleyer  hat  Prokura. 

Turner  Terrakotta-  nnd  Stein gutfabrik,  Kommanditgesellschaft,  Brüder 
Pietschmann,  Tarn  Gesellschafter:  Bichard  und  Edmund  Pietschmann. 
Kommanditist:  F.  Steiner  Ben. 

Hilpert  &  Schicketanz,  Knkan  Nr.  331.  Erzeugung  von  Glasperlen. 
Gesellschafter:  J.  Hilpert  und  E.  Schicketanz. 


458  —  Nr.  41 


SPRECHSAÄL-COBURO. 


1922.  (55.  yahffgfcjfssfr)/ 


Josef  Lej<?ek,  Slap,  Bez.  Tornau.  Glasschleiferei. 

Pollak  &  Co.,  Altrohlan.  Handel  mit  Porzellan-  und  Glaswaren  en  gros. 
Die  Firma  ist  erloschen. 

Ewald  Pohl  &  Co.,  Georgswalde.  Großhandel  und  Export  mit  Glas- 
huttenerzeugnissen.   Gesellschafter:  H.  E.  Pohl  und  R.  P.  Heinrich. 

Kaolina,  Karlsbader  Kaolinindnstrie,  A.-G ,  Karlsbad.  Verwaltungs- 
rat: A.  Singer.   

Patente. 

Oesterreich. 
Aufgebote. 

21  c.  Hängeisolator,  bestehend  ans  eiuem  Isolierkörper  mit 
geschlossenem  Kopf,  einer  Tragkappe  mit  Schraubring  und  zweiteiligem 
Ring,  sowie  einem  im  Innern  darin  angeordneten  Bolzen  mit  oben  daran 
befindlichem  Kegel:  Auf  dem  Bolzen  ist  eine  einteilige,  mehrfach  ge- 
schlitzte Buchse  aufgeschoben,  die  durch  Eindringen  des  am  oberen  Teil 
des  Bolzens  befindlichen  Kegels  im  oberen  Durchmesser  konzentrisch  ver- 
größert wird,  u.  zw.  so,  daß  die  Druckflächen  der  vorgenannten  Büchse 
sich  der  Form  der  inneren  Kegel-  und  ringförmigen  Druckfläche  des 
Isolierkörpers  direkt  anschmiegen.  Elektrotechnische  Fabrik  Thossfell, 
G.  m.  b.  H.,  Thossfell.    11.  10.  20,  A  5682—20.   Deutsches  Reich 

14. 10.  19. 

21  d.  Strahlungspyrometer  mit  Thermoelement,  gekennzeichnet 
durch  eine  im  Pyrometerrohr  angeordnete  einstellbare  Blende  zur  Rege- 
lung des  auf  die  warme  Lötstelle  fallenden  Lichtkegels.  Siemens  & 
Halske,  A.-G.,  Berlin  und  Wien.  29.  9.  21,  A  5413—21.  Deutsches  Reich 
7.  1.  21. 

21  f.  Lichlfllter  aus  Glas  (Lampenglocken,  Lampenschirme  und 
Reflektoren)  zur  Erzeugung  von  Tageslichtwirkung,  insbesondere  für 
gaagefüllte  Metallfadenlampen.  Die  wirksamen  blauen  und  grünen  Farben 
des  Filters  kommen  in  einer  solchen  Dichte  zur  Anwendung,  daß  sie  in 
einem  einzigen  Glassatz  zusammengeschmolzen  werden  können.  E.  L. 
Friedmann  &  Co.,  Berlin.  4.  2.  21,  A  676—21.  Deutsches  Reich 
20.  2.  20. 

21  f.  Elektrische  Glühlampe  mit  einem  kurzen,  aus  dem 
Fleisch  der  Lampenwandung  gebildeten  Pumpröhrciien.  Das  untere  Ende 
des  letzteren  ist  mit  einer  durch  Preßluit  von  innen  her  erzeugten 
Pumpöffnung  versehen.  Patent  -  Treuhand  -  Ges.  für  elektrische  Glüh- 
lampen m.  b.  H,  Berlin.     27.  7.  21,  A  4291—21.    Deutsches  Reich 

20. 11.  20. 

21  f.  Verfahren  zum  Entlüften  elektrischer  Glühlampen.  An 
das  Ende  des  Pumpröhrchens  werden  Stoffe,  wie  l  Alkalisalze,  ßleisalze, 
aufgebracht,  die  den  Schmelzpunkt  des  Glases  herabsetzen;  Patent- 
Treuhand-Ges.  für  elektrische  Glühlampen  m.  b.  H.,  Berlin.  22.  4.  21, 
A  2629—21.  Zweiter  Zusatz  zu  Patent  Nr.  76  896.  Deutsches  Reich 
22.  6.  20. 

21g.  Verfahren  zur  Zerteilung  elektrischer  Glühlampen. 
Die  Glühbirne  wird  an  der  Trennungsstelle  einerseits  durch  Drehen  über 
einer  Wärmequelle  erhitzt  und  andererseits  gleichzeitig  durch  Berühren 
einer  kalten  Spitze,  Schneide  oder  dergL  abgekühlt,  so  daß  das  Springen 
des  Glaskörpers  in  der  Zone,  der  Erwärmung  erfolgt.  Metallfadenlampen- 
Erneuerungs-Gee.  m.  b.  H.,  Wien.   26.  8.  21.   A  4752—21. 

21g.  Luftdichte  Drahteiniührung  für  Glasgefäße,  wobei  die 
Drähte  vor  ihrem  Einschmelzen  in  das  Glasgefäß  von  einer  glasartig 
schmelzenden  Masse  umgeben  werden.  Diese  Masse  besteht  aus  borBaurem 
Blei,  das  mit  dem  Draht  und  Glas  verschmolzen  und  bei  der  Schweiß- 
temperatur etwas  flüssiger  als  das  Glas  wird  und  ungefähr  denselben 
Ausdehnungskoeffizienten  wie  das  GlaB  besitzt.  International  General 
Elektric  Co.,  Inc.,  New  York.  9.  7.  20,  A  3846-20.   V.  St.  A.  15  6.  18  I 

21g.  Elektrische  Glühlampe  mit  auswechselbarem  Leucht- 
körper. Die  GlaBbirne  iBt  mit  lobrarügen  Verlängerungen  verseilen,  die 
nicht  als  Träger  des  Sockels  und  der  Stromznftthrungsdiähte  dienen  und 
durch  deren  Eiöffnung  die  Auswechslung  der  Ulühspirale  ermöglicht  wird. 
Polak  Herbert,  1? abrikleiter,  Wien.   14.  10.  21,  A  5656—21. 

80  c  Spiegel  für  Bestrahlung  mit  kurzwelligen  Strahlen. 
Silizium  ist  ah  spiegelndes  Metenal  veiwendet.  Siemens  &  Halske. 
A.-G.,  Siemenstadt  b.  Berlin.  1.  4.  21.  A  2140—21.  Deutsches  Reich 
11.  6.  20. 

32  a.   Handgesteuerte  Flaschenblasmaschine,  bei  welcher  die 
Kopfform  an  einem  auf  und  ab  bewegbaren,  zugleich  das  Saagrohr  bil- 
denden Träger  befestigt  ist  und  durch  einen  mit  dem  Saugrohr  verbun- 
denen Antriebskolben  auf  eine  auf  und  ab  verschiebbar  gelagerte  Vorform 
niederbewegt  wird  und  dabei  diese  zwecks  Füllung  durch  Ansaugen  mit 
ihrem  unteren  offenen  Ende  in  die  Glasschmelze  eintaucht.    Der  den  Kopf- 
formtiBger  nebut  Saugerohr  hebende  und  senkende  Antriebekolben  tiägt  eine 
wagrechte  Führung,  an  welcher  der  Koplformtiäger,  an  dem  eine  oder 
mehrere  Eopfioinitn  angebracht  sein  können,  nebst  Saugrohr  seitlich 
veiHcbiebbarist,  um  in  an  ►hh  bekannter  Weise  durch  die  Beitliche  Bewegung 
des  Kopfformträgers  die  Kopfloim  mit  dem  Kblbel  auf  die  Fertigform  zu 
Übeitregen.    Wöll  s  MaBcfainenbau-Ues.  m.  b.  H.,  Köln  a.  Rh.    11.  9.  20, 
A  5180—20. 

32  a.  Maschine  zum  Blasen  nahtloser  Flaschen  nnd  anderer 
runder  Gefäße,  mit  Halstuim,  Vorlorm  und  Fertigfotm,  in  weicb  letzterer 
die  Flasche  während  des  Fertigblasens  einer  beständigen  und  schnellen 
Umdrehung  unterworfen  ist.  Die  Flasche  wird  durch  die  mechanisch  be- 
triebene Halbform  m  Umdrehung  versetzt,  die  Fertigform  iBt  aber  unbe- 
weglich. Georges  Lefort,  Mechaniker,  Clabecq  (Belgien).  13.  9.  13, 
A  7869—13.   Belgien  28.  9.  20. 

32  a.  Glasblasmaschine  mit  radialen,  unabhängig  voneinander 
um  eine  vertikale  Achse  sicü  drenenden,  Blabpfeifeu  oder  dergl.  tragenden 
Armen.    Der  die  ekzelnen  Operationen  abführende  Mechanismua  samt 


der  dazu  gehörigen  Hilfseinrichtung  ist  nur  in  einem  einzigen  Satz  vor 
handen.  Compagnie  Generale  d'Electricite,  Paris.  24.  12.19,  A  4896—19. 
Italien  13,  11.  18. 

32  a.  Mundstück  zum  Ziehen  von  Glaszylindern  mit  einem 
ringförmigen,  eine  freie  Oeffaung  des  Mundstückes  umgebenden  Flausch 
für  den  Glaskopf.  Dieser  Flansch  ist  winkelig  nach  innen  zu  einer  Trag- 
fläche für  den  Glaskopf  abgebogen  und  an  der  Innenfläche  der  Abbiegung 
mit  einer  Anzahl  konzentrischer  Rillen  versehen.  Empire  Machine  Co., 
Pittsburg.    21.2.20,  A  916—20.,  V.  St.  A.  23.8.  18. 

32  a.  Selbsttätige  Glasblasmaschine  mit  einer  saugend  wir- 
kenden Vorform,  die  eine  Glaspost  dem  Ofen  entnimmt  nnd  sie  an  die 
Blaspfeife  abgibt.  Die  Vorform  dreht  sich  beim  Uebergang  aus  der  Ab- 
gabestellung in  die  Entnahmestellung  um  eine  wagrechte  Achse  um  180«.  . 
The  Weatlake  European  Machine  Co.,  Toledo  (V.  St.  A.).  12  5.  20, 
A  2321—20. 

32  a.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Glasröhren  mit  mehreren 
parallel  laufenden  Kanälen  durch  Auszienen  eines  Glasblocks  mit  ent- 
sprechend weiteren  Kanälen.  Ein  Bündel  einfacher  Glasröhren  wird  durch 
Erhitzen  zusammengeschmolzen  und  der  entstandene  Glasblock  mit 
mehreren  Kanälen  geschmolzener  Glasmasse  überzogen  und  bis  zum  ge- 
wünschten Querschnitt  der  einzelnen  Kanäle  ausgezogen.  Glasfabrik 
Sophienhütte,  Richard  Bock,  Jlmenau  i.  Thür.   29.  3.  21,  A  1920—21.  ^  i 

32  a.  Verfahren  zum  Ziehen  von  Glashohlkörpern,  besonders 
Fensterglaswalzen,  aus  der  geschmolzenen  Masse,  bei  welcher  das  ge- 
schmolzene Glas  beim  Eintauchen  des  Blaskopfes  auf  einen  Flansch  oder 
eine  andere  Anflagelläche  des  Blaskopfes  übertritt  und  einen  den  ent- 
stehenden Glashohlkörpcr  während  des  Ziehens  tragenden  Glasring  bildet. 
Der  Blaskopf  bleibt  solange  eingetaucht  oder  wird  vor  dem  Eintauchen 
so  weit  vorerhitzt  (etwa  in  einem  Wärmeofen,  durch  Hängenlassen  dicht 
über  der  Glasoberfläche  u.  dergl.),  daß  seine  Temperatur  sich  derjenigen, 
bei  der  das  Glas  anschmelzen  würde;  nähert,  ohne  sie  völlig  zu  erreichen, 
zum  Zwecke  eine  ungefähr  gleiche  Zusammenziehung  von  Blaskopf  und 
Glastragring  von  der  Erstarrung  des  Ringes  an  bis  zur  Beendigung  des 
Ziehvorganges  zu  erreichen.  Empire  Machine  Co.,  Pittsburg.  16. 2.  20, 
816—20.    V.  St.  A.    7.  10.  14. 

32  a.  Tragzange  für  Glaskörper  mit  nahtlosem  Kopfring. 
Zwei  Bolzen  des  Kopfringes  reichen  bis  zu  den  je  an  einer  Mautelhülse 
befestigten  und  mit  diesen  an  den  Gehäusehälften  verschraubten  Griffen 
und  um  beide  Bolzen  liegen  Druckfedern,  deren  innere  Enden  sich  je 
gegen  ein  auf  die  Bolzen  geschobenes,  in  den  Gehäusehftlften  verschränktes 
Einsatzatttck  abstützen,  auf  welchem  die  Mantelhttlse  aufgeschraubt  ist. 
Jakob  Weiß,  Fabrikant,  Wien.   7.  12.  20,  A  6746—20.  -äbc 

32  a.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Glasflaschen  mit  sehr 
geringem  Fassungsraum.  La  der  Fertigtorm  wird  in  den  Hohlraum  der 
Flasoiie  eia  Dorn  eingeführt,  wodurch  beim  Scnließen  der  Fertigform  der 
Hohlraum  dem  Dorn  entsprechend  zusammengepreßt  und  dadurch  aut  das 
gewünschte  Maß  gebracht  wird:  Gustav  Zaraba,  Ing.,  Wien.  13.  1.  21, 
A  226—21. 

32  a.   Verfahren  zur  Herstellung  von  spannungsfreien  Ein- 

Schmelzungen  von  Metallen  oder  Legierungen  in  Gläsern,  deren  AusdennuugH- 
koeffizient  verschieden  ist  vom  Ausdehnungskoeffizienten  des  einzuschmel- 
zenden Metalles  oder  der  Legierung.  Nach  vollzogener  Einscnmelzung 
wird  das  Einschmelzstück  bia  zu  einer  entsprechend  niedrigen  Temperatur 
unter  die  Zimmertemperatur  abgekühlt.  Elektrische  Giühlampenfabrik 
„Watt",  A.-G.,  Wien.    21. 7.  21,  A  4189—21. 

42  h.  Aus  einem  Stück  hergesteUter  Preßglasreflektor  für 
künstliches  Licüt,  insbesondere  für  Schaufensterneleuchtung.  Der  aas 
einem  Glasstuck  hergestellte  Reflektor  ist  auf  dem  größeren  Teil  Beiner 
Oberfläche  mit  doppelt  reflektierenden  Prismen  bedeckt,  um  die  Licht- 
strahlen zurückzuwerfen,  und  der  gegenüberliegende,  übrigbleibend«  Teil 
ist  als  Undurchlässiger  Schirmteil  mit  lichtzerstreaenden  PriBmen  oder 
Riefungen  versehen,  wobei  die  Neigung  dieBes  Schirmteila  anders  als  die 
Neigung  des  reflektierenden  Teiles  gewählt  ist,  und  zwar  so,  daß  die  von 
der  Lichtquelle  ausgehenden  Lichtstrahlen  eine  möglichst  günstige  Ver- 
teilung und  Zerstreuung  erhalten,  zum  Zweck,  eine  möglichst  gleicnmäßige 
Lichtverteilung  unter  Vermeidung  jeglichen  Blenducnts  zu  erzielen. 
William  Asbony  Dorey,  Konstrukteur,  Newark.  2.  9.  21,  A  4909—21. 
'  V.  St  A.  24. 3.  20. 

48  c.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Schreibtafeln  mit  Email- 
überzug. Auf  eine  ßiecnunterlage  wird  ein  Emailgrund  Bekannter 
Zusammensetzung  und  auf  diesen  ein  stumpfer  oder  matter  Deckemail- 
ttberzug  aufgebrannt,  der  nach  bekannten  Sätzen  erschmolzen  und  nur 
beim  Vermanlen  mit  erheblich  größeren  Mengen  Ton,  als  üblich,  versetzt 
ist.  Richard  Zulauf,  Fabrikant,  Frankfurt  a.  M.  4.  1.  21,  A  46—21. 
Deutsches  Reich  13. 11.  20. 

64  d.  Reklame-  nnd  Schreibtafel  aus  Glas,  insbesondere  für 
Telephonzellen  und  dergl.  In  aer  als  Scnreiunäcne  dieuenden  mattierten 
Tafeifläche  sind  glatte  Felder  lttr  dahinter  angeordnete  Reklamezeichen 
ausgespart,  bo  daß  die  Reklamefelder  durch  den  matten  Untergrund  ge- 
trennt sind  und  von  ihm  umrahmt  erscheinen.  Vital  Rosenthal  nnd 
Samuel  Elcus,  Kaufleute,  Wien.   7.  9.  21,  A  6Ü08— 21. 

67  a.  Vorrichtung  zum  Führen  der  Werkstücke  für  Glaskugler. 
Die  Drehachse  des  in  benannter  Weise  nach  einer  l'eilscüeibe  einstellbaren 
Werkstücknalters  ist  in  einer  senkrecht  dazu  liegenden,  um  iure  Acnse 
drehbaren  Traverse  befestigt,  die  m  einem  Rahmen  gelagert  iBt,  der  um 
eine  zur  Traverseuachae  parallele  AchBe  scuwiugbar  an  einem  nach  Bedart 
gegenüber  dem  Werkzeuge  einstellbaren  Träger  befestigt  ist.  Heinrich 
ßlnmtritt,  Professor,  Haida  (TschechOBlowaaei).   2.1.  6.  21,  A  3646—21. 

67  ä.  Maschine  zum  Schleifen  von  sphärischen  1  lachen  an  Linsen. 
Die  mit  der  Drenachse  der  W  erKtttückspinaei  in  derselben  Euene  liegende 
AchBe  des  kugeligen  Werkzeuges  ist  zur  eratereu  Acnse  geneigt  angeordnet, 
und  der  Schnittpunkt  beider  Achsen  lallt  mit  dem  Kugelzentrum  zusammen. 
William  Taylor,  Ingenieur,  Leicester  (Großbritannien).  9. 4.  18,  A 1968—18. 
Großbritannien  31. 1- 17.   


1922.  (55.  Jahrgang .) 


SPRECHSAAL -CÖßURSÖ. 


Erteilungen. 

88  334.  32  s.  Verfahren  und  Einrichtunar  znm  Fördern  von  ee- 
■MmolBMem   Glas.     Hartford- Fairmont- Co.,    Canajoharie    (7.  St.  1) 

88  435  21  j.  Verfahren  zur  Befestigung  wärmeentziehender  Körper 
an  Glas,  insbesondere  von  Elektroden  von  Vakuumröhren  an  deren  Glas- 
körper unter  Verwendung  eines  Platinzwisehenstttckes.  Reiniger,  Gebbert 
&  Sehall,  A.-G,  Berlin.    15.  11.  21.  ,  ; 

88  566.  21  j  Flaschenförmiger  Hochspannungs-Kondensator.  Schott 
&  Gen..  Jena.    15.  8.  21.    (Zus.  zu  Pat.  Nr.  87  478.) 

88  600.  21  j  Böntgenröhre  mit  in  die  Glaswandung  eingesetzter, 
von  außen  gekühlter  Antikathode.  Siemens  &  Halske,  A.G.,  Birlin  und 
Wien.    15.  11  Sl~ 

lltll'   3i^f;  Fla8ehenstöpBcl  mit  Tropfenzählvorrichtung. 

z  Pat  Nr  88  877)    Fla8chen8töPBel  mit  Tropfenzählvorrichtung.  (Zus. 

Eduard  Berbalk,  Wien.   15.  10.  21. 

Tnh«  wlfJ.  r2-l\  V,orrlehtnnI?  ™*  Böhlen  von  geschmolzenen  Stoffen. 
John  Walker  Leitch,  Sommerville  (Großbritannien).   15  12  21 

15.  118821°9'     12  C'     Ga8ana,yti8cner   Apparat.    Max  Arndt,  Aachen. 

»w™,8,8  l98'a  f 2  \  MaBC4ineJ  znr  Herstellung  von  Glasflaschen,  Topf- 
15  12  21  Henderson  Steele,  Pendieton  (Großbritannien). 

88  794.   32  a.   Ziehherd  an  Glasöfen. 

88  797.   32  a.   Vorrichtung  zum  Ziehen  von  Glaszylindern. 

Empire  Machine  Co.,  Pittsburgh.  15.12.21. 
_  ,  88 ,798    32  a>  Veifah,,en  zur  Erzeugung  von  Glas-  oder  Emailreliefs 
Frederick  William  Miller,  Hazeldell  (Großbritannien).    IB.  18.  SL 

88  800.  32  a.  Vorrichtung  znr  Entnahme  geschmolzenen  Glases 
ans  dem  Ofen.   Jean  Wolf,  Köln  a.  Eh.   15.  12  81.        01  eneD  wases 

89  084.  80  b.  Verfahren  zw  Herstellung  'von  Hohlsteinen  mit 
isolierend«  Außenschicht.    Ing.  Georg  Schwalm,  Inzersdorf  b.  Wien 

89  052.  67  a,  Schleifmaschine  für  kugelförmige  Linsen.  William 
Taylor,  Leicester  (Großbritannien).   15.  12.  81. 

nwi8?«060 \i 67  B-  .Yorri«M™8r  zim  Festhalten  des  Werkstückes  be 

R£(£5S;  jgjßjf Brother8>  Ltd>  Glass  Work9' 

Buchn^Heidelnerg.  28 M'-  Dr' 

iVnrJLt1^  JiV'-  Verfahren  zum  Brennen  von  keramischen  Massen 
15  8  22        *  }      KBnalofen-   A-  E-  G-  Union,  Elektrizitäts-G.,  Wien. 

bürg  8V.1t5:A.)32;B.2Zi|2herd  "  Gl8eÖfen-  Machi**C°.,  *W* 

Co.,  Chic4««».  Tö's tSa8bla8emaschine-  The  Westlake-European-Machine- 

™a  i?„Ä2.  v8°C--  8kdbrttttiwr  Kohlenbeschicker  für  Ring-,  Kammer- 
Sch    Ä  8  88      J»      B«i"iöfen.   August  Schümann,  Stein  b.  Königs- 

ftl^nuntn2«  jKb"  »SÄ^*  znm  Heben  nnd  Transportieren  von 
Glasplatten  u.  dgl.   Pilkington  Brothers,  Ltd,  St.  Helens  (Großbritannien). 

m»ter8«9i6i7  ,i50dwTfrf8^n.zn^.Brzen*nn«  von  elektrischem  Isolier- 
matenal  u.  dgl.   Walter  Edwin  Windsor  Biehards,  London.   15.  12.  20. 

UV-89,641.;  .,63b«  Kon8ervenglas-Dichtnng8ring  mit  Ventil.  Hueo 
Hoheisel  und  Alois  Orawetz,  Finsterwalde  (Deutsches  Beich).   15.  1.  22. 

89  670.    32  a.    Vorrichtung  zum  Ziehen  von  Glas  oder  dgl.  in 
zylindrischer  Form.  8 

,•  .i8?6^1,  ^32a-    V€rfah«H»  znm  Ziehen  von  Glas   oder  dal  in 
zylindrischer  Form.  * 

The  Libbey  Glass  Co,  Toledo  (V  St.  A)    15  3  22 

ai,*™89675  3lf"  Ve/'ahr«n  ™d  Vorrichtung  znm  Ansammeln  und 
Abtrennen  von  Glas.    Joseph  Bolden  Graham,  Evansville  (7.  St.  A) 

MM,89P6'8-    32  a-    Verfahren  zur  Herstellung  von  Glasfäden.  Karl 
Muth,  Bathenow  (Deutsches  Beich)    15  3.  22. 

.,  v8iL75,9,    ,21a'    Entladnngsgefäß  aus   Glas.  Patent-Treuhand-Ge- 
ellschaft  für  elektrische  Glühlampen  m.  b.  H,  Berlin.   15 !  3  28 


Nr.  41  —  459 


89  778.  67  a.  Verfahren  und  Vorrichtung  zur  selbsttätigen  Regelung 
der  Schmier-,  Poher-  nnd  Schleifmittelzufahr  bei  Glaspolier maschinen 
Wiüam  Taylor,  Leicester  (Großbritannien).    15.  3.  22, 

qt»B8p822/~6ta-  F1f8chenverschlnß  mit  drehbarem  Oberteil.  Adolf 
Stern,  Charlottenburg.    15.  2.  22. 

Zurückziehungen. 

12n'  TVuerfahmn  znr  nnn»ittelharen  Gewinnung  von  reinem  Zinn- 
oxyd.  Dr.  Johann  Terwelp,  Neuß.   15  11.  21. 

Berlin!2  16  ZW  Her8teUnn«  von  Eryolith.   J.  L.  Carl  Eckelt, 

Temf^:^^  beÜebige  Ge*en8tände-  C»l  Br.«, 
fnr  Milk,  iKrf?,reVir  Her8teUnD&  gut  wirmedarchlässiger  Ste?ne 
Snn^vef'l^Ä  m   Dr'  N°rth'  ^om  -Gesellschaft, 

™„  ßuaC'  nVeriabrenw^l  ,He"teUung  von  Emaillen  unter  Verwendung 
von  Glas. # Dr. -Georg  WUhelm  Lotterhos,  Frankfurt  a.  M.   15  3.  16 

48  c.  Verfahren  zum  Weißtrüben  von  Emaillen  u.  dpi.  unter  Ver- 
3 SSfcS  Zirkonverbin,llln8ren.    Budolph  Koepp  &  Co  OestS. 


Aufrechterhaltnngen. 

J8J?9*'  J2  b"  Verfahren  zur  Verarbeitung  tonerde-  und  kiesel- 
säurehaltiger Materialien.    Dr.  Hans  Fleißner  in  Brüx 


Versagnng. 

ElKogei- 16^17/  *"  Gewinimn*  von  ^aoünerde.    Dr.  0.  Michler, 


Gebrauchsmuster. 

Dentsches  Beich. 
Eintragungen. 

G.m.8b18H?Gera8Eb'22Kr22mam0rPlatte-    G~  Ma^"^^trie, 
818  526.    80  a.    Vorrichtung   znm  Einschlitzen   von  rohrarfci«?en 

ssat  Ksr  ■w™  °- 

MdAS^,^J^Sf6^  ScUießen  V°D  Konservengläsern. 

Ä868,1*   21  Cl    Vorrichtung  zur  Verhinderung  des  Herausdrehens 
de«  Klöppels  von  Hängeisolatoren.     H.  Schomburg   &   Söhne  A-G 
Margarethenhtttte,  Post  Großdubrau  i.  8    20  4  22  ' 

garteniTk^^  EmÜ  0fienbacb«.  Dürnberg,  Tier- 

BöhmTsö8ne,  ISÄflef  ^  Tb  gft^fe 
ai-i.*8.18  865,   21  f-   Au8  Hofllgla8  bestehender  und  als  Beflektör  dienender 
SS?"  wfS  S1  elektri9Che  Glahlaa*en-    0äk»  Z^cne  Gablot  a  N.! 

818  887.  81  f.  Beleuchtuni?skörper  in  Form  und  Farbe  eines  Fliegen- 
pilzes.   Bobert  Eoth,  München,  Paul-Heyse-Str  86    10  5  22 

819  070.  81c.  Hänge-  oder  Abspannisolator  der  Scnlingenbauart 
30  5.  22  '       16  Herm8dor'-KIosterlausnitz,  Hermsdorf,  1" 

i1907,?  v33b-  P08e  ans  Porzellan  in  Verbindung  mit  Bronze 
Emil  Bausch enb erger  &  Co.,  Berlin.    1.6.22.  *>™uze. 

v  8iiu  8^  a~,  Sandtrockenanlage  mit  Bohrsystem.  Emil  Wicsers- 
haus,  Elberfeld,  Grifflenberg  85.    2  5.22.  Wiggers 

819  198.   21c.   Sicherung  gegen  das  Herausdrehen  des  Klöppels  von 

ssssssn  ?5.4c2Tbnrg  &  Söhne'  a-g-  ^-th-M^8p^, 

tt*  81-?22?>  30  58ite70ITichtans;  för  Zahnforman  mit  mehrteilieem 
Unterteil.    Deutsche  Zahnfabrik  Pinkas  Bachbinder,  Frankfurt  a.  M, 


Pragfokasten  des  Sprechsaal. 

.  n     .  Zur  Beachtung  bei  Benutzung  de«  Fragekastens, 

T°»  «*""-  w.,tew>1.  „.  Alicebat«. 

«»□n«n  n„  .....Innwel..  Bera.k.lekUtai;« TlEiiäi.  *"  folie.«.  Kn_.r  ,af,.„„„„e„.  Ver.p«tet  elivehex.  A.ti.rt,. 

6.  Jeder  Fräse  ist  Blickporto  beizufügen. 

Keramik.  artikei,  deren  Brenntemperatur  bei  SK  06  a  liegt,  ist  di'  Agende  : 

ioj     e""   j'    tt  Ton  vom  Westerwald  na  Gew.-T. 

w;v     •  i   ■     £  Fahr^atio^  Meiner  Spielwaren  md  Gebrauchsartikel  Qaarz     •   •   18  » 

be^ge  uh  ^ne  Masse,  deren  Brenntemperatur  lei  SK  06a  lieqt.   Da  ich  Feldspat   .  10; 

w  e»t  kerne  Massemühle  besitze,  so  bitte  ich  um  Angabe  eines  Fabrikanten  Nachdem  Sie  keine  Massemühle  besitzen,  so'«t  es  am  einfachsten,  wenn 

solcher  letcntbrennender  Massen,  bezw.  um  Aufgabe  eines  Versatzes,  der  in  Sie  die  Rohmaterialien  gemahlen  beziehen  «"»d  im  Bührkottich  aufbereiten 

iemer  Zusammensetzung  ungefähr  der  des  SK  06a  entspricht.  B?  ist  die6e8  die  einfachste  ArWder  M^seaufbereitungj  für  GieBschlicker' 

Erste  Antwort-    Fin«  m»»»  ,  J  ^  ,  wie  «  wohl  bei  Ihnen  in  Frage  iommt.   Damit  SU  keinen  Mißerfnl» 

urste  Antwort.    B.ne  MaFPe  für  Sp,dwaren  nnd  Gebrauchs-  beim  Gießen  haben  in  der  Art  z.  B.,  daß  der  Schliaer  zu  wSsrig  iit 


460  —  Nr.  41 


SPRECHSAAL  -  COBURO. 


1922.  (55.  Jatfir^am?.* 


usw..  will  ich  Ibnen  kurz  das  Ansetzen  der  Masse  erläutern.  Der  Rtthr- 
bottich  wird  ungefähr  »/•  mit  Wasser  gefüllt.  Hieran!  streut  man  den 
trockenen  Versatz  Torsichtig  so  lange  ein,  bis  die  ^h^totliea  gl«^ 
mafiig  etwa  1  cm  Uber  den  Wasserspiegel  ragen,  nnd  läßt  nun  das  Ge- 
misch Ober  Nacht  rnhig  stehen.  Am  nächsten  Morgen  wird  der  Wasser- 
spiegel wieder  sichtbar  sein.  Sollte  aber  doch  zu  viel  Wasser  vorhanden 
sein/  so  BCböpft  man  vorsichtig  soviel  ab,  da«  vielleicht  noch  1  cm  Uber- 
wasser vorhanden  ist.  Nun  wird  der  Qairl  1  Stunde  in  Bewegung  ge- 
setzt. In  dieser  Zeit  hat  man  0,6%  kalz.  Soda  in  Wasser  aufgelöst  und 
gibt  diese  dann  bei  den  letzten  Umdrehungen  deB  Quirls  so  in  den  Rtthr- 
bottich,  da«  sie  gut  verteilt  wird  Der  Quirl  bleibt  nnn  V*-1 «  Stunde 
stehen,  damit  die  Soda  wirkt  Wenn  nun  der  Qairl  wieder  in  Tätigkeit 
gesetzt  wird,  so  ist  d,r  Schlicker  dttnnfltlBsiger.  Man  läßt  den  Quirl  noch 
einige  Zeit  laufen,  und  dam  kann  der  Scbhcker  abgelassen  werden  Er 
läuft  nnnmehr  durch  ein  feinmaschiges  Sieb  nnd  ist  zum  Gießen  fertig. 
Sollte  er  noch  etwas  zu  dick  erscheinen,  so  kann  man  den  Sodaznsatz 
etwas  erhöhen;  dieses  muß  man  bei  den  ersten  Versuchen  genau  aus- 
probieren. ^ ^  Antwort:  Für  eine  Brenntemperatur  von  SK  06a 
sind  Majolika-  und  Fsyeneemaseen  geeignet,  die  entweder  aus  einfachem 
Töpferton  oder  aus  Töpferton  mit  10-85«/,,  Schlämmkreide  oder  Kalk- 
spat oder  auch  aus  Kaolin  mit  demselben  Kalkzusatz  bestehen.  Zum 
Gießen  gibt  man  dem  Ton  80-40%  fein  gemahlene  Scherben  oder 
Ziegelmehl  zu,  bei  Verwendung  von  Kaolin  Scherbenmehl  aus  derselben 
Masse  und  1-2  g  kalzinierte  Soda  auf  1000  g  Trockenmaterial  Sie 
können  aber  auch  Ton  mit  Kaolin  miBchen.  Branchen  Ste  auch  Glasur, 
so  ist  diese  für  die  genannte  Temperatur  passend  einzustellen  oezw. 
fertig  zu  bezieben.  . 

Dritte  Antwort:  Sie  gaben  nicht  an,  ob  die  Masse  dicht  sein 
muß  oder  porös  sein  kann.  Im  ersten  Fall  käme  eine  . Masse  in  Betraft, 
die  durch  lei  htscbmelzende  Pritten  auf  die  genannte  Garbrandtemperatur 
gebracht  wird,  im  zweiten  Fall  eine  Steingut-  oder  *Vf*MM^^ty 
Verwendung  von  FrittenmaBsen  wäre  natürlich  kostspielig  und  umständlich 
nnd  erforderte  viel  Vorarbeit.  .  ,       .     .  WooOÄ 

Vierte  Antwort:  Zar  Lieferung  einer  entsprechenden  Masse 
empfiehlt  sich  Fr.  Reinhard  Janghanus  in  Bad  Lausick. 

125  Ich  verwende  in  meiner  Ptrzellan-Malerei  ( Auf glasur)  Torf 
tum  Brennen,  und  zwar  mit  befriedigendem  Resultat.  Mit  dem  Torflager 
Übe  ith  auch  eine  große  Menge  weißen  Torf  übernommen,  für  den  ich 
keine  geeignete  Verwendung  habe,  da  er  nur  zum  Vorwärmen  zu  gebrauchen 
ist  Gibt  e»  nun  eine  zweckmäßigere  Verwendung  dafür,  kann  man  ihn 
vergaben,  und  wer  liefert  die  Apparate  dazu?  Ist  et«  solches  Verfahren 
rentabel  nachdem  Quantitäten  nicht  in  Frage  kommen?  Kann  man  durch 
eine  besondere  Ofenkonstruktion  weißen  Torf  zur  Erzielung  einer  höheren 
Brenntemperatur  benutzen?  '  „„,-o„„ 

ErsteAntwort:  Sie  hätten  den  Heizwert  des  sogenannten  weißen 
TorfeB  angeben  Bollen.  Da  der  Betrieb  nicht  kontinuierlich  ist,  bo  ist  von 
einer  VergeBungs  Anlage  abzuraten.  Jedenfalls  wird  sich  der  Torf  unter 
den  heutigen  Verhältnissen,  wo  der  Brennstoflmangel  immer  fühlbarer 
wird,  auf  irgend  einer  Weise  verwenden  lassen. 

Z  w  e  i  t  e  A  n  t  w  o  r  t :  Da  keine  großen  Quantitäten  von  weißem 
Torf  in  Frage  kommen,  so  sind  Vergasungsapparate  EaturgemBß  zu  teuer. 
Wenn  ein  Feueren gsmaterial  einen  nur  geringen  Heizwert  hat,  so  nützt 
auch  eine  besondere  Ofenkonstruktion  nicht  viel.  Versuchen  Sie,  den 
weißen  Torf  mit  besserem  Brennstoff  gemischt  zu  verwerten,  denn  dies 
ist  die  billigste  und  bequemste  Art  und  Weise  ihn  loszuwerden. 

Dritt  eAntwort:  Man  kann  heute  alle  minderwertigen  Brenn- 
stoffe vergasen,  demnach  auch  weißen  ^orf  Nachdem  aber  große  Mengen 
nicht  in  Frage  kommen,  wird  die  Aufstellung  eiaes  entprechenden  Gas^ 
erzeugers  kaum  lohnen.  Sie  tun  jedenfalls  am  besten,  wenn  Sie  den  lorf 
mit  anderem  BrennBtcff  mischen  und  so  zu  verwenden  suchen,  andernfalls 
müssen  Sie  ihn  als  Streu  verkaufen. 

126  Wir  beabsichtigen,  einen  Schachtofen  zum  Brennen  von  See- 
kieseln zu  bauen.    Wer  baut  solche  Oefen  mit  Gas-  oder  Kohlenfeuerung? 

Antwort:  Schachtöfen  zam  Brennen  von  8eekie*eln  mit  Gas-  oder 
Kohlenfeuerung  bauen  laut  Meldung  Hütteningenieur  M.  von  Beibold  in 
Cobnrg,  Willy  Manger,  Ingenieur-G  m  b.  H.  in  Dresden  81. 

Glas, 

117.  Bei  einer  gelegentlich  einer  Reparatur  mit  neuem  Boden  ver- 
sehenen 120  cm  tiefen  halbweißen  Flaschenwanne  wurde,  um  den  Boden 
beim  Aussetzen  durch  niederfaltende  große  Eerdglas-S  ücke  vor  Beschwür 
qunq  zu  bewahren,  der  Boden  zunächst  mit  einer  30  cm  hohen  Schicht 
Glühlampen-Scherben  bedeckt  und  auf  diese  halbweißes  Herdglas  gelegt. 
Sind  nun  die  Glühlampen-Scherben  so  bleihaltig,  daß  durch  reduziertes 
Blei  die  Gefahr  der  raschen  Zerstörung  des  Bodens  zu  befurchten  t»t? 

Erste  Antwort:    Die  Gltthlampenscherben  sind  mehr  oder 
weniger  bleihaltig,  jedoch  nicht  in  dem  Maße,  daß  sich  durch  Reduktion 
metallisches  B  ei  bi  det.    Die  bleihaltigen  Scherben  könnten  höchstens 
eine  etwas  dunklere  Glaifärbung  hervorrufen,  was  ja  aber  bei  Ihrer  Glas- 
(iaalittt  offenbar  weniger  in  Betracht  zu  ziehen  ist,  denn  wenn  nur  halb- 
weißes  Herdglas  verwendet  wird,  bo  scheint  es  auf  eine  reine  Farbe 
weniger  anzukommen.   Da  aber  bleihaltige  3 «herben  spezifisch  bedeutend 
schwerer  »ind  ala  gewöhnliches  Glas,  so  ist  es  nicht  ausgeschlossen,  daß 
dadurch  wndiges  oder  schlieriges  Glas  entsteht,  wenn  beide  Glasarten 
nicht  gehörig  vermischt  Bind.   Es  wttrde  sich  empfehlen,  das  Glas  recht 
oft  blasen  zu  UsBen,  damit  das  bleihaltige  Glas  vom  Baden  der  Wanne 
n.ch  oben  gelang.   Im  allgemeinen  ist  es  nicht  ratsam,  große  Mengen 
BUiglas  mit  g«wöh.jjchem  Glas  zu  verschmelzen.   Es  wäre  wohl  besser 
gewesen,  große  8tucke  inreB  eigenen  HerdglaBes  vor  dem  Einlegen  etwas 
eu  zerkleinern,  damit  dei  Wannenboden  durch  Aufschlagen  der  Stücke 
keinen  Schaden  leidet,  und  b.qn  hätten  Sie  nicht  zweierlei  Glassorten  in 
der  Wanne.   Es  irt  noch  fragr»b,  ob  die  zuerst  angefertigten  Flaschen 
aus  diesem  Öles  licht  zerspringet.;  jefönfalls  ist  da  besondere  Sorgfalt 
auf  eine  gute  Kthlung  zu  verwena^,  wenn  Sie  sich  vor  größerem 
Schaden  bewahren  wollen. 


Zweite  Antwort:  Eine  Zerstörung  des  Wennenbodens  dürfte 
durch  die  Glühlampen-Scherben  weniger  zu  befürchten  sein,  vielmehr  wird 
der  Fall  eintreten,  daß  Sie  minderwertiges  Glas  erhalten.  Das  in  den 
Scherben  vorhandene  Bleioxyd  wird  durch  die  Feuergase  oder  durch  im 
Gemenge  vorhandene  organische  Stoffe  zu  metallischem  Blei  reduziert,  und 
auch  die  Galle,  sowie  überhaupt  das  Sulfat,  wird  bei  der  Zersetzung  einen 
sehr  ungünstigen  Einfluß  auf  das  Bleioxyd  ausüben.  Nachteilig  ist  auch 
die  Schwere  der  Bleiglasscherben,  da  dieses  Glas  ein  viel  höheres  spezifisches 
Gewicht  hat  als  das  Ihrige,  wodurch  eine  innige  Mischung  des  Wannen- 
inhaltes erschwert  wird  Die  Flaschen  werden  Winden  und  8chlieren 
aufweisen.  Vor  allem  ist  aber  auf  eine  beEonders  gut  geleitete  Boden- 
küblung  zu  achten,  denn  wird  der  Boden  zu  stark  gekühlt,  so  bleibt  das 
spezifisch  schwerere  Bleiglas  fest  sitzen,  und  die  Wanne  friert  ein.  Daß 
aber  eine  eingefrorene  Wanne  schlechtes  Glas  liefert,  ist  bekannt.  Auch 
dem  Kühlprozeß  ist  besondere  Sorgfalt  zu  widmen.  Ei  ist  nicht  recht 
zu  verstehen,  warum  Sie  zur  ersten  Auslage  der  Wanne  bleihaltige 
8cherben  verwenden.  Jedenfalls  ist  der  Wanne,  dem  8chmelz-  und  Kühl- 
prozeß die  ersten  8  bis  14  Tage  erhöhte  Aufmerksamkeit  zu  widmen, 
damit  die  Wanne  nicht  einfriert. 

Dritte  Antwort:  Gltthlampenscherben  sind  in  der  Regel  sehr 
bleihaltig,  und  es  sondert  Bich  von  ihnen  beim  Einschmelzen  leicht  Blei 
ab,  wenn  der  Sehmelzprozeß  nicht  sachgemäß  geleitet  wird.  Je  nachdem, 
unter  welchen  Umständen  nun  das  Einschmelzen  der  Gltthlampenscherben 
und  das  Nachlegen  der  Herdglasbrocken  bei  Ihnen  geschieht,  bekommen 
Sie  metallisches  Blei,  und  eine  raschere  Zerstörung  des  Wannenbodens 
wird  dann  wohl  stattfinden,  da  ja  Blei  das  Ofenmaterial  stark  angreift 

Vierte  Antwort:  Es  ist  niemals  gut  und  richtig.  Glas  von 
verschiedener  Zusammensetzung  zu  mischen,  namentlich,  wenn  die  Analyse 
des  fremden  Glases  nicht  bekannt  ist,  Die  Gltthlampenscherben  sind 
meistens  bleihaltig  und  infolgedessen  auch  spezifisch  schwerer  als  ge- 
wöhnliches Flascben'glas ;  die  Möglichkeit  einer  Redaktion  deB  Bleiglases 
zu  metallischem  Blei  ist  demnach  gegeben,  dann  auch  die  Bildung  von 
Bleisulfat,  wenn  Sie  schwefelsaures  Natron  verwenden,  und  schließlich 
müssen  Sie  auch  gewärtig  sein,  Winden  und  Schlieren  im  Glase  zu  be- 
kommen und  dazu  schlechte  Flaschen.  Warum  Sie  zum  Auslegen  der 
Wanne  gerade  Bleiglasscherben  nehmen  wollen,  ist  nicht  erfindlich; 
wahrscheinlich  haben  Sie  die  letzteren  billig  bekommen. 

118  Unsere  Säureflaschen  von  etwa  62  l  Inhalt  werden  in  Kühl- 
öfen mit  direkter  Steinkohlenfeuerung,  also  Rostfeuer  ausgekühlt,  und  das 
Feuer  wird  durch  den  Flaschenpfleger  bedient.  Die  Flaschen  erhalten  eine 
sehr  gute  Auskühlung.  Klagen  der  Käufer  kennen  wir  nicht.  Infolge 
Platzmangels  in  der  Bütte  für  die  Anlage  noch  mehrerer  Kühlöfen  und 
um  ev  einen  Teil  der  heute  teuren  Steinkohle  zu  sparen,  bitten  wir,  bevor 
wir  eine  Entscheidung  treffen,  um  Angabe,  ob  unsere  alten  Kühlöfen,  die 
sich  bis  jttzi  bestens  bewährt  haben  durch  andere  Oefen  bereits  überholt 
sind? 

Erste  Antwort:  Die  KtthJöfen  werden  heute  nur  noch  sehr 
selten  direkt  beheizt,  nnd  die  Gasheizung  hat  da  den  Vorzug.  Fttr  Ihre 
Ktthlöfen  ist  ein  Gaskanal  so  anzulegen,  daß  alle  O^fen  beheizt  werden 
köonen.  Jeder  Ofen  ist  mit  einem  regulierbaren  Ventil  zu  versehen,  und 
im  Ofen  selbst  sind  zwei  oder  auch  mehrere  Flammen  anzuordnen.  Der 
Abzug  soll  unter  dem  Herd  zum  Kamin  führen  und  auch  mit  einem 
Regulierschi eb0r  vergehen  sein,  denn  einmal  hat  man  dadurch  in  der  Htttte 
keine  Rauchbitiästigung  und  dann  auch  ein  viel  gleichmäßigeres  und 
regulierbares  Feuer  im  Ofen.  Bei  der  Gasheizung  wird  auch  noch  eine 
Ersparnis  an  Kohle  erzielt.  Sollte  es  an  Raum  in  der  Htttte  fehlen,  um 
neue  Oefen  anzulegen,  so  könnten  die  bisherigen  Oefen  zum  Kühlen  etwas 
höher  gemacht  werden,  damit  1—2  Schichten  Flaschen  mehr  hineingingen. 
Der  Gaskanal  ist  hierzu  an  den  Sammelkanal  bei  den  Generatoren  anzu 
schließen.  Die  Generatoren  liefern  Bicher  soviel  Gas,  daß  dieses  noch  fttr 
die  Ktthlöfen  aasreicht.  Sollten  viele  Ktthlöfen  in  Betracht  kommen,  so 
daß  hierfür  die  Gasproduktion  zu  gering  wäre,  dann  wäre  noch  ein 
Generator  zu  bauen,  um  immer  genügend  Gas  zur  Verfügung  zu  haben 
Zweite  Antwort:  Säureballons  müssen  naturgemäß  eine  größere 
Ktthlzeit  haben  wie  gewöhnliche  Flaschen,  damit  die  herrschenden  Span- 
nungen innerhalb  derselben  sich  aasgleichen.  Aber  warum  die  Ktthlöfan 
noch  mit  direkter  Steinkohlenfeuerung  und  nicht  mit  G»s  beheizt  werden,  ist 
nicht  zu  verstehen.  Man  erzielt  sehr  gute  Erfolge  beim  Kühlen  von  Ballons  im 
Kanalktthlofen,  nur  muß  dieser  lang  genug  sein  und  in  seinem  ersten  Teil 
muß  man  auch  am  Boden  die  obere  Ktthltemperatur  messen  können.  Die  bei 
der  OwtnBmaschine  gebräuchlichen  Ktthlöfen,  deren  Boden  ein  Band  ohne 
Ende  dantellt,  eignen  sich  fttr  diese  Zwecke  nicht,  da  die  Ofensohle  dieser 
kontinuierlichen  Ktthlöfen  nicht  heiß  genug  geht. 

Dritte  Antwort:  Die  Konstruktion  Ihrer  Ktthlöfen  scheint 
eine  sehr  gute  zu  sein;  Sie  hätten  aber  nur  noch  angeben  sollen,  wieviel 
kg  Kohle  Sie  je  cbm  für  den  Kühlprozeß  bezw.  in  der  Stunde  benötigen ; 
denn  dann  hätte  man  Ihnen  sagen  köonen,  ob  Sie  mit  einein  «derra 
Ktthlof engstem  eine  Kohlenersparnis  zu  e-zielen  vermögen.  Jedenfalls 
kann  Ihnen  nnr  geraten  werden,  bei  einem  Wechsel  des  Systems  vorsichtig 
zu  sein,  denn  es  könnte  sonst  leicht  vorkommen,  daß  Sie  bei  euei 
Aenderung  gerade  das  Gegenteil  erreichen.  B.i  richtiger  Ausführung  dei 
Anlage  kann  man  bei  mit  Gas  beheizten  Ktthlöfen  erheblich  an  Kohlen 
sparen. 

119  Wer  liefert  gutgehende  Oefen  zur  Verfeuerung  von  Braunkohlen- 
Rückständen? 

Antwort-  Oefen  zur  Verfeuerung  von  Brannkohlen  Rttototän  der 
liefern  Ingenieur  P.  K.  Ed.  Sohnnrpfeil  in  Berlin  N.  113,  Stolpischt 
Straße  17,  Hütteningenieur  M.  von  Reiboldt  in  Coburg. 

120.   Wer  liefert  kleine  Rekuperatoren? 

Antwort'  Kleine  Rekuperatoren  liefern  laut  Meldung  Ingenien) 
P  K  Ed  Sohnnrpfeil  in  Berlin  N.  113,  StolpiBChe  Straße  17,  Willy  M  mger 
Iogenleur-G  m.  b.  H.  in  Dresden  21,  (Dreiweg  Rekuperatoren)  Hutten 
Ingenieur  M.  v.  Reiboldt  in  Coburg,  Stellawerk,  A  -G.  in  Berg.-Gladbach. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


449 


Nr.  41 


XVII 


Verschiedenes» 

10.  Wie  kann  man  Gips  so  zubereiten,  daß  er  in  flüssigem  Zustande 
mindestens  2 — 3  Stunden  verarbeitungsfähig  bleibt? 
(in  Erste  Antwort:  Wenn  Sie  Gips  so  zubereiten  wollen,  daß  er 
2 — 3  Standen  im  flüssigen  Znstande  verarbeitungsfähig  bleibt,  so  wird  er 
überhaupt  nicht  mehr  hart,  verliert  also  seine  beste  Eigenschaft  und  wird 
für  Ihren  Zweck  wertlos.  Ich  rate  Ihnen,  einen  Gips  zu  verwenden,  der 
langsam  bindet,  nnd  immer  nnr  soviel  davon  anzurühren,  wie  Sie  gerade 
verarbeiten  können.  Wenn  dieses  Quantum  erschöpft  ist,  rühren  Sie  wieder 
neuen  an.  Alle  Versuche  in  der  von  Ihnen  angegebenen  Richtung  werden 
scheitern,  wenn  der  Gips  seine  Bindekraft  behalten  soll. 

Zweit«  Antwort:  Es  dürfte  ausgeschlossen  sein,  angerührten 
Gips  2  bis  3  Stunden  verarbeitungsfähig  zu  erhalten,  da  das  Erhärten  des 
gebrannten  Gipses  auf  der  Bindung  von  Wasser  beruht,  die  sofort  nach 
dem  Anrühren  beginnt.  Dieser  Prozeß  läßt  sich  wohl  durch  Zusätze  zum 
Gips  verlangsamen,  aber  meines  Wissens  nicht  so,  wie  Sie  es  wünschen. 

Dritte  Antwort:  Was  Sie  suchen,  gibt  es  nicht.  Wohl  kann 
man  die  Abbindezeit  von  Gips  durch  verschiedene  Zusätze  stundenlang 
verzögern,  doch  wollen  Sie  dies  offenbar  nicht,  sondern  Sie  möchten  einen 
Gipsbrei  haben,  der  nach  der  Verarbeitung  zwar  erhärtet,  aber  unver- 
arbeitet flüssig  bleibt,  was  natürlich  nicht  möglich  ist. 

Mens  Wagen. 
Keramik. 

128.  Ich  brenne  meine  Muffelöfen  bei  SK  03  a  mit  Solz  ab-  Die 
Schwierigkeit  der  Holzbeschaffung  zwingt  mich,  vom  Holzbrand  abzugehen. 
Ist  es  möglich,  die  Feuerung  der  Muffelöfen  für  Brikettbrand  umzuändern, 
und  wer  übernimmt  dieses? 

129.  Haben  sich  Steinbrecher  zum  Zerkleinern  von  Quarz  und  Feld- 
spat vor  dem  Kollern  bewährt,  bezw.  besteht  nicht  die  Gefahr,  daß  Eisen- 
teilchen mit  in  das  Mahlgut  gelangen? 

130.  Wir  haben  große  Mengen  von  Ton  vorrätig,  der  bis  zu  400ja 
Magnesia  jmthält.  Gibt  es  ein  Verfahren,  das  in  dem  Ton  enthaltene 
Magnesium  zu  gewinnen? 

Glas. 

123.  Ich  will  einen  kleinen  Glasschmelzofen  mit  4  Häfen  bauen, 
worin  ich  täglich  etwa  400  kg  Glas  (Kristall,  Schwarz  und  durchsichtige 
Farben  für  Stäbchen  und  Röhrchen)  erzeugen  kann.  Welche  Feuerungs- 
anlage wäre  für  diesen  Kleinbetrieb  am  billigsten  und  vorteilhaftesten? 
Lassen  sich  genannte  Farben  auch  auf  einem  Ofen  mit  direkter  Kohlen- 
Feuerung  schmelzen?    Gibt  es  Glasschmelzöfen  mit  Leuchtgasfeuerung? 

124.  Wer  liefert  Drahtgestelle  für  Moraständer? 

125.  Wir  haben  bisher  zur  Herstellung  unserer  offenen  und  ver- 
deckten Häfen  für  Kristallglas  (Bleiglas)  böhmische  und  rheinpfälzer  Tone 
verwendet.     Infolge  der  riesigen  Frachterhöhungen  kommen   uns  diese 


Materialien  viel  zu  teuer,  und  wir  beabsichtigen  deshalb,  an  Stelle  der- 
selben Westerwälder  oder  Grödener  Glashafenton  zu  verwenden.  Wie 
werden  diese  Tone  verwendet,  und  welche  Erfahrungen  hat  man  mit  aus 
ihnen  hergestellten  Häfen  gemacht?  Bewährte  Mischungsverhältnisse  wären 
uns  erwünscht.   

Verschiedenes. 

11.  Gibt  es  Maschinen  zur  Herstellung  von  zylinderförmigen  Blöcken 
aus  leichtem  Magnesiumkarbonat?    Wer  liefert  sie? 


Briefkasten  der  Redaktion. 

F.  W.  i.  A.  und  andere.  Der  Fragekasten  dient  der  Belehrung,  nicht 
der  Vermittlung  von  Geschäften;  Briefe  und  Proben  für  die  Fragesteller 
können  daher  nicht  angenommen  und  befördert  werden. 


Nachruf. 


Am  5.  Oktober  ds.  Js.  verschied  ruhig  nach  lan- 
gem Kranksein  unser  verehrtes  Mitglied 

Herr  Richard  Krug 

Mitinhaber  der  Firma  Krug  &  Mündt,  Leipzig. 

Seit  Gründung  unseres  Verbandes  war  der  Ver- 
storbene unser  Mitglied  und  hat  treu  am  Aufbau 
geholfen. 

Wir  werden  sein  Angedenken  in  Ehren  halten. 
Leipzig,  7.  Oktober  1922. 

Verband  Deutscher  Gr  o  Bisten  für 
Glas  und  Keramik  e.  V. 

Heinrich  Schulze,  Vorsitzender. 


Carl  Tostmann  f. 


Kurz  vor  Redaktionsschluß  überraschte  uns  die  Nachricht,  daß  der  langjährige  Schriftleiter  der  Kerami- 
schen Rundschau  in  Berlin,  Herr  Carl  Tostmann,  plötzlich  das  Zeitliche  gesegnet  hat.  Der  Heimgang  dieses 
trefflichen  Mannes  und  tüchtigen  Keramikers  wird  nicht  allein  von  der  Keramischen  Rundschau,  sondern  auch  von 
allen  denjenigen  schmerzlich  empfanden  werden,  die  Tostmann  kennen  und  schätzen  lernten.  Wir  selbst  beklagen 
in  dem  Hingeschiedenen  einen  lieben  Kollegen  von  vornehmer  Gesinnung,  dem  wir  das  beste  Andenken  bewahren 
werden. 


Redaktion  des  Sprechsaal. 


Veröffentlichungen  der  AuBenhandelsnebenstelle  Feinkeramik. 


Für  die  Ausfuhr  von  elektrotechnischem  und 
technischem  Porzellan  hat  sich  die  Multiplikatorentabelle 
iür  folgende  Länder  wie  nachstehend  geändert: 

Land-  ArtikelrGruppen 

1      II     lila  111b  Illc   IV      V  VI 

la.  Fremdwährungs- 
länder: 

Tschechoslowakei  0,35  0,35  0,404  0,404  0,404  0,420  0,404  0,420 
lb.  Markländer: 

^hjh-Ungarn ".  14,00  14,00  14,00  14,00  14,00  14,00  14,00  14,00 
Jugoslawien  und 
Finnland,  Bal- 

ia^unrporen  15,50  15,50  15,50  15,50  15,50  15,50  15,50  15,50 
Die  übrigen  Bedingungen  der  Drucksache  Nr.  147  für 
elektrotechnisches  und  technisches  Porzellan  bleiben  bestehen. 

Der  Reichskommissar  für  Aus-  und  Einfuhrbewilligung 
ermächtigt  die  ausfuhrbewilligenden  Stellen,  bei  Ausfuhr- 
geschäften, in  denen  der  Kaufpreis  in  ausländischer  Währung 


bestimmt  ist,  eine  Ermäßigung  sowie  gegebenenfalls  eine  ent- 
sprechende Rückzahlung  der  Ausfuhrabgabe  nach  folgenden 
Grundsätzen  zu  veranlassen: 

1.  Voraussetzungen  der  Ermäßigung. 

1.  Die  Ausfuhrbewilligung  muß  nach  dem  1.  Juni  1922 
erteilt  worden  sein. 

2.  Es  muß  nachweislich  der  Valutabetrag  vor  Erteilung 
der  Ausfuhrbewilligung  gegen  Reichsmark  verkauft  worden 
sein  (Kurssicherung),  oder  es  müssen  vor  Erteilung  der  Be- 
willigung Anzahlungen  erfolgt  und  nachweislich  in  Reichsmark 
umgewandelt  worden  sein.  Die  Kurssicherung  muß  sich  auf 
das  zur  Ausfuhr  bewilligte  Geschäft  beziehen,  jedoch  soll  die 
Ermäßigung  auch  bei  pauschaler  Kurssicherung  für  eine  Mehrzahl 
von  Geschäften  stattfinden  können,  wenn  es  glaubhaft  erscheint, 
daß  das  fragliche  Einzelgeschäft  von  der  pauschalen  Kurs- 
Sicherung  mit  erfaßt  wird. 

3.  Der  Kurs  der  ausländischen  Währung,  zu  dem  die  Kurs- 
sicherung bezw.  die  Umwandlung  der  Anzahlung  erfolgt  ist, 
muß  mindestens  33 ljs  °/0  niedriger  sein  als  der  Umrechnungs- 
kurs zur  Zeit  der  Erteilung  der  Bewilligung. 


XVIII 


Nr.  41 


449  — 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


II.  Umfang  der  Ermäßigung. 

Die  Befreiung  von  der  Ausfuhrabgabe  darf  in  obigen 
Fällen  3/4  des  Unterschiedes  betragen,  welcher  sich  ergibt  aus 
Gegenüberstellung  der  Ausfuhrabgabe,  berechnet  nach  den 
allgemeinen  Vorschriften  (Dnrchschnittskurs  am  Tage  der 
Bewilligung)  und  derjenigen  Aasfahrabgabe,  welche  sich  ergeben 
würde  unter  Zugrundelegung  des  Kurses  der  Kurssicherang 
(ohne  Abschlag)  bezw.  des  Kurses  der  Umwandlang  von  Valuta- 
Anzahluogen  in  Mark. 

Uebersteigt  die  zur  Befreiung  in  Betracht  kommende 
Differenz  für  eine  einzelne  Kurssicherung  bezw.  Anzahlung 
oder  für  ein  einzelnes  Geschäft  Ji  30000,  so  bleibt  die  Ent- 
scheidung mir  vorbehalten.  Derartige  Anträge  sind  von  den 
ausfahrbewilligenden  Stellen  vorzuprüfen  und  mir  mit  einem 
karzen  Bericht  und  erforderlichen  Unterlagen  zur  endgültigen 
Entscheidung  vorzulegen. 

Bei  Ausfuhrgeschäften,  bei  denen  nur  ein  Teilbetrag  der 
Valuta  in  Mark  umgewandelt  worden  ist,  können  sich  die  vor- 
stehenden Erleichterungen  nur  auf  diesen  Teilbetrag  beziehen, 
während  der  nicht  verkaufte  Valutabetrag  nach  den  allgemeinen 
Vorschriften  zur  Abgabe  zu  veranlagen  ist  (zum  Durchschnitts- 
kurs zur  Zeit  der  Erteilung  der  Bewilligung). 

Anträge,  für  welche  nach  den  vorstehenden  Richtlinien 
von  den  ausfuhrbewilligenden  Stellen  keine  Befreiung  erfolgen 
kann,  sind  regelmäßig  abzuweisen.  Nur  wenn  diese  Fälle  zu 
ganz  besonders  schweren  Rückwirkungen  auf  die  wirtschaftliche 
Lage  des  Antragstellers  führen  sollten,  gebe  ich  Vorlage  bei 
mir  anheim. 

III.  Formelle  Behandlung  der  Ermäßigungen. 
Für  die  zur  Beurteilung  der  Anträge  erforderlichen  Unter- 
lagen sollen  Fragebogen,  die  durch  uns  zu  beziehen  sind, 
benutzt  werden.  Der  Nachweis  der  Kurssicherungen  bezw.  der 
Umwandlung  der  Valuta- Anzahlung  in  Mark  hat  durch  Vorlage 
von  Urschriften  der  Bankbescheinigung  usw.  zu  erfolgen. 

Der  Stellvertretende  Reichsbevollmächtigte. 


Terkaufsbedfngungen  für 

misch-technischem    Porzellan  (giltig 


die  Ausfuhr  von  che- 
ab  10.  Oktober  1922). 


I.  Allgemeine  Bedingungen. 

1.  Es  wird  ausgegangen  von  Vorkriegspreisen  der  liefernden 
Porze  llanfabrik. 


2.  Nach  der  Ländergruppe  I  mufi  in  der  betreffenden  Aus- 
landswährung verkauft  worden.  (Ausnahmen  siehe  Fußnote4). 
Nach  der  Ländergruppe  II  ist  in  deutscher  Mark  zu  be- 
rechnen. 

3.  Die  Ausfuhrmindestpreise  verstehen  sich  ab  Werk,  und  zwar- 
ausschließlich Verpackung,  die  zu  einem  der  Marktlage  ent- 
sprechenden Preise  zu  berechnen  ist. 

4.  Die  Berechnung  der  Ausfuhrmindestpreise  erfolgt,  indem 
der  Vorkriegspreis  mit  der  Zahl  multipliziert  wird,  die  in  der 
nachstehenden  Tabelle  für  das  in  Frage  kommende  Land  vor- 
gesehen ist.  Der  sich  ergebende  Wert  ist  der  fertige  Aus- 
fuhrmindestpreis in  der  für  das  betreffende  Land  vorge- 
schriebenen Währung  für  das  Stück  ausschließlich  Ver- 
packung. 

5.  Den  Ausfuhranträgen  ist  eine  Rechnung  beizufügen,  aus  de* 
die  Vorkriegspreise  der  Porzellanfabrik,  die  die  Artikel  her- 
gestellt hat,  zu  ersehen  sind.  Händler  und  Exporteure 
müssen  sich,  soweit  Lieferwerksbescheinigung  erforderlich, 
die  Vorkriegspreise  von  der  Fabrik  in  die  Lieferwerksbe- 
scheinigung eintragen  und  bescheinigen  lassen. 

II.  Multiplikatorentabelle. 

Großbritannien 
Norwegen 
Schweden 
Holland 
Schweiz 
Spanien 
Portugal 
Dänemark 
Japan 

Mittel-  und  Südamerika 
Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika 
Frankreich  j  g 


Ländergruppe  I  \ 


2** 
2 

1,6 

1,06 

1,8 

2,55 

2** 

1,81 

2** 

2** 
0,35 


Ländergruppe  II 


Belgien  und  Luxemburg 
Tschecho-Slowakei 
Italien 

Finnland 

Rußland  und  Polen 
Oesterreich-Ungarn 
Balkan 


10 

6,5 

360 
360 
360 
360 


*)  Sa  wird  fakturiert:  nach  Portugal,  Mittel-  und  Südamerikanische 
Staaten  und  Japan  in  Pfund  Sterling. 

.**)  Diese  Multiplikatoren  sind  auf  Schillings  bezogen. 


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Coburg,  den  19.  Oktober  1922 


Nummer  42 


Zeitschrift  für  biß  Keramischen.  Blas-  unb  werwanbten  Inbiistrien 


Prämiiert:  Brüssel  1888  Goldene  Medaille 
Prämiiert:  St.  Lonis  1904  Goldene  Medaille 
Prämiiert :  Bogra  Leipzig  1914  Silberner  Preis 


Gegründet  von  Fr.  Jacob  Müller  im  Jahre  1868 
Erscheint   wöchentlich   einmal  Donnerstags 


Fernsprecher  Nr.  59.  /  Telegramm- Adresse  Sprechsaal 
Postscheckkonto:  Erfurt  Nr.  1509  /  Nürnberg  Nr.  4747 
Bankkonto:  Bayerische  Vereinsbank  in  Cobnrg 


Bezugspreis:   Für  Deutschland  bei  der  Post  bestellt  für  das  IV.  Vierteljahr  Jl  126  -    unter  Streifband  Jt  205.- 
Anzelffen:  Die  Zeile  von  1  mm  Höhe  und  40  mm  Breite  für  das  Inland  M  9.—. 
Für  das  Ausland  werden  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  auf  vorherige  Anfrage  mitgeteilt. 


Mitglied  von:' Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  E.V.  -  Deutscher  Schuteverband  für  geistiges  Eigentum, 
mitgiieo  von.  v«™*  v    Nachdruck  der  Original-Beiträge  verboten.    . 


Die  Not  der  Fachpresse! 


Der  Verband  der  Fachpresse  Deutschlands  stellt  fest,  daß  die  Bezugs-  und  Anzeigenpreise  der  deutschen  Fachze  tschrifteu 
a  i,  L!rXva«llLasWen  in  keiner  Weise  genügen.  Während  Papier-  und  Druckpreise  um  das  Mehrhundertfache  ge- 
den  heut  gen  Herstellungskosten  in  „^hLL  Wntfr  dieser  Steieerung  weit  zurück.    Will  die  deutsche  Fachpresse  ihre  Lebens- 

nationale  Pflicht  ist.  per  yorstand  des  Verbandes  der  Fachpresse  Deutschlands. 

H.  Worms,  Handelsrichter,  Dr.  R.  Pape, 

Vorsitzender.  Syndikus. 


Ueber  den  Gießfleck. 

Von  Dr.-Ing.  Karl  Fr.  Pfefferkorn,  Dresden. 

(Nachdruck  verboten.) 

(Fortaetznng.) 

Von  Wichtigkeit  war  nun  die  Entscheidung  der  Frage,  ob 
Kolloidstoffe,  die  durch  das  CaS04  des  Gipses  ausgefällt 
werden,  oder  das  Calciumsulfat  selbst  sich  bei  der  Bildung  des 
Gießfleckes  beteiligen.  Nach  F.  Foerster  (vergl.  I.  Teil,  Fuß- 
note 6*)  soll  an  der  Stelle,  wo  der  Strahl  auf  trifft,  Gips  heraus- 
gewaschen werden  und  dann  eine  Verdichtung  im  Rauhbrande 
bewirken.  Der  rauhe  Ring  (2)  müßte  also  einen  höheren 
Calciumsulfat-  bezw.  Calciumoxydgehalt  aufweisen  als  das 
herumliegende  Material.  Um  dies  zu  entscheiden,  wurden  zwei 
Platten  mit  geschlämmtem  Kaolin,  der  die  oben  angegebene 
Konzentration  (2:5)  besaß,  bei  40  cm  Fallhöhe  gegossen.  Beide 
wurden  rauh  und  nur  eine  wurde  glasiert  und  glatt  gebrannt. 
Bei  der  rauhen  Platte  wurde  ein  Stück,  etwa  2  g  am  Rande 
wie  dies  die  Fignr  IIa  zeigt,  und  bei  der  glasierten  kleine 


Figur  IIa 


Figur  11  b 


Stücke  von  der  Oberfläche  des  rauhen  Ringes,  etwa  1,2  g, 
abgebrochen. 

Die  schraffierten  Flächen  bedeuten  das  ausgebrochene 
Material,  das  nun,  jedes  für  sich,  aufs  allerfeinste  im  Achat- 
mörser pulverisiert,  längere  Zeit  bei  110°  C  getrocknet  und 
hierauf  mit  Soda  im  Piatintigel  aufgeschlossen  wurde.  Nach 
Abscheidung  der  Kieselsäure  (durch  zweimaliges  Eindampfen 
mit  konzentrierter  Salzsäure)  und  des  Ala03  +  Fe203  (durch 
zweimaliges  Fällen  mit  Ammoniak)  bestimmte  ich  das  CaO  durch 
Fällung  mittels  Ammoniumkarbonats.11)  Magnesiumoxyd  und 
Alkalien  wurden  nicht  bestimmt.  Die  beiden  Analysenproben, 
analog  der  Figur  11  mit  a  und  b  bezeichnet,  ergaben  folgende 
Resultate : 


51.0H  °/o 


35,68  °/o 
0,13  °/0 
11.50°/„ 


b 

51,12<70 
35,52  °/0 
0,16  °/0 


li,500' 


*)*Der  Jahrgang  ist  dort  falsch  angegeben;  es  soll  (1905)  heißen, 
»dcht  (1915).   D.  Red. 


SiOa  ....... 

Al203  +  Fe208  .... 

CaO   

Glüh  verlust   

98,33  %  88,30% 
Die  Werte  des  Glühverlustes,  die  hier  der  Uebersichtlichkeit 
wegen  mit  angegeben  sind,  sind  der  Tabelle  2  (s.  oben)  bei 
Ton  V  entnommen  worden.  Die  Zahlen  stellen  den  Durch- 
schnittswert aus  je  zwei  Analysen  dar.  Der  CaO- Gehalt  ist 
bei  beiden  Proben  praktisch  gleich.  Die  geringe  Abweichung 
liegt  höchstwahrscheinlich  „  innerhalb  der  Fehlergrenzen  der 
Trennungsmethode. 

")  Treadwell,  Lehrbuch  d.  analyt.  Chem.,  8.  Aufl.,  2.  Bd.,  %  61. 


462  —  Nr.  42 


SPRECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


102?.   (55.  Jahrgang.) 


Der  Gips  ist  demnach  anbeteiligt  an  der  Bildung  des  Gieß- 
fleckes. Es  mußte  infolgedessen  möglich  sein,  letzteren  auch 
auf  einem  anderen  porösen,  wasseranziehenden  Material  hervor- 
zurufen, z.  B.  auf  einer  rauh  gebrannten  Tonplatte.  Zu  diesem 
Zwecke  wurde  eine  Platte  aus  geschlämmtem  abgepreßten 
Ton  V  geformt  und  rauh  gebrannt.  Da  die  Kaolinplatten  an 
der  Oberfläche  stark  im  Bauhbrande  sinterten  und  infolgedessen 
sehr  wenig  Wasser  anzogen,  war  es  für  das  Gelingen  dieses 
Versuches  unbedingt  notwendig,  die  zum  Gießen  benutzte  Ober- 
fläche der  rauh  gebrannten  Kaolinplatte  auf  einer  Planscheibe 
abzuschleifen.  Hierdurch  wurde  dann  erst  die  gewünschte 
Porosität  erzielt.  Um  die  Platte,  deren  Abmessungen  15X15X 
2,3  cm  betrugen,  wurde  ein  Kranz  aus  plastischer  Masse  geformt 
und  hierauf  bei  einer  Fallhöhe  von  40  cm  mit  einem  Brei  von 
Ton  I  (in  der  bisher  stets  angewendeten  Konzentration)  eine 
Platte  gegossen.  Nach  dem  Glattbrande  zeigte  diese  einen 
ganz  normalen  Gießfleck. 

Hiermit  ist  wohl  einwandfrei  der  Beweis  erbracht,  daß  der 
Gips,  und  somit  auch  die  oft  angeführten  Kolloidstoffe,  bei  der 
Bildung  des  Gießfleckes  durchaus  unbeteiligt  sind. 

Auf  mechanischem  Wege  läßt  sich 
der  Gießfleck  leicht  beeinflussen.  Ver- 
größert man  die  Fallhöhe,  so  nimmt  seine 
Intensität  zu.  Diese  geht  aber  zurück, 
wenn  man  die  Fallstrecke  des  Tonbreies 
vermindert  (vergl.  Tab.  3).  Auch  der 
Feinsand,  der  entweder  im  geschlämmten 
Tone  schon  vorhanden  oder  nachträglich 
zugesetzt  worden  ist,  kann  nur  rein 
mechanische  Vorgänge  auslösen;  denn 
chemische  Umsetzungen  der  als  Sand 
vorhandenen,  in  diesem  Falle  sehr  trägen 
Kieselsäure,  sind  kaum  anzunehmen. 
Diese  Erwägungen  veranlaßten  mich,  in 
den  folgenden  Untersuchungen  mehr 
mechanische  Wege  zu  beschreiten.  Es 
stellte  sich  bald  heraus,  daß  auch  die 
Konzentration  des  Gießbreies  von  Bedeu- 
tung ist.  Bei  Anwendung  eines  außer- 
ordentlich dicken  Kaolinbreies  und  kleiner 
Fallhöhen  ging  die  Intensität  des  Gieß- 
fleckes auf  ein  Minimum  zurück.  Letz- 
teres wurde  auch  erreicht,  als  ich  den 
Gießstrahl  in  ein  enges  Messingrohr, 
dessen  unteres  Ende  sich  etwa  .0,5  mm  Vj^^^C^^^^'^a.* 
über  dem  Boden  der  Gipsform  befand  • '*  .^"T"'  * 
(Figur  12),  fallen  ließ.  TlsxxI  1% 

Zum  Vergleiche  sind  stets  mehrere  Platten  ohne  An- 
wendung des  Messingrohres  jedesmal  gegossen  Worden. 

Tabelle  11. 
Gegossen  mit  Kaolinbrei. 
Gießbrei :  2  kg  Ton  V  +  6  1  Wasser. 


Platte 

d.  Strahl. 

d.  Fläche  (1) 

d.  Ringes  (2) 

rauhen 

in  cm 

in  mm 

in  mm 

Ringes  (2) 
in  mm 

ohne  Messing- 

1 

205 

14 

20 

röhr 

3 

2 

20,5 

13 

20 

mit 

H 

3,5 

3 

20,5 

14 

19 

» 

>) 

3 

5 

26,5 

•  17 

19 

n 

1) 

1 

6 

26,5 

17 

22 

ohne 

» 

2,5 

7 

56,5 

20 

21 

mit 

0,5 

8 

56,5 

20 

21 

» 

» 

0,5 

9 

56,5 

20 

27 

ohne 

n 

3,5 

Die  Platten  1 — 3  lassen  keine  typischen  Unterschiede  er- 
kennen. Mit  wachsender  Fallhöhe  dagegen  nimmt  der  rauhe 
Ring  (2)  bei  Anwendung  des  Rohres  immer  kleinere  Dimen- 
sionen an.  Bei  5  ist  er  1  mm  breit,  während  er  bei  7  und  8 
nur  noch  0,5  mm  Breite  besitzt.  Auf  der  Platte  9,  die  ohne 
Messingrohr  gegossen  wurde,  ist  er  3,5  mm  breit.  Die  Auf- 
nahme 4  gibt  die  Abnahme  der  Intensität  des  Gießfleckes  bei 
Anwendung  des  Messingrohres  wieder. 

Diese  Gießversuche  mit  dem  Messingrohr  wurden  wieder- 
holt mit  Ton  I  und  ergaben  auch  hier  die  gleichen  Resultate, 
wie  aus  der  Tabelle  12  zu  ersehen  ist.  Am  typischsten  ist  der 
Unterschied  auf  Platte  13  und  14.  Beide  sind  mit  gleicher 
Fallhöhe  und  gleicher  Konzentration  des  Tonbreies  gegossen 
worden.  Infolge  Anwendung  des  Messingrohres  geht  sofort  die 
Breite  des  rauhen  Ringes  von  9  mm  auf  1  mm  zurück.  Auf- 
fallend ist  bei  diesen  Gießversuchen  mit  dem  Messingrohr,  daß 
der  Durchmesser  von  (2)  ungefähr  dem  des  Rohres  entspricht. 
Mitunter  wurden  auch  Platten  erhalten,  auf  denen  Fläche  (1) 
und  (2)  kaum  noch  zu  unterscheiden  waren. 


Bezeicb.  d. 
Platte 


Tabelle  12. 
Gegossen  mit  Ton  I. 
Gießbrei :  2  kg  Ton  I  -f  5  1  Wasser. 
Fallhöhe   Durchmesser   Dnrchmesser   Bemerkung   Breite  d 
d.  Strahl,    d.  Fläche  (1)    d.  Ringes  (2)  rauhen 

Ringes  (2] 


in  cm 

in  mm 

in  mm 

10 

27,5 

19 

22 

11 

27,5 

19 

23 

12 

27,5 

21 

»28 

13 

57 

19 

21 

14 

57 

20 

38 

mit  Messin  g- 
robr 

i)  » 

ohne  „ 

mit  „ 

ohne  « 


m  mm 

2 

2,5 
3,5 
1 


Obwohl  der  Gießfleck  mit  dieser  an  sich  sehr  einfache 
Vorrichtung  nicht  ganz  zum  Verschwinden  gebracht  werde 
konnte,    war    doch   ein    wertvoller    Anhaltspunkt  gewönne 
worden.    Da  die  innere  lichte  Weite  des  Messingrohres  so  gro 
gewählt  worden  war,  daß  der  Tonstrahl  die  Rohrwandange 
beim  Fallen  nicht  berührte,  so  haben  sich  offenbar  andere  Ver- 
hältnisse eingestellt  nach  dem  Augenblick,  wo  der  Strahl  auf 
die  Gipsfläche  aufgeprallt  ist,  d.  h.  es  sind  irgendwelche 
Störungen  in  der  Bewegung  der  Tonmasse  eingetreten. 

Es  wurde  nun  versucht,  derartige  Störungen  noch  am 
andere  Weise  hervorzurufen.  Es  gelang  dies,  als  ich  die 
gesamte  Gipsfläche  stark  mit  Wasser  tränkte  und  dann  der 
Tonstrahl  bei  40  cm  Fallhöhe  sofort  auffallen  ließ.  Gleichzeitig 
wurde,  um  einen  Vergleich  zu  haben,  mit  demselben  Tonbrej 
und  gleicher  Fallhöhe,  aber  mit  trockener  Gipsfläche,  eil 
zweiter  Gießversuch  gemacht.  Die  beiden  Platten  Nr.  50  und  51 
sind  auf  diese  Art  hergestellt  worden.  Nr.  60  ist  mit  Wassel 
getränkter,  Nr.  51  mit  trockener  Gipsfläche  mittels  geschlämmtem 
Ton  I  gegossen  worden.  Auf  der  ersteren  ist  der  GießflecS 
beinahe  völlig  verschwunden;  der  rauhe  Ring  (2)  ist  nicht  mehi 
vorhanden,  sondern  nur  durch  einige  sehr  winzige  Bläschen 
in  der  Glasurschicht  angedeutet.  Nr.  50  dagegen  zeigt  einen 
normalen  Ring  (2),  genau  wie  die  Platten  o  bis  r  (Tabelle  3)j 

Diese  Versuche,  die  mehrfach  wiederholt  wurden  und  stets 
die  gleichen  Resultate  ergaben,  zeigen  deutlich,  daß  die  wassei- 
entziehende  Eigenschaft  des  porösen  Gipses  eine  große  Rolle 
spielt.  Je  intensiver  der  Gips  das  Wasser  des  Tonbreies 
ansaugt,  je  trockener  er  ist,  umso  stärker  prägt  sich  der  Gieß- 
fleck aus.  Vermindert  man  aber  die  Geschwindigkeit  der 
Wasseranziehung,  so  nimmt  seine  Intensität  ab,  bis  er  schließ 
lieh  verschwindet. 

Diese  Versuche  sind  dann  erweitert  worden,  indem  ich 
zum  Gießen  eine  trockene  Gipsfläche  verwendete,  an  eer  Stelle? 
aber,  wo  der  Strahl  auftirifft,  eine  Glasscheibe  einlegte.  Gegossen 
wurde  mit  einem  Brei  von  Ton  V,  der  die  oben  angegebene 
Konzentration  besaß,  und  einer  Fallhöhe  von  40  cm.  Die  Ab 
messungen  sind  aus  Figur  13  ersichtlich. 


/£3 


Figur  13 

Die  glatt  gebrannten  Platten  zeigen  auch  nur  eine  Andeu- 
tung des  Ringes  (2),  indem  in  der  Glasurschicht  kleine  Bläschen 
vorhanden  sind.  Aus  der  folgenden  Tabelle  13  ersieht  man 
weiter,  daß  der  nur  äußerst  schwach  ausgebildete  Ring  (2), 
ebenso  wie  .  die  Fläche  (1),  viel  größere  Dimensionen  ange- 
nommen haben.  Bei  der  Anwendung  einer  Glasscheibe  wird 
der  Gießfleck  etwas  deutlicher  als  bei  vollständig  mit  Wasser 
gesättigter  Gipsfläche.  Dies  hat  seinen  Grund  wohl  darin, 
daß,  wenn  der  Tonbrei  die  Glasunterlage  passiert  hat,  er  dann 
•auf  vollständig  trockenen  Gips  trifft  und  nun  normale  Ver- 
hältnisse vorfindet. 

Hieraus  erklären  sich  auch  die  viel  größeren  Dimensionen 
von  Fläche  (1)  und  Ring  (2). 

Tabelle  13. 

Bezeichnung      Fallhöhe  des      Durchmesser  Durchmesser 
der  Platte  Strahles  der  Fläche  des  Ringes 

in  cm  (1)  in  mm  (2)  in  mm 

44  40  45  60 

45  40  45  60 

44  a  40  44  69 

45  a  40  45  60 
Bei  der  großen  Geschwindigkeit,  mit  der  der  Tonstrahl  auf' 

trifft  und  breitläuft,  war  es  sehr  schwierig,  irgendwelche  Be- 
obachtungen mit  bloßem  Auge  anzustellen.    Mit  der  Zeitlupe 


Photographische  Aufnahmen 

zu  K-  Fr-  Pfefferkorn:  Ueber  den  OieMeck. 


Aufnahme  8  b 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECrlSAAL- COBURG. 


Nr.  42  —  463 


war  es  jedoch  nicht  ausgeschlossen,  die  Bewegungen  der  Ton- 
flnssigkeit  genauer  zu  verfolgen.  Ich  wendete  mich  daher  an 
die  Firma  Ernemann,  A-G.,  Dresden,  die  eine  Zeitlupe  besitzt. 
Herr  Dr.  Krüger  riet  mir  aber  von  diesen  Aufnahmen  ab,  da 
wenig  Erfolg  damit  zu  erwarten  sei  infolge  der  Un  durch  sichtig- 
keit des  zu  pbotographierenden  Materials  und  der  damit  ver- 
bundenen Schwierigkeiten  der  Beleuchtung.  Ich  ließ  deshalb 
diesen  Versuch  fallen. 

Die  Fallgeschwindigkeit  des  Strahles  zu  ändern  erschien 
nicht  latsam,  da  ja  die  Intensität  der  Erscheinung  gerade  von 
der  Fallhöhe  und  der  Konzentration  des  Breies  abhängt.  Es 
wurde  infolgedessen  die  Quantität  der  Gießmasse  verringert, 
indem  nicht  ein  kontinuierlicher  Strahl  auf  die  Gipsfläche  fiel, 
sondern  ein  großer  Tropfen.  Die  Versuchsanordnung  hierzu 
war  sehr  einfach.  Als  Tonbehälter  diente  das  oben  bei  Fig.  5 
beschriebene  Gefäß  A  mit  Abflußvorrichtung.  An  Stelle  der 
Form  wurde  eine  quadratische  Gipsplatte  (16X16  cm)  unterge- 
legt. Das  Gefäß  A  wurde  mit  geschlämmtem  Ton  1  beschickt 
und  der  Glashahn  b  um  180°  kurz  gedreht.  Auf  diese  Weise 
fiel  ein  großer  Tontropfen  auf  die  Gipsplatte  und  ergab  nun 
hier  ganz  überraschende  Bilder.  An  der  Stelle,  wo  der  Tropfen 
aufgefallen  war,  befand  sich  eine  kreisförmige  dünne  Tonhaut 
von  etwa  18 — 20  mm  Durchmesser,  und  um  diese  Fläche 
herum  lag  in  konzentrisch  angeordneten  Kreisen  die  Tonmasse. 
Die  Aufnahme  5  gibt  ein  naturgetreues  Abbild. 

Figur  14  zeigt  einen  Querschnitt  durch  die  Fläche  des 
breitgelaufenen  Tropfens.  Die  Kreise  erscheinen,  je  nach  der 
Konzentration  des  Tonbreies,  als  mehr  oder  weniger  starke 
Anschwellungen. 

,      3  2         7  a  12  3  ■'"<>'»<'%' 

Ys//.*;      s/s  /■/  /  /y-yy//^//  / %  /  / //*//'  "/sS\ 

Kgur  14 

Daß  die  bei  a  liegende  Tonhaut  äußerst  dünn  beschaffen 
war,  zeigte  sich  deutlich  bei  den  weiteren  Tropfversuchen,  wo 
ich  heißgemachte  Gipsplatten  verwendete.  Nachdem  der 
Tropfen  aufgefallen  war,  trocknete  die  Fläche  a  sofort  ab, 
eben  infolge  des  äußerst  dünnen  Tonbelages.  Die  um  a  herum 
dicker  liegende  Masse  der  konzentrischen  Kreise  dagegen 
blieb  noch  einige  Zeit  schwarz,  weil  der  Ton  I,  wenn  er  sehr 
feucht  ist,  schwarze  Farbe  besitzt.  In  diesem  Augenblick 
wurde  die  Platte  schnell  photograpbiert.  Die  Aufnahme  6  gibt 
deutlich  die  abgetrocknete,  heile  Fläche  in  der  Mitte  wieder, 
während  die  Ringe  noch  dunkel  sind. 

Der  an  die  Fläche  a  angrenzende  Kreis  1  war  bei  allen 
Versuchen  stets  am  typischsten  ausgeprägt.  Je  weiter  man  sich 
aber  von  a  entfernt,  umsomehr  verwischen  sich  die  Ringe. 
Man  findet  hier  ganz  analoge  Verhältnisse  wie  bei  den  glasier- 
ten Platten,  auf  denen  der  Gießfleck  gut  ausgebildet  ist.  Der 
feinen  Tonschicht  a  entspricht  der  normale  Glasurbelag  der 
Fläche  (1)  (Figur  7  a),  dem  rauhen  Ring  (2)  der  Tonkreis  1 
(Figur  14).  Genau  wie  der  Ring  (2)  nach  außen  verläuft,  d.  h. 
ganz  allmählich  übergeht  zum  normalen  Glasurbelag,  so  ver- 
flachen sich  auch  die  zarten  Tonkränze  immer  mehr. 

,  Es  wurde  weiter  festgestellt,  daß  die  Intensität  der  An- 
schwellung der  Tonmasse  bei  jedem  derartigen  konzentrischen 
Kreise  ganz  und  gar  abhängig  ist  von  der  Konzentration  des 
Tonbreies.  Je  dicker  letzterer  ist,  umso  stärker  bildet  sich  der 
Kreis  als  Tonwulst  aus,  je  dünner,  umso  mehr  verflacht  sich 
dieser,  bis  man  die  Ringe  nur  noch  durch  die  verschiedene 
Lichtreflektion  wahrnehmen  kann.  Mikroskopische  Unter- 
suchungen ergaben,  daß  das  Material  der  Tonkränze  umso 
dichter  liegt,  je  dünner  der  Tonbrei  zu  den  Tropfversuchen 
genommen  wurde.  Durch  diese  Beobachtungen  kommt  man  zu 
dem  Schluß,  daß  eine  Zusammendrückung  der  Masse  statt  hat. 

.'   (Fortsetzung  folgt.) 


Die  Keramik  auf  der  Deutschen  Gewerbeschau 
München  1922. 

Von  Fritz  Klee. 

(Nachdruck  verboten). 

Die  Deutsche  Gewerbeschau  in  München,  die  am  13.  M»i 
auf  dem  Ausstellungsgelände  an  der  Theresienhöhe  eröffnet 
wurde,  zeigt  die  Erzeugnisse  des  gesamten  Kunstschaffens  aller 
Deutschen  und  deutschstämmigen  Angehörigen  fremder  Nationen, 
im  Gegensatz  zu  ihren  Vorgängerinnen,  der  Deutschen  Gewerbe- 
schau 1908,  die  nur  Münchener  Erzeugnisse,  und  der  Bayerischen 
Gewerbeschau  1912,  die  das  Kunstschaffen  von  Bayern  zeigte. 

Wer  die  drei  Ausstellungen  gesehen  hat,  muß  die  Steigerung 
anerkennen,  die  die  heurige  Gewerbeschau  bietet.  Die  Steige- 
rung besonders  in  technischer  Hinsicht  muß  mit  Staunen 
betrachtet  werden,  wenn  man  bedenkt,  daß  diese  Ausstellung 
von  einem  Volk  fertig  gebracht  wurde,  das  einen  Weltkrieg 
von  vierjähriger  Dauer  verloren  und  eine  Revolution  durch- 


gemacht hat  und  das  nun  dauernd  wirtschaftlich  von  seinen 
Feinden  niedergedrückt  wird.  . 

Das  Ringen  nach  nationalem  Stil  und  nach  Qualität,  das 
uns  auf  der  deutschen  Gewerbeschau  entgegentritt,  ist  be- 
wundernswert und  gibt  den  Besuchern  die  Gewißheit,  daß  ein 
Volk,  das  in  Zeiten  tiefster  Not  solches  schaffen  konnte,  nicht 
untergehen  kann. 

Die  Deutehe  Gewerbeschau  ist  keine  Kunst-  oder  Kunst- 
gewerbeausstellung, noch  eine  Industrie-  oder  GeWerbeausstellung 
im  engeren  Sinne.  Sie  vereinigt  alle  Gebiete,  deren  Erzeug- 
nisse zweckmäßig  in  Form,  sachdienlich  im  Stoff  und  gediegen 
in  der  Arbeit  sind;  um  das  einheitlich  zu  erreichen,  mußten 
alle  ausgestellten  Gegenstände  durch  einen  Prüfungsausschuß 
gehen,  der  über  das  ganze  Reich  verteilt  war.  Dieser  Prüfungs- 
ausschuß hatte  einen  doppelten  Zweck.  Der  Hauptzweck  war, 
die  angemeldeten  Ausstellungsgegenstände  nach  ihrer  geschmack- 
lichen und  technischen  Qualität  zu  prüfen  und  zu  sichten.  Die 
hierzu  bestimmten  Künstler  und  Fachleute  kamen  dadurch 
zueinander  in  nähere  Verbindung  und  konnten  nun  zusammen 
mit  dem  Erzeuger  selbst  eine  größere  Kulturarbeit  vollbringen, 
indem  die  Künstler  ihre  Ideen  und  Gedanken  in  die  Hand- 
werker- und  Industriekreise  zu  bringen  in  der  Lage  waren,  was 
zum  großen  Teil  sehr  befruchtend  und  ermunternd  wirkte. 
Seit  längerer  Zeit  herrscht  in  den  Erzeugerkreisen  ein  Vorurteil 
gegen  die  Künstler,  und  es  stellte  sich  nun  bei  dem  Zusammen- 
arbeiten heraus,  daß  bei  gutem  Willen  von  beiden  Seiten  viel 
Ersprießliches  geleistet  werden  kann.  Der  Erfolg  zeigt  sich 
denn  auch  auf  der  Gewerbeschau  sehr  deutlich  und  wird  sich 
in  der  Zukunft  noch  weiter  zeigen,  wenn  die  gebahnten  Wege 
weiter  begangen  werden. 

Wenn  in  der  Keramik  dieser  Weg  noch  nicht  allgemein 
eingeschlagen  wurde,  so  liegt  dies  wohl  daran,  daß  keramisch- 
technische Kenntnisse  noch  zu  wenig  in  Künstlerkreisen  ver- 
breitet sind,  da  die  letzteren  vielfach  die  Technik  noch  etwas 
von  oben  herab  betrachten.  Wenn  der  Künstler  erst  den 
Arbeitsvorgang  auch  beim  industriellen  Erzeugnis  genau 
studiert  und  sich  loslöst  vom  Papierentwurf,  wird  auch  da  eine 
Qualitätsleistung  entstehen,  die  sicher  ihren  Abnehmer  findet. 

Die  Erzeugnisse  fanden  in  der  Gewerbeschau  ihre  Auf- 
stellung nach  Rohstoffen,  was  Gelegenheit  zu  interessanten 
Vergleichen  gibt,  die  besonders  für  den  Fachmann  sehr  lehr- 
reich sind. 

Das  Ziel  der  Deutschen  Gewerbeschau  ist  zunächst  ein 
wirtschaftliches,  in  zweiter  Linie  aber  auch  ein  rein  ideales. 
Sie  will  nicht  nur  die  wirtschaftliche  Produktion  aliein  zeigen, 
►  ondern  auch  die  damit  verbundene  Kulturarbeit  in  geschmack- 
licher Hinsicht  betonen.  Die  Qualitätsarbeit  in  ihrer  höchsten 
Vollendung  soll  dadurch  gehoben  werden.  Es  sollen  wieder 
Erzeugnisse  geschaffen  werden,  die  durch  ihre  Reife  dauernden 
Wert  behalten  und  bei  dem  Käufer  Freude  in  jeder  Hinsicht 
erwecken.  Wir  sind  durch  unsere  Geldentwertung  nicht  mehr 
in  der  Lage,  immer  wieder  neue  Erzeugnisse  zu  kaufen,  die 
einer  modernen  Strömung  unterworfen  sind  und  in  einigen 
Jahren  veralten,  sondern  wir  müssen  jetzt  Erzeugnisse  haben, 
die  auf  lange  hinaus  ihren  Wert  behalten  und  wie  in  früherer 
Zeit  auf  die  kommende  Generation  vererbt  werden  können. 
Dem  Käufer  muß  daher  für  sein  teueres  Geld  wirkliche  Quali- 
tät geboten  werden. 

Die  gesamte  Keramik,  soweit  sie  nicht  schmückend  in 
anderen  Stoffgruppen  auftritt,  ist  in  der  Halle  1  untergebracht. 
Diese  gehört  mit  zu  den  besten  Raumlösnngen  der  ganzen 
Ausstellung  und  bietet  dem  Besucher  ein  Bild  von  imposanter 
edler  Wirkung;  nur  die  Kleinkeramik  verliert  leider  in  dieser 
Großartigkeit  und  drückt  die  Ausstellungsgegenstände  durch 
ihre  Masse  etwas  zur  Messware  herab.  Kteinkeramik  verlangt 
intime  Wirkung  und  möglichst  wenig  Ablenkung,  was  der  Be- 
sucher leider  in  der  Riesenhalle  nicht  findet.  Alle  Ausstellungs- 
gegenstände der  Kleinkeramik,  die  in  den  Nebenräumen  der 
Halle  untergebracht  sind,  gewinnen  deshalb  besonders  gegen- 
über denen,  die  in  der  Halle  aufgestellt  sind. 

Aber  trotz  dieses  Mangels  bietet  die  Ausstellung  der 
Keramik  großartiges,  und  es  muß  besonders  betont  werden, 
daß  sich  die  Erzeugnisse  seit  der  letzten  Gewerbeschau  19i2 
in  Qualität  außerordentlich  verbessert  haben.  Insbesondere 
ist  die  technische  Seite  der  Produktion  fast  vollkommen  zu 
nennen,  und  selbst  die  kleinsten  und  einfachsten  Betriebe 
können  sich  mit  ihren  Erzeugnissen  überall  sehen  lassen.  Es 
ist  das  nicht  hoch  genug  einzuschätzen,  da  ein  Volk,  das  seine 
Erzeugnisse  technisch  so  hoch  bringen  kann,  auch  die 
Schwierigkeiten,  die  die  geschmackliche  Vervollkommnung 
bietet,  bald  überwinden  wird.  Es  sind  schon  jetzt  sehr  viele 
künstlerische  einwandfreie  Erzeugnisse  auf  der  Deutschen  Ge- 
werbeschau zu  sehen,  und  der  Fachmann  sieht  auf  Schritt  und 
Tritt  die  Anstrengung  und  den  Willen  in  allen  Betrieben,  in 
jeder  Hinsicht  das  Vollkommenste  zu  leisten.  —  Besonders  die 
Form  hat  eine  gewisse  Reife  erlangt,  und  fast  jede  Firma  hat 


464  —  Nr.  42 


SP  RECH  SAAL  —  CO  BÜRO. 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


eine  größere  oder  kleinere  Anzahl  formvollendeter  Stücke  aus- 
gestellt. 

Es  zeigte  ein  Gang  durch  die  keramische  Abteilung,  daß 
wir  auf  dem  besten  Wege  sind,  trotz  aller  wirtschaftlichen 
Schwierigkeiten  und  finanziellen  Nöte  unseren  Platz  in  der 
Welt  zu  behaupten  und  daß  wir  auch  in  der  Zukunft  wie  vor 
dem  Kriege  mit  an  der  Spitze  marschieren  werden. 

Der  moderne  Geist,  der  sich  in  der  ganzen  Ausstellung 
andeutungsweise  zeigt  und  der  wohl  zum  Teil  Modeströmung 
ist,  drückt  sich  auch  in  der  Keramik  deutlich  aus,  wenn  auch 
mehr  im  Dekor  als  in  der  Form.  Es  ist  interessant,  das 
Suchen  und  Tasten  zu  verfolgen,  das  Erzeugnisse  hervor- 
bringen soll,  die  unserer  Zeit  Rechnung  tragen. 

Die  Revolution,  die  auch  in  der  Kunst  eingesetzt  hat,  soll 
Neues  auf  teilweise  Zerschlagenem  wieder  aufbauen.  Da  in 
unseren  wirtschaftlichen  Nöten  die  Ziele  aber  erst  in  ferner 
Dämmerung  schweben,  so  ist  das  sehr  schwer,  und  das  ehr- 
liche Ringen  nach  einem  neuen  nationalen  Stil  muß  daher 
ganz  besonders  anerkannt  werden.  Hoffen  wir,  daß  mit  Hilfe 
der  Künstler  und  dem  guten  Willen  der  Erzeuger  die  Saat 
von  1922  gute  Früchte  tragen  wird. 

Die  Halle  1,  in  der  die  Keramik  untergebracht  wurde,  ist 
die  größte  Ausstellungshalle  auf  der  Gewerbeschau;  da  die 
Keramik  in  Deutschland  den  größten  Raum  in  Industrie,  Hand- 
werk und  Kunst  einnimmt,  wurde  ihr  diese  Halle  gleichsam 
als  Ehrenplatz  angewiesen.  Die  Halle  ist  in  ihrer  gesamten 
Wirkung  eine  Leistung  von  Nida  Rümelin,  die  in  ihrer  ein- 
fachen Farbenharmonie  von  Schwarzblau  und  Ziegelrot 
von  imponierender  Wirkung  und  ein  glänzendes  Vorbild  guter 
Münchner  Kunst  ist.  Derselbe  Künstler  hat  auch  das  Monu- 
mentalbild an  der  Stirnwand  geschaffen,  das  ebenfalls  auf  die 
Farbenharmonien  von  Dunkelblau  und  Ziegelrot  gestimmt  ist 
und  einen  vornehmen  Eindruck  macht.  Die  Halle  hat,  um  den 
Raum  zu  gliedern,  zwei  vertiefte  Höfe,  während  die  Mitte  eine 
terrassenförmige  Erhöhung  zeigt,  auf  der  ein  Majolikatempel 
von  Professor  Josef  Wackerle  seine  Aufstellung  gefunden  hat. 
In  den  vertieften  Höfen  sind  zum  großein  Teil  die  Oefen,  die 
Irden- Waren,  das  Steinzeug  und  das  Steingut  untergebracht. 
Porzellan  und  Glas  wurden  an!  den  Wänden  der  großen 
Halle  in  Schränken  und  Tischen  aufgestellt. 

Da  in  der  großen  Halle  alle  Aussteller  aneinander  gereiht 
sind,  ist  es  nicht  möglich,  alle  Firmen  einzeln  aufzuzählen;  es 
wäre  auch  nur  ein  Aneinanderreihen  von  Namen,  weshalb  nur 
einige  größere  Aussteller  namentlich  aufgeführt  werden  sollen, 
die  technisch  und  künstlerisch  besonders  Interessantes  ge- 
boten haben.  Es  soll  dies  aber  nicht  als  Bevorzugung  be- 
trachtet werden,  nachdem  auch  besonders  kleine  Aussteller 
mit  sehr  guten  Leistungen  vertreten  sind. 

Sehr  Gutes  bietet  die ;  Ausstellung  von  Oefen,  bei  denen 
besonders  die  österreichische  Gruppe  in  technischer  und  künstle- 
rischer Einheitlichkeit  auffällt. 

Bei  den  Töpfereien  ist,  soweit  sie  Gebrauchswaren  her- 
stellen, manchmal  das  kunstgewerbliche  Moment  zu  sehr  unter- 
strichen, was  das  Material  nicht  so  recht  vertragen  will;  hier 
sollte  wohl  das  Handwerk  mehr  in  Vordergrund  treten.  Wo 
aber  solche  handwerkliche  Ansätze  vorhanden  sind,  sind  die 
aasgestellten  Erzeugnisse  leider  Kopien  älterer  Stücke. 

Auf  dem  Gebiete  der  Luxustöpferei  ist  ein  gewaltiger  Fort- 
schritt zu  verzeichnen,  der  größte  vielleicht  auf  allen  kerami- 
schen Gebieten.  Was  etwas  verstimmt,  ist  das  manchmal  zu 
sehr  auffallende  Zurückgreifen  auf  asiatische  Vorbilder  in  Form 
und  Glasur. 

Das  Steingut  ist  leider  nicht  so  vertreten,  wie  es  sein 
müßte.;fttDie  meisten  führenden  Steingutfirmen  haben  es  vor- 
gezogen, in  Dresden  auszustellen.  Es  ist  das  sehr  bedauerlich, 
da  ja  auch  das  Steingut  in  den  letzten  Jahrzehnten  einen  großen 
Fortschritt  zu  verzeichnen  hat,  der  auf  der  Gewerbeschau  beim 
Vergleich  mit  der  übrigen  Keramik  hätte  zum  Ausdruck  kommen 
müssen- 

Hervorzuheben  ist  das  Steingut  von  Velten -Vordamm,  das 
trotz  seiner  Vielseitigkeit  in  Kunstkeramiken  und  Gebrauchs- 
geschirr en  gute  geschmackliehe  und  technische  Leistungen  auf- 
zuweisen hat. 

Was  etwas  unangenehm  auffällt,  ist  die  Vermischung  der 
Formen  in  den  verschiedenen  keramischen  Gebieten.  Kunst- 
töpferei wirkt  wie  Steingut,  Steingut  ahmt  Porzellan  und 
Töpferei  nach,  und  Porzellan  zeigt  Steingutformen.  Es  scheint 
sich  das  Gefühl  für  das  Material  verlieren  zu  wollen,  was  ein 
gewaltiger  Rückschritt  wäre. 

Das  Steinzeug  ist  sehr  gut  vertreten,  besonders  aus  dem 
Kannenbäckerland,  und  da  wieder  fallen  besondere  Stücke  auf, 
die  nach  dem  Entwurf  von  Professor  Richard  Riemerschmied 
bei  Reinhold  Merkelbach  hergestellt  sind  und  die  in  ihrer  ein- 
fachen Formgebung  wohl  zu  den  besten  keramischen  Erzeug- 
nissen der  Gewerbeschau  gehören. 


Majolika  ist  ebenfalls  gut  vertreten,  und  zwar  tritt  in  dieser 
Abteilung  die  Großherzogliche  Majolika-Manufaktur  in  Karlsruhe 
hervor,  und  da  sind  es  wieder  ganz  besonders  die  Erzeugnisse 
von  Professor  Länger,  die  auffallen.  Dieser  Künstler,  der  seine 
Keramiken  selbst  bemalt,  hat  den  Weg  ins  Handwerkliche  ge- 
funden und  bietet  so  das  Vollendetste,  wie  es  eben  nur  ein 
Mann,  der  Künstler  und  Handwerker  zugleich  ist,  schaffen  kann. 
Auch  von  den  Deutschen  Werkstätten  sind  interessante  Majolika- 
stücke ausgestellt;  die  Darbietungen  dieser  Firmen  auf  allen 
keramischen  Gebieten  zeigen  nur  Edelware. 

Beim  Porzellan  fehlen  leider  auch  viele  Firmen.  Auch 
hier  hat  das  Unternehmen  in  Dresden  einige  Qualitätsfabriken 
abgehalten  auszustellen.  Das,  was  aber  gezeigt  wird,  ist  gut 
und  gibt  die  Garantie,  daß  die  Porzellanindustrie  auf  dem  besten 
Weg  zur  Vervollkommnung  sich  befindet. 

Am  einheitlichsten  und  zielbewußtesten  haben  in  einem 
Nebenraum  die  drei  staatlichen  Manufakturen  Berlin,  Meißen  und 
Nymphenburg  ausgestellt,  und  es  ist  ein  wohltuendes  Gefühl, 
in  diesen  Ausstellungsräumen  das  Ringen  nach  neuem.  Ausdruck 
auf  der  Basis  der  Tradition  zu  beobachten.  Die  Raumaus- 
stattung von  Paul  L.  Troost,  München,  muß  besonders  erwähnt 
werden,  da  sie  den  Ausstellungsgegenständen  einen  vornehmen 
Rahmen  gegeben  hat.  j 

Von  den  Privatindustrien  haben  fast  alle  Aussteller  Qualitäts- 
leistungen zu  verzeichnen,  und  es  ist  aus  Raummangel  nicht 
möglich,  alle  Firmen  namentlich  aufzuführen.  Meisterleistungen 
sind  die  Figuren  der  Aeltesten  Volkstedter  Porzellanfabrik,  die 
in  der  ganzen  Halle  verteilt  und  nach  Modellen  der  Bildhauer 
Meißel  und  Storck  hergestellt  sind.  Die  Aelteste  Volkstedter ; 
Porzellanfabrik  hat  Wege  eingeschlagen,  die  auf  plastischem 
Gebiet  für  die  Zukunft  zu  großen  Hoffnungen  berechtigen. 

Hervorzuheben  sind  noch  die  Luxus-Porzellane  der  Porzellan- 
fabrik Ph.  Rosenthal  &  Co.,  A.-G,  Selb,  die  in  einem  eigenen 
Raum  ausgestellt  hat,  wie  auch  von  Lorenz  Hutschenreuther, 
A.-G,,  Selb,  von  welcher  besonders  ein  neues  formvollendetes 
Service  von  Professor  Niemeyer  auffällt,  dann  die  neuzeitlichen 
Dekore  der  Porzellanfabrik  Schönwald,  A.-G ,  und  die  hervor-  : 
ragenden  feuerfesten  Porzellan-Kochgeschirre  der  Porzellan- 
fabrik Weiden  Gebrüder  Bauscher.  Erwähnt  sei  auch  die 
Porzellanfabrik  Tirschenreuth  wegen  ihrer  technischen  Ver- 
vollkommnung. 

In  den  übrigen  Ausstellungshallen  ist  die  Keramik  auch  ! 
als  Schmuck  anderer  Materialgruppen  vertreten.  Besonders  zu 
erwähnen  ist  der  österreichische  Edelraum,  wo  hervorragende 
Leistungen  in  Majolika  und  Glas  gezeigt  werden. 

Auch  in  den  Räumen  der  Kunstgewerbe-  und  Fach- 
schulen ist  die  Keramik  reichlich  vertreten,  meistens  in  guten 
technisch  und  geschmacklich  einwandfreien  Ausführungen,  die 
zeigen,  daß  unsere  Schulen  den  rechten  Weg,  der  das  Hand- 
werkliche mit  dem  Künstlerischen  verbindet,  gehen. 

Unter  die  keramischen  Leistungen  gehört  auch  die  soge- 
nannte Dombauhütte,  die  nach  den  Entwürfen  von  Professor 
Behrens  ganz  in  Klinkern  aufgeführt  ist.  Eine  gute  keramische 
Leistung  ist  die  über  der  Eingangstür  angebrachte  große  Stein- 
zeugplastik. Es  sind  über  diese  Dombauhütte  viel  anerkennens- 
werte und  auch  abfällige  Urteile  veröffentlicht  worden,  auf  die 
hier  nicht  näher  eingegangen  werden  kann.  Auf  alle  Fälle  ist 
der  eingeschlagene  Weg,  der  neue  Ziele  verfolgt,  anzuerkennen. 

In  einem  versteckten  Winkel  des  Vergnügungsparkes  fällt 
ein  großer  keramischer  Brunnen  auf,  der  nach  einem  Entwurf 
von  Professor  Pölzig  von  der  Großherzoglichen  Majolika- 
Manufaktur,  Karlsruhe,  hergestellt  ist  und  der  auch  in  seiner 
fortschrittlichen  Formgebung  und  technischen  Ausführung  An- 
erkennung verdient. 

Wenn  man  den  Erfolg  der  Deutschen  Gewerbeschau  zu- 
sammenfassen wiil,  so  besteht  er  vor  allem  darin,  daß  die  Aus- 
stellung trotz  wirtschaftlichen  Nöten  und  verlorenem  Krieg  ge- 
zeigt hat,  daß  wir  Deutsche  den  Willen  und  die  Kraft  zur 
Arbeit  und  zum  Wiederaufbau  haben  und  daß  wir  auch  in 
künstlerischer  Hinsicht  uns  nicht  von  wirtschaftlichen  Nöten 
unterkriegen  lassen  wollen.  Wenn  wir  alle  die  finanziellen 
und  technischen  Hemmungen  berücksichtigen,  die  gegen  die 
Gewerbeschau  1922  gearbeitet  haben,  so  ist  diese  Ausstellung 
eine  Meisterleistung  deutscher  Kraft  und  deutschen  Könnens. 


Stand  der  französischen  Zollgesetzgebung. 

(Nachdruck  verboten.) 

Der  holländische  Generalkonsul  in  Paris  hat  vor  kurzem 
seiner  Regierung  einen  bemerkenswerten  Bericht  über  die 
seltsame  Entwickelung  der  französischen  Zollgesetzgebung  in 
neuester  Zeit  erstattet.  Diese  Ausführungen  sind  zwar  in  erster 
Linie  für  die  holländischen  Interessenten  geschrieben,  sie  ent- 
halten aber  auch  manche  Einzelheiten,  welche  für  deutsche 
Handelskreise  von  Wichtigkeit  sind.  Sie  seien  daher  nach- 
stehend im  Auszuge  wiedergegeben: 


1922.  (55.  Jahrgang.) 


SPRECH  SAAL  —  COBURG. 


Nr.  42  —  465 


Der  französische  Zolltarif  hat  im  Laufe  des  Jahres  1921 
für  zahlreiche  Waren  wiederum  erhebliche  Erhöhungen  der 
Belastung  erfahren,  und  zwar  in  der  Weise,  daß  die  im  Jahre 
1919  eingeführten  Zollkoeffizienten  (mit  denen  die  ursprünglichen 
Tarifsätzen  zu*multiplizieren  sind)  weiter  gesteigert  wurden ;  die 
Grundzollsätze*,  die  aus  dem  Jahre  1910  datieren,  sind  dabei 
unverändert  geblieben.  \ 

Die  jetzt  geltenden  Tarifsätze  sind  in  der  Hauptsache  Ge- 
wichtszölle ;  im  letztvergangenen  Jahre  ist  indessen  für  eine 
Reihe  von  Waren  die  Wertverzollung  eingeführt  worden. 
Wegen  ihrer  gewaltigen  Höhe  bilden  sie  zunächst  jedenfalls 
eine  scharfe  Waffe  in  der  Hand  Frankreichs,  zumal  die  Sätze 
des  Generaltarifs  —  diese  kommen  u.  a.  für  deutsche  Waren- 
herkünfte  in  Betracht  —  viermal  so  hoch  sind  als  die  Sätze 
des  Minimaltarifs.  Prankreich  steht  also"  an  und  für  sich  wohl- 
gerüstet da,  wenn  es  zu  Handelsvertragsverhandlungen  mit 
anderen  Ländern  kommen  sollte.  (Bs  vergißt  aber  darüber, 
daß  andere  Länder  mit  Leichtigkeit  mit  entsprechenden  Gegen- 
maßnahmen antworten  und  dadurch  auch  den  französischen 
Ausfuhrhandel  wesentlich  erschweren,  ja  sogar  im  Bedarfsfalle 
völlig  unterbinden  können.  Die  Kirche  muß  eben  im  Dorf 
bleiben!    Die  Schriftleitung). 

Dazu  sind  die  durch  die  Zollkoeffizienten  erhöhten  Tarif- 
sätze nicht  einmal  die  einzige  Belastung:  die  französische  Zoll- 
gesetzgebung sieht  außerdem  noch  Zuschläge  (surtaxe)  vor,  die 
auf  Grund  eines  einfachen  Regierungsdekrets  zur  Anwendung 
kommen  können.  Beispielsweise  z.  Z.  Spanien  gegenüber,  mit 
dem  sich  Frankreich  seit  dem  Dezember  1921  im  Zollkrieg 
befindet. 

Diese  Zuschläge  variieren  zwischen  10  und  80  u/0  des 
Warenwertes.  Doch  dies  ist  nicht  alles:  eine  dritte  Maßnahme 
schreibt  vor,  daß  die  Zölle  (bei  der  Einfuhr  aus  Spanien)  um 
die  Ziffer  zu  erhöhen  sind,  die  der  Entwertung  des  Franken 
gegenüber  der  Peseta  entspricht. 

m  Diejenigen  Firmen,  welche  nach  Frankreich  exportieren, 
können  zudem  noch  weiter  überrascht  werden  durch  ein  jeder- 
zeit mögliches  Regierungsdekret,  durch  das  die  jetzigen  Zoll- 
koeffizienten  noch  höher  gesteigert  werden,  wozu  vor  dem  Kriege 
ein  besonderes  Gesetz  erforderlich  war. 

Wir  sehen  also  hieraus,  daß  die  Schutzzollbestrebungen 
in  Frankreich  gegenwärtig  gar  wunderliche  Blüten  treiben,  in 
schärferer  Weise  jedenfalls  kaum  noch  gehandhabt  werden 
können.    Ob  auch  zum  Besten  des  Landes? 

Ueber  die  Rigorosität  und  Unstetigkeit  haben  —  so  fährt 
der  Konsul  fort  —  bereits  die  Handelskammern  in  Lyon  und 
in  Straßburg  ihre  Bedenken  geäußert.  Vergebens,  im  Gegenteil 
fordern  die  Glas-,  die  Papier-,  die  Metallindustriellen  Frankreichs 
einen  weiteren  Ausbau  der  Scbutzzollgesetzgebung.  Besonders 
ungünstig  wirkt  natürlich  die  Erhöhung  der  Wertzölle  auf 
Warenherkünfte  aus  Ländern  mit  hochwertiger  Valuta,  was 
namentlich  bei  Ländern  wie  England  und  Amerika  gar  zu  leicht 
Repressalien  auslösen  kann,  obgleich  gerade  diese  kapital- 
kräftigen Länder  Frankreichs  beste  Kunden  sein  müßten. 

Der  eingangs  genannte  Konsul  macht  ferner  in  seinem 
Bericht  aufmerksam  auf  die  sogenannte  surtaxe  d'entrepöt  und 
die  surtaxe  d'origine,  eine  Abgabe,  die  bekanntlich  von  Waren 
erhoben  wird,  die  in  Frankreich  nicht  direkt  aus  dem  Ursprungs- 
lande eingeführt  werden,  sondern  erst  nach  Ueberladung  in 
einem  anderen  Lande  Europas.  Diese  Belastung  beträgt  für 
die  Mehrzahl  der  überseeischen  Einfuhrartikel  3,60  Pres,  für 
100  kg;  auf  Waren,  die  für  Elsaß-Lothringen  bestimmt  sind, 
findet  sie  keine  Anwendung. 

Warenmarken.  Hinsichtlich  der  Marken  für  Waren,  die 
nach  Frankreich  eingeführt  werden,  macht  der  holländische 
Konsul  noch  folgende,  auch  für  deutsche  Kreise  bemerkens- 
werte Ausführungen:  Waren  können  nach  dem  geltenden  Zoll- 
tarifgesetz vom  Jahre  1892  mit  oder  auch  ohne  Marken  ein- 
geführt werden;  tragen  sie  aber  Marken,  dann  muß  der 
Exporteur  darauf  achten,  daß  diese  Marken  oder  Aufschriften 
nicht  den  unrechten  Verdacht  aufkommen  lassen,  die  ein- 
gehenden Waren  seien  französischen  Ursprungs.    In  Fällen, 


wo  ein  solcher  Verdacht  aufkommen  kann,  müssen  sie  be- 
gleitet sein  beispielsweise  von  d